[Musik] [Die englische Krankheit] [Ein Film der Reichsgefundheitsführung hergeftellt von der UNIVERSUM-FILM A.G.] [Manuskript u. Beratung: Dr. med. Betina Ewerbeck; Musik: Rudolph Perak] [Kamera: Gerhard Muüller; Regie: Kurt Stefan. Afifa Tonkopie Klangfilm Gera...] [Die englische Krankheit] [Narrator:] England kann den traurigen Ruhm für sich in Anspruch nehmen, dass dort die Rachitis am stärksten verbreitet ist. Bereits im 17. Jahrhundert wurde sie hier beschrieben und heißt seitdem die Englische Krankheit. Und diese Krankheit benutzte England im Weltkrieg als Kampfmittel gegen uns, wie der Ausschnitt aus dieser englischen Zeitung beweist. [Wir haben es versucht, unseren Feinden den Wunsch, Kinder in die Welt zu setzen abzugewöhnen.] [Sollten sie je das Schulalter erreichen so würde wenigstens die englische Krankheit dafr sorgen, daß diese armen halbverkrüppelten Wesen geistig nicht mehre aufnahmefähig sein würden.] Diese Knochenverkrümmung der Beine ist eine Folgeerscheinung der Rachitis. Die Röntgenaufnahme zeigt wie stark die Knochen verbildet sind. Dicke Ärmchen sind nicht immer ein Zeichen von Gesundheit. Es handelt sich hier um eine von Vitamin-D-Mangel hervorgerufene Knochenauftreibung. Rechts die kranken, links die gesunden Armknochen. Wesentlich für die Entwicklung des Kindes ist der Knochenaufbau. In die Wachstumszone des Knochens gelangen durch die Blutbahn die Mineralstoffe Kalk und Phosphor sowie das Vitamin D, hier durch kleine Dreiecke dargestellt. Die Aufbausubstanz für den Knochen ist eine Verbindung von Kalk und Phosphor. Nur das Vitamin D macht es dem Kalk möglich, sich mit Phosphor zu Calciumphosphat zu verbinden. Vitamin D ist also für den Knochenaufbau unbedingt notwendig. Nur so wächst der Knochen gerade und fest. Fehlt das Vitamin D, so haben Kalk und Phosphor nicht die Möglichkeit, sich zu verbinden. Ungenutzt schwimmen diese Stoffe in der Blutbahn davon. Die Entwicklung ist gestört und es kommt zu rachitischen Knochenauftreibungen und -verkrümmungen. Ist das Wachstum der Knochen beendet, dann ist die Rachitis nicht mehr heilbar. Der Arzt kann nur noch Erleichterung schaffen. Für die Frau ist die Rachitis besonders verhängnisvoll. Das normale weibliche Becken hat einen runden Beckeneingang, während das rachitische oval abgeplattet ist. Vergleicht man das rachitische Becken und das normal gebaute Becken, so ist deutlich die Verbildung zu erkennen. Während der Geburt dreht sich der Kopf des Kindes. Beim normalen Becken ist es möglich. Beim rachitisch platten dagegen nicht ohne Weiteres. Schwere Geburten sind fast immer die Folge. Die ersten Anzeichen der Rachitis: Starkes Schwitzen am Hinterkopf. Und im nächsten Stadium am Hinterkopf das Erweichen der Knochen. Auch allgemeine Muskelschwäche ist ein Zeichen des gestörten Mineralstoffwechsels. Rachitische Verknöcherungen am Brustkorb bilden den sogenannten Rosenkranz. Ein Kind, das mit einem Jahr noch nicht stehen kann, aber wenn es stehen soll schmerzlich zu schreien beginnt, leidet an Rachitis. Schon beim jüngsten Säugling muss also die Abwehr gegen die Englische Krankheit beginnen. Erste Forderung: Der Säugling ist von der Mutter so lange wie möglich zu stillen. Wichtig ist daher eine gesunde Lebensführung der Mutter. Der Aufenthalt im Freien ist für Säugling und Kleinkind wesentlich. Falsch ist es wie es diese Mutter macht. Der Kopf des Säuglings muss vor Sonne geschützt sein, da sonst schwere Schäden eintreten können. Auch das ist falsch, denn der Säugling liegt weiterhin mit'm Kopf in der Sonne. Das Sonnenbaden darf nicht übertrieben werden. Die Grundregel ist: Kopf im Schatten, Körper in der Sonne. Licht, Luft und Sonne, das sind die Kampfmittel gegen die Rachitis. Auch eine vitaminreiche Ernährung ist für die gesunde Entwicklung des Kindes von großem Wert. In pflanzlichen Stoffen, wie Salate und Gemüse, ist das Vitamin D als Vorstufe, dem sogenannten Provitamin, enthalten. Mohrrüben, roh geschabt, Spinat und Salat sind für das Kleinkind besonders wichtig. Das mit der Nahrung aufgenommene Provitamin wird durch die Einwirkung der Sonne in der Haut des Menschen zum wirksamen Vitamin D umgebildet. Ein Querschnitt durch die Haut: Das Blut bringt die Vorstufe des Vitamins, das sogenannte Provitamin, an die Hautoberfläche. Wird das Provitamin an der Hautoberfläche von den Sonnenstrahlen getroffen, so verwandelt es sich in das Vitamin D... ...und der Blutstrom führt es dem ganzen Organismus zu. In den sonnenarmen Monaten ist die Gefahr einer Erkrankung an Rachitis besonders groß. Die Sonne allein hat im Winter nicht mehr die Kraft, die Rachitis zu verhüten. Daher setzen in dieser Jahreszeit in ganz Deutschland... ...die Bekämpfungsmaßnahmen der Reichsgesundheitsführung ein. Jede Mutter wird mit ihrem Säugling in eine Mütterberatungsstelle bestellt und der Säugling eingehend untersucht. Der untersuchende Arzt achtet in erster Linie auf die Krankheitserscheinungen der Rachitis. Um der Englischeßn [[Krankheit vorzubeugen // entgegenzuwirken (?)]] erhält jede Mutter im Großdeutschen Reich das Vitamin D in Form von Vigantol. Bei besonders rachitisgefährdeten Säuglingen, zum Beispiel Frühgeburten und Zwillingen, wird zusätzliche Höhensonnenbestrahlung angewandt. Zur Vorbeugung gegen die Rachitis, täglich einmal auf einen Löffel Brei oder anderer Nahrung, fünf Tropfen Vigantol. Das nationalsozialistische Deutschland sorgt vor, dass die Englische Krankheit nie zu einer deutschen Krankheit werden kann.