O; " e r ' M r ' t al W a u a f t e< n £ @tn irciicr » . fftr 'Jamilienpüfer iraiüfljeOt i'itt|§gcbenSntcis a u 3 ü b e n b em 51 r 31 3 u S r e § I a u ♦ Wrtoftlb iHßß. ' ®ei jyriebrid? Serbatb. Jer als ®in treuer «nb suvcrläffttjcr SWfjtje&er für * * » 5TamiHenvdfer und bei ben granli&ciUn eines feilen Alters unfl (SeseUIeeBts. Gearbeitet naeft bett neueften ber SBiffenfdtaft von gr. $. f. 3. auöübcnbem Qlrjt ju GreSlau« SRadj her fedjften vermehrter, unb verBefJerten Auflage her Originalausgabe abgebrueft. Sedjfte ameritanifdje Qluflage, Bei ftriebr. ©erwarb, 18 6 7. SJorWort sur erflfen Sluflage* baS SSerBreiten ärztlicher «Renntniffe unter bem SSolfe nid)t bie -tRadj* tljeile habe, welche SSiele bavon befürchten, ifl wohl fehr leicht ju erweifen, unb auf leinen Satt verbienen jwecfmäßig abgefaßte SSoltSfchriften ber Art bie Anfeinbungen, Welche fle fohäußg Von Seiten ber Aerzte juerbulben haben. 2>aß man babei bie unausführbare unb lächerliche Abftd)t haben fönne, Sebermann baburd) zu einem wirtlichen Arzt bilben unb auf biefe Art bie ächten Söhne AeSf entbehrlich machen ju wollen, baS bebatf wohl erfl feiner Erwähnung. Allein Stiemanb wirb leugnen tonnen, baß eS nid)t an« berö als höchft ctwünfcht unb für baS ©efammtwohl erfprießlid) wäre, Wenn leb er gebilbete SJlenfch infoweit mit ben mebijinifchen Jtenntniffen befanntunb Vertraut gemacht würbe, baß er eS wiffe, burd) welche Mittel er eine broßenbe Jtranft;eit abwcnben tonne, unb im SaUbeS (JrfrantenS, wie erfleh habet ju benehmen habe, um nicht burd) ein unjwecfmäßiges Verfahren, wie bieS leiber, in ber beften Abfld)t ju nü|en, fo oft gefchieht, bie ätrantßeit ju Verfchlimmern, fonbern fle fo gefahrlos als möglich ju machen, enblid) aber, um im SaU ber Stott) auS biefen Jtenntniffen einigen Stufen für fleh unb bie Seinigen zu fdhöpfen. S)a, wo eS Stott) tbut, ifl bod) Wohl eine jwectmäßige wenn auch geringe immer beffer als gar teine, ober was noch fd)limmer ifl, als eine Verfehrte unb ungehörige. £>aß aber burd) eine allgemeinere SSerbreitung ärztlicher Äenntniffe unter bem Sßolfe bem ßeiUofen ©influß ber Unwiffenßeit, beS Aberglaubens, ber Duacffalberei, beS Betruges unb ©har« lataniSmuS am erfolgreichften fönne entgegengewirft werben, unterliegt wohl feinem Steifet. Unbeftreitbar ifl eS wohl aber auch, ber Schleier beS ©eheimniffeS, in welchen bie ihre Jtiinft ton jeher abfichtlid) Verhüllten, eS War, ber fle unb ihre Jhtnfl in ben Augen ber Sälen Verbächtig machte unb ihnen baS Vertrauen entjog. SebeS SEiffen fann nur ju einem allgemein Werben unbheilbringenb in bie gefammten SebenSVerhältniffe eingreifen, wenn IV eß feer gefunfee Sftenfchenverftanfe Begriffen hat unfe feeffen SBcrth unfe SRufccn ancrfennt, 2Jian wenfee mir nid)t ein, feaß feie SSolfßBelehrung über mefeisinifcQe ®e* gcnftänbe nur feie $fufdjerei förbere, unfe baß feie Jtranfen baburch aBgchalten Würben, ftd? in feer ßeit eines gefeiegenen ärztlichen Olatheß ju Bebiencn. 3m ©egentfyeit, je unwiffenber feie 2)?enfd)en in feiefer Sejiefyung finfe, um fo ge= neigter ftnfe fie bann ficher auch, febenthorichten SRatt;, melden ihnen feer erfte ®efte gieBt, Blinblingß ju Befolgen. $lud> ift eß außgemacht unfe burch feie tägliche Erfahrung Betriefen, feafj Mangel an ärztlichen «Renntniffcn feaß SBer» trauen feurdjmuß nicht Vermehre; im ©egentfyeil fefycn mir, feaß man felBft in geBilfeeten 'Stäuben oft feie einßchtßvoUe är pflege Verläßt, treil man feinen Vernünftigen Segriff Vom ärjtlicßen überhaupt hat, um ftd) einem 3gnorantcn, CluatffalBer ofeer vertrauensvoll in feie "llrme ju werfen. 3a gieBt eß nicht 93 iele, feie fleh weigern, nach ärztlicher 9Sorfcßrift auch nur feaß ©eringfte ju gcBrauchen, aBer Bereitwillig unfe ohne aHeß ®e- tenfcn feaß tollfte ®cBräue unfe feie wiberßnnigflcn SMnge nehmen, welche <Bct;arfrict}ter, Schäfer, alte QBeiBcr u. fegl. ihnen reifen? - Ober feie Bet allein gcfunfeen 2J?enfcßenvcrftanfee boch glauben Tonnen, feaß eine feccitfonfad)e SSerbünnung eineß ®ranß überhaupt nurfeentBar unfe eine Wirffatne Sliefeijin fei? £>ie wirfe nie ju leugnen fein, feaß feer fleinfle Strahl feeß £id)tß unfe feer ©rfenntniß Beffer fei, alß flctß im 5)unfeln SBicfeer 5lnbere gieBt eß, welche jefeenfaUß einen unüBerWinfelicßen 51B= fcfyeu vor jefeem vom 5lrjte auß feer Qlpotl;efe beschriebenen (Be= fonfecrß in neuerer 3eit, wo feie Herren (Sollegen felBjl ftcß oft wecBfelfeitig alß ®ift=£)octoren ju VerfeäcQtigen ftcß aBer nie Weigern, jefeeß 2)?efei- fament ju nehmen, mit feeffen Söirtungcn fie nur einigermaßen Befannt ftnfe, Befonfeerß wenn fie eß ficty felBft 311 «§aufe Bereite« Tonnen. 2)eßf>alüTann nur burcB ein offeneß ®artf)un feer ärjtlicfycn feaß ßutrauen ju feem 5lrjte gewinnen unfe feie ßweifel unfe feer Sßerfeacißt, welchen man f>inßd)tlicß feiefer göttlichen Jtunft noch am Beftcn jerftreut werben. ßwar gieBt eß and) SOienfeben, feie Von ihrem 5lrjte wollen Betrogen fein, unfe Bei welchen feer &rjt,um ihnen ju nüfcen, ju S'äufchungen unfe Sßerheims lichungen feine ßuflucht nehmen muß. 5ldein einzelne $h°ren werben nie ein allgemein gültigeß ®efe£ umfloßen. 2Hag eß auch lücr unfe fea geBen, wo feer 2lrjt nicht umhin fann, fein Verfahren in ein ©cheimniß $u V hüllen, fo eS bod) im Allgemeinen feine ÜBürbe unb feine SßfHcQt immer, offen mit feinen Äranfen ju SBerfe ju gehen; nur baburch unter» fdjeibct ffd) ber traf» re Arjt üom ßljarlatan unb Quart falber. Srrig ift beS« Ijalb flcQer bie Meinung, baß eS großen Stufen gewähre, ja baß eö für ben Arjt burchauS nothwenbig fei, baß ber Jtranfe bie Verorbnete SWebijin fenne. @S ift bteö nur nod) ein auS ben Beiten ber herftammenbeö 33orurtheil, wo bie Aerjte glaubten, burdj getyeimnißveUe Bei«hen unb burdj eine nid>t allgemein bekannte «Sprache iljr Anfefyen $u erhöhen. SQie wirb eS bem «Staate gelingen, burdj ®efe§e bie mebijinifchen $fufdjer gänjlich ju unterbriirten unb ihrem verberblichen Treiben (Sintyalt ju thun. Söerben aber bie allgemeinen ©runbfäfce ber 2)iebijin befannter, wirb auch ber 9lidjtarjt mit ber ärjtlidjen <§ülfe bei Jtranffyeiten vertrauter, fo wirb er aläbann fetjr leidet ben großen Unterfdjieb erfennen, welcher jwifdjen einem wahren Arjte unb einem unwiffenben SHeceptfdjreiber ober $fufdjer flattfinbet, unb fteß alöbann vertrauensvoll bem restlichen Arjte juwenben unb bie After« ärjte von fidj weifen unb ihren bem BufaU unb ®lürt anheim gegebenen £Rat§ Verfdjmäljen. 3ft man allgemeiner mitber jwertmäßigen4?ülfe bei-ftranffyeiten befannt, fo fann aud? mehreren SOlenfd)enbie ber eiltunbe gefpenbet werben, benn jeber 9J?cnfd?enfreunb wirb babureß tu ben «Staub gefegt, feinen Von Mitteln entblößten ober Von ärztlichem SBeiftanb entfernten 9lebenmenfdjen in ber SQotß einen Ijcilfamen unb wenig toftfvieligen £Rat1) ju erteilen. Qie ärjtlidjen Jtenntniffe, welche ein mcbijinifSer SßolfSfSriftftcHer ju Verbreiten hat, befeßränfen ftd> aber nicht allein auf ben Unterriebt, wie man ftrt; bei Vorfommenben Jtranffeiten ju Verhalten 1jabe, fonbern fein 93efheben muß ganj namentlich auch barauf gerietet fein, bie Mittel fennen ju lernen, um ftd) gefunb ju erhalten, unb um bie unferer ftetö brol)cnbcn ®e« fahren ju vermeiben ober ju Verminbern. Cl;ne einige ©inßdjt in baS Söefen ber 4?eilfunfi werben aber bie beßen ber ©efunbbeitSerbaltungSs funbe begriffen unb nicht beachtet werben. 3n jebem «Staube giebt eS ©efahren, bie bie ®efunbheit, ja felbft baö Seben bebrohen, unb leidster unb erfvrießlidjer ift es, biefe ju vermeiben, als bie eingetretenen verberblichen folgen ju befämpfen. bei nur geringen ärjtlichen «Renntniffcn würbe eS leirtß fein, ein £eer Von Jtranfhciten ju vermeiben, wenn man an» berö biefen 23crfchriften 8olge leiften wollte. B'war fagt man, wer flets nacQ VI ben Sßorfdjriften bet QRebijin leben wollte, würbe ein trauriges Beben führen, aber mit gleichem (Rechte tonnte man fagen, ber Vernunft gemäß leben traurig leben. Väußg wenbet man gegen baS Verbreiten unb Befen populärer mebiji« nifter Vüter ein, baß baburdj bie Wlenften nur peinlit in Vinßt* ityrer würben, inbem fte ßt Von jeber «Rranfßeit befallen glaubten, bereu Veftreibung ße gelefen tyaben. BlUein nur äußerß feiten wirb bieS in ber $ljat ber 8raU fein, unb gefept, eS Verhielte ßt and) wirHidj fo, fo wirb bot Seber in furjer Seit feinen einfepn unb beim VJeiterlefen fld> halb eines Veßeren überjeugen. 3ß eS benn nidjt viel vernünftiger, wenn eine SRutter ßt burt baS Befen eines mebijinifdjen VudjcS von bem unter» richtet, waS itjtr bei ber Vßege ißreS Jtinbeö SQotty tut, als wenn ße ßt in biefer Vejießung auf ben Ulat abergläubiger unb unwiffenber SSeiber Verläßt? (Sine gehörige BebenSorbnung iß bei jeber bie viele Beiben tonnen burt ße allein befeitigt werben, unb ofyne ße ft eitert baS tinßdjtSboUße ärjtlidje Vanbein. 5lUein weite Untunbe, Vorurteile unb IKißbräudje ßerrften not *n biefer unb fann eS nur wohltätig für bie gefammte fein, wenn man barauf bebaut iß, beßere (Sinßdjten über biefen ©egenßanb ju verbreiten. Sßenn bei weniger Vemittelten unb ganj Firmen, ober auf bem Banbe, wo ärjtliter Oiat nicpt immer unb nie frülj unb Woljl aut oft gar fein gehöriger ju erlangen iß, wenn bann aut ein Slnberer in biefer Vejießung baS IRette ju rattjen unb baS ®täblite abjußalten verfielt, fo wirb man beStjalb ben mebijiniften Volts« ftriften ftwerlit einen Vorwurf maten wollen. Blut bem eben fo toßfpieligen, als oft überßüfßgen 2Rebijin=®ebraut fann (Shtalt werben, Wenn burt folteSfiftenbie (Sinßtt Verftaßt unb begrünbet wirb, baß unjäljlige «Rranttyeiten burt cine geregelte SebenSorbnung allein, unb baS jwar oft beßer als burt irgenb ein 2Äebifament, fbnnen befeitigt Werben, unb bie $lnweifung, auf weite 5lrt biefer ßwetf ju erlangen fei, gegeben wirb. S)ie8 ßnb bie ©rünbe, weite ben Verfaßet jur Verausgabe ber gegen« wärtigen VoltSftrift Veranlaßt fyaben, unb bieS bie ?lnbeutung beS SBegcS, weitem berfelbe hierbei gefolgt iß. SJorWort jur fcdjStcH Sluffage. ©runbfäfce, Welche ben Verdorbenen SSerfafjer biefeS SBerfeS Bei Slbfaffung beffelben geleitet haben, ftnb and; bei ber Durchddjt unb Umar, Bettung beweiben in Slnwenbung gekommen; eS fam Vorzüglich barauf an, ben Saien burdf flare, leicht fa£Iid)e <5d)ilbcrung ber Erfcheinungen in ben ®tanb ju fefcen, baS allgemeine UBefen, ben<Si£ unb ben Gfyaracter ber vorhanbenen •Rranfljeit ju erfennen, bie höhe ber ©efahr abjumeffen unb nach beftimmten Corfchriften bie erften SSerorbnungen jum ©ebraudj Von Slrjneien unb jur Einführung einer jtvetfentfpredjienbcn Diät ju treffen unb ttjm genau bie @renje ju beftimmen, bis wie weit d<h in Ermangelung ber nötigen Jtunftx hülfe ohne ©cfährbung beS förderlichen 3Qo1jIe8 beS Giranten feine Ulatfyfdjläge erftrctfen bürfen.-EinzelneJtabitel mufften bcmnad) biefen leitenben ©runb« fäfcen gemäff umgearbeitet werben; unnötige unb weitfchweifige 5luSeinanber« bencn jebeS bractifdje Sntereffe abging, ftnb weggelaffen, bafür aber fet;Ienber fo namentlich über bie afiatifdje ©h°Iera etngefdfaltet, enblidj bie neueflen Erfahrungen ber ärztlichen «ftunft unb 9Bif= fenfchaft, foiveit fle Einfluß auf bie erfle 93ehanblung auSüben, mit benufct nwrben. Unb inbem auch toir nichts weniger als ber iPfufcherei einen Sßorfchub ftrfeiftet ju mahnen, flnb wir vielmehr ber feftcn Ueberjeugung, ber ©harlatanerie unb bem SSorurtheil burd) Darreichung gefunber, naturirüch« figer, einfacher Sehren unb DarfleUungen entgegengeirirft ju haben unb über« geben biefeS UBerfchen in biefer frohen SuVerftcht unb in ber Hoffnung, ba| es fldj auch in ber neuen ©eftalt Wie bisher ber ®unft beS 93ublttum8 erfreuen Werbe, mit ben heften SBünfchen einem fegenSreichcn Tbtfjwntbige alt{jnnnne § 1. 2Son fcer Ajpetlfunfl. JDte Statur Ijeilt bie «Rranfßeiten allein, bie Jtunft Vermag tde Statur nur ju unterftü|en unb bie ifyren £eilbeftrebun« gen in ben Sßeg tretenben ju entfernen. 99ei leisten fallen feßen Wir eS täglicß, baß bie SßiebertyerfteUung pßnt alle «§ülfe ber Jtunft erfolgt, aber audj bei fermeren, ja bei ben fdjwerften. - „(5S giebt feine JtranFßeit", fagt „Von bem (Sntjün» bungSßeber an bis jur faulidjten Sßeft, Von ben Ausleerungen bis ju ben AuSflüffen aller Art, Von benSterVenfranfßeiten bis ju ben (Safte« Verberbniffen, bie fcßon burd) bie Statur allein geteilt worben wäre."- Unb VoaS tlput bie Jtunft jur Teilung?-2Bir laffen Aber bei Sntjünbungen, entjieljen bie Jträfte unb glauben baburdj geteilt ju ljaben. Aber wir fyaben nur baS Uebermaaß beS 33luteS unb ber Aufregung weggenommen unb bie Statur baburd) in ben «Stanb gefegt, it;r >§eilgefdjäft ju Vollbringen, unb fo Wirb auch bei allen übrigen Jtranfßeiten burdj biefeS ober ein anbereS fünfllerifdjeS 93 erfahren entweber bloß bie Staturfraft unterftüfct ober Von iljren Hemmungen befreit. Dßne SJlitwirfung ber Statur Vermag fein <§eil« mittel für ffd) allein je eine Jtranfljeit ju befeitigen. Am aUerffdjtbarflen jeigt ftd> biefe innere $eilfraft in jenen Wunber« baren, burd) fie allein oft ganj unerwartet unb überrafdjenb bewirft en Umänberungen unb Sßerfefcungen ber bie oft mit einem SJlale eine fcßwere, lange, allen Jtunfhnitteln wiberfteßenbe Jtranfßeit gänjlidj aufßeben unb umänbern. S)er Jtranfe, ben wir nodj AbenbS bem Sobe gaweityt glaub« ten, befommt in ber Stacßt einen reidjlidjwn (Sdjweiß, unb wir ßnben ifjn früfy außer aller Sn einer fcßweren tyifcigen Jtranfl;eit, bie wir Vergebens mit unfern Mitteln befambfen, entfielt blö|lic$ ein Abfceß an einem äußern Steile, unb bie ifl gehoben. Sa, waS ber <§eilfraft ber Statur bie Jtrone auffe|t, ift ißr (Sieg über bie Verriebenen, entgegengefefcten, oft unVer» nünftigften -<Se$en wir nidjit täglidj, baß auf bem £anbe, felbfi Der Jsaularjt. 10 unb Bei her unßnnigßen 93eßanblung, Kenfcßen gefunb werben? Unb berfelbe obencrwäßnte Scßriftßeßer unb 3lrjt fagt in 93ejie« ßung anf bie ärjtlid>e Seßanblung: bin längß ju ber Ueberjeugung ge« fominen, baß von aßen geteilten Jtranfen ber größte Xßeil jwar unter 93eißanb beS Arjteö, aber nur ber bei weitem fleinße bureß feinen SBeißanb allein genefet.* Die <§eilfunß bann aber auf jwei Irrwege geraden; ber erße iß, b a ß f i e ju viel ttjut. Dies bejießt fidj nicht adeln auf bie unnötigen 93lutber« feßwenbungen, auf ben Kißbraucß ber 33red?= unb Abfüßrmittel unb auf baä Darreicßen anbercr tief in'ö Sehen greifender Kebicamente in folgern Ueber» maße, baß babureß ber Körper mehr Scßaben leibet, als burch bie Jtranfßeit felbß, fonbern auch auf bie unnötßigc ®efcßäftigfeit unb baS unnötßigeStecept« feßreiben in fällen, Wo ber Jtranfe auch oßne biefeS Von felbft genefen würbe. Der jweite iß: b a ß f i e j u wenigtßut, baß ße Aßes ber Statur über« läßt. Dies iß ber Feßler ber Schule, bie baßer überall ba, wo wirfltcß etwas ju tßun iß, unfäglicßen Scßaben ßiften fann. Stimmer wirb ein Streufügelcßen im Stanbe fein, eine notßwenbige 93lutenjießung ju erfefcen, nimmer wirb bureß baßelbe ein angejeigtcS 93recßmittel überßüfßg werben, unb nimmer wirb einer, ber an Kerfurialvergiftung ober 33leitolif leibet, burch baßelbe von feinen Dualen fönnen befreit werben. Oft wirb ein folcßeS beln bann jum maßten Korb, inbem man bem Jtranfen bie >§ülfe berfagt, bie unter folcßen Umßänben nach einer taufenbjäßrigen Srfaßrung ißm nocß fein Sehen hätte retten fönnen. 2öaS bie £eilfunß ju tßun ßat, beßeßt borjüglicß barin, baß ße bie frant» maeßenben Urfachen auSbcm Körper entfernt, j. 93. berborhene ®aße, «ftotß» tnfammlungen, jurücfgeßaltenen Urin, jurüefgetriebene 45autau8fcßläge u.f.w. --daß ßebie übermäßige Jtraft ßerabßimmt, bie gefunfene hebt, baß ße bie ■Kittel, welche bureß bie Srfaßrung als ßeilfam in ben einjelnen .RranfßeitS« faßen erprobt ßnb, jur Unterßüfcung ber Statur anwenbet, unb baS üßicßtigße bon aßen, baß ße bureß paßenbe biätifeße 93orfcßriften aßcbie äußeren ®inßüße entfernt, welcße ber Jtranfßeit 93orfeßub leißen unb bie 4?eilwirfung ber Statut befeßränfen. Dies leitete bei jeber Jtranfßeit genau anjugeben, iß ber bor» jüglicßße ßweef ber gegenwärtigen Scßrift, benn befolgt man biefe 93orfcßriften, fo Wirb eS in ben meißen fräßen genügen, bamit bie Jtranfßeit ju befeitigen. Auf bie Art fann Seber fein eigner Arjt fein, benn Kißgriße ßnb ßierbei nießt möglich ju begehen. § 2. (gtfennen ber Ärctnfßctt. Da bie ©aßl ber barjureießenben Kittel, fo wie baS ganje ärjtlicße 93erfaßren überhaupt, nicht aßein naeß ber 93erfcßiebenßeit ber Jtranfßeit an unb für ßcß, fonbern aueß naeß ber 93erfcßie« benßeitbeS Traufen beßimmt werben muß, fo iß eS öor aßen Dingen notß» wenbig, ßcß in biefer 93ejießung bon ber 93erfcßiebenßeit ber einjelnen Kenfcßen 11 einen beutlidjcn ju beschaffen. ©icfe bejicht ftd) junäd)ft auf bie Seb beSbefdjaffenhcit im Allgemeinen (Jtonftitution), auf bie ererbte BranfheitS* anlage, auf baS ©efcQIccQt, Alter, Temperament, ©ewohnbeit, SebenSweife, ©efd/äftigung u. bgl. m. ber einjelnen Snbioibuen. 1. Bonflitution. 2)iefe ift entweber: a. SDie vollblütige fraftvolle Bonflitution. hier hat ba8 5?Iut bie Dberlaub, ber ©ulS ift ftarf, baS ©effdjt roth, bie ©Särrne im Ucberfluß borhanben, aUe SebenSberricbtungcn gelten traftboU von ftatten; babei ift ©ei= gung jum ©lutanbrange, ju ©lutflüffcn unb ßntjünb ungen. b. ©ie fraftlofe, fcßwacbe, fcbwäcßlicbe Bonflitution. Sdhwacßer ©ulS, Mangel an ©Bärme, Schwäche in allen SebcnSäußerungen, leicht (Srniü= bung unb Burjatbmigfeit bei ©ewegung, öfteres ©ebürfniß nad) SQabrung, enttreber ju leicht erregbar ober abgeftumpft, ebenfo bie Ausleerungen enttreber ju ftarf ober ju fcbwacb. Steigung ju Bravheiten, bie ben (Sharacter ber Schwäne an fld? tragen, Störungen, AuSflüffe. c. ©ienerböfeBonftitution. © roße ©mpßnblidS eit beS SeibeS unb ber Seele, große ©eränberlicbfeit im förderlichen ©eßnben, ©eneigtheit ju Brämpfen unb anberen Slerbcnftörungen. d. ©ietrocfene Bonflitution. ffefteS ffleifdj, Trocfenheit, ©lagerfeit, fparfame Ausleerungen, ftarf gefärbter Urin, trenig unb Stuhlgang, trocfene haut, geträhnlich brünettes AuSfeben. Steigung ju ©lutanbrang unb Stockung befonberS im Unterleibe, entjünblidjcn Bravheiten. e. ©iefcblaffe,fcbtrammige<Ronftitution. Schlaffes, fcbirammigeS ftleifdj, Aufgebunfenbeit, blaffe ffarbe, Mangel an SBärme, ffroftigteit, blonbeS AuSfeben. ®eneigtbeit ju Katarrhen, Scbleimanbäufungen, träfferigen An- fammlungen, AuSflüffen, Störungen; langwieriger ©erlauf ber Brautzeiten. f. 2)ie fdjleimige -Ronftitution fällt mit ber Porigen jufammen. g. 2)ie gaftrifcbe, jallicbte, fcbtoarjgallicbte Bonftitution. Unregelmäßige, unboUfommene ©erbauung unb 2)armauSlcerung, beftänbige Steigung ju ©erbauungSbefdjtrerben unb Branfbeiten, ©erftopfung ber Unters leibSeingetreibe, hbpocbonbrie; bei ber ganteten: franfbafte Sleijbarfeit ber £eber, Störungen im ©aUenergießung, ®aUens terbaltung; bei ber fcbtrarjgaUichten: gelbe hautfarbe, buntler Urin, £eibeS= berftopfung, hämorrboibalbefcßwerben; Neigung jur hppodjonbrie, 'Man« cbolie, öterfcenfcbmerjen, IDrüfenberbärtungen. h. ©ielungenfdjtoinbfuchtigeBonftitution. Sangerbünnerhals, geftrectter SBudjiS, eine befonberS Von bem ©ruftbein nach bcm Otüdgrat ju enge, baher eingebrücfte ©ruft, flügelförmig berfcorftebenbe Scßub terblätter, eine febr weiche weiße haut mit beutlidj burcbfchimmernben Abern, reijbareS ©lut, fcßneHer ©ulS, ©lutwaUung unb ©lutanbrang, rotße umfchrie» bene 2öangen, heiße hänbe nad) bem (äffen, Burjathmigteit. ©eftänbtge Sieb gung ju ©ruftfranfbeiten, Sungenentjünbungen, ©luthuften, Sungenfucht. 12 i. Dieftlagflüffige .Ronftituti on. ©rofjer .Ropf, furjcr bicfer breite Schultern, Heiner tiefer unterlegter «Rörper, Einlage jum Scttwerben, eher fcplaff unb traftloS, als umgetehrt, häufig rothe Slugen unb ©eftcQt. Sin» läge ju .Rotfleiben, Schlagflufj. 2. (SrMicfyf eit. Jtrantheiten unb ihre Einlagen beuirben ftcfj oft Von ben Eltern auf bie .Rinber. Die Einlagen gehen bann im Verlauf beS hebens in bie trirflict;en «Rrantfjeiten über. Dahin gehört bie Einlage jur Lungen» fucht, jur ©icht, jur Steiner jeugung, jur Sfrophelfrantheit, ju Slutflüffen, jur ©pilepfte, jum Söahnftnn, ju «föämorrhoiben; felbft bie Luftfeute tljeilt fit oft ben Jtinbern mit. bejahrte Eltern erjeugen fdjrvadje .Rinber. 3. DaS®eftletl' Slufjer bemSinfluffe, welchen bie berfchiebcncn ®e» ftlechtSVerrichtungen, bie SJlonatSperiobe, bie Schwangerfchaft, baS SBochen- bett, baS Stillen unb baSSlufhören ber3eugungSfähigfeit auf ben förderlichen ßuftanb beS SBeibeS hrt^en, f° hat biefeS mehr ©mpfinblichfeit, IRcijbarfeit mit weniger ,Rraft unb SluSbauer, eS ift jarter, fein 5leift ftlftffcr/ bie Jton= ftitution in ber (Regel ftwammig, eS ift mehr geneigt ju Schleim- unb Settan* haufungen, Stervenfrantheiten, als ber 3)tann, ber mehr «Rraft, SluS» bauer unb Steigung ju entjünblicfyen .Rrantheiten hat. 4. DaS Lebensalter. 3ebeS Sliter hüt feine eigentümliche .Rörper* befchaffenheit, eigentümliche .Rrantheiten unb Die SäuglingSperiobe (bis jum erften 3ahnburtbrut). 4?ier ift bie @m» tfinblichtcit grofj, fleine SReije Wirten heftig ein, grofj ift bie Steigung ju Jträmpfen unb jum 33lutanbrange nach bem .Ropfe. DaS JtinbeSalter fann man füglich in jwei -Slbftnitte teilen: ber erfte bis jum 7ten Bahre (bis jur öntwicfelung ber bleibenben ßähne): «Schlaffheit ber Hafern, grofje @rreg= barfeit unb geringe Jtraft, leichte ©rfepöpfung ber «Rraft unb leichte Oieftaura» tion, ©eneigtheit jum 33lutanbrange nach bem ©epirn, ju ©ntjünbungen, ju Jtranfheiten ber Ernährung (hi&iger SSafferfopf, heutige bräune, rung, Slbjehrung, Strobhelfuth Söürmer). - Der jweite Slbftnitt bis jum 14tcn 3ahre, bis jur hier ift wenig ÄrantheitSanlage. -DaS 3ünglingS= unb jungfräuliche Sliter Vom Uten bis jum21ften bis 24ften$ahre. aSorberrftenbeS Slutipftem, ©eneigtheit ju ©ntjünbungen, befonberS Slnbrang beS SSluteS nach ben Lungen unb bem ©chirn, Eintritt ber ©eftlettSverrittung. Die ißeriobe beS etwatfenen, auSgebilbeten LebenS: Von 24bis 50fahren; hicr 'fl bie wenigfte Jtränflitfcit. - Die fßeriobe beS SliterS, Von 50 bis 60 3al;ren an: anfangenbe Slbnahme ber Kräfte, Trägheit unb Störungen in ben Lebensverrichtungen, Slufbören beS ©efchlechtSIebenS.-DaS ©reifenalter: Slbnahmeber Sinne, beS @ebätt= niffeS,ber2)tuSfelfraft, ber Slbfonberungen, ber Ernährung, Steifigfeit, DroH fenheit, fSerfnöterungen. 5. Die Temperamente bejeichnen eigentlich ben ©influfj, ben baS 13 Vorherrfchen entweder beS 93lute8 ober her ®aHe, ober beS Schleimes, auf ba8 ©eifitge, ben ßfmracter beS Mengen, auSübt. a. Vei bem fanguinifchen Jemderament herrfchtbaSVlutfdftem vor; alle Oteise unb Sinbrücfe, fowohl förderliche als geiftige, Wirfen f ehr leidet unb lebhaft ein, aber bie Söirfung geht fchneU vorüber (baher leichter Sinn, heitert fröhliche £aune, förderlich jwar leichtes Srfranfen, aber feiten dauerhafte Stö» rungen ber ©cfunbheit), baS 33lut wirb im Ueberflufj erzeugt, baher bie Anlage ju Vlutftocfungen unb Sntjünbungen. b. 5)aS cholerifche Slemderament. <§tcr ift Vorhergehender ©allen» reiz. 2)er förder ift leicht aufzuregen, befonbcrS wirft AUeS nach bet £ eher unb b'r ©aUencrzeugung hin, wodurch biefe fo bald fann geftört werben; bie Aufregung ift anbauernb, nicht vorübergehend Wie beim fanguinifchen Semde» rament; Aerger, Vitterfcit unb <§eftigfeit find bie ©runbjüge beS ©emüthS eines förderlich äußert cS ftch burch Uebcrflufj an ©alle, gelb» liehe Hautfarbe, brünettes A uSfchen, febmarje 4?aare, fefte troefene ftafer. @e» neigtheit zu heftigen entjündlichen Aufregungen unb f ranfheiten, zu ©allen» franfheiten, unb auch alle anderen f ranfheiten nehmen hier leicht etnen gal« lichten ®haractcr fln ober Verbinden ftch mit einem gallichten ßuftanbe. c. 2)aS Semderament: fchwache Uleijbarfcit unb Smdfinblichfeit unb fcbwache langfame Aufregung, Trägheit in allen 93errich= tungen, fowohl griffigen als förderlichen; Mangel an SBärme, Schlaffheit ber 5afer, ©eneigtheit ju Sd;leim= unb SBaffcranhäufungen, ju AuSflüffen, ju langwierigen f ranfheiten, bie auf Abfdannung, Schwäche unb Verfchleimung beS VlutcS beruhen. d. 5)aSmeIanchoIifche$emderament: fchwere Srregbarfcit, tief ein» Dringende, nicht heftige, aber anbauernbe Aufregung, fein lebhaftes, fcbneU aufregbareS ©efühl, aber tief wirfenbe Sinbrücfe unb lange bauet nbe, oft Ver« borgene DQachwirfung, fotvohl im f örder als ©eiffigen. fDaher in biefem 9lei» gung jum Hlachbenfcn, tiefen Denfen, £hdo<honbrie, Schwerniuth, Melancholie; im förderlichen: Steigung ju allen langwierigen fieberlofen franfheiten, be» fonberS aber beS Unterleibes, QSerflodfungen ber ©ingeiveibe. SQoch ift ju bemerfen, bafj baS nicht immer fo einfach, fon» bem häufiger gemifd>t, auS mehreren vorfonimt. 6. ©igenthümilche Sefonberheiten. £>iefemüffennicht allein bei ber Auswahl ber 3lahrungS», fonbern auch beider ber Arzneimittel erforfcht unb berücfftchtigt werben. So erregt bei Einigen bie fleinfte Menge von «§onig bie heftigften, einer Vergiftung ähnlichen 3ufäUe; ein Anderer erblin» bete auf einige Beit, fobalb er nur einige ©rbbeeren 311 flöh nahm; Siner wirb Verftodft, wenn er Sßaffer ober Vuttermilch trinft; einem Anberu bewirft nur ber rotlje 9ßein gehörige CeibeSöffnung. 7. £) e r f ch w a ch e $ h * i l. Srgenb ein unfereS f ördcrS, in» fofern er ber fdQiväcfyere ift, erfranft leichter als bie übrigen, unb muh bah** 14 immer mit befonbrrer Äufmerffamteit Bemäntelt werben, weil bie «Rrantheit alöbann immer auf ihn einwirft, als eS fonft ber 8faU gewefen wäre. 2öer öfter an «Katarrhen ber 33ruft ober beS <£alfeS leibet, weil biefe £ heile bie fcfywäcfyeren feines «RötperS ftnb, tann enblid) burctf einen «Katarrh fcbwinbfüchtig werben; wer auS berfelben Urfache oft an Äugenentjünbungen leibet, beffen Äugen tonnen fcfyon bei einer einfachen rfyeumatifcfyen Äugen« entjünbung gefährbet werben je. Kan erfennt einen folgen fdjwacfyen Hfyeil baran, baff man ju ermitteln fudjt, weldjer .Tfyeil am tyäufigften er* griffen wirb, unb auf welchen JSIjeil fchäbliche (Sinflüffe, Grtältungen, @r« Illingen, ©emütbSbewcgungen am gewöhnlichften einjuwirfen pflegen. 8. ©ewohnheii, SebenSart, ©efchäftigung. - ©ewohn« heit wirb anbere Statur, bieS muf bei «Kranfhetten ber S)iät, beS SagerS, ber «Kleibung, ber Ärjeneien Vielfach in Erwägung gezogen werben. 2öer an eine reichliche fräftige Sleifchnahrung gewöhnt ift, ben fann man nicht fo lange unb nicht fo ftrenge in ber «Koft befchränfen, als bieS bei Änbern wohl ber $aU fein barf; wem baS Printen geiftiger ©etränfe in reichlichem Kaffe jur ©ewohnbeit geworben ift, bem barf man felbft bet Jiranfheiten, wo biefe fonft nicht juläfftg ftnb, fte nie gänjlich entjiehen; wer gewohnt ift, in Scherbetten ju liegen, bem wirb in «Kranfheiten burch einhär« tereS Sager feine SBoljlthat erjeugt. Kan h«t balfer, namentlich bei Iairg= wierigen «Kranfheiten, immer barauf ju fehen, ob biefen irgenb einebebeutenbe aßeränberung in ber gewohnten ScbenSart Vorangegangen ift, benn oft tann man alSbann bie «Kranfheit nicht anberS befeitigen, als Wenn man ju biefer jurüeffehrt. Gin armer Kann wirb reich, er verwanbelt fein einfaches Kahl in eine ÄuSwalfl Von Sccferbiffcn, unb bie dualen ber @icht fontmen über ihn, er verarmt wieber, unb mit ber einfachen «Kofi fchwinbet bie ©idft, unb bie ©efunbbeit febrt wieber. 9 b e r <51 a n b mu| immer b> er ücf= fiebtigt werben, wenn man einen «KranfhcitSjuftanb richtig erfennen unb biefen richtig behanbeln will. So werben ©hemifer, Schmeljer, Schmiebe, $er« gelber, ©laSmacbcr unb Viele anbere folche ©ewerbetreibenbe oft in Solgcber fcbäblichen dämpfe, welche fte einathmen, unb ber großen Äbwechfelungen von <£>i£e unb «Kalte, welche fte bet ihren Ärbeiten nicht Vermeiben fönnen, von aSrufileiben aller Ärt, bcfonbcrS Von Gngbrüftigfeit unb <Sd;ivin'üfuct;t befallen. Kuller, Gatter verfallen in burch ben Kehlftaub; Stein« arbeiter befommen ben Sluthuften Wegen beS fo gefährlichen SteinftaubcS. deshalb muffen aber auch ttflCh Vcrfchicbcnen ©efchäftigungen il;re '-Bruftübcl verfchieben behanbelt werben. dieJtolif ber Kaier, ber Stöbfer, ber '■Bleiarbeiter muff anberS behanbelt werben, als bie Jtolif eines fifcenbenStu« bengelehrten. (Sine ganj befonbere Serücfftchtigung verbientbie SebenSartnoch infofern, ob fte eine ober eine mit förderlicher '-Bewegung Verbunbene fei, wie wir bieS bei ben «RranfheitS=Urfa<hen fehen werben. 15 § 3» Bonbet SBefceutungfcer einzelnen Seiten (er £vanf» (eiten. - Um auch nur oberflächlich fleh einen wahren begriff von einer Jtranfheit machen ju fönnen, ift eS notßwe nbig, Dafj man minbeflcnS bk 4?auvtjei$en berfelben ju beuten weiß. £)fyne biefe ßrfenntniß tfl eS un« möglich, auch nur bie minbefte9lu§anwenbung von einer nodjfo vopuläi g&« fchriebenen «Schrift ju machen. Der barin erteilte iRath fann ja immer nur in ganj allgemeiner unb beShalb nie ein für alle fräße gleich anwenbbarer fein. 2öenn nun aber auch 2lnbeutungen ju ben nothwenbigen 2lbänberutu gen in bem vorgefchriebenen 93 erfahren babei gegeben werben, fo fönnen biefe nicht verflanben ober ber SfaU felbft bei ber vorfommenben «Rranfheit nicht erfannt werben, trenn man über bte 23ebeutung ber «ftranfheitSjeichen felbft ftd) tn gänzlicher Umviffenljeit beßnbet. § 4. iDer Die befte SRegel, bie man m Sejietyung auf ibn bem £aien geben fann, ift, fleh mit beffen Unterfliegung nie ju befaffen, benn er verleitet ihn bodj nur jn Srrthümern unb Mißgriffen. fielen 2lerjten gilt ber 2ßulS freilich als baS wichtigfte JtranfßeitSjeichen aber eS giebt trieber anbere,bie ihn ganj unb garniert berücfRichtigen unbbennoch glücflid? heilen, fo wie ich felbft einen QJrofefjor ber ärztlichen hraftifchen Schule ju $rag gelaunt habe, ber nie benfelben unterfud)te. Sßenn auch beibe $ar= teien hierin ju weit geben, fo fleht boefj feft, baß ber $uls an unb für ftd) ein höchft trügerifcheS Seichen ift, baS wohl felbft ben 2lrjt irreleiten fann. (5r für fleh allein bat als ßeicben burchauS feinen Sßerth, nur in ber 3ufam= menftedung aller übrigen J?ranfheitSverhältniffe fann er etwas jur (Srmit= telung beS franfbaften ßuftanbeS beitragen. Daß ber $ulS für fleh allein nichts entfebeibet, ift gewiß, benn er fann feßneß unb gereizt fein, unb eS ift boeb fein frieber jugegen, er fann Hein unb faum ju fühlen fein, unb boch fann in manchen fräßen nur eine fräftige 93Iutentjiebung bann baS £eben beS Jtranfen retten; er fann unregelmäßig unb auSfe|enb fein, wie bei einer fdjweren herjfranfbeit, eS geben Blähungen ab, unb ber auSfe£enbe $ulS ift verfebwunben u. f. w. Deshalb fod hier von biefem fo vielbeutigen Beiden, wenn eS auch bem wirf liehen 2lrjte oft als £eitftern am Jtranfenbette bienen muß unb wobl auch juweilen im Verlaufe biefer Schrift bei einzelnen Jtranf- heiten wirb erwähnt werben, feine £Rebe weiter fein. §5. 2tt(em(olen. ®in h äufigeS 21 tarnen, wenn eS in einer gegebenen Beit öfter gefchieht, als eS fonft bei einem gefunben Men« fchen ber fraß ift, zeigt an: junächft einen fchneUeren 23lutumlauf 'baber in friebern, unb je häufiger baS 2lthemholen, befto heftiger baS frieber; ein häus ßgeS tiefes 2lthemholen ift ein Beiden beS höchften OrabeS eines Gntjün« bungSficberS); fdjwache £ungen,Wenn bei ber geringften Bewegung außer 2lthemfommen; enblich ein hinberniß inber2luSbehnung bereinigen, j. 23. bei ber Äungenentjünbung, ber eeberentjünbung, bei 23ruftwafferfucht, Blähungen. 16 £>aS f eit en e Qlthmen, baS ©egentheil tont vorigen, geigt an: ruhige ©lutbewegung, freien Cufteintritt unb Llutumlauf burch bie Zungen. (Bin tiefeä unb felteneS s mit großer 2lnftrengung ber ©ruftmuSfeln geigt großen Jtraftmangel an;-mit Seufjen bermifdjt, beutet eS bevorftehenbe Cl;nmacßten ober Äräntpfe an. (Seltener, furjer unb firmier Qltfyem ift ein Seiten beö (Sterbens. ®aS f Sltljnten, b. h« wenn baS 2lu8athmen fcßneU auf baS (Sinattymen folgt; eS geigt Sd)merj ber ©ruft unb beS Unterleibes an, Weldaer bei ber ber S3ruft vermehrt wirb, weshalb man burcb fchneUeS J bie 2luSbehnung abjufürjen fucQt (fo bei Unterleibs- unb Cun* genentjünbung); ober eS ift ftolge einer Vermehrten fReigbarfeit ber Cunge unb bann gewöhnlich mit duften verbunben, wie im Jtatarrh; ober eS beutet auf ein was bie Zungen nidjt auSbehnen läßt, j. 23. bei Cungen» fnoten, bei einem eingcfdjloffenen Gitergefchwür in ben Cungen. CangfameS Slthemholen geigt baS ®egentl;eil,freie 2lu8behnbarfeit ber Zungen, freien ©lutumlauf burdj biefelben, 9lbwefenheit Von SReig unb Ärantyf. GS ift batyer baS fdjönfte Beiden für bie ©efunbheit ber ©ruft, Wenn ein SDienfch recht tief holen unb bie Cuft recht lange anhalten Tann. S'iefeS Qlthemholen. ©efdjieht bieS ohne ©efdjwerben, fo ift eS ein Seichen ber ©efunbheit ber Zungen. QlnberS aber ift eS, wenn eS mit großer Clnftrengung ber ©ruft unb gewaltfam gefleht, mit Clngft verbunben unb hörbar ift; bann ift eS ein Seichen Von UeberfüUung mit ©lut, Von Jtramhf, auch eines betäubten bhantaflrenben BuftanbeS, befonberS wenn eS in langen Swifchenräumen eintritt. JTurjeS Qlthemholen wirb burd) gehinberte QluSbehnung, Jtrambf unb «Schwäche ber Cungen erzeugt. 2)aS Qlthemholen hat berfchiebene @rabe: bie Scßwerathmigfeit, ©ruftbeflemmung,ber feu<henbe,ber feufjenbe Clthem unb ber höchfte @rab ber GrfticfungSathem. Sein ©ilb ift: ber Jtranfe fannnur ft|enb ober aufrecht ftehenb Qlthem holen mit auSgeftrecftcmhalfe unb großer Clnftrengung. ©ei jebem erfchwerten Slthemholen häuft fleh baS ©lut im @ehirn an unb fann 23etäubung erzeugen, gugleich Wirb aber bie gleichmäßige ©ertheilung beS ©luteS im übrigen Vorher Verhinbert, ber $ulS wirb flein unb auSfefcenb unb bie ©liebmaßen falt. JCie Schwerathmigfeit beutet auf ein «fpinberniß innerhalb ober außerhalb ber Luftwege (bet ganj gefunben SRenfchen ift eS oft nur ein Seichen Von23ollblütigteit),ober auf einenframpf* haften ßuftanb ber Zungen. JDer GrfticfungSathem beutet ein unüberfteig« licheS <§inberniß an, ben höchflen ®rab ber fiungenentjünbung, einen Grguß von SBaffer unb Giter in bie 23ruft u. bgl. S)errödjelnbe Zithern geigt Anhäufung von Schleim ober Giter ober ©lut in ben ober einen lähmungsartigen ßuftanb ber Cun« gen, baher bei Sterbenben. 17 ©er bfeifenbe 5lthem jcigt eine Verengerung in her Suftröhre, tvelchc entmeber in «Rlrampf (bei her fram£fl;aften (Sngbrüftigteit), ober in einer QluSfchmifjung gerinnbaren (Schleimes (i»ie bei ber häutigen Vräune) ihren @runb hat. ©er heiße jeigt eine befcQIeunigte Vlutbemegung, fetyr heißer ?ltl;em entmeber eine allgemeine Einlage ju entjünblichen .Rranfheiten über= haupt, ober Gntjünbung ber Sangen ober auch anberer ber Vruft junädjft licgenbcn UnterleibSeingemeibe (bei Heinen «Rinbern ift bieS befonberS mistig, benn cS ift oft baS einjige Beiden, morauS man bei ihnen biefe Gntjünbuns gen ernennen fann). ©aS ,3eid?en bei einer Gntjünbung ift heißer Slttyem bei falten ©liebmaßen. .Rui;ler Qltl;em jeigt trägen Vlutumlauf, mäfferigeS Vlut, «Störungen in ben Sungcn; ganj falter Qlthem jeigt bei innerem Vranb, bei (Sterbenbcn. Heb elr i cd) enb er Slttyem jeigt an: oft nur Unreinlichfeit bcö Äran= fen ober verborbene Bahne; außerbetn Unreinigfeiten im Qiagen, QSürmer ober langes haften, ober eine faulichte Vefcßaffenhcit beS VlutS [baher bei Uebermaß ton befonberS rohem «Jleifch, unb beim (Sforbut (ein beffelben), beim «Jaulfieber, bei inneren Vereiterungen, bei ber Sungenfudjt, beßgleictyen bei übermäßigem 2Äerfu= rial=@ebrauch.] Vei manchen grauen jeigt er bie SKonatSperiobe an. § 6. jpuften. Gr jeigt im Wgcmcincn eine Hleijung ber Suftmege an unb ift bal;cr Von fehr verfSiebener Vebeutung. ©iefe Dieijung fann eben fo gut von ben Sangen felbft, als auch ton entfernten Orten, j.V. Vom 2Ras gen, ber Seber u. f. m. auSgehen. 45ier biene jur Veachtung nur «JolgenbeS: Vei jebem nicht fatarrtjalifchen «Heber verbient ein eintretenber duften immer bie größte Qlufmerffamfeit, benn er fann bie erfte Qlnjeige einer ftch bilbenben Sungenentjünbung fein, ©od) fann er bann auch ber Vor» läufer einer QluSfchlagSfranfheit fein, j. V. furjer, troefner <§uftcn mit Vielem liefen unb Qfugenthränen jeigt 2)?afern an. 93ei allen SJicnfc&en mit lungenfüchtiger Einlage Verbient jeber eintretenbe duften bie größte Veachtung, benn er fann ben Anfang ber iverbenben Sun= gcnfucht anbeuten. Sftenföhen, benen jeber JtranfhcitSreij gleich duften erregt, bcSgleid)en folche, tvelche bei ber geringften Sungenanftrengung, Saufen, frechen, Sachen, felbft bei ©emüthsbemegungen, gleich duften befommen, leiben an einer fränfliehen Uteijbarfeit ber Sunge unb haben Einlage jur Sang bauernber, troefener duften, burch lebe Heine Sungenanftrengung erregbar, mit jumeilcn erfcheinenben flüchtigen (Stichen in ber Vruft unb nicht ganj freiem Slthem jeigt bie ©egentrart von Sungenfnötchen an. Gin folche# duften ohne Schmerj unb Slthembefchtrerbe, bagegen mit einem heUs tönenben metallifthen .Rlang, beutet beginnenbe 'fperjfehler an. Gin langmies tiger duften mit vielem SchlcimauSivurf läpt eine Einlage jur Schleimfchwinb» fud?t vermuthen. Slbwefenheit beS duftens ift baS fcefle Beiden für bie ©efunbheit ber Zungen. - Sowohl bei ©efunben als Rrantcn, fotoohl in beigen als fieberlofen Rranfheiten ift öS bie hefte Sungenprobe. SWan laffe ben Rranfen tief einathmen unb ben Zithern einige Beit anhalten. .Rann er bieö, ohne «fpuftenreij ju empfinben, fo ift feine £unge gefunb. $aS ©egentheil ift immer verbäcbtig. § 7. stimme unb Sprtidje. £ cif erf eit geigt Gntjünbung, ©dfleim ober Giter im an, ift fte ein Beiden von Ratarrh, unb ©raune. Stimmlofigfeit geigt ben häuften ©rab Von «SalSentjünbung ober <Ret;If an. <S4?ract}Iofigfeit entweber Rrarnpf (wo fte ftdj oft ju getriffen Beiten einfteUt unb bann wiebcr verfcbwinbet, am häufigften in ber 45pfterie unb Von llnterleibSreijen, befonberS Vom Uleij ber ©ürmer), ober Zähmung ber Sbrachwerfjeuge bei Rranfheiten beS ©ehirnS, bcm Schlagfluffe, SQerVen# fiebern, Ropfverlefjungen, Wo fte immer ein böfcS Beiden ift. Stammeln geigt in fiebern einen an Zähmung beS ©ehirnS gränjenben Buftanb an, welcher ficß oft fcfjon als böfcS Beteuert bei Gintritt ber fieber babureb anbeutet, bafj ber Rranfe einzelne ©uchftabcn nicht beutlid? auSfpridjt, waS bann eine befonbere 5lufmerffamfeit erforbert. § 8. Oiäljnen, ®eufjen, Gähnen jeigt Schwäche ober Rrampf an. Seufjen ohne ©etrübnifj geigt baffelbe an. liefen beutet auf Ratarrh ober SWafcrn, bei ßungenentjünbung auf eintretenbe Giterung, unb trenn Rinber öfter niefen, auf ©ärmer. Sdiludcn ober Slufftofjeu. Beigt nur Heberlabung beS SWagenS, bei flcinen Rinbern auch Grfältung an unb ift Von gar feiner ©ebeutung. 5lber in fiebern geigt er enttreber Gntjünbung im Un= terleibe an ober bei SQerVcnficbcrn einen gefahrvollen Buftanb. § 9. SSetnen unb finden, ©einen in Rranft;eiten beutet auf Rrambf, auf Stervenaufgeregthcit; baller beobachtet man eS häufig bei h9flert= fct)cn grauen.-Uebermäfjig Viel Thränen in ben klugen beuten in fiebern einen ©lutanbrang nach bem Robfe an. - fachen ift in fiebern ©orbote von ©erfianbiSVertvirrung ober Rrampf. § 10. 93lut. Sowohl baS burch Slberlaff aiS burd) einen ©lut# fluff auSgcleerte ©lut fann als Blichen von Rranfhdten ober Einlage von Rranfhciten bienen. £)aSfeftc©lut. ©enn baS ©lut fchneU ju einem feften ©lutfuchen gerinnt, unb fleh nur trenig wäfferige ftlüfftgteit bavon febeibet, fo geigt btcS bei ©efunben eine jtarfe Ronftitution unb Steigung jur Gntjünblichfeit, in Rranfljciten einen cntjünblichen Buftanb ober eine fd)on auSgebilbete Gut# 18 19 jünbung. Die Beiden bcS irkflidß entjünbeten SSIuteö ftnb: eS gerinnt äu« fjerft fchnell, oft unmittelbar nach bem 9luSfliefien aus ber Ulber, in einen fefyr feften 33luffuchen, auS bem nur fehr wenig wäfferige Slüfftgfeitftd) aljfcfyeibet, unb auf beffen Oberfläche fleh eine fefte, weifje Seberljaut bilbet, befto fefter unb biefer, je höher ber ®rab ber ©ntjünbung ift. Dicfe <§aut fann jebod) and) fehlen, unb bemofyngeactytet ift Sntjünbung jugegen; unb auch ohne (Jntjünbung fommt fte beim unb in ber Sdjwangerfchaft vor. •Sft fte gelblid;, grünlich, ftecJig, fo jeigt fte einen entjünblidj neivöfen 3u® ftanb an. DaS bünne, wäfferige 33lut jeigt Steigung jur 3Safferfucht unb Vleichfudjit. Sluflöfung beS SÖTuteS. £icr ift baS 33lut bunfcl unb gerinntnidjt in einen feften SBluttuchen, fonbern in eine breiartige ©taffe, ohne bafj ftd) bet wäfferige (?S jcigt einen faulidjten, fforbutifdjcn ßuftanb ober ein Saulfieber an. SarbebeS 331 u t e S. DunfelrotheS unb feft gerinnenbcS jeigt ftarfe Statur; jtt bunfleS Sforbut ober fdfirarjgallidjte Jtranfbeiten. ßn helles, blaffeS 33lut beutet auf Schwäche. Sft eS babei hcllroth, fo beutet bieS auf Schärfen, gid)tifdje, rheumatifdfe u. f. w.- 3luch bie Sarbe beS abgefchie® benen wäffcrichten verbietet -93ead)tung; ift eS Har, fo ift eS ein treff® licheS Blichen guter SBlutbereitung unb ©efunbheit; ift eS trübe, milchig, fo jeigt eS Schwäche;- ift eS feljr gelb, ©alle im 33lute,- ift eS blutig, fautidjtcn Buftanb. §11. Jpunget. 31 hh et itm angel jeigt junäcüftunb am häufig® ften baS Vorhanbenfcin von fchäblichen, unverdaulichen Stoffen im SDtagen an, aufjerbent fieberhaften Buftanb, benn alle Sieber nehmen ben Appetit, ausgenommen bie rheumatifchen unb hcltifchen, ober enblich Slervenverjtim® mung (fo bei unb SDlelanchoIie), Wiagenfchmäche ober eine Iranfhafte 93eränberung in ber innern SSilbung ber SDiagenhäute. Ueber mäßiger -21V h e t i t unb jeigen Mangel an fRah- rungSftoff im Vorher, baher beim langwierigen (Erbrechen, ©urdhfall, bei hettifchen Äranfheiten unb inneren Vereiterungen; ober entftehen in Solge eines UnterleibSreijeS, j. 33. SBürmer, fdjarfe Stoffe im Wlagen; - ober von franth'R'1 erhöhter IReijbarfeit bcS WlagenS (bei VerVenfrantheiten, 4?9fterie, SBahnflnn, bie ©clüfte ber Schwängern). Ungewöhnlicher ftarfer Wphetit nach gewiffen Dingen ift oft Bvtcfjen eines heilfamcn SnftinftS ber Statur. So beutet ber 3lp:pctit nach ®l'^c auf Säure im ©tagen, - nach faljigen Dingen auf Schleim,-nach Säuren auf (Srhifcung beS 33IuteS ober faulichte Vcrberbnip ber Säfte, -nach 3Bein auf Schwäche unb ber Stärfung. § 12. ®urfl. ®r jeigt innere (baher ein Bcidfen Von Sieber unb ober «Rrampf (fo im Sicberfroft), ober eine Schärfe im ©tagen «<r Vlute. 20 §13. Gffd tinb Crrbrecßeit. ©rbr ecßen beutet gunäcßft aufbte ©egenwart Von fcßäblicßen, reigenben Materien im 2Äagen felbft, t»eld)c£ bie ber Bunge (belegt) unb baS s2luSgebrocßene beweifen, - ober auf franfßaft erßößte üieigbarfeit beS tagens, - ober ©ntgünbung beffelben (wenn ber .ftranfe aUeS ©cnoffene fogleicß wieber wegbricßt),- ober auf ©ntgünbung ber £eber, ber ©ebärme,-auf «ftotßanßäufung in ben ©ebärmcn, ®allen=, SQierenfteine, ©eßirnerfcßütterung unb Sßafferanßäufung int Jtopfe ober enblicß auf eine ©ntartung beS tagens ober eines benacßs barten ©ingeweibeS. Ucbelfeit ober ©rbrecßen in ben Srüßftunbcn oßne Beießen von Unreinig* feiten iut SRagcn ift oft ein Beießen verborgener Stierenfteine, bei grauen anfangenber Scßwangerßaft. § 14. «Blähungen, von ßuft aiiögebeßnter ßetb. häufige ©läßungen Von oben unb unten geigen gunäcßft an : 'Mnßäufung Von fcßäbs ließen, Viel £uft entwicfelnben Stoffen im Etagen unb ST armf anale. ©ine beftänbige ©eneigtßeit bagu geigt Scßwäcße, Äraftlofigfeit ber 23erbauungS= Wege. Startes Wufgetriebenfein von 3uft in Siebern ift immer ein übles Beießen, eS beutet entweber auf große s2lnßäufung von verbotenen fauließten Stoffen im Unterleibe, verbunben mit großer Scßwäcße, ober, wenn ber £eib feßr gefpannt unb fcßmergßaft ift, auf ©ntgünbung. ©in folcßeS veS £eibeS bei «ftinbern geigt SBürmer an. §15. T»nrmau0lecrnng. SSermeßrte ©arntauSleer ung geigt an: entweber bie ©egenwart fcßabßafter, ungewößnlicß reigenber Stoffe im I)armf anale, woßtn aueß ÜBürmer geßören;- ober einen fremben tHeig in ben ©cbärmen, alS: ©efeßwüre, verfeßte ÄrantßcitSftoffe; - ober er» ßbßte Hlcigbarfeit berfelben, bie wieber entweber auf einem entgünblicßen ober nervöfen, frampfartigen Buftanb berußen fann. s2lucß beuten fte auf ober auf unterbräche $autauSbünftung(@rfältung) ober enblicß auf bie ßöcßfte Scßwäcße, auf ein Berfließen beS JtörperS. 2)unfelbraune Stüßle geigen einen Ueberfluß Von ©alle an; - ungefärbte einen Mangel an ©alle; - grüne Stüßle bei Säuglingen beuten auf Säure. *Berminberte2)armauSleerung, Stußlvcrftopfung, geigt ent= Weber Mangel an ©alle ober ißre feßlerßafte Sefcßaffenßeit, ober Mangel an Oleigbarfeit, ober Scßwäcße unb Äraftloftgfeit, ober einen framßfßaften Bu= ftanb ber ©cbärme an. s2lucß beutet fte auf Srotfenßeit ber Säfte bureß unterlaßenes Printen ober bureß gu vieles Scßwißen. yiucß fann man aus ber Sorin beS ©ntleerten feßen, ob innerlicß eine ©efcßwulft ober 93erenge= rung im SDarmfanale überßaußt, ober eine übermäßige 5luSbeßnung, befonberS im SJtaftbarme, Vorßanben ift. 3m leßteren SaUe werben oft fauftgroße Jtnotlen entleert, im erfteren neßmen bie Jtotßftoße oft eine platte, 21 bandartige ®eftalt an, ober fte in unöertjältnipniäfng bunner, röhrens artiger Sorm ab. <3 eß m e r j ß a f t e Darmausleerung beutet auf reijenbe, fcßarfe Stoffe in ben ©ebärmen, ober auf Sntjünbung ober Jtramßf. S t u ß I« gang, b. h« ßäußger Drang ju Stußlentleerung oßnc tuefentlicfjen Srfolg, beutet auf Sntjünbung beS SDtaftbarmeS, auf tHußr, auf golbene Aber. Unwillfürlicße unb unwiffentlicße Darmentleerung ift, fofern eä im Straume, beim QJijantaflren unb bei Diarrhöen gefeßießt, nicht Von großer Bebeutung; bei gleichzeitigen läßmungSartigen Srfcßeinungen ift fie ein Seichen von ßoßer ®efaßr. § 16. 2lu§bünfitttnfl unb 3ene ift eine unbemerfbare, luftartige, unaufhörliche unb jum Sehen unb jur ©efunbßeit notßwenbige Abfonberung ber ganzen ;- biefer hingegen ift eine troj-'f- bare, wäfferige, nur unter gekniffen Umftänben erfolgenbe AuSfcßeibung. Die AuSbünftimg ift baS Srgebniß eines regelmäßigen ©efunbßeitjuftanbeS unb unentbehrlich;-ber Schmeiß ift ein zufällig erzeugtes $robuft einer Veränberten SebenStßätigfeit, oft bloS ein Ausfluß ber Säfte wegen läßmungS« artiger Schwäche ber *£>aut. Sine weiche, offene, gelinb buftenbe-fpautbeweift eine ungeftörte unmerf« liehe AuSbnnftung unb ift bähet in allen Jtranfßeiten, befonberS in Siebern, ein treffliches Seichen unb ein kfieweiS, baß fein Jtrampf, feine Störung in ber kBlutbewegung vorhanben ift, unb baß ftch bie Jtranfßeit glücflicß ent* feßeiben will. S'rocfene, rauhe ober gar ßergamentartige 4?aut jeigt baS ©egentßeil. ift: in Jtranfßeiten, befonberS in fieberhaften, biejenigen Schweiße, welche in Solge ber woßltßätigen ber Olatur ent« fteßen (b. i. bie f r i t i f cß e n S ch w e i ß e) von denjenigen woßl ju unter« feßeiben, bie bloS ßeießen eines franfßaften ßuftanbeS finb. Den f r i t i f eß e n ober woßltßätigenScßwetß erfennt man an Solgenbem: wenn er meßt gleich Anfangs, fonbern ben ftebenten, vierjeßn« ten Stag beS SieberS entfteßt (bie fatarrßalifcßen unb rßeumatifeßen Siebet machen hiervon eine AuSnaßme), wenn er allgemein ift (örtliche Schweiße am Jtopfe, an ber ©ruft jeigen IBlutanbrang ober Sntjünbung an), wenn er buftenb, bamßfig ift, b. ß. wenn er einen Dunft verbreitet, wenn er warm ift (falte Schweiße jeigen bie ßöcßfte Scßwäcße), wenn er meßt flucßtig, fcßnell verfeßwinbenb, fonbern anßaltenb ift, unb wenn er bie Äranfßeit er« leießtert, bei Siebern befonberS ben $ulS berußigt. Schweiße, bie bloS 3eicßen franfßaften ßuftanbeS finb, erfennt man babureß, baß fle ju friißjeitig erfeßeinen; - ju ftarfe unb nießt erleicßternbe Scßweiße jeigen an: entweber eine feßr heftige kBlutbewegung mit ge= fcßwäcßter £ai>t (oft bloS bureß ju warmes 33erßalten, Scherbetten, einge« fcßloffene Suft veranlaßt) ober Anhäufungen von Unreinigfeiten im Unter« 22 TetBe ober große allgemeine Srfjtoädje unb SQeigung jur Smnier laufen ße ben *2luSbrucß von Sricfel ober ßJetecßin erwarten. Sauer Schweiße jeigcn Sriefelßebcr, flinfenbe Saulßeber an. 2)lorgenfcßweiße, wenn ftenicl;t gcwößnlicß ftnb, jeigen ßeftifcßeS Sicher an. Lcicßt in Scßweiß geratßcn jeigt eine feßwaeße Slatur an. § 17. Urtttabfonberunq. ©in gefunber Urin iß flroßfarbig, ßat einen eigentßümließen, aber nießt ßinfenben ®erucß unb bleibt flar. Socß ßaben folgenbe Umßänbe auf feine SSeränberungen ©inßuß : 2) i e Ä o n fl i- tution (bie ßarfe ßat meßt gefärbten unb ßärfer rieeßenben,- bie feßwaefje einen Bläffern, feßauntigen unb etwas 39obertfa£ maeßenben Urin) ; - bie SaßreSjeit (im Sommer weniger unb bunfel gefärbter Urin, -- im hinter meßr unb bläfferer); - Lebensart (bewegte, arbeitenbe maeßt ißn weniger unb bunfel,--fl|enbe Lebensart meßt unb blaß;) Lebensalter (im Filter iß er weniger, bunfler, übelriecßenb); ® e= f cß l e fß t (®eiber ßaben immer bleießeren Urin unb meßt 33obenfa|) ; SSerbauung unb Llaßrung (vielSrinfen maeßtben Urin meßr unbbleicß, IRßabarber maeßt ißn ßocßgelber, Spargel ßinfenb, wäßrenb ber Verbauung ifl er trübe.) 3ur SSeurtßeilung eignet ßcß nie ber Urin, ber 6 Stunben naeßbem ©ßen gelaßen würbe. Serner geßört aber aueß baju, baß ber Urin wenigflenS 2 Stunben rußig in einem nießt warmen 3intmer geflanben ßat unb nießt feßnell auS ber ätälte in bie SBärnte, ober umgefeßrt, gebraeßt wirb. Sin rotßer Urin mit befcßleunigtem $ulS ifl baS -§auptjcießen beS SieberS, ber inneren >§iße unb ber ©ntjünbung, ja fo wießtig, baß er oft bei Ungewißheit, ob ©ntjünbung ober ätranipf jugegen fei, allein ben WuSfeßlag giebt. - (Sin trüber, biefer, einen flatfcn '-Bobcnfaß maeßenber blutiger Urin jeigt einen jur 3crfe|ung beS SluteS geneigten ßüßanb an; -ein biefer feßwarjer Urin beutet auf innern '-Branb ; - Settaugen auf ber Dbcrßäeße beS UrinS auf einen ßoßen ©cab beS ßeftifeßen SicberS.- 3fl ©alle im Stute, fo ifl ber Urin fafrangelb. Ser Urin ifl in Siebern ein wicßtigcS 3ci<ßen, um barauS ju entneßmen, ob eS ber ber SQatur gelingt, bie Äranfßeit ju beßegen ober nießt. o ß nennt man baßer ben Urin, wenn noeß feine Wnjcicßcn einer günftigen SBenbung ber Jtranfßeit in bemfelben Vorßanben ftnb. Ser rotße ober blaffe Urin wirb alSbann ganj flar unb burcßßcßtig gelaßen unb bleibt aueß fo, wenn er erfaltet ifl. Ober er wirb (wie baS bei nervöfen unb gaflrifcbcn Siebern ber Sali ifl) von Einfang an trübe, bief, wie Leßmwaffer gelaßen unb blcibtaucß fo. ©in günfligeS 3cifßen ißber fogenannte g cf o cß t e Urin. 3ci<ßcn ber Äocßnng ßnb, wenn ber biSßer flare Urin anfängt trübe ju werben ober ein fcßwacßeS ©ölfcßen ju jeigcn. SieS gefeßießt juweileit nur am 4. ober 11. Sage unb verf.ßwinbet bann wieber, läßt aber ßoßen, baß am 7. ober 14. 23 STage ein tritifcber Urin erfolgen werbe. ©ie Tonung unb anfangenb« JtriftS jeigt fleh auch juweilen im flaren Urin burct? ein leichtes ©blichen, baS in her >§öl)e bleibt, ober burd? eine ilBolfe, bie ftch auf ben ©oben beS @IafeS fenft. ifl ein erfreuliches Beleben für bie ju erwartenbe günftige Gntfebeibung ber Tranfheit, aber baS ©ölteben in ber 4?ö6e, ober tvaö flctf, naebbent eS erft unten war, wieber in bie -§öbe hebt, jeigt jwar auf eine beginnenbe günftige ©enbung beb Örieberö, läpt aber fürchten, bap fte unvollfommen bleibt. ©er f r i t i f cb e Urin ifl ein Beleben ber Vollbrachten glücflieben Gnt* fdjeibung ber Trantheit. Tritifd) ifl er, wenn ber Vorher flare Urin einen Vobenfafj abfefct, ober ber vorher biete unb trübe Urin ftd) oben hin abflärt unb nach unten einen Vobenfab macht. •Uber auch ber tann fritifcb ober nicht fritifcb fein, ©er f r i- tifäje folgenbe Jtennjeichen; er fe£t ftch balb nach bem Urinlaffen ju ©oben, ift nicht ju viel unb nicht ju wenig (etwa | ober | beS ®anjen), weif? ober graulich, leicht, gleichförmig vereint, nicht jerriffen. ©er nicht fritifcbe V o b e n f a | unb von übler Vebeutung ift er, wenn er ju grop (| bis i beS ©anjen füllenb), biet, ferner, jerriffen unb mipfarbig ift. IRother, jiegelfarbtger Vobenfaß jeigt ©ecbfelfieber ober rheumatifebe Ve* fdjaffenheit ber Tranfbeit an: weiter, freibiger Vobenfalj bei biefem, buntlem Urin jeigt gicbtifdje Vefcbaffenheit, auch «fjarnfteine; bunfler, febwarjer Vobenfafc fauliebten Buftanb. ©ureb ben Urin erfennt man auch ben nervöfen frambfhaften Buflnnb. Gr ift bann hell, *väfferig, gewöhnlich mit ©rängen junt Urinlaffen Verbum ben; blaffer, trüber, befonberS aber Urin in fiebern jeigt einen nervöfen ®t)arafter. ©er Urin jeigt ben Buftanb ber VerbauungSwege. Sftermie Schmwaffer, fo ift bieö ein £aiibtjeicben Von Unreinigfeiten im Unterleibe; milchiger Urin bei Tinbern, ber ©ürmer. 3ft bie Gntleerung beä Urin fcbmerjhaft, erfebwert, gehemmt, fo beutet bieS auf Jtrantpf, Gntjünbung ober örtliche Trautheiten ber Stein, Verengerungen u. bgl. Grfolgt biefe unmillfürlicb, fo beutet bieö auf Zähmung unb gehört in Sie* bem ju ben fcQlimmften Blichen; botff muh man hier wie bei ber©armauölee» xung unwiffentlicb unb unwillfürlicb wohl unterfebeiben. § 18. 2luötvurf. Sei entjünbHcben Sungenfrantbeiten ift er jur SEieberhcrftellung ber ®efunbl;eit burchauS erforberlicb. Beiden eines fol* eben günftigen 5luSwurfS ftnb: wenn er bieflieb, gelblich ift, wenn er mit Heinen Vlutftrcifcn gemifcht unb leicht ftch loölöfenb ift. § 19. Beißt immer ein Reiben beS ®ehirn3 an; ba bicfeS aber fehr verfcfyiebene Urfacben tann, fo ift eS auch von fehr VerfcbicbencK Vebeutung unb SSicbtigfeit. Buerft aber ift ju bemerfen, bafj es SJtenfcben giebt, welche bei ber 24 geringften fteBerßaften Unpählichfeit, ja Bel letztem Schnuhfenfteber, int Schlafe ja rt>elcfje felBft in gefunden $agen int Schlafe reben. JDieö aUeS tfl bann aUcrbingS von gar feiner Ööichtigfeit. 3 ft baä mit ftarfer Aufregung, heftiger Äraftäufjcrung ober gar mit Otaferci verbunben, jo beutet bicS in fiebern entweber auf eine ent« jünblictje cfJintreijung ober auf ©ehirnentjünbung felbft. s2luctj fann ein bem ®et;irn ftd> £Reij im Unterleibe bie Urfache bavon fein, wie j. 33. Klagen: unb ©armcntjünbungen, ©allenanhäufungen, ößürmer unb genoffene ®ifte. öluf Schwäche be$ ©ehirnS, häufig in fVolge eines SrucfeS auf baffelbe burch 53lutanbrang, SBaffcranhäufung u. bgl. entftanben, fann man wenn ba§ $hantaflrcn ftitl, in ftch gcfefjrt, mit Schlummer unb mit anberen 3ei<h€n ber Schwäche Verbunben ift. 2)a3 bei V ochonbriften unb <§9fterifcfyen entfielt fetjr leicht unb ift Von feiner SßicQtigfeit. § 20. Sd)lnf unb 235ad)etu {Ruhiger, natürlicher, nicht ju lange bauernber (Schlaf ift bei allen Äranfhcitcn eins ber beften Reichen. «Rinber fchlafen in ber {Regel bei fieberhaften Jtranfheiten mehr, boch muh nun barauS nicht gleich auf ein ©chirnleiben fchliefjen. $luch giebt öS SRenfchen, bie bei allen fiebern, gleich ben immerfort fchlafen unb ftch babei unb baburch am beften erholen. Jtranfhafter Schlaf ift ein folger, welcher mitSrrcreben ober ßucfungen unb Bufammenfahren verbunben ift, welcher anhaltcnb fortbauert unb wobei ber «ftranfe entweber burch baS geringfte ©eräufch erwacht unb fogleich wie= ber fortfchläft ober gar nicht ju ermuntern ift. JLicS jeigt ein fchwereS Selben beS ©ehirnS; am fchlimmften, wenn eS gleich im Einfang ber Äranf= heit eintritt. Schlaflofigfcit ift jwar weniger bcbenflich als Sdjlaffucht, aber in Klebern boch immer ein Seicfyext ber fortwährenbcn {Reijung ber ölerven unb beS ®ehirnS. § 21. (Sdjtvittbel. (Sr beutet entweber auf SßoUblütigfcit, bcfons berS auf einen Qlnbrang beS SBIuteö nach bem Jtepfe ober auf einen Ölerven: reij, am häufigften aus bem (Rücfgrat, bem Klagen unb Unterleibe (befonberS häufig ift er dn ßeichen berjenigen Unreinigfeiten im SOlagen, welche burch Erbrechen wollen entleert werben.) 3m öllter unb bei jurn Schlag: fluh geneigten $erfonen ift er immer ein bebenflicheö Sßorjeichen biefer Jtranfbeit. § 22. *21 uge. Schielen, wenn eS nid)t ©cwohnheit ift, beutet entweber ein ©chirnleiben (j. 53. bei ber beginnenben ©ehirnwaffers fucht ber Äinber) ober Unreinlich!eiten im Unterleibe, befonberS SBürmer an. - Starrer fcft auf einen ©egenftanb gerichteter SSIicf jeigt Srrereben.- eintrctenber matter 53licf jeigt entweber Sinfen ber Kräfte ober 25 Uebelfeit unb Srbrecpcn an. - Srmeiterung beS ©chlocheS jeigt entiveber £>ruct auf baö ©epirn (bei ©ehirnentjünbung ober ©ehirnmafferfucht), ober einen £Reij (befonberS von Stürmern), ober Störung im Unterleibe, ober fcpivarjen ©taar. ßufammengejogene Pupille (Sehloch) unb große Sm» pßnblichfeit gegen baS £icßt jeigt eine fel;r erhöpte öleijbarfeit; eine Segierbe nach £id?t jcigt bagegen fepr große Schwache unb ifl in Siebern Von übler 39ebeutung. ©djivarje Kletten vor ben klugen ober 23erbunfelung beö @c= ftcfytS jeigen entiveber Slutanbrang nach bcm ober 2)rang ber Unters leibSunreinigfcitcn nach oben, ober ©inten ber Traft, bevorftcpcnbe Dpn= macht an. S)a8 SSoppelfepen, 4?albfepen beutet immer auf Trampf unb jeigt gcivöpnlich £Reije im Unterleibe an, oft ift e8 and) blo£ eine fypfterifdje ober pppodjonbrifche söefctpverbe. <§ervorgctricbene, gerötpete, glänjenbe klugen jeigen ftarten ©lutanbrang nach bcm ©cpirn, eingefallene klugen ©cpiväcpe an. § 23. £)aö (SJeljör. Sin ju empßnblichcS ®el)ör in fiebern jeigt eine ju große öleisbarfeit ber Ölerven ober auch ein entjütiblidjcg Reiben beS ©chirnS an. Srnmer ift in fiebern ein ju ©cpör beffer alö ein ju fdfarfcö. - Dprenfaufen, Ctyrcnflingen jcigt S3lutanbrang nacp ben Dpren ober auch ein fatarrl}alifcQ=vt;eumatifcQeS Seiben berfelben an.- ©cpivacpeS ©cpör, £aubpeit in Siebern, befonberS in Ölervenfiebern, ift ein gutes ßeiepen. §24. ©crud). SSerluft beS ©erudjS jcigt entweber fatarrhalifcpen ßuftanb ober ein bcbcutcnbeS ölervcnleiben an; faulictyter ©eruep entiveber eine SSercitcrung in ber Ölafe, am ©aumen, ober eine faulictjte Sefcpaffenpeit beä SSUutS; ein ungeivöpnlicp fehlerhafter ©eruep frampfpafteS ölerven» leiben. § 25. SSerluft beS ®ef<hmacf3 jeigt baffelbe, tvaS 33ers lüft bcS ©erucbS, auch 23erf<hleimung. ©efchmacf jeigt entiveber Trautheiten beö unbeö unb ober ber Zungen (fo ber faule ober faljige ©efchmacf in ber eitrigen Sungcnfchivinbfucht), ober SÄagenun« reinigfeit (ber bittere ©alle, ber fchleimigte ©chlcim, ber faure ©äure), ober tvo biefe Urfachen fehlen, entiveber eine 33erftimmung ber ölcrVen (ivie j. 3?. bei auch manchen ©chivangcrn), ober in fiebern eine fau* lichte iöefchaffenheit beS 23lute3. § 26. (Mitgefühl. $roft unb £i£e, Sucfen ohne öluSfchlag jcigt in Siebern bcvorftchenbcn Ölu8f<hlag ober fritifchen ©dhiveiß, opne fieber ©chärfe ber ©äfte, Taubheit, ©cfühllofigfeit in cinjclncn Xhe^cn, ©toefun« gen beS 'Blutes, Ölervenlcibcn, Trampf, juiveilcn Verborgene ©idjt. fVroft ift im Sommer ein von verfdjicbencn ©raben: ©diaucr, ©änfehnut, frroft, ©d;iittclfrofl, Starrfroft. (Sr ift jeberjeit ein tvichtigeS ßeidjen. ©Ian unterfdjeibc ben Jroft beim Eintritt beS gieberö unb ben Jroft im Verlaufe bcffclben. 3cbcö Sieber fängt mit Sroft an 26 unb man fann barnadj am ftcQerfien bie Seit bcS 5lnfangS eines Siebers be» ftimnren. 3 ft her fehr heftig, fo jeigt er enttreber ein fehr heftiges fieber, gctrö'hnlich ein EntzünbungSfieber, ober ben Anfang eines Söccbfel» fieberS an. 3ft er fcQrvad} unb mit <§i§e abtrecpfelnb, enttreber ein fatarrha» lifch=rhcumatifchcS ober ein SQervenfieber. Sei fiebern erfcheint er nur einmal im Anfänge, bei SSechfelfiebern triebcrholt er fleh bei jcbem neuen Unfälle. ©ritt ein fyroft im Serlaufe eines leigen fyieberS ein, fo verbient bieS immer bie größte Qlufnterf fanifeit unb zeigt SolgcnbeS an: enttreber ein ju bem leigen fieber tyinjutretenbeS SSechfelfieber, ober bie (Sntftcl;ung einer (Jntjünbung, ober bei fcpon fcorfyanbenen ©ntjünbungcn ben Uebergang in Eiterung (bet Sungenentjünbungcn feljr triftig), ober in Sranb, ober eine Serfctjung ber Jtrantfyeit, ober auch eine bcvorftehenbe günftige Entfärbung, befonbcrS burch Sdnvcifj. Sei üSecbfelftebern jeigt ein fcfyivacfyer örroft mit {tarier £i|e Geneigtheit jum Uebergang in hifeigeS Sieber. teilte ber ©liebmaßen zeigt gehemmten Slutumlauf (bal;er in fiebern, inneren Entzünbungen), ober Jtrampf, ober ScbenSfchträche. <§ i | e, trenn fte allgemein verbreitet ift, beutet auf ein allgemeines fieber» haftcS Ergriffenfein; <§ifje in einzelnen feilen auf Slutanbrang ober Ent» jünbung ber betreffenben ©ie fogenannte beißenbe 45i£e, b. I;. ber Buftanb ber 4?aut, bei trelchem bie aufliegenbe <£>anb ein unangenehmes fleh fteigcrnbcS pricfelnbeS ®efül)l empfinbet, fommt gemeiniglich bei hohett ©raben Von UQerVenficbern vor unb bezeichnet eben bie <§öhe ber @efal}r. §27. Schmerz. ©iefer fann enttreber entjünblich ober frampfhaft fein, unb man fann alfo immer auS Schmerz auf eins von beiben fchließen. ©och erzeugt jeher Schmerz, trenn er heftig ift unb lange bauert, zulefjt audj einen entzunblichen Slutanbrang. ©rücfenbeS ötopftreh in ber Stirn mit Schtrinbel beutet auf SWagenun» reinigteiten, im Sintertopf auf Slutanbrang; 'Ötopffchmerz nur einer Hälfte ober einer fleincn Stelle am Raupte auf SQerVcnlcibcn; Schmerz im öliiefen unb Jtreuz auf golbene $lber, ober trenn er bloS burch ben S'ingerbrucf em» pfunben trirb, auf Utüdenmarfreijung (ein ungemein triftiges Beiden, f. OlücfenmarfSentzünbung). Schmerz unter ben Oiippen beim äußern ©ruefe fo trie trelche allba empfunben trirb, ift in fiebern immer ein bebenf* licpeS Beiden unb beutet auf (Sntzünblichfeit im Unterleibe ober ber Sruft. 51 ng ft, eine eigenthümliche Smpfinbung in ber @egcnb ber Herzgrube, noch unangenehmer unb unerträglicher als ber Schmerz, enttreber be» beutenben Slutanbrang in ber Oberbaucttgegcnb (baher bei föntzünbung beS <§erzenS, ber Zungen, ber £cber, bcS SDiagenS unb anberer UnterleibSge» treibe, Entartungen bcS <§erzenS, UnterleibSvollblütigfeit); ober Anhäufung fchäblidjer, reizenber, blähenber Stoffe im Klagen, bcfonbcrS ®a(le unb Slä» hungen; ober ein £inberniß ber 5luSbchnung ber Zungen (bei ber Sruft» 27 unb Baucbwafferfucht); ober bloßen «Rrampf, fo bic Angft her >§i)pochonbrta ften, bie oft bis jur Berjweiflung fteigen fann. §.•28. 3ittern. ES jeigt entweber Schwäche, ober Blutüberfüllung ober Berbcnreijung an; fo ift eS im Anfänge eines gieberS ein <§auptjeichen beS nerböfen BuftanbeS beffelben. § 29. Krämpfe. Sie beuten entweber auf Berbenreijung, j. B. hon SBürmern, ober auf Uebcrfüllung ber ©efäße unb Blutanbrang nach Jtopf unb Olütfenmarf, ober auf <5rfc^öpfung ber Jtraft (baljer baS fchlimmfte 3eicf?cn bei Blutflüffen unb anberem Säfteberlufte). Aber Wohl ju bemers ton ift, baß bei Heinen «Rinbern unb netwenfchwachcn grauen fte auS Heinen Urfachen entfielen fönnen unb nicht fo bebeutenb futb; gewöhnlich fte bei bciben ihren ®runb im ©armfanal. § 30. £ä[)muttß. (Sine geschwächte ober aufgehobene Jth"tigfcit ber BcwegungSwerfjeuge unfereS «RörperS, ber SJiuSfeln, auch ber Empfinbung unb SinneSwerfjeuge, felbft auch beS Seelenorgans (j. B. Berluft beS ®e= bädjtniffeS, Stumpfftnn, Blöbftnn) ift in allen biefen gälten entweber ein Seichen einer gehemmten unb unterbrüeften 91erbenthltigteit unb bann mit: unter vorübergehenb, ober einer Schwächung unb tiefen Störung beS ©ehirnS unb tRücfenmarfS unb bann felg bebeutenb unb gefährlich. § 31. «Cbiiinacpt iui& S-dtlaßfliip. Ohnmacht beutet auf Schwächung ober oorübergehenben Stillftanb ber <£erjthätigfeit unb ift bei ju «Rrämpfen genetgten grauen (•öpfterifchen) Von geringer Bebeutung unb bloS als ein gewöhnlicher .Rrampfjufall ju betrachten. 9cur am Anfänge ber gieber ift fte bcbentlich unb ein ftchereö Seichen, baß fte nerböfer Ar ftnb, unb bei borhanbenen'öerjbcfchwerben betätigen fte einen entarteten Su= ftanb im Bau beö ißerjcnS felbft. Schlagfluß jeigt immer baS bebeutenbfte Selben beS®efirnS felbft an. § 32. 2lnfcben, ®au, änfjere iß cf d) affenbeit, jpaltunß, Sage. Sie bienen als Seichen nicht allein jur Ermittelung gegenwärtiger ÄrantheitSjuftänbe, fonbern auch berfchiebener «Rranf'heitSanlagen. Eine breite, h»hc ®vuft unb gehöriges Berhältniß aller ©liebmaßen jeigt eine fräftige Batur unb bauerhafte ©efunbheit an. Sang gejtrecfte, hoch unb fchnell aufgewachfene Körper ftnb nur fcljwächliche, mit langem •fpalfe, glatter Bruft unb flügelförmigen Schulterblättern jur Sungenfucht ge» turje gebrungene .Rörper fdtb immer ftärfer, mit furjern <§alfe, jum Schlagfluß geneigt. Ungewöhnliche Abmagerung, wenn fte nid)t Von Mangel an Währung, ©cmüthSbewegung ober gieber hetrührt, muß immer auf einen gehler in ben unb BerbauungSwcrfjcugen aufmerffani machen, ober auch auf eine ftanfhafte Abfonberung, j. B. Blut unb Samenverluft, Harnruhr u. f. w. - Ungewöhnliches gettwerben ift immer bcbcnflicb unb beutet ge» Wohnlich auf Scberfranfheit. 28 ©laffefVarbe jeigt frantßafte (Stoffe im Unterleibe, bcfonbcrö Säure unb SBürmer, ober Jtramhf, ober Mangel an S3Iut, ober wäffcrigeS £8Iur, ober langfamen ©lutunilauf unb Schwäche an; treibe $ar&e bie ©leictffucht nnb ©lutleere; rottye $arbe ©oUblütigtcit ober ©lutanbrang nach ben Jiopfe; umschriebene ©acfen fchwinbf richtige Einlage. ©öcißgelbe 5arbe<Rranfs heilen ber UnterleibSeingeweibe; gelbe Jiranfheiten ber Seher, ®clb= fucht; blaue 5lecfe Sforbut, beS 23lutS, im Qllter Störungen beffelben, ©cfaßr beS SchlagfIuffeS. ©löblich unb ganj veränberteS SluSs Sehen beutet immer auf große @cfahr; cbenSo ein gänjlich PeränberteS ©etragen. 5>ie £ age beS Äranfen. 3e mehr fte Seiner natürlichen ©cwohnhcit ge= mäh iff/ t>efto beffer. Unbeweglich auf einem liegen, jeigt entweber ©e= täubung ober große Schwäche. ©eftänbigeS <§erumwerfen jeigt innerliche Slngft unb Schmerjen, ober einen Oteij im ©lute, 3. ©. eine -JluSfchlagS* franfheit, oft auch Qlnhäufung fchabhafter Stoffe im Unterleibe unb im fie- ber bevorffehenbe Entfcheibung ber «ftranfljeit. 5luf beiben Seiten unb auf bcm Jtiicfen gleich gut liegen tonnen, jeigt bie Freiheit ber ©ruft unb beS Unterleibes hon bebeutenben Fehlern ber ©ingeweibe an, baS erfte befonberS, wenn ber Äranfc mit jurüctgejogenem Äopfe gut athmen fann. 5luf einer Seite nicht liegen tonnen, jeigt gewöhnlich einen Feßler eines SingeweibeS in ber entgegengefefcten Seite an. ©aS ber ftüße an bcn Scib beutet Seibfchmerjen an; unanftänbige Entblößung entweber ©erffanbeSvcrwirrung ober große 5lngff, cbenfo, wenn ber Jtrante nichts auf bem £eibe leiben fann, noch Schlimmer, wenn er immer auS bem ©ette aufffehen unb fort will; baS 4>erabftnfen beS Traufen ju ben SVüßen bie größte SebenSfchwäche, noch mehr baö Slocfenlefen ober nach etwas. 29 Wn hüt fjewuljnlidjen fccr § 33. bcn JDie Jtinbt)eit entfcßeibet groß: tentßeilS über baS fünftige Scßicffal beS 2)enn nießt allein, baß her ©runb ju einem gefunben -Körper feßon in früßeftcr Sugenb gelegt wirb, unb fomit für ißn bie ©ntfeßeibung fallt, ob eS ißm wirb befeßieben fein, fraftig unb woßlgcmutß bie £ebenSfreuben ju genießen unb bie Sorgen beS £ebcnScrnfteS ju tragen, ober ob ißm für immer baS £008 eines £eibenS= trägcrS beftimnit ift, fo ßat and) baS ©ebeißen beS JtörßerS in ber Sugenb einen weit größeren ©influß auf bie EluSbilbung beS ESerftanbeS unb bie Ulicßtung beS ©emütßS, als man gewößnlicß ju glauben geneigt ift. EEur ein gefunber «ftörper birgt einen gefunben ®eift, unb ESerfcßrobenßeit beS ©eifteS gefeilt fteß meift immer ju förderlichen ©ebreeßen. El Hein nießt bloS in <£>in= fießt beS «RörßerS unb ESerftanbeS fann bie erfte pflege berSugenb jumfVlucß ober Segen werben, aueß bem beS SÖlenfcßen giebt fte für fein ganjeS £eben bie Olicßtung jum ®uten ober ESöfcn. 4?ier mag jeboeß einftweilen biefe furje Einbeulung genügen, {pater foH biefer ßoeßwießtige ©egenftanb noeß befonberS jur Spracße gebraeßt werben, inwiefern baS SäuglingS= unb ÄinbeSalter ju gegriffen ötranfßeiten präbiSs poniren, ift bereits oben § 2 angebeutet worben. § 34. 2Jon verfdrteöenen ©cfdjäfttgungcn berSJlenfeben. 2)aß jeber Stanb mit befonberen ©efaßren für bie ©efunbßeit ber SWenfcßen berfnübft ift, ift eine anerfannte Xßatfacße, nur ift eS leiber feßwer, ja oft gänjlicß unmöglicß, biefem Uebelftanbe abjußclfen. >§at ber Ettenfcß einmal einen Stanb, einen beftimmten ElaßrungSjweig ergriffen, fo wirb er in ben meiften fällen gejwungen fein, babei ju verßarren, follte aueß feine ®efunb= ßeit babureß noeß fo feßr leiben. S)aS einzige, waS ßier einer guten ®efunb= ßeitSpflcge ju tßun übrig bleibt, ift, bie llniftänbe ju ermitteln, wobureß bei einer beftimmten E3efcßäftigung bie ©efunbßeit gefäßrbet werben fann, unb bie Mittel unb ESege an bie<§anb ju geben, wie biefe ©efaßren am beften ber= mieben werben fönnen. So werben ©ßemifer, Scßmeljer, Scßmiebe, SSergolber, ©laSmacßerunb bleie anbere folcße®ewerbetreibenbe tßeilS burcßbiefiß&blicßenJDümbfe, welcße fte einatßmen, tßeilS bureß bie große 4?i£e, welcher fte bei ißren -llrbeiten auS» 30 gefegt ftnb, vielfach von Jtranfhciten bebroht. (Srngbrüftigfeit, Sruftleibcn aller (Art, ja felbft bie fiungenfchwinbfucht foninicn beShalb fo häufig unter ihnen Vor. Uni bieS 311 vereintem, muffen alle folche VJcrfftätten fo einge- richtet fein, baf ein beftänbiger freier Bntritt von f reiner fiuft in ben» feit'en Statt finbe, unb bafj burd) einen gehörigen B»g bcr(Raud; fo wie alle übrigen ©ämdfe foglcich au§ ihnen entfernt werben. Solche (Ar« beiter foltten ihre (Arbeit nie ju lange ununterbrochen fortfefjen unb nie unbe= fleibet unb ohne ftch vorher gehörig abgefühlt ju haben, in bie fühle £uft gehen. SBährenb ber (Arbeit muffen fte alles falte wäfferige ©etränf, rol;cS ©bft, Salat u. bgl. vernieiben. (Richt minber gefährlich unb nachtheilig für bie ©efunbhcit ift bie Arbeit in (Bergwerfen, Steinbrüchen unb in gübrifen aller -4lrt. dRüllcr unb SSäcfcr leiben Viel burd) ben (Wehlftaub, welchen fte beftänbig einathmen, fo wie festere auch noch burch bie grofje 4?i£e, ber fte währenb ihrer -Arbeit abtocchfelnb auSgefefct ftnb; beShalb ftnb fte aber auch häufig fehwertn •Rranfheitenber Stuft unterworfen. (Roch gefährlicher ift ber Stcinftaub; folche Arbeiter entgehen nur feiten bent (Bluthuftcn. (Auch ber Jtalfftaub unb ber Staub Von Warben, bem (Anftreichcr unb Bimnicrmaler aiügefe|t ftnb, wirft höchft nachtheilig auf ihre (Bruft Unb bie aus Slci, -Arfcnif ober anberen mctaUifchen @iftcn bereiteten Warben fönnen burch ihren Staub nicht allein bie Sungenfucht, fonbern höchft gefährliche Vergiftungen bcS gan* jen JtörverS Veranlaffen. (Allein hier ift nicht ber ©rt, uni jebe einzelne Scfchäftigung ber 2Ren- fchen unb bie vertriebenen $rofefftoncn in Scjiehung il;reS nartheiligen @iits fluffeS auf bie ©efunbheit ber (Reihe nach Ju betrachten; für unfern Bwecf ge» nügt cö VoHfoinmen, wenn wir int (Allgemeinen ben ©influfj Tennen lernen, welchen eine mit förderlicher (Bewegung Verbunbene ober eine fifcenbe £ebcnö= art auf unfern Mörder h«t. Vci wollen Wir noch barauf (Riicfftdjt nehmen, ob e§ eine bloS mechanifche Verrichtung fei, ober ob bei bem Sifcen bie ©eifteöfräfte juglcich mit in (Anfdruch genommen werben. § 35. (Bon Seit mit förperlid>et SSetveßuttß verbundenen föaiitiruitßcn unb ihren ©efabren. 3m ®anjen ftnb bie dRenfcben, bereu <5rwerb unb Sefd;äftigung mit förderlicher (Bewegung unb (Anftrengung verbunden ift, bie gcfünbcfteii. ©och auch fte fönnen theilS burch bie 2lrt ihrer (Arbeit unb theilS burch ben ©rt, an welchem fte biefe 311 verrichten ge= nöthigt ftnb, ftch allerlei Jtranfheiten 3U3iehcn. So ift ber ßanbmann beftänbig allen fchäblidfen (Jinflüffen ber VJitte* rung, ber £i|3c wie ber «Rälte, befonberS aber bem immer fo nadjthciligcn 3Bcd;fel berfelbcn auSgefefjt. So wirb er oft längere Beit h>«burd) bei feinen gfclbarbciten !tag für Sag btirdjnäpt, bann vcrfcbmad)tct er wicber währenb ber Grnte in ber gröpten Sonnenhifce; bann aber mup er wicber (Abcnbthau unb (Radjtluft ertragen. 21311 fommt uod; bie fd;äb(id)c ©ewohnheit, auf 31 kaltem feuchtem Q?oben ju liegen ober feTBfl ju fchlafen, baS fct)lect?te Srinb fcaffer unb ärmliche IRahrung. {Deshalb ftnb duften, Schnupfen, <§alSent» jünbungm,®lteberreif?en mit unb ohne Sieber unb anbere, oft felbft h vchfl g cf ät; r= fieberhafte Krankheiten bei ihnen nicht feiten. OiefRofc befällt fte nantent* lieb häufig in Solgeber Unterbrückung ber 4?autauSbünfhtng, burd) talteö Printen bei erbittern Körper, burch Ourchnäffung unb bureb baS Si|cn unb Siegen auf falter, feuchter ®rbe. RluS gleicher Wohl aber auch in Solge beS ©enuffeS bläbenber, unVcrbaulicher SRahrungSmittel, werben häufig bei ihnen Kolik unb anbere llnterleiböübel erjeugt. -■ freilich nicht immer kann ber Sanbmann fleh gegen folche fchäbliche (Sinflüffe Verwahren, allein nur etwas mehr (Sorgfalt mürbe bei ihrem abgehärteten Körper genügen, bie ©efahr um SSieleS ju verringern. 39 ei Arbeitern im freien werben 45änbe unb fchr häufig Von fcbmerjhaften (Sntjünbungen unb IRagelgefchwüren befallen. Sie fliehen bie3 gewöhnlich auf {Rechnung eines ®ifteS, in ber SRegel ift eS aber bie Solge eines fcßnellen UcbergangeS von ber Kälte in bie >§ibe unb umgekehrt. 2öür= ben bie burchnäfjten unb von Kälte erftarrten Slrbciter, fiatt ans Seuer ju laufen, ober wie bie SRägbe eS ju thun pflegen, ihre in warmes Söaffer ju flocken, fleh Anfangs lieber vom Ofen unb Seuer entfernt halten unb bie «gänbe erft mit kaltem Üßaffer Waffen unb fte bann gehörig abtrocknen, bevor fte, wenn eS ihre ®efchäfte erforbern, biefe in WarmcS SBaffer tauchen, fo wür= ben fte ftch viel Schmerj erfparen unb tauglicher jur Arbeit bleiben. - Sinb bie <§änbe unb Süfje vom Sroft erftarrt, fo muh nt an tiefen burch {Reiben mit Schnee ober SEBafchen mit ©iSwaffer ihr ®efüfjl unb il;re wieber= geben; begiebt man fleh aber foglcich an ben Öfen, fo kann ber -33ranb ber ers frornen ©lieber augenblicklich barauf erfolgen. SRenfchen, bie fernere Saften ju heben haben, ober bei anberen heiten öfter ihre Kräfte ungewöhnlich heft*S anftrengen ntüffen, übernehmen fleh nicQt feiten babei, freilich oft nur auS ®eij, um mehr ju gewinnen, ober auch auS Prahlerei. Sntmer jeboch ftnb bie Solgen beS übermäßigen Schieb' pcnS fernerer Saften, beS angeftrengten Saufens ober {Ringens unb anberer begleichen thöriepten Von ber übelften Rlrt: töbtliche $luSbehs nung ber Slutgefäfje, 39(utfturj, Gngbrüftigfeit, Seitenftetfjcn, Seibfchaben, I;i§ige Sieber folgen ihnen gewöhnlich auf bem Sufje. 3u allen ben Gewerben, bie eine ungewöhnliche -Rörberftärfe erforbern, als j. '-8. Safts unb Sänftenträger, Schmiebe, ßimmerleute u. bergt., follte ftch in ber Sugenb .Reiner beftimmen, ber nicht bie erforberliche kräftige R'ou= flitution baju fonft wirb er fet)r balb ein Opfer feines Berufes werben. - --8ei ihren Arbeiten follten fte nie bie SInftrengung bis jur ßrfchöpfung treiben, fonbern Von 3?it jit 3c'it ftch {Ruhe gönnen. iRaftlofe Qlnftrcngung niifct bie öefte straft unb bie feftefte Jtonflitution balb ab unb führt ein frühs jcitigcS 'llltwerben unfehlbar 32 Unregelmäßigkeit in-föinjtcht beS (SffenS unb trinkens, befonberS anbal« tenbeS Arbeiten bei hungrigem Stagen unb bannUeberlabung mit fchwcr Vers baulichen unb oft ungefunben Gingen, Vorzüglich aber ein nur färglicfjer, työchft notdürftiger Lebensunterhalt, baS ift bie nie Verftegenbe Duelle jener bösartigen unb oft anftcckenben Sieber, von welchen bie ganz arme Jtlaffe ber Arbeiter fo oft utQt wirb. 5lud) ju einer SJlenge ekelhafter <§autfranh heiten macht ber Mangel an gehöriger Nahrung geneigt, wie wir bieS ja aud; an beobachten, bie auS betreiben Urfache allein oft räubig werben. Llrmuth aber erzeugt nicht bloS eine Stenge von Krankheiten, fonbern fte vergrößert auch Leiben eines foldfen Unglücklichen auf fchaubererregenbe Llrt. £öer nicht felbft am Krankenbette ben Sammer unb baS @(cnb eines folgen Unglücklichen gefehen hat, kann ftch keinen Begriff von einem folgen troftlofen ßuftanbe machen, •föunbcrte verfchmachten in folcher SRoth, unb nirgenS finbet bie SRilbthätigkeit ein lohnenbereS Selb, Barmherzigkeit zu üben, als eben in biefen Höhlen beS Kummers unb Schmerzes. § 36. Bun bet mit ftgeubet Öebenöart vetbuttbcnett Bei begleichen ©ewerbtreibenben Vereinigen ftch in ber Siegel mehrere ungünjtige (Sinflüffe, welche ihrer ©efunbheit nachtheilig finb. (SS ift baher beklagenswert!), baß mehr als bie Hälfte ber SWenfchen in einem civilißrtcn Laube zu biefer im ©anzen höchft unnatürlichen Lebensart verbammt finb; benn nicht allein ber größte Xßeit beS weiblichen ©efchlechtS fowohl auS ben höheren wie auS ben nieberen Stäuben bringt feine meifte Lebenszeit zu, auch eine ällenge von ©ewerben inner» unb außerhalb ber Sabriken nötigen einen großen S'ßcil ber männlichen Bevölkerung zu gleicher Unnatur. ■Dian kann baher beS allgemeinen ©efunbheitSWohlS eS nicht genug greifen, baß heutzutage burch Ü)iafdeinen ein großer J'heil biefer Verrichtungen vollbracht wirb, unb baß baburch eine große ßahl von Arbeitern bem Lanb= baue wicbergegeben wirb.-Sechs bis acht Stunben täglich ft&enb zuzubrtn» gen wirb Sliemanbem fdjaben, allein verläßt ein SWenfch Vom früheren 3Wor» gen bis zum -llbenb ober auch wohl felbft bis fpät in bie SUacfyt hinein ben Stuhl nicht, fo wirb er baburch halb matt unb kraftlos werben unb feine StuhlauSleerungen in Unorbnung bringen, Woburd) bann halb feine übrige ©efunbheit geftört wirb. Seine Süße werben bann halb an einer lähmungS» artigen Schwäche leiben; feine ftockenben, Verbickten Säfte erzeugen, nament» lieh bei jungen ÜRenfchen, unb Lungenfudjt, unb-bieburd) eine foldje Lebensart höchft reizbar geworbenen Sterben geben Beranlaffung zu Krambf« befchwerben unb Slervenleibcn aller Qlrt, wozu fleh bann noch eine höchft reij» bare unb unglückliche ©emüthSftimmung gefeilt. Sinb, wie eS fo oft ber Sali ift, in folchcn SBerkftätten viele jufammengebrängt, brennen in ihnen viele Lichter, unb vermißt man bie nö= tl)ige fo bekommt baburch bie Luft in benfelben eine höchft un» gejunbe Befd)affenheit, Woraus Bruftbcfchwerben aller Llrt, vorzüglich aber bie 33 Bungenfucßt entfielt, bereit Opfer fo häußg btefe Jtlaße von Qlrbeitern wirb. Slucß wirb bureß btefe Verßältniße feßr oft bie Sungenfucßt bureß inbem ber Sßerfnacßbar eines Sungenfnötigen genötßigt iß, be* ßanbig ben -Htßem beS Jtranfcn mit einjuafßmen, nnb unter jeßn bis jivölf folcßen Slrbeitern wirb man immer einen ober ben anbern finben, ber an einem herbäeßtigen Vrußübel leibet. SQocß nachteiliger tvirfen biefe ßfjenben Vefcßäftigungen auf ben Körper, toenn berfelbe babei genötigt iß beftänbig in einer gebogenen Stellung ju verharren, beim bieS bringt bie Verrichtungen beS Unterleibes unb ber Vruß noch früher in Unorbnung, unb bie bezeichneten Jtranfßeiten enüvicfeln ßcß bann um fo leichter; ßierju fommt bann noch bie wirflict;e Sßerfrümmung beS ÖtörperS mit aU ihren Vruß* unb UnterleibSbefcßiverben. Ilm bie traurigen folgen folcßer bie ©cfunbßeit fo vielfach bebrohenben Vefcßäftigung nach 2)löglicßfeit ju Verhüten, ßat man ftolgcnbeS ju beobachten: SKan benufje jebe ftch barbietenbe (Gelegenheit, um fich Vertagung in freier Suft ju machen, unb bringe nicht bie arbeitsfreien Stunbcn mit Printen unb Spie= leit ju; bei ber Qlrbeit mache man ftch ben ®iö unb bie Jiörpcrßcllung fo wenig unbequem als nur möglich, unb veränbere, fo oft eS tunlich ift, bie Stellung babei; man vermeibe alle feßwer Verbaulicßen, ßopfenben unb bläßcnben Vaß= rungSmittel, beßeißige ftch ber größten Olcinlicßfcit unb wafeße jur Stärfung ben ganjen Jtörper, befonberS aber <Ropf, Vruß, Unterleib unb Öiücfen mit faltem SSaffer, unb im Sommer habe matt fit fleißig im bluffe. § 37. 23on beit ftgenben VebeiiSnrt bet ©elebrten unb fljre llcbermäßigeS Qlnßrengen ber ©enffraft ßßiväcßt baS ganje Stervenfpßem, unb ba eS gemößnltcß zugleich mit anßaltenbem Sitten verbunben iß, fo leibet ber Körper unb ©eift um fo mehr babei. Ourcß baS viele Sißen unb Senfen wirb bie Verbauung gefcßwäcßt unb bie QluSbünftung ber haut Verringert, beSßalb leiben Stubengelehrte fo ßäußg an ©icfyt, Stein unb ®rieß. 3ßre Seher Verßopft, verhärtet ßcß froßl gar, unb bann bleiben alle bie traurigen folgen eines bebeutenben SeberleibenS, als ba ßnb: gänjlicße Vernichtung ber Verbauung, ®elbfueßt, u. f. tv., nicht lange auS. Qlucß nid>t feiten iverben ße Von auSjeßrenben Jlranfßeiten unb von <§erjübeln befallen, ße leiben oft an Jtopffcßmerj unb Scßtvinbel, ivorauf bann oft Scßlagßuß unb Säßmung folgt, unb Qlugenleiben aller 2lrt ßnb bei ihnen feine feltene ©rfeßeinung. ®ocß baS fcßlimmße aller ihrer Selben, bafl ihnen jeben ®cnuß raubt, jebe SebenSfreube Verbittert, iß bie hppocßonbrtt> von welcher fo viele unter ihnen heimgefucht iverben'. 4 Ilm bie ebelße Vefchäftigung beS iWenfchen, bie fo fegenSreicß für Slnbert iß, nicht jur eigenen hölle ju machen unb ju verhüten, baß bureß Stiftung feiner förperlicßen ©cfunbhcit meßt aueß fein ®eiß umbüßert mirb, muß b*v ©eleßrte auf feine ganje SebenSivcife, Vor allem Qlnberen aber auf eine geßörife ©intßeilung feiner ßcit Qlcßt haben. Slrbeit muß mit Grßolung unb ßet* £tr Jsauäarjt. 34 ftreuung abwechfeln, auf einfameS muß frohe ©efedfcßaft unb Bewegung in freier Suft folgen, ©infame Sdajiergänge werben ihnen jcboch feine ©rholung gewähren, benn gewöhnlich vertiefen fte ftcfy babei noch meßt in bic von ihnen verfolgte ©ebanfenreihe unb fomit bie Qlnftrengung ihres OeifteS nur noch Beharrlicher fort. Slichtö ift lächerlicher aber alb ber SlriftofratiSmuS ber ©eleljrten, ber fte veranlaßt, bie frohen ju mciben, unb ber nur im ernften Sachgenoffen einen für ftch würdigen Umgang ju finden glaubt, Diefer ®elehrten=StoIj, fo wie jebe anbere Slrt biefer erbärmlichen unb Qlrmuth an ®eift unb <§erj verrathenben Seibenfchaft macht fte lächerlich unb unglücf lieft jugleich. Siie bürfen ©elehrte einem ©egenftanboadein ununterbrochen ihre ganje geifbtge Xhätigfcit wibmen, benn nichts ermübet bte SSerftanbeSfräfte fo fehr, als eine folche einfeitige beharrliche Slnftrengung. Qlbmechfelung int Denfen ift für ben ©eift bie befte ©rholung. i Sind; bie tßefchaffenheit beS StubirjimmerS ift feineSwegS ein gleichgüls tiger ©egenftanb. ©S muß Sicht unb Suft haben, eS barf nicht eng, feucht, rauchig u. bgl. fein. 3n einer unb berfclben Jtörverftellung immer ju feßreis ben unb ju lefen, gleichviel ob eS eine flehende ober ftfjenbe ift, ift nachtheilig; auch hierin muß eine Slbwechfelttng ftattßnben.-SauteS Sefen ftärft bie Suns gen unb giebt einigermaßen ©rfaij für ben Mangel an förderlicher -SDlorgenftunbe hat ©olb int 2)lunbe! Diefe SSahrheit folltcn ©elehrte noch mehr beherzigen als jeher Slnbere, benn ber ©eift ift bcS borgens jum Den» fen fähiger, unb ju feiner anbern DageSjeit verträgt ber ©eift unb «ftörder angeftrengte 33erftanbcSübungcn beffer, als eben ju biefer. - Die herrlichfte ©rholung für ben ©eift gemährt bie SD?uftf, trenn baS ©cmüth ©mdfänglich« feit bafür bat. SQicfytS ift fo verwerflich, als bie Dcnffraft burdj geiftige ©es tränfe erweefen ju trollen; wählt man baju noch obenbrein ben fo trirb in Äurjem ©eift unb Jtorper ju ©runbe gerichtet fein. - Sind) bie herjftärfcnben Slrjneicn, Sftagentrovfen u. bgl. fchaben offenbar. 93rav ges gangen, geritten ober fonft fid) förderlich beiregt, außerdem aber noch viel falteS üöaffer getrunfen, baS trirb ben Seift unb Jtörder fräftiger beleben unb mehr aufrichten, als bieS ade ©elfter bcS DeftidirfolbenS ju thun im Staube ftnb.-Die SeibcSübungen halb nach bem ©ffen ftnb unbienlich, unb niemals bürfen fte bis jur vödigen ©rmübung irerben. § .38. söon ben alö Ätranbbctl6nrfa= dten. Die Sefchaffenheitber täglichen Sdahrung eines tDlenfchen hat einen ganj ©influß auf ben ßuftanb feines JtörderS. Dadurch erhalten feine Säfte entweder eine milbe tßefchaffenheit unb bleiben Von ges hörig fließender Statur, ober fte verbiet en ftch unb werben mit Schärfen ader 5lrt überleben, ©ine Qlenberung in ber Diät vermag bie ganje ©onftitution eines Sftenfchen umjuänbern, unb eine ungefunbe Slahrung nebft Sehlem in .der Diät veranlagen bie mannigfaltigften Jtranfheiten. Deshalb ift baS ganjt ©rnäßrungSge|cßäft meßt allein für ©efunbe Son großer SBicßtigfeit, fonbcrn verlangt namentlich bei «Rranfen bie allergrößte 5lufmerfjamfeit; benn nicht bloß, baß bureß Feßler ber 2)iät jebe Jtranfßeit ftcß verfcßlim« mert, fo fann man ja auch auf ter anbern «Seite in Vielen Fällen bureß eine geregelte !Diät ganj allein bie SBiebcrßerftcllung beS Jtranfen Vollfommen herbeiführen, ©ine folcßeQlrt, Jtranfe ju heilen, wenn fte auch nicht immer- fcßnell von Statten geht, ha* ben großen 23orjug, baß ißre Söirfung bauer« ßafter ift, unb baß biefe Qlrt ju ßeilen bei weitem angenehmer unb weniger gefahrvoll für ben Giranten ift, als wenn man bieS bureß SJiebicin ju erreichen fueßt, Wobei man boeß aueß auf feinen $a(l eine gehörige IDiät wirb entbehren fönnen. Unmöglich fann hier bie Diebe bavon fein, bie IBefcßaffenßeit eineö jeben einzelnen NaßrungSmittelS unb bie Uniftänbe, unter welcßen eS bicnlicß ober fcßäblicß fein fönne, anjugeben. Unferem ßweefe entsprießt eS Vollfommen, nur ber Feßler ju erwähnen, wclcße häufig in 29ejießung beS ©ffenS unb S'rinfenS begangen werben, unb ben nacßtßeiligen ©influß berfelbcn fennen ju lernen. ßu Viel unb ju wenig genießen, ScibeS ift gleich feßlerßaft. 2Jtan folge hierin nurbem SBtnfe ber Natur, benn biefeleßrt jebeS lebenbe Höefen, baß eS weiß, wenn eS genug hat, unb fte jeigt eS ißm bureß junger unb IDurft auch an, wenn eS ntcßr bebarf. 511S N?gel für bie Stenge von Nahrungsmitteln, bie man jü fteß nehmen foll, fteßt 2)iäßigfeit obenan. SSerborbene NaßrungSmittel jeber Qlrt ftnb fcßäblicß; abftcßtlicße 23er« fälfeßung berfelbcn ift baS 23erworfcnfte, waS eS giebt. 3u langes 2lufbewaßren ber NaßrungSmittel taugt nicßtS, benn alle, fo« Woßl bie auS bemSJßier« wiebie auS bem ftnb halb einer fau« ließten 23erberbniß unterworfen. Sieber effe man gar fein Sleifcß, als folcßeS von franfem ober gar ge« faHenem 23ieß. - Wtaftvieß ift bem franfen 2ßieß jiemlicß gleicß ju ftellen unb giebt nie eine gefunbe Naßrung. ©benfo muß man 23ieß auS überfüll« ten Ställen für ungefunb erflären. - 2)aS 2lufblafcn beS ScleifcßeS, um ißm ein beffercS QluSfeßen ju geben, ift wenigftenS immer feßr efclßaft unb füllte nie gebulbet werben. Starf gefallene unb gepöfeltc NaßrungSmittel, eine längere 3eit ßin« bureß in SQlenge genoffen, ftören bie ©ßluft, entfräften bie 23erbauung unb erjeugen Sforbut unb - SBielerlei unter einan« ber ju effen ift nießt gut, bei einem einzigen Srleifcßgericßt, unb bicS nur ein« mal in 24 Stunbcn ju fteß genommen, wirb fteß ber SOienfcß am heften befin« ben. 23eftünbe unfere Naßrung jum größten $ßcil auS 3)hlcß= unb $flan« jenfoft, fo würbe man fcltener etwas von ßißigen, Von Nerven« unb $aul« fiebern ßören. Noße $Pflanjen, Dbft u. bgl. ftnb nur für ©rwaeßfene ju« träglicß. 36 (Sine ju wäfferige Piät taugt nichts, fie enthaftet ben Jt 3u heißer unb ju ftarkea Sfyee, in Plenge genoffen, eujeugtPerVenfchWäche; als Srühftüd fdjwächt et ben Plagen unb raubt allen Plppetit. Pöcnig Srinken macht bie Säfte bicf unb fdparf, erzeugt l;i|tge Sieber unb Skorbut. Pie feine «Rodjkunft, Welche burch il;r ©cmenge auS gefunben PahrungS* mitteln fchleidjenbeS ®ift bereKet, ift in bcr Pöelt hödjft überflüffig. (Sin ©efunber bebarf nur einfad) gefottener unb gebratener Pinge, unb bcr «Rranke bebarf ohnehin niemals eines «RochS. - Pie pikanten Pinge, alS: Pfeffergurken, picfleS u. bgl., reijen nur ben Plagen, um mehr ju effen als er bebarf, unb ftnb immer entbehrlich. PBaffer ift baS befte ©etränk. Soll eS aber fowohl jum «Rochen wie jum Prinken taugen, fo barf eS nicht trübe fein, muß mit Seife vernüfdjt eis neu Schaum bilben, barf beim Sßafchen bie Sßäfdje nid;t gelb färben unb keinen auffaHenben ©eruch ober ©efdjmack haben. SBarmeS Sßaffcr erregt Prutf unb Schwere im Plagen unb fcßwächt benfelben. SaueS PSaffer, trenn man nicht baran gewöhnt ift, erregt (Skcl unb ©rbreeßen. «RaltcS Söaffer ift in gefunben wie in kranken Pagen baS bienlichfte ©etränk, nur nicht bei «galSübeln unb nicht in einem ju großen Uebermafje, benn trinkt man mehr babon als eS ben jebcSmaligen PcrbauungSkräften beS Plagens angemeffen ift, fo wirb man ftatt beS gehofften 33ortk;cilS fich ben größten Schaben jujichen. ©egen ben ©enuß aller geiftigen ©ctränke unaufhörlich ju eifern ift la* cherlich, benn Piemanb achtet barauf. 5luch fdiabcn fie- an unb für ftd) felbft in gefunben Pagen Wohl niemals, nur il;r Plißbrauch hat traurige folgen. Sinb biefe ©ctränke rein unb unberfälfcht, ftnb fie nicht ju jung unb haben fie hinlänglich gegolten, ftnb fie nicht Verborben, fo läßt ftd> gegen ihren mäs fugen ©enuß nichts einwenben. - 3u junge PBcine verberben ben Plagen, erregen «Ropffchmerjcn unb beraufdjen halb. •- QSerfälfchte ©eine erjeugen ©idjt, PruftWafferfucht unb Schlagfluß.-PaS Pier, im Uebermaaß getrun: ken, führt ©ein jum Schlagfluß ober jur ©idjt, and} wirb burch baffelbe bie Perbauung bann noch mehr geftört als burd) ju vieles Sßeius trinken.- Per PScingeift, fei er enthalten worin er Wolle, bringt immer, im Uebermaaß vermehrt, bie Sßirkung eines betäubenben ©ifteS harter unb kann alSbann burch Schlagfluß auf ber Stelle tobten. - Pranntweinraufch, bcr nicht fo heftig ift, baß er auf bcr Stelle tobte, erregt ©rbredjen, betäubten Schlaf unb ßinterbrein heftigen «Ropffchmerj. Picht gering ift bie 3«hl «Rrankheiten unb Seibcn, in welche ©eWohnheitSfäufer enblicb Verfallen. 3u= erft leibet ihr Plagen. Sie verlieren alle (Sßluft unb aud) bie Fähigkeit, et« WaS ju Verbauen. QlUe Plorgen leiben fie an PBürgen unb (Srbrcd;en mit einem brennenbem ©efühl im Plagen. Später wirb il;r ganjeS PerVcnfp* ftem jerrüttet, unb eS entfielet alSbann ber Säuferwahnftnn, (Spilcpfie, Plöbs 37 flnn unb SterVenfcplag. - ©ruftentjünbungen ftnb bei Drunfenbolbcn nidjt feiten, auS benen bei ipnen bann fepr Icidjt bie Sungcnfucpt entftept. Sßor= ZÜglicp bie, welche fdjon in ber Sugcnb SBranntmein trinfen, werben früpzeis tig ein Opfer biefer Jtranfpcit, aber aucp Weiteren ift ftc gcfäprlicp. QBefäUt SSranntweintrinfer ein Sieber, fo ftnb ftc fdjwer ju retten. Die furchtbaren Dualen ber 93ruftivafferfucht machen gewöpnlicp bcm clenben, verachteten Sehen eines Säufers ein Gnbe. Da baS ®rob einen unferer Staprung auSmadjt, fo fann man auf eine gute Sefcpaffenpeit beffclben nicht Sorgfalt genug vcrwen- beit. Gin gutes SBrob barf Weber ju grob unb fdjwarz, noch ju fein fein, ßu lange gcgoprencS SBrob wirb zu fauerunb macht Durchfall; baSungegop* rene ober baS ju wenig gegohreue ift verwerflich, bcnn in lefjterem finbcn ftcp bann noch immer Streifen rollen $eigS, vorzüglich aber ift baS frifcpe, noch warme SBrob, Wie cS bie SieblingSfpcife fo SSielcr ift, alö pöcpft nachtheilig unb unVerbaulich ju meiben. Die mit einfachem SSaffcr bereiteten ©robarten ftnb bie heften. 3)tit SJtilcp angerührt erregt cS leicht SBIäpungen; mit 33ut= ter, Sncfer, mit ©cwürjcn unb aUerpanb Bufap verfertigt bie Jtunft eine SJtenge SBäcfereicn, bie mehr für bcn®cfcpmacf berechnet ftnb, als für bie ®e= funbpeit. 3e mehr Sctt, je mehr Wlanbeln befonbcrS in folgern ®ebäcf befto nacbtpciliger wirft eS auf ben SJtagcn. - «§icr bie befonberen Gigcnthümlicpfcitcn eines jeben einzelnen StaprungSs mittels anzugeben ftnbe icp pöcpft überflüfftg. Seben SJienfcpcn lehrt ja bie eigene Erfahrung hoffet als alles baS Slufzäplen biefer verfepiebenen G'igen= fepaften, waS feiner Statur znfagt ober nicht. Damit will ich jeboep niept fagen, bap Sebermann immer effen unb trinfen folle, waS ihm eben beliebt, fm ©egentpcil empfehle ich folgcnbe allgemeine biätetifepe SBorfcprift fepr ber SBeacptung, bcnn ein vernünftiger ®cnup ber ®abcn ber Statur mufj gleich entfernt fein von peinlicher Slengftlicpfeit, fo wie von leidftftnnigcr Buvcrficpt. Der Sltenfcp ift auf eine ber $flanjcns fowie ber DpierWelt entnommene gemifepte Stahrung angewiefen; ftcp auSfcpliefjlicpcntwcbcr ber $flanzcn= ober ber thierifchen Stahrung zu bebienen, Wirb ihm fietS Stachtheit bringen. Der Säugling freilich bebarf anfänglich thierifchen 2)tilch allein zu feiner Stahrung, unb bie SSerfucpe, il;n ftatt berfclbcn mit aufzufüh fern, haben fiep immer als hvcpfl Verberblich für ihn gezeigt; nach einigen Wtonaten aber fepon verträgt er $flanzenfoft neben ber Sttilch ungemein gut. SSon bcm erflen SebenSjahrc an bis zu bcm SünglingSalter mufj bei feiner @r= nährung bie baS Ucbergewicpt vor ber paben; bei bcm Grwacpfencn aber muff bieS umgefeprt ber Sali fein. Q?ci fepwaeper, fepwammiger mcibe man alles Sabe ober Scpwerverbaulicpe. Die Jtoft mup pier naprpaft fein, babei ift viel Bewegung in freier Suft erforbcrlicp. 38 SSoUblutige müffen alles ju Nahrhafte meiben, desgleichen fette ftarfe Sffieine, fcQwere 93iere u. bergt. fettleibige dürfen nicht Viel mehligte, fchlcintige Sachen genießen; bas gegen find Ncttige, Tnoblaudj, ®cirürje unb alles dasjenige, tvaS hie <§auts auSbünftung unb Urins9lbfonberung befördert, ihnen juträglicQ. lagere muffen baS ©egenttjeil befolgen. diejenigen, bie an -Nagenfäure leiben, muffen rrenig RJflanjens, dagegen mehr thieHfche Nahrung ju ftd) nehmen, diejenigen aber, tvelche von fern ranzigen 9lufftoßen öfter gequält treiben, muffen fich babei lediglich an faucrliche hatten. 2)iit her ®id)t Gehaftete, NerVcnfchtvadje, <§dfterifche unb <§dho$ons driften müffen alles 93lähenbe, fabe, Sdjtrerverbauliche, ©efaljcnc, ©eräus <herte unb QllleS, iraS ihnen Säure erzeugt, vermeiden. 3hrc Nahrung muß mager, leicht unb nid;t erhifcenb fein, auch barf fte nicht Verftobfenb fein. SQid;t allein ber ßonftitution unb bem 9l(tet, fonbern auch ber 93efdfäfs tigung beS -Nenfchen müffen bie Nahrungsmittel angemeffen fein. 93ei einer fixenden SebenSart, befonberS verbunden mit ©eiftcSanftrengungen, muß bie Jtofl fparfamer unb leicht verdaulicher fein, als trie bei einem Sanbmanne. SBaS biefen fel;r trohl nährt unb befommt, ift für jenen unverdaulich, unb trovon jener VoHfommen gefättigt tvirb, babei leibet Echterer junger. (Sine ju einförmige diät taugt nichts. fmincr nur ein unb baffelbe ju genießen ift nachteilig. die Natur felbft treifl unS burdj bie große Wans nigfaltigfeit unb Nerfchiebenheit ber uns bargebotenen NahrungSftoffe unb burch bie in unS gelegten verfchiebenen auf bie Nothtvenbigtcit einer -2lbtred)fclung in biefer 93eji«hung hin. Uluch bie verfchiebene Einlage ber Trantfycitcn, fei fte burd; bie frühere SebcnStreife ertvorben, ober mar fdjon von unferer ®eburt an ber .Reim baju gelegt, verdient immer bei ber 9Bahl ber Nahrungsmittel bie allergrößte 93 es rüeffrehtigung. Nur baburch allein fann ber von fdfirinbfüdftigen, ffrohhUs löfen, gidjtifchcn, mit bem Stein behafteten (Sltern ©cborene allen biefen Trautheiten entgehen, tvenn er bie in allen biefen verfchiebenen Trautheiten von ber Qlrjneifunft gebotenen biätetifchen QSorfchriften genau befolgt, dljut er bicS nidjt, fo trirb er burch fein anbercS Wittel feinem traurigen Sdjicf* fale entgehen. - 5lber and; alle diejenigen, iveldje an einer beriobifeh iviebera fehrenben Trautheit (j. 93. ®idjt, goldenen Albern, ®vilevfte u. bcrgl.) leis ben, tonnen in ber fefjeinbar gefunden 3'i'ifchcnjcit nie Sorgfalt genug auf eine gehörige 5liiSivahl her Sveifcn unb ©etränfe vertuenden, trenn ftc die* fen ivohlthätigen 3citabfd;nitt ber Nüße nidjt abftchtlich verfürjen unb ben darauf folgenden Qlnfall flürntifdfer unb gefahrdrohender madfen trollen. lleberladung des NtagenS, fo trie langes haften, befonderS trenn man glaubt, baburch bie üblen folgen ber Sdjleinmcrei befeitiger ju tonnen, fdfas bet immer beit üBerbauungSfräften; gleidjeit Nachteil bringt cS aber auch, 89 Wenn man nid?t regelmäßig ju einer beftimmten Beit feine SDlaßljeitcn hält, längere Beit ohne SQatyrung ju Bleiben ifl jungen Leuten nad;tßcilig, allein im höheren Filter fann bieS fogar lebensgefährlich werben. ©S Vermehrt bie SBlähungSbefcßwerben, an welchen ftc in ber {Hegel ohnebicS fd)on viel Iei= ben, ungemein, unb fehr oft beobachtet man, baß alte Seute von Scßwinbcl, ja fogar Von Dhnmacßten befallen werben, bie allein in ber Scere beö 2JlagcnS ihren ©runb haben, benn ein ©laS Sßcin, ein Stücfcßen 23rob ober irgenb eine anbere fefte Nahrung beugt folcßen Unfällen mit ©ewißheit Vor. Sicß mit einigen Haffen (Jaffee ober H'hee unb etwas Semmel bis jum SRittageffen ju begnügen, ift auch für viele 2lnbere nachteilig; eS fd;Wäcßt ben Qlpvetit, verbirbt bie Säfte unb füllt ben SRagen unb bie ©ebärme mit SBinb. 3m ßoßen Elfter aber mag bieS woßl nicht feiten bie Urfacße eines unerwarteten fcßnellen HobcS fein. HeSßalb feilten befonberS alle biejenigen, bie fpät ju SRittag effen, ftetS ein fräftigereS ju freß nehmen. ©ewößnlicß nimmt man ein leicßtcS unb ein fcßwereS s2lbcnb= brob ju freß; umgefeßrt würbe bieS ber ©efunbßeit weit juträglicßer fein. 3ßt man beS RlbcnbS wenig, geht man nicht ju fpät ju 23ett, unb floßt man 2RorgenS bei Beiten auf, fo verlangt unb verträgt man auch gewiß ein fräf= tigeS Srrühßücf. Sebe bebeutenbe fcßneUe 23eränberung in ber Diät ift gefährlich. QBaS ber SWagen feßon immer ju verbauen gewoßntwar, wenn eS aueß fonfl ber ©efunbßeit weniger juträglicß ift, wirb ißm jebenfallS aueß beffer bekommen, als felbft eine gefünbere, aber ungewohnte Diät. 2Ruß ber äußeren 23erßält= niffe we-gen eine folcße 23eränberung eintreten, fo muß bieS wenigftenS fo naeß unb naeß als nur möglich gefeßeßen. Der fcßneUe Ucbergang von einer fVärlidjcn einfachen oft ju einer fcßwelgeriftßen Hafel ift eben fo gefäßrlicß, als wenn baS umgefeßrte ber«&aU ifl. Der ganje innere <§auSßalt unfereS •RöripcrS wirb babureß in Unorbnung gebracht, waS leidjt bie fcßlimmften folgen ßaben fann. 2Benn eine geU'iffe Drbnung unb {Regelmäßigfeit in ber Diät aut rnts mer bringenb anjuemßfeßlen ift, fo ift eS boeß baß man einen Heinen ©geeß hierin oßne allen SRacßtßeil begehen fann, wenn er fteß nur Hießt gar ju oft wieberßolt. «Rein SRenfcß wirb ißn immer vermciben fönnen, biejenigen aber, bie mit ju ängftlicßcr Sorgfalt fieß an bie biätetifeßen 23or® feßriften binben, finb alSbann bei Vorfommcnben fällen am meiften gefäßr= bet, wenn fte Von ißrer ftreng gewwßnten SebenSorbnung abweießen müffen. 2)iit fteter {Rücfjtcßt auf einen gewiffen ©rab Von SRäßigung ift eS baßer felbft anjuratßen, nießt immer bei ju Verharren, fon= bern von Beit ju Beit fteß in biefer 23ejkßung eine fleine Unregelmäßigfeit ju erlauben. § 39. &0tt bet ßuft. ©ine fehr unb immer noeß viel ju Wenig beaeßtete Duelle Vieler «Rranfßeiten ift eine ungefunbe ßuft. <£>ier foU 40 .{eßt von benjenigen Suftarten bie {Hebe fein, wclcßc bureß ©rftiefung einen S ob ßerbeifüßren fönnen, jonbern nur von berjenigen fcßlccßtcn SBefcßaffenßeit biefer allgemeinen ScbenSquclle, wclcßc, obgleich nur unnterfs lieft, boefy nicht ntinber geivif; bic ©efunbheit unfereS Jtörper3 untergräbt. ßunäcßft wirft alles baSjenige, waS bie allgemeinen ©igenfcßaftcn ber Suft in einem ßoßen ©rabe veränbert, nachtheilig auf uns ein. 45ierßer gc= hört ju große Söärnte, «Kälte ober ft'eucßtigfeit berfelhen. ßu große £i$e Vermehrt unb Verbirbt bie ©aUcnabfonbcrung unb giebt bem 33lute eine aufs gclöfte Befcßaffenßcit, baßer entfloßen bann Sehers unb ©aUcnfranfßeiten aller Hirt, fowie ©allons unb anbere bösartige Sicher; beSgleicßen bic Nnßr, 33rccßrußr (nietet bie aftatifeße) u. f. W. .Kälte erjeugt rßeumatifeße unb fas tarrßalifcßc {ßefeßwerben: ift ftc feßr ftreng,bann <£>alSs unb {ßrufientjünbun« gen. ßu große Seucßtigfeit ber Suft benimmt bem .Körper feine Spannkraft, ift vorjüglicß ben matten, fcßwantniigcn Jtonftitutioncn nacßtßeilig unb er* jeugt allgemeine {ßerfcßleimung ber «Säfte, Scßleinis unb HBccßfelßcbcr unb biSponirt jur HBafferfucßt. £>ie Suft auf Sergen ift jwar reiner als bic in ber Siefe, allein feßwaeße unb jur ©ntjünblicßfeit geneigte Sungcn (baßer bei Sungenfnoten unb ber Hinlage jur Sungenfcßwinbfucßt) vertragen ftc nießt, benn für folcße ift ftc viel ju aufregenb unb reijenb. S)aS ßufammenfein vieler SJienfcßen in einem verfcßloffcncn Nannte, wo bic frifeße Suft feinen freien ßutritt ßat, verbirbt bie Stift feßr halb in einem ßoßen ©rabe unb wirft bann bcfonbcrS ngcßtßeilig auf nervcnfcßivacßc, rei j= bare Serfoncn, tvelcße bcSßalb auch überfüllten Jtircßciv, (Scßaufßielßäus fern, ©efellfcßaften u. f. w. fo leießt unwoßl, jafelbft oßnmäcßtig werben. Sie Suftv'erbcrbniß wirb aber an allen biefen Drten nocß bebcutenb babureß Vers nteßrt, Wenn bafclbft jugleicß atteß nocß viele Sicßter brennen, bie ben «Sauers floß abforbiren. • 3cbc SBoßnung, ju welcher bie Suft feinen freien ßutritt ßat, ift itnge« funb unb follte nie gewäßlt werben. Sa bie Hlrmutß in großen Stäbtcn gc« wößnlicß auf folcße HBintcl unb Söcßcr angewiefen ift, fo ftnb aueß eben beren SBoßnungen fo oft ber £ccrb bösartiger, anftccfenbcr <Scucßcn. Namentlich ift öS bie untere Suftfcßicßt in großen «Stäbten, wclcße immer mit Sünften unb llnreinigfeitcn aller Hirt gefeßwängert ift, unb nur bie obere Suft ift reis ner unb junt Hltßmcn gefeßiefter. Scßßalb ftnb alle SBoßnungett unb befons bcrS alle Sclßafvläße auf ebener ©rbc nießt fo gefitnb als im erften Stocfs werf; ja in feßr volfrcicßcn Stäbten ober in ber Näß/ Von SBaffcr gewährt erft ber jweite Stocf ben {ßortßeil einer jum Hltßnicn tauglichen Suft. 3e luftiger ein 4?auS ift, befto gefünber ftnb bicüöoßnungcn inbcmfelbcn; bleibt öS immer ängfllid; vcrfCßloffcn, waS namcntlid) int QBintcr ßäußg ber fraU ift, fo fann ftd) bic Suft in ißm nidjt erneuern unb ift bann ber ©cfunbßcit nid)t meßr juträglid'. Hlud; bic ßimmer folltcn gelüftet unb bcfonbcrS bie g-enfter ber «Scßlafjimmcr ben gahjen Sag über nidß gcfdßoffcn werben. ©S 41 giebt '-Biele, bie haben eine prachtvolle SBohnung, «Hein ju it)ren Schlafge» mädjern wählen fte bie engften unb verftecftcflen 3immer. daran tbun fte jcboch äußcrft unrecht, bcnn nie feilte bag Schlafzimmer ber Suft unb ber Sonne entbehren, fonbern ftctö hoch unb geräumig feilt. Sag fleißige Säften ber ift für bie nicht minber woßlthätig. Obgleich eine ges funbe Söößnung luftig unb trocken fein muff, fo barf fte beghalb boef; fcincß= wegg jugig fein, feuchte SSänbe im Bintmer, fteinerne Sußböben, fctyXcctyt fefyliefjenbe illjüren unb fünfter bringen ftctg im Schlaf» Zimmer bie lebernen Schuhe ober Stiefeln mit grünem Schimmel Bcbecft, fo Zeigt bieg an, baß eg feucht unb begfyalb jum ScfylafgcmacQ untauglich ift. 8rür bie Stäbter ftnb bie Sommerwohnungen von großem Stufen, bcnn nichtg kann vorteilhafter in <§infid)t ihrer Oefunbheit für fie fein, alg wenn fte wenigfteng bie Stacht in einer reinen unverborbenen Suft jubringen tonnen, ftcher werben fte baburch Vor manchem fte bebrohenben liebel SlcrVcnfdjwache, Sdjwinbfüdjtigc, ©ngbrüftige u. bgl., befonberg aber bie <§9!pochont>rtftcn, foUten fo Viel alg möglich ben Slufenthalt in großen Stabten meiben. 3a fdjon oft hat man gefchen, baß biefe Unglücklichen, bereu Scibcn bureß nichtg konnte gemilbert werben, ganz allein burch ben -Aufenthalt auf bem Sanbe baVon befreit unb fte wicbcr heiter unb lebensfroh Würben, daffclbc gilt auch bei nerVcnfchwadjen, hpftcvifdjcn, ju KrantpfzufäUen aller 5lrt geneigten grauen, diejenigen aber, bereu SSerhältniffe eg nicht geftatten, ftd; biefen wohltätigen ®cnuß ber Sanbluft ju verfchaffcn, bie follten bot fueßen, wenigfteng einen Grfafc barin ju ftnben, baß fte fit fleißig Sewtijung im freien machen unb barauf feßen, baß ihr >§aug unb ihre Söohnung fo luftig.unb fo frei von jeber SuftVerunreinigung gehalten Werbe alg nur möglich. die Sanbhäufcr mit bitten 93aumanpflanzungen ju umgeben, ift jwecf= wibrig, bcnn eg fperrt ben freien Betritt ber Suft unb macht fte feucht, naß. falt unb ungefunb. doppelt ftäblit ftnb folche SKälber um bie Käufer in flachen Slicberungcn. Ungefunb alg5Bohnplä|e ftnb auch bio engen Thälcr, befonberg wenn fte ft<h von Süben nach Sterben öffnen, bcnn eg herrftt in unb nahe bei benfelben ein bößänbigcr 3ug, unb bieSuft ift mitdünften ges feßwängert, bie ftch manchmal in fo ein SThnX gleichfam einfperren. - die Stahe ftehenber ©cwäffcr ober Sümpfe muß fo viel alg möglich Vermicbcn werben, bcnn aug ihnen entwickeln ftch oft bie Stift verpeftenbe dünftc unb erregen gefährliche unb anftcckcnbe Krankheiten, die aber, welche genöthigt ftnb einen folgen SBohnorfju wählen, müffen bann wenigfteng fud;cn, bas felbft fo troefen alg möglich ju wohnen, müffen eine kräftige diät führen unb ftch in jebem ber größten Htcinlichtcit befleißigen. •Allcg Sticchbare Verbirbt bie Suft, SSghlflcvüche nicht auggenommen; aber eg giebt SSieleö, wag nicht riecht unb bennoch bem Slicnfchcn höd;ft Vers berblid; werben kann. Splan entferne baher aug feinen SBohngemädjcrn alle übelriechenben, fowie alle wohlricchenbcn ©egenftänbe, befonberg aber aug 42 feinem Scplafgemacp aHe blüpenben unb rieepenben ©ewäcpfe. ©anj btfon» berg nacptpeilig ftnb bie fo lieblicp rieepenben weip unb gelb blüpenben Swies belgewäcpfe, aber auep Steifen, SSeitcQen, ®opnenblütpe, trenn man fte in Vers fcploffcnen Simmern jur Slacptjeit unb im Scplafe einatpmet, geben ju Rin« fällen Von Scpwinbel, unb wopl felbft jum wirfliepen Sobe Sßers anlaffung. ©ine Vorjüglicp grope©invfänglicpfeit für bie nacptpeiligcn ©in« Wirfungen biefer QSoplgerücpe finbet fiep allerbingS nur bei nervenfepwaepen 2Räbcpen unb trauen unb bei <§9pocponbriften. 3« ben nicQt rieepenben, aber pöcpft gefährlichen SSerbcrbniffen ber Suft in Simmern gehört nanients lieh ber Äoplenbunjt auS hartem, befonberS aber auS ©icpenpolj, burch web epen festeren nach ©rfaprung fiep bie mciften Grfticfungöfälle ereignet haben. Um ein foIcpcS Unglücf bei biefer Neuerung ju Vermeiben, fepe man forgfältig barauf, bap bie Defen wie bie Jtamine einen gehörigen Sug haben, unb bap fo lange noch Kopien glühen, bie Jlöpren niept gefcploffen werben. Steins fohlen, bereit Dunft jwar rieept, unb ber beöl;alb auep leiepter wahrnehmbar ift, finb noep gefäprlicper unb Verlangen eine noep gröpere 23orftcpt. ©in fcpäblicper ©ebrauep ift eS, wo man mit >§0(5 einpeijt, baffelbe vorher junt Srocfncn hinter ben Ofen ju legen; auS biefem >§olje ftrömt, wenn eS warm wirb, ebenfalls eine erftiefenbe Suftart. Der ©ebrauep ber Äoplenbecfen, ben manepe grauen fepr lieben, macht fte bleich, erjeugt Scpleimflup unb fann in gefcploffenen Simmern ©rftiefung perbeifüprcn.- ©äprenben Srobteig, fo wie Sauerfopls, ©urfens ober SBierfäffer im Simmer ju haben, ift immer gefäprlicp. ©beit fo nacptpcilicp ift baS SJewopnen Von Simmern, bie mit auS Serpentin unb anberen Delon bereitetem Sirnip ober Warben frifdp überftriepen ftnb. Sßebarf fepon ber ©efunbe ber frifepett reinen £uft, fo ift fte für Jtranfe noep weit unentbcprlicpcr, unb boep läpt man ipn fo feiten biefe HBopItpat geniepen. IRur ju allgemein perrfept baS fcpäblicpc SJorurtbeil, bap jeber Jtranfc fo Warm als möglich gepalten unb feber Sntritt ber frifepen fiuft in fein Simmer müffe verpinbert werben, woper eS bann aber auep foninit, bap man bei bem ©intritt in fo ein Simmer burep ben Dunft unb bie <§ifce Icicpt cpnmäcptig werben fönnte. Dap aber fo eine £uft niept bie SBiebergenefung beS Äranfen beförbern fann, ift wopl leidjt begreiflich;, wie alle SRebicin ift frifepe £uft für ben Jtranfen; bie für Jtranfenjinimer geeigs nete Semperatur ift + 14-15° IR. ntup bie täglicp erforberlicpe Stiftung unb beS SimmerS mit QSorftcpt bamit ben Traufen babei fein Suftjug treffe. Qluperbent ntup aber auep 5lfleS, waSbie Suft-ini Jtranfenjimnicr nur im SRinbeftcn verunreinigen fann, fogleicp auS bcmfelbcn entfernt werben. mit Scpwäcpe ber Sungen, fclbft Sungcnfüdjtigcn bringt bie RluSbünftung frifcp gcacferter gelber, ber fogenannte £umuSgerud), fowiebic anunoniafpaltigc Suft in Jtiipfläden ©rlcicpterung unb Stärfung. 43 § 40. 93on bet ©aß her beßimmt iß, im (Schweiße feines SlngeßchtS fein 33rob ju offen, iß wahrlich fein 5'lucfy, bcnn ifynt wirb ja bafür ©efunbheit unb froher SebenSmuth. umfonß Vers fat; uns bie gütige Statur mit bcm mächtigen Driebe nach Bewegung; biefer iß unS ju unferer Spaltung gewiß eben fo nothwenbig als bie Stauung. Durch Unttyätigfeit erfcßlaßt ber ganjc «Körper unb öffnet einem £eere von Jtranfßeitcn bie S'fyore. Die 23erbauung wirb gcfdjiväcfyt, bie SBlutbereitung fehlerhaft, bie Qluöfcfyeibung ber «Stoffe träge unb mangelhaft, unb Sehers, 9iicrcn= unb anberc bebeutenbe UnterlcibSfranfheiten finb bie fyolge bavon. Stur Hebung unferer förderlichen .Kräfte gemährt unS Schuh bagegen, fowie biefe auch nur allein im Staube ift, bie traurigen folgen ber Drägheit ju beßegen. macht fehwaeße, reijbare Sterben; boeß bie ßch in freier Stift tüchtig bewegen, bie wißen nicht, was Sterbenfchwäcbe unb entgehen ben Dualen ber <§dßerie unb *§9pochonbrie wohl faß immer. Dh«e freie QluSbünßung ber 4?aut fann ber SWcnfch nie gefunb bleiben. SSo aber förderliche Dhätigfcit unb Bewegung mangelt, ba wirb biefe auch halb geßört werben, woraus bann ®icht, SthcumatiSmuS unb fehlerhafte ßu* ßänbe aller Slrt nothwenbig entflohen. llnthätigfcit unb Dräghcit fann leicht jur ©ewohnheit werben, unb bie gcringfte Bewegung ivirb bann nur mit Üßibcrlvillen unb nach vieler llebcr= winbung unternommen, wie bieS fo häufig bei ben hbbvchonbriftcn ber 8aU ift, bereu Scibcn oft baburch allein unbezwingbar werben. Darum feilte man cS ftch ju einem unerläßlichen ®ebote machen, eben fo Wenig, als man öS unterläßt täglich «Speife unb Drauf ju fiel) ju nehmen, eben fo Wenig bie tägliche Bewegung unb baS jwar wo möglich im freien ju Verabfäumcn. Jteiixe DageSjeit iß aber Ißcfjn geeigneter, als ber frühe borgen, troburch man auch bem fo überaus fchwächenben langen Siegenbleibcn im warmen ®ette am 93cßcn abhilft, ©ine folctje frühe SDlorgcnbewegung erheitert ben ®cift, iveeft ben Slddetit nnb verleibt Jtraft bem ganjen Mörder. ©in Dräger flagt beßänbig über Unwohlfein im Silagen, über 3Blä= hungSbefchivcrben, UnVerbaulichfeit u. f. iv. Diefe Scfchiverbcn unb Klagen aber bahnen nur ben Söeg ju Viel ernßeren Sciben. 3u befeitigen ßnb ßc aber nur burch tüchtige Seivcgung, wovon ben Jvranfen aber leiber feine Dräghcit gewöhnlich abhält. Die beße Slrt ber Bewegung iß immer nur in freier Stift, unb baS jwar entweber ju 5uß ober DaS fahren ift in ber Siegel ungenügenb, WaS befonberS biejenigen beherjigen feilten, welche glauben, eS fctßcfe ßch nicht für reiche Seute, ju fVuße ju gehen. Jtann man fein ßimnter nicht verlaßen, fo muß man ju allcrhanb ScibeSübungcn feine ßußueht nehmen, unb baS SSilliarbs, 33all= ober Jtegclfdiel u. f. w. muß bie Stelle ber Sdajicrgängcr alSbann vertreten, ©traben, <§oljfägen, hobeln u. f. w. iß jwar in biefer 93ejichung auch anjuemdfehten, nur h«t ntan alSbann befonberS barauf ju 44 ftßen, baß bie IHnftrengung unb Srmübung habet nießt jtt groß tverbe, ma$ übrigens aber aueß bei jeher anbern -21 rt von SeibeSbemegung ftetS ju berüef= fteßtigen ift. Unter einer jmeef mäßigen Leitung unb bei einer gehörigen Ses auffteßtigung ftnb für bic Srmacßfenen fotvoßl als für bie Sugcnb, ja felbft für baS finbließe b'llter baS ©urnen unb bie Seßmimmübungen bie paffenb= ften unb fräftigften Wiittel, um ben «Rörßer abjußärten, bie ©efunbßeit ju ftärfen unb ißn Von «RranfßeitSanlagen, ja Von einer SKcnge Von «Rranh ßeiten felbft ju befreien. UBill man bei «Rinbern baS Scßiefmerben, melcßeS in ben meiften fällen auf einer tßcifS allgemeinen, tßeilS örtließen Seßmäeße berußt, verßütcn, ober baSfcßon begonnene mieber befeitigen, fo giebt eS unter allen Umftänben fein beffcreS Mittel als turnen unb Seßmimmcn, unb löbs ließ ift cö, baß bic Sorurtßeile bagegen beim meiblicßen ©cfeßleeßt bureß baS naeßaJfmnngSmcrtße Seifßiel ber ßoßeren Stäube anfangen ju verfeßminben. SQießtS ift aber vcrmerfließer als ber Olatß berjenigen, meleße feßiefmerbenbe junge Seute unb «Rinber glauben babureß mieber grabe ju maeßen, menn fte biefe eine lange Seit ßinbureß baS Sett ßüten laffen, beim babureß mirb notß= menbiger ffieife bie Seßmäcßebeö «RörßerS unb mitßin bie Urfacße bcS UebelS nur noeß Vermeßrt. Ueberßaußt beßerjige man noeß bie SÖaßrßeit: ©räg= ßcit unb moralifeßer Unmertß geßen ftetS <§anb in *§anb; unb Untßätigfeit füßrt bie SinbilbnngSfraft auf gefäßrlicße b'lbmege. § 41. fBom «djlaf. 9lucß ber Seßlaf verlangt unfere Ulufmcrf; famfeit. 3u menig Seßlaf feßmäeßt unb erfeßößft bie StftVenfraft; ju viel Seßlaf niacßt ftumßfftnnig, feßmemnit ben «Rörßer auf unb maeßtjum Seßlag= fluß unb jur Säßmung geneigt. 52Ufo aueß in biefer Sejießung barf man nießt Von ber SDiittelftraße abmeießen, jeboeß unterliegt eS einigen Seßmierig= feiten, ßicrin baS rechte 2Raß ju beftimmen. ©aS «Rinb bebarf meßr Seßlaf als ber ©rmaeßfenc, ber -llrbcitSmann meßr als ber SDtüßige, ber Seßlemmer meßr als ber Sntßaltfame. Seboeß mie viel ein Seber baju nötßig ßabe, ift nießt ju beftimmen; ber Sine füßlt fieß naeß einem fünf* bis fceßSftünbigcn Scßlafe geßörig geftärft, mäßrenb ein Zuberer baju 8-10 Stunben bebarf. Jtinber fann man immer feßlafen laffen, fo lange fte nur trollen; für einen Srtracßfcnen genügen ftetS 6-7 Stunben, unb niemals trirb öS ein tvaßreS Sebürfniß fein, ben Scßlaf über 8 Stunben ßinattS ju Verlängern, ©ie bieS tßun, feßlafen eigentlich nießt, fonbern fte liegen bloS in einem ßalb maeßen, ßalb träumenben Buftanbc ba, merfen fteß im Sette ßerum, feßlummern nur etmaS gegen borgen unb verträumen ßalb maeßenb alSbann bie Beit bis 9 Ußr. SBer gut feßlafen mill, muß am früßen borgen baS Sett verlaffen. ©ie Otatur ßat jum Seßlafe bie Slaeßt beftinimt; ben ©ag jur Oiaeßt unb bie 9lacßt junt ©age ju maeßen, mie eS bei ber vorneßmen SLGelt Sitte ift, fteßt im SSibcrfßrucß mit ißren ©cfeßen, meSßalb aueß bie Strafe nießt auSbleibt, unb feßon mantßeS blüßenbe £eben ift ein ©vfer biefer Unnatur gemorben. Um gut ju feßlafen, unb Vom Seßlafe geftärft ju merben, muß man fteß 45 gefeörige im treten macfeen, ßarfen S'fece unb «ftaffee meiben, ein IcicfetcS Olbenbbrob genießen unb vor Oldem ein feeitereS, rutjigeS ©emütfe bes ßfeen. 2)ieS ßnb bic bewäferteßen Cfeiate. Winßcfetliefe eines leichten OlbenbeßenS in Sejug auf einen guten Scfelaf ßnbet man jwar einzelne OluSnafemen, aUcin barauä barf man nie im 2l(lge= meinen auf bic Olotfewenbigfcit einer fefeweren Olbenbmafeljeit jur 39eförbes rung beS guten ScfelafeS fefelicßcn. ©ewofenliefe finb öS ja auefe nur Solefee, weltfeen auS ©ewofenfeeit bicS jum Qkbürfniß geworben iß. Sn ber Otegel erjeugt bicS immer einen uncrquicfliefeen, unrufeigen Scfelaf, Crucf im 2Ra= gen, ängßliefee träume, felbß baS Olfepbrücfen u. f. w. 5£)en SßormitternacfetSfcfelaf feält man allgemein für ben ßiirfcnbßen. Cb bieö ßefe wirfliefe fo Verfeält, ober ob bieS bloß Sacfeeber ©ewofenfeeit ift, laßt ßefe eigentlich niefet beßimmen,bocfe fcfecint eS wofel feine Hlicfetigf eit jufeaben; benn ba bie früfeen OWorgenßunben auSgemacfet jur S'feätigfeit unb Weiterleit bie beftc finb, fo werben auefe Wofel bie erßen St unb en ber Stacfet jur OBcförbcrung eines erquiefenben ScfelafeS bienen. - Sorge für einen guten Scfelaf, bicS ift bie golbene {Regel, um gefunb ju bleiben unb lange ju leben, benn waS ber jag bem «ftörfe&r an SebenSgeiftern entjog, wirb burefe ben Scfelaf in ber Olacfet ifem wicber erfefet. §42. ber "Befletbung bcc Äürperö. CaS Jtlima muß bie SBafel ber JUeibung beftimmen. SSicl vermag jwar in biefer Sejiefeung bie ©ewofenfeeit, bemofeneracfetet fann fie bie ©efefee ber Statur boefe niemals ganj umfloßen, unb immer wirb man im feofeen Slorben anberer ©cllcibung. bebürfen als unter ber Binit. Olußer biefer nörblicfeen ober füblicßen Bage Bänbcr muß man in Winßcfet ber SBabl feiner Kleiber auch auf bie übrU gen flimatijcfeen SSerfealtniße |cmcS Oöofenortcb *tu<f!c!?t wb br.b *l befonberS berüctßcfetigen, ob feine Sage offen unb er jebemBBinbe bloSccßellt ift, ob baf?lbß ein fcfencllcr Oßecfefcl ber jemberatur unb ber übers feauvt feerrfefeenb ift ober niefet. - Sn ber Sugenb, iro bei kräftiger Waut= auSbünftung ein Ueberfluß an Bebenswärme vorfeanben ift, bebarf eS niefet jener marmen ©efleibung, bic für baS Sliter unerläßlich ift« Ccnn im Vor* gerüeften Qllter entflefeen eine 2Renge Von Jtranffeciten burefe geflörte Wauts auSbünftung, ircSfealb eS benn auefe feöcfeft mofeltfeätig ift, im 8'ad man niefet früfecr bie W«ut burefe Olbfeärtung geftärft feat, fiefe an iroUcne Sctleibung auf bloßer Waut ju getoöfencn. ©roße muß man ftctS beim SBecfefel ber Sommers unb 2Bin» terfleibung beobaefeten, man barf Weber bie Jtlcibung ber einen SafercSjeit ju tief in bie anbere feinein tragen, nodfe barf auefe ber OBecfefel ju grell fein. Sefeon -Dtancfecr feat ftefe ben Sob jugejogen, ber beim erften warmen fVrüfes lingStage bie SBinterfleiber ablegte unb luftig wie im Sommer einfeerging. 93iel iß fefeon über bie wafenßnnige Suefet ber OBeiber, iferer Saillc niefet bie mcnfcfeliefee Sorm, fonbern bie ber Snfeften geben ju wollen, gefferoefecn 46 nnb gefcßrieben worben, unb täglich fönncn fte ftd) mit eignen klugen Von ben traurigen folgen eines folgen SBahnftnneS überzeugen, bemoßnerachtet bringt fte bieS 2llleS nicfyt bavon ab. Gin ®lüd*ift öS nod), trenn eine SRutter erft naeß Vollenbeter Gntwidelung beS Jtörtperö ißrer Socbter öS ißr geftattet, biefer Gitelfcit ju frößnen, unb fte ißr «ftinb nicfyt felbjt fcßon vor biefer Seit in biefen unnatürlichen ßmang preßt. (So wie eine erfünftelte feine Sattle fcßon manche Sdfönßeit franf unb elenb gemacht, fo ßat fte auch ein erzwungener fcßmaler Heiner 8ruß fdjon oft Zum gemacht. Hühneraugen unb eingetrachfene SQägel ftnb ja ber unausbleibliche Soßn biefer Gitelfeit. (Solche eitle ©amen folltcn boeß bc» benfen, bah ein grajiöfer ®ang, biefe hohe 3ierbe ber SBeiblictjfeit, nur burct) eine freie Bewegung ber ßeßen fann erlangt werben, benn fonft fchreitet man trie auf Stelzen einher, ©eSßalb vermiet man aber auch gewöhnlich biefe fo reijenbe Gigenfcßaft bei unfern ©amen, benn fchon alö Jlinber werben ihnen bie ßeßeu ade über einen Haufen gepreßt, weshalb benn auch ißr ®ang ftctS unbeholfen unb ftolprid)t bleibt. Oe feflen ©ürtcl unb Schnallen, mögen fte angebracht fein wo fte wollen, ftnb immer nachtheilig, benn fte verhinbern ben freien Umlauf beS VluteS unb aller übrigen Säfte. Sim fcßäblicßften ftnb aber in biefer Ve» Ziehung bie feft angelegten HalSbinben, benn bureß fte wirb ber {Rüdfluß beS ißluteS auS bem ®eßirn gehemmt, unb fte erzeugen beSßalb Jtopffdjmerj, Scßwinbel, Slugenfeßler, Scßlagfluß unb anbere Äranfßeiten. üiobufte welche Hiße unb Jtälte gleich gut vertragen, haben auch nicht nötßig, befonberS ängftlicß in ber SBaßl ihrer Jtlciber zu fein» Sluch wirb wohl Seben baS eigene ®efüt;l am beften Icßren, ob er gegen bie Jtälte hinlänglich gefeßüßt ift ober nidjt, unb jener große Slrzt hat woßl {Recht, wenn er behauptet, baß nur Vettler unb Starren frieren tonnen, lefc» tere auS 2)1 angel an Verftanb, erftere auS Mangel an Mitteln. SlicßtS i.fl aber fo fcßäblicß, als bie 2)lobe, ben {Rüden feßr entblößt zu tragen, benn felbft eine Grfältung ber Vruft hat nidjt bie böfen folgen, bie eine Grfältung beS {RüdenS nach fteß zießen tann; befonberS ift bieS ber ftall bei jüngeren Sßerfonen, bie eine Einlage zur Shtngenfucßt haben, ©en Unterleib unb bie Schcnfcl übermäßig warm zu halten, vermehrt befonberS ben Qlnbrang beS SSluteS zu ben weiblichen ®efcßled;tstßeilen unb tann S3lut= unb Scßleim» flüffe, fo wie Störungen aller Slrt in ben Verrichtungen biefer ©ebilbe er» Zeugen; allein bei weitem häufiger entfloßen begleichen 29efd;Werben in g'olge von Grfältung, welche ganz namentlich fo ungemein ßäuflg ben Abgang wei» ßer Säfte bet biefent ®efchled;te ßerVorbringt. ©eSßalb ift in nuferem Jilima, wo ein beftänbiger SBcchfel ber SBitterung ßerrfcht, baS ©ragen bünncr Veins flciber ben -Stäbchen unb grauen nicht bringenb genug anzttcmpfeßlcn. § 43. ®£Ht fccr SRäßigfeit unb baS ftnb, wie ein bekannter $ßilofopß mit {Recht fagt, bie beften Merzte; nur fei» 47 ten foulte man unterer bebürfen, fänben btefe überall meßr (Eingang.-©c* trachten foir bie ©efeßaffenßeit unfereS JtörperS aueß nur oberfläeßließ, fo foerben foir unS boeß halb überzeugen, fote notßfoenbig eS fei, bie ©efeße ber Sftäßigfeit nie außer Acßt zu laffen. 9lur foo bie feften unb flüffigen 5ßeile fm Staube ftnb, bie regelmäßigen ©errießtungen unfereS Körperbaues geßö* rig ju vollbringen, fann bie ©efunbßeit befteßen; Alles aber, foaS jene in Urtorbnung bringt, raubt aueß biefe. Unmäßigfeit ftört aber ben ganzen tßierifeßen <§auSßalt, fle verbirbt bie ©erbauung, erfeßlafft bie Serben, bringt alle Abfonberungen in Unorbnung unb füßrt eine feßlerßafte SDiifcßung ber Säfte ßerbei, mitßin aueß ein ganzes >§cer Von .Rranfßeiten. Uebermaß, felbft in ganz gefunben Saeßen an unb für fteß felbft, ßat immer Verberbiicße folgen unb beeinträchtigt ben Körper. Sie ßöeßfte menfeßließe SBeiSßeit be* fießt ta nur in ber Selbftbeßerrfcßung, unb nur bureß fte allein tonnen foir auf ben ©ßarafter vernünftiger üöefen Anfprucß maeßen. Der SflaVe feiner ©elüfte ift ein Scßanbflecf ber nienfcßltcßen SQatur. Der Seßöpfcr begabte unö mit Drteben zur ©ermeßrung beS ©efcßlecßtS unb zur ©rßaltung beä Einzelnen. Unmäßigfeit übertreibt ißren ©enuß, nur Der Mäßige maeßt ben geßörigen ©ebraueß von ißnen. Der -Utenfcß, ber nießt zufrieben mit bem einfaeßen ©erlangen ber Statur ift, feßafft fteß fünftlicße ©ebürfniffe unb jagt efoig naeß neuer ©efriebigung feiner £üfte. Allein bie ©efriebigung eines unnatürlichen ©SbürfniffeS fann nie zu einer QBoßltßat für ißn foerben. Die Statur begnügt fteß mit Sßenigem, ber £ujuS fennt feine ©renzen. Deßßalb foirb ber Scßlemmer, ber Drunfenbolb, ber AuSfcßfoeifenbe, nie früßer feinen tleibenfcßaftcn ©inßalt tßun, als bis ber ©eutel ober ber Körper ißm bie Mittel zu ißrer ©efriebigung verfügen, unb nießt früßer fommt er z»r Gr* fenntniß feiner Dßorßeit, als bis eS zu fpät ift, bie traurigen folgen berfel* ben foieber gut zu maeßen. Daß AuSfcßfoeifungen jeber Art ben Körper unb ©eift zu ©runbe rießten, ift allgemein befannt, leiber aber aueß, baß troßbem bieS immer Von ben ©Süßlingen unbeaeßtet bleiben foirb. Sttöcßten biefe aber immerßin ißren lüften frößnen, fte entgeßen ißrer «Strafe nießt, boeß ßöeßft betrübenb ift eS, baß biefe bann leiber aueß bie unfcßulbtgen .Rins ber, beren .Reim fo vergifteten UrfprungS ift, erreießt, fo baß fte aueß mit ©ieeßtßum, Jtranfßeit unb früßem Stöbe für bie Sünbcn ber ©Item büßen müffen. § 44. $ott bet 9ietnlt4)fcit. Unfaubcrfcit fann nie entfcßulbigt foerben, benn SBaffer giebt öS ja überall. Die beftänbige Ablagerung bcS AuSbünftungSftoffeS auf nuferer -haut Verlangt baS öftere ©Seeßfeln ber SBäfeße, benn fonft foirb baS zur ©rßaltung ber ©efunbßeit fo foießtige ©efcßäft ber «hautauSbünftung geftört.-Unrein* licßfeit bringt >§autauSfcßläge ßervor; foerben biefe zfour aueß bureß An* fteefung ober bureß eine feßlerßafte ©rnäßrung ßerVorgeriifen, fo maeßt fte bocQ Mangel an fReinlichfeit hartnäckiger unb langwieriger. Oaffelbe gilt and; von ben ©cfchwüren. 5luS berfelben Quelle entfielen gar oft bösartige ©erven= unb Saulfies ter, unb namentlich ift cS in ben fchmufcigen Jütten ber Firmen mit ihrer burch <Schmu$ aller 52lrt verpeftctcn £uft unb ihren am £eibe unb «Kleibern fo unreinen ©ewohnern, wo man ben 4?eerb ber verheerenbften S euch en ges wohnlich ju fuchcn hat. Oeßhalb ift eS ©flicht ber öffentlichen ©efunbheitSs pflege, an allen Orten über s.Hufrechtaltung möglichfter Hleinlichteit ftreng ju wachen; benn um ftch gefunb ju erhalten, ift eS nicht hinreichend felbft reinlich ju fein, benn bie llnrcinlichfcit meines SQachbarS fann ja auch mir höchft gefährlich werben. (Sine reinliche Stabt ehrt ihre ©ehörben, fo wie ihre ©ärger, fte gewährt nicht bloS einen anmuthigen Qlnblicf, fonbern fürs bert auch haS leibliche ©Soßl ihter ©ewohner. ©Sie hoch ber weife ber ©lofeS jum ©Sohl feines ©olfeS bie ©orfchriften ber (Reinlich? eit in ©ns fchlag brachte, geht beutlich barauS hervor, baß er fte felbft ju iJleligionSgcs fehen erhob, Worin ihm bann auch fpäter anbere Orientalen gefolgt ftnb. 3n neuerer ßeit ift biefem wichtigen ©unfte von (Seiten ber ©ehörben grös ßerc ©ufmertfamfeit gefchcntt worben, unb in ben bcbcutenberen Stabten entflohen öffentliche ©abes unb ©Safchanftalten für bie ärmere «Klaffe ber ©es völferung, bie nicht Verfehlen werben, ihren günftigen Einfluß auf ben allge= mei.nen ©cfunbheitSjuftanb auSjuüben. SIcißigeS ©Saften, ©aben unb Peinigen beS «Körpers entfernt nicht allein ben Schmu| unb bie ©uSbünflungSmaterie Von ber £aut, fonbern cS beförbert überhaupt baS ©Sohlbefnben, ftärft ben «Körper unb erheitert baS ©ernüth. OaS (bei unS fo fel;r Vernachläfftgte) steinigen ber Süße hat auch einen fcl;r Wohltätigen Einfluß auf unferen «Körper; benn Schweif; unb hinbern feßr oft bie beträchtliche ©uSbünftung an benfelben, unb fteßet man= eher Schnupfen, ja felbft manches fatarrhalifche Sieber hätte fönnen vermies ben werben, hätte man mehr Sorgfalt auf ihr beinhalten verwenbet. ©Ser ben $ag über ber «Kälte unb ©äffe auSgefefct war unb bann beim Schlafens gehen ein laues Sußbab nimmt, entgeht ftchcr oft ben böfen Solgen biefer nachtheiligen Einflüffe. ©Senn anfteefenbe «Krankheiten herrfeßen, fo tßut beinlicßfeit hoppelt botß, um ftch gegen bie ©nftecEung ju fchüfjen. Ooch nicht allein bie ®es funben müffen fte beobachten, nein bei ben «Krdnfen felbft follte fte alSbann nie außer ©cht gelaffen werben, benn baburch allein fann eS fehr oft gelingen, ben «Keim ber anfteefenben «Kranftwit ju erfticben. ©ber auch in jeber anbe» ren «Kranfheit trägt Olcinlichfeit nicht allein viel jur Erleichterung beS «Kraus fen bei, fonbern burch fte vermag man auch oft fein liebel gäujlich ju befeitigen, fo wie umgekehrt bei ihrer ©crnachläfftgung ein an ftch unbebeutenbeS liebel einen höchft bösartigen El/aralter entnehmen fann. ES fd;eint, baß baffclbe 48 49 Verberbltchc Vorurteil, welcher ben 3utritt einer reinen frtfcßen Sufi bem Jtranfen verfaßt, auch bie ttjöricQte furcht, ihn ju reinigen, einflöht. §45. Sou feer Slnftecfuiiß. Siele Ärantbeiten ftnb anftecfenb. Söer nicht nöthig hat, einen folgen Äranfcn jn befugen, ber unterlaffe e&, benn eine mifjvcrftanbene ober jubringlicfye Reugier fann in f ol= cQen fällen für bcn Sefuchcnbeii, fo tvie für bie ©einigen gefährlich werben. An Setten, Kleibern unb anberem <§aurgeräth fann ein Qfnftccfixnqs= ftoff bie längfte Seit hinburch haften, ift eö immer ein gewagter Uns terncfymcn, foicfye alte in ®e6rauch gewefene ©achen jn faufen. Oft ift bie Atmosphäre einer ganjen ©tabt mit einem Anftecfungrftoff gefdjivängert, bann vermeibe man bie engen, fcfymufjigen ©tragen, halte ftd>, feine Umgebung unb Sßohnung fo reinlich alr möglich unb bringe, fo oft er tljunlicb ift, feine Seit in freier ÄJuft außerhalb ber ©tabt ju. Die Angehörigen Von ber pflege ihrer Sieben abhalten ju wollen, wirb Wohl feiten erlangt werben, allein Dag unb mit (Srfctjöpfung ber Äör= perfraft am theuren Ötranfenlagcr ju verweilen, hat fchon oft mancher %a= milie mehr alr einen herben Serluft jugejogen.-2öer einen folgen «ftranfen ju pflegen hat, fdjnuipfe, wenn er baran gewöhnt ift, fleißig Dabaf; wer bier nicht fann, Rauten® ober ©albeipuloer. S)Jan fpüle fich fleißig bcn SNunb mit @fftg unb SBaffer aur unb reinige fich bamit oft bie £änbe unb bar ©cftcht5 bier mug namentlich in <§inftd?t ber erfteren nach jeher Serüh= rung ber Jtranfen geschehen. Den Jtranfcn felbft unb AUer, war ihn umgiebt, h«lte man aber auch fo reinlich alr immer möglich. ®ar Jtran® fenjimmer lüfte man ftetr gehörig unb fcefprertge ben ftupboben fleißig mit (Sfftg. Den Dbem ber Jtranfen unb bie aur feinem Sette auffteigenben Dünfte einjuathmen, muß man forgfältig vermeiben. Um bie Suft ju reini® gen, bcn AnftecfungSfloff ju tilgen unb bie Umgebung Vor Anftecfung ju ftchern, haben fich bie Räucherungen Rr. 38 unb 39 einen bewährten Ruf erworben. Serläfjt man baS Äranfenjimmer, fo reinige man ftch gehörig unb wechfele bie Kleiber, bevor man mit Anberen in Serührung fommt. § 46. Son feen ßeifeenfdjaften unfe flcn. Seibenfchaften fönnen ben Öftenfchen franf, aber auch gefunb machen. Die Serbinbung (Seift unb Jtörper wirb jwar für unö Wol;I immer ein Räthfel bleiben, boch baö fleht feft, bafj bie ©cfunbheit beö Jtörperö mit ber Oefunbheit beä ©eifleö innigfl verbunben ift, unb umgefehrt. «göchfl merfwürbig ift bie grofje flacht, welche beftimmte Jtranfheiten auf bie Umwanblung bcö ©emüthöcharafterö unb ber Anlage ju Seiben* fchaften haben, ©o giebt eö, bem ßeugniffe ber Erfahrung jufolge, Ölranfs heilen, in bereu (Sefolge faft beflänbig furcht, Aengftlichfeit, Draurigfeit, ©«hwermuth, £ang jum ©elbftmorbe fich einfinben. Das hin gehören befonberö foldjje Jtranfheiten, bie von ober mit Aufhellungen, Serftohfungen, Verhärtungen ber (Singeweibe, be§ Unterleiber, beö tagens, 2>er $au«arjt. 50 bet Beber, ber BHI3, bet ©cfrööbrüfcn, ber ®eb ärmutter, aucfj fotc'ße, bie Von äßnließen Feßlern ber Bungen, beb <§erjcn8 unb bcr großen Blutgefäße entfielen, dagegen trifft man anbcre Jtranfßeiten, bet treleßen ein gettnffet Beicßtßnn unb unerfcßopfließe Hoffnung eines Seffern ßuflanbeS 311 bcn ge® toößnließcn ©rfeßeinungen gehören. Betannt ift in biefer <§inficßt eine ber traurigften Jtranfßeiten, bie Bungcnfucßt, treleße aueß bann noeß, trenn ffe ben Giranten feßon faft gänjlidj aufgerieben ßat, bie Hoffnung einer flcßeren ©enefung borgaufelt. So tric aber bie betriebenen Buftänbe bcS JtorßerS einen unberfennba* ren ©influß auf ba§ ©emütß auöüben, fo ißt bieS aueß umgefeßrt ber $all. (SS ift eine allgemein bekannte 5'ßatfacße, baß getviffe ©emütßöbetrcgungcn unb Bcibenfcßaften baS Beben im Jtorper im Allgemeinen ober boeß in einjeb neu ©ebilben beffelben ftärfer anfaeßen, baß bagegen anbere bie Bebcnötßäs tigfeit ßentmen, fcßwäcßen unb unb baß faft alle Bertrirrung unb Aufrußt unter ben $ßätigfeiten unb Berricßtungen bcö ßerborbrin* gen. Scßr merftuürbig ift ßietbei noeß bcr ßerborfteeßenbe ©influß, treleßcn beftimmte Bcibenfcßaften auf beftimmte (Singctveibe unb ißre Berricßtungen ßaben, trobureß 3. B. bie Bacßen, bie Srautigfeit bie Sfurcß Sittern bcö JtörßerS, bcr Born eine giftige ©igenfeßaft beS SßeicßelS, bert SRilcß, ber ©alle, bie Scßam ein fcßnelleS Bötßen bcö AngeflcßtS u. f. tr.3ur golge ßaben. Bcbocß glaube man nießt, baß jebe ©cmütßöbctregung, jebe Beibenfcßaft nur einen befttmmten Bßeilßabe, auf trelcßen fte allein ißren ©influß äußere baß cS 3. B. nur auSfcßließenb bie Sßräncnabfonberung fei, auf trelcßc bie Jtraurigfcit auöfcßlicßcnb cinirirfe; baß cS nur ber Born fei, trelcßer bie Berricßtung bcr Beber allein ftöre. 5Ban muß fteß vielmcßr VorfteUen, baß fte fletS auf baö gejammte Berbcnfpftcm bcS Jtörßcrö eintrirfen, unb eS nur ber am mciften ergriffene $ßcil ift, beffen Störungen ftcßtbarer ßcrbortre= ten, baß aber aueß ber übrige ganse Jtörßer einen jeben folcßcn ©inbruef tie mitembßnbe unb bureß ißn in feinem Bnnerften erfeßüttert trcrbc. «Vrouöe. tiefer (Sffeft verfünbet einen ßößeren Scßmung beS geiftigen Bcbcnö, unb biefer Scßtvung ivirft feurig belebenb auf alle Berben unb bureß biefe auf alle S'ßeile bcö ÄörßerS ein. £>ie Augen bcö 5'reubigcn werben ßcUer unb glänsen, über fein ©efteßt verbreitet freß mit blüßenber $arbe ber Auöbriuf ber Srrößließfeit: er ßüßft, lacßt, ftngt, ift ungemein ge= fpräcßig, unb in jebem feiner ©lieber regt fteß Beben unb SDlunlerfeit. ßalb ift benn aueß biefer ©cmütßSeffett beut Beben unb ber ©cfunbßeit bcS Blcnfcßen fo günftig, baß er nießt 311 ßeftig, noeß 31t fcßneU unb überrafeßenb, 3umal auf fränlließe unb fcßW'äcßlicße Btenfeßcn, eintvirfe; beim in biefem S'alle fann er ßeftige ©rfcßüttcrungcn im gan3cn Jeürper, ßeftige Jtranfßcitö3ufä(lc bcranlaffen unb baS Beben fclbft mit einem Seßlagc 3erftös ren. SleSßalb ßüte man fteß befonberö, nerbenfeßtvaeße unforbc* 51 rettet mit einer fctyr freudigen 9Qad)ricQt ju überrafepen. Eßet eine froplicpe Stimmung ftetä ju unterpalten iveip, wer burep Unfälle unb 2)iifjgefcl}icf biefclbe nicht rauben läßt, ber wirb ftd? Vor allen Olnberen einer baüernben ©efunbpeit unb eines langen BebcnS ju erfreuen paben. • ®ie Xrflurtßbeit. JLicfe liefert ganj anbere ©rfcpcinungen. Scpwäcpe ber SRuSfelbewcgung, Stumpfpeit beS ©elftes unb ber Sinne, ge« hemniteS Oltpmen, fepwaeper Olberfcplag, Olbnapnte ber Oßärme, ber 45aut, «Hemmung ber OSerbaung, ber ©rnäprung, Unterbriicfung ber mannig= faltigen Olbfonberungen, mit einem Oßorte, ein allgemeines Sinfen ber Be= bcnSfraft, biefeS ftnb bie Büge, welcpe baS 33ilb bcS traurigen vorßellen. Sich einem grenjenlofen ®ram unb «Rümmer hinjugeben, iß bie Vers bcrblicpße aller Beibenfcpaftcn; fte begrünbet jene unbejmingbare -Dielancpolie, bie am Beben nagt unb ben «Rörper vernichtet. Einfangs tann eS Wopl noep gelingen, ihre 2Racpt ju beftegen, pat fte jeboep Sßurjel gefaßt, fo vermag nicptS mepr, fte 311 Vertilgen. Unfällen ift ein 3eber unterworfen, fte mit ruhigem ©eniütpe ju ertragen, beweiß bie Scelengröße eines Olienfcpcn; aber eben fo jerßörenb für ben «Rörper, als ber gefunben 33ernunft unb ben ®e= fepen ber Religion entgegen ift eS, fiep abftcptlicp ber Sraurigfeit fßreiS ju geben unb jebem S'rofte fein Dpr 311 verfließen. Olbwccpfelung ber Sßorftellungen iß für bie ©efunbpeit bcS ©cifteS ein eben foIcpcS OBebürfniß, als Olbwecpfelung ber Stellung für bie beS JiörperS. SRicptS iß baßer geeigneter, ben ©eift in feinen Srübfalcn 31t erpeitern, als bie ber Statur, wegen iprer ftülle unb tpreS UleicptpumS an ers pabenen ©egenftänben. 3)er traurige riepte beSpalb auch nie feine Olufs merffamfeit 3U lange auf einen ©egenßanb. fyällt ber ©eift in bie alte Scpwermutp 3ttrücf, fo änbere man bie Scene. 03 ci biefer beftänbigen Olei= befolge neuer ©ebanfen erlifept am ©nbe bie alte betrübenbe 3bce 5)ut <p Reifen, burep ernfteS Stubium einer «Runß ober Sßiffenfcpaft, burep Sprecpen unb Scpreiben über ©egenßänbe, bie mit einer gewiffen Olnßren= gung bcS ©eifteS Verbunben ftnb, fann man bie Straurigfeit jeboep beffer Vers fepeuepen, als burep lärmcnbe Serftreuungen. Untpätigfcit näprt ben «Runts mer unb ©ram; wer mit ©ifer feinem ©efepäft obliegt, über ben werben beibe weniger SRacpt paben. SkSpalb 3iepe man fiep bei Unfällen niept Von ber OBelt unb ben ©efepäften 3urücf, im ©egentpeil bemüpe man ftcp mit Vers boppeltcr Olnßrengung, ben ®eruf feines StanbeS 311 erfüllen unb fiep mit liebevollen ©eftnnungen feinen Sreunben an3tifcplicßen. OBcr burep Jrunf bie Sraurigfeit Verfcpeucpen wiU, ber Wäplt 3U feiner Teilung ein Mittel, baS fcplimnter iß als bie «Rranfpeit; benn ein folcper äjerfuep enbet gcwöpnlicp mit bem OSerluß bcS 03ermögenS, ber @pre unb ber ©efunbpeit. &)te <5urd>t. Sie fVurcpt pemmt bie S'pätigtcit teS ©epirnS unb Wirft «Rrampf erregenb auf bie Nerven bcS Unterleibes. 2)aper vergeßen 52 bent fturcfttfanten Sinn unb ©ebäcfttniß, feine 2Jlu Sfein ftnb fjalfc gelähmt, bie ©lieber jittern, feine £aut erblaßt unb erftält von franipfftafter ßufam* menjieftung baS ber ©änfeftaut; {häuften fteft empor; eS entfteftt •öcrjflopfen, ängftlicfteS 9ltftmen, Heiner 9lberfcft(ag. 2)ie fVurcftt erjeugt nieftt allein Jtrantfteiten, fonbern verfcftlintntcrt biefe immer auf eine ftöcftft bebenflicfte Uöeife. IDaß man baS Beben liebt, fann niemals jutn Sßormurf gereichen, after gar ju ängftlicft über beffen ©rftaltung $u maeften, ift tabelnSmcrtft unb Verfürjt ganj ftefter baS Beben; ja mitOlecftt fann man Von fielen fagen: auS {yurcfyt ju fterben ftnb fte geftorben. ®e* ftänbige SBeforgnifj bafür unterbrüeft bie BcbenSgeiftcr, maeftt ben «Körper für «Kranffteiten empfänglicher unb gieftt biefen fclftft einen weit bösartigeren (Sftarafter, wie mir alles bicS wäftrcnb ber ©ftolera fo häufig erlebt ftaben, unb wie bieS bei allen fterrfeftenben «Kranffeiten immer mar unb aueft immer fein mirb. Xie beftänbige frureftt Vor einem jufünftigen Uebel ift baS größte Hebel elbft. Xafter fommt cS, baß fo 2)iancfte mirflieft an einer «Kranfftcit ju ©runbe geften, Vor ber fte fteft ängftlicft gefürefttet ftaben, menn aueft biefe fturcftt ganj unbegrünbet unb nur bureft Sufall ober Vorgefaßte Meinung an= geregt mürbe. So ift bieS feftr oft ber alleinige ©runb ber ©ntfteftung ber Gftolera ober beS 9lerVenfcberS, fo wie beS XobeS fo manefter «Kinbbetterin. ©emöftnlicft ftaben bie Belferen bann fefton lange oftne allen ©runb fteft mit XobcSgebanfen befeftäftigt, mobureft iftre BlerVenfraft bermaßen erfeftöpft Würbe, baß fte naeft ber Blnftrcngung ber ©eburt fraftloS erliegen. 91 icfttS ift aber tabelnSmertfter, als jungen grauen bie Scftmerjen unb ©efaftren mit grellen Warben ju feftilbern. Solcfte arme ©eängffigte fterben bann jwar feiten fefton wäftrenb ber ©ntbinbung; menn fte fteft aber barauf entfräftet unb erfeftöpft füftlcn, fo Befällt fte foglcicft ber ©ebanfe beS naften XobeS, unb inbem biefe ßurcftt bie für jebe Hööcftnerin fo burcftauS notftmenbigen 9luSfcfteibungen unterbrüeft, merben fle ein Dpfer iftrer irrege= geleiteten ©inbilbungStraft. - Selten gefeftieftt eS aueft, baß jmei ober brei XobeSfälle int Jiinbbctt fteft in einer Stabt ereignen, oftne baß iftnen bann noeft nteftrere folgen, unb fo fann bann leidet, unb jmar einzig unb allein aus Surcftt, baS böfe Ötinbbettßeber jur Seucfte merben. SkSftalb erfülle man baS ©emütft ber Scftmangeren unb «Rinbbetterinnen nieftt mit ißeforgs niß unb bulbe nieftt, baß fte Sßeiber mit ©eftiftieftten vom un= glücfließen 9luSgange anbercr ©ntbinbungen unterftalten. ©efeftieftt bieS aueft nnter ber 2)taSfe tfteilneftmcnber fheunbfcftaft, fo treibe man fte boeft als bie gefäftrlicftften fyeinbe aus ber 9läfte folcfter fyrauen. SQicfttS mirft vcrbcrblicfter auf .Rinbbettcrinncn unb überftaupt auf jeben feftmer ©rfranften als baS Xobtengeläute ber SSeerbigungen; mo bieS möglicft ju verftinbern ift, unterlaffe man nie, eS ju tftun. Jtein 9lrjt follte bei feinen 9luSfprücften vergeben ,baß Hoffnung ber 53 früftigfle Sebenflbalfam ifl, mnb verächtlich tfl eö, um feine SBciSheit an bcn $ag ju legen, fchon Bei feinem crftcn 93efuch überall auöjupofaunen, baff für bcn Äranfen feine Slcttung mehr ift. ©raufam aber ift cS, ohne SQotl) baS SobcSurtheilbcn Umgebungen beS .Krauten ober gar bem «Kranfett felbft be® fannt ju machen. S)er Sammer ber Seinen, ja felbft bie erzwungene Saf= fung feiner Jreunbe unb yingehörigen werben alöbann bem .Kranfen felbft fein Schicffal offenbaren. f©er Oiefe ©emüthöbewegung ift anfictf nichts yinbereS, als eine jäh unb heftig überfallenbe Surcht; unterfdjeibet er ftch auch Von biefcr in feinen SBirfungen in ben meiften Säßen nur barin, baf? biefe Viel heftiger unb jerftörenbcr finb. Oer Schrecken fann Bedungen, ja felbft unheilbare (Spilepfle, Ohnmächten, Sßerftanbeöverwirrung unb Schlagflup erzeugen. Oaher bie grofie ©efahr beS muthwilligen ©rfchrcckcnS; fchon SJlanchcn töbtcte folch ein unjcitiger Scherj ober machte ihn elcnb für immer. T»cr SRur wenige anbere Scibenfchaften bringen fo auffallenbe unb eigenthümliche im 3)?enfchen hervor als ber Born. 2)aS beS Bornigen rollt ober ift brol;enb auf einen ©cgenflanb hin gerichtet, fein ©eficht ift verjerrt, bie Bühne fnirfchen, bie Stimme ift heftig, freifchenb, nicht feiten brüdenb, unb mit geballter Sauft erhebt er wüthenb bie -2lrme jum jerftörenben Eingriff gegen ben Seinb. £>iefe furchtbare Aufregung vcr= wirrt ben QSerftanb, raubt bie S3eftnnung, treibt baS 23lut wilb burch bie Albern unb jerrüttet bie ganje SD?afd?ine. Selbft bie fonfi fo milben Säfte wie ben Speichel unb bie SJiilch, Verwanbelt fte in furchtbares ©ift; fo hat ber SBip eines Bornigen fchon oft bie gräßliche SBafferfcheu erzeugt, unb bie 2)lilch ber aufgebrachten Säugammc Stolif, (Erbrechen, Durchfall, Bildungen ja felbft bcn Xob beS .KinbeS h JDurch bie fcharfe ©ade, welche ber Born erzeugt, wirb ber Bornige felbft von SWagenframpf, ©rbrcchcn, <tolif unb Ourchfall befallen, ober ber «Krampf Verhindert bcn Qlbfluf? ber ©alle unb bringt ©elbfucht hervor. s4lber auch heftiöc Sieber, fo wie anbere hifcigeJtranfheiten, ja felbft ein augenblicklicher S'ob burch Schlags finb oft folgen biefcr ungebänbigten £eibcnfchaft. SScfonbcrS verberg lieh ift jornige Aufregung beS ©emüthö jart gebauten unb nerbenfchwachen SRcnfchen, benn biefe finb cö eben, bie ein heftiger Born auf ber Stelle ju tobten vermag, unb leiber finb cS ja eben folche, bie vor allen Zubern ju bie« fer geneigt finb. Sn ber erften 4?i£c fann man jWar nicht immer feines BorncS 2)tciftcr werben, aber baS Olachcgefühl fann unb muh ber 2J?enfch auS feiner *Bruft verbannen, «heimlicher ©roll jehrt an £eib unb Seele unb führt ein «heer langbauernber Hebel herbei, woburch ber .Körper am ©nbe anfgerieben wirb. 9lie jcigt fleh ter SUenfch mehr in feiner wahren ©röfje, als wenn er ihm ans getanes Unrecht Vergißt, für ihn unb Anbere fehrt Uluhe unb Jricbe ein, unb «heiterfeit ber Seele unb UBohlbefinben bcS «Körpers ift ber Spreiö biefer 54 Selbftbeherrfchung. SSer fiel; batjer felbft liet» hat, feinen Born, benn biefer ift töbtenbcS ®ift, unb nähre nicht fycim liefen ©roll, fonbern ftrebe nach Blühe unb -geieerfeit beS ©emüthS, benn Seelrnruh« fiebert am bauernbften bie ©efunbheit. ®ic Siebe. Siebe ift viellcidjt bie heftigfte aller Seibenfdfaften. 4?at fte einen hohen ©rab erreicht, fo fann fte tveber ber SSerftanb noch ber QBille mehr bcherrfchen. Surdjt, Born nnb bie anberen Seibenfdjaftcn ber Men* fchen finb nur jum Schuh beS ©injelnen in feine SBruft gelegt; burefy bie Siebe aber foll baS ganje menfehlühe ©efcblecht erhalten iverben, barum ift fte fo tief in fein BnncrfteS cingcgraben unb Macht fo groß. Obgleich bie Siebe eine ber 'ßeftigften Seibcnfchaftcn ift, fo entfielt fte boefy nur feiten gleich t'lnfangS mit großer <§eftigfeit, erft im Verläufe ber Beit tvächft if;re Stärfe. Oeßhalb verlangt cS bie «Klugheit, fcbeSmal ivohl ju prüfen, ob auch bie vorhanben ift, ben geliebten ©egenftanb 311 bc= Vor man biefe Seibenfchaft Sßurjel faffen läßt. 3 ft bieg nicht tvahrfd;einlich, fo fliehe man jebe ©clcgenhcit, tveldje biefer neue Nahrung geben tonnte, unb meibe bcßl;alb vor SUlent baS erfehnte ®cjen, befchäftige ben ®eift mit Gingen ernften DlachbcnfenS, fudje Bcrftreuungen unb tvenbe feine Steigung ivo möglich auf einen anberen ©egenftanb, beffen SBefifc leichter ju erlan* gen ift. Ungliicfliche Siebe hat fößon manches traurige Opfer geforbert; nicht bloß, baß burch bie Slufregungen beS ©emüthö ber «Körper in Mitleibenfd;aft ges jogen tvirb unb «Kranfbeiten, trie ©ehirnentjünbung, 4?erjlciben, ner= vöfe Sieber entflohen, auch ber ©cift leibet, unb tvie häufig hat Melancholie, SBahnftnn unb in Jolge biefer Selbftmorb hierin feine Ouelle gefunben! § 47. ®er öcfdjlecbtötrivb. Bebe SBefriebigung eines törper= liehen Sebürfniffeö ift mit SSBohlgefühl Verbunben, mehr aber als jebeö ans bere bie ©efchlechtöbefricbigung; baljer ber mächtige Srieb 31t berfclbcn, ber auf einer Seite bie Erhaltung beö ©efchlcchtS flehet ftellt, auf ber anberen aber für bie ©injelnen 3ur gefährlichen «Klippe tvirb. B'var tvirb Selbftbcs herrfchung Bebem jur Pflicht gemacht, unb ein auch ben Bioheften nie gan3 VerlaffenbeS Schamgefühl unterftü|t fie mächtig, allein nie mirb eö an Opfern ber llnmäßigfeit, ber naturtvibrigen Blichtung ober ber Unterbrütfung biefeö Triebes fehlen. Sür baö männliche ©efchlecht finb alle biefe Solgen meniger jerftörenb, als für baö iveibliche, allein fie fehlen nicht. Unmäßige SBefriebis gung crfchöpft alle «Kräfte beö ©eifteö unb «Körpers, befonberS ivenn fte auf ivibernatürlichem Söege gejucht mirb, unb biefe ©rfdjöpfung, fo tvie ber nie auSbleibenbe heimliche SSonvurf ber Scßnlb tvirb 31a Ouelle ber fchtvärseften ober noch fchlimmerer ©eifieSjerrüttung. Bnbeffcn auch bie Untcrbrücfung ift nicht ohne ähnlichen SQachtheil mögs lieb, obgleich viele Qlerjte bicS hinfichtlich ber Männer 33iS ges gen baS breißigfte ScbcnSjahr hi» tvirb biefe Untcrbrücfung bem, ber nie an 55 baß ©egentßetl gcmößnt mar, fcQYrerlid) ftaben; nurbiefen ftürjt ber unauf« «Rampf miber ftcty felbft in 2)2efanct;oHe. bleibt bet Sricb biß jum breißigften Saßre unb barüber ßhtauß unbefriebigt, fo erlifdjt er ganj, baß SScrmögcn fclbft get;t verloren. Statt beffen ftellt fit juerft Sttafloßgfeit, bann eine gemiffe «Rleinlitfeit unb Seltfamfeit ber Saune ein, bie ftt immer um ßötft unbebcutenbe Singe brefyt, aber burtauß nicQt bie geringfte Ölens berung in bem bulbct, an maß ein folger 3)ienft einmal gcmößnt ift. Gr mirb jum gebauten, jum «Rleinigfeitßfrämcr unb plagt ftt felbfi unb ns bere mit vünftlicQcr Befolgung einer Stenge von mertßlofcn ©emoßnßeiten. Sabcr merben folcbe SDcenfcbcn früher melf unb alt, alß attbere Männer. Ser eßelofe Staub ift alfo, außerbem, baß er bie Unfittlitfeit beförbert, nicht bloß miber ben ßmeef ber Erhaltung beß ©efcblecbtß, fonbern bei ftrengcr Sittlicbfeit nicht ohne Slattßeil für ben, bem er auferlegt ift, fei eß bureb Smang ober bureb eigene 2Bal;I. Set tPlann, ber eß nach ben Umftänben vermag, füll ßciratßcn, benn er lebt babureb nicfyt bloß beffer, fonbern auch länger unb gefünber, unb inbem et für feine Familie mirft, mirft er für bie SDi'enftßeit. 33leibt er feiner ©attin treu, fo lehrt ihn bie Statur fclbft 2)?äs ßigung; nur bie SBolluft macht unmäßig bureb fteteß SSeränbern ihrer ©e« genftänbe. OBenn eß benr Spanne fdQon nachteilig ift, ben ©eftlettßtrieb ganj ju unterbrächen, mic Viel mehr bem OBcibe, bem bie ©efcblecbtßbeftimmung <§auptfacbe, Hauptinhalt ityreß Sebenß ift. Safi unfere ©efeße unb ©emoßns beiten fo Viele SHäbten jum eßelofcn Stanbe verurteilen, ift alfo ein reelleß Unglücf, trenn aut nidjt für bie Staaten im ©anjen, bot für bie armen SOläbten, bie treu tßollmattßbrief jum ©lücfe fo gut alß jeber OJicnft er« halten haben. Sie folgen äußern fit junätft gcmößnlit int ©eftäft ber 2Konatßreinigung; biefe tritt mit großen Stmerjen ein unb atlmälig cntfles ben Entartungen in ben ©eftlettßtßeilen fclbft. Eine jmeitc ftolge ift ©tlafloftgfeit; bie Säßigfeit, bie ganje SQatt rußig ju ftlafen, Verliert fit ftrn mit bem 22ften Bahre, unb bie nättlit* Unruhe trirb immer größer. Oluf biefer ©runblage nun feinten OSeftmerbcn, bie man ß 9fter i f t e nennt; fte machen baß Sehen ber Seibenben felbft unb allen Olnberen, bie mit ihnen in ©erüßrung fontmen, jur Hölle. Olber aut bie Oßolluft ift grauen Viel Verberbliter, alß ben Männern, unb motten baßer bot aüe, bie in ber ©efaßr fttveben, tviffen unb erfaßs ren, baß fte fit bloß ber Staube, nitt bloß bem Elenb, fonbern faft unvermeiblitem Sobe geben ! § 48. SSoii ben ßeivübnlictett Oltielceriiitßcit beö $ör® per§. Sie vorjüglitften ftnb bie bunß ben Stußl, Urin unb bie unmerfs ließe Hautaußbünftung. «Reine Von biefen fann oßne Storung ber ©efttnbs ßcit längere ßeit ßinburt in'ß Stocfen geratßen. OBirb baß, maß überflüfßg ift, nitt auß bem «Rörper entfernt unb ju lange jurücfgeßalten, fo entfteßt 56 ein.' franfßafte Vermehrung bet Säfte, fte ändern i'ßre gcfitnbe Vefchaffeußeit, werben feßarf unb fiel); wirb bie ftunftion eine anßaltenb übermäs ßige, fo wirft fte fcßwäcßenb unb a) Von ber Stußlau Sleerung. Der regelmäßige offene £cib ifl ein -foaußterforberniß jur Aufrccßtßaltung ber ©efunbßeit. SSerfjält fteß ber Stußl ju lange in ben ©ebärnten, fo Verbirbt bieS bie Säfte, wirb er ju Salb entleert, fo leibet bie ©rnaßrung beS ÄörperS barunter. Die Vtittelfiraße ifl aueß hierin bie hefte, bie aber nur bureß ein regelmäßiges Verhalten in «föinfteßt ber Diät, beS ScßlafS unb ber Vewegung fann erlangt werben, ©eßt biefe Verrichtung unregelmäßig von ftatten, fo ftnb gewiß in biefer Ve* jteßung Feßler begangen worben. Vtenfcßen, bie nie ju einer beftinimten Seit eßen, bie ftetS offne alle AuSwaßl Alles, waS ißnen vorfommt, genießen, unb jebe Art fünftlicßer ©etränfe ju fteß nehmen, werben fcßwerlicß für bie Dauer fteß einer guten Verbauung unb eines regelmäßigen Stuhls ju er» freuen ßaben. Unregelmäßigfcit im (äffen unb Drinfen ftört baS 3Boßlbe= finben, unb jwar ift in biefer Vejießung baS Bubicl eben fo fcßäblicß, als baS ßuwenig; ©rftereS erregt Durchfall, baS Anbere Verftopfung, unb VeibeS ift mit ber ©efunbßeit unverträglich. Die Sahl ber Stühle, welche man, um gefunb ju bleiben, haben muß, fann niemals als feftfteßenbe Otegel beftimmt angegeben werben. DaS Filter, bie Jtörßerbefcßaffenheit, unb wieber bei gleicher Jtörßerbefchaffenheit bie £e» benSart, Vefcßäftigung, Vewegung u. f. w. bebingen hierin bie größte Vers fdjiebenheit. 3m Allgemeinen fleht aber wohl feft, baß täglich eine Stuhls entleerung für einen ©rwaeßfenen hinlänglich fei, unb baß mehrere ober We= niger ber ©efunbßeit nicht juträglicß ftnb. Dergleichen allgemeine Siegeln crlcibcn jeboeß vielfältige Ausnahmen. So giebt eS woßl Verfoncn, bie fteß bei einer wöchentlichen Stuhlentleerung wcnigftenS eine Seit lang Vollfom= men woßlbeftnben, beim für bie Dauer fann ein folcßer Buftanb niemals jus träglicß fein. DaS Vefte, um täglich eine gehörige SeibeSöffnung 31t haben, ift, früh aufjufleßen unb halb eine Vewegung im freien ju machen, langes Vettliegen maeßt ftetS jur Verftobfung geneigt unb bringt ben Stußl in Uns orbnung. SCBenn man fteß feßon in ber 3ugcnb baran gewößnt, jeben Vlors gen ju einer beftinimten Beit bieS Vebürfniß ju beliebigen, fo forgt man am beften bafür, baß aueß in ber $olge biefe Verricßtung täglich regelmäßig von ftatten geßt. b) Von ber Urinabfonberung. @S läßt fteß unmöglich beftim= men, welcßeS baS gehörige 2)?aß unb AuSfeßen beS UrinS bei einem gefunben Sftenfcßen fein foll, bennbie geringfügigften Urfachen bringen hierin oft große Veränberungen hervor, ohne baß babureß bie ©cfunbheit geftört wirb. Ves fonbcrS änbert freß bie Vlcngc unb Vefcßaffenßeit beS UrinS, je naeßbem bie <§autauSbünftung ftärfer ober fcßwäcßer ift (baßer im Sßinter bei verminbers ter £autauSbünftung eine vermehrte Urinabfonberung als im Sommer, wo 57 bie «hautthätigfeit eine größere tfi), unb nach ber Serfcßiebenheit her genöße« nen StaßrungSmittel. Ob nun gleicß feine beßimmte {Regel in tiefer 45inftd?i fann feftgeftellt merben, fo mirb eS boeß für jebcn vernünftigen SJienfcßen meßt fcßmer fein, ju unterfdjeiben, ob bie Urinabfonberung bei ißm ju ftarf ober ju gering fei. ®urcß einen reichlichen Urinabgang irirb nicht allein ber -2IuSbrucß Vie« Icr verßütet, fonbern auch ihre Leitung fommt babureß ßäußg ju Staube. 2)tan muß baßer aueß ftetö barauf bebaeßt fein, ben freien Qlb* gang beßelben ju unterhalten. (Sine ßßenbe ScbenSart, ju langes Scßlafen unb Siegen, befonberS in feßr marinen unb meießen Setten, eine erßißenbe, trotfene Jtoft unb ßarfe, ©ctränfe Verminbern ben Urin. £Birb man eS baßer gemaßr, baß ber Urin ju fparfam abgeßt, vorjüglicß aber, trenn einer am Stein ober ®rieS leibet, fo vermcibe er nießt allein alle biefe ßier angegebenen Utfacßcn ber v'erminberten Urinabfonberung, fonbern aueß nodj außerbem baS Uebrige, mag feiner eigenen Scobacßtung gemäß in feiner £e= benSart baju beitragen fönnte. 9®irb ber Urin ju lange in ber Slafe ju« rücfgcßalten, fo mirb ein Sßeil beffelben micbcr cingcfogcn unb babureß nicht allein bie SJiifcßung ber Säfte Verborben, fonbern bie oßneßin feßon große Steigung beS UrinS jur Silbung ßeiniger SJtaßcn noeß vermehrt. 2)aßcr ßnbet man ben Slafcnßein meit ßäußger bet trägen SJknfcßcn, bie ßcß rnenig Semegung machen, als bei einer entgegengefeßten ScbcnSmeife. ®tn ju langes abßdßlicßcS Burücfßalten bcS UrhiS auS falfcßem Bart« gcfüßl fann leießt töbtlicß rnerben ober mcnigftcnS äußerß efelßafte, unßeil« bare ÄranfßcitSjußänbe ßerbeifüßren. SBirb bie Slafe ju übermäßig auS« gebeßnt, fo verliert ße alle BufammenjicßungSfraft, fte mirb geläßmt, mo« bureß bann entmeber ein beßänbigeS Urinträufeln entßcßt ober Urin ju laßen, gänjlicß verloren goßt. 5)em {Rufe ber Statur muß man fol* gen, unb nie fann man baS fonß fo lobcnSmertße ßartgcfüßl als ein foIcßeS meßr erfennen, trenn cS fo meit getrieben mirb, baß Scben unb ©efunbßeit babei auf'S Spiel gefeßt mirb. Säßt ein SJtenfcß bcßänbig übermäßig viel Urin, fo iß bieS eine äußerß bebenfließe ®rfcßeinung,bennbaS iß baS Vorjüglicßße Beießen ber einer fcßmer ju ßeilcnben «ftranfßeit, bie gemößnlicß bureß ben Jobßerbeifüßrt. c) Sßon ber £ie unmerfließe <§autauSbün» ßung mirb allgemein als eine ber mießtigßcn unb beträcßtlicßßen QluSleerun« gen unfcrcS «RörperS betrachtet; bureß ße mirb ber allergrößte S'ßcil ber Stoße, melcße ber lebenbe .Rörver an bie Qlußenmclt micbcr jurücfgiebt, auS« gefeßieben. Sei lebßaftem Slutumlauf erfdjeint ße als Scßmciß in mäße* riger ©eßalt, unb an mehreren Stellen mirb ße faß beßänbig nur auf biefe Slrt auSgelcert, j. S. in ben Qlcßfelßößlen unb bei maneßen SJtenfcßen an ben ©cmößnlicß entmeießt ße jeboeß luftförmig unb baßer unbemerft aus 58 betn «ftörper. Von il;r t;ängt unfer VJofclbefinben ganj wefentlich ab; fo lange tiefe Ausleerung feine (Störung crleitet, erfranft auch ter iDienfcf? nur feiten, toch wirt tiefe Verrichtung geftört, fo fommt fet>r halt tie ganje Ata» fc'Qine in Unorbnung. 2)a tie 4?autauSbünftung unmerflich vor frei? geht, fo achtet man in ter (Regel nur wenig auf fte, unt teuft nicht früher taran, tap tiefe geftört tourte, als bis tann ein Sieber, <§alsfchmerj u. tergl. jum Vorfchein fommt. Unbeflritten ift tie Unterbrücfung ter £aut» auSbünftung, tie fogenannte (Srfältung, eine ter gewöhnlichften JtranfheitS» urfachen, weshalb eS ftd) wohl ter Atübe lohnt, eS j-u wiffen, woturch fte ent» fleht, wie fte fann vermieten werten unt wie man ihre fchlimmen Sofgen abwentcn fann. Sehr häufig cntfteht Erfüllung turch fchnellen Üßechfel ter Sßitterung, befonterS bei Solchen, welche nicht turch einen häufigen Aufent» halt unt Bewegung in freier Suft ihren Mörder abgehärtet unt tat;er we» nigcr cmtfintlich gegen tie Suftvcräntcrungcn gemacht haben. £ebt man taher in einer ©egcnt, wo häufig ein fchneller ÜSitterungSwechfel ftattfintet, ta hüte man fleh ja, Wenn man gefunt bleiben will, vor Verweichlichung teS JtörperS. 3Ber ftch beftäntig im ßintmer aufhält, erfältet ftch bei ter ge» ringften ©elegenheit unt macht feinen «Körper ju einem wahren Varometer, tenn tiefer wirt entlieh fo empfinbltch gegen jete £uftveränterung, fo baff er fchon bei ter unbeteutentften von duften, Schnupfen, Vruftfchmerj unt tergl. befallen Wirt. (Sine fehr gefährliche Art ter Grfältung ift tie turch naffe «Kleiber. 2)ie fräftigfte «Konftitution fann taturch ju ®runte gerichtet werten, unt täglich fleht man bei fraftVoHen jungen Leuten jjige Sieber, ©lieberreiben, £äh« mung unt untere höchft gefahrvolle «Kranfh eiten barauS entgehen. Vier ftch Viel im Sreien aufhält, ift auch häufig einer folgen £)urchnäffung toch fann man tie barauS entstehende ©efahr in etwas Vermintem, wenn auch nicht ganj befeitigen, fobalt man ftch beeilt, fo früh als möglich troefene Jtleitcr anjulegcn. .Kann bieS aber nicht halt geflohen, fo bleibe man we» nigftcnS fo lange in Vewegung, bis tiefe troefen geworten flut. @S giebt wol;l unbefonnene (JRenfchen, tie ftch uiit naffen «Kleibern auf tie (Srte legen otcr wohl gar in tenfelben fcplafen. JLoch tie Alenge ter traurigen Veifpiele von ten höchft gefährlichen Solgen, tie fchon oft barauS entftanben ftnt, feilte wohl Sebent eine VJarnung fein, um nicht ähnliche $h°rheiten ju be» gehen. @bcn fo nachtheilig wie naffe «Kleiber ftnt auch naffe Süfe. Jtolff, Vrufti unt UnterleibösSntjüntungen, 5)armgicht, Vrechturchfall unt an» tcre beteutente Äranfl)eiten entstehen oft aus tiefer Urfache, freilich für tiejenigen, welche taran gewöhnt ftnt, ift tie ©efaljr nicht fo grob, boch wer» ten fte immer flug hanteln, wenn fte fo Viel als möglich ftch tavor in Qlchi nehmen, dagegen fann man bei einer fihwacben Jtörpcrbefchaffenheit unb bei ter Ungewohnheit, naffe S'üpe ju befommen, tiefe nicht forgfältig genug Vermeiten. 59 2)ie SRachtluft, unb baS jwar felbfl im «Sommer, unterbrüeft bie 4?aut* auSbünftung unb ift beöljalb immer als fchäblich ju betrachten; boch ftnb im Sommer bie Mächte, in welchen nach heißen Sagen ein ftarfer Xt)au fällt, noch viel gefährlicher als bie Sachtluft bei faltem SJetter, weShalbbenn auch in heißen Jtlimaten nichts fo gefährlich ift als biefe; freilich ift eS angenehm, nach überftanbener großer bie fühle -2lbenbluft im freien ju genießen; wer jcboch feine ©efunbheit lieb fyat, tl}ue bieS nicht. S)ie nachtheilige Sßir= fung ber Sachtluft jwar nicht plö|(ich, fonbern gewöhnlich ganj un= bemerfbar, allein beShalb hat man ftch nicht weniger ju fürchten. 5)arum Warnen wir bie Seifenbcn, bie Banbleute unb alle biejenigen, welche ftch am Sage fetyr erhi&t, ftch ber -2lbenbfühle auSjufehcn, benn je mehr man am Sage Schweiß vergoffen hat, um fo gefährlicher ift bie fühle, feuchte S'hau= lüft. 3n fumpfigen ©egenben ift biefe noch »tehr ju meiben, benn bort er= jeugt fte hvchft bösartige SBechfelßeber, «fjalSentjünbungen unb anbere ge= fahrvolle Atranfheiten. «hierher gehört auch ein feuchtes Sett. ©in Sett wirb feucht, wenn für gewöhnlich Stemanb barin liegt, wenn bie SBohnung feucht ift, ober baS ßimntcr, worin eS fleht, nicht geheijt wirb, ober enblich, wenn man eS nicht mit ganj treefener SJäfche Übersicht. Seifenbe füllten fleh Vor nichts mehr in s2ld}t nehmen, als Vor feuchten Setten. Jtommt ein folchcr falt unb burch3 näßt in ein SBirthShauS, fo wirb ein warmes ßimmer, warmes verbünnenbeS ©etränf unb ein trocfeneS Sett bie geflörte «föautauSbünftung halb wicber in ®ang bringen; ift aber baS ßimmer falt unb baS Sett feucht, fo wirb biefe bann immer mehr unterbrüeft, unb eS fönnen bie fchlimmften folgen barauS entfielen; 2Birthöhäufer mit feuchten Setten follte man, wenn bieS befannt ift, wie ein SefttfauS meiben, benn felbft ber fräftigfte Slann ift nicht vor ber ®efahr geftchert, bie barauS für ihn entfielen fann. 9llleirt nicht bloS inben Sßirthöhäufern färbet man folche feuchte Setten, unb beShalb ftnb bie foge= nannten ©aftbetten in Familien oft nichtminber gefährlich. 3ebcS Sett, jebeS Söäfchjeug, baS nicht häufig in ©cbrauch ift, wirb feucht, deshalb fann aber auch ein Sett, welches nur jweh bis breimal bcS 3al;reS bemißt wirb, fein gefunbeS fein, unb barttnt hört man auch fo Siele flagen, baß fte jebeS= mal ben Schnupfen befommen, wenn fte in einem fremben Sett fcplafen. Un= gemein ftraffällig ift wohl jeber ©aftwirth, welcher, flatt bie gebrauchte Seth wäfche wafchen ju laffen, fte bloS anfeuchtet unb preßt, um fte bann wieber als reine SBäfche ju verwenben. (Sin foIchcS Serfahren fann jum wahren SJlorbc werben, fowohl burch bie nothwenbige Seuchtigfeit beS SetteS, als bie hierbei fo leicht mögliche 2lnftecfung. UBic man in einem Söirthöhaufe ißt unb trinft, barauf fteht Slancper mit großer 52lengftlichfeit, wie aber baS Sett befchaffen ift, baran benfen nur Söenige. 3m SBinter follte fein Sett «tu überzogen werben, bevor nicht bie Settwäfche ant fSeuer gehörig getroetnet unb burchwärmt wttrbe, unb auch im Sommer follte biefe vorher längere 60 Seit hinburch ber Suft werben. ®lei<h nachtheilig wie feuchte 53et» ton ftnb auch feuchte Käufer unb Hßohnungen. Oft macht man ein Simmet feucht unb ungefunb burch unjeitige Sfteinfidjfeit unb ju oftcreß SBafchen, benn ftetß ift ber Aufenthalt in einem fürjlich gewafchenen Simmcr ju fürchten. Enblich muß man noch ben Uebergang auß ber Sßärme in bie Teilte alß eine ber häußgften Urfachen ber Unterbrücfung ber £autauß= bünfhmg betrachten. 3Sill man bie nachtheiligen Solgen einer folgen fchneb len Abwertung, bie man boch nicht immer rermeiben fann, um SSieleß fei» tener machen, fo befolge man bie Siegel, bei heißer ftdh warm unb bei falter fleh fühl ju halten. SCBer in falten SBinter fein Sims mer ju ftarf heijt, ber wirb ben Tatarrl; nicht loß, unb eben fo, welcher im heißen Sommer ein fütjleß Simmet bewohnt. Tälte gewöhnt man fleh nur burd; Tälte ju ertragen, unb SCBärme burch SBärme. @ewöl;nt man aber ben Torpor an faltcß SBafchen unb ®aben, fo wirb er 4?i£e unb Tälte gleich gut ertragen, unb felbft ber fcQnelle Uöechfel beiber wirb bann feine ©efunbheit nid;t beeinträchtigen fönnen, fowie überhaupt ber Drganißnuiß um fo fräfs tiger unb länger ben fchäblichen Einwirkungen ber Außenwelt $rofc ju bieten vermag, je einfacher unb natürlicher feine ßebenßweife eingerichtet ift, je näher er, fo ju fagen, ber SRatur fleht. dritte SSon ben fiebern. Eiligem eine pemerkunjen über /ieber. § 49. SDie Sieber bitten eine große .ftranfheitßgruppe unb bebeuten eigentlich mehr eine gewiffe 33efchaffenheit ber Transiten als bie Tranfheiten felbft Sür unfern Swecf wirb eß am paffenbflen unb fein, auf bie charaftcriftifchen Seichen, b. h- auf biejenigen Seichen, burch welche ftd; baß Sieber Vorjüglich fcnntlich macht, aufmertfam ju machen. S>iefe ftnb: beim Eintritt ber Trantbeit mehr ober weniger bemerfbas rer Sr0ft, bann vermehrt SSärnte beß Törpero, befehle uni gs ter $ulß, berminberte Eßluft, Abgefchlagenheitb er ©lieber, Eingenommenheit beß Topfeß mit bem allgemeinen ©efühl beß Tranffeinß. Alle biefe Erfchcinungen fönnen jeboch nur bann alß ein Außbrucf beß Sicbcrß betrachtet werben, wenn mehrere berfelben zugleich torhanben ftnb. Eine einjelne berfelben fann unb barf für fleh allein nie alß baß Seichen eineß oorhanbenen Sieberß gelten. So fann ber Qjulß fchneller fragen, ober bie 61 SBärme beS JtörberS fann vermehrt fein; fehlen aber alle bie übrigen angege* benen ©rfeßeinungen, fo fann man fagen, baß frieber Vorhanbcn fei. 2luf her anbern ©eite ift eS aber eben fo wenig nothwenbig, baß biefeBeidjen immer alle fein muffen, um ben ßuftanb beS Jtranfen für ein frie= ber jtt erflären. ©o fann ber $ulS natürlich befetyaffen, bie ©ßluft ungc= ftört fein, ber Jtranfe befommt aber ju beflimmten Tageszeiten mehr £i|e, ber Jtodf ift eingenommen, er fühlt ftd) matt unb abgefcßlagcn, unb man wirb bann boch erflären müffen, baß ber Jtranfe ein frieber habe. £och in ben meiften fräßen ßnbet man bet jebem alle jene djaraftcriftifd)en Beiden bei» fanimen, unb man fann fte baljer mit £Rect}t auch als bie wcfcntlidpcn Beiden beffelben betrachten. Bu biefen gefeßen ftd) aber oft noch anbere mehr ju= fällige ©rfcheinungen l}inju, als j. 39. Uebelfeit, 2)urft, 39eflommenheit, frrre= reben, ©chlafloftgfeit ober unruhiger nicht erquiefenber ©djlaf u. f. W. Tritt baS frieber nid)t mit einem ©cßlage ein, fonbern entwicfelt cS fleh nur nach unb nach, fo flagt ber Jtranfe anfänglich über SUübigfeit, ©cßwäche unb ©chmerjen in allen ©liebem, fühlt £>rucf im Jtobfe, hat Mangel an 3lVbetit, habet einen fiebrigen, verborbenen ©efdjmacf im i\'unbe, unb erft nach einiger ftellcn ftd) bann große 4?i£e, Unruhe, SDurft unb bie anberen friebererfchcinungcncin. § 50. SDie Urfachen beS frieberS ftnb: fchneUer SDechfel von £ihe unb Jtälte, Uebermaß in ©beife unb $ranf, fcblechte 33efd;affenheit ber 9lah* rungSmittel, heftige ©emüthSbewcgungen, erfdjöbfenbe förderliche 2lnftren= gung, innere unb äußere Sßerlcfjung, 3lnftecfung, fdjäbliche atmofdhärifche ©inflüffe.- §52. ©intheilung ber frieber. Sie frieber jerfallcn in jwei große klaffen, bie erfte begreift bie anhaltenben ober bie anbere bie auSs fefcenben frieber B« ben friebern gehört: 1) baS Uleijßeber, 2) baS ©ntjünbungSßeber, 3) baS SQcrvenßcber, 4) ber 5) baö fraulßcber, 6) baS gaftrifche frieber, 7) baö frlußßeber. Bu ben auöfe£enben friebern jäblt man: 1) baö 2öechfclfteber, 2) baö §52. SSon ber fiebenöorbnung frieberfranfer. 93on nichts hängt im frieber baS Qßohl beS Jtranfen mehr ab, als von einer jwecfniäßi= gen 2lnorbnung unb genauen Befolgung ber vorgefchriebenen SebenSweife. Unjähligemale fannbaS frieber bei einem gehörigen biätetifchen Verhalten beS Giranten ohne alle SJlebijin geheilt werben; aber eben fo oft fd;eitert hier bie einftchtsvollßc ärjtlidfe 39ehanblung an einer ungehörigen pflege unbUnfo!g= famfeit beS Jtranfen, fo wie an ben 23oriirtt;eilcn feiner Umgebung. SJlcbijin heilt unb rettet nie allein einen folchen Jtranfen, unb in bcbeutenben Jtranf= heiten barf ber £aie nur bie pflege beS Jtranfen übernehmen, nie aber beffen 62 Teilung Verfugen; um ftcp aber bicfem fegenSreidjen ©efdjäft mit günjtignn Erfolge ju unterbieten, ift eS boct vor allen Singen nöftig, bat er miffe, mag in tiefer 93cjietitng bem Jtranfen 9tott ttyut unb mag tym frommt ober bet; beStjalb bitte idj meine Sefer, baS Solgenbe ju beterjigen. 3m Sieber flagt faft jeher Ätanfe über großen Surft, jeber begehrt ju trinfen unb fetnt ftdj nadj ctmaS «Rütlenbein. Saö Viele Urinfen ift aber für nictt allein angenehm, fonbcrn audj unbcbingt äufjerft nüfjlict« SDtan fann bafyer einem Siebcrfranfcn fo oft unb fo viel 51t trinfen geben, als er nur Verlangt, ja man muff ifm felbft baju aufforbern, mcnn er nid;t genug trinft, jeboct otne mit ©etränfen ju überfctmernrncn, ober burd) bcn ©enujj gefallener «satten, j. 93. gering, baju ju reijen. -Dtan reiche baljcr reines, gutes, frifdjeS SBaffer ober jebcS anbere fütlenbe ©ctränf. SQicttS Vermag bie 45i£e fo ju mlnbern, bie «safte ju Verbannen, Jtrampf unb 93er= ftopfung ju teben, Sctmeit unb Urin 311 beforbern, furj fo Vortrefflid? ju mirfen, als bcr reictlicte ©enuf beS falten 9BafferS ober anberer fütlenben ©etränfe. Sei trocfener Bunge, fipröber £aut, brennenber 4?i|e unb unauS= Iöfd?lid?cm Surft ift baS Viele falte Urinfen ganj bcfonberS angejeigt unb ge= mätrt bie größte ©rquitfung. Sm Sieberfrofte mürbe frcilict ein folcteS 9ßcr= fallen am unredjten Drte fcin,benn obglcict bcr Jtranfe and) bann bismeilcn über Surft flagt, barf man itm bann bocQ nur fparfam unb nie ganj faltcS SßSaffer reichen«. Um bcn «Rranfcn jum t«ufigen Urinfen ju Veranlaffen, ift eS normen« big, bat baS bargereictte ©ctränf einen angenetmen ©efttmatf für il?n tabe, unb bat man metrere berfclbcn ju bereiten verftcte, benn ein unb baffelbe ©ctränf mirb ber Jfranfe fctr halb überbrüfftg. 9lber auterbem, bat ein folcteS ©etränf einen angenetmen ©efctmacf für bcn Traufen t«ben mut, f° ift eS auct erforberlict, bat feinem jcbcSmaligen ßuftanb angemcffen fei, bat eS bei SSerftopfung gclinb auf bcn <stul;l mirfe unb bei Surttfall gelinb antalte. Bluter bem Bucfermaffcr, bcni SBaffcr mit 3«cfevunb bem auSgebrettcn ®afte Von ©itronen ober Slpfelftnen ober mit <§imbeer= ober SotanniSbeers fafte u. bgl., auterber SKifctung von ©fftg ober <§imbecrefftg*) mit 9Baffcr, autcr ber bünnen SOtanbelmilct (9lr. 3), ben Rolfen (9tr. 4) unb bem fal« ten ©ibifctmurjels ober Sinbenblüttenttce u. f. m. fönnen im fieber nod? metrere anbere angcnctme ©etränfe für ben Äranfen bereitet merben. 3tre Bubercitung ift im 9lntangc von SQr. 5 bis 9tr. 12 angegeben. 93orjüglicter aber als aUc biefe ©etränfe ift unb bleibt immer im Sieber baS einfache falte JBaffcr. <Ralt unb unabgefoett mut a^cr 9CBaffcr fein, unb aud) nidjt jcbeS 9Baffer otne Unterfcticb barf man bem Jtranfcn rcicten. °) SUßte man eilten foldjpn unb anbcrn berglcidjeit Crfftg bereiten tctnn, fielet man im Slntjange 9lr. 1 unb 2. 63 SBaffer baS mit Seife nießt feßäumt, bte SBäfeße gelb färbt, baS einen ®t* rucß ober auffadenben ©efcßmaef ßat, ift immer verbäeßtig. SBo ber 2ßeg jum ©rinfen bureß ben ©lunr> verfperrt ift (wie bei ä?al$* entjünbungcn), ober ber Kranfe aus ©igenftnn nießt trinfen wid (Kinber), ba fitere man bureß einfache lauwarme 9Baffer= ober bureß unb fteueßtigfeit in ben Körper ju bringen» 3cbeS fieber Beginnt in ber Stegei mit Wtübigfeit, Seßwäeße unb 5lbges feßlagenßeit ber ©lieber, unb nur mit Unluft unb Qlnftrengung bewegt freß ber Kranfe. ©icfen ffingerjeig ber Statur befolge aber berfelbe, er ßalte ftd> baßer rußig unb fueße fobalb als möglicß baS SBett, benn eine rußige Sage im 33ett vermag feßr oft ein fieber in feinem ju unterbrüefen. äßet ber glaubt ber Kranfßcit ©roß bieten ju muffen, unb wäßnt,baß bie Kranf« Ijeit itjn um fo weniger überwältigen fönne, je meßr er fiel} gegen fie fträubt, ber irrt unb feßt fieß ber größten ©efaßr auS; benn ftatt bureß biefen SBiber* ftanb bie Kranfßcit ju überwinben, wirb fie unbebingt babureß nur noeß ßef» tiger unb ßartnäefiger. ©iefe irrige Meinung ober bie Unmögließfeit biefetn Sebürfniß naeß Stuße beim (Eintritt eines ffieberS foglcieß ju genügen, ßat feßon maneßem Unglücfließen baS Seben gefoftet. Qldein nießt bloS ber Körper, aueß ber (Seift bebarf in jebem fieber bring enb berStuße. ©em Kranfenfelbftift bann ©efedfeßaft nie erwünfeßt, unb aueß adeS tlnbere, WaS ißn geiftig unangeneßm berüßrt, ober waS feine ©inbilbungSfraft aufregt unb fein ©emütß beunrußigt, ift ißm nacßtßeilig. ©aßer fodte bie Kranfenpflege fieß immer nur auf Wenige, ßierju geeigneten Sßerfonen befeßränfen unb feine auberen in'S Kranfenjimmer gelaffen werben, am wenigften folcße, welcße bureß ißre Unterßaltung oft ben Kranfen auf ßöcßft beunrußigenbe SBeife aufregen. 3e ftider eS um einen ffieberfranfen ßergeßt, befto beffer, benn babureß wirb aueß ber für ben Kranfen fo ßeilfame Seßlaf am früßeften ßerbeigef üßrt unb Störung beffelben vermicben. So groß aueß im fieber gewößnließ ber ©urft ift, fo gering ift bagegen bie ©ßluft. 5lueß ßätte man großes Unrccßt, Wollte man bem Kranfen jus reben, gegen fein Verlangen etwas ju genießen, baS ©enoffene würbe nur ben ©tagen beläftigen unb ftatt ben .Körper ju näßren nur Staßrung für bie Jtranfßeit fein. ©ureß baS ©cfüßl ber Seßwäcße unb womit fieß in ber Siegel jebe fieberßafte Jtranfßeit anfünbigt, veranlaßt, glauben UJiele bem Krauten feinen beffern ©ienfterweifen ju fönnen, als wenn fte bengefunfenen Kräften bureß naßrßafte Kofi ober bureß geiftige ©etränfe ju <§ülfe fommen. ©in foleßeS 33erfaßren ift jeboeß ftetS ßöeßft jweefwibrig unb verberblicß; benn ift feßon fieber Vorßanben, fo wirb eS babureß unbebingt nur noeß ju größerer <§cftigfeit angefaeßt; ift eS aber noeß nießt Vödig jum -äuSbrueß ge« fommen, fo wirb eS babureß um fo gewiffer ßervorgerufen. <£>at inbeffen ber Kranfe wirfltcß ©ßluft, fo laffe man ißn etwas genies 64 f?cn, nur muff man bcn Wahren Slpbetit gehörig von einem falfcpen, ber burdj (SinfäUe beS Jtranfen unb Langeweile erzeugt wirb, unterfcpeiben. Sntnter mufj ein ftieberfranfer nur wenig auf einmal unb lieber befto öfter effen, auch muff biefeS langfam geflohen unb gut gebaut werben. JLabei braucht er ftcp an feine beftimmte JageSjeit, am wenigsten an bie beftimmten Stunben ber SUabljeit ju binben, er effe, wenn er gerabe ljat. -Ille muffen äufterfl leicpt ju Verbauen fein, benn bie S3ers bauungSfräfte leiben in jebem Sieber. paffen burcbauS feine fetten ober örleifcpfpeifen, felbft feine fyleifcpßrüb;e, auch niefjt bie fcpwäcpfte, unb nur in febr feltenen SäHen unb niemals ju Slnfang ber «ftranffyeit barf man hier« Von eine SluSnahme ftd? erlauben. 2)enn nicht nur, bafj ber Silagen fte nicht Verträgt, fo paffen fte and) feineSwegS ju ber ber Jtranfpeii, benn biefe ift im Anfänge eines jeben SieberS immer mehr ober weniger Von entjünblicper Statur, wenn biefe ftcp auch oft unter ber SllaSfe ber Ijöcpften Jtraftloflgfeit Verbirgt. 2)ie Sieberbt'ät muji batyer auSfcpliefjlid) aus Löafferfoft ober ©erlebten VonDbft, Von $2lepfeln, 33 ir n en, $ f la um e n u. bgl., auS Sueben Von get r o cf: neten ftrüdjten unb auS leichten ©emüfen befteben. pat ber «ftranfe Steigung jum Durchfall, fo gebe man ®ubbcn unb leiepte Steifen von Sliehl, ßwiebacf Sago, £ReiS, ®rüfce unb fo Weiter. 3n 4?inftcpt ber übrigen LebenSweife muf) man ftcp immer ganj nadj ber ©ewotyntyeit beS «Rranfen richten. Silan laffe ißm batyer fein gewohntes 33ett wnb feine gewohnte nur niept, wenn baS 33ett in ber Stäbe eines jugigen SenfterS ober einer fcplecpt fcpliefjenben, oft geöffneten Spür fiept; man gebe il;m 311 feiner pflege Sllenfcbcn, an bie er gewöhnt ift unb bie er auch in gefunben Sagen gern um fiep pat; man jünbe beS StacptS fein Liebt an, Wenn bicS gegen feine ®ewol;nbeit ift; baS 33ctt madfe man iljm fo ju: recht, wie er eS in gefunben Jagen gern bllt, baljer halb niebrig halb poep unter bem «Ropfe, bebeefe ibn halb leiept halb fd?wer, laffe ipn halb auf 5Hatra|en halb auf Rebern liegen, SlllcS, wie eS früper feine ©cwobn« beit war. Seber Jicberfranfe fepnt ftcp nad) frifeber Luft; frifepe reine Luft be: nimmt il;m nicht nur feine innere Slngft, fonbern fte fühlt auch fein 33Iut unb ift in jeber 33ejiebung äuperft Wohltätig für ibn. Sdjon mancher 8'ieber« (raufe ift blofj auS Sllangel an frifeber Luft ju ®runbe gegangen. GS fann faunt ein fcpäblicbereS Sßorurtbeil geben als ju glauben, man fönne nicht forgfältig genug jeben ßutritt ber frifepen Luft Von einem foldjen Äranfen abbalten, unb man müffe bet jebem JtratifpcitöfaHe baS Jtranfenjtmmer fo« glcicp in einen Sd)wi|faften verwanbeln. 93ci jebem Sieberfranfen forge man baber beftänbig für reine frifepe Luft unb erneuere bie ibn umgebenbe fo oft als möglich, benn viele unvermciblicbe Urfacben tragen hier beftänbig 65 baju bei, biefe ju Verunreinigen. Gin Jtranfenflimmer barf baßer tro mogs ließ in feiner mit feßäbließctt Dürften angefüllten ®egcnb beö «£>aufeS liegen, nießt naße an Abtritten unb 2)hftgruben, nießt bumpf unb feueßt fein; feßr jtveefmäßig ift eö, trenn eö Kantine, SBinböfen ober anbere ßugöffnungen ßat. Die «Venfter, irenigftenö bie beö Dlebcnjimmerö, muß man Von ßcit ju ßeit öffnen, wobei man jeboeß tväßrenb btefer ßeit ben Traufen Von ßugluft bureß ©arbinen ober eine fpanifeße Söanb flu feßüßen ßat; mit bem Scßließen ber Senfter muffen biefe aber trieber von bem 33ett beö Jtranfen entfernt trer« ben. Weö, trag bie Vuft im ßimmer verunreinigt, muß vermicben, unb ift biefcS nießt möglicß, boeß auf ber Stelle weggefeßafft irerben. -Dian laffe ba= ßer nießt unnötßig Viele Sicßter brennen, nießt feßmußige SBäfcße beö Jtranfen im Jtranfenjimmer aufbetraßren, nießt unnötßige Speifen unb ©etränfe ßerumftcßen, ben 9laeßtflußl unb Topf fogleicß forgfältig naeß bem ©ebraueß reinigen, nießt in bem nämlicßcn ßimmer aufbetraßren, bulbe feinen Tabafraucß unb verbiete bem Jtranfenirärter baö Gffen Von übclrie= eßenben Dingen, als Jtäfe, ßtviebeln, Jinoblaucß u. bgl. Die £uft bureß DläucßcrpulVer unb anbere iroßlrtecßenbe Dinge verbeffern ju trollen, ent* fprießt biefem ßtreef burcßauS nießt, ißre feßfeeßte SSefeßaffenßeit bleibt babureß unveränbert, unb ber üble ©erueß trirb nur bureß einen neu ßinjugefomme* neu übertüneßt, trobureß aber bie £uft immer meßr von ißrer Oleinßeit Vers fiert. 2lm jtrceJmäßigften ift noeß baS Scfprcngen bc3 Jußbobcnö mit reinem Gfftg, ober baö SBerbampfenlaffen beffelbcn auf einem ßeißen Stein ober über einer £ampe, nießt auf Gifen. Sn fällen, tro beftänbig böfc ©erüeße fteß um ben Jtranfen verbreiten, ift eö bienließ, etlraö angefcueßtetc fleine Verlofcßene *§o(jfoßlen an verfeßiebenen Stellen beb auöjubreiten, benn biefe fließen bie fcßabließen Dünfte an fteß, oßne bureß ißre 9lu8bünftung bie £uft noeß meßr flit Verberben. SQicßtg verbirbt aber bie Suft einer «Rranfenftube meßr unb vermeßrt bie 33eflemmung beö Äranfcn fo feßr, alö bie Vieler 2)lenfcßen in berfelben. Sebeö nur einigermaßen bebeutenbe lieber fann babureß allein ben ßöeßften ©rab Von >§eftigfeit erlangen, tveil eine foleßc bureß baö SSeifammenfein Vieler SDienfcßen Vcrborbene £uft nießt allein jum untauglicß tvirb, fonbern fclbft eine ivaßre giftartige Gigenfeßaft für ben «Rranfcn befommt. \'lueß baö Dagcölicßt ift für ben Jtranfen, trenn eö ißm inö Ulugefeßeint, feßr bcläftigenb, baßer feilte baögenfter ftetö ßinter bem Jtopfenbe beb 39ctteä fein, ©egen ba§ Sonnenließt muß man ißn forgfältig ju fcßü|cn fueßen, oßneraeßtet bie So\inenfeite fclbft in ben meiften Saßrcöjciten bie geeignetfte für Jtranfenjimmcr ift. 9lur im Scßatten, unb nießt tväßrenb bie Sonne auf baö Jenftcr feßeint, barf baffclbe geöffnet tverben. Cfcnßitjc im hinter ift vcrberblicß; bie Jt'ranfenßube muß nie ßeiß fein, am tvenigflen barf ber Dfcn bem Jtopfe beö Jtranfen ju naße fteßen. Die geeignete Temperatur ift + 14° R. Xcr Jpait3 arjt. 66 SBaS ben SBärter anbelangt, fo muff tiefer fHU unb £ünftlicEj fein ®es fd?äft verrichten, nicht fchwa&en unb noch weniger fleh nut bem Mranfen ober ben Qlnwefenben jnnfen; nichts effen, was übel riecht, unb nicht Brannt» Wein trinfen. Qllle heftigen Seibcnfchaften muffen Von einem ftieberfranfen forgfältig Vermieten werben. 9)ian muh baljer QlHeS Von ihm entfernen, waS ju Qlers ger, Born, Sraurigfeit u. f w. Beranlaffung geben bann. 2)ie Umgebung beS Mranfen muh ein freunblicheS Betragen annehmen, Sftuth einfvrechen, furj auf alle mögliche Qlrt ben ©eift ju erheitern fuchen. Hoffnung ift wohl bie cinjige ©emüthSbewegung, bie in fiebern heilfam ift, alle anbern, felbft ju heftige freute, fehaben. Gin fehr allgemein Verbreitetes unb fyöchft verberblichcS Borurtheil ift eS, beim Gintritt einer jeben fieberhaften Mranfheit fein 4?eil fogleich in Schwitzmitteln ju fuchen unb -lllleS anjuioenben, um nur ben Mranfcn in Schweif; ju bringen. Ql (lein nur bei leichten fatarrbalifchen unb rheumati» fchen liebeln wirb eS juweilen gelingen, bie Mranfheit ju verseuchen, weit öfter hingegen wirb baS QlnfangS leichte liebel baburch in ein gefahrvolles umgewanbelt, So fchen wir bei Minbern, fo wie bei Grwachfenen, bah bars nach eine töbtliche ©ehirnentjünbung ftch entwickelt, bie ftcher nie entftanben wäre, wenn man flatt biefeS erhitzenden GinftürmcnS ein fühlenbeS Berfah ren beobachtet hätte. Bei jebem giebermuh man auf bie SBiinfche unb baS Bedangen ber Mranfen eine befonbere Qlufmcrffamteit richten. GS ift bieS oft ein 2öinf ber Batur unb bezeichnet ben QBcg, ben man einjufchlagen hat. So giebt eS oft Mranfe, bie nach Qlbcrlafj, Brechmittel u. f. w. unaufhörlich Verlangen, unb bie bei aller Unwahrfcheinlichfeit erft genefen, wenn man ihren QBünfchcn nachgiebt. Obgleich man in einzelnen fällen Ölect;t hat, wenn man baS brins genbe Bedangen ber Mranten nicht unberücffichtigt Iaht, fo muh utan ftch bennoch Wohl hüten, jebe traumhaften ©elüfte beS Patienten beliebigen zu wollen. 3ft ein Mranfer Vom fieber genefen, fo bebarf eS ber gröhten Sorgfalt, um ihn vor SRüctfällen zu Biele SWenfchen, bie zu früh fS fchou für ganz her9ePcüt hielten, haben biefen Srrthum mitbern Sebou gebufft ober fich anbere langwierige Uebel zugezogen. Gin erzwungenes Sigen, ein Olufs rechtfein, eine förderliche Qlnflrengung nach einer bebeutenben fieberhaften ötranfheit haben bisweilen fchnell ben £ob gebracht. 5?a ber Mörder nach jebem fieber entfräftet unb reizbarer wie früher ift, fo wirb bie gröfite Qlufmerffamfcit erforbert, um ihn gegen Grfältung zu fehlten, fähige Bewegung in freier Suft ift bent fHeconValeScenten unges mein wohlthätig, nur muh Grmübung babei vermicben werben, benn biefe fann bann fehr leicht eine hvchft gefährliche Grfchödfung herbeiführen. 3c|t ift ihm bie Grheiterung beS ©eifteS, namentlich burch heiteren Umgang, fehr 67 erfawießlkß. ®ie Diät muß ldcßt, aber naßrßaftfdn, jebodj muß her lieber« gang ju Sleifcßfpeifen feßr Vorßcßtig gemacht werben; man muß oft, aber immer nur in geringer Stenge baS (Sffen reichen, benn ßctS iß eS gefäßrlicß, wenn man in her 5öiebcrgcncfung feinen Klagen bis jur ganjlicßen Satti« gung anfüllt. 3ebeS Sieber fann eine vcrbcrblicße Olicßtung nehmen, unb fo lange ber Sieberßurm meßt befcßwictßigct iß, fo lange fann Stiemanb mit Sicherheit für ben QluSgang biefer Äranfßcit flehen. (SS ift baßer beim Eintritt eines nur einigermaßen heftigen SiebcranfallS von ber ßöcßßen Söicßtigfeit, einen Slrjt foglcicß ; benn ßier ift oft ®efaßr im Sßerjuge, unb bie •Öülfe eines 'llnbern fönnte leicht feßr ungenügenb ausfallen. Sehr oft ifl bie ÜBcßanblung eines SicbcrS eine leichte "llufgabe, in vielen anberen Sailen hingegen ift fte eine ber feßwicrigften. Sürben&tien wirb eS immer unmög« lieh bleiben, bie ßcß ßier f° ßäußg barbietenben Schwierigfeiten ju beßegen. Schon ift eS nießt leicht, nach ber beflen bie vcrfchicbenen Sieber« arten am Mranfenbette ju erfennen, fte Von cinanber ju unterfeßeiben unb ihren eigentßümlicßen (Sßaraftcr gehörig aufjufaffen. ©dänge aber auch felbft bicS fo würbe ber oft ßattßnbcnbe Uebcrgang einer Sicberart in eine anbere unb ber nicht feiten vorfommenbe SßecßfdbeS inneren (SßarafterS eines Siebers eine um fo gefährlichere Jtlippe für ißn fein, ba felbft gewöhnliches arjtlicßcS SBiffen unb Talent nicht feiten baran feßeitert. Söaßr ift öS, baß bie forg« fame '-Befolgung ber oben angegebenen 93orfcßriften feßr oft jum eines glücfließen •lluSgangcS einjig unb allein genügt, ja oft vorjüglicßer als alles iWebijiniren ift, inbem in ber siegel, wenn man bie ber Dia« tur nießt ftört unb ißr bureß ein fcßlecßteS Verhalten unb ftörenbe mebijini« feße (Singriffe feine «foinberniffe in ben 2öeg legt, biefe alSbann baS ®lcicßge« wirfst ber wieber ßcrftellt. Sebocß fommen wieberum anbere Sülle im Sieber vor, wo biefe Jtraft ber SQatur ju unterliegen broßt unb jur Sefämßfung ber Jtranfßeit bann für ßcß allein nießt auSreicßt. ifficr eS ba nießt verfloßt, jur reeßten Seit mit Sicßcrßeit unb entfeßieben cinjit« greifen, ber wirb bie broßenbe ®efaßr alSbann fcßwerlicß von bem Jtranfcn, abwenben. $ier baS Unrechte wäßlcn ober baS 2)laß überfeßreiten ober ver« jagt ju wenig tßun, ßeißt immer ein Seben auf'S Spiel fe§en. ÜBelcßcr Un« funbige wollte aber woßl ein fo gewagtes Spiel fanden! - IDeSßalb nun foll bie jeßt folgenbc SSetracßtung ber einjelnen Sicberarten fteß barauf befeßrän« fen, Von jeber berfelben ein fo bcutlicßeS 33ilb als möglich ju entwerfen, ba« mit ber £aie boeß einigermaßen ben Sdnb erfennen fann, ber ißn bebroßt; bie Urfacßen anjugeben, aus welchen gewößnlicß bie einjelne Sicbcrart ent« fpringt, um, fo viel an ißm liegt, fte vermeiben ju fönnen unb fo ber ®efaßr ju entgeßen unb enblicß anjugeben, waS im erflen •Kugenblicfe ju tßun ift, wenn ber Jtranfe fieß felbft überlaffen iß. 68 A Konten anfjaltenben ober fytfjtgen fiebern. § 53. S'icijfiebcr. SÄan erkennt es, n?ie jebeS anbere Sieber, ein Sroft, befcßleunigtem $ulfe, SJlübigkeit unb veränbertem Urin. Ditte biefe ©rfeßeinungen erreichen jeboch niemals einen ßohen ®rab von «Heftigkeit. (SS bauert oft nur 24 Stunben unb enbet mit Schweiß unb DSobenfaß im Urin. 93 ei ©efunben unb im mittleren Dllter Von 20 bis 40 Saßren kommt eS ßäußg nach leichten DSeranlaffungen jum ©orfcfyein. 4-2XucQ gefeilt eS fleh nicht fetten ju ben fieberhaften «HautauSfcßlägen, unb eS bilbet bann bie {©genannten gutartigen Poeten, SDlafern, Scharlach u. f. w., bei welchen eS eben fo unglückliche Solgen ßat, wenn man biefe DluSfcßläge mit Scßwißmitteln unb großer Stuben* unb 93ettwärme beßanbelt, beim bann Verivanbelt fleh bicfeS anfänglich gutartige Sieber in ein gefährliches ©ntjün* bungSfieber mit ©eßirnentjünbung ober anbern bebenklichen ©rfcheinungen. (Sehr häufig treten auch bie anberen Sieber anfänglich als ein bloßes Oleij* fieber auf unb nehmen erft fpäter ihren Waßren (Sßaratter an; fo lange bieS jeboeß nicht entfeßieben ift, muß man fleh alles kräftigen SinfcßreitenS ent* halten, benn Dliemanb bann eS vorher wiffen, welcße DUcßtung baS Sieber noeß nehmen wirb. Sie (im Vorigen Jtaßitel) angegebenen DSorfcßriftcn Werben jur Jtur eines folcßen S'ieberS Vottftänbig genügen. Sabci können einige milbe fiiß* lenbe Drittel gereicht werben, als namentlich eine Sättigung bcS koßlcnfauren Jtali (fleße Dir. 19) ober baS DBraujepulver (flehe Dir. 20), ober cremor tartari als ©etränb (fleße Dir. 18). Sa, wo ber Stuhl Vcrftoßft ift, Wirb eS auch ßier feßr näßlich fein, ein gelinbeS küßlenbcS -Dlbfüßrmittel ju geben; ein hier ßaffenbeS ift baS Dir. 22, wo cremor tartari bie Sienfte Verfaßt; Unreinigkeiten in ben erften DScgen ber DßerbauungSorgane flnb gewöhnlich hier immer vorßanben; auch gewinnt man babureß ben großen DSortßcil, im Satt, baß ein ßeftigeS Sieber in ber ©ntfleßimg ip, bie erften DSege jcitig gc* reinigt ju ßaben. Sur biejenigen, bie ber Dlnwenbung beS falten SBafferS in Jtranfßciten meßt abßolb flnb, embfeßle ich beim Eintritt ber Sieherßiße ein faltcS Sißbab Von ber Sauer einer ßalben bis gaitjen Stunbe, unb bann Hluße im ®ett.- Dillgemeine fHuße, ein erquiefenber Schlaf unb ein bieölrantßcit glüttlicß ent* feßeibenber Schweiß wirb halb barauf folgen. § 54. SaS SntjünbungSficber berußt auf einer ju lebenskräftigen -39Iutbefcßaffenßeit unb ift ßäuftg ber Vorläufer Von örtlicßen ©ntjünbungen; ba aber, Wo reine innere ©ntjünbungen Vorßanben finb, werben fte Von ißm begleitet. Sie ßoichen, woran man biefeS Sieber erkennen unb Von anberen Sie* berarten unterfcheiben kann, flnb folgenbe: heftiger Scßüttelfrofi beim (Sin* 69 tritt; harter, flarfer befchleunlgter $itls; große flammenbe «§i|e; Dürft, rotl;er Urin, Urocfenheit ber «Oaut unb her Bunge» Qlußer biefen charafteriftifchcn Beiden beobachtet man noch oft babei: Jtopffchmerj, rotb;cö @eßcht unb Qlugen, Biehen unb Meißen im iRütfen bis 311 ben Senben hinab, woju fleh bann noch unb Ucbelfeit hinjngcfellt. Stimmt bie Jfranfheit eine üble Slßenbung, fo beutet baS Srrercben, bie große Unruhe, ber heftige Druct auf ber 23ruft, baS mühfame Qlthemholen, baS Sehnenhüpfen, baS Schlucken unb bie falten fiebrigen Schweiße bie hohe ®cfat;r an, in »reicher ber Jtranfe fleh beßnbet, unb baß baS Sieber fiel; ifi"-:n Scervenßeber umgeiranbelt hat. u»j®onft ift im ©anjen ber (£h>arafter biefeS SieberS gutartig; eS ift jwar heftig, aber »renn gleich Von Anfang ftreng entjünbungSwibrig verfahren Wirb, bann auch gut ju heben. Die Dauer biefeS SieberS ift 7, höchftenS 14 Uage. Die Einlage ju biefem Sieber liegt feßr oft in äußeren SuftVcrhältniffen; troefene ftrenge Jiälte, h°her 33arometerftanb, Slorb* unb Slorboftwinb be= günftigen baS ©rfchcinen biefer JtranfQeit, unb fraftvolle, Vollblütige 2)len= feßen jwifchen 15 unb 30 Saßrcn, unb bie babei Viel SSeWegung im Sreien machen, eine nahrhafte SIeifch=5Beinbiät führen, werben am leichteften von biefem Sieber befallen. Urfacßen, bie baS Sieber felbfl jum QluSbritch bringen, ftnb folgenbe: heftige @rhi|ung burch förderliche Slnftrengung ober burch Schlafen in ber Sonne, burch h*§'ge ©etränfe, burch eine ju nahrhafte unb gcwürjreiche Jtoft; ferner fchleunige Unterbrücfung ber <§autauSbünfinng, burch faltcS Urinfen bei erbittern Körper, burch baS Siegen auf feuchtem fühlen SSvben. Slußer biefem wirb baS Sieber erweeft burch jebe gewaltfame ©emüthSbcwes gung, SÖunben, örtliche Gntjünbungen unb überhaupt burch jeben anberen Sieberrcij, ber auf ein baju von außen ober innen biöponirteö Subjett wirft, unb burch jeben anberen minber heftigen Sieberanfall, ber burch eine fehler« hafte erbitte üßehanblung bis auf biefe <§öhe gefteigert würbe. ©inen Qlrjt beim beginn eines folchen SicberS fo früh als nur möglich herbeijuholen, ift hier äußerft nothwenbig. 23ei jebem Sieber ift eS fträflich, bamit ju fäumen; bie baburch verlorene Beit ift burch nichts mehr ju erfefjcH. SBie viele ftnb nicht fchon ein Opfer einer folchen Sahrläffigfeit ober eines fehmuijigen ®cijeS geworben, unb Mancher, ber SlnfangS leicht hätte gerettet werben fönnen, fucht vergebens 4?ülfe bei bem ju fpät tufenen Slrjte; beim wenn bie inneren Jträfte ber datier einmal vernichtet ftnb, fo vermag biefer nachher fein QBunber mehr ju thim. Die entjünbungSWibrige SebenSorbnung. Sie allein wirb jWar juweilen, jeboep nicht immer genügen, einen gliictlichcn SluSgang biefeS SieberS herbeijuführeit, unb eS würbe immer höchfl gewagt fein, wenn man 70 rufenen benn trenn bie inneren Kräfte ber Dlatur einmal Vernichtet ftnb, fo vermag biefer nachher fein üöunber meßr ju tßun. S)ie entjünbungSfribrig e £ebenSorb n ung. Sie allein frirb jfrar jufreiten, jeboeß nießt immer genügen, einen glücfliefen AuSgang biefeS SieberS ßerbeijufüßren, unb eS frürbe immer ßöcßft gefragt fein, frenn man einen folcßen 53erfucß maeßen trollte, benn nur ju leicßt fann ber Sturm ßier 511 heftig trerben, bie ßebenSfräfte erfeßöpfen unb Vernichten. SBtrnacßläfftgt barf aber auch bei biefen Siebern ein fireng entjünbungSmibrigeS Verfaßten niemals frerben, benn gefefjafje bieS, fo frürbe oßneraeßtet alles anbern SDtes bijinirenS ber .ft'ranfe bennoeß unterliegen muffen. Auf ber anbern Seite aber trägt biefe £ebenSorbnung unenblicb viel jur SÜHnberung beS lieben ßnftanbeS bei unb gefrät/rt bem übrigen ärjtlicßen 4?anbeln btOndfs tigftc Untcrflüfcung. £)aS ©etränfe ift biet unb reines DBaffer eignet fteß ßier am heften baju. DlicßtS füßlt baS D3lut meßt ab unb verbünnt eS beffer als biefeS einfache Drittel, baS ben Klagen freniger befeßfrert als alle übrigen ©etränfe unb bem Äranfen nicht fobalb jufriber frirb, frie eS bei ben anbern feßr oft ber Sali ift. 2)eS DöoßlgefcßmacfcS unb ber Abmecßfetung iregen tonnen auch anbere füßlenbe fäuerlicße ©ctränfe unb bie angegebenen Abf0* cßungen auS Cbft, Hamarinben u. f. fr. gereicht frerben (f.Dlr.5 bis SQr.7). tBei feßr großer flammenber «§iße £afft befonberS ber Hranf aus crcmor tartari (ftebe Dir. 18). ßu bewerten ift hierbei, baß alle ©etränfe, baS DBaffer nicht ausgenommen, etfraS überfdjtagen fein müffen, unb baß man in ber erften ßfit 5il'ar oft aber nie ju viel auf einmal bavon reichen bürfe. Später aber, fro man fueßen muß, bie ßeilfamen Ausleerungen, ben Scßfreiß unb Urin, in ©ang ju bringen ober bie bereits eingetretenen noch uießr Ju beförbern, fann unb muß man ben Jtranfen mehr trinfen taffen. Sft bie StußlauSleerung ju fparfara, fo frerben Abfocßungen von Söeinftein, Hama= rinben unb bie Hamarinbenmotfen (freße Dir. 14 bis Dir. 19) in ber Oiegel ben £eib gehörig offen erhalten. Sn ben erften Hagen biefeS SieberS ifi eS beffer, bem «ftranfen feine Dlaßrung ju geben. Verlangt er jeboeß naeß folcßer, fo beließe ffe einzig unb allein aus ber leicßteften, bünnften tJSafferfoft unb gefoeßtem Dbft. Sebe Art von Slcifeßnaßrung, felbft unb Haubenbrüße nidßt auSgenom= men, ift ißm jcßäblicß. Dttan gebe ißm baßer bloß ein frenig Dßafferfuppe mit geriebenem 3?rob, ®erften= ober «fraferfdfleim u. bergt, unb gefocßteS Dbft, JiirfcßcH, Pflaumen, Aepfel; verfteßt freß oßne SBein unb oßne altes ©cfrürj. Aucß fann man bem Jiranfen ab unb ju einen ober jtoei 5ßee= löffel Von fäuerli(ßcm Srucßtgelee (SoßanniSbeeren, Jtirfcßen, Apfelpnen u. bgt.) geben. 2)er J?ranfe muß meßr füßl als frarm geßalten frerben. Dtlit bem opfe im hinter naße am Ofen ju liegen, fann baS bis jur Dlaferei 71 fteigern unb felbft ben $ob jur ftolge haben. Slber auch biefe bloße Stu* benhi|e, namentlich aber baS Einpacfen in eine -Kaffe Von Vetten, fchabet ungemein. 3m Sommer ift für ben Jtranfen nidjtö SBohlthuenbereö, als baö Signier oft ju lüften, ohne ihn feboeß ber Sugluft babei au$jufe|en. Sehr füßlenb ift baö öftere Vefprengen beö mit Effig ober mit Effig unb Jtofenwaffer, worin man etwas Salpeter auflßfen fann, unb baö Qluffteüen weiter ©efäße mit frifeßem ÜBafjer. £en Jfranfen bebeefe man nur leicht, lege ihn mit bem Jtofpfe hoch, ja man bringe ihn beinahe in eine fifjenbe Stellung, befonberö wenn er flarf pßantaftrt. Kan hat beobachtet, baß bie Stafereien banach auf einmal Verfchwanben. fteß Schweiß ein, fo muß bie Sage mehr fein, jeboch auch bann mit erhöhtem Jtopfc.-2)a8 ©eftcht beö Jtranfen wafeße man fleißig mit Söaffer, <§onig unb etwas Efßg; Vruft, Slrme unb 5üße aber mit reinem Efftg. 3ft ber Ötopf feßr eingenommen, fo ift ein laueö ftußbab Von SSaffer, Effig unb Salj {cßr hülfreicß. Um ben Jtranfen muß bie größte Stühe herrfchen, unb eitles, Waö man nur immer ju feiner möglicßflen Veßaglichfeit tßun fann, barf nicht verab- fäumt werben. 3ebeö ©efpräcß, jebeö ©eräufcß regt ihn auf unb feßabet ihm. Sille Sinnesreize müffen von ihm abgehaltenwerben, er muß im T>un* fein liegen unb barf nicht fpreeßen. ßu feiner pflege verwenbe man fo we= nigV'erfonen als nur möglich; am heften ift eS, wenn fte nur eine übernimmt; auch wecßfele man nicht ju oft mit benfelben. £>ie SBünfcße unb baS Ver* langen beS Jtranfen barf man nie gerabeju abfcßlagen, vielmehr muß man feßeinen, ihnen entsprechen ju wollen. Schon baS bloße ßufagen, baß fein SSunfcß foll erfüllt werben, befriebigt ißn oft eben fo, als Wenn bieS wirtlich ber 8?all wäre. S)ie Veßanblung. Ein gelinberer ®rab biefeS Fiebers bebarf nur beS oben angegebenen ftreng entjünbungSwibrigcn Verfallens unb jwarvor- züglich Entziehung ber Staßrung, füßleS Verhalten, Stühe unb SBaffertrin* fen. Slucp ßior werben bie falten Sißbäber nicht ermangeln, ihre füßlenben unb berußigenben Eigenfdhaften ju bewähren. St ob ft biefen gebe man ein füßlenbeS Slbfüßrmittel. 3ft ber Jtranfe von kräftiger Jtörperbefcßaffenßeit, unb heftet er namentlich gute VerbauungSfräfte, fo verbinbe man baS Vur* girmittel mit Nitrum (freße Str. 23). Vei zarten fcßwädßeren Verfonengebe man bagegen bie Hamarinben mit SWanna (ftehe Str. 22). «§at ber Äranfe brei bis vier Stuhlentleerungen gehabt (mehrere würben nicht bienlich fein), fo wirb biefe SJlebijin Säßt baS fieber hierauf nicht nach, fo giebt man baö Nitrum allein fort (fieße Str. 24). Sßürbe biefeö aber ju fchwäcßenb Wirten, fo giebt man lieber ben {©genannten fubifchen Salpeter (ftehe Str. 25). 3n jebem cntjünblichen fieber, baö einen gewiffen ®rab ton heftigfeit erreicht, ift baS Slberlaffen baS hauptmittel unb fann ßiet burchauö nicht bureß Vlutegel ober Scßröpfföpfe erfefct werben. ES muß 72 93Iuteg. 9313 jur Dßnmadjt barf aber t?ter nie bag SBTut entjogcn treiben, beim bei ber großen ©crinnbarbeit bcffelben in folgen Siebern tonnte bicfer Suftanb leicßt gefährliche 93Iutftocbung jur Solge ßaben. Flinnnt bag Sieber unb alle feine ©rfcßeinungen einige Seit nacß ber 93lutentjießung triebet be« beutenb ju, fo ift eine 9Biebcrßolung berfelbcn burcßaug erforbcrlid?, unb bieg bann in ßirifdjenräumen ton 8, 12, 18 ober 24 (St unb en, felbft jum britten= ober viertenmal, immer tricbcr ber SnU fein. 3ft bie ©rleicßterung, irelcße ber Jtrante nad) bem erftcn empfinbet, anbauernb, fo bebarf eg bann aucß feiner weiteren Hßicberßolung bcffelben. 2)ocß bevor man ben ©ntfeßluß faßt, auf eigne ©efaßr bem Hranfen bureß einen 9lbcrlaß fräftig -93lut ju entjießen, fo bebente man troßl, baß bieg bag größte, bag gern al tf am ft e Mittel ber ganjen heiltunft ift; bag eg jtrar bei ßoßem ©rabe ber ©ntjünbung bag einjige bureß nießtg ju erfeßenbe fRettunggmittel ift, baß aber and) eine große unnü|e 93erfeßtren» bung bog 93lutg bie traurigflen, nie iricber gut ju maeßenben Solgen ßaben fann. 9Senn alfo bag Sieber nießt in aßen feinen ©rfeßeinungen einen gro» ßcn ®rab Von heftigfeit an ben £ag legt, fo trage man nießt oßne 93ciftanb cineg 9lrjteg von biefem Mittel ©ebraueß ju maeßen. Stur trenn ber Sroft beim 9Bcginn beg S'iebcrg ungemein ßeftig trar, trenn bie hiße flammenb unb verjeßrenb, befonberg aber, trenn ber 9lberfeßlag ftart, voll unb ßart ift, ift mit bem Qlberlaß nießt ju fäumen, beim bann bann man mit einem Qlberlaß, alfo mit weit geringerem 93lutVerlufi, bag erreießen, trag fpäter bureß brei ober gar Vier faum meßt ju erlangen ift. 93ei ®ntjünbunggfranf= ßciten ift ber hefte £>rt jum -llberlaß ber 9lrm. - 9locß bringenbere 93cran» laffungen ju einem feßleunigen Qlberlaß ßat man in folgcnbcn Süllen: Hßenn bie Honftitution beg Hranfcn vollblütig, robuft, jugcnblicß (jiris fd;cn 18 unb 30 Saßren) ift; trenn er an ben 9lberlaß getrößnt ift, ober gar bie getroßnte Seit beg Slberlaffeg vorßanben ift; trenn er natürliche 93lutent» leerungen, j. 93. fließenbe golbcnc 9lbcrn, Slafenblutcn, mit ©rleießterung ju ßaben pflegt; trenn bie anberen ßerrfeßenben «Rranbßeiten au<ß von entjiinbs lid?er -»Natur ftnb; im Sanuar, Sebruar, 2)iärj, befonberg trenn ftrenge trob» fcnc Halte bei ßoßem 93aromctcrftanb ober SQorboftirinb ßerrfdft, tro ber Hörper immer ben -llberlaß beffer unb in ftärberer -Dienge Verträgt alg ju jeber anberen Seit; enblicß trenn fteß 9lnjcicßen einer entfteßenben 93ruftcnts jünbung einßnbcn, j. 93. ein burjer huften, ein f(einer ©eßmerj beim tiefen 9ltßemßolen. 9lacß bem -llberlaß ift bann oft treiter nießtg nötßtg, abö bie genaue '-Befolgung ber oben angegebenen biatetifeßen 93orfcßriften. ©ntfeßeibet fteß naeß bem 9lberlaß bag Sieber nießt gänjlid;, fo gebe man ein büßteg 9l6fiißrmittel (fteße 9lr. 23), fo baß ber Hranbe 3, 4 «Stüßle ßat; ftarbereg fBurgircn irare nadftßeilig. hierauf gebe man bag Nitrum (ßeße SQr. 24). S'ür Hranbc mit feßr rcijbarem fcßtratßen SNagen unb von trenis ger fräftiger Jlonßitution, namentließ trenn freß batarrßalifeße Sufälle: hu» 73 ftcn, SScrfcpIeimung, biet unb pappig belegte Bunge, bem Sieber beigefcUen, pafjt jeboep ber Salmiat beffer (f. 9lr. 26). Unter bem Sortgebraucp biefer erfolgt nun im günftigen S«Ue ber völlige SQadQlab? bcö Sieberö, unb man pat von Anfang biß ju (Silbe nichts weiter ju tpun, als biefe Mittel unb bie cntjünbungSwibrige Sc» benSorbnung unb ben peilfamen ©epweifj im 33ctte gcbulbig ab« juwarten. ÜBirb ber ©epWeifj burep (Srtältung geftört, fo bann ßäpmung, £aub= peil, SSerlufi bcS ®cbäcbtniffeS bie Solge bavon fein, ober eS bilbeti fiep an Verriebenen (Siterablagerungen. 3m erften Salle ftnb lang unter« paltene 3Seftfatorien unb im letzteren ertoeiepenbe SSrciumfcpIäge bie beften Mittel. Buiveilen bauert aber baS Sieber fort, ja eS nimmt fogar, opne jeboep bie <£eftigteit eines entjünblicpen SieberS ju paben, mit bem 6tcn, 7ten £age toieber ju. gebe man ben efftgfauren ©almiafgcift (Spiritus Minde« reri) ju 20 bis 60 tropfen alle jwei ©tunben in etwas SBaffcr; reijenbe, ftärtenbe Mittel pier anjuwenben, würbe pödjjt nacl)tl)eilig fein. «§at fiep baS Sieber in ein Nerven; ober Saulfieber verWanbelt, fo mup cS alSbann wie biefe bepanbelt werben. SRaep Seenbigung eines ©ntjünbuugSfiebcrS barf man ben Körper nicQt ftärten wollen, alle bcrglcid;cn Mittel tonnen leiept einen Oiüetfall veran= laffen. Um Vor fRücffäUen, welche pier fepr leicht ftattfinben tonnen, gefepüpt 311 fein, mufj ber ötranfe noep längere Seit pinburep alles (Srpipenbe meiben unb bcfonberS nur mit SBorficpt unb fel)r allmälig ben Uebergang 311 einer f triftigeren SRaprung machen, ©ft bleibt nacp biefem Sieber eine Einlage ju peftigen Jtopffcpnierjen jurücf. § 55. £)aö 3m gemeinen Sebou wirb gewöpnlicp jebeö mit Uspantafiren unb anberen bebentlicpen (Srfcpeinungen Verbunbene Sieber opne Unterfcfyieb ein S'lervenfieber genannt. Höenn aber and? eine genauere ber bösartigen Sieber für ben Baien in jeber anberen SBejiebung eben niept von grofjem Stufen fein bürfte, fo ift unb bleibt bod; bet Untcrfcbieb, ob ein Sieber anfleifenb fei ober niept, immer auep für ipn ein ©egenftanb Von poper USicptigteit, tpeilö um niept ba $u jagen, wo teine ®cfapr ift, unb furcptloö bie pflege ber ©einigen ju übernepmen, anbererfeitö aber fiep ber wirflicpen ®efapr nid;t opne SQotp, ober wo cö niept fann unb barf vermicbcn werben, niept opne 2ßorfid;t au3jufe|en. 2)ie53er= anlaffungen ju biefen Siebern geben pierin ben meiften Sluffcpluf, unb wenn man biefe tennt unb auf fie aeptet, fo wirb bann eine nur oberflächliche $e= fepreibung ber Verfcpiebenen Jtrantpcitöerfcpeinungcn in biefen Siebern pin« reiepen, um beurtpeilcn ju tonnen, ob folcp ein Sieber ju ben anfteefenben ober niept anfteefenben ju jäplen fei, baö peipt mit anberen SBorten, ob eö bloS ein gcwöpnlicp fo genanntes 5lervenfieber ober ein Saulficber ober ein 74 SßßuS fei. - >§ier ift nun 3unäcßft von ben nicßt anfietfenben SQerVenßebern bie Ütebe. SUienfdßen Von einer weifen fraftlofen «ftörberbefdfaffcnßeit, welche babci Viel filmen ober wenig folibe Staßrung ju ficQ neunten, bie ißren ©eift ftarf an- ftrengen, befonberS aber, wenn folcße einen >§ang 311 fpirituöfen ©ctränfcn ßaben, werben bei vorfommcnbcn 33eranlaffungen leidster alö alle übrigen von einem folcßen HlerVeiißeber befallen. Sßeranlaffung 311 einem SRervenßeber giebt aber 3llleö, waö bie 5QerVen= Traft läQmt unb baä JBlut fcßwädjt. (Srflereä gefcßießt birret? großen Jtummer, anßaltenbe Surdjt, ßeftige Slngft, bureß SDiangel an ©dßlaf unb große 31 n= ftrengung beö ©cißeS; ba3 Slnbereburcß eine ännlidje, wäfferige, wenig naßr= hafte Jtoft, 3. 33. bureß ben ©enuß vielen fcßlecßten Cbfteö, ber ©urfen, u. f. w. Seudjte ungefunbe SBoßnung ruft biefeS Sieber öfter ßervor; be= fonbcrS aber begünfligt anßaltenbe Seucßtigfeit ber Suft, 3Beßwinb unb nie* briger SBarometerfianb baö epibemifche ©rfcßeinen foldjer Sieber, W0311 bann ber burd? 311 große kläffe -JRißwadßd aueß viel beitragen mag. 3cbe ©rfcßöpfung beö JtörtperS, fei eS bureß übertriebenen ®efd)lecßt8= genuß ober bureß anberen Säfteverluft, 3. 33. bureß übermäßigen SÖlerfuriaU gebrauch unb baßer entßanbenen heftigen Stycießelfluß, bureß unftnnigeS 52tberlaffcn ober $urgiren u. f. w., ift im Staube, ein 9lcrVenßeber ßcrVor= jurufen. Raffelte gefcßießt bureß naße Kleiber, Scßlafen auf feudjtcr ©rbe, übermäßige förderliche 3ln ftrengung, llnregelmäßigfeit in ber 2)iät (Scßwel= gcrei unb Ucberlabung beö -Dlagenö, bann wieber bürftige fcßlecßte 9laßs rung.) S)aß bei ber fo verfeßiebenen förberlidjen 33efdjaffenßeit ber SO?cnfcßcn unb bei ben fo ßöcßft verfeßiebenen 33cranlaffungen 311 biefer Jlranf= ßeit bie felbft ftcb in jebem einjelnen Salle anberS gehalten muffen, ift woßl feßr begreiflich; baßer aber aueß bie Unmöglicßfeit, ein gan3 umfaffenbeö ßier 311 entwerfen. 9lur fo viel fteßt feft, baß in biefen Siebern ber gan3e ßuftanb auf äußerfte ©ntfräftung unb beutet, wenn and? nießt 3U jeber Seit ein ftärfenbeä xen ßier am rechten Drte ift. ® rf eße in ungen. S)er Jtranfßeit geßen gewößnlicß nicßrere Sage, ja SBodjen lang Verboten vorauf. JDieft befteßen in ©ingenommenßeit beä Jtopfeei, Scßwinbeln, Bittern ber ©lieber, Scßlafleftgfeit unb <Sin= neötäufcßuugen. T>a$ Sieber felbft tritt nicht mit heftigem Scßüttclfrcß wie bei (SntjünbungSnebent auf, fonbern fcßleicßt meßr mit wecßfelnbem Sröftehr rtnb hifce ßcran. S)te feßon bei ben Vorboten vorßanbenen @rfd?cinungen Werben nun heftiger, bie ©emütßsftimmung bc£ Jtranfen wirb immer trüber, bie Sdjwäcße größer, fo baß nun nidjt feiten üßnmad?ten entfleßen. Snblicß fängt ber Trante an 311 vßuutaßren, weldjed oft mit einem betäubten feßlaf» füd?tigen Bufianbc abwed;|elt. Jträmpje aller Qlrt, befonberö Seßnen* 75 hülfen, fommcn hinju, unb bie Schwäche unb Ermattung erreicht ben fyöcfy» ften ®rab. Sie Sauer bc3 Siebers iß gewöhnlich 21 big 28 Sage, ja noch länger. Sie Sßiebergenefung ift langfam unb mühfam unb leicht Diücffällen auSge* fefct. Dtacfy heftigerem Dlervenßeber erholt fleh ber «ftranfe erft nach 2 bis 3 Monaten vollfommen. (Sin nervöfer Suftanb Tann ficQ ju aßen anbern fiebern hinjugefeUen, fotrohl jum entjünblicüen, galligten u. f. tr., auch int Verlaufe ber Vlattern, beS Sc(;arIachS, ber iDiafern fann er hinjutreten, allein bieö ift bann fein wahres Dierven fieber, fonbern nur ein Seichen ber bebeutenben Vetfchlimmes rung aller biefer Äranfljeitcn, unb beutet häufig auf einen entjünbeten ßuftanb beS SarmfanalS. Sn ber ®igenthümltchfeit biefeS 5ieberS liegt eS, baß man nie über beffen DluSgang ein gegrünbeteS Urteil fällen fann, benn einmal nimmt bie Jtranf» heit bei ben günfligften Seichen eine f;öchfi ungünstige SBenbung unb in anberen Jällen gebeten bie Äranfen bei bem hvffnungSlofeften DluSfchen unb bei allen gewöhnlich ben Sob verfünbenben Seichen. Sie bleibt immer bie, bafj man nie alle Hoffnung ftnfen läßt. DßaS nun bie Vehanblung ber Dlervenfceber anbetrifft, fo map ich, befonberS trenn Von inneren Heilmitteln hier bie Diebe fein foll, biefe ganj mit Stillfchtveigcn übergehen. Senn bie Diücfftchtcn, bie hierbei genommen werben muffen, finb ju vielfach, als bafj eine für alle Uniftänbe gleich paffenbe Heilmetliobe fönnte angegeben werben, unb felbft bei einer genaueren DluSs alles beffen, waS habet ju beobachten ift, trürbe eS bennoch für ben öaicn immer unmöglich bleiben, I;ier ftetS bie rechte Döahl 311 treffen, ba felbft für Dlerjte in biefer Vejiehung ihre Verlegenheit oft nicht gering ift, eine unrichtige VJahl aber unfehlbar bie traurigften folgen haben müßte. Selbft waS bie allgemeine gieberbiät, wie ich fte bereits oben angegeben habe, betrifft, unb bie jwar in allen äußeren Verhältniffen mit ber allergrößten Strenge auch hier befolgt trerben muß, trenn nicht bie .tranfheit eine töbt= liehe Jiichtung nehmen foll, erleibet hier in Hinftcbt ber ©rnährungStreife beS Jtranfen oft fchr wesentliche unb nothwenbige llmänberungcn, bie aber bet ber gefährlichen £age beffelben immer nur von ber Vefiimmung beS QlrjteS abhängen bürfen. Dlur fo Viel fleht hier feft, bafj man nie einen folgen Jtranfcn lange faften laffen barf, unb baß man ib;n auch beffer als wie int (SntjünbungSßeber nähren müffe. (S3 fei mir nur erlaubt, über bie 5lntvenbung beS falten SSafferS bet bergleichen Vcrvcnßcbcrn 311 fprechen. Schon baS reine falte 2öaffer (womit man freilich ben fchtrachen tragen beS fo hinfälligen 3?ranfen nicht überfchütten barf) ift ju jeher Seit hier, fei cS jur Hebung unb Velebung ber Jlräfte ober jur Veförberung trohlthätiger Jtrifen, baS unb unfchäblichfle Mittel. Jtalte SBannenbäbet 76 Würben jWar Von feinem fein, kenn ßefönnten leicßt eine ßänjIicQe fRerVenläßmung ßerbeifüßren; dagegen wirb folgende ©rt her ©eßanblung ßctS eben fo gefaßrloS als erfolgreich fein. 2)er in her Sieberßifje begriffene «Rranfc wirb, um baS ©ett Vor SQäffc ju feßüßen, auf eine große wollene 2>ctfe gelegt, in ein naßcS, faltcS, aber gut auSgcWunbencS ©ettueß gänjlicß entfleibet eingeßüUt. darauf Wirb juerß bie wollene £ccfe feß um feinen ganjen Seib gefcßlagcn unb er bann noeß mit einer ©ettbeefe gut bcbccft, fo JWar, baß auch biefe ißn büßt umgiebt unb feine Suft (Vcrßeßt ftd) mit ©uS= nähme feines ©cßcßts unb ÄopfS) an feinen «Rörßer fommen fann. ©Bäh' renb ber «Rranfe ftch in biefer Sage beßnbet, muß man baS ßimmer lüften unb ju jeber iß eS gut, ein ftenßer babei oßen ju erhalten. Ser in SBetten ©eßüllte fann ßcß babureß nießt erfälten, unb bie reine frifeße Suft, Wclcße er bann einatßmct, wirb Sebcnobalfam für ißn fein. 3n biefer Sage erßält man ben Jtranfcn, fo fange bie troefene bauert; alle jwei Stunben wirb er jeboeß in ein anbereS naßes Sucß gcßüllt. «hat bann enbs lieh bie nacßgelaßen, ober bricht am @cßcßt ein warmer Schweiß auS, fo enthülle man ben «Rranfen, nehme ißn auS bem ©ett, wafeße feinen ganjen Körber fcßnell mit ganj faltcm ©Baßer, troefene ißn unb bringe ißn bann, mit frifeßer ©Bäfcße befleibct, wieber in'S 23ett. ®ut iß eS, wenn ein jWciteS ©ett nach ber ©bwafeßung bcS «Rranfen in ©crcitfcßaft wäre, benn nichts er« qnieft ißn fo feßr als ein frifcßeS, gut gelüftetes Sager. Sollteer jeboeß Jtraft genug unb baS ©erlangen haben, einige Seit angelehnt in Stellung außer bemfelben jujubringen, fo wirb bieS äußerß Woßltßätig für ihn fein, jeboch barf bieS ißm feine ju große ©nßrengung vcrurfachen unb nie länger als er freß babei noch beßaglicß fühlt, fortgefeßt werben. ©iit biefer 2lrt, baS falte ©Baßer anjuWcnben, wirb täglich bei ber 3«s naßme bcS fo lange fortgefahren, bis ßcß enblicß bie, bie Jtranfßcit entfeßeibenben, woßlfßätigen warmen (nießt falte, fiebrige) Schweiße cinges ßeUt haben, ©ewößnließ gefeßießt bieS wäßrenb ber «Rranfe in ben naßen Xucßern liegt, ©rießt biefer Scßweiß ßerVor, fo wirb bem oßneraeßtet ber Jtranfe, naeßbem man ben Sdfwciß eine Stunbe abgewartet ßat, falt abges Wafcßen, worauf biefer ßcß, wenn ber .Rranfe wieber ju ©ett gebracht iß, von SQeucm unb bann erß reeßtfräftig wieber einßcllt. liefen lotteren Schweiß Wartet man alSbann gehörig ab, möge er anßaltcn fo lange er wolle, nur gebe man babei bem Traufen faltcS ©Jaffer ju trinfen unb reiche ißm, wenn er eS verlangt, leicht verbaulicße ©aßrung, felbß bünne fVleifcßbrühe. ©Bie aber ber Scßweiß anfängt nacßjulaßen, nimmt ber «Rranfe ein faltcS ©Bans nenbab, WaS jeboch nur ßöcßßenS 3 bis 5 ©linuten bauern barf. 3mmer aber barf baS ©ab nicht weniger als 9 bis 10 ®rab ©Bärme haben. - UlUe SKorgen wirb bei ber ©Bicbcrgenefung ber Jtörber, fogleicß wie ber Jtranfe fein «Bett Verläßt, mit faltem ©Baßer gewafeßen. Vlur ein unbegrünbctcS, tßöricßtcS©orurtl;eil iß eS, wenn man füreßtet, 77 baß btircp folcp ein SSerfaprcn baS Sebcn beS «ftranfen gefährbet werben fönnte; benn bie Grfaprung, ber einzige gültige Sticpter in folgen Angele* genheiten, fyat lüngft §u beßen ®unßen entfcpieben, unb 3 war, baß biefer SOletOobe, ein Slerbenßeber ju behanbeln, ber SSorjug vor jcber anberen gebühre. Q3ci einem gelinberen (Stabe beS £QerüenfieBer§, wie biefer öfter Vor* fommt unb befonberS baran fenntlich iß, baß bie Jtranfen garfo unb hinfällig ßnb, unb befonberS baS nur borübergehenb, nidjt anhaltenb iß, iß bie befepriebene ScbenSorbnung in ben Siebern im AUge* meinen hinlänglich, um ben Jtranfen glütflief) wieber Außer* bem giebt es aber für 'Diejenigen, welche baS falte Sßaffe» freuen, noch ein herrliches Mittel, waS in jebem bösartigen Sieber immer mit (Sicherheit unb gewöhnlich mit fepr gutem Grfolg gegeben werben fann. GS ift bieS baS 6l;lorwaffer (flehe £Rr. 27.) 3ß aber 311 Anfang beS SicberS Uebelfeit ober wirfllcpcS Gebrechen sugegen, l;at ber Jtranfe babei eine gelb ober braun be* legte Bunge unb üblen ©efepmaef, fo Wirb ber SBrecpfaft Str. 28 bem Jtranfen fogleicp gereicht werben müffen, felbft bann, wenn man auctj ben Jtranfen mit (altem Üöaffer bepanbeln will. Söirb bieS unterlaßen, fo pat bieS oft bie traurigften Solgen; benn fo gut wie baS hier in Beite» angewanbte 33recp= mittel oft bie gan3e in ber Gntßepung erßicfen fann, eben fo gewiß fann bie Unterlaffung beßclben bie Äranfpeit langwierig, fepwer, ja 3uweilen unheilbar machen. Stuplberßopfungen bürfen im ganjen Verlauf beS SieberS niept gebulbct werben, jeboep fönnen Abführmittel hier fepr leiept 3U entfräftenb unb Paper pöcpß nachtheilig wirfen. Daper ftnb bie niept 3U entbehren, nur bürfen fte Weber 3U falt, noch 311 warm, noch bei fcpwi|enbem Jtörper gegeben werben. Die beßen ftnb bie Von Wlilcp (2 Daffen) unb honig (2 Gßlößcl) ober von ÄamiUentpee mit einem Gßlößel Del ober Seinöl. Auch bie warmen 33äbcr ßnb pier von großem Stufen unb ßnb oft allen Innern Mittel borju3iehen. Sie beruhigen ben Jtranfen auSnehmenb unb paffen befonberS bei heftigem $hantaftren, Schlafloftgfeit, Schmeqen unb Krämpfen aller Art unb bei einer troefnen, heißen, rauhen haut. 33ei Steigung 311 Schweißen hat man ftd) 3U enthalten. S)er (Srab ber SBärme muß nach bem (Sefühle bcS Jtranfen, nicht nach bem cr= mometer beftimmt werben. Dem Traufen muß behaglich im 33abe 31t 2)tuthe fein unb bann fann man ihn fo lange barin laßen als bicfcS bel;ags ließe Oefühl fortbauert. 33?hutfamfcit beim unb hineinfteigen iß ailerbingS fchr 3U empfehlen. £Bei heftigem unb Jtopffchmersen leißen Spanifche Sitegen unb Senfpßaßer auf bie SCBaben unb Sußfoplen gute Dienße. Die Spanis fepen Sliegenpßaßer müffen nie bis 311111 93lafen3ichen liegen bleiben, fonbern entfernt werben, wenn ße bie haut rotp machen, W03U in ber Siegel 3 bis 78 4 €>unrben ujorberiitß ftnb, bocß ifl Vithfi oft feßr Verfcßieben. 5)a8 Ent* fteßen einer SSIafe naeß bem abgenommenen verßütet man am heften, wenn man bie «Stelle mit einem in ftarfen Efftg getaueßten ßäßßcßen bebeeft. Entfloßt fie bemungeaeßtet, fo muß fte fobalb als mögließ aufgefeßnitten unb bic Wunbe Stelle bureß ©leiwaffer jugeßcilt werben. Schneller unb ebenfo fräftig wirfenb finb bie Scnfyflaftcr unb ßaben ben IBortßcil, baß fte fo leießt feine 33lafcn sießen; fte verbienen baßer in ber (Regel im Serben fieber ben Sßorjug. ©aS Senfpflafler wirb babureß bereitet, baß man gefloßenen ftßwar* jen Senf mit marmorn, nießt foeßenbew. H3afjer 31t einem bitten 33rci anrüßrt, ben man auf Scinwanb ßreießt. 5)ie läßt man fo lange liegen, big fteß ber Jtranfe über baß beflagt, bei bcmußtlofen «Rranfen aber, big bie Haut floß gerötßet ßat, niemals aber aUju lange, fie erregen fonft ju ßeftige unb fcßmerjßafte «gautentjünbung unb jießen b-ann aueß Olafen. Ents fteßen bemungeaeßtet quälenbe Scßmcrsen banaeß, fo werben fte am beften bureß bie Salbe Str. 29 gemilbert. 33ei großer Entfräftung unb beftänbiger Neigung 31t Dßnmacßten ifl baS ('lbwafcßen mit in warmen SBein getauften flanellenen Ocßcrn feßr !paffcnb, aueß fann man aromatifeßen Efftg, Jtambßer= ober SeifcnfßirituS ba3tt neßmen. Sdocß fräftiger unb in ben bebeutenbften fyäHen von Erfcßöß* fung anjuwenben ifl bie Einreibung 9lo. 30. - 3n bem ßöcßjlcn ®rabe bie* fcS ßuftanbeä (ber feßon ßcrannaßenben SobeSfcßwacßc,) wenn ber Jtranfe feßon feßwaeß, betäubt, bcftnnungSs, empftnbungSs unb bewegungslos bas liegt, ber Selb trommelartig aufgetrieben, ja felbfl unwidfüßrlicßcr Stußl« unb Harnabgang vorßanben ftnb, ßaben noeß sitweilcn folgenbc Mittel Hülfe geleiftet: Scßr alter SHßeinwein, löffelweife eingeflößt, vier Sßanifeßc fettes genßflaftcr juglcicß, eins an bie Hersgrube, bie anbern an särm unb 5üßc, ein rcoßt warmes 33ab (28 ®rab) mit Sßein ober verfeßt; eiSs falte Umfcßläge auf Unterleib unb Jtovf, Ötlßfticre Von 4 bis 6 Eßlöffeln Sßcin unb bie ßersftärfcnben tropfen S'lr. 31. 2)ie SBicbergcncfung naeß OlerVenßebcrn erforbert eine gans befonbere SÜücfßcßt. Sic ift in ber (Regel langwierig, um fo meßt, je ntcßr cS baS vorßergeßenbe fieber war, unb je meßr bicfcS von anbauernben fcßwäcßcn* ben Urfacßcn entftanb. Sie fann bann auf Monate lang bauern unb buroß öftere fleinerc Oiücffällc unterbroeßen werben. ES fommt ßier vorsüglicß bars auf an, bem «Stärker bie geßörige fteftigfeit unb Stärfc wicbersugcbcn. 93ors treffließ tßun bie fogenannten Eßinas unb Staßlweinc (f. 9lr. 32) ober bie 3uf ammengefeßte Eßi natinf tur (3 bis 4mal täglicß 1 ftßeclöffcl voll in einem Eßlöffel SSein ober SBaffcr 311 neßmen. Oft wirb aber wegen ans geßäufter ©armunreinigfeiten bie Eßina nießt gut vertragen. 2Han erfennt bicS an ber belegten Bunge, bem «Rollern im Seibc, bem ßäußgen Abgang äußerft übclriccßcnbcr QBinbe unb Stußlgängc, «Roliffcßmcrscn unb an ber Neigung halb 31t ©ureßfäden halb sur Qkrflopfitng. Unter biefen Umftäus 79 ben wirb bie wäfferige SHpabarbertinftur (aUe 2 Stunben 1 bis ei» nige Stüple erfolgt ffnb,) bie fcpäblicpen Stoffe aus bem SDarmfanale ent» fernen, worauf bann bte ©pina gut Vertragen unb befommen wirb. Oft ift eS gut, bei großer SJiagenfcpwäcpe einen Ouaffia -Slufguh (f. Str. 33) ober bie «ßoffmann'fcpen Stagentropfen (60 tropfen vor unb nacp Cent ©ffen) ju neunten. Scibet ber Sßicbcrgenefenbe am IDurcpfaH, ober pat er wcnigftenS eine grofjc Steigung baju, fo ift bie baS befte Mittel (Str. 34.) Sßenn nacp überftanbencr Jtranfpeit ein häufiger WuSwurf lange jurücf» bleibt, fo ift ber ©ebrauep einer ©aderte VonSSlänbifcpem SWoofe (f.Str. 35) fel)r juträglicp. Unter ben StaprungSmitteln Wäplt man immer bie verbauliepften unb maept nur langfam ben Uebergang ju etwas Triftigeren, ©rofjeSeputfam» feit ift l)ier befonberS nötpig, ba ber gute Slppetit ber guten SBcrbauung im» mer ettvaS vorauf ift. Bum $rübftücf eignet fiep befonberS bie SD?ooS=©po» folabe (ftel)e Str. 36.) ©in guter alter SBctn ift älteren $crfonen ju cm» pfeplen. tlufjerbem forgt man mbgtidjft für angenehme Unterhaltung unb froh» liehe ©cmütpsflimmung, läfjt bem Jtranfen jtcQ bem Buftanbe feiner Kräfte angemeffene aber niemals bis ju ©rmübung fortgefepte Bewegung machen unb jwar, trenn öS baS Söettcr erlaubt, in freier Suft. Uebermäpig ftarfe Slnftrengung beS SeibcS unb ber Seele, ftnb aber ftetS forgfältig gu rneiben. Saue 53äber befonberS trenn fte mit SJtalg (jtrei Sftepen auf ein 33ab) abge» foept werben, befcpleunigen bie ©rpolung ungemein. § 56. llnterktb0»Xt)pbuö. tiefes fo pöcpft gefahrvolle Bieber, baS leiber gegenwärtig nicht feiten jum SSorfcpein fommt, War im tlnfang bicfeS SaprpunbertS noch jiemlicp unbefannt, jept pat öS aber alle auberen nervöfen fieber mehr ober weniger Verbrängt, fo bah man mit ©ewihpeit barauf rechnen fann, bah, wenn heutzutage Von einem Stcrvcnfiebcr bie Hiebe ift, bann immer biefer barunter gemeint fei. Slllein ein wahres SterVenfieber unb biefer fuib opneraeptet ihrer Slepnlicpfeit bennoep zwei fel;r Verfchiebenc SHnge, unb nichts weniger als gleichgültig ift ihre SSerwechfelung. ©iefe Äranfheit muh nämlich ju ben hitzigen SluSfchlagSfrantheitcn gerechnet werben, nur mit bem Unterfcpiebe, bah bei ben dlocfen, Sftafern, Scparlacp u. bgl. ber SluSfcplag auf ber äufjes ren £aut beS JtßrperS exfepeint, bei jener aber bie ber fogenann» ton bünnen £ärme befällt. ift jWar allerbingS Wapr, bah biefer SluS» fcplag Von allen Bufäden eines wirflicpen SQcrvenfiebcrS begleitet wirb, aber traS man im SterVenfieber einem nur wenig vom ©cfnubpcitSjuftanbe abwei« epenben IDarmfanale bieten fann, baS barf man wopl bann, wie cS beim Un» terleibSsS'pppuS ift, niept Wagen, Wenn bie innere «§aut mit Sßufteln unb ©efepwüren, wclcpcn jeben Slugenblicf eine Berfreffung unb 80 rnng ber ©ebärme brohen, bebeeft ift. Seiber gefeßießt bieS aber nicht fei* ten, unb wenn auch bie Äranfßeit an unb für freß felbft mit großer ©efaßr Verbunben ift, fo liegt boeß barin Vorzüglich mit ber ©runb, baß fte noch öfter als eS ißrer Statur nach gefreßen bürfte, einen traurigen BluSgang nimmt. Denn alle inneren bie man Wohl im Slervenßeber, um baS Sinfen ber BebenSfraft ju verßinbern, anwenben muß, ftnb bei biefem ßuftanb ber IDarmhäute nur geeignet, baS Beben um fo fießerer ju vernichten. DeSßalb will ich mich aber Vorzüglich bemühen, biefe «Rranfßeit bem Baien fenntlicß unb bie wefentlicßen ßufäUe berfelbcn ihm auch Verftänblicß ju machen, ba= mit er bei Vorfommenben Süllen eS begreifen möge, weshalb ein verftänbiger Slrjt bem «Rranfen nur äußerft wenig innere SJtebijin reicht, unb ißm jum SBoßl beS Äranfen fein ferneres Vertrauen nicht entjiehe; auf ber anberen ©eite aber auch, um ihn Vor Janen eniftgen Steccptfchreibcrn ju warnen, welche bei jeber SSiftte, unb wenn bieS and; täglich jwei= bis breimal gefchieht, je* beSmal 2 bis 3 Ütecepte für ben unglücflidjen «Rranfen jurücflaffen. 3ft bie* feS Viele Oteccptfchreiben auch immer ber flarfte von ber Unficherheit unb mangelnben Ginftdjt eines BlrjtcS, fo führt eine folche ®efd)äf* tigfeit hier ganj unfehlbar jum Dobe. Der Unterfchicb, ber jwifchen ber hier in Siebe ftehenben Trautheit unb einem Siervenßcber ftattßnbet unb ber bei einiger Slufmertfamfeit auch bem Ungeübten in bie Qlugen fallen muß, befteht im Solgenbcn: 1) GS entfielt nicht burch Slnftecfung unb wirb auch nicht anftecfenb. 2) Sefällt fct)Wäct;Iiche, abgelebte, auSgcmergelte Beute. 3) GS wirb bureß BlllcS, WaS ben «Körper unb ©eift eines 2)ienfd)cn fdjwäcßt ober überreijt, hcrVorgc* bradjt, unb biefe SSeranlarffungen bcS SieberS liegen in ben meiften Sailen flar am Sage. 4) Dem QluSbruch bcS SieberS gehen Verboten längere ober fürjere Seit voran. 5) Die Vorboten gleiten jwar hier in vielen ©tücfen and) benen, welche bem Spphuß zuweilen vor* angeßen, jeboeß fehlen immer alle jene djarafterijlifcßcn ßeießen, SQerVenftefccr. 1) Gr fann bnrcQ Blnftecfung ent* flehen unb auch anftecfenb werben. 2) ®anj ®cfunbe, fo wie Jtränf ließe werben Von ißm Befallen. 3) SJlan fann nie eine ganj beftimmte ttrfadfe beffclben naeßweifen, unb eS ift Bei it;m eben fo unbefannt, Wie bei ben ©charlach u. f. w., woher er feinen Ursprung nimmt. 4) DaS Sieber befällt meiftenS plöö= lieb, unerwartet, ber fdjeinbar ©efunbljeit ohne irgenb eine BBarnungSan* jeige. 5) BBcnn in feltenen Sailen (von 112 DpphuSfranfen hatten 73 bie Jtranffycit p!ö|ltcQ unb 39 fte mit einigen Verboten befommen) 33or= boten vorangehen, fo gleichen biefe Unter Iei6 8 - T 81 burch ireldje fleh ber in ben bünnen Därmen tunb 6) DaS £acfmuSbabter tvirb burch ben Speichel nie ober nur unbe= beutenb roth gefärbt. jlvar in biclen Stütfen jenes beö Serben fieber ö, allein her eigne im ®eficfyt, her 'Dnrcfys fall, her Scfymerj in bet redeten «Seite beö Unterleibes unb bie 5lufgetriebenf)eit beffelben fehlen als Beiden beö Darnileibenö ljicr nie. 6) £)a3 £acfinuSbabier toirb burdj ben (Speichel fcfyr rotlj, oft tyocfyrotlj gefärbt. Oluf folgende Reichen, treidle tvährenb beS ganzen Verlaufs ber Jtranf« Ijcit Von ihrem Eintritt bis ju ihrem ßnbe nie fehlen, muff man I;ier feine Slufmerffamfeit ganj vorzüglich richten. Die SSeränberung beS ® ef idft S ift nterfmürbig unb er« fdfeint fogleich beim Eintritt her .ftranffyeit. Sie geidjnet ftcQ burch eine ei« genthümliche SSeränberung unb SBergerrung ber ©eftchtSjüge aus, ivoburch baS Qlntlig einen büfteren, ein tiefes £eiben verrathenben tluSbrucf erhält, Der Durchfall ift ein noch wichtigeres ßeidjen. @r fehlt nie, geigt fleh fcl;on am erften ober gtveiten Dage ber unb fommcn nur in fei« tcnen fällen fpäter gum Sßorfcfyein. DiefeS Beiden erlangt aber erft feine Volle Sebeutung burch ben Schmerj im Unterleibe. Diefer Sdjmerg ift girar gar nicht fei« ten für baS ®efül;l beS Äranfen Von geringem inbem man ihn ge« wohnlich barüber flagen fyört. 4 Hein trenn man mit ber £anb unter« halb beS SRabelS, nach ber rechten Seite 1?in, ftart unb tief in ben Unterleib hinein brüeft, fo empfinben alSbann bie «Rranfen einen nicht unbebeutenben Schmerg, welken fte im beftnnungSlofenBuftanbe burd) eine fchmerghafte fßergerrung beS gu ertennnen geben, ober ber fte felbft auf furge Beit gum Seivufjtfein tvieber gurüefbringt. Die 4ufgetrieb enteil beS Unt er leib es nach ber rechten Seite hin, ber zugleich (givar nicht immer) an biefer Stelle als ber übrige Jtörper ift, unb ein gurgelnbeö ©er äufch, trelcheS burd) ben Drucf auf ben untern Dljeil beö Unterleibes jtrar erft in ben fpätern QJeriobcn ber Jtranlheit erzeugt mirb, müffen auch als d)urafteriflifche3eid;enhier betrach« tet trerben. Daff jebeS fernere entgünbliche Unterleibsleiben, unb ein folcheS ift ein 4uSfd;lag auf ber innem Darmhaut trohl allerbingS, ftetS mit einer tiefen Störung beS ®ehirnS unb fämmtlicher verbunben ift, ift eine burch Erfahrung hinlänglich Deshalb ift eS aber auch begreiflich, tveffhalb hier bie übrigen ©rfcheinungen mit benjentgen eines bösartigen SterbenjteberS Völlig übereinftimmen. Sßo 82 alfo ein foIcßeS, ben nerVofen Sßarafter an freß tragenbeS fieber mit allen ben oben bejeießneten cßarafteriftifeßen ßeiefjen beS UnterleibSIeibenS verbnn» ben, auftritt, ba fann man mit ©ießerßeit barauS baß biefeS $ie» ter alSbann ber tjier in SRebe ftchenbe fei; fehlen hingegen biefe Nlerfmale, fo ift an feinen UnterlcibSsJßbßuS meßr ju benfen. ©iefe Bei3 eßen haben aber beßhalb fyier eine fo große 39cbeutung, weil fie mit bem be» ftänbigen Sifje ber «Rranfßeit unb mit ber ©runbbebingung berfelben im ge» naueften Bufammenhange fielen unbbie einzigen SWerfmale finb, an welchen man baS SSorßanbenfein beS ©arntauSfcßlageS bei Sehweiten erfennen fann. ©er Verlauf biefer «Rranfßeit ift gewößnlicß folgenber: beginnt biefelbe mit Vorboten, fo nimmt man juerft bie angegebene SSeränbcrung in ber $f)9ftognomie waßrz ber @eift wirb träge unb umnebelt, ber Jtranfe füßlt fteß abgefctylagen, flagt über große <5cßwäcße, magert fteß fießtbar ab unb t)at baS SSorgefüßl einer feßweren Jtranfßeit, babei ÖBiberwiden gegen bie Nahrungsmittel, heftigen «Ropffcßmerj unb ein mehr ober weniger be* trädjtlidjeö 23eim SluSbrucß ber wirfließen .Rranfßeit flagt ber Äranfe über ßefs tigen -Roßffcßmerj, befonberS beS NlorgenS beim baS 5lntliß &Cs fommt nun fcßneU einen veränberten Sluobrucf, unb man bemerft ßäuftg an ihm einen völligen (ötumhfftnn. Gr fühlt ßcß auf'S 'lleußerfte hinfällig unb entfräftet, unb feßon je|t läßt ber ©urcßfall unb ber ©eßmerj im Unterleibe feinen über bie Wahre ©efeßaffenßeit ber -Rranfßeit mehr übrig. 3nbererften$eriobeber «Rranfßeit, welche man bis junt fiebenten Jage annehmen fann, finb folgenbe bie wefentlicßften Grf Meinungen: Jtopf« feßmerj, ber faft niemals fehlt, gänjlicßeS (Scßwinbcn ber Kräfte, Betäubung, ©urcßfall, ©eßmerj unb beS Unterleibes, Nafenbluten unb juweilen rotße flcine glecfe auf ber <£aut. ©er Jtranfe, mit bem ßöcßften 5luSbrucf ber unb ©ßeilnaßmlofigfeit, liegt regungslos auf bem Nücfen; bei jebem 93crfucß, fieß aufjurießten, wirb er Vom ©cßwinbel ergrif» fen, ber Scßlaf fcßlt ganj; eigentliches ift je£t noch nicht juge» gen; bie Antworten finb in ber Negel bei allen langfam, als müßte ber Jtranfe fich erft beflnncn, mußfam, mit einem Ocufjcr verbunben, aber faft immer jiemlicß richtig; bei einigen aber finb fte unverftänblicß, ober fie bleiben ganj auS. ©er .Ropffcßmerä bauert gcwößnlicß bie ganje erfte SSodße ßinbureß mit großer eit fort. Nicht immer bleibt ber ©chmcrj im Unterleibe auf einen fleincn Naum befeßränft, fonbern er Verbreitet fteß bisweilen über ben ganjen Unterleib. 3n biefem SaUe ift ber ©eßmerj oft mit VcinöoUen Buftänben anberer ©ßcile, ber 33ruft, beS NücfenS u. f. W., Ver« bunben. B weite iPeriobe (vom 7ten bis jum löten ©agc). 4?ier ftnb bie BufäQe ganj vorjüglicß wanbeibar. heftiges (Seßnenßüvfen, ©eßreien, be» ,ftänbige Qlnftrcngung baS ®ett ju Verlaffen, 5Phantaf^rcn enblicß tiefe 83 Schlaffuclft fommea nun jum Sßorfchein. Den 7ten bis 9ten Stag erfcßetnen nicQt feiten fleine rofenrothe glecfc am Unterleibe, bisweilen an her Stuft unb am Dberfchenfel, unb nur feiten verbreiten fte ftch Weiter. Sie ftnb um fo beutlidjer, je weißer bie £aut ift, bet bräunlicher £aut ftnb fte nur fetter ju untcrfcheiben. 5£>ie Dauer bicfcS AuSfchlageS ift nicht gleich; oft ift in 2, 8 Stagen nichts mehr ju fehen, bei anbern bauert er 12 bis 15 Stage. - Die Diarrhöe bauert fort, obgleich nicht fo ftarf wie in ber erften bie Darmentlcerungen erfolgen oft unbewußt unb ftnb mit Slut Vermifcht. DaS Slut, waS l;ier oft in fehr beträchtlicher Stenge auSgeleert wirb, ift in eine bunfle breiige 9)1 affe Joerwanbelt. Die Auftreibung beS Unterleibes fteigert ftch nun häufig bis jur förmlichen Strommelfucht, unb bie trauten Hegen fteß leicht burch. 3n biefer Seriobe ber «ftrantheit erfolgt bei einem unglüctliehen AuSgange fchon oft ber Stob. Dritte Seriobe. Diefe beginnt bei fehr günftiger SBenbung ber oft am 8. Stage, gewöhnlich fällt fte jeboch jwifchen bem 16. unb 45ftcn Stag. 9Benn bie Äranfheit günftig verlaufen will, fo nehmen bie bebeutenben 3ufäHe immer mehr ab. Üßenn ber Jtranfe auf bie fragen ant= Wortet, fo thut er bieS je£t mit größerer ©enauigfeit, unb er richtet bie Au= gen auf ben, ber mit ihm fpricht. Diefer erfte Slicf, biefer AuSbrucf, wel= jcigt, bah ber Traufe auS feinem Stumpffinne wieber ju ftch ju fontmen beginnt unb ftch feiner felbft wieber bewußt ju werben fcheint, ftnb gute 3ei= eßen. 3n anberen fällen änbert ftch ber betäubte 3uftanb, worin ber «firante gelegen, in einen ruhigen Schlaf unb bei bem ©rwaeßen l;at berfelbe etwas mehr Sewußtfein. Diefe günftige Sßenbung fann Vom 8ten bis jum 45ften Stage eintreten. SiSroeilen treten aber auch wiber aUeS Erwarten £lö£lich bie heftigften 3ufä(le wieber hervor. SBüthenbe UnterleibSfchmerjen, Dhnnia£htcn/ Ucbel= feit unb Erbrechen geigen bann eine Durchlöcherung ber ©ebärme unb bie ©rgießung von Jtothftoffen in bie Unterleibshöhle an, in fV'oIge beffen ber Stob unabwenbbar ift. ©enefung. 2öenn bie Jtranfheit eine günftige SBenbung nimmt, fo Veränbert ftch ber 3uftanb ber ©efahr nicht fogleich in ben ber vollkommenen ©enefung. Die Sefferung gefleht oft äußerft langfam, unb man ficht nicht feiten «Rrante, nachbem bie heftigften 3ufälle verfchwunben ftnb, einen bis jwei onate in einem beinvollen 3nftanbe verbleiben. SiSweilcn ift beim Seginn ber ©enefung ber junger fehr groß, fo baß bie übelftcn folgen ent= flehen würben, wenn ber Jtranfc ihn beliebigen würbe. Sßenn ftch nichts UngünftigeS einftcllt, fo fommt jeben Stag etwas mehr Seftnnung, b.h«ber Jtranfe gewinnt täglich mehr an Kräften unb erholt ftch, Wenn wie gefagt, ein Diätfehler, eine Grfältung ober irgenb ein anberer übler ©influß eingewirft hat Solche nachteiligen ©inwirfungen bringen oft bie aUerfchlimmften, felbft töbtliche 3ufäUe hervor. 84 SöaS bie Seßanblung anbelangt, fo mujj man jubörberß Bebenfen, baß biefer SppßuS eben fo irenig nue bie anbern ßißigen SluSfcßläge in ißrent Serlaufe fönnen unb bürfen geßört werben. 2)arum iß aueß jeber tiefere ärjtlicße Eingriff ju vermeiben, cS ßnb meßt bie allgemeinen Siegeln ber Heil* fünft anjutrenben in Sejug auf Lagerung, pflege beS .Rranfen unb Slbßal* tung aller äußeren Scßäblicbfeiten, unb eS ift ber Serlauf ber .Rranfßeit forgfältig ju beobachten, um jur geeigneten Seit unb ©elegenßeit ein paßenbeS UnterßüßungSmittel barjureicben ober eine broßenbe ©efaßr ju he* feitigen. So wenig ßcß übrigens wäßrenb beS SerlaufeS ber einmal auSgebros eßenen «Rranfßcit tßun läßt, um fo viel meßr Sorgfalt muß man barauf Vers wenben, bem Hebel Porjubeugen. Unb bieS gefeßießt Vornehmlich burch ein mäßiges Seben, burch Stuße beS ©elftes unb ©emütßeS, burch große Steins lieht eit, burch baS fleißige Säften ber SBoßnungen unb Setten unb enblicß bei eintretenben gaßrifeßen Sefcßwerben bureß bie S)arreicßung eines Stoep* mittels. 3ur Teilung eines folcßen Jtranfen Bcbarf eS nichts als ein bequemes, rein gehaltenes, meßr füßleS als ju warmes Sager, bie größte Steinlicßfeit in Willem, waS ben Jtranfen umgiebt, reine frifeße Suft, baßer öfteres Säften beS ßimmcrS, verfloßt ßcß mit Sermeibung jeber möglichen ©rfältung; feine an= bere Slaßrung als bünne fcßleimige ©etränfe mit irgenb einem fäuerlicßen ßjßanjenfaft gemifeßt. Hier ßat ein S'ranf auS $reifelbeeren (f. Str. 37) ßcß feßr erfprießlicß erliefen, ber beSßalb aueß vor allen anberen ßier feßr ju empfcßlen iß. @s fann bem «Rranfen ganj naeß feinem ©efallen baöon ge= reießt werben. Stimmt bte fcßmerjßafte Stelle am Unterleibe einen größeren Umfang ein, ober ftnb bie Scßmerjen ßeftig, fo werben 12, 15 bis 20 Slutcgcl bas felbfi angelegt. Sei Jtopffcßnterjen anfänglich Slutegel ßintcr bie Dßren ober beffer noeß an ben SJiaßbarm, QBafcßcn mit faltem SBaffer unb ©fffg, Senfteige an bie SBaben. Sei feßr ßeftigem JLurcßfall einfaeße Stärfc=.RIpßicre. Sn ber ©enefung ftnb Steinlicßf eit, frifeße Suft unb bie größte Stuße aueß bie Hauptmittel. 3ß je baS falte Qßaffer ein woßltßätigeS Heilmittel, fo iß bieS ßier ganj namentlich ber <5rall. 3« Einfang paffen Ißet fließt bie ©inmicfelungcn, mie beim Sterbenßeber, fonbern man bringe ben Jtranfen bet großer Hiße unb troefner Haut fogleicß in ein falteS SSannenbab (aueß falte Segtcßungen ßnb ju Slnfang ber «Rranfßeit fcßäblicß) unb laße ißn in bemfelben fo lange (bas her oft Viel länger als eine Stunbe,) bis ißn ein Scßüttelfroß befällt. 5)ie8 Wirb, ob ßcß gleich bie «Rranfen in ber Siegel feßr bagegen ßräuben, fo oft wieberßolt als ber ßcß erneuert. -• Sßenn in einer fpätern $es riobe ber Jtranfßeit Setäubung unb SeßnnungSIoßgfeit einen feßr ßoßen 85 ©rab erreichen, fo werben alSbann bie falten Regießungen ganj an ihrer Stelle fein. - Rei ftarfcn UntcrleibSfchnierjen, bie ben Rtutegeln nicßt weis eßen, befonberS aber bei eintretenber S'rommelfucßt werben ©isblafen auf ben Unterleib gelegt. £abcn ftch nad) biefer Rcl;anblung8Wcife bie 3»fäHe gemilbcrt, fo Vers fährt man bann fo wie im SRerVenftebcr, b. fy. man wicfelt nur ben Jtranfen naßfalt ein, wäfcht ityn nachher falt ab u. f. w. § 57. ober <Vlecfftebcr. ©roße verheerenbe Haitis fieber stSeucßcn werben erzeugt burch eine heiße, feucßte, unreine, namentlich burcß eine burd) faulige Subftanjen aller s2lrt Verunreinigte fiuft. 5)al;er baS häufige ©ntftehcn berfelben in überfüllten Spitälern, Schiffen unb ®e* fängniffcn, bei Rclagerungen, in Stäbten, wo bie Jtranffjcit weit häufiger als auf bem £anbe Vorfommt, unb befonberS in ben engen ©affen unb fd)mu|igen Jütten bcr Firmen, unb ©egenben wo Scßlacßtfelbergcwefcn unb viele £eidjname in bie ©rbe verfd)arrt worben flnb, nach großen Hebers fehwemmungen, Von Anhäufung einer großer Stenge fauliger Stoffe aus bem Rftanjcnrcicße, in Rtagajinen, wo JtleibungSftßcfe mit 5luSbünftung unb <Scßmu| von SDlenfcßcn verunreinigt, aufgcfcßicßtct werben, auS benen bann oft ein Viel gefährlicheres ©ift als auS ben üftenfeßen felbft auSftrömt; ferner burch ben ©enuß verbotener, fauliger, auch ju fparfamer S'laßrung, ben ©enuß von faulem befonberS faulen Sifcßen, fcßlecßtem verbotenen Ricßl, faulem Söaffcr u. f. w. ©aß er flnb bie bie treueflen Res glciter Von Steuerung unb <§ungerSnotß unb fommen überhaupt bei ber är= meren RoIfSflaffe bei QBeitcm am ßäußgften vor. ©ureß alle biefe Urfachen wirb nun ein eigenes ©ift, bcr eigentliche 31 ns ftccfungSfloff ber ftaulfieber, erjeugt. RcfonberS aber ein jeber am ©rfranfter bie ©igenfeßaft, bicfeS ©ift in ftch ju entwickeln, unb baher unter gewiffen Umftänben auf einen ganj gefunben bieÄranfs ßeit ju übertragen. ©iefer QlnftecfungSftoff ift Von bem beS UnterleibS:©ppßuS ganj Vers feßieben, unb fo gefährlich biefer auch immer in feinen folgen fein mag, fo wirb er boeß, waS bie RöSartigfeit ber ©rfeßeinnngen unb bie babei ftattßns benbe ScbcnSgcfaßr anbelangt, ftets von jenen beS bei Leitern übertroffen, ©ntwicfelt fteß biefer $InftecfungSftoff an einem Ort, wo viele Ricnfcßeit in einem engen Ütaumc jufammengebrängt finb, fo wirb bie Jtranfs heit babureß oft Rerfonen mitgctheilt, bie ftch bcr 5ltmofphärc biefer 2)iens feßen nähern, ohne baß beSwegen auch nur ein ©injiger unter ißnen an bem Ucbel leibet. IDaßer verbreiten juwcilen ©efangene ober aus ben Spitälern ©ntlaffene, bie burch eine Stabt geführt werben, in ihr bie Jtranfheii/ ohnc felbft baran ju leiben. ©injelne SDlenfchen h^t'O11 wehr ©mpfänglichfeit für bie Qlnftecfung als anbere, unb oft finb eS gerabc bie robufteften, bie am ftärfften unb ftßncllften 86 baVon ergriffen werben. 5luf her ankeren Seite ift eS aber and) erwiefen, bafi Vorl)ergegangene fchwächenbeEinflüffe, befonberä nieberbrücfenbe Seiben« fünften, ber Einwirfung beS ungSftoffeS günftig ftnb. 2)ie ©Järnte ift tfyeilö ber Erzeugung, theilä ber iDlittheilung beS ®ifte3 ungemein günftig. Sehr erfyifjte 2)?enfcfyen treiben befonberS leicht ange- ftecft. £aher ift ber ®enufj vieler fpirituöfer ©etränfe eher ein ©eförberungS= als ©erhütungSmittel ber -4nftectung. 2>al;er baS ©erberb« liehe ber Schwihmittel in biefer Äranfheit unb ber längfit bewährte ber Äälte bagegen. Saulfieber, bie nicQt als verbreitete Senken jum ©orfd)ein fonimen, fonbern fich erft auS anberen Siebern entwickeln unb fleh ju biefen tyinjuge» feilen, Verbanfen bann ihren Urfprung einem ju t;eifjen ©erhalten, ber Un» reinlichfeit, verborbener Suft unb feigen Qlrjneien. SDienfctjen mit fefyr verborbenen Säften nach ftarfem ©lerfurialge« brand) fönnen einjeln von einem Saulfieber befallen werben. 2)ie Beiden, woran man ein foldjeS Sieber erfennen fann, ftnb fol» genbe: ber ©rab von £eben3fd)iväd)e, fefyr Heiner fcfyneller ©ulS, aufjerorbentlich heftige bie felbft heftiger als im entjünblichen Sieber aber beifenb ift, b. fte vermehrt ftd) unter ber aufgelegten <§anb unb bin« terläfjt in berfelben ein työcQft unangenehmes ©efühl von Stechen unb ©ren« ncn. 2)iefe beifienbe ift in ber Xhat als etwas bem Saulfieber ganj EigenthümlichcS, baher als ein geiviffcS ErfennungSjeichen beffelbcn ju betrachten. Serner gehört hierher fauliger ©eruch ber QluSbünftung unb beS 52lthemS; jerfdfmeljenbe, ölige, fettige, ftinfenbe Schweifte, bie bem Jtranfen nicht bie geringfte Erleichterung bringen, im ©egentheil il;n aufjerorbentlich entfräften; biefer, trüber, juweilen djofolabefarbener, felbft ganj fd)warjer Urin, ber leicht in Säulnift übergeht; - ein ftarfer, burch nichts ju ftillcnber 2)urch« fall, woburdjeine wäffigere ober fchwärjliche, auShaft ftinfenbe Materie, meift ohne bah ber Jtranfe ftd) beffen betvufh ift, auSgeleert wirb; ©lutabgang burch 9lafe, Urin unb Stuhlgang; ©etechen (fletne, iid? nicht über bie 4?aur erhebenbe, ben fel;r ähnlichen Steifen) unb branbigeS $luflicgen am Enbe beS £Rü<fgrateS unb an ben Schulternblättern. ©erlauf ber Äranfbeit. SDicfer ift immer fet;r unbeftimmt, bie Bufällc mannigfaltig, ohne Drbnung unb ®auer. Äommt man an Drte, wo eine fold)e vergiftete 2uft ift, fo fühlt man ein ©eipen in ben klugen unb einen feltfamen ©efchmacf auf ber Bunge. 4?ier« auf bricht juerft Äopffchmcrj auS, man hnt ©eigung jum Schlafen, fann aber nicht ruhig fortfcblafen unb träumt beftänbig, ja baS ©Jachen felbft nähert ftch bem 2raumjuftanbe. 2>er Appetit ift fchledjt; ifjt man, fo erbricht man fich. ®ie «fpaut ift troefen unb fühl, bie ®eftchtSfarbe bleich, bie ©lieber mübe. So währt eS mehrere Sage, unb juweilen erfolgt nach einem reich« 87 liehen Schweiß mit einemmale ©enefung. Allein viel Öfter entfielt $i|je, her Jtranfe ift verbrießlich unb mitt burchauS nicht franf fein oberer hatbaS SSorgefütyl unb Bvrcßt Vor einer faireren Jtranfheit. DaS Sieber felbft beginnt in ben meiften Salten mit einem langen Sroft, woßl 12 Stunben; barauf folgt bann jwar große bie aberhäußg wie* ber burch Sroft unterbrochen wirb. Schon jefct jeigen oft £?hnm achten ben hohen ©rab ber Schwäche an; ber Jtranfe ift äußerft muthloS unb verrätß bei jeher ein ganj eigenes jitternbeS Üßefen, unb enblich brechen alle bie angegebenen Bufälle beb SauIßeberS, verbunben mit benjenigcn ber 9lervenßeber, ftürmifch ßewor. Die Bunge wirb braun, trocten, enblich fdjwarj, bie Sippen werben trocten unb rußig, bie ßähne mit einem bräun* liehen, ubelriechenben SBelag befleibet, ber Ärante betömmt ein eigenthüm* lidjeS, ftupibeö AuSfehen unb fafelt Dag unb flacht, ohne ftch felbft ber rießs tigen Antworten, bie er auf befragen giebt, bewußt ju fein. Sehr oft ver* binben ftch hier bie ©rfcheinungen beS UntcrleibS=Dpp()uS mit benen bcSSaul* ßeberS, waS um fo fchlimmer ift, weil bie babei ftattßnbenben Durchfälle ben Jtranfen nur noch immer mehr erfchöpfen, unb bie ©efeßwüre im Darmfa» nale bann leicht eine branbige Sefchaffenheit annehmen. Die Dauer beS SieberS ßat nichts SeftimmtcS, von 7 bis ju 21 Dagen unb felbft länger. ©eßt bie Äranfheit in ©enefung über, fo bauert eS im« mer fef;r lange, bevor ftch bi* Jtranfcn gänjlicß erholen, unb immer bebürfen fte ber größten Sorgfalt, um £ftücffälle ju verhüten. D i e ® e h a n b l u n g. 4?ier laffen ftch barüber burchauS feine allge* mein gültigen @efe£c geben. 3ebe ©pibemie h«t ihren anberen ©ßaracter; WaS in ber einen nur einjig unb allein baS Seben bcS Jtranfen retten bann, tobtet ißn in einer anberen ganj gewiß. ©S gab ju einjelnen Beiten folcße Seuchen, wo man baS einzige >§eil ber tränten barin fanb, wenn man ihnen baS SBlut quartweife entjog, unb wieber anbere, wo bie geringste 33lutcntjie* hung ihnen verberblich würbe; wieber in anberen ftnb Brechmittel, unb noch in anberen Abführmittel ju feiner Oiettung unerläßlich, wäßrenb biefelben Mittel ju anberen Beiten bem Jtranfen bie Jtraft rauben. 9tur jwei Mittel giebt eS, bie hier immer noch ben meiften Segen ge« braeßt haben; baS eine ift gar nichts thun unb baS anbere baS falte SSaffer. Die Erfahrung int Kriege hat gelehrt, baß von ben Jtranfen, um bie ftch fein Arjt befümmerte, bie faum 2ßaffer ju trinfen erhielten, ja bie von einem Orte junt anbern bei ber ungünftigften gcfclfleppt würben, mehr erhalten worben ftnb als von benen, bie in ben Spitälern bcßanbelt Würben, waS woßl auch hauptsächlich barin feinen ©runb haben mag, baß begleichen Jtranfe ber verpefteten Stift in überfüllten Sajaretßen entjogen waren. - Dies beweift wenigftenS fo viel mit unumftößlicbcr ©ewißßeit, baß reine, füßle Suft mehr ju leiften im Staube ift als alles Anbere, unb hinge» 88 gen, wo biefe nidjt im tollen SUlaße vorhanben ift, bie übrige 2)lebijin wenig ju leiften vermag. £>aS falte SSaffer wirb im Anfänge hier eben fo wie im Unterleibs» ShVh angcmelbet. Stach einigen Sagen, trenn nidjt fchon burch bie traf» tigen falten Säber bie «Rranfljeit fönte bebeutenb gemilbert trorben fein, tvirb bann ju ben falten Uebergicßungen gefcfyritten. £>er 3uf«U hat ben Dr. Gurrte biefeö große Heilmittel snerft fennen gelehrt, inbem fldj> einer feiner Jtranfen in ber tHaferei eines folgen SieberS in'S SBaffer ftürjte. JDer aus bem SBaffer gezogene, früher ganj hvffnungSlofe Jtranfe zeigte eine fo höchft günftige Seränbcrung feines ganzen ßuftanbeS, baß ber 9lrjt feinen 9lnftanb nahm, bei trieberfcljrenber Sßerfctylimmerung ber ihn jebeSmal mit faltem SSaffer begießen ju taffen, woburch ber Jtranfe benn and? glücflief? ge» reitet würbe. £>a mehrere ähnliche Sßerfuche mit gleich günftigem Grfolge angcftellt würben, fo veröffentlichte er fein Verfahren, worauf ftch bann auch halb bie übrige mebijinifche SBelt ton ber Herrlichen Söirfung biefer falten Segtcßungen überzeugte unb fte als ein unfchäfcbareS -Kittel in allen ähnli» <hen Jällen, 3. 53. im Scharlach, Slattern u. f. w. anerfannte. Stur ba, wo noch innere (Sntjünbungöjuftänbe vorhanben ftnb, bie zu ihrer Scfeiti» gung Slutentziehung erforbern, ift bie Anwerbung ber falten Segießungen unjuläfftg, benn fte gehören 311 ben aufregenben, bie SebenSfraft mächtig er» weefenben Steijmitteln unb feineSwcgeS 3U ben entjünbungäwibrigen, wie Siele fälfdjlidj meinen. Unter folgen Umftänben werben aufgelegte Gisbla» fen bie richtige unb t?icr ungemein wohlthätige tlrt ber Qlnwenbung ber JTälte fein. Sie Segießungen gesehen am heften auf bie 5lrt, baß man ben Jtran» fen in eine leere Qöanne unb, je nachbem eS ißm behaglich ift, mehrere bannen ganz SßSaffcr über feinen <Ropf gießt, inbem ber, ber bicö ®e» fchäft verrichtet, fleh auf einen Stuhl ober Sifch ftellt. SJieberholt werben fte fo oft als ihre gute äöirfung aufhört unb bie bebenflichen Bufällc beS SieberS, namentlich hefÜ0 Shantaflren ober unb gänzliches Hinftnfen aller £ebenSgcifter, wieber mit neuer Heftigfeit auftreten, Sei ben langen falten Säbern, bie jebem Äranfen höchfl wiberwärtig ftnb, muß man jeboch alle möglichen Kittel anwenben, um ihn bis zum Srofte in ben» felben zu erhalten; bei bem 5luflegen bet mit GiS gefüllten Slafen aber unb cbenfo bei ber falten Segießung muß man auf bie Smpfinbung, welche biefe bei bem «Rranfen hervorbringen, genau 5lcht haben unb baS SiS fogleich ent» fernen unb mit ber Segicßung einh«lten, fobalb ber Äranfe SBiberwillen ba» gegen äußert. Qluch 5!(leS, waS ber «Rranfc genießt, muß falt fein. Sftanfah, baß bet Trante aufhörte zu rafen, fobalb er etwas .RalteS tranf. Um bie 51 n ftccf ung f 0 V i el als m öglich 311 V er mei ben, ift eS jweefmäßig, bie £uft um ben Jtranfen fo oft als nur immer möglich 311 er» neuern. 3n allen Stütfen muß bie ftrengfte iHeinlichfcit beobachtet, bie 89 SCBäfcßc njoglkßß oft gewetfelt, unb Stußlgang unb Urin fogleit forgfältigß entfernt werben. Um baß ©ift ju tilgen, fprenge man fleißig <Sfftg falt (nitt auf glüßcnbe Steine) auf ben 93oben. *2lud? Srlammenfeuer öfter burt baß Simmer getragen, wirb ju biefem 33e1?ufe ungeraden. ©anj borjüglit wirf* fam aber flnb bie ©ßlors (f. Lr. 38) unb bie falpcterfaurcn Läuterungen (f. Lr. 39.) 9D?an muß nie nutzem ju bem Äranfen geßen, ben wäßrenb man fit bei ißm bcßnbet, nitt nieberftlucfen, nitt unnötßigerwcife ben Jtranfen befühlen unb belaßen, fit befonberß vor bem Dunß ßüten, ber aufs ßcigt, wenn ber Jt raufe bie SScttbccfe lüftet, ben 5ltßem burt ein mit ftarfem (Sffßg befeutteteß £ut jicßen, ben SJiunb fleißig mit ©fßg unb SBaffer außs fpülen, fit jebeßmal nat ber SBerüßrung beß «Rranfcn bie -§änbe waften unb wo möglit täglit ein mit ©fßg verfemtes 93 ab brauten. Daß <§aupt= mittel aber, um fit ber ©inwirlung beß s2lnßcrtungßßoffeß ju entließen, bleibt immer eine £ebenßorbnung, befonberß eine forgfältige 93ers meibung alles beffen, maß ben Jtörber ftwätt. 501an forge baßer für ®rs Weiterung beß ©emütßß, entferne alle nieberbrürtcnbcn ßcibenftaften, <Rum= wer, «Sorge, 2Ingß, JUeittmtifß, befonberß aber wer fit bor ber .Rranfßeit unb 9lnßertung fürttet, wirb fiter um fo gewißer babon befallen* SKan näßre ßt 9«t, ttinfe ein ©laß ©ein, änbere aber bie gewoßnte Sebenßs art nitt 3« ftnell unb bebcutenb. 93cmcrtt man bie erßcn Beiten einer gemeßenen fo gelingt eß juwcilen, burt im freien biß jum Stiveiß, fte in ber ©eburt ju erßirten. Dritt fieber ein, fo wirb eß burt fäuerlite ©etränfe, ©fßg, faltcß SBaften ber £aut, befonberß beß Jtoßfeß, feßr gemäßigt. Dft wirb ber Jtranfßeit gänjlit borgebeugt werben fönnen, wenn man fit täglit 3toeis mal in wollene D ccf en ßüllen läßt, inbenfelben 1 biß 2Stunben ßarffttoißt, wäßrenb biefer Beit Viel falteß 9Baffer trinft unb barauf ein falteß 93 ab, jeßn SHinnten lang, nimmt. 93ei jeber ßerrftenben Seute wirb biefeß 93erfaßren ganj ßtcr tcn Wirffamften Stlt§ gewäßren. Bwar iß eß juweilen gelungen, burt ein 93rctnüttel ober burt Steife8 mittel bie 9lnftertung ju vertilgen, allein eben fo leitt f«nn man ben größ= ton ©taben bamit ßiften, beßßalb iß eß nie ratßfam, ßt ißrer ju bebienen, oßne wenigßenß einen einßttßboUen 5lrjt beßßalb befragt p ßaben § 58. £)te ßaßtrtfeßen fieber. SBenn burt Unberbaulitfeit ober burt Qlnßäufung franfßafter Stoße, Welte burt bie SSerbauungßwerfs jeuge erzeugt unb im Darmfanal ober SDiagen abgelagert würben, ein fieber entßeßt, wclteß täglit 3« beßimmten Beiten ßeftiger wirb, bann aber, oßne febot günjlit 3« Uerftwinben, auf eine jiemlit lange Beit bon feiner <§ef» tigfeit natläßt, worauf ßt ber QlnfaU jebot wieber erneuert, unb wobeiber Darmfanal unb bie übrigen 93erbauungßwerfjeuge mit ergriffen ßnb, fo 90 nennt man bieS im Allgemeinen ein gaßrifeßeS Sieber (eS flammt tiefer AuS« bruef Von bem griecßifcßen ©Borte Gaster, ter Silagen, ter Unterleit)). Slacß bem verfcßiebenen Urfprunge biefer Sieber jerfallen ße in folgenbe Arten: 1) Sieber Von Unverbauließfeiten, unb jwar: a. Sieber von Ueberlabung b e S 311 a g e n S, b. Sieber von fd)Ied)ter ©efcßaffenßeit bet ©laß rungSmittel, 2) ©allenfieber, 3) Scßleim fieber, 4) ©Burmfieber. § 59. 1) fieber von tlnvcrbaulidjfciten tm SIRaflca a. Sieber Von Ueberlabung beS Silagen S. 33atb nach eine: UcberfüUung beS SHagenS, einerlei, ob bie SHenge ber ju ßcß genommenen SlaßrungSmittel überßaupt an unb für ftd) felbß ju groß, ober ob fienurben befonberen ©erbauungSträften eines SUenfcßen nießt angemeffen war, entßeßt eine große Spannung in ber «fpersgrube unbJDruef im Silagen, worauf ©eäng» ßigung unb ein Voller harter ©ulS folgt. S)er Scßlaf in ber Slacßt iß un» rußig unb bureß träume geftört. S)en anbern Jtag füßlt ßeß ber Jtranfe abgespannt, er ifl verbrießlicty unb ißm ifl, wie man fagt, überhaupt fcßlecßt $u SHutße, fein ©cfeßmacf ifl verborben, ber £eib gefpannt, er ßat (Sfel unb große Abneigung gegen alle Speifen. darauf folgt Ucbelfeit, ©Jürgen, übel« riecßenbeS Aufßoßen, «Ropffßjmerj, unb jwar in ber Stirngegenb, unb ent- ließ ber AuSbrucß beS SieberS. Oft ifl im SHagen ein äußerfl empßnblicßcS ©rennen jugegen, welcßeS bis in ben >§alS ßinauf fleigt. S)ie Steigung jum ©reeßen nimmt immer meßr überßanb, unb ber Jtranle verßeßert felbß, baß, Wenn er ßcß nur erbreeßen fönnte, halb Alles wieber gut werben würbe. (S-nblicß erfolgt ein Srbrecßen Von verbotenen Speifen, welcße in eine faure, feßarfe SJlaffe umgewanbelt finb. 2)ieS wieberßolt ßcß breb bis viermal, Worauf bie einzelnen ßrfeßeinungen, befonberS bie Angfl, ber 2)rucf im SUa« gen unb bie Sllattigfeit fieß fogleicß Verlieren. Snbeffen feßrt ber gewoßnte Appetit nießt jurüef, ber Seib ifl noeß aufgetrieben unb gefpannt, ßaußge ©läßungen unb jiemlicß ßeftige ©eibfeßmerjen ftnb Vorßanben. JDurcß ben bäußgen Abgang feßr übelriecßcnber ©Sinbe wirb ber Jtranfe feßr erleicßtert. 3fl ber traute nur jonft geßörig bei Streiften, unb unterließt er ßcß einem flrengen Saßen, fo erfolgt ein 2)urcßfall, wobei fteß eine Sllenge ßöcßft übel« rieeßenben Stottjeö entleert. Sinb biefe Unreinigfeiten auS bem Stärker ge« feßafft, fo feßrt biefrüßere ©efunbßeit halb wieber jurüct. ©ei Scßwäcßeren hingegen bauert eS woßl 3 bis 4 $age, eße fi(ß biefe woßltßätigen ßntleerun« gen einfleüen, eS entfleßt ein jiemlicß bebcutenbeS Sieber, unb baS (5rnäß> rungSgefcßaft liegt gänjlicß barnieber. Sobalb man Weiß, waS vorgegangen iß, fo wirb eS aueß nießt feßwer 91 fein, bie Natur her Trautheit richtig ju erfcnnen. 2Bitb bie Begangene Un» mäßigteit verfdjwiegen, fo ift bie 33etanntfchaft mit ter SebenSweife beS »Kran* ten ter ftdjerfte Söcgweifer. Eliten Leuten fann ein f oldjeö, ton £>l ag en üb erlab ung entftanbencS Sie® ter oft große ©efatyr bringen,.benn leicht fommen bei ihnen bie BufäUe eines SchlagfluffeS Sc£t fich ein 2)lenfch f;äufig biefen folgen ber Unmä- ßigfeit auS, fo tönnen eine SDienge langwieriger Hebet unb namentlich bie Glicht ihren Ursprung nehmen. ©ehanblung. Grfolgt ba5 (Erbrechen nicht von felbft, fo beförbert man baffelbe burd) warmes Üöaffer ober fchwacpen Jtamillenthee. Seboch überfchwcmme man bcn Klagen nicht burch übermäßiges Printen, bamit ber ohnehin fchon auSgebehnte Klagen nicht alle feine Jbraft verliert. 2ßenn alfo nach 1 ober 2 Quart SßJaffer fein Erbrechen erfolgt, fo muß man burch ben Singer ober burch baS <fi beS SchlunbeS mittelft eines SeberbarteS bieS ju erregen fuchen. Gin felbft reiche man nur in äußerfter Noth unb wähle bann baS Nr. 40 angegebene. Nach bem Erbrechen fchaffcn bann bie Jtlpftiere bie größte Grleidjterung. 3ft fein Hrang nach oben, b. h« feine Neigung jum Erbrechen ba, fon» bern jcigt bie Natur burch ben gekannten Unterleib, Seibfchneiben unb an- bere folifartige Schmerjcn, fo wie burch Neigung jum Hur d? fall, Rollern im sßauch unb Abgang häufiger übelrtechenber SBinbe, baß fte eine Gntleerung ber UnVcrbaulid}!eit nach Unten, b. h« burch Ben Stuhl beabftcQtige, fo giebf man bcn tartarifirten SBeinftein, alle 2 Stunbcn 2 Hhcclöffel Voll in einer Haffe QSaffcr. Grfolgt barauf nicht gehöriger Stuhl, fo löfe man Brei Soth 33itterfalj in einem SSicrtelquart Sßaffcr auf unb gebe bieS auf jweimal. 3fl fein Sieber mehr Vorhanben, jeboch ein Hurdjfall jurücfgeblieben, fo giebt man bie wäfferige Nhabarbertinftur ju einem Hheelöffel Voll einige SDlal täglich. iöährenb beS ganjen Verlaufes ber Jtranfhcit giebt man fäuerliche ®e» tränte, befonbcrS Simonabe. .Kehrt bei ber Söicbergenefung bie Gßluft nicfyt von felbft jurücf, fo gebe man Sßermuth=3Bcin ober $offmann'fcheS W?agen=®Hxir (2s bis 3mal täg= lieh 60 bis 80 Hropfen) ober bie Quaffia (1 Quentchen mit 4 Haffen SBaffer eine 33icrtelftunbe gelinb gelocht unb breimal täglid) eine Haffe voll ge* nornmen). b. £>aS gaftrifche Sieber von fchäblichen StahrungSmits teln. Hie BufäUe, bie burch fd;äblid;e Nahrungsmittel erregt werben, fön= nen häcbft vcifchicbcn, oft äußerft gelinb unb gutartig, bann aber auch wicber Von ber aUcrgefährlichften sjlrt fein. 3m elfteren Salle fommen fie faft ganj mit bcn Grfchcinungcn überein, welche bei einer einfachen Ucvtrlabung beS SÖiagcnS wahrgenommen werben, unb werben auch 9flnj fo bchanbelt, wie wir im vorigen 'Jlbfchnitt angegeben hflBcn. Hie ernfleren Stfüe h'ugcgen, bie 92 burdj giftige $ilje, faules u. bgl. entfielen, geboren ju ben Sßergif« tungen, Von melchen noch fünftig bie £Rebe fein wirb. § 60. JDaö ©nllenftebcr. diejenigen, benen ein folcQeö Sieter bevorfleht, Verlieren bie (Sßluft, haben (Sfel, fühlen ft<h fchtrerfäUig unbbrin= gen bie SQäcQte fcßlafloS ju. £Rach ein ober jtwei dagen ent fleht Srößeln mit laufenber 4?itK, bie oft brennenb iß; - ber $ulS iß fchnell, ju= Weilen hart unb Voll, bei 5lnberen aber unterbrächt unb - der Jtopffchmerj ift bumpf; - bie klugen glänjen, ßhirimmen in d'hränen; - bie QBangen haben eine bunfle umfehriebene - an ben SKunbtrinfeln unb ben Ulafenßügeln ift bie <§aut gelb. - die Jtranfen befommen SRafenbluten; - bie Unterlippe jittert; - ber 5ltl;em wirb riec^enb; - bie Sunge ift Wei£ belegt, troefen ober feucht, wenigftenö an ihren IJtänbern. - «ÖäußgeS Sp tiefen, - ein unattSlöfchbarer dürft, - SSegierbe nach Säuren. - die Sßagengegenb unb bie beiben Seiten ber oberen befon® berg aber bie rechte, ftnb gefpannt unb Vertragen feinen druef. - ®S ßeUt ftdj Ccfel, Wufßoßen, QBürgcn unb (?rbrecf;en ein. die auS= gebrochene Materie ift gallig, grünlich, grünfpanartig, fdjwarj unb hinterläßt ein fcharfeS ©rennen im Schlunbe. - (Snblich Wirb ber Unterleib gefpannt, unb Blähungen nebft herumjiehenben in bemfelben beläßigen ben Äranfen.- der Stuhl ift enttreber träge ober eS fteUt ftch ein galliger, brei« artiger, höcßß übelriechenber durchfaU ein; - ber Urin ift bief, molfig unb gelb gefärbt. - 3 ntr eilen f lagen bie Jtranfen über Schmerjen in allen ®lie= bern; bie 4?aut ift rauh, troefen, gelb, jutveilen ift auch bebeutenber Schiretß gugegen. das Sieber mit allen feinen 3»fäüen läßt gegen borgen bebeutet nach; allein in ben 5lbenbftunben erfcheint eS irieberum mit erneuerter <§eftigfeit. die Mächte ftnb fchr unruhig unb fdßafloS; fchlummcrn bie Jtranfen, fo fehreefen fie häufig auf, ober fte phantaßren Wohl auch. die «Rranfheit bauert 7, 10 bis 14 dage unb enbet im günßigen SaUe mit durchfaU, am getröhnlichßcn aber mit einem irohlthätigen Schmeiß ober mit ©obenfatj im Urin. ®efchieht bieS nicht, fo geht bie Äranf'hcit in ein SUerVenßcber ober in £eberentjünbung über. U r f a <h en. Sumpfige Oegenb unb größere machen ju biefen Sie® bern äußerft geneigt; befonberS aber pflegen fte im Spätfommer jebeSmal ju erfcheinen, trenn nach einem naßen Srühjahre große barauf folgte, unb babei bie anfangen fühl Jtt irerben. Sei einer folgen SBitterungSs befchaffenheit irerben fte bann leitßt burch Schier in ber SebcnSorbnung, burch SJlißbranch fpirituöfer ©ctränfe, burch ju leichte Scfleibung, befonberS aber burch ©emüthSbemcgungcn, unb jirar namentlich burch 3orn, draurigfeit unb Kummer hervorgerufen. 9ln unb für fleh ftnb fie trohl niemals anftccfenb; jeboch fönnen fte ei trohl irerben, trenn fie in ein Saulßeber übergehen. 93 ©ie SRetnung, baß eS Vorjüglicß bie fei, welche jubiefem Sieber bie ©eranlaffung gäbe, ift woßl nid)t bcgrünbet, benn bie iHeicfycn wer- ben ja nur feiten bavon befallen. ES giebt ©aUenßeber, welcße bttrcß Entleerung ber ©alle nadj oben unb unten ganj allein halb befeitigt werben; eS gicbt aber auch wieber anbere, wo man außer ber Entleerung ber ®aUe nocß auf ißre anberweitige ©efcßaffenßeit 01 ücfficßt nehmen muß, wenn ber Jtranfe geßeilt werben foll, unb biefe 33e= fcßaffenßeit ift ßier entwcber eine entjünblicße, ober ober ner« Vöfe. darauf grünbet ftcß ißre ©eßanblung unb beSßalb woljl and; am jwecfmäßigftcn if;re Einteilung. 2)aS einfache © allenfi eher. hier finb bie oben angegebenen Stieben ber Äranfßcit nur in einem mäßigen ®rabe Vorßanben; ber Slacß« laß beS Sicherä in ben SRorgenßunben iß beutlicß auSgefßrocßen. Erbrechen ober ©urcßfall, ob fte freiwillig ßcß einfteUen ober bureb bie Jfunft veranlaßt würben, feßaffen immer große Erleichterung. ®ie Jtraiiten ßaben faum eine Emßßnbung von ©rennen im Silagen unb vertragen ben £>ruct auf ben Un= terleib ohne Scßmerjen. 2)aS entjünblicße ® allenf leb er. ES entfielt bei jungen Voll« blutigen Seuten, wenn fte bem Grünte ergeben finb, ober nach unterbrüeften gewohnten ©lutßüffen unb befonberS im Sommer. 45ier verbinben ftcb bie allgemeinen Seichen eines ©allenßeberS mit benjenigen eines EntjünbungS« fieberS. -Slußerbent beobachtet man hier noch SolgenbeS: Sehr bebeutenben Jtoßffcßmerj, gelbe gärbung beS ©Meißen int Sluge, ßäußgeS ©afenbluten, rotße Särbung beS blauen SacfmuSpaßierS bttrcß ben ©rennen im Silagen, Scßmerj in ber Silagengrube unb oberen ©aueßgegenb, ber ftcb bis in bie rechte Seite hin erftreeft, wobei bie ©erüßrung Scßmerjen verurfaeßt unb ben feßon vorßanbenen Scßmerj n«cß Vermehrt. SDie freiwilligen -lluS« leeru ngen bringen hier feine Erleichterung, unb ber ©acßlaß beS SieberS ift hier weniger bemerfbar. Leuten biefe Erfcßeinungen aueß nießt auf eine feßon wirtlich auSgebilbete Silagen« unb Seberentjünbung ßin, fo geben fte boeß wenigftenS eine große Steigung bajtt ju ernennen. Ein heftiges ent« jünblicßeS ®allenßebcr gleicht in vielen Stücfen bem gelben Sieber ber Slmc« rifaner unb bem berüchtigten molbauifcßcn Sieber. S)aS rßeumatifeße ® allenfieber nimmt feinen Urfprung bureß SöitterungSwecßfel, befonberS wenn bie £age heiß unb bie Släcßte füßl finb. 2)aS Sieber beginnt fo wie ein rßeumatifcßeS, unb bevor bie Spießen beS ®al« lenficbcrS jtiin ©orfeßein fornmen, geßt Entjünbung ber Singen ober hals« ftßmerj oberhuflen unbScßnuvfcn voran. Sm weiteren ©erlaufeber Jirant ßeit flellen fteß rbeumatifeße ®Iieberfd)merjen, Scßmerjen im Unterleibe unb rußräßnlicße Erfcßeinungen ein; babei ift bie Scber (bie rechte Seite) nießt immer von Scßmerjen frei. 2)aS nervöfe ©allenfieber fängt wie ein einfadßeS, häufiger aber 94 nodj wie ein ©aUenfieber an. Dlad) unb nach entwicfeln ftd) alle Erfftjeinungen eines bösartigen Fiebers, alS: groffeS ©inten her Rräfte, ©ehnenhüpfen, (ßhantaftrcn, (Drommelfucpt; branbigeS Einfliegen u. f. w. Dlidpt feiten ift biefe Elrt beS ©aUenficberS bie ftolge einer fcfylecfyten (Behanbs Jung ober eines fdjon Vor ber Rrantheit fefjr entnervten ober gefd)wäd)ten RörperS, ober einer heftigen ©emüthSbewegung. ©ehr oft Verbinben ftct) hiermit bie Erfdjeinungen eines entjünblicben ©aUenfieberS, ttoburch bie (Be» hanblung ungemein fcQwierig wirb. (Bei bem einfachen ©aUenfieber unb einer jwecfmäfjigcn (Behanblung ift feine ©efaljr, aber bei ber entjünblicfjcn unb nervöfen Elrt biefcr Rranfs beit. - ®ut ift cS, wenn im (Berlauf ber Rrantheit ber beS in ben Korgenftunbcn immer hervortritt unb wenn bie EluSleeruns gen Erleichterung verfdjaffen. - ©djlimme Beiden ftnb: hattnäcfigeS Dias fenbluten, ein faft leerer jitternber (ßulS, fehr rottye Bunge, (Bruftbefcpwers ben, ein erfeböpfenber (Durchfall, fo Wie hartnäcfige ©tuhlverftopfung, befon« berS wenn Beidfen einer (Darmentjünbung bamit verbunben ftnb. (Bepanblung. (Die .Rur ber ©aUenfieber ift immer fehwiertg, cS laffen ftd) im ©anjen feine beftimmten (Regeln barüber geben. Dlur glaube man ja nicf?t, bafj bie EluSleerung ber ©alle bafj Einzige fei, worauf man ju achten habe, mehr als bieS'noch berücffidjtige man ben (Sharattcr ber Rranfs beit, nämlich ob fte entjünblicher, rheumatifcher ober nervöfer Dlatur fei. (Behanblung beS einfachen ©allenfieberS. Elufjcr fäuerlis eben Rräuterfuppcn, rohem ober gefoebtem ©bfte, ift alle anberc Dlabntng ftreng ju unterfagen. ©ehr ju empfehlen ift hier ber (ßortulaf, wovon man baS Rraut in ©uppen ober als ©entüfe, mit nur wenigem Eöaffcr gelocht, reichen fann. Einet) baS ©etränf muff fäuerlid) fein (ftebe Dir. 1, 2, 7, 15 befonberS aber Dir. 18.) Elnfänglid) werben auflöfenbe Kittel gereicht. (Bei fräftiger Rörperbes febaffenbeit gebe man ben cremor tartari (Dir. 41.) ftür pafft baS ©almiaffalj (Dir. 42) beffer. (Berabfäumt man eS, vorher biefe auflös fenben Kittel ju geben, fo unternimmt man bie EluSlecrungen oft ohne allen Dingen; man muh niit benfelben 24 ©tunben lang fortfahren. (Bei bebeus tenber ftieberbifje laffe man ein fühlenbeS Ripftier geben (Dir. 43.) Dlun entftebt bie Sftage, ob man 311m (Brechen ober jum Elbfübren geben fott? - Ein (Brechmittel reicht man, wenn bie allgemeinen, baS (Brechen immer Verbietenben •öinberniffe nicht jugegen ftnb, fobalb ber ©efebmaef bitter, bie Bunge bief belegt, gänzlicher Eöiberwille gegen ©peifen, übelriecbenbeS Elufs flogen, Etel unb Eöürgen ba ift unb wenn ein freiwilliges Erbrechen Erleicbs terung verfcf)afft hat. Eöenn fein (Durchfall Vorhanben unb ber Rranfe fein allju großer ©cbwächling ift, fo gebe man hier ben (Brechweinftein (f. Dir. 40.) (Bei ©chrcächeren gebe man ben (Brecbfaft (Dir. 28;) ift aber ein (Durch* 95 fall jugegen, fo öerbient bie reine Srechwurjel ben SSorjug; nun giebt 20 bis 30 Oran berfelben in etivaö SBaffer auf einmal. Sei ber Anwenbung beS laffeman hie fpäter gegebenen außer Acht. 9lach bem Orbrechen, ober wo biefeö angejeigt war, bann gleich nach bem ©ebrauch ber auflöfenben ©littel gebe man eine gelinbe QJurganj (Str. 45.) Seboch muf man von ben Abführmitteln feinen ©iißbrauch machen. SBenn nach ben gehörigen Ausleerungen ber kranfe fid) fortwäßrcnb über läftige 4?i£e befchwert, fo gebe man fäuerlicheS ©etränf unb jwar, trenn baS fieber noch tjeftiß ober ber kranfe jung unb robuft ift, bie 5Beinftein= fäure, ton welcher man fo Viel in SBaffer auflöft, als eS für ben ©efchmacf bcS kranfcn angenehm; Himbeers ober kirfcßfaft wirb bann nach belieben hinjugefcfft; auch baS krpftaUWaßer (Str. 18) fann alSbann feßr jwecfmäs füg gereicht werben. Steigt ftch ber Buflanb beS kranfen bei ber fortbauerns ben mehr jur (schwäche, fo gebe man bie Verbünnte Sdßwefelfäure, eben fo wie bie ASeinfteinfäure, unter baS ©etränf. $ür kranfe jeboch, bie ju £ebcrbefchwerben geneigt ftnb, pafft bie Salpeterfäure, in berfelben Art unter baS Sffiaffer gegeben. 3u Onbe ber kranfheit gebe man, um auf bie «§aut ju wirfen, ben kräftigeren bie Alijture Str. 46, Schwächeren unb @mpßnblift)crcn bie 9lt. 47. fleh nach beenbeter kranfßeit ber Patient fdftvach unb fraftloS* fo ftnb bie bitteren ©littet fehr bienlich, befonbcrS biekolombowurjel. (©Ian foctft babon 2 Du en teilen eine Sßiertelftunbe lang mit 3 Staffen SBaffcr unb giebt alle 2 Stunben 2 (Sßlöffel.) - <§ier ift bann auch Hßein ober fräftigeS tBier erlaubt. Sehanblung beS entjünblichen®allenfieb'erS. 3cjün- ger bie kranfheit, je fräftiger ber kranfe, je größer ber Schmer?, bie Spans nung unb baS trennen im ©tagen ift, mit befto größerer Sicherheit fann bann Aber gelaßen werben. 3ft bieS aber weniger ber 8all, fo müßen ©lutegcl (12 bis 18 Stüct), bei fetten Leuten aber 10 bis 12 Scpröpfföpfe auf ben Unterleib gefegt werben, Dabei bebeefe man bie ©lagengegenb mit warmen ©reis ober kleiumfchlägen; ober man fcßlage einen in warrncS SBafs fer ober in ©ialbenblüthenthee getauchten Schwamm in ein Such unb bäße bamit ben Unterleib. Snnerlich gebe man <5ißifd;tt;ee mit kapidärfaft ober ©lanbelmilch (Str. 3) mit arabifchem ©ummifchleim (einen (Sßlößcl VoU in ber ©lanbelmilch aufgelöft), alle 2 Stunben 2 Oßlöffel. 3ft ber ©lagen nicht ju fchwach, fo giebt man bie ©lixture Str. 24; jeboch )l'irb alSbann Von Stitrum nur eine Drachme genommen. IBcfonberS ju empfehlen unb ju los ben ift auch hier baS füße Atanbelöl (SQr. 48.) So lange bie ßeießen bcS Siebers unb ber Sanier? unb baS trennen im ©lagen niept gänjlich nachgelafftn haben, barf an fein gebaut werben; bas 96 gegen lafie man ein bie Sieberftifte milbernbeg Jtlpftier (Str. 43) einigemal« am S'age geben. Stornier ift eg ftier weit ftefterer, abjufüftren, als ein ®recfts mittel ju neftmen. £ag Befte -Kittel ju biefem SBeftufe ift bag Samarinbens marf, babon werben 4 Sotft in einem falben Quart 2öafter aufgelöft, ßuefer natft jugefeftt unb baten alle jwei Stunben 1 Safte getränten. 2lucft bag frifeft gepreßte, weiße Oliciuugöl (1 Gfjlöffel boU in einer Safte 4?a» fergrüfcfcftleim) ift ftier feftr woftltftätig. SQacft ben unb befonberg wäftrenb ber £Rad)t bebecte man bie ■Kagen= unb Sebergcgenb mit einem weiten Stüct £einwanb, auf welefteg man bie Salbe 3Qr. 49 mefterrücfcnbicf aufgetragen ftat. Seftanblung beg rfteumatifeften ® allenfieberg. 8u 2ln* fang ber Jtranffteit beftanbelt man eg wie ein entjünblicfteg ©aUcnfieber, be« fonberg bei fcftmerjftaftem ßuftanbe beg Kageng unb ber ßeber. 3ft bieg befeitigt, unb ftat bie Jtrantftcit fefton eine SBeile gebauert, fo wirte man gc« linb auf bie £aut unb gebe eine ber Kijturen IRr. 46 ober 91 r. 47. - Sn biefem fpäteren ßeitraume ber Jtranffteit, ja nieftt früfter, ift ein fpanifefteg Sliegenpftafter, bag big jum Slafenjteftcn liegen bleiben muß, feftr bortfteil« ftaft, fo Wie aueft bie Einreibung ber Salbe 9lr. 49 zweimal täglicft eine 9luß groß. 39eftanblungbernerböfen®allenfrantfteit. 2)iefe barf nur alletn einem cinftcfttgboUen 5lrjte anbertraut werben, benn bei bern fleinftcn Sftißgrift fann Der unglüctlicftfte ftier fterbeigefüftrt werben. §61. 3) T'aö Scftleimftebcr. S)ie SBege ber SSerbauung, fo Wie bie beg Qltftemftoleng, bie innere Släcfte ber Urinwerfjeuge unb ©efcftlccfttgs tfteile ftnb mit einer 4paut (Scftleimftaut) auggetleibet, welche im gefunben Suftanbe einen ftellen flarcn Scftleim abfonbert, um ben Sfteilcn bie ju iftrer Sßerricfttung crforberlicfte Scftlüpfrigteit unb ®lätte ju erftalten, um borftan« bene fcftarfeOteijeeinjuftüUcn unb unfcftäblicft ju maeften unb um bieSSerwacfts fung ber fteft berüftrenben ftläcften biefer ftoftlen Sßcge ju terftinbern. - So groß ber duften biefer Scftleimabfonbcrnng ift, Wenn fte iftrSWaft nieftt übers fcftr&tet, fo bielfacft ftnb bie Störungen ber ©cfunbfteit, Welcfte bureft eine übermäßige Erzeugung berfelbcn entfteften tönnen, unb Worüber wir nodj oft ©clcgcnfteiten ftaben werben, ju [preeften. *£>ier foll gegenwärtig nur bie £Rebe bon folcftcn fiebern fein, ju welcften fteft eine bergleicQen übermäßige Scftleimabfonberung ftinjugefellt. Ein Scftleimfiebcr bietet folgenbe Erfefteinungen bar. S)ie Jtrantftcit beginnt mit 2Jiattigtcit, Mangel an Eßluft, abwccftfelnbcm frröfteln unb halb mit troefener 4?aut, halb, befonberg beg SPiorgeng, mit fauer ries eftenben Scftweißcn an einzelnen Sfteilen beg Jtörperg; ber ftlulg ift fcftnell; bag Sieber wirb in ben 2lbenbftunben fteftiger; babei tlagen bie «Rranfen über Seftwere im Jtopf, Dftrcnfaufen unb liegen ftumpfftnnig ba; ein immer« Wäftrenbeg feftr läftigeg Spucten eineg jäften Scftleimg; feinen, ober einen 97 faltigen, efelßaften ©eftßtnatf; ter Scßlunb ift rotß ober bermaßen mit Scßlcim überjogcn, baß er faft ©rftitfung broßt unb duften unb ©rbrecßen erregt; ber «Rranfe flagt über ©obbrennen, Angft, «Rncißen im Stagen, ©läßungcn, bie SDlagengegenb ift gefßannt, Verträgt feinen Drutf; eS ift SJeibfcßneiben unb Durtßfall mit gallertartigen Stüßlen vorßanbcn; biSmeilcn ift ber Stußl Verftoßft; ber Urin ift biet unb molfig; habet erfcQei= neu nießt feiten bie golbenen Abern, ober cS gelten SSürmer ab. Sn ben fvätern ©erioben ber Äranfßeit erfdßeinen Scßmämmcßen, Sriefel unb ade ©rfeßeinungen eines bösartigen entjünblicßcn SQerVenfieberS; aueß geßt alS= bann bie «Rranfßeit leießt in ein ftßleicßenbeS SRervcnfteber über. ßu biefem Sieber ftnb ganj befonberS geneigt ©erfonen von jartem Jtör« Verbau, feßmammiger SeibeSbefcßaffenßeit, ffroßßulöfer Anlage, jugenblicßeni Alter, unb baS meiblicße Aucß bei ©reifen fonunt biefeS Sieber öfter jum SßorfcQein, meil bei ber Untßätigfeit ißrer >§aut ein großer $ßeil beSAuSbünftungSftoffcS fteß naeß bem Darmfanal I>in rießtet. - DaS Sieber felbft mirb aber erzeugt bureß eine eigcntßümlicße ©efeßaffenßeit ber £uft, bureß naßfalte, unbeftänbige Söitterung, fumßfige unreine Orte, <RriegStrüb= fale, <§ungerSnotß, mäfferige, roße, bläßenbe ober Verborbcne SRaßrungSs mittel unb nicberbrücfenbe ©emütßsbemcgungen, Angft, Surcßt, «Rümmer, Draurigfeit u. f. io. Dft mar bie ©erfeßleimung feßon Vor bem Sieber Vorßanben, oft tritt fie aber erft im ©erlauf bcS SicberS ßinjtt unb beutet bann immer auf einen ßöcßft gereiften, ja felbft auf einen entjünblicßcn ßuftanb ber Seßlcimßaut ber ©erbauttngSmege ßin. Sm erften Sali ift feiten ©cfaßr babei, außer bie «Rranfßcit mürbe Vernaeßläfftgt, bann fönnte fie leießt in AuSjcßrung übergeßen. 5ft im cinfacßen Scßlcimßeber eine große Neigung jum ©rbreeßen ba„ unb jeigen bie beim ©aHenficber angegebenen ©rfeßeinungen baS ©eftreben ber SQatur an, fteß ber fcßabßaftcn Stoffe naeß oben ju entleeren, fo muß bie= fer S'rieb jmar befriebigt merben, jeboeß müffenbem ©recßmittel ßier ftetSbie auflöfenben Mittel Voran gefeßieft merben. 2)?an Verfäßrt ßier fo mie beim ©allenßebcr (f. § 60.) Sm Allgemeinen ftnb jeboeß bie ©rccßmittel, noeß meßr aber ftarfe Sajirmittel im Stßlcimßcber ju vermcibcn. Dagegen mirft ßier nitßtS beffer als baS (Sßlormaffer (f. 3tr. 27,) melcßeS fomoßl im entjünb= ließen, fo mie im nervöfen Buftanb folcßcr Sieber feine Anmenbung ßnbet., AIS ©ctränf ift vorneßmlicß Soba=2öaffcr ju empfeßlen. - «Rlagt ber Jfranfe über Scßmerj im £eibe, ober mirb bcrfclbe bureß ben Drucf mit ber <>anb erzeugt, fo ftnb ©lutegel ober Scßrößffößfe eben fo erforberlicß. als mie im ©aUenfieber. $at baS Sieber nacßgelaffen, ßaben bie©cfcßmerbcn in ber Aiagcngegenb aufgeßört, ftellt fieß aber bagegen ein burcßfaUartiger Scßleimabgang bureß. £>tr 98 ben Stuf)! ein, fo gebe man bie Abkochung her JtoIomboWursel (IRr. 34,) jeboch ohne bie aromatifche Sinktur. Sn ber SDiebcrgcnefungSveriobe gebe man anfänglich gelinb bittere Mittel mit 50;) nach einiger Beit, wenn ber Jtranfe fich noch mehr erholt hat, gehe man ju Duaffia über (Rr. 33.) Üßirb ber Jtranke burch einen fortbauernben Schleimabgang fehr entkräftet, fo giebt man baS islänbifche SRooS. Sßährenb bcS Fiebers werben einfach Söafferfuhhcn gereicht; fpäter bient Fleifchbrühe mit Reis, ©rauhe, jur Rahrung; ju= ift SBein ober kräftiges S3ier erlaubt, ©in ober jtvei Sßeingläfer $or= terbier, bcS SRorgenS getrunken, leiften bei fdjwachen Frauen oft mehr als alle übrigen magenflärkenben 'Arjneien. Ron bem SBurmfieber wirb bei ber SBurmkankheit abgehanbelt werben. § 62. tVluf;= öfter rbcuntnttfdtcö fieber tmft fieber. Sie «Rennseichen bicfcS Fiebers ftnb: Froft unb <§ibe unter= mifcht, fchmerjhafteS Biehen in ben ©liebem, öfteres Srängen jum Urins laffen, juweiten Verbunbcn mit Schmerjen, ber Urin trübe, mit jiegelfarbes nem Vobenfafc; Reigung jum SchWifccn, babei feiten (Erleichterung, 83er« fchlimmcrung bei jeber Erkältung. Bugleich mit bem Fieber, jutveilen aber fchon Vorher ober nachher, fteüt fich ein örtliches Seibcn ein, welches entwes ber rheumatifch ober katarrhalifch ift. Sei bem rheumatifchen Fieber entfielet an irgenb einem Sheile ein ber ftch jutveilen feflfe|t, juweilen herumsieht. Ser fchmerjhafte Shell wirb faft unbeweglich, Verträgt nicht bie unb ift juweilen roth unb gefchWoUen. Dft wanbert biefer Schmers blöfclich von einem Sheile ju einem anberen entfernteren, am fchlimmften, wenn er von einem äuferen auf einen inneren überbringt, 3. ®. auf bie Urinblafe, baS ©eljirn, Rücken« mark ober auf bie RerVen u. f. w. Sm Jtatarrhalfieber ergreift bicS Selben entweber bieRafe ober bie Suft« röhre. (Ergreift eS bie Rafe (Schnupfen, S'lafcnkatarrh,) fo entfielet öftes reS liefen mit SluSfluf einer Einfangs wäfferigen fdjarfen Feuchtigkeit, su* weilen mit 33Iut vermifcht, welche fich nach unb nach in e'nc tiefe, eitcrartige SRatcrie VerWanbclt, mit 23erminberung bcS gcreijten BuftanbeS ber -Rafe unb bcS Fiebers. (Ergreift eS bie Luftröhre (Jtehl= unb 33ruftkatrrh,) fo entfloht öfteres duften mit ober <§ciferteit bcS <§alfc8, auch wohl Halsweh. '-Anfangs SluShuftcn Von wenig, aber fcharfer Flüffigkeit, nach unb nach Von gekochtem, bieflich=fd)Iciinigem, eitcrartigcm SluSwurf mit Sßets minberung unb aHmäligcm 5lufhören beS •huftenS unb beS Fiebers. Urfachen, ©eneigt su biefen Fiebern macht eine Schwäche unb kränks liehe (Reijbarkeit ber <§aut, eine fehwifcenbe «haut eine burch Verwöhnung, SU warme Stuben, 311 warme Jtleibung, ©ntsiehung von ber freien Suft Vers Vorgebrachte allgemeine Schwäche beS JtörperS, eine eigne welke, aufgebunfene 99 JJörVerBefdjafterttjcit. 3 m Srühjahr unb <5pätherbft, befonberS wenn auf troctcne (Sommer ein feudjter <§erbjl folgt, werben biefe Sieber fehr häufig be= obadjtet; in manchen ©egenben unb Säubern (bcn gebirgigen) finb fie ftetS Vorhanben, ja felbft an einjelnen Orten, ja fogar in einzelnen Käufern, bie burd? ihre Sage unb Bauart beftänbigem ßughnnb ober Slbwcchfeluhg von unb Ötälte auägefegt finb, trifft inan fie für gewöhnlich an. - pervers gerufen wirb aber ba$ Sieber burdj ©rfältung, wenn man fid) bei erbittern Störpcr ber falten Suft, befonberS bem ßugtvinbe burdj einen len Uebergang von SBärme in Jtälte ober umgefchrt, am fdjlimmften burd; SBeglaffung eines gewohnten warmen JtleibungöftücfeS. Silan muß fid) hüten, baä Jtatarrhalßcbcr nicht mit bem (Eintritt ber SJlafcrn, bem Jteuchhuften ober wohl gar mit ber häutigen Bräune 311 Vers wcdffeln; bei ber Betrachtung ber genannten Jtranfheiten wirb ber babei ftattßnbcnbe Untcrfdjieb angegeben werben, Buchmäßig ift bie Sintheilung biefer Sieber in einfache, gaftrifdfe unb nerVofe. Oaö einfache «Ratarrhalfieber befällt in ber siegel nur einzelne STZenfdQen unb fommt gewöhnlich bei ganj ©efunben vor. Sein Berlauf ift äußerft gelinb. ®a§cntjünblicheJtatarrhalfieber entfielet bei jungenfraftvollen SJlenfchcn, wenn fie erhi§t finb unb fich babei einer Srfältung nach unterbrächen gewohnten Blutflüffen, 3. 23. Slafcnbluten, golbenen Slbern ober nach übergangenem Slbctlaffcn. Oa$ ©eficht ifl babei gefdjwollcn unb reth; ber duften bebeutenb, fo wie ber (Schmers auf ber Bruft; ber $ulS ift fraftVoH, bie £aut I;eiß, ber Urin flammenb; cS scigt fid) Steigung sum Slafenbluten. S)aö gaftrifche «Ratarrhalficber herrfdjt befonberö unter bcn Sirs men, bie fich fd)lecht nähren unb Von Slrbeit erfdföpft finb, aber auch unter Scutcn, welche ftarfe (Sffer finb; SBöchncrinncn werben oft baVon befallen; in ben mciften Süllen herrfcht eS cbibcmifch. Sie bemerfenöwertheften Seichen bicfeS BuftanbeS finb: größere Guts fräftung als gewöhnlich, SDluthlofigfeit unb Unruhe, baö ©eficht ift blaß; ber Bulö fchneU, unbeutlich; bie 45i£e ber £aut brennenb, Ucbelfcit, unreine Bunge unb bie anberen ©rfchcinitngcn ber gaftrifchcn Sieber. Oaö nerVöfe ötatarrhaIfieber. Stur ungemein feiten finb fie gleich am Slnfang nervöö; gewöhnlich werben fie cö erft burd) Bcrnacbläfjis gung unb fehlerhafte Bchanblung. 3m fommen fie am häufigfteu 311m Borfchein. Oie ©ntfräftung unb felbft alle Beiden eines wah- ren SaulßebcrS finb hier sugegen. Dhnerachtct an unb für fiel), bie Bcrbinbung mit Saulßcbcr auSgenom« men, biefe Jtranfheit bei einem fonft gefunben 2J?enfdjen nicht gefährlich ift, fo faden il)r bod; viele Opfer. 23ci fd;Icd;ter Behanblung ift ber Uebergang in Sungcnfudft, namentlich bei ®old;en, bie eine Steigung basu haben, fef* 100 unvermeidlich. ©ie f Saulfieber find Bet Söeitem gefährlicher als ein urfprünglicßeS Sautfieber, und man fann fte mit dollem tHecht heim» tücfifch nennen, weil die ©efaßr lange verborgen bleibt. ©ie äßiedergcnefung ift befonberS bei bem epidemischen «Katarrßalfieber (©rippe) oft fo lang, baß fte gar nicht mehr mit der Vorangegangenen «Kraut* ßeit in Verbindung ju flehen fcheint. ©ft bleibt danach ein langwieriger duften jurücf, der nicht immer böfer Statur ift. ©ft wird aber auch ein langdauernder duften durch baS eines «KatarrhalfieberS befeU tigt. - Vei bem entzündlichen «Katarrßalßcber ift ein Uebergang in Vruft* cntjünbung ju fürchten. Veßanblung. SBenn fräftige, Vollblütige SHenfchen eine Steigung jum rßcumatifchen ober fatarrhalifcßen fieber haben, fo rietßen bie Sitten, an den beiden ©agcS= unb Stachtgleicßen Qlbet ju laffen, unb gewiß nicht ganj mit Unrecht. - -tim beften man fleh aber vor «Katarrh unbfHßeu* matiSmuS durch Abhärtung ber <§aut, fleißiges SBafcßen unb Steinigen ber» felben, durch große Steinlicßfeit in ber SBäfcße, durch ein tßätigeS Beben, tägliche Vewcgung in freier Buft unb durch eine troefene, gefunbe, nicht feuchte SBoßnung. Vchanblung beS einfachen rßeum. unb fatarrß. Richers. ®S bedarf außer einem guten Verhalten gewöhnlich weiter feiner Slrjnei. ©er «Kraute bleibe ju «§aufe; fein Simmer muß ©ag unb Stacht gleichmäßig, aber feinen übertrieben Warm erhalten werben.. Vegehrt ber «Kraute inS Vett, fo bebeefeman ißn nur mäßig. £at berfelbe fein Verlangen nach Slaßrung, fo nötßige man ißn nießt baju; begehrt er fo find leichte Slcifcßbrüßcn mit ©raupe, <§afergrü|e u. bgl. ju geftatten; baS Sleifcß felbft, fowie gewürjßafte Speifen unb überhaupt baS viele (Sffen muß Vermieden werben, felbft baS Viele ©rinten von Vrufltßee unb anderen ©etränfen bc= läftigt ben Silagen. 3m rheumatifeßen fieber muß der «Kraute bie Scßmerjen mit ©ebulb tragen, alle ärjtlicßen Sllittel fruchten nicßtS, ja in ben meiften fällen flnb fte fogar bie Vlutegel unb baS Umhüllen von SBolIe meßt auSge* nommen. Stur ein SUittel giebt eS, Welches baS Sieber unb bie Scßmerjen juglcicß oft mit einem Schlage entfernt; eS ift baS JticinuSöl, von welchem man 2 Sßlöffel Voll (Schwächere 1 ©ßlöffel) in einer ©affe ©raupenfchleim nimmt. Selten ift am anderen ©age eine Söiebcrßolung biefeS Büttels nö« tßig; ©ibifchwurjeltrant ober auch baS einfache friftße VJaffer ift bann jur gänzlichen SBieberherftellung allein 52lUe Slrten finb hierbei äußerft verwerflich, oßne jerfließt ja ohncbieS hier oft ber «Kranfe in Schweiß. Veim fatarrhalifchen Sieber muß ber Trante baS Sprechen fo Viel als möglich vermciben. Um ben <§uften ju milbern, giebt man Binbenblüthcns tßee mit Eigelb unb ßutfer, unb jum ©etränf SDlanbeluiilcß ober andere 101 feßleimige SSrufHränfe, unb rtamexttlid? ben 23rußtbee Sir. 54. ober 55, außer* bem aber aueß bie ©etränfe 91. 9 unb 9lr. 13. 23ei £Raut;igfeit unb Jrocfenßeit bc§ <g>alfeS, fo wie bet Reifer!eit linbert ber Srußfaft 9lr. 52 ungemein. &ür bie, irelcQe feine Süß'gfeit lieben, bient 9lr. 53. Sonß bebarf e§ bei bent einfachen Äatarrßalßcber feiner anbern Qlrjnei, in Wenigen Jagen ift e8 bei einem guten SScrßalten ßeßer gehoben. 5)a3 5) ar reichen von unb ber ©ebraueß ber rufßfcßcn ©antpfbäber ftnb immer bei einem foldßen fieber verwerßieß, feßr leießt wirb bann auS biefer unbebeutenben Jtranfßeit ein ßöißß gefährlicher 3ußanb; man faß bie Zungen* unb ©eßirnentjünbung eben nicht feiten barauö entßeßen. SBtßanblung bc8 entjünblicßen rßeum. unb fatarrßal. Fiebers. 9lur in füßlcnben Slrjneicn unb in einem eben folcßen SSerßal* ten fannber Jtranfe hier einjig unb allein fein eil fließen unb finben.- S)a§ 9licinu§öl wirft aueß ßier ganj vortrefflich unb wirb in ben meißen {Fällen genügen, befonberg bei ber rßeumatifeßen ftorm bicfeS {Fiebers, bie Äranfßeit fcßneU ju befeitigen. Seiber entfcßließen ßcß feines üblen ®c* fcßmacfS wegen bie Jtranfen nur feßwer ju feinem fo woßltßätigen ©ebraueß. Unter ben übrigen Slrjneimitteln ßeßt ber Salpeter ßier oben an; man giebt ißn naeß ber Sßorftßrift 9lr. 58. SDlenfcßen mit feßr feßwaeßen S3erbauung3* fräften, fowie 4?ßßerifcße unb $ppocßonbrißen vertragen ben Salpeter nießt gut. gür 9lerVenicßwacße paßt bann ganj befonberS bie £D?ijtur 9?r. 59 unb für 'hppoeßonbrißen 9lr. 60. 3ß ber Jtranfe verßopft, fo barf bieS jwar auf feinen $aU gebulbct werben, jeboeß ftnb bie Jtlpßiere ben Slbfüßr* mitteln ßier vorjujießen (fteße 9lr. 56 unb 57.) 3ß ber SßiberWiHe be3 Giranten bagegen unbeftegbar, fo gebe man ein* ober jweimal beS Jage§ einen Jßeelößel voll 23itterfalj in einer Jaffe SJlilcß, 9)lanbelmilcß ober Sßaffet. 9laeß ber erfolgten Stußlauöleerung wirb bann wieber mit ber anbern Qlrj* nei fortgefaßren. 3m rßeumatifeßen {Fieber läßt man nießt leicht jur Slber, außer bie Scßmerjen unb ba8 {Fieber wären ungemein ßeftig, bie Jßeile feßr entjünbet, rotß, ßeiß unb gefcßwoUen, ber Jtranfe vollblütig unb von fraftVoller 3tör* perbefeßaffenßeit. 23ei bem allgemeinen 9Rßeumati8mu8 - eine ber feßmerj* ßafteßen unb fureßtbarßen Jlranfßeiten, Wo berJtranfe wie VomStarrframpf ergriffen barnicberliegt, oßne aueß nur im Stanbe ju fein, bie minbefle 23e= Wogung ja maeßen - iß Slberlaß jcbcSmal erforberlicß unb oft allein feßon jur Teilung ßinreießenb. - 3u ftarfe ober unnötßige 23lutentjießungen vor* längern ben 9lßeumati$mu8 unb ftnb Urfacße, baß er fteß für immer ein* niftet; aueß barf man nie an bem rßeumatifcß ergriffenen Jßeil felbß 2lber laffcn. 93ei bem entjünblicßen fatarrßalifcßen {Fieber ßingegen barf mit bem Slberlaß, fobalb baS {Fieber nur einigermaßen ßeftig iß, bureßauä nießt ge* 102 fäixmt Werben, benn fonft tonnen bebeutenbe SQadjtljeile barguS entflohen, bie eine fpätere Slutentjiehung nicht mehr gut ju machen Vermag. SBefonberS bringenb h?trb man bajtt aufgeforbert, wenn feftfifcenbe unb beflänbige Stiche ober Schnterjen auf ber 33ruft Vorlauben ftnb, trenn ber 5lthem Mlommen unb ein troefener fReijhuften jugegen ift; benn bicS ftnb bic fixeren Beiden einer beginnenben Sungcnentjünbung. 516er and} bei einem lungcnfüchtigen «Rörpcrbatt, bei ber 5lbftammung von Inngenfnötigen (Wern unb bei einer fd)on bekannten Eungenfränflichfeit ifb ein bei Beiten angefteßter 5lberlafj burchauS erforberlich, weil unter folgen Umftänben fid) fo leicht auS bem «Ratarrh eine Sungenentjünbung bilbet unb biefe bann eben fo leicht in Sun: genfucfyt übergeht. 3ch f;abe bieö übrigens nur erwähnt, nm bie SQothweu: bigfeit, einen 5lrjt beim entjünblicbcn J?atarrl;alfieber fo früh 'als möglich rufen ju laffen, tlar an ben £ag ju legen. üßo bie SSerfyältniffe nicht fo bringenb ftnb, ba fann man mit (Schröpf: föpfen (10 bis 12) auf bie ©ruft ober ben Olücfen auSreichen; fte leiften im« mer mehr als bie Blutegel, benen man freilich bei grauen unb Verjärtelten Leuten ben SSorjttg geben muh. 3u Gnbe ber Jtranffjeit, trenn bie Schnterjen auf ber SSrufl gänjlich vcrfchtrunbcn ftnb unb in ben 2)?orgcnftunben ber Jtrante faft fieber« los ift, wirte man gelinb auf unb namentlich burch baS 2)iittel SQr. 61. - 3ft biefer Bwecf erreicht unb bie <§aut feucht geworben, fo beförbert man bie Söfung beS QluSwurfS burch ben Salmiaf unb reicht bie SDcigtur SQr. 63 bis an'S (Wbe ber «Rranfheit, b. h» WS fte ftch burch Schweif; unb locfcrn SlttSwurf Votlftänbig entfliehen h«t. Sßenn bei ben rheuniatifchen Siebern ber heftigfle Sturm burch benSal« peter befeitigt worben ift, fo Wirte man gelinb auf ben Stuhl unb jwar am Heften burch baS Slbführmittel 5lr. 62. Sobalb einige Stühle barauf erfolgt ftnb, wirb bie SCQebijin bei Seite geflößt. 5luch jefjt fann man jtint Schlufj Von ber 9lr. 63 ©ebrauch machen unb gelinb auf bie £aut wirten. SBentt auch Slaneß, SBotle ober SCöadjStaffet ju -llnfang eines rheuma= tifchen Fiebers bie Schnterjen vermehren uttb jebenfaßS bann fchäblid) ftnb, fo ift ju ©nbe ber «Rranfheit, um einen anhaltenben örtlichen Schweif; hers vorjubringen unb ju unterhalten, bie S3ebecfung beS leibenbcn $h bcrgleichcn Gingen burchauS erforbcrlich. Sinb bie Schnterjen heftig, ber «ber nicht fel;r entjünbet, fo bient in einer fvätern beS SieberS ein ©lafenpflafter in ber 9lähe, welches man in (Siterung hält. 3ft bie ort: liehe ©ntjünbung fehr bebeutenb, ber $heil fchr gefpannt, flammenb rott; unb fehr fo muf; man bann boch ju Blutegeln ober Schröpfföpfen feine Bu« flucht nehmen, bie in ber SQähe, niemals auf ben leibenben Xheil felbft bür« fen angefc|t werben. ■- 3ft ber «Rrante von feljr reijbarer, empfinblicher unb nervenfehwacher Jtörperbefchaffenheit, fo reibe man entweber bie Opiatfalbe 9ir. 64 ein, ober lege baS £ßflaftcr 9lr. 65 auf. 103 SBaS bie Scbenöorbnung bei ben entjünblidfen rheumatifch.it unb fa» tarrbalifd)cn Siebern anbelangt, fo gilt in jebem Betracht alleö baö, maS bei ©elegenlfeit ber reinen ©ntjünbungSfteber gejagt morben ift, unb eö barf mit- hin auch außer ber einfachsten SBaffcrfoft unb bergl. nicfytö QlnbercS gereicht merben. B cl?anblung beS gaft r if eßen, rhe umatif ch en unb f a t ar rh a= lifcfyen SieberS. Sinb bie bei ben®allcnfiebern angegebenen Reichen vor* l;anbcn, bafj bie Statur ein Beftreben l;at, bie Stoffe nach oben ju entleeren, fo bann man, felbft bei bem fcfylimmften-2lnfd)ein ber Jtranffyeit, ju Anfang fefyr leidet burd? ein Brechmittel bag Sieber in ein ganj einfaches Vermanbeln. -hier verfchminbet burd) baffelbe ber Bruftfchmerj unb bie Bes Hemmung, bag -tlugfchen beg «Rranfcn veränbert fleh, bie ©rfticfungggefahr, meld;e burd> bie große 2tcnge von Schleim, ber in ber Luftröhre rorhanben mar, erjeugt mürbe, mirb nebft bem angftvollen Stöchcln beg Jtranfen mit einem -Stale gehoben. SBenn fein Durchfall vorhanben ift, fo giebt man ben Brechmeinftein (f. Str. 40); ift ein folcßer jugegen, fo giebt man bie Brech* murjel mie im ©allenfteber, ober mer bie nicht mill, ber nehme alle Biertel* jtunben einen <5fjlöffel voll Stlecrjmiebelhonig mit Sibifchthee fo lange, bis ®rbred;en erfolgt. Abführmittel paffen hier nicht, fte rauben bie Kräfte unb unterbrücfen ben *4uSttntrf. Sinb feine beftimmten Qlnjeichen für bag Brechmittel Vorhanben, fo gebe man bie Bulver Str. 41, melche hier ganj Vorjüglich mitten. 3m Ucbrigen Verhält man ftd; hier ganj fo, mie im ©allenficber. Behanblung beg nervöfen rheumat. Sieberg u. f. m. Stur einem Ijöchft Qlrjte mirb eg jumeilen gelingen, einen folgen «Rranfen aug ber grofjen ©efahr, in meldjer er hier fchmebt, ju retten, unb eg muh baher bie Behaublung eines folchen ßuftanbcS hier mit übergangen merben. «hört bag Sieber auf unb bleibt StheumatiSmug unb Jtatarrh barüber hinaus jurücf, fo mirb nach ben ®runbfä|cn mie bei bem fiebcrlofen 9iheu= matiömuS unb Jtatarrh angegeben, Verfahren. B. langivierig vetlniifcnbe fieber* § 63. Sbßedjfelfterer, teilte fieber. 3ebe Jtranfheit, mag fie einen 31 amen unb eine ©eftalt haben, meltye fte mode, fobalb fte einen SWen« fctyen nur für ben ßeitraum ton einigen Stunben befällt, bann gänjlid) Vers fchminbet, fo bafj von ihr faum eine Spur mehr jurücfbleibt, beftimmt unb regelmäßig aber in Jhtrjem unb ju berfelben Seit immer triebet aufs Sleue jurücffehrt, heißt alebann feltfamer QBeife immer ein SBechfelfiebcr, ofyncr« achtet eö fcineömegS burdjauö erforberlich ift, baß biefe fo mechfelnbe Jtranf« beit bloö auö einem Sieber beftebe ober auch nur mit fieberhaften 104 gen Verbunbcn fei. SCßirb ein 2)lenft j. 93. Von einem <S>d)IagfIufj plö|lit Befallen, erholt er fit in einigen ©tunben wieber, fo baf? er fit faft Vclfom« men wohl Befindet, f ehrt aber jeben britten Sag um biefelBe Seit bei QlnfaU jurücf, fo nennt man bieä aut ein SCÖectjfelfieBer, obgleit feine Spur eines SieBerS baBei ju entbccfen ift. Gin folctjer ßuftanb wirb bann freilit ein larvirtcS genannt; allein ber 9luSbrucf ift nitt paffcnber, benn ein fieber ohne fieber bleibt immer ein Unbing. ©iefe VamcnSerörterung ift nitt fo gleichgültig, wie fte wohl Manchem fdjeinen bürfte, wie bieS fton baS gegebene 93eifpiel mit bem ©chlagflufj beweift. ©enn hält man fit ftreng an bie Benennung unb ben 93egriff eines fo überfeinen felbft 9lcrjte leicht ben wahren @runb biefeS lebensgefährlichen ßuftanbeS unb be* hanbeln ben ©tlagffufj bann oft feiner gewöhnlichen Statur nach, unb ber Äranfe, ber leicht hätte gerettet werben fönnen, unterliegt bei ber britten Sßieberfehr beS vermeintlichen SicberS. ©er ®runb ju biefen uneigentlichen unb auf bie 93ehanblung biefeS franfhaften ßuftanbeS nicht ohne nachtheiligen Ginfluh gebliebenen 93enen« nungen liegt barin, bah man immer eine jwar häufige, aber burchauS nicht wefentliche äufjere Grfcheinung biefeS fo hotfl eigentümlichen ßuftan« beS, ber jeber «RranfheitSform ben Stempel einer regelmäfiig periobiften SBieberfehr aufbrüeft, nämlich baS mit £RecBt fo benannte Sßetfelfieber einjig unb allein im 9luge bieS für baS eigentliche Stßefen ber Jtranfl;eit hielt unb bie wahre ©runbbebingung beffelben unbeachtet lieh. ®t°n ber Um» ftanb, bah bie aHerVerfticbenftcn Jtranfhciten, Weite fonft ju ihrer 93efeiti« gung fo ganj verriebene Mittel erforbern, jebeSmal, wenn fte auf bie ange* gebene 9lrt periobift erfcheinen, nur burch <51?tna fönnen geheilt werben, unb bah beSwegen bie für fte fonft paffenben Viittel ftt alSbann gänjlicp unwirf« fam, ja oft fehr nachteilig erweifen, hätte öS bot fallen begreifet niaten, bah t?ier bftS Auftreten eines SieberS eine hotfl unwcfentlite ©ate ift, fon« bern hierbei ein not tieferer, aber allgemeiner ©runb Verborgen fein müffe. 4?ätte man bieS getan, man würbe fit nitt fo lange vergeblit ben Jtopf jerbroten haben, warum hier bie Glnna ein bem entjünbliten fo ganj ähnliteS fieber heilen fann, ba fte bot im Wahren GntjünbungSfieber Wie ein ®ift wirft; man würbe nitt fo Viel Vom Abwarten Vom unjeitigen Vertreiben beS SieberS, Von ber Sßafferfutt unb UnterleibSVer® härtungen, weite burt bie Gh'ua entftanben fein folltcn, Von ber ftrengften ftieberbiät unb Von mehr bergleiten hotfl Verberblitem Unftnn gefabelt ha« ben, hatte nitt immer ber Vegriff beS giebcrS in bem £irn ber s2lerjte ge» fpuft, unb hätten fte ben wahren ®runb aller biefer periobiften «ftranfheiten ba gefutt, wo er leitt gefunben werben fann, nämlit in einer franfhaften öleijenipfänglitfeit ber SQerven. ©af? baS grefte allgemeine SQatnrleben eben fo feine Vulfe hat als wie baS tierifte l'cben, unb bap bie allgemeinen groben Ölaturfräfte in einem 105 ftcten regelmäßigen SBogen hon Steigen unb gatten Begriffen ftnb, baS letjrt fcßon Sag unb £Radjt, Gbbe unb glutß, tägltdjeS Steigen unb gatten beS VarometerS unb aller eleftro=magnetifcßcn Verßältniffe. Gin gefunber «Kor= per entpßnbet biefen QBed)fel nie; wirb aber bie Otcijempfängließfeit feines VervenfpftemS im Allgemeinen ober nur in gewiffen Vejirfen franfßaft er- ßößt, fo geßen bann biefe mächtigen äußeren -ftaturbewegungen unb Scßwin- gungen nicfjt fpurloS an ißm Vorüber, fonbern eS treten bann Störungen in ben Verrichtungen bcS «Körpers ein, biefteß als Verfcßiebene «KranfßeitSformen äußern, aber nur fo lange Veftanb haben, als eine folcße Scßwingung auf ißrem ßocßilcn ober niebrigßen fünfte verweilt. SBarum biefer äußere SBecßfel balb in 24 (einmal, in anberen gälten aber jweimal), halb in 48, balb in 72 Stunben, ja in noch längerer Seit feinen Ginfluß geltenb macht, ift jwar bis je£t noch ein ©eßeimniß, boeß baS fteßt feft, baß bieS nur immer burch Vermittelung einer franfßaften Gmpßnblicßfeit ber Verven überhaupt gefeßeßen fönne. 9)1 an freßt beSßalB auch teoßl ein, baß eS ßier im Allgemeinen Weniger auf bie «KranfßeitSerfcßeinungen, welche ßier jum Vorfcßein fommen fönnen, anfomme, als auf ben franfßaften ßuflanb beS VervenlebenS felbft, benn wirb biefer befeitigt, fo feßwinben bann bie barauS ßervorgegangenen «Kranfs ßeiten von felbft. GS giebt, unb Viemanb wirb bieS leugnen, ein WaßreS SB e eß f el=gieber, eS giebt aber auch einen SB e eß f e l=<Kopffcßmerj, ein SBecßfel=VafenbIuten, eine SB e eß f e l =Gpilepfte u. f. w. u. f. w., bie woßl alle mit bem SBecßfelftes ber aus einem gemeinfcßaftlicßen Voben entfpringen, bie außer biefem aber felbft nicßtS mit einanber gemein ßaben, Weber baS SB e eß f e bgieber mit bem SB ecßfel=Scßlagßuß, noeß biefer etwas mit jenem, ob eS gleicßwoßl aueß gätte giebt, wo ju einem folcßen SB e cß f ehgieber aueß noeß anbere folcße SBecßfe!=Grfcßcinungen ßinjutreten fönnen. SBürben biefe AuSbrücfe fo im allgemeinen Sprachgebrauch aufgenom= men, wie eS mit anbern mobernen mebijinifeßen Vejeicßnungen (j. V. gaft= rifcß) ber gatt gewefen ift, fo würbe fttßer unenblicß viel ©uteS für bie leis benbe 2)?enfcßßeit barauS entfteßen, unb manche jeßt oft fo martervotte Seit würbe froß im ©enuß ber ©efunbßeit verlebt werben fönnen. 2)aburtß würbe eS nämlicß ber £aie allgemein wiffen, baß eS Scßmerjen, «Krämpfe u. bergl. giebt, von welcßen ju befreien, fobalb fte nur beftänbig ju ein unb berfelben Seit regelmäßig eintreten, eS bann aueß feßr leicht ift; er würbe bann ben Verlauf feiner Jtranfßeit forgfältiger beobaeßten unb fönnte feinem Arjt, ber ßierbei oft Monate lang im Sunfeln tappt, Von ber waßren Vefcßaffenßcit feiner Seihen felbft Auffcßluß geben. £eßßalb ßabe icß aber aueß biefen ©es genftanb umftänblicßer in Grwägung gejegen, als eS eigentlich ber Otaum ßier geftattet, benn eine nur furje Anbeutung würbe tßeilS unverftänblicß ge* blieben fein, tßeilS ßätte fte nießt ben Ginbrucf gemaeßt, ben icß ber SBicßtig* 106 feit unb Stüfjlichfeit beS ©egenftanbeS tragen herVorjubringen hiermit beab» ftdjitige. Doch jefct jur Betrachtung beS mit fo genannten SBechfel» fieberS. DaS Wahre SBed)fel = 8?ieber giebt fleh burdjt folgenbe Beichen Jti ernennen: fyroft, unb Schweiß, ju bestimmten Beiten wicberfehrenb, mit gewöhnlich barauf folgenbcm rothen, jiegelfarbigen Bobenfafce im Urin, bajivifchen Völlig fieberfreie Beit. - Der Berlauf eineö regelmäßigen falten alles fann in vier Qlbfchnitte geteilt tverben. 1) Die Borboten, bie jwar nicht immer vorhanben flnb, befielen in 2Hattigfcit, Schwere, Biehen unb {Heißen in bett ©liebem, ©atmen, (Smbßnblicbteit beS ©emüthS, Druct in ber «§erjgrube, gehörtem Qlwetit, befonberS aber etwas Vermehrter SBärme abwechfelnb mit Sröfteln, einem Jtaltwerbcn ber SQafentyihe, ftüße unb Ringer unb einem BlauWerben ber Slägel. 2) 5)er ?Vroft. Diefer ift im falten fieber feiner Dauer unb Stärfe nach ftch nicht immer gleich, «6er gewöhnlich boch immer heftiger als in ans bereu fiebern. Der Jtranfe jittert am ganjen Jtotper, baS ©eflcht fleht ein« gefallen aus, alle Jtleibcr tverben ihm ju weit, babei ift ein beftänbigeS <§ü« fteln, große Brocfenheit im QHunbe unb ein unauSlöfchlicher Dürft, ©ewöhns lieh bauert biefer nicht über | bis f, höchftenS eine ganje Stunbe, boch in feltencn fällen wohl auch 4, felbft 12 Stunben. Oft wirb ber ?rroft fo heftig, baß babei bie Bätme auSbrechen unb bie Äranfen in «Rrämbfe Vers fallen. 3) D i e i h e. SQach unb nach fängt ber $r oft an, ft d) ju minbern, unb eS verbreitet ftch allmälig eine allgemeine troefene 4?i£e über ben ganjen <R <§äußg (teilt ftch nun ein flopfenber Sdjmerj im «ftoipfe unb tvohl auch tvirfs lidje BerflanbSVerWirrung ein. Schmerjen in Senben unb fHücfen, Uebelfeit, Erbrechen unb s2lngft in ber <§erjgrube unb Dürft, ber aber leichter alö im ju füllen ift, flnb gewöhnliche ©rfdjctnungen. Die «§ifce bauert gewöhnlich 6 bis 10 Stunben. 4) ®nbe beö 5lnfallö. Stachbcm bie £i£e fleh nach unb nach Vers minbert hat, bricht ein allgemeiner Schweiß aufl, alle bie angeführten <5rs febeinungen laffen nach, bie «Rranfen Verfallen meiftenS in einen fanften Schlaf, tvährenb welchem auch ber Schweiß aufhört, unb erwachen jwar ers quieft unb ohne eigentliches fieber, boch gewöhnlich noch mit bem ©cfüljl einer großen SRattigfeit. Oft jugleich mit bem Schweiß ein ftarf brens nenber unb juefenber SQcffelauöfchlag hervor unb verfchwinbet auch mit bies fern wicber. 5luch entfloht nun jutvcilcn ein leichter Durchfall. Dlach Bos enbigung bcö Schweißes crfcheincn nicht feiten fleine Blüthdjen unb Blatters <hen an ber SQafe unb ben Sieben, bie ftch fbäterhin mit einer ©rinbborte bcbccfen. Der nun gclaffene Urin bekommt einen jiegelfarbenen 107 unb ift meßt fetten mit einem friffemben bcbecft. S)ie iDauer beg fäuerlicfy riecfycnben (ödjneeifjeä ift Von 2 big 3 Stunben. Dliid) überftanbenem S'icberanfalle ift jwar fein beutlir auögefyrocfyener franfßaftcr Buftanb Waßrjuncßmcn, allein eg fcßlt bod> bcm Giranten an Gßluft, er ßat einen (Sefdjmacf im SKunbe, friert bei bcr geringften Sßeranlaffung, mit bcr Seit wirb bie ©cjtcQtSfarbe blaß unb gelblicfy, «Römer unb ®eift ftnb ungemein reijbar, unb jebe XDlugfett-ilnftrcngung ermübet. Gr jcigt mitßin bag 23ilb einer allgemeinen Gntfräftung. liefen fo eben angegebenen Verlauf mactyt ein jebeg regelmäßige ®ecßs felßeber, mag eg ein eintägigeg, breitägigeö ober viertägigeg fein. Allein ing llnenbließe goßen bie vertriebenen -Slbweirungen, burd? welrffe biefer regelmäßige ©ang unterbroren wirb. S)ie ßierVon ftnb folgenbe brei, benn fte ßaben einen wefentliren Gänfluß auf bie SSeßanblung. 1) Gin Bivitterbing jwifren einem gewoßnliren Sieber unb einem res gelmäßigcn falten Sieber. 2) Steift bcm beutlir auggefprorenen falten Sieber fommen and) nor anbere ißm nid)t angeßörenbe ßeftige ®rfd?einungen mit jum Sßorfdjein. Gg giebt faum irgenb eine Jtranf(;eitgcrfd)einung, bie ftcQ nid;t mit bein SlnfaU eineg cinftellcn fann, ja meßrere biefer Bufälle ftnb fogar meßt fetten mit einer bringenben Scbcnggefaßr verbunben. IDieVorjüglirften ber= felbcn ftnb: feßr ftarfe SSerftanbegVerWirr ungen; außerorbentlicße SWattig« feit: ßeftiger erftiefenber duften; ©lutungcn feßr vertriebener Qlrt, SQafens bluten, -2ttutfpeien, feßr ftarfer SWonatgfluß, ©lutbreren; SlcrVenjufälle, Bucfungen, Starrframüf, Dßnmarten, bie oft außerorbentlir lange bauern fönnen, SSlafenframpf, waßre Gpilebßc, bie in bcr Jlegel mitbem Sieberfroft eintritt unb fo lange, wie biefer bauert, anßält; rußrartige Surrfälle ober ßcftigcg Grbreren; Seitenfteren unb anbere unerträglire Scßmerjen ftn *rs gtnb einem Sßeile; ein ungeßeurer, bu$ß nirtg ju ftillenber Srtveifb °ber ein immerfort bauernber Sroft, ober eine ungemein ftarfe -§iße mit ßeftigem unb 33eängftigung. @anj vorjüglir ift ßierßer aber ein friafc füdttiger Buftanb ju rernen, ber jebegmal mit bcm Sieberfroft eintrftt unb nirt feiten fron im jweiten Sieberanfall in waßren <Sriagfluy übergoßt, Wobunß feßr halb ein töblid;er Uluggang ßerbeigefüßrt wirb. 2)er Einfall foirer bögartigen Sieber bauert in bcr Dlegel feßr lange, woßl 10, ja felbft big ju 24 Stunben, unb enbigt ftr »'it einem ungemein ftarfen ftinfenben ©rn,eiße, in wcircm bie Traufen gleirfmn jerfließcn. £>urr bie Sänge bcr Qlnfälle vermifrt ßr oft ein Unfall mit bcm anbern, unb bag Sieber nimmt bann faßt bie ©eftalt eineg ßißigen an. Bnweilen ift aber aud) bie fieberfreie Beit augneßmenb rein unb beutlir, «nb bor bringt vieUeirt ber närfte Qlnfall Job. Sfieifteng geßören biefe Sieber jur Jtlaffe ber breitägi* gen, aber auoß woßl ju ben eintägigen. So wie ju einem Söcrfelßeber, Wie wir eben gefeßen ßaben, einjelne. 108 nidßt ju biefem fieber felbft gepörenbe nnb von einem befonbertn Selben ein« jelner Oebilbe auSgepenbe, frantpafte ßrfcpeinungen pinjutreten tonnen, eben fo fann eS fiep and) 8) mit allgemein frantpaften 3uftänbcn beS verbinben, nnb fo entfielt: a. 5)aS entjünblicpe 2ö ecpfelf i eher, trenn eS mit einem ent« jünblicpcn 3uftanbe beS SlutS in Serbinbung tritt. £)iefe Serbinbung fin« bet bei SBeitem päufiger fbatt, als man getvöb;nlicß glaubt. 3a, trenn ein Sßechfelficber, ba$ im fVrüpjapr begonnen pat, ber (Spina iriberftept, ober burep Sernacpläfftgung vcrfcpleppt trurbe, trenn fiep Sruftbetlemmung, Stuft« fteepen, 4?erjtlopfen einfteUt, befonbcrS bei jüngeren ffrauenjimmern, trenn bie SPeriobe auSgcblieben ift, fo fann man barauf rechnen, bafj bjicr ein jol« «per entjünblicper ßuftanb beS SBluteS obtralte, trenn gleich bie Äranfen ein pöcpft verfallenes unb entkräftetes Sleupere paben, unb fieper trirb unter [oh eben Umjtänben, auS gmrept vor einem Slberlajj, ber Sungenfucpt ber SSeg gebahnt. Seicpter ift freilich biefer entjünblicpe ßuftanb ju ernennen, trenn bie Jtranfen jung unb Vollblütig ftnb, trenn baS lieber im Söinter ober ju Slnfang bcS jum Sorfcpein tommt unb wenn im Slnfall pefti« ger Jtopffcpmerj, tvilbeS ober entjünblicpe Sruflbefcpivetbcn vor; panben ftnb. b. 2) a S rpeumatifcp = fatarrpalifcpe SB eepf elf ieb er; eS ent« fleht im fSrüpjapre bei unbeftänbiger SBitterung, trenn überhaupt geiröpn« lidje rpeumatifdp«fatarrpalifcpe fieber perrfchen. 2)er (traute ift alSbann auch in ber fieberfreien Seit nidjt Von ben Sefcptrerben beS JtatarrpS ober SRpeumatiSmuS verfepont. c. 2)aS nervöfe SBecpfelfieber. £icr treten bie Grfcpeinungen eines SterVenfieberS mit betten eines SBecpfelfieberS jufammen, unb felbjl in fieberfreier Seit verfdjtrinben bie nervöfen SufäUe nicht ganj. 2)affelbe ift auch ber ftaH d. bei bem fauligen SBechfelfieber, baS junt (Mlütf bei uns ju ben größten (Seltenheiten gehört. ®ei ungeheuer jerftiepenben schtreihen unb bei nicht ju ftillenben Slutflüffen im Üßechfelficbcr finbet geiröhnlich eine fol<he SSerbinbung beffelbcn mit einem fauligen ßuftanbeber safte ftatt. e. 3)aS gaflrtfche SBcchfelfieber. 3n ber iRcgel betrachtet man baS Sßecpfelfieber viel ju htäuftg als ein gaftrifcheS, man quält ben ar« men Jtranfen mit auflöfenben Bütteln, fchleppt baburch feine Jtranthcit un« nöthig in bie Sänge, macht ihn ju etrigen ölücffäUcn geneigt unb jerrüttet bie ganje ©cfunbheit bcS Körpers, iro nicht für immer, boch auf eine lange Seit hinaus. Sei jebetn SBechfelfieber ftcUcn fleh fafl immer gaftrifche @r« fcheinungen mit ein, fte verfchirinbcn jeboep fepr halb, fobalb man baS $ie« ber nicht auffommen läpt. Slur ba, iro nicht im SlnfaUe allein, fonbern auch in ber fieberfreien Seit ober fclbft fepon vor bem bcS 3'ieberS 109 tote Belchen eines gaßrifch-gaUigen ietoerö Vorlauben ftnto, hat man £Redjt, wenn man bann baS äßechfelßeber für ein gaftrifchel hält unb eS bemgemäß beljanbelt. 5)ie fieberfreie Beit jwifchen jwei Anfällen iftfieß nießt immer gleich, unb oljnerad)tet bieS auf ben eigentlichen ßfyarafter beS SietoerS wenig ober feinen ®influfj hat, fo pflegt man boch brei verfchiebene Arten beS SSechfelfieberS hiernach feftjufefcen: bie eintägigen, wo alle 24 «stunben ber Anfall ju* rüeffehrt, bie breitägigen, bie alle 48 Stunben einen Anfall machen, unb enblich bie viertägigen SBechfelfieber, wo baS Sieber erft nach brei* mal 24 Stunben jurücffefjrt, bat) er ftch jwifchen einem jeben neuen Ulnfall ftetö jwei ganj fieberfreie $age befinben. 33 o r h er f a g u n g. £>ie eintägigen unb breitägigen Sieber finb leichter ju heilen als bie viertägigen; benn biefe finb gewöhnlich mit anberen tief* Jtranfheiten beS Unterleibes verbunben. SrühlingSfieber (Vom Sebruar bis Buni) finb immer von geringerer Sebeutung als bie ber. - @eht ein Hßechfelfieber burch fehlerhafte 33ehanblung ober aus anbe* ren Urfachen in ein hifcigeS Sieber über, fo ift baS höchft bebenflich. Schlecht bchanbelte unb lang verfd>Ieppte SBechfelfieber erzeugen ©elbfucht, SBaffer* fucht, auSjehrenbe Jtranf feiten, fowie ber Seber unb SWilj (Sieberfuchen.) - Schwächlinge, fränfliche unb alte JCeute finb fd)wie* rig ju heilen. £efcteren fann namentlich ein ftarfer Sieberfroft fel;r gefähr* lieh werben. - 3e regelmäßiger ber Verlauf ift, befto beffer.- (sehr ftarfe unmäßig ftarfer «schweiß unb ganj vorzüglich feljr ftarfer Sroft finb übel unb felbft gefährlich. - 33effer ift eS, ber Anfall fommt fpäter, als wenn er vorrüeft. «§ält ber Anfall fo beftimmt feine Beit, baß man ihn faft auf bie Minute vorher beftimmen fann, fo ift bieS ein Beiden großer -fjart* näcfigfeit. - 33Ieibt ju ©nbe beS Anfalls ber «schweiß aus unb fehlt ber röthlidjW im Urin, fo finb üble SUachfranfheiten ju fürchten. - (Sin grinbiger AuSfchlag um Sftunb unb £>lafe beutet baS Ausbleiben beS Anfalles an. - Sinb, wie bieS oft ju gesehen pflegt, im Verlauf beS Sie* bcrS eiternbe ©efchwüre unb SontaneUe auSgetrocfnet, ift bie üJionatSperiobe auSgebliebcn, finb Siechten unb anbere Verfcßwunben unb fommen biefe bann wieber jum Sßorfchein, fo ift bieS ein Beteten, baß baS Stßechfelfieber halb aufhören wiU. - «schwangere Srauen erleiben oft eine Sehlgcburt, unb baS Sieber fann oft vor ber Slieberfunft nicht geheilt wer* ben. - 23ei günftiger Witterung ift eS leichter ju heilen als im entgegenge* festen Salle» Auch ift eS nicht ju leugnen, baß Sßechfelfieber oft einen fetjr günftigen (Sinfluß auf bie ©efunbheit gehabt haben. -Dian hat barauf Anfchwellun* gen innerer $hcUe unto ©efchwülfte verfchwinben fehen; (Spilepfie unb anbere ötervcnjufälle haben fleh barauf verloren; ©emüthSfranfe, SJtelancholifche finb baburch geheilt worben; fränfliche gJerfonen genießen banach auch hau* 110 fig einer bauernberen unb feßeren ©cfunbßcit; junge Senfe fangen an feßnel; ler ju warfen unb ftd; geiftig unb förperlid? vollfontmcncr ju entwiefel:u s2luS allem biefem folgt aber feineSwegS ber ©eßluß, baß ein SBccßfelßeber notßwenbig eine gewiffe von Einfällen maeßen muß, eße man eS ßeilen bürfe. sHucß wirb ein SBedßfelßeber bureß lange Dauer unb ®e* Woßnßeit leicht ßartnäcfig, fo baß cS bann faß auf feine Slrt nießr ju be* jwingen iß. Ur fad) en. Die ©umßfluft ift baö Waßre Element biefer Sieber, ba= ßcr ßnb fte bei ßeßenben ©ewäffern unb in fumßßgen, tief licgenben ©egenben einßeimifcß, fo wie naeß lange anßaltenben Ucberfcßwemmungen. ßumeilen entßcßen weit Verbreitete SBecßfelßeberfeueßen oßne alle bekannte Urfadjen, fte bleiben Saßre lang fortßerrfcßenb unb verfeßwinben bann, man weiß nießt wie. Der ju ßäußge ®enuß Von ferneren 2fteßlfveifen, Sifcßfoft unb (£ier= fpcifen tragen viel jur ©rjeugung eines folcßen SiebcrS bei. 3ß bureß biefe Umßänbe eine Einlage jum SBccßfelßeber einmal vorßanben, fo fönnen alle bie Urfacßen, bie ein anbereS Sieber erzeugen, aueß ein folcßcS jum SSorfcßein bringen; bie ßäußgßcn ftnb Ucberlabung beö SDtagcnS, Diätfeßler; fo erzeugt baS ©ffen Von ®urfen, Melonen, baS fcßneHe Drinfen naeß bem ©enuß von ©eßweineßeifeß bei geeigneter Suftbcfcßaffenßcit leicßt baS Söecßfelßeber; @r- fältungen befonberS wenn man ßcß leicßt befleibet ber $lbenbluft ßeftige ©emütßsbewcgung, Born, Slcrger, u. bgl. SScßanblung wäßrenb beS S ieb eranfalleS. Sunäeßß forge man, baß ben kranfen ber Sieberanfall nießt mit feßr angefülltem Klagen überrafeßt. Hßeiß man baßer ungefaßt Vorßcr, wenn ber fommen wirb, fo muß ber kraute furj Vorßer feine ßarte2)?aßljeitßaltcn, fclbft wenn er baju, wie nießt feiten, bureß einen ungewbßnlicß ftarfen 5lvßctit aufgefor; bert werben follte, befonberS aber feßr fette, feßwere, unverbauließe ©Reifen auf baS forgfältigße vermeiben. Dicßt vor bem Unfälle muß er fteß fclbft Vor ju vielem ®ctränf in s2lcßt neßmen. ©ben fo muß ber .Rranfe bei bevorfteßenbem SlnfaHe alle ®eifte3an= ftrengungen unterlaffen, bcfonberS aber nießt mit Slngft unb Seforgniß über feine ißn erwartenben Selben erfüllt fein, fonbern fließen fo viel alb möglicß fteß aufjußeitern unb ju jerftreucn. Daö ängftlecße Erwarten bcS Einfalls ift ja oft allein im ©taube ißn ßerVorjubringen unb baö Sieber einiger; maßen jur ©cwoßnßcit ju maeßen. 3n ber Dßat ßat man bei folcßen ®e; woßnßeitSßcbern bureß baö ©rregen einer feßr freubigen ©emütßöftim; mutig, ja fclbft babureß, baß man bie Ußren nacßftellte, bem Qlnfallc vor» gebeugt. Dritt ber Sr oft ein, fo ift bann wenig ju tßun. 9lur mußber Traufe biefen nießt außer bem abwarten wollen, fonbern fteß fogleicß nieber» legen unb fteß mäßig warm bebeefen. keineswegs barf man aber bureß fünftlicße 2)littelz SBärmflafeßen, {Reiben mit erwärmten Dücßern, feßwere 111 Scherbetten, flarf geßeijte Stuben tt. f. w. ben .ftranfcn ju erwärmen fucßen, fo feßnlicß et and; biefeS in ber {Regel verlangt. ®S ftnbet Biet nämlicß im* mer ein gefährlicher Bnbrang beS sBIuteö von ben äußeren Dßeilen nacß bem unb ber 23rnft ftatt, unb biefer würbe bann burcß alle biefe (5rwär= mungömittel notßwenbig nur nocß vermehrt werben, Woburcß bann BefonberS alte £eutc in große ©efaßr werben fönnten. QluS bcm nämlicßen @runbe muß man aucß im Sroft bcn .Rranfcn Von allen feft anliegenben .ftleibungSflücfen Befreien. Dem ftetö feßr ftarfen Dürft barf wegen ber un= nötßigen Belüftigung beS tagens ebenfalls nicht unBebingt nacßgegeben Werben, kleine Portionen grünen DßeeS, ober ein Qlufguß von Bomerans jenblättern ober Blütßen, ober mit etwas ßitronenfaft fönnen allenfalls lauwarm gereicht werben. Bei bem im Srofte ftch nicht feiten einfteUenben (Srbrccßen tjaBen biefe ©etränfe baS ®ute, baß fte baSs felbe feßr erleichtern. B3enn ber Sroft mit Vielem Äramßf verBunben ift, fo reiche man etwas Selterwaffer ober man löfe ein halbes Quentchen fohlens faureS Jtali in einer halben Xaffe BSaffer auf, gebe bieS unb gleich ßinters brein einen Eßlöffel von (Sitronenfaft ober @fftg. Dritt bie hiße ein, fo halte man ben Jtranfen etwas fühlet, jeboeß nur mäßig, um ben QluSbrudß beS Schweißes nicht ju verzögern, hier reiche man eine feßwaeße £imonabe ober bie Dränfe Vir. 5 ober Vir. 7. BefonberS Woßltßätig ift aber ßier ber Dranf Vir. 66. 3ft ber Jtoßf feßmer j wäßrenb ber hiße feßr bebeutenb, fo legt man einen falten Umfcßlag über bie Stirn, befteßenb auSBrob, gefloßenen Böacßs ßolberbeeren unb (Sfftg. ViicßtS mäßigt aber bie hiße unb ben Jtoßffcßmerj beffer als baS füßlenbe .ftlpßier Vir. 43 lauwarm gegeben. Snnerlicßer Brjs neien bebarf es ßier nicht. Den S eß weiß am @nbe beS 'Unfalls muß man gclinbe ju beförbern fueßen, er müßte benn feßon feßr heftig fein. 2)lan reießt bcSßalb warme Dßeeaufgüffe, wie im größte. 3fl ber Jlranfe feßr feßwaeß unb ber Scßweiß ju gering, fo fann man unter bie Dßeeaufgüffe etwas BJcin ober Vlaum ßin= jutßun. BSäßrenb beS ScßweißeS muß ber Jtranfe jcbcS lüften ber Betts beefe forgfältig vermeiben. ®r muß fieß baßer unnötßig meßt im Bette ßin unb ßer werfen, fonbern ßübfcß rußig liegen. Buf feinen Sali barf ber Jtranfe eßet baS Bett verlaffen, ober gar bie Böäfcße Wecßfeln, als bis biefer Scßweiß gänjlicß vorüber ift. 3e forgfältiger biefe {Regeln beobachtet wers ben, befto woßler wirb ftch flctS ber Äranfe in ber ßeberfreien ßeit beßnben, unb befto leiblicher ber näcßfte -2lnfaU fein, bie Bernacßläfftgung biefer Utes geln aber Unwoßlfein in ber fieberfreien ßeit unb verflärfte Unfälle jur golge ßaben. Bedangt ber Äranfe etwas ju fteß ju neßmen, fo reieße man ißm etwas Bvüße ober ®ut ift eS, wenn man naeß bem Scßweiß 112 2Bäfd)e unb betten wecßfeln unb ber Jtranfe ffcQ in ein anbereö ßitnmei be» geben fann. Bie größte £Reinlid)feit ift ju enißfeßlen. Sebocß ift biefeS alles nur bie 33eßanblung im Anfalle eines einfachen, regelmäßigen SBccßfelficbcrö; ba wo bie Jtranfßeit aber eine bösartigere ®e» ftalt annimmt, muß aucß ein wirffamereö SBerfaßren im s-2lnfaHe felbft ftatt» finben, waö jebodj immer nur auf bie Anorbnung eines woßl unterrichteten Firstes gcfcßcßen barf. Gö fann jwar in einzelnen 3'äHen burcß gewaltfame SUittel, welcßc man furj vor bem Gintritt beö QlnfatleS anwenbet, gelingen, baö Sieber oßne Slacßtßeil ju unterbrächen, allein bann waren cö in ber SRegel nur ganj leichte Sieber, bie man ohne große Scßwierigfeit auch 1° tvürbe geheilt ßa< ben, beim außerbem haben folcße SßerfudQe bie traurigften Solgen gehabt, unb eö fann bal;er vernünftigerweife ein f olcßeS SB erfaß reu nie gerecßtfer» tigt werben. SBeßanblung außer bem Anfall. SBor Adern muß man auf bie Veranlaffenben Urfachen beö SieberS feßen. Biefe flnb in ben meiften Süden: 1) Grfültung. Ber Jtranfe muß fteß in biefem Salle Vor jebemnaeß« tßciligcn Ginfluß ber Witterung, jeber fchneUen SBerünberung Von M5i£e unb «Rälte hüten unb befonberö ben Schweiß am Gnbe beö Anfadä auf baö forg* ältigft c abwarten, wonach bann oft allein baö SBecßfelfiebcr Verfcßwinbet. Sßortßeilßaft ift eö auch, wo lofale SBerßältniffe, fumßßge ©egenb, feuchte SBoßnung u. bgl. jur Grjeugung beö Söecßfelfieberö beitragen, eine S3erän» berung beö Aufenthalts Vorjuncßmen. 2) Gin leichter Biätfeßler. Sinb bie 3eicljen Vorhanben, baß bie Slatur nach oben wirfen will, fo gebe man ben ©reeßfaft Sir. 28. 3ft aber ber Brang nach unten jugegen, fo muß baö Abführmittel Sir. 62 ge« reicht werben. Sehr oft ift aber eine bloße Sllagenfcßwäcße baran S'cßulb, baß ber Jtranfe ftch immer ben Silagen verbirbt, bann wirb biefe burch bittere Mittel (ftehe Sir. 67) unb baö SBecßfelfieber jugleicß gehoben. 3) Gine fleine ® Scßrccf, Sßerbruß, Jtum« mer u. f. w. Silan fließt biefe ju entfernen, bagegen Weiterfeit beö ©emütßä ju erregen, unb wirb oft gauj allein babureß Sßecßfelßcber ßeilen. 4) Buweilen erregen ganj befonbere Urfachen SBecßfelfiebcr, bie halb leichter, halb feßwerer ju heben flnb, als SBürmer, unterbräche Sußfcßweiße, jurüefgetriebene Wautauöfcßläge, »enerifcßcö ©ift, Sßerftoßfungen ber Verfcßie» benen Gingewcibe bcS Unterleibes. Bie Sehanblung biefer meifl fel;r harts näcfigen Sode gehört für ben Arjt. Sft baö SBechfelßeber meßt rein, fonbern ßat e$ einen entjünblicßen ober nerböfen u. bergl. Gßarafter, fo muß biefer erft befeitigt werben, bevor man ßebervertreibenbe SJlittel giebt. Seßr oft wirb man aber baö Sieber ver« feßeueßen, fobalb man jenen befeitigt ßat. 113 1) DBepanblung beS entjünblicpen 333cd)feifiet>er8. Siegelin* feeren ®rabe eines folgen Siebers fommen in bet Oiegel «IS eintägige Srüp* lingSfieber jum Dßorfcpein. 4?ier genügt ein leicpteS entjünbungSwibrigeS DBerfapren, ftJftanjcnfoft, fäuerlicpe ©etränfe, füpleS DBerpalten, im DlnfaU etwas «Salpeter (ffclje Oir. 68) unb in bet fieberfreien ßeit Salmiaf (Dir. 26) unb bei Stuplverftopfung Santarinben (Dir. 22). Sarauf weicQt ein folcpeS Sieber oft fcpon allein, ober eS fann bann leidjt burcp ©pinafalj Vertrieben werben. Sinb aber feie ©rfcpeinungen heftiger Qlrt, fo muß ein Dlrjt ju gezogen werben. Saffelbe ift ber Sali bei 2) ben ner vöfen DBecpf elf iebern, benn pier ift ftetS ®efapr vor* panfeen. 3) Sie gaftrifcpen SBecftfelfieber. SBenn bie ßeidpen eines gaft* rifcpen BuftanbeS, wie fte oben angegeben Würben, vorpanben ftnb unb baS Sieber überhaupt nid)t fepr bösartiger Dlatur ift, fo fann ber DBrecpfaft Dir. 28 in ber fieberfreien Beit gereidpt werben, unb wenn man barauf ben Sal* miaf (Dir. 26) folgen läßt, baffelbe vollfommen peilen. Sffienn man bieS bei einem folcpen gaftrifdfen Buftanbe ju tpun unterläßt, unb gleid) bie (Spina giebt, fo wirb baS Sieber ftärfer, eS riieft immer mepr Vor, unb ber «Rranfe füplt fid? auep in ber Btoifcpenjeit elenb. DBirb nun bie (Spina auS= gefept unb ein gegeben, fo nimmt IHHeS balb eine anbere ©eftalt an, bie (Spina wirb alSbann treffticQ vertragen unb baS Sieber balb gepeilt. 3n bem DlnfaUe felbft verfäprt man jwar beim galligen ganj fo wie bei einem gewöhnlichen Döecpfelfteber, nur barf man hier baS (Srbrecpen nicht un* terbrücfen, fonbern eS muß eher burcp Warme@etränfe wie beim ©allenfieber beförbert werben. DBäprenb ber «§ipe giebt man bie Dluflpfung Von crenior tartari (fiepe Dir. 69). - Ueberftaupt ift aber hier ein folcher ßuftanb Wie ein ©allenfteber ju behanbeln unb eS muffen Paper, wenn bie fdjabpaften Stoffe noch nicht jur QluSIeerung gefepieft ftnb, biefe, wie eS oben beim ®al* lenfieber angegeben würbe, erft burch bie auflöfenben Mittel Dir. 41 unb 42 feaju gemacht werben. Buweilcn gefepiept eS, baß baSDBecpfelfteber ganj unregelmäßig verläuft, feine bcutlicpe fieberfreie Beit pat, an feine beftimmte Beit fiep binbet, mepr einem anhaltenben Sieber ähnlich fiept, unb baß ber übellaunige Jtranfe ein faft fcpwarjgalligeS DluSfcpen befonunt. 45ier gebe man ein DBrecpmittel, baS Sieber wirb barauf ein regelmäßigesDBecpfelficber unb bann leicpt mit (Spina befämpft werben fönnen. Socp hüte man fiep, mit ben gleich Sei ber «föanb ju fein, unb mit ben auflöfenben Mitteln ju lange fortjufapren, fonft läuft man ©efapr, fünftlicpe Unreinigfeiten ju erzeugen unb bie Äranfpeit unnötpig unb jum großen Dlatfjtpeil beS trauten in bie Sänge ju jiepen. ©elingt eS alfo nid)t, burep fo eine DBorfur baS Sieber balb ju befeitigen, ober ift überhaupt £cr Jpau«ar|t. 114 bie IHotßwenbigTelt jn einer foTdjen nießt feßr beutließ unb bringend Vorßan« ben, fo geße man bann nur gleieß ju bem ©ebraueß ber ©ßina über, unb ein glüefHeber rafeßer Srfolg wirb bann feiten feßlen. Von ber 2lnwenbung ber ©ßina. SrüßjaßrS«V3ceßfelfteber he» bürfen, wie gefagt, nur äußerft feiten ju it)rer Teilung ber ja ba biefe Sieber meiftenS einen entjünblicßen (Sfjaractcr baten, fo würbe fte als ein fo fräftigeS ©tärfungSmittel nur ben entjünblicßen Buftanb vermeßren unb großen ©cßaben ftiften. - VJccßfelßeber, welche auS Verftopfungen ber UnterleibS-tSingcweibe entfielen, follen jwar and) ben ©ebraueß ber ©ßina verbieten, allein flnb feßon vorangegangenc VJccßfelßeber bie Urfacße biefer UnterleibSfranfßeiten, fo vertragen fte nießt allein bie ©ßina feßr gut, fon« bem biefe ift bann burcßauS'ju ißrer Teilung erforberlicß, beim bei ißrem regelmäßigen ©ebraueß Verfcßwinbet Sieber unb Verftopfung jugleicß. SllleS baS, waö man von bem ju fräßen Vertreiben bcS Sieberö gefagt, unb allebie böfen Solgcn, bie man bem ©ebraueß ber ©ßina angebidjitet ßat, berußen einjig unb allein mit ßöcßft feltenen QluSnaßmen barauf, baß man bie ©ßina nießt fräftig unb anßaltenb genug gegeben ßat. 3 eß bin nteßr benn einmal fo glücfließ gewefen, in ben verjweifeltßcn Süden ber VSafferfucßt, ber ©elb« fud)t unb anberer 9lad;franfßeiten bcS 2ßed)felßeberS, biefe bureß einen fräf» tigen ©ebraueß ber ©ßina fcßneU unb grünblicß ju ßcilen. 3cß erwäßne je« boeß bieS nur beSßalb, bamit man nietet, befangen in veraltetem Vorurtßeile, fteß abßalten läßt, ju biefem fegcnSreicßen Mittel feine ßuflucßt ju neßmen, unb befonberS bei <§erbft«2ßecßfelßcbern fteß ja nießt lange mit Vorfuren aufßält, fonbern rafcß unb entfdjieben naeß ber ©ßina greife. 9iur bann, wenn bie Beießen eines entjünblicßen ©allenßeberS (fieße pag. 95) jttgegen ftnb, wenn ein S)rud mit ber «fpanb auf ben Unterleib fcßnierjßaftc ©mpftn« bungen erregt, unb ber Urin fiammenb unb oßne Vobenfaß ift, ober aueß wenn ©teeßen, ©eßmerj unb Veflemmung auf ber Vruft waßrgenommen wirb, ba barf von biefem Mittel aUerbingS nießt bie Ulcbe fein. 3ft bieS aber nießt ber Sali, fo bürfen wir unS bureß feine belegte Bunge, Qlufftoßen, Uebclfeit, befonberS im abßalten laffen, baS Sieber bureß (Jßina ju betämpfen. VJcnn baS Sieber freiließ erft furje Seit gebauert unb erft einige Einfälle gemaeßt ßat, alSbann ift eS gut, ein Vrcdjmittel Voran ju feßitfen, Vorjüglicß wenn ber Jtranfc babei über Mangel an Appetit, ©eßwere in ben ©liebem, Jtopffeßmerjen, Ucbelfcit u. f. w. flagt. JDaS Vrecßmittel giebt man alSbann gleieß naeß bem Unfall unb reießt gleieß ben Sag barauf bie Gßina. 4?at baS Sieber aber feßon V3ocßen unb Monate gebauert, unb ßat ber Jtrante ©ßluft, fo gebe man bie ©ßina oßne alle Vorbereitung. £>ieetwa Vorßanbenen fogenannten gaftrifeßen ©rfeßeinungen werben fteß bann feßon Von felbft verlieren. Oft ftnb aber beftänbige JDiätfeßler feßitlb, baß fteß ber Stagen nießt reinigen will, bann liegt eS nießt an bem QJlittel, fonbern lebig« ließ an bem Jtranfen felber, baß bie Sßina nießt vertragen wirb. 115 SBir in neuerer Gt;inafalje (baS fcßwefelfaure unb faljfaure Glßum), reelle man mit Sicherheit unb ohne Beläßigung beS tagens felbß ba geben barf, wo fonß ber ©ebraueß ber Gbinarinbe nicht juläfßg gewefen märe. 2luch erjeugen biefe Salje nie jene unangenehmen Bcbcnjufälle, £}art= näcfige Berßopfung, ober Durchfall, ober (Srbrechcn, welche bei ber Qlnwen» bung ber Gbinarinbe fo oft bie Jtur ßören. Btan giebt baS fcßwefelfaure Chinin (f. Br. 70) gleich, fobalb ftd) ber Scßweiß nach beenbigtem Slnfalle allgemein eingestellt ßat, unb $war beim eintägigen Sieber alle 2 Stunben, unb bei bem brei» ober viertägigen Sieber alle 3 ober 4 Stunben einen (Sßlößcl Voll. 3n biefer Slrt wirb regelmäßig fortgefahren bis ber Sieber» anfall auSbleibt, trag gewöhnlich feßon ber näcßße tßut, wenn man bis ba» hin bie eine Portion beS Mittels Verjeßrt ßat. hierauf nimmt ber Jtranfe 2 Sage 4mal, bann 2 Dage 3mal unb enblicß 3 Dage 2 mal einen (S ß= löffel voll baVon. 3ule|t gießt man noch 3 bis 4 Sßocßen hinter einanber jebeSmal an bem Dage, tro ber Sieberanfall auSgebliebcn iß, 2 (Sßlößel voll von ber SWijßur. Da bicfeS Mittel, ohne nachtheilige Solgen ju hinterlaßen, baS Sieber in ben aUermciften Sällen fcßneU unb ftcher vertreibt, fo hätte man Unrecht, wollte man erft mit anberen ßebervertreibenben Mitteln einen Berfucß ma= eßen, beim alle übrigen laßen fel)r häußg im Stich, troburch bann bie Jtranf» ßeit unnöthigertreife verlängert würbe. Doch hat man liegen beS ßohen BrcifcS beS GßininS vielfache @rfa|mittel in Slnwenbung gejogen, vonbenen baS beße unßreitig bie (entßaltenb cin®emcngc von 6tßs nin unb ßineßonin), bie fogenannten S'iebertroyfen ßnb. Sütan giebt bic= Selben viermal täglich bis ju einem Dßcelößel Voll. Bei Drinfern ßat ß<ß ber gebrannte Jtaßce beßer als baS Sßinin be= wäßrt. 9Jian focht £otß Jtaßee mit 7 Sotß SBaßcr biö jur Hälfte ein unb fefet bann brei £oth frifchauSgchreßten ßitronenfaft lßn5u- an ben guten Dagen beS borgens nüchtern getrunfen. 2lucß baS Ouafßa» holj (ftelje £Qr. 71) eignet fleh für folche Sieberfranfc oft beßer als baS Bei äußerft hartnäefigen Viertägigen SlBecQfclftebern giebt eS fein herrli» cßereS Mittel als bie Bißen 9lr. 72. Diät im SB ecßfelfieb er. Dicfe muß ßärfenb unb ernäbrenb fein. 45at ber Jtranfe Slwetit, fo laße man ißn benfelbcn befriebtgen (Sin Unßnn iß eS, einem Jfranfen ßärfenbe x'lrjneien ju reichen unb ißn babei ju magerer «Roß ju verbammen. Daö iß ein gewöhnlicher ®runb, trarum ber Jtranfe fein Sieber nicht Io§ werben fann, unb bei ber geringßcn Beranlaßung einen ÖliicffaH erleibet. Bur in feltenen S'ällen eines entjünblicßen ßußanbeS ver® biete man ißm ben ®enuß beS SleifcheS, für gewöhnlich aber reiche man ihm Sleifcßbrühen, Sleifchfpeifen, gutes fräftigeS -Bier, SBein u. borgt. Bor Uc» bealabung beS SftagenS unb Vor bem ®enuß unverbaulicher Steifen muß er 116 ftd) aber feßr ßüten, beim baburcß wirb bie Wirfung ber Arjnei Vereitelt unb baS Sieber äußerft ßartnäcfig gemacht. ©erboten ift fettes, fcßwereS ©acf- werf, frifcßeS ©rob, Sifeße, Ärebfe, Scßwcinefleifcß, falter Jtälberbraten, ■Dlilcß, (Sier, bläßenbeS ©emüfe unb baS roße Dbft. ©oeß ßat man aueß feßr ßartnäcfige Sieber bureß ben ©enuß ber Weintrauben gehoben. Aueß fom= men nißt feiten Sätte Vor, wo ber Äranfe eine große Seßnfucßt naeß irgenb einer oft ßöcßft unpaffenben Speife ßat, unb man faß alSbann baS fieber nießt eßer weißen, als bis biefeS ©erlangen befriedigt würbe, weSßalb man auß unter folßcn Umftänben ißm biefeS geftatten muß. ©ie übrige SebenSorbnung ift ßier fo wie bei jebem anbern fieber. Oleine warme Suft ift ein 'öauptbebingniß; bie «§autau3bünftung muß forg= faltig gepflegt nnb mäßig befördert werben; Bewegung bei günftiger Witte= rung im freien ift feßr juträglicb, jeboß barf fie nießt big jur (Srmübung fortgefeßt werben, ©er Von Kummer unb Sorgen feßwer barnieber ©ebeugte wirb mit feinem fieber länger ju fämpfen ßaben, als ein frößliß ©eftimmter, beSßalb ßänge man trüben ©ebanfen nießt naß, fonbern fließe fieß fo viel als möglicß aufjußeitern. ©ie 01 ü cffälle b eS ®eßfelfi eberS juVermeiben. OlüctfäUe finb bei biefen Siebern etwas feßr ©ewößnlißcS, unb oft ift eS weit leißter, für ben Augcnblicf ben Anfall ju befeitigen, als ben OtücffaH ju verßinbern. Sinb bie WitterungSverßältniffe ber ©ntfteßung eines falten Siebers feßr günftig, fo ift man bis ju ©nbe ber brüten Woße niemals Vor einem Olücf- fall gefießert, unb er broßet bann immer an ben ©agen, an weleßen, Wenn baS Sieber noß fortbauerte, ein Anfall ftattgefunben ßätte. Außerbem ift ein Olücf fall flctS ju füreßten, wenn ber Jtranfe fuß feßr matt füßlt, wenn ber Sßlaf ißn nießt ftärft, wenn baS AuSfeßen fränfliß bleibt, wenn ber Appetit nießt jurücffeßrt unb <Sfel unb -Abneigung vor ben Speifen jugegen ift, unb beim weiblißen ©efcßlecßt jur Seit, wo bie WlonatSperiobe eintreten foll, ober wo fie im Sluß ift. Um einen Olücffall ju Verßüten, muß man Vor jeher (Srfältung fuß auf baS Sorgfältigste in Aßt neßmen; am gcfäßrließften ift in biefer Sejießung Sugluft, Ulbenbluft, bie Oläße beS WafferS (ja oft ift feßon ein ©ang über bie ®rücfe eines SluffeS ßinreicßenb, baS Sieber wieber ju erweefen), frifeß gewafeßene Simmer, falte frifeße Wäfcße, ©ureßnäffung ber Kleiber, S'lufh bäber u. f. w. Oläeßft biefem erforbert bie ©iät bie ftrengfte 39erücffießtigung unb nießt ängftlicß genug fann man alle biejenigen OlaßrungSmittel meiben, welcße erben feßon als feßäblicß beim Weeßfelfieber angefiißrt würben. 5llußer biefem fann 2llleS, waS ben .Körper fcßwäeßt, bie Sßeranlaffung ju einem Oliieffall werben, baßin geßört namentlicß ber SBeifcßlaf, Ißurgirmittel, übermäßige sllnftrengung, Mangel an geßbriger Olaßrung unb enblicß aueß noeß ®e=> mütßSbewegungcn aller Art. UebrigenS entließen Olücffälle allerbingS um 117 fo leichter, je länger baS Sieber gebauert l;at, je ftärfere QlnfäUe eS gemacht unb je hartnäcfiger eS ftef; bei ber Teilung beiriefen hat 2)ie Olücffällc werben wie baS erfte Sieber behanbelt, nur trenn nach bent erften Sieber ber s2lp:petit auSblieb, biefer ftcQ aber irätyrenb beS fftüiffallS tricber einftellt, fo unterbrüefe inan biefen bann nicQt fogleid?. 2)afj man bei jebem iHücffalle, fo trie beim ursprünglichen Sieber, auf bie veranlaffenben Urfachen (Ueberlabung beS tagens, ©rfältung u. f. tr.) OlücfftcQt nehmen muß, verfielt fleh Von felbft. Um biefen £Rücffällen vorjubeugen, hat ber 'Dteerrettigfaft oft fehr gute ®ienfte gelciftet. ®r wirb folgenbermafien gebraucht. !£>ie erirachfencn äöicbergenefenen trinten täglich 3 bis 4 mal ein fleineS voll ton einem fogenannten 2Ueerrcttigtrein (3bis4 Obertaffen voll von frifch 9es riebenem SReerrettig mit einer Slafche gutem (Hothtrein aufgefe|t) unb fahren bamit mehrere Hßochen fort. 3n ber fpätern ßcit wirb biefer 2)iifd}ung noch ein £oth $omeranjenfchale jugefefct 2luf biefe SBeife gelang eS in ber Siegel bie Olücffälle gänjlich ju verhüten, unb trenn ja noch ein neuer Einfall eins trat, fo trar er ftetS gclinber unb fürjer, bejtanb gewöhnlich bloS in einer Neigung juni Schlafen ohne fonberliche SiebetsGrfcheinun» gen unb lehrte unter bemSortgebrauche beS Mittels haftens nur noch einmal irieber. 3n biefen Sällcn würbe bann ber ©ebrauch beS Mittels länger als gewöhnlich iPehanblung ber Utad) franfheiten beS 2B ech felfieber S. *£)afj biefe nicht bie Solge eines ju frühen Vertreibens beS SieberS burch bie Ghina finb, fonbern bap fte im ©egentheil gewöhnlich nur bann jum 23or* fehein fommen, Wenn man biefe nicfyt in ber gehörigen 2)?enge unb anhaltenb genug gegeben hat, ift Bereits erwähnt worben. Gntftanb jeboch baS 2Bechs felfieber auS ganj eigentümlichen Urfachen, j. 23. jurüctgetricbenen «foauts auSfchlägen, ober tritt, wie eS nicht feiten gefchieht, bie Sungenfucht unter ber 2)iaSfe eines SßechfelfiebcrS auf, fo wirb ber ©ebrauch ber Ghina im Sieber felbft, noch in ben Stachtrautheiten von Stufen fein, bevor biefe Urfachen nicht befeitigt würben. -Dian hat alfo bei allen jenen Stachfranfs heiten, bei ber QlnfchweUung ber UnterleibSeingeweibe, ber ©elbfucht, ber Sßafferfucht, ber Qlbjehrung, Gntträftnng u. f. w. vor allen Gingen junächfi barauf ju fehen, ob irgenb eine foldje verborgene Urfache hier Vorhanben ift, bie freilich ein erfahrener -llrjt am beften aufjufinben unb ju befeitigen ver= flehen wirb, benn bevor bieS nicht gefchieht, ift an feine Teilung ju benfen. S'inbet fein folger verwicfelter ßiiftanb flatt, fo ift bei ben verfchicbe.ten Statlvanfheitcn SolgenbeS baS befte Verfahren bagegett. 1) 2)ie23ergröfjerungber2)lilii, welche man auS bem ©efiihl beS SDrucfeS unb ber Schwere in ber linfen aufgetriebenen Seite beS Unters IcibeS beS blafj, gelblid) unb überhaupt fränflich auSfehenben Traufen er» fennen fann, wirb burch ben Sortgebrauch beS 6(;htinS (Ü>tr. 70), viermal 118 täglich einen Gßlößel Voll, ßdfer gehoben. Sinb noch ßeidjen ton Unreinig» feiten in ben erßen sIßcgen Vorlauben, fo gebe man außer bem Ghinin noch breimal täglich eine SJaße Duecfentranf mit einer flehten 2Jleßerfpi|e Sal- nriaf. 4?at her Jtranfe bie Beiden eines fcorbutifchen BußanbeS, fo gebe man if)m immer nebß bem (Sfyinin täglich breimal eine ©aße Jtalmuöwuijel* tßcc mit 20 tropfen ber fauren aromatischen üinftur. Sn bie franfe Seite Wirb täglich jweimal bie flüchtige Salbe eingerieben. 2) £cber V erßop f ung. 4?ier iß bei einem gclbfüdßigen 2luSfehcn beS «Rranfen Spannung unb Schwere in ber rechten Seite, juwcilen auch in ber vorhanben, bie linfe Seitenlage ift bem Jtranfen läßig, ber «Roth weißlid;, ber -fjarn tief gelb gefärbt. 4?ier muß man mit bem Ghinin feßon vorßdßiger fein, unb fobalb cS nicht befommt, fo laffe man eS ganj Weg. 4?ier unb befonberS bei einer beginnenden ©elbfucht gebe man täglich breimal eine ©aße Voll ©ittcrflee=2lbfod?ung (2 Quentchen auf 3 ©aßen) mit einem fleinen SJfjcelöffel voll ©itterfalj. ©roßt aber ein Oiücffall, fo gebe man bie ©iebijin SQr. 73. - ©ie Ginreibung ©r. 74 ift tßcr immer fchr Wohltätig. 3) ©ie angef d}wollenen Süße, welche häußg nach einem SßechfeU ßcber entßehcn, verfdßrinben, Wenn babei ber Urin flar unb in hinlänglicher Stenge abgefonbert Wirb, burch eine gehörige Umwicfclung mit einer 33inbe unb burch ßärfenbe <Roß. 2lud; bient baS {Reiben ber Schenfel unb Süße mit Slnnell unb baS {Räuchern berfelben mit Sßadfholberbeeren. ©erminbert ßch aber ber Urin ober hat er einen fehr ßarfc-n ©obenfafc, fo muß man baS Umwicfeln ber Süße mit ber ©inbe unterlaßen. SluSnchmcnb gute ©ienße leißet alSbann baS Satwerg 9lr. 75. 4) Gntßeßt nach einem QBechfelßeber bie ® i ch t, bann iß Ghinin (©r. 70) baS Vorjüglichße ©Uttel. ©och in einigen Süllen war bieS Salj nicht bienlid), bann nüfeten bie ©ropfen 9lr. 76. 5) ©leibt SRagenßhwäche unb Qlppetitloßgfcit lange nach bem SSedßeU ßcber jurücf, fo man alle ©lebijin bei Seite, mache ßch ©ewegung ju Suß unb ju ©ferbe, laße Sorgen unb geißige 2lnßrcngungen fahren unb trinfe feßwarjen Gaßec mit etwas Sngwer ober ©anille. 3ß baS Uebcl aber ßartnäcfig, bann ßnb bie ©ulver 9lr. 77 feßr bicnlid); auch wirft bann ein falter 2lufguß auf Glßna (IRr. 78) ganj vortreßlicß. ©leibt eine große Schwäche länger als gewöhnlich jurücf, befommt bie Jtranfc ein blcichfüdßigeS-llnfehen unb fomrnt baSSHonatliche jurn ©orfchein, fo giebt man bie sJlr. 79. Scboch müßen feine 2lnfchwellungcn im Unterleibe babei jugegen fein. ©on ben bösartigen un b larVirtcn Söedffclficbern. ©öS= artige ©Jcdß'elßcbcr nennt man folcße, wo ßch entweber ju bem ''Unfall eines gewöhnlid;en folcßen SicberS nod; anbere unb jwar bie bereits oben ange= führten lebensgefährlichen Grfd;einungcn Ißn3u ßefetlcn, ober wo berglcichen 119 baS £eben bebrotyenbe 3»ftünbe ohne irgenb eine Spur eines Paßet vorbani betten JJie&erö fit für eine verhältnismäßig furje tTauer einfinbeu, bann oljne bebeutcnbeS Unwohlfein ju hinterlaffen verftwinben, uni jebot in einer beflimmten 3cit fiel; wicber regelmäßig eiujufteüen. STiefe baS £ebcn immer fton infefyr furjer Beit (oft fton im jmciten ober britten 3lnfalle) rauben* ben Bufäße mürben t;icr einer näheren SSctracptung unterworfen werben; nur ber gebiegene 9lrjt vermag fte rießtig ju beurteilen unb mit Slücf ju befämpfen. Hlur baS fann hier als eine äufjerff Wichtige Hiegel gelten, baß fobalb ein Qlnfall einer ferneren <Rranfl;eit fit unerwartet ftnell wieber verliert, man alSbann immer beforgt fein müffc, baff bicS ber -Unfall eines bösartigen SCBetfelfieberS gewefen fei, unb baff man, ot;ne beffen jweite öiücffehr-abjuwarten, eiligft 4?ülfe fute, wenn aut fteinbar fton jebe ®e- fahr verftwunben wäre. 33eim Stlugfluß 3« finbet häufig ein fol= tcS Sßerfyältnifj ftatt. 3lßcr außer biefen fo t;ötfi bebrohlitcn®ctfel=®rfteiniingcn gießt eS, wie wir oßen fton erwähnt ljaßen, eine Stetige anberer 311m Shell wol;l äus fjerfl peinigenber, babei aber boeß gefatyrlofer Söetfelbeftwerben, bie jeber £aie mit einigen Saßen beb ftwefelfauren ßßininS (f. Hir. 70) leitt unb grünblit wirb befeitigen fönnen. -Klag bie 33eftwerbe einen Flamen cbdicu Seftalt hüben, wette fte nur immer wolle, fobalb fte nur immer täglit ober einen Sag um ben anbern u. f. w. jur beflimmten Beit fit einflellt, unb in ben freien Stunbcn jebe Spur von il;r VerftWinbet, fo wirb fte in ber Hiegel burt fein anbercS Mittel als burt bie 6l;ina, burt biefe aber ftnell unb fiter geheilt. 3lm fmiifigften ftnb eS HlerVenftmcrjen, befonberS aber Jtopfs unb B'if?nftmerjen, weite biefen SBctfeltarafter an fit tra= gen; aber notmals erwähne it eS, aut entjünblite Bnfäüe, 3. 33. Qlugen= (Sntjünbungen ober Q3lut= unb Stleimflüffe, j. 33. aus ber «f?arnrö1)re u. f. w. u. f. w. fönnen einen feiten Wetfelnben Verlauf unb gen bann aut immer bie 6l;inamittel 311 itjrer 33efeitigung. § 64. Stieitenöe $teb;r, 3ebrftcber,befttfd)e fieber. ®iefe ftlcitcnbcn fieber ljaben baS (£igerttl)ümlite, bafj il;r SSerlauf äufjerft langwierig ift, fo bafj fte Monate, ja fclßft Sabre lang fortbeffet;en fönnen. Sic beginnen in ber Hiegel fo allmälig, baß man fte im QInfange fef)r leitt überfeben fann. 3tjr Sßerlauf unb bie fte bcgleitcnben Srfteinungcn binben fit burtuuS an feine beftimmte Drbnung, 31t gewiffen Beiten wirb eSbeffcr, 311 anbern ftlimmcr. triefe 33eränberungen bangen mciftenS Von ber 3Bit: tcrung unb ber ßebenSart beS Jtranfen ab. 33ci troefnem unb juglcit *oars mem 3Better wirb baS fieber faft immer beffer; vcrftlimmert ftt hingegen bei feuttcr, naffer unb faltcr Suft. 3llleS was ben Jtranfen ftwaeßt, batjer Säftc=3luSlccrungcn, 3untal ein SamcnVerlufl, ftarfe förpertite gung, niebcrbrücfenbc ®cmüt(;Sbcwcgungcn, llcberlabung ber tPiagcnS u. f. W. bewirfen ißcrftliinnierung, bot entfielt biefe aut juwcilcn ol;nc alle be* 120 mcrfbare Urfodjcn. S)ie gewöhnlichen allgemeinen Sieber ©rfebeinungen, wie j. 33. >§i§e, u. f. w. treten immer nur fehr gelinbe auf, fo bafj ber Traufe anfänglich wohl noch feinen ©efebäften nachgehen fann, allein fel;r halb nimmt eine grofje ©ntfräftung überhanb, woju fich noch eine aufs fallcnbe Abmagerung gefeilt. @anj fieberfrei ift babei ber Jtranfe nie, benn wenn auch bie einjelnen Siebererfchcinungen ju beftimmten beut« lieber herbortreten unb bann wieber berfchwinbcn, fo bleibt boch ber $ulS be« ftänbig gcreijt unb fcbnell. ©epen bie Sieber nicht in ©cnefung über, fo er« folgt ber $ob burd) eine allgemeine Auflöfung be§ Jtörperb burch Durchfall, (Schweif) u. bgl. So mannigfaltig auch bie Erfaßen ftnb, burch welche ein fcbleicbcnbcn Sieber erzeugt werben fann, fo verfallen biefe nur immer in jwei grofje all« gemeine klaffen, worauf bann auch ein boppelter unb höcbft Vertriebener, ja felbft ganj (5f>arafter berfelbcn begrünbet ift, welcher frei« lieb burch bie äufjeren ©rfebeinungen ftcb nur wenig unterfebeibet, weshalb benn auch bie ©rfenntniß ber llrfacpen hier ju einer 33ehanb* lung nicht entbehrt werben fann. S)ie ©runbbebingung biefer fcbleicbcnbcn Sieber befteht entweber in böcbfter nerböfer ober allgemeiner (Sntfräftung unb erhöhter üteijenipfänglicbfcit bcS J?or£er£, ober in einer fcbleicbcn« ben ©ntjünbung ber innern «§aut beä Acagenö unb ber bünnen Tärme unb in einem cntjünblicp geregten ßuftanbe beS 33lutcö unb ber Serben. ©ie er ft e JUaffe entfielt auö allgemeiner Schwäche unb erzeugt: § 65. 1) etfletiflidje fdrtetd)ent>e Stervcnfk'bcr. 2)iefe3 »erhält fich fo ju ben übrigen Arten ber fcbleithenbcn Sieber, Wie ba8 echte hit*iSc 3terbenficber ju fy?m UnterleibSs^hVh unb wie baS Sßecbfel« fieber ju ben anberen Sieberarten. Auch fleht biefeö Sieber in bieler 33e» jiehung bem ÜBecbfelficber fehr nahe, wie j. 33., bafj e£ feine Anfälle gleich einem 3Becbfe(fieber in ben Srühftunben macht, ba ba§ ©egcntheil fowohl bei ben anbern beißen alö auch fcbleicbcnbcn Siebern flattfinbct. Ueberhaupt unterfebeibet ftcb baö fcbleicbenbe Sieber ganj wefentlicb burch SolgenbeS: © cß l c i eß e n b e S erben fieber. 1) (FS ift fein örtlicßeS Reiben ei= neS inneren (Singeiveibeö babei bemerf bar. 2) Der Jtranfe befinbet fteß nücß= tern am unmoßlfien unb füßlt freß naeß ber SRaßljeit geftärfter. 3) DaS Sieber erfeßeint beS 2Jior= genS. 4) 2lußer bem Sieber ift ber QSufS «ft langfamer als bei ©efunben. 21 obere abjeßrenbe Sieber. 1) (FS ftnb immer meßr ober roe« niger beutlidQe Bcicßcn eines örtlichen inneren £eibenS baßci borßanben. 2) Der Jtranfe befinbet fteß bcS borgens am naeß bem (Sffen berfeßlimmert fteß fein Buftanb. 3) DaS Sieber erfeßeint in bett 'Kßenbftunben. 4) Der $u(S ift immer fcßoell unb gereijt. 121 Sie «Rranfheit Beginnt nach unb nach mit SRübigfcit, Abgefchlagenheit ber ©lieber unb Schmerjen in ben ßenben; babciflagt ber Jtranfe ftetS mehr über Sroßigfeit unb Jtälte, als über £i£e. Dft, trenn bic >§anbtellcr brens neu, ftnb bic Süße falt, ober bei falten Süßen brennt ber Jtopf. SDlan bes merft bie größte fReijbarfeit beS ©emüthS unb eine blöfjliche Olöttye überfliegt baS bei ber geringften SSeranlaffung, eben fo fchnell erblaffen bie .Rranfen unb erfdjrccfcn vor jeher «Rieinigfeit; bie Stimme ifl fdfirach jih ternb, babei meinen fte ganj untviUfürlicß, ihre £aune ifl veränberlich unb muthloS. ©ctvöhnlich ifl bie 45aut troefen, ober öS erfeßeis neu nur flüchtige Schmeiße. Siefer ßuftanb steift ftdf oft wochenlang hin, ohne baß ber «Rranfc babei bettlägerig mirb. Gnblidf aber nimmt bie Gnts fräftung immer mehr überlfanb, bie .Rranfen vermögen faum ftch ju beire= gen, felbft baS Sprechen fällt ihnen fchircr, unb nun entfielen SurdffäUc, ober treißer S'luß, «gämorrboiben, fiebrige Schweiße u. f. m. unb jirar in foldfem Uebermaß, baß ber Sfob halb barauf folgt, trenn biefen nicfyt burdf bie Jtunft €5int;alt getlfan irirb. Urfachen. AHeS was bireft auf bie Sterben eintrirft unb AUeS tvaS bie ©rnäßrung beS .RörperS in feinem Snnern befdfränft, fann SSeranlaffung ju biefent fdfleidfenben Stervenßeber trerben. Sahin gehören: a. Slieberbrü cf enbe £eibenfd?aften, anhaltcnbe Sorgen unb .Rümmer, Sdfanbe, SQeib, Selfnfucht. b. Starfe Anßrengungen ber Seelenfräfte, befonberS bei ftts jenber CebenSart unb IRadftmadfcn. c. Starfe SäftesAusleerungen, ße mögen fein Von welcher Art fte trollen, batyer ju lange Stillen, ftarfe 33lutflüffe burdf flies ju ftarfer SRonatSfluß, Slafenbluten, an'ßaltenbe £>urd)s fäUe, Scfyleimflüffe aller 9lrt, ftarfer treißer Sluß, ScBleimfct}tvinbfucbt, u. f. tr. s4bcr feljr oft ftnb alle biefe Ausleerungen nur bie Solge eines gereiften ßußanbeS bcS SRütfenmarfS, tr man, trie bereits bemerft, burdj einen mäßigen £>rucf auf baS ülücfgrat leicht ermitteln fann, bann ges bie barauS entftanbenen Sieber nidft fyierljer, fonbern in bie folgenbe klaffe. d. Mangel an guter, gefunber, hinlänglicher Nahrung. So befommen Jtinber, bie auS Mangel an 2)iild) in ben Prüften ber StiHenben nid?t hin* länglich genährt trerben, ein fdjleichenbeS Sieber. e. ©roße Sdfträche unb ©rfchövfung nach anbern Siebern, bcfonberS nach SQcrVens unb Schleimßebern. ©rfteht man aus ben angeführten ©rfcheinungcn, baß ein folcbcS fchlei* chenbcS nerVöfeS Sieber ftch ju enttricfeln broht, fo muß man aUeS SRögliche thun, um feinem völligen AuSbruch vorjubeugen. ©iefeS gefdjiebt aber Vor allen Singen burd) eine forgfältige SSermeibung aller ber verfdjiebenen Gins flüffe, bie ju ber völligen AuSbilbung beS UebelS SSeranlaffung geben fönnen. 122 SJIan ßat baßer ganj vorjüglicß für eine frößlicße ©emütßSfiimmung ju for» gen, muß bem Jtranfen fo viel 3erftreuung als möglicß macßen, felßft bieun» Bebeutenbften ©emütßSbewcgungen von ißm entfernen, für eine gute, fräfttge leießt verbauließe Staßrung forgen, überßaupt in ber S)iät ganj befonberS bes ßutfam fein, ba eine Störung berSSerbauung ßier fo auSneßmenb leießt mög« ließ ift unb bie feßlimmften folgen ßaben fann. tlucß (Frfältung ift forg» faltig ju vermeiben, welcße bei ber großen Gmpfnblicßfeit beS ötranfen gegen bie SBeränberungen ber Witterung feßr leießt ftattßnbet. ®clinbe juntal bureß Saßren ober Steiten, befonberS in einer freien, ßcitern, troefnen Suft, ift jwar feßr ßeilfam, niemals barf fie aber bis jur Srmübung geßen. Um bem tluSbrueß beS SicbcrS Vorjubeugen, wirb ber falte (5ßina=2lufguß Str. 78 in ben meiften Sällcn am nüßließften fein, unb bann ber innere unb äußere ©ebraueß ber eifenßaltigen SDlineralquellen, worunter man aber nießt eben bie allerfräftigften wäßlcn muß, benn je fcßwäeßer ber Jtranfe ift, um fo weniger fagen biefe ißm alSbann ju. So wirb in Scßleftcn Sangenau, yiltwaffer ober felbft SlinSberg ßier in ber Siegel ben SSorjug vor Jiubova Verbienen, benn IcßtereS würbe baS SBlut ju feßr in Söallung bringen, ©r» reießt man bureß biefe SJiittcl jeboeß nießt balb feinen ßweef, ober macßen fie woßl gar Sefeßwerben im Klagen, fo feße man fte bei Seite unb wenbe fteß bann an einen h'lrjt. UebrigenS ift aueß ßier ber jweefmäßige ©ebraueß ber falten 33äbcr Von großem Sßortßeil, unb bie 3lrt unb Söeije, fie ßier ju gebraueßen, ift folgenbe: SDtan ßüdt ben Jtranfcn, wie oben pa?. 76 angegeben Würbe, in naffe Ocßer, läßt ißn fo eingcwiefelt liegen bis ber Scßweiß jum Sßorfeßein fommt, alSbann wäfeßt man ißm fogleieß mit faltem SBaffer ben ganjen Jtörper über unb über rafcß ab. «§at ber «ftranfe noeß Kräfte genug, fo baß er oßne tlnftrcngung baS SBett verlaffeu fann, fo bleibe er alSbann einige Seit außer bemfelben, ober wo cS noeß angeßt, fo maeße er fteß eine fleine im freien, bie ißn jeboeß auf feinen Sali ermüben barf. SDiefe naffe (Siuwicfelung wirb täglicß jweimal wicbcrßolt. Stimmt barauf baS fieber bebeutenb ab, unb ßefcen ftcß bie Strafte, fo läßt man ben Jtranfen alSbann ben Scßweiß eine ßalbe Stunbe lang in ber ©ntwicfelung abwarten, unb bringt ißn bann auf 2 bis 3 SWinuten in ein falteS 3Bab von 10 bis 13 ©rab SBärme, unb fo wirb bis jur gänjlicßen 2Bicberßerftellung beS Jtran« fen fortgefaßren, bie bei biefer 33eßanblung fteß fteßer früßer als bei irgenb einer anbern cinßellen wirb. 3ft bie Verbauung befdjaffen, fo bc» gnüge er fteß Mittags mit bünner Slcifcßbrüße, jeboeß oßne alles Sctt, woßl aber mit OlciS, ©raupen ober <§aferfcßleim u. bgl. tlucß fann bie SBrüße mit Gigelb abgcquirlt fein, bann gebe rtian bünne ©alterte Von ober ÖtalbSfüßen, unb wer fte liebt, bem wirb ber ©enuß frifeßer tluftern fowie ber Srofcßfeulcn=59rüßen feßr woßltßätig fein, tlucß baS Scßnccfen» S)efoft fteßt ßier in einem feßr großen £Ruf (fteße Str. 80.) «fpat ber Jtranfe 123 Slppetit, fo fönnen ihm leichte Slcifchfbeifen gereicht werben, unb je mehr tiefer zunimmt, unb je fräftiger bie Verbauung wirt, um fo fräftiger fann bann auch feine Jtoft fein, ©eflügel wirb juerfi unb am heften Vertra» gen, fpäterljin verfuge man «Ralbfleifcß unb enblid? Stiubfleifd). ©ebratene Sleifchfveifcn verbienen vor ben gefochten ben Vorzug, jeboefy bürfen fte nicht mit brauner Vutter genoffen werben. Stur ©ewiirje unb fdjtrer verbaulidjie Steifen, fo wie alle warmen unb ertyifjenben ©etränfe muffen burdjauS Vermieten werben. SlnfangS unb überhaupt fo lange noch Sieber Vor(;an= ben ift, muff bie unb felbft baS Steifet) falt genoffen werten. Söäh= renb btefer ganzen Jvtir bient falte SJlilch mit etwas Vkjßbrob jum Srühftiicf unb jum Qlbenbbrob, falteS SBaffer aber jum gewöhnlichen ©etränf. Suhlt ber Jtranfcfich in ber ßwifchcnjeit fchr leer um ben Klagen, fo fann man ihm etwas Eigelb in faltem SBaff'er unb mit ßuefer geben. SDlit biefer©iät muß zugleich auch im fiebrigen eine zweefmäßige SebcnS» orbnung herbnnben werten. ®ut ift eS, wenn ber Jtranfe öfter am Stage, befonbcrS aber nach Der SJlahljeit etwas ruht unb fdjläft, woburch bie Ver- bauung ungemein beförbert wirb. Sehr fchwachcn Jtranfen ift inbeffen ein langer Scljlaf niemals fte erwachen auS bemfelbcn gewöhnlich er= matteter, als fte ftd) vor bem Einfchlafen fühlten. ©eSßalb ift eS immer beffer, niemals ben Jtranfen feßr lange unb lieber befto öfter ju laffen. £)abei forge man für möglichste Oteinlichfeit, für reine, troefene £uft, froh* liehe ©emüthöftimmung unb angenehme, ben Jträftcn angemeffene Sinnes» einbr liefe. § 66. ab$el>renbe iyteBer auö geftorter (?rnal)rung unb barauS entftanbener allgemeiner Schwäche bcS JtörterS. ©iefe entfte» hen in Solge von ©efchwülften, Verhärtungen unb anberen Entartungen ber £eber, ber SWilj, bcS SJiagenS unb ber übrigen ju bem ErnährungSgefchäft bcS JtörbcrS nötigen Eingcwcibe. Soll baS Sieber weichen, fo müffen bie <§inberniffe, welche ber Ernährung in ben V3eg treten, Vor allem Stubern ent» fernt werben. Slllein ein folcßcS ©efchäft hat feine großen Schwierigfeiten, ift langwierig unb mühfam, unb wirb bei ben befchränften ntebijinifchen Jtenntniffcn eines VichtarjteS nie ju Stanbe gebracht, ba felbft ber -ilrjt ftch oft fruchtlos biefem unterzieht, ©eßhalb erwähnen wir auch nichts weiter von ber Vehanblung biefer Sieberart. §67. ©ie jweite klaffe ber fchleichenbcn Sieber begreift alle bie» jenigen Wirten beffelben in ftch, bie bireft ober inbireft auf einem entzünblich gereizten ßuftanbe ber Sterben, bcS VluteS unb ber innern £aut bcS SJlagenS unb ber ©cbärme beruhen, bie beSlfalb mit innern SRcbifamenten, mögen fte auS einer ötlaffe fein, auS welcher fte immer wollen, nicht fönnen unb nicht bürfen behanbelt werben, eS müßte benn fein, baß wirflich fd;abhafte Stoffe vorhanben wären, bureb weldje biefe cntzünbliche Steizung ber VerbauungS» werfzeuge unterhalten würbe, welche bann von oben ober unten burd) Vrech- 124 ober Abführmittel nothivenbigertreife ju entleeren finb. S)och SefctetcS ift immer nur fyöctyft feiten ber Sali, unb fomrnt noch am Imuftgften bei fehlest befyanbelten gaftrifchen fiebern Vor, tt?o in Solge ber unterlaffencn ©ntfer* nung ber vorhanbenen ©alle, beS Schleimes ober anberer Unreinigfcitcn biefeS fiep in bie Sänge unb fiep enblidj in ein fcpleichenbeS vermanbelt. 2)odj bie eines fogenannten gaftrifchen ßuftanbcS (f. gaftrifd;e Sieber § 58) finb hier fo auSnehmenb täufepenb, baß ber größte ©eparffinn eines tüchtigen ArjteS baju gepört, um biefen gehörig ju ermitteln unb richtig ju beurteilen; gefcpicht hier ein Mißgriff, fo mirb bie ©efapr auf'S Aeußerfte gefteigert. S)arum erlaube ftep nie ein Saie, auf gut ©lücf hier ein ®recps ober Abführmittel ju nehmen ober ju geben, unb BefonberS hüte er ftepbavor, trenn fein ©pcicpel baS blaue btacfmuSpapier roth färbt § 68. 1) cntjünblidje, fd)letd;ettbe fieber. Sein ei* gcntlicper ®runb beßept in einer fcpleicpenben entjünblicpen IRcijung beS SluteS, unb erfepeint in feinem beginne gen'öpnlicp unter berWtaSfe berHp* fterie unb Hppodjonbrie. Sa an einer folcpen SRcijung beS SlutcS leiben fepr häufig folctje «Rranfe, melcpe man Sapre lang für Hpfterifcpe ober «öppoepen» briften gehalten unb vergeblich mit allen nur möglichen frampfftillenben, ftärfenben unb auflöfenben Mitteln behanbelt hat. Schon im Anfänge biefeS Siebers jeiepnet eS fiep burch einen jmar reis neu, aber fchneHen, paftigen unb pärtlicpen Sßulö auS; bei ber fleinften ®e* mütpS= ober förderlichen 33emegung entfloht Herjflopfen unb ein im ganjen «Körper. Anwerbern ift ein faß bcftänbigeS ober bod) oft trieber* feprenbcS, nicht feiten fepr heftiges .Klopfen in ber Dbcrbaucpgegcnb Vorpan* ben, trobei bie .Krauten in ber Siegel Von großer Angft unb Unruhe befallen tret ben; überhaupt finb fte aber auch immer pöcpfi bemeglicp, unruhig unb unftät. 3pre Släcptc bringen fte fcplafloS ju, ober fepreefpafte Sraumbilber rauben ihnen baS ©rquiefenbe eines ruhigen Schlafes. ®alb ftcllen fiep nun auch SinneStäufchungen aller Art ein, befonbcrS häufig hören fte bie Verfehle* benartigften nicht Vorhanbcnen Sone, ober fepen eben folcpe Slammen, ®li§e Sarben unb bergt Shre ©emüthSftimmung ift äufferft mechfelnb, auf jü* gellofe Sreube folgt eine faft bis an 33erjmeiflung grenjenbe SWuthlofigfeit, ja felbft Vorübergehenbe 93erftanbeSveririrrungcn ftnb bei ihnen feine ganj feltene ©rfcheinung. Sie flagcn über aufficigenbe £i|e, Schtvinbel, Jtopf* fchmerj, Schnierj in ben Augen, ober über herumjiehenbe ober fonft irgenbiro feftfthenbe Schmerlen. 2)er Appetit fehlt oft ganj, ober ihn befallen feltfame ©elüfte ober eine Art Heißhunger, iroju fiep nicht feiten ein faureS Auffto* fjen unb Sobbrennen hinjugefcllt. SQüchtern befinben ftef; folche Jtranfe am heften. Stach bem Gffen ent* fleht Hifje im ganjen Körper, SJruct unb Angft in ber Herjgrube, fpäter fau* IcS, faureS Aufftoßen, 39IähungSbefchn?erben nach oben unb unten, Jtolif* fchnterjen, ££>urcfyfall irechfelnb mit hnrtnäcfiger SSerftopfung, bis enblich in 125 bcn Abcnbftunben ftcß Sieber einfieUt, welcßeS ftcß burcß trocfene >§iße mit Brennen in ben 4?anbtc(lern bcmerfbar macßt, worauf bann halb bie Äräfte ftößtbar fdQtvinben unb bie Abmagerung bcS «Römers überrafcßenb fcßneUe Sortfcßritte macßt. ®eßt biefer ßuftanb nicßt in ©enefung jurücf, jo ftirbt ber «Rranfe bann entweber auS ©rfcßövfung, ober bicS entjünblicße cßenbe Sieber gcßt in ein SiterungSßeber über. Diefe Vereiterungen im 3n= nern hüben ßcß l?ier nicfyt feiten ganj ungeahnt auS, unb namentlich ftnb eS bie Vereiterungen in ber Seher, bie man hei Scbjeiten burcßauS nicht ver= niutßet (Sine entjünblicße fReijung, bie Vom JRüdenmart auSgcßt unb nament» lieh bie Blutgefäße bctßciltgt, erregt biefen Bujl«nb, unb baßer muß alles baSjcnige, welcßeS einen anßaltenben ffteijjuftanb beSfRücfenmarfS veranlaßt, auch Urfache eines entjünblicßen fcßleicßenben Siebers fein fönnen. SDie be= beutcnbflen Veranlagungen ber -Art ftnb: eine beftänbig wollüftig aufgeregte ©inbilbungSfraft, verliebte mit aufgeregtem unbefriebigtem ®e= fcßlecßtStrieb, aber auch überniäßigerBeifcßlaf unb vor allem Anberen Selbfb beflccfung, wo bann bieS Sieber unter ber fcßeußlicßen ®eftalt ber £Rücfen= barrc ßervortritt;-ferner £lö£ltch unterbräche «öautauSfcßläge, j. B. Siech3 ten, «Rräge, Sriefel; - ferner fcßnell jugeßeilte alte ©efeßwüre, SontaneUen, •- unterbräche jur ©ewoßnßeit geworbene Blutflüffe, j. B. bie fließenben golbencn Abern; unterbräche Sußfcßweiße; ber anßaltenbe®enuß fpirituöfer ©ctranfe (alte Säufer befommen gcwößnlicß am ©nbe ein fcßlcicßenbes Sie3 her, welches fte langfam aufreibt); - ber lange fortgefeßte ©ebrauch ftarfer Burgirmittel, j. B. ber Aloe; - langfame Vergiftung burcß Duecffilber, Blei, Arfenif unb .Rupfer. (Sine ber gcwößnlicß flen Veranlag jungen ift aber ein rßeumatifcßeS Seiben beS IRücfenmartS. - Vicßt immer erreichen bie hier eine folcbe £öße, baß ftcß baS fcßleicßenbe Sieber Vollftänbig auSbilbet, fonbern fte verlieren ßcß bei günjti3 gen äußeren ©inflüffen oft Von felöft, ja felfcft alSbann noeß, wenn fte aueß einer gcwößnlicßcn mebtjinifeßen Veßanblung lange Beit ßinbureß ßartnäcfig wiberftanben ßaben. £)ft gefeßießt bieS für immer, unb ber SBiebergenefene genießt bann fortbauernb einer guten ©efunbßeit; oft aber teßren bie Ve- feßwerben bei ber geringen Veranlaffung wicber jurücf, unb bie Unglücf= ließen werben bann nictyt feiten unb leiber woßl felbft Von ißrem Arjte als eiugcbilbete Jtrante betraeßtet. ©roße Scßulb an folcßen OtücffäUen tragen freiließ gewößnlicß bie Jtranfen felbft, benn fo ftnb namentlich bie fogenanu3 ten in ber (Regel ju unbeforgt, unb beaeßten bie hier allein heil' famen biätetifeßen Vorfcßriftcn faft gar nießtober boeß nur für bie datier ber ßeftigften Sefcßwerben, vergeffen fte aber augenblichicß, fobalb fte nur einige ©rleicßterung füßlen. Bei Blännern, wo bie «Rrantßeit oft unter ber TZaSfe ber «föppoeßonbrie auftritt, wirb aUcS babureß verborben, baß fte, obgleich für ißre ©efunbßeit nur aUjufeßr beforgt, ißr einjigeS Vertrauen auf bie SJiebi» 126 jinfTafcQe batet ater hie notpwenbigen SBcfcpränfungen in ibrer Sebeng» weife, befonberg wenn tiefe ipren SBünfcpen unb Dleigungen entgegengefefct ftnb, niept für erpcblicp palten unb fte begpalb and? niept eintreten taffen. Sin anberer ®runb beg eten fo häufigen Sßerfcptoinbeng alg DBiebcrfep« reng biefer «ftranfpeitgerfepeinungen liegt bartn, baff bag Urtel fepr oft rpcu* matifeper Dlatur ift unb baper, wenn eg feinen fepr popen ®rab erreicht pat, bei günftiger trotfener DBitterung fiep Verliert, tei naffem faltem QBetter ater immer wieber jum Sßorfcpein fommt. ©lag ein fold?e3 entjünblicpeS fdfletdfenbeS Sieter aus einer Urfacpe ent» ftanben fein, aug welcher eg immer wolle, fo wirb bie Srnpfinblicpfcit beS giücfgratg, wclcpe fepr I;äuftg fjiertei angetroffen wirb, ung talb üterjeugen, bafj wir eg pier mit einer entjünblidjen (Reijung bog Oliicfenmarfg ju tpun paben. Tocp bie DBefcitigung biefeg entjünblicpcn 3uftanbeg, fo bringenb nottywenbig fte auep immer ift, genügt niept allein, wenn niept jugleicp bie Urfacpe biefer (Reibung feltft aug bem entfernt wirb. Ter jurücfge» triebene £autaugfcplag, ber unterbräche Sufjfcptoeifj, bie geflößten golbcncn Slbern müffen wieber pcrVorgcrufen, ber Körper Von Ouecffilter u. f. w. gc= reinigt, bie jurücfgetlietcnen Sicterrefte u. f. w. entfernt werben. Um bie» feg 3iel ju erreichen, wenbe man fiep an einen bewährten, erfahrenen Dlrjt, mcbijinifdjcg unb Duacffalbereien ftiften hier unenblicpen ®cpa= ben, ein <5eltftfuriren würbe ater immer nur bag fieptere fein unb bleiben. 9lur ba wo, verlaffen Von einer cinftcptgvollcn ärztlichen pflege, bem Jtranfen nieptg übrig bleibt als ftep feltft ju ratpen, Verfahre bcrfelte auf nacpftcpcnbc SCBeife. 3unäcpft tefeitige er bie Olücfenwirtelreijung, nach ber weiter unten in bem Dlbfcpnitt über gegebenen Din» weifung. £icr wirb eg immer geratener fein, ein Sitcrbann ftatt ber fpas iiifcpen Sliegenpflaftcr anjuwenben unb baffclte erft nach ganjlicher Ußieber« herftellung ju entfernen. Snncrlicb nehme er, anfänglich 3mal, nach einiger 3eit ater 4-5mal täglich 40-50 Stopfen Von Dir. 81. 5)a wo eg bie 93erhältniffe nur irgenb erlauten, barf ein täglictyeg lauwarmeg SJiilchtab (f. Dir. 82) nicht fehlen, benn bieg wirft in ber Olcgcl hier noch Wohltätiger alg alle inneren DRcbifamentc. Signet fleh bie 3cit ju einer ©tftfur, fo fann man alle anbcrc Dlrjnei entbehren unb ftatt berfelben eine Srbbeeren», Jtir» fdjen= ober, wag am atlcrvorjüglitften ift, eine Sraubenfur anwenben. Tiefe tefteht vorjügltd; barin, in einzelne Portionen geteilt, täglich fo Siel von einer biefer Dbftarten verjehrt, alg eg ohne ben ©lagen ju teläftigen gefepehen fann. ©Ian beginnt bamit fepon bog ©lorgeng unb wiebcrpolt in einer ben DJerbauunggfräften angemeffenen ©lenge alle 3-4 Stunbcn ben ®enuf; beg ropen Dbfteg. £at fiep ber ftlcicpenb fieberhafte 3»ftanb fipon fepr beutlicp entwicfelt, fo muf; ber Jtranfe feine übrigen ©lahljciten auf DBaffcrfoft, leicptc ©lehlfpcifen, jnngeg ®emüfe, gefoepteg Dbft mit DBeiß» 127 brob befchränfen. 3 ft baS lieber nodj voUftänbig auSgebilbct, ober Bat eS fleh trieb er Verloren, fo ftnb leichte fyleifchbrühcn ju ©tittag erlaubt, baS ftleifch felbft muh aber gemieben werben, fowie alle warmen ©ctränfe. 3um ©etränf bient allein frifcheS ©Jaffer, welches in folger ©tenge, als eS ber ©tagen nur verträgt, täglich getrunfen werben muh. SiefcS Bwr angegebene ©erfahren ift aderbingS nur bann anwenbbar, Wenn bie nod) feinen fcl;r hohen ©rab erreicht B«t. Sa aber, wo bie Erhaltung beS hebens nur Von einer fd;lcunigen ©efchränfung ber immer mehr um fleh greifenben Qlbjehrung abhängt, ba finbet man fein einjigeS «§eil in einer geregelten SDÜilch= unb ©lolfentur. Sichtbar würbe fd)on man* eher Traufe baburdj Vom S'obe errettet, wenn er nur mit ber gewiffenhafte* ftcn|Strcnge unb mit uncrfchüttcrlichcr ©uSbauer eine folche Jtur unternahm, ©tauche fchon, bie fruchtlos mit fogenannten nerven* unb magenftärfenben ©rjneicn, geiftigen (Einreibungen, aromatifchen ©äbern behanbelt würben, bie tro| ber Jtraftfuwert, beS ©JilbprctS unb, wo (Erbrechen vorhanben war, ber ©ouidon* Älpftiere immer mehr von Kräften famen, Bat eine au S f d) l i eh* liehe ©tilch* ober ©lolfentur Völlig wieber hergeftcllt. Sie Jtur an unb für fleh felbft ift fehr einfach unb befteht einzig unb al* lein barin, bah ber Ärante ©tilrf) ober ©tolfcn ohne ©iah/ fo viel er nur immer trinfen will, verjeßre, anher ber ©tilch ober ben ©tollen aber burchauS nichts ©nbercS ju fleh nehme. (Erft im ©erlaufe ber <Rur wirb eS alSbann bem Jtranfcn geftattet, ©torgenS unb ©tittagS je für jtvei ©fennige Semmel ju geniehen, adern ©nbern aber muh er, wie gefagt, ftreng entfagen. Unerläßlich für ihn ift eS aber, bah er mit ©eharrlicl)fcit 6, 8 - 10 ©Jochen auShält, benn bavon adeln ift ber (Erfolg ber <Rur abhängig. Sie ©Jal)l jwifdjen ber ©tilch* ober ©lolfentur hängt von bem ©rabe ber Schnedtgfeit ab, womit ber Jtranfe abjehrt, bann Von ber ©rohe beS QlWc= titS, ber <§cftigteit beS SurfteS, beS Vorhanbenen ober nicht Vorhanbcncn (Er* brechcnS. - ©ei äuherft rafchcm ©erlauf ber ©bjehrung unb auch ba, Wo biefeS nur langfam ftattfinbet, aber wenig ©wetit ober geringer ober gat- fein Surft Vorhanben ift, unb wo bie Jtranfen baS ©enoffene wieber Von fleh geben, muh immer bie ©tild) gewählt Werben wegen ihres groben iJteichlhnmS an ©ahrungSftoff. ®ut ift öS, wenn man bie ©tilch wo möglich frifch 9Cs niolfen erhalten fann. finbet aber bei mäßig Vorfchrcifenbcr ©bjehrung fcl;r lebhafte (Ehluft ober ftarfer Surft ftatt, bann gebührt ben ©tolfcn ber ©orjug, von benen bie Traufen juweilen in 24 Stunbcn 3 Quart 31t fleh nehmen, eine ©tenge, in ber bie ©tilch nicht leidet Verbaut wirb. ©Jo biefe angegebenen ©erhält* niffc nicQt bringenb Vorhanben finb, bleibt bie ©Jal;l jWifchen ©tolfcn ober ©tilch bem Jtranfcn übcrlaffcn. Unrecht Bfl&cn gewif; biefenigen, welche behaupten, bah man einem Traufen, ber nod) feine ©lild; gebraud/t Ba^c/ niemals bie ©tild; als ein* 128 3tge {Rahrung reifen bürfe, ohne Vorder ju unterfuchen, ob er fle auch ver« tragen fönne, benn cS ift ausgemacht, bah felbft her SCBiberwiUe her Säufer gegen SRilch unb eine gewiffe eigentümliche Abneigung mancher fperfonen bagegen, burch beharrlichen Sortgebrauch ber 2RiIch als SQahrungSmittel überWunbcn werben fönne. <5reilid> vermehrt fich bei fol« djen «Rranfcn, welche bis jum beginne ber £D?ilcQfur enttveber burd) il;ren «RranfheitSjuftanb fclbft ober bunt) bie ärjtliehe 23ehanblung in einer mehr ober weniger anhaltenbcn fJleijung flöh befunben haben, in ben erften 8-14 Sagen baS Schwächegefühl unb felbft bie Abmagerung auffaHenb. Allein bieS ift nur eine Solge ber SHeijlofigfeit unb ber beruhigenben «Kraft biefer milben Siät, fo wie bcö SRangelS an ber gewohnten unb fo fröhlichen fRei« jung burch Arzneien, benn fichtlich heben fich halb barauf, wenngleich nur aUmälig, bie «Kräfte, bie Abmagerung fleht unb bie Ernährung tritt hervor. JBemerft muh nocQ werben, baff juWeilen im Verlaufe ber «Rur, nach einer hin3ugctrctcnen Störung in ber 23erbauung, ein breitägiges SBechfel* fieber erfcheint, bod) bieS fann hinfichtlit beS 2RiId)gcbrauchS ol;ne allen unberücf fid)tigt bleiben, einige wenige ®aben beS ßhininS (f. Ar. 70) befeitigen cS ohne Schwierigfeit. SöaS bie Sauer biefer «Kur anbelangt, fo läfjt fleh nur fagen, bah ber aUmälige Uebergang ju einer anbern Siät nicht el;er jugelaffen werben barf, als bis bie Völlige SBicbergencfung beS «Kranfcn eingetreten ift, bah bieö fei« ten Vor bem erlauf von 8 SB cd; en ftattfinbet, unb bah enblich in einigen SäUen jwifchen 4-5 SRonate barüber vergehen. § 69. 2) ®aö (JutfriiftHiißeftcber ber alten Vcute. Sic« fcS Sieber, welches jwarmit grober Sntfräftung Vcrbunbenift, gehört bemun« geachtet in bie «Riaffe ber entjünblich fchleidjenben Sieber unb nur 311m S3er« berben ber «Kranfen gereicht eS, Wenn man, getäufcht burch ben Schein, fich Verleitenläht, StärfungSmittel bagegen ju reichen. 3d) erwähnebcShalb feiner auch nur, um fold)e «Rranfe 311 warnen, wenn fie mcbi3inifchcn £albwiffern, bie Von fo einem 3«ftanbe in ber {Regel gar feinen begriff haben, in bie «fpänbe fallen, feine folche StärfungSarsnei Von ihnen an3unehmcn unb bann lieber ben 2ßcg ein3ufchlagen, Welchen ich ihnen hier bc3eichncn werbe. SiefeS Sieber, baS bei SDcitcm mehr Sraucn als SWänner befällt, be« ginnt mit einer befonberen 2R ü b i g f e i t, bie «Rranf en fänden ben gan« 3 en Sag über mit bem Schlafe, bei {Rächt fd)lafcn fie jebcch Weniger unb un« ruhig. '§ier3it gefeilt fich ein ©efuljl Von grober ßntfräftung, baS «§aupt3eichcn ber «Rranfheit; bie «Rranfcn liegen nur immerwährenb (brei bis Vier SBochen lang) 311 SBett unb finb fclbft 311m Sprechen 3U träge, fo bah fie Stunbcn lang unbeweglich bleiben. Allmätig ftellt fid; nun täglich ein Sieber ein, mit Sßcrfchlimmcrung am Abcnb. Sßährcnb biefer Sieberan« fäUe wirb ber fonft blaffe «Rranfe im ®cficht bunfelroth, bie Augen er wirb unruhig/ bewegt fich unflät, wirb gefhrädjig, hhantflßrt bor fid) 129 unb f lagt oft über SBeängßigung. Slacß 2-3 Stunben feßrt bie Vorige 2lb* fpannung wicber jurüct. X>abei iß in unb außer bem Sieber Jtopffcßmerj, Scßwinbcl, S)rucf in ber «öerjgrube, ©rbreeßen ober blog Sßürmcr ober Uebelfeit jugegen. £ierju fommt gewößnlicß noeß ein Olcijßußen. £ie <§aut ift fcl;r troefen, bie Bußfoßlen unb brennenb. Sn ben er» ften 14 Stagen iß bie Bunge weiß ober gelb belegt, bann befomnit fte eine ganj eigentßümlicße Olötße unb irirb cnblicß troefen unb rifßg. - £ie ©ßluß ift in ber siegel ganj Verfcßwunben, nur juweilen fommt ein fcßäbli* eßeg Verlangen naeß fälligen, gewürgten Spcifen, geißigen ©etränfen u. f. W. £>cr Urin iß ßparfam unb ber Stußl ßartnäcfig verßoßft, nur feiten ßnbet J)urcßfaU unb 33lutabgang ßatt. £>ie bie eigentßüm« ließe Olötße ber Bunge unb bie große ©ntfräftung, bieg ßnb bie «fpaußterfen» nunggmcrfmale biefer Jtranfßeit. Beießen ber ju ßoßenben ©enefung ßnb: Seucßtwerben ber troefenen Bunge, Verminbcrtcr £urß, rußiger erquiefenber Scßlaf, Slbwefenßeit beg ■Druefeö in ber 4?erjgrube, Slbnaßmc ber Uebelfeit unb ein WeißlicßerSSoben* faß int Urin. (Stellen ßcß biefe günßigen Beicßcn nießt ein, fo nimmt bie Jfranfßeit einen traurigen 2luggang. S)ie aUerßrengße ®iät iß ßier bie <§außtfacße unb baßer nießtg al® STtilcß unb fcßleimig=meßlige SBaflerfttVßen ju geben. SDer geringße 2)iät« feßler bewirft faß unabwenbbar bie gefäßrlicßßen ©erfcßlimmerungen unb 9lücffäHe. Bum ©etränf bient falteö Söaßcr, unb Olaße, Olcinlicßfeit unb frifeße Suft ßnb £außterforberniffe bei ber tßcßanblung biefeg Sieberg. 3ß ber 2>rucf unb Scßmerj in ber <§erjgrube bebeutenb, fo muffen 8-10 93lut* egcl gefegt, ißre -Änwcnbung aber nid?t wicberßolt werben. Snnerlicß reießt man bie 9)lij;ture SQr. 59, jeboeß nur alle 2 Stunben 1 ©ßlöffel Voll, ©egen bie <£>artleibigfeit Wenbet man täglicß einige milb erößnenbe Jtlßßiere (9lr. 56 ober 57) an. Sauwarme ©aber ßnb augneßmenb bienlicß, eben fo warme- SSrehUmfcßläge über ben Unterleib. § 70. SDflS tvpßuöartißc g-teber. £>iefeg ffte» ber fommt in Vielen ©tücfen mit bem (ßeße § 56) über« ein, nur baß biefer ein ßi|igeg unb jener ein fcßleicßenbeg, ßcß in bie Sänge jießenbcg gieber iß. 3Sie bei allen fiebern biefer leßtcrcn Slrt wäßrt eg bei äußerß geßörten @cfunbßeitgVerßälnif)cn bennoeß meßrere Hßocßcn, bevor bieJtranten bettlägerig werben. Wucß ßier iß feßon lange Beit vorßer ißt ©emütß Verßört; bie Jträfte fcßwjnben; Unvcrbaulicßfcit, £)rttcf in grübe, Uebelfeit, faure 33efcßaßcnßei t bog Speicßelg goßen bem 2lugbrucß bog 8'ieberg eben fo lange vorßer voran alg beim ©ntfräftunggßeber ber al* ton Scute unb alg überßaupt bei jebem anberen cntjünbließcn fcßleicßcnben gicber. 3ß bag Sieber felbß aber einmal ju Staube gefomnien, bann vor* minbern ßd; bie Jträfrc jum QSerwunbern, Jleijßußen unb ßcrumßeßcnbe ©licberfcßmerjcn treten ßin:u, unb halb erfolgt entweber ein betäubter feßlaf» £er £au?ar,jt. 130 fuchtiger Buftanb, ober bie Jtranfen entbehren bcS StlafeS g&njlit. Sie finb nun gleichgültig gegen OeS, Verlangen gar nicf;tö mehr, felbft nicht baS Printen. Stach Vorangegangener 5lngft bricht bann oft ein SriefelauS« ftlag hervor, ober eS erfteinen £ßeted;en, bod> letztere nur in geringer tln» Zahl unb nicht beutlit ausgeprägt, ober öS fommen Stimmten jum SSorftcin. So bauert ber Buftanb bret Sßochen, einen -Dtonat, 50 Sage ober noch barüber hinaus. 3m glücfliehen $aU verminbern fit bie «ftranf* heitSerfcheinungen nach unb nach; niemals erfolgt bie Gntfteibung ber •Jtranfheit auf eine ftneHe tlrt. Sailen aber bie Jtranfen baS Sett ju« fammen, fte in ber £uft, werben bie ©lieber falt, erliftt bie Stimme u. f. w., fo ift wenig Hoffnung jur beS Jtranfen Vorhanben. ßuiveilen entfielt bicfeS tpftuSartige ftleitenbe Sieber burch Slnftef» fung, gewöhnlich liegt aber ber ®runb hierju in einer eigentümlichen SBit* terungSbefdjmffenheit. GS herrftt vorzüglich in niebrig fumpftgen ©egen* ben, in Stabten, unb im £erbft, wenn biefer warm unb feucht ift. GS be» fällt gewöhnlich junge £eute jur Beit ihrer ©efchlechtSentwicfelung, wenn fte ftreng gehalten werben, viel ftfeen, anhaltenb ftnbiren unb Selbflbeflecfung treiben. Schlechte StahrungSmittel unb verborbene £uft finb auch nicht fei» ten Urfachen biefer Jtranfheit. ®eh«nblung. «§ier finb ebenfalls bie biätetifchen Sorftriften bie <§aupt|ache, unb man irrt gewiß fel;r, wenn man glaubt, biefeS Sieber fei nur mit einem <§cer Von Ulrjnciflaftcn ju befämpfen. JDa'ßcr forgeman ju= nätfl für ein geräumiges Bimmcr. StichtS ift hier ftäbliter als eine enge Jtammer, benn fühle frifte £uft ift hier burtauS erforberlit unb Jtälte we* niger nachteilig als £te. SBenn ber Jtranfe in ber <§ige liegt, bie $aut brennenb ift, wenn baS ©eficht glüht, bie Gingen funfein unb ber Jtranfe ba* bei in einem beginnenben ftlaffüttigen Buftanbe fit- beßnbet, fo wafte man ihn alle 2-3 Stunben falt mit Gffigunb SBaffer fo lange bis biefe Gr= fteinungen natlaffen, ober, waS nitt feiten geftieht, bis ein leichter Stifciß hcrVorbritt. beteten hiubern bie -llnwenbung biefer SBaftungen nitt, tvohl aber fatarrhalifte Seftwerben, bie hier öfter zugegen finb. Sm Ucbrigen verfährt man hier ganj fo, wie bei ber zweiten 5lrt biefer entjünb» lit ftleitenben Sieber angegeben würbe, nur baß l>ier bie SDtijture £Rr. 27 gereitt werben muß. Sn ber Sßiebcrgenefung muß aut W ber lieber* gang z« einer fräftigeren Stallung mit ber äußerften Sßorfitt gematt werben. § 71. 4) ©iterunnefteber. GS gleitt ganjbem entjünb* lit Sieber, nur eS fit burt mehr Söärme unb Gr* hifcung auS, auch wirb baffelbe nat ber SKabljeit ftärfer not als jenes, bie «£>änbe brennen ftärfer, unb bie SBangcn werben röter unb heißer. £cr wirb halb feßr heftig unb bie Steigung jur ter Säfte ift größer als bei irgenb einem anbern Stleitfieber. hierbei 131 treten bie Beiden einer innern ober äußern Vereiterung, womit biefeS fieber jebcSmal Verbunben ift, unb wovon eö entfloht, hingu. - £en Eintritt bcö= felben beseichnet ein heftiger «schüttelfroft. ©emäßigt wirb baS fieber nur, wenn man eS fo wie jebeö anbere ent* 3ÜnbIiche Schleichfieber behanbelt; geheilt fann cö jebod) nur bann werben, wenn man im Stanbe ift, ber (Sitcrbilbung gütlich Einhalt 3U thun. 22ie bieS 3U bewerffteQigen ift, infoweit ftch nämlich überhaupt ein £aie bamit befaffen fann, wirb bei ber Betrachtung ber Jtranfheitcn angeführt. § 72. 5) gut SBerfcerbntfj ber «Säfte ftd; fellenbe Scbleidjfteber. SüefeS gieber erfdwint in Berbinbung ber @id?t, ber Suftfeudie, ber Sfrophelfucht unb anberer auf einer eigenthümlis eßen «säfteVcrberbniß beruhenben Krankheiten. S)ie Kur befteht in ber Kur ber ©runbfranfheit, jcboch wirb bie oben angegebene 2)lilch= ober -ülolfenfur fehr oft vorher angewenbet werben müffen, um bie gänglich geftörte @rnäh= rung wieber gu erwecken. Vierte 2lbtlKi(iui<). SSon ben (Sutjünbungen. § 73. SBenn in bem nun fVolgenben bie £Rebe von ben einzelnen fcidjfts gen (Jntjünbungcn unferß Körpers fein feil, fo fann bet £efer nid;t entarten, bie Beitreibung it?rcS gangen Verlaufs unb beS bagegen 311 rid;tenben Heil* verfahrens umftänblich auScinanbergefe|t 31t ftnbcn. 3hre ©eftalt ift 311 wedjfclnb, Berfnüpfung mit anbern krankhaften Buftänben beS Körpers 311 gewöhnlich, als bah eS möglich fein fottte, ihr Bilb mit allen ihren eigen* thümlichcn in furgen Umriffen genügenb gu entwerfen. Stoch größer ftnb aber bie «Schwierigkeiten bei ber Eingabe ber Behanblung, inbem es unmöglich ift, bie nothwenbige Berütfftchtigung aller ber Umftänbe, welche ben Qlrgt hierbei leiten muffen, gehörig umfaffenb unb für ben £aien ver* ftänblich auScinanbergufe|en. Hier füllen nur bie allgemeinen aber djaraf* tcriftifdjen ßeichen jeber eingelnen wichtigen Sntgiinbung fo klar als möglich angegeben werben, bamit man fte bei Beiten erkennen fann, um bann unge= fäumt ärgtlicße Hülfe bagegen nachgufuchen. !TaS bagegen erforberlid;e unb angeführte Heilverfahren begieht ftd? größtenteils nur auf bie Beit einer be= ginnenben (Sntgünbung, bamit, wenn ärztliche Hülfe nicht aUfogleich 311 er= langen fein füllte, bie hier fo foftbare Beit nicht unbenufct verloren goßt. Bei ber großen Oefaßr, in welcher bei jeber bebeutenben innern (Sntgünbuttg baS Schon beS Kranfen fchwebt, wo off fd;on eine Beitverfäiinuiiß Von einigen ©tunben, ein Mißgriff in ber 2ßal;I ber Mittel unb ein nicht gehörig beob» 132 acbteteS Blaafj in her Jtraft beS GsinfcQreitenS, fei eS ju grofj ober ju gering, einen unglücflieben AuSgang fann, ba wirb eS feinem ge« wiffenbaften Bicnfcben in ben Sinn fommen, ftcb als ßaie mit ber Bebanb« hing eines fo gefahrvollen unb Ipödjft jweifelbaften SnftanbcS befaffen ju Wollen. 3n feiner .ftranfbeitSform ift aber auch ber fonft fo fjeilfräftigen Statur« hülfe, worauf boefy einjig ber Erfolg ber beruht - weniger ju Vertrauen als eben hier. 3n ferneren Sälien fann nur ein rafdj eintretenbeS unb fräftig einfcbreitenbeS hanbeln baS fo febr bebrotyte Beben allein noch retten. JLarum ift aber auch jebeS Saubern, um ärjtlicben Beiftanb ju er« langen, ein arges Vergeben; aber ift eS, bei fo ernften Uni: ftänben ben burd? taufenbjäbrige (Erfahrung geheiligten SBeg ber Vernunft ju verlaffen, um ficty einer mobifdjen $botMt auf gut ®lücf in bie Arme ju werfen unb fein heil in bomöohatbifeben Streufügelcben fudfen ju wollen. SB er bieS ju t(;un ftef? hier geneigt fühlen follte, ber möge bie ©ewiffenSbiffe bebenfen, bie ißn unausbleiblich foltern würben, wenn baS fo frevelhaft auf'S Spiel gefegte Beben beS .Rranfen bei biefem jeher Vernunft hohnfpreebenben Verfuge jn ®runbe geben follte. 3m Allgemeinen fei bemerft, baf; bie wefentlichen (Srfcbeinungen ber ©ntjünbung ftnb: hifee, Sdjmerj, Vermehrung beö Umfanges bureb ben Ver« ftärften Anbrang eineö in feiner Befchaffenbeit veränberten Blutes, Störung ber Sunftion unb bei einer gewiffen Ausbreitung ber ©ntjünbung nähme beS ©efammtförperS, bie ftd? bureb ein beglcitenbeS Sieber auSfpricht. S)ie AuSgänge ber ©ntjünbung ftnb in ßertbeilung, AuSfc&Wifjung, Eiterung, Verhärtung unb Branb. § 74. (Scl)iriientjünbunß. Jtennjeicben: AnbaltenbeS Vbantaftren ober Vetäubung, ober beibcS Vereint, mit Sieber unb Anjeicben von Blutüberfüllung im Jtovfe, rotbcS aufgebunfcneS ©efteßt, ges rötbete Augen, beifie Stirn unb Jtobf, Spulfiren ber «halSabern unb öfteres ©reifen beS «Rranfen nach bem «ftopfe jeigt eine ©ebirnentjünbung an. Sie ift eben fo oft eine ganj für ftd; beflebcnbe Jtranfbeit, als fie auch in Q3erbin= bung mit anbern Siebern, ©ntjünbungen, (Scharlach, Blattern) Vorfommen fann. Sßobl ju merfen ift bafi nur baS anbaltenbe ununterbros ebene Bbrtntaf^ren bie anbaltenbe tiefe Betäubung ein ficbercS Seichen einer ©ebirnentjünbung ift. Sinb biefe beiben Srfcbeinungen nur vorübergehenb, fo beruhen fte auf einer Hoffen ©ebirnreijung, wie j. B. in böfen Siebern, wo bie entjünblidje Befcbaffenbeit ber innern 5)armbaut als fHeij auf baS ©ebirn wirft. $ o vf f cb m e r j ift nicht immer ju gegen. BJo er aber ftatt® finbet, ift er ungemein heftig, oft über ben ganjen Stopf verbreitet, ober er befällt nur einjelnc 3hc^e befjilben bie Stirn, ben Scheitel, ber ben hin« 133 terfopf. Da, wo er Vorlauben ift, bilbet er oft bie <§aupterfchcinung bet Jtrantyeit, fo bah ber Jtranfe barüber faft in SSerjweiflung geräth. Dabei flagt er über «Saufen unb Jtltngen in ben Difren, ober f)at ein ungemein fd>arfe8 ®chör, £idQtfdjeu, fleht tyat -2lngft, Schwindel, Ärampf in ben 5lugenliebern. So bauert mit biefer heftig?eit unb mit be* ftänbiger Schlafloftgfeit biefer ßuftanb mehrere Tage, gewöhnlich ohne Spuren von Srrercben. ©nblich fleUt fleh Sehnenhüpfen ein, @ct;ör unb ©eftcht nehmen ab, baS Sprechen wirb fchtoerfäUlg, eS brechen falte, fieberige Schweifje auS, baS ©efühl mangelt unb nun erfolgt Zähmung. Die ©ehirnentjünbung, bei welcher baS $ljantafiren bie vorjiigs lichflc ©rffljeinung ber .ftranftjcit ift, entfielt ganj fo wie bie Porige 2lrt. 29 alb folgen fidj aber bie Sbeen ungemein fcfynell nach einanber, anfänglich befeijäftigen fle fleh noch mit ©egenftänben, mit benen fte furj vor ihrer «Rranfhcit ju fhun hatten, aber halb änbert fleh ihre ganje ©emüthSart; ber fonft fanfte «Rranfc wirb heftig unb auffahrenb; WaS ihm fonft fehr am $er« jen lag, wirb ihm Sein ©eftcht wirb aufgebunfen, bie $h9s flognomie gleicht einem ©rjürnten, bie klugen flehen hervor, ftnb wilb, glänjcnb, er fängt an feinen Speichel auf bie Umftcbenbcn auSjutverfen. Stach furjent Schlaf erfolgt 3äf)nefnirfchcn,fVlo(fenlefen, frampfhafteS Bucfen, «föeruntwerfen, bis enblich bie gänjliche Schlafloftgfeit baS Brrereben herbei« führt. DaS $hantaflren ift ununterbrochen, wüthenb, ber Jtranfe faum ju bänbigen unb befchäbigt fleh unb Qlnbere, bie er aber nur feiten erfennt, unb fo geht bie Äranfheit entweber in Tob ober ©enefung über. Die ©ehirnentjünbung mit fctjlaffüchttger Betäubung befällt fehr häufig alte Seute unb fommt ju ©ehirn-Srfchütterungen hinjit. Die Jtranfs heit beginnt mit tiefem -llthenifchöpfen, mit einer rauhen tiefen Stimme unb mit Jtopffchmerj. Diefe Srfchcinungcn bauern nun bei bent heftigflen fVies ber fort, bis enblich ber Jtranfe hach einem ober jwei Tagen in eine tieferes täubung unb Schlaffucht Verfällt, in welcher er für ftch hin murmelt unb be= ftänbig etwas ju fauen fcheint. Oft fchnardjt er, mit ben £änbett, ballt baS ®ett jufammen unb greift mit ber £anb beftänbig nach bem Äopfe. Oie klugen ftnb rofh unb bie Bühne mit fchwarjem Schleim Bebeeft. U r f a ch e n. ©chirnentjünbung entfteht burch tiefes SQachbcnfen, burch heftige ©cmüthSbewegungen, befonberö burch Born, getäufchte Hoffnung, Schrecfen, ©iferfucht, häuslichen Kummer, namentlich Wenn babei, um ftch ju jerftreuen, nach ber gegriffen wirb; Trünfenheit, vorjüglich burch Sßunfch; ferner burch unterbrüchen SRonatSflufj, geflopfte Jli'.ibbcttreinigung ober plöfjlicheS Stopfen bcS Durchfalls burch Dpium; burch ©ehlm=@rs fchütterungen unb SSerwunbungen bcS JtopfeS; burchSrfältung, burch ®ons nenftich (bcfottberS wenn man in ber heilen BahreSjcit mit unbebccftem in ber Sonne fchläft, wirb man oft fo plofjlich von einer ©ehirnent« jünbung befallen, bafj ber Jlranfe fetjon völlig phantaflrenb aus biefem 134 Schlafe erwacht;) burch berfchicbene Krankheiten, burch unb rheu» matifcße fyieber, burch bie Oiofe, Scharlach, SDtafern, Slattern, ©icQt, Ohren:, 2lugen=®ntjünbungen, SSürmer, Unreinigkeiten in ben erftenSBegen u. f. w. Oag finblidje Qllter ift namentlich $u ©ehirnentjünbungen geneigt. £ eben 8 orbnung in ber ©ehirnentjünbung. Bunäcftft forge man für bie größte Stühe unb tieffte Stille um ben Kranken; man entferne alle fchwahhafte Umgebung, 2lUeg wag bie Sinne reijt (Silber, £ärm;) ein febr heUeg 3immer ift nachtheilig, eg muß mäßig verbunkelt werben, ju große Dunkelheit aber hinterläßt oft eine fchwere SJlelanchoIie. - S)ie 2lnwefcnheit eirtcö ftreunbcg, eines fonft wohlgclittenen SDlenfchcn kann gefbattet werben, felfr oft wirb ber Kranke babureß augnehmenb beruhigt. SKan muß ben Kranken fo fchonenb unb nachgiebig als nur möglich behanbeln. 2Biber= fbruch regt feinen ©eift auf unb berfcblimmert bie Krankheit. SQie fchlage man ihm beghalb irgenb ein Verlangen gerabeju ab, fonbern fließe ihn burch Serfbrechungen unb hinjuhalten. 3a eg ift felbft beffer unb wirb ihm ftchtr weit Weniger Starrheit bringen, wenn man ihm etwag bon bem bewilligt, worauf er einmal hartnäckig befielet, felbft trenn eg für feinen ßuftanb nicht ganj baffenb ift, als ihn burch bag Serweigern heftig fliifjuregen unb in Born ju bringen. Kurj, man wenbe an, um ihn in ber größten ©cmüthgruße ju erhalten unb bei ber gcringften Aufregung fogleicl; micbcr ju befäijftigen. Stichtg ift erfprießlicher, als trenn man bem Kranken Schlaf beschaffen kann, unb bag gelingt fchr oft burch ein einför= migeg, leifeg, lange fortgefe|teg ©eräufch, j. S. burch ben einförmigen ©ang einer SBanbuhr, burch bag tropfenweife £erabfa(lcn beg SBafferg in ein Seelen u. f. tr. Qlußerbem halte man ben Kranken unb namentlich feinen Kopf kühl. 3ft bie Krankheit nur etwag bebeutenb, fo muß biejp fogleich gefroren wer: ben, bebccfen barf man aber ben Kovf nie. Sine aufrechte Stellung ift bie bortheilhaftefte, für feine Sicherheit muß geforgt trerben. ©enießen batf ber Kranke nichts, als höchfteng einige Waffen auggekühlten ober ©rauvenfchleim mit etirag ®itronen= ober Sohannigbeerfaft, überhaupt hat er ftd) ftreng fo ju bemalten wie beim Sntjünbunggßcber. Schanblung. 2)lit einem kräftigen überlaß, welcher nie lange auf= geflohen trerben barf, muß biefe immer beginnen. Sei fehr heftigem fchmerj wirkt er am ftuße augnehmenb berubigenb, fonft ift aber hier immer ber -2lrm baju ju wählen. Stach bem l'lberlaß wenbe man bei Srwachfenen big 20 Stück Slutegel an bie Schläfe, hinter bie Ohren unb im Staden an. Scl;r irohlthätig ift eg, wenn man einige in ber Stafe felbft anfaugen läßt. 2luchftnb, wo bie Serhältniffe bie koftfpieligen Slutegel nicht geftatten, blu= tige Schröhfköfpfe, auf beibe Seiten beg £RücfgratS gefegt, ton ber beften Sßirkung. «öämorrhoibariern unb SBöchnerinnen fefjeman auch Slutegel an ber Elfter. Stellt ftch, Wie eg juweilen gefleht, ein freiwilliges Stafcnbluten 135 ober ein anberer 53lutßuß ein, fo barf bieb auf feinen 5ad fonbetn eb muß viel mehr auf ade mögliche Qlrt bcförbert werben, unb namentlich burch Umfchläge von warmem Söaffer. Stächß ben 93lutentjiehungen iß bie QInwenbung ber Jtälte auf ben Jtoipf Von ber höchften SBichtigfeit, unb fte adeln ifl oft nur noch im ©taube, bab £ebcn beb Jhanfen ju retten, ©ewöhnlich wenbet man hier bie Gibblafen an, inbem man geßoßeneb Gib in eine an ihrer tnnern glcicpe eingeölte Hlinbbblafe BIS jur Hälfte einfüdt, biefe auf ben gefrorenen Jiovf auflegt unb fo lange erneuert, alb ob bie £cftigfeit ber Bufäde erheifcßt unb ber «Rranfc ob juläßt. fVafl immer iß bie (Smvßnbung, welche bab Gib Verurfadß, für ben Jtranfen fo höchft wohltljuenb, baß felbft heftig vhantaßrenbe .Rranfe biefc SSlafen mit feß an ben Jiovf brüdcn. SBirb ihnen aber bab Gib läßig unb unangenehm, fo ifl ob auch albbann Beit/ bie SBlafe ju ent* fernen. 3ß feilt ®ib ju haben, fo wenbe man ßatt beffen bie ©d£mucf erfdjen Umfchläge (flehe SQr. 84) an, welche man albbann oft erneuert unb anhal* tenb llmfdßäge von bloßem falten QBaffer ßnb nur bann günftig wenn ber Umfdjlag forgfältig, fo wie er etwab erwärmt ifl, mit einem fri* fchen falten gcwcchfelt wirb. Sehr wichtig ftnb hier bie 2lbleitungbmittel, unb jWar ganj befonberb fühlenbe «Rhjßicre (f. SQr. 43), fühlenbe (f. 9lr. 22) unb fräftig wirfenbe Qlbführmittcl (9lr. 85), lauwarme fjuß* unb unb bei Bannern falte Umfchläge über bie @efcQIccQtötI;ciIez burd) welche oft bab heftigße $han taßren halb geßitft Wirb. 3n ben Qlbcnbflunbcn lege man ein großeb ©enfhßaßer auf bie ©d)en* fei unb SSaben, eb mäßigt bie Sieberhifce, minbert ben 33lutanbrang nach bem «Rovfe unb ifl beßhalb burdjaub nöthig. innerlich giebt man ben Salpeter (f. 9lr. 86) ober ganj einfach unter hab ®ctränf, fo baß 2 üuentchcn baVon in 24 ©tunben Vermehrt werben. £leb ift bab Verfahren, weldjeb man beim erßen Auftreten ber «Rranf* heit ju beobachten hat; im ferneren Verlaufe wirb aber bie ©chanblung bie* fer ftctb mit ber größten ®efahr für bab Sehen Verbunbenen (Sntjünbung Viel ju feßwierig, alb baß fte I;icr angegeben werben fönnte, ba ohnehin hierbei ärjtliche <§ülfe unerläßlich iß. Uebrigcnb iß bie forgfältigße 33erüdßd;ti* gung ber äußeren ©inwirfungen auf ben Jtobf (2ibhalten beb £ichtb, auf* jochte ©tedung, fühle 2uft u. f. w.), ganj befonberb aber auf ben @eiß, im* mer von ber adergrößten 2Qid)tigfeit, unb beßhalb fann auch eine ver* nünftige gute Äranfenhßege hier mehr aubridßcn alb ade 2)?ebijin. § 75. SnuftüUbcit ober ber fogenannte Sitterwahnfinn muß mit ju ben entjünblichcn ßußänben beb ©ehirnb gejätet werben. (?r Iß eine beb 2)iißbrauchb geißiger ©etränfe, befonberb beb unb befädt ben £runnnbolb gewöhnlich nad) einer burchwachtcn Hlacht, ber foaher and; in ber SRegcl von biefer «Rranfheil fo lange verfchont bleibt, alb 136 er ungeflört feiner nächtlichen £Rut;e pflegen fann. 5)ie ©rfcheinungen hier» bei ftnb folgenbe: Biit Per unbejwingbaren Sucht nadf geizigen ©etränfen Verbinben olche £eute ein eigentümliches aufgebunfeneS SluSfehcn; fte werben ftumpf, mißmüthig, fte jittern befonbcrS in ben Korgcnflunbcn, wo audj il;r W?eni übclried;enb ift nnb wo fte Von unb Erbrechen gequält werben. <33 tritt Sdßafloflgfeit mit heftigen Bewegungen unb öfterem Sluffpringen au3 bein Bette Omälig verfchlimmert ftch biefer ßußanb, ber Jtranfe glaubt Spinnen, -Käufe, Jtrefcfe, Jtäfer ober fonft Heine um ihn ju fehen, babei jittert er lebhaft an hänben unb Füßen, Von welchem Sittern bie Äranfhcit ihren Barnen hat. hier fann nur paffenbe ärjtliche hilfe baS hart bebrohte Scben retten. Sfl biefe nicht halb herbei ju fetjaffen, fo mache man ©iSumfchläge unb gebe vier ®ran Brechweinftcin in vier Unjen beflil« lirtem SBaffcr aufgclöfl, wovon ber .ftranfe jweiftünblich einen Vollen Sßlöffel erhält. täglich wirb ber Brechweinftcin um jwei ©ran Vermehrt, unb wenn eS batyin fommt, baß ber Äranfe über ©fei flagt unb anfängt ftch ju erbrechen, fo läßt bie Schlaflofigfeit unb ba3 Srrcfcin nach, unb er ift für fo lange geheilt, bis nicht bie Trunffucßt neue Unfälle herbeiführt. Sie unffuept felbft aber muß als eine burdj üble ©eWohnheit herbeigeführte Jtranfheit betrachtet werben, bie in einem fehlerhaften ßu« ftanbe ber BevbauungSwerfjeuge ihren ®runb hat, burd) beren Ucberreijung ber ßetS ju erneuernbe ®enuß von geiftigen ©etränfen mit einer inflinfb mäßigen Bothwenbigfcit geforbert wirb. ScShalb fann bie Srunffueßt, felbft burd) ben beften unb ernfllichften BBiUen von Seiten beS Traufen allein, nicht beftegt werben, fo lange ihre im Körper Vorhanbene Söurjcl nidß getilgt worben ift. SieS gelingt jcboch in ben meiften fällen burd) bie Ketßobe be3 Dr. v. Brühl, fobtilb ber Jtranfe e3 nur einigermaßen bc= greift, baß feine $runtfu<ht eine Jfranfheit fei, unb er felbft feine Teilung wünfdft; Viele bereits in baS tieffte Berberben gefunfene Familienväter ftnb baburdf fiel} unb ben Shrigen wicbergegcbcn Worben. Sie ,t?ur iß fehr einfach unb befleiß barin, baß man au8 bern ber BSurjel beö rothen SnjianS mit etwas brei ®ran fdfwere Billen verfertigen läßt, Von welchen ber Jtranfc täglich Viermal fünf Stücf nimmt. Sabei muß er ein unb ein halbes Ducntdfen mit vielem Höaffcr Vermifcht täglich als ®etränf Verbrauchen. SiefeS Berfaßren reicht in ben meiften FäUen 1ßn/ bie ganje Jtörper« befdpffenheit beS trunffüdßigen SubjcftS auf bie wohlthätigfle unb auf« fallcnbfle Bßeife umjuänbern unb ißm BSibcrwiHcn gegen Branntwein einjitflößen. Bur in manchen Fällen, in benen bie jerftörenben Folgen ber Srunffucht befonberS ausgeprägt waren unb ein allgemein wafferfüdßigcr ßuQ.inb ftd) bereits ju entwicfcln beginnt, muß ju jeber Q3iUe |, j unb f .ätcr | ®ran Sifenvitriol Werben. Slucp bie fogenannte (Sfel* 137 für ßat ftcß in einjelnen Säßen gegen bie Srunffucßt Vorjügltcß bewährt. (Sie bcfteßt barin, baß man bem Jtranfcn, bcr unter ber ftrcngflcn Qlufftcßt ju beobachten ffl, aUe (Steifen unb ©etränfe mit Branntwein Vern' ifcßt ober in Branntwein gefocßt barreicßt; jur ber Äur Tann man ißm alle jwei (Stunben einen @ßlÖffel Von bcr BreCßWc'trtfteinslHuflöfung *Rr. 40 nehmen laffen. >§at ber .Rranfe nicht ben SBißen, von bcr Trunffucßt geßcilt ju werben, fo ftnb nicht bloS wieberßolte 'llnfäße Von ber fonbern anbere gewöhnlich mit bem Sobc enbigenbe ju befürchten. (Scßlagfluß fommt häufig vor unb wirb in ben meiflen Säßen feßneß töbtlicß, bocQ Wirb in einjelnen Säßen baS Sehen erhalten, aßein cS bleiben Zähmungen unb Blöbftnn juriief. 'tlucß >§aut= unb Baucßwafferfucßt ftnb oft bie Solgen ber $runffü<ßt unb beS (SäuferwaßnftnnS. § 76. Cßrcticnfjünbnttfl. SReßr ober weniger heftiger, oft uns erträglicher «Scßmerj, mit felbft äußerer (Smßßnbncßfeit am £>ßre unb Stcberrcijung ftnb bie Beießen biefer ©ntjünbung. Der (Scßmerj tt;cilt freß leidet bem ganjen Jtopfe mit, ja erjeugt woßl felbft Srrercbcn. 5lucß fann (Sntjünbung beS ©eßirnS babureß entfielen. 2)ian fann folgenbc Berfcßicbcns ßeiten biefer (Sntjünbung annehmen: 1) «Sehr häufig entfielet fie von äußeren Urfachen, Von frentben in'S £)ßr gcratßcnen Körpern, Von Verhärtetem Dßrcnfcßmalj, Snfeften, bureß einen (Schlag auf'S Dßr, reijenbe SUebifamente u. f. w. UBenn baS liebel feßneß entftanben ift, nur ein Dßr befaßen ßat, wenn eS von Sage ju $age junimmt, wenn ein (Saufen ober dämmern befonberS beim .tauen jugegen, vorjüglicß wenn ber .Rranfe noeß ifl, ober bie Jtranfßeit ißn int @rafe liegenb, feßneß befaßen ßat, fo fann man Vermutßen, baß 3nfeften, ober fonft ein anberer frember Vorher, ober Verhärtetes bie Bers anlaffung baju ftnb. Die genaue Unterfucßung beS DßrcS muß beSßalb nie unterbleiben. ®flefe gefeßießt, inbem man bett Traufen fo feßen läßt, baß bie «Sonnenflraßlen ißm in'S ©ßr faßen, ber Jtranfc muß alSbann ben 3toßf nach vorn biegen, worauf bcr Unterfucßenbe bie ©ßrenränber fo weit als möglich auSeinanber jießt. 3ft ein frember Jtörßcr vorßanben, fo muß biefer bureß einen SBunbarjt feßr beßutfam entfernt werben. £ie Bnfeftcn werben entweber bureß Del getöbtet ober bureß SBaffer, >§onig ober IBaumwoße entfernt. .Rann baS Verhärtete Dßrenfcßmalj nießt foglcicß entfernt werben, fo muß bieS bureß fanfte ©infbrißungen Von warmem SBaffer ober einer 2ftalvcnblüthen?2lbfocßiing erWeicßt werben. 3ft bie Urfacße entfernt, fo wirb bie Jtranfßeit aueß halb Von felbft aufs ßören. SBenn aber biefc nicht oßne einen feßr heftigen €Reij entfernt werben fann, wobureß bann bie ©ntjünbung nötßwenbig Vers mehrt würbe, fo feße man vorher einige auf ben fnöcßcrnen SSors fßrung biebt hinter bem ©ßrläßhcßen, gebe ein füßlenbeS Slbführmittel (fteße 138 SQr. 22). 2luf jebcn SaU muß man ein Scinwanbläppcßen über baS Oßt ßängen, um ben nacßtßciligen Einfluß ber äußern Suft baVon abjußalten; baS Dßr mit Saumwolle voUjuftopfen ift ßöcßft fcßäblicß, Vortßeilßaft aber ift baS Einbringen eines StücfcßenS ungefaljencn SpecJeS. 2) £>ie f atarrß alifcß = r ßcumatifcße DßrensEntjünbung. £>icfe Cßrenentjünbung entfteßt bureß Erkältung, Slnweßcn einer feucßten Suft, unterbrücfte Siegen auf feueßter Erbe. «§ier ift ber Scßmerj anfänglich bunfel, ftecßcnb, öfters gänjlicß naeßlaffenb, enblid) wirb er heftig anßaltenb unb bureß bie Bewegung ber Jtinnlabe vermehrt unb breitet fid) immer mehr unb mehr auö; babei verminbert fteß gewößnlicß baS ®eßör. JDiefe Entjünbung wirb Von einem fatarrßalifcßen Sieber begleitet, baS gewößnlicß mit einem heftigen Scßnupfen, Scßlafloftgfeit unb heftigem Jtopffcßmerj, juwcilen auch mit @eftcf?tSrofe unb Dßrenbrüfcnge» fcßwulft Verbunben ift. 2lm britten ober Vierten Sage jeigt ftch mit Erleid)« terung ber ganjen Jtranfßeit ein eiterähnlicher 2IuSfluß. - Sft baS Sieber heftig, fo läßt man ju Qlber; ift eS gelinb, fo trerben Slutegel um baS ganje £)ßr herum iu Verfcßiebenen Skalen angelegt ober Schröpftöpfe an ben 9laf» fen gefegt. innerlich giebt man ölitrum (SQr. 23) unb füßlenbe Slbfüßr« mittel (SQr. 22.) - 3ft bie «Rranfßeit im begriffen, fo wirft man gelinb auf bie £aut unb giebt bie -Dlebijin 9lr. 26; jugleicß legt man ein fpanifcßeS Siiegcnpflafter in ben Olacfen.-£at ftch aber ein 5lb|ceß gebilbet, welcßeS man barauS erfennt, baß unter Sröfteln bie früher heftigen, fteeßen« ben Scßmerjen ftch einen bumpfen, flopfenben Scßmcrj VerWanbcln, bann fud)e man biefen bureß erweießenbe Säßungen unb Umfcßläge jur üteife ju bringen. 3« ßiefem Btoetf bienen Scßwämme, in 2KalVenblüthen=2lbfocßung ober in warme STiilcß getaucht, auf baS Dßr 5U legen; in baS Dßr felbft läßt man laue SDlilch ober £)el fließen unb legt einen eriveichenben beruhigenben Umfcßlag hinter baö ©hr« Ceffnct fteß hierauf ber 2lbfceß, fo heilt er in ber (Regel Von felbft, tro nicht, fo bebarf man chirnrgifcßer £ü/fe. 3) ES wirft fteß eine anbereÄranfßeit auf baö Dßr unb erregt hier eine Entjünbung. 33eim entjünblicßcn Seitenfticß ift bieS ein feßr günftigerSaU, benn oft werben bie Jtranfen babureß gerettet, «häufig beobachtet man bieS beim geftopften QluSfluß auö ber Harnröhre, beim geftopften Weißen Sluß unb S)urcßfaU. 4?fer mäßigt man bie Entjünbung, wie bereits angegeben, ben geftopften SluSfluß aber muß ber Qlrjt wieber in ®ang bringen. 4) ©ie Ohrenentjünbung entfteht bureß einen Dleij in ber SKünbßößle, j. 2?. beim QlnSbrucß ber Sacfenjäßne, bureß einen Baßn unb burtß anbere Jtranlßeiten ber SDiunbhößle. 5)aß biefe franfßaften Buftänbe erft entfernt Werben muffen, bevor bie Entjünbung fteß jertßeilcn fann, verfloßt freß Von felbft. Sßon bem ©ßrenfluß, welcher gcwoßnlicß mit einer fcßleicßcnben Ent« jünbung verbunben ift, wirb in einem befonberen Jtapitel bie (Rebe fein. 139 § 77. 2lußcnent)ün&ua(j. (Sie Befällt entweber bie ober ben Augapfel allein, ober t-eibe 5£(;ei£e ftnb jugleieß entjünbet. «Rein für alle fyälle gleicß paffcnbcß SSerfaßren gießt eß ßier, beim unenblicß fers fcßiebcnc Urfaeßen liegen biefer ©ntjünbung jum ©runbe, welcße allein Bet ber 93eßanblung genau Berüefjießtigt werben muffen. 9lur in ben leüßteften fyällen fann eine gehörige CeBcnßorbnung unb eine füßlenbe, aBleitenbe '13e= ßanblung außreießen, um biefe ©ntjünbung ju Befämpfen; gewößnlitß ift man aBer genötßigt, ju einer ernftßaftcn inneren «Rur ju feßreiten. Darauß fann man aBer erfeßen, wie nacßtßeilig eß oft fein Bann, wenn man glauBt, baß ein Mittel, welcßeß in einem 5alle gute Dienfte geleiftet ßat, immer mit SRußen angewenbet werben fönne, unb wenn man bcSt;a!b auf bie erftc Befte (Smpfeßlung ßin von bemfelBen ©eBraucß maeßt. Die 42lugenentjünbungen entfteßen nießt immer bureß äußere feßäblicße ©inflüffe, nein, in ben meiften fällen liegt ißnen eine innere «Scßärfe jum ©runbe; ber ©ießtftoff, bie AJuft« feueße, «Rräge, Sfropßeln, golbne Albern, feßarfe ©alle, alleö bieß fann fte erjeugen, wo fte bann aBer aueß nießt eßer weießen, alß Biß biefe franfßaften 3uftänbe grünblicß Befcitigt worben fmb. SoBalb baßer eine yiugencntjünbung nur etwaß ßartnätfiger Qlrt ift, fo fäume man nießt, fteß grünblicßen ärjtlicßcn Dlatß ju erßolen, benn leiber nur ju oft ging bureß fo eine fträfließe ßögerung baß 42lugenlicßt für immer verloren. 4?ier fann ba= ßer aueß nur Von ben leicßteften Wirten ber Qlugcncntjünbung bie Diebe fein, Wie fte Bei fonft ganj gefunben 2)icnfcßcn jum SSorfeßein fommen; benn ift jugleieß ein innerer «Rranfßeitßftoff im «Rörper Vorßanben, fo gefeilt fteß biefer bann ganj fießer ju jeber 2lrt von 'llugcnentjünbungen mit ßinju, felBft Wenn fte auß einer ganj einfachen äußeren Urfaeße entßanben war, wobureß ber Suftanb bann aBer ein gemifeßter wirb, ber nießt meßr fo leießt ju Bes ßanbeln ift. A. Die fatarrßalifiße Slugenliberent jünb ung entfteßt mit 3uefen unb gefcßwoUenen Qlugenliberränbern. Die Bewegung ber ift fcßmcrjßaft unb erfeßwert, bie «Rranfen Öffnen fte nur ungern, unb feßarfe, bie Umgegenb Wunb maeßenbe Dßränen ergießen fteß inWtfenge üBer bicfcIBen. 93ei ßeftiger ©ntjünbung wirb baß eilige ganj trotten, mit bem ©efüßl alß oB <Sanb fteß jwifeßen ben 5(ugenlibern Bcfänbe. 93ci ber «Rranfs ßcit minbert fteß Sutten unb bie Brcnnenbcn (©eßmerjen; eß entfteßt nun eine eitcräßnließe QlBfonberung, burtß wcltße bie 4iltjgenlieber in ber Dlatßt Vers Hebt werben, unb welcßc bann lange Seit ßartnätfig fortbeflcßen fann. Urfacßen: 3BiitcrungßwccßfcI, vcrftßloffcne unb VerborBene ßuft, SBafcßen mit unreinem SBaffer u. bgl. Die «Rranfßeit verftßwinbet bei fonft gefunben 2)lenffßcn oßnc alle «Runftßülfc, Bloß bureß ein geßörigeß QJerßalten, wenn fte nießt in einem ju ßeftigen®rabcvorßanben ift. 2)leßr iftfle ju füreßs ten Bei fränfließen, gießtifeßen, ffropßulöfen unb venerifeßen HJerfonen, fo wie 140 bet SQeugeborenen unb bei ©reifen. (Von btef er Slugcncntjünbung ter SQcn- gcborenen wirb bei ben «Rinbcrfranfheiten bie Otebe fein.) Vchanblung. Sei ben leichteren ©raben genügt Vcrbunfclung bcS ßimmerS, Vermciben ber «Rälte, beS VSinbcS, ber unreinen £uft unb ber fpirituöfen ©ctränfe. Jtälte hier auf baS 2luge angewanbt, erleichtert jwar für ben 2lugenblicf, verfchlimmert aber nachher baS Uebel. Vci auSgcbilbetcr heftiger ©ntjünbung, bcfonberS wenn baS 2luge felbft mit ergriffen ift, ift ein überlaß unb nach biefetn baS Anlegen Von 12 bis 15 Vlutcgeln hinter bie Dhron ttötfug. innerlich bebanbelt man biefe ©ntjünbung je nach ihrer 'fpeftigfeit entweber wie ein einfaches ober wie ein entjünblichcS «Ratanhals fieber (f. § 62.) 3u ©nbe ber ©ntjünbung lege man ein fpanifchcS genpflafter in ben Vacfen ober bei fehr ©mpfinblichcn jwifchen bie Schultern. SaS 2lugenwaffer £Qr. 87 leiftet bei klugen* unb SlugenlibcrsSntjüus bungen bie horrlichften Sienfte. VefonberS bei einem feparfen Shräncnfluß übertrifft eS alle anberen Mittel. ftrifch entftanbene fatarrhalifche unb rheumatifche Slugcnentjünbungen öS fchncU unb grünblid), ohne Vitr= ganjen unb ohne fpanifeße fliegen. Vci langwierigen, auf einer Schärfe ber Säfte beruhenben 2lugcnentjünbungen linbert cS bie Vefchwerben ungemein unb fchafft große ©rleichterung. Vci großer 91 ei jb ar f eit unb £ ichtfcß eu wirb bern 2lugenwaffer noch ein Quentchen bitteres SRanbclwaffer hinjuge* fe£t. - 9Ran wenbet eS 4 bis 62Ral täglich an. Damit aber ja feine Väffe am 2luge jurücfbleibe, fo troefne man baffelbe fogleicß mit einem weichen, reinen Seinwanblappchen ab. Stimmt bie ©ntjünbung einen hnrtnäcfigen, langwierigen Verlauf, unb ift fie mit einer eiterartigen Qlbfonberung Vers bunben, bann paßt bie Salbe SQr. 88; innerlich gebe man aber bie Vulver 9lr. 89. B. Sie Qlugenentjünbung Von äußerer Verlegung. Sie ©rfeßeinungen flnb hier äußerft verfchieben, je nadf ber 2lrt unb ©cwalt ber Verlegung unb nach ber Rörperbcfchaffcnheit bcS VefChäblgten. 3ft baS 2luge ftarf verlebt, fo entfloht ein heftiger fpannenber Schmerj, ber bis in bie Siefe bringt. Schnell überjicht eine 9?öttje baS Sßcißc im 2luge, unb baS mit einer heftigen ©efchwulft freß bebccfcnbe 2luge tritt wie ein Stücf ros heS jwifchen ben Slugenlibcrn hervor. Ser 2lugenftern verengt ftch, wirb unbeweglich, grün unb rotb. Set Jtranfc erbllnbet unb nur im Innern beS 2IugcS ficht er leuchtenbe Körper. *£>ierju gefeilt fiep halb früher ober fpäter ein heftiges fieber mit Srrerebcnunb Erbrechen, ©rrcicht bie Äranfs heit eine bebeutenbe <f?öhe, fo geht baS Qluge enblich cfanj verloren. Ur fach en 1) frembc Jtörper, bie burch in bie klugen gc* rathen, Qlugcnwimpern, $aare, Sanb, Staub, «Ralf, hülfen von <§irfe, Sas bacf, Stücfcben Von 3«<?er, ©iS, 3nfeften. 2) SBunbcn, 3) Scharfe Sünfte, j. 93. auS ben Abtritten. 4) Duetfchungen burch unb borgt. 5) Verbrennung mit Söaffer, Del, Schießpulver, ungelöfchtem «Ralf, 141 fcßarfer Sauge. 6) !Durcß IJiaiuß, Snfeftenflicße, fpanifcße fliegen, «Senf, unb fo weiter. ©eßanblung. Bunäcßft muß her frembe «Körper auS bem Sluge ent« fcrnt werben, woju freiließ feßr oft bie <§ülfe beS ©JunbarjteS nötßig fein Wirb. 3n letzteren S'ädcn gelingt bie§, trenn man baS Sluge fleißig mit Warmem ©Jaffer wäfcßt ober ©lilcß eintröpfelt, beffer aber noeß, trenn man baS Singe mit einer flcinen ©priße fanft reinigt, ©leiben noeß einige <5tüef« eßen biefer «Körper jurücf, fo fann man fie am beften mittelft eines ©infelS, ber vorßer mit ungefaljener ©utter beftrießen irurbe, auS bem Sluge feßaffen. ©inb ßarte «Körper, als (©pißen von Rebern, SQägeln u. f. w., jwifeßen bie Slugenliber geratßen, fo Vermeibe man baS Reiben. Ungelöfeßten «Ralf fuetje man nießt bureß ©Jaffer auSjufpülen, fonbern man bebiene fieß ßierju eines mit ©uttcr beftrießenen feinen ©infelS. 3 ft ber frembe «Körper entfernt, bie jurücfgebliebene Sntjünbung aber ßeftig, ober fann berfelbe nießt ßcrauSgebraeßt trerben, unb ift ber «Kranfe jung, Vollblütig unb Von fräftiger SeibcSbcfcßaffenßeit, fo muß man einen fräftigen Slberlaß veranftaltcn, bann ©lutegel in geßöriger Stenge ßinter bie Dßren feßen unb überßaupt fo wie bei ber ©eßirnentjünbung unb bei bem ©ntjünbungSßeber Verfaßrcn. £ie «Kälte, befonbcrS ßiSblafen ober Scßnee, ununterbroeßen angeirenbet, ift ßier ba'S <£>auptmittel, trelcßeS in ben Ver« jtrcifeltften gälten, wenn baS Sluge nießt bureß bie frembe ©etralt ganj jer« ftört würbe, baffelbe oft noeß retten fann. - $aS Sießt muß bureß ©erbun« felung beS ßimmerS, bureß leicßtcS ©ebeefen beiber Slugen, felbft wenn nur baS eine verlebt ift, mit einem grünen Slor, aber ja nießt bureß fefteS ©er« binben abgcßalten werben. C. Sie rßeumatifeß «fatarrßalifeße SIugen = (?ntgünbung. JDabei entfloßt ein halb bumpfer, halb fteeßenber Seßmerj, ber fteß aueß über bie benaeßbarten Sßcile beS SlugeS verbreitet, eine ©lenge Heiner ©lutgefäße werben in bem ©Jeißcn beS SlugeS fießtbar unb geben bemfelben eine halb blaß«, halb bunfclrotße Färbung, babei ift Sießtfcßeu unb oft ©crbunfelung beS ©efießts - Grtältung ber <§aut unb ein Suftjug, ber baS Slttge traf, ftnb bie gcwößnlicßen ©eranlaffungcn. 4?äuftg ftnb nebft bem Slugenübel aueß noeß anbere rßeumatifeße ©efeßwerben Vorßanben. SDlan ßüte fteß ßier vor allem S)rucf auf baS Singe, feßüße eS bloß gegen baS Sicßt, lege ein ©lafenßflafter in ben ©aefen, laffe neßmen unb ben «Rranfen im ©ett bleiben. Sie übrige ©eßanblung ift biefelbe wie bei ber fatarrßalifcßen ©Jütßet ber Scßmerj aber feßr ßeftig unb anßaltenb, fo löfe man 6 bis 12 ®ran Dßium in feinem eigenen Speicßel auf unb reibe bamit bie@egenb über ben Slugenbraunen. 4?at bie (Jntjünbung unb felbft bie fpäter erfolgenbe eitriß=fcß>Tetmige Slbfonberung jwar etwas nacßgelaffen, bleibt aber eine meßr ober minber 142 ftarfe fRötßung mit Qluflocferung unb Maftger Auftreibung ber Augcnßaut, berbunben mit einem gewißen Untermögen, baS ßelle £icßt ju feßen ober bie ©egcnßänbe feßarf ju unterfeßeiben, jurücf, fo tßut folgenbe Salbe feßr gut: 9limm: SBeißen einen ©ran, ungefaljene Sutter ein £}uentcßen, einfaeße £wiitm=$inftur ein Strupel; AbcnbS jwifeßen bie Augenliber eine Sinfe groß ju ßreießen. ©egen eine naeß gänjlicß gebotener ©ntjünbung ßier oft juriitfbleibenbe (Smßffnblicßfeit, Bei welcßer jebe Anßrengung beS AugeS unb Sßcränberung in ber £uft eine leießte Olötße ber Augenliber, £icßtfcßeu, unb ßittern beS AugeiilibeS bewirten, ift folgenbe Salbe, welcße 2 - 3 mal täglicß in ber ©roße einer Soßne über ben Augenbraunen eingerieben wirb, feßr ju ntpfeßlen: £Rimm: S'ßebaifcßeS Pulver 1 Strubel, ©ierbottcr 3 Strubel. § 78. 3ßre Bcicßcn ßnb berfeßieben, je nacß= bern entweber bie Stßeile beS «fJalfeS, welche jum Schlingen, ober biejenigen welche jum Atßmen bienen, borjugSweife entjünbet ßnb, benn eine genaue ©rcnjlinie ßnbet beiben nießt ßatt. A. Die als ent jü nbun g ber $ß eil e, welche jum Scßlin® gen bienen. >§ier iß baS Atßemßolen nießt erfeßwert, bagegen ßnb meßr Scßmerjen beim Scßlucfen; ber Jtrante fann einen großen Siffen mcißenS leießter unb unter weniger Scßmerjen berfeßluefen, als einen Heinen unb ©es tränt. 3e meßr bie oberen Jßeile entjünbet ßnb, beßo ßcßtbarer iß bie SRötße unb ©efcßwulß. Die SRanbeln ßnb oft fo ßart angefcßwollen, baß ße ßch cinanber berühren unb ben £alS feß berfeßliefjen, ober baS ßäßfcßen hängt auf ber ßunge unb maeßt bann baS Scßlucfcn BefonberS fcßmerjßaft Die ergriffenen £ßcile, ton benen auS ßcß ber Scßmcrj oft HS in bie CI;reu ßin erßrccft, ßnb anfänglich troefen, ßeiß, leießt gerötßct. SDiefe ©rfeßeinun« gen nehmen bis jum 3ten, 5ten, feiten bis jum 7ten S'age §u, wo bann naeß einem meßr ober weniger heftigen Scßwciß baS Sieber (wenn eins jugegen War), terfeßwinbet, unb mit einer ßarfen s2lbfonberung ton jäßem Scßleim bie «ÖalSbefcßwerben nacßlaffen unb bann halb gänjlicß terfeßwinben. B. Die 6nt jünbung b er jum -4 tßmen bienenben $heile. <§icrju gehört ber «Rchlfoßf unb bie Suftrößre. Sinb bie Jßcile beS Scßlin« genS nießt mit ergriffen, fo bemerft man feine (Rötße unb ©efcßwulß in ber SRunbßößle, bagegen iß baS ?ltßcmßolen feueßenb, ßfcifenb, berbunben mit einem meßr ober weniger fcßmerjßaften, framßfßaftcn unb feßr quälenben 4?tißcn; bie Stimme iß beränbert, pfeifenb, fein, ßeifer, fräßenb. 3m «RoßU topf empßnbct ber Jtranfe ßarfe, ßeeßenbe Scßmerjen, unb gemciniglicß be= merft man aueß äußerlicß etwas ©efcßwulß, £Rötl)e unb 45i£c unb Sermeßs rung ber Scßmerjen beim äußern Drucf. Unfälle bon >§ußcn unb fclbß ®rs ßicfungSfälle werben BcfonbcrS beim Printen unb Scßlucfen rege. DaS ©es tränt fommt ßäußg bureß bie SQafe wicber ßervor. Sißt bie ©ntjünbung 143 tiefer in ter Luftröhre, fo Vermehrt tag ter (Speifen nidßt inte mer ben feftftgenben ftechenben <Sd;merj. DaS 2lthemholen ift bann notfy befdfirerlicher, bfcifenb, unb befonberS burdf vieles (Sprechen entfielen 2lrt' fälle Von frampfhaftem duften, Diefe ?lrt ter halSentjünbung ift immer bebeutenber als bie erftcre, befonberS aber h?äd}ft bie ©efahr mit ber heftige feit beS Fiebers, unb bann fann felfcft ber Job burdj (©tictflufj ober Schlage ftufj erfolgen. U r f a d) e n. «gieriger gehört bie fatarrhalifdfe SBitterungSbcfdfaffcns heit, baS Kafern= unb baS (Scharladfgift, ©rfältung beS 4?aIfcS Von aufjen ober von innen bitrd) falteS Printen Bei ©rhitung; ftarfeS (Schreien, <Stn» gen, (Sprechen, Olafen Von Snflrumenten u. bgl. Die in ftolge ber Suftfeucfye gehört nicQt hierher. Teilung. Die Vorjüglichfte Olücf Verbicnt hier ftetS baS fieber. 29 ei ber f atarrlf altfcljcn halSentjünbung fehlt biefeS jtrar, ober eS ift nur äufjerft fchtrach. 29 ei gänjlid;cm -Kangel an fieber genügt £Rutje, milbe ©etränfe, fparfame Diät unb »rottene Umhüllung beS <§a!feS, benn biefer äufiere Oieij Befreit bie inneren Steile, trenn bie ©ntjünbung nidjt ju heftig ift. Jtalt barf ber Jtrante nichts genießen, 5ltteS mufi lautuarm fein. 2US SKunbiraffer genügt Ijier einfacher 2)ialVcn= ober mit etlraS SJJilch, ober laues 3 u (fern? aff er. DaS ßinimer barf aBer ber Jtranfe nidQt Verlaffen. DeS QlBenbS Vor bem (Schlafengehen nehme er ein faureS ßmfh Bab (f. 9tr. 90) unb trinfe einige Daffen trarme aBgefodfte Simonabe. gdeifd), gemürjte (Steifen, überhaupt aber ftarfe -Kabljeiten unb ©etränfe muffen vermieben trerben. 3ft bie halScntjünbung mit einem fatarrlfalifdten fieber Vcrbunben, fo ifl baS SQr. 28 unb barauf einige leichte $urganjen (f. SQr. 62) bie hefte unb fchnettfte hilfe. Sonft aber ifl ber (Salmiaf (f. SQr. 26) bie «hauptfache. 2lcuficrlidf reibt man baS f lü dj tig e £iniment inben umtricfelt biefen mit einem feibenen ober baumwollenen Satd? (l)ier nidft mit Flanell, tvie ©inige motten, benn biefer bann ju fe"ßr), ober legt auch (Sauerteig ober «Senfbflafter um benfelben. 3um ©urgeln bcbicne man ftd) beS mit etmaS ©fftg unb honig. 93ci ben heftigem ©raben ber halSentjünbung richtet man mit bem ©urgehraffer trenig auS, ja eS ifl felbft »regen ber babei notl;menbigcn 2lnftrengung ber leibcnben 2?heile eher nad;= theilig, als von beSlfalb ftnb bann bie lamrarmen bei »reifem vorjujicljen. 3« biefem SBeljufe bebient man ftdj anfänglich ber Str. 91 unb bei einiger Dauer ber 9lr. 92. - 93ci ben ©in» bie mit leichter hanb gefächert müffen, mirb bie Sprihe am SDtunb»rinfcl eingeführt, Jtinber müffen babei ben <Robf nad; Vorn beugen.- 3jt bie Sdjlcimabfonberung im hälfe unb SJiunbe fcfir ftarf, iraS gewöhnlich ju ©nbe ber ©ntjünbung ber $att ifl, bann Verbient baS SDiittcl SQr. 93 als ©urgehraffer ober ©infyrifcung ben 2?orjug. fQnn mnn ann 144 auch mit Vu|cn her Vlittel Vr. 94 unb SQr. 95 beb i en en. 23ortrefflid) wirft bei jeher $alSentjünbung baS öftere Verfchlucfen eines Teelöffels Votl-Diaul» beerfaft ober auch baS Säftchen Vr. 94. Erreicht bie Entjünbung einen noch Ijöljeren ®rab unb fteigt baS Sieber bis ju einem Entjünbungöficbcr, fo muß man jur Slber laffen,Vlutegel unb bie Pulver SQr. 86 reichen. Sie Vlutegel bürfen aber nicht anbcn'&alS felbft angelegt werben, benn in ber Vähe ber entjünbeten Stelle Vermehren fte burd) ihren Veij ben Buflufj bcS VlutcS baljin, nur in einiger Entfernung baVon Wirfen fte ableitenb. Sluch ift ber £alS, namentlich bei Jtinbern, ein fel;r gefährlicher Drt, um Vlutegel bort anfaugen ju laffen, leidet fann burdj Unfunbe ober hier eine töbtlidje Verblutung veranlagt werben. 2ftan trät;le baljer lieber baS Vruftbcin ober bei 2)iäbd;en unb jarten Srauen, um fichtbare Starben ju vermeiben, ben Teil *>eS VacfenS unmittelbar am Otanbe ber £aare; h*er fe§e man nT Maßgabe beS SllterS, ber .ftörperbe« fchaffenheit, ber Entjünbung unb beS SieberS 8, 10, 15-20 Stücf unb un» tcrhalte bie Vachblutung 2 St unb en lang. 3 ft bie Vlutung gefüllt, fo be> beefe man einige Beit barauf ben ganjen Vorbern Teil beS £alfeS mit einem Stücf £einwanb, welche man Vorher bief mit ber grauen Salbe be» ftridjen hat. SieS läjjt man 10 -12 Stunben liegen. But Einfprifcuhg bient in folgen Säßen baS Mittel Vr. 91. 0. Sinb bie Luftwege entjünbet, fo ift alSbann ber Saß immer be« Deütcnb. Vlutegel fann man babei nie, fehr oft aber auch ben Slberlaß nicht entbehren; auch ift bie tßnwenbung ber grauenSalbe unb bcrVulver Vo.86 hier ftetS erforberlich. Statt ber Einfpri|ungen bebient man ftch hier mit großem Vorteil ber Warmen Sämpfe, nur h«t*e man Sicht, baß man ftd) burch biefe ben <§alS nicht verbrennt, waS leicht gefthehen fann, wenn man fte ju heiß anwenbet. SJian verfährt babei auf folgenbe Slrt: Reißer SHe» berthee unb SJlilch tmrb in ein Sövfchen gegoffen, man mit einem Trichter bebccft, bie Svifee bcS Trichters wirb in ben 2)iunb genommen unb bie SJämvfe auf bie Slrt burch baS Einatmen an bie leibenben Te^c I;inge= leitet. Saure Sußbäber mit Senf gefchärft (Vr. 90) bürfen hier nicht un= terbleiben, unb ift bie fehr bebeutenb, fo muß nach ben Vlutentlee« rungen ein fpanifcßeS Slicgenvflafter auf ben £alS gelegt unb einige Beit in Eiterung erhalten werben. 3ft ein Sieber vorhanben, fo verfährt man wie beim Äatarrhalßeber (f. § 62), ober bei großer <£>eftigfcit wie beim Entjün» bungSßeber (f. § 54).-Sßenn aber nach ber gehörigen Slnwenbung beS ent« jünbungSwibrigcn Verfahrens baS liebel bennoch nicht weichen will unb felbft gefahrbrohenb wirb, fo ift alSbann baS Vrechmittel Vr. 28 baS befte unb Vorjüglichftc Mittel, wie überhaupt auch bei jeber anbern 21 rt Von >§alS= entjünbung. D. Sie eite mb e jünbung. Sie entjünbliche Vräune ber geljt juweilen in Eiterung über. Saran ift entweber 145 bie <§eftigfeit ber ®ntjünbimg ober eine fehlerhafte, nicht genug »irf panblung fdjulb, ju»eilen aber auch e'ne eigene Steigung baju, fo bah fte TaU niemals verhütet »erben bann. Silan finbet baher häufig ©erfüllen, bieburch bie leicpteften Urfachen ftep eine folche citernbe ©räune jujiepen unb fte in einer Oteipe von Sapren öfter überftepen muffen. <§at überhaupt einer eins mal eine folche ©räune gehabt, fo befommt er fte leicht »icber. 2Äan hat ben 5aH übrigens ju Vermuthen, »enn nach 3 - 4 ©agen bei fortbauernbent lieber ftch bie 45eftigfeit ber Srfcpeinungcn niept unter 2luS»urf einer biefen, fcpleiniigen, jähen SWaterie Vernünbert, fonbern eher noch junimmt. £ier jiepe man bann bie Dämpfe von unb SJlilcp ein unb lege um ben <§aIS unb hinter bie Dpren ©reiumfepläge von ben er»eicpenben © p e» jieSober von Scinfamen unb Bleien unb palte feigen in SJlilcp gefoept lange im SDlunbe. .Rann ber Jlranfc fdfylingcn, fo gebe man bie SJlixtur Str. 61. - 3ft ber Slbfcefj fepr grofj, fo bann (Srfticf ungSgefapr barauS entfteben. ®r muh alSbann fcf?leunigft burep einen SBunbarjt geöffnet »erben. ®es »öpnlicp fpringt aber baS binnen 24 ©tunben Von felbft auf. Der ,ft raufe ift alSbann »»uf einmal Von allen feinen Dualen befreit, nur muff er noch einige Seit bie »armen Dämpfe einjtepen unb bie erften Sage nach ber Ceffnung nichts 9ReijenbeS, ©cparfeS geniepen. ©leibt nacp ber Deffnung beS 2lbfceffeS ein ®efcp»ür im <§alfe jurücf, fo bebiene man fiep beS ®urgeI»afferS 9lr. 96 ober Stimm: fVIiebertpee 8Unjen; efftgfauren ©almiafliquor, ntofenponig, von jebem 1 Unje. ®S giebt SJlenfcpen, bei benen bie ge»iffermapcn jur ©emopupeit »erben. ©obalb biefe bie erften ©puren beS perannapenben UebelS nterfen, ift öS gut, »enn fte fogleicp öfter bie »armen Dämpfe Von j»ei ©peilen unb einem ©peil ©Beingeift einatpmen. Defter gelingt eS babtircp, bem SluSbrucp ber vorjubeugen, »oburep bann auch julept bie Steigung bajtt gepoben »trb. 3ttireilen verläpt eine oft »ieber« feprenbe fcpleicpenbe ben Jfranfen Sllonate lang niept; bann umlege man ben <£alS, befonberS bie Stacht über, mit einem biefen, ebenfalls mit flücptigerSalbe bcftricbencm ©tiiefe Flanell; ber barauf erfolgenbe ftarfe örtliche ©cp»eiü peilt bann bie Jtranfpcit. Snnerlicp gebe man bie ©ulver SQr. 89. ®in <§auSmittel, baS fiep oft fepr »irffam jeigt, ift ein ®urgel»affer Von in SBaffer aufgelöftem ©tärfemepl. DaS fragen eines cp»arjen obciblauen »ollcnen ©anbeS fepeint bttrep ben erregten örtlichen <§autreij in btr Dpat oft Von SRufjen ju fein unb bie Uiücffepr ber «galSents jünbung ju:'verpüten. 3n biefer ©ejiepung ift jebo.p @urgel»affer 9lr. 97 vorjüglicper, befonberS »enn babei noep foIgenbeS Pulver genommen »irb. Stimm: tllaun 5 ®ran, Jtampper einen halben ®rtin, 3«tfer 10®ran. hiervon »irb täglich 2mal ein ©tücf genommen unb bamit einige ©So* Der §au3arjt. ' 146 eßen fortgcfaßren. <§ilft bloß nictjt, fo liegen bem liebel Jlranfßeitß' jcßärfen, Sfropßeln, ©ießt, Otßeumatißmuß u. f. w. jum ©runbe, wclcße bann entfernt werben muffen. Dft ftnb auch bie unb anbere Unterleibß=Jtranfßeiten bie Sßeranlaffung folcßer fletß wieberfeßrenben «§alßs entjünbungen, welcße bann nicQt feiten burdj OJlariafreujbrunn, Jtifflnger, ben «Rarlßbabcr Brunnen, ben natürlichen ober and) f fönnen ge= ßeilt werben. 5)en beften Scßuß bagegen gewährt jeboeß eine regelmäßige SBafferfur mit täglichem Scßwißen, «Raltbaben, falte SBegicßungcn unb fragen Von naffen llmfchlägen. SBleibt nach überflanbencr <§alßentjünbung eineQlnfcßweHung berOJlan» beln jurücf, fo bient folgenbeß ©urgelwaffcr. Olimm: beftillirteß SBaffer 7 Unjen, <§onig 1 Unje, foßlenfaurcß Olms monium 4 Sfrupel. § 79. her inneren 9tnfenljant ofeer fcer (Sdnnipfett. Sie ©rfeßeinungen bei einem gewöhnlichen Schnupfen finb Sebcrmann befannt, unb Sebermann weiß eß, baß er in ber Oiegel ein ßöcßfl unbebeutenbeß liebel ift. Olllein nidjt immer gehört er ju ben leichten Jtranf- ßeiten; namentlich finb eß ©reife unbJtinber, benen er oft verberblich werben fann. So werben juweilen Jtinbcr wäßrenb eineß Scßnupfenß Von Jträmpfen befallen, worauß man fleht, baß bie Sntjünbung ber inneren <£aut ber Olafe, benn eine folcße ift ja nur ber Schnupfen, ftch biß auf baß ©eßirn außge* breitet ßat, unb auß berfelben llrfacße ftefjt man bcßßalb bei biefen oft ben ßißigen Oßafferfopf babei jum Sßorfchein fommen. S)aßcr hüte man fleh bei Jtinbern, wenn biefe wäßrenb eineß feßeinbar leichten Scßnupfenß plöfclicß Von Krämpfen befallen werben, biefen alßbann frampfflillenbe Olrjncien ju reichen, benn baß Sinjige, waß fle ßier retten fann, finb unb ein flreng entjünbungßwibrigeß Sßerfaßren. Olber auch bei alten Leuten fommt eß nicht feiten Vor, baß freß ein Schnupfen auf baß ©eßirn wirft. 23ei ganj gefunben Ollenfcßen hinterläßt biefe «Rranfßeit Woßl nur äu* ßerfl feiten langwierige OBefcßwerben; aber anberß Verhält ftch 'Sache bei ffrophulöfen, fforbutifchen, gichtifchen, befonberß aber venerifeßen benn bei biefen entflohen bann oft bie ßartnäcfigftcn unb allcß um ftch ßcrutn jerftörenben ©efeßwüre. £>och fönnen auch bei fonjl ©efunben unb ©rWacß® jenen in Solge eineß einfadjen Scßnupfenß feßr verfeßiebene, namentlich aber mannigfaltige Olervenfranfßeiten entließen, bie bann meßt eßer weießen alß biß man ißre Duelle, ben Schnupfen, erfannt ßat. ©encigt jum Schnupfen macht: baß finbliche Ollter; biei®ewoßnßeit, ben Jtopf ftetß vcrßüllt ju tragen; Stußlverflopfung; golbene Olbern; ge= woßnte ©eftchtßrofe, bie nidjt jum Sßorfcßein fommt; bie Seit ber OJlonatßr petiobe; 33Iuh unb SAUienVerlufl unb bie Einlage jur ©idßt. ©rregt wirb ber Schnupfen bureß bie allgemeinen Urfacßen beß <Ra* 147 tarrhalfieberS, burdj baS Frühjahr, ben SBinter, burd) abirechfelnbe SEittes rung; Staßirerben unb Erfältcn ber £änbe unb gmße, nahes (schlafen am Ofen; Suftjug, befonberS bei erbittern Jtörper, SQac'ßtreifcn bet fcfyr fragen; unb burd? einen beginnenbcn Stafenpolppcn. Ein einfacher (schnupfen ofme fieber verfdnrinbet, trenn man ftch län= gere 3fit in freier ßuft beiregt, nadjher aber ben warmen Ofen unb ein ju warmes ßimmer mcibet, bagegen aber fetyr oft unb fo antyaltenb als möglich falteS äßaffer in bie SQafe jieht. (sid; fehrwarm im eingefdjloffenen Bimmcr galten, verlängert bie Jtranfheit. 33ci geringem ober ganj unterbrütftem 2IuSfluß auö ber Stafe wirft ber JDunft von Efftgfäure, 10 Minuten burdj bie SQafe eingejogen, günftig, inbern bieS ben 2luSfluß herfteüt unb beförbert. Ein (schnupfen mit .Ropffchnterj unb fSiebcrbewegungen wirb mit fauren gußbäbern, Enthaltung beS «Jletfcf'eS, ber geiftigcn ©etränfe unb überhaupt wie ein Äatarrhalßeber behanbelt. <§at ber (schnupfen bie (Stirnhöhlen ergriffen, fo ift bie «Rranfheit fdfon Von größerer benn eS fönnen höd;ft bebenfliche 3ufälle barauS entftehen. 9)lan erfennt bieS an einem @efüt;l Von (Spannung, SSollfein, in= nerer 4?ifje, an ben bie halb bumpf, halb heftig unb ftedjenb ftnb, unb bie fid; Von ber Stafenwurjel über bie ©egenb eines ober beiber klugen» brauen auSbreiten, mit «Ropffchmerj, Ülöthe unb $'hranen ber b'lugen Verbund ben ftnb unb von einem balb gelinbcren, halb heftigeren fieber begleitet wer= ben. ©iefer Buftanb verlangt bann immer Blutegel an bie SXlafe, an bie (Schläfe unb hinter bie Ohren, ja trenn baS fieber heftig ift, fo ift felbft ein tiberlaß nothwenbig; außerbent ift bie SebenSweife unb innere 23ehanblutt ganj fo wie bei bem entjünblichen «Ratarrhalfiebcr. tlußcr bem hinauf jiehen Von f altem äßaffer wenbet man fein 2)1 ittel in bie Stafe felbft an. tleußerlich beftreidje man fte mit £alg, SDlajoranbutter ober Eieröl. 93ei jebem heftigen (sdjnupfen, trenn bie entsünblicpen 3ufäHe an ber 9lafe unb bie 5ieberbctrcgungen nathgelaffen haben, lege man ein (senfpflafter ober bie 33rech tr ein = (salbe auf Seintranb geftrid;en in ben Warfen; le|= tere bleibt liegen bis Ruffeln entftehen. ®urd) biefeS Verfahren verhinbert man am beften, baß ber (schnupfen in einen langwierigen, eiterartigen 9la= fenfchleimfluß übergehe. 3ft er bahin auSgeartet, fo verurfacht ber ©eftanf attS ber 2lafe unb baS ber feparfen Sandte oft unenblicpe Scfchtver- ben. <§ier bebicne man fid} enttreber beS s43itlverö jum (schnupfen over ber Einfprihung nach folgenber SSorfchrift. Stimm: «Ralomel 24 ©ran, rothen $väcipität 12 ©ran, 3ucferfanbiS fein gepulvert Unje; fünfs bis fechSmal täglich eine £prifc ju nehmen. Ober: Stimm: (Sublimat 1 (sfrupel, QBcingeift fo Viel jur tluflöfung ges hörig, beftillirteS SBaffcr 12 llnjen. Einen ober jtvei Eßlöffel Voll mit 148 einem Olafe warmen SBafferg 311 fcermifdjen unb täglich 4 - 5mal ein« ju Ctefeg fehr einfache Verfahren heilt fehr oft bieg äufjerft näcfige unb läftige ließet. §80. SBriiff; tinb £ungctt<ttt$untang. So wie bie ©ehirn* entjünbung, fo fann auch biefe mit ober ohne Sdjmerscn jum Sßorfchein f omnien; im elften tfall heißt fie Seitenftechcn, im anberen aber £ungenents jünbung. Sei bem Seitenftechcn ift bag SrußfcU, bei ber lederen aber bie Sunge fclbft Sebocß nur feiten trifft man eine Sruftcntjünbung, Wobei entweber nur bag 23ruftfeU ober bie ßungen für ftef» allein entjünbet werben, in ber Olegcl ftnb beibe Xßetle äugleid) ergriffen, fo bafj algbann auch Scßwcrj bei ivirflieber Sungenentjünbung vorhanben ift. Cie beftänbigen ßeicQen, woraus man jebe -SBruftentjünbung er= Tennen fann, ftnb folgcnbe: 1) Stegen ober Sd;mer3 an einer Stelle ber SBruft, beim (?in= attymen vermehrt, fo baß ber «Rranfe oft gar nidßt voUfomnien athmet, mit hartem, vollem $ulg. (So fteUt fteß bag eigentliche Seitenftecßen bar.) Cb er: 2) Crucf, 2?eflemmung ber 29ruft, 29cfcßleunigung beg 2ltßemg, 21 ngft, mit fleinem ungleichem, $ulg (bie eigentliche £ungcncnt3Ünbung.) 3) duften bei jebem tiefen Qlthcmßolen, ja bei heftigen ®ntjünbun= gen fcfyon beim Sprechen unb ber flcinftcn 2lnftrengung ber 23ruft - ein «§aupt3eichen, von jeber 99ruftcnt3Ünbung. 2öo ber 4?uften fehlt, fehlt auch gewiß bie (Sntjünbung, gefefjt, baß auch Scßmer3 unb bie anberen Beiden Vorßanbcn wären. So fann eg einen halb vorübergebenben Seit en ftict? von Släßungen geben, bei welchem aber Weber fieber, noch duften, noch Sefdßcunigung beö 2lthemg ftattfinbet. Cer duften ift enh Weber trocten (beim Seitcnftich ober bei bem h&cßften ©rabc ber Zungen« ent3Ünbung) ober feucht mit Slugwurf. Cer 2luöwurf ift entweber wäfferig ober fieberig, ober blutig; reineg ®Iut bei bem hvchftcn ©rabe. Sc gefallener ber unb je 3äher im Seitcnftich bie 29efRaffen!)eit beö 2luöwurfeg ift, um fo höhcr ift bflnn llccb ber ©rab ber Ont3Ünbung. Caffelbe 3cigt aber ber 2luöwurf in ber £ungencnt3iinbung an, wenn er gelblich=grün ober bunfehpommeransenfarben ift, unb wenn er fo feft an bem ®oben bcö ©cfäfteö anflcbt, bap man biefeg umwenben fann, ohne bafj er heranSfällt. 4) (5n13ünbIich cg fieber mit allen feinen Seichen, ber hifje, bem durfte, bem rothen Urin u. f. w.; ber Verlauf unb bie Caner ber Jtranheit Ift hier immer fehr regelmäßig, 7, 14, feiten 21 Jage. Cie Jtranfhcit er= fdjeint in fehr vcrfdjicbcncn ©raben, Vom leidjtcften big 311m heftigften, unb im lebten galt gefellen ftd; Srrereben unb Betäubung hinju* ©ewöhnlich 149 fangt ße, wie alle cntjünblichen Jlranfhcitcn, plö|lich ohne alle Vorboten, mit einem ßarfen furjen Sroß an, worauf ßarfe 4pi£e folgt. 3e ßärfer erßerer iß, beßo bebeutenber wirb auch hie nachfolgcnbe Ärantfjcit. Tie Stiche in her Vruß ßnb entweder ßhon Vor Außbruch beß Sroßeß ba, ober entfielen in biefem, ober cnblidj erß in ber hifee; juweilen ßcllen fte ßcQ fo* gar erft ben 2ten ober 3ten Siebertag ein. Steiß int Verlauf ber Jtranh heit biefer Scpmerj in bie Schulterblätter ober biß in bie £>lßcn/ fo iß bieß ein fel;r guteß 2Uit biefem Schmerj entfielt bann auch halb ein häufiger unb furjerhußen, ber bie Schmerjen bebeutenb vermehrt unb baljer ben «Rranfcn felß quält. Tie «Rranfheit verliert fteß, wenn allgemeiner Schweiß, Vobenfafc im Urin, oft auch, wenn Vafenbluten eintritt; ju einer votlßänbigen Vefeitt* gung ber ©ntjünbung felbft aber iß burchauß ein gehöriger Außwurf noth» wenbig. ©in folger heilfamer Außwurf jeiepnet ßcp babureb auß, baß er weißgelblich, Anfangß gewöhnlich mit bunfeln Vlutßrcifen untermifcht unb leicht ftch löfenb iß. Sßcnn bie hiev angegebenen ©rfepeinungen cineß heilfamen AußWurfß VoUßänbig cintretcn, fo geht bie Jtranfheit in völlige ©enefung über, stimmt ße aber ihren Außgang in©iterung, fo erfennt man bieß auß folgcnbcn Beiden: bie Schmerjen laßen jwar nach, allein eß bleibt ein be* ßänbiger Trucf auf ber Vruß jurücf, ber befonberß beim Tiefeinathmen ober bem liegen auf einer Seite empfunben wirb. Ttefeß Atemholen, Sprechen unb ©eßen erweeft ben hußen, ber Vulß iß fchncll unb fieberhaft; bei tibri- genß fcheinbarem UBohlbeßnben fehrt ber 21 ppetit jurücf, allein nach 3 biß 4 SBocpen ßellt ftch ein heftifepeß Abenbßcber ein, biehänbe brennen, nach bem (Sffen werben bie SBangen rotp unb hc*0/ ber ©iteraußwurf nimmt ju ober bei vcrfchloffenem ©iterfacf vermehrt ftch ber 4?ußen unb bie übrigen Vruß* befchwerbcn ( f. Bungenfucht). ©elß bie Vrußcntjünbung in eine Verhärtung ber Zungen, in Sun» genfnoten über, fo giebt ßcb bieß burch folgcnbe ©rfcheinungen ju erfen« non: SQachlafj beß Siebcrß, aber nicht ganj freier 2ltbem; furjer, trmfner hußen, befonberß beim JTiefathmen; juwetlen flüchtige Stiche in ber Vruß; übrigenß feheinbar wieber hcrgcßeUtc ©efunbheit. ®roht bie Jtranfheit, wie eß im höhnen Qllter nicht feiten gefrischt, in S ch le i m f d} w i nb f u ch t überjugehen, fo läßt baß fieber jwar nach, allein eß bleibt ein fortbauernber, fchlcimiger, feßr bebeutenber 2lußwurf mit ßd;t= barer Abmagerung unb junehmenber ©ntfräftung beß Jtörpcrß jurücf (ßche Schleimfchwinbfudß.) SQicht feiten bilbet ß<h auch währenb ber Jtranfhcit eine Vriißwaffcr« fndßt auß (ßel;e Vrußwafferfucht.) Tie Urfacßen, welche ju biefer Jtranfheit geneigt machen, ßnb biefclben, welche baß entjünblichc Sieber unb überhaupt ©ntjünbung hervorrufen. Ta* 150 her baS Qllter ton 18 bis 36 Sauren, eine thätige arbeitfame SebenSart in freier £uft u. f. w., außerbem ater 1) bie natürliche entjünbliehe Qltt« läge ber Sunge felbft. «Rein 5h beS ift fo jur (Sntjünbung geneigt als biefer, baljer auch bie Sungenentjünbungcn bie häufigsten ton allen. 2) £)aS Sieber. 3cbe3 Sieber mehrt ben Blutumlauf, folglich bett Qlnbrang beS Blutes nach ben Sungcn, unb fann, trenn cS heftig, befonberS fchon entjünblicher Qlrt ift, ober bie Sungen fchon franfhaft reijbar ftnb (bei Schwacher Bruft=Qlnlage jur Sungenfucht,) Sungcnentjünbung erregen, baber fte fo oft im Verlauf eines Siebers hinJutritt. 3) Jp.oher Barometer« ftanb, Dft = unb SQorboftluft, troefne «Rälte, baller ftnb Sungen« entjünbnngcn im ftrengen QSintcr unb bcimUebcrgangbeffelben in ben Srühs Ungarn häuf gften. 4) Öl eich liehe Sleif chnahrung unb h i § i9 e©etränfe. Urfachen, welche bie «Rranfheit felbft jum QluSbruch bringen, ftnb vor« jüglich ©rfältung, befonberS nach borhergegangener ©rhifcung unb jwar burch einen falten $runf bei großer ©rhibung nach Sartjen, Saufen, Gleiten, ©brechen; .Ratarrh, ülheumatiSmuS, jur ü cf getriebene (Hofe, @i<ht, befonberS Bobagra, «§autauSfchIäge; Unterbrücfung ber KonatSberiobe, ber golbcncn Qlbern, beS gewohnten SQafenblutenS; Käfern; auch heftige ©rfchütterungen beS fotrolpl berBruftalS anberer Steile, befonberS ein Sali, Schläge auf ben Otücfen. Sm Beginn biefer Jtranfheit, wenn bie Schmerjcn in her Bruft em= bfunben werben, glaubt gewöhnlich ber gemeine Kann, er t;abe ftch burch ir« genb eine Qlnftrengung Schaben getl;an unb bebient ftch bann feljr unjwecf« mäßiger ja felbft hbchft nachtheiliger Kittel, woburch er ftch °ft *n bie äu« ßerfte ®efal;r bringt. Teilung. Qlbcrlaß, fußlcnbe unb ablcitenbe Kittel ftnb bei biefer (Jntjünbung bie 4?auvtfact;e. ßuerft Qlberlaß am Qlrm ber leibenben Seite f o balb als möglich burch Weite Deffnung, fo baß baS Blut im Bogen fpringt unb fo lange baS Blut fließen laffen, bis baS Stechen ober ber ©ruef auf ber ©ruft nachläßt ober ganj aufhört. Kan laffe bent «Rranfen lie« genb jur Qlber, unb nur wenn ber Qßunbarjt fühlt, baß ber BulS ungleich unb auSfefccnb wirb, barf bieQlber früher gcfchloffcn werben als berSchmerj ober ®rucf gänjlich nachgelaffen haben. So oft ftch aber barauf ber Schmcrj unb bie Sruftbeflemmung trieber erneuern, fo oft ift bann auch eine 2Bie= berholung beS QlberlaßeS unentbehrlich. SDiefe ©ntjünbung »erlangt unb Verträgt bie reichlichften Slutcntjiehungen, nur nicht bis jur Ohnmacht. 3e früher man Qlbcr läßt, je größer babei bie Qlberöffnung unb je reichlicher ber erfte Qlberlaß ift, befto entfehiebener wirft er auf bie Vernichtung ber (£nh jünbung. £>aburch fann man bem .Rranfen einen wicberholten Qlbcrlaß unb folglich viel Slut erfparen. «Rränfliche an «Rnoten leibenbe Sungen, Einlage jur Sungenfudjt forbern noch bringenber jum Qlberlaß auf. Branntwein« trinfer hingegen vertragen fräftige Blutentjiehungen nie gut. 151 ©leicß nacß feem Slberlaß ifl baS SHitrutn mit Srecßweinftcin (freße 9h 98) baS hefte, nicfyt genug ju enißfeßlcnbe Mittel. Siethen nach allcbcm hoch noch einige Sefcßwerbcn auf her Stuft jurücf, fo lege man ein großes fpanifcßeS Sliegenvflaftet auf hie leibenbe Stelle. S)ocß bevor nicht hie ©nt« jünbung burch baß Slberlaffen ihre größte heftig?eit verloren hat, barf man nie Von ihnen ©ebraucß machen, beim bann fcßabcn fte offenbar, ©rwcis (ßenbe berußigcnbe Umfcßläge auf bie Stuft fann man aber fcßon gleich nach bcm erften Slberlaß jur großen Sinberung beS Jtranfen anwcnbcn. Sehr Vaffenb baju ift ber Srciumfcßlag Dir. 106. J£>er ©rab ber Söärme ift bähet bie «©autotfacße, fte muffen ungefähr bie S'cmveratur ber lauwarmen sDlilch haben, männer feßaben fte, fälter auch. SDtan mache fte baßer etwas biet, bamit fte nicht leicht falt werben, unb erneuere fte möglicßft oft. Sei nicht gehöriger Sßartung unb bie Stacht über wenbe man bähet lieber baS Sfa= fier Str. 107 an. ©8 wirb fo groß wie eine «©anb auf bie am meiften feßmer« jenbe Stelle gelegt. Slucß bie lauwarmen Säbet, wo fte mit großer Sorg* falt genommen werben Tonnen, finb ßier Von großem Stufen. Sltan bebiene fte© ber SJtilcßbäber Str 82 oßne Seife. 9Jiit biefen Mitteln wirb eS in ben meiften fällen Vodtommen gelingen, bie Jtranfßcit glücfließ ju befeitigen. Stritt eine Sermehrung beS ScßmerjeS ein, ohne baß babei ber $ul8 Voder unb härter wirb, fo werben 10 bis 12 Slutegcl an bie am meiften leibenbe ober bebrüefte Stede ber Sruft angelegt, unb wenn auch hierauf bie Sruftbefcßwerben nießt naeßlaffen, fo giebt man bie Pulver Str. 99. Slucß wirb alSbann jur Seförberung beS ßeilfamen SluSwurfS bie SIZijtur Str. 100 Von ber heften Sßtrfung fein. Sn ben $ädcn, wo wegen eintretenben SDurcßs falls ober beflänbigen ©rbrecßenS baS Stitrum naeß Str. 98 meßt vertragen wirb, bannlciftct bie SDtijtur Str. 102 bie heften £ienfte. Slußerbem muß ber Jtranfe Viel von einem lauen, löfenben, fcßleimigen ©etränf ju fteß nehmen, «©ierßer gehören außer ben Slbfocßungen Von ©erfte (Str. 103,) ©rauben, «©afergrüße, ©ibifcßwurjel, «©uflattig, bie ©etränfe Str. 3, Str. 4, Str. 9, Str. 12, Str. 13, ganj befonberS ber Srufttßee Str. 54 unb Str. 55. -tluf bie Seförberung beS SluSWttrfS ift immer bie größte Stücfs fteßt ju neßmen, baS ©inatßmen Von warmen £ämßfen ift in biefer Sejie= ßung außerorbentlicß woßltßätig. SJtan nimmt ßicrjti eine £affe tßcc unb 2 ©ßlöffel SBeinefftg. 2)tan maeßt biefe WHfcßung heiß, taueßt einen großen ScßWamm hinein unb legt biefen bcm Traufen auf SJtunb unb Stafe, fo baß er genötßigt ift, bet jebent Qltßemjuge bie Kämpfe baVon in bie Suns gen ju jiehen. 2)?an wtcberßolt biefeS fo oft als möglich, unb fodte ber Jlranfe banaeß ju ftarf ßuften, fo nimmt man etwas weniger ©ffig. 3vve<t= mäßig ift eS aueß, in bem «ftranfenjimmer ©efäße mit heißem SBaffcr aufju« fteden, welcßeS man admälig verbunden läßt. ©8 verfloßt fteß, baß biefeS 152 Sßerfatjrcn nirf?t in ben erften Sagen her Krantheit flattfinbcn barf. 5ft bet SluSnmrf jähe unb fehler, fo gebe man öfter einen Kaffeelöffel toll SDteerjnnes belhonig ober bon Senegafaft, ober man gebe bte Pulver Str. 104. Sehr irofyltlfätig ift bann auch bie 2)tifrf;ung Str. 101. Vei mäfferigen, fdjarfen, jum duften reijenbcn QluStrürfen pafjt bann ber SBrufifaft Str. 52 ober bte Stiftung Str. 53 ober bei heftigem Otcijlfuften ber Vruftfaft Str. 105 unb ein fpanifcheö fHiegenpflafter auf bie ©ruft. Vei SluSmurf bon reinem Vlut, trenn bie Entjünbung noch ftarf ift, ein tlberlafj, ober trenn eö aufgelöft ift unb Beiden großer Schwäche borfyanbcn ftnb, bann gebe man alle 2 Stunben 10 tropfen berbünnte ©efytrefelfäure in einem halben ®lafe ©raupenfchleint. 33ei einem geringen ®rabe bon (nid)t beim Seiten« flieh) trenbe man gleich bie SÖiijtur Str. 101 an. SJtan fahre bamit bis jum Enbe ber Krantheit fort. SBenn fte nidjt jureidjt, bann laffe man Slber. Der Kraute ift nur bann für bollfommen geheilt ju halten, trenn er nach überftanbcncr Krantheit frei, leicht, tief unb offne alle Vefchtverben Zithern holen fann, unb bei ftarfen Vertagungen, ftarfem Uöeintrinten unb anbcrn Erhebungen nicht bie geringftc Unbequemlichfeit in ber Vruft empfin« bet. Vleibt ein beim tiefen Slthemholen unb nach Erhifcungen cntftchenber ftumpfer Schmerj an irgenb einer Stelle jurücf, fo h«t fleh an biefer eine Heine Verhärtung gebilbct, bie man Wie einen Üungenfnoten bchanbeln iuu|j (f. baS Eapitel über £ungenfucbt.) Slber nicht alle Vruftentjünbungen fönnen auf biefe Slrt geteilt Werben. ES giebt welche, tro ber tlbcrlap nicptS Ijilft, ja fogar fepabet. ES ftnb fol» genbe Qlrten, bie eine verfd;iebene <§eilart verlangen. §81. Bucrftbie #affttfcbe, befonbcrS bie gallige gungenent* jünbuttg. Sie erfepcint gewöhnlich ju ben Beiten, tro überhaupt ©allen« franfpeiten herrfepenb ftnb, batjer namentlich im Spätfommer unb -föcrbft. Sntmcr gehen ber Krantheit fcpon längere Beit Vorboten voraus, welcpe auf eine franfpafte ©allenabfonberung pinbeuten (f. ©allenfieber.) DaS lieber vernieprt fiep hier ju unbeftimmten Beiten, niept immer am Slbenb, trie bet ben reinen Vtnflentjünbungen. Schweif unb SluStrurf ftnb gleich im Sin« fang ber Kranfpeit jugegen, trelcpeS beit auch nicht ber 5a(l ift, unb hier ift ber Urin trübe, molfig, ber bort roll) unb flammenb ift. £äfjt mau hier jur 2lber, fo erfolgt jtrar eine rorübergehenbe Erleichterung, aber halb nimmt bie >&i§e trieber ju unb baä 8'ieber nimmt eine bebenfiiehe ®eftalt an. lln= ter biefen llmftänben fann nur jtrcierlei ftattp.nben, ent treb er bie Statur jeigt felbft ben tffieg fchon an, trie ihr hierbei ju helfen ift, b. h- bie litt» rcinigfeiten beö Unterleibes 0a6en einen Drang nach oben (ftefye ©allenfte« ber.) Vei bem heftigften Seitenftich, bei ber beftigflcn Vruftbeflemmung ift bie 3»ncje biet unb breiig belegt, ber ©cfchmacf bitter, faulig, babet ftnb Uebelfeiten, Steigung jum Vrechen ober trirflicheS Erbrechen vorhan« 153 ben, nebft Jtopfiveh unb auch oft ettraS Selblichem im ©effefft, befonberg um ben SDlunb herum. ftpier gebe man fogleich jum 33rechen unb jirar ben 33rcchtreinftein (f. Olr. 40,) fo lange bis er eine hinlängliche 2Henge ©ade entleert hat. Dieö Mittel ivirft hier oft munberähnlich, benn oft unmittelbar barauf ftnb bie heftigen Stiche wie roeggejaubert. ölacft bem (Erbrechen gebe man fteiftig ben ©erftentranf ölr. 103, jeboch hier mit 3JleerjmiebeIhonig ftatt bcS Sauer» honigS. Den 33efctftuft ber ganjen Jtur macht bann ein fühlenbeö Olbfüftr» mittel (f. ölr. 22). Ober eö ftnb jtrar bie Seichen ber gaftrifchen llnreinigfeiten Vorhan« ben (f. gaftrifcheä fieber,) aber jugleicft Voller, harter $ul8, rotheö ©effefft, eine vollblütige Jtörperbefchaffenheit. ftpier laffe man juerft am 2lrm jur Qlber unb gebe bann baö nachher einige Seit ftinbureft fühlenbe Qlbführmittel. 3Birb in ber Üßiebergenefung ber Qlthem ohne fieber nicht frei, fo gebe man ölimm: Orencheltvaffcr 7 Unjen, SHeerjtricbelhonig 1 Unje, treifteS Spicfjglanjo£9b | Quentchen. 3llle 2 Stunben trofft umgefthüttelt 2 ©ftlöffel. Oft enfftelft aber auch in ber Söiebergenefung, trenn biefer gallige ßu» ftanb Völlig befeitigt ift, eine iraftre Sungenentjünbung; biefe mrtfj bann na» tätlich auch fogleich alö folcfte mit ölberlaft u. f. tr. behanbelt trerben. § 82. rljeumattfdK 'Bruftcntjüiibunß. Sie hat ih™n Si£ allein in ben dufteren Dheilen ber 33ruft unb ergreift nur feiten in einem feftr geringen ©rabe baö innere 33ruftfell felbft. ift ein Wahrer Olhcu» matiömuS ber 33ruftmuöfeln, in ber Olegel bureft ©rfältung, Sugluft u. f. tr. entftanben. öleufterft triftig unb in vielen 5äUen eben nicht leicht ift eö, biefen Suftanb von einer trahren 33ruftentjünbung ju unterfefteiben; benu hält man bie wal;re 33ruftentjünbung bloft für einen OlheutnatiStnuS, fo Verfäumt man bann bie hier fo bringenb nötlftge fräftige 33ehanblung unb bringt bann auf bie 3lrt ben Oranten in bie gröftte ©efaiftr. 3m anbern $all aber verfthtrenbet man jur Unjeit unb junt gröftten Ölachtheil beö Jtran» fen fein 33Iut. Der Unterfdfteb ift folgenber: Öl h e u m. 33 r u ft en t j ün b u n g. 1) ©lieberreiften unb rheumatifche Schmerlen gehen berötranfheit Voran unb begleiten fte. 2) Der Seitenfticft beginnt ohne allen unb nur mit einem Ieicf?= ten ffröfteln. 3) Der Schnterj ift gleich beim Eintritt beä jugegen. Oleine 33ruftentjünbung. 1) Die Jtranffteit ift von feinen rheumatifchcn ©rfcheinungen begleitet. 2) «Sie beginnt immer mit ftarfem 5'roft. 3) Der (Schmers fteHt ftd> erft ei= nige Stunden nach bem heftigen Ocroft ein. 154 4) Der Schmerj breitet ftd) hier über bie ©ruft, bie Dberbauchgegenb ober nach bem Olücfen ju auS. 5) Der Schmcrj jieht von einer Stelle jur anbern. 6) (DaS 4? aub tjeich en.) Sei äußerem Drucf, bei Bewegung beS Sinnes unb ber ©ruft wirb ber Scßmerj vermehrt. 7) Der Jtranfe fann nicht auf ber Icibenben Seite liegen. 8) ©eengung unb Drucf auf ber ©ruft fehlen ober ftnb nnbe« beutenb. 9) ®Ieich im Slnfang ift ber duften feueßt ober fehlt gänjlich. 4) Der fehr heftige Schmerj ift nur auf eine ffeine «Stelle befeßränft. 5) Der Schm er 3 Bleibt beharrlich auf einer Stelle. 6) Slcußerer Drucf unb ©ewegung hat feinen Ginflufj auf ben Schmerj. 7) Der Jtranfe fann nicht auf ber gefunben Seite liegen. 8) Die Traufen flagcn über heftige ©eengung unb Drucf auf ber ©ruft. 9) Slnfänglich ift ber duften im« mer troefen. Gin ©eftfator auf bie fchmerjhafte Stelle, ©ebeefung mit Flanell unb aUc 2 Stunben 1 Gßlöffel Voll von ber ©rechweinftein«2luflofung SQr. 40 ftnb bie vorjüglichften Mittel. DaS vorhanbene Stober wirb feinen benen ®raben nach tvie baS behanbelt. Dritt, wie bieö wohl auch ber Sali fein fann, eine Wtrfliche ©ruftent« jünbung hinju, fo muß biefe bann auch alb nach ber angegebenen Qlrt behanbelt werben. 2)iein ©erbinbttng eines Sterben« oberSaulfieberS vor« f o m m e nb e © r u ft e n t $ ü n b u n g ift einer ber gefährlichften JtranfheitSju« ftänbe, beffen ©ehanblung nur einem fehr wohl erfahrenen Qlrjte anvertraut werben barf, weshalb bavonhier nicht bie tRebe fein fann. Stur fo viel will ich bemerfen, baff man bei folgen fiebern fleh fehr leicht verleiten laffenfann, ju glauben, eS finbe hierbei eine wirf liehe ©ruftentjünbung ftatt, obgleich eS nur ein fortgefegter Olcij ber entjünblichen ©efchaffenheit ber inneren 2)?a« gen« unb Darmhaut ift, welche, wie wir gefeiten haben, als ®runb aller bie« jer fieber betrachtet werben muh. SBoHte man hier bie fcheinbare ©ruft« entjünbung mit ©rcchweinftein unb fräftigem Slberlafj befäntpfen, fo würbe ber arme Jtranfe fehr fehlest babei fahren, ülichtet man aber fein ganjeS Slugenmerf, wie eS beim ©ervenfieber angegegeben worben ift, auf ben Un» terlcib, fo wirb man baS ©ruftleibcn fehr halb Verfchwinben fehen. § 83. ®ie fnlfrfjc ift entweber ein fieberhaft tatarrhalifcher Buftanb ber legten ©erjweigungen ber Suftröhrenäfte in ben Zungen bei einer allgemein Verfchleimten unb entfräfteten Jtörperbefchaffen« holt ober eine auf mcchanifche 2lrt bei fchwachen Leuten veranlagte Slnfcßob» £ung unb Ueberfüllung ber Zungen, ober fte hat enblich ihren ®runb in einer fchwarj=galligen ©efchaffenheit ber Säfte. 155 £ie erfte mehr fatarrh«Hfche2lrt tiefer falfchenBruft» entjünbungen entfloht bei alten Leuten, «Rinbern unb Srauenjimmern nach (xrfältung bet feuchtem, naffcrn, wenig faltcm SCöettcr. Sie beginnt mit großer Schwcrathmigfeit, S)ruct auf ber Bruft, aber fcf;r wenigem <§us ften unb gar feinen Schmerjen. ®abei ift baS Sieber fetjr gelinbe, bie 4?i£e unbebcutenb, ber BulS nur wenig gefchwinb, aber fel)r tlein. ®S jeigt fleh ftetS fogletcf? QluSwurf, aber eines jäl;en burchftchtigcn Schleims ober we= nigftenS Dletgung baju, nämlich tBödjeln auf ber Bruft. So hlöfclich wie bie wahre £ungenentjünbung befällt baS Ucbel niemals, Dleigung ju «Ras tarrhen, felbft wohl offenbar aftljmatifche BefchWerben gelten Vorher. heben fo ift ber Berlauf ber ganzen Äranfheit langfamer. geht ber ßuftanb allerbingS in ganj beutlicfye Ihingenentjünbung über, eS entfloht Bluthuflen, heftiger Schleimhuften, auch wol;! Seitcnftiche, große <§ihe,fehr heißer-llthern, ber Traufe befommt eiSfalte ©liebmaßen, rottyeS aufgetricbcncS ©eficht, fann burcfyauS nichts mehr aufhuften, unb bei ungliicflichem DluSgang ftirfct er an Sticf= ober Schlagfluß. 5)ie ©efahr ift faft eben fo groß, wenn auch fo bringenb, wie bei Yer Wahren Sungenentjünbung, befonberS bleiben leidet Dlachfranfhciten jurücf. Blutentjiehungen muffen tjier immer mit ber allergrößten SSorficQt an« gewenbet werben, in ben meiftcn Sällen ber Qlrt ftnb felbft Blutegel nach* tljeilig. £>aS hefte Drittel ift t;ier ber weiße Spießglanj (f. Dir. 101). Sinb bie £auVtbruftbefc(jwerben baburch, wie bieS gewöhnlich in einigen Sagen gefcQieljt, befeitigt, fo gebe man bann ben Salmtat (f. Dir. 108.) Jtommt ber QluSWurf wieber inS Stocfen, fo reiche man bann ben Brechfaft Dir. 28 unb lege ein fpanifcQcS Sliegenpflafter. Sinfen bie Ä'räftc fo wirb bie Berorbnung Dir. 109 alSbann fetyr gute ©ienfte leiften. Ucberfyaupt erfor- bert aber baS Sieber, weil eS fatarrfyalifcfyer Statur ift, eine forgfältige 23er- meibung jebeS fcQnellen von <§i§e unb «Rälte, weSljalb baS ßimmer Sag unb 9lactyt in gleicher 2öärme gehalten werben muß. 2lucfy muß babei ftetS ein warmes 33erl;altcn beobachtet, unb eS muffen auch hier auf bie 2luS= bünftung wirfenbe Mittel (Dir. 61) wie beim Jtatarrl;alßebcr gereicht werben 2ßenn bie Ötranfen auf'S Dleußerfte erfdQöpft ftnb, unb ein ununterbro* dfeneS £Röd)cfn ben nahen Sob fd;on 311 berfünben fcheint, fo tonnen fte oft noch wunberähnlich burch Brechmittel gerettet werben, inbein ihre Luftröhre babiirdf ton bem fie erftiefenben Schleime befreit wirb, wenn anberS bie Dlatur noch Straft genug h«t, um ein (Erbrechen hervor ju bringen. S>ie hefte Dlrt, baS Brechen ju erregen, ift hier folgcnbe. 2)ian giebt erft eins von fol= genben Bulvern: Dlimm: 2)lincralifchen JtermeS X-1 ®ran, SKilchjucfer 15 ®ran; ver- fertige 4 folche Bulver. S)ann eine Biertelflunbe nachher 2 Eßlöffel Voll SJicerjwiebcIhonig, bann fcieber nad; einer Biertclftunbe ein Pulver u. f. w., bis hinlängliches ®rbrc' 156 chcn erfolgt. Oft fdjeint bie ©cfahr jwar auf bie gehoben worben ju fein, allein nach einiger Seit f ehrt biefer ßuftanb wieber, bann verfahre man aber ganj wieber auf bie oben angegebene sllrt, reiche aber baraiif jur Stärs fung baß ßljinabefoft Dir. 110. 2öiU bie Jtrantl;eit biefe, eine ©rftictung brotyenbe SBenbung nehmen, fo gelten gewöhnlich, befonberß bei ©reifen, folgenbe ©rfchcinungcn voran: entweber Tobeßfurcßt ober gänjliche ©leichgültigteit unb Sorglofigfeit, ber $ulß unb Urin ftnb natürlich, wälfrcnb «topff<hnierj, Schläfrigfeit unb leich= teß Srrcreben eintreten. Sann ift eß aber I;*>hc Seit, fcalb ju einem 33rechs mittel feine ßuflucht ju nehmen, beim fonft fomnit baß verberbliche Olöcheln halb jum SSorfchein. ©ewöhnlich treten biefe Bufälle jur Dlachtjcit ein, man muh baher bei folchcn Jtranfen bejonberß juverläjftge Krankenwärter anfteUen. Dlach geenbeter Krankheit ift eß auf jeben Sali nöthig, burch 3ßlänbi= fcheö SDlooß (ftehe 51 ober 35 ober 36) unb fpäter burch eifenhaltige ßubover, Slinßberger u. bergl.) ju ftärfen. § 84. ber ßunßcnentjünbnn«. Sie ift immer von ber größten SBichtigtcit unb barf nie vernachläffigt werben, fobalb auch nur noch ein geringer Ueberreft ber überftanbenen Krankheit vorhanben ift, benn fonft kann fleh über Sang ober Kurj barauß bie förmliche Sungenfchwinbfucht entwickeln. Seboch ift biefe Diätkur nicht immer ein unb biefelbe, fonbern nach ber SSerfchiebenheit beß BuftanbcS, in welchem bie Sungen nach ber Gntjünbung geblieben ftnb, muß auch bie ©ehanblung beffelben eine Verfeme' bene fein. <§ier finben nun befonberß jwei Salle ftatt: 1) ®ß ift eine große Oteijbarteii oer Sungen nach ber (Sntjünbung ju= rücfgcblicben. £>hne Schmerj unb ohne Druck auf ber SBruft huftet ober hüftelt bann ber Kranke immer fort, aber trocken ober mit fehr wenigem tHußwurf. £ier ift baß DScfte: Rolfen, Saljbrunn ober Selterfer SBaffer mit 2)lilch eine Beit lang fort ju trinken unb Scibelbaft ober eine bejtänbige fpanifche Slicge am Oberarm ju tragen. 2) Gß ift eine Schwäche ber Sungen jurürfgeblieben. <§ier behält ber Jtranfe einen reichlichen Schleimaußwurf, ber jwar -llnfangß erleichtert, aber nach unb nach, ftatt abjuttehmen, immer häufiger wirb unb ben Jtranfen abmattet. Daß vorjüglichfte Mittel gegen biefen ift alßbann baß Sßlänbifche SOiooß unb jwar anfänglich nach ber SSorfchrift von Dir. 115, julefct aber bie ©alterte beffelben ohne allen Bufa§, täglich ju 4-6 Sotl}. § 85. falfdje fditvnrjßaUiße iVniißciiciitjünbnnß. Sticht immer entfielet fle bei Seilten von einem folchcn Qlußfeljen unb einem melancholifdhen Temperament, fonbern fle fommt auch bei f9nhltifcl}cn, fettleibigen unb anberen vor. SSerbauungßbefchwerben unb ©efunbheitßs Störungen gehen ißr voran, unb flctß begleitet ein heftiger Jtopffcf;mcrj bie fenrjünbung. Die ©rfchcinungen im Verlauf biefer Jtranfheit gleichen, 157 aufjer ben batet ftattfinbenbcn Unterleibsleiben, ganjbenjenigen berfatarrha* Hfdjen falfchen gungencntjünbung, nur bafj fyier irgcnb eine fchwarjlidjc ober rufjartige Slbfonberung ober Qluöleerung jum fommt. Sewöhnlich trifft man tjier eine fchwarj belegte Bunge, einen fchwarjcn Ueberjug an ben Bahnen, ober ber Stuhl, ber Sluöwurf ober felbft ber Urin nehmen eine fchwärjliche Färbung an. Sie Jtranfßcit frei? immer [ehr in bie gänge, unb wenn auch bie entjünblichen (Srfcheinungen in ber töruft befeitigt wer» ben, fo bleiben bann boef) noch anberweitige 33rufb= unb 83erbauungöbe» fchwerbett jurücf, baö ©emüth wirb auf baö berftimmt, unb in ber Siegel fomnten nun an Steden beö Jtörpcrö Srüfenanfchwels hingen jum SSorfchcin. Sie JhanJfyeit ifi feiten, bie Teilung fchwierig, bemalt hier nicQt anju» geben, kleine s ifi bloß, ben Unterfchieb biefer'-Urten ber falfchengun* genentjünbung fcnntlich ju machen, um nietet babei feine Buflucht $u un« redeten Mitteln ju nehmen. § 86. £)te fd)lctd)enbe ober verborgene Sungcnnttgün- bang. Siefe Slrt ber gungenentjünbung ifi unftreitig für ben gaien bie wichtigfte, beim bon ihrem früheren Srfennen hängt oft baS geben ber Seis nigen ab. 2ßeifj er nicht, welcher bei fdjeinbar leichten ®ruftbefchwer=> ben hier int Hinterhalt berborgen liegt, fo berfäumt er fel;r leicht ben Beit3 punft, wo eö noch möglich ift, bie ®efal;r abjuwenben. Sie Beiden, Woran man fte ertennt, ftnb fortbauernbe ober bon Beit ju Beit immer wieberfehrenbe SSruftfchmerjen, welche bann auch gewöhnlich mit Hüften unb Slthembefchwerben berbunben ftnb. Siefe fchleichenbe Shuftenh jünbung ift nach ber 53erfchiebenheit ihrer Sßeranlaffung halb bon geringer, halb aber wieber bon ber höchften Sßichtigfeit.- 33ei Sftenfchett, bie eine reij» bare Haut haben, fleh babei einem fehneden SBcdjfcl bonHi|e unb Jtalteober ber Bugluft unb anberen ßrfältungen häufig auöfehen, bie überhaupt ju rhcumatifchcn '-Befchwcrben geneigt unb babei feine ©lutfpuefer ftnb unb einen gefunben 33au ber 33ruft haben, bei folchen ftnb bie angegebenen Sruftbefchwerben in ber Siegel rheumatifcher Statur unb bei einiger Sorgfalt nicht bon großer 33ebeutung. ©in in Eiterung unterhaltener SScfifator auf bie fchnterjhafte Stede ber 33ruft gelegt, $laned auf blofjcm geibe unb ber ©cbrauch ber BciHofe (f. Sir. 111) reicht hin, bie Jiranfs heit halb ju befeitigen. Sinb SJorboten ber golbenen Slbern jugegen (f. baö «Rapitel über bie golbcnen Slbern), hat ber .ftranfe eine erbliche Qlnlage ju biefer «Rranfheit, ift ein gewohnter Hämorrhoibalflufj auögebliebett, unb fteden ftch bann bie Beichcn einer fchleichenben gungenentjünbung felbft inSSerbinbung mit einem blutigen Sluöwurf ein, fo fann man annehmen, bah eö nur bieHämorrhoiben ftnb, welche biefe 33ruftbcfchwerben erzeugen. Siefer Buftanb wirb wie bie 158 unregelmäßigen golbenen Albern (f. baS Jtapitel über bie golbenen Albern) bcßanbelt unb broßt woßl nie große s2liteß bie auöbleibenbe 2Jlonatöveriobe fann eine fdjleidjenbe £ungenent* jünbitng SBirb jene nur rvieber in Drbnung gebracht, fo Verliert freß biefe bann aueß halb (f. baS Jtaßitel über bie unterbrütfte 2J?o=> natSßeriobe). £iegt ber ©rttnb 311 biefetn Hebel aber in ber Shtnge felbfl, bann ifl ßoße ©efaßr bantit verbunben, benn ber Uebergang in bie auSgcbilbete £ungen= feßtoinbfueßt ifl bann immer ju füreßten. SS fann ßierbei zweierlei ftatt* finben: ©ntweber cS ßat fteß in $olge einer totrflicßcn Sungenentjünbung ein verfeßloffcneö ©itergefeßwür gebilbet, welcßeS fteß von Seit ju Seit ent* jünbet unb Seßmeqen verurfaeßt. ©aö Scßicffal beö Äranfen ßängt bann lebiglicß Von ber s2lrt unb SBcife ab, wie bie Statur bie enblicße Eröffnung beö ©efeßwürS ju Staube bringt. ©ber eö ifl urfvrüngließ eine lungcnfeßwinbfücßtige Anlage (ßierVon wirb noeß in bem Jtavitel von ber Sungenfucßt bie Siebe fein), ober eö ftnb bereits Sungenfnoten Vorßanben, unb bieö ifl ber ©cgenflanb, auf ben icß bie 5lufmerffamfeit meiner £efer ganj befonberS ju rießten wünfeße, weil er fo oft unerfannt bleibt unb fo bie Seit ber noeß möglicßen 4?ülfe verloren geßt. ©aö 33ilb biefeS franfßaften SuflanbcS ifl folgenbeö: ©in ßeintließ verborgener ©eßmerj tief in ber SSrufl, Welcßer nur auf gewiffe SSeranlaffungcn eintritt; gewößnlicß emßftnbet ißn ber Jiranfe nur bei fcßneHer rafeßer Bewegung, bei einer ber ßungen, wie eine Sufantnicnfcßnürung in ber Siefe. ©aS geßt befcßwerlicßcr bet ber £age auf einer ©eite; eS entfloßen duften, SBcflemmung, flüeßtige vor* übergeßenbe Stieße, trennen unb ein ©efüßl Von Sufammenfcßnüren. ©er duften ifl furj, nießt anßaltcnb, meift troefen; ber QluSWurf feiten ober fcßleimig, oft blutig. ©iefer SlutauöWurf ßält meßrere Sage an, Vor« feßwinbet bann wieber unb feßrt oft fcßnell, oft fbät 311 unbeftimmten Seiten jurücf. Sur Seit be3 SlutauöwurfcS treten beutlicße unb bauernbe ftieberbewes gungen in ben 5lbcnbftunben ein, bie Stieße neßmen 311, bie SBangen ftnb brennenb unb rotß, ber «Roßf ifl ßeiß unb fcßmer3t. ©inselne Sßctle ftnb brennenb, flüeßtig ßcifj, wäßrenb anbere Sßeile falt ftnb; babei ifl Srägßcit, Sftattigfeit unb Scßwere in ben ©liebem, Slßvetitniangel, bie Sunge weift= ließ belegt, abwecßfelnb ©urcßfaU unb Sßerflofcfung, ßättfig Scßwciß, vor* jüglicß be3 SlacßtS, boeß nießt anßaltcnb. 2)lit bent 5lufßören bcS 33lutßu= flenö legt fteß ber Sturm, bie ficberßaften ©rfeßeinungen verfeßwinben, al* lein bie früßere Unbeßaglicßfcit in ber SÖrttfl bleibt bie nämlicße, ber Äranfe ßüflelt, ifl etwas beengt unb flüeßtige Stieße faßren ißm bureß bie ®rufl. 159 SDaS <5riet>er hat zwar verlaffen, allein ber Vulö bleibt gereizt, unb Die DBange ift auf ber «Seite, wo er Schmerz cmpfinbct, rott;. kleine Erhifcungen burdj fpirituöfe ©etränfe, Saufen, Sanjen u. f. W. machen bie Dlnfälle befonberö rege. 3 m Dlnfange Verfcpwinben fte irol;l Ziemlich leicpt, fommen aber bei ber geringsten Veranlaffung wieber unb im* mer an ber nämlichen Stelle. Dlacp unb nach bauern fic immer länger, wer* ben hartnäcfiger unb fängt ber .ftranfe an, S9lut unb Eiter auSjumerfen, unb bie vollftänbige Sungenfucpt ifl bann ertlärt. SDiefe fieberhaften QlnfäHe unb wiebertehrenben fleinen Entzünbungen muffen fobalb als möglich nebft ihren Veranlaffungen, ben vorhanbenen Sungenfnötchen, weggefepafft werben. Ungern unterwerfen fiep freilich folcpe Jtranfe ber hier fo bringenb notpwenbigen ärztlichem Vepanblung, ba fte fiep Weber recht tränt fühlen noch glauben. Sobalb ein foldjer aufgeregter fieberhafter ßuftanb ftch zeigt, muß man augenblicflicp ftreng füplenb »erfahren, baher mu| man Vewegung unb alle erpipenben £)inge auf baS Sorgfältigfte Vermcibcn. £>ie Dlaprung bcftche blo£ auS Dßaffer* ober Vflanzenfoft nebft tüplenben ©etränfen (f. Dir. 4, 8, 9 unb 10,) unb als Dlrznei reiche man baS Kräutchen Dir. 59. 3ft ba$ Sie» ber heftig, bann paßt nebft einem fleinen Dlberlaß ober Vlutegeln ber Sal* peter (f. Dir. 58;) ift blutiger DluSwurf nebft ftarfer •föerzbewegung Vorhalt» ben, bann wirb nach ber Vlutentziehung ber rotl;e Singerhut (f. Dir. 112) mit vielem Dlupen genommen werben. Sft ber Dlnfall Vorüber, fo muh man ftreng auf ftch Dicht haben unb jebe ©clegenheit Vermeiben, welche biefen wicber hervorzurufen im Stanb wäre, benn mit jeber Erneuerung beS -Unfalls wirb bie ©efapr immer brin* genber. V3aS man zu thun hat, um bie Verhärtungen aufzulöfen, baVon bei ber £ ungenf epwinbfuept. § 87. 2Od?cnntarfö», Ein heftiger Schmerz an irgenb einer Stelle beS mücfenS beftänbig vorpanben, mit heftigem Sieber verbunben unb in Säpmung ber ©liebmaßen übergepenb, ftnb bie ßeiepen einer p i I i g e n mücfenmarfScntzünbuiig. £ie Jtranfpeit ift feiten, entftept gewöhnlich nur nach äußeren Verlegungen unb wirb mit Dlberlaß, Vlutegeln, namentlich aber mit ununterbrochenen EiSüberfcplägen, nebft ben befannten fühlenben Mitteln unb äufjerft ftrenger VSafferfoft unb Uluhe, befonberS in ber Vauchlage bchanbelt. £ie Jtranfheit ift ftetS fefcr gefahrbrohenb, bod; fann von ihr hier nicht bie Diebe fein. SßSicQtiger unb für ben Saicn weit ift bie «Renntniß von ber heimlichen mücfcnwirbelentzünbung ober Dlcizung. QBenn man bebenft, baß burch bie Dlerven allein bie SebenSfraft über ben ganzen Körper verbreitet wirb unb baß von ihnen nid;t allein bie Ent* pßnbung unb Vewegung, fonbern auch bie Ernährung, bie Vlut* unb Säfte» bcrcitung, jegliche Dlb* unb Dluöfonberung, furz ber ganze tbierifche «§auS» 160 halt abhängig ift, unb wenn man Sebentt, baf? baS Slücfcnmarf bie QBurjel mannigfaltiger Slerbenverzweigungen ift, fo wirb man begreifen, nidjt allein wie höchft bebeutenb, fonbern aud) wie berfchieben bie ©efunbheitSftö* Hingen fein fönnen, bie auf einem ßuftanb beS IKücfenmarfS be= ruhen. Beber nur etwas Sfyeil unfereS .Körpers nämlich feine ihm eigentümliche Sterben, von welchen feine Verrichtung, fo wie fein ©efühlSbermögen obhängt, unb bie an berfchiebencn Stellen beS jRücfenmarfS ihren befonberen llrfprung nehmen. Grfranft nun biefe UrfprungSftellc, fo erfranft jwar gleichzeitig ber ganze Sterb, allein nur an feinem Cnibe, b. h. an bem $h für welchen er urfprünglich beftimmt ift, wirb biefeS .Kranffcin baburch wahrgenommen, bah entweber bie Smpfinbung, ober ober bie befonbere Verrichtung biefeS £h geftört erfteint unb fomit halb heftiger Schmerz, halb ßuefung unb .Krampf, halb anbere Störungen in bem £ebcn beS betheiligten ©cbilbeS entftehen, benn bie fein Seben unterhaltcnbe unb beftimmenbe Jtraft ift ja franthaft Verändert ober unterbrächt. 5)aher fönnen ber £alS, baS bie Zungen, ber Silagen, bie £eber, bie £arn« blafe, bie ©ebärmutter, bie ©liebmafjen u. f. w. in einen franfhaften ßuftanb gcrathen, je nachbem ber S'heil beS SlüctenmarfS erfranft ift, auS bem bie einzelnen biefem 5hc^c angehörenben Sterben ihren Ursprung nehmen. (Sine folcpe Störung wirb aber fel;r leicht unb fchr häufig burch eine entzünbliche Heizung beffel&en erzeugt, welche baS hat, bah ber Schmerz tm fRücten gewöhnlich nur unbebeutenb ift, ja oft ganz W* unb nichts an» bereS wahrgenommen wirb, als wenn man mit bem Daumen jeben einzelnen Söirbel längs beS ganzen SlücfgratS Vom Stacfen abwärts mäfjig brüeft. 5)ann ex ft nimmt ber Äranfe oft an einem, oft an berfdjiebenen bon cinanbcr entfernten VJirbeln nur eine erhöhte ©mpfinblichfeit, oft aber auch einen höchft bebeutenben Schmerz wahr, ber wie ein Vli| nach bem entfernten lei» benben $hc^c flieht. 3a zuweilen fönnen in anberen $heüen bic Schmerzen ben Jtranfen faft bis zur Verzweiflung bringen, ol;ne cS nur zu ahnen, bah bie Urfache hiervon im Slücfen liegen fönne. ®ieS ift aber auch mit ber borzüglichfte ®runb, weshalb baS liebel fo ungemein häufig uner- fannt unb bie Vcfdjaffenheit ber Slütfenwirbelfäule unbeachtet bleibt, ohncr» achtet eS nichts Seichteres giebt, als hierüber ins .Klare zu fommen, benn bi fehmerzhafte Stelle fann Scber bei leichter Veflcibung beS .Kranfen burch ben angegebenen Drucf halb ermitteln. Vci z» V. beim Schwinbel, Chrenfaufen, geftörter Sehfraft u. bergl. muh man nur nicht berabfänmen, auch bie oberften QBirbel, nämlich bie beS SlacfenS, ebenfalls genau burch ben JTrucf zu unterfudjen, waS übrigens bei einer etwas nach Vorn gebogenen Stellung beS JtopfcS äuherft Icidjt ift, benn auch ber Unfunbigfte wirb bann bie VSirbel auffinben unb brücfen fönnen. TaS ftdjerftc unb bollftanbigftc ßeichen einer fd)Ieid;enben SiücfenmarfS« ent.zünbung bleibt zwar immer bir empfinbliche Stelle an ber VJirbclfäulc, 161 febodj fann man auch ben Schwinbcl, vcrbunben mit partnäcfiger Stuplvers ftopfung unb leidster (Ermübung, befonberS in ben Jtniegelenfen, als (Srfd?eis nungen betrachten, welche in ber Dtegel biefeö Reiben begleiten. ©ewöpnlich ift biefeS Seiben, welcpeS fein tllter, feine Jtörperbefcpaffens peit verfcpont, rpeumatifcper Statur; man beobachtet eS bahcr päufig bei Solchen, bie a« Scpmerjen gelitten haben, fowie ju Seiten, Wo auch anbere rpeumatifcpe Hebel an ber DageSorbnung finb. Sft bieö ber gaU unb wirb ber Buftanb richtig eifannt, fo ift er halb ju beseitigen, jebocp f ehrt er Von Seit ju Seit bann immer trieb er von Steuern jurücf. Kag aber ber Urfprung beffelben fein, welcher er wiU, fo finb Blutegel ober Schröpf» föpfe unb fpanifcpe gliegenpflafter ober puftelmacpenbe Salben mit gehöriger ©erliefftcptigung ber Diät unb Stuhlausleerung bie Kittel, um baS liebel unb bie barauS entftehenben mannigfaltigen unb oft höchft bebeutenben £eis ben ju entfernen. Dem Filter unb ben Jträften angemeffen fepe man baher 4, 8 bis 12 ©lutegel an jebe Seite beS StücfgratS, wo man bie empfinbliche Stelle aufs gefunben hat. Sinb mehrere folcpe empfinblicpe SBirbcl Vorpanben, fo wirb an jebem, unb jwar an beiben Seiten beffelben eine folche tlnjapl Von ©luts egcln angelegt, beren Stiche man bann jwei Stunben nachbluten läßt. ©ei Kännern unb überhaupt bei robuften unb fcpr fteifcpigen $erfonen erlangt man jebocp burch bie tlnwenbung ber ©lutegel feine hinlänglich ergiebige ©lutentleerung, bei biefen muffen bann eine gleiche Qlnjapl blutiger Schröpfs föpfe gefcfjt werben, hierauf wirb bann in ben gewöhnlichen gälten unb nacpbem bie ©lutegelfticpe Verheilt finb, ein fpanifcpeS gliegenpflafter gelegt unb bieS fo lange in fräftiger Eiterung erhalten, bis ber Drutf auf ben SBirbel im Innern feine fcpmerjpafte (Empfinbung erregt unb bie ettts fernte «Rranfpeit gehoben ift. 3ft ber Scpmerj beim Drucf gleich bon häufe auS fet;r heftig, ober ift bie ©erfon fepr rcijbar unb nervenfehwach, fo ift eine puftelerregenbe (Einreibung ber Qlnwenbung ber fpanifepen gliegen vor* jujicpen, beim bann verurfaepen festere burch ihren ju heftigen SReij leicht eine Sunapine in ben JtranfpeitSerfcheinungen unb fepaben bann mepr als fie nüfcen. Dann bebtene man fiep ber ©recpweinfteinfalbe, welche man in ber ®röfje einer fleincn hafelnup täglich 2 -3mal fo lange an ben leibens ben Stellen einreiben läfjt, bis ©ufteln ju bilben fiep anfangen. Diefe ers reichen bann bie ©röffe einer Jtuppocfe, vertroefnen aber halb wieber, allein fobalb ber Söirbel noch fcpmerjt, muff biefeS (Einreiben wieber von Steuern beginnen. ©ortrefflicp unb oft vorzüglicher als bie Q3recpweinfteinfalhe, Je« boch niept bei ju reizbarer haut, wirft piw bie (Einreibung beS .RrotonölS (f. Str. 113.) 33ei fepr ©mpfcnblicpen aber wirb bie Salbe Str. 114 bief auf Seinwanb geftriepen unb mit einigen Streifen heftpflafter befeftigt, bie heften Dienfte Iciftcn. Stebft biefem mup man barauf pinwirfen, bafj ber Jtranfe täglich « l)er $au«freunb. 162 bis 3 breiartige Stußlentleerungen t)at; Stußlverflopfung barf bureßauS nidjt gebulbct werben. 3n <§inßcßt her ©iät ift nur ju bemerben, baß alles ©rßißcnbe, SeßwerVerbaulicßeunb «hartleibigbeit (Srjeugenbe vernücben werben muß, befonberS muffen feiere Jtranbe SBcin, Jtaffee, S'ßee u. bergt, forgfältig meiben. (llber nießt immer ift baS liebel von fo einfacher 5lrt, baß man mit ber Ijier angegebenen £eilart allein auSreicßen bannte, benn auch noeß anbere Urfacßcn als ber rßeumatifeße Stoff bönnen eine folcße fcßleicßenbc (Rüctcns marbSentjünbung ßcrVorrufen unb unterhalten, ©olbcne 5lbern, Stocbuns gen im Unterlcibe, <§crjfeßler, JtrantßcitSfcßärfen aller s?lrt u. f. W. bönnen bieSßeranlaffungbaju geben, bic bann allerbingS berücbfießtigt werben müßen, Wenn man baS Uebel heben wiH. SlUein bieS genau ju ermitteln unb alSs bann jweefmäßig $u beßanbcln, wirb nie bem £aien gelingen, benn um mit Erfolg bieS tßun ju bönnen, gehört ein mehr als gewöhnlich feßarfer -23Itcf eine reieße Erfahrung unb ein ßöcßft geläutertes, umftÜßtigeS Urtßeil beS (UrjteS ßinju. ®ocß Riten nur ift ber ßuftanb fo bunbel unb verwichclt, unb gewöhnlich wirb man mit entfehiebenem (Rußen unb fteßer immer oßne allen SRacßtßeil ßcß beS angegebenen Heilverfahrens hierbei bebienen bönnen. fVaft unglaublich ift eS aber, wie oft in unheilbar feßeinenben «Rranhs beiten, wo man jebe «§ilfe feßon verloren glaubt, wo Saßre langes SRcbijinis ren nicßtS gefruchtet ßat, weil man bic eigentliche Quelle aller biefer £ciben überfaß, wie oft bann bieS einfaeße (ßerfaßren ben Unglütflicßen noeß retten unb ißn Von ben qualvoUftcn Uebeln gänjlicß befreien bann. Qiefe ßter befproeßene, bureß ben JDriuf fo leießt ju ermittelnbe unb bureß ein fo ßöcßft einfaches Sßerfaßrcn in ber SRcgcl aueß leießt ju befeitigenbe SRüctenmartScntsünbung ift nießt bloS in feßr Vielen fällen ber alleinige @runb ber wütßenbftcn SRervenfcßmerjen, («Roßffcßmcrj, ©cftcßtSfeßmerj, u. bergl.) unb Jträmpfe aller Qlrt am (Rumpfe unb an ben ®liebs maßen, fowieber verfeßiebenen Scßlcinv unb (Blutflüße, namentlich «ueß ber Jtranbßeiten ber ©ebärmutter, als ber Feßler ber SRonatSperiobe, ber Uns regelmäßigbeiten in ®cjug auf Scßwangerfcßaft, (Sntbinbung unb beS SBos cßenbetteS, fonbern aueß ßäßmung ber ©lieber unb ber SinncSWcrbjcuge, fowie Sdßlagfluß unb bönnen einzig unb allein tßren Urfprung bars aus neßmen. biefer nur obcrßäcßlicßen-Jlnbeutung wirb cS jeboeß woßl feßon bcs greißieß, baß eS faft beine «ft'rantßeit giebt, bie nießt ißr Sntfleßen einer fols eßen (RüebenmarbSentjünbung ober (Reijung juwcilen verbauten bönnte, unb fteßer Viel widriger noeß als ben (puls ju füßlen, bie Bunge unb ben Urin ju befeßen, ift bie angegebene Untcrfueßung ber (Rücfenwirbelfäule. 3ct; ßabe broßenben feßwarjen Staar, fowie gefäßrlicße SRutterblutungen, ßartnäcftge SRagenfcßmerjen, fowie weißen (Huß, feßeinbare Sungenfucßt, fowie immer 163 Wicberfchrenbe Fehlgeburten barauS entflohen feiert, unb Bin fo glücflich ge« wefen, bloß baburch, baß ich ben Si& her Jtranthcit richtig erfannte unb er» mittclte, oft fdjnclle 4?ülfe ba ju gewähren, Wo bcr Jtranfe bereits Sal;re lang gelitten hatte. So litt eine 30jährige Frau nicht allein an aUcn Srfchcinungen ber Jtchlfobffchwinbfucht in einem fo ljoljen ®rabc, baß fie bereits von ihrem 2lrjtc ihrem übcrlaffen worben War, fonbern fte würbe audb nod? gleichseitig von einem ungemein heftigen, jauchigen ©cbärmutterfchleimab» gange gequält. ©ie llnterfuchung beS OiücfenS ergab einen fchmerjhaften QBirbel im SQacfcn unb jwei berglcictfen in bcr Scnbcngcgcnb, wovon Weber bie Jtranfe noefy il;r früherer Qlrjt je etwas geahnt hatten. ©icS einmal er» mittelt, würbe cS leicht, biefe fdjefnbar bem S'obc verfallene Frau ju retten. (Sine 60jährige Frau ftagte über alle bie (Srfcheinungen, bie bei fd;on gänzlich gefcßwächtcr Seßfraft bie nahe (Sntwicfelung beS feßwarjen StaarS fürchten ließen. 3cß fänb einen oberen fHücfenwirbel, bei beffen mäßigem ©ruefe eS ihr augcnblicflidh ganj bunfel vor ben klugen würbe. 2)ie gehörige Serücfffcßtigung beS IHücfenmartSlcibenS Wanbte bie fo nahe @efahr beS gänjlidfen (SrblinbenS ab. (Sin bejahrter 2)1 ann, bcr früher einen Schlaganfall erlitten hatte, be= fam alle Verboten eines jweiten. S3ei ber Unterfucßung beS OiücfcnS würbe am 2lacfcn ein fchmcrjhaftcr SSirbel entbccft, unb in bem 2lugcnblicfe, als id; benfclbcn mäßig brüefte, würbe er von einem fo heftigen Scßwinbel er» griffen, baß er längere Seit Schürfte, um freß baVon ju erholen. £eicßt war eS aber nun, bie Ülüctfel;r beS ScßlagfluffcS ju verhüten. (Sin 40jährigcr Wlann, bcr feit einigen Salären über eine (Sicfälte ber untern «hälfte feines JtörVcrS flagte, iyeSßalb er felbft im Sommer bie beileibung nie ablcgte, unb bcr Von feinem Qlrjtc leiber nur für einen einge« bilbeten Jtranfcn erhärt würbe, würbe feßr fchncCL Vonbicfeni quälenben ®e» fül;l befreit, als man ben Si|j beS UcbelS im Olücfcn gefunben hatte. Scß tonnte noch viele höchfi merfwürbige Fälle bcr 2lrt anführen, wenn hier ber Drt bagu wäre» Uebcrhaubt hätte ich biefen ©egenftanb auch ni<ht fo weitläufig in 2lnregang gebracht, wenn cS nicht felbft noch biele gäbe, welche i(;n noch viel ju wenig berücfßchtigen, ja wohl gar auch noch manche, welche ben wichtigen Einfluß bicfcS IRüctcnmarftcibenS, aller äugen» fälligen (Srfchcinungcn ungeachtet, gcrabeju leugnen. SebenfallS glaube ich aber, baß cS nicht nufcloS fein wirb, meine ßefer barauf aufmerffam gemalt ju haben; fte werben baburcl) hoffentlich ju ihrem großen 9ht|cn Veranlaßt werben, namentlich bei hartnäefigen liebeln ihren Qlrjt aufjuforbern, bcnßn1 ftanb bcr Jlücfcnwirbel ju untcrfuchcn, bamit er nicfyt länger ba im ©unfein tawc, wo er mit fo leichter 2)tül;e ftch eine flare ®inftd;t in ben Bnfammen» hang bcr JtranfhcitScrfchcinungcn fcQaffcn unb einen barauf gefläzten <0cil» Vlan mit fixerem (Erfolge in 2lnwcnbung ju bringen vermag, ©aburch wirb 164 ßdjer fo mancheß fcQtvere Selben, fo mancher biß jur SSerjwcißung fldj ßci» gernbe Schmerj, fo mancher baß Seben bebrohenbe SSIutßuß u. f. w. fchneUer unb leichter fceftegt treiben fönnen alß eß fonß bei Sßernachläfßgung bei tRüf= fcnmarfß=Unterfuchung gefeiten bürfte. Oarum wieberhole ich eß aber nochmals unb eß allen meinen Sefern auf baß Oringcnbße, bei jeber langwierigen Jtranffyeit, ja bei allen bcbcnflichenGrfchcinungcn im Sieber, namentlich im Sterbens unb 2öed)s felßeber, mag babei ber Jtranfe auch fonft nicht über bieminbeße fchmerjhafte (Smbftnbung im flagcn, eß bcnnoch nie ju unterlaßen, bie angegebene Untersuchung ber SSirbelfäule vornehmen ju laßen. § 88. 3Ragcncnt$ünbung. 6ß giebt jtrei QIrtcn Von SRagenents jünbungen, eine fleh beutlich 311 erfennen gebenbe unb eine verborgene. Sßon ber erßen iß hier junächß bie Olcbe. ■Dian erfennt fte an bem anhaltenben heftigen brennenben Schm er 3 in ber ®egenb ber herjgrube, ber beim Sinathmen, äußern Orucf unb bem ge= ringßen ©enuß von irgenb St maß junimmt. Oabei iß biefe ©egenb ge» [pannt, aufgetrieben, empßnblich unb heiß; oft wirb bann auch ein ßJuIßren unb Jtlopfen in berfclbcn wahrgenommen. Slllcß ©enoßene, felbß baß reine Sßaßer wirb wieber außgebrochen. Oie ©liebmaßen ßnb falt, währenb bie inneren £hc^c brennen. Sine Oobtenbläße mit falten «schweißen Übersicht meißenß baß ©eßcht. SDer Jtranfe leibet an Orocfenheit beß SDiunbeß unb Ourß, ben er inbeßen nicht beliebigen barf, wenn er bie Schmcrjen im -D?a» gen nicht Vermehren will. Sehr halb ßellen ßch Sittern ber ©lieber, außer= orbentliche Schwäche, Jträmpfe, Ohnmächten, SSerßanbeßVerwirrungen unb felbß ber Söafferfcheu ähnliche 3ufälle ein. Oer Verlauf ber Jtranff;cit iß äußerß fchneU, bie Jtranfßeit felbß aber immer fel;r gefährlich. Srjeugt wirb biefe SJiagenentjünbung gewöhnlich nur burch fcQarfe, brennenbe unb verlefjenbe Stoße, bie worben ßnb; balßn gehören ©ifte, fabeln, ©laß u. bergl. ßuweilen wirb ße burch einen falten Orunf ober baß 23crfchlucfen Von ©iß nach einer ßarfen Srhi|ung erregt, ober ße iß bie Solge eineß übermäßigen Srbrechcnß, eineß burch Mittel geßopften galligen OurchfaHß, ober ber (Sicht unb ber unterbrächen SDlonatß» periobe, ober ber golbenen Slbern. 3ß feine ärztliche hülfe fogleich Vorhanbcn, fo beeile man ßch wenig» ßenß, fobalb alß möglich einen mäßigen 'llberlaß ju veranßalten. SQach bie» fern iß aber nichtß fo wirffam unb burchauß fo unentbehrlich alß baß wieber» holte Slnlegen Von 15-20 Blutegeln. 2Ran glaube aber ja nicht, baß bann, Wenn ber Schmerj aufgehört hat, auch bie Sntjünbung gehoben fei. SUchtß iß irriger alß biefeß. Oft befeitigen bie erßen Blutegel ben Schmerj unb bie SmJpßnblichfeit in ber Sftagcngegenb, unb bcnnoch verrathen ber fchneße Heine QJulß, baß lebljafte Siebet unb bei brennenbe Ourß bie Sottbauer ber 165 (Sntjünbung, unb bebingen bie öftere Sßicberholung ber Slutegel. Heber bie 23lutegelftiche lege man aber wie man ju tfyun pflegt, warme SSrelum« fcpläge, um bie Nachblutung ju beförbern, bie Schwere berfelben ift bem .Rranfen läftig; er verlangt Jtälte, fcfyicbt bie 93ettbecfe weg unb fctyeint etnen falten Suftftrom für bie 2Jlagengegenb ju begehren, Statt baher bie Nachblutung burch folcfye warme Hmfchläge ju unterhalten, ift eS beffer, baS Einlegen ber Blutegel ju wieberholen. 2öennbie SBlutentjieh ungen burd) 'Slberlafj unb Blutegel aber feine wei» tere günftige Sßeränberung heröorjubringen Vermögen, trenn befonberS bie ©ntfräftung fel;r junimmt unb Nervenfäde hinjutreten, bann fann noch ans haltenb fortgefe|teS Auflegen von SiSblafen eine günftige SCßenbung herbei* führen. 3a in ben Süden, wo verle|enbe Subftanjen (91 ab ein, ©taS tt. f. w.) in ben Klagen gelangt ftnb, muh man baS ©iS gleich öon Anfang ans wenben. Bunt Offenerhalten beS SeibeS bei ber hier immer vorhanbenen 23er* ftopfung bürfen burdfauS feine Abführmittel gegeben werben, benn jebe in* nere wirft hier wie ©ift, fie wirb Vom Silagen nicht Vertragen unb felbft nicht behalten, be$halb baffen nur Jtlpftiere (f. Nr. 57). .Rann ber Jtranfe faltes SSaffer im -Nagen behalten, fo gebe man ihm fold)eS; nid)tS ift aber hiev fo wohltätig unb angenehm für ihn als flcine Stücfchcn (SiS, bie er in bem Nunb halten unb währenb bcS Bergeisens nie* berfcQlucfen muh. ®lan hat nichts, gar nichts von bem ©ebrauch beS ©ifeS in ber Nagenentjünbung ju fürchten, fonbern nur ©uteS ju erwarten. Ade anbetn SJlittel ftnb gar nicht anwenbbar, fte Vermehren baS Erbrechen unb biefeS wieber bie ©ntjünbung. Selbft bie Sraufepulver, bie oft in ber Ab* fleht gegeben werben, um baS ©rbrechen ju mähigen, ftnb hier fchäblich unb Vermehren baffelbe. Auch baS Auflegen ber fpanifchen Sliegenpflafter, ber Senfteige u. f. w. erforbert hier grofje SSorftcht. ©ewöhnlich hält man bieS für etwas feljr Un* bebeutcnbeS, bah, wenn eS nichts ©uteS ftifte, bodj auch nicht fchaben fönne, unb bah man baher immer einen SSerfuch bamit machen fönne. Adein baS ift ein grober Srrthum. Sm Adgemeinen finb 23lafenpflafler im Anfänge feber ©ntjünbung unpaffenb unb fchäblich; fte vermehren bie £Reijung, ben ©ntjünbungSjuftanb unb mithin baS Sieber. Nur wenn bie <§aut fühl, bie ©ntjünbung faft gänjlich Verfchwunben, bann fann ein ©lafenpflafter 23or* theil bringen. Seboch ift eS gut, wenn man alSbann jwifdfen baffelbe unb bie 4?aut ein Stücfchen Slor legt unb eS überhaupt nicht länger liegen läfjt als bis Schmerj ober trennen entfteht. ©ine ganj befonbere Olücfftcht verbienen bei ber SSehanblung bie Ur* fachen, auS welchen bie 3Ragenentjünbung entflanben ift. Heber baS Verfahren, wenn ©ifte ober bie 23eran* 166 laffung her 2Ragen=®ntjünbung finb,kvtrb Betten dicklichen Lebensgefahren (f. 12. 2lbtheilung u. f. W.) noch ausführlich bie Hiebe fein. £>ie jurücfgetriebene @id;tz befonberS ater jurücfgctriebene gidjtifcfye Flechten unb ©efcßwüre erregen biefe ©ntjünbung fet;r oft. «£>ter hilft nach bem Liberlaß ein großes fdanifd)eS F'liegcndflafter, auf bie SHagcngegenb ge= legt, mehr als alle anberen Mittel. <£>at biefeS gewirft, fo lege man bann noch ftarfe Senfteige auf bie Füße, gehe innerlich ölige beruhigenbe Mittel (ftche Hlr. 105) unb mache bann auch begleichen Umfchläge (f. Hlr. 106) auf bie SÄagengegenb. Um Vor £RücffäUen ju muß ber Äranfe nach gehobenem 2ln= fade eine Fontanelle am Fuße tragen. Mei unterbrüeftem 2)lonatSfluffe ober geflößten golbncn Albern muffen außer ben MIutegeln an ber SDlagengegcnb Llberläffe am Fuße unb Mlutegel um bie Knöchel ber Füße ober am Qlfter gleichseitig mit mannen Scnf=Fuß= bäbern (f. Hlr. 90) angewandt werben. 3n ber Löiebergenefung muß bieErnährung äußerft borftchtig geflohen. SlnfangS barf burchauS nichts FefteS gereicht werben; -Dlilch unb Hßaffer, ie= fonbcrS aber Rolfen unb Muttermilch ftnb bann bie jwerfmäßigften Llah= rungSmittel unb ©etränfe, unb nur nach unb nach barf ber Ucbergang ju milben breiartigen Gingen gemacht werben. Llucß barf ber äßiebergenefene baS Mett lange nicht bcrlaffen, ein er= jWungeneS Sifcen, ein Llufrechtfein, eine förderliche -Llnftrengung hat oft bie traurigften Folgen. häufiger als biefe Wirten ber HRagcnentjünbung ift eine fehle» tf/cnbc entjünbliche Mefchaffenheit biefeS £hcHc3, bie oft berfannt, Bahre langes Leis ben bereitet unb bann juweilen einen höchft traurigcnLluSgang nimmt, inbem fte in allgemeine Llbjchrung, Verhärtung ober in einen gcfchwürigen Buflanb übergeht. §89. Von biefer fdMetdjenbett SOtagenentjünÖHno fod nur. bie Hiebe fein. fließt feiten bleibt nach bem Mcrfcßwinbcn einer ber beiben oben angegebenen Wirten ber SWagcnentjünbung irgenb eine Stede im Klagen jurücf, an Welcher ein fortbaueniber entjünblicßer Hleijjuflanb ftattßnbct. ©cwößnlicß ift fcßlecßte Meßanblung ber borangegangenen ©ntjünbung ober Hlücffälle burch fcßlecßteS Verhalten, bureß ju reijenbe Nahrung, burch ®e= müthSaufregungen u. f. w. bie Meranlaffung baju. Sehr berfchieben ift bie 2lrt, wie biefeS Seiben ftch äußert. Dft fühlt ber Jtranfe ftch boll, Qlbbetit, fo baß er mehrere Jlage nichts ißt; bann fehrt bie (Sßluft wieber, hält einige Seit an, aber bann get;t baS -iWagcnlcibcn bon SQeuem an, unb er ift abermals genöthigt ju faften. 2luf biefe 2lrt bringen bie Jtranfen ihr l'ebcn ju, bis entweber ber ßuftanb ridjtig erfannt unb geheilt wirb, ober in Verhärtung beS SWagenS unb 2liiSjel)rung iibergcßt. Scheinbar thnn jwar StärfungSmittel hier £jut, unb gewöhnliche tReccptfchreiber berorbnen gegen 167 biefeS Seihen au$ immer nur magenftärfenbe 5)inge. SUIcin baS Uebel wirb baburcp nicpt gehoben, fonbern beffen unglücflidjer SluSgang nur nocp bc- fd;(eunigt. freilich finb bie Raufen, welcpe biefe S3efcpwerben machen, oft fo groß, baß man ben ßuftanb fetyr leicht für eine bbofje llnvcibaulid?fcit ober für einen einfachen SWagenframpf halten fann unb bann nicQt fo leicht an ein entjünbungSwibrigeS Verfahren benft, wie bieS befonberS bet riern ber fyall ift, bei welchen ber periobifepe Qlnbrang beS 5-8luteS nacp bem Unterleibe auep baS Sftagcnleiben immer wieber erneuert, baS man aber bann gewöhnlich nur für Wiagenfcl;n?äd;e hält. - Stad? bem verfcfyicbenen Sip, Welchen eine folcpe auf eine flehte Stelle beS 2)lagcnS befepränfte fdjleidjenbe ßntjünbung einnimmt, finb auep bie babei ftattfinbenben Srfd;einungen ver= f d}ieben. 3ft ber 2J?agenmunb franfpaft ergriffen, fo fepeint eS bemJtranfcn, Wenn er 9laprung ju ftd; nimmt, als ob biefe burep einen fcpmerjhaften Üiing ein= trete, unb eS entfielt babei fcpmerjpftfteS Slufftoßcn, frampfpafteS ßufants menjiepen beS klagens unb ein ®efüpl Von trennen. 3n leichteren fällen finb aucQ biefe Sefcpwetben nur unbebeutenb unb Porübergepenb. 2-3 Stunben bemerft ber «ftranfe bann einen Scpmerj pinter bem linfen SBruftbein, ber ftd? gleich einem OtpeumatiSmuS bis nach bem tHücfen unb in baS linfe Sdjulterblatt erftreeft. 5)abei ift gewöhnlich 45erjflopfen, 3ufam= menjiepen unb trennen im jugegen, unb beS borgens fließt bem Äranfen eine tvibrig fepmeefenbe, feparfe unb faure &lüfftgfeit im 2>iunbe ju- fammen. SDleiftenS ift ber hintere $peil ScplunbeS troefen ober mit bicfeni jähem Scpleim gefüllt. (5rft fpät fommt hier förbredjen pinju. 3fi ber SDiagenfacf felbft ber leibenbe Jpeil, fo erregt bie 9laprung, be= fonberS wenn fte reijenb ift, ein unangenehmes @efüpl im Qiagen, baS oft ben unteren Jpeil ber töruft wie ein ®ürtel umfehnürt, unb eS erfolgt ein fdjmerjhafteS Qlufftoßen unb Schlüßen, ©tira 3 Stunben nach bem @ffen Vermehrt fteß auch cr &er Schmerj. Suweilen ftellt ftd) h^r ®lutbred;en ein, weshalb man ben ßuftanb leicht für ein Sliiljlciben halten fann. Solche Jtranfe werben oft feßon fehr früh bon ihrem s-2lrjte aufgegeben, bloS weil er baS Seiben nicht richtig erfannt h«t«-Sim hüufigften ift ber Si£ ber Äranf= beit am SluSgange beS tagens. -£>ier ift bie (Jßluft gut, ja bie Qkfriebigung beS <£>ungerS gewährt baS gewöhnliche SSohlbehagen, aber nach 2 ober 3 ©tunben beginnt baS Seiben; bann entftehenSchmerjen in ber rechten Seite, bie wie 0labclftid)e bis ju ben Raubein hinauffahren; bie Speifen werben jwar nidjt förmlich auSgebrocpen, aber fie fteigen auS bem -Dfagen herauf. SlnfangS fommt auch bloS ein jäher, ranjiger, übelfchmecfenber Scpleim perauS, aber fowie baS Uebel junimmt, werfen bie Äranfen alle -sRahrungSc ftoffe wieber aus. 9licpt bamit ber Saie biefen bebenflicpen ßuftanb felbft bepanbeln foHe, habe icp t;iee biefe JtranfpeitSbilber entworfen, nein, bloS bamit er wiffe, ob 168 her 2Irjt, benr er ftch anvertraut, auch feine Jtrantßeit richtig erfennt; benn, wie gejagt, ein gewöhnlicher (Receptfdhreibcr wirb in ben weiften fällen hier einen unrichtigen Sßeg einfchlagen unb bann bie noch heilbare Jiranfheit in ein unheilbares Hebel Verwanbeln. (S. übrigens auch entjünblichen 2Jla* genfchnterj.) § 90. Tnrmcntjünbting über enfjünbltcßc £oltf. ®ie wefentlichen Beiden einer 2)armentjünbung ftnb: ein feftft|enber brenncnbcr ober jießenber Scßmerj, gewöhnlich in ber ©egenb beS 9labeIS ober auch wohl tiefer. Sleußerer IDrucf, jebe Bewegung unb ©rfchütterung beS Unterleibes Vermehrt ihn. SlnfangS ift er nur auf eine Heine Stelle befchränft, halb breitet er ftch aber immer mehr aus unb nimmt wohl juweilen ben ganjen ©auch ein. ©benfo Vermehrt fleh feine -heftigfeit nach nach WS jur un« erträglichften ©ein. $abei wirb ber Seib äußerlich fo empfinblich, baß felbft bie leifefte ©erüßrung ber 33ettbecfe unerträglich wirb, unb jugleicß trommel« fücßtig aufgetrieben unb gekannt. Sn anberen fällen finbet man ihn auch glatt ober felbft eingejogen. Sft bie ©ntjünbung in ber SQähe beS SWagenS, fo entfteßt große 9lngft, Unruhe, <5fel, felbft wirkliches ©rbreeßen; ßat fte ihren Sitj hingegen wtcßr nach unten gegen ben ©iaftbarm hin, fo beobachtet man StußljWang, Schleimabgang burch ben Elfter, ruhrartige Bufälle, auf« getriebene golbene Qlbern unb Urinverhaltung. £>er ©ulS ift ßier immer feßr Hein unb ßärtlicß, bie ©lieber ftnb falt, bie <§iße im Snnern aber ift brennenb, baS ©efteßt entftellt unb eingefallen, bie Schwäche feßr bebeutenb. Sn ber Ülegel hat ber Jtranfe ßartnäcfige SeibeSVcrftovfung, unb in ben feßlimmften fällen fommt cS felbft bis jum Jtotßbrecßen, Sbracßloftgfeit, ©ßnmaeßten; heftige ßuefungen beuten einen traurigen 9luSgang an. IRßcumatiSmuS ber ©aucßmuSfeln, Jtranivf* folifen fönnen jWar ähnliche ©efeßwerben erjeugen, ohne eben mit einer JDarmentjünbung verbunben ju fein. Sobalb ftch aber ju biefen Unterleibs« leiben,feien fte auch Von welcherart ftewollen, namentlich aber ju Jtolif en ein fijer, brennenber, ununterbrochen fortbauernber Scßmerj im Unterlcibc, ber ftch bei äußerer ©erüßrung vermehrt, ßinjugcfeUt, fo muß man fogteieß an Sarmentjünbung benfen unb ade bitteren bläßungStreibenben 5?ingc, ©lagentrobfen u. f. w. ju welchen man gewöhnlich bei jebem Unterleibs« feßmerj augenblicflicß feine Buftucßt nimmt, auf'S Strengfte meiben, benn fte fönnen ben oßnebieS gefährlichen Buftnnb nur noch fcßlimmer machen. 5?er ©erlauf ber Jtranfßcit, wenn fte für ftch allein bafteßt, ift in ber sHegel furj. 91 ach einem furjen Sroft, bei welchem bie Scftmcrjen in einem SQu entfloßen, folgt <£>iße unb ftarfeS 8'ieber, jcboch immer mit marmorfalten ©liebmaßen. SQach 3 bis 4 itagen, fväteftenS nach 7, ift bie Jtranfßeit glücflich ober unglücflich entfdftcbcn. diejenige ®armentjünbung aber, bie in ©erbinbung mit anberen «Rranfheiten jum ©orfeßein fommt, ftch ju <Ro» lifen, eingeflemmten ©rüchen, galligen Unreinigkeiten, ©3ör> 169 mern u. f. W. beginnt unb Verläuft langfamer, ift baper fcpttcrer ju erfennen unb fann in ber (£pat oft felfcft ben aufmerffamftcn dlrjt tau« fcpen. (Dap fold)e unbcfannte (Darmentjünbungen ber ®runb bcr entjünb« liefen SQerVenfieBer finb, bavon ift fdjon bei biefen bic £Rebe gewefen. SS giebt eine angeborne ober nacp Äranfpeitcn unb anbern fcpwäcpcn« ben Urfacpen jurücfgebliebene erpöpte unb dleijbarfcit beS (Darmfanals, woburep foldje (ßerfonen ju entjünblicpcn (Darmleiben äufjcrfl geneigt werben, weSpalb biefe ficQ mepr als anbere vor allen jenen Scpäb« lieferten, bie eine (Darmentjünbung ju erjeugen im Stanbe finb, in dlcpt $u net)wen haben, (Diefe veranlaffenben Urfacpen finb ganj bcfonbcrS häufig Srfältungen beS Unterleibs unb ber Sfüfje, namentlich ivenn bureh biefe Sr« Haltungen ein peilfamer (Blutabgang (flieffenbe golbne Wbern, 3JlonatS= unb Jtinbbettreinigung) unterbrüeft würbe. Slucp nach jurücfgctricbcncn fieber« haften (Scparlacp, dllafern u. f. w.) ober fieberlofen u. bgl.) auSfcplägen, nach unterbrüefter ®icpt, tRpeumatiSmuS, $obagra, £Rofe u. f. W. fommt nicht feiten biefe Sntjünbung ju Staube. häufiger als bie genannten Urfacpen finb folcpe, bie auf ben IDarmfanal birect einwirfen. (Dahin gehört vor allen (Dingen ein eingef lemmter (Brucp, eine Urfache bcr (Darmentjünbung, bie häufig unb immer jum gröfj« ten SRactytheil ber Jtranfen überfehen wirb. Sine jebe heftige entjünblicpe Jtolif mup ben SßerbatQt eines (BrucpeS erregen, unb man muh bann nicht fäumen, ben Unterleib Von einem fenntnifircicpcn döunbarjtc un« terfuchen ju laffen. Oft pat ber Jfranfe feine dlpnung baVon, bah er einen (Bruch paben fönne, allein eS giebt fo Heine (Brüche, bah fle fepr leicht überfehen werben, unb finbet man nur bie geringfte ®efd;Wulft an fol« chen (Tpeilen, tro (Brüche ju entftepen pflegen, fo muh bieS alSbann auep fo« gleich (Berbacht erregen. 3a felbft fo Hein fann ber (Bruch fein, bah er äu« fjerlicp gar feine ®efcpwulft erregt. (Diefcn fraU pat man ju vermutpen, wenn fiep bcr Slnfang bcS UcbelS von einer ©elegcnpcit herfepreibt, bei ber leiebt ein (Bruch entftchen fann, baljcr Von einem Sprung, fVall, Stop auf ben Unterleib, bem «§eben einer fd;wcrcn Saft u. f. w., unb wenn bie elften Schmerlen au einer Stelle entftehen, an ber gern (Brücbe vorfommen, baher Vorjüg'icb in ber ©egenb bcr dBeicpen unb bcS SQabelS. (Die übrigen örtlicpen Urfacpen einer (Darmentjünbung finb: bcr ®c« nuh «Her fepr pipigen (Dinge, ein eiSfaltcr (Trunf, bcfonbcrS nad) fdjarfe $urgirmittel, verfcplucftc feparfe ®ifte, aber auep fpipige partc Jtör« per (dlabcln, Dlägel, ©raten, Jfnocpcn), dßunben unb anbere ©cwalttpä tigfeiten. (Die (B epanblung ift fo wie in bcr dJlagencntjünbung. dlUgcmcinc unb örtlicpe (Blutentjiepungen, bcfonbcrS aber bei einem popen ®rabe bcr JIranf« pcit, SiSblafen. Snncrlicp baS ölige drittel dir. 105 ober auep Seinöl, löf« fclweife gereiept. Wucp (Buttermilcp fann mit (Bortpeil gegeben werben. 170 <£>aben bie Stmcrjen fit vermindert, bann Beftreicfye man ein Stücf Sein» Wanb bief mit ber grauen Salbe, lege bieö auf ben Unterleib unb laffe bieS 8 - 12 Stunben liegen. Sinb barauf bie Stmerjen not nicfyt gänjlid? ober wie bieS fehr häufig gefcfyiefyt, erneuern fte fit otyneracfytet beS wiederholten AderlaffcS unb ber wiederholten Anwendung ber Slutegel immer wieder Von 9leuem, fo ivenbe man ben beruhigenden Sreiumftlag 91 r. 106 an unb gebe innerlich ba$ £tium. ®S wirft hier äöunber, wenn bie Jtranfhelt fdjon einige Sage beftanben l;at (f. 9h. 117), befonberS in Serbinbung mit einem lauwarmen Sabc. Bur Sinberung beS großen SurfteS unb überhaupt ungemein Wol/lthä* tig ift auch (}icr ber ®enufj beS falten SSafferS ober beS SifeS. Seim 9lats lafj ber Jtranftjeit reiche man aber ölig=f ©etränfe, befonberS ben Sranf 9h. 116, fonft aber aut Aianbelmilt (9h. 3), Rolfen (9h. 4) ober Suttermild). SaS yiertgfligenbfle für ben Jtranfen unb feine Umgebung ift in ber ERegcl bie hartnäefige SeibeSverftopfung. Abführmittel unb fcfyarfe Jtlpftiere dürfen hiergegen auf feinen 5all angewenbet werben. Sagegen wirfen «Rips ftiere von faltem SSaffcr, namentlit aber ftunbenlang hinter einander fort* genommene falte Si|bäber über alle Erwartung günftig, benn fte bewirfen im gegenwärtigen 5all nicht allein beffer unb fiterer als jebeS anbere Mittel eine gehörige Stuhlcntleerung, fonbern fte tragen auch viel jur Sefäinpfung ber ©ntjünbung felbft bei, ja fte find fogar im Staube, fte ganj allein glücf* lieh ju befeitigen. Sch t?a6e eS gefehen, baff foldje entjündlite Stuhlver* ftobfungen, weite ju befänden bie Aerjte fit Sage lang fruchtlos bemüht hatten, unb woburt ber Jtranfe in einen faft hoffnungSlofen ßuftanb ge* rathen war, jum (Srftaunen Aller burt bie Anwendung biefer Mittel in für« jer ßeit gehoben würben. Sie falten befeitigen aber auch am heften bie 9leigung jur Serftodfung, welche in ber Siegel noch lange nach fo einer Sarmentjünbung jurücfbleibt. ASenn Sorurtheil ober SSerjärtelung abhält baVon ©ebrauch ju machen, ber mufj bann freilich ju Jtlpftiercn von £afer« fchleim mit einigen löffeln Seinöl ober Sutter feine nehmen. Siefe Jtlpfticre werben bann alle 2 - 3 Stunben wicberholt, fo lange bie Ser* ftobfung anhält. 9lach ber Jtranfheit ift forgfältigeö SBarmhalten be§ SeibcS, flanellene Söefien (beim weiblichen ©efdjlecht Seinfleiber), Sermeibung aller blähen* ben, fehwer Verbannten, erhtenben Steifen unb ©etränfe niemals ju Ver» abfäumen. § 91. fdHctdjenbe Darmentzündung. ®S ift feinem ßweifel unterworfen, bafj, fo wie in bem Klagen, ftcQ auch in bem Sann* fanale eine fchleichenbe ©ntjünbung fcftfe|en fann, bie bei großer ©efahr bennoch fehr ftwer ju erfennen ift, inbem fte ftch nur wenig beutlidj fennbar macht. Ser Trante hat gar feine in bie Augen fallenbe Beiten. So lange 171 feer Jtranfc ftch ruhig Verhält, ftnb bie Schmerjen faum wahrnehmbar, nut bei flarfem unb (Srfchütterungen beSJtörperS burch Sachen, Viefen, duften äufjern ftch biefe. Anwerbern flagt er l?öd)ftenS über ein fiunxpfeS, brücfenbeS, unbehagliches ©ejütjl an einer ober ber anbern Stelle beS Vau= djeS. Damit ftnb üRattigfeit, Viebergefchlagcnheit, große tReijbarfeit, (Sm= pfinblichfeit gegen bie Stift, fleiner fchwacher VulS, auch wohl Jtälte ber ©liebmaßen, gelinbe gegen Abenb eintretenbe £i|e mit rotten SBangen unb heißen Rauben, Dürft, Urinbefchwerben, Uebelfeiten, bie and) in wahres, jeboch nid;t unmittelbar nach bem ®enufj ber Steifen erfoIgenbeS (Srbredjcn übergehen u. f. w. verbunben. Diefer ßuftanb f ann Monate, ja felbft Sahre lang bauern unb julegt in Vereiterung ober Verhärtung übergeben. Daher biewid}= tige Olegel: auf folche bauernbe fije, fleh bei äufjerer Verührung beS VaucheS Vermchrenbe Scbmerjen, befonberS wenn fte fich nach unb n(t£h mit ben genannt ten ßufällen verbinben unb ton einem Drucf, Stoß entflohen, aber auch nach hcf= tigen entjünblichen Jtolifen, eingeflemmten Vrüchen, 'öämorrhoibaljufällen, SBochenbettenu.f.W. jurücfbleiben, feine ganje Aufmerffamfeit ju richten unb fte nicht für unbebeutenb ju halten. DieVehanblung ifl jwar biefclbe wiebic eineö entjünblichen fcbleichcnbcn SieberS, jeboch trohl nie ohne ärztlichen Veiftanb füglich ju unternehmen. § 92. Die ßufäHe berfelben finb folgenbe: Der Jtranfe empfhibet einen heftigen Schmerj in ber Vieren; gegenb, b. h» unter ber legten £Rippe jwei bis brei ßoll vorn Vücfgrat. Diefe Schmerjen ftnb pulftrenb, unauSgefcgt, ftgen tief, unb vermehren ftch nicht leicht beim äußern Drucf, wohl aber nach Srfchütterungen beS JtörperS, Vie= fen, Sachen, beim tiefen Uinathmen unb beim Drang, Urin ju laffen, fowie beim Stuhlgang. Sine fpannenbe, jiehenbe Smpfinbung erftreeft ftch bis in bie Schamgegenb, felbft in bie Harnröhre. Vei 2)lännern werben bie Deflifel frampfhaft in bie >§öhe gejogeit, unb eine Taubheit befällt baS Sig= flcifch unb bie vorbere Seite ber Scpenfel. Söegen ber Schmerjen in ben Schenfeln fann ber Jtranfe oft nicht gehen unb flehen, fte vermehren ftch lu ber Vettwärme, bei ber Verührung unb verbinben ftch mit etwas ©efchwulfl. Vei heftigem Uebel entflohen bebeutenbe folifartige Schmerjen (91 i er en = folif), Auftreibung beS Unterleibes, Abgang vieler Vläbungen, (Srbrechen, Stuhljmang, Stuhlverflopfung u. f. w. Dlachbem bie linfe ober rechte Viere entjünbet ifl, vermehren ftch bie Schmerjen bei ber Sage auf ber einen ober anbern Seite, unb auch bie Otücfenlage bringt feine (Srlcich= terung. VefonberS bejeichnenb für bie Vierenentjünbung ifl baS beflänbigeUm= herwerfen ber Jtranfen, waS in bem Srabe bei feiner anbern Jtrcyifheit ftattfins bet. Vei beflänbigemDrangejumUrinirengehtber Urin nur in geringer Vienge unb tropfenweife ab. Sm Verlauf ber Jfranfheit wirb berUrin hiev immer fehr roth, bunfel, wohl felbft blutig unb fpäter eiterartig. Der Verlauf ber Jtranfheit ifl rafch unb heftiges fieber ifl flctS babei vorhanben. 172 SJMt einer einfachen <Rolif tvtrb man baS Uebel wopl nie Vcnrecpfeln, trenn man auf ben tiefen Si| beS ScpmeqeS, auf bie Urinbefcpwerben unb bie bunfle Barbe beS UrinS Stücfftcpt nimmt. Ur fachen. ÖßitterungSVerpältniffe erzeugen wopl nur feiten eine SQte« renentjünbung, am päufigften entftept fte burep St ierenfteine. «Hat ber Jtranfe fepon früper burep ben Urin Steine ober vielen (SJrieö auSgeleert, waren bie ßufäUe offenbar burep eine ftarfe Erfcpiitterung, Bapren, Steifen, S'anjen rege geworben, verbinbet fiep bamit ein taubes ©efüpl im Scpenfel, ein franf® paftcS «Heraufjicpen ber «Hoben, pat ber Jtranfe öfter Einfälle einer Stierenfolif gepabt, fo fann man barauS auf i e ren ft e i n e als Urfacpe fcpließen. Slußerbcm entftept biefe Entjünbung burep ben SJtißbraucp fepar« fer, urintreibenber -Kittel, namentlich ber fpanifepen fliegen, ferner burep Erfcpiitterung, BaH, «Heben fermerer Saften, langes Siegen auf bem Stücfen bei Beinbrücpen, Berwunbungen u. f. w. Slucp jurüefgetretene ©iept, Stpeu® matiSmuS, «HautauSfcpläge, unterbräche «Hämorrpoiben u. f. w. tonnen fte Veranlaffen. S)ie Bep anblung ift wie bei ber 3)armentjünbung: Blutentjiepun« gen, EiS, innerlich ölige Kittel (Str. 105), falte Sifjbäber u. f. w. £)abei muf ber Jtranfe fo viel als möglich bie £Rücfenlage vermeiben, bagegen auf ber Seite liegen, auf welcher bie Stiere entjünbet ift, fiel; ntög» licpft oft im Bette auffepen unb ftep nach Vorn überbiegen ober bie Bauch® läge annehmen, weil biefeS Erleichterung fepafft; baS Sager muß nicht warm fein. Stuplverftopfung barf nictyt gebulbet werben, beSpalb falte Älpftiere, ober ölig=fcpleimige, ober bie Von Str. 152, Str. 204 b. u. f. w. Statt ber Älpftiere wirft pier baSSticinuSöl ju ein ober jwei Eßlöffeln im «Haferfcpleim fepr gut. Biel falteS SBaffer trinfen ift fepr wopltpätig, auch fann man mit Stufen Von ben bei ber ®armentjünbung angegebenen öligen unb ans bereu ©etränfen ©ebrauch machen. £>ie übrige SebenSweife ift ganj fo wie beim entjünblicpen fieber. §93. SMafenentjünbunfl. Seichen: Brennenber Schmerj in ber Blafengegenb mit äußerlicher ©efcßwulft, Spannung, unb Scpmerj bei ber Berührung, mit rotpem peißen Urin, «fparnftrenge, «Harnverhaltung, felbft Stupljwang unb Seibeöverftopfung, fieber mit hartem Bulö, bei pope* ren ®raben Erbrecpen unb Scplucfen. 5)ie Urfacpen ftnb außer ber Erfüllung, ben Blafenfteinen, uriu'rets benben SJlitteln unb äußerer Berlefjung befonberö noep ein Slnbrang ber golbenen Slbcrn, ober rpeumatifepe, gieptifepe, fpppilitifepe (Suftfeucpe) Scpärfe, Scpwangerfcpaft, Entbinbung, 2ßocpenbett unb Unterbrücfung ber SDtonatöperiobe. 3n Slnfepung ber Bepanblung ber Blafenentjünbung gilt baffelbe, waS bereits bei ber Stierenentjünbung erwähnt worben ift. SÖian muß auep pier, wenn baS Bieber unb ber Scpmerj peftig ift, ju wieberpolten Skalen Qlber 173 taffen, namentlich ater Blutegel an bte legen, innerlich giebt man baS ölige berupigenbe Mittel Olr. 105 unb wenbet ben Umschlag SQr. 106 an. Oft hilft bei bem pier immer fepr fcpmerjpaften 'fjarnlaffen nichts beffer als (Einfprifjungen von einer großen Stenge Del in ben 2Raftbarm. Baue 99äber ftnb ungemein wopltpätig. 2öenn nach wieberpolten aUgemei» neu unb örtlichen 39lutentjiepungen bie Scpmerjen (ich immer wieber mit <§cftigfeit erneuern, fo werben bie Pulver 9lr. 99 biefe bann fehr halb vor* fcpeucpcn. Der Stupl muß burcp frifcp gepreßtes OiicinuSöl beförbert werben. DieUrfacpen ber Jtranftjeit erforbern bei ber SSepanblung eine befonbere Otücf|1cpt. 93ei ©rfältung paffen befonberS bie lauen 39 aber unb beim SQacQ= laß ber heftig?eit ber ©rfcpeinungen baS auf bie 4?aut wirfenbe Mittel IRr. 61, (Einreibungen von ber flüchtigen Salbe burch Senfteige. 3ft eS Verfemte ©icpt, fo fucpt man fte burch bie Senfteige wieber an ber alten Stelle juni 33orfcpein ju bringen. 3 ft bie Slafenentjünbung burcp ben inneren ober auch äußern unVorftcptigen (Gebrauch ber fpanifcpen Stiegen entftanben, fo giebt man Jtampper in SJianbelmilcp SQr. 118. - Unterbräche golben Albern verlangen Dampfbäber unb Blutegel an bie Deffnung beS SRaftbarmS. Biegt ber ©runb ber f;eit in einer aus ihrer Bage gewichenen ©ebär» mutter, fo fann nur ein gefcpicfter ®eburtSpelfer bem Uebel abhelfen. § 94. Die Beber ift für ben tpierifepen Äör= per ein pöcpft wichtiges Organ. Sie bereitet bie ©ade, beren gehörige 39 e= fepaffenpeit jur Verbauung ber 9laprungSftoffe burcpauS erforberlicp ift; außerbem reinigt fte aber auch noch baS 39Iut. ®S ift Paper leicht er» ftätlich, weshalb Jtranfpeiten biefeS (EingeweibeS fo große Qlufmerffamfeit Verbienen. So wie bei ber 39ruftentjünbung bie Jtranfpeit eine anbere ©eftalt an= nimmt, je naepbem entweber bie bie Bungen betteibenbe <£>aut ober baS in» nere ©ewebe ber Bungen felbft von ber (Entjünbung ergriffen ift, fo erfepeint auch bie Beberentjünbung, fei fte pipig ober fcpleicpenb, in jwei fepr Verfehle» benen ©eftalten. 1) ® ütjünbunfl 'Bnudjfellüberjntjcö ber ßeber. Die (Erfcpeinungen ftnb folgenbe: Qjlöplicpcr QlnfaU eines heftigen ScpmerjeS auf ber reepten Seite unterhalb ber furjen ber allemal vermeprt wirb, wenn man auf ben fcpmerjpaften Ort brüeft; bebeutenbeS Sicher; gab ligeS (Erbrechen; ber Jtranfe fann niept auf ber linfen, mitpin niept auf ber gefunben Seite liegen. BefjtcreS ift oft baS einjige 3eicf?en, woburep man biefe Jtranfpeit Von einer -39ruftfellentjünbung unterfepeiben fann, benn bei biefer fann ber Jtranfe niept auf ber franfen Seite liegen. Sebocp niept feiten finbet auep eine Bungen» unb Beberentjünbung ju gleicper 3eit ftatt, inbem bie leptcrc fiep ben Bungen fepr leiept mittpeilt. Die Urfacpon biefer Jtranfpeit bleiben oft bunfel; folgenbe ftnb jeboep 174 bie gcwößnlicßften: äußere Sewalttßätigfeit Von einer Duetfcßung, 5aU unb bergt., befonberS aber ©eßirnerfcßütterung; große Sommcrßiße; ßcftige förs ßerlicße Qlnftrengung; Erfüllungen, Scßlafen in feuchten Jtlcibcrn. Scßtoelgcr unb ffJerfonen, bie ju rßeumatifeßen Scfcßwerben geneigt ffnb, treiben feßr leießt von ißr befallen. Seßanblung. kräftiger überlaß, Slutegel,befonberS an ben tPiafb barm, ober Scßröpffityfe, fpanifeße unb bie Sllijtur SQr. 59 ober baS $amarinbenmarf SRr. 45. Scrlicrt fteß bie Entjünbung nießt balb, bann Einreibungen ber grauen Salbe, bis ber slltßem übelriecßenb wirb, in ßartnäcfigen fällen bis jurn Speicßelfluß. **) Tic bet Saibftcnq bet fieber felbft. £ic8 ifl eine ßcimtücfifeße .Rranfßeit, benn oft wirb ffe nießt erfannt, unb ganj unvermutßet geßt bie fieber babei in Vereiterung über. - Erfcßcint fte auf eine feßr verflechte s2lrt, fo wirb ber Jtranfe von Scßauer befallen, worauf fteß eine feßr wccßfclnbe «ßißc mit flarfcm, fiebrigem Scßweiß einftellt. Dßne alle Qlnbeutungen eines fieberlcibenS feßren biefe unregelmäßig jurüch. ®cr Jtranfe füßlt fteß jwar feßr unwoßl, aber er aßnt nießt bießoße Oefaßr, in welcßer er feßwebt. (So wie bie Jtranfßeit weiter fortfeßreitet, fommen gelegentlich ftarfc Scßaueranfätle, feßlimme Vacßtfcßweißc, ber $ulS wirb fcßncller, bie Bunge belegt unb ber Jtranfe verfällt immer meßr. 3eßt erfl treten bie 3cicßen einer bebeutenben UntcrleibSflörung auf; bie 93er* bauung liegt ganj barnieber, frampfßafte Scßmerjen mit StußljWang treten ßinju unb ber Äranfe flirbt unter ben Beießen eines HlervenfieberS als 5olge ber Vereiterung ber fieber. £Bci weniger bunflen fällen ifl Vollßeit, Scßwcreunb Unbeßaglicßfeit in ber reeßten Seite, welcße beimlDrucf junimmt, Scßmerj in ber reeßten Scßulter ober im Otiicfen, troefener duften, unorbentlicßer Stußlgang. ES treten fieber= ßafte Erfcßcinungen ßinju, welcße $War nießt feßr augenfällig ffnb, fo baß ffe faumben ftlulS bef eßleunigen, bie fteß aber bureß ßeftigen £)urfl, belegte Bunge unb einen ßocßgefärbten'harnmitrötßlicßcm ober erbfarbigemSobenfaß juers fennen geben, filueß ßier geßt bie Entjünbung feßr fcßncll in Eiterung über, befonberS wenn bie Entjünbung bcS 29aucßfellüberjugeS ber fieber biefe fclbft mit ergriffen ßat. Oft bilbet fteß ßier bie Eiterung fo ßeimtücfifeß, baß ber «Rranfe fclbft nießt eßer etwas bavon gewaßr wirb, als bis ißn bie Ußr in feiner S.afcße brüeft, ober bie 4?anb eines ißn füßrenben ftreunbcS ein unangcneßmcS ®e- füßl erregt. S)ic llrfacßcn ffnb bicfelbcn wie in ber erflcn filrt ber fiebcrenßünbungcn, befonberS aber ift eS große Sommcrßiße unb Unmäßigfeit im Effen unb Xrinfcn, waS fte ßervorruft. Sei ber Seßanblung bebarf cS feiten eines 5lbcrlaffcS, aber immer ber Slutegel am Elfter unb ber Scßrößffößfe. S)aS wefcntlicßfte, nie 175 frü!) genug anjumenbenbe Mittel ifl ljier aber bet burd; ben SRerfurialges braiuß erregte Speicßelf[u|, ben aBer bodj nur ein Slrjt erzeugen unb lei« ten fann. Oiefen Betben fcßnett Verlaufenben Wirten ber (ßi|igen) Seberentjünbuns gen fielen aucß jmci langfam verlaufenbe gegenüber. 3n 4?infict?t ihrer S3e* ßanblung finbet Tein Unterfcßieb ftatt, aber in ihrer (Srfdjei= nungen unb ißreS SluSgangeS. 3) £)te fd)ld($cnbe (Sntjüitbiiiifl fecö «Baudjfenüberjußcö feer Seber. Sine ßißige Seberentjünbung fann oßne einen unmittelbaren Uebcrgang jur ©efunbßeit enbigen, unb fo bleibt meiftenS nach Wieberßolten Slnfätten bicfer Äranfßeit bie äußere 4?aut ber Seher in einem fcßleicßenb ents jünblicßen Suftanbe jurücf, ober tvenigflenS in einer Steigung,barein überjus gehen, Oocß fomrnen auch Salle vor, mo ohne vorßergeßenbe ßißige ®nt= jünbung bie ber Seher Von einer fdjleidjenben ßeimlicßen ®nts jünbung befallen wirb. Oie Srfcß ein ungen ftnb: Scßtvere unb®efüßl von SSottfcin unter ben furjcn IRippen ber rechten Seite, ftröfleln unb gelegentlich unregelmäßige fieberhafte Einfälle, heiße <§aut, Ourfl, fcßmußig belegte braune ober weiße ßunge, ßärtlicßer aber nicht befcßleunigter 5PulS, abtoecßfelnb fcßr bunfel ober feßr mcnig gefärbte OarmauSlcerung, Uebelfeit, geftörte Sßerbauung, nicht feiten rußrartige Srfcßeinungen, eine fcßmußige gelbfücßtige >§aut, trüber unb ftarf gefärbter «§arn, Scßmerj unter bem rechten Scßlüffelbeine ober in ber flticßtung beS rechten Schulterblattes, Unvermögen, mit 39equemlid;fcit auf ber linfen Seite ju liegen, gehörter Scßlaf. tBehanblung. an bie Sebergegenb unb ben Elfter, Qlb= führmittel, namentlich 9Qo. 45, Einreibungen mit ber grauen Salbe (früh unb Qlbenb eine ftarfe <$afelnuß groß) bis jum beginnenben Speicßelfluß. 4) ®d)letd)cnbc (Sntjünfeung in feer ßeber fclbfi. S r= ftßeinungcn: Sin läftigcS @efüßl Von SSollfein ober Sdjmcre in ber rechten Seite; bie Seher fühlt man vergrößert; ber Jtranfe jcigt Abneigung fteß unterfuchen ju laffen, enge JUeiber ftnb ißm unbequem; Scßmerj auf ber Schulter ober über Wem redeten Schulterblatt, manchmal im Utücfen auf ber rechten Seite herunter; jumeilen «Rurjathmigfeit. Obgleich ber «Rranfe vcr= fiebert, er fönne auf beiben Seiten liegen, fo jießt er bod? bie Sage auf ber redeten Seite ber linfen Vor, unb iräßrenb beS Schlafes legt er fid; auf ben Sttücfen. fiebrige 3»nge, beS borgens braun unb troefen; ber $u!S trenig veränbert; bie «§aut heiß unb troefen ober füßl unb fiebrig; Scßaucr, jumeilen $roft; ®IähungSbefd?merben unb geftörte 93erbauung; Stuhlgang jumeilen thonartig, ein anbermal feßmarj ober grün, fd?aumig. ; ber föarn trübe, mit jicgclartigem ; Scßlaf unruhig, nießt erquiefenb ; trübe Stimmung; gelbfüdjtige, franfe Hautfarbe, 176 Ur fad; en. Unmäfjigfeit im Gffen unb Srinten. J£)urcQ biefeS «RranfbeitSbilb glaube ich meinen ßefern bieS im Verborgenen Hebel hinlänglich fcnntlid? gemacht unb fte baburd? in ben Stanb gefegt ju haben, jeitig Abhilfe bagegcn nachfudjen ju tonnen; benn wirb bicfe Arants heit nicht halb befcitigt, fo wirb bie ganje Scher tränt, eö bilben ftcf? ®e» fd?würe unb Jvnoten in berfelben, unb ber Jtranfe ftirbt an Söafferfucfyt, s4b* jehrung, ober bie Seberfubftanj verwanbelt ftcß in eine organifd? entartete SDiaffe, bie burd; Aufhebung ber Sunftion unb Vereiterung ben Sob her» beifübrt. ©ie Vehanblung erleibet hier in jebem einzelnen SaH ju grofje Slbänberungen, unb bie 2ßal;l ber geeigneten Mittel ifl ju fdjwierig, als bafj eö möglich wäre, fte bent Saien verftänblid? anjugeben unb ju überlaffen. § 95. sJlothtauf, 9iofe. £R©fe nennt man eine oberflächliche glätt' jenbe >§autröthe, welche bei bem ©rucf beö Singers verfdjwinbet, halb aber, wie biefer aufhört, wieberfehrt unb leicht von einer Stelle jur anbern wan» bert. ©ewöhnlich ift fte mit £ige, brennenbem Süden unb heftigem Stechen verbunben; juweilen entfleben Vlafcn auf ber <§aut. Sieber, welches fid? burd; Steigung junt Schlafen auSjcichnet, geht ber Jtranft;eit gewöhnlich Voran, Verfchwinbet aber, wenn baS Hebel nicht ungewöhnlich heftig ift, beim 6rfd;einen ber £Rofe. 3 ft ber C£f>aracter ber Jtranfheit Von ernfterer Slrt, bann ift baS Sieber heftig, geht fchon bem tluSbrud; ber Olofe einige Sage Vorher, ift mit wahrer Sd?Iaffucht verbunben unb bauert bann auch nachher noch fort. ©ie Olofe fann alle ©l;cile ber äufjern £aut bcS JtörperS befallen, ge» ftaltet ftch aber nach Verfchiebenheit beS SifccS auf verfd;iebene Qlrt. ©ie «Ropf» unb ©efichtSrofe beginnt immer mit Sieber unb oft mit 45alö=, Äopf» unb Dfwenfchmerjen. Sie entfteht gewöhnlich an einer Vacfe, einem Ohre ober an ber Stafe unb verbreitet ftch bon ba fchnell über baS ganje ©eftdjt, felbft über ben behaarten ©heil bcS JtopfeS. Sin ben Vacfen, ber Stirn unb ben Dhren entfleben häufig VläSchen unb tüfteln, bie, wenn fie planen, halb gelbe bünne, halb harte fdjwarje, braune Prüften bilben. Sn leichteren S'äUen fdjuppt ftch bie Oberhaut War baS Hebel aber bebeutenb, fo trennt ftch biefe in großen Schuppen/loS. ©ie 2tbfchup» pung ber >§aut unb baö Abfallen ber Prüften ift oft in wenigen Sagen beens bet, in ber Oiegel ift bieS aber vor bem 7ten, lOtcn, ja felbft 18ten Sage nicht ber Sali. ©ieOiofe anben Vrüften. BuWeilen nimmt bie ©efichtörofe ihren ©ang vom .Rinn auö unb überjieht ben Vorbern ©heil ber Vruft unb nament« lieh bie Vrüfte felbft. ©oct? entfteht auch nach vorangegangenem Sieber bie Olofe fogleidj an biefen ©heilen. Vei ber Olofe an ben Vrüften fd?we(len bicfe ungemein an, werben hart, ber Sdjmerj babei ift heftig unb leich; entfteht ©iterung. erftreefen ftch ®chmerjen oft bis in bie -ilchfel» 177 grübe ber leibenben Seite unb leidet bittet fiel; algbann hort ein eingefcQIoffc» neg Sitergefcbwür. Tie entjünbete 53ruft ber fäugenben Srauen ift auch oft rothlaufartiger (Ratur unb unterfReibet ftcb bann von ber in ber Tiefe fi£en« ben ßntjünbung ber 53ruftbrüfe felbjl babureb, baß jene ftd; weiter in ber haut verbreitet. 2) i e Hl o f e a m 53 a u d) e nimmt zuweilen eine ganz eigenthümlidje Jorm an. Sie umgiebt nämlich in ber (Rabelgegenb genau bie hälfte beg <ftürpcrg, Vom (Rüdgrat big in bie 2Ritte beg Seibcg, alg einen genau begrenzten unb Von ber gefunben haut abgefebnittenen ©ürtel, wegbalb man ihr auch tie- fen (Hamen gegeben bat. Stuf bem ergriffenen Theile fließen feljr brennenbe unb juefenbe (Blätterten auf, welche mit Slüfftgfeit gefüllt finb. Tiefe 5lrt ber (Hofe ift fetyr oft eine fieberhafte Jtrantljcit, febeint bann ein Sßittelbing zwifdjen £Rofe unb Siebte ju fein, unb ift nicht feiten fehr hart» näcfig unb langwierig. Tie (Hofe verfetypnt auch nicht bie ® ef cp Ied; t g* theil e unb ift bann immer von großer 53ebeutung, inbem fte hier fehr fchneU in 33ranb übergeht; befonberg l;aufig ereignet fiep bieg bei ncugebornen Jtinbcrn, Tie (Hofe am 5lrme entfielet faft immer nur alg eine Sortfepung ber Jtovfrofe, Wenn nicht Söunben unb anberere örtliche (Befähigungen fte her® beiführen. Tcfto häufiger fommt fte aber bei alten Iränllicpen SRenfcpen an ben Süßen zum (Borfcpein unb ift bann eine ber päufigften (Beranlaffungen Zu ben langwierigen unb fepmerzbaften Sußgefcpwüren, inbem bie (Hofe pier (epr häufig in (Bereiterung übergebt. (DHt ber (Hofe nicht zu verwecpfeln ift bie fogenannte falfcpe (H of e, Welche in einer (Sntzünbung unb (Berjaucpung heg tiefer unter ber haut ge= legenen Bdlflciucbeg beftept, ziemlich fcpmerzlog auftritt unb eine buntlere (Rötpe zeigt, fte gehört zu ben fogenannten äußern, epirurgifepen Jtranfbciten unb ift hier nur erwähnt, um jegliche (Bcrwecpglung zu verhüten. Tie wal;re (Hofe wirb erzeugt bureb unbeftänbigeg, naßfalteg SSetter- bureb ©rfältung, befonberg eineg erbitten Tpeileg, burd) Vcrfticbene ®e= mütböbewegungen, Berger, Born, Scbrecten, burd? eine eigentümliche (Reiz* emvfänglicbteit beg 2Rageng (fo giebt eg (Berfonen, bie auf ber Stelle bie (Hofe befommen, wenn fte ©rbbeeren, Jlrebfe, SRufcbeln, honig u. f. w. zu ftch nehmen), bureb verborbene (Hahrunggniittel, befonberg ranzige bureb fehlerhafte ©aUenabfonberung, bureb unterbrüefte (Pionatgberiobc, goU bene Qlbcrn unb bureb unzeitig geheilte alte ©efdjwüre. Bur (Hofe geneigt macht Solgenbeg; bag weibliche ©efcblecßt, jugenb» Itcbeg Qllter (bejahrte £eute ftnb nur zur Sußrofe geneigt), eine zarte weiße haut, Settleibigfeit, cbolerifcbeg Temperament, befonberg wenn eg mit febr reizbarer, franfer Seher verbunben ift. 5lug allem biefem entfteht fehr leicht eine wahre ©ewohnheit zur (Hofe, einem fehr läftigen Uebel, weldjeg bei £>cr J;auiarjt. 178 her geringften SSeranlaffung immer wleberf unb ftcß bann feßr ßartnäefig beireift. ©leicßgültig barf man feine £Rofe betrauten, foiroßl trogen if)reö SBan» bernö Von einer Stelle jur anbern, als auch trogen it)reö leicßten IRücftritteö auf innere eble Steile. SLie ©eftcßtörofe, trenn fte aucß als unbcbeutcnb er» fcßeint, aber mit .Ropffcßmerj, Scßlaffucßt ober Srrereben verbunbcn ift, broßt ftetö ßoße ©efaßr. .Kinbcr, ©reife unb fränfließe Ißerfonen ftnb immer bei ber £Rofe am gefäfjrbetften. £>ie Jlofe enbet getrößnlicß ben 7ten ober 9ten $ag mit Qlbfcßuppung unb ßertßeilung. £>ie 2lbfcßuppung ift jur roUftänbigcn Befeitigung biefer «Rranfßeit burcßauS erforberlicfj, benn erfolgt biefe nießt, fo erneuert ftcß baS Uebel halb trieber. 5luf bem behaarten Xßcile beä Äopfeö erfolgt außer ber Ulbfcßuppung and) ein QluSfaUen ber £aare. ßertßeilt floß bic Olofe nießt, fo geßt fie in Berßärtung, Siterung ober Branb über. Beßanblung. ßunäcßft forge man für {Ruße, ßalte Jtälte, ßugtrinb unb {Raffe ab, termeibe aber aucß ftarfe SRan befcßränfe ben .Rranfen auf SBafferfoft, reieße füßlenbe fäuerließe ©ctränfe, namentlich ßuefcrtraffer mit .Rirfcßfaft, <§imbeerefftg ober ßitronenfaft, befonberS aber ben $ranf SRr. 18. 3n leicßten fällen trirb man mit biefen biätctifcßenBorfcßriftcn oßne alle SD?ebicamente bollfommen auöreicßcn; ba aber, tro baS fieber einen feßr ßo» ßen ©rab erreicht unb tro bie ßeießen einer ©eßirnentjünbung ober wenig» ftenS eines großen BlutanbrangeS naeß bem «Kopfe jugegen ftnb, ba fäume man nießt, einen 2lrjt ßolen ju laffen. Bei treniger bebenfließem «KranfßeitSjuftanbe ftnb Brecß- unb Burgir« mittel in ber Jtofe immer bie ja in ber ©efteßtörofe ftnb bie Brecßmittel bureß nicßtS ju erfeßen, felbft trenn babei ber J?opf feßr einge» nontnten ift, fann man fie breift reießen, unb trenn eS nötßig ift, aueß trieber» ßolen. 21m beften ßierjtt paßt freß ber Breeßfaft SQr. 28. SEöo aber auS anbern ©rünben bie Brecßmittel nießt juläfftg ftnb, ba gebe man baS 2lb» füßrmittel SQr. 22, bei jungen fräftigen Leuten unb ßeftigem entjünblitßen fieber aber baSjcnige Von 23. SöaS bie äußerlicße tBeßanblung anbelangt, fo man ben Icibenben $ßeil forgfältigft bor ßugluft. Sine einfaeße ©ebetfung mit tveießer Sein« tranb (bei ber ©efteßtärofe mit cingefcßnittenen ©Öffnungen für bie 2lugcn, 9tafe, SJhtnb), unb jur SJHnberung beö Brennens baS Beftreuen mit Boß» nen» ober Seinfamennteßl, trirb in leießten fällen genügen. 2)aS borjüg» ließfte Mittel, baS vor allen anbern ßier ben Borjug öerbient, ift bie roße gefräntpelte Baumtrolle. berußigt ben Scßmcrj trie bureß ßauber, unb halb verfeßtrinbet baS liebel. SS ift in jeber 2lrt ber Dlofe, fei eS bie falfcße ober bic traßre, gleicß trirffam unb gleicß troßltßätig, mag baS liebel feinen Si§ ßaben tro eS trolle: an bem ©efießt ober an ben Brüftcn fäugenber 179 frrauen u. f. fo. ®ie angegebene innere Beßanblung barf aber habet ntcQt Vernadßläfftgt merben. - 2)ie Slrt, bie Baumfoode anjuwenben, ift feßr ein* facß. SJlan legt nämlicß eine bicfe #age reiner gebrümmelter Baumfoode auf ben von ber iRofe ergriffenen $ßeil unb jfoar noeß einige Bod barüber ßin= auS, belegt biefe Scßicßt mit einem bovvelt jufammcngelegten Stücf meteßer Seinmanb unb befefligt baS ®anje bureß eine leießt umgemicfelte Binbc. Qlm beften ift eS, biefen Berbanb bis jum ®nbe ber Jtranfbeit rußig liegen ju laffen, unb auf feinen barf er öfter alö ade 24 Stunben getvecßfelt foer® ben. ßängt bie Baumfoode an ben Steden, tvo SluSfcßfoilungen jugegen ftnb, ju ftarf an ber £aut, fo löft man fte babureß loS, baß man einen er* foeießenben Breiumfcßlag, j. 59. von SRalvenblumen, üeinfamenmeßl u. bergt, barüber legt. 3n ber neueften Seit bat man gegen bie £Rofe, an foelcßem Steile fte auch ißren Siß haben mag, baS Beftreicßen ber ergriffenen Stelle mit C£ollo= bium, einer Sluflöfung von Scßießbaunnrode in Sletßer enrpfoßlen unb foie icß auS eigener Srfaßrung betätigen fann, in ber fürjeften Beit Teilung er- jiclt. 2)ian beftreießt bie Steden fo freit bie Siötße reicht unb noch etiraS barüber ßinauS mit (Sodobium, frelcßeS halb troetnet unb eine biete 2>ecfe gegen bie äußere Suft, Stäffe unb bergleicßen Von außen eimrirfenbe Scßäb= tießfeiten hübet; frirb naeß einigen Stunben bie SLcctc riffig, fo muß von Steuern beftrießen tverben. - SaS ßodobium frirft aueß noeß ßaußtfäcßlicß babureß, baß öS bie Blutgefäße ber äußeren £aut jufammenjießt unb fo bem Blutanbrang ßemmenb entgegentvirft, entjünbungStribrig unb fo bie Jtranf- ßeit in ißrem (Sntfteßen unb Jortfcßreitcn abbreeßenb.-@ine innere Beßanb- lung ift ßierbei nur bei befonberen ßomvlicationen frie bei bcbcutenben gaft* rifeßen Befcßtverben erforberlicß. Sft bie £Rofe bureß feßlerßafte Beßanblung, (Srtältung u. bergt, ßlößlicß verfeßrounben, fo fönnen heftige, ja felbft töbtlicße innere SntjünbungSjufäde entfloßen. 4?ier ift feßnede ßülfe bringenb nötßig. Bei leisten fV'äden bien ein Senfvflafter auf bie Stelle beS iHotßlaufS unb innerlicß baS fcßmcißtrcU benbe Mittel Hlr. 61. Bei heftigen (SntjünbungSjufäden innerer Xßeile ein Slberlaß, fpanifeße auf bieStede beS früheren UiotblaufS, beS= gleicßcn Senfteige auf bie jeßt leibenbe Stcde unb innerlicß 3Qr. 119. 5)ie jur ©etvoßnßeit geworbene Olofe ift oft ein äußerft ßartnäcfigeS Ucbcl unb meießt oft ber beften Beßanblung nießt. ®aS folgenbe Mittel in biefer ftetS unfcßäblicßen ®abe tßut bie ßerrlicßfte 2öirtung. Stimm: Bellabonna=(Sjtract 1 ®ran, 16 Unjen. Stde brei Stunben 2 (Sßlöffel. Um naeß befeitigter fRofe bie BUebcrfeßr berfelben ju Verhüten, fo be= biene man flcß jum Söafcßen ber ergriffen getvefenen Xßeile beS folgenben Spiritus. 180 Stimm: Jtamßßergeift, Von jebent jwei Sotß; wäf« ferigeu Salmiafgeift ein £otß. Saglitß einmal anjuwenben. freilich barf, wenn bicfeS Mittel einen Stüctfall verßinbernfoll, außerbetn eine verftänbige SSorftcßt nicht unterlaffen werben, unb immer muß man ba» bei jebe ßrfältung, namentlich bei erßi |tem Äörper, forgfältig vermeiben. 5'iinftc 2(btl>dliing. fBon ben djrouifdjcn rnnfIjciten. Unter tßronifcßcn Jtranfßeiten verfielet man bicjenige Srußße von ®r« rantungen, bie, oßne an einen ßeftimmten Verlauf, wie fieber unb Sntjün« bungen, noeß an eine beftimmte Hauer, wie biefe, gebunben ju fein, ftef; nießt bureß eine Jtriftö, b. ß. bureß eine fcßnell unb ju einer beftimmten Beit ein« retenbe, bie (gntfeßeibung bebingenbe Qlenberung ber JtranfßeitScrfcßeinuns gen entfeßeiben, fonbern nur bureß allmälige unb unbemertlicße SSercnbe« rung in Sefferung übergeben. § 96. g-iebcrlofe rßcuntaftfcf) botnrrbttlifdje SVrctnbßetten ober von ber @in nur vcrßältnißmäßig geringer Wntßeil ber Stoffe, gleichviel ob fte fefter, flüfftger ober luftartiger Statur ftnb, welcße »)er lebenbe Jtörßer ju feiner Srßaltung unb ©rnäßrung in fteß aufnimmt unb beöhalb in ®lut verwanbelt, wirb von ber inneren £eben$traft baju Verwanbt, alles übrige aber alb unbienlicßeScßlacfe in Wäfferiger ober bunft« artiger $orm wieber auS bemfclben entfernt unb auSgcfcßieben. HiefeS für baS örortbefteßen ber gefammten innern Sehen Sßarmonie fo notßwenbige ®e« fcßäft ber Slutreinigung bringt bie Statur vorzüglich bnreß bie Urinabfon« berung unb bureß bie hautauSbünftung ju Stanbe, unb cS ift baßer woßl leießt ßegreifließ, baß Störungen in biefen SStrrtcßtungcn mit bem SBoblbe« finben beb nießt beließen tonnen, hier ift nur von ber geflörten 33er« rießtungber haut, von ber unterbrächen hautauSbünftung bie Diebe. Srfäl« tung veranlaßt in ber Siegel biefe Störung unb rßeumatifcß.-fatarrßalifcße •Rranfßciten ftnb bieSolge baVon, inbem bie Scßleimßäute unb feßnigenhäute unfcreS JtörßerSmitber äußeren haut befleißen in innigfter S3erbinbung unb Sßecßfehvirfung flößen, unb eineSKitleibenfcßaftbiefer häuteeS eben ift, waS fldj als rßeumatifeße ober f atarrßalifcße iBefcßwerbenjuertennen giebt. Hie Scßleim# ßäute bebeefen alle inneren be§ «Rörverö, bie mit ber £uft, mit beu Steifen, felbft mit ben auSjufonbernben Stoffen (Urin, Ußräncn, üßrcnfcßmalj u. f. w.) in Berührung fommen, unb befleiben alfo bon innen ben Äörßet eben fo wiebie haut Von außen, baßer fte aueß an allen äußern Hoffnungen beS Jtörperö: am SDlunbe, ber SQafe, ben ©efcßlecßtötßeilen, bem Elfter u.f.w, in bie haut übergeßen. 181 £)ie fettigen <§äute fce'occfen baS SWuStelfTcifch, bcfcftigen unb umgeben alle ©elenfe unb bienen als bcfonbcre Umfleibung ben wichtigsten Stngewei* ben beS «RörhcrS, 3. V. als Hirnhäute bem ®ehtrn, als Vruftfcll ben Sun* gen, als bem als ben meiftcn in bcr Unterleibs* höhle cihgefchloffencn ®cbi(bcn. Sie gelten nicht unmittelbar in bie >§aut über, unb ihre Vejlimmung ift burch baS beftänbige QluStyaucfycn eines wäfferigen fünftes S&rwadhfung unb nachtheiltge Olcibung bcr Vhcile 311 verhüten unb freie unb leichte 33en?eglicb>feit berfelbcn 311 erhalten. Seboch ift eS freier nicf?t bie SCBecfyfelrvirfung 3toifctyen bcr äußern £aut unb ben Schleich- unb Rauten allein, weiche bie tatarrhalifchen unb Vefchttrerben erjeugt, unb am allerwcnigften ift cSbloS ein un= terbrücfter Schweiß, bcr bicS veranlaßt; benn bei ben fyeftigflcn Tann bcr Jtranfc ohne Sinbcrung in Schweiß serfließen: nein cS ift bie burch bie unnierflichc SluSbünftung erzeugte Schärfe bcS VluteS, bie hier als frantmftChcnber £Hei3 cinwirft. SBariim bteS aber einmal Olüeu* matiSmuS unb in anberen fallen 93*efchwerbcn hrrvorbringt, ift nicht ermittelt unb mag größtcntbcilS in bcr Verfchicbcnheit bcr Jtonfti* tution unb bcr äußern Suftvcrhältniffe begrünbet fein. $ür meine Scfcr ift eS wohl aber wichtig 311 wiffen, wie man überhaupt gegen beibe gleich läftigc liebel am beften 3U fehlten vermag. Sich Vor (Srfältung ftctS ängjllich 311 verwahren, jcbcS rauhe Süftchcn ju meiben, bie Biutmer ftctS fcerfetyloffen unb t?cifj 31t halten, wirb- in biefer S3c3icfyung Wahrlich feinen hinlänglichen Schu£ gewähren, im ©egentheil Wirb eine feiere SebenSWeife fehr oft bie Veranlagung 311 ben bezeichneten Jtranf'hcitcn, inbem bei einer fo äußerft Vcr3ärteltcn £aut bcr gcringfte nachtheilige ßinfluß, ben man bei aller Verficht nicht immer im Staube fein Wirb ton ißr abjuhalten, fte erteiltet unb ihre wichtige Verrichtung ftört. !Lie 4)auhtfachc ift hier immer, bie <§aut fräftig unb gefunb 31t erhalten, bei grofjer 9lci3barfcit unb (Fmbfinblicbfcit ihr bicfclbc 3U benehmen unb fte unb ben Jtorper überhaupt an Qlbircchfclung von <§i§c unb «Rälte 311 ge* Wohnen. Ilm bicS 31t erreichen, vermeibe man 3unäd)ft 9l(lcS, was bie ©mpfinb* lichfeit bcr £aut unb beS Körpers vermehrt, bahin gehört ein 311 tvarmeS Verhalten, eine 3U he>Oe unb verborbene Bimmerluft, llnrcinlichfcit bcS JiörverS, 31t langes Verweilen im Vctt, unthätigcS Sehen, Mangel an Vc* wegung in freier Suft, ungefunbe 9Bohnung, nieoerbriiefenbe ÖJcmüthSaffefte u. f. w. - Srocfcne Reibungen bcr Oberfläche beS Körpers mittclfl Flanells Wirten in biefer Vc3iehung gatt3 vortrefflich, auch fönnen fic bei benen, welche eine ftfccnbe SebcnSart 3U führen genöthigt flitb, einigermaßen bie Stelle bcr förderlichen Vcwcgung vertreten. Sßo fleh aber ein höherer ®rab einer franthaften unb eine beftän* bige Vieigung 311m unb 3ur Srfältung bcfonberS fenntlich macht, 182 ba haben ftd? tote lauwarmen Uöafchungen beS ganjen «RörperS mit ber Del ober Jtamtofyerölfeife (f. 31 r. 120 unb 121) febr bewährt erwiefen. «Kräftiger aber als alle biefe Mittel wirf en -,bte falten Söafdjungen beS cRörperS, bereu man befonberS bann täglich bcbienen feilte, wenn bie £aut feßon febr erfdflafft unb eine Oewoßnbeit ju ober rfjeus matifchen «Rranfbeiten Vorbanben ift. 33ei febr jarten unb bog (SinbrucfS ber «Kälte entwöhnten Menfcben, be= fonberS bei «Rinbern unb nervenfcbwacben Mähren unb grauen wirb nidjtö fo milbe unb babei boeb belebenb unb ftärfcnb für fte fein, als wenn fte, wie bereits angegeben Würbe, alle Morgen im 33ett mit einem foulten falten Vetttucß umhüllt eine halbe Stunbe liegen unb barauf erft ben .Körper mit faltem 3Saffer abwafeben. 3m hohen Sommer fönnen ftc'Q auch jarte «Ronftitutionen bureb 5luß* bäber unb Scßwimmübungen febr leicht an baS falte Ußaffer gewöhnen, ins Dem fte anfänglich nur gegen Sonnenuntergang ßcß in ben $luß begeben, veil bann baS SBaffer am wärmften ift. Stäglicß habet man um eine Stunber früher, bis man enblicß in ben frühen Morgenftunben bie 33äber nimmt, wo fte am fälteften ftnb. 33ei minber fcbwacben Suh jetten unb bei fofcQcn, welche bureb ans gegebene Umhüllung mit falten feuchten Büchern feßon mehr «Kraft gewonnen haben, ift eS hinlänglich, wenn fie jeben Morgen, fobalb fte baS 33ctt verlaffen ben ganjen «Rörper mit faltem Ußaffer wafeßen. Qlnfänglicß muh man bem falten SBaffer etwas warmeS beimifchen, aber fcQon nach einigen Stagen wirb felbft im Sßinter baS ganj falte UBaffer nicht allein gut vertragen, fonbern man erreicht babureß um fo fieserer feinen ßweef. 3Ber eine Vorrichtung ju einem Olegenbabe, wie j. 33. ben Scßnciberfeben 33abcfchranf heftet, wirb ftatt ber bloßen Vßafcßungen mit noch größerem Vortßcil ein foIcßeS 33 ab täglich nehmen. Srür fräftigere «Ronftitutionen ober auch für minber fräftige, bie aber feßon an bie äußere Qlnwenbung beS falten HöaffcrS gewöhnt ftnb, eignen ftch alSbann jur Stärfung ber -fjaiit unb jur Verhütung gewohnter fatarrßalis fcQcr, namentlich aber rheumatifeßer Seiben, bie falten SBannenbäber. 3n biefen fowie überhaupt auch in jebem anberen falten Vabe, fei eS Sflußs, Seebab, u. f. w., barf man aber nie fo lange verweilen, bis nach bem Vers feßwunbenen erften ©inbruef ber «Rälte fiel? wieber ein neues funb giebt, weil fonft Schwäche unb Qlbfvannung barauf folgt. £ie hefte 3eit, ein foIcheS falteS Höannenbab ju nehmen, ift beS Morgens, unmittelbar fos wie man baS 33ett verläßt. 3cbocb ift eS ba, wo man baffelbe bloS junt 33e* huf ber <§autftärfung anwenbet, nicht nöthig, baß ber «Körper vorher bureb bie 33ettwärme in Schweiß gebracht werbe, wie man bieS thun muß, wenn man burch falte Väber einen vorhanbenen «RranfbeitSftoff auS bemfclben entfernen will. 183 föerücfftcßtigt man Bei feer QInWenbung beS falten SBafferS bie benßeit beS QllterS unb ber SebenSbefcßaffenßeit auf bie ßier angegebene -tlrt unb Qöeife, fo wirb man jteßer nie fcßäblteße folgen barauS entließen feßen, im ©egentßeil wirb fteß Seber fet?r Balb ton bem großen Dtufcen biefeS Vers faßrenS ßinlänglicß überzeugen, benn babureß Wirb ber «ft'örper freierer, als bureß jebeS anbere -Kittel, Bor jeglicßer ©rfältung gefcßüfct. £öaS in biefer SSejicfyung bie ängftlitße Sorgfalt, bie bidjtefte Veflcibung mit Flanell nießt 311 leiften vermag, baS leifiet mit ©ewifjßeit bie tägliche äußere S2lnwcns bung bcö falten HßafferS. Ußer nußloS Saßre lang wollene Vefleibung auf Bloßem £eibe getragen unb fcfyon ein folcßer Sflave berfelBcn geworben ift, barf er fte Weber im Sommer, noeß im Vett aBIegen barf, oßne meßt foglcicß Von rßeuniatifcßen Reiben aller *2lrt ßeimgefueßt ju werben, ben vermag»fals teS 5® aff er allein noeß von ber HleijBarfeit feiner «§aut unb zugleicß von bem läftigen Slanell ju Befreien. Sßen freiließ Verzärtelung unb Vorurtßeil ab* ßält, von biefem Kittel ©ebraueß zu maeßen, für ben wirb eS geratener fein, Wenn er zu Scßweiß unb ©rfältung geneigt ift, fein >§cil in ber Üöolle ju fueßen. § 97. OHicb erretten. @3 gieBt 3We Wirten Von UlßeumatiSmuS; bie eine ift bie ßißige unb Bereits oBcn Bei bem rßeuniatifcßen Sieber BefcßrieBen, bie anbere bie fteBerlofe. - @S ftnb aber bie ©renzen biefer beiben -2lrten nießt allemal genau beftimmt, benn gemcinigs ließ, wenn aueß nießt immer, ift ber ßeberlofe nur bie Solge beS ßißigen Oißeus matiSmuS. >§at baS rßeumatifeße Sieber gänzlicß aufgeßört, unb ift bie ents jünblicße ©efcßwulft unb vornämlicß bie 'Jlötße beSjenigen ©elenfS, worin ber rßeumatifeße Scßmerz feinen Si£ ßatte, gänzließ verfeßwunben, bleiben aber boeß noeß gewiffe Scßmerzcn zurücf, bie balb biefeS, balb jenes ©clenf befallen, bie namentlicß bei ber '-Bewegung zuneßmen unb biefe felbft ganz unmögließ maeßen, fo nennt man biefeS einen ficßcrlofen eßronifeßen Ulßeus matiSmuS. So lange bie Scßmerzcn noeß immer leießt ißren Ort Veränbern, fo lange fte BcfonberS zur Stacßtzeit ßeftig unb zuglcicß mit einigen Sieberbes Wegungen unb einer noeß rotßen ©efeßwulft Verfnüßft finb, fo ift bie «Rranfs ßcit noeß immer als eine foleße zu betraeßten, bie etwas Von ber Statur eines 9lßcumatiSmuS an ftcQ ßat. 3ft aber feine Sßur Von Sieber meßr Vorßanben, jeigen bie fcßmerjßaften ©clenfe nießt bie geringfte IRötße, ftnb biefe fteif unb falt, ift ber Scßmerz ftumßf, wirb biefer bureß Jtälte vermeßrt aunb bureß ©arme verminbert, fo ift bie Äranfßcit als ein eßronifeßer tHßeus matiSmuS zu betraeßten. !Tic ©efcßwulft unb bie Scbmerjen verlaffen benJtranfen bann oftSaßre lang, ja felbft zuweilen baS ganze geben ßinbureß nießt; bie 'Unfälle feßren 311 unbeftimmten Seiten zurücf, neßmenaber nießt immer bcnfelbenSilj ein. 3e ©fter biefe wieberfeßren, um fo bebeutenber wirb bie Scßwäcße bcS leibenben 184 ItßcilS, bie ©lieber enblicß tvte gelähmt ganj unbrauchbar werben unb bie ©efunbßeit beS JtörßerS tief erfctjjüttcrt wirb. So wie ber ßißige Rheumatismus ficß auf innere Steife werfen fann, fo fann bieS aueß Gei bem fieberlofen ber Sali fein, wobitrcß bann oft feßmerjs ßafte DlerVenfranfßciten aller Qlrt, Wie j. 93. Jtoßffcßmerj, DJlagenframpf u. bei gl. erjeugt werben fönnen. ©ine innere Jtranfßeit fann aber auct? Statur fein, oßne baß fte mit ßerumjießenben ober feftß|enben Scßmerjen an äußern ober in= nern Steilen Verbunben wäre, unb namentlich finb eS bie läßmungSartigen ßuftänbe, bie häufig als ein verborgener OtßeunratiSmuS betrachtet werben muffen. So gießt eg eine rßeumatifeße 93linbßeit unb anbere Zähmungen einzelner S'ßcile, bie nur alSbann geheilt werben fönnen, wenn man ihre rheumatifche Statur erfennt unb fte barnaeß Gehanbelt. Schwer ift eS immer, einen folcßen Verborgenen OißeumatiSmuS ju entbeefen; baS ©in= jige, woraus man bieS einigermaßen erfennen fann, ift bie genaue 93erbin= bung, worin eine folcße Jtranfßeit mit ben SSeränberungen ber äußern Stift fleht, fo baß bie glcicßfam eine barometrifche Statur ßat, inbem fte burch ihre SSerfcßlimmerung bie geringfte SSeränberung in ber Sßitterung anjeigt. Slleßrere anbere Jtranfßeiten fönnen aber auch bie Sorm eines rßeumas tifeßen SeibenS annehmen, wcSßalb bie Dlerjteauch eincn Wahren unb einen falfeß en 9ißcumatiSmuS unterfeßeiben. ©rfterer geßt immer von einer be= feßränften fpautauSbünftung (Slutreinigung) auS, festerer hingegen ift Solge Verfcßicbencr <RranfßeitSftoffe unb jwar namentlich ber Buftfeucße, beS Stör* Guts, unterbrüefter <§autauSfcßIäge, jurüefgetretener Stofe, jugeßeilter ©efeßwüre, unterbrüefter Schleim' unb SSIutflüffe. 2)iefe falfcßen rßeunta= tifeßen Selben finb in ber {Regel fieberloS unb ßartnäcfig, baßer muß man bet allen folcßen Scßmerjen ganj GefonberSbarauf aufmerffam fein, ob man nießt im Stanbe ift, eine folcße Sßcranlaffung ju ermitteln; beim ift bieS ber SaH, fo fann bie Jtranfßcit oßne Q?erücfftcßtignng ber Urfacße nießt gehoben wer« ben.- Qlucß bie Dleßnlicßfeit jwifeßen StßcumatiSmuS unb ©ießt ift oft feßr groß, fo baß in manchen Sällen fte faum ein geübter Dlrjt von einanber ju unterfeßeiben Vermag. ®cr llnterfcßicb ift folgenber: bie mit Sieber verbunbenen rßeumatifeßen Scßmerjen bleiben nießt lange auf einer Stelle, fonbern fte verlaffen biefe balb unb entfteßen an einer anberen Stelle auf'S Diene; oßneSiebcr hingegen Verlaffen fte bie Stelle nießt, bie fte einmal eingenommen ßaben. 93ei ber ©ießt aber finb bie mit Sieber verbunbenen Scßmerjen burcßauS nießt Wan» bernb, ßartnäcfig bleiben fte an einer Stelle, oßne Sieber hingegen burcßjie= ßen fte ben ganjen Jtörßer, bis cnblicß Qlnfcßwellungen ber ©elenfe unb Dins faft falfartiger Waffen auch bie fteberlofen ©icßtfcßmerjen an einer Stelle feftßält. 93eim DißeumaiiSmuS Gilben fteß jwar aueß ©elenfgefcßwülfte, 185 febocf feine fofcfen Ralfmaffen. S)ie fteBer'ßaffen Scfmcrjcn in bet @icft Vertragen burchauS feine Berührung, trofl aber bie rheumatifchen. Beim. RhcitniatiSniuS ift bie Berbauung gefunb, bei bcr @id?t nicht. £)er Otfeu« matiSmuS wirb burcf Erfältung erzeugt, bie ®icft burch eine innere Schärfe. ßtt ben verriebenen rheumatifchen ßciben ftnb Vorzüglich folcfe fonen geneigt, bereit £aut eine franffaft erhöhte Emvfinblichfeit bejt|t, bie fiel) übermäßig Warm galten, ber ßuft entwöhnen nnb feine Bewegung ma= eben, beren «Rörvcr an allgemeiner ober einzelne Pfeile bcffelben an einer örtlichen Schwäche leiben (5. B. nach Beinbrüchen, Bcrrcnfungen), unb bie Von einer fdQleimigen, hflcßmatifcfcn ftnb. 2lber ber Rheumatismus fann auch entfielen ofne alle JDiÖpofttion. £er gefünbefte Blcnfch brauet ficf nur mit erhihtem, fchwi|ehbem «Rörper einer fchgrfen Sitgluft auSzitfe|cn, unb bie «Rranffeit ift ba.-Um bet ber Bcfanblung beS fcbcrlofen Rheumatismus einigen SlnfaltSpunft ju haben, ift eS gut, einen neu entftanbenen von einem bereits veralteten ju unterreiben. § 98. 1) ®o»u fceitt neu entftanbenen fieberlofen 91 he mit a» ttenuiö. SDitfer ift entweber 5olge eines Rheumatismus, ober er erfcheint ofue alles fieber. £ie Erfcfeinungen ftnb bann folgcnbe: ber Äranfe befommt mefr ober weniger fettige unb fcf auSbreitenbe reifenbe Schmerzen in biefem ober jenem fTtifcfigenXfefle, mantfmal ftlT in ber«§aut allein. Sie ©liebmaßcn, ber <§alS, bie Schulterblätter, bie Bruft, zuweilen auef baS ©eftcht, werben am fäufigftenb avon befallen, ßuWeilen beginnt bcr Schmerz am Unterlcibe unb fenft fdf in einen $oben hinab, biefer fchwillt an unb wirb auSnefnienb fehmerzfaft. Balb ftnb bie Steile rotf, nubfeif, halb nicht, allein fel;r emvftnblich unb bann öfter felbftl iribernatürlich falt anjufüflen. häufig ift eine bcutlicfe Urfache, örtliche (Frfältung, Hitgluft, bie einen etnjelncn f(fnn|enben S'feil getroffen fat, ju rmitteln. Bei feuefter, naffalter SBitterung iverben oft fefr viele Sllenfchcn Von biefer Jtranffeit befallen, ßutreilcn liegen ifr iveniger äufjere Schab« licht eiten, als eine fefr emhfinbliche unb reizbare Befchaffenfeit ber <£>aut jum ©runbe. 3ft baS rfeumatifchc Scibcn ganj ftebcrloS unb bcr fchuterjfafte S'hetl nicht rotf unb entjünbet, fo leiften bie rufftfehen Bäber alSbann bie beften JDicnfte. Sie irerben fefr oft bcr Vollfänbigen Gnttricfelung beS Rfeuma= tiSmuS Vorbeugen, trenn man fte fogleicf beim erften ©ntftehen beS Schmer« jcS unb bcr Schn?erbctrcglicl;fcit amvenbet. .Rann man feiir folchcö Bab faben, fo iriib bie völlige Wuöbilbun'g beS UcbelS enttreber burch baS legen von Säcfcfcn, bie mit jerrtebenem unb jerftofenen «RamiUen» ober SUeberblumen gefüllt ftnb, ober burcf bic Einreibung Rr. 128 ver« finbert. 3n gcmöfnlichen Raffen wirft aber baS Bulver Rr. 122 trafrhaft fve« iW- Sftan läjjt cS beS 2lbcnbS furj vor bem Schlafengehen mit ein Baar 186 ©affen tvarmenSHebetblüthenthee'S entnehmen unb benJtranten ettvaStvarnt bebeefen. Sn ber Siegel entfielt banadj ein leichter Schiveiß, unb baS liebel tveicht oft in einer Slacht. Sei magern «Rörpern mit ftraßer Safer ivirtt eS noch juberläfjiger, wenn ber Jtranfe 2 Stauben vorher ein warmes Sab nimmt. ©en ©ag über unb in fdjon etwas Ijjartnäcfigern Süden reicht man ben Sßein mit ßettlofenfamen bereitet 311 30-40 tropfen 3-4mal täglich. Soll biefeö SJlittel wirtfam fein, fo muß eS einige breiartige Stühle er3cugen, weS» halb man mit ber ®abe ber ©ropfen fo lange fteigen muß, bis biefe erfolgen. Sfl bie ScibeSbefchaffenheit beS Jtranfen nervöfer reizbarer Slrt, fo gebe man ihm ade 3 Stauben 30 - 40 ©ropfen Vom bernfteinßaltigen unb <§offmann'fchen ©ropfen 3a gleichen ©heilen. Sfl ber ätrante von reij» lofer Phlegmatiker «Rörperbefchaffenhcit, fo giebt man ißm baS Eifenhütlein» ejtract (f. Sir. 123). Sn fetjr vielen Süden hat ftcQ ber Slrtifchotenfaft als ein nüfclicpeS, einfaches unb wenig toftfpieligeS Sllittel bewährt (f. Sir. 124); auch eine mit biefem Saft bereitete ©inftur (f. Sir. 125) ifl hier mit Sinken angeivenbet worben. Sei einigermaßen hartnäefigen Süden muffen auch immer äußere Sllittel mit ben innern verbunben werben. £ier leiflen bie Einreibungen von <Rro» tonöl (f. Sir. 113) feßr gute ©icnfle. Sft ber ©heil unb beinahe unem» pßnblich beim Slnfühlen, fo wirten bie fpanifchen Sliegenpflafler gan3 vor» trefflich« ®ie muffen aber immer bis sum Slafcnjiehen liegen bleiben unb unmittelbar auf ben leibenben 5Yf;eil felbfl ober biefem boch fo nahe als mög» lieh gelegt werben. Sft eins nicht hinlänglich, um ben .Rranfen von feinen 3U befreien, fo trieb am folgenben ©age ein 3WeiteS in ber Släße gelegt. ©er ©heil muß babei fo warm als möglich gehalten werben. Silan Wicfelt ißn in Slancd unb beffer noch in SBachStaffent. Unter legerem bricht fchr balb ein flarfer Schweiß auS, unb biefer ifl ungemein wohltätig. Silan hat barauf 3U feßen, baß ber SßachStaffent nirgenbS hkb überad feft an» liegt, benn bann bricht ber Schmeiß um fo eher auS. ©a biefer aber in ber Siegel ungemein fiebrig unb 3Ül;e ifl, fo muß biefer ©affent ade 12 Stunben abgenommen tverben, um bie 4?aut 3U reinigen. Qßeichen bie Schmerjen barauf nicht, fo laffe man ein Sflaflcr auS gleichen ©heilen «Rampher« unb Silfentrautpflafler bereiten, flreiche cS auf £eber unb bebeefe bie leibenben ©heile bamit. Siegt ber ©heil fo, baß biefe Sllittel nicht gut angeivenbet tverben tonnen, nie 3. S. im ®eßcht, fo bienen Jtrüuterfäcfchen auS ben aro» matifchen SpecieS, befonberS aber auS Jtamidenblumen mit «Rampher (ein Quentchen) möglichft ivarm aufgelegt. Sehr rvirtfam, befonberS bei heftigen Schmersen, h«t ft<h «18 Umfchlag eine ftarfe Slbtochung Von Virginifchen ©abacfSblättern betvährt (2 Sotß ©a* batSblätter tverben mit V* Quart Qöaffer bis auf bie >§ülfte eingefoeüt). 187 Buweilen tput felbft bie Slnwenbung jiemlicp peifjer Jtör£er auf ben leb benben ©peil gute ©teufte. Prüften Von frifcpem nocp I;eifjem Srob aufges legt, fo peifj eg ber .ftranfe vertragen fann, paben oft augenblicflicp fiinbes rung verfcpafft. Sind) nüfcen peiffer Sauerteig, peifjer Sanb in Säcfcpen, peifie Jtteie u. f. w. Ein Hausmittel von ungemeiner Sßirffamfeit ift baS Sluflegen von frifcpcr «Kammwolle. Scicpte Lpeumatigmen bringt eg oft in einer Stacpt weg. Läuterungen Von Sernftein ftnb and? fepv ju eins pfeplen. Son befonberem Slupen ftnb enblicp folgenbe Einreibungen, nämlicp bei Lötpe, 4?i£e unb ©efcpwulft bie Einreibung Str. 126 unb bei mepr faltem ßuftanbe opne Lötpe, unb Entjünbung bie Von Str. 127. Sei großer Steigung ju Lpeumatigmen fepüpt gegen bie Lücffälle nieptg beffer alg bie oben angegebene Slnwenbung beg falten SBafferg. UQcn aber Serjärtelung baVon abpält, ben fepüpt allcrbingg bann nur ein forgfältigeg Sermeibcn jeber Erfüllung, befonberg ber Suffe unb ein nidjt 2lugfe$en einer feuepten, nafjfalten ßuft bagegen. ©eftereg ftarfeg Leiben ber Ieiben= ben ©peile ift gleicpfam fepr wirffam. Oft fann man bie ©igpofition ju biefer Äranfpeit burep bag ©ragen von SlaneU auf bem blofjen £eibe auf einmal beben. Snbeffen muff ber «Rranfe fiep boep auep niept ju fet;r Ver= weichlichen, fonbern bie oben bereitg angegebenen Legcln befolgen, ©ie war® men Scpwcfelbäber werben in biefer Sejiepung viel ju häufig unb ebne Uns terfepieb empfoplen; nur foldjen «Rranfen, bie bei einer falten pplegmatifcpen an Ueberfüllung mit ftoefenben Säften leiben, werben fte gut befommen. SDBeit beffere ©ienfte tpun in ber Leget bie Slufjs ober Sees bäber ober auep bie lauwarmen Silber mit Secfalj (8 £otp auf ein Sab). Reibet ber «Kraute aber nicht blog an Scpwäcpe ber Haut, fonbern babei auch an einer allgemeinen Entfräftung beg «Körperg, fo ift ber innere unb äufjere ©ebrauep ber eifenhaltigen Söaffer («Kubowa, Slingberg, Sprmont, Spaa, Scpwalbacp u. f< w.) befonberg nüplitp. Sepr gute ©ienfte leiftet bann and) ber lang fortgefepte unb oft wieberpolte ©ebrauep ber Epina in $uls Vern (3-4 mal täglich eine gute fSiefferfpipe VoU) ober and) beg Staplweing Lr. 32. ©ie Stelle, welche ein folcper fieberlofer Lpeumatigmug einnimmt, Vers bient noch eine befonbere Seacptung. 1) ©er rpeumattf epe Jtopffcpmerj. ©iefer befällt oft Scrfonen, bie fonft gar feine Steigung ju Jtopffcpmerjen paben, unb folgt gewöpnlicp auf rpeumatifdje Slffeftionen ber Singen, Bühne, beg Bapnflcifcpeg, £alfeg ber ©lieber u. f. W. Er ift oft äufjerft wütpenb unb quält bie Jlranfen ©ag unb Stacpt. ©cwöpnlicp beginnt er mit einem ©efüpl Von Steifheit unb Biepen im Stacfen, breitet fiep bann über ben ganjen «ftopfbig jurStirnaug, b c Serüprung beg bepaarten ©peilg beg «ftopfeg ift bem «Rranfen oft fepr empfinblicp, gleicpfam alg ob bie <§aare felbft wep tpäten, unb ift mit einem 188 betulichen Jttopfen fcr'&urt'ben. Butveilen her Schmerz auf einige $eit nach, fängt aber halb barauf mit boppelter <§eftigfeit trieb er an. Dabei ift ber Appetit mag biefen .ftopffdjmerz befonberg von bem unterfcheh bet, ber aug verborbenem Wagen flammt ober gidjtifdjer 9latur iß. (Sr ift nicht »oft langer Dauer, fetjrt aber feßr häufig trieber jurücf. Dem Unfälle fann ber Traufe, fobalb er beffen--Mnnäßorung merft, oft juborfommen, trenn er ftd) in einen allgemeinen Schmeiß ju bringen fließt, am heften bnrd; eine ftarfe Setregung im freien. 3ft biefer aber jum Slugbruch gekommen, bann feine Slutegel, troßl aber Sertffußbäber, trarme Sebecfung beg Jtopfeg, ru= ßigeg Verhalten imSett unb innerlich ben Seitlofenfamenmein ober ben bern= fteinhaltigen Salntiaf, trie oben angegeben, nebft vielem marmen ®etränf (£inben= unb u. bergt). Durch Dampfbäber, außer bem Unfälle genommen, fann bei ber gleichzeitigen Sefolgung ber oben angegeben neu biätetifcQen Sorfcfyriftcn bag Uebel fiw immer befeitigt merben. 2) Der ®efießt§fcßmcr3 ift nur feiten rßeumatifeßer Slrt unb ttirb begßalb bei ben 9tervenfd;merzen bcfchrieben merben. 3) Die r h e u m a t i f eß e n -St u g e n c n 13 ü n b u n g e n. 51 ucß Von bie= en wirb weiter unten nod? bie (Hebe fein. 4) D e r r ß e u m a t i f d) e 3 a b n f d; m e r 3. 5) fHßcumatigmug beg $ a If eg unb (Racfeng. d?in fpaitifcßeg gfiegenpflafter unb SSarmßaltcn bebt bie nießt feiten Vorfommenbe rbeumas tifeße Steifheit biefer Dßeile gemößnlicß halb. Doch vermeibet man barauf forgfältig (Frfältung beg $alfeg, fo fet)rt bag Uebel halb triebet jurücf. 6) Der rßeumatifeße ücfenfd)mer3 wirb oft mit bem $äe morrhoibalfchmet3 vermecßfelt unb untgefeßrt, baß man aber algbann unges hörige Wittel antrenbet, ift ganz natürlich. Wit ift Stußlvcrftopfung unb große oetbunben, mit rßeumatifeßen nid)t. Seim ruhigen liegen im Sett hören biefe ganz aut Jene nicht. Sei rßeumatifeßen Schmerzen fann ber Jtranfe nicht ohne große Wüße aufrecht flehen, fonbern bleibt in gebüefter Stellung, bei jenem nicht. - Dauert biefer Sd;merz lange, unb trirb er vernachläffigt, fo entfiel)! eben gar nicht feiten unheilbare Krümmung beg «ftörberg, ber nie trieber geraber Stellung fähig trirb. - 3m Anfänge bient ein großeg Slafenvflafter auf'g Jtreuz, bag mehrere Dage in (Eiterung erhalten trerben muß. Späterhin, trenn nicht fchnelle Seffe= rung erfolgt, bleiben trarme Säber, befonberg Dampfbäber, bie<§auptmittel. 7) (Rheumatifd)e Sd;merzen int Sd)ulter= unb 5lrmgcs lenf. Mpier gelingt bie Teilung immer, trenn man Jlamphergeift ober ben Spiritug SQr. 128 täglich einreibt, tföolle auf ber bloßen <§aut trägt, fleh tregung macht fo gut man fann unb von ßeit 311 ßeit habet. 8) (Rbeuniatifdjer Sruftfchmerz (f. falfcße Sruftentsünbung). 9) (Rheumatigmug beg <§anbgelenfg, begltnieeg, ber«§üfs ten. Se§t ftch ein folger in bie bezeichneten Dßcile fefl, trag burch unzeitis 189 geS Anlegen Von Blutegeln fct;r leidet gcfcpchen fann, fo fönnen fepr ernfte Solgen barauS entflohen. BJenn fjier feine Spur von ®nt$ünblidj$eit vor- lauten ift, fo ifl eS ein fetyr einfaches, wirffameS unb wchltpätigeS Berfap« ren, wenn man baS ©elcnf mit einer großen Waffe Baumwollenwatte nm« giebt. Wintert ftd) babei nach einigen Stagen bie ©efcbwulfl, aber hie Be« Wogung bleibt erfd;tvert, fo ftreue man gepulvertes ©eigenparj auf eine tiefe £age von SlacpS, fpripe Branntwein tarauf unt lege bieS fotann um baS ©elcnf rings perum, laffe cS volle 8 Stage liegen, bis cS fiep Von felbft löfet, unt naebbem man ter £aut einen ober jwei Stage {Hupe gegönnt pat, in wel« d?er Seit man nichts als SBatte umlegt,, wicberpolc man baS Auflegen bcS mit<0arj betreuten SilacpfeS. ßäßt man feine Banfe ftattßnben, fo wirb bie >§aut rofenartig entjünbet, unb baS liebel fann fid; leidet verfcplimmern, ftatt fiep ju verbeffern. § 99. bem veralteten 9H)cumatiömuö. ®s ifl biefer entweber in Jelge eines pipigen fieberhaften ober auch n,opl fieberlofen Slpeu« matiSmuS. ®r ift in ber {Hegel ohne ©efcpwulft, {Hötpe unb meiflenS fij auf einen einjelnen Speil befepränft. Sie babei ftattßnbcnben Scpmeqen ftnb nach bem leibenben Spcile verfepieben, oft nur gelinbe unb bann met« ftenS anbauernb, oft wüthenb pefrig, bann aber immer nacplaffenb unb felbft auSfepenb. ®r fleht häufig ber ©iept auSnepmcnb ähnlich unb ift faum von biefer ju unterfebeiben. ßr fommt in ber Hiegel bei gcfcpwäcpten, perabge« fommenen Subjecten Vor. Hlacp einiger Seit verlieren ftd; wopl bieScpmer« jen, aber faft immer bleibt eine große, faft lähmungSartige «Schwäche beS lei« benben SpeilS, eine Steißgfeit, verbuuben mit vermehrter ober verminberter ©mpßnblicpfeit jurücf. s2lucb bebeutenbe J4nfcpwellungen bleiben oft als Solge jurücf. ßuweilen verfepwinbet bie Jtranfpeit unter ©ntjlcpung von Blutfcpwären, großen mit angefüllten Blafcn ober anbern 'öautauS* fcplägen. Siefeö Beiben ifl immer von großer Bebeutung, benn eS giebt faum ein partnäcfigereS Hebel. SBenn bie Scpmerjen auch gepoben werben, fo wer« ben eS boch feiten bie jurücfbleibenbe Steißgfeit, Schwäche unb Unempftnb« lichfeit beS SthcileS. ®elingt bie Teilung, fo bauert eS boch lauge, ehe fleh ber .Rranfe wieber erholt, unb leicht entftehen IRücffälle im SÖinter bei naffer, feuchter BJittcrung. 5luch bie ®cf<hwülfte arten oft in ©liebfchwamm ober ©elenfwafferfucpt auS, jumal im Jtniegelenf unb im Steftifel. B3irb ber Buftanb Vernachläfftgt, fo fann ber Jtranfe wafferfücptig Werben ober in ein fchleichenbeS Sieber verfallen. Behanblung. Glicht leidet giebt eS ein Hebel, gegen baS fo viele unb Verfchiebenartige Wittel empfohlen werben, ber ftd>erfle Beweis, baß eS hurt« nätfig unb fepwer 311 pfilfu ift, unb bie tiichtigflen Sllerjte erflären baper auch, baß eS ju ben fchwierigften Aufgaben ber Webijin gehöre. 3<h würbe beS« halb auch feine weitere Erwähnung hwrvon gemacht haben, ba eS auf bem 190 gewöhnlichen mebijinifchen Uöcge feem £aien Wobt nie gelingen feürfte, fleh Von biefen Schmerjen ju Befreien, wenn eS feenn feodj nid>t noch ein Wlittel gäbe, baS leicht anjuWenben unfe freierer als jcbcS anfeere feiefe Jtranfheit mit allen ifjrcn traurigen folgen ju beflegen vermag. (SS ift bieS nämlich eine gehörig geleitete Söafferfur. DaS Verfahren babei ift folgenbeS: Der Jtranfe wirb entfleibct jweimal am Dage feft in wodeneDecfen unfe betten eingehüdt. 3n biefer £age muß er feen 2luSbruch beS Schweißes abwarten. Jiommt biefer jum SSorfdjein, fo muß er wenigßenS noch jwei Stunben unterhalten werben. Sobalb feer Schweiß beginnt, trinft ber «ftranfe fleißig falteS SBaffer, jcboch anfänglich nur in Heinen ßiigen, ffeäter aber fo viel ihm nur beliebt, weshalb er auch ein UringlaS bei ftd? im -39ett haben muß. 3e reich= lieber feer Schweiß fliefjt, um befto wohltbätiger ift bieS für feen Jtranfen. Sinb bic jwei in Stunben vorüber, fo begiebt ftch ber= felbe au$ bem 33ett unmittelbar in ein falteS SBannenbab, in welchem er 8 bis 10 Minuten verweilt. Darauf fleibet er ftch an unfe macht wo möglich bis jur mäßigen (Erwärmung beS <ftörfecrS eine Bewegung im freien. Dlact) 12-lltägiger Dauer ber <Rur wirb bann in ben SRorgenftunben ein falteS ©ießbab ober bic Douche genommen, wobei man ben Sßafferftrahl Vorjüglicß auf bie leibenben Dheile einwirfen läßt. Diefe Sheile werben außerbem noch Sag unb Sdacht mit falten naffen Umfchlägen bebccft. Die Jtoft muß einfach aber nährenb fein; falte-iKilch bient jum $rühftücf fowie jum Qlbenbbrob; jebeS warme unb ©etränf ift unterfagt. 9Jiit biefer Sehanblung wirb ununterbrochen fortgefahren, bis ftch berfchiebcn geftaltcte ©efchwüre unb <§autauSfchIäge einfteden, waS in ber SQcgel nach 2 ober 3 Monaten ber ftad fein wirb. 2lber auch alSbann mufi mit bem jwcimaligen fräftigen Schien, mit bem falten 33aben unb ber Doucße fo lange fortgefahren wer* ben, bis alle <§autgefchwüre wiefeer geheilt ftnb unb feine neuen mehr jum Sßorfchein fomnten. 20er nicht ju alt unb befonberS nicht ju abgelebt ift, wer feine Säfte nicht mit SRerfur adjufeljr vergiftet h>at, ber wirb bei biefer «Rur auch nicht bie minbefte ®efal;r laufen, felbft Wenn fein Jtörfeer mit unb ©efchwüren bebccft, unb er bcShalb große Schmerjen unb Qkin ertragen müßte. $ährt er bann nur ftanbhaft mit biefer 2lrt ber 2lnwen- feung beS falten SBafferS fort, fo heilen boch cnblich nach öfter erneuertem 2luSbruche bie feßreefhaft erfcheinenben SBlutfchwäre, ©efchwüre u. f. w., bie namentlich ben leibenben $heil oft auf eine Wahrhaft furchtbare SBcife be» beefen. befreit von allen Schmerjen, gegen SRücffäHe gefiebert, mit neuer ScbenSfraft unb SebenSluft begabt, freut ftd) ber früher fo unglücfließe Jtranfe bann fießer feiner in ber Uöafferfur überftanbenen Schmerjen, betten er ja nur allein feine wieber errungene ©efunbheit ju Verbanfen hat, bie auch bauerhaft fein wirb, wenn er bieS ©lücf nicht burch neueUnregelmäßigfciten in feiner SebenSweife wieber verfdQerjt. hat biefeS Verfahren fleh ju ©räfenberg bewährt, unb wenn baffelbe auch HSiberfacßer hat, fo 191 ift eS nicht bie Erfahrung, fonbern in ber siegel eine unlautere Duelle, auS welcher biefe iljre ®rünbe jur 33efämpfung einer folgen 3lnwenbung beSfals ten QBafferS fdjöpfen. sJlud> bie <§unbShaare, namentlich bie ber $ubel ftnb als ein Vortreffs lichcS Mittel gegen langwierige empfohlen tvorben. 2)ian läfit fte, befonberS bet fCenterjtjafter Steifigfeit beS DberarmgclenfS, mittelft eini* ger >§efte fingerbief auf Seinwanb befeftigen unb Sag unb auf ber blos fjen <§aut tragen, ©crvöfjnlid; empfinben bie Kranfen halb einen lebhaften ftechenben Schmerz, inbefj nach 8-10 Sagen barauf wirb baS Hebel gewöhn® lieh gehoben. 3n neuefter Seit hat ftch noch ein anbereS einfaches aber fehr wirffameS ■Kittel jur SSefämpfung frifcp entftanbener fowie veralteter GHjwnmatiSmen unb ihrer folgen, ber ©efcpwülfte unb ©elenfwafferfucht, ungemein heilfam erwiefen. ES ift bieS baS fogenannte aller'fd;e Sauer, eine SRijtur, welche unter biefem Flamen in jeber Wpothefe vorrätig ift unb aus Scpwes felfäure, Jöeingeift unb SCBaffer befiehl. Seine 5lnwenbung fann jeboep nur ba ftattfinben, wo feine Spur Von fieber ober Entjünbung vorpanben ift, benn fonft würbe biefeS SRittel ben ßuftanb nur berfcplimmern, flatt il;n ju befeitigen. ScfonbcrS an feiner Stelle ift baS cipaller'fcpe Sauer, wenn biefe fieber lofen, nicht entjünblicpen Schmerlen einzelne Sheile beS Körpers, ben Kopf ben 5lrm, ein einjelneS ®elenf u. f. w. befallen unb nicht ununterbrochen mit gleicher <§eftigfeit wüthen, fonbern mehr ober weniger ju beftimmten Seiten nachlaffen unb bann erft wieber mit erneuertem Ungeftiim auftreten. 5)al;er leiftet baS Mittel befonberS ausgezeichnete Dtenfte in jenen furchtbar fepmerzenben Krankheiten, bie als Kopfgiept, 4?üfts unb £enbenwep unb als ® cf icptSfcpmerj baS £eben ber Unglücflidjen oft namenlos ver® bittern; aber, wie gefagt, auch jeber anbern'llrt fieberlofer, nicht entjünb® lieber rpeumatifeper Schmerlen ift eS ganz an feiner ©teile. SBill man fleh bei allen biefen fo qualvollen Reiben biefeS Mittels bebienen, fo reibt man einen Kaffeelöffel Voll 3-4 mal täglich an ber fepmerzpaften Stelle ein. Oft hören bie Schmerzen nach 2-3maliger Einreibung, manchmal fepon nachher erften auf, unb in ben metflcn fällen, obwohl nicht in allen, erreicht man bamit ganj allein feinen vollkommen. 5Iuch znr Scrtheilung rheus matifchcr ®efcl;wülfte unb ber ©elenfwafferfucht, bie befonberS gern bei rl;eus matifcl;en kiffettionen beS KnieS entfteht, giebt eS fein geeigneteres Mittel. Die 'llnwenbung beffelben erheifept jeboch einige 93orfid;t. ES wirft heftig auf bie >§aut unb bringt einen friefelartigen hervor, ber aber fei® neu weitern 9lachtl;eil Verurfacht unb halb wieber vergeht. 2l(Iein man ftch hüten, bah man nicht folgen Sheilen ju nahe bamit fomme, bie eine feine ©berhaut haben, j. 33. ber unb 9lafcnhöhle ober gar ben klugen. S5?enn eS beim Kopfs unb angewenbet wirb, fo muh ber 192 Kranfe bieSlugen feß verfeineren unb auch nach gefchehener Einreibung nod? eine geraunte SS eile auf biefe Slrt fann er breiß bie ©tirn« unb EJeßchtShälfte über betn gefeitoffenen Singe einreiben. ©ewöhnlith läßt man ungefähr einen Kaffeelöffel Voll auf einmal mit ber bloßen flauen hanb, in Welche man bie SOlijtur gießt, einreiben, ©eiten fann bicS öfter als 5 bis 6 mal inbem fonß bie haut Wunb wirb unb ein unerträglich bren« nenber ©chmcrj entßcht. SSaußrt man aber, bis biefer ©turnt auf ber 4?autoberfläeie gelegt hat, fo fann man bann breiß wicber mit ben Einrei« Bungen fortfahren. Sluch muß man babei berücfßchtigen, baß man mit biefern SQlittel ben Kleibungößücfcn unb bent SScttjeuge unb beö SlbenbS ber Sichtßamme nicht ju nahe fomme, inbem fie jene burdßöchert unb an biefer treuer fängt. ©chlicßlich muß ich noch bemerfen, baß man bei jebem langbauernbcn, feßß|enben ©chmcrj bie Unterfuchung ber IJlücfenwirbclfäiile niemals unter« laßen barf, benn oft wirb ein folger für rheumatifeh gehalten, ba boch eine entjünblidje IReijung beS IRücfcnmarfS nicht feiten bieSSeranlaßung baju iß. (f. § 87.) § 100. Äntarrl). 3eber Katarrh ift eine rljcuma« tifche Qlßeftion ber ©chleimhaut ber Luftröhre unb ihrer riefte, unb verhält ßch baljer jin Vielen ©tücfen fo wie ber {Rheumatismus. ©o wie biefer iß ber Katarrh entweber fieberhaft ober nicht fieberhaft, unb fann eben« fo langwierig unb hartnäcfig werben, wie bieS bei bem ber ftall iß. 23on bem fieberhaften Katarrh war bereits bei bem Katarrhßcber bie Siebe. Scbcr nicht fieberhafte Katarrh burchläuft jwei Verfchiebene Seitab» fdritte. 3n ber erßen $eriobe iß ein Slcijjußanb ber ©chleimhaut Vorbau« ben; h'cr^ci ift ber hußen troefen ober ber SluSWurf wäfferig, bünn unb fcharf, Verbunben mit heiferfeit unb bei höherem ®rabe mit fchmcrjhafter Embßnbung in ber 23ruß. 3n ber jweiten ßJeriobe iß Slachlaß ber Sleijung eingetreten, welches ein feuchter, nicht anßrengenber hußen anjeigt, wobei ber SluSwurf bebeutenb, jcboch bicflich unb milb iß. £>icfer ßeitabfehnitt iß von unbeßimmter Malier, juweilen fcljr furj, juweilen fel;r lang, ©o unbebeutenb bie Kranfheit an ßch iß, fo fann ßc boch, namentlich bei 23er« anlaßung, auf bopvclte SBeife lebensgefährlich werben, entweber burch lieber« gang in Sungencntjünbung ober in SungcnfdjWinbfudß unb man fann mit £Hed;t annehmen, baß ber größte $hcü aü<w Sungcnfuchten auf biefe Slrt ent« ßanben iß. 23ehanblung. 2>ic Kur bcö nidß fieberhaften Katarrhs wirb gc« Wohnlich burch bie Statur fclbß bewirft, wobei man ßc am beßen burch t;äu= ßgcS Srinfen von haferfdßcim, ober Vinbcublüthcnthcc, 23rußr(?ce (ßcl/'c Sir. 54 unb 55) unterßüfct. Ein gutes ©äftd;en bei tvoefuem duften unb iß baö von Sir. 140. ®efc(len ßd; ©chmerjcn in ber 193 SBriift hinju, fo lege man halb SScftfator auf bie Stelle; wirb bcr duften trocfcn, unb ift ber Jtranfe nicht ganj fieberfrei, fo muff man ftreng entjün= bungöwibrig Wie beim «Katarrhalficber (f. § 62) Verfahren, unb eS tonnen bann Blutegel, Ja felbft ein mäßiger Slbcrlafj nötljig werben. Sim meiftcn ift unb Slbwartung nöttyig bei Sßerfonen von heftifd)er Einlage, mit tränflichcn ober gefchwächtcn Sungcn. 33ei biefen muh ftctS ju Slnfang eines jeben baS entjünbungSwibrige Verfahren mit aller Strenge in 2ln= wenbung gebracht werben. Sieht ftch bei fonft gefunben $erfonen ber Oleijjuftanb eines gewöhnlis nidQt fieberhaften Katarrhs in bie Sänge, b. h- bleibt ber duften trocfcn, ober ift ber QluSwurf Wäfferig, bünn unb fc^arfz fo gebe man ben Salmiaf (f. SSr. 26), ober bei troefener «Daut bie Sftijtur Str. 61. Sft ein beftänbiger «fcuftenreij Vorhanben, fo ift ber Sruftfaft Str. 52 ober bie SJiijtur Str. 129 bienlich. - «Duftet ber Jtranfe ftarf, ift biefer «Duften mehr batyer furj, fifjelnb, mehr trocfcn als gelöft unb bcutlid) parojiSmenWeife befallenb, bann Raffen bie Pulver Str. 130 unb 131. - SBcnn nach ben lottern auch Uebelfeit unb ein leichtes Verbrechen erfolgen foUte, fo fd)abet bieS nichts, fon= bern eS befänftigt in bcr Stcgcl ben oft fehr ftarfen, bcfonberS in ber Stacht eintretenben ungemein quälenben «Duften bann balb. Sft ein folger troefner «Duften vernachläfftgc worben unb broht er langwierig ju werben, bann leis ften bie Pulver Str. 132 fehr gute Oienfte. Sieht fich aber überhaupt ein .Katarrh in bie Sänge, ohne fleh löfen ju wollen, fo ift bie SSerorbnung Str. 133 fehr bienlich. 33eim .Rifjelhuften hat ftch bie $impinellentinftur, 20 - 40 tropfen auf Butter, fehr bewährt. Grfolgt SluSwurf, fo ift bieS ein Seichen, bah bcr .Katarrh fich feinem Gnbe naht, unb gewöhnlich verläuft tllleS babei fo glücf lieh, baf? bann weiter feine Slrjnci mehr nöthig ift; nur muh bcr Kraute jebe Grfältung vermeis ben unb ftd) warm halten. Smmer aber verlangt eS bie Sßorftcht, wenn ein folger mit SluSwurf verbunbener «Duften ftch in hie Sänge jieht, bah man alSbann ein fpanifcheS auf bie 33ruft ober ben Oberarm legt unb bie wunbe Stelle bis jur Sefeitigung bcr Kranfheit offen erhält, ober baß man burch Ginreiben ber 39rechwcinfteinfalbe fo lange einen blatterähns liehen tluSfchlag auf ber Sruft unterhält, Sluch ift bie 33cfleibung ber 33ruft mit glaneU auf blohcr «Daut in folcfjcn fällen nie ju Verabfäumen, inbem biefe auch oft fchon ganj allein tlber immer ift gute tlbwartung no= thig, unb ftleifchfoft, noch mehr aber 3Bein, unb jebcS anbere hifcige ©ctränf ju Vermeiben; beim eS ift nie ju vergeffen, bah hei jebem .Katarrh oine ents jünblichc Steijung ber Schleimhäute Vorhanbcn ift, welche burch Grfältung, Grhifcung, Sßcin u. bgl, leicht ju wahrer Gntjünbung gefteigert ober in ein langwieriges, fdfwer ju befiegcnbeS Sungcnleiben übergehen fann. Sungen* muffen baher ganj befonberS auf ihrer «Dut fein unb obige Flegel genau beobachten. T)tr JjauSfreune. 194 3ft ber SluSwurf fe1)r jähe, fo ift her Schwefel (f. SQr. 134 oberer. 153) baS befte Mittel. 3iel;t fid) aber ber Hüften nod) mehr in bie Sänge, fangen bie .Kranfen an bleid) auSjufehen, nnb Wohl etwas mager ju werben, fo ift ein folger 3u» ftanb ftetS Von l;ot;er SBebeutung, bcnn bieö ift ein fefyr gewöhnlicher nnb fchlcicpcnbcr Uebergang in bie Sungenfdjwinbfudjt. ©er Jtranfe bcfinbet ftcß übrigens wohl, haftet aber immer fort, hält bieö für einen unbcbeutenbcn Ucberreft beS .Katarrhs unb befinbet ftd) nad) 6 - 8 2öod)en in einer bes reitö begonnenen Sungenfucht. Gintweber bilben ftd) bitrd) bie fortbauernbe Sungcnreijung .Knoten in bcrfclben, nnb eS entfielt bie fogenanntc troefne Sd)winbfitd)t ober eS entfielt ©rfcplaffung nnb Schwäche ber Sun gen, nnb eS bilbet fleh bie Sdjleimfchwinbfucht. SBeibe 8'äile muffen gehörig unter» [cQieben werben unb man muf befonberS barauf achten, ob biefer Hüften mehr troefen ober mit häufigem fchleimigcn QluSWurf verbunben ift* 3m erften ftall finbet bann eine nod) fortbauernbe Jtatarrßalreijung ftatt, im anbern ift ber SchleimauSwurf unb Hüften 5olge einer Schwäche unb @rfd)laffung ber Schleimhaut ber Sangen. 93ei ber fortbauernben 31 eijung finb bie 93itterfüfjftcngel baS Hauptmittel (flehe SQr. 135). SQächftbem ift HufelanbS'S antifatarrhalifdjeS Glijir ein vorzüglich fcQneU wirfenbeS Heil» mittel (f. Str. 136), welches man auch gleich im Anfänge eines jeben mit Sd)leimauSWurf verbunbenen fieberlofen duftens mit feljr gutem Grfolge nehmen fann unb hier als eines ber am fchnellftcn wirfenben Heilmittel ju empfehlen ift. ©abei gebrauche man ben ©ruftthee Str. 137. 3ft ber .Kraute Zugleich Unterleib Str auf, bann wirft bie auflöfenbe 2)lcbijin 3lr. 138 ganj Vortrefflich. 9luf bem Oberarm ober auf ber 93ruft unb namentlich auf ber Stelle, wo ber Jtranfe über einen Schmerj tlagt, muß ein QSefifator mehrere SSocpen in Gitcrung erhalten werben; auch ift bie wollene Seflei» bung mit JlaneU, am beften auf bloper Haut getragen, nicht ju Verabfäus men. ©eS borgens wirb ObersSaljbrunn ober Selterfer=2Baffer mit -iWtlch, befonbcrS aber ber Ggeffcpe Salzbrunnen mit Vielem Stufen getrunfen werben. 3ft ein bebeutenber SdjlcimauSwurf jugegen unb nimmt biefer bei ficht» barer Slbmagerung immer mehr überhanb, fo beruht biefer 3uftanb auf Sungenfchwäche. Hier ift baS 3Slänbifd)e SDtooS baS Hauptmittel. Sei es malS barf aber bei beffen ©eßraud) ein trocfcncS fchmerjhafteSHüftcln, 93ren* nen in ben HanbteUcrn unb in ben Qlbenbftunben troefene Hifce beö .Körpers Vorhanbcn fein, bcnn unter foldjcn Uniftänbcn verfdflimmert bicS Mittel bann jcbcnfallS ben 3»ftanb ber Jtranthcit. 3ft bicS nicht ber 5all, fo giebt man cS Anfangs nach 93orfd;rift SQo. 139 ober 154, nachher aber als ©adert (f. SQo. 35) täglid) ju 4 Sorf>, babei fann auch bie TtooSchofo» labe (3lr. 36) als ftrühftücf genommen werben. SSefonberS bicnlich h'it fleh auch für fold;e Jtranfe ber (Fidjclfaffee bewährt. Gin 4Jcd;pf!aflcr, jwifchcti 195 Irrt Scpulrern getragen, leijlet pier fepr gute Dienfte; desgleichen die ©in« atpmung deö Jtreofotö (5-15 Dropfen Jtreofot werben in ein palbeg Duart foepenbeg SCBaffer getpan unb bie auffteigenben Dämpfe bann eingeatt;met). Sinb eg reijbare, nervcnfcpwacpc ty'erfoncn, bei benen ber duften nid)t weichen will, unb ift biefer trocken unb Von krampfhafter SSefthaffenheit, fo leiften bie von Dr. «§eim empfohlenen Rillen bie heften Dienfte (f. SQr. 141). 33ei einer beftänbigen ©encigtpeit ju Katarrhen ift bag tägliche falte SSafcpen ber SSruft nicht genug ju empfehlen. 3m unb herbfl maepe man 3-4 QSocpen lang ©ebrauep Vom 3glänbifcpen 2)ioog (f. 9lr. 51). bewege man fiep täglich 'n freier £uft unb trage bei großer ©mpfmblicpfeit ber <§ciut, bei feuchtem Sßopnort unb bei SSerbacpt von ßun* genfeplern, Flanell auf ber 33ruft. § 101. fBom nicht fatarrbalifchcn duften. Qlufjer bem »Ra« tarrp giebt eg noep meprere anbere Urfacpen, bie ben huften perVorbringen, unb nie wirb man in ber Ußapl ber Mittel gegen biefe Scfcpwerbe glüefliep fein, wenn man bieg niept beperjigt. 3®olltc man 3. 33. bei einer 33erfcplei« mung beg SJlageng, bie eben niept feiten einen recht hartnäckigen duften er« jeugt, füfje, fcpleimige, befänftigenbe 2J?ittel reichen, fo würbe man baburep ben SJtagen nur noep mepr Verfcpleintcn unb begpalb bag Hebel viel ärger maepen. 3u ben niept fatarrpalifepen duften gepören vorjüglicp folgcnbe Wirten : 1) Der SDtagen« ober Unterleibgpuflen. 3ebcr huflcn berupt jwar immer nur in einem krampfhaften -lliigftopen ber Suft aug ben Zungen, begpalb ift eg aber boep niept notpwenbig, baß bet tranfpafte Hleij, ber bie« fen Krampf ber Zungen pervorbringt, immer nur feinen Sip in ben Zungen ober in ben übrigen Qltpmunggwerfjeugen felbft pabe, fonbern fepr oft ent« fiept er aug entfernten namentlich aug bem Untcrleibe ober bem unb fept fiep nur mittclfi ber jJicrVenvcrbinbung big in bie 33ruft fort. 3m Unterleibe unb befonberg im SKagen ftnb eg vorzüglich Un« reinigfeiten, wie Scpletm, ©alle, Sßürmet u. bgl. ober SRagenfcpwäcpe unb auep nicht feiten verfepiebene tranfpafte 3uftänbe ber Seher, welcpe 311 einem folcpen huften 33eranlaffung geben. Daß bie Urfatpe eineg langwierigen •gufteng im Unterleibe unb niept in ben Zungen felbft liegt, erkennt man Vor« jüglicp baran, baß Weber burep tiefeg 3ltpempolcn unb Ian« geg -Unpalten bog Qltpemg, noep burep Steigen, kaufen unb anbere peftige Körperbewegungen, noep burep lauteg Sprechen, Schreien u. f. w. erregt werben, unb bafj fein Keucpcn unb fein £>rucf ober Scpmerj auf ber 33ruft Vorpanben ift. Dagegen entftepen biefe Qlnfälle gern nach bem ©ffen, vor« jüglicp aber nacp Diätfeplern, unb ftnb mit allerlei 23erbauungg= unb Unter« leibgbefcpwerben, befonberg aber mit jenen ©rfepeinungen Verbunben, weltpe man alg ßeiepen ber QInwefenpeit ber Vcrfcpiebenen Unreinigfeiten in ben erften 3Bcgen betrachtet (f. § 102). - ©ntftept ein folcper duften aug 33er« 196 cßleitnung beS SHagenS, unb iß er nid)t fcßon veraltet, fo ßtebt man baS Salmiaffalj (f. Slo. 26, jcbocß ßicr alle 4 Stunben 2 ©ßlößel), ober trenn Siigleicß ein Seberlcibcn (Srucf, Spannung, ©mpßnblicßfeit unb 21 ufgctries bcnßcit in ber rechten Seite unterhalb ber Klippen) Vermutßet werben fann, baS weinßcinfaure «Rali (f. Sir. 244) unb barauf erß in einigen Jagen, wenn fein entjünblicßer Bußanb ber Seher ober beS SHagenS (f. § 89 unb § 93) gleichseitig Vorlauben ifi, nach ben Umßänben S3rech= ober Slbfüßr* mittel. Ueberßaupt ftnb ßicr bie Brccßmittel oft von einem überrafeßenb herrlichen Srfolge. Silan ßat wo folcße $ußen, bie Sllonate lang mit Vielem SluSwurf gebauert unb ganj ben Slnfcßein ber Sungcnfucht £;atten, burch ein einjigeS Brechmittel befeitigt würben. - Sinb bie ßeichen von Unreinigfeiten bei einem folgen duften vorßanben, unb ifi ber galt ßart* näcfig, bann Verfahre man fo, wie eS § 102 bei ben Unreinigfeiten im Silas gen unb ©armfanal angegeben ifi. Beruht ein folger <§ußen auf Berfchleis mung unb SHagenfchwäcße, fo iß ber lang ©ebraueß eines JßecS Von Schafgarbe ober von weißen Slnbornblättern, früh unb SlbenbS falt ge* trunfen, feßr bienlicß. 3ft bie SJlagcnfcßwäcße aber Vorherrfchenb, fo bebiene man fleh lieber ber ©uafßa (f. Sir. 189) unb fpäter eines bittern SßeinS (f. Sir. 214). Slucß bie Brecßwurjel, früh unb QlbenbS ju einem ©ran genom* men unb täglich bamit geßiegen bis gelinbe Uebelfeit erfolgt, ift hier oft feßr erfprießlicß. 2) ©er Jtrampf = ober nervöfe <§uflen. Slucß biefer duften wirb nicht burch Saufen, Sprechen, Bewegung, fclbft nicht burch Srßißung angeregt ober vermehrt, hingegen ftnb eS namentlich ©cmüthSbewegungen unb SllleS, waS auf bie Slervcn wirft, woburch er entßeßt. Silan behanbelt ißn fo wie bie Einlage jur Slervenfcßminbfucßt ober bie <§pßerie. 3ft ber £ußenanfaU feßr ßeftig, fo beruhigt man ißn am heften burch warme 5uß* ober Slrmbäber, ganj namentlich aber burch bie Pulver Sir. 365. - Unges mein häufig iß ein gereijter ßuftanb beS OtücfcnmarfS (f. § 87) bie Urfache eines äußerß ßartnäcfigen £ußenS, ber eS freilich nur babureß wirb, weil felbß Slerjte in ber Siegel biefen ßußanb nicht beachten, ©in folcßer £ußen fann oft verleiten, ben Jtranfen für lungenfücßtig ju galten, unb er wirb öS auch wirf ließ mit ber Beit, wenn man bie Unterfucßung ber üiücfenwirbels beine verabfäumt unb nicht bemgemäß verfährt, ©efeßießt bicS aber, fo ßat man oft bie ftreube, ben Traufen wie burch ein SBunber ju retten. Bei ei* nem lebiglicß auf Slervcnrcijbarfeit unb Schwäche Berußenben £ußen ßnb bie falten Söafcßungen nach Vorangegangener ©rwärmung beS Körpers bureß naße Umhüllung unb Bettbebecfung von Sinken, ©ft ßebt aueß eine einzige ©abe beS ©ower'fcßen ßhtlvcrS (f. Slo. 44) biefen $ußen. ßu bem .Rrampfßußen fann aueß ber SHorgenßußen ber Säufer unb nament* ließ berBranntweinfäufer, berfogenannte Jtaßenjammer, gejäßlt werben. Unterbleibt ber Jrunf meßt, fo fönnen ße von biefeni £ußen, ber ße jeben 197 borgen nüchtern befällt unb fte bis jttnt tyeftigflen BSürgen unb leeren Schleimbrecbcn quält, nicht befreit werben. STaS Bcfte ift, bie Jtur gegen bie Srinffucht felbft ju rieten (f. § 75). 3) «Duften Von Bollblütigfeit. ©ewöhnlidj ftnb eS junge ober robufte, ftrt) fräftig nätjrenbe unb blühenb auSfchenbe SJienfchen, rvelcße bas Von befallen werben. «Dior ift ber BuIS voll unb ftarf, unb (?rtj)i£ung unb Bewegung vermehrt ben Duften, ber gewöhnlich auch mit Äurjatlnnigfeit unb Bruftfdjmerj verbunben ift. Gr verlangt baffelbe Bertolten unb biefelbe Bes fyanblung wie eine beginnenbe Sungcncntjünbung (f. § 80), in bie er and' bet Bernad)läfftgung fetjr leidet übergeben fann. 3luch ift ein Blutbuften hier immer ju fürchten.- Aber auch bei nichts weniger als vollblütigen Nienfchen fann eine franffjafte Blutüberfüllung in ber Bruft entfteben unb einen langwierigen duften erregen. ®ieS ereignet fich BefonberS fyäufig bei blinben ober unterbrüeften golbenen Albern, bei nicht erfd;einenber ober aufs börenber ober unterbrüefter Bionatbßeriobe, in ber Sdjwangerfchaft ober bei Unterbrücfung gewohnter Blutflüffe, j. 33. beb NafenblutenS u. f. w. @3 ift oft fehr ferner, ben wahren ßuftanb ju ermitteln, BefonberS wenn bei ben golbnen Abern unb ber noch nicht erfchienenen SDJonatSperiobe feine Seichen, Welche einen £ricb ber Natur jur DerVorrufung biefer Blutflüffe anbeuten, Vorhanben ftnb. 3Benn unter ben angegebenen Umftänben fleh ein duften einftellt, fo ift er nur ju heben, trenn man ben ihm ju ®runbc liegenben franfhaften Suftanb richtig erfennt unb ihn fo behanbelt, wie eS bei ben bas rauf bezüglichen «Uranfheiten angegeben ift. 3n ber Sdjwangerfchaft ift fo ein Duften äußerft quälenb. 2)lan bejeitigt ihn bur<h Blutlaffen, burch Bes förberung beS Stuhlgangs, burch fparfante, nidjt erhifcenbe ober bläbenbe .ftoft, fühleS Berbalten unb burch baS Gntfernen jufammenfehnürenber Mleis VitngSftücfe. Auch ber duften, ber oft jahnenbe .ftinber befällt, gehört hiers (;er unb wirb bann am beften burch gelinbe Abführmittel unb in hartnäefis gen fällen burch leidste Ginfcbnitte in'S B'ihnffeif<h gehoben. 4) «Duften von Ablagerung vertriebener Jtranfheitös ft off e. Namentlich ift eS bie ®id;t, ber Nheumatibmuö, bie «DautauSfcbläge (fieberhafte unb fieberlofe), bie ßuftfeuche u. f. n?., bie ftch gern auf bie Bruft werfen unb Beranlaffung ju hartnäefigem «Duften geben. Gin foldjer juweilen äufjerft bcunruhigenber «Duften Begleitet nicht nur in man= chen fällen bie ®id}t, fonbern geht il;v aud) häufig voran. «Dior fommt eä barauf an, ben regelmäßigen Anfall ber ®id?t fobalb als möglich ju Staube Zit bringen. 5)er Äranfe halte baljer feine ftüfie fchr warm, trinfe fleißig warmeS ®etränf unb nehme lauwarme Senffufjbäbcr. 3ebcr folcher «Duften, ber burch eine folche JtranfheitSfchärfe erzeugt wirb, muß eben fo wie bie ©runbfranfheit (®id)t, Strobeln) felbft behanbelt werben, wobei aber Ableitungen burch «Dautreije, wollene Bctleibung unb fünftliche ®e« fchwüre nicht vernachläffigt werben bürfen. 198 5) Hüften Don Verlängertem ßäpfchen. Dft ift dies die Ur» eines fe(;r hartnäcfigen HuftenS, Den man wohl fcbon oft für Zungen» fudjt gehalten I?at, Die aber auch allerdings daraus entfielen fann, trenn man diefe Urfache nicfyt erfennt und entfernt. Hier ift die leiste und völlig gefahrlose Operation deS 52lbfdjneidenS des Verlängerten ßäpfcpenö daS ge» wiffe und augenblicfließe Heilmittel. ©eSljalb ift eS ju ratzen, bei jedem langwierigen Hüften den Hals von einem Sachverftändigen unterfudjen ju laffcn. 6) ©er Hnften Von Hcrjf ranf heiten, der furj, trocfen, Titelnd und fcparf flingend ift, ireötyalb er aucp der metallifcpe Hüften Ijeifjt, wird hier nur erwäßnt, um den Sefer wegen baldiger ärjtlicßer darauf aufmerffam ju machen. 7) ©er lungenfüchtige Hnften f. Sungenfitcpt. § 102. T'ie gaftrifctje ilranHteit ober bte ttnrctntflfeiren unb ■iJlnfdjoppunßen im Unterleib?, ©er Unterleib fpielt nicht al» lein in gefunden ©agen, fondern aucß bei allen Jtranfßeiten unfercS «Rör» perS die wicßtigfte Volle. Von einer regelmäßigen, ungeftörten Verdauung Hängt die (Srnäßrung und daS ©edeißen deffelben, fowie eine gehörige SDU» fcßung deS VlutcS und mitßin aucß aller übrigen Säfte ab. Sind die Ver» dauungSWerfjeuge, wie dies immer bei Vorhandenen Unreinigfeiten gefcOiel;t, franfßaft befcßaffen, fo muß dies begreiflicher QBeife auf vielfache 2lrt daS SSoßlbeßndeu ftören. ©ocß ift öS nicßt die ©rnäßrung allein, durch welcße der Unterleib einen fo Vorhergehenden Einfluß auf unfern Körper übt, nein ganj namentlich gefeßießt dies durch die Unterleibsnerven, wclcpe mit den wießtigften ©ebilden unferer Organifation in der allerinnigften Verbindung fteßen. Unreinigfeiten in den erften V3egen bringen aber die Verrichtungen diefer Verven in Unordnung und erzeugen dann auf diefe Qlrt auch die aller» verfchiedenften und mannigfaltigften JtrantßeitSjuftände. (Sinen folcßen franfßaften ßuftand deS Unterleibes bezeichnete man fonft mit dem 2liiSdrucf : Unreinigfeiten in den erften äöegen, fcßadßaftcr Stoffe oder Wnfcßoppungen im Unterleibe. 3n neuerer Seit nennt man ißn : gaftrifche Unreinigfeiten, gaftrifche Jtranfheit, welche Ve= jeichnung wir der <Rürje wegen hier beibehaltcn werden. Von allen «Rranfheiten deS menfchlicpen JtörperS ift die gaftrifche mit eine der häußgften; denn wie wir bereits bei den Siebern und ßntjündungen gefehen haben, fo beruhen auf ihr allein eine große 2lnjahl fieberhafter und entzündlicher ßuftände. Qlber auch faft alle ßcbcrlofcn «Rranfhciten fönnen ihren ©rund in gaftrifchen Unreinigfeiten haben, ©arum ift cS ftetS eine Hauptfache bei jeder Jtranfhcit, mag fte Vamen haben, welche fic wolle, im» mer vor allen ©ingen fein 2lugenmerf auf den Unterleib ju richten, ©enn hat, wie dies fo ungemein häufig geschieht, die Jtranfheit hier ihren Urfprung, fo verfepwindet fte auch, fobald diefer gereinigt wird; wird aber diefe tJicini» 199 gung verabfäunit, fo ifl unter folgen Umflänben jeher anbere <§eilverfuch er» folgloö eher felbfl nachteilig. QBelcfye verriebene unh fteinbar ganj ent* gegcngcfcl}te Seihen unh (ßeftwerben cinjig unh allein burch (Reinigung bcS Unterleibes geheilt werben tonnen, baS beweifen hie fo tyeilfräftigen auflös fenben SRineralwäffer (ÄarlSbab, 2Rariafreujbrunn, (Eger, Jlifftngen u.hgl.), fowie hie noch weiter unten anjuführenben (BiSceraI=Jtlpflicre; henn (Blinb* beit, fowie franfhafte (Rcijbarfeit her klugen, heftige Schmerjen, fowie ®e= f.ifylloftgfcit, Krämpfe wie Sähmungen, (ölutwallung, RSlutftocfnng fowie (Blutflüffe, unterhrüefter fowie ju häufiger 2Ronatöflufj, Ibers flopfung fowie Durchfall tc. je.; alle biefe franfljaften Buflänbe werben burch ihren ©cbraucQ befeitigt, waS jebot nicht möglich wäre, wenn fte nicht unter Umflänben aUefammt auS einer gemeinfchaftlichen Duelle unb baS jwar auS gaftvifchen Unreinigfeiten entftänben. Dies ha^cn über aut bie befferen Rlerjte aller erfannt unb bie gaftrifte dRethobe, bie (Reinigung bcS Darmfanals unb Unterleibes flets ju einem $aupt*5unbament ihrer «ft'rans fenbehanblung gemacht. Dhne biefe 2Rctobe ifl in ber SRebijin fein ju finben, unb ber Safc: „Röer $u reinigen verficht, verficht auch ju heilen" ifl für alle Beiten eine SCßahrheit. Die rechte Rlrt unb RBeife hierbei ju treffen, baS ifl cS nur, worauf eS anfommt. 3m Rillgemeinen erfennt man einen gaflrifchen Buflanb auS einer uns reinen Bunge, SRangel bcS RlppetitS unb verborbenem ©eftmacf; hoch macht bet Si| ber Unreinigfeit einen Unterfdhieb. Sßenn bie Unreinigfeiten im 2Ragen ftnb, fo ftnb bie ©rfcheiipingen folgenbe: unreine, weiß ober gelb ober braun belegte Bunge, verbotener ©efchmacf, Mangel an Rlhbetit, Drucf, Spannung, auch wohl fchmcrjh«fte ©efühle unter ber <§erjgrube, -Rlüfflohen, Uebelfeit ober wirflicheS (Erbrechen, Jtopfwch. RBcnn fte in ben ©ebärmen ftnb: aufgetriebener, gekannter Unterleib, Schwere, Drucf in bemfelbcn, Rollern, auch wohl «Roliffchmerjen, (Rücfenweh, flinfenbe (Blähungen, ju= weilen Durchfall. Dabei bemerft man eine SRenge vom Unterleibe auSges henbe, aber entfernte (j. 33. Schwinbel, Rlbnahme ber Sehfraft, (Sngbrüfligfeit, (Rervcnjufälle u. f. w.), Welche baS (Eigene hu* ben, bafj fte mit Bunahme ber gaflrifchen BetcQcn fleigcn, mit ihrer Rlbnahmc fallen. - (Eigenthümlich ifl allen gaflrifchen Jtranf'heiten eine eigentümliche 2Rattigfeit, nicht im (ßerhältnip ftehenb ju ben übrigen JtranfheitSerfchei* nungen. Die gaflrifchen Beiden ftnb entweber mit fieber verbunben (ftehe gafl* rifchcS Jiebcr) ober ohne baffelbe. Die ber gaflrifchen 2Ratcric ftnb: unverbauliche (RahrungSs mittel, ©alle, Schleim, Säure, im Darmfanal angehäufte unb gebilbete ftabhafte 2Ratcrien. Die Rlnhäufung Von Unreinigfeiten im (Wagen unb Darmfanal fann auf verfchiebene Rlrt entftehen; entweber burch eine unvoHfommene (Ber* 200 bauung (j. 93. von bem Senuß übermäßiger, fchwer verbaulicher StahrungS* mittel unb mangelhafte beS ©enoffenen, ober burch fehlerhafte, entweber ju häufige ober verborgene Abfonberung ber Wagenfäfte, ber ©alle ober beS JDarmfchleimS. Bei ber fo großen Slervenverbinbung ber Sßerbau* ungSwerfjcuge mit allen übrigen Theilen beS Jtörherö wirten auch Affectio* neu anberer Theile Wieberum nachtbeilig auf ben ©armfanal ein unb er* jeugen bann bort gaftrifcheUnreinigfeiten; fo entftehen burch Born unb Qler= ger Anfammlungcn von ©alle, burch Erfüllung, vermehrte rung im ©armfanal u. f. w. Eine Anlage jur Anfammlung Von Unreinigfeiten im Wagen unbT)arm* fanale haben alle biejenigen, welche an (Schwäche ber BcrbauungSwerfjeuge unb an einer beftänbigcn Trägheit ber S)armau8leerungen leiben, bie eine fehlerhafte 2)iät führen, bie ju häufig unb jur llnjeit von Brech* unb Ab* führmitteln ©cbrauch machen, unb bie eine fo große 9tcijbarfeit beS Wagens unb ber Seher haben, baß bie geringfte Jtleinigfeit feßon im Stanbe ift, biefe in Unorbnung ju bringen. - Glitch begünftigt baS Jtlima, namentlich aber feuchte ober oft wechfelnbe bie Entftchung ber gaftrifchenlln* reinigfeiten, unb bieg ift ein hauptgrunb, weshalb fte bei bem ßb-'ittertlima Von ®eutfchlanb fo häufig bei allen Äranfheiten mit beobachtet werben. 2)ie Behanblung ber gaftrifchen Jtranfheit ift nach ber Art ber ange* fummelten Unreinigfeiten Vertrieben. § 103. 1) tlcbcrlfitHing bcö SPtagenS mit STafcrunflSmit« tcln. hier bebarf es in ber Stcgel nur eines Brech' ober Abführungsmittels, je nachbem bie Statur bie Entleerung ber fepabhaften Stoffe nach oben ober unten beabflchtigt (f. gaftrifcheS fieber § 58.) AIS Brechmittel bient bann ber Brecßfaft Str. 28, unb als Abführmittel Str. 62. Stach erfolgter Ent* leerung giebt man 2-3mal täglich bie hoffmann'fchen Wagentropfen ju 60 Tropfen in Söaffer ober SBcin. Schwelger, bie ftch oft ben Wagen über* laben, tßun wohl, ftch c'n fogenannteS T>igeftiVpulVer (f. Str. 142) im häufe ju halten, um ftch gleich in folgen fällen auf ber Stelle ju Stach einfachen Ueberlabungen beS Wagens unb nach ju reichlichem ©enuß fpirituöfer ©etränfe ift baS Bucfertvaffer ein nicht genug ju empfchlenbeS hauSmittel. § 101. £) (SJalknantmufiing. Sic fommt nach heftigen, ärger* liehen ©cmüthSbewegungcn, nach heißen Sommern, unb namentlich bei Wen* feben von cholerifchem Temperament häufig vor. Wan erfennt fte aus ber Vorangegangenen auS ber ben@aUenfranfheitcn günftigen 9BitterungSbcfchaffcnhcit unb SahreSjeit (herbft), auS bem Temperament beS Oranten, auS ber gelb ober braun belegten Bunge, bem bittern ©efchmact unb Aufftoßcn, gewöhnlich auch auS ben llebclfciten ober galligem Erbrechen, bem Kopfweh ober bem galligen SJurchfaU mit £eibfchmerjen. Bugleich beob* achtet man gewöhnlich auch noch Troctenheit im Wunbe, gelbe haut, jinno» 201 bcrrotbeS ©eftcht, gelbe glänjenbe klugen, Dürft ohne (Eßluft, Verlangen nach Säuren, feurigen rothgelben fa|reichcn Urin, flicgenbc 4?ärte, Spans nung, SBärme unb 33 renn en in bcr rechten Seite unter ben (Hippen. DaS gallige Erbrechen leert gelbe ober grüne öiatcric auS, welche einen fcharfen, bittern ober gerben, fauren, grünfpanartigcn ©cfcpmacf Die galligen Stühle ftnb Anfangs oft grün, werben aber an bcr £uft gelb. - Die ©ade fann oft fo fcharf fein, baß fte als ein Wahres ©ift wirft, fie greift ben «hals an unb erregt bie heftigften frampfbaften, ja fclbft entjünblidjen <SrfcQei= nungen. Auch tjier 33rech= unb 3ßurgirmittcl wie bei bcr Ueberlabung beS (Dias gcnS. Die müffen aber hier mit großer QSorftcht unb nur in ges feilten ®abcn gereicht werben, befonberS wenn fchon galliges (Erbrechen vor* hanben ift, fonft fann man leicht ein übermäßiges (Erbrechen, ja (Entjünbung erregen. 2llS Abführmittel bient hier 9lr. 18, SQr. 45 ober 9lr. 83. - 33ei einem fehr gereiften Buftunbe unb Schmcrjen im Ölagen unb ®ebärmen müffen juglcich Viel fchlcimige ©etränfe unb Jtlpfticre, auch warme Umfchläge angewenbet werben, ja bei SSollblütigen vor bem ein mäßiger Aberlaß. DaS Weitere flehe bei bcr galligen Jtolif. § 104. 3) beö SPtagcnö. Schleimige, jähe, fette, mehlige, unVerbauliche «R'oft, Sifcleben, Ausschweifungen in bcr 3So(s lüft, feuchte, ungefunbe 3Bohnung, SSürmcr u. f. w. geben gern ©elegenheit ju Schleimanhäufungen, jumal bei Äinbcrn, Alten unb 3Bcibern, bei phleg» matifchcm Temperament unb fchwacher, fcQlcimigcr, aufgebunfener Körper» befchaffenheit, in Orten unb SahreSjeitcn. Buchen ftnb: Ölangel an Dürft, hunger unb 3Bärme, faber teigiger ober efelliaft füßlicher ®e* fchmacf, viel jäher Speichel im Ölunbc, befonberS am Ölorgen, weiß belegte peljartige Bunge, Drucf unb Tollheit, befonberS nach bem ®enuß von Spei» fen, 33IähungSbefchwerben, früh Ucbelfcit, auch wohl Sßürgen, ber Stuhl» gang fchleimig, oft verftopft, mit aufgctricbcnem Unterleibe, Jt'älte um ben Öiagcn, blaffe ®efichtsfarbe, blaue Olinge um bie Augen, Trägheit, beftän» bige Neigung jum Schlaf, Unempßnblichfeit gegen 33rech» unb Abführmittel, gewöhnlich auch Sßürmer. feuchtes, wecpfelnbeS 3ßetter, Säfteverluft, Diät* fehler, traurige ©emüthSflimmung verfchlimmern benBuflanb meift'auf lange Beit unb fönnen bann Schleimfieber erjeugen. Die 33ehanolung eines fol» chen BuftanbeS ift gewöhnlich langwierig unb Schwierig unb verlangt bie größte Umftcht von Seiten bcS ArjteS, weshalb fie auch hier nicht ausführ« lieh angegeben werben fann. Beigt bie 9latur ben Drang jur (Entleerung nach oben, fo gebe man ben 33rechfaft SQr. 28, jeboch nicht gleich in votier ®abe, bamit bem Jtranfen erft einige Beit vorher übel ift, benn baburch wirb bcr fchlcimige Ucberjug beS ölagenS am beften gclöft unb locfcr gemacht. 3ft feine Anjeige jum (Brechen ba, fo löfe man erft ben Schleim burch bie Rillen (Rr. 143 auf, 202 nacQf;cr ober wirb berfeXBe burcQ feen <Sruf;I entleert, inbem man bie IßiUcn in verflärfter ®abe reicht. 3ft ber Sarmfanal fchr unempfinblich, fo giebt man bie Rillen Nr. 144. 5lm fceften richtet man bie ©abe biefer Spillen fo ein, baft fte bie beiben erjlcn Jage nicht abführen, ben britten Jag aber einige Sarmentleerung I;erVorbringcn, bie bann unter großer (Srleitpterung eine SJlenge fdjleimiger Unreinigleiten fortfdjaffen. Um bie Hßiebererjeitgung beS Schleims ju verhüten, bienen bann bie magenftärfenben Slrjneien (f. SJlagcnfchwäche), aufjerbem aber Viel Bewegung unb 23ermcibung aller Schleim erjeugenben Nahrungsmittel. £och nicht immer beruht bie Schlcimerjeugung auf Schwäche ber Sßcr« bauungSwerfjeuge, gar nicht feiten entfielet bie)er ßuftanb mehr auS einer entjünblichcn Neijung. -Klan ertennt bieS auS einer fehmerjenben Empfinb« lichfeit beim äußern Srucf auf bie ©egenb ber Herjgrube, auS bem vermehr« ten Untvohlfein nach bem ©enufi gemürjhafter geiftiger Singe, auS ber hoben Nöthc an ben Nänbern unb ber Spi|e ber übrigens weiß belegten Bunge unb namentlich auS ber fauren 93efcQaffent;eit bcS Speichels. Hier leiften bie Jropfen Nr. 145 bie heften Sienfte, wenn fte in Nerbinbung einer mehr fühlcnben Siät unb bei ber 23ermcibung beS Kaffees, ©eins u. bgl. einige äöoehen hinter einanber fort genommen werben. § 106. 4) SScrfäucruiiß beö Siefe giebt fleh burcty folgenbe ßcichcn ju erfennen: Hunger (juweilen Heißhunger), aber fein Surft, faureS ••Jlufftofjen, auch faurer ©eruch bcS 54themS unb ber 33lähun« gen, auch oft Sobbrcnnen unb Jtolif. Sie Bunge, baS unb bie Sippen fehen wibcrnatürlich blaß auS, ebenfo bie ©eftchtsfarbe. Sie B«hue flnb mit Söeinfbeinbelegt, alle -Sefchwerben Vermehren ftch nach bem ®cnuß von Säure erregenben Nahrungsmitteln (ber SWilch, beS Nhein« WeinS); gleifchfpeifcn bagegen bekommen gut. Sie Säure entfloht entweber auS UnverbauTichteiten in $olge eines fchmachcn -Klagens, wo bann leicht alles ©enoffene in eine faure JSerberbnifj übergeht, ober fte h«t ihren ©runb in einer fehlerhaften Wbfonberung beS NlagenfafteS unb ber ©alle. Hppochonbriftcn unb Hpfterifche leiben befon« berS an ber erften s2lrt. Siefe befommen bann nach bem geringften Siät« fehler, befonberS nach bem ©enufj von ©emüfen, fauren ©einen, $unfch, fetten Gingen, fogleich sKlagenbefchwerben, faureS Qlufjtoßen, Jtoliffchmerjen, ■Klagenfrämpfe u. f. w. ®ei «Rinbern ift eS bie fcfylechte 33efchaffenl;cit ber ■Kluttcrmilch, burct) welche bei ihnen Säure erjeugt wirb. 33ei ber jmeiten s2lrt ber Säurc=®rjeugung leibet ber «Rranfe ununterbrochen, er mag genie« fjen waS er will. Säure tilgenbe -DHttel helfen hier nichts ober boch nur auf furje Bfit. Ser Jtranfe leibet faft ununterbrochen an einer höchft unbehag« liehen, jufammenjiehenben ©mpfinbung in ber Herzgrube, unb nur Wenn öS ihm aiifjlöfjt unb er eine -Klenge|einer fcharfen, fauren Jeuchtigfeit auSmürgt, fühlt er einige Erleichterung. Siefe franthafte 2lbfonberung ijl oft fo fcharf, 203 baf5 fte SWagenfrämpfe, ©aHenruhren, .Rollten, ben Elfter wunb freffenbe Durchfälle, fogar 9lebenjufäUe, ben fchwarjen «Star u. f. w. erzeugen fann Siir Rinber ift baS £ ufelanb'fche .Rinberpulber (n?eld)eS in jeber t?lpotl;cfe ju haben ift), eine bis jwei Sftefferfpifcen boll 2-3mal unb öfter täglich, ein fetfr bewährtes Säure tifgenbeS Mittel. ©rwachfenen giebt man bic SWagnefla (f. Br. 146). Diefe Säure tilgenben Mittel paffen tnbeffen nur jur augenblictlictyen Befeitigung ber Bnfälle unb namentlich nur bei Un- terbaülichfeiten, unb and) alSbann muß man nicht ju häufig bon ihnen ®c= brand; machen, inbem fte nidjtS weniger als bortheilhaft auf bie Berbauung cinwirfen. 3 ft eine fehlerhafte Qlbfonberung beS SKagenfafteS unb ber ©alle bie Urfache ber Säure=@rjeugung, bann flnb fte ohne allen blühen, hingegen paffen alSbann bie Br. 147. (Sntfteht Uebelfeit unb faureS Slufftoßen währenb ber Berbauung, fo befeitigt man bieö am heften burch folgcnbeS Mittel: Stimm: DeftiUirteS Ußaffer 5 Unjen, BfeffermünjWaffer eine halbe Unje, Jtquflifchen Salmiafgeift 3 Dropfen; auf ein= ober jweimal ju nehmen. • Um baS Uebel grünblich ju heilen, ift bicl Bewegung, ®enuß bon Sleifchfpeifcn unb ber®ebraud; magenflärfenber ?lrjneien(f.2)?agcnfchwäche) erforberlid;. Sinb juriiefgetriebene Rrä£e unb Siechten (wie bieS fel;r häufig ber Sali ift) bie Urfache ber Wlagenfäure, fo muß wie bei ben genannten Uebeln verfahren werben. § 107. faulige Serberbnif? tm unb £armfattale. Die Beiden flnb: gänjlich fehlenbe Sßluft, fclbft (Sfel bor Speifen, abergro= ßer Dürft, jumal Bedangen nach fäuerlichen ©etränfen; ranjigeS, faules 5lufftofien; bitterer, fauliger ©efdjmact im SJlunbe; bräunlich, gelblich be= legte ßnnge; heftige Jtopffchmerjen, jumal born in ber Stirn; feßr ängftlis d)eö, brüctenbeS ©efiihl in ber <§erjgrube, berbunben mit ©fei unb Neigung jum Erbrechen; bermehrte SBärme beä Körpers, befd;lcunigter -2lberfchlag, felbft wot;! leid;te Sieberbewegungen; ftarf unb bunfel gefärbte, iibelriechcnbe Stuhlgänge; Abgang faulig ftintenber Blähungen; ein buntel gefärbter, fel;r trüber Urin. Ueberlabitng beS 9)?agenö mit Speifen unb ©etränfen, bei Schwäche unb Neigung beffclben ju ber fauligen 23erberbnip, geben bie Sßeranlaffungea baju. QluSleerungen muffen auch hier bon oben ober unten borgenommen mers ben, je nachbem bie SQatur auf bie baju aufforbert. 5llö Brech- mittel wählt man bie Brecptourjel unb jwar in Heinen ®abcn (4-5 @ran mit 10 ®ran Butter),benn fel;r leichtfönntc fonft ein übermäßiges @rs brechen erfolgen. B«m Qlbführen wählt man biefelben Mittel wie bei ber galligen Berberbniß. $ 108. O) 2lltc tm Tarmfanale. liefet 204 Buflanb macht fid) burch folgenbe Seichen Tennbar: baö Qlnfehen tfl gewöhn» liciQ blafj, gelblich, bunfel= ober grüngelb, braun ober erbfahl fränflid;, an ben «Seiten ber ©afe unb um ben SPlunb ein ©emifch Pon blau unb gelb, ba» bet etwas ganj Eignes, owembeS, etwas ©erjerrteS, Schüchternes ober -2lengjts ItctycS in ber baS SCBeifje in ben matten, mit ein*m bunflen, eingefallenen ©inge umgebenen klugen ift trübe, bläulich, gelb ober blaß. Allerlei ©erbauungSbefchwerben, bie Weber reinigenbe, noch ftarfenbe 9J?ittel, noch eine ftrenge JDiät jum ©Seichen bringen, bie aber juweilen jur beftimmten Beit berfchwinben, jebod) bann halb wieberfebren. Die (Sßluft ift geftört, halb bringenb, halb fdjnetl oorübergehenb, ber Stuhlgang nicht gehörig ge» bunben, burchfatlartig, gehemmt, juweilen trotten; Sobbrennen, ©fei u. f. W.; ber £cib ift gekannt, biet, teigig, oft hart, oft mit beutlid) ju füljlcnben JtnoUcn unb einzelnen ©erhärtungen,bie aber benDrt wedjfeln, ©audjangft, flüchtige ober hartnäckige ficibfchmerjen, .Klopfen im Unterletbe ober in ber ©ruft, ber Slbcrfchlag unorbentlid), ungleich, fliegenbe <£>i$e, bc- fonberS nach Speicheln, fdflechter Scplaf, nicht gehörig befetyaffener <§orn (©lafenfatarrh) unb Schweiß, fchncneS gettwerben, Srägheit, Schwere, Schaubcr, Schwermuth, Slengftlichfcit, allerlei «f?autfranfheitcn, mit unb ohne <§ämorr1joibalbefcbmerbcn. - Durch ben Stuhlgang, feltner burdj ©rbredeen, gebt oft gegen ben ©ollmonb unter gelinben ober heftigen Befallen Schleim ton einer gallertartigen ©cfchaffenheit ab, bisweilen in ©eftalt Von Sappen, ©Öhren, Jtugeln ober blutigen, lorbeerartigcn, bunfelgrünen, fchWarjen, theerartigen SKaffen. ftärfenbe Sachen machen 42lngft, ©lutanbrang große auSlecrenbe erleichtern. Diefe ©erfeffenheiten werben bei jebern Sliter, ©efdjlecht unb Dempera» ment angetroffen, am häußgften boep bciSDlänncrn unb ©reifen, ©ine ftfcenbe Weichliche SebenSart ober eine fdjnelle Umänderung berfelben, Dilles waö ben £eib preßt unb brüeft, <§artleibigfeit, Unverbaulichtcit, halte febwere Jtoft, SJlißbrauch ftärtenber, jufammenjiehenber Dinge, ©eiftcSanftren» gungen, traurige Qlffefte, Samentcrjd'Wcnbung, fehlerhaft behanbclte ©3cch= felßcber gehören unter bie Urfachen. Sie entfielen allmälig, häufen fid?, ju= mal bei oft ol;ne fonbcrlicpc ©efdjwerben an. SUeiftenö er» jeugen fie langwierige ©efchwerben aller Qlrt, befonberS bie 4?ppochonbrie. 2Jlan fann eß als aufßellcn, baß man bei allen hartnäetigen Jtranf: heiten, bie jeher ©ehanblung 2ßiberftanb leißen unb mit ben Perbunben ftnb, größtenthcilS ihren ©runb in folchen ©erfeffenheiten ju fliehen hat. 4?ifcige ©etränfe, erhifeenbe fogenannte magenftärfenbe Mittel ftnb hier burchauS fchäblicp, ©uttermilch wirft oft fel;r wohltätig, fowie bie Einreibungen beS Unterleibes mit Schmalj ober Del. 4?ier Iciften bie fogenannten Jtämpf'fchen ©iSceralflpftiere (f. ©r. 176) 5lußerorbentIicheS, benn man erftaunt oft über bie ©iaffen, welche burch bie» felben auSgeleert Werben, unb begreift faum, wie ber Darmfanal fo Piel ©er» 205 feffenheiten hat faffen Tonnen. 23alb iff eS eine Stenge Verwarteten JtottjS, ber lorbeerartig ober in ber ©röfjc unb Sorin Von -föafelnüffen ober noch grös fier fugeiförmig jufammengebaUt abgeht; halb erfdjcint eine unglaubliche «Wenge gallertartiger Schleim ober häutige Subffanjen u. bgl. Die Haupts fache bei ben «Rlpffieren iff, baß ffe bei bem Jtranfen bleiben, bal;er barf ifyre Portion nur Hein fein (ein fleincS Sßiertelquart), unb nachher muß ber Jtranfe rulffg eine halbe Stunbe lang auf ber rechten Seite liegen bleiben. 23ei harnäefigen Sßerfeffenbeiten ober fehr jäl;er SSerfdffeimung werben ffärfer auflöfenbe Wittel hinjugefefct, entweder ein ©ßlöffel frifcher OchfcngaHe ober ftatt beS gewöhnlichen SBafferS wirb «Ralfwaffer jur Bereitung ber Jtlpffiere genommen. Wit großem «Nufcen reicht man jugleich bie Dropfen «Nr. 81. (Sehr wefentlidje Dienffe leiffet hier auch bie 5lloe (f. Wr. 157), benn ffe reinigt ben Darmfanal ohne bie SSerbauung ju flören, welche ffe vielmehr unterflögt. «Nur muß fte als ein Wittel bei 23oHblötigfeit unb Slnbrang bcö 23luteö nach bem Hnterleibe, bet Schwangerfchaft, flarfer ober fcßmcrjhaftcr WonatSperiobe, bet entjünblichen Unterleiböbefchwerben unb bei golbcnen Albern vernücben werben. § 109. klagens unb 23erbnutingöfcl;Wä4)C« Diefe Sdjwäche ift häufig entweber bie Urfache ober Solge gaffrifeffer Unreinigfeiten. Wan erfennt ffe an bem mangelnben ober fdjwachen ober unorbentlichen Appetit unb an ben 23efchwerben, welche ber ®enuß von «Nahrungsmitteln Verurfacht, benn biefer erjeugt Druct, Spannung in ber Wagengegenb, 2luffloßen nach bem ®enuß ber Speifcn, SSIähungöbcfchwerbcn, 33erbroffenheit, feit, unb leicht entfloht Unverbaultchfcit, Säure unb SSerfchleiinung. Diefer ßuffanb beruht entweber auf einer reinen, wahren Schwäche beS Wagens, ober bie Schwäche iff nur fcheinbar. Die reine, wahre Wagenfchwäche entffeht burch unorbentliche, fchleclffe Diät, Schlemmerei, übermäßigen ®enuß warmer ©etränte, befons berö beö D'hec'S, Wangel an Seibeöbcwegung, übermäßige ©eiffeSanffrens gung, Draurigfeit, Kummer, SamenVerfchwenbung. hierbei muß man nun wieber unteifcheibcn, ob ber Jtranfe mit einem fehr reijbaren unb empffnblis <hen «Nervenfpffem begabt, ober ob biefeS träge unb abgeffunipft iff. 3nt er« fieren SaU werben feine bittern unb Dinge vertragen, biet bers langt ber Wagen nur ffüdffige nerVenffärtenbe Wittel; balffn gehören bie Dr opfen, ber ®ffig* unb Sd) wefeläther (erfleren Von 10-20, lotteren Von 5-10 Dropfen auf Butfer), ber 23albrian (f. «Nr. 207), Vorzüglich aber bie Wijtur Wr. 208 mit einer Daffe Dtwe ju neh- men, ben man auä einem halben duentdjen Wejicanifchcnt Draubenfraut bereitet hat; ferner baS fflrager antihpfferifche QBaffer (30-40 Dropfen mit ÖBaffer 3-4mal täglich ju nehmen); bie fchwefelfaure aromatifche Dinftur (bei Oieijbarfeit mit fauligem Qlufffoßen 30-40 206 tropfen in vielem SBaffer ju nehmen, barauf aber jebcßmal bie 3äbne mit Stagnefla ju reinigen); her eifenhaltige ScpwefeIä11;ergeift bei gro= fier Schwäche unb bleichfücptigem ßuftanbe (20-25 Sropfen in etwaß Teicf)= ten SSein); ber Hopfen (f. Str. 217 bei Stagen», Sterben» unb Stußfet» fcpwächc mit büfterer ©emütpßflimmung). Sungcn, jur Sleichfucpt geneig» ten Stäbchen, bie an leichten Trümpfen leiben, wobei bie Serbauung geflört unb halb Sßerftopfung, halb ©urepfad Vorpanben ift, benen befommt ber anpaltenbe ©ebraueb barmaußlcerenber unb jugleicp magenftärfenber Stittel, j. S. Str. 209. Sei Stagenfcpwäche mit Scpwinbcl unb Steigung ju .Rrampf» jufäden hilft ber 3utfet oft beffer alß jebeß anbere 902ittel. ®er .ftranfe muß früh nüchtern unb Slbenbß jwet £otp 3ucfer, in einem ©laß falten Sßaffer aufgelöft, admälig trinfen. 3ft bie Stagen» unb Sßerbauungßfchwäcpe nicht mit I)ot)er SterVcnreij» barfeit verbunben, fo paffen folgenbe Mittel: Vor aden ein fräftiger, geiftiger alter SBein, Stabeira, 3fereß, alter Stalaga u. bergt, unb mit biefem baß Stagenpulver Str. 194; ferner baß Du af fiat; olj; biefeß ift meift aden an» bern bittern Stifteln vorjujiepen unb paßt ganj befonberß, wenn bei einer ftpenben Öebenßart unb bei Einlage jur «öppochonbrte unb Jtolif eine part» näcfigc 2lppetitloßgfeit vorpanben ift (f. Str. 33); bei «Säure giebt man eß mit «Ralftvaffer (Str. 210). S)ie Äolombotrurjel (f. Str.34 unb befon» berß Str. 216), jumal bei Släpungcn, Steigung ju ©urcpfällen, Sßürgen unb Sluffloßen beß Storgenß.--Sßcrmutp (ftetje Str. 218) befommt ben <§ppo» eponbriften fepr gut.- 2)ie Dcpf eng alle (f. Str. 211) wirb oft vertragen, wo fein anbereß bittereß Stittel anfeplägt. Sefonberß bet Steigung jur Säure unb jur Serftopfung. - 3ft ber Stagen fepr erfcplafft unb reijloß, bann, paffen bie bitteren Sinfturen (Str.212 unb bet Sßcrftopfung Str. 213), foirie bie bittern Sßeinc unb Branntweine (ftef)e Str. 214). - Son ben ©ewürjen pat fiep ber Weiße Pfeffer unb ber f)icr baß meiftc Vertrauen erworben. Sebod) fcpcint legerer benSorjug ju Verbienen, weil er weniger erljifjt. Stan braucht ifm alß ju Speifen, ober einen @ran mit etWaß Stel;I ju einer SPiCIe gemacht, 3 - 4 Sltal täglicp. Sßo eß nacQ Slut=, Samens unb anbern Säfteverluftcn, nacp langwierigen feiten nictyt bfofj auf Stärfung beß Stagenß, fonbern beß ganjen Äßrperß überhaupt anfommt, ba leiftet ber Staplwein Str. 215 bie beften JTienfte. Sleufjcrlicpe Stittel leiften I)ier aufjerorbentlicp Viel, ja oft metyr alß bie in» nern. Sorjüglicp bienen t;ier bie Einreibungen Str. 196 unb 197 in bie Stagengcgenb, baß Sßafctjen mit Duenbelfpirituß unb äußerlichem Sebenßbalfam, baß fragen cineß mit vielen ©cwürjen gefiidten unb oft mit fyranjbranntwcin angefeuchteten Säcfchenß auf ber Stagengegenb, ober eineß Sheriafpflafterß mit Stünjenöl. ©üblich ift noch bie Jtälte ein ganj vor* jüglicheß Stittel unb jwar auf boppclte -2lrt, einmal burch falte JDiät, falteß Söaffcrtrinfen, ©efroreneß; jweitenß burd) falteßSßafchen ber Stagen» 207 gegenb unb falte 3)oud)e, welche oft bie hartnäcfigften ge« hoben hat. Cfyne eine gute ®iät giebt eS feine KagcnftärfungSfur. <£auptfächlich muffen alle warmen ©etränfe, befonberß .Tljee, faure, blähenbe (Speifen, 3rett, Ääfc, «Ruchcnwerf, Vranntwein unb vor Aldern jcbeUebcrlabung beS KagenS Vermiebcn werben. ©üblich ift Bewegung ganj unentbehrlich unb oft baS befte KagenftärfungSmittel. £»ie fcheinbare Vtagcnfchwäche. Sie finbet bei weitem häufiger ftatt als man gemeinhin glaubt. ®a aber, wo bicS bcr fVad ift, bürfen ade bie bereits angeführten magenftärfenben 5lrjneien nicht genommen werben, trenn man ben franfhaften ßuftanb beS -KagenS nicht noch vermehren wid. 3n ber(Regel ftnb eS entweder Unrcinigfeiten in ben erften Ußegen ober Vluts anbrang nach bem Kagen hin, welche bie unb VerbauungSs fchwäche erzeugen. 3m erften ftad muh nun fo verfahren, wie oben bei ben gaftrifchcn ßuftänben angegeben worben ift; im anbcrn ftnb Vlutegel bie beften magenftärfenben -Kittel. fparfante ober unterbrüefte KonatSperiobe, gewürjhafte Jtoft, häufiger ©enuh erhi|enber ©etränfe geben bie Veranlaffung ju biefer Wrt Kagenbefchwerbcn. Vur wenn biefe ©elcgenheitSurfachen entfernt werben, wirb bie Verrichtung beS ■KagenS wieber in Drbnung gebracht. § 110. 9tcrücnfrnnffeiten. £>k Verven unb ihre feinften faum ftchtbaren ftnb jene aus bem@ehirn, bem Vücfenmarf ober auS eignen im Jtörpcr jerftreut liegenben VerVenfnoten entfpringenben geheimnifwoden SVcrfjcuge, welche jeben Vunft beS JtörperS mit Ausnahme ber Säfte, beS DberhäutchenS, ber 4?aare, ber Vägel unb einiger häutigen ©ebilbe burch» bringen, unb wovon bie auS eignen VerVenfnoten entfpringenben bie ©rjeu» gung, Vilbung unb ©rnährung, bie anberen aber bie Vcrbinbung beS «Rör» perS mit feiner Seele Vermitteln. £)urch biefeS Vanb, alfo burch bie Vcr* ven, wirft ber QSide ber Seele auf bie KuSfeln unb erjeugt bie burch bie Sinne unb baS Qldgemeingefühl beS JförpcrS (welche immer nur als eine reine Vervcnthätigfcit betrachtet werben muffen) fpiegclt ftch baS äujjere SBilb bcr ©egenftänbe ober bcr innere Buftanb beS £cibeS im 3nnern bcr Seele wicbcr ab unb erregt ©ntpfinbung unb Vorftcdung. 3m ©ehirne felbft aber, als bent Kittelpunfte beS gefammten VerVcnlebcnS, muh ber ber geiftigen beS S)enfvermögcnS gefucht werben. £ie Störungen in ben Verrichtungen ber Verven werben Vervcnfranfs hei ten genannt unb offenbaren ftch entweber in einer Störung beS Ve= wegungSvcrmögcnS(<Rrantpf ober Zähmung), bcr ©mpfinbiing unb bcr Sin= neSthätigfeit (Schnterj, Unempfinblichfcit, ju fcharfc, ju fcpwachc ober fehlen haft wirfenbe Sinne), ober beS ©enfvermögenS (©eifteSaufregung, 2lbges fpanntheit, VerftanbeSVerwirrung ober Vlöbftnn). £)ie Einlage ju Vervenfranfheiten ift entweber angeerbt, ober fte be» 208 rußt auf einer feßlaffen «Rörperbefeßaffenßeit; baö «RinbeSalter, baS weiblicße ©efcßlecßt, eine weießließe Srjießung, bie 3aßn= unb ©pracQcnttvicfcIung, ber Eintritt ber Sftannbarfeit, ein feueßteä «Rlima, Stabt* unb Stubenleben unb oft eine eigentümliche Sßitterungöbefcßaffcnßeit (tiefer Varometerftanb, äßeflfcinb) machen auch ju biefen «Rranfßeitcn im QlUgemeinen fetjr geneigt. ©ine häufige Urfache berfelben ift Scßwäcßung unb jwar in fyolgebcS HRangelö ober ber fcßlccßten ®eftaffenheit ber SRaßrungSmittel, fcßlecßtcr Luft, feuchter Jtälte, ober von Vlutverluft, 311 häufiger 2)ionate>periobe (eine oft verborgene Urfache), ju großen SantenverlufleS burch Veifcßlaf unb Selbftbcflecfung, burch unwiüfürlicße Samenergießungen, burch ju häufige äßoeßenbette, 311 lange fortgefcfjteS Stillen, langwierige Säfteverlufte: Durch» fälle, weißer «ylup, Schleimfluß auö ber Harnröhre, Speichelfluß, übermäs ßigeö Schufen, ober burch Ueberreijung unb ©rfchöpfung ber straft, übers mäßige «Rörpcr» unb®eifteSanftrcngung, ßißige unb langwierige«Rrantheiten, übermäßige übermäßigen ®enuß ber geifligen ©etränte, beS Jtaffee'ö unb $hee'3, ober burch Mangel an Uebung, baßer Müßiggang eine ber reichten Duellen ber SRervenfranfheiten, ober burch ©inwirfung birect bie Sherven fcßwäcßenber (Sinflüffe: «Rümmer, ®ram, Draurigteit, Seßnfucßt, 91eib, Langeweile, Untßätigteit beö ®eifteS, baö Eingehen an bie ©cfüßle, ber Mißbrauch betäubenber Mittel, beS DpiumS, ber Vlaufäure u. f. w. ferner werben bie £Rervenfranfl)eiten erjeugt burch baS aufgehobene ©leicßgewicßt ber Verrichtungen be§ JtörperS unter einanber, ju ßäußge unb fräftige Vlutcrjeugung, Unterbrücfung ber VewegungSfräfte, ber <§autaugs bünftung, ber Unterleibövcrricßtungen, ber ©efcßlecßtötßätigfeit, ber SKos natSpcriobe, ber golbenen Rlber. Dber burch ör tliehe unb eigentümliche SReije. Daßin gehören juerft bie fReije int Unterleibe: Vöürmer, gaftrifche Stoffe (f. gaftrifche Jtranfhcit), Verfcffenheiten, Verftopfungen ber ©ingeweibe. 3vveiteitS ®lut» anbrang, vorzüglich nach bem ©eßirn unb Unterleib (bie »£>ämorrhoibals franfheit etue ber häußgften Urfachen mannigfaltiger 91erVenfranfhciten). Drittens Verfemung von «Rranfheitößoffen, gichtifcße, rheumatifeße, ffros pßulöfe, Venerifcße, «Rranfßeitöfcßärfen. Viertens meeßanifeße Oteije, fowoßl frembe, von außen eingebraeßte «Rorper, Splitter, alSaucß im «Rörper felbft entfianbeue ©efeßwülfte, Verhärtungen, Steine u. f. w. ®nb= ließ franfßafter Seelenreij, ßje Sbeen, überreizte (SinbilbungS* traft. Qluf bie ßier angegebenen Urfacßen grünbet ßcß bie wichtige unb ganj natürlicße ©intßeilung ber 91erveutranfßciten, welcße bei ber Veßanblung berfelben immer ganj namentlich bcrücfßeßtigt werben muß. SOian tßeilt fie baßer: 1) in SRerVenfranfßeiten, welcße ißren ®runb in einem franfßaften ßuftanbe ber SRerven felbfthaben; 2) bie auSScßwäcße entfleßen; 3) bie von» 209 93Iute abpängen, ober 4) von Berfefcung Von ober 5> Von SKaterie, unb enblicp 6) von mecpanifcpen Urfacpen. Hieraus crgiebt fid? aber aucp bie ©cpwierigfeit, eine Bervenfranfpeit jwctfmäßig ju bepanbeln, benn nictyt fo leicht ift eS, immer bie veranlaffenbe llrfacpc gcpörig 311 ermitteln unb bie bagegen geeigneten -Kittel richtig ju wäplen. Bur eine Bietpobe gicbt eS, bie faft burcpgcpcnbS, möge ftd? bie Bervenfranfpeit unter ber ftorm von Scpmerjen, «Krämpfen, Säpmungen, SinncSfeplern u. f. w. äußern, mit bem heften Erfolg angewenbet werben fann, unb b.efe 2)ietpobe beßept in ber funftvollen Qlnwenbung beS falten DuellwafferS. Qlllein man glaube ja nicht baß man hierbei alle «Krauten ohne llnterfcpieb über einen Seiften fcplagen fönne, um immer einen gleich günftigen Erfolg von biefer BepanblungSweife ju erreichen; im ©egentpeil begrünbet bie «Körpcrbefcpaffenpeit beS «Kranfen unb bie Urfache ber Äranfs peit eine wefentlicpe Berfcpiebenpcit in ber Qlnwenbung biefeö herrlichen, aber auf febr verfepiebene 2Irt wirfenben Heilmittels. 3ft reine BerVenfcpwäcpe ober eine allgemeine Scpwäcpung beS «Körpers jugegen, bann bienen bloS Einhüllungen in naffe Xücpcr, falte SBafcpungcn, Begenbäber, cnblicp 5luß= bäber, SBellenbäber, Scebäber unb julefct mehr ober weniger fräftige Souöpen, Begießungen, @ieß= unb Sturjbäber; bei Bollblütigfeit, Blutanbrang unb Blutflocfung: ableitenbe «Kopf=, Qlrm=, Si§ ober fylußbäber; bei Qlnfamm» lungen gaftriföper Unreinigfeiten: falte Jtlpftiere; bei vorpanbenen «Kranf» peitSftoffen aber bie fräftige Scpwipfur. § 111. ift eine langwierige «Kranfpeit ber reiferen Sapre unb vorjugSweife bcS männlichen ©efcplecptS, bie fiep burch eine eigen» tpümlicpe Berftimmung beS ©emütpS, befonberS aber burch eine Säufcpung Der eigenen ©efunbpeit, bie man für zerrütteter pält, als fte wirf lieh ift, ju erfennen giebt, unb wobei ber «Rranfe eine fleinliche yiufmerffamfeit auf ben ßuftanb feines «Körpers richtet. Eine naturgetreue Scpilberung biefer «Krankheitsgruppe (benn eine folcpe ift bie Hppochonbrie, ba fte mit ben mannigfaepften unb verfepiebenartigften förderlichen Erföpeinungen verbunben auftritt) ift fepr fepwer eben wegen beS unenblicpcn SBetpfelS ber Symptome; jeboep foll pier Verfucpt werben, we nigftenS annäpernb ähnlich ein Bilb ber päußgften 52lrt unb BJeife beS Bor= fommenS ju entwerfen. 3u Einfang erfennt man bie «Kranfpeit bloS an eben ber fleinlicpen b'luf» merffamfeit, welche ber «Kranfe auf feinen «Körperjuftanb rieptet, unb an ber Uebcrtreibung folcper geringfügiger Uebel, wclcpe ein Qlnberer ganj unbeachtet läßt. 3ft bie «Kranfpeit aber bebeutenber, fo fünbigt fte ftep burep eine un= gewöpnlicpe SOtutplofigfeit, SEBanfelmutp unb Jtcijbarfeit beS ©ciftcS an. Ser .Kranfe pegt gegen fiep unb alle SDlenfcpen Berbacpt; er wirb untauglich ju feinen ©efcQäften, ift fcpweigenb, traurig, liebt bie Einfamfeit. Er befommt große Neigung jum Scplaf, aber niept erquieft, unb auS welcpem 210 er buteß ängflltcQe Dräume geirccft wirb. (53 fomnten ober aucß ließte 3wh fcßenseiten vor, wo Sliemanb frößließer ift, als her hppoeßonbrift. ©nblicß enibfinbet feer Jtranfe einen bumpfen Jtopffeßmerj, bie Singen werben trübe, bie 3unge troefen, erflagt beS borgens befonberS über einen üblen ©efcßmaef unb fpueft beßänbig auS. DaS wirb weif, ber ganje Jtörpcr ift er» feßlafft, unb bei ber fleinßen Slnftrengung unb geringften brießt ber Scßweiß auS. Die ftetö feßr gefräßigen «Rranfen bereiten ßeß bureß ßäu« ftge Diätfeßler ftetS neue Dualen. ©nbließ entfloßt Spannung unb Slttf* treibung beS ©tagens, ein Bufaninienfcßnüren unter ben Olippcn, unb Slä« ßungen burcßjitßen mit bewunberttngSwürbigerSeßnetligleit ben Darmfanal. Diefe 33efct>W'erben, welche meßr ober weniger anßaltenb ftnb unb befonberS bie linfe Seite einneßmen, werben von ßeit ju feßr vermeßrt, wo ßeß bann nocß neue Seiben ßinjugefellen, woburcß oft fcßrecfließe Slnfälle erzeugt werben. Den «Rranfen befällt alSbann eine Unrnßc, IRaftloßgfeit, SBetlom» menßeit unb Slngft, als ob er ein SBerbrecßen begangen ßätte; baS >§erj zittert ober feßlägt ßeftig, ber $ulS ift unregelmäßig, baS Sltßmen feßwer, bie Jteßle wie jufammengefeßnürt, Druef auf ben ©tagen, Uebelfeit, oft (Srbreeßen von einer fauren, jäßen, jießbaren ©tateric, <§iße unb Klopfen im Unterleibe; bie anfänglich eingeflcmmtcn SBläßungen geßen oft mit einem eignen fingenben Done Von oben unb unten ab; fliegenbe <£>i£e, falte partielle Seßweißc, .Rälte, bie oft einer waßren Dobtenfälte gleich, ein Slmeifenfriecßen auf ber 4pant, Seßnenßüpfen, 3»cfen in ben ©tuSfeln, Oliiefenfcßmerjen, Qßeinen (wo bie ©tänncr fteß oft wie betragen), Scßwinbel, Dßnmaeßt, bicS ftnb bie gewößnlicßcn ©rfeßeinungen eineö foleßen SlnfaHS. <§at biefer feine Eöße erreicht, fo geßt, bisweilen unter Scßmerjen, ein wafferßeHer Urin in großer ©tenge ab, ober eS erfeßeint ein ben Einblättern äßnlicßer SluS» feßlag im ©eßeßt, worauf bann bie meiften Selben verfeßwinben unb bie $u* rücfbleibenben ungleich fcßwäcßer werben. SBei feßon feßr eingewurzeltem Uebel beßnben fleß «hppoeßonbriften nie meßr ganj woßl. 3« ihren beftän= bigen SBefcßwerben geßören Seßnterjen an verfeßiebenen Dßeilen, Scßwäcße unb vorzüglich ßartnäcfige Stußlverftopfung. «häußg gefeiten fteß blinbe ober fließenbe hämorrßoiben, oft mit, oft aber aueß oßne ©rleicßterung ßin« ju. >§>at ber Jtranfe feßon öfter bie oben befeßriebenen QlnfäHe überftanben, fo befommt fein Slntliß ein eigentßümlicßeS Verzerrtes SluSfcßen, baö ©eßeßt wirb blaß, erbfaßl, bie klugen liegen tief, er ift ganj in bie Sctracßtung fei« neS 3uftanbe8 verfunfen, füßlt fuß beftänbig an ben $ulö, furj er beftnbet fteß in einem waßrßaft bemitleibenSwcrtßen 3ufl«nbe. Sffiie groß bie Seiben eines «hßpotßonbriften fein müßen, geßt feßon barauS ßerVor, baß, wenn fle von anbern, felbft feßr fcßmerjßaften «ftranfßeiten befallen werben, unb babei bie SSefcßwerbcn berhßpocßonbrie nießr in benhintergrunb treten, fte alSbann boeß verfteßern, fteß beffer ju beßnben, als wenn fle Von biefer gefoltert wer« ben. ©in hppoeßonbrift weeßfelt beftähl?tg mit feinem Slrjte, ober geßt von 211 einem Duactfalber ju bent anbern, pat ju feinem ßutrauen unb befolgt nie lange bie ipm gegebenen ärjtlicpcn Borfcpriften. 2)arum pat man fte aber auch Von jeper bie £ßbage ber Qlcrjte genannt, übet beren 2lußblciben biefe wopl immer eper frop. alß empfinblicp finb. ®iebt man ipnen Hoffnung ju einer balbtgcn Otücffepr ber ©efunbpcit, fo erzürnen fte fiep; tput man aber baß niept, fo geratpen fte in Bcrjweiflung. ©cwöpnlicp ftnb fte mit einer ganj eigenen mebijini]cpcn ©efpräcpigteit begabt, fürepten beßpalb aber boep immer noch, etwaß ju vergeffen, unb fommen baper ihrem ©cbäcptniffe mit Betteln 311 $ilfe, worauf fte ipre Beobachtungen, fragen unb ßweifel no- tiren. Sie lefen gern mebijinifepe Bücher unb glauben bann, jebe Jtranf» peit, Von ber fte auch nur hören, felbft 31t paben. Ucber jebe SBirfung ber BZebijin fdjeltcn fte: bie ftäifcnben Biittel regen fte auf, bie tüplenben fcpwäs epenfte, bie außleerenben erfepöpfen fte. (einige Verlaffen Sapre lang nicht baß Bett, ober erlauben nicht, bie Senftcr 3U öffnen, unb Bag unb Bacpt ftnb fte nur bemüht, ben ScpWeifj abjuwarten; anbere unterwerfen ihren Stuhl ber genaueren Untcrfucpung, ja foften ipn felbft unb fepiefen unb bringen ipn wopl felbft ihrem ober fte begehen noch anbere etelpafte <§anblungcn. 2)ie Sinneßtäufcpungcn ber erreichen oft, bei fonft gefunber Bernunft, einen fo popen @rab, baf; fte überzeugt ftnb, fte hätten einen Stein in ber Blafc, fte wären fchwanger, fte hätten bie «fjunbße wutp, fte wären von ber befallen, ipr Jtörper, Jtopf u. f. w. wäre leer u. bgl. ßu ihren wirtlichen liebeln gehören häufige Samenergiefjungen unb ein unmäpigeß Berlangen nacp bem Beifcplaf. Cft gefeilt fid) aber bie 3bee pinsu, fte wären impotent. Sie Vertragen niept gut große Berfamm= hingen von Blenfcpcn unb ben Qlnblitf poper Berfonen. Bei allem Waß fte unternehmen, ftnb fte unentfcploffen; oft befällt fte ein Brieb, etwaß Unfcpicls jicpeß ober Bcrberblidjeö ju begehen; anbere werben Von ber g-urept geäng= fügt, verhielt ober Vom Scplage gcrüprt ju werben, ober fte erwarten ipren Bob auf einen beftimmten Bag oberStunbe. £>ocp jeher biefer Unglüctliepen leibet an einer anbern Berfeprtpeit, beßpalb genug piervon. £)ic Einlage ju biefer Jtrantpcit tann Von ben ®ltcrn auf ipre Jiinber forterben, in welcpem SaUe man bann fepon Von früpefter «Rinbpcit an be® baept fein mufj, baö BerVenfpfient unb überpaupt ben ganjen Jtörper biefer Jtinber ju ftärfen; beim fonft verfallen fte in benreiferen 3aprcn ebenfo be= flimmt in wie anbere gegen bie Blannbartcit in Scpwinbfucpt. tJluperbcm biöponirt baju: baß Filter jmifepen 20 unb 50 Sapren; ju ängfh liipe Srjicputig (eine ber päufigften llrfacpen), langer Umgang mit <§ppos (f oiibriften (fo maept ein pppoeponbriftifeper ®rjieper feine Scpüler auep ba* ju), langwierige Jlranfpcitcn (wobei ber Jtranfe fiep gewöpnt, ftetß aufmerts fam auf fiep ju fein), vernaepläfftgte ober fcplecpt bepanbeltc BSecpfelfiebcr, Olupr ober £autaußfcpläge, befonberß aberauep ber Blifjbrauep von 2lrjueicn, ber ftärfenben fowopl, wie ber füplenben unb entleercnben; falteß Baben 212 ober Srinfcn bei erbittern «Körper; geiftige ©etrünfe; blähenbe, fetjr fette Speifen, 'DeögletcQen fehr ftarfe -Dtahljeiten, befonberS bei SBiebergenefenben; bie ©ewohnhcit feßr fchnell ju effen, beim Effen ju lefen, bie Speifen nicfyt gehörig ju bauen; füße Secfereien; ftrengeS Saften; SebenSart, be» fonberS mit nach vorwärts gebeugtem «Körper; fcfynellc £Fiut;e nadf großen Slnftrengungen; baS ehelofe Sehen; Schriftftellerei unb ®ciftcSanftrcngun= gen, befonberS über bunfle unb mpfteriöfe ©egenftänbe; Sangemeile; Uebers fluß unb fchwelgerifchcS Sehen; lang anbauernbe ®emütl;öbemegungen ober Seere beS ©ciftcS nach benfelben; übermäßiger 33eifd?Iaf unb anbere Samens fcerfdjmcnbung; unbeftänbige, trübe, naßfalte beim bei ben meis ften hppochonbriflcn umwölft unb erweitert freß ißr ©emütß in bem nämli= eßen 23erßältniß, wie ber Himmel. Sic SSeßanblung biefer «Kranfßeit wirb niemals oßne einen Slrjt gelin= gen, beim fclbft bie ju biefer «Kur fo unerläßliche gehörige IKegulirung ber SebenSorbnung fann hier nicht wie in fo Vielen anberen Süllen ber SBcrnunft beS «Kranfen unb ben bureß ihn gemachten Erfahrungen überlaffen werben, Weil feine 33otStellungen in £Rücffrefjt feines förderlichen ßuftanbeS immer Verfehrt, hödjft übertrieben, oft völlig erbicQtet ftnb; unb beSwegen ift baS biätetifeße SSerfaßren, welcßcS er einfeßlägt unb für jweefmäßig hält, bem ißnr ßeilfamen in ber siegel gerabe entgegengefeßt. SluS bcmfelben ®runbe wirb eS auch immer feßr feßwer, fein Sßertraucn in bem SD?aße ju gewinnen, baß er befferen Otatßfcßlägen fein ©eßör fcf;enfe, inbem ber llnglüd ließe, ber boeß in einer beftänbigen Selbfttäufcßung befangen ift, allein glaubt, feinen ßits ftanb richtig ju erfennen. ®elingt eS aber, fein Vertrauen ju erwerben unb ihm befonberS SUluth einjuflößen, fo fann hier ohne alle -Dtebijin Viel, ja oft alles gefeßeßen. Socß ftnb in biefer SSejießung bie Hßpodjonbriften feßr ju bebauern, beim entweber werben fle bloS als eingebilbete «Kranfe betrachtet, unb man würbigt alSbann ber ßrforfdjung ihres franfhaften ßuftanbeS nid;t bie gehörige -Slufmerffamfeit, ber boch »ft nur feheinbar ein hhhochonbrifchcr ift, in ber Söirflichfeit aber auf einer jWar Verborgenen, jebod; tiefen Störung im innern Seben beS JtörperS befleißen fann; - ober man fucht ben Sih ber wirflichen ba, wo er nicht gefunben wirb, unb beftürmt fei= neu Unterleib mit Sajanjen, .Rlpfticrcn u. bgl. Sie Schwäche unb franfhafte jHeijbarfeit beS gejammten SQerVenfvftemS 311 befeitigen, ift hier immer bie Hauptaufgabe, bie jeboch auf bem SBcge beS SDlebijinirenS allein nie gelöft werben fann. 2)ian hat baßer juvörberft bars auf ju feßen, baß jebe unb Erfcßlaffimg ber Seele wie beS Jtörs perS forgfältig vermieben werbe. 2/ian erlangt bieS am heften burd) eine angeftrengte Shätigfcit, bei welcher nicht allein bie förpcrlid;cn «Kräfte, fon* bem auch bie Qlufmerffanifeit ber Seele mit in genommen wirb; beim eine Arbeit, bei ber man nichts benft, hilft ju nichts, fte ermübet ben ®eijt burch ißre Einförmigfeit. Ueberhaupt vermeibe man jebe förderliche 213 unb gciftige Unthätigfeit, nicbcrbrücfenbe ®emüthöaffecte unb anbere ben Körper unb ®cift fchwächenbe ©inflüffe, j. ®. Samenverfthwenbung, über* flüfftgeS Satiren, unnötige ©lutentjiehungen u. f. w. ®3aS bie übrige SebenSorbnung anbelangt, fo hat man nur barauf forgfältlg ju achten, baß alle bet ben llrfacfyen angegebenen Schäblichfeiten vermicbcn treiben, unb baßin gehört ganj namentlich baS viele -Kebijiniren. 3a oft gelingt eS, ben Jtranfen Von allen feinen ©efchwetben baburch ju be= freien, baß man ihm feine SKebijin mehr reicht, wiebieS bei ber homöopatlji1 fchen ©ehanblnng beShalb auch juwcilen ber 5aU ift; benn ber gefunbe SDlenfchcnverftanb wirb nie einem homöobathifchen Streutügelchcn ober $ül* Verchen eine anbere als bfof? täufchcnbe SEBirfung einräumen fönnen. ®ut ifl öS aber immer, trenn jur Sinberung ber Anfälle ftetö ei* nige -Kittel bei ber 4?anb haben; baljin gehört baS ®igeftivpulver K r. 150 unb ber $hee 9lr. 151, durch welche-Kittel fte ftch bei ihrem UnterleibSframpf ©lähungSbefchWerben, Säure unb StuhlVcrflopfung einige ßinberung ver* fchaffen treiben. @ar nicht feiten beruht aber auch ber ®runb ber übermäßig gefteigerten ©mpßnblichfeit beS Unterleibes, treburd) nicht allein bie JtrampfjufällebeS Un* tcrleibcS, fonbern auch bie falfchen ©orftellungen ber Seele über ben eignen förderlichen Suftanb unb bie Häufchungcn hinfu'htlich ber ©mpfinbungen unb ©efühle erjeugt trerben, in einem ©lutanbrange ober entjünblich gercijtcn Suftanbe beS KagenS unb beS oberen $hcilS beS SDarmfanalS. Unter fol* eben Umftänben ifl cS boch tvotyl leicht begreiflich, baß Alles, waS biefe 5'hc^e reijt, mithin auch faft jebe Arjnei, ben JtranfheitSjuftanb verfchlimmern muffe, waS bann leiber and) fehr balb ber arme Jtranfe erfährt, ohne jeboch freilich baburch von feiner Sucht, immer -Kcbijin Verfchlucfen ju wollen, ge* heilt ju trerben. äßenn bei einem folchcn Jtranfcn ber Speichel faucr be* funben wirb, trenn er über -Kagenfchmerjen, ©rennen im Unterleibe unter ben furjen Slippcn flagt, ein heftiges Klopfen im Unterleibe, rotheS ®eftcht, öfteres Kafenbluten jugegen ift unb nach bem ®ffen ober bem gcringften @e* nufj von ©Jein bie ©cfchirerben junehluen, fo fann man mit Oiectjt auf ben angegebenen ßuflanb fchlicfjcn unb muh alSbann mehr ober Weniger eben fo trie bei bem entjünblich KerVcnfiebcr verfahren. Sßenn jtrar unter feinen Umftänbcn baS beftänbige Nehmen Von -llb* führmitteln ju geflatten ifl, fo barf hoch auch auf ber anbern Seite wirtliche Stuhlvcrflopfuug nie gebulbct trerben. Iciflct alSbann ber Sennafaftee (f. 9lr. 148) Vie beften SLicnjlc; tro aber <§ämorrhoibalbefchwcrben mit ju* gegen ftnb, ba nehme man ben Schwefel (f. 9lr. 149). Seboch beffer als alle -Abführmittel ftnb bie falten Jtlpflicre, beim auperbem, bafj fte ben Stuhl entleeren, flärfen fte auch ben Unterleib. Söenn eS nöthig ift, fann «man fte mit bem beften Srfolg 2 - 3mal täglich nehmen. Ucberhaupt ift aber bie innere unb äußere -Antrcnbung beS falten DuellwaffcrS hier baS trefflichfte, 214 nie genug ju empfehlenbe SDMtteT, Woburdj fcf?on fo W? and; er, ter Sahre Tang fein qualvolles £eben ohne Sinberung troff« unb hoffnungslos bahingefdtleppt hat, irieber 311m tollen ©enufj feiner ©efunbheit fam. freilich gefleht bicS nur feiten, wenn ter Jtrante in feiner <£>eimath unt in ter gewohnten Ums gebung bleibt, aber feT;r häufig, Verficht ftch Bei Monate langer ftanbhafter QluSbauer unt SSertrauen, an einem fremten Ort, in gefunter Suft, heiterer ©egenb unt ©efeßfehaft. § 112. $allfud)t ober ©pilcpffe. krampfhafte teS körperS mit gänzlicher SBeirufitloftgfeit, fo bafj von bem überftanbenen ■SlnfaUe feine Erinnerung jurücfbleibt, heifit Epilcpfte. Sabot ftntcn bie krauten mit einem Schrei jufamnicn, bie Saunten fdjlagen ftch ein, unb cS bilbet ftch Schaum Vor bem SRunbe. Sie IBewufitlofigfeit unb Unempfinbs lidjfeit ift jeboch baS «fpauptmertmal ber e£ifc£tifchen krampfe, nicht aber il;r geringerer ober heftigerer ©rab, beim ber Beftigfle krampfanfall mit ungeftörteni SSeivufjtfein unb ©efühlSVermögen ift feine Epilepfte, ba hinge« gen bie leifefte Sucfung mit ftühlloftgtcit unb Mangel an 93cwufjtfein bafür 311 erflären ift. Scber Qlnfall befielet aus jtrei Slbfchnitten; ber erftc, ber einige 2ftinu« ten bis 2, 3 Stunbcn bauert, ift ber frampfhafte, her anbere ber betäubte ober fchlagflufmhnliche. Sßorboten fehlen jumeilen ganj, befonberS trenn bie kranfheit ihren im ©ehirn h'U; ber Traufe ftürjt bann plöhlich, trie vom 39Ii£ getroffen, mit einem Schrei 311 SSoben. Sutreilen gehen 23or« boten vorher: -Slngft, kopftveh, Uebelfcit unb baS merftrürbige ©efühl ei« ncS Rauches ober SßinbeS, ber Von irgenb einem Shcile bcS körperS, öfter Von einer Singer« ober Suf?fpi|e anfängt, aufwärts fteigt unb bann, trenn er baS ©ehirn erreicht, ben SluSbruch bcS SlnfaUeS ei'jeugt. Suweilen ent« fleht biefer fogenannte epileptif d?e in einem SinneSirerfseuge unb äufjert ftch bann als frembartiger ®eruch, ©efdfmacf ober Sarbe, Soppelfe« hen u. bgl. Sie Unfälle fomnten 3iitrcilen 311 beftimmten Seiten unb Sagen, manchmal alle Mächte (bie nächtlicheEpilepfte); häufiger aber 311 unbeftimm« ten Seiten, wöchentlich, monatlich, ja wohl nur jährlich ein« ober strcimal. Sie kranfheit ift immer äufjerft jehtrer heilbar unb bauert oft baS ganje Se= ben hinburch. Sie ift 3»rar nicht töbtlich, aber trogen ber ©efahr beS SaU IcnS unb eigner 23erlc|ungen gefährlich, ja fte fann burch ben 2lnblicf auch für 2lnbere nachtheilig treiben, inbem baburch 9)iitthcilung ber «Rranfheit möglich ift. Sinnier aber fchträd;t fte bei längerer Sauer bie ©cifteSfräfte ungemein unb nimmt fehr häufig ihren 2luSgang in QMöbftnn. U r f a ch e n. Eine exBlicfye Einlage jur finbet ftch fehr häufig. Eltern, bie an ber 8'allfucht leiben, thcilen fte fehr leidet ihren Jtinbcrn mit, traS bei Jtnüpfung einer El;e irohl 311 merfen ift. 3n einigen Säßen man aber auch beobachtet, baf? burch bie Ehe bie Jtranfhcit gehoben ivurbc. -2lber auch eine gefunbe tPiutter, wenn heftige Scibcnfcbaftcn, befonberS S°nl 215 unb Schred währcnb her Sdjwangerfchaft auf fte wirfen, fann baburch ihrer Srucbt eine Einlage jur Sallfucbt mittbeilen. Solche «Kinber verfallen bann gewöhnlich jur Seit beb sWannbarwerbenb inbicfe «Kranfbcit. iHacl? ber ®e= hurt fann bie Einlage jur SaUfucbt bureb 2llleb erworben werben, wab bab @el;irn unb bab ganje Tlervenfpftcm ftarf angreift, fcpwächt unb in ben 3u® ftanb einer erhöhten Smpftnblichf eit verfemt; baber bureb fehlerhafte moralische unb förderliche (Srjiel;ung, oft wieberfebrenben Säftcverluft, Selhftbeflcdung, 2lub|cbweifungcn in ©efcblecbtbgenüffen, öftere ©emütbböewegungen aller 2lrt, üKifjbraucb geistiger ©etränfe. Die Urfachen, welche bie Jtrauft)eit ju ihrer doUftänbigen (Entwidelung bringen, ftnb fehr mannigfaltig; bafyin gehören: 1) Sieber, befonberb nervöfer unb gaftrifchers2lrt, unb fieberhafte «hautaubfebläge: flattern, S cb arlacb, Wlafern. Qluch folgt bie Sallfucbt oft auf unvorfiebtig unterbräche Hßecbfelfieber unb nach jurüdgetretenen 33lats fern, tDiafern, Sriefel, Scharlach. ©ewöbnlicb machen aber biefe Qlrten ber Sallfucbt nur einen einzigen TlnfaU unb febren bann nicht wieber, auch he® fallen fte größtentbeilb nur Jtinber. 2) Seibenfcbaften. ©ewiß biehäuftgfle «Klaffe Von Urfacben; bal;in gehören ftarfe Sreube, Surcbt, feblgefcblagcne, heftige, begebrenbe£iebe, Drau» rigfeit, hefonberb aber S eß red unb ßorn. So trat unter 80 Jtranfen bei CO bie ©pilepfte nach ein. Tlucb bie SDlittheilung biefer «Kranfbcit bureb ben Qlnblid gehört hierher. 3) Starfe Sä fteaubleerungen. Dahin gehören hefonberb öfter Wiebcrholte Samenaubleerungen, wo bann fehr häufig bie ©pilcpjtc furj nach bem Öcifcblaf eintritt. Tlocb leichter erjeugt jebe unnatürliche ®efriebigung beb ©cfchlechtötrieheb bei beiben ®cfcblcd)tcrn bab liebel. - 33ei bem geringe flen £ßerbad)t beobachte man baher junge forgfältig, um ju erfor® fchen, ob fte Selbftbefledung treiben. So leiben junge SJläbcben, welche bie Selbftreijung Vornehmen, gewöhnlich an nächtlichen epilevtifcben «Rränrpfen, man fann bann oft bie «Rranfbeit aub ihrem veränberten Qlubfehen vertuns then, beim fte verheimlichen nicht feiten bie Einfälle, weil ihnen bie Duelle berfelben nicht unbefannt ift.-Tiber auch bureb ju jtarfen, ftch oft wieberho® lenben Slutverlufl, j. 33. Tlafenbluten, Tlberlafj, fann Sallfucht entflehen. Ungleichen entflebt bab liebel juweilen burch übermäßige 2)Hlchabjonberung, langwierige Durchfälle, ju ftarfe unb oft wiebcrholte Tlbführungen. 4) Unterbrüdte Tlubleerungen, fowohl natürliche alb franf® hafte, befonberb wenn ber «Körper baran gewöhnt war. Dahin gehören bie Sallfucbten von ©rfältung, jumal bei ftarfem Schweiße unb nach S3erau® fchung; Von unterbrüdtcr SDlonatbperiobe (fommt fehr häufig vor), «Kinbbctt* reinigung, int Sluffe unterbrüdten golbencn Tlbcrn, gewohntem Tlafcnblutcn Unterlaffen beb jur ©ewohnheit geworbenen Tlbcrlaffenb; Von unterbrüdten Samenaubleerungen, webwegen junge, an feurige eheliche Umarmungen ge® 216 Wohnte Sötttwen unfe SSittwer efeflefetifch werfe en; bonju rafdßer 3uheilung alter jur ©cwohnheit gen?orfecncr ©efchwüre, jumal an feen alter fton* tanellen unfe >§aarfeile, unterferücftem Schweifte an feen ■föänfeen, lüften, uns ter feen Qlchfeln, fchneUer Unterferüdung feer flechten, fecS Jtopfgrinfeeö, feer u. f. w. 5) ®aftrtfeße Dletje in feen erften SB e g en. ©ine befonfeerS häufige Urfache feer ©fetlcfeflc im finfelicfyen Filter, feie fjier oft allein feurch eine fehlerhafte Ernährung crjeugt wirfe. BefonberS hat feurch Seitens fünften, jumal Bern unfe Borger, beränfeerte 2J?utternxiId> eine feie Sallfucht erjeugenfee ©igenfehaft, feie oft feierlich auSbricht, Wenn feaS Jtinfe unmittels bar nach ihren ©inwirfungen auf feie SWutter angelegt trirfe. Sluch ifl manch5 mal ohne bcftimnit anjugebenfee Urfachen feie 2)lilch mancher Stillcnfeen unfe fclbft 2)lütter ron einer fo eigentümlichen Befchaffenheit, feafj feie Jtinfeerfea- Von cfeilefetifch werfeen. Sluch ©ärmer, gallige, faure, ranjige, fchleimige Stoffe erjeugen im finfelictjen Sliter Wohl ftaUfucht. So fann feann auch Ueberfütterung, feer häufige ®enuf? eines fchweren Mehlbreies Bcranlaffung ju feem liebel irerfeen. 3Bei ©rwachfenen ift eS bcfonoerS feer Banfewurm, feeffen Qlntrefenheit ftch feann oft feurch feine feiner gewöhnlichen ©rfcheinuns gen ju erfennen giebt, feurch w eich en feie <5 pilefefte entfiel; t. Ueberlafeung feeS MagenS trirfe eine häufige Beranlaffung jur Uebcrmäfiiger Se5 nutf ircingeifthaltiger ©etränfe hüt gleichfalls eine feie ©feilefefw erregenfee .Straft, meöhalb auch Säufer fo häufig fearan leifeen. SQach Bergiftungcn bleibt febr oft feiefe Jtranfheit jurücf. 6) © t n fe r ä cf e a n f feie Sinne. Starte ©erüche, heftiges ®e= rauft/ fehr grelles Sicht Tonnen ©feilefefte erregen, jumal bei Jtinfeern unfe grauen. Man fah feie wohl nach heftigem namentlich un= ter feen fVufjfohlen, entflohen, feie juweilen felbft töfetlich wurfee. ®e= fonfecrS befi|en aber aUe ftmerjhaftcn ©cfühle eine feie erregenfee .Straft. 7) Starfe Slnftrengung beim Deuten. SlnhaltenfeeS Pachtens ton, jumal über feen nämlichen ©egenftanfe unfe bei nicht hinlänglichem Schlafe, fann erjeugen. 8) fehler, Dieijung unfe ©lutanferang, welche feaS ©ehirn betheiligen. ©feilebtifche haben feaS ©lücf, ihre Äranfhcit nicht ju tennen, feeShalb aber trauen fie fich auch Viel mehr ju als fte folltcn. - Sie unternehmen SJlanchcS, Wofeurch fie ftch ben QlnfaU jujicbcn, unfe SlnfeereS, wofeurch fte, Wenn er auSbricht, in feie größte ©efahr fommen tonnen. Sßarnungcn het5 fen in feer £Regel nichts, feeShalb muh man über fie Wachen. Sie tonnen fiel) feen 'Unfall jujiehen feurch betäubenfee, feen .Stofef einneh3 menfee ©enüffe. Sie feilten feaher SßSein, ®ier, $unf<h gar nicht ofecr nur in geringen Quantitäten genießen, aber 'lllleS, was Branntwein unter 217 feinen Umftänben ju fiep nehmen. Sie feilten niept Jabaf rauchen, nidjt buftenbe 33lumen um fiep paben, ftd) vor £)fen= unb koplcnbampf, Vor bem Aufenthalt in «Rettern, wo Sßcin liegt, träten. Aucp Alles, waS Scpwinbel erregt, fann ben Anfall auf ber Stelle bewirfen, j. 33. baS Sehen von einer bebcutenben -£öpe herab, ber Anblicf eines großen fließenben UöafferS, SRücf= wärtsfapren im JBagen. Am allerfcplimmflen ift baS USaljen beim £anj; überhaupt ifi baS Janjen fein Vergnügen für <5viteptifct;e. Uebermäßiger @enuß bet ftreuben ber tfiebe unb jeber heftige, leibenfdjaftlicpe AuSbrucp ifi fo viel als möglich ju vergüten. ©roßer ©cfapr finb fte auch auSgefcpt, wenn fte reiten ober auf fteile Drte fteigen. Selbft japlreidjeS SRenfcpenge* wüpl feilten fte vermeiben, eS erregt niept nur fonbern fann Ver« berblicfy für fte werben, trenn in bemfelben ber Anfall auSbricpt. ©aß bie .Rur ber SiaUfucpt natp biefen verriebenen Urfacpen aucp immer eine verfetyiebene fein müffe, Verfielet fiep Von felbft. Allein oft bleibt boep nichts AnbereS übrig, als fein 4?cil in Anwenbung folcpcr SDMttcI ju fuepen, bie bie (Srfabrung unS im Allgemeinen als peilfam in btefer kranfpeit fennen gelehrt bat. ©ie bewäprtefien unter bcnfelben ftnb folgenbe: 1) ©er 3 i ti f (f. 9h. 158). ©roße Qlerjte empfehlen il)n als eins ber vorjüglicpftcn hierher gepörenben Mittel, nur muß eS lange fortgefept werben. 9Ran fange borgens unb AbenbS mit 2 Rillen an unb fteige einen Jag um ben anbern mit einer, fo lange bis Uebelfeit eintritt, tro man bann bie ©abc nicht weiter erpöpt, fonbern cttraS abnimmt. So fann man nach unb nach bis ju 20, ja 40 Rillen ohne fteigen. ©anüt muß man nun bei popem ®™be ber kranfpeit palbe, ia ganje Sapre lang fortfahren; bei geringerem ®rabe wenigftenS alle SJlonate 14 Jage lang. SBegen ber fo ungemein fünften QBirfung biefeS WiittelS eignet eS fleh bcfonberS für jugenblicpe unb für baS jarte weibliche ®c= fcplecpt. 2) ©aS Pulver gegen bie Von (f. £Qr. 159). @S ift eine fehr wirffameSßerbinbung verfchiebener gegen bie Jallfucbt bewahrt befunbener Mittel. -Auch fein ©ebraueb muß lange wers ben, wenn cS von ÜRuben fein foll. kräftigere Naturen eignen fiep befonberS baju. 33leiben bie Anfälle bavon auS, fo muß bennoep mit ben pulvern fortgefapren werben, nur werben fle nacp unb nacp immer feltcner gereiept, fo baß enblicp nur alle 5-6 Jage ein Stücf bavon genommen wirb, kommen aber bie Anfälle immer wieber, fo Vermehrt man nach unb nacp bie ®abe beS ßinfS in jebem Pulver bis ju 20 ober 30 ®ran, unb bie beS 33ilfenfraut= ©jtraftS bis ju 3 ®ran. 3) ©ie omeran jenblätter, ©ie burep Selbftbeflecfung entftan= bene kranfpeit ift juweilen burep bieS Mittel gepeilt worben. 2Ran giebt 218 bieg Pulver täglich breimal ju 1 Quentcßen unb läßt Jßte von biefen iBlät» fern nacßtrinfen. 4) ©ie USurjel beS 93eifußöS (Arthemisia). Silan nimmt ba» Von ein Ducntcßen bcö -llbenbS mit warmem 33ier unb wartet barauf ben Scßweiß ab. 5) ©er Snbigo. ©iefeS unter allen Umßänben ßoeßß unfcfyäblidje Mittel, welcßeS bureß ben Ißrof. V. Staßlß juerß angewenbet würbe, ljat in Vielen fällen entfeßiebenen Stufen gegen bie SralTfucfyt an ben Jag gelegt. Silan gießt ibn auf folgenbe tlrt: Stimm: Snbigo fein gepulvert ein Sotß; aromatifcßeS Pulver ein Quent» eben; Sßruß 3 Sotß. (Srwacßfene Verjeßren Anfangs eine folcße Portion in jwei Jagen, .Rin» ber in Vier Jagen; naeß unb nach wirb mehr baVon genommen. 6) 4ta11e Begießungen, Sturjbäber, Seebäber namentlich aber bie funflgemäße Qlnwenbung beo falten SBafferS, haben oft ba noch 4?ülfe geleistet, wo viele anbere Sllittel bereits lange Seit ßinbureß Vergeblich angewenbet worben waren, jeboeß wie alle übrigen Stittcl laffen auch fte oft im Stich. 7) fßaßor Stoller in £aufa bei ©reSben ßat baS Sßerbienß, bureß fein ©eßeimmittel bie ßartnäcfigßen Bälle Von ©ßileßße in Verßältnißmäßig für» jer Seit unb grünblicß, wie wir unö auö eigener (Erfahrung mehrfach über» jeugt, geheilt ju ßaben. ©iefeS Sllittel, welcßeS jeßt ©igentßuni beö ©iaco» niffen-JtloßerS in ©reöben iß unb von bemfelben gegen eine geringe Untfcßä» bigung bezogen werben fann, befleiß auö tßierifeßer Jloßle (von einer <Rrä« ßenart) unb wirb bcS SllorgenS SHefferfßißenweife genommen. ©ie «gaußtregel, beren Sßernacßläfßgung gewiß bie <§außturfacße ber fo feiten bauerbaften Jtur ber (Sßilevfte iß, beßeßt barin: bie Sllittel lange unb fo lange fortjufeßen, baß nießt bloß ber SlnfaU für jeßt verhütet, fonbern auch bie Steigung baju befeitigt wirb, folglich ßnb Sllittel juerß mehrere Sllonate anbaltenb fortjufeßen, bann aber, wenn ber Slnfall wirf lieh auögeblieben iß, noeß einige 3aßre lang bie nämlicßen SUittel, welcße geßol» fen ßaben, unb noeß mit ßßina (5-10 @ran in Pulver) verbunben, jeben 2)ionat 14 Jage lang ju gebrauchen. 5lber nießt allein jum ©elingen ber Jlur, fonbern aueß um bie fonß unfehlbare UBieberfeßr ber Jtranfßeit ju ver» ßüten, iß nicßtS fo bureßauö unerläßlich als bie ßrengße einer ßöchß rußigen, begonnenen, von jeber Uebertreihung unb Seibenfcbaftlicßfeit entfernten fiebenSweife. Sßerßütet fann ber ßcß bureß Sßorboten anfünbigenbe Qtnfall Woßl nur feiten werben, unb wenn bieö aueß juwcilen bureß feßeS llmfcßnüren bc3 JßeilS, au§ welcßem ber eßileßtifcße <§aucß in bie £öße ßeigt, gelingt, fo füßlt ßcß boeß ber Äranfe barauf länger angegriffen unb fränfer alö naeß einem Wirflicß überßanbenen QlnfaUe. Qlllenfallä verfueße man ben bernßeinßalti* gen Salmiafgeiß ju 60 Jroßfen in etwas SBaffer, ober man gebe bie 219 fufjmurjel nach ter obigen Vorgriff.-Vei bem Anfall felbft ftnb feine Arjs ncimittel anjumenben, benn ter Ötranfe fann nicht fchlucfen, unb JHpfHere fönnen nicfjt hinein. Verhüten mujj man aber, bafj fttQ ber .ftranfe burcfy fallen, Stoßen, Umftchfchlagen Schaben jufüge, unb bcfonbcrS ben Jtodf gegen Verlegungen fchü|en. Man lege ihn baher ohne alles Vütteln unb Schütteln auf ein mcicQeö Sager ober in Ermangelung beffen auf Stroh, mit etmaS erhöhtem Jtopfe. Sobann löfe man alle feft anlicgenbe Jtleibungös ftücfe, 'föalöbinbe, Jtniegürtel, feft anfchlieficnbe Veinflcibcr, Schnürleiber, £ofenträger u. f. ir. Um Verlegungen ber Bunge ju Verhüten, fuctye man ein runbeS jufammengelegteS Stücf Seinmanb ober bicfeS Scber jmifchen bie Bätync ju bringen. Sebcr ßtvang, jebeS ober gar Vinben ber ©lieber ift ju vermeiben. Slber oft mirb eS nötfyig, bie heftigen Vemegungen ber ©lieber fo ju leiten, bafj ftch ber Jtranfe baburch feinen Schaben jujieht, j. V. ju vergüten, bafj er ftd) heftig auf bie Vruft, in baS ©cficfyt fctylägt. Son ft muff man il;n aber immer ruhig feine .fträmdfe auSarbeiten laffen.- VefonberS ift baS bei bem gemeinen Manne übliche AuSbrechen beS SaumenS, benn nur, trenn ber -2lnfall fcfyon ftd? feinem Enbe naht, gelingt eS; früher mürben bie Säumen eher brechen als auS ber <£>anb ju bringen fein. Oft hebt ein in bie <§anb gegebenes Stücf Eifen ben 2lnfaU, «uch ein fünftes Veftreichen mit bemfelben hat ihn juireilen befeitigt. Starte 3Uiecty= ober Viefemittel ftnb immer gefährlich anjumenben. Vach bem 2lnfalle liegt ber Jtranfe entmeber betäubt ba, ober er rafet. 3n beiben fällen ift eS gut. il;m falteö SBaffer über ben Jtopf ju fchlagen; man taucht eine Vierfach jufammens gelegte Seintranb 'n eiSfalteS SVaffer, ringt fte nicht etwa auS, fonbern fdjlägt fte triefenb über ben «ftopf. Sem Jtranfen im 2lnfalle jur Slber laffen ju trollen, ift höchft bertrerflich. § 113. Ster ift Von ber Vatur beftimmt als Vuhevunft für bie förderlichen unb geiftigen Kräfte, als 2luögIeichungSmittel für bie burch bie Verfchiebenen Shdtigfeiten beS menfchlichen Organismus in Slnfvruch ge- nommenen Organe unb als Erfahmittel für bie in SluSübung ber Sunftionen Verloren gegangenen Jträfte.-Er fann von ber Vorm ab= ireichen, unb einige biefer 2lbtreichungen trollen mir fbecieller befprechen. 1) «§ier ift nur Von jener Unmöglichfeit, in Schlaf ju fommen, bie Ülebe, melche ohne anbere Jtranfheit unb ohne eine äufjere ober innere, bie Vuhe beS ©eifteS ober beS JtörperS ftörenbe Urfache Vorhanben ift. Sie fann ein fehr peinliches, SJionate, ja 3ahre lang baus ernbeS Uebel merben, traS julefjt grofie Schmähe, Abmagerung unb geiftige unb förderliche Störungen Veranlagt unb oft Vielen Ötranfheiten beS ©ehirnS unb ber Verven ben 2öeg bahnt. Vei JUnbern ift hierbei @efal;r mögen ber brohenben ©ehirnentjünbung, ©ehirntrafferfucht ober «Rrämpfen;-im mitt» leren Alter megen Schtvinbel, Melancholie, Auszehrung; unb 220 tm bopen Sliter, bcfonberS trenn fte fiep plo£lidj einfinbct, wegen ju fürcpten« her ©cifteSftörung. (Bei Äintern cntftcpt Scplafloftgfcit oft Von jurüdgcblicbenem ÄinbSs pedf, vom Bahnen, Vom ©enuf? füper Dinge, von ju vieler ober fcplecpter SDlilcp, von ju bident unb ju vielem 33rei, Von Unreinlicpfeit, £i|e ober «Kälte in ben Stuben unb burcp ju fefteS SBidein. 93ei grauen entftept biefe (Befcptocrbe burcp jurüdgepaltcne (Regeln unb burcp Sdfwangerfcpaft. (Bei ©reifen, welcpe aucp oft baran leiben, unb bann Vorjüglicß bei nebliger, trinbiger, nafjfalter Witterung, geben fdpwere Speifen, (Blähungen, (Brüche, golbcnc Slbern unb Störungen in ber Urinabfonberung bic (Berans laffung baju. SlUgcmeine Urfadfen flnb: bie Seiten ber Dags unb (Racptgleicpe unb ber eintretenben Slbnapme unb Bunapme beS JageS; üble ©ewopnpeit; bropenbe Äranfpciten; bie Söiebergencfung; ber ©ebraueb betäubenber (Dlits tel, beS DabadS; franfpafte (Rcijbarfcit; (Blinbpeit; Sonnenfticp; (Racpbcns ten, bcfonberS in ben Slbcnbftunben; ©emütpSbcwcgungcn, bcfonberS Jlum= mer; verliebte ©ebanfen; fcfylecfyte (Berbauung; baS Jleifcp vom QBilb; Stupfs Verftopfung; Slnpäufung von ©alle; döürmer; SebenSart; jit häufige ober imtcrbrüdte (Befriebigung beS ©efcplecptStriebeS; golbne Slbern; er« ©etränfe, $pce, «Kaffee. ©8 giebt verfdficbenc Slrten ber Sdflafloftgfeit: 1) Die auf (Bollblütigfcit, (Blutanbrang unb (Blutwallung berupenbe. Sie entftept von unterbrächen »föämorrpoiben, ©ntpaltfamfcit im SJeifcplaf, Sonnenfticp, Drunf, tiefes (Racpbcnfcn u. f. w. Die Scplafloftgfeit ift bann oft mit bem ©cfüpl allgemeiner <§ipe, Süden ber >§aut, flammenbcm Urin unb einem ungewöhnlichen Schlagen beS unb ber SßulSabcrn Vers bunben. (Bei fräftiger BeibeSbefcpaffenpeit, jugenblidfem Sliter, beutlid) auö= gefprodfener (Bollblütigfeit (irobei ju bemerfen ift, baff magere (ßerfonen in ber (Regel Vollblütiger ftnb als fette) tlfut bei biefer Slrt ber Sd;laf(ofigfeit ein Slberlafj am gute Dienfte. (Bei weniger «Kräftigen, befonberö aber, wenn ein (Rücfentvirbel befunben wirb, fd;röpfe man am (Rüden ober fe£e (Blutegel am Stopf; bei golbner Slber aber am Slfter. SRanbelmildf, worunter einige bittere SRanbeln genommen werben tonnen, fagt jarten t|3cr= fönen unb «Rinbern, wenn biefe niept ju jung ftnb, fel;r ju. ftür SRänner unb bei ungeftörtcr (Berbauung paffen 1-2 ©läfer beS döafferS Sir. 18, beS Slbenbö getrunfen, beffer. ©anj Vortrefflich unb wolfl immer mit ftdwrcm ©rfolg Wirten bic falten Si|bäber. Der Scplaflofe nimmt baö (Bab eine halbe bis 1 Stunbe lang, bevor er ju (Bette geht; baS falte SBaffer in bem Schaff, Worein er ftdf muh nur 4-5 Boll tief fein; (Bruft unb Stopf müffen vorher mit faltenr SSaffer gewafepen werben. Sn ber SQad?t beförbert baS (Rafjmachen bcS StopfcS mit faltem SBaffer, opne jeboep nachher ben 221 «Rcpf triebet abjutreefnen, ben Scplaf ungemein.-3ft niept SSoUblütigfeit, fonbern mepr IBIutwaUung unb Oleijbarfeit beä «RörperS bie Sßeranlaffung jur Scplafloftgfeit, fo neunte man in ben Abenbftunben unb vor bem Scplas fengepen 1 ober 2 nieberfcplagenbe $ulber (f. Str. 155), ober man trinfe 1 ober 2 ©läfer ßueferwaffer mit 10-15 tropfen Malier'feiern Sauer« 2) Die bon einem gaftrifepen ßuftanbe abpängenbe Scplafloftgfeit. Diefe -Art finbet gcwöpnlicp bei «Rinbern unb fepwangeren grauen jlatt. Sie entfielt burep Säure in ben erften Sßegcn, burep SBürmer, 93Iäpungen, ®e= fräfjigfeit, Lebensart unb «Rümmer. Dabei finbet man eine troefne ßunge, Dürft, rieepenben Atpcm unb ein @cfüt)I Von Scpwere in ber 9)ta= gengegenb. Direft fcplafmacpenbe Mittel, befonberö Opium (baö aber ganj namentlich für «Rinber unb ©reife immer ju berwerfen ift), barf in biefer, fo wie in ber hörigen 2lrt nie gereicht werben, gür Schwangere unb reijbare ift ber Srecpweinftein (f. Str. 160) in ganj flcinen Dofen hier baS hefte Atittel. «Rinbern giebt man täglich 4-5mal 4-6 Dropfen 33recpwein. 33ei robufteren SCZenfchen mit Steigung ju Stuhlberflopfungen, 23erfeffenl)ei= ten im Unterleibe, jeboep nicht bei fliefjenben <§ämorrpoiben ift bie Aloe (flehe Str. 157) fepr Wirffam. 3m Allgemeinen aber befeitigt man ben gaflrifcQen ßuftanb auf bie oben angegebene Art (f. § 102). 3) Die bei ber ©iept borfommenbe Scplaflofigfeit. Diefe geht oft einem Anfall bcö boran, ober folgt bemfelben, ju beftimmten Sabreöjeiten, befonberö an ben Dags unb Stadjtgleicpen, unb befällt Alenfcpen, bie fleh fonft eines fehr guten Schlafes erfreuen. - Der ßuftanb ift gewöpn» lieh ga ftri f cp unb muh wie biefer behanbelt werben. 4) Die nerböfe Scplafloftgfeit entftept bon übler ©ewopnpeit, bon Ans ftrengung ber ©eifteSfräfte, bom ©ebrauep betäubenber Atittel, bon ju päus figem ©eifeplaf unb bon ©emütpSbewegungen. Steift finbet man hier mops rere pppoeponbrifepe unb anbere nerböfe ©rfcpcinungen bamit berbunben, be* fonberS einen ju häufigen Drang jum Urinlaffen, gurcht, Angft, fliegenbe <§ier bienen laue gufj= unb Uöafdjungen unb warme SBäber, (Unreifen beS «RopfS mit Safranöl, «Ripeln ober bielmepr fünftes Dteiben ber gupfoplen; erweichenbe, berupigenbe «Ripftiere (nerbenfepwaepen grauenjimmern befommt namentlich ein «Raniillen*«Ripftier fehr gut.) Auch leiftet ber sörechweinftein in (leinen ©aben (f. Str. 160) bie l)errlidpften Dicnfte. gür Sterbenfehwache ift bie SRohnfamenmilch (f. Str. 12) unter biefen Umftänbcn fehr wohltbuenb. 33ei biefer nerböfen Schlafloflgfeit fann man and; mit Stufen bon Opium (f. Str. 161) ©ebrauep machen; fteperer wirb cö aber iipmer fein, baö 39ilfenfraut (f. Str. 162) ftatt beffen anjuwens ben ober baS efftgfaure Aiorphium (ein SSeftanbtpeil bcö Opium) in folgens ber SSorfcprift: Stimm: effigfaureö Alorppium 1 ©ran, ßuefer 1| Ouentcpen; maepe 222 baraitS ein Pulver unb tt;eile baffclbe in 8 gleicpe Dpeile.-2lbcnb8 Vor bem Scplafengepen ein bis jwei 5'peile 5U nehmen. 2öo aber ©eifteSanftrengungen, häufiger ©eifeplaf unb nieberbrücfcnbe ©emütpSbewegungen »orangegangen ftnb, ober wo Steigung ju Stuplvcrs ftopfung vorpanben ift, ba ift ber Safran bem Dpiutn vorjujiepen. QRan nimmt 20-25 tropfen von ber Safrantinftur 2-3mal täglich. ©ei aufs geregtem ©efcplecptstriebe ift ber «Rampper (!♦ 119 ober SQr. 163) an feiner Stelle. Für .Rinber unb nerbenfepwaepe Frauenzimmer ift ber SJtos fcpuS baS hefte Schlaf machenbe Mittel. Für «Rinber pafft bie ©orfeprift Sto. 164. Für garte ©erfonen werblichen hat ftd) folgenbeS SD?it= tel äufjerft bewäprt: Stimm: SJtofcpuS, Sinnober, Von jebem 3 ©ran; SBilfenfraut=(5gtraft 1 ©ran ; ßuefer 10 @ran. ©or bem Schlafengehen ju nehmen. Für Schwache im 2lUgemeinen ift auch bie 2lmbr at inf tur mit SJtos fcpuS zu 25-30 Dropfen fepr gut. 93ei minber reizbaren ©erfonen, wo biefe nervöfe Scplafloftgfeit mit ©tagen= unb UnterleibSfrämpfcn, mit ©läs hungen ober ©erfcpleimung verbunben ift, wirb biefeS Seiben burch Asa foetida-©iUen mit DcpfengaKe am heften befeitigt (f. Str. 234). ©ei ner* Vöfen Jtranfen fann man alle 2lbenbe folgenbeS ©flafler auf beibe Schläfen legen: Stimm : ©ilfenfrautsEjtraft | Unze, DpebaifcpeS Ejtraft 1 Sfrupel. 2luf £eber 311 ftreiepen. SDie bet Scplaflofigfeit im Wgemeinen ju befolgenbe Diät rieptet ftep nacp ben Umftänben; fo fepabet ©ielcn baS 2lbenbeffen, Qlnberen ift eS bien* liep, flc fönnten fonft nicht fcblafcn, Einigen maept ber ©enttp von 2Bilb eine unruhige Stacpt, 2(nbere wollen gefunben paben, baff <§afenfleifcp ipnen in biefer ©cjiepung gut tput. bie an Scplafloftgfeit leiben, felbft bei fonft fcpWacpcm ©tagen, befommt baS rope Sauerfraut mit bem Saft, ber in ber Donne ift, unb etwas Del angemaept, beS Slbenbö ges noffen, fepr gut. SDMlcp, befonberö ßicgenmilcp, wirb pier empfoplen; bas gegen ftnb alle erpipenben ©etränfe, fo wie F'pee unb «Raffee immer ju Vers mciben. Febocp bei niept Vollblütigen, befonberö bei gcfcptoäcpten unb alten ©erfonen, ift ber @enuff von einem ©läScpen alten SltalagaweinS baS befte Scplaf beförbernbe SWittel. § 114. 15) Unruhiger ®r äufjert ftep burep ein beftäns bigeS 'fJerumwerfcn, Jtrapen ber ganjen >§aut unb päufigeS Seufzen. Die Urfacpen ftnb : ju groffe 4pige, pipige ©etränfe, ©emütpöbewegungen, Vers weigerter ©cifcplaf, SBürntcr, unterbrüefte gewopnte ©lutflüffe, balbefcpwerben. Die Teilung berupt auf ber Entfernung ber pier angegebes neu Urfacpen. Erweicpenbe Älpftiere, lauwarme Fufjbäber, befonberS aber bie falten Vor bem Scplafengepen genommen, baö Sennas£atwerg bei eit ju |-1 Eßlöffel voll nacp Umftänben einige Sftal bcS Da= 223 geö genommen; bei Vollblütigen SIberlafj, <Scf?r ober Slutegel entweber am Narfen, bet golbencn Slbern am Elfter unb bei unterbrürfter ober jtt fpar» famer Nc'onatöperiobe an bie «Knöchel ber werben nach SSerfdjiebenljeii oeß BuftanbcS von Nufcen fein. Dft befällt biefe Unruhe blof? bie Schontet, fo bafj ber Jtranfe fle fletö betregen mufj. Diefe unerträgliche Sefchwerbe entfielt gröfjtentheilS auS bent Unterlcibe, gewöhnlich Von Blähungen (bann gebe man bie Sulver 150 mit einer S'affe blähungtreibenben S'hec'£ [f- Nr. 151)], ober bei ©icptifchen, wo bann oft nichts hilft als baö liegen auf bem 33 au ehe. § 115. 3) .Vtrampf tm Schlaf. SBiele befällt im Schlafe ein krampf in ben Sßaben. @r entfloht von ©rfältung, befonberö ber beö Un= terlcibö, Von 33Iähungen, ju häufigen Stuhlentleerungen, ©rmübung, befon= berö burch 3luf= unb Slbfletgen von Sergen ober kreppen. Durch Uleiben mit ber hanb Hubert ber «R'ranfe biefe Sefchwerben. hierher gehört aber auch jene innere frampfhafte Unruhe, Wie man fte nicht feiten in bent Uebergang vom Schlafen jum 3Sachen beobachtet. Der Jtranfe erwacht nämlich mit einem ©efübl Von Qlngft, mit Seflcmmung unb herjfchlagen, befchleunigtem fßulfe, Slufflofjen unb ©rfchütterung unb fühlt fleh bann auch ben ganjen übrigen Dag ermattet unb unwohl. Sei <§ppo= chonbriften unb nervenfehwachen grauen ereignet fleh bieö gewöhnlich, wenn fle ungeftüm auS bem Schlafe gewerft werben. Söenn biefer ftall eintritt, fo mufj ber Jtranfe fleh hoch legen, feinen Urin entleeren, fleh beberfen, alöbann bie SBäfche wechfeln, einen Schlurf falteö SBaffer unb barauf erft ben Kaffee trinfen. Sorjüglich warte man aber immer, bi§ folcpe $erfonen von fclbft aufwachen; ift man aber genötigt fte ju werfen, fo barf bieö nur nach unb nach geflohen. § 116. 4) «<pt£e tm Schlafe. Durch biefe 4pi£e, bie oft ben gan= jen Jtörper ober auch nur bieftufifohlen befäHr, wirb oft bteSRuhe im Schlafe fel)r geftört. Sei älteren ftrquen fommt biefe Sefchwerbe ungemein häufig vor. Dft ift bie ©mpfinbung fo heftig bafj fle in eine wahre ©lutl; auö= artet. Der ©runb hiervon liegt gewöhnlich in ben Nahrungsmitteln unb ©etränten, ober in golbenen Bibern, ober in ber Unterbrürfnng ber 2)conatö= periobe, juweilen aber auch in einer verborgenen Schwinbfucht. Bu pflegt hartes Sager Von Nofhaaren unb mit einer <§irfchhaut beberft, bie nicberfchlagenben Pulver (f. Nr. 155), Selterfcr SBaffer, baö «föallcr'fche Sauer (10-15 tropfen in ein ®la§ Burferwaffer), SBafchen mit faltem SBaffer, Slutegel entweber an ben Elfter ober an bie Knöchel ber ftüfe, be« fonberS aber Schröpfen am Ulürfen unb bie falten § 117. 5) im Schlaf. Neugeborene Jiinber, bie baran leiben, fchlafen entweber mit läcpelnber ober weinerlicher Niiene unb erwachen plö|lich nach einer inneren ©rfchütterung mit ftarren Singen. Nicht leiten fiebern auch fold)e Jtinber im Schlafe, fle fchwifjen unb erwachen plöf}» 224 ließ frampfßaft jitternb unb mit ©efcßrei. S)iefe (5rfd)ctnungen befallen aueß größere Jtinber unb Süngtinge, tvelcße bann oft erfcßrocfen auö bem ©ett fpringen unb um <§ülfe rufen. ©ber aueß Gr'roacßfene fpringen oft nacß faum gefloßenen ©ugcn, Von fcßrecfßaften Grfcßeinungen gewecft, er= jitternb, mit topfen auS bem ©ett unb fallen bann in Dßn= macßt. £)ie Urfacßen biefer ©efcßtverben ßnb bei Neugeborenen: fcßlecßte ©e= fcßaßenßeit ber ©luttermilcß, «Säure im Klagen, ©täßungen, baö ßaßnen, ju ßeiße unb Verborbene Stubenluft; bei älteren «Ktnbern unb Jünglingen ßnb eö: ©Würmer unb ©efpenßerfureßt; bei Grtvacßfenen: Surcßt vor einem broßenben Uebel, Sorgen, .Kummer, ungetvoßnte ©etten, ftarfe ©benbmaßl» jeit, erßißenbe ©etränfe, unmäßiger ©eifeßlaf, ©ießt unb Stein. ©ei «Rinbern beutet eä jumcilen auf ißt aueß nicht fels ten ein ©eiveiö ber bereits erfolgten ©nßecfung von ©tattern ober SKafern. ©ei Neugeborenen neßme man juerft Nücfßcßt aufbie©mme; eö iß gut, ißr ein IcicßteS ©bfüßrmittel ju geben ober baö <§ufelanb'fcße J?inber= pulver, 3-4mal täglicß einen .Kaffeelöffel voll, ober biefeö aueß ben Jtinbern felbft ju 1-2 2Reßerfpifcen voll. 2)abei gebe man ißnen JtarniUen=lijftiere unb reibe -Nuöfatenbalfam in ben Unterleib. Sinb bei robußen Jiinbern bie ßäßne int Gintreten, unb iß babei baö ®eßcßt rotß unb ber Jtopf ßeiß, fo feße man 1 ober 2 ©lutegel ßinter bie Dßren. ©ei älteren Jtinbcrn gebe man ©Wurmmittel (f. ©Wurmfranfßcit). Grtvacßfenen tßut baö rotße frampfs ßillcnbe ©ulver (f. Nr. 156) feßr gut. § 118. 6) ®er angftvoUe <§icr träumt man von fVeuer, vom <5atl von einer £öße, von lobten, ©lörbern u. f. tu. 5)ie ©es berben beö baö ßäußge Scufjen unb Stößnen beffelben, ia bie Niuferinnerung an ben Straum betreifen baS ©lartcrvolle cineö folcßen 3u= ßanbeö. 2)aö Uebel entßeßt auö gleicßen Urfacßen ivie baS Grfcßrecten im Scßlafe, befonberö aber Von ©etrunfenßeit, bläßenben Speifen, j. ©. ©oßs nen, unb von im ©lutumlauf, 3. ©. ©erftopfung ber Ginges treibe, brumme Sage u. bgl. träume, tvelcße bie getvößnlicßen ®efcßäfte 311m ©egenßanb ßaben. ßnb gut, benn ße beuten auf ©cfunbßeit; ungetvößnlicße träume laffen aber inu mer auf ein bevorßeßenbcö Unmoßlfein feßließen. 2)ie mit ßeftiger 2tngß verbunbenen träume aber fönnen bebeutenbere Uebel ßerbeifüßren, alö 3. ©. Xobeöfurcßt, 5'atlfucßt vor Scßrecf u. f. tv. Sorge unb .Kummer mit ben .Rleiberu 3ugleicß absulegen, eße man in'ö ©ett geßt, beförbert am beßen einen rußigen Seßlaf. ©Serben bie angßvoU len träume bureß förverlicße Urfacßen ßerbcigefüßrt, fo muß bann biefer ßußanb eben fo ivie Scßlaßoßgfeit unb baö ©Ipbrücfen beßanbelt werben. § 119. ©Ip nennt man baö ®efüßl eineö feßweren ©ruefeö auf ber ©ruß tväßrcnb be8 tvelcßer baS ©tßemßolen ßin» 225 toert unb grofje 29cängfligungen erzeugt, unb wobei bie ©inbilbungSfraft mancherlei Silber als biefeS ©ructS hervorbringt (j. 29. aufliegenbe SJienfchen, 4?unbe, 29ären, Ungeheuer, Sliörber). Sehr oft weiß ber Mranfe, baf; träumt, unb ben Jeinb ju befämpfen unb il;m ju entfliehen ; allein er ift nicht im Staube, eine Bewegung ju machen ober einen Saut hervorjubringen, enblich aber gelingt eS ihm, einen Slngftfchrei auSjuftoßen, womit er gewöhnlich er tracht unb ber peinliche ßuftanb ein ©nbe hüt. ©et ßuftanb tritt gewöhnlich in ben erften Stunbcn beS Schlafes unb nur feiten auch in ben 9)iorgenftunben ein, bcfonberS in ber Olücfenlage unb bann ge= wohnlich, wenn ber Jtopf etwas nach hinten ju überhängt, jeboch juweilen auch bei ber Sage auf ber Seite, namentlich auf ber linfen, felbft bei einem JRachmittagSfchläfchcn im ©roßvaterftuhl. 3n ber tRcgel finbct er nur eins mal in einer SQacht ftatt, jeboch bei Veraltetem Uebel erfchcint er öfter, ja mol;! 6-8mal. Dft wirb ber «ftranfe nur feiten bavon befallen, beS 3ahs reS, beS SHonatS ober jcbe QBcche einmal, juweilen lehrt er aber jcbe Diacht jurücf. Sim haufigften fommt er im 3üngIingS= unb -UhuineSalter bei Solchen vor, bie feinen recht freien Slthem haben. UeberfüUung beS SDlagenS (baher $u reichliches Slbenbeffen Von fdjtververbaulidjcn Steifen, Slnl;äufung von ober SSoUblütigfeit, fowohl allgemeine als örtliche beS Unterleis beS, ober baS Siefliegen auf bcm tJlücfen ftnb bie gewöhnlichen Urfachen beS Slips. Direkt feiten verliert ftch bieS Uebel mit junchmenben fahren, wenn fldj aUmälig bie grofje Slervenempßnblichfeit abftumpft ober bie SJlonatSperiobe ober golbcnen Slbern in Srluf? fommen. Buweilen geht ber Slip auch nach unb nach anbere bebeutenbe Slervenfranfheiten über, unb biefeS hat man ju Vermuthen, wenn bie -Unfälle immer häufiger, alle Dlächte fommen, fcl;r anhaltenb unb heftig werben, nach bem ©rwachen blaue ftarbe im ©es ficht, Bittern ber ©lieber, £erjflopfen, örtliche Schweiße an ber 29ruft unb bent Jtopfe jurücflaffen. Um ben SInfall ju Verhüten, entferne man bie SSoUblütigfeit, bie Sln= häufungen Von Blähungen, bie SeibeSverftopfung nach ber bei ber Schlafs lofigfeit angegebenen Slrt. ©er Jtranfe vermcibe baS Slbenbeffen, bie Olücfcns läge unb ben 29eifchlaf; er fchlafc nicht auf Rebern unb warm bebeeft, hüte fleh vor übermäßiger Slnflrengung beS ©elftes unb beS Körpers unb bulbe feine SeibeSverftopfung. Jtommt ber SInfall häufig, wohl gar alle 91 ächte, fo gebe man ihm einen Pächter, ber bem Jiranfen, fowie er bie geringfb» Unruhe bemerft, ober biefer fleh auf ben Olücfcn legt, fogleicß eine anbere Sage giebt. ©en Äranfen mit ©ewalt bei bem SInfall ju weefen, fcheint ge= jährlich ju fein. Dlad? bem ©rwachen muß man bie ©lieber reiben. § 120. CPiißbrüßtigfeit (Asthma). Unter ©ngbriiftigfeit vers fleht man ein feuchenbcS, erfcQwerteS, mit einer beengenben ©mpßnbung vers j£)er $au$freunt« 226 bunbeneS Slthempolen in einem fieberlofcn Buftnnbe, benn bie bet jebem hipi* gen Sieber vorfontmenbe Jturjathmigfcit gehört nicht GS giebt auch Arten ber Gngbrüftigfeit, wo ber Jtranfe ebenfo furjatpmig ift, ebenfo puftet ttnb auSwirft, wie in ber Sungenfchwinbfucht, allein baS fchleichenbe Sieber unb bie Qlbmagerung feplen, woburch man fie von einanber unter« fdjeiben bann. • S)aS Aftpma ift faft immer mit huften verbttnben unb biefer entweber troefen (trocfneS Afthma) ober feucht (Schletm=Afihma). GS ift entweber immer Vorlauben ober ftellt nur parojpSntenweife ein. Sn <§inftcht ber giebt eS verriebene ®rabe von Gngbrüftigfeit; halb ift biefe fo mäfjig, bafj baburep ber Jtranfe tveber in feinen Verrichtungen, noch in irgenb einer Bewegung geftört wirb ; juweilen erreicht fie aber auch einen fo popen ©rab, baf? babei bie äufjerfte (Srfticf Vorlauben ift. Alle Jtranfpeiten ber sJBruftf?öf;le, faft opne Ausnahme, fowie eine SJlcnge von UnterleibSfranfßeiten, ftnb mit Vcfcpwerben ver« bunben. Von biefen verfcfyiebcnen Qlrtcn beS Aftpma'S fann pier bie SRebe fein, benn man muff bann bieö bloö als eine Ncbenerfcheinung biefer Verriebenen Vruft= unb UnterleibSfranfpeiten betrauten. 2ßir panbeln hier nur Von berjenigen (Sngbrüftigfeit, ivo biefe als eine für fiep beftepenbe «Stranffjeit erfepeint. 3u ben Urfacpen, welcpe eine folctje Gngbrüftigfeit perVorbringen, ge« hören: ein fcpneUer Ginbrucf von Jtälte, Born, ftarfe bei über« füllten! -Kagcn, unterbräche jur ©ewofynfyeit geworbene Ausleerungen, ju= rüefgetretene unb @id)t. Auch folgt biefcS Uebel nach SBecpfelfiebern, Sungenentjünbungen unb heftigem Scpnupfcn. Starter SBinb, befonberS auS SQorben, Stürme, greller SSitterungSwecpfel, $pau= Wetter, Nebel, feuchte Stift unb HBopnung, grofje <§ipe im Sreien, fowie im Bimmcr, verborbene Suft burch UeberfüUung mit SDlenfchen unb baö ®ren= nen vieler Sichter, jtt lang anhaltenbe unb ju heftige Anftrengung baö Jtör« perS, 9)lihbrauch fcharfer, hi^9cr ©etränfe, rohe unb ju ftarf gewürjte Nahrungsmittel, verfchiebenc ©erüche, befonberS Nauch, ftnb bie veranlag fenben Urfachen ber Anfälle von Gngbrüftigfeit. Solgenbe Arten ber Gngbrüftigfeit muh inan unterfcheiben: 1) ©aS Afthma ber pfterifchen unb <§9 P och on bri ft en. 5£)er Anfall fann hier eine folehc *§öhe erreichen, bah bie Oranten wie betäubt unb erftieft in bem Buftanbe beS ScheintobeS baliegen. ©ewöhnlich enbet ber Bitftanb mit einem heftigen Stoffe burch ben ganjen Körper unb wohl unter allgemeinen Bietungen, wobei im Unterleibe baSÖefühl eines JtugclnS empfunben wirb. Dhnerachtct ber ungemeinen 4?eftigfeit biefer Anfälle, fo ift boep niemals ©cfahr bamit verbunben, unb fte verfepwinben ebenfo fchneU als fte fommen. Um ben Anfall fo fcpneU als möglich ju heben, gebe man folgenbeS -Kittel: 227 SQitnm: ölntihbfterifCheS SBaffer 2 £oth, Orangenblüthwaffer 4 £otß. Oeftcr einen (Sfjlöffcl voll. häufig I;at her Jtranfe cttvaS ÖBlähenbcS gegeben, bann paßt 93ibergett= tinftur unb «goffmann'fche Stopfen ju gleichen ©heilen ju 20-30 ©ropfen; 5-6 ©ropfen «Rajcputöl ober 2Jlünjöl auf Bucfcr, jugleid; ein eröffnenbcS frampfftillcnbeö Jtlpftier (f. ölr. 165). <§at ein Heiner ölerger ben -Unfall rege gemacht, fo tljun bie ÖBraufepuIVer (f.ölr.21) ober baS nieberfctylagenbe Pulver (SQr. 155), allenfalls 15 ®ran Btntmt fel;r gute ©ienfte. (Entfteht ber BufaU Vom ©enufj faurer ©inge, fo nehme man bie Rillen SQr. 166. - SBei örfältung, namentlich ber 5üße, nütjen marine, jumal QlfChen= bäber, treidle überhaupt, fowie auch möglichft warme Sefleibung, bei allen anbern ölrten beS QlfthmaS, trenn biefeö nicht auf ÖBlutanbrang nach ben fiungen beruht, ben Jtranfen große (Erleichterung beschaffen unb ben Ölnfall fchneller verfchwinben machen. 2) ©ieframpfhafte(Engbrüftigfeit. ©ie ölnfäHe biefeS UebelS fommen oft pilzlich, ohne alle Ökranlaffungen unb Vorboten; oft fünbigen fte fleh aber auch burd) Jbopf= unb wäfferigen <§arn, unru= higen «Schlaf, vcrbrießliche Stimmung unb eine eigne Stumpfheit beö ®ci= fteS an. ©er elfte -Unfall fommt gewöhnlich jur ölachtjeit. 33ei plöfclichetn (Erwachen wirb eine bebeutenbe ©eflemntung in ber 93ruft, baö ©efühl Von Bufammenfchnüren empfunben; ber Jtranfe feudjt, fdjnappt ängftlich nach £uft, empßnbet große ölngfl, fann nicht in ber liegenben Sage bleiben unb jucht fehnfüchtig fühle ßuft. ©er QlnfaU bauert einige Minuten, Wohl aber and) eine halbe biö ganje Stunbe. ©er höchfte ®rab biefeö ölffhntaS ift ber fogenannte S t i cf f l u ß. - ©aö liebel befällt fogleich mit ber fürd;terli<h= fien ölngfl. ©er Buftanb einer halben Ohnmacht ift bamit Verbunben; falte Schweiße brechen auS, bie ©lieber werben falt, unb bie 33eftnnung ver- liert fiel), ©aö ®eftd;t ift entweber blaß mit einem allgemeinen lähmungS* artigen Buftanbe beö ganjen Jtörperö, ober rott; mit furdjfbarem ölnbrange nach bem Jtopf, Schwinbel, Betäubung, Schläfrigfeit, bie jule|t in wirtliche Schlaffucht übergeht, ©urch ©rftiefung ober Schlagfluß brol;t hier immer ein unglücflicher 52luögang. ©er gelinbere ®rab biefeö QlfthmaS geht ge= wohnlich fpäter in baS feuchte 2lftpma über, ©ie Urfachen ftnb bie bereits oben angegebenen. Bu ben wirffamften Mitteln gehören ohne alle SBiberrebe bie 5Blut= entleerungen; wenngleich baö liebel offenbar auf Schwäche unb Jtrampf be= ruht namentlich ba, wo großer ÖHutanbrang nach ÖSruft unb Äopf jugegen ftnb. ÖBei blaffcm ©eficht, offenbar großer Schwebe, nerVöfen Ohnmächten paffen fte freilich nicht, auch bürfen fte nie ju häufig wieberholt werben, fonft führen fte unVermeiblid; jur ÖBruftwafferfuCbt. «§ier leiften bann (EinreU bungen mit bem fo ungemein fräfttgen Salmiafgeift bie beften ©ienfle. 33or unb nach ben reichlichen (Einreibungen werben heiße ©üd;er auf bie 33rufl gc= 228 legt. Sei «Rinbern befonberS Wirb baS burdj bieö SDlittel unb warnte Säber fchneU befeitigt; *2lberla£ würbe biefe tobten. £a aber, wo ein Qlberlafj ljat veranftaltet werben muffen, gebe man Gr= wadjfenen nach bemfclbcn bie Str. 167, mache (Senffufjbäbcr mit sllfd;e, bebeefe bie <§änbe unb ftüfjc mit 0rlancU, ber vorder in heilen <Ra= miUenthee getauft wirb, gebe Jtlpftiere Von 2lfant (f. Str. 165) mit 10 Jropfcn Dpiumtinftur (jeboch festeres nie bei .Rinbern), reibe bie (Schenfcl unb bürfte bie gmfifotylen. -2lud? baö fVcftbinbcn ber $lrme über ben Ellbogen unb ber 3?üfje über bem «Rnie fetyafft währenb beS QlnfaUS grofje Erleichterung. Oft mehr als alle Siittel auS ber 2lpothefe leifiet eine Jaffe ftarfen JtaffecS (auS 2 £oth) ohne SOMIcty. (Sehr wirffam jur fchneUen Sefeitigung beS2ln* falls bat ftch auch baS Stauchen ber Slätter unb (Stengel beS Stechapfels entweber allein ober mit Jabaf vermifcQt bewiefen. £Qacb> überftanbenem QlnfaHe ift bie «Rranfheit bei Weitem noch nicht ge= hoben, fonbern bie Erneuerung bcffelbcn ift immer wieber ju erwarten. (Sorgfältige SebenSwcife unb Sermcibung ber ©elegcnheitSurfachen ift hier eine <§auptfache. Jcr «Rranfe muh ftch Vor allen fdfwächcnben Einflüffen hüten, namentlich ben Seifdjlaf meiben, eine jWar nahrhafte, aber nicht ju reijenbe £>iät führen, in bem@cnufj geiftiger ©ctränfe fchr ntäfjig fein, ftarfe Sewegung unb förpcrlichetlnftrengung, befonberS aber Erfältung vermeiben, wollene Sefleibung auf ber bloffen <§aut tragen unb ju troefne, fetfarfe £uft meiben. £ie grünbliche Teilung ber Jtranftjeit felbft wirb in ben meiften Fällen nur ein 5lrjt bewerfftelligen fönnen. 3ft bie @id?t unb jurütfgetrie« bene bie Urfache biefer Engbrüftigfeit, fo wirb baS «Schmißen unb falte Saben, beibeS bis jum 2luSbruch ftarfer ©efdjwüre fortgefefct, baS Uebel grünblich heilen; WaS überhaupt ohne alle ©efahr, Verficht ftch unter gehöriger 2lufftcht, verfuept werben fann. 3) 5)ie Engbrüftigfeit Von Slutanhäufung. S?er 3tranfe hat hier bei wohlgenährtem, .Rörper immer ein ungewöhnlich ro= theS, aufgebunfeneS ©eftept, ftarf angefchwollene 2lbern am 4?alfe, oft ftar= feS Schwinbel, ©hrenfaufen, auch wohl S'lafcnbluten. - 2lm heftigften werben bie BufäUe, wenn baS liebel von fd)nell unterbrüeften Slutflüffen, von unterbrüefter 2JlonatSperiobe, «£>ämor= rhoiben entfielet. Sei bem hnmorrhoibalifchen Qlfthma ift juglcich immer eine ftarfe Serfchleimung ber Zungen jugegen. SQicht fo ftürmifch ift baS liebel, wenn eS bei alten Leuten vorfommt, bie früherhin an fünftliche ober natürliche Slutentleerungen gewöhnt waren uub biefe nicht mehr crleiben, ober auch bei folchen, bie einen ?Vuh ober Qlrm verloren haben, fo wie auch bei wohlgenährten grauen, bie jwar jur gehörigen Beit, aber ju ihre Siegeln verlieren. s2lberlafj ift im Unfall felbft fehr nötljig, nach gehobener ©ngbrüftigs feit fliehe man aber burch magere Jtoft, Sermeibung hifB9cr ©etränfe, ba« 229 gegen aber Vieles SBaffertrinfen, furzen Schlaf, viele, aber nidjt ju ftarfe unb crhifeenbe Selvegung unb falte bte {Rücffehr ber Se* fcQircrben ju verljinbern. 4) ©ngbrüftigf eit von Verminberter Urin = 2lbf onbetung Befällt nur alte Seute. ©cmöhnlich baBei bie Sühe etwas an, bie >§aut jucft, unb eS entflohen wohl aud) verriebene SluSfchläge auf ber* felben. Urin unb 3luSWurf beförbernbc Mittel ftnb tyier nüfclich, int 2ln* falle felbft gießt man bie Wijtur 3lr. 168, aufjer bcmfelben aber bie Pulver 31 r. 169. 5) © ngbrüftigf eit von gaftrifcßen (Stoffen. Sei Verborbe* ncm Wagen Verfährt man, wie § 102 angegeben worben ift; bei Slähungen f. Slätjfudjt. 6) ©ngbrüftigfeit au3 Sei förderlicher {Ruhe wirb bieS Uebel nicht emdfunben unb immer nur burd) Setregung rege gemacht, aueb ift eS ftctS mit bebeutenber Schleimabfonberung Verbunden, beShalb Wirb auch bie mehr ftfcenbe Stellung beffer als bie horizontale £age im Sette Vertragen, auch erregt bann ber in ber SQacht fleh anfammelnbe Schleim ge= gen Worgen oft heft'0e ©rflirfungSanfäUe. £er .ftranfe muh fT W* in feiner SebenSweife eben fo Verhalten, wie bei ber frambfhaften ©ngbrüfligfeit, nur ift eS T;ter burchauS erforberlich, bah ber Jtranfe eine möglichft troefene, reine £uft einathme. Seränberung beS SßohnortS unb {Reifen in troefene heitere ©egenben feilen oft ganz allein bicS Uebel. Seförberung beS frnen unb jur Stärfung ber Zungen leiften bie Sidon Str. 170 (welche mehr fchleimauflöfenb) unb 3lr. 171 (bie mehr lungenftärfenb ftnb) gute Dienftc. Sei grober ©rfticfungSgefahr ift ein SulVcr auS 5 ©ran Scnjoeblumcn, 2 ©ran Jtamdher unb etwas ßuefer oft fehr hülfreich- Sn ganz verjtvcifelten Sällen, Wo ber Jtranfe fchon mit bem 5bbe ringt, fann ein Srechmittel (f. 3lr. 40) in voller ©abe ihn noch retten. § 121. £angtt>tcrtßc§ (Srbredjen. SebeS anhaltenbe unb im= mer trieberfehrenbe ©rbrechen ift Von Sebeutung unb barf nicht vernachläf* ftgt werben. ©rfolgt eS immer nach bem ©ffen unb leert eS bie genoffenen Steifen auS, fo beutet bieS auf Verhärtung, ©efchwülfte unb anbere ©nt= Ortungen beS -Wagens. 31 ur eine fehr gebiegene unb forgfältige ärztliche Sehanblung Vermag bagegen etwas auSjurichten. - ©rfolgt eS mit heftigen Schmcrjen unb Jträmvfen in ber -Wagengegenb unb im Unterleibe, unb tvirb ber Jtranfe nachher gelb, fo beutet eS auf ©allenfteine; ftnb bie Sdjmerzen mehr im {Rüden, auf 3Uerenfteine. - ©ntfteht eS bei Jtinbern mit Schläfe rigfeit, Schielen, SeibeSvcrftobfung, fo fann eS ein ßeichen ber entftehenben ©ehirnivafferfucht fein. - ©ntfteht eS bei Jtinbern immer früh im nüchter* nen ßuftanbe, mit «fpeihhungcr, fo beutet eS auf üßürmcr. - Sft eS ohne Sieber, hartnäefig, bei Jtinbern, verbunben mitunauSlöfchlichem Tmrft, 5)urch= fall, gekanntem Unterleibe, ©ntftellung beS ©cflchtS, Jtälte ber >§änbe unb 230 ftüffe, Anjiehen her Seine an bcn ?eib unb Abmagerung, fo tfl Alagencr« Weisung unb ©urchlöcherung 311 fürchten. ftrolgenbe Arten beg fieberlofen mufj man unterfcheibcn: 1) Daö Erbrechen in 01 g e ga Unr einigfeiten erfennt man an bcn gewöhnlichen ßcichen berfelben (f. § 102) unb an bet cntwcbcr galligen ober fdjleimigen ober faitren Sefchaffenheit beg Auggcbros ebenen. Hier finb Srcch* unb Abführmittel bag einzige Heilmittel, benn hier wirb Srechen nur burd) Srecljen geheilt; boep macht eg einen Unters fcfyieb, trenn baS Ucbel nicht infolge einer Vorübcrgehcnben UnVerbaulichfeit, fonbern einer langwierigen Serfchleimung ober Scrfäucrung beg AlagcnÖ entflanben ift. Hier ift bann eine lang fortgefepte Sehanblung er® forberlich. Sorjüglich bag weibliche ®efchled;t, aber auch Alänner, bie lang anbauernbe unb wieberpolte Anfälle von -Serftopfungen haben (wenn auch bieg oft Sabre lang vorherging), werben oft bei Slähungöbefcpwerbcn ober nach Erfüllungen Von heftigen Schniefen im £eibe befallen. 2) ©ag Vom ßurücf treten beg 311; eumatigmug, ber ©idjt unb Hautaugfcpläge entftanbene Erbrechen. Sßorjüglich häufig ift bag rheumatifche Erbrechen. Alan erfennt eg an Vorhergegangener fort* gefegter Erfüllung (befonberg feuchte ober jugige Sßopnung), an bcn vorpet bagewefenen SRpeumaftömen ober Äatarrpcn, bie nun verfcpwitnben finb, unb an ben gewöhnlich babei vorpanbenen Alagenfchmerjen. ©ag gieptifepe Erbrecpen erfennt man an ben vorher bagewefenen @id;tbcfcQWerben, befons berg beg Sobagrag unb an bem rotpenUrin, bag Von 3urücfgctrctenen Haitis an ben vorhergegangenen Hautfranfpeitcn ober langwierigen ©efd;würcn, bie fcpncll geheilt würben. Sei allen biefen Arten beg Erbres Cbeng ift vor allen ©ingen barauf ju fepen, ob fein cntjünblicher ßuftanb beg Alagenö (f. fcpleicpenbe Alagenentjünbung) Vorhanben ift, benn biefer muff juerft befeitigt werben. Alöbann bient ein fpanifcheö ftliegeuhflafter auf bie Alagengegenb; bei jurüefgetretenem $obagra Senfteige auf bie 5ufjs fohlen; bei auögetrocfneten ©efchwürcn Seibelbaftrinbe auf bie Vorher frans fen Stellen ober Einreibung ber Srechweinfteinfalbe (eine Sol;ne grofj), big Sufteln entfielen. Aufjerbem giebt man bie Aiittel, Welche gegen biefe verriebenen Äranfheiten empfohlen finb (flehe @id)t, Jträfce.) 3) Erbrechen Von örtlicher en13ünblicher eijung ober SSollblütigfeit. Sorangegangcne Hämorrhoibalbefchwcrbcn ober Ses fehwerben ber nicht 311m ©uröbbruch fommenben Alonatöperiobe ober bie Uns terbrüefung biefer Slutflüffe laffen immer barauf fchliepen. ©ie übrigen Reichen unb Sehanblung ftehe fieberlofe A?agenent3Ünbung § 88. 4) Jtrampfhafteg ober hpfterifcheg Erbrechen, ©ie .Renns 3cichcn finb: Abwefenhcit anberer Urfachen, grofje unb frampfhafter ©ag Erbrechen erfolgt gewöhnlich früh, im nüchter« 231 nen Buftanbe, ober nach ©emüthSbewegungen, ober tritt ju bem hhfterifchen halbseitigen tyinju. Die ©ehanblung ift bie beS ©tagentrampfS unb auch l)ier jeigt ftch baS ©tittel 9tr. 199 mit unb ohne fel;r nüfclidj. Den 'QXrffatf beS Erbrechens ftiHt man nach ber gleich anjugebenben ©tethobe. 33ei bem fo läftigen unb oft wieberfehrenben fjalb- feitigen ©re<h=Jtojpffchmerj l}9fterifcf?er grauen ift ein treffliches ©tittel, au- ßer ben Unfällen gebraucht, 9tr. 172. ©tethobe, baS ©rechen ju füllen. (Sie tritt ein, wenn feine ans berc Urfachen vorhanbcn ftnb, welche ju entfernen ftnb, ober wenn baS Er= brechen felbft nach ihrer Entfernung noch nicht nachläßt. Die ©tittel ftnb: ©raufepulver, SobaWaffer, Vor allen anbern bie ©iijtur Str. 19, in harts nacfigen gälten noch mit framhfftillenben ©iitteln Verftärft (f. 9tr. 173); äußerliche ©tittel, bie hier oft mehr leiften als innerliche: bie «Rräuterfäcfs chen 9tr. 177, Sä cf et; en von «Rraufemünje in ©Jein gefodft, Scnfteig auf bie ©tagengegenb unb enblich trocfne Schröpff öpfe eben bahin gefegt, eins ber fräftigften ©tittel, wodurch oft baS hartnäcfigfte Erbrechen gehoben wirb; Jtlvftiere (f. ©r. 165). ©ucf; ber ©enuß von ©efrorenent ober Eispillen l;at oft baS 53efte gethan. - ©IS ein äußerft fräftiger unb heilfamer ©egens reij bienen hier ganj falte Umfchläge um ben hals, bie oft fchon für ftch als lein baS ©rechen füllen. - Der .Rahenjammer ber «Säufer. Die ©tittel ftnb Unters pffung beS DrinfenS, regelmäßige vcrbauliche ©aßrung, bie©ulver ©r. 174, früh ein ®IaS falteS ©Jaffer, nach einiger ßeit bie ©illen ©r. 175, ein Äräuterfiffen von «Rraufemünje auf bie ©tagegengegenb unb bie ©bs fochung ber «Rolombowurjel (f. ©r. 34). ©ei jcbem langwierigen, ftch oft wieberholenben Erbrechen ift noch ju> bemerfen, baß noch ©tilch, ju einer Daffe alle 2 Stunben, baS befte unb einzige ©tittel bleibt, felbft wenn eS Von inneren ©erhärtungcn unb an= bereu Entartungen beS ©tagens entfielt, wo biefe bann nicht allein baS £es ben erhält, fonbern wohl auch baS liebel felbft Beseitigt, ©uch liegen oft bloS verhärtete Ejcrcmente im Darmfanal einem folcßen Erbrechen junt ©runbe, waS man bann wohl irrthümlicherweife als Von Entartungen beS ©tagens entflanben Betrachtet. Die ©iSceralflpftiere (f. 9tr. 176) heben burch Entleerung ber verhärteten Jtothmaffen alSbann ftcher baS Ers brechen. § 122. Diefer ift entweber Vorübergehenb unb mäs ßig, ober anhaltenb unb ungemein heftig, ober halbfeitig, ober nur an einer flehten Stelle. Erregt wirb bieS £eiben burch äußere ©ewaltthätigfeiten auf ben Jto£f, burch Snfecten ober frembe .Rörver in ber Stafe ober im Dh burch gehler ber Bahne, reichlichen haarwuchS, ju wenig £aare, ©bfchneiben ber haare, gärben ber haare, unpaffenbe Jtörheiftellungen, befonberS im Schlaf; beS» 232 gleichen burd) ju langen ober gansTtcß mangelnben Schlaf, ober jur unge® wohnlichen 3eit, burch 3lufweden, burch Schlafen in feuchten, frifch geweißten, ju tyeifien, mit Jtofylenbampf ober ßarfcn ©erüctjen ange- füllten Bintmern; trenn baS 33ett ben Sonnenßrahten ober bem Suftjuge iß; ferner burch Sonnenßid), burch falte feuchte Vachtluft, burch ungehörige 3lnwenbung ber Gleftricität unb beS ©alVaniSmuS, greHeS Siß)t, fcQarfe £öne, Arjneien, befonberS burch betäubenbe Mittel, erhifcenbe ®e* tränte, ©runfcnheit, gefd}ix»efclteii ober mit 33lei verfälfchten QScin; burd) 33iere, benen man burch Scßwinbelfyafer, trilben fRoSmarin unb begleichen betäubenbe ©iftpßanjen eine beraufchenbe SBirfung ju geben fud)t; burd) SQücQterntjeit beS Wlagenö, befonberS nach Schwelgereien, burch Ueberlabung beS Ziagens ober burch ben ©enuß nachtheiliger, verborgener VahrungS, mittel, burch Süßigfeiten, 33lähungen, Sßürmer, befonberS burch ben 33anb» irurm, burch fehlerhafte 33efchaßenheit ber ©ade, Stuhlverßovfung; burch ju ßarfe Bewegung, fahren auf hotyrigem 3Bege, ju feße 33efleibung, ©e® müthSbewegungen, befonberS trauer, Born, - burch Samenvers fehtrenbung aller Art, Burücfhaltung beS Samens, Sehnfucht nach 33eU fdßaf, baS Alter beS 2)tannbarwerbenS; burch ju langes Stillen, Verberbniß ber 2)lilch, ju häußge ober unterbrüdte ober unregelmäßige VtonatSperiobe; burch Unterbrücfung gewohnter Abfonberung, j. 39. beS ber golbenen 2lbern, beS VafenblutcnS, eines ©hrcnfluffeS ober eines Übergans genen AbcrlaffeS; burch unjwccfmäßiges Vertreiben beS JtopfgriubS, ber Jträ£e, alter ®efd?würe, beS falten SieberS; burch Ablagerung von Jtranf* heitsftoffen nach bem J. 33. ber Vlafern, 39lattern, ber Vervenßeber, ber Suftfeuche u. bgl. Um Mittel gegen ben mit AuSßcßt auf einigen Grfolg ans wenben ju fönnen, muß man ben Unterfchieb ber verfchicbenen Arten beffels ben fennen, benn waS in ber einen Art näht unb nothwenbig iß, fann in einer anbern eine fchäbliche SCßirfung 5olgenbe Arten muß man ba* her unterfcheiben: 1) ©en entjünbliehen ober burch 33Iutanbrang ent« ßanbenen ovff djntcr5» ©iefen veranlaffcn gewöhnlich unterbräche SBlutßüffe, ©etränfe, aufregenbe ©cmüthSbcwegungen, gweube, Born, Sonnenßich u. f. W. Gr nimmt alle formen beS JtopffchmerjeS an; feine charaftcriflifchen ftnb Vorjüglich: ein brücfcnber, jiehenber, tlovfenber Schmerj, ftarfeS Vulßren ber unb >§alSabern, ®lanj ber Augen unb ®efühl Von Schwere in ber Augengrube, Dhrcn^in9cn ©roefenheit ber Vafe. 33ei robuflen, ßarfen Vlenfchen, mit vollem ftarfcn VulS, iß, fobalb ber Schmerj heftig iß, foglcich ein Aberlaß an einem Knöchel beS 8mßeS, ober wo bieS nicht angeht, bann am Arme ber leibenben Seite ju veranßalten; barauf, ober wenn bie ©ringlichfeit ber Umßänbe feinen Aberlaß 233 Werben fogTcidj {Blutegel, nach {ßerfchiebenheit ber leibenben «Stelle, angelegt, ®aS Schröpfen an ben Setten beS halfeS, an ben Schultern, am tlrm unb ben Scpenfeln hält bie SRitte jwifchen bem unb ben {Blut® egeln unb ift von Vortrefflicher Sßtrfung. Den Darmfanal muf? man burch fül;Ienbe (f. Str. 43) ober erweichenbe (f. Str. 56 unb £Rr. 152) Älpftiere reinigen unb offen erhalten; auch ftnb fül;lenbe Qlbführmittel (f. Str. 22) oft erforberlich, allein ftarfeS {Purgiren fcfyabet hier immer. ©rofje Grleidjte® rang verfcpaffen auch laue faure ffufibäber (1 Dljeil gewöhnlichen Gfftg, 2-3 Steile SBaffer unb eine <§anbvoU Salj). ®anj befonberS wtrffam aber ftnb falte parfe Senfteige auf bie {ffiaben gelegt unb bis jum {Rothwerben ber «§aut barauf gelaffen. Klagen bie Jtranfen über Jtälte in ben prüften, fo wirb ber Jtopffchmcrj febr gelinbert, wenn man bie ffüfje bis an bie <Rnice häufig in fo heifjeS SBaffer fe£t, als man eS Vertragen fann. GiSblafen auf ben «Ropf ftnb bienlich, bürfen aber nie länger angcwcnbct werben, als bieg bem Jtranfcn ein behagliches ©efülp Verurfad)t; falte eine Stunbe lang genommen, wobei man baS warm geworbene {Jöaffcr ftetS burch falteg unb «Ropf unb Söruft Vorher falt wäfept, ftnb hier in ber {Regel baS hefte SWittel. Gin felfr guter Umfchlag auf ben <Ropf wirb aus {ßrob, ge® quetfchtcn.5Bachholberbeercn, .Rüntmel unb nicht ju feparfem ®fftg bereitet. Sehr wohlthätig ift baS SBafchen beS ©eftchtS mit fauren 2RoIfen ober {Ro® fenwaffer unb etwas Giwei§. Der «Rranfe barf ftch nicht legen unb muff eine fühlenbe, fparfante Diät führen. hierher gehört auch ber .Ropffdjnt erj ber Jtinber unb jungen £eute. ©ewöhnlidh ift er mit einer Einlage jur Sfrophelfucpt verbunben. hier übertrifft bann nichts bie {Pulver Str. 182. Ilm bei Vollblütigen SRännern unb namentlich bei Vollblütigen jungen ffrauen bie {Rücffehr biefer 2lrt Von «Ropffchmerj ju Verhüten, ift frühes 2luf® flehen, ftrenge Diät, Viel {Bewegung unb von ßeit ju ßcit ber ©ebrauch beS {BittcrWafferS als Abführmittel ju empfehlen. 2) Der rheumatifche <Ropf f chmerj. Selbft {Perfonen, bie fonfl gar feine Steigung ju «Ropffchmcrjen werben von biefer Sßlage nicht verfchont. Gr folgt gewöhnlich auf rheumatifche {ßefchwerben ber tlugen, Sähne, beS ßahnfleifcheS, hälfet, ber ©lieber unb hnt feine beftimmten Gr® fcheinungen; er ift heftig, wüthenb unb quält Dag unb Stacht. SRan beginnt bie Jtur mit {Blutegeln unb einem {ßeftfator im Staden, innerlich giebt man bie fchroeifjtrcibenbe 2)lijtur Str. 46.-Sieht ftch baS Uebel in bie Sänge, fo legt man troefne warnte Sädchen, gefüllt mit ben aromatifchen SpejieS ober mit bem {pulVer Str. 177 auf, unb giebt babei innerlich bie {Pulver Str. 178. Sel;r gute, ja bie auSgejeichnctften Dienfte leiftet ber ßeitlofen® famenwein (15, 20-30 Dropfen 3-4mal täglich). SWittel übertrifft oft alle übrigen, in h«^tnäcfigen {fällen muh bie ®abe noch Verftärft werben (f. {Rheumatismus); auch warnte {ßäber ftnb l;ier bon grobem Stufen. 234 ©leibt bieg aHeS fruchtlos, fo fettere man ben <Ropf unb reiße ihn mit ge« foltern Bilfenfrautöl ober bebccfe ihn mit folgenbem Breiumfchlag: Stimm: gefloßene bittere Sltanbeln 2 Soth, Flohfamcnpulver 1 Soth, fdjroarjeS Bilfenfrautfamens©ulver 1 Duentchcn, Del 3 Duentchcn. Äoctje bieö mit ©tild) ju einem Brei; ober man reibe bie Brechweinfteinfalbe ober bie fpanifche Flicgentinftur ein. Sifct ber Schmerj nur auf einer Stelle feft, fo bebecfe man biefe mit bem fpanifchen F'liegenpflafter ober mit einem Senfteige. Fontanellen am Slacfen gelegt nüfcen juweilen. 3) Der gaftrifcfye <Ropff<hmerj ift bie Folge von Diätferlern, von Säure, ©Jürmern, ©alle, ©emüthSbewegungen unb erfcfyeint als halbfeitiger .Ropffchmerj. Sim häufigften fommt er vor bei Stäbtern, fefr ©mpfinblichen unb Solchen, bie eine ftfcenbe SebenSart führen. @r befällt in Folge Von Slüchternheit, fowie von ju reichlicher ©lahQeit. ©ntfpringt er auS bem ©lagen, fo nimmt er gewöhnlich bie Stirn, bie Schläfen unb bie klugen ein; fommt er auS ber Seber, fo ergreift er irgenb eine Seite beS ÄopfS. Dabei beobachtet man juglcich ©tattigfeit, riechcnbcn Slthem, blaffeS @eftd;t mit tiefer Otöthe ber Bacfcn unb gelblicher Färbung an ben Stufen* fliigeln, einige Dropfen 33Iut, gewöhnlich auS bem rechten Slafenloch, unreine ßunge, in ber Stacht troefen, Uebelfeit, ©rbreeben, tüfteln, trägen Stuhl, golbne Slbern, einen biefen ober auch einen wäfferiqcn Urin. Um biefen «Ropffchmerj ju befeitigen, muf mm Ujn wie bie gaftrifchen Unreinigfeiten behanbeln. Sluf offenen Selb muß man hier immer fehen unb ganj namentlich, wenn golbene Albern babei jugegen ftnb; nur bei nervens fchwachen Frauen finbet hierin eine Sluönahme ftatt.-Den lefcteren giebt man hier mit bem größten Stuben bie Pulver Str. 165. Sei Wtagcnfchwäche ftnb 8-12 weiße ©fefferförner beS ©lorgenS nüch= tern Verfchlucft, fehr ju empfehlen, oberbaS magenftärfenbe ©ulver Sir. 193; ferner Vor ber ©tahljeit ein Heiner ©ßlöffel Voll Hoffmann'fehen ©tagenelijirö mit ©Jein, nach ber ©iahljeit balb Jtaffee. Stoch beffer aber ift baS Drinfen Von frifchem ©Jaffer unb ein feuchtes Dudj beftänbig um ben £eib gewicfelt, boch fo, baß feine Stift hin3u fann, ju tragen unb Si|bäber nebft falten Jtlpftieren fleißig anjuwenben.-©ei «fiopffchmerj nach Schwelgerei ift außer bem ©ulver Sir. 142 ber DuenbcU ober Dhimiantbee befonberö ju empfeh» len; nach vorangegangenem iRaufch ©etonie= ober ©unbermannfrautsDhee, auf er btefem ©ewegung im Freien, falteö ©Jafchen beS «RopfS unb etwas guter ©Jein jum Frühftücf. Dem herannahenben ©arojiSmuS eines periobifchen halbfeitigen gaftris fehen JtopffchmerjeS beugt man oft burch folgenbeS Brechmittel vor: Stimm: Jtraufentünjenwaffer 4 Unjen, Brechweinftein 3 ©ran, .Rraus femünjenfaft 2 Duentchen. Sille ©iertelftunben einen ©ßlöffel bis jur ©Jirfung. 235 2luf jeben Fad wirb tventgflenö ber baburdj fepr gemäßigt. 93ei ncrvenfcpwacpen grauen bient bie Dinftur 0h. 172 auSnepmenb. 33ei «ftopfs fcpmerjcn, bie mit einer ungewöhnlichen Trägheit beS StuplS verbunben ftnb, gießt man bie 2lloe (f. 0h. 157) ober bie ötoloquintentinftur ju 5-10 Dropfen ade 3 Stunben bis jur SBirfung. 4?ier, fo wie überhaupt bei jebem langwierigen Jtopffcpmerj, bient baS 0liefemittel 0h. 192. 4) Die Jtopfgid)t. Diefer Jtopffcpmerj ftel)t mit ber ©icpt, naments lid) mit $obagra in SSerbinbung, ift aber aucp bie Srolge ton 9lü<ftritt ber Olofe, ber Flechten, beS Weißen FluffeS, ber golbnen Qlbern, gewohnter Schweiße. Grverfcpont feinen DpeilbeS Jtopfö, bie «Rnocpen nicQt ausgenommen, unb erfcpeint geir als ein heftiger, ftetö fort»ütpenber allgemeiner, ober als ein periobifeper tjalbfeitiger «Ropffcbmerj.-2)lan bepan* beit biefen Scpmerj nacp Umftänben fowie ben rpeumatifepen, gaftrifeßen unb trampfpaften «Ropffcpmerj.-2)?an leitet burdj falte Senfteige an bie ÜBaben baS sBIut bei beffen Slnbrange vom «Ropfe ab, beförbert ben Stupf unb f)ebt bie 2)iagcnfcpwäcpe, wie oben angegeben, befonberS aber pält man bie Füße Warm. ®anj außerorbentlicpcn 0lupen leifteten oft bie QJidcn 0h. 179, ba= bei ber Dpee 9h» ISO. Sn fef)r partnäefigen Fäden würbe oft burep ben 14tägigen Gebrauch beS SOiittelö 0h. 192 pier unb bei bem rpeumatifepen Jhpffcpmerj Podfommene Teilung bewirft. Fontanellen fin'o hier immer nötfyig unb im Qlnfade feparfe Fußbäber (0h. 181.) ®ut ift meßt fetten WiebcrpolteS Schröpfen im 0lacfcn, fowie Senfmepl in ben Strümpfen ge= tragen unb ber ©ebrauep ber HöacpSleinwanbfoplen. 5) DaS fogenannte verfteefte SSecpfelfieber als periobifd)er «Ropffcpmerj. GS muß von ben anbern Wirten beS ötopffepmers jeS.wopl unterfepieben werben. Gr befällt gewöhnlich ben Jtranfen jeben Xag, am päußgften aber beS SJlorgenS, jur ganj bestimmten Stunbe. Die 0lacpt ift in ber Flegel frei, wirb aber nicht feiten baburep gefiört, baß ber Jtopffcpmerj ftd) fepon um brei ober vier Upr 2)lorgenS einftedt. Seine Dauer ift verfepieben, Von einer Stunbe bis ju 4, 6, 8 unb 12 Stunbcn. Sft er fef)r heftig, fo pflegt er niept lange ju bauern, wenn er aber milber auftritt, fo baß bie Seute ipren ©efepäften babei naepgepen fönnen, bann bauert er gewöpnlicp fepr lange unb verläßt bie Patienten faft nie ganj, aus ßer beS 0lacptS, wenn fte fcplafen; fo wie fte aber erwachen, ift er meift ge* linbe, mit leifem Jtlopfen anfangenb unb allmäplig peftiger. wetbenb, Wieber ba. Diefe Qlnfälle fepren auep bisweilen jweimal beS JTagcS regelmäßig wies ber, j. 03. beS borgens von 8-10 Upr unb beS 0lacpmittagS von 4 -6 Upr* Gr nimmt in ber Olegcl bie linbe Seite ber Stirn ein, wobei baS Qluge ju* gleich mit leibet. 0Mcpt feiten ift er mit einem gaftrifepen 3«ftanbe verbun» ben.-Sm 2lnfaU, wenn er niept übermäßig heftig ift, forge man für förper» licpe unb geiftige Slupe, palte ju grelles £icpt unb ©eräufcp vom Jtranfen ab unb laffe ipn mit etwas erpabenem «Ropfe auf bem Soppa ober 33ett 236 fifcen. Sin mäßiger Qlnfad tritt) baburdj erträglich unb gebt leichter unb fchnetter vorüber, als trenn ber Jtranfe äußeren Oteijungen fortwäprenb auS* gefept tfl. Steigt aber ber immer mehr, fo baß ber Satient unruhig unb ungeftüm Wirb, ober auch gar ju phantaftren anfängt, bann greife man breift ju falten bie man nicht auSwtnbcn unb recht oft erneuern läßt. ©iefe falten Umfchläge ftnb hier beffer als Senf* pflafter, Slutegel unb fclbfl 2lberlaß. Oie wohlthätige Hßirfung berfclben wirb auch bem Jtranfen alsbalb fühlbar, fo baß er unaufgeforbert bereu Sr» neuerung begehrt. SBährenb beS tlnfallS fann man ade fonftige Qlrgnei ent= behren, beim fte getrährt feinen Stupen.-3m Uebrigen behanbelt man ben Buftanb wie ein SSechfelficber. 6) Oer nervöfe Jtopffcpmerj. hierher gehören alle biejenigen Äopffchmcrjen, trelche bie 2)tonatSperiobe begleiten, ober nach ©emütpSbe« tregungen ober burch Schwäche entflohen unb bie unb <§pfterie begleiten. SS ift ein fchr läfligeS Uebel, hinterläßt aber feiten üble folgen unb berfchtrinbet mit ber ßeit von felbfl. Sei großer Oleijbarfeit bient bie SOlohnfamcnmilch £Qr. 183. 3ft baS Slut babei in Sßadung, fo nimmt man jebe Stunbe 8-10 Jropfen Jtirfch- lorbecrtraffer unter eine halbe Jaffe biefer SOiilct;. Ungemein bicnlich ftnb bann auch bie Jropfcn Dir. 184.-Sei vorangegangenen aufregenben ©e* müthSbetvegungen bient baS Pulver Str. 155 unb in ber Btrifchenjeit bie QJZigtur Str. 185.-3ft baS ©eftcht blaß, feine Slutaufregung vorhanben unb nicht Stuhlverftopfung ju befürchten, fo giebt man baS OoVer'fche Pulver ju 6-8 ©ran mit ade 3, 4-6 Stunben. Sei -üJlagenfchträche Kaffee, bie Ouaffta (f. Str. 189) unb STiagenelijir (60-80 Jropfcn in S3cin). ScfonberS bicnlich ift hier t>ie JtaSfaridenrinbe (Str. 186).-Sntfteht ber Jtopffchmerj auS einem Beiben ber ©ebärmutter, bann bienen bie Jirampftropfen SQr. 187; entfloht er auS adgemeiner Schwäche, bann gebe man bie Jropfcn Str. 188 im s2lnfad. Slußer bem 2lnfalle gebe man 8-14 Jage juerfl Str. 190 unb bann Str. 191; außerbem aber Sees bäber, Staplbäbcr (2-4 ßoth Sifenvitriol) unb bie eifenhaltigen ©efunbs brunnen: $9rniont, Jtubowa, 5'linSbcrg u. f. w.. Sine gehörige Qlnwen« bung ber falten SBafferfur heilt oft noch in ben vcrjwcifcltftcn Jäden ber Qlrt Sci jeber 2lrt biefcS nervöfen JtopffchmerjeS ift baS Jtafcenfraut, wie ftarfer Jhce getrunfen, fet;r ju empfehlen, fo wie ber Schwefeläther ju 20 Jropfen auf Bucfcr; ebenfo ber bcrnflcinhaltige Salmiafgeift (Eau de Luce) ju 10-15 Jropfen. 2luch bie Ölicchmittel ftnb fel;r linbernb im 2lnfade: bahin gehört ber eben genannte Salmiafgeift, baS englifche tÄiethfalj (1 Salmiaf unb 3 Jheile Skinfteinfalj) ober Stimm: Scrgamottöl eine llnje, .Rampher, Opium, Von jebem ein hab bcS Oucntchen. Bum atieepen. 3um Sinreiben ber Schläfe, Stirn u. f. w. bient $offmann'S SebenS« 237 balfam, Jtajehutöl, Schwefeläther, Dpiumtinftur, befonberS aber folgenbeS Sälfccpen: 0Umnt: AluSfatenbalfam eine halbe Unze, Storap, RJeruvianifcpen 29al* fam, von jebem ein Ijalfceö Quentchen; SRofenvI 12 Sropfen. 2-3mal tag* lieh einzureiben. Bum Söafchen: SufammengefehteS Savenbelwaffer, «Kölner SBaffer, fHofenefflg.-Auf bie Schläfe legt man eine Alifchung von 2 feilen ®alba* unb 1 Shcil fpanifdjeS Sliegenpflafter, auf £eber geftrichen. Sinb bie Süße falt, fo mache man falte Umfchläge auf ben Jtopf, unb nehme warme Sußbäber, ober man umhülle bie Süße mit bicht anlicgenben naßfalten $Xücf;ern, woburcß bie falten Süße am heften erwärmt werben. ©efcllt ftch, wie eS bei einigen grauen ber «Ropffchmerz jum Weißen Sluß, bann muß biefer Vor allen Singen beseitigt werben; auch bür* fen biefe Von ben Sußbäbern feinen ©ebraueb machen. Srocfcne Schröpfföpfe im SQacfen, ben (Schultern, pinter bie Obren finb in allen Arten beS nervöfen «Ropfwep'S ein ganz vorzügliches 9Rit* tel. 3n manchen verzweifelten Säßen half baS Abfcpeeren ber <§aare unb baS 33cbecfen beS JtopfeS mit bem 9lr. 202. Alan muß eS jebocQ Alonate lang tragen unb bei ber ASieberfepr ber Schmerzen jebcSmal er* neuern. Sine fcpleicpenbe Alagenentzünbung ift namentlich bei grauen fepr häufig ber ®runb langwieriger «Ropffcpmerzen, bieß muß baher ermittelt werben, benn bann heilt man ben «Ropffcpmerz nur, wenn man ben verborgenen Seinb entbccft unb beftegt. {Reifen, freunblicbe Unterhaltung, Srucf beS .RopfeS mit ber ober bürd) S3inbcn, Abhärtung (baljer namentlich bie SBafferfur), «Reufcppeit, Aßarmpalten ber Süße (eS werben Sohlen von ©olbpapier unb bie beiben golbenen Släcpen über einanber in bie Schuhe gelegt) ftnb hier immer fetjr wopltpätige Singe. 3m Allgemeinen ift noch zu bemerfen bei jebem baß zu Anfang ber .Rur wohl immer Blutegel, 33e* förberung beS Stuhls unb ber «fjautauSbünftung bie ftnb. § 123. ®er 3nl)iifd)incrz. Sn ber Oiegel glaubt man, eS gäbe fein anbereS Alittel, um biefeS befannte unb oft fo äußerft qualvolle Uebel gründlich zu peilen, als baS Ausziehen beS ßahnS, unb felbft Sahnärzte von $rofeffton fdjeinen meiftenS fein beffereS zu fennen.-Allein biefe Meinung ift bei weitem nicht fo unbebingt richtig als eS beim erften Slicf ber ft-all zu fein febeint, benn felbft baS eines BtueS berechtigt noch feineSwegS, ißn fogleich auSziehen zu laffen. Sie Schmerzen an einem hohlen Sahne entftehen in ben feltenfien fällen zunächft unb einzig von bie= fern 33cinfraß, gewöhnlich rühren fte von 9lebenumftänben her, bie fleh leicht unb ohne SSerluft beS Stueö heben laffen; unb auch felbft bann, wenn bieS nicht ber Sali wäre, fann man fte mehrentheilS ftillen, ohne ben Stu aus* 238 jiqiepen. 5lm Wenigften barf man mit bem eines poplcn 3apncS eilen, trenn er ein vorderer ift, trenn mehrere Bäpne jugleid? fcpabpaft ftnb, unb trenn ber 93einfra£ ton inneren Urfacpen feinen Urfprung nimmt. ®e= meiniglicp wirft bie innere Urfacpe nach bem eineö fepabpaften BapneS auf anbere Bäpne, unb man fepafft baper burep biefe Operation f eis neu wirf fiepen Stufen, fonbern Bef cpleunigt nur ben (Bcrluft mehrerer Bäpne unb bie Erneuerung ber Scpmerjen. Stur wenn ein popler B«Bn ganj uns brauchbar ift ober (Befcpwerben terurfaept, bie auf feine anbere 5lrt gepo* Ben werben fönnen, barf er auSgejogen werben. Eine fepr päupge, Bei weitem päuftger als man gfauBt, torfommenbe (Beranlaffung, bap ein popler fcpmerjpaft wirb, geben Unreinigfeitcn, 3. ®. Speifercfte, welcpe in feine höple bringen unb ben Stert reifen. QluS biefem ©runbe ift nicfyt nur Sebem, ber pople Bäpne pat, häufiges (Reinigen berfelbcn als ein fepr wirffameS (BorbauungSmittel ju empfeplen, fonbern biefeS auep Bei jebem opneUnterfcpicb fogleicp, trop beS bas burep anfänglich termeprten ScpmerjeS, ju unternehmen. Oie genügt pier niept, fonbern ber Bapn mu9 fcwgfältigft termittelfl irgenb eines 3ugefpi|ten ton feinem ungehörigen 3npalte Befreit unb bann mit lauem auSgefpült werben. Sehr oft terfepwinbet nacp gepöriger (Reinigung aller Scpmerj; er ters fepwinbet aber niept immer, fonbern wirb burep ein inneres Reiben beS Sters ten felbft unterhalten. Oer Stert leibet bann entweber burep (Blutanbrang unb Entjünbung, ober an erpöpter (Reijbarfeit, ober fcpmerjt in &olge gas ftrifeper (Reibung ober rpeumatifeper 5lffeftion. Oer entjünblicpe 3 aP nfcpmer3 fommt befonbcrS bei jungen unb bei fräftigen, tollblütigen Leuten tor. SRan beobachtet ipn bei Solchen, bie an ben SBeftpwerben ber golbenen dlbern ober öfter an Scpwinbcl unb «Ropfs wep leiben; auep bei hpfterifepen unb bei Scpwangern (in ben erften 2Ronas ten ber Sdjwangerfcpaft) unb felbft bei -23Icicpfücptigen in ber unters brüeften $eriobe. 4?ipe, namentlich aber fcpneUer Uebergang ton £i|e unb Jtälte, fo wie umgefeprt, unb fretnbe «Rörper im B«pne rufen ipn pertor. Er bauert bisweilen SBocpen unb SWonate lang, jeboep mit tpeilweifem Stacps lap ober mit gan3 fcpmerjenSfreicn Bwifcpcn3eiten. Er ift reifjenb, poepenb, mit Spannen im «Riefer terbunben. Oie SRunbpöple ift pcifj, baS Bapnfleifcp ftarf gcrötpet unb etwas gefcpwoUen; bie döange ber leibenben Seite ift peip unb rotp. Oer fepeinbar terlängerte fchmerjt bei jeber (Berüprung ungemein. Oer Scpmers fängt jebeSmal leife an unb fteigt ftu« fenweife, aber rafcp, 31t einer aufjerorbentlicpen 4?öpe. Oie Unfälle [tollen ftep gewöpnlicp nacp ber SRapheit unb in ber (Bettwärmc ein, terfepwinben in ber freien Buft, 3umal beS (BormittagS. (Bei längerer Oauer entftepen Bapnfifteln ober ber B«pn flirbt ab. Bur «Rur gepört ftrenge Oiät unb füple'S (Berpalten. Oer «Rranfe ter» 239 weite bte 93ettWärme, foivte bie er ftetje baher be8 Korgenß zeitig auf unb befuepe feine von Kenfcpen überfüllten Orte. Statthafte Reifen, fowie ©etränfe, HD ein, Kaffee u. bergt vermehren bie Scpmerjen; bagegen nü£t ipm 4?imbeerefftg, Simonabe, falteS SBaffcr, befon« berä aber bie füf;Ienben ©etränfe Str. 16 unb 18. Küplenbe £ajanjen (SSitterwaffer ober Str. 22) unb ganj befonberg bie nieberfcplagenben Pulver Str. 155, alle 4 Stunben ein Stücf, falte, Stunben lange unb Senfteige auf bie 23eugefcite beä Dberarmä gelegt, Verminbern ben Qlnbrang beö Sluteö nacp bem Jtopfe unb befeitigen faft immer ben Scpmerj. SSlut« egcl finb fcpäblicp, trenn man fte nid)t an bie Knöcpcl beS ober nacp Umftänben an bie 2lftermünbung anlegt. 23ei fieberhafter 2lufregung unb entfdjiebener SSoUblütigfeit fann ein tlberlaf; am 2lrm gemacht werben, be« fonberö bei Scpirangern, ba biefe feine ©lutegel an bie Knocpel fepen bür* fen.-23or allen fcQarfen Kitteln muh ntan fleh hüten, fte an ober in ben Sahn ju bringen; eine reine Dpiuntpille befänftigt ben Scpmerj am beften. £)ber man bebient fiep als Kunbwaffer einer $affe voll lauen (SibifeTjtheeS mit jwei Kaffeelöffeln bittern KanbelwafferS, jeboep barf nicht ju Viel bavon Verfcplucft trerben. £)er nervöfe Sapnfeßwerj, ber oft bie fureptbarfte «geftigfeit er« reichen fann, befällt eben fo gut gefunbe al8 pople Säpne. «§pfterifcpe, ju Krämpfen geneigte jutreilen auch Scpwangere in ben fpätern Konaten ber Scpwangerfcpaft finb bemfelben päuftg unterworfen, feltcner Scanner unb Kinber. 2?er Scpmerj macht periobifepe 2lnfäße, ift fepr hef- tig, befonberS be8 StacptS. ©emütböaffefte unb anbere ©efunbpcitöftörun« gen machen ihn rege. 2)aö 2lu8jiepen führt jum Ueberfpringen be8 Schmer« jeö auf bie Stacpbarn; ift ber Sapn f<pon beträchtlich angefreffen unb bauert ba§ Uebef fd)on einige Seit, fo muh berfelbe entfernt werben. 3m -Wge« meinen verfährt man hier fo, wie beim nerVöfen Kopffcpmerj. ®ut tput hier oft, jeboch nur bei fel;r partnäefigen fällen, unb iro ber Scpmerj bie gröhte «§eftigfeit erreicht, ba§ Kittel 194; fonft ift eö hinreichenb unb befon« berö Schtrangcrn ju empfehlen, trenn man ju ben pulvern Str. 155 noch |-1 @ran 23ilfenfrautejtraft hinjufe|t. 2118 ein fel)r befänftigenbeö Kittel fann ba8 Kunbiraffer Str. 349 angetrenbet trerben. Sur Sinberung finb folgenbe Kittel bie betrährteflen: 1) £Ritft'3 Stimm: SeUabonnaextraft, Silfenfrautejtraft, Dbium, Von jebem 5 ®ran; gepulverte 29ertramirurjel 10 ®ran; Slelfenöl 5 tropfen; mache 1 ©ran feptrere Spillen, verwahre fte in einem wohlverpfropften ®lä8chen. (Sine SßiUe in ben hohlen S«hn Ju legen. 2) -§anbelö Sahnlatwerge. Stimm: Kampher 2 ®ran, DpiumpulVer 15 ®ran, Sellabonnaextraft 3 ®ran, gefochte8 Silfcnfrautöl | Quentchen; Kajeputöl, fpanifche 5'lie« 240 gentinftur, ton jebem 4 Sropfen. 3u einer flcinen Srbfe in ben 3at)n ju legen. S3on tiefen Seiten Kitteln barf nichts Verfchlucft werben. 3) Jtreofot. Kan befeuchtet ein wenig Baumwolle mit einem Sropfen Äreofot unb fügt eS in ben hof)len 3ahn; bet Schm er 3 verfchwinbet auf ber ©teile, fommt aber halb wieber, unb man mup ben (Gebrauch beS Kittels erneuern. 4) S)a8 SBeflreicßen beS mit ber (58 ift ein neues Kittel, welches fleh ungemein wirffam erwiefen hat. 5) 2)a8 Streichen ber beiben 93acfen mit einem Kagnet jaubert oft bie heftigften nervöfen in einem 5lugenblicf weg. 6) 93or allen Kitteln ber neueften 3cit, bie fchmersftiUenb Wirten unb na» mentlich auch &et lebet 8orm ton 2lnwenbung finben, wirb baS (Chloroform gerühmt.- baffelbe theilS ju Sinathmungen, in» bem 20-30 Sropfen auf ein gegoffen vor ben Kunb gehalten unb bei ber SSerbunftung Vorflchtig eingeathmet werben, in welcher SBeife eS eine voUftänbige (Smpfinbungöloflgfeit theilS örtlich auf bie fchmerjhafte Stelle felbft, inbem man ein wenig SBaumwoHe mit einem ober jwei Sropfen benefct unb an ben fchmerjhaften 3ahn unb beffen 3atjnftci]dj anbrüeft, auch Wohl äußerlich bamit bie Söange reibt.-5)ie lottere 2lrt ber -2lnwenbung ift allein 311 empfehlen unb wenn ber 3ahnf<hmer3 and) nach ei* nigen Stunben wiebertehren füllte, 3U wieberholen, ba bie Sinatljmung nicht gan3 ol;ne ®efal;r unb baßer, 3umal fleh fchon mehrfache UnglücfSfäUe 3uge» tragen haben, nicht ohne einen beobachtenben 2lr3t auöjuführen ift; auch er» folgt auf bie Sinatßmung eine 2lbfpannung ber ©efüßlSnerVen, bie feßr 3ar« ten unb febwaeßen unmöglich 3uträglich, fogar burch bie Kachwir» Jung feßr nachtheilig fein fann. S)er gaftrifche 3«hnfchmer3 rührt von Unorbnungen im 33er» bauungSfanale her. (Sr ift nicht heftig, nicht reißenb, mehr im 3aßne wü« thenb, bohrenb, 3ucfcnb, aber befonberS empfinblich burch feine 33et;arrlich= feit, burch baS Ununterbrochene feiner £>auer; er wirb 311 3eiten ftärfer, 3U Seiten fcßwächer, Verfdjwinbet aber nie gänzlich, fonbern melbet fleh forlwäß» renb. @r bleibt ferner nicht auf einen 3aßn befchränft, behnt fleh Vielmehr weit auS. 3n biefer 2trt bauert er mehrere Sage, felbft eine Sßoche unb bar» über, boch nicht fo lange wie ber ent3Ünbliche. SßiSweilcn macht bie babei herrfchenbe ärgerliche Stimmung beS Äranfen, bie belegte 3unge, bie un* reine beS SahnfleifchcS unb Kangel an 2lppctit ben gaflrifchen Ur» fprung beS £eibenS noch beutlicher. Sin (f. £Qr. 28) thut X;ier bie herrlicbften 2)ienfte unb beflegt ben Schmer3 nicht feiten mit einem Schlage; oft fommt man aber mit milberen, bei ben gaflrifchen Unreinigfei» (f. § 102) angegebenen Kitteln auS. ®an3 Vor3Üglich Wirft aber hier fol» genbeS: 241 Stimm: ©rcdfwcln, efftgfauren «©almtafliquor, von jebem 1 Quent* djen, einfache ©piumtinftur j «©frupel. 2llle 2, 3 «©tunben 20-30 Sropfen in SBaffer ju nehmen. ©er rlfeumatifdfe «gier braunen bie nicht hohl ju fein, unb meifl werben jugleicg mehrere bavon befallen; wo aber ein hohler B«hn Vorhanbcn ift, wirb er oft ein wahrer für alle rljeu* matifdjen Unwetter, bie im Körper aufjiehen. 2)lit ben Bahnen jugleich ift gewöhnlich auch bie ganje (©eite beö Jtieferö, beS JtopfeS unb 45alfcS fchmerj* haft, ©er «©cpmerj ift heftiger als ber gaflrifcge, mehr reißenb. 93eim £Rhcurnrt*igmuä (f* § 99) ift baS Weitere barüber bereits gefagt worben. (Erwähnen will ich nur noch, baß aus Jtleicn geformte 33reium* fdjläge, wenn man biefe fo oft erneuern fann als fie erfalten, grofje Sinbe* rung gewähren; fann man aber nicht teclft fieber vor ©rfältung flehen, fo muß man lieber troefene .Riffen auflegen. .Riffen, bie mit Jtochfalj gefüllt flnb, baS man vorher auf einem glühenben 33lcch fo lange hat fniftern laffen, bis eS aufhört ju fniftern, eignen fleh flnl heften, benn fie galten bie 2ßärme am längften. § 124. SÖJflflcnframpf, SRaQcitfcgmcrj. SEoHte man hier, fo wie überall, bie Wcittel bagegen ohne alle Sluöwahl unb nähere Q3erücfftcgti= gung beS eigentlich franfbaften BuftanbeS, worauf ber SDtagenfchmerj beruht, anrathen unb anwenben, fo fönnte man Piel Unheil ftiften. Jöefonberö wich* tig ift in biefer SSejiehung ber Unterfcgieb, ber jwifeben ben SWagenfcbmerjen ftattfinbet, welche auf <5d)wäcbe unb franfhafter Oteijbarfeit ber SlerVen, unb jenen, welche auf 33lutüberfüUung unb auf entjünblicher Dieijung beruhen; benn biefe beiben Buftänbe verlangen ju ihrer Q3efcitigung ein burchauS ent* gegengefefjteS Sßerfahren. Um eine flare ©infugt beS UnterfchiebeS beiber ju erlangen, foll ihr ®ilb gegenübergefteUt werben. SQervöfer «Wagenfctymerj. 1) ©er (©cQmerj ift heftig, wirb aber burch ©ruef elfer genülbert als Vermehrt; er macht oft ganj regelmä* fjige Raufen. 2) ©ie Bunge ift weißlich. 3) ©er «Speichel änbert nicht baö blaue ßactmuSpapier. 4) .Rein ©urft; ber 2lppetit ift oft ftärfer als er fein follte. ® ntjünblicher 1) ©er ©cbmerj ift feiten fegr hef« tig, wirb oft erft beim dufferen ©ruef empfunben unb wirb burch ©ruef je* beSmal weit heftiger, ©er (©chrnerj, ift niemals gänjlicg verfchwunbcn. 2) ©ie Bunge ift oft biet belegt mit rotier <©pi|e unb rotten Ülän* bern. 3) ©er (©peichel färbt ba§ blaue CacfmuSpapier roth. 4) ©er ©urft ift fafl immer heftig, ©er .Rranfe verlangt nach faltem ®e* tränt. ®ar fein QIppetit, ja oft fo* gar 2QiberwiUe gegen «Spcifen. "Der $flu«frtunb» 242 5) £er Sd)merj Wirb nicht feiten gemilbert, wenn ber Jtranfe etwas ju fleh nimmt unb erneuert fiel; 2 bis 3 Stunben nach bem (Sffen. 6) Durchfall ift feiten, gewöhnlb eher hartnäckige SSerftohfung. 7) $£>er Urin ift mciftenS bleich, Wirb I;äuftg gclaffen unb jcbeSmal in kleiner 2)?enge. 8) 2)ie Äranthcit jieht fleh oft eine (Reihe Von Bahren hin, ohnc baö übrige (Bepnben ju ftören.-Buweilen ftnb jtiirjathmigfeit, unb ©licberfchmerjcn bamit Verbunben. 5) ®er Schmerj wirb jebeömal gleich nach bem (Sffen heftiger. 6) <§at bte Jtranft;cit eine Beit fang beftanben, fo jeigt ftd; oft 2)urch* fall. 7) £>er Urin ift hochgefärbt unb wirb nid)t ungewöhnlich fyäufig ober reichlich entleert. 8) 2)ie Jtranffyeit macht einen fürs jeren ©erlauf, obgleich fte ftd> auch oft längere Beit l;injiel)t. dauert bie Jtranftjcit lange, fo entfielt 2lbmages rung, grofje Schwäne, eine fdjmufcige ®eftd)t3farf>e unb Sieber. (Beruht; wie bieS fct;r häufig berSall ift, ber entjünblicfye SKagenfdfmerj blofi auf einer Vorübergehenben SSoHblütigfeit ber SJlagengegenb, fo finb (Blutegel borttjin, beffer jeboch an ben Elfter, unb bei unterbrächet ober ju fyarfamer SJlonatSperiobe an bie JtnöcQel ber Süfje gelegt, fo irie ftünblich 10 QSitterinanbcltraffer in ber 9Hol;nfaincnniilcQ (f. SQr. 183) ges noimncn, QlnfangS bie «gaulptmittel. SQad) ben (Blutegeln bebecfe man bie «gerjgrube mit bcm (Breiunifhlage 9cr. 106. ßietyt fleh ba§ Uebel in bie Sänge, fo reibt man nad) ben (Blutegeln bie Salbe 9lr. 74, jeboch ohne ein unb gicbt ba§ Mittel £Qr. 81, wa§ ljier Von ganj Vorzüglichem SQufcen ift. (Siehe ferner § 89, wo von ber fcQleicfjcnben SRagenentjünbung bie {Rebe ift.) Ungemein häufig entfielt ber SRagenframpf au§ einer entjünblichen SRei= jung bcö (Rücfcnmarfö; Wie biefer ßuftanb ju erfennen unb ju bchanbeln ift, f. § 87. SPlan Verfäume öS ja nie bei bicfem Uebel, auf bie bort angegebene 52lrt bie (Rücfenwirbclfäule ju unterfingen, bennbaburch wirb man oft in ben Staub gefegt werben, ben Oranten bie fchnellfle £ülfe ju berfebaffen, felbft ba noch, wenn auch fd)on 3al;re lang alle anbern Mittel Vergeblich anges wanbt würben. ?lnjugeben, wie alle bie verfebiebenen -Urten bcS SRagenframbfcS grünbs lief; geljeilt werben Tonnen, fann hier nicht verlangt werben; nur waS man jur SBefchwidjtigung beö Unfalles felbft ju tljun bat, ift nüfelid) ju wiffen. «Beim galligen -Kagenframpfe, ber Anfangs <£>erbft oft mehrere SOcenfd)en befällt, unb ber fonft gewöhnlich nach heftigem Born unb Borger entfteht, hilft am beften unb meiftenö febr eine 2)lefferfvifce Voll mit wenig SBaffer, unb fogleicQ barauf einen ©fjlöffel Voll Sitronenfaft 243 ober Gfftg genommen, ober bie ©raufepttlver 9lr. 21. Dft ift fcQon ein voll $omeran$enz unb Gitronenfaft ober fetyarfer Gfftg hinlänglich. 9)iagenf ramp f von Grfältung. Ginc fchr häufige Urfache, 3. 23. burdf leidste Jtleibung, feuchte ffiofynung, burch baS ®efd)äft beS SBäfdjenS (baljer eine gernähnliche Jtranffyeit ber ©äfdjerinnen.) GS bient £;ier eine forgfältige Grtvärmung beS JtörperS, befonberS aber ber ftüfjc unb SJtagcngcgcnb, burd; Süeiben mit erwärmtem Slancll, baS 2luflcgen eines l;ei* fjen eifernen SDecfcIö, -23actftcinS ober warmer frampfftillenber Mittel, befon? bcrS 9lr. 126 nnb 9lr. 106; ein warmeS Sufjbab bis an bie Jtniee. Schnelle «hülfe leiftct oft ein Vorder in Sßaffer getauftes, bann auSgebrücfteS unb auf bie 9)lagcngcgenb boppelt ober breifach jufammcngelegtcö Stücf Scinwanb, auf baS man Ijier unb ba flüchtigen Salmiafgcift fo lange tropfenweife fallen läpt, bis auf ber äufjern «haut ein gelinbeS trennen entfielt. 21 ucQ bie Gins rcibung 21 r. 127 unb 128, noch mit 2 Quentchen Dpiumtinftur verfemt. Snnerlidj giebt man: Stimm: Gfftgfalmiafliquor 6 Quentchen, «RamiUcnblüthcntoaffcr 3 Unjen, <ftamiUenblüthcn=Sprup 6 Quentchen. 21 Ue halbe Stuuben einen Gfjlöffcl bis 3ur £inberung ber Schmersen. Sehr gute JDienfte leiftct and) ber Jtampher (f. Sir. 118.) 2)lagenframpf Von SBürmern. 2(n ben Seiten ber SBürmer ift biefer ßuftanb 3U erfennen. «hier muffen biefe vor allen Gingen entfernt werben. (f. 2öurmfranfl;eit.) SJlagenf ra mpf von SSinb en. £>iefe 2lrt quält gewöhnlid) bie fterifcfyen. Sie befielet in einem fcljr peinlichen ®efül}l von 2luSbehnung, Spannung unb 23olll;eit bcS 2RagcnS, ivobei ein bcftänbigeS 2lufftofjen von £uft Vorlauben ift. 3m 2lnfaUe leiftct hier ber ftintenbe 2lfant fotvol;l burd? ben 9)1 unb, (9limm: Stinfenbcn 2lfant 1 Ducntdjcn, 23feffermün3cn=Sprup 1 Un3e, $feffermün3enivaffer 3 Un3cn. 3ebe halbe Stunbc einen Gfjlöffel Voll bis 3ur Binberung) als auch im (f. 92r. 165) bie beften 2)icnfte. 23ei hpftcrifchen grauen ftnb bie Pulver 9lr. 199 oft Von grofjem blühen. Sehr 3U empfehlen ift hier bie ätherifdje Sibergeiltinftur in JtamiUenthee, 30-40 tropfen alle halbe Stunben; beSgleidjen 2ßfeffermünjenol 1-2 tropfen auf ßueter. Sftagenframpf Von SDtagenfäure unb feßarfen 2)lagenfäften. Gr tritt gctvöhrtlid) tvenn ber Klagen leer ift; bie 23el;anblung ift bie= felbe wie bei ber SSerfäuerung beS 2XageuS (f. § 106). 2) er rein nervöfe SKagentrampf. «hier ift folgcnbeS Mittel fehr ju empfehlen: SQimm: Silfcnfrautejtratt 6 ®ran, 4?opfentinftur | Unje. 2lUe Stun« ben 30-40 Stopfen. 244 $0$ baS t>erüt;nxtefte Mittel ift her fafreterfaure SßiSmuthfalf 9h-. 199), ES hat fleh bureb fortgefefcte Beobachtung fo bewährt, baß man jefct unter ben 2lerjten allgemein überzeugt ifb, baß jeber nervöfe tagens frambf mit Sicherheit bamit geheilt werben fönne. Bei bem fo häufigen SD?a= genframpf ber Srauen wirb eS jebod) juweilen Von bem Eifcn (f. SRr. 201) noch übertroffen, ßur Sinbcrung bcS SchmerjcS unb «RrampfeS flnb bie SDtagenbalfame unb Einreibungen SQr. 196, 197 unb 198 ungemein bienlich. SBährenb beS OebraudjS beS SCßiSmuthfalfS, fo wie beS EifenS, mujj bie ©iät folgenbe fein: Sf;ee, gefchmortcS, fetfarf gerößeteS Sleifcß, Saljs fifd)e, getäfelte Sachen; weingeiftige ober auS SWalj bereitete ©etränfe flnb ju unterlaffen. Seichte tt;ierifcf)e Währung, Hühnerbrühe, (Jlinbßeifchbrühe, nadj unb nach gef odfreS ober leicht gebratenes Steifet), mageres Jtalb= ober Hammelfleifch flnb ju empfehlen, aber nur in Heinen Portionen auf einmal, unb 5-6 Stunben muffen wenigßenö jwifcfyen einer unb ber SWahl« jcit Vergeben. Statt bcS $l;ee'S fann man einen fcfytoacfyen Jtaffee ober einen ©fwe Von .ftafao trinfen. Sn Säßen, wo bie Jtranfen fleh oft fefjon Sahre lang mit btefer Jtranfs heie geklagt haben, hat mehrere Sliale bie 2lnwenbung beS reifen Samens ber Hagebutten I;cilfam bewiefen unb rabifale Hülfe gefd)afft. SolgenbeS ift bie einfache 2lrt ber 2InWenbung berfelben. ©er Jtranfe, VorauSgefefct, baß feine befonbere Entartung bcS tagens ober bcutlidfe gaftrifche Ur-fachen bem 2)?agcnframbfe ju ©runbe liegen, nimmt einmal täglich, borgens nüchtern, einen Teelöffel voll beS in feinem natürlichen Suftanbe verbleibenben Sas nicnS ber Hagebutten mit einem Eßlöffel voll alten 2Jiabeira=2ßcinS, unb fe£t biefeS bei einigermaßen flrenger ©iät 8-14 ©agc fort. Oft verliert ftd) ber Sftagenframpf feßon nach bem jweiten ober britten 2)'ale bcS ©ebrauchS jenes Samens gänjlich. § 125. ÄVotif. 2)?an Verficht barunter Sdjmerjen in ben ©ebärmen, Von mehr ober weniger Heftigfeit. Sie flnb jufammenjiehenb, reißenb, bren« nenb, im Höl;ern @rabe mit Slngft, faltem Schweiße verbunben, mit ober ohne SeibeSöffnung. Hat ber Traufe Stuhl, fo ift ber ßuftanb niemals fo gefährlich als Wenn er babei hartnäcfig Verftopft ift. ©er Verlauf beS UebelS fann in cinjelnen unterbrochenen Qlnfällen beftehen ober anhaltenb unb uns unterbrochen fein. 3n biefern Salle entfteht bie Jtolif wahrfchcinlich von eis ner örtlichen Urfache, Von Verfchlucften fcQarfen ©ingen, einem eins geflemmten 53rucb, ift bal)er Von SBebcutung unb gefährlich. 3ebe nur einigermaßen heftige unb befonberS hartnäcfige Jtolif ift von SBebeutung unb fann unter Umftänben wohl felbfi lebensgefährlich werben. SDlan wirb batjer am heften thun, in folgen Säßen fobalb als möglich ärjts liehe Hülfe nachjufuchen. 3n ber tRegel hält man Anfangs jebe «Rolif bloß für verhaltene SBinbe 245 unb glaubt in Bittern Sllagentropfen, bitterem gewürzhaftem -Branntwein u. bgl. ftcQere 45ülfe bagegcn ju finken. Qltlein bieS ift ein gefährlts eher Srrthum, her trotzt im Staube ift, ben traurigften QluSgang berbeijus führen; benn gar nicht feiten ift, wenn auch nidj>t fchon eine irirflidje begin= nenbe UnterleibSentjünbung, bocQ -Slnbrang, Stocfung unb UeberfüUung von Blut im llnterleibe bie Urfache biefer Schmerzen, wo man bann natürlich burch folche erbifcenbe Dinge nur Del in'S fteuer gief?t unb fo eine lebensgefährliche llntcrlcibSentjünbung ba jum SluSbruch bringt, wo bieg bei einem ntilberen Verfahren nie wäre. Sluch h'er/ trie bet Kber anbern Jtranftjeit, Worauf wir fchon fo oft im Verläufe biefer Schrift unfere Sefer aufmerffam gemacht haben, giebt eS fein Mittel, Welches für alle ftäUe pabt, fonbern bie bem SeibeSfchmerj jum ©runbe liegenbe Urfache muh richtig erfannt unb bars nach Verfahren werben, wenn wir baS Ucbcl befeitigen wollen. 3e milber unb reijlofer man im Slnfange einer jeben Jtolif verfährt, um fo eher wirb man groben Stufen unb niemals irgenb einen 9tachtbeil ftiften fönnen. Schleimige unb ölige -Kittel, jur Befchwichtigung beS hier immer Vorhanbenen JtrampfeS, unb fanfte Befreiung ber ©ebärme Von ben hiev ftctS anwefenben Unreinigfcitcn bringt jeberjeit grobe Erleichterung, ja oft gänjliche Teilung. Die fchnellfte Sinberung ber Schmerzen fdjafft man burch 4?aferfchleim, Seinfamenthce (f. 9k. 203), 1 Söffe! -Kanbels, 2Jlohn=, Seinöl. Weit biefem Kittel müffen auch bie ben Darmfanal reinigenben verbunben werben, vorzüglich Verbient I;ier baS OiicinuSöl ju 1-2 Eßlöffeln voll anges wenbet gu werben. Sluct) leiften 2 Sott; Kanna mit 4 Sott; Kanbelöl in eis ner Jaffe Suppe genommen herrliche Dienfte, fo wie auch bie fünftliche Kilch £Qr. 204 a. Sehr bicnlich ftnb auch begleichen JUpjltere (f. Str. 204 b) unb äubere Kitttcl, wie Einreibungen von flüchtiger Salbe, gelochtem <ftas millens ober Bilfenfrautöl, warme Bretumfchläge (befonberS Str. 106, jes hoch ohne Schierling). Ein in jeber «ftolif, nur nicht bei gar ju reizbaren nervenfchwachen ftrauenjimmern, ungemein heilfräftigeS Verfahren ift bie äubere Slnwenbung beS falten SBafferS. Kan bebient ftd) beffen bann als Siijbäber, falter, Piept anfcpliebenber Umjcpläge um ben Seib, falter Älpfticre unb namentlich als häufigen ©etränfS. Daburch unb ganj befonberS burch bie hebt man nicht nur bie Einlage jur Eutjünbung, fonbern auch ber hritigfte «Strampfjuftanb in ben ©ebärmen wirb fchncU befeitigt. 9lur mub alSbann ber Jtranfe oft Stunben lang im Verweilen, baS währenb biefer Seit warm geworbene SSaffer aber immer Wieber mit ganz faltem SBaffer Vcrtaufdjcn unb baS ®ab überhaupt nicht eher vcrlaffen, als bis ber Schmerz gänzlich Verfchwunben ift. SQur bei gar zu reizbaren QJerfonen mub SlnfangS baS SBaffer zu ben SSäberw, vorzüglich aber zu ben Jllpftiercn, nicht ganz falt genommen werben, hoch fehr halb fann unb mub wan auch bei biefen baS Sßaffer fo falt als man öS haben fann, anwenben. Sille übrigen Mittel, 246 bie fchleimigen ©etränke adenfadS ausgenommen, bie aber alSbann eßet kühl als warm gereift merken muffen, werben burch biefe mit kaltem SBaffer überflüfftg gemacht. S)aS ift cS wohl aber auch, weshalb bieS gar 311 einfache -Kittel fo oft von anbcrer Seite her angcfcinbct wirb. Kit gutem ©ewiffen kann ich bie Sßerftdjerung geben, bafj Stiemanb, ber meinen (Rath hierin befolgt, cS je 31t bereuen haben wirb. Sehr häufig ftnb Unreinigkeiten beS KagehS unb ©armkanalS bie Ur» fachen ber Ä'olikfchmersen, worunter ftch namentlich ber gallige £eib = fchm er 3 wegen feiner Heftigkeit auS3ei«hnet. ©iefer ©adenkolik gehen alle bie oben § 104 angegebenen ©rfcheinuns gen galliger Unreinigkeiten im SRagen unb ©armkanale voran, woraus man fte auch nur erkennen unb Von anbern Arten ber Jtolik unterfcheibcn kann. Hierzu gefeilt ftch nicht feiten ein fieberhafter Buftanb, ja felbft juweilcn ein beutlicheS ©allenfieber. ©er Si§ ber ungemein £;cftißcn Schmerjcn ift bie Slabelgegcnb. 2)ie SSerftopfung ift hierbei oft fo hartnäckig unb baS unb ©rbrechen fo anhaltenb, bap bie Krankheit in S)arment3Ünbung überjus gehen broht. Sie entfteht auS galligen Unreinigkeiten unb wirb fo wie biefe burd) biefelben Urfachen hervorgebracht, ©aber entfteht fte in ber (Regel bei vor= angegangener fel;r Ijcifjcr im Herbft ober nach -Acrgcr unb Born. Sel;r oft heilt bie (Ratur biefeS Ucbel burch ein fehr Heftiges galliges ©rbre« eben unb einen galligen ©urchfad; beShalb ahme man berfelben nad). 33eVor biefeS jeboch geflohen barf, muh man fachen, bie Schärfe ber ©ade 311 mäpU gcn. >§ier3u ift befonberS 311 empfehlen ©itronenfaft mit einem ber oben angegebenen Dole, ober Sßomeranjenfaft für ftdj allein efjlöffelweife vcrfchluckt. ©ft ift ber Buftanb babei ent3Ünblid;cr Art, fo wie bei bem cnt3ünblid)en ©allenfieber, unb eS müffen ben 33rech= unb Abführmitteln 23lutent3ichuns gen vorangehen, bod) ift immer große SSehutfamleit hier an3uempfehlen, benn man fal; tiefe ©hnmadjten, Zähmungen unb 2Bafferfucht barnad) folgen. Beigt bie Statur baS 93eftrebcn an, ftch Von oben ber ©ade 3U entleeren (f. § 104), fo gebe man 15-20 ©ran 93rechwur3el mit 20-30 ©ran SBeinfteinrahm. Stach bem (Brechen führt man gelinbe ab, wenn nidft fcQon Von felbft flüfftge Stuhlgänge erfolgt ftnb. Am beften führt man hier ab mit 1 ober 2 ©fjlöffeln (RicinuSöl in Haferfchleim ober mit SBeinftcinrabm unb Kagnefta 3U gleichen 5'heilen gcmifcht unb bavon ftünblich 2 Vod in Sßaffcr genommen. 4?at ber Jtranke fo fd;on heftiges (Erbrechen, fo wirb bieS auf bie oben angegebene Art (f. § 121) geftidt, fo wie ber oft vorhanbene ©urchfad nach ber Sßorfchrift, wie fte in ber Abhanblung über ben ©urd)fad angegeben, be» hanbelt werben muß. Sehr Unrecht man, hier ben (Rath ber -Alten 311 Vernachläf|tgen unb baS häufige kalte ÜBaffertrinken 3U unterlaffen. ©e« 247 fdjießt bieö Im gehörigen 2)laße, nämltd> in fo großer SJZenge als möglich, fc Wirb Scßmerj, Durcßfall unb ®rßred;en feßr balb gehoben fein. 2lucß bie übrigen Unreinigfeiten im 'Dingen unb Darinfanale (f. § 102) erregen oft bie .ftolif; fo fann fte von einem verborgenen -Diagen, Von Säure, Serfcßleimung, Serfeffenßeiten, Stürmern u. bgl. erzeugt werben. 2)ian entferne hier bie veranlaffenben Urfacßcn nach ben bereits gegebenen Sors feßriften (f. § 102 u. folg.), unb baS Uebcl wirb bann halb gehoben werben. Sei jeher heftigen Jtolif ift ©ntjünbung Vorßanbcn, unb allein babureß fann fte töbtlicß werben. Dian barf baßer nicht warten, bis fiel) biefe form« lieh auSgebilbet ßat, fonbern wenbe foglcicß einen 2lberlaß an, fobalb bie Scßnterjen feßr ßj unb brennenb Werben, ßcß auf einer bcftiinmten Stelle feftfeßen unb ber Unterleib bei ber äußern Serüßrung einige ©mbßnbs ließfeit jeigt. 3a bei jungen unb Vollblütigen Seilten barf ber Sdjmcrj nur einigermaßen Tjeftig unb anßaltenb werben, fo ift ein folcßcr 2lberlaß jur Sorforge burcßauS nötßig. Sehr oft ift ein eingcflemmter Srucß bie heftiger Jtolifen, unb biefe Urfache wirb häufig jum größten Slacßtßetl für ben Äranfcn überfeßen. Oft wißen bie Jtranfen gar nicht einmal, baß fte einen Srucß haben, ober, was ben Sob ßerbeifüßren fann, fte verhehlen ihn oft aus Scham. Deßßalb Verfäume man baßer nie, fogleicß eine cßirurgifcße Unterfucßung an folcßen Stellen (ben Söcicßen) veranftalten ju taffen. Dian muß hier immer bebens fen, baß öS fo flehte Srücße giebt, bie nur äußerft feßwer ju entbeefen ftnb, ja baß einige woßl gar nießt ätißerlicß bemerft werben fönnen. ©inen eins geflemmten Srucß ßat man ftctS $u Vermutßen, wenn bie Jtolif vlöfjlicß unb bei einer bent (Sntfteßen unb ©inflemmen von Srücßen günftigen ©clegenßeit entftanb, baßer nach einem heftigen Sturj, fVall, 2lufßebcn einer feßweren Saft, unb wenn bie erften Scßmerjen ßcß an einer fleinen beftimmten Stelle zeigten. Die ®efaßr beS SranbeS unb mithin in ber £Regel beS fteßern Sos beS ift bann immmer naße unb fcßnclle gefeßiefte cßirurgifcße <§ilfe burcßauS notßwenbig. SQacß jeber Jfolif füßre man gelinbe ab, am beften bureß -Slßabarber (15-20 @ran Sulver mit eben fo viel ßuefer), unb ßinterbrein ftärfe man ben Datmfanal bureß baS Mittel 9lr. 208. <g>ierburcß unb bureß bie Se* fleibung beS Unterleibes unb OiücfcnS mit Flanell auf bloßer <§aut, fow.ie bureß Sermcibung ber Diätfeßler, vergütet man am beften bie hier oft ftatts finbenben Hlüeffalle. § 126. 0d)lagflufj. 5>lößTicßeS Seßwinben beS SewußtfeinS, beS ©cftcßtS, ©eßövS, fowie ber übrigen Sinne unb ber SewegungSfraft, bei forts bauernbem £pu(S, «fjerjfeßlag unb 2ltbemßolen, nennen wir einen Scßlagfluß, boeß ift bicS nur ber ßöcßfte ®rab, unb ber Scßlagfluß fann fteß aueß in mib berer Sorm jeigen. Son ber ileßfie unterfeßeibet er freß bureß bie bei biefer vorßanbe« 248 nett »Krämpfe, Von her Ohnmacht burd) ben Tlangel ober f)od)fte Schwächung beS BulSfcplagS unb LlthemholenS bei berfelben, unb von bctn fjöcfyften ©rabe ber ©runtenheit burch bie Vorhergegangene Urfache, auch wotfl burch ben ©ernd) ber weingciftigcn ©ctränfe unb bie gewöhnlich bei ber ©runfen= X;cit nicQt ganj aufgehobene Bewegung. ©er vom Scplage Getroffene liegt irre int tiefften Schlafe, mit djenbcm Llthcm, ohne Bcwußtfein, ohne ju hören, ju fchen u. f. w., ol;ne alle BcwegungSfraft, mit Schaum Vor bem SJlunbe, hcruntcrhängenbcn Qlu= genliebern unb .Kinnlabe, Unmöglichfeit jn fchlucfen; unwidfürlichem 9lbs gang von Jtotl; unb Urin.-Buweilen ift ber Schlagfluß unVoUfommen, ber Jtranfe behält baS Bewußtfein, unb nur einzelne ©heile werben Von Läh= mutig ergriffen, ßuweilen wirb aueb nur bie ©mpfinbung ober Bewegung allein gelähmt.-©ie leicQtcfbcn Unfälle beS Schlages (bie baher oft gar nicht bemerkt werben) ftnb bie, wo nur einzelne SDluSfeln gelähmt werben, 3. B. im ©eficht, ein 9luge f(einer als baS anbere, ber Sllunb etwas fd)ief gejogen. ©cwöhnlich bleiben nach bem SlnfaHe entweber örtliche Lähmungen an äuße* ren ©Hebern ober Söerlnft beS ®ebäd)tniffeS, ber Sprache u. f. w. jurücf.- ©ie Urfachen beS ftnb fehr verfeßieben, unb banach tann man ihn in jwei wesentlich Von einanber unterfchicbene Älaffen theilen, nämlich inBlutfdjlag unb 91 erVenfchlag. »Kein Lebensalter ift baVor ftchcr, aber baS ©rcifenalter ift mehr als anbere LebcnSpertoben baVon bebroht. 1) ©er SSlutfdQlag entfielet von Blutftocfung im ©ehirn, unb biefe wirb erzeugt von BoUblütigteit, ©ritef auf bie «öalSgcfäße, burd) Berfnöd;es rung einzelner Blutgefäße, bie fiep häufig ©reifenalter jeigt, Von engen «§alsbinben, Jtleibung, ©efcpwülftcn am «fpalfe (»Kropf), Fehlern beS jcnS, befonberS auch von bem ©ruef, welchen ein mit Spcifen überfüllter Silagen auf bie Blutgefäße beS Unterleibes auSübt (baher ber häufige Schlags fluß nach guten SJlahljciten), ©rhängen, ©iefliegen beS »KopfeS, Von «§alS= unb Bruftentjünbung, Von ju ftarfem 3nffuffe beS Blutes burch heftige Bes wegungen, Leibenfchaften, Sonnenftich, cbenfo burch hefl'ÖC «Kälte (wo baS Blut Von außen nach innen tritt), geiftige ©ctränfe, ©runfenheit, Berfefcung Von «RrantheitSftoffen (ßurüdtreten ber ©idjt, beS ScharlacheS, ber Blattern, ber Olofe, ber Tlafern u. f. w.), <Ropfverlc§uttg, «öirnentjünbung. ©er Blutfchlag giebt fleh baburch ju ernennen, baß er Vollblütige, voHs faftige, wohlgenährte unb befonberS folche $erfonen ergreift, bie ben noch weiter unten 311 befchrcibenbcn fchlagflüffigcn Körperbau haben. ©ie bem Schlage vorangebenb en @rfcheinungen (auf bie man im höchftcn ©rabe ju achten hat, bamit man ftch vor fo großem Ungliicf bei ßeiten ftchere) beuten auf Blutanbrang nach bem ©ehirn. ©injelne ©ropfen Blut fließen gern auS ber 9lafe; öS wirb £>hrcnfaufen, ©rägheit, Schwere ber ©lieber, »Kälte ber äußeren ©liebmaßen unb im Jtopfe, »Klingen unb Saufen vor ben Dhvcn/ brücfenber »Kopffchmcrj, Berbunfclung ober 249 flammen unb fünfen Vor bett Qiagen, ftarTeS Jtlopfen bcr QBc« flommenpeit, topfen u. f. m. mahrgenommen. 93ci biefen ©rfd)cinuns gen glaubt oft bcr Jirante einen Scpnupfcn ju paben, bcr jcbocp nicpt fließen tritt. 93ei rafcper ©emcgung pat er ein fonberbarcS ©cfiipl, als fotttc er ftcp nacp einer Seite brepcn, babci manft unb taumelt er.-Der Ql n fall felbft fommt gemöpnlicp nacp einer QRapljeit ober beim ©rfteigcn einer £öpe, ober beS 31ad;tS nacp ängftlicpcn Sräumcn. ££)er Jtrantc fcpminbelt, rcbct irre, taumelt, pcbt bie Säfte, als träte er burcp tiefes QBaffer. Dabei crfcpcint baS Qlngcftcpt aufgebunfen unb gerbtpet, bie Blutgefäße am Jlopf ftnb arges fcpmottcn, bcr BuIS fcplägt ftarf unb heftig. Der Jtrante fällt, bcr QJhinb fcpäumt, bcr Qltpem ift fcpnarcpcnb, bic Qlugcn ragen perVor, fiepen ireit offen, bie Bupille ift febr erweitert, ftarr, bie eine Seite bcö ©cficptS ift frampfpaft verwogen, bie anbere nicht. So liegt bcr Trante fcplafäpnlicp opne Bemußtfein, trobei bie SBärme, jumal am Jtopfe, eper vermehrt als verminbert ift, meprere Stunbcn lang ba.-Jtommt bcr Jtrante tricber ja fiep, fo tritt er reben, ftammelt aber, meint, mitt bie gelähmten ©lieber bes tregen, fann cS aber nur pöcpft unVottfommen, unb fein ©eftept fyat einen unbefcprciblicp traurigen QluSbrucf, bcr baburep fepr Vermehrt mirb, baß er nur in ber einen Hälfte liegt, mäprenb bie anbere nicptS fagt. Die Säps mutig ber einen Seite nimmt in ben elften Sagen ju unb wirb enblicp total. 2) Der Sttervenfcplag. Diefer geht nicpt Vom Blute auS, fonbern beftept in einer burcp heftige Oicijung ober burcp gänjlicpeS ©cfunfenfein ber ßcbcnöfraft perbcigcfüprten ©rfepöpfung unb Säbmung ber ©epirntpätigfeit* ©r befällt nerböfe nicpt vollblütige Berfonen unb im popen Qlltcr, nach bcfti3 gen Seibcnfcpaften, heftigen Jträmpfen, nach ftarfem BlutVerluft, nach über® mäßiger QScfriebigung bc3 @efcQled>tötriebeö, nach Sttervenficbern u. f. m. 3m SQerVenfchlage fehlen in ber {Regel bie ihn vorher vertünben« ben ©rf cheinungen, ober fte treten bodj mcit treniger bcutlich hervor aU beim 93lutfd;lag. Die etma vorhanbenen bcftchen in Biehen unb Schmers jen im SQacfcn, ben ©liebem, Bncfungen unb Bittern bcr Sippen unb ©lies bcr, tranipfhaftcm ©rbrcchcn, ©cfühl von großer Schmähe unb SRattigfeit bis ju Ohnmächten, u. f. m.-Q?cim ©intritt bcö Ql nf alles felbft hat ber Bnftanb megen ber babei ftattßnbenben Jträmpfe viel -Qlehnlid)feit mit bcr Sallfwcht. DaS @cftc©t ift falt, bleich unb eingefallen, bie 9tafe QBährenb bcr JtonVulfionen ift bie Pupille eng unb bleibt eS bann noch, menn bie ©lieber fteif unb gelähmt merben. ©rfofgt nicht ber Sob, fo geht biefer Bnftanb in über mie beim ®lutfd;lag. ©rmaept bcr Jtranfe auS feiner fo nimmt bie QlnfangS ganjlicpe Sähmung ber ©lieber nach unb nach etmaS ab. Der Jtranfe meint niept, fonbern res bet irre, meiß niept reept, maS mit ipm gefepiept, judt mitunter unb benimmt fiep fremb unb finbifep. Die enge Pupille, bie QlnfangS gänjlicpe, bann att» 250 mählig abnehmenbe Sähmung unb bie viel größere Qlbwefenhcit t>c3 ©eifteä linterfdjeiben t>en Bervenfchlag vom Blutfdflage. Diefer Unterfdfleb ifl aber in her Behanblung beS SlnfaUS felbfl, fowie ber barauf folgenden Zähmung von her größten Qjöicfytiqfeit; bennwirb im Blutfcfllag baS Qlberlaffen verfäumt, fo flirbt her Jtranfe gewiß ober eS bleibt unheilbare Zähmung juriief; veranflaltet man es im ©egentheil beim SQervenfcfllage, fo wirb berfelbe ungünflige Grfolg barauS flervorgehen. Slber nic(fl baS -Slnfehen von Schwäche unb Blutmangel, nidfl bie Sllagcrfeit unb blaffe 8ark bürfen auf einen BerVenfdflag fdfließen laffen. Soldje ölen- fei; en flnb oft innerlich bie blutreichflen, unb man muß ihnen beim Scfllags anfalle bann felbfl im hvhcn 2l(ter fräftig 311 2lber laffen, wenn il;r $ulS Voll, flarf unb hart ifl. widrig ifl aber bei biefer Jfranf heit bie Einlage, benn Sdflib« liebfeiten, bie auf anbere SUcnfchen feinen Ginbrud machen, bringen bei fols eflen, bie eine Einlagebaju haben, einen Schlaganfall jutvege. Der Jtör = herb au (ein gebrungencr furjer Körper, ein biefer, tarier «§alS, ein unges Wohnlich großer, tief jwifdjen ben Schultern befinblidjer Jlopf), baS h° h c Filter, bie SahreSjeit C§erbfl, befonberS ber Deccmber, Frühling) unb fcflnell tvechfelnbcr Ba rometerflanb bebingt biefe Einlage unb bie ©eneigtheit 311m Schlagfluß. Die 2lrt unb SBeife, wie man fleh gegen biefeö oft fo rafefl unb unVer« meiblich töbtlicfle liebel 311 fchüpen hat, 3U wiffen, muß bem Bidflar3te wol;l mehr, als bie Behanblung beS SdflagfluffeS felbfl, am fersen liegen, befon= berg aber folcben, welche mit bem oben be3cid)ncten Bau behaftet flnb, ober bie bereits einen folcflcn Unfall überflanben haben, um beffen JRücffehr 3U Verhüten. Diefen Scflu| fönnen aber weniger eigentliche Slrsneimittel, als eine 3wecfmäßige Diät unb SebcnSweife gewähren. Gin mäßiges unb regelmäßiges £eben ifl eS Vor 21(lern, waS ben 2ln= fällen beS SdflagfluffeS verbeugt unb um fo nothwenbiger wirb, je mehr ber Bebrolfle an Saflrcn 3unimmt. Gin folcfler effe nur wenig unb nie viel auf einmal, lieber öfter, auch feine 311 flarf rci3enbe, bläl;enbe, gewür3hafte Dinge. Gr halte fleh überhaupt mehr an fl>flan3enfofl, als an thierifdje.Nahrung. Gr vermcibe befonberS flarfe überhaupt jebe Uebcrlabung beS tagens. SBirflich foflet ihm nicht feiten eine einige 2luSfdflveifung biefer 2lrt baS Scbcn. Der ®enuß flarfer ©etränfe, feuriger SBcine, beS Branntweins, nährenber betäubenber Biere flnb Bollblütigen, bie eine 2ln= läge 311m Schlagfluffe haben, unbebingt 31t unterfagen. Bei fdflvachcr Bcr= bauung unb allgemeiner Jtörpcrfdflväche flnb fle aber oft hüd;fl nöthig, um fo mehr, wenn ber Betheiligte baran gewöhnt war. BieleS falteS SBaffer 3U trinfen, ohne jeboefl ben 2Jlagcn bamit 311 überfeflütten, fühlt baS Blut, flärft bie Bcrbauung unb befcflleunigt bie beS ©enoffenen aus bem Silagen. GS ifl nur Borurtheil, wenn man glaubt, man bürfe wätjrenb unb 251 halb nach her fein falteS SßSaffer trinfcn. Trinft man freilich nut einige Schlurfe, befonberS trenn man Dbftfpeifen ober fette Sachen genoffen hat, fo befommt bieS nirttt gut, benn bann treiben unb alle bie barauS entfleßenben ®efd?werben erzeugt.-Trinft man aber viel, fo trirb fclbft bei fcfyiracfyem tragen ber ©rfolg günftig fein. Bebe heftige ©emüthSbewegung, jebe ftarfe unb anhaltenbe <35eifteöan= ftrengung muß forgfältig vermieben werben. 3e mehr ftch ber jum Schlag» fluß ©eneigte eine gleichmäßige «föeiterfeit ju erhalten fucht, befto beffer ift eS. ©in Solcher I;at um fo forgfältiger auf ftch 311 waten, ba Qlnlage 311m <5$lagfluffe Ijäuftg mit großer ©cneigttyeit 3U leibenfcfyaftlidjer -Aufwallung unb toloriftem Temperament rcrbunben ift. Starfe ©inbrücfe auf bie Sinne, grelles £id)t, ©etöfe, befonberS aber ftarfe Serüte, ftarfer Tabaf fönnen leicht trirfen.-23or3Üglit ift ber sBeifcfylaf 311 unterlaffen, um fo mehr, je älter ber Jtranfe ift unb je mehr er ihn erftöpft. Aber freilich noch nattheiliger wirft eine öftere Aufregung beS ©eftlettStriebcS, ol;nc il;n 311 beliebigen. Söo eS nicht ge= lingt, eine große Steigung 3m Befriebigung biefeS Triebes burch Bügeln ber unb SSernteibung jeber Anregung ba3u 3U unterbrürfen, ba ift ein mäßiger, regelmäßiger Qkifchlaf in ber ©he eßer heilfam als nachteilig. Uebcrhaupt biirfen gewohnte Samenausleerungen niemals eingeftcllt werben, ©avon fann felbft ein Anfall beS StlageS bie Solge (ein. , Mäßige förperliche ift immer fel;r 311 empfehlen, nur muß fte niemals bis 3ur ©rftöpfung ober ftarfer getrieben werben unb mit feiner ftarfen Anftrengung Verbunben fein, heftiges Bleiten, Springen, Tansen, Sergfteigen reicht oft allein fton l;inz ben Anfall herbeisuführen. Aut follen ftch folcf)e Jtranfe nie unnötiger 2öeife bilden ober rafd; mit bem «Ropfe umbrehen. Dft muffen ftch ftbft bie Jtranfcn, befonberS wenn fte eine Einlage 3U111 Haben, ihrer Bleigung 31t förperlicher Blühe mit einiger ©ewalt entreißen, unb ftch namentlich ihrer Schläfrigfeit, bie ßcß nach bem ©ffen einftellt, nicht hingeben, fonbern trgcnb eine angenehme, mit einer förperlid;en Bewegung verbunbene SSefchäftigung vornehmen. 33efon= berS ift biefeS auch für RJerfoncn nötig, bie viel mit bem JTopfe arbeiten, fühlen biefe, wie hüußg nach ftarfen unb anhaltenbcn ©eifteSanftrengungen, bie erften 'Borboten beS SchlagfluffeS, fo ift inbeffen plö£lid}eS Ulbbrechen berfelbcn nicht ansurathen. Sie muffen ftd; nur mit leichteren, angenehmes reu, mehr wechfelnben ©egenftänben befchäftigen. Vieler unb langer Schlaf taugt um fo weniger, je größer bie Bleigung ba3u ift.-£abci fd)lafe ber Jtranfc auf einem etwas fühlen Sager, niemals auf Rebern, in einer reinen Suft unb mit etwas hofyer Jtopflage, auf einem feften Jtopffiffen. ©efonberß nachtheilig wirb rafter Uebergang von einem thätigen Seben 311 einer müßi» 252 gen 91 ittje; beSwegen rührt alte 2J?iIitair3z bie in Verfemt werben, fo häufig ber Schlag. Schneller SSechfel Von Sßärme unb .Ratte, bcfonberS baS (5ntt'Iö{jen beS .RobfeS, wenn er unb ßugluft muh forgfältig vermieben werben. 9lucfy hohe ®rabe von £i£e unb .Ratte wirten leicht nachteilig. GS tfl ba* Ijer bei fehr heifjer Söitterung befonberS notßwcnbig, in ber 2Sot;nung eine möglichft fühle Temperatur ju unterhalten, fiel} vor ftarfen Sin« ftrengungen ju hüten unb eine leichte fäuerliche (Diät 311 führen. 33ei nah« falter, erfchlaffenber Sßitterung hingegen muh her .Rörper burd) eine gepö* rige Temperatur beS BimmerS unb eine etwas warme Vefleibung, juntalbeS Unterleibes unb ber fVühe, gleichmäßig troefen unb Warm gehalten werben» £c|tere muh auch nirgenbS fcfl antiegen unb einzelne Theile brücfen. Sei ber Einlage 311m Schlagfluh reicht oft allein ein 3U fefl angelegtes Halstuch hin, ben Einfall herbei3uführen. 5l(leS waS bie ®icht, <§ämorrhoibcn unb bcrgteicQcn «Rränflichfciten ober auch nur bie Einlage ba3u unterbrücfen Tann, muh Vertrieben werben. Namentlich bürfen foldje Jtranfe unb überhaupt bie 311m Schlagfluffe ®e* neigten niemals lange SeibeSVerftopfung bulben. fiep irgenb ein orts licheS, wenn auch bem Scheine nach noch fo unbebeutenbeS Ucbcl, 3. 93. ein Heiner an ben frühen, fo unternehme man nicht baS -Nin* befte 3U feiner Vertreibung, pflege eS felbft burd) VSärme unb auf anbere Sßeife forgfältig. (Sine 3Wecfmähige (Diät unb SebenSweife führt fixerer 3um Biele als bie fo hüufig 3ur Vorbeugung beS ScplagfluffeS unternommenen Vlutentlccruns gen. Sic müffen immer wieberpolt werben uub erzeugen sulefjt eine fclcpe (Schwäche unb SHei^barfeit, bah bie Einlage 311m Scplagfluffe baburd? eher er* höht als verminbert wirb. VefonberS glauben wopl ben ber Ta* fei unb einer gemächlichen (Ruhe ergebene Verfonen ben auS ihrer £cbenS= Weife herVorgehenben Nachtheil burch von Beit 311 Beit wieberholte VlutauS* Teerungen fieper abwenben 3U Tonnen, finb aber hier fepr im Srrtpum. 3ft freilich ber Jtranfe fepon geraume Beit an baS Qlberlaffen gewöhnt, ftcQen fiep als Vorboten beS ScplagfluffcS, fei öS auch auS welcher Urfache eS wolle, bie befannten Beiden beS QInbrangeS beS VlutcS nach bem stopfe ein, be* Tommt ber Traufe baS ®efül;l eines StocffcpnupfenS, erfepeint ipm rotpeS ober gelbes Sicht vor ben Qlugen, hat er Chrenflingcn, wirb er ungewöhnlich fchläfrig unb Vergeblich, unb finb befonberS anbere 9§lutauSleerungen auS ber Nafe, ben golbenen Qlbern unterbrächt worben, bann werben freilich SBIutauSleerungen unentbehrlich. 9Eenn aber burch (Schlafloftgfeit, .Rälte ober ©efchwulft ber ber vorangegangene 9Rifjbrauch bcS häufigen Qlbcr« TaffenS ftch beutlich funb giebt, fo wirb man nur 311 Vlutegeln unb (Schröpf* Töpfen, am NacTen angefefjt, feine Buflucht nehmen bürfen. Vci Neigung 311m Schlagfluh wirb oft eine bebeutenbe 253 tm Jtovfe mit flimmern Dor ben klugen empfunden, ©er Trante bleibe bann einige Minuten opne alle Bewegung in einer auögeprccften Sage, mit erhöhtem Jlopfe, fpreepe burcpauS niept unb Dernieibe einige Stunbcn nacp» per jebe förperlicpe unb geiftige Qlnftrengung. Septere muffen überhaupt in ber liegenben Stellung, bie ohnebieö ben Hlnbrang bcS SBIutcS nach beni Jtopfc beförbert, Dermieben werben. ©eöwegen taugt auep befonberö ba$ Sefcn im Bett burepauö nicht. ©ie warmen Bäber, fowic ber ©ebrauep Don ©efunbbrunnen, Derlan» gen bei ber Hinlage jum Scplagfluß ftetS bie allergrößte Borftcpt. ©agegen ift eine umfteptig geleitete Hlnwenbnng bcö falten Höafferö ein ungemein fräfs tigeö Borbeugungömittcl, Welcpeö jeboep unter biefen Umpänben immer nur nacp Hingabe eines in ber Höafferpcilfunbe wopl Erfahrenen benupt werben barf. 3n allen ben Fällen aber, wo pep bie fd?on fo oft ermähnten Borbo» ton einfinben unb Hlnjeigen Don Bollblütigfeit, bie auch im popen Hilter bet HJhrgcrfeit, Bläffe unb fepeinbarem Blutmangel ftattfinben fann, fiep bamit Derbinben, giebt cö fein fo entfepieben peilfameS Mittel jur Berpütung beä ScplagpuffeS unb jur Erhaltung be§ SebenS, als: öftere füplenbe Hlbfüprun» gen, Fontanellen unb Don Seit ju Seit einen Hlberlaß, abwecbfelnb halb am Hlrm, halb am Fuße, ©ie baju paffenbfte Seit ift bie beö erften Scpneeß im SHoDember unb im Hllat unb 3uni jur Seit ber Otofenblütpe. ©aß 9lr. 205 angegebene BulDer fann nicht genug empfohlen iverben, eß fann fein beffercS SOlittel gefunben werben, um ältere Berfonen, befonberß folcpe, bie gieptifeper Hlatur ftnb, Dor Schlaganfällen ju ftepern. Sinb golbene Hlbern bamit im Spiele, fo werben ju biefen Bulvern noch 10 bis 15 ®ran Scpwefelmilcp pinjugefept. 2)lan giebt fte alle Hftonate einige ©age lang. <£at einen HJlenfcpen ber Scplag gerührt, gleichviel ob cS ein Hl er Den* ober Blutfcplag war, fo gebe man bem entblößten Jtopf juDörberft eine hohe Sage, am beften flpenb, jeboep fo, baß ber Jtopf niept auf bie Bruft ftnft; ober liegenb auf einem füplcn, niept ju weiepen Sager. Hille beengenbe, brücfenbe «Rleibung, bie Jtniegürtel u. bgl., muß gelöft ober ent» fernt werben, ©ie Suft im Säumer muß möglicpft füpl unb rein fein, unb befonberß ftnb alle ftarfen ©erüepe augenblicfliep ju entfernen, ©en Jtopf füple man burep naffe, eisfalte ©üeper ober beffer burep Hluflegen Don HlinbS» blafcn, bie mit flein gemaeptem GiS gefüllt ftnb, fo Diel als möglich ab. Sur Hlbleitung Dom Jtopfe, weöhulb fte nie unterlaffen werben bürfen, felbft wenn ber Jtranfe Stuplentleerungen gehabt hüt, bienen .Ripftiere Don Balbrian» ober Äamitlentpee ober auep Don bloßem Höaffer mit 2, 3-4 Söffeln Gfpg ober einem Gßlöffcl DoU Äocpfalj, ober, was fepr wirffam ift, mit 4 ®ran Brecpweinftein. ©ie innere Seite ber Scpenfel, ber Höaben, ber Fußfop» len belegt man mit einem ©cig auö Senfmepl unb Hßaffer. Ulunb um bie •fjaargrenje beö Jtopfcö laffe man bei bem Blutfcplag 30-40 Blutegel an» faugen ober in Ermangelung berfelben 16-20 Scpröpfföpfe auf ben Hlacfen, 254 ben <£aTS, bie ScßuTtern feiert. Sinb bie angegebenen veranlaffcnbcn Ur* fachen unb eines maßten vorßanben, fo fäumc man fei* nen tlugenblicf, einen tiberlaß Veranftalten ju laffen. tßenn auch bicS tlUcS für ben erften tlugenblicf genügt, fo verfielt eS floß boeß woßl von felbß, baß man bemoßngeaeßtet eilig genug einen Qlrjt ßerbeißolen fann, bem auch nur bie 33eßanblung ber jxirücfbleibenben ßäßmung überlaffen teer* ben barf. § 127. (Sdjroinbcl. Unter <Scf?rvinbel verfielt man baS ©efüßl ei* ner Scßeinbetvegung beS eigenen Körpers unb ber äußeren ©egenftänbe. Kan muß folgenbe Qlrten be3 ScßwinbclS unterfeßeiben: 1) Der Scßwiubel Von 33luta nbrang. Seine Urfaeßen finb jurüdgeßaltene KonatSperiobe, golbene tlbern unb anbere Slutflüffe, ju langer Scßlaf, erßißenbe ©etränfe: ©ein, Jtaffee, ftarf ®iere; .Roßlenbampf, .RalfauSbünftung, betäubenbe ©erüeße unb ©ifte, ßeftigeS liefen unb bie Seßnmngcrfcßaft. Sft ber entjünblicße Scßtvinbel Vorübergebenb, fo bebarf eS treiter nichts al§ ber oft ertväßntcn entjünbungSivibrigen Diät; ift er aber anbauernb, fo muß aueß bie entjünbungSwibrige SBeßanblung bamit Verbunben werben. Daßin geßört faltes SBafcßen beS opfeS, Senf*Fußbäber, tiberlaß unb baS lieber am tlrm als am Fuß, unb lieber öfter als feßr ftarf. Oft feßen bie «Rranfen nicßtS weniger als Vollblütig aus, tvie bieS ßäußg bei jungen jart« gebauten Scßftangeren ber F«H ift, allein bie ftärfenben Kittel feßaben iß* nen, unb ein tiberlaß ftetlt fte halb ßer.-ferner SBlutegel am Jtopf ober bet am tlftcr, unb bei unterbrüefter KonatSperiobe an bie Jtnöcßel, außerbem laue Fußbäber, baS Stitrum (f. Str. 24) unb gelinb er* öffnenbe Kittel, befonberS SSitterwaßer ober Str. 22 ober Str. 18. Sei alten vollblütigen, jur ©ießt geneigten Leuten Wirft nicßtS fo vortreffließ als baS Sßulver Str. 205 in Sßerbinbung mit ber beim Scßlagfhiß angegebenen Ketßobe. 2) Der rßeumatifeße Scßwinbel entfloßt bei plößließen SBitte* rungSVeränberungen naeß vorangegangenem ©lieberreißen, fatarrßalifcßen SSefcßmcrbcn, u. bgl. Slucß ßier Vcrfäßrt man entjünbungSroibrig wie oben, nur legt man ßier ein fpanifcßeS Jliegenvflafter im Stacten unb giebt als feßtoeißtreibenb baS -Kittel Str. 61, jeboeß ftatt beS SrecßmcinS mit 2 Duentcßen Stitrum. <§ält aber biefer Scßroinbel länger an, fo giebt man autß ßier baS Kittel Str. 205. Daffelbe reießt man aueß vollblütigen, mit Scßtvinbcl beßafteten Sinb biefe aber nid?t Von fräftiger Statur, fo giebt man ißnen bie fünftließe Kilcß Str. 206. DaS Dragon ivol* lener Strümpfe, ivacßSleinener Socfen ift ßier immer nötßig, ja felbft fünft* ließe ®ef-ßroüre im Stacfen unb Fontanellen am 2lrm fönnen oft nießt ent* beßrt iveroen.-Jtaßlföpfige müffen bann burcßauS eine $errücfe tragen. 3) Scßivinbel auS Unreinigfeiten ober Äranfßeiten beS 255 Unterleibes, befonbcrS ber Seher. (selten ober nie iß im SlnfaHe felbß ßier ein 99red)mittel 311 reifen. (Sfftßf (f. 9lr. 43), fäuerlidje ®e= tränfe, warme 99reiumfcßläge über ben Unterleib nebft Stuße beS «Körperd befestigen biefen am beften. <sinb Släßungen Vorßanben, fo gebe man bei robußen «subfeften bie Pulver Str. 160, bei reijbaren nervenfeßwaeßen Str. 157.--©er «scßwissbel, welcßer auS einem fd?ir>ad)en SJtagcn entßeßt, Wirb bureß weiten Pfeffer (10-15 .Körner) ben man nüchtern nehmen läßt, gehoben. Unter folgen Umßänben muß man beS 2)torgcnS 1-2mal geßö* rtg, beS UlbenbS aber nur feßr mäßig eßen, ©reifen, bie nießt vollblütig ßnb, befommt Sßofolabe, Höeinfuppe mit 2)1 uSfatenblütße, Steifen unb (saf* ran, fowie eingemachte SUüffe, 2)iuSfatennüße ober Sngwer feßr gut. <seßr oft wirb ber (scßwinbel bureß 23erfeßenßciten im Unterleibe er» geugt, bie bann bureß bie 2BiSceral=Jtl£fHere (f. Str. 176) entfernt werben müßen. 4) ©er nervöfe ober ßpßerifcße unb hppoeßonbrifefje (scßwinbel. ©er Slnblicf beö .Kranfen iß babei oft fürcßterlicß. ®r iß bie Solge von Srfcßöpfungen, ©emütßSbewcgungen, entßcßt oft naeß einer geringen (stußlauSleerung, bie boeß fonß beim (Scßwinbel fo juträglicß iß. ©abei iß ber Urin wäßerig, unb ein leeres, naeß nichts fcßmecfenbeS Slufßo* ßen begleitet ben QlnfaU. (Störungen in ber 2)lonatSperiobe ßnb hierbei nießt feiten.-©ie beim nervöfen .Ropffcßmerj empfohlene äußere 99eßanblung (f. § 122) ßnbet aueß ßier ißre Slnwenbung. Snnerlicß giebt man im 2ln= fall ben 29albriantßee mit <£>oßmann'ßßen ©ropfen, baS ßajeputöl (4-5 tropfen auf ßuefer). ©ie ßier empfohlene (Senffamcnfur Q-1 Duentcßen (senfförner einigemal beS $ageS jss verfcßlucfen) ßat bisweilen nacßtßeilige folgen für bie Verbauung geßabt. ©ie Ärampftropfen Str. 167 ober Str. 187 ober bei gleichzeitiger 99lutwaUung baS «hader'fcße (sauer (10 bis 15 tropfen in einem ßalben ®lafe ßueferwaffer.)-©ie SebenSweife iß biefelbe Wie beim (scßwinbel, ber auS bem 2)tagen fommt. § 128. 2)iännltd)eÖ ©aS Uebel fann feßr ver« feßiebener 2lrt fein unb in feßr verfeßiebenen ©raben ßattßnben. <g>ier foll nur baS auS mangelhafter Slerven« unb 2)tu8felfraft entfpringenbe Unvers mögen berücfßcßtigt werben, (seßwere Äranfßeiten, übermäßige förperlicße ober geißige -Hnßrengungen, «Kummer unb Uraurigfeit, vorjüglicß aber Ueberreijung unb (Srfcßöpfungen bureß übermäßigen 29eifcßlaf, meßr aber noch bureb Dnanie, führen biefen ßußanb hcvßct. Üeßtere iß namentlich jeßt bie ßäußgße Urfache ber 3mpotenj. ©ie hiev nothwenbige (stärfung unb Belebung erlangt man am beßen bureß bie Mittel 2lr. 214-217. SQebßbem bient: ein alter fräftiger Söein, ©ewürje, befonbcrS aniIle, (stalßbäber (befonberS ßtyrmont, Jtubova, ©riburg, $IinSberg), baS (seebab, Sintaucßen beS JtörperS in falteS Sßaßer ober (staubbäber beS WiorgenS, fobalb man baS 9?ett verläßt, falte ©oueße« 256 unb ©ießbäber, befonberS auf ben untern beS 91 liefen 8 unb auf ben 2)amm, SBafcfjen bet ©efchlechtStheile mit f altem UBaffer ober mit bem 5Wit» tel SQr. 221, bafcei eine fräftige (Sier, Kraftbrühen, braten, Sluftern, Schnecfen, ©hofolabe, Salep, 4?irfchhorngelee, verfielt ftcb, ben SßerbauungSfräften angemeffen. s2lm fchmerften ju feilen ift bie Smpotenj Von Onanie unb fortbauerns ben unmtllfürlichen Samenergießungen, bocfy auch h'er nicfjt aUe Hoffnung aufjugcben. Ourch Unterlaffung aller mibernatürlichen Oteijung (auch cr EinbilbungSfraft) frühes Qlufftehen, ®enuß ber freien £uft unb förderlichen bemegung unb ben innerlichen unb äußerlichen ©ebrauch ber Benannten Stahlmäffer an ber Quelle felbft, mürbe fchon SOtancher von biefem liebel be» freit, fo baß fle fpäter bäter gefunber Kinber mürben. Glicht ju überfehen ift, baß ber Einfluß ber EinbilbungSfraft unb ber ©emüthSftimmung hier eine feljr mistige Ololle fpielt. Mangel an Selbft« Vertrauen fann eben fo gut, als ju heißeS bedangen, männliches Unvermö» gen Veranlaffen. § 139. Xaubfrcit. SSerfefcte KranfheitSftoffe unb baS jmar ganj namentlich Katarrh unb OiheumatiSmuS, ferner blutanbrang, Unterleibs« ftocfungen, bervenfchmäche, bieS ftnb bie häufigften Urfachen ber nicht ange« borencn Taubheit. bei jeber Taubheit reinige man baS Ohr a«erft burch fanfte gen mit lauem OBaffer, beim fehr höußg ift Verhärtetes Ohrenfchmalj bie Urfache. 3ft ein blutanbrang vorhanben, fo fchröpfe man ambacfen (blut» egcl hinter bie Ol;ren ftnb fchäblich). 3ft bie Taubheit fatarrhalifch=rheu« matifcher SQatur, bann reibe man bie jpanifche hinter'm Oh*» läppdjen täglich jmeimal ein, bis bie «Stelle munb mirb, melche auch bann noch einige ßfit in Eiterung erhalten merben muß. Oabei gebe man juerft ein ftarfeS Abführmittel (f. br. 85), ben Jag barauf aber bie Pulver br. 86, mit melden bann fo lange fortgefahren mirb, bis ber Äthern einen eigentümlichen üblen ®eruch annimmt unb man im biunbe einen metaUi« fdjen ©efchmacf empfinbet. beobachtet man biefe borßcht, vermeibet man gleichzeitig ben ®enuß fäuerlidjer Qinge unb falte Buft, fo fann man oft mit großem bilden unb ohne allen bachtheil Von biefem biittel ©ebrauch ma» chcn. 3ur Unterftüfcung ber Kur ift baS OUefedulver Olr. 192 fehr bienlicb. bei SDHtteln, melche man in'S Dhr f bringt, ift bie größte borßcßt ju empfehlen, benn leicht fann baburch nicht allein baS ©ehör noch mehr beeinträchtigt merben, fonbern fte fönnen fogar innere Sntjünbungen im £)h* unb im ©ehirn felbft erzeugen. -Dian untcrfcheibe hi<m bie 5'äHe, mo ber Kranfe bei feuchter ober troefener Buft beffer hören fann. 3m erften $all ift mehr Xrocfenheit unb Spannung vorhanben, unb eS bienen er« fchlaffenbe Mittel. 3n folgen fällen faß man oft fchon Vom Einbringen Von bloßem SDianbelöl auf baummolle ober von einem Stücfchen ungefalje« 257 nen, auSgewäfferten SbecfeS, baö 2Bod)en hinburch bei wöchentlicher ©r« neuerung beö SvecfcS getragen werben muß, bie befie SBirfung. 3m lebten Salle ift mehr ©rfchlaffung unb bann leiflen folgenbe -Kittel oft bie tjerrlicQften Oienfte: Simm: füfjeS -Kanbelöl 1 Quentchen, 1 Sfrupel, ©chfen« gaHe 1| Quentchen, Jtajevutöl 2 Oropfen; auf Saumwolle in'ö £t;r ju legen; ober ba, wo bie (Jrfdjlaffung noch größer ift: Simm: füpeö -Kanbelöl 2 Quentchen, <§irfd$orn« geift, Ctyiumtinftur, von jebem 5 tropfen. S3ie baö oben. Sehr wirft oft bie <5leftricität unb ift, wenn nicht Slutan» brang bie Scranlaffung ber Schwerhörigfeit ift, nie ju verfäumen. § 130. ljat 2Iet;nlicbfeit mit bem Schlagftufj, benn ber Jtranfe verliert auch t?ier baö Scwufjtfein, bie ©mpftnbungö«, fowie bie Se« wcg.ungöfähigfeit unb unterfd?cibet ftch nur infofern von biefem, alö fyier ber Sulöfchlag unb baö fafl gänjlich ober ganj unterbrochen ift. Oiefer ßuflanb ift gewöhnlich nur Vorübergehenb, boch fommen auch Sülle Vor, wo er mehrere Stunbcn, ja felbft Oage lang anhalt. Sei nervenfehwa« chen hhfterifdjen Srauen, bie Vor allen anbern jur Ohnmacht geneigt ftnb, hat biefer ßuftanb nichts ju fagen, wenn er auch noch f° lange bauert, ja felbft, Wenn er in einen Wahren Sd;eintob übergeht. Sei Sollblütigen ift er fchon von größerer Sebeutung, benn bann fann bie Ohnmacht mit Schlag« fluf? enben. -21 m gcfährlichftcn ift fte im Einfang ober im Serlauf ber Sie« ber, immer ift fte ba Von übler Sorbebeutung. Sei bem leichteren ©rabe ber Ohnmacht wirb ber Jtranfe nur fchwinblich, betäubt; bie umgebenben ©egenftänbe fcheinen wie mit fchwarjem Slor überjogen. @r hört nicht recht, was gebrochen wirb, unb baS Sewufjtfein ift nur getrübt, nicht gänj« lieh erlofchen. Sei ben höheren ©raben wirb ber Jtranfe bläh, bie Safe fpifj, eine allgemeine Jtälte verbreitet fich über bie <§aut. ©ewöhnlich bricht ein falter Schweif? aus, alle Sinne fowie baS Sewufjtfein fchwinben, unb ber Jtranfe finit um. Oer 2Jberfchlag ift jitternb, faum fühlbar, baS Zithern« holen ift faft gänjlich unterbrüeft, faum bemerfbar.-3m höchften ©rabe ber Ohnmacht gleicht ber Jtranfe völlig einem Oobten. Oie Ohnmächten h«hen einen breifachen Urfprung: fte gehen entweber Vom Servenfpftem auS unb entflohen bann in S'olge heftiger ©emütbS® bewegungen (Sct;rccfen, Sreube), ber Servenfieber, befonberö aber ber <§9* ftcrie, fowie auch burch verborbene Suft, betäubenbe ©erüeße, befonberö füfje Slumenbüftc bei betäubenbe ©ifte unb burch Sßürmer; ober burch Slutüberf üllung beö <§erjenö: baher bei Sollblütigfeit, in ber 3ugenb, bei heftigen Sewegungen, in Solge unterbrficftcr ober bevorftehen« ber Slutfliiffe, bcö fejlen Schnürend unb Von >§erjfranfheiten, unb enblich auö Schwäche: bei Süchternheit ober nach großen Jförperanftrengungen, £)er $au«freunb. 258 Blutverlufl, erfcfyopfenben Ausleerungen, 3. 93. heftigen OurchfäUm unb beim Abjapfen beS BSafferS in ber BJafferfucht. ®ie Biittel, um einen Ohnmächtigen wieber 311 erwccfen, flnb nach Ber* fdjiebenheit ber Urfache Von Art. 3)aS einzige allgemeine unb SrWecfungSmittel ift Befprengen mit faltem BJaffer. 33ei ber bhftcrifchen Ohnmacht löfe man bie feft anfchliefjenben JtleibungSftücfe, forge für fühle frifcfye £uft, fächle biefe 31t, ljalte gebrannte Rebern, aufges fdjnittene 3>viebeln, ftarfen @fftg vor bie 9tafe unb wafd>e bamit baS ©eficht, bie (Schläfe, bie ober auch mit SBein, mit Jtölnerwaffer, Saben* belgeift, aromatifcfyem «Spiritnä, reibe bie «§anbe unb prüfte unb gebe millen= ober ober Rlpfitere von Biilch, Bßaffer unb Seife (ein Soth). Auf jeben vermcibe man aber hierbei ein tumultuaris fcheS Verfahren. Biefe Arten von Ohnmächten flnb eS nämlich/ bie juwei* len als eine wahre Beruhigung beS aufgeregten BerVenfpftemS betrachtet werben müffen. OB erb en fte nicht geftört, fo erwachen aus ihnen bie Äran* Jen meiftentheilS fräftiger, Weiterer unb geftärft. Unterbricht man fte aber 311 früh, fo jeigt fleh biefe ßrfrifchung nicht, unb Schwere, SQiebcrgefchlagenheit bleiben eben fo gut jurücE, wie nach einem uns terbrochenen Schlafe; aber freilich W biefcS auch feine ©rennen. Bei ber Ohnmacht auS reiner Spräche unb Srfchöpfung ift eine gleich auSgeftrccEte Sage burchauö erforberlich. ßum Riechen hält man hier Sals miafgeift 3m Uebrigen bchanbelt man biefe ©hnnxacht wie eine hvfte- rifche. Sobalb ber Trante fchlucten fann, flöfjt man ihm etwas ©ein ein. Bei ber Ohnmacht von Blutüberfüllung baS <§erabhängen ber ?cüfje, <§ochhaltcn beS .RopfeS unb ber Bruft, falte Suft, Befpri|en mit fals tem Söaffer (ja feine geiftigen ober gewürjhaften Oliechmittel unb ÜBafchun* gen), lauwarme unb Armbäber, falte Jtlpftiere auS ©fftg unb SCöaffer, bei hartnäcfiger Oauer ein Aberlafi, unb wenn ber Jtranfe fleh erhebt, füh- lenbe ©etränfe, befonberS cremor tartari (f. 9lr. 18.) $cd»ftc 2(bt()ci(uit<). SlitSsebrcnbe & ran freiten. § 131. (Sine auSjehrenbe Jtranftjeit wirb biejenige genannt, Bet weis eher bie Jträfte beS «RörperS fchwinben unb bie Abmagerung bermafjen übers tyanb nimmt, bafj barauS bie fcöd?fte ©cfahr für baS Seben entfielt. <£>ier* 259 ßer geboren bie Pcrfcßicbcncn Slrtcn ber Sungcnfueßt unb Seßwinbfueßt.--• ®in eigentßümließcS ßeteßen aller biefer Jtranfßeiten ift bic Selbfttäu« feßung ber Jtranfcn ßinfteßtlicß ißreS eigenen ßuflanbcS. 3m geführt bureß biefe, aßnt fein ben naben S'ob, unb jwar je näßer ißm biefer ift, um befto weniger. ©ie äRattigfeit, bie ßier nie feßlt, iinb bic oft fo groß wirb, baß ißm fein eigener Körper bei ber geringften 39civc= gung jur Saft wirb, fießt er für unbebeutenb an unb achtet eben fo wenig auf alle übrigen bebenfließen ßjeteßen feiner Jtranfßeit. Sbenfo ift baS Siers g er ließe in bent ßßarafter ber an auSjcßrcnben Äranfßeiten Scibcnben ein 4?auptjug biefeö franfßaften BuftanbcS. 3ßncn SSorwürfe bcSßalb ju ma* eßen, träte Unrecßt. S0?an würbe biefe Unglüefließen nur noeß nießr quälen unb bie noeß mögließe Hoffnung ju ißrer Teilung fteß ganj rauben. Jteine auSjcßrenbe Jtranfßeit erfeßeint plößließ unb mit einemmale, fcn= bern fte fcßleicßt allmälig jerftörenb, nur langfam ßeran. <§at fte ißre «ßjöße erreicht, fo fennt man bicö an ber umfeßriebenen ölötße ber SEangen, an bem ©rennen ber £anbteller, an ber fcßncll juneßmenben Slbmagerung, an ben entfräftenben 2)iorgcnfeßwcißcn unb an ber troefenen <§iße in ben Slbcnb* ftunben. - Sluf ber ßoeßften Stufe bietet ein folcber «ftranfer ein ©ilb beS SammerS unb GntfcßenS bar. GS entfteßen feßmeljenbe 5)urcßfäUe, Scßmämmeßen im SWunbe, trafferfüeßtig angefcßwollcne Süße; bie £aare fallen auS, bic SQägel frümmen fteß, unb bie .pergamentartige *g>aut bebeeft nur noeß bie ätnoeßen beS JtörpcrS.-2)er Job erfolgt entweber feßncU unb unerwartet, ober wäßrenb ber Stußlentlecrung, oft im ©ßantafiren, oft mit ßell erlcucßtetcm ©erftanbe. ®ie auSjcßrcnben .Rranfßeiten ßaben entweber ißren ®runb in einer angeborenen Slnlage baju (bie feßwinbfüeßtige Jtörperbefcßaffenßcit), ober fte entfteßen in S'olge anberer Äranfßeitcn; ja jebe langwierige Jtranfßeit fann am ®nbe unb namentlicß bei feßteeßter ©eßanblung ju einer auSjeßrenben werben. 5)ie angeborene Scßwinbfucßt entwicfelt fteß wie eine ©flanje au§ ißrent Meinte, unb eg bebarf baßer aueß feiner befonberen ©eranlaffung ju ißrem (Srfcßeinen, wenn fte aueß bureß bie verfeßiebenen Scbenövcrßältniffe in ißrem ©Bacßötßum halb meßr, halb weniger begünftigt ober jurücfgcßalten wirb. Bum ®Iücf, bafj bie «Rörperbefcßaffenßeit eines folcßen Unglüeflicßen bureß beutließe SKerfmale feßon ju einer Beit baö ißn bebroßenbe Uebel erfennen läßt, wo eS noeß mögließ ift, ba§ Unßeil Oon ißm abjuwenben. ©elingt bicS aber nießt, fo ift bie enblicß jum Sßorfeßcin fommenbe Scßwinbfueßt begßalb aueß um fo feßwerer ju ßeilen, weil fte eben feßon fo tief im Scben wurjelt. ©ei ©eßwinbfueßten, bie in Solge jufäUiger ©eranlaffungen (großer Säfte* unb ©Iutverlufle, ßäuftge 9iieberfünfte, ju langes Stillen u. f. w.) entfteßen, ober bureß erfeßöpfenbe unb bie Säfte verberbenbe Jtranfßeiten erzeugt wer« 260 ben, ift bieS weniger her SaU, unb fann nocp oft gelingen, einen folcpen «Jtrcinfcn ju retten. Die Anlage jur Scpwinbfucpt, bie ftcp burcp hie fogenannte fcpwinb= fücptige Jtorpcrbefcpaffenheit unb ben fcpwinbfüchtigen Körperbau ju erfetts nen giebt, ift fepr oft angeerbt, inbem fcpwinbfüchtige Eltern in ber Ölegel fcpwinbfüchtige Jtinber erjeugen, rvefjfyalb namentlich bie fo oft als SamiliensJtranfpeit erfcheint. Aber auch ©Item, bie nicht fchwinbfüch* tig, jeboch jonft gefchtväcpt ober abgelebt ftnb, fönnen ben Jteini jur Scpwinb* fucht in ihre Aaihfommenfcpaft legen. 3n ben erften Lebensjahren ift jwar bieje Jtörperbefcpaffenpeit noch nicht beutlicp ausgeprägt, allein mit juneps menbem Alter wirb fte unoerfennbar. Solche Jtinber haben einen fepr jar* ten dtörper, biinne, wenn gleich fepr gut gebilbcte ©liebmaßen, eine feine weiße rotpe, jeboch häufig unregelmäßig gefärbte SBangen. 3f?re Stimme ift biegfam, aber oft ungewöhnlich fcfyarf. Der Durcpbrucp ber Bähne erfolgt meiftenS ju früh. leiben an gefcpwollenen Drüfen unb Auftreibung ber ©elenfe. Sie finb immer fehr unruhig, fcplafen wenig, fahren im Schlafe öfter auf. Sie wacpfen fcpncll, aber mehr in bie Länge als in bie Auch fangen fte halb an ju fpredpen unb jeiepnen ftd) oft burcp ihre JaffungSfäpigfeit auS.-Der ©efcplecptstrieb fteHt fiep ungewöpns lief? früh ein, baper junge Äanbibaten ber Lungenfucpt nicht feiten Dnaniften ftnb.-3e mehr fte fleh betn Alter ber Wannbarfeit nähern, befto beutlicper cntwicfelt ftch baS fanguinifepe Temperament. Sie ftnb bann ungemein reijbar, fte errötpen baher leicht, werben burch fpirituöfe ©etränfe, SBewc» gung, ©cmütpSaufregung fehr leicht erpifct, Verfallen felbft wohl ohne ®runb in eine vorübergepenbe Unruhe unb fliegenbe $i|e, bie faft wie ein Heiner 5'ieberanfaU auSftept. 3pr Aberfcplag wirb fehr leicht bcfcpleunigt.-3pr ©emütp ift regfam, bie ©ciftcSgabcn auSgejeicpnet, jeboch ohne AuSbauer unb SBeftänbigfeit. Ueberpaupt ermüben fte moralifch unb förperlicp fehr leicht, finb träge, haben einen SBiberwiUen gegen bie Arbeit, bagegen aber eine entfepiebene öleigung ju allen LebcnSgenüffen.-Bur Beit bcS 2)iann= barwerbcnS erlangt ber Säugling nicht ben männlichen unb baS Stäbchen nicht ben weiblichen AuSbrucf, ber beiben fonft eigen ift unb fte fo reijenb macht. 3bre ©cftalt ift eefig, unb man Vermißt baS ©benmaß unb bie ge? fällige Ußölbung ber ©lieber. 33ei ber Jungfrau bleiben bie Prüfte Hein unb uncntwicfelf, bei ben SRännern bricht ber 39art gewöhnlich nur fehr fparfam hervor. 39eibe ®efd;Icchter haben nur biinne, Weiche, wenngleich lange Lange unb lebhaft ju fprechen, Vermögen Iperfonen mit ber fchwinbfüchtigen Anlage niept; burch fcpneUeS ©epen ober Laufen fommen fte Icicpt außer Atpem. Spre Stimme ift ffein unb gellenb, oft auep raup unb bumpf, unb ftrengen fte biefelbe nur etwas ftarf an, fo weroen fte peijer. Der Vollcnb ete lungenfücptige Körperbau bcflcpt in einem 261 fctyr langen bünnen überhaupt in einem fehmächtigen langen SßuehS, in einer engen, cingebrücfteit 2?ruft, flügelförmig hervorftehenben Schulten blättern, einer nach vorwärts gefrümmten jJlicptung beS tRücfcnS unb einer fetyr feinen weichen £aut, burep welche bie Qlbern fcl;r auffallenb burchfchints morn. DaS ©rfennen unb bie 33erücfflcptigung biefer Einlage jur Sdjwinb« fudit ift für ben ßaien von ber größten Söichtigfcit. Denn wirb nicht t;icr ter «görper unb ©eift burd) pflege unb ©rjiehung geflärft unb i(;m bie ge= hörige fRidjtung von frühester Bugenb an gegeben, unb wirb nicht jur Beit beS SJlannbarwerbenS, ju jener Seit ber Seibenfepaft, tvo ohnehin fo oft ein verjeprenbeS Seuer angefacht tvirb, 2llIcS vermieten, waS förderlich unb geiftig aufregen fann, unb nicht für Oluhe im SSlute unb im ©emütpe Sorge getragen, fo vermag alSbann feine SRebijin baS einbrcchenbc Sßerberben ju« rücfjup alten Bft bie Einlage jur Scpwinbfucht in bcrBugenb niept befchränft worben, unb trägt ber Jtörper beutlich baS fcptvinbfüchtige ©epräge an ftcfy, fo bürfen ©rwaepfene bis nach bent 30ftcn Bahre felbft bent ftpeinbar unbebeutenbften Unwoplfcin (Bapnfcpmerj, Ötopffcpmerj, Durchfall, «ftatarrp u. f. tv.) nicht trauen unb nichts vernachläffigen, fonbern ftc müffen fogleicp QllIcS antven* ben, um öS fobalb als möglich ju befeitigen, benn fonft wedjfelt baS feheinbar SQicptSfagenbe feine ©eftalt, unb bie Schtviubfucpt, bie fleh bapinter verbarg, jeigt unS jum Stprecfcn ißt furchtbares 33ilb. Die SQerven, baS 93lut, bie einfaugenben unb auShauchenben ©efäfje (baS Ipmppatifcpe Spftem) unb enblict? bie Sdjleimpäute, baS ftnb bie vier ©runbpfeiler ber ©rnäprung beS Körpers. 3 ft if;r inneres £ebcn ju fepwaep, ju rcijbar, um baS Sleicpgewicht gegen bie fie jur Dpätigfeit anreijenben äußeren ©inflüffe ber Statur aufrecht ju erhalten, fo tvirb, fobalb bicS ®(eich= getvicht einmal verloren gegangen ift, eine fortbauernbe entjünbliche £Reijung in einem ober mehreren biefer Srnäht'ungSglieber hctVorgebracht, moburch in ihnen, flatt ber (Erhaltung beS JtörperS, ein S^r angeregt unb unterhalten tvirb; ober, tvaS baffelbe heißt/ ber ©runb einer jeben auS= jehrenben Äranfheit, befonberS tvenn ein fcbleichenbeS Sieber l;injutritt, be= ruht auf einem verborgenen entjünblichcn B«fl«nb. Möchten bicS meine ßefer beherjigen, um einjufehen, ivie thöriefjt unb Verberblich man hier hnnbelt, tvenn in bem Sßahne, bie große Schwäche beS Jtranfen ju heben, man ihm StärfungSmittel nach bem getvöhnlichcn Sinne biefeS SBorteS reicht, benn bei jeber 5lrt ber QluSjehrung erhält ber jerftös renbe Sranb im Bnnern baburch nur neue SQahrung. DiefeS SSerjehren unb beS JtörperS gefdjicht nicht ims mer auf einerlei SBeife, fonbern eS ift Verfchieben nach ber SBerfchiebenheit beS ©rnährungSgliebeS, in welches fleh bie entjünblid) jerftörenbe Dhütißfeit 262 feftgefefct f;at. Seäpalb giebt eä and) vier befonbcre Wirten Von Qliiöjcpriing unb jwar: 1) Sie Vervenfcpwinbfucpt unb alö -Jlbarten bcrfclben Vie Vüctcnmarfä» fcpwinbfucpt, bie 2luäjeprung ber Jtinber unb bie Scpwinbfucpt bcr ©reife. 2) Sie Scpwinbfucpt von Vereiterung. <£>ierper gcpört bie Vereite- rung ber Zungen (Vungenfucpt), ber 2eber, Vieren, ©ebärmutter u. f. w. 3) Sie Scpwinbfucpt in bcn einfaugenben ©efäßen: bie fnotige Sun» genfuipt unb «Replfopffcpwinbfucpt. 4) Sie epwinbfuept. 3cbe ursprünglich auöjeprcnbe Jtranftjeit wirb, Wenn fte ihre «£>6pe er» reicht pat, von einem fogenannten fepleiepenben ober peftifepen Sie» ber begleitet. 21 ber auch ju jebem anberen franfpaften .Körperjuftanbe, wenn er enblicQ in Sluöjeprung übergept, gefeilt fiep ein folcpeö Sieber. (Sä ift biefeä alfo feine befonbere für ftd> beftepenbe «Rranfpeit, fonbern immer nur baä ßeperfte unb juglcicp bebeutenbfte Seiten ber Sluäjeprung felbft. Senn fobalb ein folcpcä Sieber jum Vorfcpein fommt, fo beutet bieö an, baß bie fortwäprenb jerftörenbe (Smpßnblicpfcit (ber pöcpfte ®rab jeher Sluäjcp» rung) im Snnern ipren Einfang genommen pat. Gin folcpeä fcpleicpenbeö auäjeprenbeä Sieber giebt ftep burep vermehrte VSärme, troefene in bcn 2Ibenbftunben, peiße, rott; begrenzte SBangcn, Vrenncn in ben unb burep entfräftenbe Viorgenfcpweiße 311 erfennen. Saä einzige Sieber bcr 2ht, welcpeä oft fepeinbar alä eine allein für fiep beftepenbe Jtranfpeit jum Vorfcpein fommt, ift baS fogenannte fcplcicpenbe Vervcnßcbcr. 2(llcin auep biefeä ift, wie wir halb fepen werben, nur ber ber VerVenfcpwinb» futpt, bie fiep nur unter ber 2)?aäfe einer allgemeinen VerVenfcpwäcpe verhör» gen pielt. # 3ebe auäjcprcnbe Jtranfpeit muß in jwei verfcpicbene Veriobcn gctpcilt werben: in eine fiebcrlofe unb in eine mit Sieber verbunbene.-Sic fieber» lofe fann nur alö ber pöcpfte ®rab bcr bropenben ©epwinbfuept betraeptet werben, beim Gintritt bcö Siebcrä aber wirb bcr Äranfe niept mepr von bcr Scpwinbfucpt bloß bebropt, fonbern fte ift bann wirfliep ju Staube gefom» men. VBaä baper rücfjlcptlicp ber Vepanblung oben (f. § 64) von bcn fcplcicpenben Siebern gefagt worben ift, gilt baper auep im 2lllgcmcincn bei ben verfepiebenen Scpwinbfucpten. Qlm QlUgemcinen fann man fagen: cä giebt fo viel Wirten von fcpleicpcnben Siebern alö eö Wirten ber Sctpviubfucpt giebt. § 132. ber Sie eutftept entweber in Solge einer angeborenen förperlicpen Einlage ju biefer Jtranfpcit ober an» bercr zufälliger fcpäblicper Ginwirfungcn. Sapin gepört bie 2lbzeprung nacp überftanbenen fepweren pipigen ober langwierigen «Rranfpciten ober auep fepr erfepöpfenben Jfurmctpoben, j. V. langwierigen 2)ierfuriaI»Spci» cpcl»j?ungerfuren, nacp langen ftarfen förperlicpen Strapazen, ebenfo nacp 263 anhaltenhenbcn übermäßigen ©eifteSanftrengungen, befonberS mit (Rächt* Wachen Verbunden, anhaltender ©raurigfeit und .Rümmer, langdauernden Melancholien, veijüglicl? aber von fortdauerndem QSerluft an Saften, längs wierigem 33lutverlufte, Schleimflüffen, Sanienverluft, Spcichelverluft, ju langem Stillen, am allermeiften, wo JBeibeS, »Bcrluft an Säften und Kiäf* ton, mit einander vereinigt ift, daher burct; übermäßige im ©eifchlaf und in der Selbftbeflecfung bei beibcti ©efchlechtern, ju häufige Söochenbcttc, Mißbrauch griffiger ©etränfe, beS OpiumS, der QSurgirmittel u. f. w. ©ie Körperbefchaffenheit, »reiche baS ©epi äge einer ganj befondern (Rei* gung jur an ftch trägt, gleicht jwar in den meiften 3ü= gen dem oben beschriebenen '-Bilde der Einlage ju Schwinbfuchten im eiliges meinen, untcrfcheibct fiep jeboep durch wenige befonbere Merfmale. (Raments lieh ift hier baS (Rerveufpfletn weit reijbarer, meßhalb foldje .Rinder ju Krampfanfällen aller 5lrt außerordentlich geneigt find.-Ulucp ift ihre (Bor* bauung und ©rnäprung weit fcpwäcper als bei allen übrigen, und daher find fte and? beftändig mit Magenfäure geplagt. 3l?r ©emütp ift fo reijbar und gart wie ipr Körper, ©rübftnn und Weiterfeit wecpfeln beftändig. ©ie trübe Miene der ©Item ift hinreichend, baS Kind in ©pränen ju fepen, fo wie fein Körper fepon Von der geringften Kleinigfeit erfranft. Soll aber jene <tßeid?s liepfeit beS Körpers unb ©cmütpS niept in reifem Bapren jur (RerVenfcpwinb* fucht führen, fo muß ihr begegnet werden, fobald fte fiep jeigt. ©aß Pier bei der ©rjiepung die größte Schonung ju beobachten ift, verficht ftch hon felbft. ©enn da, wo die Miene hinreicht, ben Söillen ju lenfen, bedarf eS beS eins flen OBorteö nicht, und wo diefeö aiiSreicpt, niemals der (Ruthe. (ffiirb aber in der Tugend nichts getpan, um diefe (Rcijbarfeit ju Vermindern, fo erfd;eis neu nach vollendeter Mannbarteit Wppocponbrie, Wpfierie oder Melancpolie als die erften (Borboten diefer Scpwinbfucpt. Obgleich bei jeder fcpwinbfücptigen Einlage jur Seit der eintretenden ©cfcplccptSrcife der ©efcplecptStrieb ftd? dann immer mächtig regt, fo ift doch bie ©efapr, in daS Saftcr der Selbftbeflecfung ju fallen, bei feiner fo groß und fepon fo früh Vorhanden, als bei der Einlage jur S'lcrVenfchW'indfucht. Wier bedarf eS nicht Wie gewöhnlich dcS fcheußlichen '-Beispiels und der Q3ers führung, der eigene Stieb giebt hier t)ie Mittel jur gefehwidrigen Q3efriedis gung an die Wanb. ©ie ©rjiehung allein vermag diefe Unglücflichen vor biefem Safier ju bewahren, einmal dadurch, baß fte durch frühjeitige 'Kbhärs tung bie tRcijbarfeit beS Körpers mindert, unb bann, baß fte bei ber ©rwaepung beS SriebeS feinem ©cmüth eine höhere eblere (Richtung ju geben fucht, fo baß il?n bie Ahnung einer fchöneren SBelt ergreift. SBo eS gelingt, biefcS Streben nach einem Schöneren, wenn eS auch Weniger noch erfannt als geahnt werben fann, mit ben erften (Regungen beS thierifchen ©riebeS ju weefen, ba ift eS ber flcherfle ©amm gegen bie befs (eiben. 264 ©ie SRerbenfcpwinbfitcht giebt fiep burcp fein anbereS Seiten als bitrcp ben pöcpften ®rab ber Abmagerung ju erkennen. 2)er .Kranke fiagt über feine Sruflbefcpwerben, er pat Weber <§uflen noep beengten Atpem, unb fei# ten nur begleitet biefe Sepwinbfucpt fepon Anfangs ein fdpIeicpcnbeS fieber. Gin folcper Jtranfer welkt bapin als ob ipn ein ©iftpauep getroffen patte. Sn 5'olge ber pöcpfl gehörten Sßerbauung flagen fte beftänbig über Säure im Aiagen unb über Unorbnung in ber ScibeSöffnung. ©ewöpnlicp fehlt ber Appetit ganj ober ivecQfdt mit 4?eipptinger, ber jebocQ halb befriebigt ifl. ©iefe fehlerhafte Verbauung liefert aber fcplecpte Säfte, unb biefe Perftopfen bie Prüfen unb UnterleibSeingeweibe. S)aper findet man häufig fcptlicpe AnfcpweUung ber Seher, ber SJtilj unb beS ©efröfeS, wie bicS namentlich bei ber £>arrfucpt ber Äinber häufig angetroffen wirb. (Sin anbereS ßeiepen ber Sierbenabjeprung ift ber nicht ju flidenbe 2)urjl. ILaS Sßaffer, wenn bie Jtranf peit einen hohen ®rab erreicht pat, bläht fte; ber Höein, ber bei ber SJiagenfäure ohnehin fepon immer fctyäblich ift, Pers mehrt bie Säure unb macht 4?i£e, unb baö 33ier Permeprt nebft biefem auch noch bie Trockenheit, fo bap bie Unglücklichen am (Snbe ihrer Tage kaum ein paffenbcS ©etränf finben. Aeuperft langfam unb trügerifcp gleicht biefe .Krankpeit heran. Stimmt man nicht auf bie befchricbene «Körpcrbefcpaffcnpeit unb auf bie borangegans genen Urfachen SRückftcpt, fo täufept fte unter mancherlei Truggeftalten. So tritt fte nicht feiten juerfl als ein unbebeutenb fepeinenber Turcpfall auf. QSe* ber ber .Kranke noep ber Arjt apnt ®efapr, allein bieS fepeinbar unbebeu= tenbe Uebel tropt jeher gewöpnlicpen 33epanbIungSart, unb wenn eS enblicp bem UnPerftanbe gelingt, ipn gewaltfam ju flopfen, fo fiept man bann halb mit Scprecfcn baS Vollenbete 33ilb biefer traurigen «Krankheit vor fiep fiepen, WaS bei befferer SBepanblung wopl noep hätte Perpinbert werben tonnen. 5)affclbe finbet auep hinficptlicp ber fliepenben golbenen Abern ftatt, bie boep fonft im ©anjen mepr als eine wopltpätige (Srfcpeinung betrautet werben tonnen. £ler bcrpalten fte fiep aber ganj anberS. Unter einem immer mepr fiep auSbilbenben krankhaften AuSfepen entflepen IBlutflürjungen, bie man eben fo OergebcnS wie bie £urcpfälle ju ftillen fuept, wenn man biefe (Sr= fepeinungen niept fepon für wirflicpe Sdjwinbfucpt erkennt unb bemgemäp bepanbclt.-2?aper fiept ba, Wo bie Jtorpcrbefcpaffcnpeit eines »Dicnfcpcn eS fürd?ten läfjt, bap ftdi wopl über lang ober furj eine Scpwinbfucpt bei ipm einftellen bürfte, öS als ©runbfap feft, baf jebe früher ober fpäter im Sehen eines foldjcn SAenfcpen fiep entwirfelnbe «ftraritpeit mit bem gcfürcptctcn Uebel in SSerbinbung fiepen könne, unb bap man überzeugt fein kann, bap, Wenn irgenb eine fonft gutartige Jtranfpeit picr einen nur etwas fcplinime« ren (Sbarafter annimmt, man öS niept mepr mit biefer gutartigen .Rranfpeit, fonbern mit bem gefürchteten Uebel felbft gu tpun pat. £>aper ift eS fo wieps tig, bie «ftörperbefepaffenpeit, wcldje bie Anlage jur Sd;winbfucpt anbeutet, 265 genau Tennen ju Temen, um ftdj> nitQt burd) foldfe fdQctnbar leidfte Vcfdjwer« ben täufcfyen ju Taffen unb nietet bte hier fo foftbare Beit nut nufclofen Jtiiv» Verfugen ju vergeuben unb ju Mitteln ju greifen, bic ben fcpwinbfüchtigen Buftanb nur nocQ verfchlimmern. Jteine Sehwinbfucht aber unter fo verfchiebcner ©eftalt als eben bte SterVenfchwinbfucht. Oie Sorge, eine folche Anlage unfdjäblic'h ju machen, ntufi fcfyon von ber HÖiege auS beginnen unb mit Strenge fortgefetjt werben. Oie Aufgabe hierbei ift, bem fraftlofen, fo äufjerft reijbaren Vervenfpftem mehr >§alt unb ffefligfeit ju geben. -Dian verfäume baljer nichts, waS überhaupt jur jweefs mäßigen pflege eines jeben JtinbeS erforberlich ift, gewöhne beffen Jtörper mit Verficht an falte SBafchungen unb Säber unb nähre cS gehörig, hoch bes wahre man eS, bei feiner hier immer fo äuperft fchwachcn VerbauungSfraft, vor Ucbcrfütterung unb öfterer Ueberlabung beS 9RagenS, fonfl Verhärten ftep bie Orüfen im Unterleibe, ber Saucp wirb bief, unb eS wirb ein Opfer ber AnSjehrung. Aeiifjerft bienlicp für folche «Rinber ift ber ©idjelfaffee, benn er nährt unb fläift jugleicp unb ift, mit .Ruhmilch gemifd't, lauwarm gc= trunfen baS hefte ffrühftücf, fowie baS SBaffer baS hefte ©etränf für bie übrige OageSjeit beS JtinbeS ift, fobalb cS einmal bis ju bem reinen ©cbrauch beffelben herangewaebfen ift. Ocn «ftinbern ju ihrer Stärfung ©ein, Sier unb anbere dergleichen ©etränfe ju reichen, twifh fte langfam vergiften, unb nur als AJebijin barf ber Arjt fte in höchft feltenen Ausnahmen verorbnen. Oie Oiät muh «uep lu ben fpäteren Bahren ber fchwachen VerbauungSfraft angemeffen fein, fte muff nahrhaft, aber nicht reijenb ober blähenb fein. Alle fremben ©ewürje, alle groben, mehlpappigen, fetten Speifen, fowie bie «§üls fenfrüepte ftnb ju vermeiben.-Um bie Verbauung ju ftärfen, giebt cS fein beffereS Mittel als häufige Bewegung unb Aufenthalt in freier £uft, boch ftetS ohne gropc Anftrengung unb ©rmübung, fowie nie halb vor ober nach bem ©ffen. Oie hefte Beit jur Sewewegung ftnb bie Atorgetu unb Abcnb« ftunben. Sei fchwacher Verbauung ift geiftige unb förperlicpe üRuhe jur Verarbeitung beS ©enoffenen jwar erforberlich, aber nie barf biefer Buftanb in wahren Schlaf übergehen. ®ie fcpäblich bieS ift, beweifen hier bie <Vol« gen beS Schlafes nach genommener hinreichenber Atahljeit; nach bem ©rwa= eben {teilt ftch Aufftoffen ein, baS unangenehm an bie furj vorher genoffenen Speifen erinnert, ber ©efchmacf im Ahinbe ift fabe, oft felbft faus lig, baS B«hufleifch blutet leicht, ber Körper ift träge, baS ©eniütl; verftimmt, unb alle biefe ©rfcheinungen treten ftärfer hervor, je länger bie Scplafjeit auSgebchnt wirb. 3e leichter ju verbauen unb je mäßiger baS genoffene SRahl war, um fo weniger wirb ftch Veigung junt Schlaf äufjern.- Sei ber ©rjiehung ift hier mit aller Strenge barüber ju wachen, bafj baS <Rinb fo fpät als möglich, ja erft lange nach ber gewöhnlichen Beit ju geiftigen Sefchäftigungen angehalten unb niemals babei ju fehr angeftrengt wirb. Slcibt ber Körper fchwach, fo fehlt ihm bie AuSbauer im höheren Dienftc beS ©eifteS. 5Ber baljer eine gefunbe ftarfe Seele 'ßaBcn triff, mufj Dor Allein für einen gefunden fräftigen Jtöriper forgen.-'Tie aUjulang fort« gefegte Vewegung Den Jtörber enthaftet, fo fchwächt auch allju grofje Oluhe, unb wie ein ju langer Schlaf bumm unb weichlich macht, fo jerftört ein ju langes Üßacfyen ben Vorjüglich nachteilig aber ift baS über bie Schlafjeit ljinauS auSgcbehnte Siegen im Vett, WaS weichlichen SJienfchen, bie ben SBerth eines tätigen SebenS nicht ju felgten wiffen, fo fet;r gefällt. (SS macht ben Äörper nur immer noch weichlicher, regt ben ©eftlecbtstrieb an unb giebt fo bie erfte Vcranlaffung jur Selbflbeflecfung. Ebenfo ift, Weil öS bie erfte Ulervenempfinblichfeit ju fetjr vermehrt, ein ju warmeS 9ßer= galten hier nicht ohne SRachtheil. Selbft baS ju warme Effen ift fchäblich, befonbcrS finb eS aber alle warnten ©etränfe; fte machen '-Blähungen, Stuf« ftofjen, Slnbrang beS VI uteS nach bem Jtopf unb fchwächen bie Verbauung, bie ohnehin auf einer ju niebern Stufe fleht, gerabeju. 3llleS fommt ja hier Vorjüglich barauf an, bie ErnährungSfräfte beS JlörverS ju erhöhen, unb befjfyalb muff alles, WaS barauf Vejug tjat, forgfaltig abgemeffen werben, SBo alle biefe VorfichtSmafjrcgeln aber nicht hinreichen, ber fchwächen Ver« bauung aufjuhelfcn, ba ift ein einfacher wäfferiger Slufgufj ber Duafjta (| Quentchen auf 2 Daffen fochcnben SBafferS), 2-3mal täglich ein Spi|s glaS bavon getrunfen, baS allervorjüglicbfte magenftärfenbe Mittel. 3e eins facher nicht allein bie Jtoft, fonbern auch baS ganje Seben ift, um fo wenis ger gewinnen bie ftnnlichen Triebe SWacht über ben 'Dlenfchen. Dies fehltet gegen Verweichlichung, giebt bem «ftörper Starte unb bem ©eift Srrohftnn unb Jtraft. Seicht wirb eS, ben 2)ienfchen in biefer Einfachheit ju erhalten, wenn er nur früh genug ftreng baju angehalten würbe. SBo aber in ber Sugenb bem SinneSgenufj auf alle Slrt gefchmeichelt würbe, ba wirb eS bann freilich fchwer, ftch an baS Einfache ju gewöhnen. Vcrbrufj, ©ram unb Draurigfeit, biefe baS Seben heimlich vergiftenben Seibenfchaften, ftnb ja nur ju oft ber Sßieberfchein einmal geweckter unb nicht mehr ju beliebigen« ber ftnnlicfyer Driebe unb befjl)alt> eine häufige Duelle ber nerböfen Slbjehrung. 2luch führt eine folche Verweichlichung baS Gleich ber nichtigen Setbenfchaf« ten herbei unb macht ben SWenften ntoralift fchlechter. Slber bei einem ntoralift tränten, in ftch jerrütteten ©emüth fann bie ©efunbljeit beS Jtör« SerS nicht beftehen, benn fte ift eine Vlüthe beS SebenS, bie ber innere ntel frcunblicher noch beftrahlen mufj, als ber äufjere, wenn fte geheimen foll. SQicbtS jebrt fo am SQcrVenleben, als innere ©emüthöunruhe, unb nichts bes günftigt bie SQervenfchwinbfucht fo als biefe. Darum tfjut Oieligion fo noth tm Seben, benn fte vergewiffert unS ben einjig fiebern Stanb, ber bei ber SBanbelbarfcit ber Dinge nicht feft genug fein fann. <§ier hanbelt eS ftch nicht blofj um baS Elenb, welches ber -Dlenfch burch eigenes Verfchulben über ftch bringt, fonbern jugleich um baS, WaS ihm anbere tnccütifch auflegen. Slber nicht in leeren formen unb 3Borten ift bie Oleljgion ju fuchen - „im 266 267 bloßen SBort," fagt ber große Qluguftin, „gept bie Dlnbacp! unter"-in mafellofer menfcplicper (Smpßnbung unb panblunggweife muß ftc geübt unb bie Selbftfucpt in ber Siebe jum ©anjen getilgt werben. ©roße ©eifteganßrengungcn, tiefeö Bcnfen foftet beni Jtörper immer mepr alg jeber anbere niebere Jtraftaufwanb, unb wenn, befonberö bei ber Einlage jur Dlervenfcpwinbfutpt, pierin bag rechte Dtiaß Übertritten wirb, fo bringt baö beni Jtörper unenblicpen Dlacptpeil unb begünfligt bag balbige ©rfcpeinen ber votfenbcten nervigen Scpwinbfucpt, unb beßpalb ift jebe nicht fipenbe Sebengart jener beg ©eleprten pier weit vorjujiepen. Bie Befolgung ber hier gegebenen Sebengregeln ift bei ber Einlage jur Dlervenftpwinbfucpt bie cinjig ßcpere Dlrjnet, uni biefe ju verpüten. Seiber baß ber llnverftanb eg fo feiten jur Dluöfüßrung berfelben fonunen läßt, benn ba ber DQieptfens ner auep niept im ©ntfernteften bie ©efapr apnt, worin fiep bag Seben für bie näcpfte ßufunft beßnbet, fo wirb ber SDlenfcp fepr oft in feiner Täufcpung eg für pöcpft gleicpgiltig palten, ob biefe Sßorfcpriften befolgt werben ober niept. Bei ber wtrflicp ju Staube gefonimenen Dlervenfcpwinbfucpt ift bag Sc* ben oft noep ju retten, wenn ein befonnener Dlrjt bag peilgefcpäft leitet, ber fiep pierbei feine Uebereilung ju Scpulben fommen läßt unb ber eg verftept, bie pier immer pöcpft fepwierige DBapl ber Mittel gepörig ju treffen. Baß fiep baper ber Saie bamit niept befaffen barf, Verftcpt fiep von fclbft; allein auep ber befte *2lrjt wirb feinen verfeplcn, wenn ber Jtianfe babei niept noep mit weit größerer Strenge alg bei ber bloßen Einlage über fiep waept. 9tupe unb Bewegung, Üßacpen unb Seplafen nüiffcn gepörig in ©inflang fein, bag ©emütp muß vor jeber peftig begeprenben ober füreptenben Seiben» fepaft fteper gestellt werben unb bie Dlaprung ben Bcrbauunggfräften unb angemeffen fein. Bag Jtranfenjimmer muß bei einer gepörigen Temperatur eine gefunbe Sage paben, barf niept feuept unb bumpf fein, fonbern freunblicp, troefen unb reinlicp. Ber ®enuß einer freien, reinen Suft ift pier vorjüglicp wieptig, baper fei ber Jtranfe, fo viel eg nur bie Umftänbe erlauben, im freien. (?r wctpfele pierin mit @epen, g-apren unb fReiten ab, um niept burep Srmübung von bem SBeilen in freier SQatur abgepalten ju werben. Dft fepon fonnte in ben fepwierigften fällen bie Peilung einjig unb allein biefem großen peilmittel jugefeprieben werben. SBopl tpun folcpe Jtranfe, wenn fte eg niept verfäumen, reept fleißig ben Sanbmann pinter feinem OJflug ju begleiten; ber \'lufentpalt in ber freien Dias tur giebt iprem Seben einen pöperen Scpwung, fowie bie bem (Srbreicp ent» ftrömenbe pumugauöbünftung ipre Dlerven flaplt.-2öo bie Dlervenfcpwinb» fuept mit Unterleibgentjünbung gepaart ift, ba ift bie Bewegung ju $ferbe wopltpätiger alg bag ®epen. 3ebeg Stubium, wer ipm Von folcpen «Rranfen ergeben ift, muß ganj weg:allen, eg muß blog auf eine in niept ju furjen Raufen wieberpolte, an» 268 genehme, leichte Settüre befeßränft werben, bie bem ®emüth feine unreinen Silber Vorßält, mobureß biefeg fo leicßt bie fo nötßige £Rut?e Verlieren fann. £)er SSeifcßlaf, ber nur für ben ganj ©efunben gehört, ift tyier ju jc= bev Seit fcßäblicß. SBenn baher ber Jtranfe meßt 2)tacßt genug ßat, biefen auf längere Seit ju unterlaffen, fo floßt man leiber nur ju oft bie feßon weit gebießene Teilung auf einmal, bureß einen einzigen ber -4rt, wieber Vernichtet werben. JDaßer meibe man jebe Sßeranlaffung baju; bag Schlaf* jimmer fei meßt füßl als warnt unb bie Sagerftätte nicht ju weieß, vorzüglich aber unterlaffe man, wie fcfyon oben gefagt, bag längere Siegen im Seit, alö eg bie Scßlafzeit erlaubt. (Sin großeg Heilmittel ift h^cr aud> ber auSfcQlief;licfje ©ebraueß ber Stilcß ober Stoltcn, wie bicö oben (§ 64) angegeben mürbe. § 133. ®tc eiterige <$cbtvmbfud;L So wie bie Stervenfcßwinb* fueßt ihren ®runb in einem fraftlofcn, allju reizbaren SlerVenleben bat, fo ift bie eiterige Scßwinbfucßt in ber ©ntfräftung unb übermäßigen SBemegs IrtQfeit bog 33luteg ju fließen, wobureß fo leicht ein fortbauernber entjünbli* eher Buftanb bcffelben erzeugt wirb, ber bureß (Siterbilbung bag Schon Ver« nießtet. ©iefe Schminbfucht entfielt entmeber aug zufälliger Urfache, ober Wag bei weitem häufiger ber unb bann immer auch von weit größerer SSebeutung ift, fie entwicfelt fteß aug einem in ber Stefe beS Sehens wurjeln* ben .Reim. Diefe Einlage, auf beren naturgetreue, beutlicße Schilberung eC bei bem Bmccf biefer Schrift vorzüglich anfommt, unterfeßeibet ßcß nur in Wenigen Bügen von jener ber Slervcnfdjwinbfucßt. Slucß hier finben wir ben gleichen zarten Jtörßerbau unb ben gleichen 5ctt= unb Sllg Jtinbcr leiben folcße .ftranfe aber ganz befonberö ßäußg an Slafenbluten unb im Jünglingsalter an SBlutfjuften. 3ßre Sßangen finb umfeßrieben rott;, ihre SSruft fchwach, bie geringfte bringt fie gleich außer Sltßem unb erregt ein trocfeneS Hüfteln. Sßre ®eweglid)feit ift zwar groß, allein fie ermüben halb, benn eg fehlt ihrer Jvraft an Slugbauer. Sei Stäbchen fommt entmeber ber S?onatöfluß gar zu Staube, ober menn bie Statur bie ihr im SBege ftchenbcn Hiuberniffe übermunben hat, ßnbet in feinem ®ang bie hoffte Unvollfommenheit ftatt; er crfd;eint unorbentlicb ober hört, faum eingetreten, auf längere Beit ober für immer mieber auf, ober er mirb ju übermäßig unb baö Stäbchen erfchöpft ftch heftifch in ißm. £cßhalb, menn fhäter bie Sungenfucßt ßinzutritt, glaubt man in ber Flegel höcßfl irri* gor SBeife, baß bie Unorbnung in ber eg fei, meld;e biefeUn* orbnung herbeigeführt habe, ba boch beibe nur auS einer unb berfclben Duelle entftehen, unb'baö Siangelhafte beä Stonatöfluffeg boeß nur ber 23ors läufer ber Schminbfucht ift. Höcßft unrecht unb verberblich ift eg baher, wenn man unter biefen Umftänben allcg anmenbet, um biefen ge* waltfam herVorzupreffen; benn wenn eg ber Unvernunft gelingt, ißn ba, mo cg ber Statur an Stoff gebricht, zu erzwingen, um fo ftcherer unb fchncller bricht bann bie fcotTcnbcte gitngenfchwinbfucht hervor.-5118 Beiden einer folgen Einlage ftnb hier auch bie immer wieberfchrenben Katarrhe unb ent» jünblicfeen ®ruflbefchwerben ju betrachten, bie um fo gewiffer entfielen, trenn man baß Glafenbluten mit jufammenjiehenben Kitteln Kan fließe baß SRafenbluten nur burch Glühe unb ein füfjlcg entjünbungß» wibrigeß Verhalten ju mäßigen, unterbrücfe baffelbe aber nie ohne Glotß fonft vermehrt man bie ©efahr ber gungenfucht augenfcheinlich.- 39ci jeber 5lrt von innerer Jtranfheitßanlage, möge fte eine jur Schwinbfucht, ju Stropheln, Sur u« [• fcnt/ fommen oft, fo wie hier, peberlofe «föautaußfchläge jum SSorfchein; allein ftetß ift eß bann ber höcVfte Unver= ftanb, wenn man fte in ihrem Verlaufe ftört, bie im Bnncrn lauernbe Jtranf» heit bricht bann um fo unaufhaltfamer hervor. Kan bann biefe Schorfe, flechten, flattern u. f. W. hier ja nur alß ein fräftigeß Gleinigungßbeftre» ben ber SQatur betrachten, burch welche fte baß im Jtötper befnbliche tränt» tnachenbe üDefen auß bemfelben entfernen tritt, unb maß ihr auch oft gelingt, wenn thörichteß Jturiren ihr fein <§inberniß in ben 2ßeg legt. Sicher ift jeber 5lrjt fträflich, unb jeber Jtranfe wirb eß fchwer bereuen, wenn jener feinem Begehren gewillfahrt unb ihn Voreilig von bem vermeintlichen Hebel befreit, ihn aber eigentlich ber Söohlthat ber Glatur verluftig gemacht hat. Kan fann feiere £autfranfheiten nur mit Sicherheit heilen, wenn man ih- ren inneren ®runb, ber aber mit ber brohenben Jtranfheit in ®inß jufam» menfäUt, befeitigt, waß freilich nidjt bie Sache weniger Sage fein fann. 3)ie Einlage ju biefer Schwinbfucht, wo fte im .Reim beß gebenß £öur» jel gefaßt hat, ift vom Jtinbeß= biß jum Bünglingßalter in fteter Bunahme begriffen; von biefem biß noch jum jugenblichen frifchen männlichen Gllter erreicht bie ®efahr beß 5lußbrucheß ber Jtranfheit ihre größte vermin» bert ftch aber von ba immer mehr, fo baß man gegen baß beginnenbe ®rei= fenalter gänjlich von ihr gefiebert ift, wenn nicht jufäUige äußere Urfachen fte veranlaffcn. 3e näher mithin ein folger Kenfch bem Kittetyunft beß gebenß fleht, um fo leichter fönnen bann geringfügige Urfachen bie gungen» fucht hervorrufen, unb barum ift auch ju biefer Beit bie allergrößte nie ju verabfäumen. 53ei einer folchen Einlage, bie nicht erft im weiteren Verlauf beß gebenß jufäQig hinjutritt, fonbern mit bem erften gebenßfeim fchon verwarfen ift, müffen auch bie Glücfftchten, um bie brohenbe gungenfucht ju Verhüten, fchon früh im geben beß Jtinbeß genommen werben. 45ier fommt 5ltteß barauf an, bie große Qkweglichfeit unb baß wilbe fteuer beß 33luteß, fowie bie große £Reijbarfeit ber ßungen ju mäßigen. ®ß ift unglaublich, wie lange man baß geben folcher Jtranfen, felbft wo burch frühere SSernachläfftgung ober auß einer anbern Urfache bie Einlage jur gungenfucht bereitß in bie wirtliche gungenfucht übergegangen ift, in einem erträglichen Buftanbe hinjuhalten vermag, wenn man fleh für immer atteß (Reijenben, befonberß aber 269 270 retjenber ©ctränfe unb QIrjncien enthält. Sa man fatf fd)on oft, wo alle Hoffnung ju einer gründlichen Teilung verftwunben gewefen, biefe fyäter- t?in bei einer ganj einfachen, nicht reijenben SebenSweife noch gelingen. SBcnn man eS ftd> hier jur oberften siegel macht, ja alleö Oleijcnbe auf baS Sorg* fältigfle von bem Kranfen abjuhalten, darf man bei biefer fo gefürchteten Kranfheit nicht foglcich verjweifeln, benn bah bie Teilung hier fo feiten ges lingt, ift öfterer wol;l burch folche Berirrungen, als burch baS Sctnbfelige ber Statur ber Jtranff;eit felbft bedingt. Bur pflege eines Jtinbeö von folger Kßrberbcfchaffenheit gehört nebft einer gefunden, burch Seibcnfchaftcn u. f. w. nicht verdorbenen Bluttermiich unb ber fpätern anderweitigen, ber jarten Kinbernatur angemeffenen, leichten Nahrung, fteteS beinhalten unb gefunbe £uft. Blan gewöhne öS an baS falte 2ßafchen unb halte auch in ben [päreren Sahren ben Kopf unb bieBruft fühl. Jtalte unb feuchte £uft muh hier ftetS vermieden werben, benn beide erjeugen Bruftleiben unb leiften mithin ber noch ftlummernbcn Kranfheit ben gröhten SBaS bie fpäterc Slahrung anbelangt, fo muh aUeS weniger Slahtafte, ©erbe unb Schwcrverbauliche, fowie ganj befonberS baS Scharfe, ©rhitjenbe unb beijenbe vermieden werben; bagegen ift baS Stahr« hafte unb Scichtverbauliche, baS SD?ilbe, nur gelinb beijenbe, nicht ©rhihenbe ju wählen. £>bft, ©emüfe, bie vertriebenen ©etreibeforten, feibft <£iilfcns früchte unb Kartoffeln, ferner beiö, Salep, Sago, 43räv«Tirtc3 boggcnmehl, baS Bfeilwurjelmehl, befonberS aber Biilch unb ©ier, eignen fleh Vor allem Hinderen jur täglichen Stahrung. Hluherbem baffen aber auch hier bie leicht verbaulichen ?Meifcharten. Sn ber begel befommen jeboch bie Kartoffeln, beS HlbenbS genoffen, nicht gut, fle verurfachen StocfungSjufäüc unb £te. ©affelbc thut oft grobförnige ©raube ober ©ruhe, weil ber an ihnen noch haftende Balg den fchwadjen Blagen beläftigt. Uebcrhaubt aber muh jede Ueberladung beS BlagenS unter folgen Berhältniffen weit ängfili« eher als überall anders vermieden werden, denn jede Kranfheit, die hier auch nur jufädig entfielet, fann alsdann mit der ßungenfucht enden. 2Bo bie Kranfheit droht jum förmlichen 2luSbruch ju fommen, da ift auch hier der auSfchliehliche ©ebrauch der 9)tilch oder Rolfen (f. § 64) von dem gröhten buhen. SBo aber die Einlage ju diefer Kranfheit bereits in die vollendete Sungenfucht übergegangen ift, wirb fle von ben Kranfen bann feiten gut Vers tragen, ©ie fyurcht aber, bah Bielen auch fonft ber ©enufj der 2)li(ch nicht jufage, ift Von feinem ©erricht, wenn man ftd? nämlich bcS gleichjeitigen ®e= nuffeS anderer bahrungSmittel enthält, bie fleh mit ber iWilch nicht gut ver= einbaren laffen, ober wenn nid;t burch unnatürliche ScbenSart ber an ftarf gewürjte ober geiftige Sachen gewöhnte Blagen fo abgeftumbft ift, bah bie fonft leicht verdauliche Blilch als ju reijloS für biefen, ihn befchwert. «£>ier, wo wir bloS von bem wohltätigen ©influfj ber Blilch überhaupt unb ohne bücfficht auf jene ©injelnen, bie fd)on burch £Reije aller 2lrt abgcftumhft 271 fint», fprecpett, panbelt eg niept bavon, wag tiefer ober Jener Selave ter Sinneglüft verträgt ober nidjt, fonbern baVon, wag betn einfachen, noep natürlichen jufagt unb für ipn bag ift. 5)icfcr Strenge in bcr Slugwapl ber näprenben Stoffe muß ftcp bcr Jtranfe uni bcfto unterwerfen, je beutlicper bag 33ilb ber lungeiu fücptigen Einlage an feinem Jtörper auggeprägt erfcpeint, je mehr früher bag ihm «föeilfame vernachläffigt würbe, unb je näher er bem 3eitpunft fleht, wo bie Einlage in bie wirflicpe gungenfuöpt übcrjugepcn pflegt. Qlußerbem muß bann aber auch noch bag übrige geben in engen Scpranfen gehalten, jebe Aufregung vermieben unb 5l(leg, wag bag ©leicpgewicpt beg «Rörpcrg fowie ber Seele ftören bann, entfernt werben. unb Schlafen, {Ruhe unb unb bie gemütpliche Stimmung niüffen ihr gepörigeg SD?aß unb Siel haften, wag nie überfepritten werben barf. Sßorjüglicp fepabet hier un= auggefept heftige Bewegung. 23or 51 dein nachtheilig ift jeboep bag Saufen ober 311 ftarfe @epen gegen ben raupen, falten Slorboftwinb, benn biefer ruft ganj flcper jenen entjünblicpen «Ratarrp perbor, bcr fiep oft wie mit einem Scplage in bie wapre gungenfuept umwanbelt. Dbglcicp Bewegung über« paupt pier eften fo geforbert wirb wie £Rupe, fo ift boep bei einer lungenfücp« tigen «Rörperftefcpaffcnpcit niept jebe Slrt bcr Bewegung gleicp bienlicp, unb am aUerwenigften paßt fiep für Solcpe bag Sieiten. Bewegung, big jur Gr= pipung gefteigert, ober ftei Söinb, falter ober ju peißer guft, ift immer nacp« tpeilig. Slucp gieftt bag Oefüpl ber SWübigfeit pier niept bag gehörige 2Jiaß, fonbern bie früher alg biefeg ftdQ einftellenbe 33cfcpleunigung beg Sltpempo- leng unb bie gefteigerte SBärme beg JtörperS. @g gieftt eine Stufe biefer lungenfücptigen Einlage, wo fepon bie entfernte Slnnäperung ftig ju biefem fünfte nacptpeilig wirb, wo alfo bie burepaug fo geregelt fein muß, baß fte, fortgefept, Weber an bem Qltpempolen noep in ber SBärme beg .Rörperg eine beutlicp merfftare Umänberung pcrVorbringcn fann. So wie eg überhaupt für magere unb fepwaepe fßerfonen fcpäblicp ift, mit hungrigem ©lagen fiep angeftrengt ju bewegen, fo ift bieg ftei bcr lungenfücptigen Sin« läge noep weit mehr ber fVaU. föür folcpe paßt aitcp niept bag SScrgeftcigen, wenn fte niept von Sugenb auf baran gewöhnt würben, wo eg bann aller= bingg jur Stärfung ber gütigen Viel beitragen fann. Slucp burep lautcg Sprccpcn unb ®efanggüftungen, bie jeboep nur mit ber allergrößten Sßorftcpt unternommen werben fönnen, trägt man Viel baju bei, ben gungen ipre ju große Sicijbaifeit ju nehmen. So wie im Sanjen big ju einem gewiffen $unft förperlicpe Slupe bag hier am meiften Buträglicfte ift, fo paßt ftep auep unter ben pier in Siebe fte= penben bie rupige ©emütpgftimmung weit mepr alg bie fte= wogte. Scbe, fclftft freubige Stimmung beg ©emütpg, wenn fte bag pier geforberte SRaß üfterfepreitet, ift nacptpeilig, noep mepr aber jene, wobei ber Sttcnfcp jur Slacpe ober jum Born gereijt wirb. Selbft bie Hoffnung, wenn 272 fte mit ju lebhaftem, Ijeifjem ©erlangen rctbundcn ift, fann dad ©emüth mehr bewegen als l;ier gut ift, fo fct;r fte auch fonft, wenn fie bloß mit ru- higer Erwartung bad ©emütl; erfüllt, jedem körperlichen 9SerI;ältniß be- freundet ift. Körper und ®cift tragen im £0?enfd)en fo gern gleiche Seiden. - ©roße SReijBarfeit bed ift in der SRcgel mit einer gleichen bed ®emüthdVer= Bunden. 2öo man daher beim .Rinde eine übermäßig große bed Körperd wahrnimmt, da fann man überjeugt fein, daß fünftig and) bad ©emüth deffel&en an einer folcßen leiden werde. Und fo ift ed ganj nament* lieb her fdjwinbfüchtigen Einlage. Unfer vorjüglichfted SBeftreben muß fchon in frül;efter Bttgenb darauf gerichtet fein, in bad Jtind meßt SDiaß, Blühe und fyefligfeit ju bringen, um dadurch auch her SBeweglicQfeit und Oleijbarfeit bed ©emütbS feine ©renjen anjuweifen. SSieTeS ift hier ju tl;un, aber noch mehr ju unterlaffen, denn je weniger man bad berührt, um fo mehr Verliert ed durch die Blühe Von dem Triebe jur 93ewc* gung. ©och ift cd nicht fo leicht, bad richtige 2Jlaß hierin ju treffen. 93 e= fchräntt man die Freiheit ju fehr, fo fehlen wir durch allju große «gärte; fchmeicheln wir dem Körper durch £Ruhe und fo erjiehen wir den 'Ißeichling, - den SBoUüftling. ©er SBoUüftling wird fchon in der Söicge erjogen. ©tßhalb fotlte auch diefe und mehr fein ald fte wirklich für und ift. ©ie SBiege ift die bed ©eifted wie ded Körperd, in ihr ruht dad ganje künftige ©efchicf ded ©injelnen; 9BoHuft, die der 3Seid;Iid;= feit an die «ganb geht, ift auch die biefer fchwinbfüchtigen Einlage; und doch ift die SBoUuft unter allen ihren (formen hier der gehäfftgfle fteind, der weit fchneller und unüberwindlicher ald aUed andere die Bungenfucht und mit ihr den gefürchteten ©ob herbeiführt. ©arutn muß der SföoUuft fchon früh dmeh Abhärtung ded Jtöriperd und Erhebung ded ©entüthed alle Nah- rung entjogen werden, ©efepieht died nicht bei Seiten, dann find alle fünf» tigen moralifchen Behren und «Sprüche fraftlod und nur fchwache Scpuhmiü tel gegen der. einmal in SBolluft verweichlichten und durch fte vergifteten Körper. ©och bei aller Sorgfalt und Strenge ded Bebend, befonderd wenn erft in reiferen Bahren baju getpan wurde, gelingt ed nur äußerft langfant und fepwer, den Körper gänjlich Von der lungenfüchtigen Einlage ju befreien. Ungeahnt tritt fte oft wieder mit aller -Stacht hervor, und unter der 2)ladke anderer Krankheiten entwickelt ftch endlich bie Bungenfucht in Voller SBlüthe. 9lm häußgftcn find cd die ewigen entzündlichen Katarrhe und die wiederholt eintretenden ßungenentjündungen, die ftch bflnn aber auch ungewöhnlich in die Sänge ziehen, welche den Uebergang jur bilden. Glicht daß fte die Urfache der Bungenfucht wären, wie man gewöhnlich glaubt, fon= dem ald ihr erfler ßlnfangdhunkt müffen fte betrachtet und ald folcßer mit der ängfUicbflcn Sorgfalt behandelt werden, wenn ftch bei ihrem 273 ten tiefe nidjt nocß beutlicßer Ijwrborbilben foU. Daßelbe ©erßältniß ßnbet aueß hier bet hem fietö wieberfeßrenben SBlutßußen ßatt. JDocß bei weitem ßäußger als man vermittlet, ßnb eS aueß bie falten lieber, womit bie Sungenfucßt ißren Anfang macht. Sßerben biefe bann auf bie gewöhnliche Art beßanbelt, unb nimmt man auf bie lungenfcßwinbfücßtige Jtörpcrbe» fchaffenheit feine fRücfßeßt, fo wirb balb ber verborgene ffeinb fleh in feiner ganzen offen jeigen. «hier von ber QJeßanblung biefer «ftranfßeit ju fpreeßen, wäre Ueberßuß, benn nie barf eS bem IRidjtarjt in ben Sinn fommen, ße fuhren ju wollen; bieS feßwierige Unternehmen fann immer nur Sacße beS ArjteS fein. 3e= bod) warnen muß icß vor einigen fehr allgemein verbreiteten unb beßßalb nicht weniger verberblichen SSorurtßeilen. ßunäcßß glaube man Ja nicht» Wie bieS woßl oft gefchieht, baß bei ber großen (Sntf räftung unb ber furcQt* baren Abmagerung eS nie bem Qlrjte erlaubt fein bürfe, eine Aber ju öffnen. 2)iefe Sntfräftung, biefe Abnahme beS JtörperS beruht aber nicht auf Schwäche, fonbern auf einem inneren 93ranb, ber oft auf feine anbere Art ju löfeßen iß, als baß man ben brennbaren Stoff, baS ®lut, fo weit eS tßunlicß iß, entjießt. DeSßalb fann ber Arjt wohl in ben (fad fommen, eine Aber jum größten heil beS Jiranfen öffnen ju laßen, unb man unter» Werfe ftch barunt auch mit Vertrauen feiner Anörbnung, wenn er überhaupt ein folcher iß, ber bei fo feßwierige'r Sage ber Sacße volles Vertrauen ver» bient. AuS gleichem ®runbe muffen aber auch alle balfamifcßen, fogenann» ten ßerjßärfenben Kittel, mögen ße auch noch fo watme Sobrebner gefunben haben, als baS Scßäblicßße geßoßen werben; ße ßnb hier töbtcnbeS ®ift, benn ße fachen bie verjeßrenbe fflamme nur noch ju höherer ®Iutß an. @anj baßelbe gilt auch von bem Ueberßuß an Sdah'rungSßoffen, womit man be» müht iß, ben feßwaeßen Äranfen anjufeßoppen. Kan giebt babureß ber Jtranfßeit unb bem vernießtenben Traube nur noeß meßr Sdaßrung unb be» fcßleimigt fo ben Untergang beS «RörperS. IRocß ßnb jwei Kittel ju erwähnen, mit Welcßem ßier fowoßl von Seiten ber Saien als aueß ber Aerjte oft großer Kißbraucß getrieben wirb. ®aS eine iß baS iSlänbifcße KooS, baS anbere baS Selterwaffer ober ber ißm ähnliche £)ber»Saljbrunn. Unläugbar iß cS, baß oft beibe Kittel bie ßerr» licßßen Dienße leißen, jeboch, befonberS waS baS erßere betrifft, immer nur ba, wo an feinen entjünblicßen 3ußan<0 ber Sungen ju benfen iß, unb, waS aueß baS anbere betrifft, wo bie Srfcßeinungen beS ßeftifeßen ffieberS feßlen. 2)eSßaIb iß eS benn aueß nur in ber Scßleimfcßwinbfucßt, wo baS iSlänbifcße KooS ganj an feinem dllatje iß; überall anberS Vermehrt eS ben IDrucf auf ber ®ruß, maeßt ben AuSwurf ßoefenb unb entjünbet baS (fieber. 3m ßef» tifeßen fieber aber felbß wirb ber Slacßtßeil beiber Kittel auf ber Stelle empfunben, unb wenn ße ber ärjtlicße Scßlcnbrian bennoeß empßeßlt, fo wirb ber arme «Rranfe bie geringe ®inßcßt feines ArjteS ju büßen haben. Der 274 ©Johl Mancher wirb biefeS midjgelefen haben, in ber Hoffnung, ein unfehlbares Syejiftfunt gegen biefe «Rranfßeit bafelbft 311 ftnben; allein eS gießt fein foIcßeS, unb eS fann auch Weber hier, noch in irgenb einer ans bern -Rranfheit ein geben. Söer barauf Sagb macht, hat feine @in= ficht in bie SQatur ber Jtranfheit überhaupt. § 134. ftitüten=öunßcnfud;t. Diefe ift bei weitem bie häus figfte Art ber Lungenfuchten unb bie Aleiften, bie an Lungenfucht fterben, ftnb ein Opfer berfelben. Sn ber eitrigen Lungenfucßt herrfcßt, wie mir ge* fehen haben, eine 3U große ©eweglidjfeit unb fetter im ©lute. <§ier ift ber Si| ber Jtranfh>eit in ben Prüfen, welche eine franfhafte Neigung befifjcn, erbigen Stoff in bie ©ewcbe ber ©ingeweibe beS JtörpcrS unb namentlich ber Zungen ab3ufe|en, woraus fleh -Knoten bilben, bie bann in eine eigenthüms liebe Vereiterung übergehen. Die Anlage 3U biefer Jtranf heit »eicht nur in »eiligen Säßen von bem ©ilbe ab, welches wir oben von ber fchlmnbfücbtis gen -Körperbefchaffenheit im Allgemeinen entworfen haben. Doch ift eS wichtig, biefen Unterfchieb fennen 311 lernen unb 311 betrauten, weil biefe Arc ber Scpwinbfucht mehrere ihr eigentümliche £Rücffichten Verlangt, wenn man ben -Körper burch eine 3Wecfmäßige LebenSweife von biefer Anlage bes freien wiH. Diefe Jtranfbeit jeigt biirchauS nicht jenes Saftige unb ©eweglicße, wie wir bieS bei ber eitrigen Lungenfucht gefunben haben. Die ftnb hier nießt fo beutlich rotß umfehrieben, wie bort; bie ©efichtsfarbe ift meift graulicb=erbpfahl, oft fcfywarjgelblicij; biejöaut ift rauh, troefen, Pergaments artig an3ufühlen, unb felbft baS ©Beiße im Auge-trübt fich perlartig. DaS Auge, baS in ber eitrigen Lungenfucht baS innere Reiter burch feinen ©lanj Verräth, ift b'er itnbc unb matt, ©ei biefer Anlage finbet man in ber Oles gel feßwarje Augen unb fchwarse «fpaare, wäßrenb bei ber Vorigen ©attung meift blaue Augen unb blonbe £aare an3utreffen ftnb, fowie fiep baS ©lut auch burch eine ungewöhnliche Schwäne auSseicßnet. Obgleich bie Sfropheln, wenn fte nicht geheilt würben, fpäter bie Veranlaffung 3ur -Knos tem-Lungenfucht geben fönnen, fo haben fte bodf urfprünglich nichts als ben gleichen Sih mit biefer Jtranf heit gemein. Da wo in ber SfrophelsJtranfs heit AUeS aufgebunfen unb wäfferig erfcheint, finben wir eS hier im ®egen> theil faftloS, bürr unb auSgetrocfnet unb baher oft ben höchften ©rab von ©tagerfeit. SBeit fpäter als bie eitrige Lungenfucht geht hier bie Anlage in bie wirf ließ auSgebilbete -Kranf heit über, fo baß oft baS 36fte bis 40fte Lebensjahr erreicht wirb, bevor bie -Rnotcn=Lungenfucht 311m AuSbruch fommt. - Auch ber JtranfheitSVerlauf felbft ift hier ein gan3 anberer unb weit langfanter als in ber vorigen Art, fo baß eS ber -Kunft hier oft gelingt, bei Vollenbeter -Kranfheit baS Leben bennoeß lange hinaus 3U halten. So wie baS fanguinifche Temperament mehrentheilS ber ©egleiter ber Anlage sur eiterigen Lungenfucht ift, fo ift bie -Rnoten=Lungenfncht in ber 275 Kegel mit einem mclancßolifdjen ober Stemme« ramcnt oerbunben. ©aber jeigcn bie kranfen etwas kaltes unb ©rübftn« nigeS, man hört fte Ijter weit öfter flagen als bort. 3fyr kranfbeitSjuftanb macht fte beforgter, obgleich fte biefen berfennen, if?n gewöhnlich im Unter« leibe fuchen unb ihre Sruftbefchwerben weniger beachten. ©aber fint) fte ftetS berbriefjlich unb boU Sngrintm, fo bafj fte ftcb oft ben ©ob wünfepen. Son ber (Sitelfeit, welche, wie man fagen mödjte, in ber eitrigen Sungenfucbt mit ber @röfje ber kranfbeit wäcpft, finbet ftd) hier feine Spur ober wenig« ftenö nicht in bem Umfang. ©urep bie ©roefenbeit beS körperS ftnb alle Ausleerungen Vermindert; fo ift ber Stuhl gewöhnlich berftopft unb berpär« tet. ©urep ben trägen Slutumlauf entfielen Störungen auf ber Sruft, ©ruef auf berfelben, Scpnterj im Kiufen, ein beftänbiger Keij jum troefenen •hüfteln unb öfters wicberfeprenbe Anfälle bon £erjflopfen. Oft wirb bet biefem ewigen tüfteln nur ein wenig jäher, gäfepiger Speichel, unb jene nid;t feiten ftinfenbe fäftge Materie aufgeworfen, welche in biefer Art ber £ungenfucpt fepon gleich anfänglich jwifepenburep mit borfommt. ©ie SQei« gung ju erbigen Ablagerungen finbet nicht allein in ben Sungen ftatt, fte er« folgen auch in anbern Organen unb namentlich in betten bcS Unterleibes, ©aber flagen bie kranfen häufig überein ®efühl frampfbafter ßufammen« fepnürung, als wenn ber Seih mit einem ®ürtel gepreßt würbe, ©iefe Ab« lagerungen reijen bie Zungen, wobureb Sntjünbung unb Sereiterung berfel« ben unb enblicp baS twftifcpe fieber entfielt, welches aber pier einen weit trägeren Verlauf, als in ber urfprünglicp eiterigen Sungenfucpt bat. - ©a, wo bie Zungen febon bebeutenb bureb bie knotenbilbung erfranft ftnb, be« fomnten bie kranfen auf ber Stelle kauften, wenn fte ftep, jumal an irgenb etwas hartes, mit bem Kücfcn anlehnen, ber, fo lange fte nicht frei ftpen, burep nichts ju befänftigen ift. ©ie Steigung ju katarrpen ift auch pier fepr groß, boep jeiepnen biefe ftcb baburep aitS, bafj babei meift bie £alS« unb kopfbrüfen fühlbar angelaufen ftnb, unb bah ber duften, ber hier faft ganj einem troefenen krampfpuften gleicht, weit häufiger als bei jebent an« bereu katarrp ift unb felbft bureb baS blofje Sprechen erregt wirb. Sbcnfo ift bann auch bie fatarrbalifcbe £eiferfeit weit größer als fonft. Aufjer bie« fen Anfällen non katarrp ift ju Anfang ber kranfpeit, wenn bie Zungen noch niept bon knoten überfüllt ftnb, ber duften unbebeutenb unb troefen, er berfepwinbet bann auf einige Seit, feprt aber wieber. 3ft bie kranfpeit weiter gebieben, fo beobachtet man binftcbtlicb bcS duftens oerfcbicbenartige Abweichungen. Sei manchen Jtra'nfen bleibt er bis jum ©obe troefen, ober eS wirb nur eine geringe Stenge Schleim auSgeworfen. 33et Einigen ift ber •huften febr heftig, bie Anfälle treten häufig ein unb ftnb febr quälenb unb beunruhigen bie Äranfen befonberS jur Kacbtjeit unb am borgen. Sei Anbern bat er etwas krampfartiges unb ift bem keuebbuften ähnlich. Su« Weilen wirb ber duften feltener unb nicht fo heftig, wie bie kranfheit fort« 276 fchrcitet, unb in ganz feltenen Süden bilben fiel? Jungenfnoten unb vermeh« ren ftch, ohne baf ein duften vorhanben ift. Jlufwurf wirb nur höchft fei« ten gleich im -llnfang ber Jtnotenfchwinbfucht bemerft, er erfebeint in ber Siegel erft, nacfybem bie Jtranfheit fchon einige JBochen ober felfcft SDlonat« beftanben tyat. Hnfänglicb ift er gewöhnlich unb flaumig unb unterfcheibet ftd; faft gar nicht Vom Speichel. SQach unb nach zeigen ftd> Heine, trübe, gelblich=grüne ober afthfarbige «Klümpchen, bie junx Jfyeil int SB aff er unterftnfen, junt Dheil barin Heine feine Säben jroifcQen ftd; haben unb bisweilen mit etrcaf 33lut gcjtrcift ftnb. Sowie bie Jungens fudjt vorfcfyreitet, werben bie afchfarbigen .Klümpchen immer jaijlreicfyer. Seboch ftnb fie nicfyt in jebem Salle vorhanben, im ©egenthcil befielt bie ganze aufgeworfene klaffe zuweilen auf fdjmufcigen, weißlichen, gelben, fcl)leimig=eiterigcn SDlaffen, welche junt Sbeil int SBaffer fchwimmen, jum Sfjeil unterftnfen, unb biefef bauert oft bif einige Sage vor bem Sobe, wo bann ein bunfel roftfarbiger, ftinfenber Qlufwurf erfcheint unb bie balbige Qluflöfung bef .Kranfen anzeigt. 3n einigen Süden werben auch flehte falls artige -Kaffen hier hervorgehuftet. Viel SJlühe hat man ftch gegeben, um ju ermitteln, ob ber Aufwurf eines £uftenf St ter enthalte ober nicht.- -lldcin bief ift ein überflüfftgef Unternehmen, benn cf fann wahre Jungenfudjt vor« hanben fein unb ber Jtranfe baran fterben, ohne baß wahrer (Siter im -Hufs Wurf beobachtet würbe. So lange folcpe Jtranfe ftch ruhig Verhalten unb nicht reben, bleibt ihr -llthem frei; frechen fte aber rafäh unb laut, fo fonts men fie leicht außer -llthem. Vei Kanchen bleibt wtinbcrVoder SBeife ber Zithern ungeftört, felbft beim ©eben unb Sprechen. <§aben ftch jeboch fepon «Knoten gebilbet, fo ift ber Zithern für gewöhnlich mehr ober weniger beengt, unb mit ber ßunahme ihrer Vlenge unb ©röfje nehmen bann auch bie -llth» mungfbefchwerben ju.-Dann werben fte fepon burch jebe fleine ©emüthf® bewegung Verftärft, vorzüglich fallen fte aber bem Traufen nach genoffener 2)tahljeit. - Daf SSlutfpucfen ift hier eine fo gewöhnliche (Srfchei« nung, bafi man wohl annehmen fann, bafj unter Sünf, welche baran leiben, cf nur immer (Sinen gießt, welcher feine .Knoten in ber £ungc habe, unb bafj unter fechf an <Rnoten=£ungenfucht ®eftorbenen nur Siner nicht an QMuts fpuefen gelitten habe. 33ei Söeibem ift jcvoch biefe Srfchcinung weniger ju fürchten, fowie überhaupt auch ein heftifltt 33lutfturj weniger auf Jungens fnoten hinbeutet, alf ein nur geringfügiger ©luthuften.-SBenn bie Einlage jur .Rnotensgungenfucht ftch ju biefer Äranfheit felbft cmporgcfchwiingen hat, fo tritt fie nicht immer gleich in ihrer wahren ©eftalt auf, fonbern Vers birgt ftch noch einige Seit lang unter ber Sonn vertriebener anberer Ä<anfs heiten. SSorjüglich ift cf bann bie ®icht, ober bie Viagenruhr (ein Durch = fall, wobei bie Speifen unverbaut abgehen), ober bie 2)iilchruhr (wo bie Darmaufleerungen ganz ber Sllilch ähnlich fehen), Welche fr biefe Jungens fud)t zu ihrem Hnfangfpunfte wählt. Huch fommen nid;t feiten Siedeten 277 unb anbere «hautauSftläge jum QSorfchein, nad) bcrcn SSerfchwinben, wenn btcö burcfy unvernünftiges «Ruriren veranlagt würbe, bann halb baS fdjenO liehe ber <Rnoten=Suiigenfucht jum 33orfd;cin fommt. '4m gewöhnlich* ftcn ift öS jeboch bie Sungcnentjünbung, mit rvelcfycr bie «RnotensSungenfucQt ihren Anfang nimmt. Die entjünblidjen ßufälle haben hier baS ©igen* tümliche, bap fte in ben meiften B'ällen am oberen Dfjeile ber Suftröhre bes ginnen, wobei aber mehr ein Öefühl ber Beengung als beS SchmerjeS im «Rebifopfe Vorhanben ift, baS ftch Von ba auS tiefer nach ber ©ruft bin er» ftrerft. Sebent «huftenanfalle gebt ein angenehmes Surfen, eine befchwerlite SÖärme unb bisweilen ein merf lieber Schmerj unter bem 33ruftbcin voran. Sängt babei ber «Rranfc an fictytbar abjuniagern, fo fann man bann nicht länger an ber ©egenwart von Sutjgenfnotcn in ßwcifel fein. Oft wieberho* len fleh aber auch mehrere 2)iale feiere (SntjünbungBfälle unb geben vorüber, ohne eine merfliche Störung beS übrigens 2ßohlbefinbcnS ju binterlaffen; enblich tritt aber eine folcbe ?8ruftentjünbung wieber hervor, jicht ftch in bie Sänge, bie ©efunbheit wirb bebeutenb angegriffen, unb bie ßeicben ber Vor* banbenen ßungenfnoten treten bann beutlicber bervor. Sehr Unrecht ift eS, bis ju biefem ßeitpunft ju märten, bevor man ärjtliche «hülfe fließt. @S ift ja ohnehin fchon fchwer genug, bie Einlage ju biefer «Rranfheit gänjlich ju vernichten, aber noch bei weitem schwieriger ift eS, bie jum 4uSbruch gefommene «Rranf'heit ju befämpfen. Sei «Rinbern, bie von ©item erjeugt mürben, welche an ßungenfnoten, ja auch nur an einer Einlage ju biefer «Rranfheit leiben, ober bie in Solge ber elterlichen Schwäche ober anberer bei ihrer Beugung nachteilig auf fte einwirfenber Urfachen mit bem Seichen biefer lungenfüchtigen Einlage gebo= ren würben, muß fchon Von ber ©eburt an bie größte Sorgfalt barauf ver® wenbet werben, biefen Jeinb ju befämpfen. Sm ©anjen ift, mit wenigen •TluSnahmen, bie ©rnährungS* unb SrjiehungSweife biefelbe, welche wir bei ber eiterigen Sungenfucht für notwenbig erachtet hüben. SebenSftwäche ift auch hier ber herrfchenbe 3ug biefer 52lrt ber lungens füttigen Einlage, nur baff in ber Einlage jur eiterigen Sungenfucht bei ber allgemeinen SebenSfchwäche noch eine übermäßige Steijbarfeit unb S-Beweg« lichfeit beö 33luteö vorhanben ift; h*cr hin9eSen ift ber Dricb beö Q?luteö mehr jurürfgebrängt, bie Vpmphe herrfcht vor, hüt aber ftatt ber '-Beweg= lichfeit einen «hang jur Sßcrbirfung unb ©rftarrung.-2)ian muh baher 2llle3 von bem «Rörper abhalten, waö biefen Drieb begünstigt, unb ihn nur mit bem in Sßerbinbung fe£en, waö feiner tHatur nach ihm entgegen ift. DiefeS barf aber nicht in vorübergehenber, fonbern in bauernber 2lrt, nicht auf eine, fonbern auf vielfache Uöeife geschehen unb mup bem jebeömaligen Sebcnöab= fchnitt angemeffen fein. ■-• Deshalb ift hier junächft alles ©robe, SRehlpaps pige, foit'ie alles Sette, «Räfige, ©robfaferige, Bähe, ju Scharfe u. f. w. ohne QluSnahnte nachteilig. 278 £)a$ «Rinb erhalte bemnat feine ju fette, bitte, fäftge 2Jluttermilt/ werbe nirfjt mit treten aus 5Dicf)I unb bie oft fteif wie eine Latwerge ftnb, aufgefüttert. S)ie vielen Stleime, mit benen man aufjerbem bie <ftin= ber ftopft, muffen ba, wo man ihrer nicfyt entbehren ju fönnen glaubt, bünns fluffiger fein unb in mäßiger Wienge gereicht werben unb nidjtS weniger als jur auSftliefjliten Vahrung bienen. - «Ralte, bumpfe, mit fünften gefebwän» gertc £uft muß verntieben werben, benn eine®egenb ober eine SBofyniing hon folrfjer Suftbefcbaffenljeit begünftigt baS ©ntftcljen ber Sungenfnotcn äugens fteinlit« 5)aS ©leiche tut Diulje unb Verweichlichung, unb nicht bringenb genug fann bagegen ber Aufenthalt unb bie Vcwegung im freien anempfoh* len werben, bem Ungewohnten jwar anfänglich nur bei freunblichem Himmel, bem Abgehärteten aber ju jeber Seit. 3n feiner anbern Art ber Sungens fchwinbfucht verlangt bie -Vcftaffenheit bcS SSafferS eine folche Aufmerffanis feit alä eben hier, benn fonft fann eS fef;r leicht eher nachtheilig als heilem werben. @8 muß ganj rein fein, barf vorzüglich feine alauns artige u. f. w. Veimiftung hüben; eS barf nicht l;art, jeboch auch nicht fabe unb ohne allen Vebengeftmacf fein. 9Bo eS aber biefe geforberten ©igeus fehaften hat, ba giebt eS auch hier fein ©etränf, weites angemeffener wäre als Qöaffer, benn eS ift ber ©encigtbcit ber ju gerinnen unb Vies berfcpläge auS ftt abjufegen, gerabeju entgegen. Akin, Vier unb alle Weins geifthaltigen ©etränfe ftnb bagegen unbebingt fchäblict;, inbem fte bie Vers biefung unb ©erinnung ber Säfte beförbern. Außer bem AJaffer ftnb hier bie füßen Atolfen ein ganj ©etränf, ja ba, wo bie Anlage ju biefer Jtranfheit bereits eine folche Höhe erreicht hui, bah ber wirfliche Angs brüt ber Jtrantheit als nal;e befcorflehenb befürchtet werben muß, ba ftnb fte wegen ihrer auflöfenben, gelinb unb fanft ftnieljenben «Rraft noch tjötjer ju [teilen als biefeS, unb felbft ba, wo fchon Sungenfnoten vorhanben ftnb, mäßigen fte am heften ben hier fo läftigen troefenen Hüften. Aknn auch bie Alilch bei allen übrigen langwierigen ßehrßebern unb in ben voran be* fchriebenen Arten ber Schwinbfucht alö ein treffliches Heilmittel gerühmt werben muß, fo,ift bieS hoch feineSwegS hier ber 5a(l, fonbern it;r ©enufj ift offenbar nachteilig unb ift eben fo wenig als bie hier fo oft angepriefene ©allerte ber Jhiere juläfftg. deshalb ftnb auch bie Atilchfpeifen verwerflich, unb jwar um fo mehr, je weniger ber Jtranfe ftch Bewegung in freier £uft macht. £>iefelben Speifen, welche, wie ber VeiS, ©rieS u. f. w. mit SBaffer ober bünner ftleifchbrühe bereitet, nicht gerabeju nachteilig ftnb, wenn fte nicht ju biefpappig, fonbern mehr bünnflüfftg jubereitet unb nicht ju häufig genoffen werben, ftnb mit 2)lilch bereitet um fo nachtheiliger, je mehr bief unb fett biefe ift. Selbft bie mehligen Vflnnjenfchleime, wie Salep, Sago, Vfeilwurjelmehl, wenn fte auch nur feiten, abwechfelungSweife unb nicht ju biefflüfftg genoffen, nicht gerabeju nachtheilig ftnb, fönnen bot tjier nicht als heilfame VahrungSmittel betratet werben. Alles SSJurjels unb Kräuter» 279 werf ater ift ßierbie einjig vortrefflidjfle Nahrung, bie ber (Sntwicfelung ber fcungenfnoten bei ber vorßanbenen Einlage baju am meiften entgegenwirft, ©orjüglicß ftnb bicö bie weißen Nähen, «Spargel, ©eterftlie, Kreffe, Gnbivien, Körbel, $ortulaf, ©aeßbungen u. f. w. s2ln biefe (fließen fteß bie jarteren Kraut= unb Kcßlarten, fowie befonberS bie fußen, faftreichen, aber nicht herben Früchte an. 3a nach bem eines großen QlrjteS ift bei Vungcnfnoten eine mäßige, einfache Koft, welche beinahe einjig in bem ©enuß von Kräutern, unb ©Baffer befiehl, bie einjig juläfftge. Kartoffeln, jeboeß noch mehr als biefe ftnb «föülfenfrüdßte, alles ©acf« werf, vorjüglid; baS 4?efens unb ©uttergebacfene, fowie alle Konfefturen unb überfeinerten ©enüffe ju vermeiben. SQictytS Verbicnt aber größere ©erüch ffeßtigung, als bie ©efeßaffenßeit bcS ©robeS, benn Von gar nicht ju bered)* nenbem Nacßtßeile ift eS, fd;lcd;teS ©rob als täglidjeS Nahrungsmittel ju genießen. Unter ben ftleifcßarten ftnb baS Unten*, ©änfe*, ©cßöpfen* unb (Schweis neffeifcß, vorjüglicß baS von älteren S'ßieren, hier nidy ju empfehlen; ganj befonberS nad)tßeilig ift aber baS gebörrte unb eingefaljene Jleifcß. 5)er ©(hinten, wenn fein nidff ju alt, er nicht ju fett, ju feßr auSgeborrt, unb wenn er mäßig unb vorjüglicß roh genoffen wirb, macht hiervon eine QluSnaßme. 2)aS ©ebratene ift jeber anberen ßübereitungSart vorjujießen unb ift bet ber Einlage y.t Sungentnoten burcßauS nicht ju fürchten. Nur wo bie Knoten=£ungenfucßt vollftänbig auSgebilbet ift, barf öS nid;t genoffen werben, wo bann auch ber ©enuß beS ÜßilbcS, ber fonft wohl ju geftatten ift, unterbleiben muß. 5)aS ju ftarfe ©raten unb ju feßr QluSborren beS gleifcßeS ift jeboch ftetS ju vermeiben. Ueberßaupt aber ift ber 8deifcßgenuß fo viel als möglich ju befeßränfen, unb am allerwenigften barf er bie genannt ten Kräuter unb ©öurjeln Verbrängen. 5'ifcße ftnb in ben betreffenben ©erßältniffen nie eine ganj angemeffene Nahrung, mit ©uSnaßme beS mäßig genoffenen unb ber ©arbeiten; vor Qlllem ftnb ber tUat, ©toeffifeß unb überhaupt alle fchuhhcnlofen Sifcße ju meiben. s2IUeS ju fVabc, wie alles erhtfcenbe ©cßarfe, als ©ieerrettig, ©enf u. f. w. ift ßicr nacßtheilig. 2)ie hier empfohlenen ©chilbtröten, Krebfe, -lluftern; ©eßneefen haben viel ju viel ©allertartigeS, als baß fte bet einer gewifjen <§ößt ber Einlage ju Sungenfnoten von Nüßen fein fönnten. Unglaublich ift eS, waS hier feßon 5llleS empfohlen würbe, unb wie bunt unter einanber baS <§eilfanijte neben bem ©cßlecßteften fleht. ©Benn (Einige bureß ben auSfcßließlicßcn ®enuß beS ©urfenfafteS, ber rotßen Nüßen, ber ©rbbecren ober ber Trauben folcße Kranfe geheilt haben wollen, fo fönnen Wir ihnen bieS woßl glauben; wenn ©nbere aber baffelbe bureß erßißenbe, balfantifcße Mittel, bureß NiooScßofolabe, Kraftbrühen u. bgl. erreicht haben wollen, fo weiß man nießt, WaS man barauf fagen foll, wenigfienS war eS bann fteßer feine KnotensSungenfucßt, woran ißre Kranfen gelitten hatten. 280 (Trocfene Jtoft ift fyiev baS SQatteilige, unb boppelt ftnb bie ouSlänbifdjen ©ewürje eben liegen itjreö auSborrenben JeuerS. (ffio tiefe häufig als ßuttyat ju ben Speifcn genommen werben, gebt bie Einlage fetjr febned in biefe Sungenfutt über, unb fte Vermehren bann baS l;eftifd?e Qries ber, machen ben troefenen duften not troefener unb erzeugen Stockung, (Bruftftmerj, innere Qlngft u. f. w.; furj fte ftnb ganj unjuläfftg unb muffen als baS töbtenbfte @ift hier betrachtet werben. Seiber bafj felbft tlerjte hier oft unenbliteS Unheil burt ihre gcwürjhuften, fogenannten ftärfenben Stopfen ftiften, in ber burt biefelben ein jufädig binjugetreteneS Uebel, j. 29. eine fogenanntc (Wagenftwäte bamit ju furiren. (Denn wäh= renb fte, unb wie natürlich nur auf fnrje 3cit unb ein fleineS Uebel auf unfiterem 2Bege heben, breitet ftch jenes ©runbübel beS SebenS auf eins mal ober nach unb nach in einem Umfange auS, für ben bie Jtunft feine Mittel mehr - Gin (Bisten Salj, ein einfaches bitteres SDiittel (Duaf« fta) ober oft gar einzig bie blofje (Hnorbnung einer befferen SebenSweife reis chen oft hier hin, ein foItcS f(eines Uebel ju bekämpfen, unb nie ift bann ber (Gebrauch f ol t er (Wittel ju entfcfjulbigen. - häufige, aber nie ju ange= firengte (Bewegung, ini ®enuß beS Buträgliten unb nur fo viel Oluhe als eben erforberlit ift, benimmt am ftcherflen unb im auffadenben ®rabe ber Einlage ihren Srieb jur (Bilbung ber Sungenfnotcn. 2lußer btc« fen giebt eS hwr fein größeres ©egengift, jumal unter einem freunblicpen ©abei ift eS nicht nötig, wie in ber eiterigen Sungenfucht, auf baS (Wah ber (Bewegung fo ängftlit ju achten, benn felbft baS (Bergfteb gen, wenn eS nicht übertrieben wirb, ift hier oft Von Wohltätigem Ginfluh, fowie man aut baffelbe hinfichtlich beS fahrens unb Seitens beobachtet, freilich änbert ftch bieS augenblicklich, fobalb bie geringfte Spur eines ent= jünblictfen (BruftleibenS wahrgenommen wirb. (Der Vorher nicht an 2?ewe= gung ®ewöhnte muh aber erft admälig baran gewöhnt werben, benn auf ju große (Ruhe barf nicht gleich ju Viele unb ju ftarfe (Bewegung folgen. 2luS allem biefen geht aber hervor, bah ber Stvanq ju einer SebenSart baS Ungünftigfte ift, waS folche (Wenften betreffen kann. 3ebc (Bewegung muß vorjugSweife unter freiem £iwntel gefchehen, bie (Bewegung im Bim« mer, welche fte aut fct t hinreitenb. fjreilit ivirb bei Ungewohn* ten unb weit vorgeftrittener Einlage burt ungünftigeS dßetter, befonberS burt mäffe, «Rälte unb rauhe dßinbe oft eine Unterbretung eintreten muffen; enblit fann eS aber bot burt ©cwohnheit unb bei merfliter (Abnahme ber Steigung jur (Bilbung von Sungenfnoten balfin gebratt werben, baß ohne Statt ifbe döitterung vertragen wirb. 3n ber Sugenb gelingt biefeS ftu= fenweife döciterführen freilit fl»1 leitteften unb ftterflen, teils weil bann ber Jiörper am biegfamften, teils weil ber QluSbrut ber ©twinbfutt not jn entfernt ift, als bah h'er gleiter Strenge, fo wie im fpaterei: Qllter, adcS vermicbep werben müßte, waS ihrem Gntftchen förberlit fein könnte. 281 JTaS Jtinb trerbe baher auf bie entfhretenbe SBeife geleitet. liegt in bie* fer ®rjiehungStrei)c baS einzige Stimmittel gegen ben hier fonft fo verberbs liten ©influp ber ÜBitterungSveränberungcn. 2ßo bie nötigen SRiicffictyten auf bie Einlage ju Bimgcnfnoten nicht früh genug ober überhaupt ge= Kommen mürben, ba bleibt als cinjigcS OlcttungSmittel oft nicfytö IJInbereS übrig, als ben Jtranfen in ein milbereS Jtlima ju fetyiefen. Wie fit SRulje unb 2?cn?egung verhalten, fo verhalten ftd) and) unb Stiftfen, unb nid;tö begünftigt bie SSilbung ber Bungenfnoten mehr, als ein ju fcfyr Verlängerter Schlaf. ITieS ift bie Sorge für ben £eib; aber aut baS ©eiftige folger SRenften Verlangt bie größte 23erücfficfytigung, unb nie barf bie ©emüthSftimmung uns bcadjtet bleiben, trenn mir bie fte bcbrofyenbe Bungenfutt Von ihnen abhals ton trollen. Sßor Qlllem muff man futen eit beS ®eifteö herbeijufüh= ren, ben <§ang jur ©infamfeit ju verfteuten unb bie Buft, alles im Beben nur von feiner anjufcljen, in eine lebensfrohe Stimmung ums gutranbeln. Qllle Beibenftaftcn, befonberS aber bie nieberbrücfenben, inte fViirctü, 9Qcib, £aff u. f. tr., ftnb l;ier töbtenbeS ©ift. fVreube, Hoffnung, halb ju ftillenbe Schuf utt unb bie jarten ©efüfyle ber ftnb ©mpfinbungen, treibe bie büftere (Buhe ber Seele hier irohltljätig unterbres ten. SQicbtS ift hier notmenbiger als angenehme ßerftreuung jeber -llrt, ivehhalb «ut baS IBeifen für folche 2Kenften fo mohlthätig ift. So viel jur QSerhütung ber brohenben <ftnoten=Bungenjutt; bie ®es hanblung ber völlig auSgebilbeten Jtranf£;eit gehört nicht hierher. § 135. <Sd)leiHifchtt)tnbfu(i)t. 5)afj bie Stleimftminbfutt jus treiben einjig unb allein bie 8'olge eines Vernachläfftgtcn JtatarrhS ift, fann nicht geleugnet irerben; aber bei treitem öfter ift eS ber fVaU, baff fotrohl bie= fern Katarrh, als ber barauf folgenben Stleimftminbfutt ein bem SSlute angeborener $rieb jur SScrftleimung unb SSermäfferung jum ®runbe liegt. 3m erften 8üU fann bie als ein bloS jufäQig entftanbeneS Hebel betrachtet irerben, baS bei nidjt ganj ungünftigen SSerhältniffen trohl ohne fonbcrliche Stmierigfciten burch einen umftchtigen glrjt entfernt merben fann. 3m anbern $aU aber tvächft bie jtranfheit fo trie eine Ißftanje auS ihrer SBurjel, unb fte ungchinbert ihre SSlüthe erreicht, ift ber in'S £es ben gelegte Aeim, bie Einlage ju biefer Schivinbfucht, bis ju feiner Vollfoms menen Dleife herangetraebfen, ift auS ber Einlage bie Jtranfheit entftanben, bann trirb eS nicht fo leicht gelingen, baS geben ju retten. S)ie Einlage jur Scülcimfcütrinbfucht läfit ftd? jirar in früher 3ugenb als folche fchtrer erfeus neu, benn bann finbet man nur jene SDJerfmale unb Jtörverbefchaffenbeit, tvclche oben als jeber fchivinbfüchtigen Einlage im 5lllgemeinen angchörenb trurben, unb erft beim Eintritt ber ©efchlechtSreife treten bie hier eigentümlichen Seiten bcutliter hervor. So trie in ber Einlage jur eites rigen Schivinbfucht baS geuerleben beS Blutes fit felbft in ber Eiterung ver« 282 jetfrt unb biefer innere SBranb ftc'Q förperlich unb geiftig ju erfe men giebt, unb fo wie bei bem S'riebe jur Gilbung Von £ungenfnotcn alles bie U3er» trocfnung unb ©erinnttng ber Säfte anbeutet, fo giebt ftrf? auch in immer fortfcfyreitenber Starte bie Einlage jur allgemeinen SBerfcfyleimung ber Säfte burch ben ßuftanb beS .RörperS unb ©eifteS halb mehr, halb weniger beut® lid) ju erfennen. Sßor -Slllem ift eS bie Sljätigfeit ber ber Sdflciinerjeugung im «Rörper bienenben ©ebilbe, nämlich bie her Schleimhäute, welche ftreben, ben erften im beS dtörjperö einjunebmen unb bie SJers richtung aller übrigen mehr jurüefjubrängen, weshalb bie Steigung ju inis mer erneuerten Qlnfällen von <Ratarrh.en, verbunben mir ber ftärtften Slbfons berung eines wäfferigen Schleims, bei feiner anberen Qlrt ber Schwinbfudft fdfon ton früher Sugenb an unb in bem ©rabe getroffen wirb als tjier. ©ie 4?aut foldjer sDienfchen ift in ber Oiegel ungemein jart unb blcnbenb weiß; baS gewöhnlich blaue Qluge fcheint bei mattem ©lanj in einer fylüjftgfeit ju fchwinimen; bie Stafenöffnungen ftnb in Solge ber ewigen «Ratarrbe cntjiin= bet unb blaproth gefärbt; bie blafjrotben Sippen werben bei ber minbeften SSerminberung ber SBärme blau unb bleifarbig; bie Oiötl;e ber SBangen ift matt unb unb nicht fo beutlich umfehrieben, als wie bei ben ans bern Slrten ber fcbwinbfüd'tigcn Einlage. Ueberhaupt bat ihr äußerer SluSs bruef etwas SchmadftcnbeS, welches, wenn baS jeher Schwinbfudft eigens thümliche ©efige nicht ju ft'hr hervortritt unb bie fchwinbfüchtige -2lnlage< nicht fchon ju tiefe furchen ihrem eingegraben hab wohl »ft eine' gewiffe Buneigung abbringt. $hre Stimme ift wenig flangrcich, meift rauh unb belegt unb nimmt oft einen Stafenton an. ©er Slthem ift meift turj hörbar unb mit einem raffelnben Son verfnüpft, unb bei ber geringften SBes Wegung fowie im $lufj ber Diebe gebricht eS ihnen an Suft. ©abei räufpern fte ftch beftänbig unb werfen unaufhörlich Schleim auS. ßu langwierigen ©rüfcnanfchwellungen ftnb fte fefyr geneigt, fowie man hier überhaupt meh« rere mit ber Strophelfucbt übereinftimmenbe ©rfcheinungen antrifft, «fpiers I;er gehören außer ben ©rüfenanfchwellungen baS h^uÜ9c Sßorfommen ber SBurmfranfheit unb beS «RopfgrinbeS, Vor beffen Burücftrciben man ftch auch hier ju hüten h<*t ach unbebeutenben giebcranfällcn erholen fte fiep nur langfam, unb ftetS bleiben barnacp wäfferige Slnfcpwellungen ber ©liebma» heu jurüct. 3hr Stuvhl ift in ber Oiegel fchleimig, unb ftetS ftnb fte ju ©urchfällen geneigt, bie fte befonberS im Frühjahr unb «£>erbft mit einer be* fonberen «öartnäcfigfeit befallen unb nidftS weniger als für gering ju achten ftnb, inbem fte nur ju häufig ben Uebergang ber Einlage in bie offenbare Schleimfchwinbfucht anbeuten, ©alfer verminbert ftch benn and; währenb beffelfcen ber duften unb SchleimauSwurf, inbem bann bie Statur auf ben ©armfanal bie SluSfonberung beS Schleimes überträgt. SSirb ber ©urch= fall bann aber wie ein gewöhnlicher verftopft, fo lehrt ©ruef auf ber SBruft, duften unb SluSwurf mit ber ganjen £eftigfeit ber wirtlichen Schleimfchwinb» 283 jurücf. 3a eS fommen 5ade Vor, Wo bie «SchleitnfchWtnbfucht bis ju ihrem ©nbe bloS in bet ©eftalt eines folgen Durchfalls unb man glaubt bann, ber Tob fei nicfyt in biefer ®chwinbfud}t, fonbern bloS eines nicht ju ftillcnben ©urchfaUS Ijerbetgefiifyrt worben. Veim iveiblicQen ift ber weifje fehr häufig eine biefe fchwinbfüchtige Einlage begleitenbe SrfcQeinung unb Verhält ftch bann ganj fo wie ber eben erwähnte Surdjfad, obgleich auch bie plöfjliche Unterbiücfung eines folgen fcfyon jur ©ewohnheit geworbenen QluSfluffeS, auch ohne gleich* jeitige fchleimfchwinbfüchtige Einlage, biefe (Scfyitinbfucfyt, jebodQ auf eine mehr jufällige SBeife, erzeugen fann. 2luch bie Schleimhämorrhoiben, bie befonberS oft int feeren Filter burch bie groffe Wlenge beS abgefonberten <2>ct}leimeS Qlbjetjrung tyerbeifübren fönnen oft nur als ein Seiten ber unter einer Veränberten ©eftalt ftch funb* gebenben «Schleinifd^winbfuctyt betrachtet werben. Vicht ntinber häufig treten bie flechten als eine biefe Schwinbfucht vor* bebeutenbe (5rfd;cinung hervor, aber auch biefe fönnen bei ihrem fchnellen Surücftreten, felbfi ohne früher beftanbene Qlnlage baju, ebenfalls ganj ju* fällig bie <5chleimfcpwinbfucht veranlaffen. 5luch unter ber ©eftalt einer fogenannten falfchen £ungenentjünbung, bie bei ©reifen häufig entfielet, welche fchleimiger, falter, fatharrhalifcher Statur ftnb unb oft an «Schnupfen leiben, fommt bie Sdjleimfchwinbfucht jum Vorfchein. Veim weiblichen ©efdjlecht unb in früherer ßebenSjeit erfcheint oft bie SBIeichfucht alö Vorbebeutung ber wobei bann jene in ihrem erfepreefenbften Vilbe auftritt. Sie gewöhnlichften aber biefer Einlage unb bureb welche bie Schleimfchwinbfucht felbfi jum Vorfchein fommt, ftnb auch hier bie .Katarrhe unb Vruflentjünbungen, woju man bann nodjbaS Sdjleim* fieber jählen fann. Sie beiben elfteren jeichnen ftch h>icr. namentlich burch il)ren trägen, höd;ft langfamen Verlauf unb burch bie lange Sauer beS jurücfbleibenben SchlcimauSwurfeS auS. 2öaS h*er baS geiftige Seben anbelangt, baS, wie bereits erwähnt, bie Seiben beö «Rörperö fo oft mit ju tragen fo finbet man hier nicht ben lebhaften ©ebanfenfehwung, wie in ber 3tervenfd)winbfucht unb eiterigen fiungenfucht, fonbern bie geiftigen Verrichtungen gehen träge unb langfam Von ftatten, unb theilnahmloö, im Selbftbünfel befangen, ift >§ang jur ®in= famfeit unb Oluhe ein ihres ®harn^cr^«-3hr träger ©ang, ihre matte, fraftlofe Haltung unb Bewegung ift nur ber äufjere QluSbrucf ihrer geiftigen Jlraftloftgfeit unb ©rniattung. - Ueberhaupt ift eS baS fogenannte phlegmatifche unb namentlich baS phlegmatifch=melancholifche Temperament, welches mit ber Einlage jur Schleimfdjwinbfucht Vjerbunben ift. Sap bie Einlage jur Schlcimfchwinbfucht enblich in bie gänjlicp auSge» 284 bilbete felbft übergegangen fei, erfennt man burd) bie juitehmenbe Abmagerung, woburcp baS (Scfige beS ganzen «RörperS von Sag ju Sag im= tner mehr l;erauStritt, burdf bie ßunaljmc beS <§uftenS unb beS AuSwurfS, Vorzüglich aber burch bie ©egenwart beS Ijettifchen SiebcrS. Sie Vorder ftd) in gegriffen Schranfen fyaltenbe Schleimabfonberung fennt feine ©rcnjen mehr, wobei ber auSgeworfene Schleim bann faft ganj bcm ©iter ähnlich ficht. Sie <§anbteUer brennen aber fyier weniger alö in jcber anbern Art ber Schwinbfudjit; in ber £RegeI ftnb biefe fowie bie ganje Oberfläche beS «RörperS mehr feuchUwarm als anjufühlen. ©benfo mäßig aU bie SBärme ift auch ber Srucf auf ber Aruft, Stiche in betfelben finb faft nie Vorhanben, unb oft ift baS Siegen auf bciben Seiten in gar nichts er* fchwert, ja wenn fleh nur ber Aufwurf gehörig löft, fo flagcn folche «Rranfe oft gar nicht über auffadenbe Sruftbcfchwerben unb befinben ftch, außer einem bumpfen Srucf auf ber Aruft, Von biefer Seite in einer erträglichen Sage. S)cr Aufwurf geht in cntfefelicher Alenge fort, fo baß felbft währenb bef Abcnbßcberf ber duften niemalf ganj trotfen wirb. Selbft ber Stuhl, Urin unb ber fel;r heftige Schweiß ftnb Von fdjleimiger Aefcpafs fenheit, unb als ju irgenb einer anbern Schwinbfucht gefeilt fleh hier bie SBafferfucht mit fjinju. Um ben Auf bruch ber Schleimfchwinbfucht, ba wo biefef in einer baju im «Rörper vorhanbenen Anlage ju erwarten fiept, 31t verhinbern, muß allef entfernt werben, WaS bem inneren Sricb* jur allgemeinen 23erfcl;lei= mung ber Säfte Aaprung giebt, unb nur folche SebenSverpältniffc bürfen ge« ftattet werben, unter welchen biefer Srieb nicht gebeipen fann. ßunäcpft ift bie ber Suft 311 beriieffteptigen. hier paßt nur eine reine, Von Sünften freie, troefene, mäßig warme, nicht ju großen Abwendungen unterworfene Suft. ©egenben, welche tief liegen, ober bie Von biepten SBälbcrn ober wie im «Reffet von Acrgen eingefcploffcn ftnb, ober folche, in welchen «Ratarrpe unb fylußfeber ju ben ftepenben «Rranfpciten gc= hören, begünftigen auch Vor allem Anbcren bie Anlage jur Scpleimfcpwinb« fucht. Sie reine Aergluft, bie bei ber eiterigen Sungenfucpt pöcpft naeptpei« lig ift, ift für Scpleinifcpn'inbfücptige bie allerguträglichfte. ®anj vorjüg« lieh wirft hier baS falte Sßaffer, unb nichts ift io verwerflich als warme s-8ä» ber, benn fte erfcplaffen ben ohnehin fepon fraftlofen «Rörper immer noch mehr. SUebft bcm fleißigen falten AJafcpcn, Vorzüglich bef halfef, bef «Ropfcfi unb ber -Aruft, mögen ftch folche «Rranfe nach 11 nb nach an bie falten SBäber unb ganj namentlich an bie falten '-Begießungen unb ©ießbäber ge« Wohnen. 3nbem fcl;r warme Signier bei äußerer ftrenger «Rälte eine be« ftänbige ©encigtheit ju «Ratarrhen unterhalten, ber «Ratarrh aber überhaupt als baS Aegünftigcnbfte ber Schleimfchwinbfucht betrachtet werben muß, fo ift eS f(ar, baß nichts fo fel)r als eben biefer Fehler vermieben werben muß, unb baß man bei ftrenger «Rälte ßcp nie in ju warmen ßimmern aufhaltcn 285 barf. Untgefeßrf, Wenn bet äußerer <£iße bie ßimnter ju fütjl ßnb, fo ßat baS ganj biefelben £RacQt1?etIe, weßßalb nörblicß gelegene ßimnter befonberS int (Sommer für fold)e Jtranfe ßcß nicßt jur SBoßnung eignen. Ueberßaupt bann bei ber Einlage jur jeber fcßneüe SBecßfel bon £iße unb JtäTte, unb umgefeßrt, nicßt forgfältig genug berntieben werben, unb fcßon oft ßat baS ju leicßte Jtleiben, baS bei ju leichter Qkfleibung ftdj 2luSfc£en ber 2lbcnbfüßle, ber ßugluft, baS unrorßcßtige ju falte SBaben, ber Qlufentßalt an ju füßlen, ju befcfyatteten Drten bei großer äußerer SBärme, furj baS 9licßtbefolgen biefer SSorfcßrift fcßon bei fo -Uiancßem bie Scßleim= fcßwinbfucßt ßerborgerufen unb ißm ein früßeS ©rab bereitet. Sei biefer Einlage fommt QllleS barauf an, ben Körper abjußärten unb an bie äußeren SBitterungSbei-ßältniffe ju gewößnen. Qlllein man gewößnt ßcß nur an bie Jlältc burcß Jtälte unb bie Üöärntc burcß SBärme. Beßßalb ßalte man ßcß bei falter 3aßreSjeit unb in falten ©egenben meßr füßl als warm unb bei umgefeßrten SSerßältniffen aueß wieber umgefeßrt. ©ntßeßt aber ein <Ra= tarrß, fo muß biefer im Söinter ober bei füßler SBitterung burcß ein füßleS 23erßalten, im Sommer aber burcß ein WarmeS beseitigt werben. 33ci feßr beränberlicßem Oma tßut eS borjüglicß SQotß, ben «Rörper abjußärten. 2)lan fleibe ßcß, woßne unb fcßlafe nicßt ju warm, man hermeibe baS viele warme unb erfeßlaffenbe ©etränf, als Bßee unb Kaffee, gewößne ßcß von früs tj>er 3ugenb an mit unbebeeftem Raupte, furj abgefeßnittenen «paaren unb bloßer 23ruß ju geßen unb ßcß woßl auch barfuß ober nur in Scßußen oßne Strümpfe Viel ber freien £uft auSjufeßen unb ftd> falt ju wafeßen unb ju haben, gweilicß muß man alSbann biefe 2lbßärtung nicßt mit Sßerjärtelung beS «RörperS abwecßfeln laßen, eS nicßt nur tßeilweife, fonbern ganj tßun unb nicßt unbefonnen tDlaß unb 3id überfeßreiten. 2US SRaßrungSßoß muß alles auSgefcßloffen bleiben, WaS ju feßr Per* iräffert, ju fabe unb ju reijloö iß, baö meßr Stärfenbe unb, oßne ju er= IJteijenbe iß allein juläfßg. ®ie meßr faben Speifen müßen baßer irenigßenö bureß bie 3utßat nuferer einßeimifeßen ©etrürje (bie ßißigen fremben ßnb aueß ßier ju ßießen) meßr lebenanregenb gemaeßt merben. 3n biefer Sejießung übertrifft ßier ber Salbei unb bie Oiaute alle übrigen. 3ß bie Neigung ju Burd)fällen nießt gar ju groß, fo iß ein mäßiger ®enuß beö SaljcS feßr ju empfeßlen. Qöilb unb gebratenes ffleifcß ßnb juträglicß, unb ft-ijeße ßnb unter feiner anbern 3ubereitungSart als ebenfalls gebraten juj läfßg. 2t(leS mäfferige, fabe ®emüfe, alles feßarf Saure iß ßier oßne 2luS= naßme nacßtßeilig, benn cS bermäßert baS ®lut noeß meßr unb fcßU'ädjt bie Sßerbauung. ööein unb 2Mer, trenn aueß bei biefer Einlage weniger ju füreßten als bei ben bereits erwäßnten, ßnb boeß feine feßr ju empfeßlcnben ©etränfe, unb baS 2Saffcr iß aueß ßier baS beße, nur muß eS ganj rein unb geßörig frifcß fein. Sßo bcS borgens wegen Mangels früßerer ®e= Wößnung ein ®IaS falteS SBaßer mit einem Stücfcßcn 29rob bie Stelle bcS 286 ganzen nicht Vertreten fann, waS unftreitig hier baS 33efte trare, ba ift ein Aufguß beS beS HuflattigS ober ber Drangenbläts ter, ber Scßafgarbe mit QlniS, welcße letztgenannten ffheearten Wr meift von fo herrlichem Nüßen ftnb, bem gewöhnlichen eßineftfeßen $ßee wie bem «Raffec weit vorjujießen. Soll aber ja ein bem Jtaffee ähnliches ©etränt genoffen werben, fo vertritt ber Sicßelfaffee beffen Stelle am beften; ja er tarnt hier als ein wahres Heilmittel betrachtet werben, unb eS giebt nichts beffereS, um bie übermäßige Scßleimerjeugung hier ju befchränten, als bie= fen mit Sßina ju verbinben (auf jwei Waffen ein Quentchen Sßina äuni Jtocßen ju nehmen). 2)iil(ß fann neben bem SBaffer als ©etränt vortßeils haft gereicht werben; nur wo fte ben SNagen ju beläftigen feßeint, laffe man fte mit Qöaffer verbünnt trinten, unb reicht bieS nicht auS, fo ift bie Sßerbins bung mit Selterwaffer Vortrefflid). - Nie bürfen aber bie Jtranfen hier ge= nötßigt werben, mehr als ihr IDurft öS verlangt ju trinten. Dbft fann hier bei bem geringen IDurft wohl auch bie Stelle beS ©etränfS vertreten unb ift als foIcßeS auch juträglicß, allein als Nahrungsmittel ift eS Viel ju wäfferi« ger Statur, um als folcßeS hier bienlicß ju fein. ©roße Mäßigt eit im ©enuß ber NaßrungSmittel muß forgfältig beobaeßs tet Werber, baßer ift eS gut, öfter, aber immer wenig auf einmal 511 reis eßen. Bewegung unb UBacßen muß baS Uebergcwicht über Nüße unb Scßlaf haben, unb bei allem SBiberftreben ber Natur muß baS frühe 3lufftcßen jur ©ewoßnßeit gemacht werben; befonberS nacßtßeilig ift aber hier ber Scßlaf nach bem ©ffen. So wie gewiffe aufregenbe ©emütßSftimmungen, Verlangen unb Sßers abfeßeuen, Sfreube unb Scßmerj als woßltßätige Sinwirfungen auf ben ßier in Trägheit verfuntenen ©eift ju betrachten ftnb unb baßer woßl mit günftis gern Srfolge abftcßtlicß ßerbeigefüßrt werben tonnen, fo ßöcßft verberblid; ftnb auf ber anbern Seite bie nieberbrücfenben Bcibenfcßaften, wie j. 33. $urcßt, Kummer, 33etrübniß, ©ram u. f. w. SDiefe ftnb ßier ein waßreS jerftörenbeS ©ift. Nießr Segen wirb eS jeboeß immer bringen, wenn man bei einer träftig ernäßrenben SebenSweife feßon in früßer Sugenb bureß ab= wecßfelnbe 33efcßäftigung ber geiftigen 5'ßätigfeit bie Srägßeit ber Seele ju Verfcßeucßen fließt; nur meibe man babei jeben Swang unb jebe ermübenbe Nnftrengung. 3lu<ß baS fernen muß bem Jtinbe ein Spiel fein, fonft taugt eS nichts, fowie im ernften Veben fein ©cfcßäft gebeiht, baS nießt mit ßeis terem Slhitße begonnen wirb. 3Benn aueß bie Heilung ber auSgebrocßencn Scßleimfcßwinbfutßt öfter gelingt als bie ber Bungenfnoten u. f. w., fo ift fte bennoeß mit viel ju gro* ßen Scßwierigfeiten verfnüpft, als baß ber Nicßtfenner flcß bamit befaffen tönnte, weßßalb bie 33eßanblung ßier übergangen wirb. 287 Siebente 9(btb<*i(uti<j. fBon bet SBöfferfudjt § 136. SKSaffcrfndjL Sßenn ein SWenfcß anfängt (nicht als ein Starfwerben von fräftiger ©rnährung), wenn er über AuSs beßnung unb «Spannung ini 3nnern flagt, wenig Urin Iä£t, nicht fonbern eine trocfene fpröbe <§aut hat, beftänbig burftet unb jugleicp hart» leibig ober vcrftopft ift, fo erfennt man barauS, baß er wafferfüchtig ift. £eute von phlegmatifcßem Temperamente, von weichem, fchlaffem «Röt'» perbau, blaffcm Anfcßen ftnb ganj befonberS jur BJafferfucht geneigt. Sie werben gewöhnlich jmifcpen bem 40ften unb 50ften Saßre fcßncll fett, offen wenig, trinfen Viel, befonberS Bier, laffen wenig Urin, bekommen Anfälle Von Angft, Auftreibung ber 2Jlagengenb, furjen Atßeni, unb enblicß entfloßt, wenn Beranlaffungen pinjutommen, bie SBafferfuctyt. ,j6 SQiebrige, feuchte ©egenben, befonberS bie SQäl?e fteßenber Sümpfe, be* günftigen baS ©ntfteßen biefer «Rranfßeit. Sßo ßäufig BJecßfelßeber perr= fcpen, ftnb auch SBafferfücptige nicht feiten, ©a, wo eine SQeigung 31t bie= fern Veiben im «Rörper Vorlauben ift, wirb fie bann auch leicßt burcß feßr Verfclyiebene Urfachen 311m AuSbruch fommcn. Aber aucß oßne biefe SQeia gung baju fann fte auS folgenbcn Urfachen in jebent Alter unb bei jebem SIKenfren entfielen. <§ierper gehören groffe Unorbnungen in ber SSerbaus ung unb Srnälyrung bcö Jtörperö; bafyer gefeilt fiep SBafferfudit am @nbe 311 jeber «Rranftyeit, bie au§ Verbotenen Säften entfielt, 3. ®. 311t ©icpt, 3um Sforbut u. f. w. 2)affelbe bewirft aucp grofje Scpwäclye unb @r« fröpfung ber «Rräfte nar«grofjen Slutverluften ober fcpwercn .Rranfljeiten, böfen 5'icbern u. bgl. Schnell untcrbrücfte «öautauöbünflung, befonberS bei ftarfcn robuften Leuten, aucp manctymal falteö Trinfen bei Körper, unmäßiger @enu§ geijtiger ©etränfe, namentlir bc§ Branntweins; ber Aufs enthalt in buntpfiger £uft, in JteUern, ©ewölben, feurtcn finftern Sßopnungen; ungcfunbe SRalyrung; ©ntbelyrung; übermäßige Anftrengung be§ «RörperS, befonberö burdy Startwacpen; Sorge, «Rümmer, Seprccfen, bieö alles fann Beranlaffung 3itr Sßafferfucbt geben. Unterbräche £auts franflyeitcn gehören jebocp mit 311 ben So entfloßt fte nicpt allein gern nacß 3iirücfgetriebener «Rrätje unb fcßneU geteilten alten tVußges fcßwüren, fonbern befonberS ßäufig nacp fieberhaften «tpautauSfcßlägen unb jwar gan3 namentlich nach bem Scharlach, aber auch nach Blattern, 2)la» fern, IRöttyeln, unb Oiofe. 288 5)ie SBafferfucbt ift jWar in ber Kegel eine feffr fernere Jtranfhcit unb nimmt bei SSerfhleppung unb unrichtiger 33ehanblung feffr leicht einen tobt* liefen AuSgang; allein in ben Hänben eines tüchtigen ArjteS barf ein folger Jtranfer feinen W?uth nicht fobalb finfen laffen. SJiit bet Ausleerung bcS SßafferS ift bie Äran?l)eit burchauS noch nicht gehoben, trenn nicht zugleich bie im Snnern Vorhanbcnen franfhaften ßiu ftänbe ($. 33. AnfchweUungen ber UnterleibSeingeweibe) mit entfernt mürben; benn oft fleht man, baff, wenn ein folger «Rranfer baS SBaffer auch ganj Verloren hatte, er bennoch abjebrenb ftirbt. SDarum menbe man ftcb aber fobalb als möglich an e*ncn gefchieften Arjt unb verliere nicht bie Seit mit bem SSerfucff angepriefener maffertreibenber Kittel, melcbe überhaupt nicht mimer unb nicht für jeben «Rranfen baffen, unb mit melcben man bei unvers ftänbiger Anwenbung beißofen Schaben ftiften fann. ®ie Sßafferfucht be« ruht nämlich nicht ftetS auf einem unb bemfelbcn ßuftanbe beS «RörperS; eben fo oft iff fte mit Abzäunung als mit einem entjünblicb gereiften Sri» ftanbe verbunben, weffhalb bann aber auch ein ganj entgegengefefjteS Heils Verfahren oft eingefcblagen merben muff, unb baS Kittel, maS ben einen Jtranfen von feinem QSaffer unb feiner «ftranfheit befreit, bann bem anbern bei niefft gleichen SSerhältniffen nur nachtheilig fein. Köge bieS ber Sefer beherzigen unb einfel;en, baff bei ben ffier immer ffeff anbrängenben duaefs falbem unb ffJfufchern unb in bem iffm gewöhnlich von allen Seiten ffer JU-- fommenben guten SRathe, fomie in ber hvmöopatifhen Schein; unb £rug= mebtjin Hei biefer tief im Innern murjclnbcn Jtranfbeit für ihn baS gehoffte heil nur feiten ju finben ift. Allein auch hier erwarte er feine ausführliche beS fo febwierigen Heilverfahrens. Kur für leicht ju befeitigenbe Sülle unb bei augenblicflieber Kathloffgfeit wirb er bie Kittel hier finben. Kur eins muff ich h<er ermähnen, Weil cS fo wenig befannt unb von Seiten ber Aerjte, bie eS jwar nur feiten hinlänglich fennen, eS aber bennoch unb jwar mit höchftem Unrecht als gefährlich unb*nufclo8 verrufen. ©S ift bieS bie gehörige Anwenbung beS falten DuellwaffcrS. SSerfäffrt man bas bei fo, wie eS angegeben werben wirb, fo man habei ganj fieber unb ohne alle ®efahr für ben Jtranfen jebe Haut; unb Q3auchwaffcrfucht, wenn überhaupt eine Köglicpfcit ihrer Heilung Vorhanbcn ift, unb bat gewiff ba» bei nicht bie nachthciligcn Solgen ju fürchten, welche nach bem ©ebrauch ber rufftfehen unb weingeiftigen JDampfbäber fchon fo oft beobachtet würben. Gin folcher Jtranfcr wirb jmcis bis breimal täglich in naffe Sucher ge« hüllt, unb naeffbem er fo eingehüQt 2-3 Stunben jugebracht bat, fo lange fiep währenb biefer Seit noch fein Scffweiff einftellt, bloff mit falten SBaffer fchnell abgewafchen ober, maS noch beffer ift, in einer troefenen AJanne mit 1-2 «Rannen falten USaffcrS nicht allju fchnell übergoffen. (Gelingt öS aber, il;n in Schweiff ju bringen, fo muff er biefen 2mal täglich nach Kaffs 289 gäbe feiner Jträfte 1-2 Stunben abwarten unb bqrauf ein ganj falteS BBannenbab neßmen, in Weldßem er anfänglich nur 3-4 Minuten Verweilt; fpäter aber, wenn ißn nicht früher ein S'roß befällt, ber burcßauS hierbei vermieben werben niufj, fann bie Seit bcS 33abeS bis auf 12 ober 15 2)linu= ten verlängert werben. SQach Entleerung beS ÜBafferS feßc man bie ta jwar noch einige Beit fort, jeboeß feßwiße man bann weniger unb tertaufeße auch enblich bie jßäber mit ben Sßafcßungen, um ben BluSbrucß bebcutenber «fpautauSfcßläge ju verhüten, bie bei ber l;icr immer feßr unfräftigen £aut Vermicbcn werben müfjen, benn fte fönnten leicht eine nicht wünfcßenSs werthe Stärfe erlangen. Erft wenn bie Kräfte beS Körpers unb namentlich ber Sßerbauung ganj wieber Ijergeftellt ftnb, ber Jtranfe nicht ju alt ift, nicht mit Aicrfur unb anberen giftigen mineralifcßen Mitteln übermäßig gefüttert Würbe unb eine im Jförper noch vorhanbene SäfteVerberbniß einen Oiücffall ber äßafferf ließt befürchten läßt, bann laffe man baS falte BBaffer in feiner Vollen Jtraft einwirfen. S)er Äranfe feßwiße bann 2)lorgenS unb AbenbS 1-2 Stuuben fräftig in wollenen 2)ecfen, nehme barauf ein falteS BBannen= bab unb beS SßorgenS einige Stunben nach bem ÜBannenbabe bureß 10-15 SDiinuten ein bie $aut gehörig burcßarbeitenbeS ®ießbab. 2)iit biefer S9e= ßanblung fährt er allein fo lange fort, bis bie «fpautauSfcßläge jum Sßorfcßein fommen, fonbern bis biefe wieber verfeßwunben ftnb unb feine neuen nießr entfloßen, waS freilich ftetS feßr unbequem unb oft äußerft fcßmerjßaft unb langwierig ift. £ocß bie großen Aufopferungen einer [ol= eßen Jtur werben bureß ben vollen ©enuß ber ©efunbßeit unb einen neu ver= jüngten Jtörper genügenb vergolten. SBäßrenb biefer «ftur bürfen feine Warmen ©etränfe unb nichts als falteS ÜBaffer unb 2)1 ließ, wenn biefe von ben Jtranfen vertragen wirb, getrunfen werben. 2Jon ber babei nötßigen £)iät wirb fpäter bie £Rebe fein. 5)ie BebenSorbnung in ber SBafferfucßt erforbert eine ganj befonbere OHicfficßt. 2)ie Teilung berfelben wirb nießt leießt gelingen, wenn bureß bie« felbe bie BBirfung ber Arzneimittel nießt unterftüßt wirb. 2)lan ßat, befon= berS in früßerer Beit, wo eine vielleicht alljugroße Strenge in ber £)iät ein allgemeiner ©runbfafc bei ber 29eßanblung biefer Jtranfßcit war, grolle beob- aeßtet, wo baS Beben ber Sruflwafferfücßtigen Saßre lang gefriflet würbe, tnbenr man ißnen bloS geflattete, täglid> eine fleine Quantität <&irfcßßorn= gelee ju genießen. Allein eine fo äußerft befeßränfte Äojt fann bei einer fo langwierigen Jtranfßeit niemals als eine allgemein giltige Siegel aufgeftcUt werben; Viele Jiranfe würben babureß erfeßopft werben unb ganj Von Jträf= ten fommen. Sonft erlaubte man auch bem Jtranfen nur fo viel ©etränf, als jur Sriftung feines Bebens ßöcßft nötßig war. Allein biefcS graufame, unjwccfmäßige unb felbft fcßäblicße Sßerfaßren ßerrfeßt nießt meßr, unb alle Vernünftigen Aerjte ftimmen jeßt für ben reicßlicßen ®enuß von ©etränfen in ber BBafferfucßt. 2lur barf man eS aueß hierin nießt übertreiben, befon« £er §auäarjt. 290 berg fo Tange her Urinabfluß noch flocft, benn fonfl entfloht leicht ein läfli» gcS, höd)fl beengend ©efühl im SWagen. Sängt aber der Urin an reichlich ju fließen, fo mag bann ber «ftranfe ganz nach (Belieben trinfen. ©in reicU= TicQcr ©enuß von ©etränfen unterflüfct bann bie harntreibende Sßirfung ber «Diittel am allerbeften; ja oft fann man alSbann alle -DJebifamente bei Seite feigen unb baS Uebrige bem häufigen ©etränf allein überlaffen. 3e nachdem bie SBafjerfucht auf einem entzündlichen Buflande ober auf Schwäche beruht, müffen auch bie ©etränfe Von Verfchiedener Dlatur fein. 3ft ber ßufland gereift unb mit etwas fieberhaftem verbunden, fo giebt man cremor tartari (f. Dir. 18), fimonabe, -Wolfen, ober eine yibfocßung ber Ouecfen= ober Älettenwurzel, fowie von JtürbiS mit etwas Sßeinfteinrahm (1 Äiotb auf baS Quart) ober Salpeter (2 Quentchen auf baS Quart) vermiet mit gewöhn» liebem ©etränf. s2lud? hat fiep baS falte QueUwaffer in jeher 2lrt VonSBafs ferfuept mit SRecfyt einen großen (Ruf erworben. 2lußer biefen fönnen alle Wirten fühlender ©etränfe geffattet werben (f. Dir. 7, 14, 15 unb 17). DSerupt ber ßuflanb auf Schwäche, fo werben außer bem falten Sßaffer folgende ©etränfe dienlich fein; ©ine Dlbfocpung von Schachtelhalm (6fotp auf ein Quart DBaffer), ber (eben fo), beS DlelfengrafeS (eben fo), ber 2pee Dir. 228, ein Dlufguß von QSacpbolberbeeren. 2luch «Dlofels ober OtpcinWein, fowie Verfcpiebene Wincralwäffcr (Selterwaffer, Salzbrunn, ber ©eilnauer, Döilbunger, Jfifftnger Sauerbrunn ftnb dienlich. 5)enen, welche an'S ®ier gewöhnt ftnb, fann man mit gutem ©rfolge ein leichtes 2öacppolbcr= ober auch SDieerrettigbier zu trinfen geben. «Dian braucht nur 2 jpfunb gefloßene Dßacpholberbeeren über gefepabten SReerrcttig mit eis nem palben ©imer jungen (BiereS abgähren z« laffen. 5)er ©enuß beS Jtaffee'S ifl ben baran ©ewöpnten wohl zu geflattcn, auch femn eine mit SBaffer bereitete ©pofolabe in befonberen fällen, wo Dleigung unb ©ewopns peit bazu aufforbern, gereicht werben. 2)er S'pee (fepwarz ober grün, gilt hier gleich Viel) Verträgt fiep mit feiner Dlrt Von SBerbauungSbefcpmcrben, Verurfacpt leidet Spannung unb Dluftreibungen in ber SDiagengegenb, unb ber Jtranfe Wirb Wohlthun, fiel; hier nicht auf folche Söagniffe einzulaffen. (Bei ber entzündlichen SBafferfucpt fönnen nur leichte weiße fleifcpbrüs hen Von Jtalbs unb zarte ©emüfe, befonberS Spargelfproffen, jPortulaf, Sellerie, Sßeterftlie u. f. w., lodere SDlepls unb ©ierfpeifen, wenn fle nicht zu fett bereitet ftnb, weißes 33rob unb zuweilen etwas DJiilcp geftats tet werben. 2lnberS Verhält fleh bie Sache, wenn biefe Jtranfheit mit ©ntfräftung verbunden ifl. S)ie Jträfte ber Verbauung entfeheiben hier bei ber ÜBahl ber 9lahrungSmittel. ®er an eine reichliche .Roft gewöhnte «ftranfe, beffen «Wagen noch gut ifl, fann alle feiner 93erbauung unb feiner SebenSgewohn» heit angemeffenen fleifcßfpeifen, gebratenes, doch ungefpieftcS, geröfletcS, auch geräuchertes Sleifch genießen. Scharf gebacfeneS ®rob unb 291 gewürzte unb gefaßene Speifen tonnen ßier geflattet Werben; Weniger finb bläßenbe ®emüfe unb SReßlfpeifen erlaubt, leßterc um fo weniger, je feiler unb fetter fie bereitet ftnb, baßer fein 93utterteig u. bgl. «ßierßer geßört and; ber ®enuß ber butter, bet SSratenfaucen, beö Delö unb ber fetten SBäcferwaaren. Sie vermeßren bie 93erfcßleimung ber Säfte unb tragen jur (Erzeugung ber felbft Viel bei. - {Rettig unb 2)ieerrettig, fos Wie alb 3ufa| ju ben Speifen ßat fieß ber Jhtoblaucß unb Jtörbel feßr be« wäßrt. Jtörperlicße Bewegung, jeboeß nur wenn fie bie J? reifte nießt anftrengt, ift ben SBafferfücßtigen bienlicß. £)ie 33etleibung ift in biefer Jtranfßeit von großer üßießtigfeit. ©efonberb unb bab jWar reißt bringenb ju empfeßlen ift bei jeber Qlrt langwieriger SSafferfueßt bab fragen eincb wollenen, aub ganz orbinärem SlancU verfertigten <§embeb. 3ft ißm bicb aueß Qlnfangb feßr läftig, fo wirb er boeß in wenigen Hagen fieß von ben Sßorjügen biefer {Beflcibung überzeugen. Sür bie {Racßt fann man «ßemben von leießterem SlaneU anfertigen laffen. 2)ie ßage beb an SBafferanßäufungen leibenben Jtranfen ift gar nießt gleicßgültig. 2)ie neigen vor$üglicß jum 2ß unb wer ben unb S4I u flieg en, unb baran muß feßon int Anfänge ber Jtranfßeit vorgebaeßt werben. So viel alb mögließ muffen Scherbetten, befonberb 311 Unters lagen vermieben unb nur QRatraßen benußt werben, welcße man feßr zweit* mäßig mit einem ßirfeßs ober {Reßleber bebeeft. 33ei ber ®efaßr beb Wufs liegenb werben in ber {Regel oßne alle Qlubwaßl eine SRenge von SRitteln Verfließt; follen fie jeboeß nüßen, fo muß ber ßuftanb jebebmal geßörig bes rüeffteßtigt werben. Hie gebrüeften Hßeile in ber Jtrcujgcgcnb ober an ben beiben ßüften ftnb entweber blob fcßmerzßaft mit ber gewößnlicßen ßauts färbe, ober fie ftnb rotß, ober gefeßwürig unb eitern, ober fie ftnb branbig unb mit einem 93ranbfcßorf bebeeft, barnaeß iß bie 33eßanblung beö trauten Hßeilö abzttänbern. Sinb bie gebrüllten Hßeile blo§ fißmerjßaft, fo ntaiße man (?inreibun= gen Von Jtampßerfpirituö, fölnifcbem Rßaffer, Qlraf, {Rum, leßtere mit Eiweiß gu Scßaunt gefcßlagen. Unter folcßen Umftänben fann man aueß baö auf ßarteS ßcber geftrießene feßwarje Scßwefelpflaßer auflegen, welcßeö man bann ganz unberüßrt liegen läßt. ßeigt fieß an ber leibenben Stelle eine bebeutenbe, oft feßr fcßmerjßafte {Rötße, fo muß biefe öfter mit (Sitronenfaft, mit ©ffigwaffer, mit verbünns tem 33Ieiwaffer beftrießen unb namcntlicß jeber fernere Hrucf bureßauö ver* mieben werben. ®inen fogenannten Jtranj unterjulegcn taugt nießtö. 2Ran läßt ein vierectigeö .Riffen Von ber ganzen Breite bcö 83etteö ma* eßen, biefcö mit {Roßßaaren gut auöftopfen, mit {Reßlebcr übergießen unb in ber SDHtte mit einer Sßertiefung verfeßen. 5luf biefem Jtifjen, welcßeö noeß bureß 93änber an ben Seiten ber 93ettfteUe befeftigt werben fann, rußt ber 292 jtranfe fe'ßr gut, unb gewöhnlich verfchwinben in furjer 3eit bie Spuren beS Einfliegens. Elian fann bieje ESorricbtung nicfyt bringenb genug eins pfeifen. Sn ©nglanb werben jur Seit Eftatrafjen angefertigt aus einem waffer* bitten (Stoffe, bie burcp eine Verfdjliefj&are Deffnung auf ber einen (Seite mit EBaffer ungefüllt werben, buS burcp einen $ftbn auf ber anbern (Seite, opne bufj ber barauf liegenbe Jtrunte feine Sage ju veränbern braucht, ubgc* luffen wirb. OiefeS Sager bürfte für Jtrunte buS vortbeilbaftefte fein, ba man bie Unterlage ohne Störung jeberjeit erwärmen, bem EBuffer ftctS bie ungemeffene Stemperutur verleiben fann unb ba bei biefer Elrt jcglicpe Saite vermieben wirb, bie niept wenig jur «§erborrufung beS SDurcpliegenS beitrfc gen; boep ift für jetjt noch ber ju poep ju einer allgemeinen ©iu= füprung. Sft bie leibenbe Stelle bereits Wunb unb fdQtxutrig, fo leiftet Elutcnrietp'S ©icpenrinbcnfulbe bie nuSgejeitpnetften Oienfte.-Sft buS ©efepwür branbig/ fo ift ein folger Buftanb fo gefäprlicp, buff buburep allein buS Sebcn beS «Rrunfen bebropt Wirb. Scpon oft ift ein in ber 3Biebergenefung begriffener Jtrunfer an einem branbig geworbenen Einfliegen geftorben; bcfjpulb barf biefer nur Von einem EBunburjte bepunbelt werben. § 137. £>iefe ift entweber über bie ganje <§aut verbreitet ober befdjränft fiep nur auf einjelne (j. 33. gcfcpwollcne 0rüf?e). 3m geringeren ®rabe nennt man buS Ucbel Elufgebunfenpeit beS «RörperS. 53ei ber ift bie ©efcproulft weiep unb teigig, fte giebt bem 2)rucf beS Singers nacp, unb biefer pinterläfjt eine ©rube. Oie 4?aut felbft ift bleicp, troefen unb gefpannt. ©ine folcpe ©eftpwulft füljlt ftep entweber fütjl ober oft glüpenb pcifj an. JDabei bat ber Jtranfe ben Elppetit Verloren, er ftef? matt unb fefyläfrig. ®cwöpnlicp jeigt fiep bie wäfferige ©efcpwulft am JJnöcpel unb fteigt von ba in bie $öpe. ©S jeigen ftep Spuren Von Elufgebunfenpeit im ©efteijt unb bie Elugenliber fcbweHen wäfferig an. Sn ber {Regel ift bie ElnfcbweUung an ben Süfjen am ftärfften, Verminbert ftcb aber bei auSgeftrecfter Sage im S3ett. Sm Verlaufe ber Jtranfl;eit entfielen an ben Stenteln feiten brennenbe ©efebwüre, bie leidet in ®ranb übergeben. ©ine wäfferige ©efcbwulft wirb halb veranlagt, j. 33. bureb fefte Jtlci» bungSftütfe, enge Strumpfbänbcr u. f. w. Elucb bei gefunben 33erfonen, bie JXag unb Slacbt reifen, bei ElacbtWacben unb bei ähnlichen übermä® fugen Elnftrengungen fcbweßen bisweilen bie Süfie an. 33ei febwangern Srauen unb bei ©reifen ift bieS eine ganj gewöhnliche ©rfebeinung. Schnelle Unterbrücfung ber ja ein einjigeS 5)urcbnäffett ber Jtlei- bungSftüde erjeugt leicht bie <§autwafferfucbt. Elucb nach Scharlach unb anbern Jtranfbeiten fommt fte jum Sßorfcbein, fowie fte auch häufig baS be» gleitenbe Spmpton Von 3Bafferfucbt in innern Organen: wie 33aucbwaffer« 293 fucht, SQierenentartung ifl, wo fte natürlich nur im herein mit her juSrunbe (iegenben Jtranf(;cit behanbelt werben barf. ©etoöhnlich ift biefe SBafferfudjt fet?r leicht ju heben. Oft entleert ftch baS Wöaffer von freien Stinten, inbem ftd? offene Stellen Silben, am? betten baS Üöaffer abfliefit. ®ei ber Teilung fommt eS barauf an, ob man eS mit einer unb fieberhaften ober langwierigen unb ficberlofcn •§autwafferfucht ju l?at. 33ci <f?auttt> aff er fucht, wie fte nach Scharlach unb anbern Entjünbungen entgeht, Wie fte oft nach l?eftiser Erfüllung er« folgt, wo baS Sieber nicht fehlt, ba wirft ein oft Wunberähnlich, wenn ber $ulS voll unb flarf, 53Iutanbrang nach Jtopf unb Qhufi vorhanben unb ber Äranfe aufjerbem jung unb fräftig ifl. innerlich reicht man bei heftigem Sieber ben Salpeter (flehe Str. 23); bei geringerer 2lufre« gung läfjt man fleißig cremor tartari trinfen (flehe Hlr. 15 ober 18) ober man giebt bie Pulver ölr. 41, in vielem SBaffer aufgelöft. Sür Schwächere, befonberS für Jtinber, pafjt baS Samariitbenmarf (flehe 9lr. 17). Erwach- fenen giebt man bie 2lbfochung 9lr. 45. Ein befonbereS £ob hat fleh in allen Wirten h'fe^r'föafferfucht ber auflösliche Höein fteinrahm er« worben. 9)lan verbraucht bavon täglich 1-2 Sott) in einem fdQidliehen ®e« tränf (©erftenwaffer, £afergrü|fchleim, 3u<ferWaffer u. bgl.) aufgelöft. - gleichen biefe Mittel nicht auS, waS jeboch nur feiten ber Sali fein bürfte, fo muh einem 2lrjt bie weitere Sßehanblung übergeben werben. Sei einer langwierigen unb fieberlofen «fjautwafferfucht haben ftch bie $iHen von £eim in SBerlin (flehe 9lr. 219) unb Von Sßenbt in ©reSlau (flehe 9lr. 220) mit £RecQt einen groben 9iuf erworben. 5)aS Oleibcn ber £aut mit troefenen wollenen Suchern, fowie bie geifli« gen Einreibungen wenig unb fallen ben Jtranfen oft fef)r befchwerlic^. 93ei falter wäfferiger 2lnfchivcllung ber 8üfje läßt Söenbt ben Spiritus SQr. 221 mit 9lu§en einreiben. ®ei attgefchWollenen tjüfjen ifl bie Einwicfe« hing beS tränten ©liebes unb fpäter baS Sragen von Schnürflrümpfen ein wefcntlicheS unb ganj vortreffliches Mittel; man heilt hiermit bie hartnäefig« ften Salle ber 2lrt. ES bebarf jeboch einiger ©orftept, unb man fann nicht gleich bei jeher SSinben anlegen laffen. 5ft ber ftup roth, fchmerjhaft ober fehr empfinblid), fo muß bieS unterbleiben. £Bet einer wirf« liehen allgemeinen «&autwafferfucht ober auch nur ba, wo man il;re Entfte« hung ju fürchten hat, barf bie Einwirfelung nicht gefchehen, benn leicht fanu melt ftch unter folchen Umftänbcn baS Qöaffcr alSbann im Jöauch ober in ber 93ruft an. Entjünben ftch einzelne Stellen an ber wafferfüchtigen £aut ber fo lege man frifepe Jtol;lblätter ober bie frifchen blätter ber Söafferlilie auf. 33ei ©efchwüren nü£t ein Umfchlag von gefchabtcn Wtöhren. SBenn ftch in einem @elcnf anfantmelt, WaS befonberS hau« ftg am Änie ber 8all ju fein pflegt, fo ifl bie 2lnwenbung eines fpanifchen 294 fVliegcnVflaflerS unb bie Unterhaltung einer oberflächltchen Eiterung baS irirffamfte -Kittel. flüchtige Einreibungen unb t;arjige Sflafter, bie man häufig bagcgen empfiehlt, leiften bicS bei tv eitern nicht. Sn hartnäcfigen Jäh Ion übertrifft jeboch bie Schtvi|= unb SBafferfitr ade anberen Kittel, baS glüi;enbe Eifen nid;t ausgenommen. § 138. Sie .Rranbbeit ift oft fdurer ju erfens nen. S)af ein Kenfch anfängt bruftmafferfüd)tig ju iverben, bann man fctyliefjen, trenn bei guter ®cfunbtyeit unb ohne eine anbere Vorhergegangene Jtranf(;cit bcr Äthern nach einiger Setvcgung fdjnrer tvirb unb tüfteln ent= fleht, trenn bie Engbrüfligfeit attntälig junimmt, baS Sproßen fogleidj von duften unterbrochen irirb unb ber Jtranfe nicht tief Äthern holen bann; trenn erblich fieberhafte Setregungen, Erirachcn auS bem erftcn Schlafe mit Anfällen von Erfticfung hinjutreten. Sie Beiden, trelche mit vieler UBahrfcheinlichfeit auf eine auSgebilbcte Srufltvafferfucht fchliefien laffen, ftnb anhaltcnbe Scfchtrerben beim Athmen, unertiärbare Angft, öfteres Seufzen, ein ©efühl von Srücfen, Stehen, Span® non in ber Stuft. Ein furjer, trocfener, fpäter mit fchäumenbem, blutgeflreif= tern AuStvurfe begleiteter <§uflcn, «fjerjtlohfen, Engbrüfligfeit, Srocfcnheit im <§alfe, rauhe unb fdjtrache Stimme, unruhiger Schlaf ober gänzlicher Kangcl beffelben, Erleichterung beS QlthemhoIenS beim ober Stehen, ßunahme bcr Sefchtverben bei tieferer £age unb förderlicher Setre= gung. 9loch fixerer iverben bie Seichen, trenn ftch 311 bcnfelben ein öfterer Anbrang beS SluteS nach bem Jtohfe, Oiöthe ber SBangen, trelche trohl auch bläulich flimmern, Aufgetricbenheit bcr Albern am ftohfe unb 4?alfe, hefti* geS ftlohfen ber <§a!Sabern, hervorgeftrecfter «hals, herVorgetriebene klugen bei blaffem fahlem ©eftcht, tväfferige ©efchtvulfl ber Augcnliber, ber «föänbe unb ber Jüfje, manchmal auch ber männlichen ©efchlechtStheile, ängftlich fticfenbcS Ertragen im erften Schlafe mit tveit aufgeriffencn klugen htnjuges fetten. Seboch glaube man nicht, bah bie hier befchriebenen Sufätte noth= ircnbig bei ber Srufltvafferfucht äße vorhanben fein muffen, benn fel;r oft fehlen mehrere berfelben, unb bcr Jtranfe leibet bennoch baran; nur bie als beim Scginn beS ScibenS vorhanbencn, oben angegebenen Seichen fehlen trohl nie. 5luch ftnb bie Sefchiverben nicht immer in gleicher £cftigfeit vors hanben, bie Seränbcrungen hängen thcilS Von ber Siät beS Jtranfen, theilS von bcni Sßechfel ber QBittcrung unb SahrcSjeit ab unb nur bie genauere ärjtliche Unterfuchung vermag mit Seftimmtheit baS Sorhanbcnjein ber Srufhvafferfucht unb ber fpejiellen 52lrt berfelben fcftjuftettcn. Sei einer fchlaffen, fchtyammigen, trägen «Rörverbefchaffenhcit, im hö* hercn Qllter, beim gänzlichen Kangcl an Setregung, beim Aufenthalt in fchlcchtcr, verborbencr £uft, bei fehlem in ber Srufl ift bie Steigung, bruft® trafferfüchtig ju iverben, ftetS vorhanben. AIS eine ber rrichtigften Seranlaffungcn $u biefer «Rranfheit ift bie Sers 295 ttadtfung beS UlippcnfellS ju betrachten, ircldQe jwar burdf eine lange £e« benSjeit ohne befonberS nachtheiligen Einfluß auf bie übrige ©efunbheit be.- flefyen fann, in ben fpäteren Salden aber häufig langwierige Bruftfranfhei* ten unb namentlich bie Bruftwafferfucpt erzeugt. Solche Berwacpfungen entfielen bei heftigen «Katarrhen unb ähnlichen cntjünblichen Bruftjufällen, trenn ein ftreng entjünbungSwibrigeS Verfahren unb namentlich bie nöthi® gen Blutentjiehungen babei Vernachläffigt werben. 3cbe heftige Vungenentjünbung fann tfyeilS für ftd), theilS bei fehlerhaft ter Behanblung mit Bruftwafferfucht enbcn. desgleichen ftnb Scharlach, Alafern, jurücfgetretene tHofe, unterbrücfte flechten, golbene Abern, aber ganj befonberS bie ®id;t häufig Urfache biefer Jtranfheit. Auch tritt tiefe leicht ju fieberhaften «Kranflfeiten Ifinju, wenn ber «Körper Vorher fchon gefcbwächt unb bie Berbauung fchon früher in Unorbnung war. AuS ber= felben Urfache werben Säufer fo oft bruftwafferfüchtig. üöirb ber Bruftwafferfüchtigc nicht mit ber größten Sinftcht unb Sorgt falt ärztlich behanbelt, fo wirb feine Teilung wol;l nie erreicht unb feine gro= fjcn Dualen nicht geminbert werben. Darum wenbe man ftd) fobalb als möglich an einen Arjt; je früher bieS gefepieht, um fo erfprießlicper Wirb eS für ben «Kranfen fein. 3m $aHe ber SQotp werben bie Sßulvcr Dir. 222 ober ber Aufguf ber Senega (f. 9lr. 223) gute Dicnfte leiften. Die ©rfticfungSjufälle, welche von Seit ju Beit ben «Kranfen unb befon= berS häufig in ber Stacht befallen, verlangen wegen ihrer Sebenögefährlichteit bie fchleunigfte -hülfe. Unter folcpen Umftänben giebt man 15 Dropfen b er nft ein haltig en «girfeph orngeift mit etwas Sßaffer, ober 1-2 Dropfen flüchtigen Scpwefeläther mit einem Vöffel voll bcftillirten SBafferS, woburep oft bem Anfcpein nach fterbenbe «Kranfe ermuntert unb ton ber ©rfticfungSgefapr befreit werben, Aucp fann man in folcpen Aus genbliden eine AJifcpung auS jwei Dheilen Scpwefelätper unb einem Dpeil Dpiumtinftur einatpmen laffen. 3u biefem Bepufe fepüttet man einen Dpee* löffel von biefer Aiifcpung in eine Obertaffe unb ben «Kranfen ben fleh entwicfelnben Dunft mit geöffnetem Alunbe auffangen. (Sine mehr Stellung mit erhöhtem Dberförper ift bem «Kranfen am juträglichften. § 139. 23aud;ivaff'erfud>t. -hier ift entweber baö Sßaffer frei ober in Säcfen eingefchloffen in ber Bauchhöhle enthalten. Diefer «Kranfheit gehen gewöhnlich Vcrminberte (Sfiluft, auffaUenbe Dräghcit beö unb läftige ©mpfinbungen aller s2lrt im Unterlcibe Voran. Bei ber freien Baudjwafferfucht bilbet ftd> in ber Olegel eine gleichmäßige, tlnfangö ge* fpannte unb fpäter etwa8 nachgiebige Auftreibung beö Unterleibes, welche ber Vage beS «Kranfen folgt. SCßenn man bie flache 4?anb auf bie eine Seite beb BaudfeS legt unb mit ber anbern bagegen fdflägt, fo fühlt man bie Be= wegttng beS SSaffcrS unb ben ©egenfchlag ber Sßelle. 3m Anfänge fühlt man baS SBaffer am heften im Stehen unb an ben unteren Dheilen beS Sei* 296 6eS. ©er Jtranfe flagt über eine läftige grüße in her DJlagengcgenb, fowie über Verfcßicbcne ©er Stuhlgang ift fetten unb trocfen, babei weniger unb bunfelbrauncr, bierfarbiger Urin. ©S gefeiten fleh wäfferige Dlnfcßwellungen ber unb bet grüße ßinju, baS Dltßemßolcn wirb befcßwerlitß. ©ie «§aut, Bunge unb ber Dliunb ftnb tiocfcn, unb ©urft unb Sd;Iafloftgfeit quält ben Jtranfen. 5c meßt ber £eib fdjwillt, befto meßr magern bie ©lieber ab, ober cS gefeilt fiel; £aut* Wafferfucßt, ja nießt fetten auefy Vruftwafferfucßt ßinju. erfeßeint ein fcßleicßenbeS, abjeßrcnbcS ober and) ein bösartiges entjünblicßeS fieber. ©ie ßäußgften Urfachen biefer Höafferfucßt ftnb: Verftopfungcn unb Verhärtungen ber UnterleibSeingcweibe unb bie barauS entfteßenben .Rranf« ßeiten: ©elbfucßt, Vlutbred;en, golbene Dibern; fcßlecßt beßanbelte ober ju lange bauernbe Döedjfclßebcr, befonberS bie viertägigen; bie unregelmäßige ©ießt, fowie anbere Säfteverbcrbniß; öftere ©rfältungen; übermäßiger ©e« nuß von Söein unb fpirituöfen ©etränfen; vorßergcgangenc ßißige fieber, befonberS Scßarlacß, Verlegungen beS Unterleibes bureß Sdjlag, g-all u. f. w. Bitweilen gelingt eS ben Seftrebungen ber Dlatur ohne großes Butßun ber «Runft, bie Vaucßwafferfucßt grünblicß ju feilen. ©iefeS gefeßießt bann in ber {Regel burch bie eintretenbe WionatSperiobe ober bie fteß öffnenben gotbenen Albern, bureß baS VUebererfcßcincn unterbrüdt gewefencr «§auts auSfcßläge, ober einen ergiebigen ©urcßfall, ober freiwilliges Sft bie Vaucßwafferfucßt 5otge anberer langwieriger Jtranfßeiten, fo wirb bie= felbe überhaupt bureß baS <§ervortrcten ber früheren «Rranfßciten fcßnell ge* heilt, wenn bieS bureß bie «Runft erreicht werben fann. ©ie Dleigung ju SRüeffäUen ift bei biefer Jtranfßeit immer feßr groß, unb nie barf man einen Von ber SBafferfucßt genefenen «Rranfen für votlfom® men ßergeftellt halten, wenn feine <§aut trocfen, fpröbe unb pergamentartig bleibt. Dlur berjenige ift naeß geheilter SBaffcrfucßt als grünblicß ©enefener ju betrachten, beffen «$aut weieß unb auSbünftenb unb beffen Verbauung ge® ßörig in Drbnung ift. Seßr oft ift bie VaucßWafferfucßt Von entjünblicßer 2lrt. ©ine folcße entfloßt fcßneCl mit fieberhaften ©rfeßeinungen, vollem QjuIS, Beiden einer UnterleibSentjünbung nad; unterbrächen Vlutflüffcn unb in ftolge anberer entjünblicßen Jtranfßeiten. paffen bie bei ber entjünblicßen <£autwaf= ferfueßt angegebenen Mittel. ®anj vorjüglicß wirffam unb mit iHccßt feßr empfoßlen ift hier ber VrecßWeinflein (f. 9lr. 224). 3ft ber ßiiftanb aber nießt von entjünblidjer 2lrt, bann ßat fteß bie Satwerge Vr. 225 feßr bewährt erwiefen. 2lucß bie Mittel Vr. 226 unb 9lr. 227 leiften bie ßerrlicßften ©ienfte. Btttu ©etränf gebe man ben ©ßee Dir. 228, ber überhaupt bei SSafferfucßtcn feßr ju empfehlen ift. Dleußerlicß Wirb eine Salbe aus 2 feilen 2lltßäa»Salbe unb einem ©ßeil Serpentins 297 ober Jtobaivenbalfam theilS am Unterleibe, theilS in bie Stierengegenb ein« gerieben. @ine fchlecßte Verbauung iß fyier immer eine äußerß mißliche Sieben« erfchemung. Xie gewöhnlichen magcnßärfcnben Mittel tl)un alSbann feine befonberen Xienße. Xie Sraufevulver (f. Sir. 20), etwas Selterwaffer, ein @laS 2öein, befonberS Sfyambagner, waren oft von bent befben Erfolg. SS giebt brätle, wo ber Jtranfe, bureb eine Art Snßinft geleitet, etwas SefonbercS jnm ®enuffe wünfdft. ©arbeiten, einige Äußern, Jtaviar, fcharfer Jtäfe, Früchte aller 2Irt, EiS u. bgl., theilS reijenbe, theilS erfrifchenbc Sachen »erlangt ein folcßer Jlranfcr. ES ifl bieS als ein Qßinf ber Statur ju betrachten unb fann bem Äranfen, »erficht ftd; mit Mäßigung, geßattet werben. 2öo Die VaucßWafferfucht in ftolge eines langwierigen SBedjfelßcberS entfloht, fann man auf baS Mittel Sir. 229 vertrauen. 3n anberen fällen hat ber SBermuthwein (f. Str. 230) feßr gute Xienße geleißet. Xie hier angegebene Veßanblung wirb jebod? f'ne Verßänbige ärztliche ß. ßege nieganj entbehrlich machen. § 140. SBon ber 'Bcrßühtnfl ber SKüiffnlle ber Sßafferfudjt, Oft bleibt nach überftanbener VJafferfucht, ohne eigentliche «Rranfheit, ein ganj eigcnthümlicheS Siechtum jurücf. Xie Urins unb Stuhlentlecrung, bie ber Appetit, ®efd;macf, Schlaf, baS Atemholen, ber VulS, alle biefe Verrichtungen gehen regelmäßig Von ßatten, unb bennod) erholt fleh ber Senefene nicht, er fteht franf unb weif aus, unb fein 2)1 utß ifl gebrochen. <§icr muß man ©ebulb haben, bie Erholung gefebieht längs fant, aber gewiß. 2)lan forge nur für eine troefene Söohnung, wähle womög« ließ einen hochgelegenen, von Sümpfen unb allen flehenben SBäffern entfern« ten Aufenthalt, vermeibe jebe fernere Meß unb laue wäfferige ©etränfe. Xie forgfältigße Vermeibung einer naßfalten Sßitterung unb bie Entfernung aller trüben Sorgen ßnb bringenb anjurathen. Xurcß bie Befolgung biefer Vorfchriften wirb bann bie ©efunbheit am ftcherflen befeßigt Werben. 3ß im Saufe ber Äranfßeit baS Stöthige, Weber ju wenig, noch ju viel gefebehen, fo wirb bie SBiebergenefung in ber siegel feiner arjneilichcn 3)?it« tel bevürfen. Veruhte bie vergangene 2ßafferfuct;t auf einem gereiften 3u« ßanbe beS VluteS, bann bebarf cS nur ber forgfältigßen Vermetbung aller erregenben Einßüffe, befonbcrS bcrjenigen, burd; bereu Einwirfung bie früs h»re Äranfheit herbeigeführt würbe. Ußer hier ftärfenbe Mittel nehmen wollte, würbe fid> einen OtüdfaCl ober anbete ernfle «Rranfheitcn jujiehen* Sei folcber Sßicbergenefung ift eine fortbauernbe Sefd;ränfung ber Stah« rungSmittel unb bie Verhütung jeber Aufregung nothwenbig; bei Jtinbern ift biefe VorßdW Doppelt nöthig. Eine Xraubenfur fann na.h einer fo ent« jünblichen Söafferfud)t Von bcfonberS guter SÖJirfung fein. Eine befonbere Aufmcrffamfeit verbienen bie Stuhl« unb UrinauSfonberungen. Sßenu 298 biefe träge kerben, fo muß ein von folger ©Jafferfutt ©enefenber früh 1-2 große ®läfer «ftiffmger Lagocji ober ©iarienbaber Jtreujbrunn trinfen. DiefeS befommt in ber Legel bann am beften, kenn ber ©runnen früh im ©ctrc getrunfen unb bie AuSbünßung burt einige Seit abgekartet »irb. ©Jar bie vorangegangene ©Safferfutt eine reijlofe, mit Entfräftung Verbunbene, bann bebarf bie ©Jiebcrgenefung fdjon mehr £Rücffichten, beim bann muß ber lange jurücfbleibenben Abfyannung abgel)olfen »erben. «hier ift eS nothkenbig, bei vorangegangener ®eft»'iilft ber Süße ©inben ober Stnürfhümpfe ju tragen, gekürjhafte Einreibungen (©Jath°IberfpirituS u. bgl.) ober Läuterungen von ©iaftij, ©ernftein, ©Jatbolbcrbeere u. f.k. unb babci fo viel förderliche ©ekegung ju machen als eS bie Strafte geftatten. Der Aufenthalt im freien, auf bem £anbe ober f leine Leifen kerben ungc= mein Vortheilhaft fein. Lat einer auf Entfräftung beruhenben ©Safferfutt barf bie »ollene ©efleibung niemals mehr abgelegt kerben. Sollte Trägheit beS Stuhls jurücfbleiben, fo kerben bie eröffnenben ©illen Lr. 157 ganj befonberS kol;lthätig »irfen. Sollte bie ©erbauung einer Unterftühung bebürfen. fo Verfährt man kie bei ber 2)iagenfttt'ätc« «hierher gehören aut bie fogenannten 2)iagen= biere, j. ©. porter, Stettiner, ©aicrftcS unb jebeS anbere bittere ©ier. ©Jar ber ©enefenbe ein ©iertrinfer, fo kirb er gut tun, keniger, aber ein fräftigeS, bie ©erbauung beförbernbeS ©ier ju trinfen. Eifenhaltige XDiits tel, fo kie ber Eifenfalmiaf (Lr. 79), ber Starkem (Lr. 32), ganj be= fonberS aber bie eifenhaltigen Liineralquellcn: Driburg, Spaa, ©rücfenau, Jtuboka, SlinSbcrg, Altkaffer u. f. k. kerben bann nothkenbig fein, kenn bie ber ©Jafferfutt sum @runbe gelegene Stkäte aut iu ber ©Hebergenefung fortbauert. Eine gute aber leitt Verbaulite Jtoft ifl hiev fehr nothkenbig. 3ebe Uebertreibung im ©enttffe, jeber Säfteverluft, jebe Erfältung u. f. k. fönnen leidjt Latteil bringen. § 141. söläbfurft* S'ie ©lähungen ftnb ein eben fo häufiges als Hebel, kelte befonberS ben <h9V0t°nbriften unb ben an «ht)= fterie leibenben ©erfonen oft bie größte Dual unb ©eängftigung bereitet. Aber viel ju häufig kerben fle im gemeinen £eben als bie Urfate mannigs fater ©eft»erben angefehen, an kelten fte feinen $heil haben obglcit nid)t i« leugnen ifl, baß fte ihre «herrftaft »eit über ben auSbehnen unb nitt bloS fonbern aut ®rufb unb Jtodfjufälle aller Art erzeugen fönnen. DicfeS ©erfennen ber ©lähungen als Urfate Von Ötranfs heiten ifl aber feineSfallS immer fo gleidigültig als man »obl glauben fönnte. 2)enn betrattet man namentlit bie entjünbliten Stnierjen im Unterleibe als eine Solgeber ©lähungen, »ie eS fo fel)r häufig geftieh't, unb kie kir bieS aut bei ber Jtolif bemerft haben, fo nimmt man bann geköhnlit 3U erhtenben, blähungtreibeuben Mitteln feine Buflutt, bie un» 299 auSblcibncp ben oft geringfügigen JtranfheitSjuftanb in einen bcbenflichen umwanbeln muffen. Die weiften 2)?enfdjen werben aber beßhalb ju biefem Srrthumc veranlagt, Weil auep bei entjünblicpcn Schmer jen ber Qlbgang von von oben ober unten ftpeinbar auf furje Beit einige Erleid): tcrung verfdpafft. 9lur wenn biefe allcrbingS ben entjünblicpcn Unterleibs* unb '-Sruftleiben täufepenb äpnlicp fepenben SBefcpwerbcn burep ben freien •-Abgang Der SBläpungen niept nur auf Qlugcnblicfe, fonbern für eine längere Beit verfepwinben ober wenigftenS bebeutenb gemilbert werben, barf man an* nehmen, bafj QBläpungcn bie Urfacpe iprcS EntftepenS ftnb. Sie SBIäpungcn erjeugen burep bie QluSbepnung unb Spannung ber SAagengegenb unb bcS ganjen Unterleibes eine -Dienge von SBefcpwerbcn. Dabin gehören Engbriiftigfcit (Sßinbaftpma), Seelenangft unb $pantaftcn (ber 5llp), SBerftimmung beS ©emütpS, Scpmerjcn unter ben {Hippen, vor* jügücp auf ber Unten Seite (SAiljftecpcn), Herjflopfcn, felbft entfernte Scpmerjcn unb JtrampfjufäUe, Dprenfaufen, Doppelfepen, Halbfepcn. DaS treuefte SBilb aller biefer Erfcpeinungen giebt bie fogenannte Sßinbfoltf, bie auep, ba fiep bei itjr immer viele Jtrampfbefcpwerben jci* gen, ben Flamen Jtrampffolif erpält. Der Unterleib ift babei fepr angefpannt unb auSgcbepnt, aber ungleich, oft ganj bcutlicp fnotig anjufüplen. Die Scpmerjcn ftnb fepr heftig, aber perumjicpenb, wanbernb unb mit einem ftarfen «Rollern im SBaucpc verbun* ben. Die Bufälle wirten gcmciniglicp auep auf bie erregen Scpmerjcn unb Stieße, bie aber ebenfo wie im Unterleibe wanbernb unb mit S-Angft unb Herjftopfen Verbunben ftnb. Der Unterleib wirb oft fo auSge* bepnt, baß ber SQabel fauftgroß unb blafenartig perVortritt. JtranipfjufäUe fel;Ien babei feiten, befonberS bemerft man: leichte Buchungen im ©efiept, Scplucpjcn, frampfbaftcS Heraufjiepen ber Hoben, unwilltürlicpen Samen- abgang. Srop ber unaufhörlichen --Anftrcngung gelingt öS bem «Rranfen nicht, £uft ju entleeren; fann er aber einige Sßinbe fortlaffen, fo bringt bies feö ftetS große Erleichterung. - Die Blähungen erjeugen, wenn ftc fchr überhanb nehmen, jwei laftige Erfcheinungen, nämlich bie OlülpSfucht, Wo ber «Rranfe unaufhörlich mit lauten, unaufhaltfanien, oft mit fehreienbent Sone auSgeftopenen Söinbnt geplagt ift, unb baS®runjen im Seibe, Wo bie Suft in ben ©ebärmen mit lauten, oft ben allerwunberbarftcn Sönen hcrumgetrieben wirb. Buweilen wirb bie ßuft wie eine Hagel hin= unb hc'-s getrieben. Der eigentliche ®vunb ber Blähungen beruht immer auf Schwäche unb großer iJleijbarfcit beS 9)iagenS unb beS Darmfanals. SPian finbet fie baljer Vorjüglicp bei hhfterifchen unb hppocl;onbrijcpen unb folcpen bie fiep ihren Unterleib burch häufige 'llbführungSmittel, @efchlechtö=--Auöfchweis fungen, vieles Sifcen u. f. w. fepr gefchwäcpt haben. Sffio biefe Schwäche Vorhanben ift, ba bebarf eS nicht immer beS ©enuffeS blähenber Dinge, um 300 bie -93Iä$ungen ju erjeugcn, bann fönnen ® emüth Saffet te unb Dlerven « reijungen biefe für fleh allein hevvorbringen, unter anbern ©Haltung. 2lm gewöhnlichften geben aber hoch immer genoffene blähenbe Sachen bie SJeranlaffung baju. 4?ierl;er gehören namentlich Jtotjl, Diüben unb gäh« renbe ©etränfe. «§at bie Jtranfl;eit einen h°hett ©rab erreicht, fo erjeugt fd)on ber geringfte ®enuf? eines ßugemüfcS hcf^9e ®lähungöbefchwerbcn, ja bei fehr fchwacher Verbauung blähen fogar bie aHerunfcQuIbigftcn Dlah» rungSmittel. SDie DSehanblung biefcS SeibcnS ift eine bereite, nämlich einmal auf ben Unfall felbft unb bann auf bie gänjliche Teilung biefcS franfhaften ßu« ftanbeS gerichtet. 3m Dlnfang bient Fenchel, DlniS, ®arbe, Sßfeffermünje als H'hee getrun« fen, befonberS ber Hhee 151; auch bie flüchtigen ©eie, j. ®. $feffcrmünjöl u. f. w. 5-6 tropfen auf ßuefer halb« ober einflünblich ju nehmen, ©ute SJienfte leiften bie Jtrampftropfen Dir. 231 unb im hohen ©rabe ber ©efchwerben bie Hropfen Dir. 232; ferner baS Reiben beS Unter« leibcS, baS Dluflegen warmer H'ücher, Steine ober «Rräuterfäcfchen (flehe Dir. 177), baS ©inreiben ber flüchtigen Salbe, vorjüglidj aber ber Salbe Dir. 198, ober 4 Hropfen beftillirteS JtamiUenöl in einer halben Drachme Sdjwe« felfäure aufgelöft, unb enblich JUpftiere auS fßfeffermünjenfraut, ®arbe, Jta= miUenblumcn, ober bei <§pfterifchen bient baS Präger ftinfenbe Söaffer ju 30-40 Hropfen in «RamiUenthee unb baS Jtlpftier Dir. 165. Seljr gut ift eS bei biefen ® erwerben, trenn folche Jtranfe alle DJlor« gen nüchtern eine Haffe Jtümmelthee (1 Üucntchen mit einer Haffe Dßaffer aufgefocht) im DSett trinfen unb babei 23or« unb DlachmittagS 60 Hropfen jufammengefefcte $omeranjcn=©ffcnj nehmen. ®S ift beffer als ber ®e« brauch eines ÄümmelbranntmeinS, weil biefer gar ju leicht DSeranlaffung giebt, bah fleh bie teilte baS 33ranntweintrinfcn angewöhnen. Habei muh man aUeS ßugemüfe, fo wie bie warmen ®etränfe unb heilen Suppen Oer« meiben. JtalteS Dßaffer, jeboch fein 33ier, fann man auch währenb beS (SffenS trinfen, obgleich bieS gewöhnlich wiberrathen wirb. Hrinft man freilich nur wenig, fo beförbert bieS bie ©ährung ber genoffenen Spcifcn unb erjeugt baburch natürlich Blähungen.-SBerbcn aber wenigftenS 3-4 ©läfcr getrunten, fo perhinbert bie Äälte beS DBafferS biefe ©ährung, ju ber fonft jeber fdjwache DHagen geneigt ift, befchleunigt bie Verbauung unb fchü£t mit« hin am DSeften vor SlähungSbefchwerben. Hie gänjliche Teilung ber SßlähfucQt Verlangt Stärfung beS DllagenS unb HarmtanalS. 2)aju pafft falte, troefene Hiät, falteS Sßaffertrinfen, ©efroreneS, ©iSpiüen, falteS DBafchen ber DJlagcngegenb unb beS Unterlei« beS, falte barauf unb befonberS falte .Rlpftiere ncbfl vieler ®ewe= gung. 3m Uebrigäi Verfährt man wie bei ber SDlagenfchwäche (flehe 301 § 109). <Seßr ju emßfeßlen ftnb aueß bie Troßfen SQr. 233 unb bti ©illen Ulr. 234. ©ei ber fo äußerft läftigen fR ü I ß ß f u eß t wenbet man biefelben ©tit» tel wie beim SRagenframpfe an. - ©orjiiglicß gut ftnb ßibr bie ©ulver JRr. 199. 23 I U t f I Ü ff e. § 142. 9lafenMutctt. £)ieß allgemein gelannte UebeT entfielt auß Vielerlei Erfaßen unb ift ein ©eglcitcr ßöcßft Verfcßiebener Jtranfßeiten; eß fann beßßalb aud) nnr bann grünblicß geßeilt werben, wenn man beffen Ur= fachen aufjufinben unb fte bann auch geßörig ju beßanbeln verfteßt. «gier fott blöd bie £Rebe baVon fein, wie man ftd; bei bem Unfall beß JRafenfilus tenß 311 vergalten t?abe. 2)ie ©tenge beß ©luteß nnb bie 2lrt unb ©Seife beß Slußfluffeß ift Vers feßieben; halb fließen nur einige tropfen auß, mcift nur auß einem Hafens Iocße, halb ftürjt baß ©lut ftromweife bureß beite SRafenlöcßer unb naeß ßins ten bureß ben SJlunb hervor unb ber ©lutverluft fann fteß bis jur ©lutleere fteigern.-©leiftcntßeilß gerinnt baß ©lut in ber S'lafenßößle unb bilbet felbft einen ©lutpfropf, bureß ben bie ©lutung jum ©teßen gebraut wirb; baßer barf biefer auch nie gcwaltfam abgeriffen werben. Oie wießtigfte Stage, bießier ju betrauten ift, ift, wie man ffcß bem 9las fcnbluten gegenüber vergalten, ob unb in welchem SaUe man äußerliche, bie ©lutung ßemmenbe Wlittel anwenben foUe ober nießt. - llnterbrücft bar bie ©lutung nicht werben überall ba, wo fte mäßig unb mit (Meisterung fonft vorßanbener ©efeßwerben auftritt, bei Vollblütigen ©erfonen, bei ßeftis gen ©lutwallungen unb entjünblichen Siebern, Gongeftionen nach bem Jtovfe; ferner wo fte nach Hntcrbrücfung anberer gewohnter ©lutauöflüffe wie ber golbenen ©bem, ber -Utonatöreinigung fltß jeigt; benn in allen bie* fen S'äUcn fann bie vorzeitige Unterbrücfung leicßt gefährliche Solgen: ®e» hirnentjünbung, Oaubßeit, ©linbßeit, Sallfucßt nach fleh jietjen. - 9lur Wenn baß Scflcht erblaßt, <§änbe unb Süße falt werben, wenn ©cßwinbel unb Ohnmächten ßinjutreten, ift ptan berechtigt, ftohfenbe Mittel in ©ns Wenbung ju jiehen. 52lUein h'ftmit ift nicht gemeint, als foUe man bei je* bem IRafcnbluten ruhiger Sufchauer bleiben unb abwarten, bis bie ©efaßr bringenb wirb, würbe fteß ber Äranfe feßr oft oßne alle SQotß einen übermäßigen ©hitverluft jusießen. (Srreicßt baßer ba§ SKafenbluten 302 einen nur ctmaS Bedeutenden ®rab, fo fueße man bureß innere und adlet» tenbe Mittel biefeö ju befeitigen, denn biefe meiden ßier niemals gefäßrlicß. Um aber dabei jmeckmäßig 311 berfaßren, muß man auf folgende Umßänbe {Rückßcßt neßmen: 1) 3ß ber kranke jung unb kräftig, iß er überßaupt Vollblütig, liebt er die Freuden der S'afel, find die fließenden goldenen 2lbern oder die nio» natlicße {Reinigung auSgebliebcn oder unterdrückt morden, oder erfeßeint baö {Rafcnbluten im Sfrüßjaßre, fo bediene man ßcß folgender SRiitcl: ßrengc ©ntßaltung von QlUem, ma§ erbiet, frifeße küßle Suft, bunkleö Bimmer, £i» monade und andere fäuerlicße ©etränke, ermeießenbe «filpßiere, bei großer SEatlung füllende ({Rr. 43); iß der Stußl träge, Tamarinden (f. {Rr. 44), bei <§erjflopfen den rotßen Bingerßut (f. {Rr. 235), und fängt ber Jtranke an erfeßöpft 311 morden, dann baö Sauer (15 Tropfen in ein ®laS Sutfermaffer). - 33ci unterdrückten goldenen 2ldern oder auSgebliebener SRonatSreinigung morden im erßen fValle {Blutegel an den Elfter, im andern an, die «Rnöcßcl der 3?üßc gelegt. 3ß daö {Rafenbluten ßeftig, und broßt eS nur im geringßen hartnäckig 311 merben, fo fäume man nießt, einen kleinen 2lberlaß 311 vcranßaltcn. (Sine Taffe 33lut auf biefe 2lrt entzogen, verßin» bert bann oft ben {Blutverluß ton mehreren ßjfunbcn. 2) 2)aö {Rafenbluten iß bureß eine äußere ©cmalrtßätigfeit entßanben. «gier kann man fogleicß mit Sicßerßeit kaltes 2öaf)er über bie Stirn unb SQafenmursel auffeßlagen. Oft mirb baö {Bluten äußeiß ßeftig, alebann iß cßirurgifcße £ülfe nötßig. 3) 2)aö {Rafenbluten entßeßt bureß ein £inberniß ber freien 3?lutbc= megung im ®eßirn, in ber ©ruß ober im Unterleibe. 2>aß eö vom ®cßirn auSgeßt, erkennt man, menn baS {Blut auS beiben {Rafenlöcßern suglcieß ober abmecßfelnb halb auS bem einen, halb auS bem anbern fließt. £ier paßt ein mäßiger 2lberlaß am aber trockene Scßröpfköpfe am <£in» terkopf ober {Raden angelegt; ein SRittel, baS oft alle anberen übertrifft. 3ß baö <§inberniß ber freien 23lutbemegung in ben Zungen, unb biefeS be» ßeßt bann in ber {Regel in ben 3ur £ungenfucßt füßrenben fiungeufnoten, meßßalb baö ßäußge {Rafenbluten bei jungen Leuten ßctS eine äußerß Per» bäcßtige Srfcßeinung iß, fo iß eö gcmößnlicß baö linke {Rafenlocß, auß mol» tßem baö 53lut ßießt. £ier mirb am Qlrm ber Seite 311t 2lber gelaßen, auö melcßer baö ®lut 311m «Borfcßein kommt, unb man fefet trockene Scßröpfköpfe 3mifcßen bie Scßultern. £abei barf ber Jtranfe nießt fpreeßen, er muß bie größte {Ruße beö ÄörperS beobaeßten, {Ritrum, 2 Duentcßen in einem $funb SRanbelmilcß aufgelöß, unb laue gußbäber neßmen. fließt baS 23lut auS ber reeßten Seite, fo kann man anneßmen, baß UnterleibSßocfungen bie Ur» faeße bcS SlutßuffcS ßnb. 2Ran feßt alöbann trockene Scßröpfköpfe an bie obere {Baucßgegcnb unb 3mar meßr reeßtö, nimmt fößarfe Senffußbäber (fteße {Rr. 181), legt Senfteige an bie innere Seite ber Scßenkel unb wirft auf 303 ton Stnßl burch fchlvefelfaureS «Kali (2-4 Quentchen in SCBaffer aufgeloß unb viel QBaffer nachjutrinfen). £>abet wenbe man falte Umfchläge, ohne bic Hücßer auSjuwinben, über ben Jtopf unb bie unb bei Sraucn über bie Prüfte an. Hoch barf bie Jtälte auf ben Jtopf nur fo lange angewenbet werben, als fte bem Traufen nicht läßig wirb. Sßor ber .Kalte im Hlacfen hüte man fiel?, benn oft entfielt Slaclßheil barauS. 2)aS Seßbin« ben um bie 45anb= unb «Rniegelenfe iß ein altes SQlittel, waS ftcty erprobt hat, ebenfo wie baS «flauen Von Söfchpapier. 4) .Kommt baS Slafenbluten in 93erbinbung mit Jtopfreißen unb Schnupfen, bei veränberlicher QBitterung unb befonberS nach (Srfältnng beS Kopfes jum SSorfchein, ober leibet ber Jtranfe an ber ©icQt, fo I;üte man ftcf; Vor ber Qlnwenbung ber .Kälte unb wenbe fcparfe Sußbäber, Senfteige an bie Scheute! unb fpanifche SHegenpßaßer jwifctjen bie Schultern an. 5) Hrägt ber «ftranfe bie ßeichen einer fforbutifdjen fei» ner Säfte an ßch ([• Sforbut), fo gebe man, fobalb ein Sieber bamit ver» bunben ift, bie Söeinßeinfäure in Sßaffer aufgeloß (fo Viel jum angenehmen @efc!;macf erforberlich ift), mit SBaßer unb £tmbeerfaft unter baS ©etränf. 3ft ber ßußanb ßeberloS, fo giebt man ben Qllaun (5-10 ®ran) in $ul» bem mit ßucfer. Sehr bienlid) ift hier bie befonberS bei ber höchften Scbcnöfrfpväche, wo fte oft in ben verjweifeltßcn Süllen unb in einem bem Hobe nahen ßuftanbe noch wunberätmlich Wirft; bie aromatische fcljwefelfaure SOiijtur, welche vorjüglich alten Säufern hier fel;r jufagt; baS «JpaUer'fche Sauer, waS bei gleichseitiger Aufregung im 33lutc ganj an feiner Stelle ift (jebe biefer Säuren wirb ju 10-15 Hropfen in einem halben ©lafe SBaßer vicrtelßünblich genontnvjft) nebft einem auSgefühlten Hhee ton rothen Oiofenblättern ober von JlalmuSwurjel. Seboch fommt man feiten hier ohne bie gleichzeitige Qlnwcnbung äußerer Mittel auS. Stellen fleh aber nach gefüllter Blutung Betäubung, Scplaffucht unb anbere Seichen eines heftigen QlnbrangeS beS ®luteS nach bem ein, fo fuche man baS QBluten wieber ju erzeugen, unb ßnbet man, baß hierauf biefe gefährlichen Seichen nachlaßen, fo muß man Von jwei Hebeln baS leichtere wählen unb SQafenbluten mäßig unterhalten. Um baS SQafenbluten wieber hervorju» bringen, genügt in ber Hiegel baS ©injichen Warmer Sßaßerbämpfe ober Qln= wenbung von Hliefemitteln. 2)aS Stochern in ber Hlafe mit einer Seber ober einem Strohhalm ift ju unterlaßen, benn bieS erregt oft eine übermäßige Blutung. Strei an bie Hlafcnlöcher gelegt, entfprechen biefem fßors haben beßer, ba hier bie Blutung ju jeber Seit jum Stehen gebracht werben fann. Glicht immer iß eS leicht, baS fforbutifche Hlafenbluten fogleich ju er» fennen. 3ßji$och bie Blutung ßarf, fo entßehen alSbann balb blaue Slecfe am Jlörher, ein ßcßercS 3eichen beS SforbutS. Silan unterlaße ba» her im SSerlauf eines jeben nur etwas heftigen HlafenblutenS eS nicht, ben «Körper ju unterfuchen unb nach biefen Sieben genau ju fehen. 304 6) ßu erwähnen ftnY» noch bie fogenannten ©luter, b. h. flßerfonen, bet betten in ftolge einer erblichen Qlnlage baß ©lut eine betartig bünnflüf» ftge ©efchnffenheit fyat, baß jebe ©lutung, felbft trenn fte burch noch fo fcheinbar geringfügige ©eranlaffnngen, wie bürd; einen Olabelftid), tleine Schnittmuitbe, Qlitßjiehen eines Baßneß, hervorgerufen ift, fcfyneU übermäßig irirb unb leicht Bebenßgefahr l;erßcifül;rt. - £ier muß man Vor Oem bars auf bebaut fein, bie ©lutung (burch bie unten angegebenen ©littel baß Ola» fenbluten, trenn fte ftch alß folcQeö äußert) fo wie möglich ju füllen, unb bann burch eine fütylenbe Bebenßweife (Qlnwenbung beß falten ©Bafferß, bett ®enuß Von elfenhaltigen SPlineralträffern) bie Geneigtheit baju Vermin» bern unb jeglid)e noch fo geringfügige ©eranlaffung ftrcng vertneiben. 7) Oft ift baß Olafenbhtten ein fogenannteß larVirteß ©Bechfelßeber (f. § 63). ®ß muß bann im Qlnfall jtrar wie jcbeß anbere Olafenbluten behanbelt werben, bo© gleich nach feinem Qlufhören muß bie <Rur beß ©Sech» fclßeberß beginnen. Sm Ql llgentcin en muß bei jebem Olafenbluten ber Jtörber unb Jtovf aufrecht gehalten treiben, ©er Jtranfe muß eß vertneiben, ju niefen, bie Olafe ju betaften unb ft© außjuf©nauben; felbft baß Viele Dieben vermehrt ben ©lutfluß. Stühle, felbft falte Vuft ift bienli©, ©3arme immer ju ver= nteiben. Stalteß ©Baffertrinfen hebt oft für ftch allein bett Qlnfall; ©urgeln mit faltern ©Baffer, in Weitem Qllaun aufgelöft ift, ift ftetß fel;r bieuli©. Um baß ©luten mehr getraltfam ju füllen, bebient man ftcQ beß ©efprifjenß ber 4?erjgrube, beß ©efichtß mit eißfaltem ©Baffer, beß Qluflegenß von Giß, (Schnee, faltem ©Baffer für fleh allein ober mit <Sfftg vermifcht über ben Jtopf, bie Stirn, Olafe unb ©atfen; befoiiberß bienli© ift hier auch ber Umf©lag Dir. 84; ferner baß «§eraufjiehen einer Qluflöfung von 4?aufenblafe mit ettraß ©rannttrein (bieß bringt oft baß h^ünäcfigfte Olafenbluten jum Stehen), ober auch beß ©ranntweinß ganj allein, aber nur nach unb nach in bie Olafe gezogen. ©Ian bringt ©Bicfel Von (Sharfsie fo weit alß möglich in baß blutenbe Olafenlo©, bie man vorher mit jufammenjiehenben ober bloß fle= benben ©Ingen beftri©en ober befeuchtet ljat, 3- »üt (Sitveiß, ©itriol, ©Haun u. f. to. Sn einem befonberen Stufe ficht baß cRreofottraffer (nicht baß reine Strcofot) unb ©rifßthö ©ulver: Olimm: Qlrmenifchen ©oluß, QHaun, Von jebent ein üuentchen, ©ra= chenblut ein Duentchen, ©itriolfolfothar jtvei Quentchen, ©aß feine ©ulver mit Gimeiß vermifcht, auf ©Bicfel gcftrichcn in bie Olafe ju bringen. (Sntfteht nach folchen fcharfen SDtitteln ein Oliefen, fo ift oft ein ©e® ftreuen ber ©Bicfel mit arabtfehem ober Sragantgummi ivirfujichen, ober man pubert mit biefem ®ummi gern ähnlichen Seuerfchmamm ein unb bie ganje Olafe voU bamit. Oloch müffen jivei iPlittel hier ermähnt rnerben, melche beijeber QIrt 305 öon ©lutfluß, foBalb er ®efahr broßt, mit bem herrlidjftcn Erfolge fietä gereicht werben. ©ag erfte ift bag ©iutterforn (f. £Qr. 236) unb bag an= bere ber ©leijucfer (Str. 237). § 143. 3tommt bag ©lut aug ber ©ruft, fo wirb eg immer nur burch jRäu&pern unb duften auggeleert; fommt eg, wie bieg r.icfjt feiten gcfd)iel;t unb ju ©äufchungen ©eraitlaffung gießt, aug bem Wlunbe, bem flachen ober ber ©effnung ber S'lafe, fo wirb eg bloö augges fpucft, nicht aubgefyuftct. ©er ©luthuften ift immer ein bebenflicheg Ucbel, infofern eg in ben meiften SäUen auf ein tiefeg @rf ranftfein ber Sungenfubftanj beutet unb gröptentfyeilg bag Symptom ber tubcrculöfen Sungenfcßwinbfucßt ift. ©Senn bei Scannern in einem Elfter von 30-40 fahren, nach einem mehr ober weniger hartnäcfigen duften, freß ©lut in bem 3lugwurf jeigt, wenn bieg 2-3'©age hintereinanber anhält unb fte entweber reineg ©lut ober bluts ftreifigen Schleim aughuften, wenn biefe fleinen ©lutungen, naeßbem fte ge= füllt worben, in mehr ober weniger furjen-Bwifcßenräumen wieber crfcheis neu, fo hat man immer ju fürchten, baß biefeni liebel Sungenfnoten jum ®runbe liegen unb baßer ber 2lubbrucß ber Sungenfucßt broßt. ©agegen ßat man beobachtet, baß ©erfonen, welche feßr ftarfe Sungenblutftürje ges habt haben, boch feßr oft eine fräftige ©efunbheit wieber erlangt haben, tro£ ber ©eforgniffe, welche ber ßuftanb ihrer ©ruft beg ©lutfyucfeng wegen er= regt hatte, ©eim weiblichen ©efcßlecht hat ber ©luthuften oft wenig ju fas gen, er fann bei ihnen ohne SQacßtßeil ju einer 2lrt ©ewoßnßeit werben. Ueberßaubt ift er weniger bebenflieh, wenn er burch jufällige Urfachen erregt ober in Unterbrücfung ber golbcnen Qlber ober in Störungen ber ©tonatgs reinigung feinen ®runb hat. Stic barf jeboeß ein ©luthuften vernaci/läfftgt Werben, unb nie barf man ftd) babei beruhigen, ihn für ben Qlugenblicf be* feitigt ju haben, fonbern man muß immer barauf bebaeßt fein, fein 2öieber= erscheinen ju verhüten, ©leibt nach überftanbenem Unfälle, mag bie SJienge beg auggeworfenen ©luteg bebeutenb ober nur gering gewefen fein, fein £u=- ften, fein Schmerj, fein ©ruef unb feine ©cengung auf ber ©ruft jurücf, ift ber Qlthem unb bie Sage auf allen Seiten frei, bann ift jwar feine Suiigen* fuctyt ju fürchten, aber man barf bepljalb boch nicht weniger auf feiner £ut fein, um fleh nicht unbebachtfamerweife einen neuen Slnfall jujujiehen. ©efonberg ftnb eg junge unb vollblütige ©erfonen, ober folche, bie eine fchwache ©ruft unb ein fehr reijbareg ©lut haben, bie früher oft an Stufens bluten unb an litten, ganj namentlich aber bie, welche bie oben befchriebene Einlage jur Schwinbfucht unb einen fchwinbfüchtigen Jtörbcrbau haben (f. § 131), welche aUeg forgfältigft vermeiben muffen, wag einen ©luts huften erjeugen fann. ©er ©luthuften wirb aber erjeugt burch hcft*9e hifcung beg ötörherg, burch ©anjen, Saufen, h'h'9e ®etränfe, heft*9e ®e< tränte, heftige ©emüthöbewegungen, große äußere >§i&e, übermäßige 306 ftrengungen ter Zungen bureß Seßreten, ©lafen ton Snftrumenten, flarfe, auf bie ©ruft befonberS wirfenbe (Srfcßütter ungen, j. 93. Stocffcßläge auf ben IRücfen, Sturj, verborbener Cuft unb feßar» fer fünfte. Qlußerbem ift ein ©lutßuften oft ein Seiten ber fforbutifeßen ©erberbniß beS ©luteS unb bie ftolge unterbrüefter golbener Albern, ber 2)to« natSperiobe unb anberer ©lutflüffe, fotvie bereits erwäßnt, ber Vorßanbcnen Cungenfnoten. 3m Unfälle eine? jeben ©lutßuftenS mufi man juerft für Ohiße beS «RörperS unb ©erußigung beS ©emütßS'Sorge tragen, waS oft feßr feßwer ßält, ba bei einiger 4?eftigfeit beS Hebels ber Scßrecfen, bie Unruße unb Qlngft beS Jtranfen in ber Siegel feßr groß ift. SDerfelbe muß fteß ganj ftiU unb rußig Verhalten, barf burcßauS nießt fpreeßen; benn Sprecßen reijt bie Cungen unb ift ßier eben fo fcßäblicß, wie jebe anbere ©ewegung beS Rör» perS. S)aßer ift eS unreeßt, ißn mit fragen ju beftürmen, felbft wenn bieS ber 2lrjt tßut. ©UeS waS ben Rörper briieft unb beengt, muß fofort ent» fernt unb ber Rranfe in eine bequeme aufrecßtftßenbe Stellung gebracht werben; Win er liegen, fo barf bieS nießt in fVeberbetten unb immer nur mit erßößtcr ©ruft unb Ropf gefeßeßen. 2)aS Rranfcnjimmer muß bunfel unb bie Cuft in bemfelben füßl unb rein fein. Rein warmes, fowie fein fäuer» licßeS ©etränf, weil bieS junt 4?uften reijt, barf gereicht werben; ift ber Ceib Verftopft, fo giebt man ein öffnenbeS (9lr. 56); ober um fräftiger ju wirfen, ©r. 57. ©ur nießt bei ©lenfeßen, welcße bie Spießen beS Scßar» bocfS an fteß tragen, fonft immer, ift naeß Maßgabe ber «Kräfte ein feßwaeßer ober ftarfer ©berlaß am Clrm burcßauS nießt ju verfäumen. 2)aS befte 2)?it» tel, um bann einen bebeutenben ©lutßuften halb jum Seßweigen ju brin» gen, ift ein S'ßcelöffel Voll fein jerftoßenen RocßfaljeS, ben man troefen in ben ©htnb nimmt unb allmälig mit Sßaffer verfcßlueft. ©erlangen eS bie Umftänbe, fo wirb bieS alle ©iertelftunben wieberßolt. Seßr ju entpfeßlen unb boeß von Qlerjten wenig ober gar nießt in Qln» wenbitng gebracht ftnb bie falten Sißbäber, in welcßcn ber Rranfe bis jum 2lufßören ber ©lutung verweilt, ©ewößnlicß erreicht er bieS nur, wenn ißn ein Seßüttelfroft in biefent ©abe befällt, waS aber nur gefeßießt, wenn baS warm geworbene 9Baffcr ftetS auSgefcßöpft unb immer wieber bureß faltcS erfeßt wirb, ©leicßjeitig muß babei bie ©ruft mit falten Umfcßlägen be» beeft unb aueß ber «Ropf falt gewafeßen werben. - s2lußerbem ftnb aber aueß ßier als äußerfte <§ülfe bie Mittel SQr. 235 unb 237 außer 2leßt ju laffen. SDie anberweitige ©eßanblung eines ©lutßuftenS bleibt fteß aber nießt immer gleicß, fonbernba biefer Von feßr Verriebener Qlrt fein fann, fo muß baS babei ju beobaeßtenbe ©erfaßren fteß natürlicß banaeß rießten. ©3er barauf nießt aeßtet unb allerlei 2)inge, bie 2)er ober Sener empßeßlt, oßne 307 alle Stiicfjtcht anWenbet, her fann baburclj oft grofjeS Unheil fliften. Oer (£l;arafter beS SSluthuflenS fann fein: 1) @ntj ünblich er 21 rt. OieS ift her $all bet jungen Leuten unb bet Vollblütigen, fräftigen, fanguinifdjen SOienfcQen. 2lUeS, was eine £un= genentjünbung erzeugen fann, fann auch ©elegcnheit jtt biefer 2lrt von 23lut= fünften geben. Oal;in gehört 2tifjbrauch geifitger ©etränfe, heftige 23ewes gung, Srfältung, befonberS faltcr S'tunf nach ©rhifjung, kaufen gegen f?ef= tigcn fcfyarfcn 2Binb, trocfene Jlälte unb baS Frühjahr, foirie fernen im ftlufj unterbrüefte 23lutflüffe, namentlich bie golbenen Albern unb baS Sto= natliche. 93ei einem folgen entjünblichen QMnthuften hat ber Jtranfe <§itje unb Ourft, unb ber ttberfchlag ift voll unb fräftig. «hier ift ein reichlicher tlberlafj, ber auch bei SBieberfehr ber Blutung wieberholt treiben ntufj, nebft einer feieren Oiät unb einem folgen Verhalten, wie bei einer wirtlichen Sungcncntjünbung durchaus erforberlich. 3ft man fd;on genötigt geirefen, mehrfach tlber ju h.fffn, läfjt aber bic 23lutung nebft bem 5ie= ber unb bent Schmerj unb bem Oruct auf ber ©ruft nicht nach, fo muf? man alSbann Scpröpfföpfe auf bie Stelle ber tBruft fepen, an welcher ber Jiranfe bie SBefcpwerben empfinbet. Steuerlich giebt man bei jungen fräftigen £eu= ten baS Stitrum in Pulver (f. Str. 69). Sft duften unb heftige ®emüth3= unruhe jugegen, fo leiftet bie fünftlicpe 2tilcb Str. 238 bie beften Oienfte; bei heftiger SSluttrallung unb bei «föerjfchlagen aber baS Stiftel Str. 235; bas bei laumarme Jufjbäbcr unb falte Ucberfchläge auf bic 23ruft, ber örüfje, füblenbe (f. Str. 43) ober bei SSerftopfung eröffnenbe Jtlpjtiere (f. Str. 56 ober 57); bei unterbrüeften 23lutflüffen SSIutegcl an beu Ort ber Uuterbrücfung. Oie falten Sipbäber treiben ftch auch immer als ein SÜtittel bewahren. 2) krampfhafter 231uth-itften. £ier fehlen bie Seichen ber vori= gen 2lrt. Oie kranfen ftnb gewöhnlich fchtvächlich unb reijbar, bie «Oanbe unb Buifje ftnb babei falt. Oie Unruhe ift groß, baö ©eftcht halb rotl;, halb blafj unb ber tlberfchlag flcin unb hürtlich. <§ier bebarf ber tlberlafj fd;on mehr 23örftcht, jeboch Wirb man il;n nur feiten ganj entbehren fönnen, am allertrenigflen aber, trenn ber Jtranfe eine Einlage jur hat. Ueberhaupt wirb aber ber Saie am beften thtin, ohne 2lrjt hier nichts jit unternehmen. Schleimig ölige Sachen (f. Str. 145), ber rotl;e Singers hüt (f. Str. 235), in großer Stoth aber bie Stiftel Str. 236 unb 237, fowie bie falten Sifjbäber (wo jebodh hi£r fe'n falteö SBaffer nachgegoffen treiben barf) flnb bie einjigen Stittel, bereu er ftch mit Sicherheit hwr bebienen fann. 3) @aftrifd)e Unreinigfeiten ftnb oft Urfache eines 23luthuflenS. OieS fann man vermuthen, wenn bie oben angegebenen Seichen eines gaftrifchen SuftanbeS Vorhanben, unb wenn ®emüthSbewegungett, bcfonberS tlergernifj unb Jtummer, langbauernbe 23crftopfung, Schwelgereien, mangelhafte 23er= 308 bauung u. f. tr. Vorangegangen ftnb, trenn bie Sftenfdjen früher feine Dlets gung ju tiefer kranfheit hatten unb jugleicb nicht von fchtrinbfüchtiger kör« perbefcbaffenhcit ftnb. hier bienen nur Dlbführmittel unb jtrar bie Samas rinben (f. Dir. 22), ober trenn ber kranfe fcfyon ©alle bricfyt, bie DBeförbes rung biefer Ausleerung burcty einige ®aben beS DhedjfafteS Dir. 28. 4) Sinbet eine (SrfcQIaffung ber Zungen flatt, fo fehlen alle Beteben, eines ent$ünbli$ aufgeregten ober frampfhaften BuflanbeS; bie krauten ftnb enttreber Von fforbutifcher körperbefebaffenheit ober leiben an Schleims fcfytrinbfucfyt; auch fann bei langer Dauer jeher anbere IBluthuflen in biefe • Art auSarten. S)er DBlutVerluft fann fyier oft fürchterlich treiben unb bie fcbleunigfle hülfe verlangen. Die Aiittel ftnb hier: vor Allem kälte, falte ßuft, falteS DBaffer, falte Untfcfyläge, SiS auf bie ©ruft; innerlich: Alauns molfen (f. Dir. 239), BefonberS aber bie Rillen Dir. 359; auch kochfalj 1 Dfyeelöffel Voll auf einmal, im äußcrflen DlothfaU aber«baS Drittel Dir. 237. Dl ach für. Dl ad; jAem ®lutl;ufien ift Sntjiinbung ber Zungen, Sites rung unb knotenbilbung ju fürchten. Die hauptfacbe ift bal;er, noch eine ßeitlang ftd) fbreng fo ju Verhalten, trie bei einer ßungenentjünbung (flehe § 70), bie ßunge ju {ebenen, unb trenn nod) ein Drucf ober Schmer 3 in ber ®ruft jurücfgeblieben, ein mäßiger Aberlaß am Arm, ober bann ein fvanifcbeS Sliegcnpflafter auf ber Stelle unb bieS lange in Siterung ge» laffen, bei kräftigeren mit bem Dlitrum (Dir. 25), unb bei benen, bie ju herjflopfen unb Sluttrallungen geneigt ftnb, mit bem rothen gingerhut (Dir. 235) fortjufabren unb ab unb ju Samarinben ju reichen. Später trinfe man einige 33 och en 2)1 elfen unb nehme babei bie 2)lebijin Dir. 240. ScIterferstßJaffer ober CberfaljbruHit fann bann bie kur beschließen, Um vor ber ßungenfuebt, bie auf ben S9luthuflen folgen fönnte, ganj ßdjer ju fein, barf fein hnften unb feine anbere läftige Smppnbung in ber DJrnft jus rücfbleiben. § 144. Unter heftiger Angft, ©fei, Auftreibung bcS SDlagcnS, mit unb ohne Scbmerjcn in biefer ®egenb, jutreilen mit Sieber, großer Srmattung, Angfifcbtreiß, £)bnnlflCbten/ blaffem ®ejld;t unb enblicb trobl mit hinaufommenbem 2>bdUtafiren unb krampfen erfolgt baS tßluts breeben. Die 2)ienge ift juireilen nur gering, jumeilen pfunbtveife auf eins mal. DaS Brechen ivicberbolt fleh jutreilen 2-3mal im Dage unb fo einige Dage fort, jumeilen tvieberbolt eS fich erfl nach einigen Sagen, jutvcilen tommt eS als ein larvirteS Üßecbfelfieber jum DSorfcbein. SS folgt hierauf ftetS Abgang ton febtvarjetn geronnenem 39lut bureb ben Stuhl. Dßenn baS Slutbrecben von einer DlücfenmarfSreijung, Von unterbrüefter 2)lonatSs periobe ober ben hämorrboiben auSgeht ober als ein verborgenes OßecbfeG fieber auftritt, fo ift in ber Siegel eben nicht große ®efahr babei, .felbfl tvenn bann baS 33lut auch taffenmeije auSgcbrocben wirb. AnberS verhält eS fleh freilich, trenn eS von einem heftigen Sieber begleitet wirb, trenn 2Jerhärtun= 309 gen unb Entartungen ber UnterleibScingcWcibc bie 93eranlaffung baju geben, ober wenn ber Klagen burety ® ifte ober aribere fcharfe ober foi&e Dinge ver« würbe. - 3ft feine ärjtlidje Hülfe in ber Stähe, fo gebe man viel fdjleimigeö ®c= tränf, befonberS arabifdQcö ®ummi in SBaffer aufgelöft, ober bie Jantarins ben Str. 45; bann bie -Dtebijin Str. 19 alle Stunben abwechfelnb mit bem öligen Mittel Str. 48, Efftgumfchläge auf bie SDtagengegenb, erweitßenbe «Rips ftiere Str. 152, berutyigenbe Umfchläge Str. 106, Sußbäber, ©enfpflaftcr an bie SBaben. Sft SSollblütigfeit ober lieber ein 2lbcrlaß am Suß; bei unterbrüeftem Sluß ber golbenen 2lber ober ber SRonatöreinigung, bann am Elfter ober an bie .Rnödjel ber Süße. Seelen biefe Bei* d)cn, unb ift ber Traufe feljr unruhig, bann baö Silfenfraut 9lr. 238. Slußerbem laffe man aber and) nietet bie IRücfenmarföreijung unbeachtet, unb wo biefe angetroffen wirb, verfahre man banacf). £äßt nach adern biefen baö 23lutbred;cn meßt nach, f° 3e^c n,fln Sllaunmolfen 3dr. 239 unb enblid) bie Pulver 9lr. 237. 3jt ba$ QHutbrechen gefüllt, fo muß man noch einige £age von ben 5ta« marinbenmolfen Str. 16, ober wenn ber (©tut;! Verflogt ift, von bem Warnas rinbentranf Str. 45 ©ebrauch machen, auch Jtltyfliere anwenben, um bie ©ebärme Vom ®lute ju reinigen. 2lud? muß man noch einige Jage nachher ben ®enuß ader fcjten ©helfen vermciben, weil fclbft ein ©tücfchen 25rob bie 2)lagenwunbe wieber aufreiben fann. 2)te golbenen Albern. § 145. ,5päntorrl)oibalbcfd)tvcr&en im SXllQcmeinen tmb SBoröoten ber golbcncn 2lber. Saft über feine Äranf'hcit mehr falfdje unb verteilte Meinungen unb feine Jtranfl;cit fipielt, wenn auch oft fälfdjlid; genug, eine größere HtoUe in bem Sftunbe her 2lerjte unb £aien alö bie fogcnannte golbene 2lber; e§ gicbt faum eine ©efchwerbe, bie nicfyt auf berfelben hergeleitet wirb, unb eben fo wenig gicbt cS faum eincwSad, in bem nid)t auf baö Erscheinen ber Hämorrhoiben bie größten Hoffnungen gegrünbct werben. Eö ift zeitgemäß, baß auch hierüber bem größeren eine flarere (Sinfict?t verfdjafft unb fo vielerlei 33orur= tljeile unb Verfehrte Meinungen befeitigt werben, bie auf unb 93ei;anblung mancher «Rranfheiten leicht einen verberblichen Einfluß auöüben Tonnen. Unter Hämorrhoiben Verficht man meiftcntheilö ber 93lutabern auf ber «Schleimhaut unb beriobifctye 2luöfchcibungcn von '-Blut auö berfelben" (fließenbe Hämorrhoiben). - ®o lange bie 2lnfcbwelfungcn Hein finb, verurfacfyen fte feine ober nur geringe 33efd)Werben; finb fte größer unb jatylrcicfyer, fo hat ber «Rranfe baö ®efül;l wie von einem fremben «fiör« 310 per am unb im Elfter, WcTcf;c3 befonberö Beim Durchgang beö Siupleö Täflig wirb. £ierburcp rufen fte häufig Stuplverpaltung hervor unb im ©efolge berfelben Dprenfaufen, SSerbauungöflörungen, Aufgetriebenheit beö £eibeö, 33Iäpungen, Jtreujfcpmcrj, AnfcpweUung ber Jtnoten felbfl, big burd) 33erjlung berfelben eine Erleichterung ber 93efcQn?erben eintritt. ßu ben Verboten ber golbenen Aber gehört eine gewiffe Aufgeregt» peit im 33lutfhftem, £crjflopfen, N liefen» unb fo bah bie Jtranfen ihre £age faum änbern noch fiep bücfen fönnen, ein ®e- füpl, alö wenn man faltcö 3Baffcr ben Nücfcn peruntergöffe, .Roliffcpmerjen, Stublverflopfung unb ©tupljwang. «£>ierju gefeden fleh häufig mehrere franfhafte 3»flünbe ber ©efcplecptöthcile,*flarfcr Trieb jum 33eifcplaf, nachts liebe Aufregungen unb Samenergiefjungen, ber Urinabgang ifl oft befepwer« lieh, wobei ber Urin felbfl einen r.'tpcn, fanbigen 33obenfafc bilbet, ober bie Urinabfonberung wirb jeitweife ganj unterbrüeft. Obgleich bie «fjämorrhoibalfranfpeit burep aUcg, waö bie SQcrbcnfraft beg Unterleibeg fcpwäcpt, trag alfo ju einer fcplecpten SSerbauung, 311 einer ju trägen 33Iutbewegung unb baller ju Anhäufungen bog 33Iuteö in benfeh ben bie SScranlaffung .giebt, erzeugt werben Tann, fo giebt eg boep auch eine angeborene Anlage baju, welche, wenn nicht in früher Sugenb burch Abpärs tung unb im fpätern Alter burch ein fef;r Beben baffir geforgt wirb, fte unfräftig ju machen, bann auf jeben f?all mit bem Auöbr.ucp ber «§ämorrpoiben enbet; ja bei Nicptbeacptung biefer Anlage erfepeinen biefe bann felbfl ungewöhnlich früh, arten leicpt auö unb Veranlaffen, wenn fte im minbeflen in ihrem regelmäßigen Baufe geflört werben, bie peftigflcn, ja oft leBenggefährliche ßufälle» 2)ag fogenannte djolerifdj=meland)olifdje Temperament unb eine gallige liefern bag treucfle 33ilb ber angebornen Anlage jur *£>äntorrpoibalf ranfpeit. ®olcpe Alenfchcn ftnb in ber Oiegel groß, eher mas ger alö wohlbeleibt, bie 33lutabern flrohen an ihrem «Rörper, bie ©eftchtg« färbe ifl bleifarbig ober gelblich, bie £aare ftnb meifl bunfel, ein büflercg S'cuer flrahlt auö ihren Augen; fte ftnb barfch, auffahrenb, ihre £eibenfchafs ten heftig unb ihr SSorfah unerfchütterlich; fte ftnb flarfe, aber feinegwegg gewählte Effer; an 33lähungöbefchwerben unb Stuhlverflopfung leiben fte gewöhnlich. Ood?, wie gefagt, nicht bloß biefe angeborene Anlage jur golbenen Aber bringt biefelbe jum 23orf$ein, auch burch jebe anbere Schwächung ber Ses benöfraft überhaupt, befonberö aber ber IViterleiböcingcweibe, fann bie «gämorrhoibalfranfheit herborgebraept werben, ßunäihfl ifl cö baö biätetis fepe Sßerpalten, welcpeö biefe Jtranlpeit erzeugt. 3n biefer 33ejiepung fann auf breifaepe Art gefehlt werben unb jwar: a) 2)urcp eine ju reijenbe feparfe 33efepaffenpeit ber ©peifen. 5)aper überhaupt eine reicplicp genoffene, fräftige, flarf ge» 311 ttmrjte «Roft, befonberS ater her übermäßige ®enuß ton .Rnoblaucp, Scpa* lotten, ßmiebeln, NabiSchen, Senf, fcparf gemürjten unb gefallenen Spcifen, altem .Räfe unb ton allem, maä Vlähungen verurfadjt, fomie auch ber 2)lips brauch lji§iger ©ctränfe, befonberö aber fetyr fermerer VSeine unb noch mehr alö bie beö VifchofS, JtarbinalS, ©lühmeinS, Vunfch'eö unb aller ftarf gc= hopften bitteren Viere. Nur in einer eigentfyümlidjen Vefdjaffcnhcit beö «Rörperö bei einzelnen SAcnfchcn liegt eS, trenn biefe and) burch anbere, im ©anjen bödjft unfcfyulbige Dinge, 3. 03. ben hvnig, bie Acpfel, ganj leid/te S3iere u. f. m. einen golbcncn Aberfluß befommen. Daher bann man aber auch ihren ©enuß nicht allgemein alö fdjäblicty erklären, fonbern eS giebt nur ben Vemciö, baß Seber auf ftd) felbfb s haben muffe, um bie Nah= rungömittel tennen ju lernen, melctye er ju vermeiben ljat, um fiep gefunb 311 erhalten. b) Der übermäßige ®cnuß heißer ©etränfe. Dod) ifb eS mobl bie Höärme nicht bei öfterer (Sinmirfung biefe immer überreizt unb erfd?lafft, golbcncn Albern erjeugt, fonbern ganj bes fonberö ftnb eö bie Sngrebienjien, auS benen fte bereitet merben, melcpe bie= fen franftjaften ßuftanb hervorbringen, bereu fdjäblidjer Einfluß jeboch aUerbingö burct? bie SBärme noch um Vieles vermehrt mirb. Namentlich ift eS bei Vollblütigen unb ju VlutmaUungcn geneigten Verfonen ber Kaffee, bei Ncrveufcpmachcn ber $hcc/ i»r Allgemeinen aber alle gcmürjreiche, meins ober branntmeinhaltige marine ©etränfe, 3. V. @hofolabe> ©lühmein, auös gezeichnet aber Vunfch unb ®rog, melche nicht allein bie <£>ämorrhoiben, fonbern ba, tvo fte fchon vorhanben ftnb, auch bie fchiverften Selben erzeugen fönnen. c) Nahrungsmittel, ivcldje jur «§artleibigfeit unb Stuhlbers ftopfung geneigt machen. 5)iefe ju vermeiben, ift bei ben golbcncn Abern ftetö Von ber größten SCBichtigfeit. habituelle hartlcibigfcit ift unftreitig eine ber vorjüglichften Urfachen biefer Jtranfheit, unb veranlaßt ba, n?o biefe fchon auögebilbet ift, oft unauöfvrechliche Dualen, 3. 33. ©ntjünbung, Vers fchmärung unb Vorfall beö 2Äaftbarmö. 3n biefer Vejiehung ftnb ftd) aber bie Naturen ber 9Jlenfchen nicht gleich, unb cö leibet Aianchcr nach bem ®es nuß folcher Dinge an Verftopfung, treidle in ber Ncgcl bei Anbern gerabe baö ©egentheil betvirfen; unb umgefehrt, bei (Einigen bringen oft Sachen, iveldje bei Anbern ben Stuhl verftopfen, eine regelmäßige Seibeööffnung jus trege, 3. V. rotier Hßein. Daher entfeheibet auch hierin nur bie eigene Srs fahrung. Außer burch biefe fchäblichen Nahrungsmittel tvirb ber Unterleib noch Vorzüglich gefchtvächt unb Vlutflodung in bemfelben Veranlaßt burch ben •Diißbrauch ber fjjurgirmittel, manne Jtlpftiere, Auöfchmeifungen aller Art, burch anhaltenbe traurige ©emüthöbemegungen, burch eine ftfcenbe SebenSart 312 mit Vorwärts gcbrürftem Seihe (®ele6rte, Schufter u. bgl.), burcb fefteS ©inben unb Bufantmenfdjnüren, ftarfe ®rfrf)ötterungen u. f. w. Iffienn ftd; aud? Die ©orboten her golbenen $lber cinfteden, fo erfolgt befihalb barauf nicht immer ber golbcne ber wirtliche Abgang bcS ©luteS burd? ben ©iaftbarm, fonbern bie öitlichen 3ufä(Ie am SWaftbarm Verlieren ftch gänjlich, bagegen ftellen ftef? in Solge beö jurürfgehaltenen ber golbenen Qlbern anbere unb bebemenbere Jtranfheitcn ein. 3u biefen geböten ganj befonberS >§9bo(honbrie, Jtränivfe, Dhumach= ten, Schwinbel, Zähmungen, Schlagfhtp, (Sngbrüfligfeit, £ungenfndjt, befonberS Jtehlfohffchwinbfuchi, alle Wirten von ©lutffüffcft; Siedeten unb Supgefchwüren. Saljer tonnen fiele folcbe «Rranfe nur geheilt werben, wenn man biefe 3ufäl(e fo wie bie golbenen Bibern felbft bcbanbelt, Wobei jeboct? immer auf baS (Jlürfenmarf iRürfftdit genommen treiben mup, Weil biefeS eben bur<h biefe £ämorrboibalfd)ärfc gereijt werben fann, fo bap barauS ein fetyr groper $f)eil aller ber angefitfy tyn <ftianfhetten bann triebet feinen Urtyrdttg nimmt. - SarauS aber, wie hvehft wichtig bie Einlage ju •§ämorrl;oibcnz fotrie bie felbft ift, ba fte eine ber häufigflen unb leiber nur ju oft verfannte ©runbtirfache fo Vieler bebeutenben Ötranfheiten ift. § 146. 'JItcfjcnbe golbcne Slbcrn. Söenn bie allgemeinen £äs morrhoiba(befd;ircrben in bie wirtlich fliepenben <§ämorrboiben übergeben trollen, fo nimmt ber Stul/Ijirang, fotrie baS Scannen unb 3ieben am Äreitje, baS Surfen am Elfter unb baS ©rennen beim Utinlaffen, fotrie bie 4?artleibigfcit unb StuhlVerftopfung immer mehr ju. Sehr häufig beobach» tet man babei einen folgen «Rrantpf, bap fein StIpftier beigebracht werben unb ber Jtotl; nicht heraus fann. (Fnblich fontmt unter fortträhtenbem drängen unb ©reffen baS ©lut jttm ©orfehein. - Oft erfcheint aber auch ber ©lutfluü ohne Sctuucrjen, ja unbemerft. - 3utreilen geht ber Jtoth, jutreilen baS ©lut juerft ab, ober bie blutenbe Stelle fih« äuperlich am Elfter. Stad) bem ©lutabgange fühlt ftch ber Traufe gemeiniglich fefjr erleichtert, tnbem alle bie borangegangenen ©cfchtrcrben 3ft bieS nicht ber 5aU, fo liegt bie Urfache gewöhnlich in einer ju geringen ©lurentlcerung, jutreilen wirb biefer aber auch ju heftig ober bauert ju lange, benn bei fehr Veralteten Seibert hört biefer juwetlen faft nie ganj auf. Sn ber (Regel bauert er einige Sage unb fehlt früher ober fpater, mehr ober weniger regeU mäpig juriirf. Sn einigen Sillen gefeilt ftch währenb beS JluffeS bie foges nannte «^ämorrhoibaUJtolif hinju, Von welcher noch bie (Rebe fein wirb. Sie einfach fliefjenben £ämorrhoiben ftnb jwar eben feine gefährlid;e Sache, bleiben babei jeboch immer eine läftige Jtranfheit, bie leicbf auSartcn unb lebensgefährlich werben fann, wenn man nidfyt ftetS bie gröpte ©ehutfamfeit in ber ganjen SebenSwcife babei beobachtet. - Scfhulb fann man fte auch nie bei ä>lännern für baS halten, waS bie 2)lonatSperiobe für 313 baS tüciBIidje ©efchlecht ift. SBenn ber ftluß ber golbenen Albern ben franfs haften Blutandrang von anbern eblen Steilen ableitet unb trenn burch ihn bie fo fchäbliche «föäntorrhoibalfchärfe regelmäßig auö bent Körper entfernt tvirb, fr haben bie Alten jtrar £Rect>t, trenn fte fagen: „©er golbcne Jluß ffl foftbarer unb mehr trertfy als aHeS ®olb" - (woher wohl ber Plante „golbcne Aber" entftanben fein mag); fo ift eS aber bod) beffer, trenn eS ge« lingt, nicht eine Jtranfheit burch eine anbere (3. 93. bcn (Sd)winbel burd) fonbern beibe zugleich ju heilen unb ju entfernen. Bei grauen, bie ihre Verlobe noch haben, ftnb fließende hämorrhoiden in ber Siegel fchr nachtheilig unb müffen fpfort errifthaft befämpft werden. Stur in ber Schwangerfchaft unb bei lungcnfüchtigcr Anlage findet jutreilen eine Ausnahme ftatt. 3c früher bei jungen Beuten ober gar hindern ßch ein hämorrhoibal= fluß einftcllt, befto fdjlimmer ift eS. 3m hohen Sliter verliert ftch biefer ftluß von felbft; foUcn feine nachtheiligen folgen daraus entfielen, fo muß ber Buftanb mit großer (Sorgfalt ärjtlich behandelt werben. 3ft bie 'gämorrhoibalfranfheit nicht angeboren unb bereits nicht ju Veraltet, fo fattn fte burch eine geregelte BebenSweife allein, ohne aUeS ntebi= ginifche ©arjuthun gründlich geheilt trerben, unb öS bebarf alSbann weiter nichts, als forgfältig alles baS 311 vermeiden, traS als Urfache biefer Äranb heit oben angeführt Würbe, unb überhaupt nur fo'311 leben, baß nicht ein 31t frühes Altwerbcn baburch befördert werbe. Oft fd)on fah man, raß burch ein halbjähriges fortgcfchteS Steifen ober thätigeS Sanbleben bei gehöriger ©iät bicS bewirft würbe. Oft ift eS aber bod) nöthig, bie <§inberniffe ber freien Blutbcwcgung im Unterleibe burch gelinb eröffnende Mittel 31t befeitigen. (Sind Wahre nehmbare Anfchoppungen unb Auftreibungen ber UnterleibScingeweibe unb befonberS, wie bieS hier faft immer ber fV'all ift, ber fieber Vorhanden, trägt ber Jtranfe beutlich baS oben gefchilberte ©epräge eines meland)olifch=cholo* rifeßen Temperaments an ftch, ober leibet er babei an Bfuterhi|ung unb SBaUung, unb ftnb bie allgemeinen Befchwerben 3wat bebeutenb, bie örtli* djcit am SDlaftbarme ober an bcn ©efchledjtStheilen bagegen nod; nicht volle fommen entwirf eit, fo leiftet baS SDMttel 9lr. 240 auSgc3cichnete ©ienfte, Wenn cS einige SBochcn wirb. 3m Frühjahre fann man ftch mit Dem heften ©rfolge ftatt ber Äräutercptrafte ber frifch auSgeprcßten Jträu= terfäfte (f. SQr. 241) bebienen. - 33or3ÜgIici?er noch ift eS, eine folchc Jträu= terfur auf folgcnbe einfache Art 3U gebraudjen: ©er «Rranfe 3erfaut bie felbft ober wenigftenS bie eben gepflügten Sten= gcl ber Söwcn3ahnblumc, fangt ihren 2)Hlchfaft unb fpueft alSbann bie fafes rigett S'Veile auS. ©ie Slumcnftiele bürfen nidjt Welf, bie Slumen noch nicht gan3 aufgeblüht fein. Stach bem ®enuß ruht ber Jtranfe noch eine halbe (Stunde unb genießt barauf fein SDlan fängt mit 6-12 314 Stielen an unb fteigt bis ju 30, 40. £ie Seit ber .fiur trafyrt 3-4 ©Jo» eben. allein bie ©Joblfeilheit biefer <ftur, fonbern weil man babei ge» hörige ©ewegung im Sreien macht unb ber Saft biefer fo tyeilfräjtigen ©flanje alSbann ganj unveränbert in feiner vollen Srifdje genoffen wirb, gießt ihr ben ©orjug vor jeber anberen Jtrüuterfur. ,3n allen anberen Sailen, wo irgenb ein franfhafter Suftanb beS .Hör» £erS jugegen ift, ber auf vorfyanbene «fjamorrfyoibalfrunftyeit hinbeutet, je» bocfy niemals bei wirtlieh fliepcnben golbenen Albern, ift ber ScQwcfel*) ein erprobtes Heilmittel. S)icfeS Mittel heilt nicht allein bie beutlicty vorhanbe» non Hümorrhoibalbefchwerben, fonbern befeitigt ober Verhütet auch am be» ften alle jene Äranfljeiten, bie fo hüufig in Solge eines irregeleiteten Hü« morrfyoibaltriebeS jum ©orfchein fommen, j. 93. Trümpfe, Ohnmächten, Scpwinbel, £ühmungen, Schlagflufj, Herjfranfheiten, Eng* brüftigfeit, ©luthuften, ftbtoinbfüdjtige Erlernungen, befonberS im Jte£;l= tobt ©lut* unb Schleimflüffe aller ©rt u. f. w. JLie hefte ©rt, ben Schwefel ju nehmen, ift in ©ulber (f. Str. 242); befommt er mit ©raufepulver Verbunben (f. SQr. 243) Vorzüglich gut. 3n allen ben Süllen, wo eine Störung ber ©erbauung flattfinbet, wo nament» liefy bie Sunftion ber £eber geftört unb bie Stul;lauSlecrung gehemmt ift, wirft ein Sufafj von Otljabarberbulver Vorzüglich, i'nbem burch benfelben ber S)arm geftärtt unb ju cnergifcfyen 3ufammenjicl;ungen unb fo ju Entleerung ber in benfelben oft ©Jochen unb ©lonate lang angehüuften ©erfeffenheiten gefrüftigt wirb, woburch auch gleichzeitig eine Hauptfadje ber Störungen in ben ©lutgefüpen beS SNaftbarmS gehoben wirb. £)urch ben Schwefel werben zwar in ber £Regel bie hierbei immer ftattfinbenben Stuhlverftopfun* gen gehoben, boch barf man ba, wo ein fieberhafter ober ßuflanb im ©lute vorhanben ift, Von ihm feinen ®ebrauch machen; 1-2 Efjlöffel OticinuSöl in einer Xaffe Haferfchleim genommen, befeitigen bann bie franf» hafte Aufregung nebft ber Stuhlverftopfung am ftcherflen. ©ei fehr lang» wierigen ©efchwerben ber golbenen Qlbcrn ift ber Saljre lang ®e» brauch beS Schafgarbenthee'S, früh unb s4benbS eine $affe falt getrunfen, nicht genug ju empfehlen. 5öirb bie oben angegebene Qluflöfung ber Jtrüuterfüfte einige ©Jochen lang ober bebient man ftch beS Schwefels einige £age hinter ein» anber, unb wieberholt man bieS von Seit ju Seit, fo oft bie wieberfehren» ben Hümorrhoibalbefchwerben baju aufforbern, fo reicht man bamit hin» lünglich auS, um bie noch nicht ju veralteten Hümorrhoibalbefchwerben grünblich ju heilen. Smmer fann bieS nur burch ein üufjerft behutfameS ©erfahren erlangt werben, ©erführt man hier ju tumultuarifch, h°fft nun etwa jene ©efchwerben burch rafche Ausleerung ber Vorhanbenen Unreinig» *) 2)iefe« Mittel paßt befonterä bei fdjlaffen, wenig reijbaren, aufgefäwemmten SPerfonen, barf aber niemals bei vrrbanbeuem Sieber, galliger Unreinigleit «nb ber DionatJperisbe gereift werben. 315 feiten, baper burch ftetS wicberpolte auflöfenbe, abfüprenbe unb IBrecpmittel, ober bie niemals hier feplcnben ßufäUe einer fchtoacpen 23erbauung unb eis ner allgemeinen Scpwäcpe beS Unterleibes, burch ftarf reijenbc, bittere, ge* Mittel ober burch Epina, Eifen u. bgl. ju entfernen, fo Verfcpafft man jirar baburcp wopl für ben einige Erleichterung, im ®anjen Vermehrt man aber nur baS Hebel. Sn Hinftcpt ber üBrunnenfuren unb namentlich beS pier mit SRecQt fo hoch gepriefenen JtarlSbaber ®runnenS perrfcpt leiber felbft unter ben Qlerjs teu ein noch viel 311 großer Scplenbrian, unb vielfältig erleiben bie Äranfen baburcp mehr 9lacptheil als 9lu|en» SQicfyt immer Will nämlich bie Statur ihre' Heilung burch ben Stupl bewirfen, fepr oft beabficptigt fie ganj beut* lieb, bieS burch bie Haut ober ben Urin hi« 311 Vollbringen, unb befjpalb fönnen bann auch nur folcpe Heilquellen hi« bon 9hi|en fein, welche bie Hcilbcftrcbungen unterftüfcen, unb niemals folche, Welche ftc mit ©ewalt auf einen anbern als ben von ihr felbft gewählten 2öeg führen. Hieraus geht aber h«vor, baff folche Jtranfe nur auf ben Statt) eines anerfannt tüchtigen 5lrjteS, ber mit ben Hcilwirfungen ber Verfcpiebenen Mineralquellen genau befannt ift, niemals aber auf bie einfeitige Qlnpreifung ber sBrunnenärjte ober gar auf bie bloffe Empfehlung eines anberen Traufen eine Brunnens für unternehmen feilten. Sßon allen gegen bie 29efcpwerb'en ber golbenen Bibern, fowopl 311 ihrer ßinberung, wie ihrer grünblichen Heilung empfohlenen Heilmetpoben giebt eS unter allen Umftänben feine beffere, als bie Qlnwenbung beS falten Duells WafferS, fobalb eine folche «Rur von wohlerfahrener Hanb geleitet wirb. SBaS fein anbereS Mittet 311 Staube bringt, baS wirb hier fepr oft noch burch baS falte ÜBaffer erlangt unb 3War eben nicht feiten bem peftigften fpruep Von Seiten ber 3um Srop. - Db biefer SCBiberfprucp hier inis mer in lauterer gefepiept, möge bahin gcftellt bleiben. Eine unbes fangene Erfahrung pat eS unleugbar erwiefen, bah bie SBafferfur nicht allein bie unmittelbaren ®efcpwerben ber golbenen Albern, fonbern auch alle jene «Rranfpeiten, bie mit biefen in SSerbinbung flehen, oft noch bann grünblicp 3u heilen vermag, wenn anbere Heilverfuche fruchtlos geblieben flnb. 2)a aber, wo eine gründliche Heilung biefer «Rranfpeit überhaupt niept mehr möglich ift, werben burch bie gehörige 5lnwenbung beS falten UBafferS alle jene qualvollen unb hartnäefigen Ucbel, bie mit einem unregelmäßigen 93ers lauf ber golbenen Albern fo häufig verbunben ftnb, entfernt, inbem bie Jtranfs peit baburep in ipre gefepmäpigen Scpranfcn 3urücfgefüprt wirb. Hunberte Von Üeifpielen be3cugcn bicS alljäprlicp 311 ®räfenberg, unb nie pat man Einen gefunden, ber, an golbenen Albern leibenb, fiep über bie nachtheiligen b'olgcn biefer .Rurart 311 beflagen Urfacpe gehabt pätte. tBepanblung ber fliefjenben golbenen Qlbern. 2)er regels mäßige, niept 3U ftarfe unb niept mit befonbern 39efcpwerben verbunbene 316 golbene Rlberfluh bebarf feiner (Webijin, ja biefe toirb in her (Regel hierbei mehr Schaben als (Ru|en ftiften. RlßeS trag tiefen plufj vermehren ober ftopfen fann, barf alSbann nnr Vermieben werben. Der Äranfe muff baljcr aße heftige (Bewegung, ju grofie (Särme ober Jtälte, befonberS fehnefle Rlb« wcdhfelung beiber, forgfältig 311 bertneiben Womöglich in einer au8= geflrecften Sage verweilen- unb ftch vorzüglich vor @rfältung ber püfje unb beS Unterleibes feilten, bcSwegcn auf feine falte, jugige Rlbtritte gelten, wo« burch fefjr leicht ber plufj geftopft werben fann. Die Diät muh leicht, nid?t blähenb, nicht verftopfenb fein. <Set;r warm barf nichts genoffen werben. Dl;ce, Jtaffee, (Sein, (Branntwein, ftarf eS (Bier u. bgl. ftnb fcfyäblicfy; bage« gen ift falteS (Saffer, reicQltc'Q genoffen, fetyr 5lud) für mög= lichfte ©emüthSruhe muff geforgt werben; heftige Seibenfc(;aften, befonberS ßorn unb Schrccf fömten höchft gefährlich werben, inbem baburch ber gol« bene Rlberflufj au'genblicflich unterbrüeft werben fann, Woraus «fträmpfe unb (Sntjünbung bcS Unterleibes fetjr leicht entfielen fönnen. Stublverftopfung ober. 4?artleibigfeit barf nie gcbulbet werben, and? barauS fönnen bie fdjlimmften folgen, bie furctytbarftcn Schmerlen entfielen. Rlßein cS ift burcfyauS nicht gleichgültig, auf welche (Seife man hier ben Stuhl beförbert; bie milbeften (Wittel ftnb immer bie beften, j. (B. (Bflaumenbrühe mit S'ho« maSjucter taffenweife falt getrunfen, bie Samarinbcnmolfen (f. SRr. 16), ber Damarinbentranf ((Rr. 17), eine (Wifchung Von gleichen Steilen (Wan« belöl unb ©ibifchfaft, wovon man täglich 1-2 @h löffel voCL nimmt (beS (SohlgefchmacfS wegen mit etwas Orangenblüthcnwaffcr). (So biefe mil« ben (Wittel nicht auSreichcn, wirft ber tartarifirte (Scinftcin ((WorgenS unb RlbcnbS 1-2 Voß in eiqer Daffe (Saffet) ganj vortrefflich. Riße biefe (Wittel werben jeboeß burch bie falten Jtlpfticre übertroffen, bie hier eben fo wofjltfjätig, als bie warmen nachtheilig ftnb. (Bei ben übermäßig ftarf fliefjenben ift immer große (Be* hutfamfeit nöthig, bevor man eS unternimmt, fte ftopfen ju wollen; benn eS ift immer fehwer ju unterfcheibcn, ob auch wirtlich burch biefen fflup ju viel (Blut Verloren geht ober nicht. Namentlich ntan feine Urfache, ben (Blutabgang für übermäßig ju halten, fo lange ber Jtranfe baburch nicht fehr gefchwächt wirb unb ftch eher erleichtert fühlt, benn in febr hefigen Päßen ift ein folchcr (Blutabgang fritifch in (Bejug auf bie Störungen im Unterleibe ober fteßvertretenb für (Blutungen auS anbern ebleren Organen, j. (B. ben Sungcn. (Rur in bem ®rabe, als bie (Blutung lange bauert unb ftch mehr ober weniger bie Seichen eines ftarfen (BlutverlufteS einftellen: bleiche @eftd)tSfarbe, jumal im (Wunbe unb an ben Sippen, plimmern vor ben Ringen, Saufen vor ben Dhrcn/ lvcnn Blutung langfamer er« folgt unb ftch öfter wieberholt, (Mangel an (Sfjluft, Rlbntagerung, * (BerbauungSbefchwerbcn, fchleicbenbeS pieber u. f. w. ftch hinjugefeßen, muft inan fließen ben (Blutfluh anjul;alten. ©cwöhnlich reicht man hier bamit 317 auS, baß man ben Jtranfen eine rupige (Rückenlage nehmen, 2llaunmolftn (f. (Rr. 239) hinten unb biefe öfters falt cinfpripen läßt. Vielerlei $auS= mittel, bic man mit recht günftigem (Srfolg anivenbet, finb gegen bic übers mäßigen golbenen Slbern empfohlen worben; bahin gehört namentlich ein Sranf von (Blau* ober <§eibelbeeren, ein Spee bon rotpen Oiofenblättern, ber frifepe Saft ber Steinneffel (alle borgen ju 2 ©ßloffeln mit brühe), baS in (Bier gefoepte ScpöHfraut (2 Sofp auf ein halbes Quart (Bier) unb baS frifcp gequetfepte Jtraut zugleich äußerlich auf ben SWaftbarm. Rim meiften im £Rufe fleht aber auch hier bie Schafgarbe. - Rlußerbem muß hierbei ber Jtranfe fietS für breiartige StupIauSleerungen Sorge tragen, ben« nicptS Verfcplimmcrt baS Hebel fo fepr als •fpartleibigfeit. SaS hefte •Abführmittel ftnb unter biefen Umftänben bie Samarinbenmolfen, welche ftep mit SRcdpt pier einen großen Oluf erworben paben. Sollten biefe pier angegebenen 2)?it$el opne (Srfolg bleiben, fb ift ärjtlicpe <£>ülfe nötpig. § 147. Tic blinben ßolbcnen Albern. So lange bie £ämorrs poibalfnoten fein 23lut entleeren, bezeichnet man fte mit bem (Rämen ber blinben 'Dämorrpoiben. 3pre ®röße wccpfelt von ber einer ©rbfe bis ju ber einer SSallnuß, eines Apfels (<§ämorrpoibalfäcfe); ipr Sip ift halb auf ber Schleimhaut beS (innere), halb außerhalb beffelben, ben After ringförmig umgebenb (äußere <§ämorrpoibcn). Sie innern «ftnotcu treten bei etwas vermehrter ©röße leicpt unter bem Srängen beim Stupls gange hervor, gehen aber meift wieber nach Aufbören beS SrucfS jurücf, biSs weilen jeboep werben fie von ber fiep zufammenjiehenben ScplicßmuSfel beS AftcrS eingeklemmt unb baburep branbig; ebenfo können fte burep ipre Scpwere bie Schleimhaut beS SRaftbarmS abwärts ziepen unb baburep (Borfall beS haftbarntcS Verurfacpen, ber -Anfangs leicpt zurücfge* bracht, zulcpt aber aitcp blcibcnb wirb. - Selbftverftänblicp ift öS, baß bie eingeklemmten «Rnoten, fobalb bie Bufammcnpreffung niept gehoben wirb, fiep entzünben unb leicpt bttrep Fortpflanzung ber ©ntzünbung unb ©iterung burep ben 2Jlaftbarm zu Fifteln beffelben ©elegenpeit geben. Sie Sehanblung ift im ©anzen bicfelbe wie bie im vorigen Paragraph angegebene, ba bie beiben 2lrten ftep nur burep An= unb Qlbwefenpeit ber unterfebeiben, fonft aber wefentlicp cinS ftnb. ®ei fepr fepmerzpaften unb entzünbeten knoten ift baS OiicinuSöI unb im SQotpfaU fanft eröffnenbe Jtlvftiere (wenn anberS baS £Ropr ber Spripe eingebraept werben fann) auS Seinöl, ©raupenfcplei'm, 2)iilcp unb J<?onjg ober auep von faltem SBaffer von großem 9lupen. ßur Teilung ber blinben wenn fie in Folge allgemeiner 93efcpwerben unb niept bloß auS örtlicpen Urfacpen ($. Scpwangerfcpaft, 2)Hß= brauep von .Ripftieren u. f. w.) entftanben. ftnb, giebt eS fein beffereS Mittel als ben tartarifirten Sßeinftein. SAan giebt, wie oben bemerft, SAorgenS unb AbcnbS 1-2 Speclöffel voll in einer Saffe SBaffer. ©rregt er Surcps 318 fall, fo Vermindert man die ®abe bis jur Hälfte. T)a8 Hebel, wenn eS nicht fd;on ju eingewurzelt ift, verliert ftd> dann nad) und nad;. 2)?an muß aber biefeS Mittel lange (6-8 Sßod;en) fortnehmen und beßhalb oft der Silagen« fchwäche wegen mit etwas Slromatifdfetn verbinden (f. Str. 244). Ter gleichjcTtige ®enuß eines reifen guten DbfteS, wenn eS nicht Slähungen macht, ift fel;r- jwecfntäßig. ßur Minderung des SchmerjeS, weldjen die angefdjwoUe« neu £ämorrhoibalfnoten verurfadjen, bedient man ftd) mit Stufen der fri« fchen ungefaljenen Sutter, der ©ibifchfalbe, aber ganj vorjüglich der Salbe auS Seinfraut. SSenbt empfiehlt als ungemein wirffam eine Salbe auS 1 Quentchen Sorax und 2 £oth Stofenponiabe, und £R u ft breifaule -tlepfel jum Umfctylag oder einen Srei auS gleichen feilen SJtalvenblumen und Seinfamenöl mit SBaffer ju einem 33rei gefodjt. 3m äußerften ftalle leiftet bei fcfyr großen Sdjmerjen folguibeS SJlittel fct)r viel: Stimm: Seinfrautfalbe, Silfenfrautöl, von jedem 1 £ott;; Sleijutfer | Quentchen. Qcftcr die -§ämorrl;oidalfnoten damit ju beftreichcn. Tod; darf diefeS Stittel nicht ju lange fortgefetjt werden. Sei fehr heftiger Sntjündung fann Slberlaß, Slutegel (nur nicht auf die Jtnoten felbft) und innerlich Slitrum nebft einer bloßen SBafferfoft fehr notwendig werden, herrlich wirten Ijier die falten ftflnbenlangcn Sifc-bäber. Sitte, entartete und Verhärtete Jtnoten, die beftändig burd; die Jtoth- auSleerung gcrcijt werden, ftd) entjünden und verfd;wären, muß man fliehen fo viel als möglich unempfindlich ju machen. TieS ßefdQieljt am heften burd; Sluflegen eines in Sllaunauflöfung (1 Quentchen SUaun auf 2 Taffen oder «RamiQenthce) getränften UeinwanbläppöhcnS, durch Salben auS frifcher ungefaljener Sutter (2 Theile) und ©alläpfetyulver (1 Theil), Slähungen von oder Söein, befonderS aber durch daS Scftrcichen mit fol= gender Salbe: Stimm: Sleifalbe 1 £oth, Sllaun 2 thebaifcheS ®$traft | Quentchen. § 148. oder sZd)lctntl)ätnürrl)üibcn. hoibaltnotcn werben oft innerhalb beS SJtaftbarmS gleich ftemben Äörvcrn, verfemen dadurch bie Schleimhaut in einen fatarrhalifchcn Buflanb, Wodurch eine vermehrte Schleimabfonberung (Schleimhämorrhoiben) hervor« gerufen wirb, ber halb bünn wäfferig, halb fiebrig wie Siwciß ift. Tie ©runbfranfheit ift bemnadj biefelbe, bal;er findet auch *n allgemeinen Sehanblung fein Unterfchieb ftatt; nur bie örtlichen Sefchwerben finb be« fonberS ju berücffichtigen. Stellt ftch Schwäche ein, fo reiche man Schafgarben«Sitterfleethee unb julc|t iSlänbifcheS SiooS. 3ft ber SJtaftbarm babei vorgefallen ober ftnb ftchtbar, fo Wafche man ben Elfter falt mit Sllaunmolfen. Stimmt ber Schleimfluß überhanb unb jieht er ftch in bie £änge, fo baß eine allgemeine ®ntfräftung beS «RörperS ju befürchten fleht, fo ift ber «Rubeben« 319 Pfeffer, taglid) ju einem falben Sott) unb bieS in Vier Stßeile geteilt, fe'ßr tvirffanx gegen biefeS Hebet. Sei felfr ljartnäcfigen gäHen leiftcn folgenbe Rillen feljr gute JDicnfte: Stimm: .Rinogummi, 'Älaun, Jtubeben, eifenhaTtige (Salmiafblumen' Von jebem | Sott); ®ummi, fo Viel alö nött)ig, um mit ein paar tropfen 2 ®ran fcQn?ere Sillen ju machen. borgens unb tlbenbS 6-8 Stücf. ©tefe Mittel Tonnen auch beim Slafenfatarrh mit Sortfyeit angewenbet werben. § 149. £)tc ßütbnen Albern bet unb Urins tverfjeuge. ®o tvie bie häufig ftetlvertretcnb für Slutuns gen auS anbern Organen eintreten, fo Tann umgefeljrt bie QluSfcheibung.ber in ben ©ingeweiben bcS Unterleibes angefammelten Wnfchoppungen unb (Störungen ber Slutcirculation in anbern Organen als bemSJiaftbarm flatts finben unb häufig finben wir biefen Vorgang auf ber <5d)Ictiut;aut ber ®e= unb Urinwerfjeuge. Oap biefe SufäUe I)ämorrt)aibalifdjer Statur ftnb, erfennt man leicht, wenn fte wie bie<£>ämorrljoibcn imStaftbarm 311 beftimmten Seiten erfd)cinen, ju gleicher Seit mit örtlichen Sefchwerben in biefem eintreten ober wenigftenS bamit abwechfeln. SuWeilcn l)at aber ber •Rranfe gar feine örtliche ©mpfinbung im Staftbarm mehr; bann fann man nur mit einiger 9Baljrfct)einIid)feit auf il)re hämorrhoibalifdfe Statur fct)lie= fjen, wenn fte auf beutlich Vorlauben gewefene Staftbarmbcimorrtyoibcu folg= ten ober ber Rranfe eine erbliche Einlage baju bat. - Surrcilen ftnb bie ©es fdjmerben habet ungemein heftig unb befielen bann in großen ©cpmerjen in ben Stieren unb'ber Slafe, in einem franipfhaftcn unb äuherft f(t)nierjbaften «§inaufjieben ber £obcn; unwillfürlichem tlbgang ober völliger Sßerl)altung beS UrinS, wütljenbem ©rennen beim Qlbgang beffelben, luftigem Süden, woju fiep gewöhnlich noch heftiges Sieber, (StupIjWang unb fel)r fcpmerjhafte Äolifcn binjugefcUcn. ®ern entfielen hier, namentlich bei grauen, rofenar® tige (Fntjiinbungen an ben ®efcblect)tStt)cilen, foivie Slutfcbwären fehl' ät)Us liehe ©efchwülfte, bie nicht feiten in (Eiterung übergehen. Sei biefen fornnit auch häufig baS fogenannte Stieb er ft offen b er ® cbä rmutter hier vor. (5S ift ein Ärampf ber Wtutterbänber, mit bem ®efübl, als wenn etwas mit ®ewalt burct) ben Schoop herforgebrängt würbe. Oiefe 4?ämorrhoibalbefchwerben ber ®efct)Iect)tSr unb UrinWerfjeugc fönnen auch in fliefjeitbe golbne tlbern biefer Sljeile Übegehen, ©ewöhnlid) ift ihr Stuf? feljr fd)wer unb wirb Von ben fürcpterlichften <Sd)merjen,SIafens främpfen unb anbern SterVenjufäHen, fowie von <§arnfhcnge, ja felbft von gänzlicher Unterbrücfung beS <§arnS begleitet. 5luch fliefienbe'föämorrhoiben ber ©ebärmutter u.f. w. fommen vor, jus mal bei jungen Stäbchen als ju früheSJlonatSperiobe; häufiger noch bei alten grauen nach bem tlufhören ber Steinigung. 320 £ie blinben golbnen Abern her treiblicßen ©efcßlecßtStßeile verßinbern »ft ben ©eifcßlaf, macßen ißn ungemein fcßmerjßaft, erregen Fehlgeburten ober große ©efeßtverben tväßrenb ber Scßtvangerfcßaft. Sie ber benannten S'ßeile ßnb eben feine (Seltenheit, befonberS häußg ftnb jeboeß bie fcßleimigen ©lafenhämorrßoiben. S)er Abgang biefeö ScßleimS, ber von verfeßiebener 5)icßte, Farbe unb ®e= rueß fein fann, erfolgt meißenS unter ©lafenfrämpfen unb einem ©rennen, baS ftd) bis in erftreeft. Aucß giebt öS einen folcßcn Scßleimßuß aus ber Harnröhre, ber bie größte Aeßnlicßfeit mit jenem bat, ber naeß einem unreinen ©eifcßlaf cnt= ßeßt. Aucß bei Frauen berußt ber fogenannte treiße Fluß nießt feiten auf SDiefe AuSßüße, fotrie überhaupt ade bie benannten ©e= feßtrerben ber = unb Urintverfjeuge, ftnb immer äußerß ßartnätfige Uebcl, bie, trenn ftc vcrnacßläfßgt ober verfannt treiben, bie traurigßen Fol= gen haben fönnen. S)ie ©cßanblung iß im Oanjen hier bie nämlicße, irie bie ber geivößnli* eßen golbnen Abern. 5n ben Anfällen milbert man bie ©efcßtvcrbcn bureß falte Sigbäbcr, bureß 12 - 15 ©lutegeln an ben Alaßbarm gelegt, bureß ©rinfen von töiilcß; man giebt alle Stunben 8 -- 10 tropfen bitteres 2)tan= beltvaffer unb legt befänftigenbe ©.reiumfeßläge (f. 31 r. 106) auf ben Unters leib, ©erßopfung trirb bureß JlicinuSöl gehoben. Urinverhaltung verlangt fcßnclle ärjtließe unb cßirurgifcße «hülfe. £ie Oiabifalfur biefer ©eßßiverben, bie auf gctrößnlicßem 2ßege nur fei* ten gelingt, trirb bureß eine gehörige Aiitvenbung bcS falten QueUtrafferS troßl noeß feßr ßäußg ju betrerfßelligcn fein, trenn ber Jlranfe nur AuSbauer genug ßat unb fein Jtörper nießt feßon ju ßecß unb abgelebt iß. § 150. Qurcftfatf, 2lblvetrf;unß. ©Sollte man bei jebem Turcfv fall fogleicß feine ßuflucßt 311 Arjneien nehmen, fo hätte man feßr unreeßt. ©iefer ßiifaH iß ja meißenS nur ein VorübergcßenbcS Uebel, baS bei jtretfs mäßiger 5)iät gctrößnlicß halb befeitigt trirb;* in noeß anberen Fällen aber ßnb biefe vermehrten Stiißlentleerungen eßerßeilfam als fcßäblicß, ja oft muß man ße felbß als eine trahre ©Soßltßat ber Statur betrachten. So lange ein Jtranfer bureß ben SDurcßfaU, möge biefer übrigens bauern fo lange er trolle, nießt von Jträften fommt, ganj bcfonbcrS aber, trenn er ßcß babureß erleicßs ten* füßlt, bürfen feine ßopfenben SDUttel gereießt treiben. 2lnberS verßält ßcß bie Sacße, trenn bureß biefe ßäußgen Ausleerungen ber Jlranfe anfängt feßtraeß ju treiben, benn bann müßen biefe allerbingS fobalb als möglich flUf ißr natürliches 2)iaß unb ißre gehörige ©efeßaßenßeit jurüefgebraeßt treiben. JDiefe Scßträcße fann oft feßr bebeutenb trerben, fo baß naeß jeber folcßcn Ausleerung ßcß Antranblungen von Oßnmacßt einßellcn. ©efonberS leicßt feßträeßt ein lang anßaltenber SJurcßfaU unb fann juleßt als Folge ber 321 Schwäche 9Qert>enfranff;eitert, <§pfterie, tluSjehrung, ® aff er« erjeugen. Bit tlnfang eines febcn Durchfalls hat man in her Oiegel nichts weiter nöthig, als einige Sage ftrenge Diät ju galten, alles Saure, Dbft, 33ier, Bus gemüfe ju Vermeiden unb bagegen nichts als ober ©raupenfuppe, flteiswaffer, «Hühners ober Äalbfleijch ju genießen, ben Unterleib warm ju halten, überhaupt für äußere Qßärme ju forgen unb tlbenbS vor.bem Scßlas fengefyen ein lauwarmes gmßbab ju nehmen. Die Mittel, um einen Durchfall ju befeitigen, ftnb fcßr Verfdfiebcn; ißre Söaljl richtet ftdQ nach ber 33efcQaffent?eit beleihen. Die SBefchaf» fenßeit giebt fnh am 33eften burd? baS verriebene tluSfeßen ber Stuhlentlee* rungen ju erfennen. ätan fann barnach folgenbc tlrten annehmen: 1) Die abgeführten Stoffe haben ein natürliches tluSfehen, ftnb aber ungewöhnlich häufig unb breiartig, Diefcr Durchfall entfteht oft von über* mäßigem (Sffen ober von ungewöhnlich reijenber Stahrung, bisweilen entfteht er auch Von Jtothanhäufungen in Von Vorangegangener unb bisweilen erfcheint er als Einfang irgenb einer anbern Jtranfheit. ®r ift ju betrachten als eine Staturanftrengung, um ben Darmfanal Von einer ber Stenge ober ber 33efcüaffenheit wegen reijenben SInfammlung ju befreien. 4?ier barf man nie, wenigftenS niemals gleich im Anfänge, ben SluSleeruns rungen burch ftopfenbe Dinge Sinhalt thun, im ©egentheil muß man ber Statur beiftehen. So lange bie SluSlccrungen baS oben befchriebene QluSfe« hen haben unb ungewöhnlich ftinfcnb ftnb, gebe man 1 - 2 ©ßlöffel Oiici« nuSöl in einer Daffe unb balb barauf, um ben Durchfall ans juhalten, ben Olhabarber (f. Str. 245). tluf biefe SBeife befeitigt man am heften unb fchnellften biefe tlrt von Durchfällen. Dauert er bcnnoch fort unb Verlieren bie tluSleerungcn ihr fothartigcS SluSfehen, werben fee bünn« flüffig unb befonberS häufig, bann nehme man (f. Sir. 44) 2-3mal täglich mit OteiSwaffer ober einer Salepabfochung (f. Str. 246), ober man nehme 2-4 Dropfen Dpiumtinctur in einem ©ßlöffcl voH Saleps tranf alle 2-3 Stunben. 2) Die tluSleerungen ftnb tlnfangS and) fothartig, allein fte werben balb auffaUenb gelb, faft fafranartig, grün, unb immer ftnb mehr ober wes niger Seibfchmerjcn baniit verbunben; befonberS fühlt aber ber Jtranfe ge» wohnlich einen buntpfen Scßmerj in ber rechten Seite unter ben rechten fürs jen Olippen. Dies ift ber fogenannte gallige Durchfall unb fleht immer mit einem gereijten ober entjünblichen Bwftanbe ber £eber in SSerbinbung. £ier ftnb ftopfenbe Mittel tlnfangS ganj verwerflich unb fönnen febr fchlinime folgen haben. 33ei heftigen Shmerjen fe|e man 15-20 leae einen warmen SSreiumfchlag auf ben Unterleib unb laffc viel bünneS fchleintis geS ©etränf trinfen, befonberS Seinfamenthee. 3ft Steigung juni @rbrechen babei, fo gebe man 10-15 ®ran Srechwurjelpulver mit 15 ®ran ®ummi*.: 322 VHlöer. ffienn bie Schntcrjen bebeutenb nachgelaffenahaben, fo retdje man bann alle 3 Stunben einen voll wäfferiger in einem fcfyleimigen ©etränf. ®eht aber barauf ber Stuhl fefyr wäfferig unb nid)t mehr fo bunfelgelb gefärbt ab, fv paßt alSbann baS 2)owerfchc Pulver ober bie Dpiumtinctur wie oben. 3) 5)ie Ausleerungen ftnb fcQIeimig. £ieS ift ber fogenannte fatar => rhalifche JDurchfall, ber jwar auch fel;r häufig nur in einzelnen fällen jum SSorfcbein fommt, gewöhnlich aber epibemifcb f?errfd?t unb mehrere SRens fchen ju gleicher Seit befällt. S)ie Ausleerungen ftnb Anfangs breiartig unb fef?r ftinfenb, Werben aber fefyr halb fchleimig; man fleht im ©cfäfj bcn etwa® gefärbten ©artnfcfyleim entweber in grofjen Aiaffen ober in SIo cf en mit anbern fVlüffigfeiten verbunben; babei ift «Kneifen unb wohl auch Stufyljtoang ver* bunben. «fpier paßt ftrenge 5)iät, fcfjleimige ©etränfe, Aufenthalt im *Sette, gmfjbäber, warme SSreiumfchläge unb bie *Brechwurjel (f. {Rr. 247). ©e* lingt eS, ben «Kranfen burd) bie Settwärme in Schweif; ju bringen, fo bebart eS gewöhnlich feiner Arjnei. Sauern bie ßeibfehmerjen nach einiger Seit noch fort, fo gebe man SowerfcheS {JJulver (4 - 6 ©ran) mit «KrebSaugen* bulver (20 ©ran) alle 4 - 5 Stunben. 4) Sie Ausleerungen ftnb wäfferig; btSwcilcn ftnb fte ganj bunn unb fluffig, bisweilen mit fylocfen ober 5c|en geniifcht; mehr ober weniger heftige ßeibfehmerjen fehlen babei nur feiten. ®ei vollblütigen fowie bei fel;r reijbaren Ißerfonen ift hwr baS bittere SJlanvelWafier (f. {Rr. 249) ein treffliches Alittel, beim hier ift gewöhnlich ein entjünblictyer {Reij bie Urs fache beS SurchfaUS, weshalb bei heftigem Schmerje bann auch Blutegel an* gelegt werben muffen. 3ft bieS aber nicht ber Srall, fo gebe man bie {Rlijtur Str. 250. {Roch beffer Wirft aber baS falte SBaffer, rafch nach einanber glä* ferweife getrunfen; in wenigen Stunben fann baburch ber heftigfie Surcfys fall ber Art befeitigt werben. Sobalb ein Sur chfall, Von Welcher Art er auch fei, ftch in bie Sänge jicht, fo muh ber «Kranfe eine wollene boppdte Seibbinbe tragen, woburcf; ftch baS liebel fet)r oft allein fchon Verliert. {Reicht bieS nicht hin, unb ftnb feine llnreinigfeiten im Unterlcibc vorhanben, fo ift baS «KaSfariUen-E£traft (f. {Rr. 251) bann baS allerbefte Mittel. Ser langwierige unb jur ©ewohnheit geworbene Surchfall, fowie bie Steigung, ihn bei ber fleinften Sßeranlaffung wieber ju erhalten, wo er bann in ber {Regel mit SeibcSVerftobfung abwechfelt, ift ein fehr h^rtnacfiger 3n- ftanb unb häufig bie 3wlge eines vorangegangenen gewöhnlichen IDurchfaHS. Sehr gute Dienfte leiflet hier ber ©ichelfaffee, rother Sranjwein, {ßontaf, Lahors, SBifchof, {Pbrmonter ober «Kubower SBaffer, 5'lanellbinben, ftärfenbe Einreibungen (f. {Rr. 196) in Unterleib unb {Rücfgrat, erft aromatifchc, bann 2Ralj* unb Eifenbäber unb ©ouchebäber auf ben Unterleib. Sehr wirffam ift baS beftänbige fragen eines ©ewürjfäftchenS (mit {Rolfen, 323 ßimmt, Pfeffer, «Rarbamomen, Sngwer gefüllt), borgens unb 2lbenbS mit faltein Olum angefeucbtet, auf ber SDlagcngegcnb. 23on ben Arzneimitteln fiilft halb bicfeö, halb jcneS; bie f>en?ät;rtcfien finb bie Jia ef aride, bie Jto= lombo (ganj vorzüglich, f. Kr. 252), baS Äampefcpenpolj (9lr* 25.3). 3n mehreren Süden leiftete, nach vergeblichem ©ebraucp anberer -Kittel, bie «KuSfatennußtinftur (f. Kr. 254) bie vortrefflicpften ©ienfte. 23 ei fepr reizbaren Q3erfonen hat fiep bie 2)Hlcpfur unb falte ©iät häufig fepr bewäprt erliefen, unb fie wirb baper von ben angefepenftcn 2lerjten empfohlen, hierbei befommt nämlicp ber Jtranfe nichts als ungefottene falteS Sleifcp unb weißes 33rob. ©a aber, wo nicptS anfcplug, ftcUte oft baS falte SBaffer bie Jtranfcn in äußerft furjer ßeit per. Kur in fepr partnäcfigen Sailen ift Scpwipen unb Jtaltbabcn nötpig, fonft reicht man mit bem fleißigen ©rinfen beS fal« ten äöafferS, mit bem ©ragen feuchter, falter, bietet anfcpließenber Seibbin« ben, ivelche man alle 4-6 Stunbcn erneuert, ben falten (1 Stunbe lang, Sinai täglich genommenen) Si|bäbern unb ben falten jtlpftieren, bereit man täglich «3-4 nehmen muß, unb bie nie fehlen biirfen, auS. ©abei muß alleö marine unb erpipenbe ®etränf vermieben iverben. § 151. sBerftqpfung bee £»artlcibtgfeit. hier ift nicht von jener 23erftopfung bie Olebe, welcpe nicht feiten ju anberen Jtranfpeiten mit pinjufommt, j. 23. in ber Jtolif, fonbern nur Von jener jur ©cwopnpeit geworbenen hartleibigfeit unb Seltenheit beS StuplgangS. ©ie Urfacpen bcrfclbcn finb: eine burd; Sorgloftgfeit, ja gewiffermaßen burch ©rägpeit in biefer hinfiept herbeigefüprte üble (Gewohnheit; eine troefene, f(pwere, fabe Stoff (hülfenfrüepte, fepwere Keplfpeifcn, Äaftanien, JRüffe, SRanbeln); ju ©rinfen (batycr bei Srauen häufiger als bei SDlännern), ober ber tägliche ®enufj von herbem rothem SBein ober getvürj® hafteui Sranntivein; anhaltenbeö Sifcen, aber auch anhaltenbeS Sabrenunb Gleiten; BufammenfCnürung bc§ Unterleibes, unfräftige ©allenabfonberung, wobei bte Stühle nur eine lichte gelbe, mehr ivcipliche Särbung haben; Uns thätigfeit, Jtrampf ober lähmungSartige Schwäche ber ©cbäruie unb befoiis berö eine übermäßige QluSbchnung beS SÖlaftbarmS, wo ber Stuhl bann oft in fauftgroßen garten Jtlumpen herauSgepreßt wirb. 23leibt ein iDienfch übermäßig lange verftopft, fo entfielet Jtopffchmerj, Steigung jum Brechen, Stolif unb anbere UnterleibSbefchwerben. 23cfonberS nachtheilig wirft eine folcpe 23erftopfung auf hppochonbriften unb nervens fepwaepe Stauen, ßwar giebt eö auep 2)lenfcpen, bie für ben 2lugenblicf uns geftraft längere 3eit verftopft bleiben fönnen, allein auö biefer üblen ®e= ' wopupeit entfleben oft nacp 3aprcn erft bie mannigfaltigften 23efcpwerbcn, inbem fiep bie Jtotpftoffe verhärten unb oft in unglaublichen -Kaffen in ben ©ebärmen anfammchi. 23efonberS finbet bieS bei SBeibern flatt, wopl aber auep bei SWänncrn. ©iefe 2lnfammlungen erregen bann Scpmerj, (Smpfinbs 324 lichteit, £arte, SSergröherung in her regten Dberbauchgegenb, babei hat bet «Kranfe ein galliges QluSfehen unb flagt nicht feiten über Schmerz in bcr rechten Schulter. Bu 3<'iten ift er heftigen Äoliffchmerzen unterworfen, befonberS wenn Blähungen borhanben ftnb ober nach einer Ertältung. Diefe BufäQe fönnen fel;r leicht irre führen, inbem fte benen bei einer Seberentgüns bung ganz ähnlich ftnb; nur bie SBerücf ffdjtigung ber oft 3al;re lang bors hergegangenen SSerftopfung, felbft wenn biefe gegenwärtig nictyt mehr ftatt= finbet, fann auf ben wahren ®runb bicfeS £eibenS führen. 3n anberen fällen leibet bcr «Krante nicht fortwäljrenb an örtlichen int Uns terlcibe, aber er betommt öfter, namentlich bei borhanbenen Blähungen ober nach Erfältungen, heftige Unfälle bon Erbrechen unb bon Schmerzen im Seite. Der Umftanb, baff ber 3lnfaU anfeheinenb burd; eine hanbgreifliche befannte Urfache, wie 3. 39. Diätfehler ober Ertältung, beranlafjt würbe, fann feljr leicht tauften unb bie «Kothanhäufung, bie wahre Urfache, übers fehen machen, ohne bereu Entfernung folcQe Einfälle bann immer wieber jus rüeffehren. Die Teilung aller biefer 39efchwerben fann alSbann nur burd) 93iSceraIfIpftiere (f. § 108) gelingen, ©ewöhnlid) wirb ber ®runb biefer SBefchwerbcn wohl bon 31 er 3 t en überfehen, wefihalb eS nur bon fein fann, bie Qlufmerffantf eit beS £eferö felbft barauf ju,richten, um ihn wenigs ftenS 31t bermuthen unb feinen Qlrjt babon in «Kenntififj 311 fe|cn, wenn auch gegenwärtig feine Sßerftopfung mehr borhanben ift, aber bor 3ahren, bielleicht felbft fdjon in ber Sttgenb, biefe bennod) ftattgefunben hat. Um ber SeibeSberftopfitng, biefem fo läftigen Uebel, borjubeugen, ift eS gut, ftch frühzeitig baran 511 gewöhnen, regelmäßig beS WiorgenS 311 einer beftimmten Beit 311 «Stuhle 31t gehen; felbft wenn man auch burd) mehrere Dage bcrgeblichc SSerfuche gemacht hat, fo gewöhnt ftd) ber «Körper boch nach unb nach, fo gut wie er 311 einer beftimmten Stunbe an Aufnahme bon Speifen mahnt, auch an bie Erfüllung biefer Sunftion. Diejenigen aber, bie bazu geneigt ftnb, müffen borjügtich burch Diät biefem Uebelftanbe abzuhelfen fliehen, fonft laufen fte ®efal;r, mit ber Beit nur befto hartnäetiger baran 311 leiben unb ihre ganze Verbauung in Unorbs nttng 311 bringen. 33or Qlllem müffen fte barauf bebaept fein, biel zu trins fen, befonberS ein leichtes 39ier ober SBaffer, jeboch barf bicfeS nicht hart fein. 3l)re oft muh faftreich fein unb babei gelinb auf ben Stuhl Wirten, baher faftigeS ©emüfe, Dbft, befonberS Nepfel, Pflaumen, SBeintrauben it. bgl.; alle troctenen, fchweren Nahrungsmittel müffen bagegen bermicben werben. NeineS Noggenbrob ober auS einem ©entifch bon {Roggen unb SBcizcn gebacfen, ift hier beffer als ganz teineS SEeizcnbrob. Nachtheilig ift eS auch, ben «Körper übermäßig warm zu halten unb biel 311 fchwifcen; baher wirb Stuhlberftopfung fo häufig beim ©ebrauch ber ruffifchen Dampfbäber beobachtet, unb auS berfelben Urfache bürfen folcpe «Kraute beS NiorgenS nicht lange im 33ett jubringen. Nichts beförbert bie £eibeSöffnung beffer, 325 als ein mäßiger Spajiergang im freien; Wirb man baran verßinbert, fo reifee man ben ganjcn Jtörper, aber namentlich ben Unterleib mit Flanell unb Wafcße tßn Sltorgcng unb Slbenbg mit faltem Hßaffer. Slüßt bieg aQeg nicßtg, fo nehme man täglich 2-3 «Rlpftiere von faltem SBaffer. Siefe fcßabcn nie unb heben bie SSerftopfung grünblid>, tnbem fte ben Sarmfanal flärfen. - Sei weifen, Jtinbcrn, wo aug Scßwäcße ber ©ebärme oft SSerftopfung unb Slugbeßnung beg SJiaftbarmg entfteht, nüßt außer ben falten Jtlßftieren ber ©ebraucß beg (SicQeffaffeeö. Sßill unb muß man jn inneren Mitteln feine Suflucßt nehmen, fo ftnb folgenbe Mittel ju empfehlen: Sßeinfteinraßm (Str. 15), Samarinben (Str. 16 unb 17), 33itterfalj (Str. 83), bie eröffnenben SJlineralwäffcr, wie fyüUnaer, Jfifftnger, SJtarienbaber, ber Sennafaffee £Rr. 148. Siefer bat faft gar feinen unangenehmen S3eige* feßmaef unb verfeßafft ©effnung ohne jeneß Jtneifen, wag fonft bie Senna Veranlaßt; auch man anßaltenb von ihm ©ebraucß machen, wenn bie 9teijbarfeit beg Sarmfanalg nießt ju groß ift. SSo bie Steigung jur 23er= ftopfung hartnäckig ift, hat fteß bei altern Sßerfonen ber St. ©erniainsSßee (f. Str. 285) mit Otecßt einen großen Stuf erworben. Sie *2lloe in Serbin* bung mit ©ifen (f. Str. 259) paßt bei feßwammigem, fcfelaffem Jiörper. § 152. Scßiuerßcn-ncn. Sag bloße feßmerj* hafte, befcßwerlicße Harnlaffcn ift jwar für ben Qlugenblicf nur ein laftigeg unb fein gcfäßrlicßcg Uebel, jeboeß barf eg nie Vernacßläfftgt werben, weil eg mit ber ßeit woßl in eine wußte Harnverhaltung übergehen fann, bie immer ju einer ber aUergefährlicßften Jtranfheiten gejäßlt werben muß. Sic Ur* faeßen einer Harnverhaltung ftnb Verfcßieben; fte berußen entweber aufSSlut* anbrang unb einem entjünbließen ßuftanb ber 33lafe, ober auf ötrampf ober Säßmung ober in meeßanifeßen Hinbcrniffen. Sie entjünblicße Harnver* ßaltung wirb gewößnlicß erjeugt bureß ben ©enuß ßißiger ©etränfe, bureß bie tBlafenhämorrßoibcn, bureß Srfältung, SJlißbraucß ßißiger urintreiben* ber Mittel, ber fpanifeßen fliegen, beg Sabebaumg, bureß langeg, afefteßt» licßeg ßurücfßaltctt beg Uring, bureß bag Suflfcucßengift u. f. w. Sie frampfßafte Harnverhaltung befällt ßpfterifeße unb ßppoeßonbrifeße gefeilt fteß nießt feiten ju Slervenßebern unb fann auch bureß alle bie obengenannten Dteije veranlaßt werben, fofealb fte nießt fräftig genug Wirfen, um eine ©ntjünbung ju erjeugen. Sie laßmunggartige Harnverhaltung ift oft bie $olge einer übermaßi* gen Slugbeßnung ber 5-8lafe, eineg Scßlagfluffeg, beg ßoßen Sllterg ober einer heftigen ©rfeßütterung beg 9iücfeng. Sic meeßanifeßen Hinberniffe, bie eine Harnverhaltung erjeugen fönnen, ftnb: in ber Harnröhre eingeflemmte Steine ober 33lut= unb Scbleimpfropfen, -Slnfcßwellungcn ber SSlutgcfäße; ferner ein Srucf von außen, j. iß. bureß ©efebwülfte, verßärtetcn Jtotß im SÖtaftbarm, in ber Scßwangerfcßaft, befon* berg in ben lebten Monaten, bureß feßlerßafte Sage ber ©ebärmutier u. f. w. 326 «Beim fchmcrjhaften SchWcrharnen ift feer SBärlafefefamen (Semen Ly- copodii) in feen meiften fällen ein untrügliches Mittel. SQintm: SSärlafepfamen 1 Quentchen; arabifchen ©ummifchleim, ptans feelfprup, Von jefeem 2 QBaffer 6 Unjen. 2l(le Stunfee eine halbe w. Dabei trinfe man SJtanfeelmilch, Hanf* ofeer Seinfamenthee ofeer eine 2luflöfung von Haufenblafe (1 Quentchen in 10 linken heißen ©afferS.) 33ei gänjlicber Harnverhaltung fann in vielen Späßen nur feurch feaS Einbringen fecS JtatheterS feem Urin freier 5lbfluh vcrfchafft werfeen, jefeocQ muh feiefeS fowie feie trenn mechanifche Hinfeerniffe jugegen ftrtfe, einem funftgeübten Ehünrgen überlaffen werben. 3m Qlßgemeinen ift noch anjugcben, fea£ bei jeher Harnverhaltung, mit Ausnahme feer in <folge von Zähmung entftanfeenen, warme ©ähungen unfe gelinfe auSleerenbe «Diittel (jeboch feine faljigen) anjuwenfeen ftrtfe, vorjüglich auch ertocichcnfee Jtlpftiere (Dir. 152). Qb unfe Wann bei einem entjünfelis chen ßuftanbe ein Dlfeerlah ofeer nothtvenfeig ftnfe, muh feem ®*s meffen eines 5lrjtc8 anhefmgcfteßt tverfeen; in jefeem iyaße wirft, namentlich bei frampfhafter Harnverhaltung, ein allgemeines tvarmcS 93afe, in welchem feer Jtranfe bis ju einer Stunfee verweilen fann, fchmerjlinfecrnfe unfe feen Urin beförfeernfe. § 153. Die Sluhr ftcljt einigermafjen feem Durchfan, fowie feen golfeenen Dlfeern ähnlich, unfe wenn man nicht auf ihre befonfeeren Seichen achtet, fo wirfe fte leicht feamit Verwcchfelt. Einjeln für fleh haben feiefe Seichen 3'rar auch in fetefer ©ejichung feinen SSerth, fonfeern nur in= fofern man fie alle Vereint antrifft, ift man berechtigt, feie «ftranfheit für Sluhr ju erflären. Diefe Seichen ftnfe: beftänfeiges Drängen auf feen Stuhl, Stuhljwang, aber ohne alle fothartigen DarmauSIeerun* gen, fonfeern nur mit etwas Schleim - (feie weihe Otuhr) ofeer tBlutabs gang (feie rotljte Stuhr), heftige 3eibfchmerjen unfe fieber. Obgleich ein folcher «Rranfer feen Abtritt faft nicht Verlaffen fann, fo ift feie s2luölee= rung nur gering, oft nicht mehr als einen Eßlöffel voll unfe befteht auS Schleim, flüfftgem ofeer geronnenem 29lute. ES giebt fein beffereS Seichen in feer Stuhr, als wenn feie Stühle wiefeer anfangen wirf liehe Jlothftühle ju tverfeen. Die Stuhr erfcheint faft auSfchliehlich im Herbft unfe feann faft immer als eine feuchcnartig verbreitete Jtranfheit, infeem fte nämlich gleichseitig viele SDZenfchen befällt. 3tw Sßerlauf unfe Eharafter ift fehr vcrfchiefecn, oft ift fte gelinfe, oft äufjerft bösartig unfe töfetlich, hälfe befällt fte plötzlich, hälfe gehen ihr längere Seit Vorboten Voran, oft enfeet fte fchnell, oft wirfe fte ju einer äufjerft langwierigen Jtranfheit. 5US Vorboten erfreuten Qlbgefchla« genheit unfe ©liefeerfchmcrjen, Qlpvctitloftgfeit, $roft, Erbredjen, Jtos 327 liffchmerjen in her bie Seh nach bem After erflrecfen, unor» bcntlicher Stuhlgang, balb ©iarrhöe, halb SSerSopfung. Jtommt bie Äranfhcit junt AuSbruch, fo verwanbelt ftd) ber ©urchfaO in ein BlopeS ©rängen, unb cS geizt nur Schleim unb enblid) Blut ab, woju ftch Sieber gefeilt, jebocQ, wenn bie Jtranfheit nid/t heftig ift, halb Wicber nacfyläfjt. 3n fcfylimmen Sällen nimmt baS Sieber immer mehr ju, bie Seibfcfymcrjen werben unerträglich, fowie baS unaufhörliche ©rängen auf ben Stuhl. ©aS Sieber ift urfprünglich Art, nimmt aber fehr häufig einen entzünblichen ja felbfi in ben Säßen einen höd)ft bösartigen fauligen (ißarafter an. Hßenn nach bebeutenber Sommerhifce im bie heilen Sage mit füllen 9iäd)ten abwechfeln, fo entfielt, befonberS in feuchten moraftigen @es genben, gewöhnlich bie {Ruhr, bie fleh bann häufig burefy AnSecfung immer Weiter verbreitet. Glicht immer erfcheint fte jeboch als eine feudjenartige J?ranfßeit, fonbern fte befällt and) einzelne SRenfchen; aber Sets ift eS nur ber herbft, ber fte erzeugt, unb nur äujjcrft feiten wirb man eine rechte {Ruhr ju anbern Jahreszeiten wahrnehmen, trenn, wie fehr zu bezweifeln, bieS übers haupt jemals ber Sali iS. Um ftd) gegen biefen gefährlichen Seinb ju fchüfeen, fann man im herbft nicht ängftlich genug jebe (Srfältung von fich abhalten, beim nur biefe, nies malS aberber @enufj beS reifenDbfteS, iS öS, welche 311 berSeit biefeÄrants heit fo ungemein leicht erzeugt. ©eSljalb iS eS auch bie wollene Veibbinbe, Welche ben beSen Schu| hier gewährt, unb Jeber, ber 311 (Srfältungen ges neigt iS, follte bei herrfcheuber {Ruhr nicht unterlaßen, Se anzulegen. ©ie SQachtluft iS ganz befonberS fchäblich; man fdjlafe baljer nie bei oßettenSens Sern unb fejjc SS> ih* nie leicht bet leibet auS. ® ben fo gefährlich iS hie* jebe große beS .RörperS, benn nach einer foldjen erfüllet man Sdj am leici;teSen. So bringt nichts fo leicht bie {Ruhr h<wvor, als trenn man nach erhi|enbcn Spaziergängen an fchattigen feuchten Orten auSruht, ftch auf bie (Srbe legt ober auf falte Seinerne Banfe fe|t; ber Aufenthalt in uns gefunber £uft, befonberS in feuchten nioraSigen ©egenben ober in feuchten falten, bunipSsen Söohnungen, fowie jebe Ueberlabimg beS 2)iagenS, befons berS ton unterbaulichen, {dürfen ober erhifcenben ©Ingen begiinftigt baS Grfchcinen ber Jtranfheit unb muß bcShalb vermieben werben. 3S bie Oluhr Zur Spibcmie geworben, unb hat Se namentlich einen fauligen ans genommen, bann iS Se in ber {Regel auch anSccfcnb unb verlangt biefelben SßorScbtSmaßregcln wie jcbeS anbere anSecfenbe Sieber, in anbern Säßen aber iS feine Anftccfung ju fürchten. SöaS bie JBehanblung eines Anfalles ber {Ruhr anbelangt, fo iS auch hier bie Beobachtung einer gehörigen £es benSwcife bie hauptfache; hierher gehört junächS bie Sorge für bie größte JReinlichfeit, tljeilS um baburdj bie llSieberherScllung beS Jtranfen 311 bes fchlcunigen, tl;eilS um feine Umgebung vor ber AnSecfung 311 Sehern. 2Ran 328 tvec'ßfeTe oft bie 99ett= unb Sei6wäfd)e, l)aTte auf {ReinTtdßfeit in allem Uebrt« gen, waS ben «Rranfen umgiebt, entferne augenblicklich jebc (Stuhlentleerung, laffe baS Simmer beftänbig Von frif d)er füllet Suft burcbftrömen unb fvrenge fleißig mit Efftg ober veranftalte mehrere Kale bie fatycterfauren Stäube« tungcn (Str. 39). ift fo febr ju fürdjten als bie Erfüllung, bie nicht halb in irgenb einer anbern «Rranfhcit fo leidet fd)äblich werben fann als hier; nur ift fle wegen ber öfteren Stuhlgänge ferner ju vermeiben. Am heften ift eS, wenn man bem «Rranfen eine wollene ©inbe um ben Seih trief eit unb il;m im ©eite beim ©rang jum Stuhlgang ein Steckbecken ©ie Staljrung bcS «Rranfen muß ftd) auf mehlige fdjleimige ©inge be« fdjränfen unb jwar vorjüglich auf baS häufige ©rinfen von ©raupen« unb «gaferfciyieim, ober ©Jaffer mit arabifchcm ©ummifchleim (4 Sott) auf 1 Quart). Sehr jum empfehlen ift eine Schöpfengallert, bie auf folgenbe Art bereitet wirb: man nimmt einen unabgejogenen unb $uß, fengt bie ©Jolle mit einem Eifen ab, focht it;n mit ©Jaffer bis jur ©altert ein unb feist nach ©elieben etwas Simmt ober KuSfatennufj I;inju. ES Verfielt ftch, baß ber «Rranfe biefe ©alterte nur erwärmt unb in Heiner SWenge auf einmal vermehren barf unb immer nur bann, wenn fein Sicher mehr jugegen ift. Kan t;at hartnädige Stille gefel;en, wo bicfeS SPiittel al« lein geholfen l)at. Ueberhauvt hüte man fiep hier Vor bem vielen Kebijini« reu. Sehr oft fann man bie Olupr burd) ©uttermilch ober burefo Kolfen unb einige KolfenfIpfticre heilen- ©Jo Seichen von galligen Unrcinigfeiten Vorbanben flnb, bie in ber Hiegel hier nie fehlen, (fonft aber auf feinen Sali) gebe man gleich im Anfänge ein unb jwar nur eine ©oftS ber ©rechwiirjcl (15 - 20 ©ran); barauf läßt man bic©amarinben (f. Str. 22) Vierunbjwanjig Stunben lang nehmen, jeboch fc£t man hier nur 2 Quent« epen ©lauberfalj ju. ©Jirb eS hierauf nicht Peffer, fo giebt man baS Kittel Str. 255; unb nimmt and) bann bie «Rrantpeit noch ju, fo ift ärjtlicpe <£>ü(fe unentbehrlich. Um ben heftigen Beibfcpmcrj ju befeitigen, bient ber Warme ©reiumfcplag Str. 195 unb bie Einreibung Str. 256. «Reine größere ©porpeit fann eS geben, als biircp rotpen©Jein, ©rannt* wein ober anbere ftopfenbe -Kittel bie Stuhr vertreiben ju wollen; bie aller* fchlimmften Sniälle treten ganj fieber barnach ein. § 154. Jt)ie aftafifd>e Grölern. Eine ber furchtbarften «Rranf* heften, furchtbar burch il;re allgemeine Ausbreitung, burch bie jahllofen Dp« fer, bie fte allenthalben ertfeifcht, burch ihren raffen ©erlauf unb bie heftig* feit ber Erfchcinungen, benen gegenüber ftcQ bie ärjtliche «Runjt troh aller Sorfdjungcn unb ©eftrebungen noch immer faft ohnmächtig erweift, burch« jieht bie Ebolera feit bemjweiten ©eccnnium unfereS SahrhunbertS von Seit ju Seit ben ErbbaU unb rafft ©aufenbe unb aber ©aufenbe von IKenjcbcn bahin. 329 Sljr «gefmathlanb ift Dfltnbien unb jmar bet am 5lu8ftuf beö ®angeS (Bengalen), ivo fie mufljmaflidj ben QluSbünftungen jahlreicher Sümbfe unb ben Ueberfdhmemmungen beS ©angeS ihr ©ntftehen verbanft. Dbmohl fie bort fchon feit 3ahrhunberten einheintifch fein foU, fo haben mir boch erft feit bem 3ahre 1782 bie erfte fixere Schreibung von itjr, ju allen welcher Seit fie fleh inbefj nur auf Segalen befchränft. - Sm Saljre 1817 brach bort Wieberum eine heftige (Spibemie auö, bie ftch rafd) nach SRictytungen verbreitete unb in ihrem unaufhaltfamen ftortfctjreiten 1823 jum erften Sllale (Suropa unb jmar 2lftrachan am caSpifcpen £D2eere erreichte. 3m 3al;re 1830 feierte fie mieberum batjin jurücf, um ftch von nun an faft über ganj (Europa ju verbreiten, vorjüglich burcp bie Solen, bie fie aus ihren «Rümpfen mit ben bluffen heimbrachtcn. - -2llle VorficptSmafres geht, ©renjabfperrungen, Duarantainen blieben erfolglos: Sßicn mürbe im Sluguft 1831, Serlin im September 1832 jum erften 2)?al ergriffen unb fte erflrecfte ftcQ unauffyaltfam über ganj ©uropa, 2lfrifa unb 2lmerifa. - 3m (Sommer 1837 erfcQien fie von 9leuem in Serlin, SreSlau unb anbernDrten beS öftlichen DeutfchlanbS, burchjog im 3al;re 1848 mieber verfyeerenb @u= ropa tptb 2lmerifa, tauchte ab unb ju noch im 3atyre 1852 unb 1853 in eins jelnen feilen ber preupifepen SWonarchie, namentlich in ber Srovinj Som* mertt unb in bem ©ropherjogthum unb in ber Stabt Sofen auf unb ftch überhaupt in unferen ©egenben einheintifch machen jn rnoüen. @S kann unmöglich ber ßmeef biefer Beilen fein, eine erfchöpfcnbc 2luSs etnanberfchung über baS 2ßefen unb bie Urfachen ber «Rranlheit, über bie Mittel, bie ju ihrer Teilung verfucfyt morben ftnb unb über bie ßmocttnä£tg= feit unb Unjulänglichkeit berfelben ju geben; aber obfehon bie Teilung eine fo fchmierige ift unb nur ben hänben eines erfahrenen QlrjteS anvertraut morben barf, fo läfit ftch boep uncnblich viel thun, umber Jtranfhcit in ihrem Gntftehen Vorjubeugen, fo ift eSboch unenblicp wichtig, fie in ihren erften 2lns fangen ju erfennen, meil bann noch bie gröfjte Hoffnung auf glückliche Sefeb tigung ber hohen ©efahr vorhanben ift unb meil ftch eine Sßerfäumnifj in fei* ner Äranfheit fo fchnell unb fo ferner rächt als in ber ©hvlera; enblich meil bie ganje ßebenSorbnung jur Seit ber herrfchenben Seuche eine ganj befotts berS michtige Serücfftchtigung verbient. Sur Seit einer herrfchenben ©hvleraehibemie jeigt ftch faft allgemein, felbft bet ©efunben, eine grofje ©eneigtheit ju Durchfällen mie überhaupt ju ScrbauungSbefchmerben, bie theilS ben allgemein obmaltcnben atmofphärts fchen Serhältniffen, theilS ber 2lngft vor ber Jtranfheit jugefchrieben mirb, bie aber febenfaUS forgfältig ju beachten ift, ba ftch häufig auS ihr leicht bie eigentliche Krankheit entmicfclt. - Diefe nämlich tritt häufig unter SorauS* gehung von Sorbotcn ein, bie eben in einer Steigerung ber allgemein herr= fchenben Disposition beftehen: in Vermehrung beS Durchfalls, mobei noch gelblich gefärbte, übelricchenbe Waffen unter bem@efühl JunehmenberSchmäche 330 entleert werben, 2lufgetrteBent;eit beö SeiBeS, leichten Jloliffchmergert, ®e* ängfligungcn unb Drucf in ter Schttrinbel; häufig aber auch be* fällt bie ©holera urplötzlich ohne irgenb welche 33orjeichen in ter Vollften ©efunbheit. - Die genaue Acachtung biefeS ßeitraumeS ber Vorboten, wo ftcB foIcQe geigen, ift höchft wichtig, ba man währenb beffelben noch bie größte AuSficht h«t, bie fernere ©ntwicfelung im Jtcime ju hemmen. Der Uebergang in bie eigentliche, vollftänbige t;eit gefleht nun meijlentheilö baburch, baß bie Durchfälle immer häufiger, bie entleerten Alaf* fen immer heller, bünnflüfftger, ton weniger fotfjartiger ißefchaffenheit wer* ben, Erbrechen, Krämpfe bajutreten unb äußerft rafch bie häufte ©rfchö» hfung ber Jträfte ftch einftellt. - Die Ausleerungen nach oben unb unten er* folgen immer rafcher auf cinanber, befielen auS grauweifjlichen, ntolfen* ober reiöwaffcrähnlichcn Slüffigfeiten unb finb Vollftänbig geruchlos. - Die £aut Wirb ciöfalt, aufgehobene galten berfelben bleiben eine Seit lang flehen, ihre ffarbe unb bie ber SQägel wirb fthmufcig bläulich, baS ©eftcht geigt ben AuS» bruef beS tiefften SSerfallS ber Jträfte unb ber größten Seelenangft, baS Auge ift eingefallen unb fliert gläfern wie bei einer Reiche, bie SQafe wirb länglich bie 3unge ift weiß unb falt, bie Stimme ift heifer, bumhf, fafl tonlos. - Arme unb Singer, Schenfel unb äßaben werben von fchmerjhaftcn Ärämbfen ergriffen unb jufammengejogen; ber ißulS ift gar nicht ober faum fühlbar, bie auSgeatbmcte b'uft ift fühl, wiewohl ber Jtranfe über innere ©luth flagt unb gierig nach faltem ©etränf verlangt, um eS fogleich Wie* ber ju entleeren; bie Urinabfonberung ift vollftänbig unterbrüeft. DaS 53e» Wufjtfein beS Jtranfcn ift ganj ungetrübt unb er fühlt vollftänbig feine furcht* bare £age. So bietet benn bie (Cholera auf ihrem «fööhcpunft beS 39ilb baS allge* meinften Äramhfeö bar; ber ßebenSfunfe ift fafl vcrlofchen unb nur ber Darmfanal fdjeint alleDhätigfeit allein übernommen ju haben, um fämmtliche Seuchtigfeit beS ÄörperS (benn bie Summe ber entleerten Slüffigfeiten ift junt ©rftaunen grofj) auS bemfelben ju entfernen. Dies ift ber gewöhnliche Verlauf ber (Spolera, jeboch fomnten vielfache SSerfchicbenheitcn ber Symptome Vor; bie hauptfächlichfte befiehl barin, bafj mitunter, wenn auch feiten, ©rbrcchen unb Durchfall gänjlich alle übrigen ©rfcheinungen aber mit um fo größerer auftreten; bieS bilbet bie fogenannte trocf ene ©h°ler a* Döbtet bie Äranfheit nicht fchon auf ber >§öbe ber (Fntwicfelung, fo tritt mehr ober minber rafch ein ßurücfgehen ein: bieÄrantpfcrfcheinungen laffen nicht ober minber nach, ber Äthern wirb freier, ber $uIS h ftch, bie Sarbe ber $aut wirb immer natürlicher, bie Üöärrne fehrt nach unb nach jurücf, ein warmer Schweiß bricht über ben ganjen auS, ber Jtranfe verfällt nicift in einen ruhigen Schlaf, auö bem er erquieft erwacht, entleert reichlich Urin unb geht jiemlich fchneU ber ©enefung entgegen. - Oft aber auch geht 331 bie fJtücfbilbung nicht fo rußig ißren ®ang: ftürmifcß wenbet ftcQ baS Beben bcm bisher erftarrten «Körper ju, bcr Unterleib wirb fchmerjhuft, Erbrechen unb SJurcpfaU hören jwar auf, bafür flellt ftcQ aber ein ßartnäcfigeS Schlurfen ein, bie Bunge wirb rott;, freien, bie Bäßne unb Sippen mit einem rußigen Ueberjug bebeit, baS ®eftrft ftdj, bie BBärme ber haut mehrt ftcQ jwar, bleibt aber im Vergleich ju bem fyinjutretenben Sieber fühl, ber «Kranfe flagt anfangs über «Kopffchmerjen, liegt fpäter ganj fd;Iaffüd)tig ba ober püantaftrt heftig, furj ber ganje ßuftanb jcigt viel Slchnlicßfeit mit bcm SpphuS, weßßalb man il;n auch mit bem Flamen bcS ©holeratpphoib belegt hat. -2ludQ auf biefem UBege werben noch Sßiele, bie ber eigentlichen (Spolera entgangen finb, weggerafft; bie ©enefung bauert feßr lange unb ift meift mit einer bebeutenben Störung ber SSerbauung ober ©eneigtfjeit ju «Krämpfen perbunben. 3n nod) anberen Säßen ber Gßokra jeigt ftch als eine günfUge «Krife ber SluSbruch Perfcßiebener hautauöfchläge, bie halb ben Oiötheln, halb ber 3Qeffelfud)t gleichen, gewöhnlich Sinne unb hänbe juerft befallen unb ftch von ba über hals, 33ruft unb untere Sjtremitäten unter Blacßlaß ber @rftfycinun= gen Verbreiten. S)ie (Styolera fann tobten, häufig nach 3, 6, 24 Stunben, häufig bauert ber eigentliche Slnfall länger als 2 Sage ohne Sntfcheibung; baß auch SSiele noch in bem Solgeftabium, bem ©holeratpphoib fterben, ift fd;on oben erwähnt, meiftenS bis 311m lOten, 12tcn Sage. Slucß Dtürffälle finb nicht feiten unb ein 'Unfall fdjüßt nicht Vor ber Söieberfehr eines (SS fomrnen in unferen ©egenben unb jwar jur ßeit bcS herbfteS nach fehr heißen troefenen Sommern bisweilen vereinzelte Sälle von fall, ber fogenannten einheimischen (Cholera vor, bie jwar in ben haupterfepeinungen mit bcr aftatifeßen viel 2lcßnlid;feit haben, mit berfelben aber feineSwegS verwecßfclt werben bürfen unb ftch wefentlicß von ihr unters fcheiben, eben babureß, baß fte nur vereinzelt Vorfommen, baß bie SluSlees rungen meift galligter Statur finb, baß bie '.Unfälle feineSwegS bie höße unb 33ebeutung haben unb baß fte meift unb rafcß in ©enefung übergehen. QßaS bie Urfache biefer furchtbaren Seuche betrifft, fo läßt ftch üüer bie= felbe nur wenig ©efiimmteS anführen; benn wenn wir auch unzweifelhaft wiffen, baß fte auS ben Sumpflänbern bcS ©avgeS ju uns gefommen ift, fo ftnb wir noch feineSwegS barüber aufgeflärt, warum bie SluSbünftungcn ber bortigen ©egenben balb einmal baS falte Sieber, halb bie ©holeru, balb wie= ber gar feine Spibemie hervorrufen, ©ben fo wenig finb Wir im .Klaren über bie Slrt unb Üßeife bcr SluSbrcitung bcr Jtranfheit, ob fte burch unmit= telbare Slnftedung ober burch allgemeine atmofphärifche ißeränberungen fort= fchreitet; benn wäßrenb man auf ber einen Seite allerbingS beobachtet, baß fte gern bem Baufe ber Ströme unb ber großen hanbelSftraßcn folgt, alfo burd; ben SJerfehr verfchleppt wirb, haben ftch anberfeitö alle SlbfperrungSs 332 maßregeln erfolglos gezeigt, läßt fiel) eine fo allgemeine AuSbeßnung bureß bloße Serüßrung nießt leießt erflären, noeß weniger naeßweifen; aueß ftnb Serfonen, bie floß auöfeßließlid; mit her Jtranfcnpflcge befcßäftigen, wie Sßärter, nießt gerate ßäuftger ergriffen worben. 3a fogar, weil man beßauptet ßat, bafj bie Ausleerungen bie Präger ber Anftecfung feien, ßaben eS 5lerjte Verfließt, fteß biefe Kaffen einjuimpfen, oßne jeglicßen (Srfolg; ein 5lrjt in Ußarfeßau ßat fogar, um obige Seßauptung 311 wibcrlegen, eine Quantität biefer reiSwafferäßnlicßcn getrunfen unb fteß barnaeß gaii3 woßl befunben, eine ©elbftaufopferung im 3ntereffe ber Sßiffenfeßaft, bie allcrbingS Sewunberung verbient, aber ßoffentlicß Vereinzelt bleiben wirb. SS fann aber nießt in Abrebe geftellt werben, baß, wie in jeber anbern ©pibemie, fo aueß in ber (Sßolera bureß Anßäufung Von Jtranfen in engen Räumen, bureß Sernacßläfftgung von Steinigung unb Stiftung ber ßimmer unb Setten, bureß baS ßufammenliegen Von SCöäfcße unb bie An« ßäufung ber AuSwurfSmaffen leicht ein Anfteef ungSftoff erzeugt wirb, ber bie Duelle 3U neuen ©rfranfungen abgiebt. - £>ie ärmeren SSolfßflaffen ftnb gewößnlicß bie erften unb 3aßlreießften Dpfer ber Gßolera, Wag man größtcntßeilS ber fcßlecßten Staßrung, bent ®enuß von Sranntwein, bem bießten BufammenWoßnen in fcßlecßten, ungefunben Otäumen zujufeßreiben ßat. - Aueß Angft, Jtummer, unmäßiger ®enuß von unreifem Dbft, s2lnö= feßweifungen jegltcßer Qlrt maeßen 3ur ©rfranfung geneigt unb rufen aueß felbft ben AuSbrucß ßervor; fo ßat man vielfacß bei ber ßerrfeßenben Gßolera eine bebeutenbe Sermeßrung ber B'älle naeß ben ©jtceffen ber Sonn« unb <5efl= tage beobaeßtet. 2)er gefammte ift aufgeboten worben sur Sefämpfung bie« fer waßren ®eißel unfereS 3aßrßunbertS unb noeß ftnb bie großartigften Anftrengungen unb Seftrcbungen von feinem bebeutenben Srfolg gefrönt, beim bie Ber Sterbenben beträgt noeß immer minbeftcnS bie Hälfte ber Von ber «Rranfßeit (Ergriffenen. - Kan fann baßer ßier aueß füglicß feine große über bie vcrfd}iebcncn SeßanblungSarten unb feine Prüfung ber eiii3elnen Kittel erwarten; jeboeß wießtig unb zwccfoienltcß bleibt eS immer, über baö ganje Serßalten bei Eintritt ber Sorbeten ober beä felbft biö jum (Erfcßeinen eines bem allein bie fernere Seßanblung wenigftenö mit einem Scßimmer von Sluöftcßt übergeben werben fann, bie nötßigen Sorfcßriften 3U geben. 3m Allgemeinen ift Surcßtloftgfcit, ®ottvertrauen, eine mögließft ein« faeße, Weber 311 fcßwäcßenbe noeß 311 erregenbe Sebcnöweife, wobei man von feiner gewoßnten 2)iät mögließft wenig abweießen unb nur baS unmittelbar Scßäblicße weglaffen foU, baö befte Scßußmittcl gegen bie ßßolera, wäßrenb umgefeßrt, wie feßon oben erWäßnt, Seqagtßcit, Angft, Auöfcßwcifungen jeglicßer Art faft allein bie «Rranfßeit ßerbeifüßren ober wenigftenö eine große ©eneigtßeit 3U berfelben bebingen. - Kan ßüte fteß forgfältig vor ®r« 333 Tältung, überlabe ben Stagen nidjt mit fcpwercn unVerbaulicpen Speifen unb beacpte jeben Durcpfall, ber fid? jur 3cit ber perrfcpenben Epibemie einftellt, fcQetne er nocp fo unbebeutenb, auf baS Sorgfältigfte. - 9)lan beuge Paper bemfelben burep SÖarmpalten beS Unterleibes flanellener Sinben Vor, wenbe benfelben bei bem erften Sluftreiben burep eine fcpleimige, eins püllcnbe Jtoft, wie >§afergrüfp, OleiSfcpleim unb burep ben ©enußj einiger Waffen $feffermünjtpee mit einigen tropfen ab; als ©etränf eignet fiep pier außerbem SRotpwein ober Söaffer mit iHotpwein. 3ft man genötpigt Erfranfte ju pflegen ober in SQäpe ftd) aufjupalten, fo fei man unerfeprorfen unb gottergeben, Verabfäume aber auep niept bie nötpigen SorftcptSmaßregeln in Sejug auf Oieinlicpfeit beS «RörperS wie ber Sßäfcpe, Stiftung ber ßimmer, Srortfcfyaffung allen UnratpS. - Sepr jwerf« mäßig paben fiep in biefer Sejiepung nacp ben im DlegicrungSbejirf Siegnifj angeftellten Sßerfucpen unb ben barauS erworbenen Erfahrungen bie SRäus eperungen mit Eplor erwiefen. 3n'S »Rranfenjimmer flelle man ©efäße mit einer Sluflöfung von (5(;lorfalf auf, bie man öfters erneuert, im SBorjimmer ober Sorpaufe aber wenbe man bie flärferen Eplorräucperungen (Str. 38) an, mit benen man auep bie «Rleiber unb Setten ber Erfranften unb ©eftor« benen burep mehrere Stunben burcpjiepen läßt. treten bie Erfcpeinungen ber Epolera immer p erbot, nimmt Erbrechen unb 2)urcpfaH überhanb unb jcigen bie entleerten Waffen bie cparafteriflifcpe, reiSwafferäpnlicpe Sefcpaffenpeit, fo fäume man ja niept, fo fcpnell als möglich für auSreicpenbe ärjtlicpe hülfe ju forgen. Snjwifcpen unb namentlich wo biefelbe, wie auf bem Sanbe, niept opne ßeitverluft ju befepaffen ift, Verfucpe man baS Erbrecpen unb ben S)urcpfall, fowie bie <Rälte ju milbern burep öftere ©arreiepung warmen wenn auep berfelbe immer wieber auSgebrocpen werben foUte, burep bie fogenannten Sobf owip'fcpen Jtamppertropfen (beftepenb auS einer SOlifcpung von aufs gelöftem «Rampper unb ber Sinftur beS gebrannten loggens, viertelflünblicp 1-2, bei bebenfliepen Erfcpeinungen 4-5 tropfen in Söaffer ober auf Surfer ju nepmen), ober, wo biefe niept auSreicpen, gebe man bie rufflfepen tropfen (ätperifepe Salbriantinftur 6 Duentcpen, Srecpwurjelwein 2 Quents epen, fafranpaltige Dpiumtinftur 1 Quentcpen, | Duentcpen, ftünblicp 25 bis 30 tropfen 311 geben). ES ift bemnacp ratpfam, bergleicpen WHttel für ben SRotpfall fletS im >§aufe ju paben. 521IS ©etränf reiepe man bem Epolerafraufen am beften EiSftürfcpen, we.Icpe ber rebeUifci?e Klagen noep am epeften erträgt. - 3« Wlilberung ber Jträmpfe unb um bie <§auttpatigs feit womöglich anjuregen, fowie auep jur Mäßigung ber Singfl lege man feparfe ©enfteige in bie <§erjgrube unb auf ben Klagen, ferner bürfte unb reibe man unabläfflg bie Sßaben unb Scpenfel mit raupen ftlanellflerfen, bie fepr jwerfmäßig mit Salmiafgeifl allein ober mit einer SJiifcpung von 2 Sotp (©almiafgeifl unb 12 Sotp SlngelifafpirituS befeuchtet werben; auep bie wieber« 334 holten Abreibungen be§ gan3cn Körpers mit faltem Söaffer unb (SinpüHen in Flanell haben fiep häufig wopltpätig erwiefen. 9lur fo weit fann fleh baö är3tticpe (Singreifen beö ßaien erflrecfen, alle übrigen Anorbnungen müffen bem Ar3te übcrlaffen bleiben. Xritt ®ene= fung ein, fo ntup man währenb ber ßcit ber fReconbaleöcen3 noch bie größte SCorftcpt beobachten, inbem £Rücffälle oft genug beobachtet werben. 5)er ®e= nup von frrücpten unb ©entüfe ift 311 berfagen, man mup fitp forgfältig warm palten, jebe bebeutenbe förperlicpc Anftrengung unb gemütplicpe Aufregung meiben unb bie etwa noch borpanbenen burep ©arrei» chung ber weinigen (2-3mal täglicp einen Speelöffel boU) ober burep bie Alittel Dir. 71 unb 189, borjüglicf; aber bei einiger ©eneigts peit 3U 5)urcpfällen burep 9tr. 252 befeitigen. Neunte .$5 n u t ■ Al r a n 11) 111 cn. § 155. £)ie QSielfacß jtoeifelt man jept baran, bap bie Jtuppoctön ben gehörigen <5cpiip gegen bie ächten gewähren, weil nicpt feiten öräUe borfommen, wo auct? nacp erfolgter Smpfung 9)1 en= fcpen früher ober fpäter ron flattern befallen werben. - Allein bieö ift ein Srrtpum, bcr uni fo niepr befämpft werben muff, weil er baS 9ßertrauen ju bcr Impfung fcpwäcpt, bie bocp immer ben ftcfyerflen ®cpub gegen bie ächten Soeben gewäprt. 2)er ©runb, warum man ftety ju ber angeführten irrigen SWeinung berechtigt glaubt, liegt barin, baff e£ auper ben ächten noch bet* fepiebene anbere Arten Von QJocten giebt, bie allerbingß mit jenen bie größte yiepnlicpfeit haben, auch öfter längere ober fürjere Beit nach ber Smpfung erfepeinen, bie man aber nicht 311 unterfcheiben verficht unb beppalb mit ben ächten »erwcdifelt 5)ie ä.i, en $o<fen werben nie nach einer 'gehafteten Smpfung 311m Sßors fepein fommen, wohl aber bie fogenannten falfcpen $ocfen, bon welchen man eben fo gut nach überftanbenen ächten Poeten, alb wie nach ber boUfommen« ften Impfung befallen werben fann. 3)ie anbere Qlrt ftnb bie fogenannten beränberten, mobifoirten ächten Torfen, bie aber nur bann 311m Sßorfctyein fommen, wenn bie Jtuppocfen bie (Smpfänglicpfeit beä Jlörperö gegen baS ©ift ber ächten $ocfen 3War gefcpwäcpt, aber nicht getilgt haben. Sßeniger in ihrer äuperen.©eftalt, befonberä aber in bem galten Verlauf ber Jtranfhcit finbet man bie Aterfmale, fcoburep man biefe berfepiebenen Wirten von einanber unterfcheiben fann. 335 § 156. ©ie ächten ©öden Beginnen mit Sieber, jubeni ftcp «Steifs $e(t unb peftige Scpmerjen in her 9tüden« unb Senbengegenb, Uebelfeit, Gr« brechen unb ein eigentpümlicper fauliger ®erucp (natp fcbimmlicpem ©tobe) bcfj QBtt;eniö unb UrinS pinjugefedt, woraus man Bei einer perrfcpenben ©odenfeucpe ben ber ©lattern fchon vorder Beftimmen fann. 3« Gnbe beS britten SageS rotpe Sieden auf ber 45aut, wobei baS anfangs immer fteigenbe SrieBer nacfyläfjt unb juweilen gänjlicp verfcpwinbet. SDiefe rotpen Sieden erheben ftcf? nadf unb nacp ju ©läScpcn unb «Rnßtcpen, bie mit anfangs wafferpeder, fpäter ftcp immer mepr verbidenber Slüfftgfeit (Spmppe) gefüllt ftnb, Bis fie ben ftebenten Sag ber «Rranfpeit als eiternbe ©lattern hafteten. 3n biefem ßuftanbe ber Giterung verweilen bie ©lattern ficptbare ©eränberung abermals brei Sage lang, wobei baS Sieber bann wicber auf'S ©eue erfdpeint ober baS nocp vorpanbene Bebeutcnb an feit junimmt. - ©en elften Sag ber ganzen «Rranfpeü ober 7 Sage nacp bem -2luSbruch ber Rieden fangen bie ©lattern an ju trodnen unb ©rinbe 311 Bilben, nach bereu -2lbfad meiftentpeilö ©ertiefungen jurüdbleiben. Qluf biefe 5lrt »erläuft fjödQft regelmäßig unb jwar weit regelmäßiger als Bei jeber anbern Ulrt ton $oden, jebe einzelne ©latter. ©a aBer ber IHuSbrud) bie« fer ©lattern brei Sage hinter einander erfolgt, fo erfolgt mitpin auch baS ©ertrodnen ber pervorgefommenen ©lattern 3 Sage fpäter, wcßpalb bie «Rranfpeit 14 Sage ju iprem ganjen ©erlaufe Bebarf. ©ieS ift ber regelmäßige, gutartige ©erlauf; bie SWenfcpcnpoden ftnb aBer, Bis ipnen burcp Ginimpfung ber «Ruppodcn vorgebeugt würbe, eine ber furcptbarften «Rranfpeiten, namentlich für baS finblicpe Filter gewefen, inbem bie ßapl ber Opfer, bie fie burcp Steigerung bcS SieberS unb UeBergangS in ein tfppöfeS, fauliges, burcp alle Wirten Von Gntjünbungen, namentlich uns gen= unb ©cpirnentjünbungen, burcp Grfcpöpfuttg ber «Kräfte, bie von ber allgemeinen Giterung ber «§aut Verjcprt würben, burcp ©ranbigwerben ber ©lattern baßinrafften, naeß einer ungefähren Schälung jährlich in Guropa allein bie ßflßl 500,000 ©Jenfd;cn erreichte, bie nid)t gerechnet/ in benen fie unheilbare ©linbheit, Saubhcit unb anbere ®ebrcd}en jurücf» ließen. § 157. SD i e falfcßen ©öden, auch Schafblattern, Spi|poden genannt, werben burep einen ganj anbern 2lnftccfungSftoff hervorgebraept als berjenige ift, welcper bie ccptcn ©öden erzeugt, unb gegen welcpen-Weber bie «Ruppode, noep bie äepte ©ode fepüpt. ßuweilen ftnb bie ©lattern nur Hein, in anberen fVädcn erreichen fie aber bie ®roße Unb ©eftalt einer palb burchfcpnittenen Grbfe unb fepen bann ben ädjten »ollfommen äpnlicp. <f?ier gept baS Sieber nur einen Sag bem VliiSbrucp ber ©lattern Voran, biefe bebürfen auep nur einen Sag bis jur Giterbilbung, unb nacp einem Sage Vertrodncn fie bann wieber, fo baß bie falfdjen ©öden ipren ©erlauf in 3, 4 Sagen beenben, bapingegen bie äepten 336 14 Sage baju bebürfen. SBenn auch baS SlttSbrucpSfieber fepr heftig werben fann, fo ift bocp nie Lebensgefahr bamit verbunben, unb immer macpt bie Statur bie Jtur pier ganj allein. §158. Sie mobifijirten achten tßotfen, SSarioliben genannt, entftepen, wenn, wie gejagt, bie Smpfung jwar bie für $ocfen geminbert, aber nid)t gänjlicp vernichtet I;at, wo bann baS ©ift ber ächten $ocfe nicpt mepr Jtraft genug pat, biefe rein unb äd)t im Körper ju erjeugen, jebocp eine ßwitterart berfelben juni 9ßorfd?ein ju bringen Vers mag. Qluf biefe 5lrt alfo fönnen Ungeinipfte nie von ipnen befallen werben, auch ftnb fte in ber Stegei bei weitem milber als bie ächten Torfen felbft. Sie verfcpievenen ßeitabfcpnitte Verlaufs ftnb jwar von berfelben Sänge wie bei biefen, nur ift bei ipnen gewöpnlicp baS tom QluSbrucp ber flattern Vorangepcnbe fieber pöcpft unbebeutenb unb erfcpcint auch nie wäprenb ber GiterungSperiobe. Sie niobifijirten felbft erfepeinen nur äußerft feiten in großer 5lnjapl unb jufammenfließenb; nur feiten ftnb fle mit einiger Lebensgefahr Verbunben, auch pinterlaffen fie, einige &äUe ausgenommen, feine Starben. Um ftep gegen biefe tlrt flattern ganj fieber ju {teilen, bleibt nichts übrig als bie Smpfung mit Jtuppocfenftoff ju wieberbolen. § 159. QJepanblung ber ächten $ocfen. SaS fieber ift bei ieber hi&igen 2luSfd)lagSfranfheit unb mithin auch bei ben Poeten bie <£>aupt» fache; wo bicfeS gelinb ift, ift auch niemals ©efapr Vorpanben, unb eS fann bei jweefmäßigem SSerpalten ber ganje Verlauf einer folgen Jtranfpeit ruhig ber Statur allein überlaffen werben. GS bebarf alöbann gar feiner tlrjnei ober bocp nur folger, wie Wir fte oben bei bent einfachen Steijfieber (f. § 52) angegeben haben. Grreicpt jebocp baS Sieber bei ben einen höheren ®rab, fo muß eS Anfangs immer alß ein entjünblicpcS betrachtet unb behaus beit werben. ift aber hier fo Verberblich unb fann bie gelinbefte jßoefenfranfpeit bis jur höchfiett Lebensgefahr {teigem als ein warmes 23ers halten überhaupt, befonberS aber ©tubenpifce, beiße Setten unb namentlich fepweißtreibenbe ©etränfe unb t'lrjneien. Sie verlangt nach ber Grfabrung ber größten Ulerjte, bereit Statt; man mit (Sicherheit vertrauen barf, burcpauS Jtälte unb ben ßutritt einer fühlen frifepen Luft. 3a man fap in ben verjweifeltftcn ftällen, baß bie Jtranfen fepr oft noep gerettet wur« ben, wenn man felbft im SBinter Spür unb Senfter öffnete unb bie nur leicpt bebeeften Jlranfen einige Seit pinburep bent falten Liiftftrome auSfefcte, naeps per aber fein fetter in bent Ofen machen ließ. Stach folcpcm SSerfapren ver» fepwanben pier bei ©rwaepfenen bie peftigften fltafereien unb bei Jtinbern bie lebcnSgefährlicpften «Rrämpfe in fel;r furjer ßeit. SBo ber Verlauf aber nur irgenbwie von ber gutartigen Storm abweiept, Wo bie Sßoifen auf «Steden ftpen, beren ©ewebe fie leicpt jerftören fönnen, ift eS rätplicp, nur ärjtlicper £anb bie 2lnorbnung ber unb pflege ju überlaffen; auep bürfen bie felbft burep ®efe§e vorgefepriebenen SÄaßre» 337 geln jur unb Qeöinfcction vermittelft (9lr. 38) Hießt Vers abfäumt treiben, <Srfct;eint jur Beit beS Qlbtrodnenö ber Blattern ein mäßiger ©urcßfaU, fo ftöre man ißn ja Sn biefeni Beitraum ber .Rrantßeit ift jur lRet= nigung ber (Säfte vielem Trinken burcßauS erforbcrlicß. SRan bebient ficß juni ©etränf ber SRoIfen, beö «Selterferwafjerö ober einer s4lbfocßung ber Quecfenwurjel (1 Sotß auf 1 Quart u.). io.) B3o fein 3)urcßfall jugcgen ift, füßre man nod) 3, 4 Tage lang gelinbe ab, welcßeS nach ber £Berfd;ieben= ßeit ber Bockenmenge bann nocß alle 2 ober 3 Tage wieberßolt werben muß. SSei biefer Reinigung beö JParmfanalö erholen ftcß bie fcßwäcßften Franken ftcfjtbar, unb bann vertragen fte erft ftärkenbc SWittel, befonbpj$ bcn EicßeU faffee mit Stftild). - Bur Jleifcßnaßrung barf man aber auf feinen 8'all ju halb übergeben. Bie Beßanblung ber mobifijirten Bocken ift wefentlicß biefelbe, nur ift ber Berlauf ungleicß günfliger; bei (Scß.aföpocken genügt cö meijt, bie Ärans ken im Biuimer bei mäßiger Temperatur ju halten unb nur bei etwaö l;efti= gerem lieber bureß Blanna, Tamarinben (iRr. 17, 22) JüQlenb ju Vers faßren. § 160. Äußpofken, <S(ßußpocEcn. Die Beobachtung, baß «ftneeßte unb SD?ägbe, bie beim BMken ber .Küß' von ben «Rubpocfen befallen würben, Von ber 2Renfdhenpocfe verfeßont blieben, führte ben englifeßen 2lrjt Senner auf bie Sbee, bureß Einimpfung ber Äußpockenlpniphe bie Blenfcßenpocfcn ju Verbrängen. 2lm 14. 2Rai 1796 führte er biefen Berfucß juerft auö, ber glücfließe Erfolg würbe bureß fernere Beobachtungen fefigefiellt unb ift Sen= ner mit Olecßt einer ber größten BSoßltßäter beö 2RenfcßengcfcßIecßtö gewors ben, inbem biefe furchtbare Krankheit je}t ganj verfchwunben ift. 2)a, wie bereite erwähnt, in neuerer Beit bie mobißjirten Blattern fo ungemein häufig jum Borfcßein kommen, fo glaubt man, baß ber urfprüng« ließ bem Euter ber Jtüße entnommene Jlußpocfenftoff bureß feine fortgefeßte ftortpflanjung Von Qlrm ju 2lrm feine feßüßenbe Straft verloren ßabe, ober baß er überhaupt nur für eine beftimmte Beit bie Empfänglicßteit bcö «ftörs perö für bcn QlnftetfvngSftofj ber äeßten Bocken aufjußeben im (Staube fei, unb baß naeß Ablauf biefer grift ber Jtörper vor wie naeß wieber anftedungSs fähig werbe. 2lHein bieö ift ein ßöcßft verberblicßer Srrtßum, weil er nur ju leießt baö Bertraucn ju ber Smpfung mit (Scbußblattern fcßmälern fönnte. SBenn ber Sutpfßoß gut unb nießt auö einer feßon ju alten ges nommen würbe, wenn aueß bie Smpfung geßörig haftete, unb wenn ftcß bars auf bie (Scßußpocfen regelmäßig entwickeln unb ungeftört verlaufen, fo ftnb fte unbebingt für bie ganje £ebcnöbauer ein ßcßereö (Scßußmittel gegen bie äeßten Blattern unb unßreitig eine ber größten unb ßeilbringenbflen Ent* bedungen ber neueren Beit. Um biefen <Scßuß alfo mit (Sicherheit ju erlangen, hat man öcr a^clt Der $au«arjt. 338 ©Ingen barauf ju feiert, baß baS «Rinb jur Beit ber Smßfung felbft gefunb fet, unb baß ber Smßfftoff aucß ton bent 2lrme eines gefunben .RinbeS ju ber gehörigen Beit genommen werbe, benn ift bieS fßäter als am 6tcn ober 7ten Jage nach ber Smßfung ber SaH, fo fcßüßt er alSbann nicßt meßr mit ®e« wißßeit gegen bie äcßten $oden. ©ie Slüfßgfeit in ber .Rubßode muß fuß eben erft gebilbet galten, nocß wafferßeU, aber burcßauS noch nicßt eiterartig fein, unb babei muß bie Smßfung and) ftetS Von 2lrm ju 2lrnt gefcßcbcn. ©aß aber aitcß ber ©eimßfte bie notßwenbige ©mßfänglidjfeit für baS ©ift ber «Rußßoden gehabt ßabe, erficht man nur auS bem regelmäßigen Verlauf ber burcb bie Smßfung entflanbenen .Rubßoden; fehlt biefer, fo ift auch feine ©ewißßeit übfx ihre fcßüfcenbe «Rraft Vorbanben. ©eßßalb ift eS woßl ivict;= tig, biefen fennen ju lernen. ©en 2tcn, 3ten Jag nach ber Smßfung bemerft man an ber SmßffteUe gar feine 23eränberung. ©en 4ten Jag bemerft man ein erhabenes rotbeS, runbeS Jtnötbcßen, welcßeS fleh ben 5ten Jag mehr erbebt unb mit einem ro« tben £of umgiebt unb ben 6tcn an feiner Sßiße ftcb mit einer wäfferigcn Slüfßgfeit füllt. -Sn eben bem ®rabe als ftcb bie Ißuftcl Vergrößert, wirb ißr >§of auch rötßer unb gewinnt an Umfang, ©en 7tcn, 8ten Jag ift bie Blatter vollftänbig auSgebilbet. Sie bat einen rotben ©ntjünbungSfreiS, behalt bcftänbig einen (Sinbrud unb eine ßlatte ©eftalt unb füllt flcß mit ei« ner wäfferigen, in'S SSläulicße fpielenben Slüfßgfeit. bem 8ten unb 9tcn Jage fängt bie ©iterung an, babei emßpnben bcfonberS feßr reij« bare Jtinber ein Bieben ant 2lrm unb eine fcßmerjßafte ©mßßnbung in ben Slcßfelßöblen, unb bie 2lcßfelbrüfen fcQtvcUen, boeß nicht immer bemerfbar, ein wenig an. <§ierju fommt gewöhnlich aucß noeß SDiübigfeit, Vermeßrte SBärme unb ein leicßtcS Sieber. ®ei ©rwaeßfenen ffnb biefe ©rfeßeinungen bisweilen ßeftiger» 2)1 it bem 8tcn, 9ten, bisweilen erft mit bem tüten Jage finbet fteß eine neue ©ntjünbungSrötße im Umfange ber welcße ftdß meßrere BoU weit auSbeßnt, Ja nicßt feiten ben ganjen Dberarm einnimmt, aber mehr Süden als Scßmerj erregt. Sie bauert 2-3 Jage. 2)lit bem 12ten Jage fängt bie ju troefnen an unb erhärtet täglich weßr, bis bie SSorfe gegen ben 20ften Jag abfällt, ©ewößnlicß entfteben nur fo viel ©lattern als Smßfftellen, boeb bemerft man juweilen nach bem 8ten Jage aueß am übrigen .Rörßer fleine rotbe flattern, bie aber nach einigen Jagen Verfchwinben. ©ic Meinung, baß bie Jtubßocfen oft bebeutenbe Stacßfranfßeiten ju« rüdließen unb eine 93erberbniß ber Säfte berbeifübrten, ift irrig. - 2J?an beobachtet jwar juweilen, baß nach ber Smßfung Siechten u. bgl. jum Sßorfcßein fommen, allein biefe .Rranfbeiten ftnb alSbann fein neues ßrjeugniß ber Schußßoden, fonbern biefe haben nur ben feßon längft im •Rörper vorßanbenen, verborgenen «Reim gewedt. - 2locß weniger 2lntßeil haben aber bie «Rußhoden baran, wenn anbere b'|i9e .Rranfbeiten, j. 23. 339 Scharladhz häutige bräune, entjünbliche Sieber u. f. w. jufäUig nach bet Smpfung entfielen; benn jwifchen tiefer unb jenen Ijifjigcn Siebern finbet auch nicht ber geringfte ßufammenhang ftatt. ©igenthümliche ■sJladjfranf* leiten ber Jtuhbocfen giebt eS nicQt, nur bemerft man gewöhnlich noch einige Söochcn lang nachher eine blaffe Sarbe unb juweilen einen unbebeutenben friefelartigen WuSfdjlag, ber aber aud) nur Solge eines $u I;eifjen SSers faltens im Verlauf ber ift. SebeS gefunbe «ftinb fann nach bem lOten Sage feiner ®eburt geimpft werben, jebod; ift baS 2te SebenSjahr wohl bie befte Smbfjeit. Sie unbollfommcncn, nidjt fdjüfjenben <ftu(;borfcn unterfd)eU ben fleh burch folgenbe Sie fommen ju früh jum 33orf$ein, ergeben fleh fcfyon am 3ten, 4ten Sage nach ber Smpfung, ihre Sorm ift nicht blatt, unb in ihrer 2Ritte fetjlt bie SSertiefung, fie finb ge= wölbt unb ganj auSgefüllt; bie gegen ben lOten Sag heftiger um ftd; greis fenbe Otöttye unb (Sntjiinbung an ber SrnpffteUe erfcfyeint hier nicht. Sefcs tcrcS ift aber baS £aubtjeichen, baf; man ben gewifjen <ScQuf} bor ben 2)lcn= fcfyenbocfen burch bie Smfjfung erlangt l;at. Sie ber Schuko cf en befcfyränft ftcQ bloö auf ein fühlcreS S3erl;alten unb auf eine 33erminberung ber Sleifdjnaljrung. 9)ian läßt im Ucbrigen bie ©eimbften il;re gewohnte SebenSart fortfcfccn, nur am 7ten, 8ten Sage, wo baS Sieber ju erwarten ift, ift eS rathfam, fie ju «föaufe ju halten. UebrigenS erforbert bie Jtranf heit feine mebijhtifcfye ©eljanblung. Sollte baS Sieber an föcftigfeit juneljmen, fo betjanble man cS wie ein tReijs ober SntjünbungSfieber, fe£e ben Jtranfcn auf SEÖaffevf oft u. f. w. 3ft ber 2lrm fetyr entjünbet, waS bei SSerwatyrlofung ober ungefchiefter ©ehanblung im hohen ®rabe ber SaU fein fann, fo mache man Umfcfyläge von faltem SBaffer, bie man jebod? erneuert, betör fie ftd) erwärmen, ober man befeucty* tet bie (Sntjünbung mit berbünntem ©oularb'fdjen SBaffer. 33or Sreiunts fetylägen unb Salben muff man ftd? bäten, fte geben ®elegentycit ju ®efcbwü= ren. Sinb biefe aber entftanben, fo tljut in leichteren Süllen bie ßinffalbe, in bartnäefigeren bie weiße gute Sienfte. 3ebe beö entjünbeten 5lrmeö mufj auf baö Sorgfältigfte oermieben werben. 3jt bie £Rötf?e am 5lrnt berfcfywunben unb ftnb bie eingetroefs net, fo gebe man einigemal baö 9lr. 261, um bie ©ntwicfelung ffropbulöfer •§autfranfbeiten ober Srüfen=9lnfcbWellungen ju bereuten. § 161. SölafernfranffKtt» ift bieö ein anfteefenber beiger •§autauöfd)Iag, wcldjer nach begangener ungewöhnlicher Oleijbarfeit beö ®emütl)ö unb nach einem Sieber, welches ftetS mit einem furjen troefenen •duften, rothen, thränenben, Qlugen, öfterem liefen unb Saufen ber 9lafe berbunben ift, ben 4ten Sag unter ber Sorm fleiner, erhabener, oft ineinanber ftiepenber SUcten jum aSorfctyein fommt unb fleh ben 8ten Sag 340 burd; fleienformige Ql6fd^upvuu9 unb unter ber ®efat)r ber Sungenfudjt unb s2lugenübel enbet. DaS Sieber fteigt mit jebetn Sage bis junt ber Wlafern, unb eS fann ftd) bei einem teeren ®rabe ber Jtranfheit heftiger Jtopffctyinerj, Srrereben unb bei fleinen Jtinbern Jtramhf Qluch verfchwin« bet eS erft gegen ben 8ten, 9ten Sag- beim beginn ber yibfchuppung. 5lu« fjerbem hat eS eine große Steigungen SBIutflüffen, befonbcrS junt Stafenblu« ten, fowie eS nicht feiten bie SDlonatSjütriobe hervorruft. QSerfcQrvinbet baS Sieber nicht nach bem (Erbleichen ber Sietfen, fo beutet bieS auf eine brotjcnbe ®efahr, befonbcrS auf einen entjünblichen ßuftanb ber Zungen. Die Sietfen erfcfyeincn jucrft am ©eftcht, wo fie nictyt feiten eine bebeu= tenbe ©efchwulfi bcffelben veraulaffen, verbreiten ftch von ba über ben £alS unb bie 93ruft unb von ba enblich über ben ganjen Wlit bem Sßerfchwhtbcn ber Olöthe löft ftch bie Oberhaut in Heinen, fleienartigen Stütfchen, oft wie ab. Dieß tritt ben 7ten, juweilen erft ben 9ten, lOtcn Sag ber ÄranHjeit ein unb bauert mehrere Sage, ßuwei« len aber ift bie tlbfchwpvung fo gering, bafj fte gar nicQt bemerft wirb. SPHt ber QlbfcfyuVVung verfchwinbcn ade Srfcheinungen ber Trautheit, wenn biefe eine eigentümliche SSöSartigfeit hat ober burch SSerWahrlofung unb jwetfwibrige 33ehanblung eine böfe Dichtung erhielt. - s2lber juweilen treten in biefem ßeitpunfte neue unb gefährliche ßufälle ein. Dies ift befonberS ber SaU, wenn nach überftanbenen SÄafern ber Jtranfe ftch einer (Srfältung auSfe|t ober erhifcenbe Dinge genießt. - 4?ier entfielt bann von Steuern ein Sieber mit einem ftechenben ©chntcrj in ber ©eite, Zithern, hartem $uIS, rothen Seiet en, welches bem Jtranfen, unb namentlich je jünger er ift, fchon in wenigen Sagen Verberblich werben fann. Q3ei anberen Verlaufen biefe ©rfteinungen langfamer unb oft wie ein SBechfelfieber, aber bie ®e= fahr ift babei nicht geringer. Sür ohnehin fchon fwuftfranfe SÄenfchen ift biefe «Rranfhcit immer gefahrvoll, irr fobalb ftch fein bösartiges Sieber unb feine Sungenentjünbung hlujugefeUt unb ber QluSfchlag nicht jurütftritt, ftnb bie SDJafern jeboch feine alljngefährliche Jtranfheit. ©ewöhnlich werben Jtinbcr unter brei fahren, befonberS jur Seit beS ßahnenS, fowie ®chwan= gcre, äßöchnerinnen unb Srunfcnbolbe am heftigften von ihnen ergriffen. £Qach ben 2)?afcrn bleibt nicht feiten eine langwierige SUgenentjünbung, ein h«rtnätfiger >§uften unb jurütf. Diefe liebel bürfen nicht ver= nachläfftgt werben, benn fie ftnb immer von großer $8ebeutung unb fönnen leicht einen fchlecQten QluSgang nehmen. 3ft bie SRafernfranfheit einfach unb mit feinem heftigen Sieber unb an« beren bebenflithen ©rfcheinungen verbunben, fo bebarf man babei weiter feiner s2lrjnei, unb man reicht mit einem fühlen Verhalten unb einer ent« jünbungSwibrigen SebenSweife allein aus. ©efonberS hat utan barattf ju fehen, baß Sag unb Dlacht beftänbig eine gleiche Üöärtne im Äranfenjimmcr 341 erhalten werte, am beflcn ungefähr von 14 ®rab. SQie bürfen ater bie Jtranfen fyier fo füf;I wie in ben Sluttern gehalten werten, tenn tie Jtälte, tie tort ten 2lußbrucp beförbert unb ten Sturm befepwieptigt, würbe gier ten yiuSfd;Iag jurücfpaltcn unt untertrütfen. Schoch vermeibe man auch jebe ©rpipung unt namentlich ju Einfang alle fcpweifjtreibenben ©etränfe. Sie Jtranfen muffen Von Qlnfang an 14 Sage lang, im SBintcr 3 Söocpen lang im Sett bleiten, nicht in Scherbetten, fontern auf SKatrapen unt mit Wollenen Seifen bctccft liegen unt überhaupt im QSinter 6 äßotpen lang tie freie Suft meiben. SBefonterS vermeibe man örfältung beim Urinlaffen unt beim Stuhlgang; beibcß muß, wo nicht im Sett felbfl, boep in bemfelben ßimmer gefepepen. Saß Sett flehe an einem paffenben Orte unt fei wetcr einem Suftjuge, noch ter Ofens oter Sonnenpifce außgefept, unt SQiemant, ter falt ifl, nähere ftch bemfelben, oter berühre ten Jtranfen mit falter «gant. 2)iit Sorficpt fann tie SCBafcge täglich gewecpfelt werten, ©rellcß Sicht muh Von ten Singen beß Jtranfen fletß abgebalten werten. Gute ter Jtranfpeit muff man fachen tie «gautaußbünflung mäßig ju unterfingen. Silan reiche baper tie ©etränfe, tie früher lau fein burften, warm, ßum ©etränf bient hier am heften ÜBaffer mit fWilcp, Simonabe oter untere fäuerlicpe ©etränfe, wenn fein Surcpfall oter «guflen Vorpanben ift, fonfl SJianbelmilcp, Sinbens oter Slieberblütpenthee. Sie 9laprung muß im gan* $en Serlauf ter Jtranfheit fparfam fein unt tarf nur auß fpflanjenfoft bes flehen, j. 3?. S3affers, «gafergrüfjs, ©raupens, fReißfuppe u. tgl» 3fl fein Surcpfall jugegen, fo ifl ropcß unt gefoepteß Dbft erlaubt. Saß ©emütp teß hier immer fepr ärgerlichen Jtranfen tarf niept gereijt unt aufgeregt werten. Surchfall unt Slutungen, wenn fte rnäfjig fint, türfen nicht ges ftopft werten. Sei heftigen Surcpfällen ifl tie SDiilcp, fowie Jtlpftiere von £>el unt JtamillensJbee fepr bicnlicp. <5et;lt eß an Stuhlentleerung, fo gebe man taß Jtlpftier 9lr. 43. 9lur wenn taß Sieber heftig wirt, fint innere SIrjneien nötpig. - 3n ten meiflcn Säßen hat tycfeß Sieber fletß eine entjünblicpe Sefcpaffenpeit unb muß temgemäß bei einem gelinteren ©rate wie ein einfacheß iReijfieber (f. § 52), bei höherem ©rate aber wie ein reineß Sntjüntungßfieber (flehe § 53) behantelt werten. 3ft taß Sieber befeitigt unb fängt bic «gant an weid? unb feuept ju werben, fo leifiet ein gelinbeß fchweißtreibenbeß Mittel (). 9lr. 262) gute Sicnfle. Sei bem hier oft fehrläfligen «guflen alle bie gewöhnlichen Srufh fäfte nieptß, bie meifle Sinterung gewährt baß Büttel 92r. 140 wovon jevoep älteren Jtinbern nur halbe Speelöffel voll unb fleinen Jtinbern garnieptß ges reiept werben barf. Sefcteren giebt man bann flatt beß bittern 2Ranbclwafs ferß baß ftpwarje Jtirfcpenwaffer. ©egen bie langwierige nach ben SJlafern ftnb Sias fcupflafter in ben Ölactcn gelegt unb bie 2lugenfalbe Sßr. 88 fepr bicnlicp. 342 SnrterTtäß giebt man bie Pulver Olr. 89, jcbod) Jtinbern nur OJlorgenS unb OlbenbS 1 Stücf. 93lcibt ein läftiger duften unb geifert eit jurüct, fo maepe man Einreibungen Von Ärotonöl (f. Olr. 113) unb gebe bie Pulver Olr. 263, bie für «ftinber über 8 Satire fepr bienlicp ftnb. £)ft beobachtet man nach ben Hafern eine pöcpft unbequeme Spannung unter ben Jtniecn. £ier nüfjen aromatifche Jträuterbäber unb bie Einreibung Olr. 264. § 162. JT'cr cSd;arlad). Olötpe, Scpmerj unb ©efcpwulft im<§alfe, Verbunben mit fieberhaften Erfcheinungcn, mit Schauer, Sröfteln unb bar» auf folgenber <§ipe, Eingenommenheit beS Jtopfeö, Olbgefcplagcnpeit ber ©lieber, befonbcrS aber mit einem ganz ungewöhnlich fcpnellen Ip'ulfe, fün» bigen ben Eintritt beS Scharlachs an. Sie <§alöentjünbung fehlt nie, in feltenen Süden nur erfepeint fte erft im Verlauf ber Äranfpcit, immer aber erreicht fte eine große 4?öt)e unb erregt viele 33efepwerben. Olde biefe Er» fcheinungen vermehren ßcp gegen Olbenb unb nehmen bis jum OhtSbrucp beS «§autauSfcpIageS immer mehr ju, fo baß bei einigen Jtranfen fclbft Srrereben unb «Rrämpfe beobachtet werben. 3» Enbe ber elften 24 Stunben ober ju Olnfang beS 2ten SageS, in einigen Süllen auch fpüter, erfcheint nach Voraus» gegangener Empßnbung als ob bie £aut mit Olabeln gejtoepen würbe, ber OluSfcplag unter ber Sornt großer, fcparlacprotper, nicht begrenzter, ja oft ganje ©liebmaßen mit gleichförmiger Olöthe bebeefenber S'lecfe. Siefe Olöthe erfepeint jiterft am äußern 4?alfe, an ber SJruft unb an ben obern ©liebma» ßen unb verbreitet fleh adinäplig über ben ganzen übrigen Körper mit OluSnapme beS ©ejtcptS, welches nur feiten baVon befallen wirb. 3u Oln» fang ift fte licht purpurfarbig, wie ein geformter JlrebS ober fo wie bie Scham» rötpe, bann wirb fte aber bunfelrotp wie rotpe Olüben ober blaurotp. Siefe Olöthe h&t baS Eigcntpümlicpe, baß fte wie bie ber Olofe bei bem Singerbruct verfepwinbet, aber fchnell zurücffeprt, fo wie biefer nachläßt. Siefe Slecfen ftnb gewöhnlich glatt, boep zuweilen bilben fleh fleine ähnliche Jtnötcpen auf benfelben, wo man bann bie Jtrantpeit baS Scparlacpfrie» fei nennt. Olur bei einem febr gelinben ©rabc ber Jtranfpcit Verminbert fiep nacp bem OluSbritcp ber Scparladbrötpe bie <§alSentzünbung unb baö Sieber, ge» wöpnlicp nehmen aber babei biefe beiben Erfcpeinungen immer rnepr zu. Sie £i£e ift heftig brennenb, bie troefen, bie OJulfe fcplagen hart unb fepned, baS Schlingen wirb immer mehr erfepwert, ja oft ganz berpinbert. Ser Stopf ift fepr eingenommen, unb leicpt gefeilt fiep eine ©epirn» ober Un» terleibSentzünbung pinju. Ser ift fepr flüchtiger Ola» tur, tritt fepr leicpt zurücf unb wirft fiep bann auf innere eble Speile, befon» berS auf baS ©epirn. Sie Scparlacprötpe fiept 5-6 Sage lang in iprer vollen Q3lütpe, worauf bann ben 7ten, zuweilen auep erft ben 9ten Sag nacp bem OluSbrucp eine bebeutenbe Olbfcpuppung ber «fpaut erfolgt, wobei ber OluSfcplag gänjlicp Vtr» 343 ©ie ©berhaut trennt ftdj sehnlich juevft am $alfe, an bet SSruft unb an ben inneren Slädjen ber #änbe, worauf fte in großen Stücfen ober Salven abfällt, ja nach heftigem Scharlachauöfchlag fdjält ftcQ oft bie 45aut ganjer Sheile, j. 23. ber «§änbe, Süfje u. f. w. ab ober fann mit leid)» ter SRühe abgewogen werben, ©iefe 2lbl;äutung bauert viele Sage, ja in manchen Süllen ftöjjtfrch bie neu erzeugte ©berhaut noch einmal ab, woburd? bie vollfommene ©enefung fehr in bie Sänge gezogen wirb unb bann oft erft in ber 3ten 2Boche, ja nicht feiten erft nach bem 40ften Sage ju Staube ge» bracht wirb. - 23ei vorangegangener heftiger erneuert ftd> ftdjtbar auch bie ganje innere Slädje beS SDlunbeö unb beS Machens. 23ei einem guten QluSgange mad)t ein allgemeiner Schweif? ober ein eiterartiger JBobenfaU im Urin ober ein gelinber ©urchfall bem Sieber unb ber ganzen Jtranfheit ein @nbe. Sticht feiten erfolgt in ber SEiebergcnefung, juWeilen ben löten ober 20ften Sag nach beenbetem Qluöfchlage, nie nach ber öten 2Bod)e eine allge» meine bie oft in 8, 14 Sagen töbtlich werben fann. 2Han erfennt ihr ©ntftehen juerft an folgenben (Srfcheinungen: bie «Rranfen fla» gen über Uebelfeit, werben verbricfjlich unb Verlieren ben 2lhVctit. ©arauf entfielet, unb jWar oft in einer Stacht, eine wäfferige ©efdjwulft im ©cftdjt, befonberS an ben Qlugenlibern, an ben 4?änben unb ben Süfjen. Sticht fei» ten ift ein Sieber mit babei. ©er Urin ift hier beftänbig fehr foarfam, bem Sleifchwaffer ähnlich, juweilen faft blutig, bunfel» ober felbft fchwarjbraun. Stad) einigen Sagen ift bie wäfferige ©ejchwulft über bie gaujc Oberfläche beö Mörders verbreitet, unb wirb biefer nicht fchneU ©inhalt gethan, fo tritt bann 23auch=, 23ruft» unb ©ehirnwaf» ferfudjt hinju. 21 uch fönnen biefe Ungenannten Wirten ber UBafferfucht ohne vorangegangene «§autwafferfucht hiev öftev jum 93orfd)cin fontmen. 3n ber Siegel entfteht biefeö Seiben burd) ©rfältung, ©emüthöbewegungen, ©iätfehlcr, unjeitig geflößte ©urchfäUe unb unterbrochene Qlbfchiibbiing ober auch ohne alle wahrnehmbare Urfache bei jßerfonen von aufgefchwemmter, fraftlofer ßuweilen wirft fleh aber auch ba$ Scharlachgift auf bie Qlugen, bie ©rüfen, bie Knochen unb jerftört bie ergriffenen Sheile ungemein fchneU. Unter allen 2Juöfchlagfrantheiten ift ber Scharlach bie heimtücfifchefte unb trügerifchefte. ©ft Verläuft er leidet, ja eö giebt einzelne ©pibe» mien biefer «Rranfheit, wo faft fein Sterbefall eintritt, hingegen ift er auch oft wieberum fo töbtlich unb wahrhaft bafj ber 6te, ja felbft ber Sie unb 4te alö ©hfer fällt unb baö jwar oft fchon am Iften, 2ten Sage ber Jtranfheit. So auch fann er in einzelnen Sällen fcheinbar fehr leicht auf» treten unb bennoch vlöfclich, inbem er ftch auf'S ®ehim wirft, ober burdj nachher fchneU entftel;enbe äßafferfucht tobten, ©ehirnentjünbung, £alö« 344 Bräune unb SBafferfucßt veranlaffen überhäufet f?ier am ßäuftgflen ben trau« xigen Auggang ber «Rranfßeit. Sm Allgemeinen Beflinxmt bie «geftigfeit beg Sieberg bie 4?öße ber ©e* faßr. Sebeg anßaltenbe ßeftige Sieber mit rafcß ffiegenben Wulfen, troffener £iße ber £aut unb ftarfem Anbrang beg 33Iute8 nach bem ifl unter allen Umftänben ßoeßfi bebeutenb; fo lange ein folcfjeö Sieber oßne SRadjlaß mit gleicher fortbauert, ifl jebe ungliicflicße ©Jcnbitng möglich unb folglich Immer ©efaßr vorßanben. - SBenn eine gewiffe ©erähberung in ben ©eftcßtgjügen beg Jtranfen, eine ungewöhnliche <§eftigfcit in ben ©ewe= gungen unb großer JDurft mit ber fteigenben <§eftigfeit beg Sieberg verbun« ben ftnb, ba traue man feinem fcheinBaren ©efferbeßnben. S)iefeg ifl trug« lieh, ja bie ©efaßr ifl bann fo groß, baß, Wenn nicht ungefäumt verftänbige ärjtlicße <§ülfe ßcrbeigefchafft wirb, bann leiber bie beg Jtranfen oft unmöglich wirb. Auch bie -§öße ber «§al§entjünbung ifl entfeheibenb für bie ©efaßr beim Scßarlacß. ©Benn bie am «galfe fleh tief nach unten Verbreitet, wenn bag Schlingen fafl ganj Verßinbert wirb unb bie ©efcßwulfl ber SDlanbeln fo fteigt, baß fte flcß fafl berühren, fo ift bie ©efaßr groß. - 5)affelbe finbet ftatt, wenn bie «§autrötße feßr weit verbreitet unb mit brens nenber £iße ber «Saut verbunben ift, ober wenn auf ber gerötßeten 4?aut fteß feine ©lättereßen erheben; noch feßlimmer ift eg jeboeß, wenn bie 4?aut vlö£= lieh erblaßt, benn bann wirft ftch bie «Rranfßeit gewöhnlich auf bag ©eßirn; ober auch, Wenn unter ©erfcßlimmerung aller Bufälle bie (Rötße ber <£>aut anfängt mißfarbig ju werben. 2)ag finblicße After ift nicht nur bem Scharlach am meiften auggefeßt, fonbern auch babureß am meiften gefäßrbet, befonberg ifl bieg ber Sali bei Jtinbern unter einem Saß re. ©ei bem einfachen Scßarlacß ßnbet ganj biefelbe ©eßanblttng, wie oben bei ben Alafern angegeben worben ift, ftatt. Auch ßier bebarf eg außer ben boxt ertßeiltcn biätetifeßen ©orfeßriften feiner inneren Arjnei. 4?öcßfteng reiche man ben Jtinbcrn bag Alittel ©r. 266. Aber bei ben heftigen ©raben, welche fxch burch große $iße, ftarfeg Sie= ber unb aßgemetn verbreitete ßoße Slötße beg Scßarlacßaugfcßlageg 31t erfens neu geben, ift bie ©efaßr ju groß, alg baß man auch nur einen Augenblicf fäumen bürfte, um bie nötßige ärjtlicße «§ülfe ßerbeijufcßaffen. Sollte bieg jeboeß mit großem ßeitVerlufl verfnüfeft fein, fo verfahre man alsbann We- gen ®ringfichfeit ber Umftänbe ganj fo, wie eg oben (f. § 53) bei bem reis neu ©ntjünbunggfieber angeführt worben ift. - ©Intentjichungen unb bie ©igblafe auf ben Jtühf ftnb bann bie £auhtmittel, nach Welchen man hier, oßne lange ju warten, auf ber Stelle greifen muß. ®ut ift eg baßer, befon= berg auf bem Sanbe, wenn man bei Sd)arlad;s@pibcmien ftetg einige ©futs egel in ©ereitfeßaft ßält unb gleich, fowie man ßeßt, baß bag Sieber feßr ftarf wirb, ben «ftütbern naeß ©erßältniß beg Alterg 2 ober meßr an ben 345 SQacfen ober hinter bfe anfe|t. SttnerHth letflcf baS (5t;Torir>affer (f. 9lr. 265) bie herrlichftcn SDienfte. Qluf bie <§al3entjünbung ift fogletch £Rücfftcht 31t nehmen, fobalb baS (Schlingen fetyr erfchwert unb bie am <§alfe weit Verbreitet ift. Sn ge= linben Bällen h?irb ein einfacher SWalven* ober Bliebertßee mit etivaö Sllilch ober laues Bucferwaffer 311m ©urgeln attSrcichen. Sn bebeutenben Baden tfyun jmar Blutegel baS 93efte, boci) bürfen bie ©urgelwaffer unb @infpri|uns gen 9lr. 91 unb bei ©efdjwüren im 45alfe 9lr. 96 nicht verfäumt werben. Bür «ftinber haßt bann baS Säftdjen 9lr. 266. verfahre man hier fo wie bei ber rein entjünblicbcn <§alöentjünbung. Sn neuefter 3cit hat Dr. «Sdjneemann in Hannover Specfetnreibungen bei «Scharlachtranfen empfohlen, bie auch vielfeitig mit bcm günfligften ©rfolge angewanbt worben ftnb unb babttrd) bcbeuten= ben SSortljeil gewähren, baff ftc überall unb Von Sebent anjuwcnbcn ftnb, bie Beit beS Verlaufes abfürjen, bie @efa1jr bebeutenb minbern unb ben 9Qacf;= franfl;eiten bei forgfamer ber SSorfchriftcn faft ganjlicfy Vorbeu= gen. 2)aS Verfahren ift foIgenbeS: 2)?an reibt ben <Scl;arTad)f ranfen gleich Vom erften Jfage ber ßrfranfung an jeben borgen unb 2l6enb mit einem hanbgrofjen «Stücf «Specf fo ein, baff ber ganje Körper, mit Ausnahme beS ©efichtS unb JtopfeS, einen fettigen Ueberjug erhält. 2)amit baS Bett beffer IjerVorqueUe, mad;e man nach Verriebenen Oüdftungen burdj ben «Spect ober lege il;n einige 3cit vor ber Slnttenbung in bie 9lä$e eines warmen DfenS, laffe ihn aber vor bcm ©ebrand; wieber erfalten. ©ie $enu peratur beS JfraufenjimmerS fei fußt (14 ®rab 91.) unb bie Buft werbe burdj öfteres ©effnen beS BenßerS erneuert, ber Patient in feinem ®ette nicht ju warm bebccft. «So lange ber Traufe fiebert, Iä£t «Schneemann ben= fclben im SSette Verharren unb eine ftrengere ©iät (beflehenb aus 2Baffers fuhpe, gcfod)tcm ©bft nebft etwas Söeifjbrob) beobachten. Sft jeboch bie furje ftieberjeit Vorüber, fo (äf;t er ben Jtranfen aufftehen, in feiner gewol;n= ten einhergehen unb feine gewöhnliche, in gefunber Beit beobaths tete 9lahrungSweife wieber beginnen, ©egen ben lOten Sag h>n vom 33e= ginn beS ScharIad;auSbrud;S wirb bcm Patienten geflattet, baS ßimmer 311 verlaffen unb an bie freie Suft 311 gehen. ©ie pflege währenb ber ift von gan3 bezüglicher 9Bich= tigfeit, benn burd) fte werben bie 9lachfranfheiten unb namentlich bie hier mit allem 9Jecht fo gefürchtete SSafferfucht am beften verhütet. - Ulzneien ftnb bei einem regelmäßigen SScrlauf bicfcS SeitabfchnitteS im Scharlach nidjt erforberlidj, unb felbft wenn längere Beit hiuburch bie <§aut troefen unb fpröbc bleibt, fo übereile man ftcQ mit fehweißtreibenben Mitteln, benn ein wahrhaft guter unb ßeilfamer «Sdjwciß muß Von ber 9latur freiwillig hervorgebradjt unb barf niemals geWaltfam ezwungen werben. 2)ian hat hier nicßtS anbercS 3U tl;un, als ben SBiebergcnefenben vor feber neuen 346 Scpäblicpfeit ju bewahren. ©or allen ©Ingen mufj jebe SJtöglidtfeit einet (Srtältung auf baS Sorgfamfte öermieben werben, ©ie ganje Beit ber -2L&* fcpuppung mufj ber Jtrante im ©ett unb überhaupt im Sommer 4, im ©Sin* ter 6 2Socpen lang im Biwnter bleiben, ©aS ßintmer muß um etwas wes niger wärmer als 311 Qlnfang ber Jtranfpeit gepalten unb jeher fcpnclle ©em» peraturwecpfel verhütet werben, ©ie Reinigung beS ©Siebergenefenben unb ber ber ©Säfcpe gefcpepe mit ber größten unb nicQt ju häufig. ®ar feine ©Jäfcpe wecpfeln 311 laffen ift eben fo als für bcn Jtranfen felbft nacptbeilig. ©pne ©acptpeil fann ber ©Jiebergenefenbe mit lauer ©lilcp unb ©Baffer gewafcpen, feine Bagerftätte wiebcr in ©rbnung ge« bracpt unb feine ©Jäfcpe gewecpfelt werben. (SS Verftept fiep von felbft, baß Von feiner frifcpen, füplcn ober gar halb feuchten SBäfd)e bic Biebe ift. Sn >§inftcpt ber Stoft fei man nicpt ju freigebig; ®ntl;al:famfcit ift burcp längere Seit crforberlicp. ©utp in bcn heften Sällen follte ber Jtrante bis nacf> bem ©erlauf beS 14ten ©ageS ©Safferfoft, ©bft unb leicpteS ©e» müfe, nach biefer Beit leicpte Steifcpbrüpen, fefte Sleifcpfpeifen, aber erft nacp bem 21ften ©age unb bann noch fepr fparfam erhalten, ©ie volle Jtoft ber ©efunben beginnt erft nach bem 40ften ©age, wo überhaupt ber ©3ieberge» ncfcnbe erft für voUfommcn pergcftellt ju erklären ift. § 163. 9lütbeln. ©iefer «öautauSfcplag wirb oft mit ©tafern unb Scharlach VerWecpfelt. Sie erfcpcinen in ber ©eftalt f(einer rott;er, nicht über bie <§aut erhabener unb fcparf begrenzter Sieden, welche an Verfcpiebenen Stellen, befonbcrS aber am <§alfe unb an ber ©ruft hervorbrechen unb fiep von bort über ben ganjen Äörper verbreiten unb mit einem entjünblichen Sieber Verbunben ftnb. ©er ©erlauf ber Ärantpeit ift folgcnber: ©ei ununterbrochener (Sß* lüft, mit SOlübigfeit, (Smpfinbungen in ben ©liebem, <§alS» fchmerjen, ©efepwerben im Schlingen, fliegenber £ipe unb Sieber, zuweilen auch mit Qlngft unb ©Jabentrampf unb ohne fatarrpalifcpe ©efepwerben er» fepeint biefe Jtranfpeit. ©ft beginnt fte aber fogleicp mit beni ©uSbrucp ber Sieden, in ben weiften Säden jeboep erfolgt biefer erft 311 (Snbe ber elften 24 Stunben, oft mit, oft ohne ein fepr peftigeS Süden. - ©leiben biefe Sieden einjeln flehen, fo haben fte bie größte SUehnlictyfeit mit ben SÄafern; fließen fte aber in einanber, fo färbt ftd) bie 3Wijchcn ihnen liegcnbe 4?aut roth, unb bie Jtranfheit gleicht Dann bem Scharlach. - Baweilen erheben ftch in ber SNitte ber Sieden truppweife Heine Jtnötchen unb ©läSchen von Der Stöße beS SenffamenS. ©er 2luSfchlag fleht 5, 6 ©age lang in feiner ©lütpe, boep verfchwinbct er niept eper als gegen ben 9ten ©ag, wo bie Äranfpeit mit einer leicptcn Qlbfcpuppung ipr ©nbe erreicht. Sn ber Biegel ftnb fte gutartig unb verlangen nur breiwöcpentlicpeS 2lb» Warten im ©ett unb ein biätetifcpeS ©erpalten wie bei ben SJiafern. § 164. &ie (SS ftnb große, rötplicpe, mannigfaltig 347 geftaTtcte glatte (Erhabenheiten, bie in ißrer DJlitte eine Weiße Stelle unb in <§inßtt beS SuckenS, bet brennenbcn (Emhßnbung unb ifyrer äußern ©eftalt bie größte Aeßnlitfcit mit ben Verlegungen burd) Brennneßeln haben. S>at»ci ßat tiefer AuSftlag baS (Eigentßümlite, baß er in ber SBärme Vers ftwinbct unb in ber Jtälte trieb er jum Vorftein kommt. Die Ärankßeit erfcßeint juwcilen oßne, juweilen mit jcßtracßen Sieberbewegungen unb Vers ftwinbct nat einigen Dagen wicber. Sie iß ungemein gutartig, unb nur bei ber allergrößten Vernatläfßgung kann ße feßlimme folgen haben. Vers meiben von (Erkältung, etwas fparfamere, nießt reijenbe «Roß unb ßötßenS am Schluß ein leitteS Abführmittel (Bitterwaßer ober Dir. 62 ober bei Jtinbern Dir. 266) reichen jur glücklichen Befeitigung biefer Vefcßmerbe votl= ßänbig hin. Dft wirb bie Dlcßelfutt ju einer langwierigen «Rrankßcit, b. ß. ße ent* ßeßt immer wicber bei ben geringßcn Veranlaßungen unb Wirb bann ein feßr läßigcS liebel. Dft liegt ber ®runb entweber in einer eigentümlichen krankhaften Beftaßenßcit ber 4?aut, oft aber auch in Fehlern ber Säfte, unb entßcßt auS ffropl;ulöfer, gichtifcßer, fräßartiger ober venerifeßer Verberbniß ber Säfte. 3m erßen Salle bewahre man ben Franken Vor Erkältung unb beförs bere bie «gautauSbünßung, beßßalb trage er SlaneU auf bloßem £eibe. Aus ßerbem haßen laue SJiilcßbäber (f. Dir. 82), unb in hartnäckigen Süllen reibe man bie ergriffenen Slheile mit ber Salbe Dir. 267. «Rann man vermuten, baß eine vorangegangene Säftcvcrberbniß bie Veranlaßenbe Urfacße biefer «Rrankßcit iß, fo gebe man bie Pulver Dir. 268 unb ben blutreinigenben Dßee Dir. 269. DBenn 4?ämorrßoiben mit im Sffiel ßnb, fo gebe man ben Schwefel (f. Dir. 242). § 165. ä'ßctfjcö unb rotßcö DaS weiße Sriefel beßeßt auS kleinen, weißen, ben <§iifekörnern ganj ähnlichen Blästen, weite an allen Dßcilen bcS «RörßerS, befonberS aber an ber Bruß jum 9ßor= ftein kommen, juweilen ineitianber ßießen, unb bann größere mit heller ober eiteräßnliter Slüfßgkcit gefüllte Blafen bilben. DaSrotße Sriefel bittet purpurrote, kleine «Rnötten auf rotem ®runbe, bie oft fo klein ßnb, baß man ße kaum feßen, fonbern nur füßlen kann, wobei ßt bie $aut wie raußer gwieS anfüßlt. DaS weiße $ricf el iß ßäußger als baS rotße, febot nießt feiten fom« men beibe jugleit Vor. Sieber, feßr heftige, fauer rietenbe trockener «fpußen, große Angß, feufjenber Atßem, unb baS ®efüßl eines bes ftwerliten Drucks auf ber linken Seite ber Bruß ßnb ©rfteinungen, weite ßetS mit biefem verbunben ßnb. DaS Sriefel iß entweber ein allein für ßt beßeßenber, eigcntßümlitcr ßißiger 4?autauSftM, ober eS erfteint bloS als ein Befall einer anbern ßißigen «Rrankßeit auf ber ßöts ßen Stufe ißreS bösartigen Verlaufs unb bann nitt feiten als eine künß« 348 lieh, burdß übermäßig Ijeifjcä Verhalten unb erl;t|enbe Qlrjneicn hetborgc» brachte ©rfcheinung. ©er Verlauf, bie begleitenben SufäUe unb bie ©auer eines {eben SrtefelauSfctylagcS ftnb ftetö äufjerfl ungleich unb unbeftimmt. ©er SIuS» fd)Iag fann fchon am 3tcn, 4ten ©age beS Siebers, nach ben oben angegebe» nen borangegangenen ®rfcheinungen tyerborbrectyen, juweilen auch erft ben 7ten, 8tcn, juweilen ben 14ten ©ag. ßbenfo unbeftimmt ift im Slllgemei» nen bie ©auer feiner SSIüthe, halb nur auf wenige ©tunben ober ©age be= fchränft, halb 8, 14 ©age lang auSbeünenb unb juweilen Verfchwinbenb unb wiebertehrenb. ©er StuSbrudj ift juweilen fefwaefi, juweilen äufjerfi heftig, ben ganjen «Hörner, BefonbcrS Sirme unb SBruft beberfenb; er erfolgt nie auf einmal, fonbern immer nach Wieberholten Qlnftrengungen baju. ®e= wohnlich ift baS (Srfdfeinen bcS QluSfchfageS mit einem heftigen Surfen ber •§aut verbunben, oft treten bann auch Srrcreben, Burfungcn unb anbere nervöfe ©rfcheinungen hinjit. - ©aS Sieber läfjt nur in fet;r feltencn Säßen mit bem SluSbrudj nach, gewöhnlich bauert eS fort, ja nimmt oft noch ju, unb eS entftehen immer neue SluSbrüche beS Driefels mit junehmenber ©efahr. ©en ©chlufj macht eine leichte Slbfchupipung. Sft baS Sricfcl eine felbftftänbige Jtranfhcit unb nicht ein blofjer 3>t« faß, ber ju anberen hissen Jtranffeiten hinjutrirt, unb ift ber SluSfchlag nicht fehr bebeutenb, fo verläuft er gewöhnlich gelinbe unb in ber erften Seit manchmal unbemerft. ©aS il;n bcglcitenbe Sieber ift bann höchft gutartig, ©ewöhnlich finbet man biefen gefal)rlofen Verlauf bei bem rothen Sriefel. ©ritt hingegen baS als eine, anbere fehwere hifeige Jtranffeiten begleit tenbe ®rfd;einung auf, waS immer nur bann flattfinbet, wenn biefe bereits eine unglürfliche ju Rehmen brol;t, fo ift eS ftetS ein höchft uner* freulichcS unb bebenflicheS Stichen, was bie Jtranfhcit el;er vermehrt als er» leichtert unb bie gefährlichen SRerVenjufälle erregt. ©iefer tritt aufjerorbentlich leicht jurürf. ©ie unbebeutenbs ften Urfacben fönuen baju SSeranlaffung werben, eine leichte ©rfältung, eine Ueberlabung beS SDtagenS, ein ein leichter ©chrerfen. 5lm leichte» ften gefchieht bieS aUcrbingS, je größer bie ©cljwäche ift. ©ie barauf fol» genben Sufälle ftnb fürchterlich; meiftcnS entfteht gropc Qlngft, Unruhe mit anhaltenbem heftigem Sieber, Otafereien, unb fommt ber \HuSfchlag nicht balb wieber jum SSorfchein, fo folgt ber ©ob burch ©<hlag= ober ©tirffluü. SBenn baS mehrere 2Renfd)en zugleich befällt, fo liegt ihm ftetS eine eigenthümliche unbefannte fiuftbefchaffenheit jum ®runbe, unb bann ftnb eS in ber Siegel fchwäcbliche IJJerfoncn mit weicher jartcr •h'aut, bie eine grofje Steigung jum ©chwifjen haben unb öfteren fatarrhalifchen unb rheu» matifchen SSefchwerben unterworfen ftnb, welche bavon ergriffen werben. 2lber auch waS bie <§aut fehr erhi£t, bann bei fieberhaften Jtranffeiten unb namentlich bei fatarrhalifchen unb rheumatifchen Siebern ben 349 tritt bcS Stiefels Betvirfen, baher übermäßig warmes 311 Warme SSebecfung beS Äranfen mit Jßefywerf unb Federbetten, ju ftarf erl;i|enbe fcbvreiptreibeiibe Aiittel unb ju fyeifje 93äber. Ueberhaupt fann jeher ftarfe anhaltenbe Schweifi, fei et entflanbcn unb unterhalten auS waS für er trolle, 3ule|t Friefel erjeugen. - Auch ruft baffelbe eine verborgene SßefcQaffenheit ber Säfte herber, baher veranlagt eS feuchte, Verborgene, ein« gefchloffcne Stift, ungefunbe Nahrung, unb eS gefeilt fich fo leicht 311 Schleimfiebern. desgleichen beförbern anhaltenbe niebcrbrücfenbe ®e« müthSbetvegungcn (Angft, Jtummer u. bergt.) fowie Schmiß unb Unrein« licht eit fein Entflehen. - da viele biefer Urfachen int Sßochcnbette gleichjei« tig vorhanben ftnb, fo ifl biefer ßcitpunft bent Erfchcinen beS Friefelö fo auSnehmenb günflig, aber bann immer and) für bie Wöchnerinnen äufjerfl gefahrvoll. Eine ber voraüglichften Urfachen beö FriefelS ifl aber bei Vor« hanbenen Unreinlichfeiten in Rranfheitcn bie unterlaffene {Reinigung beS SDiagenS unb darmfanalS burcQ 23rech« unb Abführmittel. daß bie Jtranf« heit anfteefenb fei, unterliegt feinem ßjpeifel, fobalb fte mit einem Sterben« ober Faulfieber verbunben ifl. Smmer muh man fo Viel als möglich fuchen baS Friefel ju Verhüten. 2Ran halte baher einen foldjen Sieberfranfen etivaö fühl, forge für eine etwas fühle Suft im Jtranfenjimmer unb eine öftere Erneuerung berfelben, bebeefe ihn befonberS nicht mit Feberbetten unb SßeQwerf, unb ftnb Seichen Von Un« reinigfeiten im SDiagcn unb darmfanale vorhanben, fo entferne man biefe. Sßerfährt man auf biefe Art, fo wirb man nur feiten ein Friefel entflehen fchon. Selbfl trenn heftige Sdjweifje mit fäuerlichem ©erudj unb einem flecben« ben pricfelnben ©efühl in ber >$aut fchon ben nahen AuSbrud; beS FriefelS Vorher verfünben, fo wirb bie 33ehanblung feine Entwicfelung 311 verhüten ver« mögen; oft ifl bie blofje Entfernung ber Scherbetten basu fchon hinreichcnb. daS Friefel felbfl verlangt feine anbere 33ehanblung als bie beS mit ihm verbunbenen Fiebert, welches eben fo gut als auch flaflrifcher ober fauliger Art fein fann. Erfolgt ein 3nrü(ftritt beS AuSfdjlagS, fo fonimt eS barauf an, ob fich bibeutenbe 3rtfäUe barnach einftellen ober nicht. 3ft ber Fall, fo hat man nichts weiter 3U thun als ein etwas wärmeres SScrhalten beobachten 3U laffen unb einen vielleicht hituntretenben wohltätigen durchfall nicht 311 flören. Erfolgen aber -tRerVenjufälle unb ©chirn« unb Sungenaffcctionen, bann muffen fchleunigfl Senfpflafier, Sßefif atore, warme QRibcr, Äamvher unb AiofchuS (f. {Rr. 270) angewenbet werben, das Sricfel bleibt aber immer eine 3U gefahrvolle Jtranff;eit, als bafj ein Saie mit gutem ©ewiffen fleh beffen SSehanblung unter3iehen fönnte. 3n ber £ßiebergenefung muh ber «Rranfe immer noch eine fehr flrenge diät halten, baS Friefel felbft hier noch oft wiebequfchren pflegt. d er FtiefelauSfchlag fann auch oh ne Sieber erfcheinen, unb 350 bann iß er Von unbeßtmmfer, oft fehr langwieriger datier, ober bie $aut behält eine Steigung baju, bie il;n immer wicbcr erfcfyeinen Iä£t. ©ei SCÖei« Bern erfolgt ber s4luöbritdj nidjt feiten jebeSmal mit ihrer ©ZonatSpcriobe, ober er bricht ju gegriffen SahreSjeiten, jumal im Frühling bei ber erßcn eintretenben ©Wärme, IjerVor. ©ußer heftigem Süden in ber «§aut erregt er weiter feine ©efchwerbe. ßu warmes ©erhalten, jumal in ber Sugenb, Vernachläfßgte Steinigung ber £aut, überhaupt Schmufc unb Unreinlich eit, feuchte naße ©Wohnung machen baju geneigt. Smmer aber muffen noch an» bere Urfatfjen hinjufommen, wenn ivirfücQ baS Uebel entfielen foll. 2lm häußgßen fommt weiß baS gicQtifctye vor. So lange bann ber Sries felauSfchlag regelmäßig jum ©orfchein fommt, bleiben bie Jtranfen gemeis niglich von ihrem ©ichtanfaU Verfchoiit. ©ei ffropl;ulöfen, fforbutifchen, Venerif chen, mit langwierigen 3theumatiSmen behafteten ©erfonen bricht, ju= mal bei großer ©Wärme, nicht feiten ein miefelauSfchlag hervor. ©ei ben hartnädigßen, fchmerjhafteßen rheumatifchen ©efchwerben hat man bicfe oft auf ber Stelle verfchwinben fehen, wenn an bent Steile ein SriefelauSfchlag jum ©orfchein fam. ©Ian ßnbet ihn bei grauen, bie einen ftarfen weißen muß haben, unb «Rinber, bie viel ©Wärme haben, fepeinen ihm vorjugSweife ju fein. 5)aS Uebel iß in ber Stegei fepr bartnädtg, unb tritt ber 2luSfchIag plöhltch jurütf, fo fönnen barauS üble folgen entßehen. £>ie ©epanblung richtet ftd> lebtglich nach ber jum ©runbe liegenben Schärfe, 2lußerbem giebt man hautreinigenbe ©littel, balßn gehören bie ©ulver Str. 268 unb ber $ranf Str. 269 unb befonberS laue ©aber unb wieberholteS Schröpfen. § 166. ©löschen, welche befonberS in ber ©ettwärme hef= tig juden, juerß unb vorzüglich zwifepen ben Ringern unb an ben £änben entßehen unb ßcp über ben ganjen Körper mit ©uSnahme beS ©eßchtS auS= breiten, in Jtrußen übergehen unb anßeden, heißen bie 5£>ie Jträpe beginnt unter ber $orm friefelartiger, einzeln ßepenber, an ihrer ©runbßäche harter, rötlßicher, an ber Spifce burchßclßigcr, bann weiß werbenber ©löschen, befonberS jwifeßen ben Ringern, bie als 2luSführungS= punfte von ®ängen ju betrachten ftnb, in benen bie fogenannte Jträhs milbe (Acarus scabiei) nißet. ©on ba Verbreitet ße ßch auf baS <§anbs unb SUbogengelenf, unter bie 2lcßfeln unb «Rniefehlen, mit ber Beit über bie ©ruß, ben Stüden, ben Unterleib, Schenfel, bis auf bie Werfen, bei ©rwach® jenen aber feiten über baS ©eßcht unb ben £al8. Jtinber, bie von ben ©Wärterinnen burch baS fragen oft angeßedt werben, befommen bie Jlrä£e ju« erß an ben >§interbaden. 2ln welchen feilen beS Körpers bie auch ß§en mag, fo erregt bie ©ettwärme, fdjarfe Speifen unb h'h>gc ©etränfe ßctS ein heftiges Süden, wobei bie Jtranfcn ßdß nicht ohne ©efüßl Von ©Wohlbehagen fragen. - 5)ie ©löschen, welche ßch entweber von felbß ober burch baS 351 «ftrafjen offnen, VetWanbeln ftd) in tjarte Prüften. Sei fehr empfinblicher «§aut entjünbet fleh biefelbe rothlaufartig, unb eS entfielen 33lut|'chwäre auf berfelben. ©ft fließen mehrere SläSchen jufammen unb bilben bann ein großeö ©efdjwür, ober bie angefrcffcne £aut wirb ganj mit Prüften bcbccft. SBenn ber «Rranfe an anbern Schärfen leibet, fo verlieren bie <Rrä£= gefchwüre ihren einfachen gutartigen unb nehmen bann entwebcr einen fforfcutifcQen, Vencrifchen, gicfytifcfyen ober anbern an. Sugenb, fchwadfe reijbare Körpers unb eine bergleichen «{5autbefchaffen* heit, Neigung jum Schweiß, Unreinlichfeit, fchlechte Jtofl, feuchte warme Sßitterung begrünben eine vorjügliche Gmpfänglichfeit für biefe Jiranfheit, bereu Grfcheinen immer auf Qlnftedung beruht. Sie einfache Jträtje ift für unreinliche $erfonen ein hochff unbebeutenbeS Uebel, aber niemals für Jtinber. 33ei jenen fann fte in wenigen Sagen burd) {Reinlidjfeit, frifdje £uft, gehörige Siät unb 3lbfonberung ber Sß3iebergene= fenbcn von ben Jtranfen geheilt werben. fVinbet bieS aber nicht flatt, ober ift baS liebel mit anberen (Schärfen im 33Iut verbunben, bann wirb bie $ei= lung oft fehr langwierig. 3n ber {Regel heilt bie Jträfje nie Von felbft, unb bieS ifl nur bann ber wenn eine anbere bebeutenbe «Rranfheit h'ns jutritt. Saß eine fdjlecht behanbelte, bloß burdj Ginfehmieren von fetten Sah ben jurüefgetriebene Jträfje, befonberS wenn biefe fchon veraltet war, bie ®e* funbljeit auf fehr mannigfaltige 5Irt beeinträchtigen fann, unterliegt feinem Sweifel. Sie Erfahrung h«t bieS namentlich in neuerer Beit hinlänglich be= {tätigt; benn Sßiele, bie währenb ber lebten Kriege an biefer bei jebem friegs führenben £eere einheimifchen Äranfheit gelitten hatten, unb bie fpäter von anberen langwierigen Jtranfheiten, wie j. 33. von ber Söafferfucht, ©clbfucßt, «fturjathnugfeit, 4?erjf(opfen u. bgl. befallen würben, fonnten von biefen £ei» ben nicht eher befreit werben, als bis ber in ihrem Jtörper noch beßnbliche Jträfcfloff getilgt würbe. Seßljalb follte auch jebex* Jtranfe, ber, fei eS auch Vor fahren, einmal mit ber behaftet war unb bann fpäter in irgenb eine hartnäcfige Jiranfheit Verfällt, feinen 5lrjt ftetS baVon in Jtenntniß 3ft bie J?rä|e noch neu, b. h« erft feit 8, 14 Sagen in einem übrigens gefunben Subjefte entftanben, fo reinige man juvörberft ben Jtranfen burch {ffiafepen ober SSaben in Seifenwaffer, worauf man bie Jtleiber wechfelt unb bann fogleicp jum inneren unb äußeren ©ebrauep beS Schwefels übergeht, ©ertlich wenbet man in ben gewöhnlichen fällen bie in ben 2lpothefen Vor# rätljige Schwefelfalbe an, inbem man beS 3lbenbS eine {Ruß groß baVon ein« reibt unb täglich mit ber Stelle wechfelt. {Reinlicher unb befonberS für «Rin= ber ju empfehlen ift baS SBafchen unb {Reiben mit einer Schwefelfeife. {für Söohlhafonbcre nimmt man gleiche Sheile mebijinifche Seife, Schwefelblu* men unb 33ergamottöl; für Ulermere grüne Seife unb gewöhnlichen Scpwes fei. 2Rit biefen Seifen werben aUe $lbenb bie *4uSfchlagfteIlen eingerieben 352 unb früh ein Seifenbab (4, 6 Soff) gefchabte Seife auf ein ®ab) genommen, innerlich nehme man täglich 1 Duentchen in 3-4 Steile geteilt. 2)er JtrauEe vermeibe aUe Speifen, welche ba8 Sucfen vermehren, bcfonberS bie gefallenen unb geräucherten, nähre ft eh mit leicht »erbaulichen Sachen, lebe mäßig unb forge für freie Hautauöbünftung. Sonft bebarf e3 feiner Acnberung in feiner Sebcnöart. Sinb bie Von ber Jträfje befallenen Stellen fehr fchmcrjhaft unb ge« fpannt, fo bebccfe man fte mit einem ermeidjenben Q3reiumfcf;lage ober mit Umfchlägen von ©oularb'fchem - Sei Jtinbern ift bie Alant* falbe ein treffliches, unb oft aUe anberen übertreffenbeö Mittel, Womit man täglich ben AuSfchlag einreibt. 3ft bie <Rrä|e bei einem fonft gefunben iJRenfcQen fd)on veraltet, fo ift hier burchauö juerft einige $age lang ber innerliche ©ebrauch beö Schwefels nöthig, el;e man ju bem äußerlichen übergeht; babei baS Srinfcn eines blut: reinigenben £ranfeS (j. S. Duedenivurjel 8 £oth mit 3 $funb Ußaffer auf bie Hälfte eiugefocht ober ber Sranf 2Qr. 269) unb Scifenbäber. (Sine fel;r veraltete trenn fte fleh mit apbern im Jtörper verbinbet, fann alSbann ein feht h^^tnäcfigeS Uebel werben, wel= d)eö nur ein Arjt, ber aUe SQebenumftänbe genau in ©rwägung jieht unb fte auch ju würbigen Verficht, befeitigen fönnen wirb. 3ft bie «fträge jurücfgetricbcn worben, unb ftnb barauS hrtrtnäcfige unb befchiverliche «Rranfhcitcn entfianben, fo ift auch ber S chtvef el Wahre unb ftchere Heilmittel; jebod? müffen jugleich fünftlicpe Sefchwürc (fpanifdhe Flicgcnpflafter, Seibelbaflrinbe, Fontanellen ober unterhalten werben. § 167. flechten. JDiefe Trautheit befleiß in einem juefenben, oft in hohem ®rabe brennenben unb fchmerjhaften AuSfchlage, ber juweilen nur auf eine ober mehrere Stellen bcfchränft bleibt, gewöhnlich aber um ftd) greift, unb bann nicht feiten ganje ©liebmaßen bebeett unb Wohl häufig pe= riobifch Verfchwinbet unb wicberfehrt. ®r erfcheint unter ber Form Heiner, truppweife flehcnber, rotl;er unb gelblicher Jtnötchen ober mit heller Flüfftg* feit angefüllter Släöcben, bie entweber immer troefen bleiben unb fleh Wie SDlehl, halb in größeren Stücfen abfchujhhen, ober bie eine wäfferige fcharfe unb in Prüften ober ©efchwüre übergehen, Welche bann mit heftigem fchmerjhaften Sucfen immer tiefer unb weiter um fuh freffen. 2)ie Jhanfheit ift ohne Fieber unb nicht anftcctcnb, mit 2luös nähme ber Venerifchen Flechte. S)ie troefen e Flechte melbet ft d? burch Suefen, Srenncn unb S»an* neu in ber Haut an. darauf erfeheinen halb rotl;e ober gelbe, jerftreute, häufige Jtirötchen, jwifchen benen bie Haut nicht entjünbet ift, welche ftch f»äter abfehupben ober in eine erbige Ablagerung verfallen. £iefe Flechte ift nicht beftänbig, gewöhnlich ift fte flüchtig unb pflegt am ®eftcfyt, hinter ben 353 Dfyrert, am .Rinn, an ben Qlitgen'fcraiten, ben behaarten Theilen beS .RopfeS, am 4?alfe, an ben Ellbogen unb Schamtheilen vorjukommen. Hhre Sigur ifl runb ober breicdig, bie IRänber ftnb ergaben, bie ©litte ifl eingebrücft unb weiß. 2)te friefelartige Siebte bricht in ber fRegel nach vorangegange« nem Jkopffchmerj, ©tuflbeklemmung unb ©erbauungSbefchwerben unter I;ef« tigern Huden, ©rennen, Spannen unb oft mit 3lött;e unb ©efchwulft be8 T'heilS, unter ber Sorm truppweifer SSIäSdjen, bem «£>irfe äf)nlid>, hervor. JDiefeö <§autübel berurfacht heftige ©efd'Werben, bie namentlich in ber Hlacht unb nach reichlichen ©lahljciten (ehr junehmen. 2)ie ©läSchen planen ent« Weber von felbft, ober fte werben unb ergießen bann eine fcharfe, oft flinkenbe Hauche, bie ju (Schorfen ober ju bünnen, ungleichen, afchgrauen, gelben ober fcpwärjlichen, trodenen ober feuchten Schuppen wirb, ©iefc Siechte nimmt biefelbcn (Stellen ein wie bie vorige, außerbem erfcheint fte aber an bem «fjobenfacf, ©littelfleifch unb um bie ©ruflwarjen. Hin ben 4?oben nötljigt fte ben Franken oft ju bem wütl;enbflen Äraren bis auf'S ©lut, worauf bann ein ©rennen wie von feurigen Jtoljlen folgt. Sie Sauer beS UcbelS ifl oft ©lonate unb Hahre lang, oft burch baS ganje £eben, mit öfterer Erneuerung beS HluSbrucheS. Sie freffenbe Siechte. Sie entfielt ebenfo Wie bie friefelartige mit einem fürchterlichen Huden. ©Benn bie ©läSchen hier berflen, fo fte eine Hauche auS, welche bie benachbarten Sheile angreift, wunb macht unb fte in ber Tiefe unb ©reite jerftört. Oft bilben fleh Prüften, bie aber halb wieber abfallcn, ftch aber auch halb wieber erneuern. Ein gewöhnlicher Sifc biefeö UcbelS ifl baS ©eftcht, welches eS bann oft wie eine £arve bebedt. Oft befällt eS auch nur baS .Rinn allein. Sie Siechten kommen im Srühjahr, Sommer unb «fperbfl am häußgflen junt ©orfchcin. Erjeugt werben fte burch ben häufigen ®enuß gewürjhufter, fcharfer, fetter, gefallener unb geräucherter HlahrungSmittel, verbotenen SlcifcheS, hi£i<jer ®ctränfe, burch übermäßige 5lnflrengung beö Körpers, fo= wie burch eine anhaltenbe Lebensart, burch Einwirkung beö SeuerS, burch Schrecken, Traurigkeit, verliebte Sebnfucht, burch anhaltenb unters brückte huutauöbünflung (3. 23. burch feuchte ©Bohnung) ober burch ju große ©Bärme ober Flauheit ber ©ckleibung, burch unterbrütften hämorrs hoibaU ober SJlonatöfluß, burch geflörte Äinbbettreinigung, burch surückgcs triebenen weißen Sluß, 2)urchfaU ober gewohnten Schweiß, burch verhinbers teö Stillen, jurückgehaltenen Urin, burch fehler ber Seber ober Vieren unb Vorjüglich burch eine krä|artige, gicfytifd)e, fkorbutifdße, fkrophulöfe, Vene* rifche, krebsartige SäfteVerberbniß. Sehr häufig finbet auch eine erbliche Hinlage ju biefer Krankheit flatt, unb baS Uebel kann baburch ganzen Sas utilien eigen werben. ©on allen fteberlofen giebt eS keinen, ben man fo oft Der JoauJarn. 354 als beilfam Betrachten tonnte, als kie flechten, BefonberS trenn fte neu ent« flanken unk mit einer ftarfen tluöfchwifjung Versunken fink. - (Sehr oft fleht man langkauernke 93ruftbetlemmung unk ankere liebel weichen, fobalk Flehten jum SSorfcbein fommen. <So ivol;Itt;ätig oft ker 2luSbruch einer Flechte ift, eben fo üble folgen fann eS haben, wenn fte Von felbft, oker kurcfy kie Jtunfl vertrieben, juriieftritt. 3c länger kie Flechte fd)on gekauert hat, - je größer kie Fläche ift, welche fte einnimmt, - je mehr fte ein erbliches liebel ju fein fcfyeint, - je bejahrter ker Jtranfe ift, um kefto fchwieriger ift kie Teilung. - Seljr häufig fahrt fte nach ihrem 33 er fd? Win« ken in Monaten oker Fahren wieker jurücf. 3ft ker tluSfcblag auefy befei« tigt, fo bleibt koch oft e'nc ©cfühUofigfcit oker (Sd)merj in ker <§aut jurüct. (St;e man jur Äur einer Flechte fcfyreitet, frage man ftch erft: foll man fte auch heilen oker nicht? - SaS erftere karf nie ker FaH fein, wenn innere bekeutenke mit ihr im fielen unk kiefe bei ib« rem @rfcpcinen verfebwunken fink. 5)aS Srfte unk 2ßict)tigfle bleibt and) bei ker «ftur ker flechte, fowie bet jeker ankern Jtranfbeit, kie Urfadfe aufjufueben unk ju entfernen, welche fte hervorgebracht l;at; alfo Vor allen Singen eine mäßige, milke, nidjt ju reich« liehe Siät, SBeglaffung aller fcharfen, erdenken <Speifen unk ©dränte, troefene reine £uft. (Sink kie oben erwähnten inneren llrfacfyen Vorbanken, fo fink fte in ker Stegel von ker 5lrt, kafj nur ein tlrjt kiefelben grünolicb wirk befeitigen tonnen. «Sink feine folgen Vorbanken oker nicht ju ent« beeten, fo fann man kann kie Jtur kireft gegen kie richten. (Sink kie Flechten nicht ju alt, fo leiflen oft ganj einfache Mittel kie heften Sienfte. SBenn kie haut febr roth unk entjünket ift, fo beginne man kie «Rur mit Blutegeln oker (Schröpftöpfen, welche man in ker Stäbe ker Flech« ten, nur nicht in'S ©eficht anlegt, unk eröffne in ker S'lachbarfcpaft ker lei« kenken (Stelle eine Fontanelle oker ein ankercS fünft!id;eS ©efchwür. 33e« ftreiept man kann kie Flechten mit ungefaljener butter, -iDtilcbrabm, Spei« chel ober mit 2)lalvenblütbentbee unk bekient fleh kabei lauer 33äker, fo heilt man auf kiefe 2lrt oft Flechten, welche jeker Slrjnei wikerftanken butten, ©dingt kie Teilung nicht auf kiefe 2lrt, fo verkienen kann kie 33itterfüffften« gel ken erften $la§ entweker als Sranf (f. Str. 271) oker beffer noch als Spillen (f. Str. 272). Sekocp erreicht man auch kamit nicht immer feinen Sweet, unk man wirk ftep oft genötpigt fepen, nocp ju ankeren Mitteln, welche kie ©rfaprung hier «18 wirtfam fennen gelehrt hat, feine ßuflucpt ju nehmen, Ucberpaupt ift eS pier uiept ungewöhnlich, kaff kaS eine Mittel, Weldas in einem Falle kie heften Sienfte leiftete, in einem ankern ganj un« wirffam befunken wirk. Seßbalb mufj man jwar ein jekeS fotcheS Mittel anbaltenk eine Seit lang allein kann, wenn fein Stufen ka« von ftcbtbar wirk oker kie ©efferung nur auf einem gewiffen $unft flohen bleibt, ju einem ankeren übergeben. (Solche Mittel ftnk nun folgenke: kie 355 £ßult»er 9lr. 268 unb her Sranf 9lr. 269, baS fünftlidße Sdjw efelkvaf* fer 9lr. 273, trag jivar fehlest fchmecft, aber fcljr ju empfehlen ift, bet ®rapl)it 3tr. 274 unb in feljr hartnädigen Sailen her freffenben S'Iedrte bcr ©raplütmoor 91 r. 275. Solgenbc Sepanblung bet Siechten tnittelfi beS ©raphitS lj>at ftch in vielen hartnäcfigen Sällen feljr bewährt. 2)ian nimmt bcn Sag Vor beginn ber «Rur QlbenbS 4, unb bcn anbern borgen 5 Rillen, Welche 9 Stücf Rillen man auS Salappenwurzel, Äalomel unb mebijinifcfyer Seife Von jebem 6 ©ran, geformt hat. darauf Verbraucht man nach 33or= fchrift 2-3mal baS £atwerg Dir. 277 unb ben Sranf Dir. 278, fowie in bcr ßirifcfyenjeit noch einmal bie 9 Stücf Rillen, unb in ber Flegel werben bann bie Siechten in 4-6 SBocQcn geteilt fein, ßu ben febr bienlicQen Dritteln gehört and) eine Dlbfochung beS StiefmütterchcnfrautcS (1-2 Quentchen in Dllild) ober Sßaffer). 3ft bie Siedete mit ftarfer Verbims ben, bann ift bie 2)lolfenfur bienlich, fowie bie frifetyen Äräutcrfäfte Dir. 241 unb wieberholteS Schröpfen. (Sin vortreffliches SOlittcl ift and) bie Saljfaure (10-25 Sropfen täglich 3mal in DBaffer ju nehmen), woburd) man felfcft bie hofften ©rabe biefer Jtranfheit nid?t feiten befeitigt hat. 2luch bie 93erbinbung ber Salpeterfäure mit ber Salzfäure (f. Dir. 276) hat ausgezeichnete ©ienfte geleiftet, wenn bie Siechten mit einem £eberlcibcn Vers Bunben ftnb. Qlnljaltenber ©ebrauch bcr 33äbcr, vorzüglich mit Seife (4 bis 6 Voth auf ein 39ab), mit lllmenrinbe (1 QJfunb), mit SchivefeUeber (2 Voth), mit fpiefglanjhaltigem Schwcfelfalf (3 £oth), welches höchft Wirffam ift, befonbcrS aber ber fühlcnben Schwefelquellen Vnn £anbccf, Dlennborf, QJil= fen verbleuen bie größte Empfehlung bei eingewurzelten Siechten. 3n anbe» ren Süllen Iciftete DBicSbaben, Dlacpen, Sßarmbrunn groffe SDienfte, oft aber übertrifft baS Seebab alle anbern ©aber. Sßorjügtidfer aber als alle bis jefjt angeführten Drittel, unter allen Umftänben anwenbbar, faft immer ftd;er wirfenb, fo baff bie hartnäcfigften liebel ber Wrt (j. Q3. bie .Rinnflechte) cnb= lid? weichen müffen, unb für ben Körber nie angreifenb, fonbern ihn immer ftärfenb unb neu belebenb, ift bie funjtgemäfje 5lnwenbung beS faU ten DuellwafferS, bie fogenannte SCBafferfur. freilich gelingt in veralte» ten Süllen bie Jtur nicht in 2, 3 Monaten, fonbern eS finb oft 12-18 baju erforberlich. 2lber mit ©ewifheit fann bann auch ber Jtranfe, ber -)luS= bauer genug hat, feiner enblichen SSiebcrherftellung entgegenfehen, wenn ihn auch fchon jebe anbere äliethobe bitter getäufcht hat. 33ei leichten trodenen Sledjtcn ift baS (Sinreiben mit gequetfehten SBaU® nüffen ober frifch gepreßtem ölufjöl baS 3Seftc, beSgleidfen baS Sßafchen mit SBoraj (f. Str. 279, vorzüglich für baS ®eflcht zu empfehlen), ßu gleichem ßwed bient eine Qluflöfung von (Shlorfalf (f. 3Qr. 280) ober baS Üßafchen mit jtallwaffer ober mir JiofuSnußölfeife; bei feuchten, fehmerzhaften Siech- ten bie Salbe 9lr. 281, welche befonberS bei ©eflchtSflechten zu empfehlen ift. Bur £inberung beS heftigen trennens ift nichts beffer als bie Salbe 356 SQr. 281, unb trenn bieS nicht genug befänftigt, oft wieberlwlte Auffclftägt von tiefem SKildjratym. DaS Auflegen her frifdjen Vlätter ber 2Safferrü= Ben ober beS SBegebreitS oft allein bie fchlimntffcn citernben Siechten im ©eftcht geheilt. Sn ganj langwierigen Säßen giebt eS wohl halb fein WJit® tel, welches ben fcharfen ©fftg überträfe. Auch bie blofje Vebecfung mit Ses ber ift oft baS befte Heilmittel. - S3ei ben hartnäcfigften, allen Mitteln wis Siechten ift oft $t?eer baS fräftigfle unb voUfommen heilenbe AHtte! unb stvar auf folgenbe Art: 1 Daffe Dheer, 2 (Sibotter unb eine S'affe Aiilchrahm ju einer (Salbe gemacht unb 2mal täglich eingerieben, unb bet innerliche ©ebrauch beS XhcerwafferS, 1-2 $funb täglich taffenweife ge« trunfen. 23ei jeber hartnäefigen <$lect?te unb befonberS bei bem ©ebrauch örtlicher Alittel ftnb Ableitungen burefy fünftliche ©efchwüre unb Abführmittel nies malS ju Vernachläfftgen, theilS jur Veförberung ber «Rur, theilS jur Verhüs tung beS ßurücftrittS ber Siechten. § 168. £)er Äiopfgrtnb. @r befielt auS fleinen ©efchwüren an ben behaarten beb «KopfeS, welche eine fiebrige, übelricchenbe 2)Ja* terie abfonbern, heftiges Süden erregen unb «Kruflen bilben. Unbcfiritten ift biefc «Kranfheit in neuerer Beit viel feltener geworben, feitbem man bie «Kinber mit blofjcm «Kopfe gehen läfjt unb ihnen bie Haare fürjer gefchnitten werben, Wehhalb aber auch Sichrere ber Aieinung ftnb, bah bafür ber hifcige SCßafferfopf um fo häufiger geworben wäre. Sft ber «Ropfgrinb nictyt böSars tig, b. h- fiel}* & nid;t mit Sfrophcln, ber Vcnerifchen «Kranfheit ober mit anberen ©äfteverberbniffen in Verbinbung, fo ift er nicht allein fletS gefahr» loS, fonbern man muh ihn fogar oft für heilfam erflären, wie wir bieS fchon auö bem Vefinben ber «Rinber währenb beS Verlaufs biefer «Kranfheit fehen fönnen. Sie werben nämlich füll, Verbrichlich, unruhig unb befinben ftch unwohl, fobalb ber AuSfluh ftoeft unb bie Vorfen troefen werben. Sft im ©egentheil bie Abfonberung ftarf, fo lacht bie 5'reube auf ihren ©extern, unb alle Verrichtungen ihres «Körpers ftnb in ber beften Crbnung. Nichts beweift aber baS SBohlthatige biefcS AuSfchlageS mehr als bie liebel, welche entflohen, wenn man biefen voreilig vertreibt. Hierher gehören Vriiftwaffer« fucht, ©ehirnentjünbung, SBahnftnn, unbejwingbare Durchfälle unb Aus genentjünbung. AnberS verhält eS ftch mit bem bösartigen «Ropfgrinb, benn hier fann bie «Kranfheit folche machen, bah Bie Jtinber in eine Art von Abjehrung verfallen unb von einem hetüfehen fieber ergriffen wers ben. äßenn man in biefem Salle bie «Kranfheit vernachläffigt, fo fann fte äuperft gefährlich werben. Alles was ben Drieb beS VluteS nach bem Stopfe vermehrt, fann ben «Ropfgrinb erjeugen; baljer ber ßahnreij, ju warme «Kopfbebecfung, fefteS Sßicfeln ber «Rinber, ©efräpigfeit, felbft bie ©ntwicfelung ber ©eifteSfräfte, unterbrüefte HautauSbünftung u. bcrgl. Auch trägt bie Vefchaffenheit bei 357 £d?ilch jur Srjeugung beS UebclS Viel Bet, wie man bieS bei Kimmen tct, welche häufigen ©emüthsbewcgungen unterworfen unb ben geiftigen ®e* tränten ergeben ftnb, ober bie bereits itjr Monatliches wieber befommen h«s bcn. Qlußerbem erzeugen Unreinlidjfeit, feuchte SBohnungen unb warme Stuben ebenfalls bieS Uebel. 5)aS Sermeiben ber l}ier angegebenen Urfadjen wirb immer tyinreftyenb fein, um ben QluSbructy eines JtopfgrinbeS ju Vergüten. ®a aber, wo ein folger QIuSfct;lag junt Sßorfctyein fommen wid, Ijüte man ftd; ja, ben 2luSs bruch burch äußere Mittel jurüdfjalten ju wollen. Sin leichter @rab biefer «Rranfbeit verlangt bei einem fonft gefunben Jtinbe außer (Rcinlichfeit, gehöriger 9lafyrung unb Sntfernen ber neu Urfachen feine weitere mcbijinifcQe <§ülfe. Man tyat allein barauf ju fcljcn, baß alle QluSIeerungen gehörig .erfolgen, ljauvtfäcfylicty ber Stuhl, unb baß man bic Srjeugung ber Saufe verfjinbere. S)ie tobtet man wie alle übrigen Snfeften am beften burch eine Salbe Von Sutter unb Sababillenfamen (ju gleichen feilen), womit man bie «§aare, welche man nur fo weit verfcfyncibet, baß feine Srfältung ju befürchten ift, einfdjmiert unb bann bcn Jtopf feft verbinbet, bamit bie Saufe fleh nicht bavon machen fönnen. S)iefeS 9ß erfahren muß fo lange wieberholt werben, bis alle '-Brut jerftört ift. - 3 ft baS Uebel neu, ber £autreij bebeutenb, nehmen bie Jlon = geftionen ncrch bem «ftovfe überhanb, unb ftnb bie Jtinbex blühenb unb träfe iig, fo lege man 1-2 '-Blutegel hinter bic Obren unb gebe bie Sulver IRr. 282 einige Sage hinburch ober bei größerer Slutwadung bie Hamarinben (f. 9lr. 383). <§at ftch ber Jtopfgrinb völlig auSgcbilbet, fo muß man bie harten @rinbe erweichen, welches bureb baS Seftreichen mit '-Butter ober Sctt, ober bureb einen beftänbigen Umfchlag von frifcher ungefaljener Suh ter unb Malvenfraut am beften gelingt. 3n hartnäetigen Süden ift ein fchr gutes Mittel: baS 'Huflegen von breifach über einanber gelegten blättern, täglich 3mal wieberholt, wobei freilich ber Jt'ranfe unb feine llmge= bung viel Vom ©eftanf ju leiben h«t, allein baS Mittel verfehlt faßt nie feine Ußirfung. SBenn bie fteinharte Sefchaffenheit ber Jtruftcn bie 2ßir= fung biefer 2)iittcl Vereitelt, fo muß vorher ber härtefte S'heil berfelben bureb ein fd;arfcS 2Jlcffcr entfernt werben, 3ßt ber Jtopf von bcn ©rinben gereü nigt, fo müffen bie barunter bcfnblichen 6 täglich mehrere 2)iale mit Sfialvenabfochiing, Jtleicnroaffer ober Slicbcrthee abgewafeben unb mit er-- weicbcnber Salbe (in ber 'llvothcfe vorrätig) ober mit Sutter eingcrieben werben, worauf man ben «ftovf mit einer Qlrt 2)iü§e von ScbweinSblafe be* bedt. Jtommt ein neuer 2luSbruch jum Sorfchcin, fo muß man bieS nicht binbern, unb ift er erfolgt, fo wirb bann wieber cbenfo verfahren, wie oben angcgcbetr%'iirbe, bis bie Jt'ranfheit von fclbft vergeht. 3ft bieS aber im Verlauf the'hrercr 2)ionate nicht ber Sad, fo müffen innere Mittel angewenbet werben, bie jeboch wohl am beften nur ein reichen fann, inbem fte nicht 358 gleichgültiger SQcitur ftnb. gehören bie 9lr. 284, bie man SDlorgenS unb nehmen läßt, unb wobei man jugleich am Sage bie SDHjtur Vr. 286 giebt; ober man giebt bie Vielter 9lr. 285 mit bcm Sranf 9lr. 287. § 169. Rinnen ftnb Heine, rnnbe, fegeiförmig erhabene Knötchen, welche entweber nach einiger 3eit, etwa in 8, 10 Sagen ficß nie® berfenfen unb bann immer einen bauernbcn purpurrotßen Slecf ßinterlaffen, ober an ihrer <5pi£e in Giterung übergehen unb bann eine eiterige ober wäfs ferige, juweilen auch blutige Katerie auSfcßwi|en. 2lm ßäufigften finbet man fte im ©eftcßt, juweilen auch auf ber Vruft, an ben Schultern unb am «§alfe, aber nicht an anberen Sheilen beö J?örperS. Sn ber Sugenb ftnb fte am ßäufigften unb ßartnäcfigften bei jungen Kännern. Oft bebecfen fte auf bie abfdjeulicßfte Qlrt baö ganjc ©efictyt, fo bah wenig ober gar nichts öon ber natürlichen <§aut ju bcmerfen ift. VJenn fte aber auch in noch fo großer 2lnjaßl vorßanben ftnb, fo ftören fte bocß nie baS allgemeine VSoßlbefinben. Ser <§auptgrunb ift ßier eine eigentümliche Vefcßaffenßeit ber £aut, biefe ift gewößnlicß fcßwacß, öerweicßlicßt, feßr empßnblicß unb ju Saftes Überfüllungen ungemein geneigt. Sie Einlage ju biefer «Rranfßeit fann auch erblich fein. Unter biefen Umftänben tonnen aber bie Sinnen burcß alles, trag bie <§aut bireft über entfernt reijt, erjeugt werben, hierher gehören befonberö ftarf reijenbe, erßißenbe, überhaupt bie Verbauung ftprenbe Speis fen unb ©etränfe; Unrcinigfcitcn in ben erften Üßegen; ftarfer 4?autreij burch hohe VJärmegrabe, burch Ofens unb Sonnenßihe; fcßnelle llebergänge ton OB arme ju Spälte, baßer ein talter Srunf bei erßißtem Körper, ftarle Seibeöbewegung, jumal burch Sanjen; Eintritt beä Konatlicßen, ftarfe Uleis jung burch Veifcßlaf, befonberS burch Selbftbeflecfung. Siefer QluSfcßlag ift jwar von feiner Vebeutung, aber bocß oft feßr läs ftig, unangenehm unb entftedenb. SaS plößlidje Vertreiben ober Vers fchwinben hat jeboch and) juwcilen langwierige «Ropffdpnerjen, klagens unb anbere UnterleibSbc|d?werben jur Solge. Shre Teilung hat immer große Schwierigfeiten, inbeffen erfolgt fte mit juneßmenben Saßren oft bon fclbft. Vor allen Singen bermeibe man bie begünftigenben ©elegenßeitöurfas eßen. Saburcß bewirft man, wenn auch nicht griinblicße Teilung, bod; wes nigftenS weniger ftarfeS unb feltenereö 4)erborbred)cn. Sie beim feßönen @efcßlecßt ßier oft gebräuchlichen -ilbfüßrmittel unb Jilpftiere ftnb berwerflicß, fcßwächen ben Jtörper unb fönnen felbft jur Vermehrung beö llebelö beitras gen. Sinb bie Jtnötdjen feßr gereijt unb entjünbet, fo wafeße man fte mit einem Äleienabfttbe, 2Jlanbelmilcß ober anberen fcßlcimigen -Kitteln, geße bann ju Drangen;, Oiofens ober <&o(lunberblütßenwaffer über, enblicß wenbe man Qßaffer unb Vranntwein unb barauf reinen Vranntwein an. Vei feßr gering entjünbeten, langfam hervorbreeßenben, lange als verßärtcte Jtnötcßen auf ber Jpaut fteßen bleibenben Sinnen bebicne man fteß beö VJafcßwafferö 359 Sir. 288 ober Sir. 289 ober Sir. 279, beS einfachen fcharfen (5:fftgS ober be3 aromatifchen ©fftgS, ober beS efftgfauren SalmiafliquorS. Sehr bienlich ift auch bie Kifchung Str. 290. Kit btefen Kitteln befeuchtet man ben SluSfchlag mehrere Kale täglich. SBenn ftch bie «ftnötchen banach and) im SInfang mehr entjünben, fo ifl bieö eben nicht ju fürchten, benn fte fangen bann halb an ftch iu beffern. ßugleich bann man ableitenbe Kittel, fünfte liehe ©efchwüre, immerwährenbe SSififatore an ben Firmen, beftänbigeS Sra= gen von grünem SßacpStaffet unter ben gußfohlen unb öftere fdjarfe Senfs unb 2lfchenbäber anwenben. § 170. Ätuyfernnöfdtlflß. So nennt man große purpurrothe oft auch braunrothe, fupferfarbige, häfjli<h ßlänjenbe glccfen im ©eftcht, befon= berg an ber Slafe, bie fpäter glcichfam förnig werben, ftch Verbieten, unb auf Welchen enblich fleine in Eiterung übergehenbe, ben oben bcfchriebenen ginnen VoUfommen gleichenbe tüfteln hervorbrechen. ScbeutenbeS Sueben ober Schmerlen erregen fte nicht, höchflenö baS ©efühl einer vermehrten Sßärme. 5luch bei biefem 2luSfchlage fcheint oft eine erblid)e Einlage flattjufins ben. So finbet bei jungen Sßerfonen, Welche eine folche erbliche Einlage ha- ben, bah fte nach Sehnungen unregelmäßige rothe glecfen im ©ejicßt be= fommen, welche oft ganz platt ftnb, bisweilen ftch abfehuppen unb wohl baS ganze ©eftcht mit einer wibernatürlichen £Rött;e überjiehen. Sn ber Siegel jeigt ftch er ftch über nicht vor bem 40ften Sahre unb hat bann bei weitem am häufigften feinen ©runb in bem unmäßigen ©enuß hifeiger ©ctränfe. 21 (lein er fommt auch bei Leuten jum SSorfcßein, bie feine Säufer ftnb, fon= beim bie an ißollblütigfeit beS Unterleibes, an golbenen Slbern, ©ießt ober £eberbefchwerben leiben unb bei grauen in golge von Störungen in ber 2??o= natSperiobe, SebenSart unb Schönheitsmitteln. Sie vollftänbige Teilung gelingt feiten, unb fclbft wenn ber SluSfcßlag verfeßwinbet, feßrt bie natürliche tBefcßaffenßeit ber £aut nie mehr ganz ju= rücf. Sn ber Siegel ift baS Uebel aber nicht bebenflieh, nur luftig unb entftcllenb. Slur bei hohem ©rab heilen bie tüfteln nicht, wenn fte in ©U terung übergehen, fonbern freßen felb.fl weiter um ftch. - Kit äußeren Kitteln ift feiten viel auSjurichten. Silgt man bamit auch ben QluSfcßlag, fo vermehren ftch bann bie inneren Sefcßwerben. SSill man fte anwenben, fo eröffne man gleichzeitig ein gontaneU unb laffe Schröpfföpfe jwifchen bie Schultern anlegcn. Unter Umftänben ftnb aber Blutegel am Elfter ober bei geflörter Konatoperiobe an ben ©cfchlechtStheis len noch vorzüglicher. Sft ber ftarf entzünbet, fo lege man einige ©lutegel im Ülacfen unb befchwichtige bie Slcizung burch 2luflegen von Kilcp- rahm. Sinb feine «Rnötchcn vorhanben, fo beftreichc man bie rothen SteU len bann mit ber Salbe Sir. 291, wo biefe aber zugegen ftnb, fo bebiene man fiep ber Salbe Sir. 292. Sn mehreren gälten fal; man Stufen von 360 bem 3Bafdjtr»affer Str. 293. ©on ben äußeren Mitteln fcerbient febocß ba3 ©Bafcßwaffer Str. 290 mit «ftalfwaffer bereitet in ber siegel ben ©orjug. ffußbäbcr, bie mit Jtönigßwaßer («Salpeters unb Saljfäure) in bem ®rabe gefäuert ßnb, baß baß ©Saffer ben ©efeßmaef eines feßwaeßen QBeinefftgö er» l?ält, unb bie man lauwarm beß Slbenbß |-£ Stunbe lang nimmt, leiften oft fetyr gute Sienße, fotvie ber innere ©ebraueß ber Saljfäurc (j-1 Sßee* löffel voll täglicß 2mal in einem ®lafe ©Jaffer aUmälig getrunfen) unb beß foßlenfauren JtaliliquorS (10-20 tropfen mit einer falben Säße fergrüfcfcßleim 3-4mal täglicß). - Sie beßen Sienße leißet aber noeß ber Scßwefel (f. Str. 242) längere Seit fortgebraueßt unb im ffrüßjaßr bie fri« feßen Jträuterfäfte (f. Sir. 241). § 171. SBlutfdjtvär. ©ine ©efcßwulß von ber ©roße einer Bafels nuß ober eines Saubeneieß, wclcßc in ber SOiitte ergaben, bunfelrotß, fdQarf umgrenjt, ßart unb meiß feßr fcßmerjßaft iß, nennt man einen ©lutfeßwär. Er fommt entweber nur an einer (Stelle ber >§aut ober an nießreren jum ©orfeßein unb berfeßont felbß nießt bie ©lunbßößle, noeß ben ©ingang in bie Scßeibe ober in ben Elfter. Er fommt in ©eßalt eineß ßarten, rotßen, glänjenben Jtnotenß jum SBorfcßein, wäcßß fcßnell unb iß äußerß fcßmcrjßaft beim Srucf. JDiefe ©efcßwulß iß von »erfeßiebener ©roße, runb, begrenzt unb in eine Spike erßaben. fieber iß feiten jugegen, nur wenn ber Äranfe ober ber ergriffene Sßeil feßr reizbar iß, ober meßrere ©lutfcßwäre ju gleis eßer Seit ßeroorbreeßen. 3ß bieß ber Jall, fo entßeßt ©cßlaßoßgfeit, SWan« gel an Eßluß unb bei Jtinbern Jträmpfe. Sie Eiterung geßt langfam von ßatten, enblicß brießt aber bie ©efcßwulß auf unb entleert einen mit ©lut oermifeßten Eiter; in ber Siefe bilbet ßcß aber ein Eiterßocf, naeß beffen Entfernung bollfommene Teilung erfolgt, ©leibt aber biefer jurücf, fo fann baß ©efeßwür ßcß jwar feßließen, aber eß ßinterläßt einen Jtnoten, unb eß brießt über lang ober furj wieber auf unb fann felbß ©eranlaffung ju einem langwierigen Qrißelgefcßmür werben. Ser einzelne ©lutfeßwär fann bei ungetrübter ©cfunbßeit unb oßne waßrneßmbare llrfacßen jum ©orfeßein fommen. Eß giebt aber 2)ienfcßen, bie bei ber geringßen ©eranlaffung unb faß immer an Scßwären leiben. •§ier liegt ber ©runb baju in ffeßlern beß llnterleibcß ober in einer ffrovßu» löfen, fforbutifeßen, gießtifeßen ober benerifeßen Scßärfe im ©lute, ober in «Rranfßeitcn ber ©ebärmutter, ober in geßorter ©iilcßabfonberung. - Uns terbrüefte lange ©inwirfung ber Jtalte unb ©Järme, 2)iiß* braueß beß 2)ierfurß, fieber, Scßarlacß, 2)iafcrn, ©lattern, bie Dlvfe u. f. w. fönnen eine folcße Steigung jur beßänbigen Scßwäre-Erjcugung ßertor« bringen. 3eben ©lutfeßwär muß man ßetß fo fcßnell alß möglicß in Eiterung ju bringen fließen. Siefeß gefeßießt, wenn bie ©efcßwulß feßr entjünbet unb fcßmerjßaft iß, bureß gewößnlicße warme ©reiumfeßläge auß ben Spejicß ju 361 ©reiumfchlägen (in ber ©pothefe Vorrätig), aus Semmettrume unb ©?ilch unb befonberö burcty eine ©Hfchung von jRoggenmehl unb >§onig; ift ber Schm er 3 fehr heftig, mit Bufatj von ©ilfenfraut (f. 9tr. 106 unb ©r. 195). Sft bie Sntjünbung unb ber Schmerj gelinber, bagegen bie $ärte unb ©es fchwuljt befto beträchtlicher, unb geht bie ©iterung langfam Von flattert, fo legt man geröflete ßwiebeln ober einen ©reiuntfchlag von Semmel, SJlilch unb (Safran (|-1 Quentchen 311 ©nbe beS «RochenS auf. Sicht fleh ber ©erlauf fehr in bie £änge, fo bebccfe man bie ©efchrvutft mit Dias cfyplons ober Die ©efchwuljt öffnet ftch mciftenö Von felbfl, ift bieö nicht ber fo ntufj bieö burcty einen (Sinfctynitt bewirft werben. Der in ber ©efchtvulfl befinblicfye (Siterftocf mufj, fobalb er lotter ift, auSges jogen »erben; ft£t er aber feft, fo beförbert man fein Soötrenncn burch eins gebraute ©Jicfel, welche mit Digeftivfalbe beftrichcn finb. So lange noch 4?ärte borßanben ift, bebeeft man aufjerbem bie ©efchwulft forttoäljrenb mit ©reiumfchlägen. Die DiSpofttion ju ©lutfehwären unb ihr beftänbig ftch erneuernbeö herborbrecfyen wirb gemeiniglich burch eine innere franfhafte ©efchaffenheit beS Jförperö begrünbet, bie nach ih ©erfchiebenheit auch Vertrieben behau» beit werben muf. Sn vielen Süden thut ber einige Beit fortgefe|te ©ebrauch ber Schwefetblumen (f. Str. 149), in anberen beö fohlenfauren «Raliliquorö (10-20 Dropfen mit einer halben Daffe «§afergrü§fchleim, 3-4mal täglich) fehr gut. § 172. S)aö Sßunbfctn. SS fonimt am häufigsten bei «Rtnbcrn Vor unb ift gewöhnlich Solge bon Unreinlichfeit ober einer Schärfe beä Schweipeö unb Urinö. 3ft jeboch baö Uebel fehr auägebreitet, fo liegt ihm bann wohl eine innere Urfache mit jum ®runbe, jumal eine fehlerhafte ©er» bauung, Säure in ben erften ©Segen u. bergt. Qluch SrWachfene unb bann gewöhnlich wohlbeleibte, fchwammige ©erfonen leiben baran, befonberö bei warmem ©Setter unb reibenben ©ei ihnen entfielet eö wohl auch burch fcharfe ©uäleerungen, 3. ©. beim Durchfad, weiten Slufj u. f. w. SJicnfchcn, bie viel hierfür gebraucht haben, leiben oft an einem äufjerft qualvoden ©Sunbfein ber Cberfchenfel unb beö hobenfacfS. Um baä ©Junbfein 3U heilen, barf man nur fo Viel als möglich baä 3d ei ben ber leibenben Dheile Verhüten, ftch Sorgfältig rein halten unb öfters mit lauem ©Jaffer, ©iilct; ober Jtleienwaffer wnfehen. ©ei Jtinbern wenbet man bie befannten Streupulver an. ©efonberS muffen bie «Rinbcr jwifchen ben Schcnfeln immer troefen unb rein gehalten werben, bamit ber fcharfe Urin bie Dheile nicht wunb mache. Stimmt baö Uebel fehr überhanb, fo jät gen ftch bei Äinbern fowie bei (Srwachfenen unb namentlich bei fonen Umfchläge von geriebenen Mohrrüben befonberß wohlthätig. tluch fann man ©JafchWaffer auS Jtalfwaffer unb ©iilch, eine Salbe auS tFiofeits pomabe (2 2otb) mit ßinfblumen (1-2 2Äefferfpiftcn vod) ober auö .Ralfs 362 Waffer unb Del (ju gleichen Steilen) ober aug mit Schöpfentalg unb 39aumöt abgefottenen gtieberblüthen anwenben. 39ei Jtinbern, wenn fie fehr Vollfaf« tig finb, bei Stuhl träge unb bie Entjünbung tief gerötet, weit Verbreitet unb hartnäcfig ift, gießt man einige Teelöffel tRhabarberfaft unb SWanna« faft ober bag Jtinbcrpulver (in ber Slpothefe vorrätig), 2 bis 3mal täglich eine SRefferfpihe boll. 2)ie SQafyrung ber «ftinber barf bann nur milbe unb befonberg fcßleimiger 2lrt fein, Salep, Sago, Vfeilwurjel« mehl u. bgl. Siegt eg noch an ber 33ruft, fo mup auch bie Stillenbe alle fchärfen, ftarf gefallenen, fcßtver verbaulicßen Speijen, fpirituöfen unb gc= gotyrenen ©etränfe vermeiben. fließt feiten, jumal in ber 3«hnperiobe, werben bie «Ri über hinter ben Dfyren wunb, irobei eine feßarfe augfehwifct. 2Ran hüte fleh, bie« fen 'llugflup gänjlich ju unterbrächen, beim eg fönnen fel;r fdjlimme ßufäUe baraug entfielen. 2)lan befcfyränfe ftety auf £Reinlid;feit, öftereg Olbwafcpen ber leibenben Steile, Slbtrocfneu mit einem feinen Xucfye ohne {Reibung. Sßirb ber 3lu3flufj fehr ftarf, fo lege man fleine Stücfchen in «Raltwaffer unb 3)iilch getaufter feiner Seinwanb auf unb gebe bann gelinbe 2lbfül;r« miitel. § 173. 5lufgefpruttgenc A>nut unb Srocfene Spalten an ber äufjern «haut fommen an ben Sippen, ben «hänben unb 8m« fjen, an ben Vruftwarjen, ben Schamtheilen unb bem Elfter jum Vorfchein. Entflohen fie aug feiner innern Urfache (j. 39. bitrefy Suftfcuche, ©iept), fo peilt man fie burep milbe 2Ranbelfeife, .Rafaobutter, bag ©alb» epen SRr. 267, befonberg aber burep «hirfcptalg, ivopl auep burep bag SBaffer 9lr. 279, auep burep Vetupfen mit «höllenftein. 3ft bie aufgefprungene «haut Jolge ton 8roft, unb ift bag liebel erft neu cntflanben, fo tyeilt man eg am beften burep wieberpolteg Eintauchen beg Jpeilg in falteg SBaffer, burep {Reiben mit ©epnee unb burep einen Ueberfcplag von 39leiefftg (1 Duent« epen auf | Duart 3Baffer). ber ©cpmcrj unb bie beträchtlich, fo fe£e man 33lutegel in bie £Räl;e unb mache Einreibungen mit ber ©albe £Rr. 267. - 3fl bag liebel veraltet, fo mache man Umfchläge von aromati« fepen «Rräutern (bie ©pejieg finb fo in ber -3lpothefe ju forbern) mit heifjem Sßein gebrüht. Sollte bieg nicht helfen, bann ift ber llmfchlag £Rr. 293 fel;r ju empfehlen, inbem er auch bie tftücffehr begllcbelg verljinbert. 3ft bie «haut fehr fpröbe unb ftetg jum Sluffpringen geneigt, fo ift bie Salbe iRr. 294 ganj vorzüglich. Bur Verheilung ber 5'roftgcf.hwüre, fowie überhaupt ber Sroftfchäben, finb Umfchläge unb Väber von Ehlorfalf ganj vorjüglich (f. {Rr. 280). Um ben Jroftbeulen vorjubeugen, ift bag öftere 39cflreichen ber jum Sroft geneigten Steile mit bem iRuft'fcpcn Üßaffer (aug gleichen Steilen Salpeterfäure unb Biwmtwaffer beftehenb) fehr gut; bie «haut färbt fiel} barnach gelb, fchrunipft jufammen unb löft ftch log. Qlm beften ift bieg ju Anfang beg «perbfteg anjuwenben. Bur «heilung ber ©efchwüre fann 363 man oft einen 93rei von jerriebenen Kartoffeln ober Don faulen ober gebra« tonen 2lepfeln für fleh allein ober mit Sierbotter ober Seinöl mit grofjem •tRu|cn anwenben. 3n hartnäcfigeren fällen bie Salbe £Rr. 292. § 174. Sontntcrfproffcn, ßeberflccfe. Um bie Sommerfprof* fen.verhüten unb ju bermeibe bie Sonnenftrahlen, baS <Scl;ivil3cn in freier Suft unb baS Söafchcn unmittelbar vor benr Sluögehen unb bebiene ftch beä SBafferÖ 9tr. 279. Sehr 311 empfehlen ift auch baS S' h ee r w a f f e r. 2)ian erhält baffelbe, inbem ein $he*l $hcer fünf Söaffer übergoffen unb gerüttelt unb nach 12 Stunben baS über bem Xhecr ftehenbe golbgelbe Höaffer abgegoffen wirb. 2Jian wäfcht ftch 3 biö 4mal täglich bamit. 2luf biefelbe Qlrt bebient man ftch beö effigf au = ren SalmiafliquorS, anfangs mit gleichen Steilen üßaffer, bann aber ganj rein, über man nimmt jum Söafchen auf 12 Soth Stofenwaffer 1 Soth Schwefelmilch. 2luch leiftet oft eine Salbe auö gleichen eHen OchfengaUe unb fohlenfaurer Kaliauflöfung, bie man beS QlbenbS einreibt unb beö 2Jior= genö mit Seife unb Söaffer abwäfcht, fehr gute 2)ienfte. 2)ie Seberflecfe vertreibt man anr beften burch eine ftarfe Sluflöfung beö SBoraj (j Ducn chen in 2 Soth Oiofenwaffer), womit man bie tylccfe öfs ter befeuchtet. 3ct>utc ÄranfOcitat, bie auf einem feWerljaften ber ®äfte berufen. § 175. (©forbut. 2)iefcr franthafte ßuftanb beriil;t auf einer mehr ober weniger aufgelöften, unfräftigen SBefchaffenheit beö 93Iuteö unb giebt ftd; burch folgenbe Beiden ju ernennen: 2)iattigfeit unb ftrofje Unluft 311 fchwammigeS, fd)ntu|ig leicht blutenbeö ßahnfleifch, übelriechenber @erud) aus bein 9)lunbe, bie ßähne werben ftywarj, loder unb fallen auö; bei ber geringsten Qlnftrcngung ober rafcher Bewegung wirb ber Slthem furj unb bcflommcn, baß ©eflcht ift weift blaff unb aufgetrieben; blaue Jlccfe entfielen ebne alle wahrnehmbare ober boch in 5olgc fehr unbe= beutenber unb befallen befonberö bie unteren ®lieomaf;en; bie ftüfje fchweüen an, ber Urin ift buntel unb geht fchnell in Säulniff über. Diimmt bie Kranfheit noch mehr juz fo entflohen öftere unb fchwer ju ftillcnbe auö SÖlunb, Stafe unb anberen bie Schwäche nimmt immer mehr überhanb, bei Bewegung entftehen leidet Ohnmächten, an ben 364 Süßen erfdfeinen unreine, leidjt blutenbe, bläuliche, ammtge ©efdjroüre. ©er Jtranfe leibet an äüßerft heftigen Schnterjen in ben ©Hebern unb een .Knochen. häufig befaßen biefe baS Jtniegelenf, welches jugleich anfdjwittt unb unbeweglich wirb. Sticht immer erreiehtufeboch ber Sforbut eine f olcfje 4?öhe, bap dlle bie angegebenen Srfcheinungen jum Sßorfefyein fommen, fonbern ber Jtrarife ge= nießt ohnerachtet ber fforbutifdjen ©efetyaffenheit feines SBluteS noch einer guten ©efunbljeit, unb außer ber balbigcn (Ermattung unb Jturj* attymigfeit bei geringer förderlicher Wnftrengung unb ber fehleren Sefchafs fenheit ber Bahne unb beS ßahnfleifcheö wirb feine anbere ®efunbheitSfiö= rung beobad;tet. «Kommt aber bei folger SBefchaffenljeit beS SlnteS noch eine anbere Jtranftjeit nimmt biefe alSbann ben fforbutifchen ®hfls rafter an unb wirb baburch weit bösartiger, unb fchwieriger ju behanbeln als fonft, wo fte ohne biefe Seimifchüng auftritt. So artet j. 33. unter folchen Umftänben ein nur einigermaßen heftiges Sieber feßr leicht ju einem Saulfieber auS, ®id;t unb £Rt;eumatiömiiö nehmen eine weit üblere ®cftalt an unb führen bann leicht jur Sßafferfucht; am allerfurchtbaiften wirb aber alSbann bie ßuftfeuche, inbem baburch bie größten Berflörungen herbeigeführt werben. - ©er ®runb ber größeren <§artnäcfigfeit ber meiften «Kranfljeitcn bei einer folgen, wenn auch noch geringfügigen fforbutifchen {ßerberbniß ber Säfte liegt aber vorjüglich barin, baß eine große 'JRenge ber fonft bei biefen .Kränkelten daffenben Mittel alSbann burchauS nicht ver= tragen unb beßhalb nicht angewenbet werben fann. So verträgt eine folctye Jtörberbefchaffcnheit feine fräftige 33lutentjiehung, feine auflöfenben Mittel, benn fclbft bie leichtcften 2)iittelfalje unb fclbft auflöfenbe SKineralmäffer er« regen hier SßerbauungSbefchwerben, ©urchfall unb enblich waffcrfücl.'tigc Bit- fälle. SSefonberS nachthetlig wirft aber bei folgen .Kranfen ber Schwefel, ber Spießglanj unb vor allen anberen aber ber hierfür, ber hier immer große Sßerwüftungen anrichtet. SBill man bal;er in irgenb einer «Kranfhcit Von biefen Mitteln ©ebrauch machen, fo muß man, unb baS namentlich bei Männern, benn biefe ftnb ber fforbutifchen Säfteverberbniß vorjugSweife unterworfen,JCÜuf bie Beiden eines folchen BuftanbeS fein ganjeS -ilugenmerf richten, benn fonft läuft man ®efal;r, burch fte mehr Schaben als Stufen ju ftiften. 2lUeS waS einer fräftigen Sfutbereitung hinberlich ift, fann ®runb ber fforbutifchen Säfteverberbniß werben. 3n ber {Regel ftnb eS aber folgenbe Schäblichfeiten, welche, namentlich bei ohnehin fd;on fraftlofen unb aufge® fehwemmten SWenfchen, einen folgen BufHtnb herbeiführen: feuchte, naßfalte, fumpftge ®egcnb; verborbene unreine Vuft; (flechte Sefchaffeuhcit beS 2rinf= WafferS; ein auSfchließlicher ®enuß von ffleifch, befonbcrS Von gefaljenem unb geräuchertem, fowic von vielem Specf; Unreinlichfeit beS ÄörvcrS; Trägheit unb eine ftfcenbe Lebensart; nieberbrücfenbe ©cmüthSbewegungen, 365 $. 29. ©ram, Jtumtner, «sorge, Gtyrenfranfung; anhaltenber ©enuß berau* fcpenber ©etränfe. Stießtö fütyrt aber ben auSgebilbeten «sforbut fo fchneU herbei, als ber SDtißbrauch beS SWerfurS, benn bie fcfyleicfyenbe 9RerfuriaIver« giftung, bie SDlerfurialfranf£;eit ifb felbft nichts anbereS, als ein hoher ©rab beS fforbutifchen ßuftanbeS. ■Dian unterfcheibet ben £anbfforbut itnb ben (seefforbut.- Seh» terer ift weit bcbeutenber als erfterer, waS jeboch wohl nur bartn feinen ©runb hat, baß bei langen Seereifen viele ber angegebenen (schäblichfeiten fcpwcr jn vermeiben flnb, unb baß biefe babei anhaltenb unb mit großer «Deftigfeit einwirfen. Verhüten unb heilen fann man ben fforbutifchen ßuftanb nur, wenn man beffen meibet unb bie vorhanbenen entfernt. Jn leichteren fällen reicht man banüt allein VoHfommen auS. Sjt bie (schwäche hier auch öfter fefyr groß, fo werben boch anfangs bie rein flärfenben Mittel, wie Glfina unb Sifen nicht vertragen. - ®anj vorzüglich wirten bann mehrere Pflanzen, welche in einem hohen ®rabe bie ©igcnfchaft beft|en, ben fforbu« tifchen ßuflanb ber «safte ju vcrbeffern. hierher gehört ber SWeerrettig, «Sauerampfer, fettig, <senf, jumal bie (senfmolfen (f. Str. 295), ber $o* meranjen= unb ßitronenfaft (8 £oth Sitronenfaft unb eben fo viel ßucfer auf 1 weißen £öein in 24 (stunben §u verbrauchen), überhaupt fäu« erliche Srüchte, Johannisbeeren, Stettigbier, Sichtenfproffen (f. Str. 296), SDZaljtranf (f. Str. 297). «sehr bienlich flnb bie Jträuterfäfte 9Qr. 298 unb befonberS 299. Jfl bie SJlagenfcpwäche groß unb flnb bie SßerbauungSfräfte in Unorbnung, bann paffen bie -Diittel £Rr. 212, 213 unb Vorzüglich 214. Jft bie allgemeine (schwäre fehr groß, bann gebe man bie SUineralfäuren, namentlich bie gewürzhafte faure Xinftur (in ber Slpotljefe unter bie» fern Slawen zu erhalten, zu 30-40 tropfen 3mal täglich in einem halben ©lafe Sßaffer zu nehmen, unb hinterher bie ßähne mit Stagnefla zu pu|en) ober baS Mittel Str. 300, unb wenn bie SSerbauung kräftiger geworben ift, ben falten 2lufguß ber ©h'na (f. SQr. 301), aber ben (Stahlwein Str. 302. £at ber Jtranfe eine große Steigung zu ®lutflüffen, fo trinfe er burch einige Sßochen bie Sllaunmolfen (f. Str. 239). 33ei ftarfen 23lutuns gen felbft gebe man alle 3 (stunben 10-20 ®ran gepulverten 2llaun mit ßuefer. Jfl baS ßahnfleifcp von fcplechter Sefchaffenheit, fo Beftreid)e man eS mit ber Latwerge £Qr. 303. Silben freß ©efepwüre am ßahnfleifche ober im Wlunbe, fo befeuchte man biefe mehrere SJiale beS JtageS mit Sitronenfäure; hilft bieS nicht, fo bebiene man ftch beS SDlunbWafferS 9lr. 304, ober beS SßinfelfafteS 9lr. 305. ®egen ben üblen ©eruch auS bem QJlunbe wenbet man baS SOtunbwaffer 9lr. 306 ober bie SJihrrhentinftur an. 2Senn bieS aJlittel nicht ben böfen ©eruch vertreibt, fo wirb er bann wenigflenS burep bie <stengel<hen Str. 307 auf einige Seit verflecft. ßur Teilung äußerlicher fforbutifcher ©efdjwüre bebient man ftch ber frifd; geriebenen gelben Röhren 366 ober einer Abfochung her Ehiua- ober Eichenrinbe als Umfchlag, ber oft er« neuert werben ntufj. § 176. (9clbfud)L Oiefet franfhafte 3«ftanb befiehl in einer An* fammlung von ®aUe im Stute nnb in ben übrigen «Säften beS «RörperS unb jugleich, wenigftcnS in ben mciften hätten, in einem Alangel berfelben im S)armfanal. Oie Jtranff;eit erfennt man fehr halb an ber gelben Färbung ber Oberfläche beS ganjen JtorperS, bie juerft im Aöeifjen beS AugeS ent« fleht unb Von ba in verfchiebenen Schattirungen ftch weiter verbreitet. Oer Urin wirb bunfel unb färbt eingetauchte ficinwanb ober Rapier rottjgelb. Oie Neigung jur Verftopfung ift immer bebeutenb, unb bie abgehenben Jtotbftoffe finb hart, grau ober wetfj, in einigen fällen and? breiartig wie fjrliebermufj. •hierju gefeiten ftch bann noch VerbauungSbefchwerben, Span« nung unb Auftreibung beS AlagenS, Slähungen, Säure, Verfchleimung, Appetitmangel, Uebelfeit, Spannung, Orucf, Aufgetriebenheit, auch juwei« len Schmerj in ber fieber« unb ©bcrbauthgegenb. Oie Urfachen ber ©etbfucht finb fehr verfchieben, halb beruht fte auf einem entjünblicfyen ßuftanb ber fieber unb bünnen 5)ärme, halb auf einer öleijung ber fieber, erjeugt burch ©emüthSbewegungen, j. S. 3orn, Aerger u. bergt., burch Ucbertabung beö -Klagens, burch verhärteten unb angefam« metten ©armfoth, burch Erfüllung (befonberS burch falteS Trtnfen bei er« Körper), burch heft'9c Srecp- unb Vurgirmittel unb enbtich burch Jtrampf (namentlich bei <§pfterifchen). ferner entfielet fte in SWIge einge« flemmter ©aUenfteine unb franfhafter Seränbltungen in ber Subftanj ber fieber unb enbtich ift blofj Schwäche biefeS ©ebilbcS Urfache ber ©etbfucht. An unb für ftch ift bie ©etbfucht feine gefährliche «Rranfheit. können bie welche fte erjeugt haben, leicht bcfcitigt werben, fo ift nichts Von ihr ju fürchten; liegen ihr aber unheilbare Verhärtungen unb anbere Entartungen ber Eingeweibe jum ©runbe, bann ift ber AuSgang btefer Jtranfheit immer höchft Zweifelhaft. ABenn eine fieberentjünbung, fei biefe beiger ober fchleichenber ölatur, bie Urfache ber ©elbfucht ift, fo erfennt man bieS aus ben Seichen biefer Entjünbung (f. § 94). Oie Sehanblung biefeS SuftanbeS ift bann aber auch 9«nj biefelbe wie bei ber einfachen fieberentjünbung. Schwieriger ju erfennen ift eS, wenn eine Entjünbung ober auch nur eine entjünb« liehe öleijung ber inneren £aut beS AlagenS ober ber bün« neu £)ärme eine ©etbfucht jur hat. Oie Art unb ABeife wie bie Jtranfheit ftch entwickelt, giebt alSbann ben nteiften Auffchlüfj. Ein Alcnfch erhifet trinft eine tüchtige Alenge falteS Söaffer, nach eini« gen Stunben fühlt er ftch unwohl, er hat ftr oftf chauer, Uebelfeit, Our ft, unb bie Erfcheinungen eines ©aUenfieberS (f. § 60) bauern 2-3 $age, bis ber Jtranfc beS AlorgenS beim Erwachen ftch völlig gelb fteht. Ober es ißt ein Aienfch beS AbenbS unverbautiche 5)inge, gegen Alorgen hat er Ourft ober 367 Neigung jum unb nach 1-2 Tagen ift er gelfcfüdjtig. Diefeö fieberhafte Ilebelbefinben 2-3 Tage ehe bie ©elbfucht erfcfyeint, ift baö wes fentlichfte Beiden, worauö man bie mit ber ©elbfucht Verbunbene Darments jünbung vermuten fann. <53 giebt jwei Wirten tiefer ©elbfucht, bie eine tft mit leichten Vorübergehcnben (Erfcheinungen verbunben unb Verfchwinbet fehr halb von felbft, bie anbere ift aber äufjerft heftig unb fann felbft tobtlich werben. Die gefährliche Sorm biefer ©elbfucht verläuft auf folgenbe Wrt. 9tach einem falten Trunf bei erbittern Jtörper ober nach bem ®enufj einer Stenge unverbaulicher Nahrung befinbet ftch ber .ftranfe 2-3 Tage, ehe bie ©elbfucht erfcheint, unwohl. (Er bat Dürft, Uebelfeit, (Erbrechen, Mangel an 2lppetit; er flagt über brennenbe tu ber Sftagengegenb unb ber Drucf auf biefelbe ift fehr empftnblich; ber Stuhl ift verftopft, ber Urin fehr gefärbt, bie Jträfte liegen barnieber, ber Jtranfe flagt über Schwinbel, fühlt fleh abgeftumvft, ift nuirrifch unb feufjt beftänbig. Anfangs ift immer mehr ober weniger Sieber Vorhanben, in einigen Säften Verfchwinbet eg nach 2-3 Tagen, in anberen hält eg länger an, wag aber alg ein fchlimmeg Beiden betrachtet werben muff. 2luch ber ÜBechfel ber mehr ober minber gelben Särbung ber haut ift hier du ungünftigeg Buchen. Der Jtranfe ift an'g 93ctt gebunben; wenn er auch über nichtg alg einen bumpfen Schmerj beim Drucf auf bie Sltagengegenb flagt, fo beffert er ftch bennoch nicht. (Er fagt eg jwar, bafj eg beffer fei, allein er bleibt verbroffen, träge, fraftlog unb ohne Qlppetit. hier ift ber Stuhl oft wie in gefunben Tagen. SBirb ber $ulg fehr langfam, fo ift bieg ein fchlimmeg Belchen. SSigweilen bemerft man einen geringen ©rab von Srrereben unb Sehnenhüpfen, worauf bann fehr oft eine työctyft gefährliche Schlaffucht erfolgt. Qlfteg fommt hier barauf an, ben Buftanb bei Beiten ju erfennen unb ihn alöbann fo wie eine fchlei* chenbe Darm* ober -Diagencntjünbung (f. §§ 90 unb 91) ju behanbeln. (Entflecht bie ©elbfucht von ®allenfteinen, fo entfielet heftiger Schmerj, gelbe Sarbe ber haut unb SKangel ber ©ade bei ben Stuhlaugs leerungen plöfclich, ohne baff anbere allgemeine Störungen ber ©efunbheit Vorangingen. Sluch ift ber Schmerj in ber £ebergegenb weit heftiger alg bei ber ßeberentjünbung. B'uifchen biefen Qlnfäften von heftigem Schmerj hat ber .Rranfe Bwifchenräume von Voftfommener Otuhe. Bu anbern Beiten bauert ein nagenbeg ©efütjl an ber Stelle, wo ber Schmerj gewefen ift, ans haltenb fort. Buweilen bauert biefer Buftanb fehr lange unb eg erfolgt bennoch ©enefung. Tritt ein Sieber hinju, fo ift bag fchlimm, benn eg beus tet auf CEntjünbung, bie hier immer höchft gefährlich ift. Die 33ehanblung biefer 5lrt ©elbfucht befielet in Solgenbem: Um ju Verhüten, bah feine(Entjünbung hinjutrete, unb um bie frampfhafteSpannung ju löfen, woburch ber Stein in bem -llugführunggfanal ber ©allenblafe feft* gehalten wirb, muff man, wenn eg anberg bie Jträfte erlauben, eine Qlber öffnen ober wenigfteng 15-20 Blutegel an bie fchmerjhafte Stelle beg Uns 368 terleibeS anlegen. Slußerbem Raffen lauwarme Von SJlilcß, Seife unb Jtlcien (f. £Rr. 82), feßmerjs unb frampfftillenbe Umfcßläge (f. Sir. 106) unb (Einreibungen (f. Sir. 256 ober Sir. 64), erweießenbe «Rlßßiere (ftebe Sir. 152) unb fräftig auf ben IDarmfanal wirfenbe Vurganjcn (f. Sir. 85) unb barauf bie Pulver Sir. 117. SDlit biefer Vcßanblung mn| nun fo lange fortgefaßrcn werben, bis mit bem Slacßlaß ber Scßmerjcn gelbgefärbte, mit* hin gallige Stühle erfolgen, benn nur bann iß ber @tein entleert unb bie Jiranf b;ei t wenigftenS auf einige Beit gehoben. 3n ber Siegel befinben fid> näm» lieb mehrere folcfye Steine in ber ©aHenblafe, bie biefen ßuftanb immer wies ber auf'S Sleue herbeiführen tonnen. Um bieS ju vergüten, tritt bann bie Veßanblung ber ©aUenßeine ein. (Entartungen in ber Subßanj ber £eber, irie bie übermä» fjtge Vergrößerung, fveefige (Entartung, JtrebS berfelben haben in ihrem ©efolge größtentheilS eine hartnäefige ©elbfucßt, bie aber bei ber Unheilbare feit bcS urfäcßlicßen SeibenS feine SluSßcßt auf Teilung juläßt. Slucß nach SBecßfelßebern jeigt ß eß ßäußg bie ©elbfucßt, beren Veßanblung S. 104 ans gegeben iß. Vei ber frampfhaften ©elbfucßt fehlen bie oben angeführten ©r= feheinungen eines entjünblicßcn BußanbcS. Sie gleicht jwar gewißermaßen ben oben befeßriebenen Slrten biefer Jtranfßeit, unterfeßeibet ßcß aber Von biefen bureß jwei Umßänbe; erßenS baburch, baß bureß IDrucf ber Scßmerj hier gemilbert wirb, wäßrenb er bort ftch baburch beträchtlich ßeigert, unb bann baburch, baß hier ber QlnfaU noch ßlöfflicßcr unb unerwarteter er* fcheint als bort. Vei ber ©elbfucßt Von ©aUcnßeincn hat nämlich ber Jtranfe immer einen gewißen ©rab Von Scßmcrj unb Unbeßaglicßfeit, ehe ber ßef* tige Sturm loSbricßt; in ber frampfßaften ©elbfucßt treten aber bie ©rfeßeis nungen mit einem SJlafe unerwartet ein. IDie Jtranfßeit ift übrigens auch mit anberen ßßßerifcßen ©rfeßeinungen unb (Krämpfen verbunben unb beßs halb auch ein Abfluß von heUcm Urin jugegen. Sie fommt befonberS bei ßpßerifcßen grauen unb bei ßphoeßonbrifeßen, nervöfen Vor unb entfloßt befonberS in ftolge unb heißer ©emütßSbewegungen, ober vom ©enuß feßwer verbaulicher SlaßrungSmittel. £äufg enbet fte mit bem Abgang Vieler Vläßungen nach oben unb unten. Buerfl wirft man hier burch 10-15 Srohfen »Roloquintentinctur auf ben IDarmfanal, bann giebt man Von Asa foetida (f. Sir. 165) unb barauf bie-S'robfen Sir. 167. 5'inben bie oben angegebenen Urfachen ber ©elbfucßt nicht ftatt, fo paf» fen bann bie Sllittel Sir. 308 unb 309. Sinb biefe nicht hinreießenb, fo gebe man bie Slloe (f. Sir. 157). Vei größerer igfeit beS UebelS tau nur ber Sl.rjt noeß 4?ülfe leiften. § 177. Sfrophelfranfhcit. QBie im Sforbut, fo fann man aueß 369 bet ber Sti'opperfranfpeit jwei berfcpiebene ßußänbe unterfcpeiben: nämlicp bie Einlage ju bicfer Jtrantpeit unb bie auögebilbete Jtranffyeit felbß. Die Anlage ju Sfroppeln wirb entwcber von ben Sltern auf bie .Rin* bet fortgecrBt, benn faß immer erzeugen ffroppulöfe Sltern aucp ffroppulöfe Jtinber, ober bie Einlage ifb angeboren in $olge einer fepr gefcpwäcpten ®e* funbpeit ber (Sltern; baper ßltcrn, bie an ber £ufifeucpe leiben unb bcfjt;alt> viel Atcrfur. genommen pabcn, wopl immer auf eine ffroppulöfe Dlacpfont* mettfcpaft rechnen fönnen; enblicfy aber wirb fte burcp 9ßerwaf;rloiung unb eine feplerpafte pflege im ftnblicpen s2llter erworben. 3n fpäteren Vcbenöpe* rioben wirb SQicmanb ffroppulöß, ber nicfyt bon «Rinbpeit an fcpon bie An* läge baju hat, Jtinber mit bicfer Einlage haben einen ju bcm übrigen -Jtör« Ver unverhältnismäßig großen Jtopf, unb namentlich iß eß ber hinterfopf, ber oft unförmlich groß erfcpeint, bagegen iß bie Stirn fcpntal unb flein, bie Schläfen ßnb wie eingebrücft, bie .Rinnlaben weit unb breit unb ber halß furj unb biet. Solche Jiinber ftnb in ber öiegel blonb, ihre haut iß glatt, weiß unb jart, ße haben fcpöne große blaue Augen, allein biefe ßnb matt unb ohne Außbrucf, faß immer trifft man bie ßJupiHe fctjr erweitert. Daß ®eßcpt iß aufgebunfen, oft blühenb rotß, oft aber auch bleich unb fränflicp. Die Oberlippe unb tRafenfiügel ßnb biet unb angefcpwollen; ber Jtörper iß vollfaftig, ßeifepig, allein baß Sleifcp iß niept berb, fonbern fcplafi unb aufs gefdflcmmt, Der Unterleib iß bicf, anfänglich jwar noep niept part, wirb aber bei geringfügiger SSeranlaßung bebeutenb aufgetrieben. Auch an ben fleinen Unpäßlicpfeiten, benen folcpe Jiinber ungemein häufig unterworfen ßnb, tann man bie ffroppulöfe Anlage erlernten. - Sie leiben päufig an haßen unb Scpnupfen, wobei immer eine bebeutenbe Scpleinterjeugung ßattßnbet, beßgleicpen an SQafenbluten. unb an Unregel» mäßigfeit in ben Stuplcntleerungen, bie feiten gehörig gefärbt, fonbern niei* ßentpcilß grünlich, wie gepaeft unb fcpleimig ßnb. Abgang von ©urms fcpleim unb von ©ürmern felbß iß nicht feiten, unb Jtolif* unb «Rrampf» anfälle gefeiten ßcp bann oft pinju. Sie leiben päufig an 23läpungen (bas per bie Auftreibung beß Unterleibeß) unb an Säure int Etagen; oft iß bie (Sßtuß verminbert, oft große ©efräßigfeit unb ®ier nacp grobmepligcn Dins gen (bie ipnen ßetß pöcpfi fcpäblicp ßnb), nacp fepwarjem sBrob, fepwarjen Aieplflößen u. bgl. vorpanben. Oprcnßuß, fowie ©unbfein hinter ben Ohren, am hälfe unb jwifepen ben deinen, bei jungen Aiäbcpen eine Art weißer 3?Iuß, bei Änaben ein Außfiuß auß ber harnröhre, fowie hautauß* fcpläge aller Art ßnb bei jolcpen Jtinbern häufige BufäUe. 33ei biefer Anlage entwickelt ßcp ber .Rärper langfam unb un*egelmä* ßig. 2)ie Änocpen am «Kopf wollen ßcp niept fcplicßen, bie ßäpne bre*. epen fpät unb niept in gehöriger Orbnung perVor, unb fpät lernen folcpe Jtinber fpreepen unb laufen. Dagegen entwicfeln ßcp bie Seelenfräfte fepr früp unb rafep. Sie jeigen baper einen früpjeitigen, oft außerß überras. Der $au3arjt. 370 fctyenbcn Sßerftanb. 9lber aud) bet ©efdflechtStrieb ertragt ungemein früh unb wirb 93eranlaffung, bafj folct;e Jtinber Schon in ben frütjeften Sauren anfangen Selbftbeflccfung ju treiben. QlnftweUung ber ©rufen ift baS erfte unb Vorjüglichfte Seichen ber auSgebilbeten <Sfropbjelfranfb;eit. ©ewöhnlich entfielen biefe 9Infchwe(Iun« gen juerft am hälfe, unter ben .Rinnlaben unb im JRacfen unb Später unter ben Qlchfeln, in ben ©eichen unb an allen übrigen ©heilen beS .Körpers. Anfänglich ftnb biefe nicht ftcfytbar unb fönnen nur burch baS ©efüßl eutbeeft werben, inbem fte bie ©röße einer Srbfe niept überschreiten unb beßpalb unter ber haut verborgen bleiben, ©ft finbet man ganje Jiei= hen folcher fleinen ©efcpwülfte wie an eine Scpnur gereiht. Später erreichen fte bie ©röße einer ©aUnufj ober auch Wohl eines hüpncreicS unb fönnen bann große Verunstaltungen veranlaffen. 2)1 an hüte ftch jeboch, im finbli* epen Alter jebe ©rüfengefepivulft Sogleich für eine ©rfcheinung ber Sfroppel« franfpeit ju haften, beim Solche ©efcpwülfte entftepen hier leicht auS ganj anbern Urfachen, j. 93. in $olge beS Sahnens, beS ©acpStpumS, ober burep ben £Reij verfepiebener AnftetfungSftoffe: ber Reefen, Wcafern, beS Schars lacpS, ober burch örtliche ©ntjünbung. 9lur biejenige QlnfcpwcHung ber ©rüfen, welche bei ber beschriebenen ffropbulöfen Einlage jum Vorfcpein kommt, ift ffroppulöfer SQatur; wo aber fein Reichen biefer Anlage vorpan» ben ift, ift biefeö bann auch nie ber SaU. ©iefe Sfroppelfnoten werben nicht bloh an ber Oberfläche beS «RörperS wahrgenommen, fonbern fte be* fallen auch innere ©peile, namentlich baS ©efröfe, Später bie Zungen unb anbere ©ebilbe. Sßorjüglich ftnb eS bie ©efröSbrüfen, welche pier häufig unb in großer ÜJlenge ergriffen werben, ©er Unterleib wirb bann aufgetries ben unb immer biefer unb härter, unb cnblicp fühlt er fleh ganj fnotig an, inbem bie verhärteten ©rüfen wopl oft bie ©röße einer hafelnuß erreichen. ©in anbereS faft nie feplenbeS Seichen ber Sfroppclfranfpcit ift eine eigentümliche Augenentjünbung, bie ftch burep ben pöcpften ©rab von Sicht* fcpeu, burch ©pränenfluß unb burch baS Sßerfleben ber Augenliber ganj vors jüglicp auSjeicpnet. Schon baS öftere ©rfepeinen Von ©erftenförnern ift ein gewöhnliches Seiben ffroppulöfer Subjefte. Aufjerbem müffen häufige @nt= günbungen ber SQafe, Scpleimflüffe aus ben Dprcn nnb auS anberen ©heilen, 4?autauöfchläge Verfchiebener 52lrt, befonberS ber Äopfgrinb unb näffenbe Schorfe an ber SQafe, um ben SDtunb unb hinter ben ©hren als gewöhnliche ber Sfrophelfucht betrachtet werben. 93ei einem höheren ©rabe beS ffrophulöfen £eibcnS entftehen hartnäckige ©eftwüre, «Rnochenauftreis bungen unb Jinochenfraß, ja im fchlimmften 5aUe fann baS £eben burch 9luSjehrung, £ungenfucht, SBafferfucht (befonberS burch Äopfwafferfucht) gefährbet werben. §ür gewöhnlich finbet jeboch eine folche ungünftige Jltch« tung ber Jtranfheit nicht ftatt, fonbern fte vcrfchwinbet in ber Siegel nach voUcubetem 9Bachöthum unb beim Eintritt ber SDlaunbarfeit Von felbft, unb 371 gefd?tel?t bteg algbann aud? nid?t, fo bag Uebel bann bod? »enigfleng nid?t mehr weiter fort, freilid? begleitet eg bann ben Kranfen burd?'g ganje geben unb mifd?t ftd? in alle anbern ihn treffenben Kranfheiten. Die fommt guweilen fd?on im erftcn Sahre, bod? ge= wöhnlid? erft im jwciten ober brittcn jum Vorfdjein unb jwar in ftolge ju- fälliger Urfad?en, bie mit einer befonberen £eftigfeit auf ben jarten Körper beä Kinbeg etnwirfen, 3. 53. burch äußere Verlegungen, burch bag nungggefd?äft, burd? fieber, befonberg burd? Augfd?laggfranfs feiten: Vocfen, Mafern, Sd?arlad?, felbft burd? bie Ku(?pocfen. Oft bleibt aud? bie Anlage rufyen big jur beg ©intrittg beg Mannbarmerbeng unb bilbet ftd? erft bann jur Vollenbeten Sfropl?elfud?t aug. Auf bie Verfd?lints merung bcr ®rfd?cinungen biefer Kranfl?eit l?at bag Frühjahr unb bag 3u* nehmen beg Monbeg einen entfd?iebenen ©influß. Sel?r merfwürbig ift eg, baß bie Sfropl?eln entmeber halb mehr bie äußeren Drüfen, bie <§aut unb überhaupt bie äußeren $(?eile, ober meßt bie inneren Steile, bie Unterleibggebilbe, bie gungcn, bag ®el?irn, bie Khod?en befallen, wo man bann wenig ober gar feine äußerlichen ffropl?ulöfen Kranf* heitgerfd?einungen wahrnimmt. Daher ift eg auggemacht, baß man bie fbropfjulüfcn <§autaugfd?läge nicht ftören bürfe, fonbern baß man fte alg eine wohltätige äußere Ablagerung beg Kranfheitgftoffeg betrachten müße, wo* burd? bie inneren eblen ©ebilbe Vor großer ®efal?r bett>al?rt »erben. Die Kranfl?eit wirb, wie bereits bemerft, junäd?ft burd? ffrophulöfe ©Item erzeugt, weshalb man nid?t feiten ßnbet, baß eine ganje Familie baran leibet; aber auch ©Item, bie burch Augfd?»eifungen ober Alter fel?r gefd?mäd?t ftnb, ober bie an £uftfeud?e leiben, erzeugen nicht feiten Jiin= ber, bie oft fd?on von ber ®eburt an ffrovhulög ftnb. Außerbcm werben aber bie <Sfropl;eln noch burch fet?r verfd?iebene Urfachen Veranlaßt. 2)ie Vorjüglichften ftnb: ©ine unjtvccfmäßige Ernährung ber Jtinber; in ber frül?eften Sugenb eine ju fette, alte, ungefunbe Ammen= ober Muttermilch, bie bem Säugling nid?t befommt, bei ber er nid?t gebeizt, bejtänbig an .ftolifcn, Durchfällen, Verstopfung, ftarfem Milchbrcd?en, Säure im Magen leibet; oft felbft allein bie Ucberfütterung mit einer fonft gefunben Muttermild?, namentlich in ber üblen ®e»ohnheit mancher Säugenben, bag Jiinb bie 91ad?t über an ber Vruft fchlafen ju laffen; bie fünftlid?e Auffütterung ber Säuglinge, jumal wenn biefeg nid?t mit möglid?fter iRcinlichfeit unb Sorgfalt gefd?iel?t; ein ju rafcher Uebergang Vom ®enuß bcr Muttermilch ju einer fefteren, fräftigeren Val?rung; im fpäteren finblid?en Alter ber 311 häufige ®enuß von fleifterl?altigen Mehlbreien, fd?tvarjen Mehlflößen, Kartoffeln, unb mit Vutter überflrichenem fehmarjem Vrob. Aber auch gefunbe Stal?» runggmittel, wenn man fte im Uebermaße reid?t unb fo bie Verbauung häufig ftört, fönnen Veranlagung ju ben Sfropheln werben. Der Miß* 372 brauch Warmer ©etränfe, beS .RqffeeS, $ßeeS, Vor allem alter hie fcßäblicße ©cwoßnßeit .Rinbern Branntwein ju reichen, ruft biefeS Hebel hervor. 91IS Urfachen her Sfropbeln fönnen ferner betrachtet werben: finftere, enge, bumpfe unb feuchte Äinberßuben, Unreinlich!eit, ©ntjießen her frifchen £uft, biele§ Sißen unb unterlaffene SeibeSbewegung, ju frühe -2lnftrengung beS ©eifteS, eine unverftänbige tprannifcße ©rjießungSweife, Selbftbeflecfung, befonberS in bcn früheren fahren, ein ju warmeS, weichliches Berßalten, aber auch ein unvernünftiges burch eiSf alte 03 ab er unb burch färgs liehe Bebecfung beS JtörperS. SDlancße Olerjte behaupten, baß baS öftere s4bfcßneiben ber <§aare bei Jtinbcrn notßwenbig bie Sfropßeln hervorrufe; bieS ift jwar noch nicht hinlänglich erwiefen, allein leugnen läßt eS fleh nicht, baß ein unjeitigeS bei .Rinbern ßöctyft nachtheilige folgen haben fann. .Rennt man bie Urfachen tiefer .Rranfßeit, fo weiß man auch, wie man fte Verhüten fann, unb wenn fte feßon anfängt (Ich P jeigen, tvie fte noch ju befeitigen ift. Olrjneien helfen hier nichts, wenn in ber unjwecfmäßigen ©r* näßrungSWeife unb bem übrigen fehlerhaften Berßalten beS JtinbeS fortges fahren wirb. Dlur bei einer jweefmäßigen Diät unb pflege ift bie Sfropßels franfßeit heilbar unb bann jwar feßr oft ohne ade Olrjneien, befonberS wenn fte nicht fchon $u große gemacht hat. Niemals muß aber hierauf mehr Sorgfalt, unb baS jwar fchon von ber ©eburt beS JtiubeS an, Verwanbt werben, als wenn ber Bater ober bie ÜRutter früher felbft an Sfropßeln ges litten haben, ober wenn ber Bater ober bie Wiutter ober beibe alt unb burch «Rranfßeiten ober 2luSfcßweifungen gefcßwäcßt ftnb, benn bann ift bem .Rinbe ftcher fchon im .Reime bie Einlage ju biefer franfßeit mitgetßeilt worben. 5>ie 3Rutter eines folcßen »RinbeS muß ganj gefunb fein, fonft trage man Sorge, eine gute Olmme ju verfeßaffen, waS um fo bringenber gefordert wirb, wenn bie BJutter felbft früher ffropßulöS war. Bei ber UBaßl ber Olmme fueße man womöglich eine folcße ju ßnben, welche eine ber ffropßuIös fen Einlage ganj entgegengefe|te .Rörperbefcßaffenßeit hat; baher feine aufs gefeßwemmte, fleifcßige Blonbine mit jarter £aut, fonbern eine ftramme, mehr magere als wohlbeleibte Brünette. Ollte Olmmen, ober folcße, bie weit früher als bie butter geboren haben, taugen burcßauS meßt für folcße -Rins ber. 2?ie Säugenbe vermeibe ade geiftigen ©etränfe, fowie jebe feßwere, uns verbaulicße Jtoft, befonberS faure, bläßenbe Speifen, babei mache fte flcß Bewegung, ßüte fteß vor leibenfcßaftlicßer Aufregung beS ©emütßS unb meibe bcn OSeifcßlaf. 2)aS «Rinb muß beim jebeSmaligen Olnlegcn an bie QBruft meßt länger trinfen, als eS ber feßwaeße Jtinbermagen Vertragen fann, um jenes häufige ©rbreeßen ber SQeugcbornen, WaS vorjüglicß von Ucberlas bung fommt, ju Verhüten. ÜJian glaube auch meßt, bem Jtinbe eine SDoßi= tßat 311 tßun, wenn man eS feßr lange, etwa über ein 3aßr an ber -Stuft fangen läßt. 5£>aS .Rinb muß aiicß bei SReicßung ber nur naeß unb 373 nadj an andere Dlaprung gctvöpnt tverben, aber nidjt an DJleblbreie. (Sin bünner Btviebacffcrei ober bünner ift am jtvedmäfjigften. Smmer beobacpte man eine beftimmte Crbnung beim Darreicpen ber Dlaps rungömittel. 2)laii gebe bem kinbe täglid) fünfmal ju effcn, jtvifcpen biefcn SDlapljciteu barf c8 aber burcpauS nicptä erhalten. Gin Jtinb, baö ben gan= jen Sag if?tz ben ganjen Sag tvenigftenS eine Srobrinbe in ber <§anb pat, fann nictyt gefunb fein unb bann fcpon baburd) allein in Sfroppeln Verfallen. 93ei älteren kinbern reiepe man fHeifcpbrüpe mit SBurjeltverf, jumal mit SDloprrüben, QJcterftlicn, Sforjoneren, fpäter ©eflügcl, 4pammelfteifd?, 2öilb-- pret unb felbft 9Rinbfleif$. Bum ©etränf bient reines Dßaffer, leichtes 23ier unb befonberß baS (Siertvaffer (ein Gibotter mit 2 $funb SBaffer umge= fcpüttelt, etwaö kocpfalj unb Buder). Sjt ein Durchfall jugegen, fo gebe man 53robtvaffer mit Gigelb. 23ei beinern ffroppulöfen kinbe barf aber ber ©ebrauep beS (Sicpelfaffeeö Verfäumt tverben, er ftärft bic Verbauung unb lüft namentlich bie harten knoten im Unterleibe auf. ©ine reine trodene Suft ift eine ber .Rur. Der kraute mufj fo viel alö möglich in freier Suft jubringen (nur muff man bei 2lugcn= entjünbungen hiervon eine QluSnapme machen), feuchte DSopnung unb ben unterften Stod meiben unb tvo möglich gegen Mittag tvopnen. 93efonber3 muff bie kinber= ober Schlafftube äußerft luftig unb rein gehalten tverben. 3n «pinftcht ber SReinlicpfeit bann man pier nicht ju weit gehen unb nid?t aufmertfam genug fein, ba ffroppulöfe kinber tvegen ihrer Scptvädje fiep länger alö anbere verunreinigen. SDlan tvafepe jtveimal täglich ben gan= jen körper mit frifepem reinem Döaffer, tvobei man jugleicp ben ganjen kör= her mit Flanell reiben fann. Dieben bem fleißigen DBafcpen muß aber auch baö kinb noch öfter gebabet tverben. DlnfangS fei baö 33abetvaffer milcplau, nach bem Durcpbrucp ber Bäpne tvenbe man eö immer fälter an, bis man nach unb nach ganj falteö Sßaffer baju nimmt. Die Döäfcpe muß alle 5'age getvechfelt unb baß getvenbet, gelüftet unb häufig mit reiner 5-Betts verfchcn tverben. - Da§ Durchräuchern ber QBäfche Vor bem Dln- jiehen ift ungemein Vortheilhaft. - geberbetten müffen immer entfernt tvers Den, ein Sager von ©erftenftroh, gehörig mit Deden bebeeft, fehieft ftch h>er am beften, benn eö ift treich unb tvenig foftbar, tveöhalb man eö oft erneuern fann. Sonft paffen auch mit DJiooä ober <§äder- ling auSgeftopft. körperliche DSetvegung ift ein§ ber vorjüglichften Mittel jur Sßerhütung unb Teilung ber Sfropheln. kleine kinber unb fnochenfranfe kinber, bic niept gehen fönnen, laffe man fleißig in freier- Suft herumtragen, hindere bei fleinen nicht etwa burep feften Dlnjug ober Uöicfelbänber ben freien ®e« brauch ipter ©lieber, unb ältere kinber laffe man tvo möglich ben ganjen Sag in freier Suft fpiclen unb umherlaufen; fpäter aber tvirb ihnen Surnen, Scpivimmcn unb anbere gpmnaftifcpe Hebungen Von großem Dlupen fein. 374 SBaS bie mebijinifcpe (Bepanblung ber Sfroppeln Betrifft, fo fucpe man Bet fcpwäcplicpen «Konftitutionen unb Störungen ber SSerbauung ftärkenb einjuwirken burcp bie meinige (Rpabarbertinftur (|-2 Dpeelöffel 2-3 mal täglicp), burcp ben lange fortgefcpten ©enufj Von SBadnufjblättertpee itnb burcp ftärkenbe 93äber, auS JtälmuSwurjel, Schafgarbe, ft'ärberrötpe be* ftepenb, bei kräftigerer «Rörperkonftitution unb ungeftörter Sßerbauung nüpt ber anpaltenbe ©ebraucp Von £ebertbran, bis ju 3 ©fjlöffeln täglid;, an ben ftcp namentlich «Rinber tro£ beS unangenehmen ©efcpmackS leicht gewöhnen. § 178. doppelte ©lieber. Sßenn bie Skroppelkrankpeit bie «Knocpen ergreift, fo entfielt bicfeS Hebel. Die erften Anjeicpen finb: Spä= teS unb unvollkommenes Stehen; unb ©epenlernen, Auftreibung ber «Kno= chen an ben ©elenken, BefonberS an ber «öanbwurjel; im ferneren Verlauf «Krümmung ber «Knochen, BefonberS ber Schienbeine, beS QJruftbeinS, ber (Rippen (baper ©ngbrüftigkeit), beS (Rückgrats; Auftreibung unb (Benin* ftaltung ber «Knochen, oft beS ganjen «Körpers, BefonberS beS (BeckenS, baper ein pinkenber, watfcpelnb'er ©ang; gewöhnlich öfrüpjeitigteit unb Scharfe ber ©eifteSfäpigkeiten. Die «Krantpeit verliert fiep oft mit ber ©ntwicflung unb bem SBacpS* tpum beS «Körpers Von felbft. 33ei ben pöperen ©raben bleibt bie «Krünt« mung beS (Rückgrats, ber b'üpe. beS SBruflbeinS unb ber (Rippen, ja juwcilen allgemeine «Krüppelhaftigkeit burcp baS ganje Beben. Die «Kur ber hoppelten ©lieber ift bie ber Skroppeln, BefonberS in 23 e* jiepung ber biätetifepen SSepanblung Anwerbern paffen Alalj= unb Salj= Bäber mit «KalmuSWurjel verfemt, unb baS 2Bafd;en beS (Rückens unb ber ©lieber mit «Kornbranntwein, auch AmeifenfpirituS. innerlich bient befon= berS baS ßifen (f. (Rr. 310). 3ft baS «Kinb verftopft, fo fe|t man 2 ©ran (Rpabarber biefem Pulver pinju. (Bon ganj SBirfung ift hier auch ber Bebertpran, SRorgenS unb AbenbS je 1 Dpeelöffel voll. § 179. £)te Wirbt. Die ®id)t wirb oft mit (RpeumatiSmuS Ver« wecpfelt unb umgekehrt. Allein ber (RpeumatiSmuS entjteht von aufjen unb geht nach innen, bie ©iept hingegen haftet im Snnern beS «Körpers unb ftrefct nach aupen. Der (Rheumatismus ftört nicht ben Appetit unb bie £ßer= bauung, bie ©iept hingegen tput bieS immer. 3m (Rheumatismus bleiben bie «Knocpen gefunb, feft unb ftark, in ber ©iept werben fte brockliep unb mürbe. Die ®id)t ftpt Wopl nape an ben ©elenken, aber nid;t mitten auf bem SRuSkelfleifcp; bapin aber fepen fiep leidet rpeumatifepe Scpmerjen. Der fieberhafte (RpeumatfSmuS wanbert, unb ber fieberlofe ftfjt feft, wiip; renb bieS bei ber ©iept umgekehrt ber 8raU ift. (RpeumatiSmuS wirb ge= wöpnticp vollftcinbig gepeilt, bei ber ©iept gelingt bieS nur feiten. Daper ift eS am beften, ber ©iept vorjubeugen, waS aber auf keine anbere Art ge; fepepen kann als bap man bie Urfacpen rneibet, Von weld;en wir wiffen, baf? fte im Staube ftnb biefe «Kranrpcit ju erzeugen. Sßor Allem gepört pierper 375 Schwelgerei int (5 ff en unb Stinten, verbunbcn mit Sliüffggang, befonberg übermäßiger ®enuß beg SBeing, vorzüglich beb fauren; (Sgceffe in her Siebe, befonberg wenn nach lange Slubf eß weif ungen Sntbalt® famfeit eintritt unb überhaupt auch greller Uebcrgang Vorn Entbehren nnb Saften jum Ueberßuß unb von Slnßrengung jum Stichtgthun. Slllcin auch bie ganj Urfadjen fönnen bic ©iclß erzeugen, große Entbeh- rung bei angeßrengter Slrbeit, anhaltende Strapajen unter freiem Fimmel, oft Erfüllung unb 5)urd)iiäffung, baßer falte, feuchte ®egenb, feuchte QBoßnung, 33efcßäftigung in ber Stäffe, (SSafcßcn, SBafferarbeiten). Unterbrüdte gewohnte IBlutflüffe finb eine ßäußge Urfache ber ©ictyt, befon« berg bie unterbrächen golbcnen Slbern unb bab Slugbleiben beb SStonatlichen, Stauen oft crß nach biefent ßeitpunfte gicQtifd; werben. Entfcßie® ben hat bie erbliche Slnlage einen großen Einßuß auf bie Erzeugung biefer Jtranfßeit unb fann in folcßen Sällen bann felbß fd;on in ber «ftinbßeit jum SSorfcßein fommen. Beben regelmäßigen ©icßtanfatl muß man alb ein ßcilfameb Skßrcben ber Statur betrachten, um ben im Körper angcfammeltcn ©icßtßoff aug bem® felben ju entfernen, unb man muß baßer Sllleb mciben, wag bie Statur hierin ßören fönnte. unb SUntcntjicßungen jeher Slrt, fowie Scßwiß® mittel ober Dpium finb hier gleich Verwerflich unb bringen bem Jtranfen immer nur Stacptßeil, fobalb bag Sieber nicht ju ßürmifcß iß unb bie Schmerjen nicht alljufcßr überßanb nehmen. 2)tan ßat albbann nießtb Sin® bereg ju tßun, alg bureß eine fparfame Sßafferfoß ju Verhüten, baß bag Sie- ber vermehrt werbe, unb bie Slubbünßung ber leibenben Sheile burdß Umhüllung mit Slanncll, Sßacßgtaßct, SBatte, Slacßb, am beßen aber bureß einen klumpen frifeßer Jtammwolle ju befördern, unb jeben nac(}thciligen (Einfluß von außen abjuhalten. Sille anbern äußern SJiittel finb gefährlich unb tonnen leicpt einen Burücftritt ber ®icßt auf eble Sheile veranlaffen. Surch örtliche SBlutentjiehungen minbert man jwar ben ©chnterj unb bie Gntjünbung, allein bie @icht felbft wirb baburch nur hartnäefiger, jieht ßdj immer mehr in bie Sänge unb hinterläßt bann eine folcße Schwäche ber er® griffenen Sßeile, baß.fie faß unbrauchbar werben. Slucß innere Slrjneicn finb bann ganj überßüfßg unb fönnen eher fchaben alg nü|en. Stur in fol® genben Sällen iß man berechtigt, von biefem einfachen SScrfahrcn abjuweichen. 1) SScnn bic ©ntjünbung unb bag Sieber ungemein hcßig unb ber Jtranfe babei feßr vollblütig unb robuß unb ber ergriffene Sheil fehr roth unb heiO iß« 'fpier gebe man in ber erßen Seit bag Stitrum (f. Str. 23) unb nach einigen Sagen ben Salmiaf (f. Str. 26). QSerurfacht bie >§cftigfeit ber ©ntjünbung fehr große Schmerjen, fo fönnen in ber Stäße beg fehmerjenben Sßeilg einige <Schröpfföp;e mit großem Stußen angelegt werben. Db ber Jhanfe unter biefen Umßänben jur Slber laßen foll, fann nur ber rufene QIrjt befHmmen, feiten ift eS xxßfßig unb oft äufjerfl gefährlich, benn fehr oft entwirfeit fleh barauf bie UBafferfucht. 2) Sinb beutlicfye 'ßeldjen hon gaftrifchen Unreinigfeiten Vorhanben, Verbunben nut bern unjwcibeutigen ber Statur, fleh berfelben ent« Weber von oben ober unten ju entlebigen (f. § 102), fo reiche man nach Um« ftänben 93rech= ober Slbführmittel, woburch ber Jtranfe fleh bann ungemein erleichtert fühlen wirb. £>a aber, wo biefe ßeichen nicht entfliehen Vorhan« ben ftnb, untcrlaffe man jebe Ausleerung ber 2lrt, benn eS Tonnen äufierft bebenfliche folgen, felbjt ein gefährlicher Stücftritt ber @id)t barauf entftehen. 3) 3?ei ungemein heftigen Schmerjen ohne Seichen einer bebeutenben ©ntjünbung, vielmehr bei einem nerVöfen unb Trampfhaften ßuftanbe, mache man auS Silfenfrautejtraft mit SBaffer eine bünne Salbe, Welche man lau« warnt auflegt, unb innerlich nimmt man 2lbenbS baS Pulver Str. 162 ober 8-10 ©ran DoWer'S Pulver mit eben fo Viel ßuefer. 4) £ört baS Sieber jwar auf, bleiben aber bie örtlichen Sefchwerben unb namentlich ber Schmerj unveränbert jurücf, fo hat bie Statur nicht genug gehabt, ben .RranfheitSftoff Vollftänbig auSjufcheibcn, man gebe bann baS ©uajaf (f. SQr. 311), fo bah täglich jwei breiartige Stühle erfol« gen. Alten ©ichtfranfen gebe man 30, 40, 60 S'robfen bernfteinfauren «§irfchhorngeift in einer S'affe Sinbenblüthenthee, unb ift bieS Alles nicht hinreichenb, fo muh ber Arjt um SRatt; gefragt werben. 3ft bie ©icht £lö£ltch jurücfgetreten, fo fönnen äufjerft gefahrvolle in« ncre ©ntjünbungen mit heftigem Sieber barauf folgen. JDie bleibt hier immer, bie ©icht wieher nach aufien ju locfen. ®ei heftigem Sieber unb heftigen entjünblichen ßufäQen muh fogleich jur Aber gelaffen unb überhaupt ganj entjünbungSwibrig verfahren werben. Auf ben Ort, ben bie ©icht verlaffcn hat, muh ein Senfvflafter unb auf ben je£t ergriffe« nen 5'heil ein fpanifcheS Sliegenpflafter gelegt, unb wenn ber Sieberfturm ftdQ geminbert hat, bann innerlich «Rambher (f. Str. 119) gegeben werben. 39ei ber Ji o p f g i ch t, einer ber fchmerjhafteften unb gefährlichften 93er« fefcungen ber ©icht wirft nichts fo fchnell unb fo ftd)er als baS Anlegen von ber ©ebrauch ber Pulver Str. 312 unb ein QScftfator im Stacfen. 23ei entftanbener SJtagengicht muh anher ben 33Iutentjief?xxngen fo« gleich ein 93eftfator auf bie 'Jliagengegcnb gelegt werben. Sur SSerhütung ber UlücffäUe unb jur SSefeitigung ber nach haaren ©ichtanfällen jurücfgebliebenen SBefchWerben unb namentlich ber SSertrüm« mung her ©lieber giebt eS fein herrlicheres Mittel als bie tlnwenbung beS falten SBafferS unter ber 2lufficht eines in ber SBafferheilfunbe woljl renen QlrjteS, ber freilich nur feiten gefunben werben wirb. § 180. SHSurmfranfhftl* 3» allen ©ingeweiben beS in ber Seher, ben Sungen, Stieren, in ber ©ebärmutter, ber Urinblafe, ja felbft im ©ehirn, in ben Qlugen u. f. w. werben verfchiebene Wirten Von 2Bürmern 376 377 angetroffen, allein her vorjüglicbfte Ort ihrer ©rjeugung ift her Oarmfanal, hier finbet man ffe am geti'öhnlichften unb in her größten 2D?enge, audj ift Von tiefen ljier nur bie {Rebe. So wie man in bem erften Lebensjahre gewöhnlich alle franfhaften (Jrfcheinitngen bei ben «Rinbern Von biefertt Rlltcr auf {Rechnung beS Bahnens fdjiebt, fo hält man gemeiniglich nach beenbetem ßahngefchäft bie SBürmer für bie Urfache ber meiften «Rranfheiten. Rldein bieS ift bei weitem nicht fo häufig ber fVaU als man benft, benn febjr oft ftnb SBürmer im Sarmfanale Vorhanben, ol;ne baß fte bie minbeftc «Störung Veranlaffen, unb erfl trenn eine anbere .Rranfßeit hlnjutritt, verlaffen fte ihren Sits unb werben auöges leert, tro man bann irrig glaubt, weil SBünner bei ber jtranfheit jum 33or» fchein fommen, fo müßten biefe auch bie Urfache berfelben fein. Qlber auch ohne Rlbgang von SBürmern man fte feßr oft ba im {ßerbacht, tro fte an bem llntrobifein ber .Rinber auch nicht ben geringsten Rlnthcil haben, ja tro fte felbft auch gar nicht Vorhanben ftnb. Oiefer Srrthum ift Jeboch feine9= WegS gleichgültig, benn inbem man alSbann fein ganjeS Rlugcnmerf auf bie RluStreibung ber SBürmer richtet, überfielt man bie trahre .RranfheitSuts fache, man reicht bann oft ganj ungehörige SRebijin, unb ftiftet auf biefe Rlrt oft großen {Rachtheil. Rluch bei SRäbchcn unb grauen hüte man ftch bei franfhaften ©rfcheinungen, Welche ben SBurmjufäHen ähnlich fetten, gleich fein egjeil in irurmtreibenben Qlrjneien fliehen 511 trollen unb biefe ju reichen, benn fehr leicht tonnen ähnliche ßufäfle burd) bie Schwangerfcbaft erjeugt irerben. Dhnerachtet aber bie SBürmer, trenn fte ftch ruhig verhalten unb nicht in jn großer SRcnge Vorhanben ftnb, nicht immer Störungen ber @e= funbbeit veranlaffen unb felbft ba, tro fte bei franfhaften Bufällen abge= hen, nicht immer als bie Urfache berfelben betrachtet treiben bürfen, fo beu= tet ihre Rlntrefenheit boch immer auf einen franfhaften Buftanb ber Verbau® ungSthätigfeit hin, unb ftetS ift ju beforgen, baß burch ihren {Reij theilS man* chcrlci pöchft bebeutenbe Jtranfheiten cntflehen, theilS anbere jufädig hlujits tretenbe Rranfheiten baburch ungemein verfchlimmert trerben fönnen. Oie Rlhwefenheit ber SBürmer im Oarntfanale ju erfennen ift nicht leicht, befonberS trenn nicht feßon welche, enttreber ganj ober auch nur in Stücfcn abgegangen ftnb. Rßenn jeboch mehrere ber folgenben ©rfchcinutts gen gleichseitig angetroffen trerben, fo fann man mit vieler SEÖahrfct;einlich= feit vermuten, baß RBürmer im Oarmfanal vorhanben ftnb; hierher gehört: SlaffeS Seftcht, blaue {Ränber um bie Ringen, Erweiterung ber RJupide, öf* terer Rßechfcl ber ©eftchtSfarbe, übelricchenber Rlthem unb vermehrte Rlbfon* berung beä Speichels, befonberS beS SRorgenS unv im nüchternen Buftanbe, Uebelfeit, unregelmäßiger Rlppetit, Heißhunger, Ourft, öfteres 3ucfen an ber SQafe unb an bem {Riicfen berfelben, {Riefen, aufgetriebener, nicht harter Uns terleib, £eibfchmerjen in ber {Rabelgegenb, {Rafenbhtten, unruhiger mit Bäh® nefnirfeben unb jutreilen mit Rluffaßren verbunbener Schlaf, liegen auf bem 378 Baucpe, lebhafte träume, bie fiep oft im tragen Buftanbe noch fortfepen, ungewöhnliches SRagerwerpen unb Steigung ju ben verfcpiebenartigflen Ärampfjufällen. 3m 2)armf anale ber SJlenfcpen trifft man brei Wirten hon SBürmern am päufigften an, nämlicp 1) -Di ab en = ober Springwürmer, 2) Spulwürmer unb 3) Banbwürmer. § 181. £)ie SJRafccn« ober Sprtnßtvürmer, bie fowopl Bei Jtin« bern wie aucp bei ©rfoacpfenen Vortommen, paben bie Sänge eines palben BollS unb bie JLicfe eines ftarfen BtvirnfabenS. 2)en Ramen ber Spring« Würmer haben biefe Ußürmer ton ber Bewegung erpalten, welche man oft an ipnen waprnimmt, wenn fte abgegangen ftnb; ipr Sip ift gewöpnlicp im 2)laft« barme. S)ie ©egcnwart bicfer Sßürmcr vermutpct man, wenn nebft ben oben angegebenen SBurmjufäHen fiep ein läftigcS Buden, befonberS beS SlbenbS, unb ein fcpleimiger Abgang auS bem 3)iaftbarme einftcllt. Bei 2)iäbcpen finben aucp äpnlicpe ©rfepeinungen an ben ©efcplecptstpcilen ftatt unb brin« gen bort burep ipren «ftipcl üble BSirfungen pervor. Slufjerbem erzeugen fte oft Urinbefcpwerben, Stupljwang, fepeinbare unb eine periobifepe ©emütpsverftimmung unb Sraurigfeit. § 182. &ie «Spulwürmer* Sie paben bie Sänge Von 6-12 BvH unb fepen ben Regenwürmern fepr äpnlicp. -Dian vermutpet bie ©egcnwart biefer Bßürmer, wenn ber Jtranfe bei vielen anbern SßurmjufäUcn aucp über Scpmcrjcn um ben Rabel unb über wibrige Bewegungen unb ein ©efüpl Von Schnellen in bicfer ®cgenb flagt. 3 pr gewöhnlicher Sifj ift in ben bün« neu Wärmen, boep frieept aucp juweilen ein folcper Bßurm in ben Klagen unb wirb bann burep ben Scplunb auSgcworfen, jeboep erregt er gewöpnlicp bann lange Vorper (Stel unb Brecpreij, epe eS gelingt ipn los ju werben. § 183. ®er 23nnÖWurm. tiefer SBurm ift gcgliebert, ber ötopf ift. vierfolbig mit einem jugefpipten Saugrüffel, ber «palS ift fcpmal, faft fa» benförmig unb gept nacp unb nacp in immer beiitlicpere, breitere unb größere ©lieber über, bie ben übrigen Jtörper bilben. Seine Sänge ift fepr beben« tenb, man l;at fepon an 80 SUcn auf einmal abgepen fepen. £ier pat ber Jtranfe baS ©cfüpl, als wenn etwas auS ber linfen Seite plöplicp aufwärts bis in ben *£jalö fliege unb wicber jurücffiele, juglcicp fcpcint ipm ein Älum» pen in ber einen ober anbern Seite ju liegen. - 3m Selbe füljlt er wellen« förmige Bewegungen unb ein beftänbigcS Saugen unb flagt päufig über Scpwinbcl, Jtriebcln, Uaubwerben, ©infcplafen ber Singer unb Supjel;en. 2llle biefe Befcpwerbcn pören aber mit einem 2)tale auf, wenn ber Jiränfe einen Scplucf Branntwein ober Sßermutpeffenj nimmt. (5ine ju reichliche unb ju fräftige Raprung, wo noch Vieles im S)arm« fanale jurüdblcibt, waS niept in RaprungSfaft pat vcrwanbelt werben tön« neu, ober auch eine fcplccpte Jtoft, bie Von bem Klagen niept gehörig verar« beitet werben rann, ift ber vorjüglicpfte ©runb ber SBurmfranfpeit. Be» 379 fonberS wirb in ben erften Lebensjahren burd) eine fehlerhafte ©rnährung bie ©ntflehung her AJürmcr begünftigt, jutnal burch ben ©enup vieler faber, fcljlcimiger, mehliger StahrungSmittel, beS Schlechten ArobeS, ber 4?ülfen= fruchte, Jt'artoffeln u. f. w. Aber auch unb Unreinlichfeit, feuchte, bumpfc SBohnungen, Lebensart unb vieles ßucfereffen geben Aeran* laffung jur örjeugung biefer Schmarohertfyiere. Oer Aanbwurm fomnit ge* Wohnlich jwifchcn bem lOten unb 40flen Bahre jum Aorfchein. @r entwicfclt ftch häufiger beim weiblichen ©cfchlecht unb jwar gern jur Beit ber «Schwans gerfchaft, nach fchncllen ©eburten unb Äinbbettficbern; feine ©ntwicfelung wirb auch burch fchleimige, fette, mehlige SQahrung begünftigt. Oft leiben bie ©lieber einer ganjen Samilie, von ben ©ropeltern bis auf bie ©nfel, am 33anbwurm; auch wirb er häufig bei Schlächtern, unb Köchinnen angetroffen, woju aufjer ber Nahrung ber Aufenthalt in feuchten finftern Orten, im Ounftf reife frifch gefruchteter Shiere unb ber ©cnup Pon fehlens tem Arunnenwaffer beitragen. Sehr häufig finbet man ihn auch bei Ißerfos nen, bie öfter am 2öech|elfieber, ober bie früher am Jtopfgrinb ober an ber gelitten haben. § 184. Oie SSurmfranfhfii ift S'liar an fich nid)t gefährlich, allein bet Jtinbern ftört fte boch immer feljr ihre ©ntwicfelung unb ihr fräftigeS ©es beihen. Anwerbern werben LBürmer nicht feiten bie Aeranlaffung ju fet;r bebeutenben Jtrampffranfheiten, wahren ©pilepften, SßeitStanj, Starrfucht, Jtinnbacfentrampf, felbft Lähmungen, Sprachloftgfeit, fchwarjem Star, Schlagflup, bie bann freilich, wenn man ihre Urfache richtig erfennt, leichter ju heilen ftnb, als wenn biefe Jtranffeiten auS irgenb einer anbern Urfache entfielen. Oie Löirfungen beS SBurmreijeS ftnb nicht immer vorhanben; eS tonnen SUienfchen Löürmer hüben unb ftch lange babei wohlbefinben, unb plöfclich tonnen bann heftige SBurmjttfälle entflohen. OieS gefchieht entwe* ber burch beträchtliche Vermehrung ber Alenge ber iöürmcr, burch Aufregung berfelben vermittelet ihnen wiberlicher Oinge, auch burch junger, burch Bu* fammenhäufung unb Anfaugung berfelben auf einer befonberS empfinblichen Stelle beS OarmtanalS, ober enblich burch Erhöhung ber SReijbarfeit unb ©mpfinblicbfeit beS OarmtanalS, welches befonberS bei jebem fieber ber 8mll ift. 3e jünger baS Jtinb ift, befto beschwerlicher ftnb bie QBürmer unb beflo leichter ftnb Krämpfe unb anbere ©rfcheinnngen ber Sßurmtranfheit ju befürchten. Söachfen «ftinber mit SBürniern heran, fo verlieren ftch 'oiefe häufig im reiferen Alter, befonberS wenn bie oben angegebenen Urfachen ent* fernt werben; ift bieS aber nicht ber Sali, fo gefellen ftch Sfropheln, hoppelte ©lieber unb verfchiebene <§autfrantheiten gewöhnlich noch hinjn. 5)ie hanblung ber AJurmfranfheit ift übrigens immer langwierig, erforbert ©es bulb unb Aeharrlichteit. Oie SBürmer abjutreiben gelingt jwar oft jiemlict> leicht, beflo fchwerer ift eS aber, bie SßerbauungSfräfte fo umjuänbern, bafj baburch ihte Sßieberjeugung verhütet wirb. 3e länger baS Uebel bauert 380 unb je bebeutcnber fein ®rab ift, bcfto fchtvieriger ift natürlich auch bte £cb lung, unb bte Jtranffyeit fann bann trohl felbft baS ganje geben fortbauern. Wlabentrürmer gelten am leichteften ab, erjeugen fleh aber auch eben fo leicht tvicber. Schien fernerer ftnb bie Spulwürmer abjntreiben. «Bei bcr ©ehaublung bcr Wurmfranfhcit hat man enttrcbcr bie A6ftd)t, blofi bie vorhanbencn heftigen SBurmjufälle für ben Augenblick ju befeitigen, ober bie Würmer felbft abjutreibcn unb it;re SBiebererjeugung 311 verhüten. £>afj e$ ein Wurmreis ift, welcher bie Vorhanbencn heftigen Bufäde erregt, fann man vermuten, trenn früher fchon Würmer abgegangen ftnb unb bie oben bcfdjriebcnen SBurritjufalle ftch fd?on öfter Von Seit 311 Seit eingeftedt haben, unb trenn währenb folcper ftürmifdjen Anfäde bei Jtinbern ber Unterleib ftarf eingejogen ift unb fte über tjeftige geibfebmerjen flagen, ober trenn ohne ade anbere wahrnehmbare SSeranlaffung unb ol;ne ade Seichen eines anbern Vorhanbencn JtrantheitSsuftanbeS bei Jtinbern ober (SrtracQfenen mit einem Alale lebensgefährliche Bufäde eintreten, trenn 3. SB. bie «Rranfcn wie bom Schlage getroffen tyinflnfen (trobei bie falten ©liebmafjen, bcr fleine OJulS unb baS borhanbene Schlurften bie Anwefens heit bcr Würmer noch mehr Verräth), ober plöfclich if)re Sprache ober ihr ©eftcht bcrlieren, ihre Augen gräflich berbrehen ober in wahre Sobfucht ober heftige Jträmpfe berfaden, ober mit einem Alale bon heftiger Jtolif, <£>arns Verhaltung u. f. W. ergriffen treiben. ®ewähnlich treten folche hcfti£je Wurmsüfäde in ben Abenbftunben, bei grauen bei Annäherung ber AionatS= beriobe, ober währenb eines Fiebers ober bei einer Wurmfur, trenn bie Würmer felbft baburch ju fchr aufgeregt werben, ein. Unter folchen Um* ftänben mufj man fleh auf eine fehnede ginberung ber SBefchtrexben befcl;rän= fen, ba eine wirfliehe Ausleerung bcr Würmer theilS 311 lange bauern trürbe, theilS wegen bcS bamit berbunbenen heftigen DlcijeS felbft bie Bufäde ber= mehren könnte. 2)aS ift hier bie Alilch als ©etränf, als fticr unb als Umfrf;lag auf ben Unterleib. Auch bie öligen Mittel (füfjeS WlanbcU, Clibens, dlicinuSöl) innerlich unb in «Ripftieren ftnb hier fel;r 3U empfehlen, ferner auch ba$ Mittel 9lr. 53, ober bei heftiger Jtolif baS Mittel 2lr. 105; bcSglcichen baS Atittcl dir. 314, traS als ©ctränf unb 311m Jtlpftfer fehr 311 empfehlen ift. treten Krämpfe 311 ben Sßurmjufäden, fo gebe man bie dir. 313; trerben burth ben 3Burmrei3 fieberbetreguus gen veranlagt, fo gebe man bie dir. 59, mache beruhigenbe Um- ftyläge (f. dir. 106) unb gebe ertvcichenbe Jtfpftiere (f. dir. 152). Sobalb man von ber ©egenirart ber dßürmer burch ihren Abgang übersengt ift, fo mup man enblich barauf bcbacht fein, fte iregsufchaffen, nur müfj man folcQcS sur Unjeit erstringen troden. Silan thut baher am heften, bie Beit beS abnehmenben SDlonbeS basu 311 benu|en, tveil bann bie SBürmer leichter abgetrieben trerben fönnen. 3ebe SBurmgattung hat ihre eigenen, ihr befonberS feinblichen Wurmmittel. 381 Um bie Kabentoürmer ab jutr eiben, bebient man fleh öerfdßte* bener Abführmittel. Erwachfenen giebt man bie halber Kr. 85 unb jirar 3 Korgen hinter einanber ein Stücf ju nehmen, Kräftigen Kinbern giebt man bie Ißulber Kr. 315, bie Pulver Kr. 316 unb Heineren Kinbern baS Jränfchen £Rr. 317. Dft leiflet baS Sßerfchlutfen bon ganjen Bitronenfernen redjt gute SDienfte, ober man läßt 12-13 Bitronenferne mit einem halben Kuhmilch unb etwas Bucfer fochen, baS Oanje bann auSpreffen unb nüchtern trinfen. DiefeS wirb burch 8-14 Jage aUe Kor« gen wieberholt. Set ErWachfenen ftnb bie Ritten Kr. 318 fehr bienlich. Da ber Hauptfi| ber Kabenwürmer im Kaflbarm tfl, fo ftnb KlpfHere oft noch wirffamer als bie inneren Kittel, jcbenfaUS muß man fte ftetS mit biefen berbinben. Bu ben Hausmitteln gehören auS Del mit etwas Bucfer ober Honig bcrmifcht, auS einer Ablösung beS Knoblauchs (fehr Wirffam, aber einen Ungeheuern ©eflanf berbreitenb), bon Saljwaffer, febr berbünntem Efftg, warmer, ftarf gefallener Kilch; Seifenzäpfchen in Del getaucht; ein Stuhljäpfchen auS <S4>ccf, in welches fich, wenn man eS einige Beit liegen läfjt, bie SBürmer einfreffen unb bann bamit wer« ben. ES geht mit ben Kabenwürmern wie mit ben anbern SBürmern, fte weichen halb biefen, halb jenen Kitteln. Sollten fte bei Räbchen and; in ber Scheibe ft|en, fo fann man bie angeführten Kittel, jeboch mit Sorftcht, auch in biefe einforifcen. Kit ber Kur etwas lange fortjufahren unb bie -Kittel öfter ju wicber« holen ift immer fehr anjurathen, beim wwnn biefe SBürnter auch fchon gänj= lieh berfchwunben ju fein fcheinen, fo bleiben boch noch oft ihre Heinen, faunt ju bemerfenben jungen jurüd, bie fehr halb wieber hcranwachfen unb ben Kranfen aufs Keue plagen. Sehanblung ber Spulwürmer. Auch hier muß man oft mehrere Kittel berfuchen, ehe eS gelingt, biefe SBürmer loSjuwerben. - DaS nnrffamfte Kittel ift ber 2ßurm= ober Bittwerfamen (f. Kr. 319 unb 320). Sei Kinbern, bie nicht gut einnehmen, giebt man am beften 14 Jage lang währenb beS abnebmenben KonbeS aUe Korgen einen Jheelöffel boll über* puderten Bittwerfamen, welchen bie Kiuber gern offen, unb jum Schluß baS Abführmittel Kr. 315, ober man läßt fte eine Heine Jaffe boU geriebene Kohrrüben mit Honig früh nüchtern berühren. - Sehr wirffam ift oft für Erwacpfene fowie für Kinber baS SBalnußfchalenextraft (f. Kr. 321) unb bei Krämpfen in Sßerbinbung mit Salbrian (f. Kr. 322). Sehr jtoeefmäßig ift bie SBerbinbung ber oben genannten Arjneien mit Eifenmitteln, weilbaburch zugleich ber Darmfanal geftärft unb auf biefe Art bie Kranfheit grünblich gehoben wirb (f. Kr. 323 unb 324). Auch äußerliche Kittel beförbern ben Abgang ber SQBürmer, j. S. Einreibungen baut Sergöl ober bon IHeinfarrnöl in ben Unterleib, Umfchläge bon Ulcinfarrnfraut mit USermuth. Sollen aber biefe Kittel fleh nufclich beweifen, unb foll bie 382 ©iebererzeugung her ©armer Verhütet werben, fo muß bie Kur burd) eine gwecfmäßige Diät unb übrige SebenSweife unterftu|t werben. Daher müf« fen aUe fctywer verbaufidjen Sacfwaaren unb alle $ülfenfrüd)te, Kartoffeln unb vieles Srob, fowie ber ®enuß beS KäfcS, ber fetten Alilch, warmer ©etränfe unb ähnlicher Verfchleimenber DlahrungSmittel Vermteben werben. Dagegen ift ber ©enuß einer fefjr animalifdjen Diät in Serbin« bung mit jungem ©emiife unb zucferftoffhaltigen ©urjeln, auch ber ©enuß ber tRübcn unb beS SauerfrautS ju empfehlen. ©twaS Kochfalz unb mit« unter ein Schlucf ©ein ftnb hier äuf erft bienlicfy. UebrigenS muß ganz bie« felbe SebenSorbnung, wie fte bei ben Sfroipheln empfohlen würbe, befolgt Werben, beim Sfropheln unb ©ärmer entfielen ganj auS berfelben Duelle. Darum muß auch hier für viele Bewegung in freier Suft, für große 9teinlid;teit unb freie 4?autauSbünflung Sorge getragen werben, unbbeSljalb ift baS Saben auch hier Von fo großem Um nadj Abtreibung ber ©ärmer bie ©iebererjeugung ju Verhüten, ift eS gut, wenn bie Kranfen lange fortgefe|t alle Alorgen einige ©läfcr eines eifenhaltigen SrunnenS, 3. S. Sprmonter, Kubover, u. bgl. trinfen ober baS ©ifenmittel Dir. 325 nehmen. Sei Kinbern ift cS fel;r heilfam, mehrere Alonate lang (eben Alonat im abnefymenben Alonbe ben überjueferteü Bittmerfamen brau« ctyen ju laffen unb baS Abführmittel Dir. 315 hinterher ju reichen. Der SanbWurm fann auf jwei Arten weggefeßafft werben, inbem man if;n nämlich entweber aHmälig ju entfräften, ju tobten unb fo nach unb nach °hne heftige Anftrengung ju entfernen fucht, ober inbem man it;n mit einem Alale mir ® em alt forttreibt. Die erfte fanftere Alethobe ift allemal ftcherer, unb immer ift eS gut, fte juerft ju Verfugen; ja bei zarten, feßr empßnblichcn Serfonen bleibt fte bie einzige, welche man anwenben barf. 8« biefem Schüfe giebt man anhaltenb eine längere Beit hiuburch ie^cn borgen eine DofiS ©lauber« (1-2 Quent« <hen) ober Salz (1 Quentchen), babei täglich 3-4 mal 10-15 Dropfen 4?aHerfcheS Sauer in einem f;al6cxt ©lafe Bucferwaffer ober täglich 3mal 1 Duentchen Büinfeile mit £Rofenfonferve, ober alle Alorgen nüchtern Knoblauch in DJlilch gelocht, ©anj vorzüglich wirffam ift aber bie ©ranat« rinbe (f. Dir. 326). 3n neuefter 3«t ift unS als ganz Vorzügliches, faft ganz ftch'er wirfenbes Drittel gegen ben Sanbwurm baS Kouffo auS Abpfftnien zugefommen. Alan läßtbavon 5 Quentchen mit heißem ©affer aufgießen unb trinft bicfcDuan« tität, ohne fie burchznfeihen, umgcfchüttelt beS AlorgenS nüchtern. Bur Un« terftüfcung fann man noch 1 ober 2 ©ßlöffel 3licinuSöl nachgeben, ffür bie« jenigen, benen biefer ScQütteltranf zu Wiberlid) feßmeeft unb ©rbreeben er« regt, fann man auS 5 Quentchen Kouffo unb 6 £oth abgefchäumten eine Latwerge bereiten laffen, bie man in 2 Dheile innerhalb einet Siertelftunbe nehmen läßt. 383 Sluch 1jat fbcf> nachflehcnbeS Kittel in ben weiften hätten als bewährt erWiefen: Patient geniefjt QlbenbS vor bcni ©efcranef; ber Slrjhei eine fette Uöafferfuppe, beftehenb auS geriebenem SBeifjbrob, ober 9leiS mit Sutter, Jhaut, Sßurjeln ic. recfyt faljig gemacht - fobann ein Stücbdjen Häring. Sim folgenben Korgen beim ©rwadjen 1-1| Unjen fRictnuSöl, jwei Stun* ben nachher bie erftc Hälfte ber Kijtur - eine Stunbe nachher bie Hälfte beS OteftcS ünb eine Stunbe barauf ben (Heft ber Kijtur. QSäfyrenb beS ©innchmenS gel;t Patient möglityft viel umher. 2)er Ußurm geht ab, wenn nidtyt früher, eine halbe Stunbe nach bem ©innehmen beS Seiten ber Kijtur. Um etwaiges ©rbred;en ju verhüten, baut Patient nach jcbeSmaligem ©in* nehmen ßitronenfcfyfcle ober auch ßimnit, auch bann ein Schief balteS SBaf* fer nach ber Kobijin genommen werben. Sollte baS Kittel nidjt gehörig abführen, fo bann «ftalbfleifchfuppe genoffen werben, Welche überall nach ge* enbigter Jtur anjucmpfehlen ifl, fowie auch ber längere ©ebrauch von Tinc- tura chinae compositae. Tie ©ranatWurjel muh ja recht bräftig fein, nicht Verlegen, unb längere 3eit bigeriren. SeitpunbtbeS ©ebraudjS, wenn ©lieber beS SanbwurmS abgehen. Re.: ol. ricini. (1| Unje), Rc.: Cort. rad granat. (2 Unjen), Diger. turc. coq. p. horam colat. (12 Un» jcn). Sou baS Kittel ftärber unb unfehlbar Wirben, fo fe£e man ju ber 1| Soth Aspidium felix mas. (puIVerifirte Bu bemerben ifl: TaS SQad&tßefdQirr, welches benu£t wirb, ift bis jur Hälfte mit warmem SBaffer, welches bie SB arme beS men fehl ich en SluteS h«ben mufj, anjufüllen, bamit ber Uöurm ftch nicht jurüdjiehe, wenn er in ju warme ober ju halte Temperatur gcrätl;. § 185. Äparnfteinc. Tie ©egenwart eines Steines in ber Urinblafe erbennt man auS bem beftänbigen Trängen jum Urinlaffen, Wobei befonberS heftige Schmerjen entftehen unb ber Urin oft in fei* nem Saufe plöfclich ftiUfteh't. Tiefe BufäUe ereignen ftd) im Stehen häuft* gor als im Siegen. «§arnftrenge, gänjliche Harnverhaltung, ein beftänbigcS, 3uden unb Jtifseln in ber Künbung ber Harnröhre, ein be* ftanbiger Schleimabfa| im Urin, oft mit ©rieS ober Heinen Steinchen ge* mifcht, auch juweilen mit Slut (befonberS nach erfchütternben ein ©cfühl von Druct unb Schwere in ber Tiefe beS ScdcnS, welches burd) Siegen erleichtert, im Stehen Vermehrt wirb, ftnb ©rfcheinungcn, woraus man mit vieler Uöahrfcheinlichbeit auf bie Slnwefenheit eines SteinS in ber Urinblafe fchlicfjen bann, obgleich nur burch eine chirurgifche Untcrfuchung hierüber völlige ©ewihheit erlangt werben bann. 3)urch öfter wieberbehrenbe «Rrampf* unb ©ntjünbungSanfäUe werben enblich bie Häute ber Slafe branbhaft veränbert, eS entfloht Vereiterung, hebtifcheS fieber, Slafenfchwinbfucht, unb enblich erfolgt ber Tob Von Slb* jehrung, wenn ber Stein nicht bei Briten auf irgenb eine Slrt auS ber Slafe entfernt wirb. 384 § 186. T>te 'Jtierenfteittc treiben an ben anhaltenben ober Von Seit ju Seit immer wieberfehrenben Schmerzen, ober bem ©efühl Von Schwere unb S)rucf in ber (Rierengegenb, an ber £eriobifd? eintretenben Steinfolif, auf welche gewöhnlich ein Qlbgang von Steinen ober ©rieS folgt, an ber gewöhnlich rotten ?Varbe ber abgehenben Steine, einem läftigcn $>rucf auf bem Scfyenfel ber einen Seite, auch wohl einer Schwäche unb Sähmung beffelben erfannt. häufig ift auch liebelt eit unb ©rbrechen im nüchternen Buftanbe, felbft SCfeWinbel ein begleitenbeS Seichen. 2)ie Sein!olifen finb heftige, plöfclich entflehenbe, fcpmerj» hafte (Anfälle, bie befonberS häufig bei ben (Rierenfteinen Vorfommen. - SDicfe Schmerzen, welche fleh burch ihre unb ihr plöplicheS ©rfepei« nen auSjeichnen, entfielen vorzüglich in ber Olafen» ober (Rierengegenb, ver« breiten ftep aber bann über ben ganzen Unterleib, finb ftetS mit ©rbreepen, ©efeprei unb frampfpaften ©mpfinbungen in ben £oben unb Scpenfeln ber leibenben Seite verbunben; auch gefeilt ftch grope Oeflemmung in ber grübe ober Orufl, wot;l mit frampfpaftem beS Scplun» beS, Schauber über ben ganzen «Rörper, ber wopl in allgemeines Sittern unb heftige Bedungen übergeht, mit hinju. 2)iefe SlnfäUe werben beutlicp burch (Anftrengungen beS «RörperS, fahren, (Reiten, kaufen, Springen, felbft I;ef« tige Seibcnfcpaften, fowie burch Uebermap im ©enup f;i£tger ©ctränfe, burch förderliche ©rpifcung unb ©rfältung rege gemacht, burch förperlicpe Oewe» gung Verfcplimmert; bagegen bei (Ruhe unb befonberS horizontaler Sage auf ber leibenben Seite, wopIauCp bei leerem 2Ragen verminbert unb hören bann Wohl ohne ärztliche >§ülfe nach einiger Beit Von felbft auf. 2?ie Urfachen ber <§arnfteine ftnb entweber örtlich ober allgemein in ei» wem gefepwäcpten Buftanbe ber UnterleibSeingeweibe begrünbet. DertliCpe UrfaCpejt finb folgenbe: 1) SBenn auS irgenb einer Urfache ein ungewöhnlich langes Ocrweilen beS UrinS in ber Urinblafe flattfinbet, fo fepen ftch, U-'ie jet»cS unrein gehal» tene (Racptgefcpirr bieS beweift, bie in jebem Urin beftnblicpen erbigen Oe» ftanbtpeile auS bemfelbcn ab, unb bieS giebt bann Oeranlaffung zur (Erzeu- gung eines OlafenfteinS. Ober 2) wenn frembe Jtörper in bie Olafe fomtnen, um welche ftch bann bie fteinige 2Raterie anfept, z« Scprotförner, «Rornähren, geronnenes 39lut unb Schleim. SluS biefem ©runbe ift eS bebentlieh, 33ougieS unb «Ratheter lange in ber SBlafe liegen zu laffen. 3m (Allgemeinen trägt eine anhaltenb SebcnSart, langes z« 93ett liegen, Oiipbrauch geiftiger ©etränfe, befonberS junger, faurer, herber (Keine, eine zu reizenbe Slcifchfoft, SluSfcpweifungen in ©efchlechtSgenüffen Viel zur Steinerzeugung bei. UebrigenS fleht bie Steinfranfheit mit ©icht unb gol» benen (Abern in genauer (Berbinbung; bicfclben Urfachen, bie biefe «Rranf» heiten hervorrufen, geben auch Sßeranlaffung zu <Steinbefchwerben, ja bie 385 Kranfheitcn felbft wcchfeln unter einanber, fo baff, wenn bie eine fdjweigt, bie anbere jum 33orfcQetxt fomnit. Sn allen biefen fällen fdpeint aber be« fonbcrS baS iRücfenmarf beteiligt ju fein, wenigftenS feigen wir, baff auch bei Kinbern, welche an hoppelten ©liebem leiben, unb wobei bie Olücfenivir» belbcine fo häufig nut ergriffen ftnb, bie Stcinerjeugung eben nicht feiten 311m fommt, unb baff befonberS bie Slierenftcine fo häufig mit Zäh- mungen ber unteren ©liebmaffen fleh verbinben. - Die Steintranfheit ift immer ein äußerft bebenftidjeS liebel, unb ein folger Kranfer tmt wahrlich alle Urfache, eine forgfältige Diät unb ZebenSweife ju führen. Um bie Sin« fälle ber (Steintolif möglichft ju Verhüten unb bie Steins ober ©ricSerjeu« gung 311 verminbern ober felbft gänzlich aufzuheben, muh er Vor allen Din« gen bie oben angeführten Urfachen meiben. ©r barf fleh baffer nicht ben ©enup fchwerer, fcharfer, fehr erhi|enber, harter, blähenber, Sßerftopfung machenber Speifen erlauben. Doch ftnb -Dlehlfpeifen, mehlige ©emüfe, SieiS, Kartoffeln, grüne ©emüfe, Bucter, fowie überhaupt eine ber Sleifcpbiät vorzuziehen, unb immer muff ein Steinfranfer feine 2)iahljeiten fo viel als möglich befchränfett. ©ine ift eS aber hier, ben Urin ftetS fo milbe unb Verbünnt alö möglich ju erhalten, waS vorgüglicty, auffer burch bie angegebene Diät unb bäS 23ermeiben aller fpirituöfen ©etränfe, burch ben reichlichen ©enup beS einfachen falten SßafferS erreicht werben fann. Sft baS Uebel nicht fehr eingewurzelt, fo reicht bie Befolgung biefer Sßorfchriften oft allein hin, um eS ju heilen. Slufferbem muff vieles Zumal mit vorwärts gebeugtem Unterleibe, ju langer Schlaf, befonberS an« haltcnbe £Hücfenlage vermieben werben. ZeibeSverftopfung, ju welcher bie Steigung hier ftetS fehr groff ifl, barf nicht gebulbet werben, benn biefe ruft fehr leicht einen Qlnfall hervor. Durch KIpftiere mit faltem iß aff er beteiligt man biefen Uebelftanb am zwecfmäffigften, fonft aber pafft ber Sennafaffee (f. Sir. 148) ober auch baS Slbführmittcl Sir. 83. Der Seifchlaf ift womög« lieh gänjlich ju meiben ober hoch nur höehft mäffig ju erlauben, benn ein folger Krauter muff fleh vor jeher Slufregung beS ©efchlecptStriebeS wohl hüten. Starte ZcibeSbewegungen ftnb zwar forgfältig ju vermeiben, jeboch ift mäffige Bewegung in freier Zuft fehr mißlich. ©emüthSbewegungen, be« fonbcrS Born unb Slerger, ©rfältung unb unterbrüefte hautauSbünflung werben fehr leicht nachtheilig unb machen Unfälle von Steinfchmerjen. Sn ben Unfällen ber Steintolif felbft mup bie foeben angegebene Diät unb Ze« benSorbnung mit ganz befonberer Sorgfalt beobachtet Werben. Vorzüglich ift bie gröffte Oluhe unb horizontale Zage ja nicht zu verabfäumen, bamit ber Stein nicht auf ben SluSgang ber 93lafe fällt. Bur Zinberung ber Schmer« Zen bient ber reichliche ©enuff Von fchleimigen, öligen SJlitteln: viele frifche JButter, füffeS tDlanbel« ober Zeinöl, tülanbelmilch, fünftliche SJlilch von 4?anf«, Zein=, SJlohnfamen, ©iweiff, verfchiebene ©aderten, SHalvenblüthen«, ©ibifch« I)er Jjau«arit. 386 irttrjelabfocpungett, vor 5111cm ater baS aratnfcQe ®ummi (f. 9lr. 53), unb wenn SSerftopfung jugcgen ift, baS Oticinuööl (f. 9lr. 327). SBopI muff man unterfcpeiben, ob bie Scpmerjen entjünblicper ober frampfpaftcr SQatur ffrtb. 3m erften ffalle ftnb bie Scpmerjen ungemein heftig, anbauernb, ftetS auf eine «Stelle Befc^ränft, unb Vermehren ftep ungemein bei einem Drucf auf bie 29lafcn= ober -Jlierengegcnb; babci pat ber Jtranfe fficbcr unb einen rotten peifjcn Urin. - 9Qad) -sDlapgabe ber Jtorperbefcpaffenpeit bcö .Rranfen unb ber -gcftigfeit bcS £cibcnS muf; entweber fogleicp ein 5lberla§ veranftaltet, ober e3 muffen in pin* rcicpenber Stenge an bcn leibenben Crt angelegt, ber Unterleib ober bie SQiercngcgenb mit bem ©reiumfcplage 9lr. 195 a, jebocp ohne fflicberblütpc, bebecft unb nacp Umftcinben baö Glitte! 9lr. 204 a ober 327 gegeben werben, «Rrampfpaft ift ber Buftanb, trenn bie angegebenen Beicpen ber Entjün« bung fehlen. <§ier bienen bie Jtrampftropfen 5lr. 167, bie Pulver SQr. 161, alle 1-2 Stunben 1 Stücf, bis £Ru1)e erfolgt, befonberS bie SZiijtur 51 r. 255, baS Mittel 5lr. 204 a. ohne bcn SBcinftein, ober bei 23erftopfung 5lr. 327. 2)er Särlappfamcn (f. § 152), fowie überhaupt baS ganje bei fcpmerjs haftem Sdjwerparnen empfohlene Verfahren ift auch picr anwenbbar unb ton großem 9lupen, beäglcicpen bie Einreibungen unb Untfcpläge 51 r. 256, ber Qheiitmfcplag 5lr. 106. Bum ©etränf reicht man f)ter, aufjer bcn fcplei* migen 2lbfocpungcn 5lr. 203 ober 246 unb bcn oben angeführten fflüfftgtei« ten, ben 2lufgufj von ©albrianwurjel ober einen ftarfen JtanttUentpee, ber bei ppftcrifcpen ffrauen gute STienfte tt?ut. Dclige .ft'lpftiere mit 4-6 Tropfen Dpiumtinctur unb lauwarme mit ton Seife obe» Äleie bürfen niept verabfäumt werben. Um ben Stein aufjulöfen unb ihn fo auS ben Urinwerfjeugen fortju« fepaffen, namentlicp trenn fogenanntcr <§arngrieö abgept, pat ftep JtarlSbab, unb nid?t minber ber Sßilbunger unb Selterfer mit jJiccpt bcn gröpr ten fRupni erworben, ja felbft baS Von Struve fünftlicp naepgemaepte ÄarlSbaber Sffiaffer pat in biefer SSejicpung treffliepe T)ienfte geleiftet. 3n Ermangelung beffen bann man fiep jwar noep mehrerer anberer Mittel bebie« nen, allein eine folcpe Jtur barf immer nur von einem erfahrenen 5lrjte ge» leitet werben. § 187. Deftercr ®rucf unb Scfcpwcrben in ber reepten ©berbaucp= unb SJiagcngcgcnb, befonberS iDlagcnfrämpfe mit Erbre* epen beuten bie 5Inwcfcnpcit von ©allenfteinen an. 2lllein baö 4?aiiptjeicpcti beflept inber®allenfteinfolif, welcpc ftep baburep auSjeicpnet, baf? ber Trante von Beit ju Beit bie peftigfien Scpmerjen in ber Veber= unb Klagen« gegenb mit peftigem Üßürgen unb Erbrecpcn unb barauf folgenber, einige Xage anpaltenber gelber Hautfarbe befommt, wonacp ftep im Stuplgang Abgang von ®aUenfteinen finbet. £ie Urfachen ber ©adenfteinerjeugung ftnb: cpolerifcpeö Temperament, 387 ®enuß vieler festerer, fetter, thierifcQer JRaprunggmittel, unterlaffeneg Trin« len, (idente gebengart, Bufammenfcpnüren teg Unterleibeg, anhaltenter @ram unt Jtummer, befonterg verfcplucfter 2lerger bei tem (Effen (tatter in unglücfliehen ®hfa haußg). 5)ie 93ehantlung ter ©aHenfteinlolif ift ganj tiefelbe ivietie ter £arn« fteinfolif, unt hiev tvie tort muß man auf ten entjüntlichen oter frampfs haften Suftant ter Schmerjen genau nehmen. ßmpfehlengtverth unt fehr toirlfam gegen ©adenfteine ift eine 2luflö« fung von 1 Quentchen Terpentinöl in 3 Quentchen Schwefeläther unt tavon früh unb 2lbentg 15-20 Tropfen in ßuderwaffer genommen. Crlftc SlbtOciluitß. SßciWidjc (ScfdjkdjtSfrnnflkitcit. § 188. «ychlcr ber monatlichen Sietnfgung. Sur Seit ber ©efcplechtgreife, wo her tveiblidje Jiörper feiner 39eftimmung gemäß, ter ®r» Haltung teg 2)icnfchengefchlechtg, a u ggebilt et wirb, gelten in bemfelben mächtige SBeränberungen vor, ter ganje '-Biltunggtrieb namentlich geht auf tie T'heile über, tie jur ® mpfängniß unt Qlußbiltung beg Ji int eg beftimmt ftnt, tag JBIut flrömt vorzüglich ja ter ©ebärmutter unt ta tie Sliaffe teffelben mehr alg hinlänglich ift jur (Ernährung ter ©ebärmutter im jungfräulichen oter un» gefcpwängerten Suftante, fo wirt ter Ueberfchuß turch eine regelmäßig alle 4 äöochen eintretenbe (Entleerung (tie Hiegel, Iperiote, monatliche jReini* gung genannt) nach außen entfernt, mäßrent er im gefchwängerten Buftanbe jur SSiltung teg neuen Jteimcg VerWantt wirt. - (Eg ift flar, taß tiefe fEunftion, tie fo innig mit ter SBeflimmung teg Uöeibeg jufammenhängt, eine hohe Ößichtigfcit hat unt taß tie Störungen terfelben eine befontere 33eaeh» tung tertienen. § 189. a) 3« früher (Eintritt her SSRonateperiobe. ©ewöhn* lieh jeigt fleh tiefelbe unter unfern Himatifchen ©erhältniffen (im Süten allertingg früher; im löten Sahre, jetoep hat man auch Sälle beobachtet, baß iWätchen Von 2, 5, 9 fahren regelmäßig einen folchen Slutabgang hat« ten. Snteß ift eine fo frühjeitige (Erfcheinung nur höcpfl: feiten, meift in eis ner angebornen (Eigentfcümlichfeit teg Äörperg begrüntet, unt eignet fiep beßpalb feiten für eine metijinifepe töepanblung; in ten meiften fällen je» toep ift tiefer abweiepente ßuftanb <EoIge einer fehlerhaften ßebengweife oter unterer glcicpjeitig Vorpantener Ölrantheiten. - 3« ten nachtheiligen (Ein« 388 flüffen bet Sebtnfiiveife gehört fcplecpte Serpflegung unb Sßernad)Täfftgung in früt;efter Sugenb, Armutp, Jtoft, Aufenthalt in einer feucptcn, fal» ten Sßopnung, ju frühe, anftrengenbe, entfräftigenbe 33efd>äftigung, Bebenöart, Diangel an Bewegung, in freier £uft, ju häufiger ®e= nufj erpipenbcr, ftarf geirürjter Speifen nnb ®etränfe, Scplafen in ju war» men Setten, fowie öftere Betaflung unb öteijung bet ©efcpleeptgtpcile, bcfon» berö burd) Selbftbeflecfung, ftplüpfrigen Umgang, jeitigeS fHomanlefen unb Befucpen bcS ßu ben Äranfbeiten, welcpe eine ju frühe ®e» fcplecptöentwicfelung bei Diäbdjen perbeifüprcn, gehören Sfroppeln, bie eng» lifdje Jtranfpeit, Ab3eprung, SBürmer, 2ßafferfud)t u. f. w. SBa§ bie SBürmer anbelangt, fo fönnen biefe einen Slutabgang auä ben weiblicpen @cfd;led?tStfyeilen junger Diäbcpen veranlaffen, inbem burcp baS 3ucfen unb Jtrapen bie Speile Wunb werben, wo bann baS Jtrafcen eine Siu» tung veranlaffen fann, welche man wopl öfter für ein früpcö Er« fcpcinen beä Dionatlicpen gehalten pat. Sebocp fann auep ber beftänbige Oleij, ben ifjre Anwefenpeit im Diaftbarm Verurfacpt, ben Dionatöflufj wirf lieb 311 früh pervorrufen. Beicpt füprtbiefeö 3U frühe Erfcpeinen beä DlonatSfluffeS 3U Abmagerung unb Abjehrung unb 3War um fo mehr, je jünger baö ift, gan3 befonberö aber, trenn bei einer fcpwaepen, rei3baren Jtonftitution ber ©efcplecptStrieb gewaltfam hervorgerufen würbe. Um tiefen franfpaften Buflanb 311 beseitigen, finb vor allem bie oben angeführten Scpäblicpfeiten 311 vermeiben, unb an ihre Stelle müffen beffere förderliche Erjiepung, gefünbere troefene SSopnung, Bewegung in freier £uft, 3wectniäfjige Sefd?äftigung unb Erheiterung ber Seele treten; bie Ber» änberung beö Jtlimaö unb ber Aufenthalt auf bem Banbe finb vortreffliche Heilmittel unb öfterö allein im Stanbe, bie «Rranfpeit gan3 311 heben. Sinb feine anberen «ftranfpeiten, 3. S. Sfroppeln, SB ür in er u. f. w. Vorhanben, ift ber Buflanb niept burep frühzeitige ®efcplecptörei3iing perbeigefüprt tror» ben, wirb feine fd.)mer3pafte Empfinblicpfeit bei Unterfucpung beg diücfgratö wahrgenommen, finb feine Unreinigfeiten in ben erften SBegen vorhanben, fo pat man alöbann blop bie allgemeine Scpwäche beö .RörperS 3U befampfen. ■Dian gebe baher anfänglich ben $hee Dir. 328 unb gehe fpäter 3U bem ®e» brauep bcö iölänbifcpen SJloofeS über. Aeufjerlicp läßt man in ben Unter» leib, in bie Schoofh unb Einreibungen maepen mit 3uf am men gefegt em 2)1 a ft ix» ober 21 n g el if a f p i r i t u ö, mit ber ölig balfamifcpen Dl i£tur ober mit ber Einreibung Dir. 197, ober man läfjt ein mit Duenbel, DBermutp unb Dleliffenfraut gefülltes unb mit Sßein öfter angefeuepteteö Säcfcpen tragen. ®an3 Vorsüglicp finb aber bie natürlichen, fowie bie fünftlidjen Eifenbäber, bie auch bann noch vor» treffliche SBirfung leiften, wenn 3War ber Slutflufj gepoben, aber ein Scpleimfliifj jurü<fbleibt. 5)ie Speifen müffen leiept näprenb, mäfjig ober gar niept gewußt fein; fräftige Srüpen, Sago» unb SReißfuppen, baö gleifcp 389 Von Halbem, Rammeln, SBilbpret unb jartem ©eflügel, Eier, Icidjt Verbau» licfye ÜBurjelgemüfe u. bergt, finb vorjugSweife ju empfehlen. 2)er UBein ift wohl immer hier ju weit eher pafft ein gutes, nicht ju ftarf ge= Sier (baierifcheS Sier, namentlich aber baS Porterbier bann man als Arjnei Käbchen jur Stärfung beS KorgenS geben), SefonberS juträglich ftnb aber Sewegung in freier ßuft, (Erweiterung bcr Seele uub Sanbleben. QBäfjrenb beS ErfpeinenS beS SlutfluffeS felbft ift eS nothwenbig, 21 UeS ju Vermeiben, waS benfelben irgenb verflärfcn ober auch gänjlich unb hemmen fönnte, j. S. bie Abführmitel, Säber, Einreibungen u. f. to. Anbern SpeilS muh man aber auch Sorge tragen, il;n in einem fo geringen ©rabe als möglich ju erhalten, beShalb laffe man in biefer ßeit befonberS (Ruhe beobachten, reiche bie einfachfte S)iät uub f üW= lenbe ©etränfe. Sehr feiten wirb übrigens bie Slutergiefjung felbft hier ju heftig, fo bah fte ©efaljr bringen fönnte; tritt jeboch ein folger 5all ein fo bähe man ben Unterleib mit einem fühlen Aufgufj von Duenbel, SBermuth unb Keliffenfraut mit Skin träufle Aetl;cr auf ben Unterleib unb gebe innerlich bie ph°^Vhorfäure ju 8-10 Sropfen in fchleimigem ©etränf. 3ft ber fjall ernfthafter, fo fann cS babet nicht fein Sewenben haben, fon= bern man muh fleh alSbann ärjtlichen SRatt; erboten. 3ft baS unjeitige Oieifgeworbenfein ber -Stäbchen bie gewaltfamer Aufregungen beS ©efchlechtStriebeS, fo muh nothwenbig für ftrengere Auf« ficht, Verhütung unpaffenber Seiftüre, flechten Umganges unb ber Selb ft» beflecfung fogteich geforgt unb alle erhibenben ©etränfe, 2Bein, Ehocolabe, Haffee, grüner $hce, fowie ftart gewürjtc Speifen forgfältig Vermieben wer» ben. 3ft wie gewöhnlich hierbei baS SRüefcnmarf mit ergriffen, fo fefce man 2-4 Slutegel an bie empfinblichen Steden bcr fHücfcnwirbelfäute unb mache bann bie Einreibungen von gleichen Hroton- unb fühem Planbeiöl (f. § 87). 2)a aber, wo reine Schwäche Vorhanben ift, ftnb laue Säber mit Hamiden ober Salbrian, vorjügtich aber falte UBafchungen unb falte Von grobem SQufcen, unb wenn burch ben ©ebrauch fühlenb befänftigenber -Kittel (f. 2lr. 59) bie grofje Olcijbarfeit fleh geminbert hat, fo verfahre man bann ftäifenb, wie oben angegeben würbe. 3ft aber baS Sdervenipfiem fo aufgeregt, bah Jträmpfe, ßuefungen, Epilepfie, Starrfuch* u. f. w. hinjutreten, fo fann man ärjtliche <£>ilfe nicht entbehren. 2)affelbe finbet auch fiatt, wenn Sfrophetn, Ußürmer unb anbere Jiranfheiten bie Ur« fache ber ju frühen ©efchlechtSentwicfelung waren. § 190. b) SBon bem fcer SOlonatöpertobe tim fcte ßctf bcr <&efdHe$t$rcife. Ein Käbdjen fann bie 3ahre ber ©efchlechtSreife erreicht haben, ohne bah bie monatliche Reinigung erfct;eint; bieS Verbient alSbann jwar immer nufere ganje Aufmerffantfcit, boch muh man ftch Wüten, biefen ßuftanb fogleid; für eine Jtranfheit ju halten unb bie PionatSperiobe burch Arjneimittel in ©ang bringen ju wollen, benn man 390 finket juweilen fyrauenjimmer, bie erfl ungewöhnlich foät, ja wol;t auch folche, bie niemals ihre Steinigung bdommen unb kocfy VoUfommen tvofyl habet befinden. Stellen ftcb aber bie Seiten ein, welche baS Seftreben bet Statur, bie -DtonatSperiobe ju Stanbe bringen ju trollen, anbeuten, unb er» folgt biefer 3?lutf!ufj barauf bennocty nietet, ja erfcheincn Vielmehr fiatt feiner Störungen ber ©efunbfyeit, fo ljat man eS alSbann mit einer franfljaften Bögerung ber SWonatSperiobe ju tljun. £)ie Seiten, welche als Seftrebungen ber Statur jur Hervorbringung beS SütonatSfluffeS betrautet werben muffen, flnb: Wengfilichfeit, Sdjwinbel, Jtopffchmerjcn, allgemeine (Ermattung unb Schwere in ben ©liebem, fehmerj» hafte QlnfchweUung unb Spannung ber Srüfle, ein mit Schmerjen Verhütt» beneS Sieben im Äreuje, etwas aufgetriebeuer unb härter als gewöhnlich an» jufühtenber Unterleib, juweilen ein Srennen in ber 2)1 utterfchcibe, nicht feiten ein fdjleimiger Sluöflufj. SBo biefe Seichen fehlen, tfyue man wie gefügt gar nichts, fonbern warte eS gebulbig ab. Sinb fte jugegen, aber fonft feine Störung in ber ©efunbheit ju beobad;ten, fo ift eS hinlänglich, ju ber Beit, Wo biefe (Jrfcheinungen eintreten, 2lbenbS Srufjfcäber bis an bie Jtnie nehmen ju laffen, baS Jtreujbein unb bie innere Seite ber Scheutet mit einem troefe* neu, warmen, wollenen Suche ober beffer noch mit warmer, reiner Hanb öfter ju reiben, baS 2)läbcben fleißig arbeiten ju laffen, eS bei guter Saune ju erhalten unb il;r ju geflatten, bafj fte öfters tanje. Sleibt bie ol;nerachtet ihrer voihanbenen Sorbeten bennoep auS, unb entstehen in Solge beffen verfdjiebene franfhafte Sefcpwerben, fo ftürme man nicht gleich niit treibenben Mitteln ein, fonbern fuepe Vor allen Gingen bie Urfache biefer Bögerung ju entbeefen unb biefe alSbann ju ent» fernen. Ueberpaupt hat man fepr Unredjt, wenn man glaubt, bah jeber franfpafte Buftanb, bei welchem bie SHonatSperiobe auSbleibt, immer nur in tiefem s2luSbleibcn feinen @runb pabe, unb bah bann auf bem HerVorbrin» gen biefeS SlutabgangeS baS ganje Heilgefcpäft beruhe. Sft ber Körper burch eine Vorangegangene ober noch beftepenbe Jtranfpeit gcfdjwacpt ober erfepöpft, ober leibet ein 2)iäbcpen an einer Jtranfpeit, welche ber (Sntwicfe» lung iprcS JtörperS pinberlicp ift, fo ift baS Sticpterfcpeinen ber 2)tonatS» reinigung eher für eine QBohlthnt der Dlatur, als für bie Urfache ber Jiranf» heit ju erklären, benn unter foldjen Umftänben würbe biefer SBIutabgang, fowie jeber anbere IBlutverlufl, bie Jlraftlofigfeit beS Körpers nur noch ber» mehren unb unbebingt ben Buftanb Vcrfchlimmern. Hieraus aber wirb man erfehen, wie fchablich eS werben fann, wenn man bie auSbleibenbe Monats» periobe immer nur burd? treibenbe Spittel in bringen wollte. Sei jeber folcpen mit franfhaften ©rfcheinungen verbunbenen Böserung, fowie überhaupt bei jeber Störung ber SDlonatSreinigung mup man einjig unb allein auf bie oeranlaffenben Urfcichen fein Qlugenmert ridjten unb biefe ju 391 bekämpfen unb ju entfernen fachen. 2)aS ©rfdjeinen beS SQlonatSfluffeS kann aber bei Aläbcben verbinbert werben: 1) (Durch eine (Berwacbfung ber DRutterfcbeibe ober beS -DluttermuitbeS, fo baß baS (Blut jwar in ber ©ebärmutter abgefonbert, aber bocfy verbinbert wirb juni SSorfdjcin ju kommen. Sn biefen Säßen treten bei allen vorbans benen Seiten ber Alannbarkeit oie oben befcQriefcenen (Borboten ber (Reini- gung regelmäßig ein, eS entftebt Auftreibung beS SeibeS, unorbentlidje 93er« bauung, Jtreujfdjmerjen u. f. w., ßufäße, welche oft ben (Berbacht ber ©ebwangerfebaft erregen fönnen. Sn biefem Satt giebt bie geburtshilfliche Unterfucbung bie nötige Auskunft, unb wirb eine (öerwaepfung gefunben, fo wirb biefe burep ein cpirurgifcbeS (Berfapren in ber (Regel opne große ©epwierigfeit gehoben. 2) 2)urcp ben Ueberfluß eines ju lebenskräftigen (BluteS bei robufter ober trockener <Rörperbefcpaffenpeit, wie bieS fo häufig bei ftarken, kräftigen Sanbleuten, boep auch bei ju gut genährten ©tabtbewopnern ber Saß ißt, Wirb baS ©rfepeinen ber monatlichen (Reinigung oft jurückgepalten. (DieS ift befonberS ber Sali, wenn unter biefen (Berpältniffen noch anbere, bie £es benStpätigkeit aufregenbe ©inflüffe flattßnben, j. 93. große <Rälte, reijenbe (Diät, fepwere Arbeit, ju heftige 93ewegung, aufregenbe ©cmütpsbewegungen. ©teilt fiep b/i folcpen (Rerfonen unb unter biefen Umftänben ber AlonatSfluß nicfyt halb ein, fo finbet man ben Unterleib boll, aufgetrieben unb fcpmerjs haft, eS entliehen Äopffcpmerjen, Dprenfaufen, Hipe im .Ropfe, ©cpwinbel, befonberS beim (BorwärtSbiegen beS «RörperS, Angft, (Beklemmung, «fperjs klopfen, Ladungen, auch finb fte 311 Siebern unb ©ntjünbungen, ja wohl felbft 311 ©cplaganfäßen geneigt, ober eS entflepen heftige (Blutflüffe aus ber Dlafe ober ben (Jungen, in anbern Säßen aber wohl felbft Wahre (Dobfucpt. S)aS Hauptmittel ift hier ein kräftiger Aberlaß am Suß, woburep oft bie (Befcpwerben mit einem Alale gehoben werben; bleiben barauf aber no;p (Riicfen=, «Rreuj: unb (Jeibfcpmerjen, ©pannen unb Aufgetriebenbeit im Uns terlcibe jurücf, fo muffen (Blutegel an bie ©efcblecbtStbeile ober ©ebröpfföpfe an bie innere ©eite ber ©cbcnfel gelegt unb bieS 93erfabren, fo oft eS bie Umftänbe erbeifeben, wieberholt werben. 2>aS Aiittcl Dir. 329 Iciflet hier bie beften 2>ienfte; finbet aber jugleicb Hartleibigkeit fiatt, fo giebt man (Bits tenvaffer mit etwas Aiilcp, bei 93erftopfung aber bie (tamarinben (f. Dir. 45, bei kräftigeren ©ubjccten Dir. 22) ober (RicinuSöl (1-2 ©ßlöffel in einer Saffe Haferfcbleim). 5)abei muß bie Jtranke viele wäfferige, verbünnenbe fäuerlicbe ©etränfe unb eine fparfanre (Bflanjentoft, junges ©emüfe, Dbft, Vom Slcifcbe aber nur junges von «Rälbern, Hühnern ober tauben ges nießen unb befti0c (Bewegung, aber auch vieles ©i£en unb ©emiitbSaufs waßungen vcrnicibcn. - ©cbäblicp ift auch AßcS, waS heftigen ©dpveiß unb vermehrte Urinabfonbcrung berborbringt, benn biefe wäfferigen AuSlee» Hingen verbiefen baS (Blut noch mehr. 392 3) So tote ein ju fräftigeS, fo fann auch ein ju lebenSfcijtoacheS 33Iut unb eine ju geringe Sebenöthätigleit int AUgemeinen baö Ausbleiben ber Monatsreinigung im Slüthenalter ber Mäbchen fyerbeiführen. liefen ßn» ftanb erfcnnt man burcb bie grofje Sdjtoäche unb Mattigkeit beS ganjen «RörperS, burch bie äufjerfte Mübigfeit, borjüglicp in ben Seinen, fchtoereS Athmen, öfteres Scufjen, «Ropftoeh, öfteren Schlaf bei S'age unb riete träume in ber {Rächt, Saufen in ben Durett, abtoechfelnben ft-roft unb 3ft hierbei aber bie VerbauungSthätigteit ganj befonberS gcfcfytoädjt, fo er* fennt man bicS auS bem blaffen, magern, Anfehen, bie «Rranfe tfi mehr jur «Rälte als jur äßärnte geneigt, hat toenig Appetit, trägen Stu()I= gang, klagt öfter über ©fei unb ©rbrecpen unb befommt oft {Durchfall, An* fdjtoeflung ber ftüfje unb leibet nicht feiten an einem fforbutifcfycn Buftanbe beS BahnfleifcbeS. Auch finbet man nicht feiten, toenn man genau nach« forfcht, bafj bei folchen Mäbchen jur too bie Seichen beS Triebes jum Monatlichen ftch einftetlen, bann flatt beS SluteS ein fchleinüger Auöflufj erfolgt. QSirb bie MonatSperiobe nicht in ®ang gebracht, fo entfielen Slut* unb Schleimflüffe, Auftreibung unb Verftopfung in »erfchiebenen ©ingetoet* ben, «Rrämpfe, VeitStanj, ©cifteSfranfheiten unb {Rerbenberflim* mungen ber fonberbarften Art. 3n ben höheren unb gebildeteren Stäuben ift bie Urfache biefeS BnftanbeS in erblicher Anlage, toeichlichetJ©rjiclntng, ju früher AuSbilbung unb Anftrengung beS ®eifteS, {Ronianlefcn, Stuben* «Rümmer, unglücflieber Siebe u. bgl. ju fliehen. Sei ber geringeren VolfStlaffe ftnb eS Armuth, Mangel an Nahrung, fchlechte un* »erbauliche Jtoft, feuchte niebrige frühe Sefchäftigung im {ffiaf* fer unb angeflrengteS ft|enbeS Arbeiten, tvoburch biefe krankhafte Bögerung ber {Reinigung veranlagt toirb. {Rie bürfen £;ier aber bie unnatürlichen {Reijungen ber ®efchlechtStheile überfeinen toerben. Sßaö bie Teilung biefeö Buftonbeö anbelangt, fo mufj man bie allge* meine Schtoäcbe beö «RötperS überhaupt unb bie ber ©efchlechtötheile inöbe* fonbere ju befämpfen fuchen, aber ja nicht glauben, bafj eä genug toäre, toenn man burch erhi£enbe, treibenbe Mittel ben Slutabgang erjtoingen toollte. ©in folchcS Verfahren fönnte fefjr leicht bie Jtranfe burch ©ntjünbung ober Slutfturj in augenblicflicpe Sebenögefahr bringen ober fle burch Verhärtung unb ©ntartung ber ©efchlechtötheile für ihre ganje Sebenöbauer ungefunb machen. 9lur auf eine fel)r ntilbe SBeife ntuf man hier ben .ftörper ju ftär« fen unb baä Slutleben ju erhöhen fuchen. Anwerbern mufj man aber auch nie bergeffen, bafj Sfropheln, SBürmer, Serfchfeimung ber ©ingetoeibe unb anbere franfhafte ßnftänbe oft borhanben fein tönnen, fotooljl bie all* gemeine Schtoäche als auch bie mangelnbe eit in ben ©efchlechtöthcilcn herbeigeführt haben. So lange aber biefe Jtrantheiten noch borhanben ftitb, toirb auch an ein regelmäßiges ber Monatöperiobe nicht ju beulen fein, fotoie bann auch ein bloö ftärfenbeö Verfahren nicht »ertragen toirb 393 unb mithin andf nicht angewenbet werben barf, Betör biefe «Rranfhciten ntäjt auf btt bereits erwähnte tJIrt befcitigt würben. Qllfo nur wo reine Stywäcfye unb Jtraftloftgfeit vorhanben ift, wirb bie jögernbe MonatSperiobe burcp StärfungSmittel in Srlufj gebracht werben fönnen. Um bei jarten fdjwädflidjen Mäbcpcn biefem franflfaften im fßorauö ju begegnen, mu| man eine fräftigere Ernährung, worauf anfommt, tycrbeijufüfyren fucpen. ®aher ift eine tätige ScbenSweife in fetterer freier Stift, befonberS ber 42lufentl;alt auf bem Sanbe, häufige förderliche Bewegung, Sorge für Weitere jufriebene ©cmüthSftimmung unb ißermeiben ?lQeS beffen, waS bie (SinbilbungSfraft aufregen unb bie «Rräfte abfpanncn fann, nebft einer ntilben, nahrhaften, aber feineSwegS Diät juvörberft ju empfehlen. Die Milchbiät, ber @enufj füfjer Molfen unb ber ©ebrattch ber Duellen ju Oleinerj, (SmS ober Dberfaljbrunn werben fiep hier äufferft wohltätig bewähren, wenn bei einer fehr jarten reizbaren «Kon= ftitution ftch bie 93efcpwerben unb folgen ber jttrücfbleibenben Monatßreinigung einftcHen. bie SSäber von Sanbecf haben ftch für folcpe ftälle einen großen Oluf erworben. 3ft bie «Rranfe blaf?, von fcplaffer, aufgefchwemmter «Rörperbefcpaffcnheit, mehr jur «Kälte als jur UBärme ges neigt, ftnb feine SlutwaHungen ober Sieberbeweguttgen jugegen, ift bie Olers denreijbarfeit nicht ju pocp gefteigert, unb liegt bie 33erbauung nicht ju fehr barnicber, fo ift alSbann baS (Sifen baS <§auptmittel unb jwar befonberS bie eifenhaltigen Mineralquellen ju «KuboWa, $prmont, Spaa, Scpwalbacp, 5'linSberg, s2lltwaffer u. bgl. 3e fcpwäcplicpcr unb reijbarer eine foldje «Rranfe ift, um fo weniger paffen bann bie fräftigeren erften 3 Duellen, unb man ntufj baher bei ber Hßapl einer folcpen Duelle befonberS auf bie Oteij» barfeit beS «Körpers Otiicfficpt nehmen, inbem bei grofjer Scpwäcpe auch nur bie fcpwäcperen Duellen ber Slrt vertragen werben unb wopltpätig wirfen. SBo ßcit unb Umftänbe bett ©ebrauep biefer perrlicpen Mittel verfügen, ba gebe man eine OSerbinbung Von gleichen Steilen äpfelfaurer (Sifentinftur mit ber aromatifchen Jinftur täglich -3mal ju 40-50 tropfen in etwaö Me« liffenthce, ober bie eifenhaltige Mebijin Olr. 330, ober bei einem bleichen auf« gebunfenen Qluöfehen bie fogenannten ölothbacten*$illen (f. Olr. 331). £ier* mit verbinbe man eine nährenbe, fräftige Sleifchfoft, reiche felbft gewürjte Sleifchbrühen, @ier, gebratenes >Kalb= unb «föühnerfleifch, OlciS, Sago, gut auögcbacfeneS SScijenbrob, felbft etwas Ußeitt, beffer aber gutes 33ier; ju» gleich vermeibc man förderliche unb geiftige llnthätigfeit, aber auch ®rmü* bung, fowie überhaupt alle bie oben angeführten Scpäblichfeiten, befonberS aber achte man hier auf etwa ftattfinbenbe Selbftbefricbigung unb Oieijung beS ®cfd)lccptStriebeS unb wirfe fräftig bagegen. 3ft grofje Olervenfcpwäche unb porhanben, bie fach burch «Kopffcpmerj unb anbere herumjiebenbe fchmerjhafte ®mpftnbungen, burd) Bucfungcn unb «Krampfanfälle aller 2lrt u. f. w. ju erfennen giebt, fo 394 wirb ter fortgefeßte ©eßraueß beb Sßee'b 9lr. 333 unb ber 9lr. 334, fowie bei ben franfhaften Sefcßwerben felbft ber tropfen 9lr. 335 bie beften Oienfte Iciflcn. Seßr nüßlicß ftnb ljier auch gewürjßafte SBäber unb geiflige (Sinreibnngen. 3ft große Oleijbarfeit ber SQerven unb beb SBIuteö gleichjeis tig vorßanben, leibet bie Kranfe an Kopffcßmerj, <£>i£c, £er$s flopfen, fo muß ein meßr füßlenbeb SSerßalten beobachtet unb bie tropfen 9lr. 33G gereicht werben. 3n allen biefen fällen aber muß bie Kranfe ju ber 3eitz wo ftd? bie angegebenen ßeießen beb Monatlichen einftellen, täglich Sußbabcr ober lauwarme «£>albbäber nehmen, mit mariner <£anb ober mit Wollenen Suchern bie innere Seite ber Scßentel, bab Mittelfkifcß unb ben Öiücfcn reiben laffen unb täglich Morgenb unb Abenbb 3-4 Stücf von ben fogenannten balfamifchen Rillen nehmen. £öo Verweichlichung unb 33or= urtheil fein «fjinberniß in ben 42 eg legen, ba giebt eb ßier feine beffere Ves ßanblung, alb bie mit faltcm SCBaffer unb jwar in ber Art wie oben (ftehe § 65) beim Dlervenßeber angegeben worben ift, nur muffen hier bie Sißbäs ber unb bab beflänbige Sragen eineb naffen Sucheb um ben £eib mit ju «hülfe genommen werben. 4) Oie mehr männliche Sßefcßaffenßeit beb Körperb giebt auch °fi 3U* franfhaften Verzögerung beb Monatbfluffeb Veranlaffung. Solche Manns jungfern zeichnen ftch burch ihre Körpergröße, bureß bie Sänge unb Vrcite beb Vruflfaftenb bei febr feßwaeß entwicfelten Vrüften, burch männliche ©es fichtbjüge, ftärfere «haarentwicfelung auf ber Oberlippe, platten Unterleib unb feßmälere «fpüften aub unb nicht feiten finbet bei ihnen gleichzeitig eine fehlerhafte ©ntwicfelung ber ©efcßlecßtbtßeile ftatt. Vei folchen mein erfeßeint bie Monatbpcriobe überhaupt fpäter alb bei anberen, juweis len aber bleibt bie ©efcßlecßtbciitwicfelung bei ihnen fo jurücf, baß bie 3latur freß vergeblich bemüht, bie Reinigung ju Staube ju bringen, woraub bann auch ßier alle bie oben angeführten franfhaften 3uftänoe, namentlich bie bes jeießneten ©eiftebs unb SQerVenflörungen entließen fönnen. Oie töehanbs lung ift hier» je nach ber befonberen Körperbefcpaffenheit, wie oben angeges ben; bie vorfommenben Abweichungen bebürfen einer befonberen 33erücffichti« ßung von Seiten eineb Sachverflänbigen. § 191. c) Uiticrbrücfnnfl fccr S)ie Unters brüefung biefeb 33lutabgangeb finbet auf eine hoppelte Art flatt; benn ents Weber wirb bie Reinigung plöplich währenb ißreb iyluffcb unterbrüeft, ober fie bleibt, nachbem fte früher füqere ober längere ßeit regelmäßig erschienen War, jur Beit ihreb gewöhnlichen ©intrittb aub. Oie Bufälle, welche nach ber p löblich en Unterbrücfung ber im$luß begriffenen Reinigung ents flehen, ftnb ftürmifeßer unb gefaßrbroßenber alb bei bem bloßen dichter* feßeinen berfelben. Oiefe 3t*fälle ftnb entweber entjünblicßer ober frampfs ßaftcr Art, ober berußen felbfl auf einem läßmungbartigen Oie entjünblicßen Bufälle entfloßen bei jungen robuflen vollblütigen Mäbcßcn, 395 feltener Bei füttern, wenn bie wäprenb SluffeS burd) ®r« fältung, namentlich ber $üße ober ber felbft (3. 39. burd) <Sifcen auf falten fteinernen hänfen bei bünner 99efleibung), burcp ßrpipung, burcp ben aJlißbraucp erpifcenber Clrsneien, ben ©cnuß fpirituöfer ©etränfe, reijenber JRaprungömittel, burcp IBeifcplaf unb anbere Qleijung ber @efd;led;t§= tpeile, burcp heftige Ccibenfcpaften unb ©emüthöbewegungen, alö: Schrecf, Clerger, Born, SButh ober auch wohl burch ju übermäßige u. f. io. unterbrücft würbe, ©ewöpnlicp erfolgt barauf foglcicp heftiger Ceibfcpmers, ber mit bem ©efüfjl Von Schwere im 99ecfen verbunbcn ift unb ftd? bei ber Berührung bcbeutenb vermehrt; hivrjn tritt ein mehr ober weniger peftigcö ©ntjünbungöfieber, befonberö aber 99lutanbrang ober Sntjünbung anberer eblcr $heile, 3. 99. bog ©epirnö, ber Cungen, bcä <§erjenö, bcö Unterleibes, ober Slutpufien, 99lutbrecpen, ja felbft Scplagfluß in 5'olge einer inneren ©cpirnblutung. ift ein entjünbungöwibrigeS Verfahren unerläßlich, felbft wenn SDiarmorfälte ber ©liebmaßen, ja felbft leichtere ober bebenten* bete Sterbenjufälle vorpanben ftnb, benn bieö ftnb ©rfcpeinungen, welche faft immer bie ©ebärmutterentjünbung begleiten. Sin Clberlaß am $uß ober bei minber kräftigen baS Anlegen von Blutegeln an bie ©efcplecptstpeile muß fogleic'h veranftaltet unb ber Bujtanb überhaupt fo wie ein Sntjüns bungößeber bepanbelt werben. Clußerbem nehme bie Jtranfe warme 5*ußs bäber, fefce fiep über bie Dämpfe eines heißen QlufguffeS von erweicpenben Kräutern (bie erweicpenben SpejieS ober SWalvenblütpen, Ccinfamcn, Jileien), mache Vergleichen llmfcpläge über ben Unterleib unb bie ©efcplccptötheile unb nehme öfter ein erfceicpenbeS Jtlpftier (f. Clr. 152). Dabei gebe man, wenn Sieber unb Sntjünbung nicpt 311 heftig ftnb, 3-4mal täglich ein Pulver auS 10-12 ©ran 99oraj mit eben fo viel B»<fer, ober bie 99raufepulver 9lr. 21, Der frampfpafte Buftanb entftept bei fepr empßnblicpen nervenfehwachen Srauen von reisbarer Jiörperbefd;affcnpcit, bie Neigung 3U Dpninacpten unb nervöfen Scpmersen haben, ober bie fiep in ber SBiebcrgcncfung nach einer fepweren Jtranfpeit beßnben, ober bie fepon öfter einen Mißfall erlitten, in einer unglüefliepen @pe leben, fepon lange an frampfpaften Qkfcpwerben*bei ber 2)ionatöperiobe unb bei etwaigen ©ntbinbungen an heftigen Ärampfwes pen litten. 39ei folchen Söeibern bebarf eS bann nur einer fehr unbebeutens ben Urfacpe, um bie 9)ionatöreinigung im bluffe 3U unterbrücfen. Unter biefen fommen am häußgften vor: oft nur fepr unbebeutenbe ©emüthobewe* gungen, Qkrbruß, Qlerger, Scpani; Srfältungen, befonberS ein BuSttinb, ber bie ©efcpleeptötheile trifft; falte 6infpri§ungen, vielleicht in ber Qlbftcpt gemaept, um eine übermäßig ftarfe Reinigung 311 verminbern; Selbftbe= flecfung ober 2?eifcplaf wäprenb beö ffluffeS. Die Bnfälle, welcpe in biefem Salle ber unterbrüeften Reinigung folgen, ftnb tpeilö örtliche, tpeilö allgemeine. Der 99lutauöfluß wirb entweber plö|» liep unterbrücft, ober eS gept noep einige lang ein rötplicpeö ÜBaffer 396 trobfenweife unter wetenartigen lSd;mcrjen ab. ©er Unterleib unb bcfon* berg bie ©ebärmuttergcgcnb bctncn ftd) aug unb werben feßr cmvßnblid), juweilen ater auch frampftaft einwärts gcjogcn. ©ie tcftigficn «Sctmcrjcn burdjfctyneiben ben ®audf, bie inbeffcn floßweife befaden, baber bcn SBcten gleichen unb ftdf bet bcr änderen Scrüfyrung gar nid;t ober bocty nur fetr uns bebeutenb Vermehren, woburdj man fte von ben, bcn entjünblicben Buftanb bes glcitcnbcn halb unterfReiben bann, häufig embfinbet bie Jtranfe aucß einen heftigen ©rang auf bie 23Iafe unb bcn SJiaflbarm, ohne inbeffcn unb Urin auglecrcn ju fönnen. ©ie allgemeinen Bufäde ftnb fcl;r mannigfaltig unb befonberg nad) ber Statur ber einwirfenben Urfadjen vor* fcfyiebcn. Sßaren heftige bie Urfacbe, fo folgen gcwötnlid; teftigeg Sittern, Erblaffcn, Jiältc ber ©lieber, frambftafteg SBcincn ober £ad?cn, Dljnmadjten, felbft bebeutenbe SQcrvenjufäde, (Starrframpf, ßnefuns gen u. bgl. SBar Erfältung bie Urfacbe, fo gefeden ftd; ju bem frampftaf® ten Snftanbe 33lutanbrang nach anberen unb baburd? entjünblicte ßufäde im @el;irn, ben Zungen, bem Untcrleibe ober SSlutflüffe aug anbern ©feilen mit tinju. Sei ber Setanblung muß man Vorjüglicb nnf bie Urfad?cn £RücfftcQt nehmen; tat batyer Bc*tn ober Qlcrger ©clegentcit jur Unterbrücfung geges ben, fo giebt man ein SBredjmittel. Sei Erfältung l;alte man frd? warm, nctme viel Warmeg ©etränf ju fid? unb ein ©ovcr'fctcg $uls Ver (f. Sdr. 44), nod; mit einem ®ran Verfemt, woburd; bie üblen Böigen vergütet unb bie gegenwärtig en franftaften Erfd;etnungen gehoben werben. Sei heftigen unb JDtnmadjten giebt man bie Jtramyftrobfen 9lr. 167, fd)mcrjs unb franrpfflidenbe Einreibungen (f. 9lr. 64 ober 126) unb wenbet bie SQr. 106 über bcn Unterleib an. 33on Vorjüglicbcnt Sinken ftnb bie Asa foetida=Jtlpftiere (f. 9lr. 165). 3?ei feßr tartnäcfigen Sd/merjen im Unterleibe lege man Von Slicerrcttig auf, welche man big junt sJlott)werben ber äufjern <§aut liegen läfjt. ©ag unb befte Mittel ift aber aud? l;ier bag falte <Si§bao, benn eg wirft eben fo entjünbunggwibrig wie frampfftidenb unb niad;t oft bie teftigften Bufälle wie burdj Sauber VerfdjWinben. 21 itf feinen Bad unterlaffe man aber auch 1)ier bie Unterfud;ung bcr {Hücfcnwirbelfättle unb Verfahre, wenn empfinblicte «Steden angetroffen werben, nach ber bereits erwähnten 2lrt. 2lnberg verhält ftd? bie <Sad?e, wenn jur Beil itjicg regelmäßigen Eins trittg bie 2)1 onatgperiobe franfl;aft aueblcibt. £ier untcrfd;eibe man jus näcbft bag 2lugbleibcn berfelben in Böige bcr Sd;Wangerfd;aft unb bann aud; ju bcr Beit/ wo biefe 2ßcrrid;tutig ifyr natürliches Enbe erreicht tat, wclcte beiben Bäde, ba fte naturgemäß bag 2lugbleiben bcr Hiegel bebingen, jeben ärztlichen Eingriff unterfagen. 3ft man jebod; ftcher baß feines biefer 23ers tältnifje, fonbern ein franftafter Buftanb Urfacte beg 2lugblcibeng ift, fo 397 muß man tiefem halb abjuhelfen fudjen, benn leicht tönnen bet langem Nichtbeachtung fehr traurige folgen barauS entfielen: Trambfbefchwerben oder Art, (Spilebße, 33Iuthußen, 33Iutbrechen, £ungenfucht, Sßafferfudjt, 33linbheit, ©emüthSfi anffyeiten u. f. W. £>iefe ©efahren ßnb jebod; nicht ju fürchten, wenn ber MonatSßuß in ftolge großer Törberfchwäche (3. 33. bei Tummer unb Nahrungsmangel), fcßwächenber Trautheiten (j. 33. beS Weis ßen grluffeS, ber ffiafferfucht nach Scharlach» ober 3ö3echfelßcber), bebrütens ber Anßrengungen, befonberS in ber l;eipen (j. 33. auf bem Banbe trährenb ber (Srnte), beS Mißbrauches ton Aberlaßen unb ftch nach unb nach Verloren hat. £ier iß biefeS Ausbleiben eher Vorteils haft als nachteilig. (SS fetjlt alSbann an 33lut, alfo an bem nothwenbigen Stoß ju ber Reinigung, unb eS mürbe töricht fein, einen 33lutabgang hier juwege ju bringen. Man nähre unb ßärfe ben Törrper, wie oben bei ber franthaften ßögerung beS Monatlichen angegeben Worben iß, entferne bie fchmächenbcn Urfachen, unb ber MonatSßuß wirb ßch Von felbß ßnben. 2Benu bei einem ganj jungen Mäbchen bie Monatsreinigung un= terbrüeft worben iß, aber nicht jur erwarteten Beit wieberfehrt, fo hat man bei ißr, wenn biefer 33lutabgang erß ein« ober ein paarmal eingetreten iß, auch gar nichts ju thun ober ju fürchten; eS iß gewöhnlich, baß einige Beit, wohl ein 3al)r »ergeht, ehe bei Mäbchen biefe Abfonberung ßch regelmäßig einßeUt. 3m Uebrigen ßnb bie franfhaften (Srfcheinungen, welche bei bem AuS= bleiben beS Monatlichen jum 33orftein fommen, ganj benjenigen ähnlich, welche auch bie franfhafte ßögerung ber (Sntmicfelung in ben erßen 3ahren ber ©cfchlechtSreife begleiten. Auch hier Iß entweber Aufregung, erhöhte 5hätigfeit beS 33luteS unb 33lutüberßuß ober «Schwäche unb übermäßige ner= Vöfe Neijbarfeit beS grruchtalterS vorhanben, weßhalb man benn auch auf aanj biefelbe Art wie bort ju verfahren hat. Außerorbentlich bienlit ßnb auch bie (Sinreibungen Nr. 337, welche man Morgens unb AbenbS in baS Nücfgrat unb in bie innere Seite ber Stentel machen läßt. 3nncre treibenbe Mittel hier anjugeben, iß nicht ßatthaft; nur bem Arjte barf eS überlaßen bleiben, folche ja reichen, benn burch unrichtige 3Bahl ober Mißbrauch berfelben tonnte großer Nachteil entßehen. § 192. d) tkbermä$tger SRotiatäffa# unb Whttterblut« fhtv überhaupt» S)aS Buviel ber monatlichen Reinigung iß fchwer ju beßimmen, benn manche Tötperbefchaffenheit bebarf junt fortbauernben SSohlbeßnben Viel, manche wenig Ausleerung. Man tann ßch alfo nur nach ber QBirfung richten, welche biefer 33lutabgang auf ben Törper hat Sßo fcßwacher ober gar auSfefcenber ßklS, allgemeine (Srmattung, fühle ©liebmaßen, fehwaeßer Athem, £erjflopfen bei 33ewegung, Xrauiigfeit erfolgen, auch Wohl AbenbS bie grüße anftwellen, ba iß ber Ab=( 398 gang ju ftarf; bcSgfeichen wenn bie {Reinigung ju lange (8 unb mehr {tage) bauert; ferner wenn fte ju oft wieberfehrt. 3um SRutterblutflufj wirb bie monatliche {Reinigung, wenn bie Schwäche babei bis jur Ohnmacht fteigt. (Sin folger ßuftanb fann aber auch ju anberen Beiten als jur Beit beS 2Ros natlichen jlattfinben. Buweilen erfolgt auch ein beflänbig&it, feine gerieben haltcnber Vlutabgang auS bent {Die folgen eines folgen VlutabgangeS ftnb junächft: allgemeine (schwäche, BefonberS ber Verben, unb alle ihre Wirfungen, aller 2lrt, Qlbmagerung unb Steigung jur {Die Urfachen ftnb: eine fchlaffe Jtör£erbefd?affen1)eit, Ü?eben, befonberS bei reichlicher Vahrung ober bent ®enufi ftarfer Viere, große Enis hfinblichfeit, befonberS ber ©ebärmutter, franfhaft erhöhter ©efchlechtstrieb burch häufigen Umgang mit Scannern, {Romanleferei u. bgl., ju häufiger Veifchlaf, Onanie, häufige Wochenbette, (schwäche ber leibenben {theile, auf® gelöfle fforbutifche Vefchaffenheit beS VluteS, Unreinigfeiten in ben elften Wegen, befonberS ©alle; ferner Verhärtungen unb tluSwüchfe (Vollen) in ber ©ebärmutter. {Die Vehanblung ift bobbeit, inbent man einmal burch Entfernung ber Urfachen baS Uebel ju befeitigen, ober inbent man nur bie burch bie ©röße beS VlutberlufteS herbeigeführte augenblicflicbe ©efahr abjuwenben fucQt. Oft reicht bie {Befolgung einer gehörigen SebenSweife, namentlich baS Vers meiben ber beranlaffenben Schäblichfciten allein hin, 11,11 einen ju ftarfen monatlichen Vlutabgang ju berminbern unb gänjlich ju Verhüten. Eine folche Jtranfe genieße feine ju reijenben, unb ju warmen Speis fen unb ©etränfe, mache feine ju ftarfe unb {Bewegung; trage feine Äleibung, welche ben Jtörper brüeft unb ju fchr einjwängt; fte mcibe alle ©cmüthSbewcgungen unb fieibenfehaften; ift fte verheirathet, fo fei fte mäfjig im ©enuß beS {BeifcßlafS, befonberS furj bor unb gleich nach bent SRonatSfluffe; fte ft|e unb flehe nicht ju viel unb wähle beS VacQtS iinb auch am {tage im Sifcen eine mehr horijontale Sage. {Reicht man bamit nicht auS, fo muffen tlrjnciniittel angewenbet werben. {Die häufigfte von allen Urfachen ift Schwäche unb Erfctylaffung beS !DaS fraftlofe {Meutere ber Jtranfen, bie borangegangenen öfteren Wochenbette unb bie ftijenbe Lebensart laffen auf biefen Buftanb fchließen. 4pier ftnb ftärfenbe ■Diittel allein bienlich, unb namentlich bie Ehinatropfen Vr. 338 unb bie ©hina=5lbfochung SRr. 339. {BefonberS wirffam ftnb auch hier bie Qllauns molfen (f. 9tr. 239), fowie ber Bitnnitthee (1 Quentchen ganjen Biwwtniit 2 {taffen fochenben WafferS gebrüht, täglich getrunfen, ein fehr bewährtes SRittel). - Vet fel;r großer Schwäche, langer {Dauer beS UcbelS unb immer nur, wenn baS Vlut nicht in geronnenen abgeht, haßt baS Eifen, am beften ganj einfach (f* 343), ober bei großer <f?artnäcfigfeit beS UebelS in Verbinbung mit anberen ftärfenben -DUtteln (f. {Rr. 341). {Dabei 399 bermeibe man alle Urfacßen, enthalte ftd) aller Warmen @e* tränte unb genieße fo viel als möglich s2IUe8 falt. Um aber OtücffäHe ju Vergüten, iß eS notßig, befonberS bet bem ©ebraueß ber Rillen SRr. 343, baß biefe 2-3 Wlonat naeß gehobenem Uebel noeß fortgenommen werben, fobalb fte ber STOagcn gut verträgt. 3ß eine große {Reijbarfeit ber Nerven torßan= ben, bann wirft bie 33recßwurjel in ganj flehten ®aben Vortreßlicß (|-| ©ran ©recßtourjel mit 15 ©ran 3 u cf er, alle 3 Stunben 1 Stücf). Qlucß ßal ftcf> ßier bie ßSßoSpßorfäure ju 10-20 Tropfen in einer Taffe Ußaßer alle 3 bis 4 Stauben gercicßt, feßr erwiefen. 93o(lblütigfeit unb entjünblicße Aufregung ift feiten bie Urfacße biefeS franfßaften ßußanbeS, boeß fontmen Sälle vor, wo bei bie oßncbieS von ©efunbßeit unb SSollßeit beS JtörperS ßro|en, bureß ben ®cnuß erßi|enber Speifen unb Setranfe, SSein, Jtaßee, bureß ©jeeffe im Tonjen, ju ßäußge Bewegung, Vorjüglicß bei ßeißem Sßetter ober bei feßr troefener ßrenger .Kälte im 2ßin= ter u. bgl., ber 33Iutabgang bei ber monatlichen (Reinigung ungemein ßeftig Wirb, unb tvo nur ein 2lberlaß am 21 rm ben 23lutßuß jum Steßen bringt. Unter folcßen Umßänben giebt man bann aueß mit (Rußen füßlenbe 2lbfüßr= mittel, befonberS (Rr. 22 ober £Qr. 45, nebft ber verbünnten Scßwefelfäure (8-10 tropfen in einer Taffe SBaffer alle 2-3 Stunben). - 2lber felbß bei augenfcßeinlicßer großer Stßlräcße unb naeß feßon erlittenem großem -33tutverluße fann oft baS (Blut nießteßer jum Steßen gebraeßt werben, als bis ein fleiner 2lberlaß am Qlrme veranßaltet Worten iß. ©ewößnlicß ßnbet bieS bann ßatt, wenn baS 23lut in geronnenen Jtlumpen auSgeleert wirb, unb wenn bei bem 33lutabgange ein befiänbigeS £er$flopfen jugegen iß. ?lußer bem Qlberlaß paßt bann noeß baS Mittel (Rr. 342 unb bie nieber* fcßlagenben Pulver (Rr. 155. (Bei einer fforbutifeßen 2lußöfung beS 33Ius teS, welcße man an ben allgemeincnen ßeießen beS SforbutS erfennt, wirb fo wie beim Sforbut felbß verfaßren (f. § 175). Jtranfßafte (Reije im Unters leibe, ©alle, Höiirmer, (Berßärtungen unb Säfteverberbniß verfeßiebener 2lrt muffen auf bie bereits angegebene 2lrt entfernt werben. Ußo eS wegen ber eintretenben großen Scßwäcße, ber Cßnmacßtcn u.f.w. barauf anfommt, ben Slutßuß fobalb als möglich jum Steßen ju bringen, iß bie (Beßanblung folgcnbe: (Bor allen Singen iß ßorijontale Sage im (Bett, bte ßrengße (Ruße beS ©eißcS unb .Körpers, eine nur mäßig warme Temperatur im ßimmer, leicßte 33cbecfung nötßig. 2llleS ©eräufcß, ju grelles ÄMcfyt unb alle ßarfen ©erließe müßen von ber .Kranfen abgeßalten werben. fficfonbcrS ßelle man baS ®ett niept fo, baß baS ©eßeßt naeß bem ftenßer ßin gerießtet iß, ja man Verbunfle felbß baS ßimmer fo viel als möglich. SiejeS iß um fo nötßiger; je fcßwächer bie Jtranfe iß, weil bann ein nur ets WaS grelles ßiißt oft auf ber Stelle Uebelfeit unb ©rbreeßen maeßt unb bie JBIutung vermeßrt. 9)ian bulbe niemals bie ©egenwart frember ßkrfonen; man vermeibe felbß bie unbebeutenbße®emütßsbewegung, leicßteS ©rfeßreefen, 400 beruhige möglichft baS aufgeregte ängftliche ©emüth unb Ijalte ben Schlaf nicht ab, fonbern beförbere Hjn vielmehr, laffe aber auch bie Jtranfe währenb beffelben nicht unbeachtet, fonbern fctje non Beit ju Seit behutfam nach, ob bie Slutung vielleicht wiebergefommen ift, ober ftch bebeutenb vermehrt hat. 5£>ie «ftranfe muff ununterbrochen baS Sett hüten, baS £ager nicht ju weich unb marin fein, unb nie bürfen jur Sebccfung genommen wer» ben. <5ehr jwecfmäpig ift eg, wenn bie .ftranfe nicht auf bcm £embe liegt, fonbern wenn biefeS in bie «hohe gefchlagen wirb unb fte eine £age von SBachötuch unb Vielfach jufamniengelegter Seinwanb jur Unterlage erhält, JDaburch Verhütet man eine ju bcbeutenbe Verunreinigung unb fann bet «Rranfen öfters, ohne baff fte nötl;ig hat ftch ftarf 3U bewegen ober aufjurich» ten, burch Söechfeln ber Unterlagen ein bequemes unb reinliches Sager erbat» ten. 3u frühes Auffleben, ja nur baS fragen von einem Sett in baS an» bere fann fel;r fchäblid? werben unb bie wiebcr von Steuern rege machen. 2)ie Jtranfe muff babei mit bem Jtopfe möglichft tief unb auf betn Stücfen, wo möglich «tit übereinanbergefchlagenen Seinen liegen. Sticht un» bienlich ift eS, bie Stacht über bie Schenfel über ben Jtnieen mit einem Suche leicht jufantmen ju binben. 2)en Stuhlgang mu| bie Jtranfe immer auf einem Stecfbecfen Verrichten. Serftopfung barf jroar nicht gebulbet, boch nur mit größter Verficht, unb ohne bafj bie Jt raufe ftch ftarf babei bewege, bürfen befihalb Jtlpftiere gegeben werben. 3a man wähle felbft, wenn nicht groffc Schwäche öS verbietet, ein inneres Abführmittel, befonberS OiicinuSöl ober QSiener Sränfchen. £)ie ßuft im «Rranfenjimmcr, auch baS Sager, bie Speifen unb baS ©ctränf fei fühl. VefonberS meibe man im Höinter ju warm gcheijte Bimmer. 3 ft bie Jtranfe robuft unb Vollblütig, wirb ber Slutflufj von ben ®r» fcheinungen eines entjünblichcn Fiebers unb von fixen, brennenben Schmer» jen begleitet, ftnb bie oben angeführten aufregenben, erhi|enben Urfachen VorauSgegangen, fo mufi fobalb als möglich eine Aber am Arm geöffnet Werben, innerlich giebt man ben Salpeter (f. Str. 24) unb fühlenbe @e» tränfe (f. Str. 7). Ötommt ein folger mit entjünblichen Srfcheinungen ver» bunbener Slutflufj bei einer mehr jarten, reijbaren Jtörperbefchaffenheit junt Vorfchein, fo gebe man bie tropfen Str. 336 alle 2 Stunben nach voraus» gefchicftem Aberlaffe. Sei bleichem, eingefallenem ©eftchte, fleinem, fchwa» ehern SulS, ununterbrochen unter wenigen ober gar feinen örtlichen Sntpfin» bungen fortbauernbeni Sliutterblutflufj ift an feinen Aberlaf? ju benfen. 4?ier gebe man Vor Allem ben Alaun, 10 ®ran in Sulver mit eben fo viel Buder, alle 2 Stunben 1 Stücf, ober alle 2 Stunben eine halbe $ affe Alaun» molfen (f. Sir. 239 ober Str. 340). kräftiger noch wirft ber (Sifen Vitriol (f. Str. 344), ber ftch jeboch mit einer fehr barnicberliegenben Serbauung nicht verträgt. - 2)ie Biwwttinftur ju 30, 40 tropfen ftünblich ober auch öfter gereicht, ober bei gleichzeitigen frampfhaften Srfcheinungen unb jwar 401 Bei fe'ßr fRetjbaren unb Bei bie ßinimttropfen SQr. 345, fonfl ater bie SQr. 346, leiften Bier in her ÜJtegel bie beften Vienfle, befonberS in Verbinbung mit (Efftgnmfcßungen unb falten Umfcßlägen über bie «Scßoofjs gegenb. 2)a aber, tvo alle biefe Mittel fruchtlos bleiben, fann man ftd? noch auf baS Viutterforn verlaffen (f. Vr. 236), unb tvo felbft biefeS im Stieße läßt, auf baS efftgfaure 33lei (f. Str, 237). 3fl bie ©ebärmutterblutung anßaltenb, unb befielt fiefcßon einige Beit, fo ftnb fafl immer franfßafte Veränberungen in ben ©etveben biefeö VßeilS Vorßanben: fctyleicfyenbe (Entjünbungen, QBunbs unb ©efcßtvürigfein, s2luf= locferungen, Volppen, SlnfcßmeHungen, Verhärtungen, ober bet grucßthah ter hat eine regeltvibrige Sage angenommen. 3n aßen biefen gälten fann nur eine fjödjfl (nicßt bie alltägliche) geburtshilflicheUnterfucßung unb Veiflanb ben ßnftanb genau ermitteln unb bagegen verfcßaffen. ßufammcnjiebenbe (Einführungen nach eignem ©utbünfen hier anjutvenben, ifl behhalb auch nie rathfam. § 183. e) sBcfd)tverltd)c Wonnforctntßunß. «£ier ifl entmeber nur baS erfle (Eintreten ber 2)?onatSperiobe feßmerj« haft, ober eS ftcUen fteß bei jebem SBiebererfeßeinen ber monatlichen Oleint* gung heftige Jtolifen, namentlich über ber Scßoofjgegenb, iveßenartige Schmerlen, Jtopfs unb (Rürfenfchmerjen, (Erbrechen, Baßnfeßmerjen ober noch heftigere ßufäUe, Vrecßburcß fälle, Dhnmacßten, Jträmpfe, (Epilepfte, Starrfucßt, Srrercben, Vlelancßolie, Vobfucßt, (Erbltnbungen u. f. tv. ein, unb jtvar enttveber nur mäßrenb beS gluffeS ober feßon mehrere Vage vorher ober nachher. 3)abei ifl ber Vlutabgang felbfl enttoeber regelmäßig ober ju feßtvaeß, 311 flart ober mißfarbig. Unfruchtbarfeit, ein verfümmerteS, tßeiltveife feßr qualvolles Seben unb eben nicht feiten (Entartungen ber ©es bärmutter felbft ftnb bie traurigen geigen eines folcßen BuftanbeS, ber auch oft als erbliche Jtranfßeit beobachtet ivirb, tvo man bann allerbingS baS (Ents flehen anberer örtlicher Äranfßetten beS noch mehr ju befüreßs ten hat. 2)tan muf) hierbei vorjüglich jtvei ivefentlich verfchiebene Buftänbe von einanber unterfeßeiben, benn in ber {Regel beruhen bie (Schmerlen, Krämpfe unb anberen franfhaften ©rfcheinungen entmeber auf einer franfs haft erhöhten fReijbarfeit unb (Emßfinblichfeit ber ©efchlechtStheile unb beS ganjen Körpers überhaupt, ober auf einer fchleichcnben (Entjünbung beS gruchthalterS unb Vlutanbrang nach biefem Vbeile hin. 5)och giebt eS auch gälte, namentlich trenn, tote bieS hier oft ber gall ifl, beim ®rucf empfinbs ließe iRücfentvirbel angetroffen tverben, wo biefe beiben Buftänbe mit cinans ber verfchmoljen ftnb, ober mo in einer Entartung ber Struftur ober in einer franfhaften Veränberung ber «Stellung ber ©ebärmutter ber ©runb biefer Jtranfheit ju fueßen ifl. 2)ie auf S'lervenfchh.'äche unb £Retjbarfeit berußenbe fchmcrjßafte 2Ros natSreinigung fann grauen jeben SllterS ergreifen, jeboeß ifl ftc nach beut Ser §au«arjt. 402 SGflen ScfccnSfaßre häufiger als früher, unb häufiger Bei unVerpeiratpeten ober Bei verpeiratpeten grauen, welcpe aber feine «Rinber gehabt paben, als bei anbern. Sie befällt weift fold?e von reizbarem Temperament unb Von einem jarten fcfyivädQIicQen Jtörperbau. Ungefähr einen Tag vor ber {Regel ift ein ©efütjl allgemeinen Unbehagens unb eine ©mpfinbung Von «Ralfe vor» panben, bie, wie bie «Rranfcn ftcfy auSbrücfen, bie «Rnocpen in ben ©liebem befällt. Jtopffcpinerj gel;t bem AuSbrucpe beS Voran ober folgt barauf. Sie Scpmerjen, welcpe bie (Reinigung begleiten, beginnen in ber untern Senbengegenb beS £RücfenS unb breiten fiep um ben untern Tpeil beS Unterleibes unb nacp ben Scpenfeln herab auS. Sn manchen f äden fepeinen fle in regelmäßigen Anfäden einjutreten mit Bwifcpenräumen Von (Ruhe, in anbern ftnb fie glcicpbleibenb. Sie <§eftigfeit beS ScpmerjeS ift ebenfalls fepr Verfcpiebcn unb juweilen fo heftig, baß bie Jtranfen fiep winben unb frümmen, ja wopl felbft in Ohnmacht faden, ßuweilen ift er nur Von furjer Sauer unb befcQränft fiep auf wenige Stunbcn Vor ober nach bem Eintritt beS ©lutabgangeS. Söäprenb beS AnfadS ift feine Aufregung im ©lute unb überhaupt nichts f ieberpafteS vorhanben, bie <§aut ift fühl, ber ©uIS fepwaep unb bie ©eftcptSfarbe blaß. Später ift aber bie Jtranfe weni* ger gefcpwäcpt, als man eS ber eit ber Scpnierjen nach hätte erwarten foden. Sn ber {Regel ift hierbei ber ©lutabgang fparfani, fepr häufig miß» farbig unb mit fleinen ©lutflumpen Vcrmifcpt. Sm übrigen ©efinben ber Äranfen wirb feine fonberlicpe Störung beobachtet. Sie Sarmentleerungen ftnb regelmäßig unb bei ©inigen ift ber Appetit faum geftört. - Siefcr franfpafte ßuftanb ift folge ber Weicplicpen ©rjiepung von «Rinbpeit an, öftere ©rfältungen burep feuepte SEBopnung unb ju leicQte ©efleibung, häuft= ger Aufregungen beS ©efcpIecptStricbeS, ber Onanie, beS ju früh tmb ju häufig auSgeübten ©eifdblafö, nieberbrücfenbe ©cmütpSaffefte unb Seiben» fcQaften, beS «RummerS, ©ramS unb einer gehäuften unb unbefriebigten Siebe, vorhergegangener ©lutflüffe unb öfterer fehlgeburten, beS ßufammen« preffenS beS SeibcS, ber fpenben Lebensart unb ber SuftfeudQe. Sebocp fön» nen auep anbere «Rranfpeiten beS Unterleibes, namentlich aber ber ©ebär» mutter, j. ©. ©erftopfungen, Anfcpwedungen, ©erpärtungen u. f. w., ben ©runb ju biefen ©efepwerben legen. Aucp fap man burep Abtreiben ber SBürmer hartnäckige Selben ber Art verfepwinben. Ser cntjiinblicpe ßuftanb bei ber fcpmcrjpaften (Reinigung unterfepeibet ftep jiemlicp bcutlicp von ber oben befepriebenen Art, fowopl in ©ejiepung auf bie ©erfonen als auf bie ßufäde. ©r fommt bei frauen Vor von Vodern Körperbau, heftigem Temperament unb im Adgemeinen in einem früheren Alter. OefterS beobachtet man ipn aucp bei Söittwen ober ©Seibern bie lange Beit ben ©enuß beS ©eifcplafs entbehren müffen; überhaupt ftnb Un» verpeiratpete biefer «Rranfpeit befonberS unterworfen, aber aucp ©erpeiratpete, felbft wenn fte «Rinber gehabt paben, werben niept verfepont. Sen heften 403 Auffdjluß giebt immer eine in ben ßwifchenjeiten Veranflaltete geburtShtlf« liehe Unterfliegung, wobei alSbann bie ©ebärmutter theilweiS ober adgemein entjünblich angefchwoden gefunben werben wirb. ©S fünbigen nur wenige Vorläufer ben Anfad an. (Sine gewiffe Unruhe unb fieberhafter ßuftanb mit Stauer unb barauf folgenber £i£e unb 3Fiötfje im oft mit Jtopffchmerj, gehen bem Eintritt beS SDlonatlichcn wenige Stunben Vorher, ©inige Stunben nach bem ©rfcheinen beffelben ift baS Selben fel;r heftig. 2)ie Äranfe flagt über Schmerjen im Rüden, SSehthun in ben ©liebem, Riübigfeit, «Ropffchmerj, ©mpfinblichfeit für baS £irf;t unb ©eräufch; baS ©eftcht ift geröthet, bie >§aut heiß unb ber QhtlS ftarf unb fchned, unb oft fühlt man beutlich eine Anfchwedung beS Unterleibes über ber Schooßgegenb. 2ldc Sufäde werben gelinber, wenn ber 2luSfluß Vodftänbig im ©ange ift; jcboch ift bie ßcit, wo biefeS fiattfinbet, fchr verschieben. QBirb baS Sieber ftarf, fo ftedt fleh nicht feiten Srrereben ein. Richt feiten Wirb in ben ßwis fehenjeiten hier ein Schleimabgang beobachtet, waS bei ber erften Art nur feiten ber Sali ift, ober er ift bann wenigstens niemals fel;r beträchtlich* £>er Anfad fann mit jeher AconatSreinigung jurücflehren, bod; beharrt er nicht fo regelmäßig wie in ber erften Art, unb wenn er nicht bebeutenb ift, fo ift er auch oft fein ber ©ntpfängniß. Aufregung beS ©efchlechtSs tricbeS, ©rlältungcn burch baS fragen ju leichter «Rleibung, befonberS an ben fühlen Abenben nach heißen Sommertagen, baS auf Steinen ober auf bloßer ©rbe, h«uptfächlich nach ©rhifcungen, unb eine 311 nahrhafte »ftoft unb erhi|enbe ©etränfe ftnb häufig bie Urfachen biefeS ßuftanbeS. 39ei ber Annäherung ber erften 2ÄonatSperiobe leiben bie Aläbchen jwar auch oft an aderhanb ßufäden, bie, wenn fte eine gewiffe ©renje nicht über* fchreiten, feineSWegS als etwas .RranfhaftcS ju betrachten ftnb. ©ewöhnltch enbigen fte ftd) bei biefen nicht immer gleich baS erfte -Rai mit bem Eintreten beS WionatSfluffcS, fonbern fehren einige 2Jial regelmäßig nach 4 Sßochen wieber, wobei bann anfänglich juerft ein rötliches 23Iutwaffer unb enblich ber Abgang eines flaren QJIuteS erfolgt, worauf bann bie SBefchwerben bei ben folgenben Reinigungen immer gelinber werben. JLiefe ®efchwerben barf man aber nicht burch ein ärjtlicheS Verfahren ju Verminbern ober gar ben ßluß fehneder herbeijuführen 3)ie auf RerVenemhßnblichfeit berubenbe fchmerfhafte AionatSveriobe jeigt ftclj oft äußerft hartnäefig unb aden Mittel. Sn ben Anfäden großer Schmerjhuftigfeit gebe man hier eins ober jweijtünblich eine ©abe beS SJoVerfchen (f. Rr. 44) mit einem ©ran Äampheh fo lange bis fiinberung erfolgt. Sodte aber baburch ber «Rohf 311 fehr eingenommen wers ben, fo reiche man lieber baS ©ilfenfraut (f. Rr. 162). Auch bie Krampfs troffen Rr. 167 mit «Ranüdens ober Salbrianthee gewähren oft große £in* berung. S)ic heften SJienfte leiften aber gewöhnlich bie mit 6-8 tropfen einfacher Dpiumtinftur, welche man feßon einige 404 5£age vor bem Eintritt ber $eriobe anfangen ntufj jit nehmen, wenn man bent WnfaUe zuVorfommen will. Sinb mit biefen Unfällen zugleich fyeftige 'ffilutergieffungcn vorljanben, fo befeitigt baS SWuttcrforn (f. 9h. 236) beibe ® erwerb en jugleid). Wud) fah man fehr guten Erfolg, trenn baS 2)iutter= forn jcbeSmal fchon einige J'age vor bem Eintritt ber WionatSperiobe brei= mal täglich gegeben irurbe. - Sinb frampfhafte BufäUe jugegen, fo giebt man alle jtvei Stunben ober auch ftünblid) 30-40 tropfen Von bem Präger ftinfenben Wfantwaffer mit Jtaniillenthee. Ueberhaupt wirft ein reichlicher ©ebrauch biefeö hier fel;r wohltätig. SDMt fehr günftigem Erfolge gab man auch fchon oft einen !£tyee Von gleichen feilen Salbriau» unb Süfjs 9)leltffen= unb Äraufemünjenfraut unb JtamiUenblumen. 3n fehr vielen ftäUen unb befonberS ba, wo eine fühle, troff ne <§aut unb anhaltenbe Erfüllung Wohl als Urfache bicfeS JCeibenö vermittlet Wirb, ba ift ber effigfaure Salmiafgcift (alle 3 Stunben 40-50 tropfen) in Buder» waffer ein vortreffliches SWittel, baS man ftetS ohne alle ©efatyr nehmen fann. Wufjer Weht müffen bie beruljiigenbcn Umfchläge (f. 9h. 106) unb Einreibungen (f. 9h. 198) auch nie gelaffen werben. Sauwarme befonberS von £O?iIch unb Seife, beruhigen in ber Siegel bie Jtranfe auSnehmenb; noch Vorzüglicher aber ftnb bie ftunben» langen Sifjbäber Von mäßig faltem SSaffer. Söollte man bie le|teren nur Vorübergehenb auf furze ßeit nehmen, fo würbe man freilich wehr fchaben als nü|en. Wuch in falteS eingetauchte, bann gut auSgewunbene Bücher um ben Scib gefchlagen ju tragen, werben ber Jtranfen großen Sinken fchaffen. Wuf feinen fVaU barf aber hiev bie Unterfuchung beS SlücfenS uns terbleiben, fehr oft wirb man bann fchmerjhflfte SBirbel entbeefen unb ben Wnfall auf bie § 87 angegebene Wrt balb befeitigen fönnen. ßur grünblichen «Teilung biefcS BuflanbeS giebt man in ben Bnüfchen» Zeiten bie Rillen 9h. 171, ober wo bie Ernährung fehr herabgefommen ift, giebt man bie duaffta (f. 9h. 33) bann baS iStänbifd;e -DhoS, namentlich aber bie eifenhaltigen Mineralquellen. 9Bo aber SSerftopfungen beS Unter» leibeö vorhanben ftnb, ift ber ©ebrauch beö natürlichen over fünftlichen Jtarlöbaber äßafferö ein unübertreffliches Mittel. Sei reiner 9lerVenreijs barfeit wirb ber fortgefefcte ©ebrauch ber muffig falten (täglich 2mal eine Stunbc lang) unb baS beftänbige fragen ber feudjtcn Umfchläge Ucbel am beflen für immer heilen. Ohne forgfältigeS SBernieiben ber angegebenen Urfadjen wirb nie eine Teilung gelingen, wohl aber ift biefe oft allein hhrreichenb, bem Ucbel ein Enbe ju machen. 3ft ein entjünblicher Buftanb ober eine SSlutüberfüUung bie Urfacheber SDhnatSbefchwerben, fo ift bei vollem, fchnellcm $ulS, heifjer £aut, rothem ©eficht, Jtopffthmerjen unb heftig anhaltenben Schmerzen in ber ©ebärmuts ter ein Wberlafj von 2-3 Waffen am Wrm unbebenflieh z« Veranflalten. 3ft ber fieberhafte Bnftanb aber nicht fo 'Deutlich ausgeprägt, unb bie Jtranfe 405 Von weniger fräftiger Jtonftitution, fo bürfen nur 15-20 ©lutegcl an bie ©efcplecptgtpeile unb an bag ©littelfleifcp ober fceffer noep ©epröpfföpfe ba, wo bie ben meiften ©cpmerj äupert, angefe|t werben. Slicptg leiftet aber t;ier fo aufjerorbcntlicpe -§ülfe alg wenn man ©elegenpeit pat, fid> 2-4 ©tüef ©lutegel an ben ©luttermunb felbft fe|en ju laffen, wag freilich nur ein erfahrener verniittelfi eineö ju bcwerfftcUis gen vermag. - Der Darmfanal muh burep Oiidnuöol (1-2 Splöffel in einer Jaffe 4paferfcfyleim), ober wenn bie Jtranfe gegen biefeö perrlicpe, ben ©cpmerj oft ganj allein beftegenbe ©littel einen ju groben hätte, burep bag Jränfcpen Sir. 62 gereinigt werben. 3m Ucbrigcn ift ber ßu» ftanb fo wie ein mäpigeg Entjünbunggfieber ju bepanbeln. Um bie ©cpmer= jeh ju milbern, bienen lauwarme «föalbbäber, UeberfcQläge. Von einer SJiopn« fopfabfoepung, Einfpripungen von biefer ©bfoepung ober von Seinfamen« tpee, unb nacp ber gehörigen Entleerung bog Darmfanalg ein Jtlpftier blop Von 2 Eßlöffeln ©lilcp mit 6-8 Jropfen Saubanum. ©ipbäber von ganj faltem ©Jaffer, unb wo tväprenb beg ©ipeng bag burep ben Körper erwärmte ©Jaffer auögefcpöpft unb immer wicbcr mit faltem erfept wirb, fo bah bie «Rranfe enblicp von einem ftarfen Srofte befallen wirb, leiften pier jeboep oft mel;r alg alle bie angegebenen ©iittel. - ©o oft ber ©cpmerj fiep aber erneuert, fo oft muffen fte ganj in berfelben 2lrt wieberpolt werben. 3n ber ßwifepenjeit befepränfe fiep bie Jtranfe mepr auf ©flanjenfoft, führe überhaupt eine magere Diät, geniefje viel faltcg ©Jaffer, führe ein tpä« tigeg, arbeitfameg SJeben unb mcibe ©Heg, wag bag ©lut, namentlich aber bie ©efcplecptgtpeile erpipt unb aufregt. § 194. Itebclfdn unb ber ©duvtingercn. ©epr päuftg fängt fdjon mit ber Empfängnip ober vielmehr Wenige ©tunben ober Jage nacp berfelben bag Ucbelfein, welcpeg fiep mancpmal big jum Er« breepen fteigert, an, fo bap manche grauen biefeg unter bie fteperen ßeiepen ber ©epwangerfepaft reepnen. Diefcr Meinung ber grauen fann man um fo mepr ©lauben beimeffen, wenn feine anbere waprfcpeinlicpe Urfacpe biefer ©efepwerbe, j. ©. Ueberlabung bcö SJiagenö, ©emütpöbcwcgung u. f. w. vor« angegangen, unb wenn babei bie ßunge rein ift. ©Jenn biefeö Erbrecpen niept ju peftig ober anpaltenb wirb, fo ift eS ohne alle ©cbeutung unb Siacp« tpeil. 3a man fann bie ©ppetitlofigfeit biö jum 5tcn ©ionat ber ©epwan« gerfepaft Vielmepr alö eine weife Einricptung ber Statur betraepten, um ba« burep ju verpinbern, bap bae big ju biefer ßeit im Körper fiep anfammelnbe unb noep niept jur Ernährung ber Srucpt reicplid? Verwenbete ©lut fiep niept burep eine allju ergiebige Ernährung noep mepr anpäufe unb fo ber Sh'utter unb bem Jtinbe nacptpeilig werbe. Da aber, wo bie ©ppetitlofigfeit unb bag Ucbelfein fiep big £U einem anpaltenben heftigen Erbrecpen fleigert, ba fann eg niept allein ungemein unb bie Ernährung ju fepr be« febränfen, fonbern auep ju ©rüepen unb Seplgeburten ©eranlaffung geben. 406 Sn her erflcn SWonatgjeit nach her Empfängniß unb bann trieber Von» 5ten 2)lonat ber Scptrangerfchaft an beruht bag Hebel gewöhnlich auf einem 9lervenreij unb fann bann nut burch brampfßiUenbe Wiittel gemäßigt, trohl aber nur feiten gänjlich befeitigt werben. 3Bei fet;r reijbaren, nervenfchwa* eben Srauen bann biefe nervöfe Sieijbarfeit auch wäprenb ber ganjen Schwan* gerfepaft Urfacpe biefeg fein, ©en beftänbigen SBrccpreij minbert algbann nicQtö beffer alg bag Mittel Blr. 19, beni man noch 4 @ran 33ilfen= fraut=Ejtraft pinjufept. Oft leiflen aber bie fauren ©ropfen (f. 9lr. 348) ober bag fpirituöfe Bimmtwaffer (3-4mal täglicp einen ©peelöffel voll mit SBaffer) noch beffere ©ienfte. ©abei reibe man bie SDlagcngegcnb unb ben Slücfen 2-3mal täglich mit Savenbelgeift, «fjoffmann'g äußerlichem Bebeng* balfam ober mit bem Mittel 9h. 196. ©ienlich ift auch Jtraufemünjenfraut, in 2öein gelocht alg Umfcplag auf bie -BJagengegcnb. Einreibungen ber tBrccpweinftcinfalbe, in ber ®röße einer SBopne jtteimal täglich in bie grübe, big SBIattern entftepen, werben auch oft mit bem beften Erfolg äuge* wenbet. Sn ben bei weitem häufigeren Sälien unb namentlich Vom 2tcn big jittn 5ten 2)ionat ber Scpwangerfcpaft beruht bieg Erbrechen auf einer SßoUblü* tigfeit ber SDlagengegenb. unb jwar 10, 15, 20 Stücf, je nach ber .ftörperbefebaffenpeit, bem Sliter unb überhaupt nach ben Kräften ber Scptran* gern, an bie gelegt, cremor tartari in Hßaffcr (f. 9lr. 18) unb bei trägem Stubb juweilcn ein gelinbeg Slbfüprmit* tel (f. 9lr. 62) ftnb bann bie geeigneten -Büttel jur 2lbpülfe biefer Blagenbe* fepwerben. SSenn bag Erbrechen aber mit einem brennenben, fcpmerjpaftcn @efüpl im Klagen verbunben ift, wenn ber $ulg nur einige Sülle hat, trenn fich päußg fcpon SBlutabertnoten an ben Süßen jeigen, unb trenn bag Er* brechen nicht vor, fonbern halb nach bem Elfen erfolgt, bann reichen bie allein nicht pin, fonbern in jeber ßeit ber Scpwangerfcpaft muß bann ein überlaß am 2lrm nebft ben angetvenbet trerben. 2)Üt fepr auggejeiepnetem Erfolge pat man in neuerer ßcit folgenbcg SDiittel angetrenbet: 9iiium: Drangcnblüthen = SßSaffer 2 Quentchen, SBrechnuß ■ ©inftur 6 ©ropfen; hiervon trerben 9)1 orgeng im SBette unb um 6 Uhr 10 ©ropfen ge- nommen. Sinb bie Srauen aber fehr fcptrach, unb leiben fte ftßon lange an biejem liebel, fo nimmt man bei ber beg -BHttelg felbft nur 2 ©ropfen von ber 9Brechnuß*©inftur. SBei fehr reijbaren Srauen, tro fepon viele Ulrjneien ohne Erfolg angetrenbet mürben, unb ber -Biagen 2llleg trie* ber von fleh flößt, giebt man: Jtirfchlorbeertraffcr 2 Quentchen, -23recpnußff©inftur 4 ©ropfen; man nimmt hiftoon trie oben täglich 2mal 10 ©ropfen. 9lach 8 ©agen trirb, trenn bie Sujälle noch beflepen, auf 15 unb trieber nacp 8 ©agen, 407 wenn fene nocp nidjt gänzlich aufgeßört haben, auf 20 tropfen geftiegen, Weiter aber nie. Dabei mu§ aber ein etwa Vorpanbener Durcpfall, fo wie bie mangelnbe StuplauSleerung, burch bie geeigneten Mittel gehoben wer« ben. Die Diät bleibt hierbei aber ganz beni ©Junfcpe ber «Kranfen übers laffen. Sn febent Falle, felbft ba, wo man Von ben ©lutentziepungen feinen ©ebrauep machen barf, finb bie gelinb auf ben Stuhl wirfenben Mittel oft feßr nüfelicp, benn nicht feiten fammeln fiep in ber Scpwangerfcpaft burch Ueberlabung beS ÜJiagenS unb anbere Diätfehler Unreinigfeiten im Darms tanal, bie burch it;rerr Oieiz Ucbelfeit unb (Srbrecpen erzeugen fönnen unb bepfyalb entfernt werben muffen. (Sine belegte Bunge, übler ©efdjniacf im 2)iunbe, ©erftimmung beS ©emütpS, SD?attigfeit, «Kopffcpmerz in ber Stirn* gegenb u. f. w. jeigett bie ©nwefenßeit tiefer Unreinigfeiten an. ©Senn in ber zweiten Hälfte ber Scpwangerfcpaft baS Srbrecpen aufhört, fo finb erweiepenbe «Klpftiere nicht bringenb genug ju empfehlen, beim fic entleeren bann oft eine ungeheure Stenge Von Verhärtetem 3tothr Welcher fiep burch ben Drucf ber fepwangern ©ebärmutter in ben ©ebärmen anhäuft, burch ©urganzen nicht abgeführt werben fann unb nicht allein baö ©rechen unterhält, fonbern auch päufig Fehlgeburten ober fepwere (Sntbins bungen Veranlaßt. Durch ein «Klpftier auö abgefoeptem SB aff er mit 1, 2 (Sßlöffeln voll ©aunis ober Beinöl, nicht ju warm unb nicht ju falt, täglich genommen, wirb man biefe «Kotpentleerungen am heften bewerfftelligen. § 195. fBcrpütung bet uu& fccr (Sine Fehlgeburt (Slbortus) heißt ein Bittgang ber Frucht vom erften bis (Snbe beS ftebenten WlonatS, ju welcher ßeit biefe ftetö lebensunfähig jur SBeltfommt; eine frühzeitige ©eburt ift eS, wenn fte ftch jwijehen ber 28ften unb 37ften SBocpe einftellt; pier fann baö «Kinb zuweilen noch atn Beben erhalten wer« ben. Bim häufigften fommt bie Fehlgeburt im 3ten unb 4ten BKonate vor, Wo fte faft immer ju einer 3eit eintritt, wo bie Frau, wenn fte nicht fepwan« ger gewefen wäre ihre SJlonatöreinigung befommen hätte. Die Reichen, welche einen folgen Unfall Vorher verfünben, finb: Schwere, -Diattigfeit, «Kälte unb (Srftarrung in ben ©liebem, Scpwinbel, Ohnmächten, «Kopfweh, fepwere Dräume, blaffcS Blnfepen, trübe Bingen, oft blaue Olinge um biefelben, Abnahme ber Sticpe, Spannung unb 2lnfcpwels lang ber ©rüfte, fcpmerjpaft bepnenbe (Smpfinbung in ber £enbens unb Sei« ftengegenb, Scpmerjen im «Kreuz unb im Unterleibe, bie ben regelmäßigen SBepcn äpnlicp finb, Drängen auf bie ©lafe unb baßer öfterer Strich jum Uriniren, ein fcpleimiger, oft fepr übclriccpcnber wäfferiger Ausfluß auS ber Scpeibe unb julcpt bei naße bevorfteßenbem Abgänge ber Frucßt ©lutfluß aus ben ©eburtötpeilen. ©acp ber Hälfte ber Scpwangerfcpaft gefeiten fiep noch bie aufßörenben ©ewegungen beS «Kinbcö, zuweilen auch ein waßmeßnis bareö «Kracpen im Unterleibe alö Folge ber ©erftung ber (Sißäute, unb bie 408 ©mßßnbung eines hin* unb Verfallenden Jtörßerä bei ©eränberung der £age von Seiten der Mutter hinju. - Sutveilen find aber diele diefer ©orboten da, und doch [teilt ßcß der befürchtete Frucßtabgang nicht ein; juweilen fommt er dagegen auch ohne alle diefe ©orboten, unb juweilen gehen biefe fchon Ußocßen lang Vorher. ©ic (Srfcßeinungen bei einer Fehlgeburt nähern fleh im Ogemetnen be* neu ber regelmäßigen ©eburt unb jwar um fo mehr, je fpäter ber Qlbort er* folgt. ©ntßeßt berfelbe fchon in ben erßen SBocßen nach ber ©mßfängniß, fo ift er faum von einem ju ßarfen SWonatöfluffe ju unterfeßeiben unb wirb auch Von ben Frauen in ber Siegel ju ihrem größten SQaciQtheil bafür geßal« ten; denn er entßeßt in ber Siegel ju ber Beit, wo bie Monatßreinigung ßcß einjußeUen pflegte, ©er ©lutabgang ift bann feßr reichlich unb mit ftarfen Scßmerjen verbunden, bad abgehenbe ©eblüt ift geronnen, ftoefig unb mit häutigen ©ebilben untermifeßt. SBar ber ©lutabgang nicht ju ftarf, fo er* holen ßcß jwar in ber CRegel bie Frauen feßr balb nach einer folgen Fcßlge* hurt; ha ße biefelbe aber nicht erfannt haben, fo tvenben ße feine Sorgfalt darauf, fte fünftig ju verhüten, unb fo tritt fte bann öfter ein, ja fte wirb förmlich jur ©ewoßnßeit, biö bann endlich bie ©ebärmutter gänjlicß bie Fä= ßigfeit verliert, bie Frucht länger alö biö ju bem Beitraum, wo ßcß bie Fehl® gebürt ftetö eingefteUt hat, ju tragen. ©ie Ur fach en ber Fehlgeburt fönnen in 3 eingetßeilt Werben, nämlich in fold;e, welche von ber Mutter ober von ber Frucht ober Vom ®i auSgeßen. So fann baö Si, b. ß. bie bie Frucht einhüllenben unb umgebenden Flüffigfeiten, bei einem frühzeitigen Wbßerben ber Frucht fid? in eine unförmliche Maffe (Monbfalb, ole) verwandeln unb bann im 3ten ober 4ten Monat auegeßoßen werben, ober bie ©ihäute ftnb ju dünn und berften bei der geringften ©eranlaffung. 5n beiden Fällen ift die Fehl0e&urt Ju Verhüten. Sel;r gefahrvoll für Mutter und «ftinb iß eö, wenn der Mutterfucßen auf dem Muttermunde feinen Si| ßat. £ier [teilen ßcß in der lebten Hälfte der Sdjwangerfcßaft immer Von Seit ju Seit Heine ©lutßüffe aue der ©ebäimutter ein, zugleich iß der ßeib glatter wie gewöhnlich, ©ritt hier, wie eß gewöhnlich gefeßießt, unb Waö bann aueß nießt verhindert werben fann, eine Feßl- ober Frühgeburt ein, fo erfolgt feßr leidet ein töbtlicßer ©lutßurj, wenn nießt fcßnell ein ©eburteßelfer ßerbeige- [cßafit werben fann. Seidß entßeßt aueß ein Mißfall burd; ju fcßnelleö SBadjötßum, ju große £ebenhigfeit ober Scßwäcße ber Frucßt, befcnberS wenn ber crße Sebenöfeim bureß Filter, (SntnerVung, Scßwäcße, Jtränflicßs feit ober ©ürftigfeit ber Eltern fo feßwaeß gelegt iß, baß bie Frucßt ißr £e« ben nießt bis jur Vollen Gntwicfelung fortfeßen fann. So ßnbet man aueß, wenn junge fräftige Frauen alte, abgelebte, entnervte Männer haben, baß die Frucßt nießt bie Vollfommene Steife erlangt, fonbern baß ße bureß baö Mißderßältniß ber ju fräftigen ©rnäßrung von Seiten ber Mutter für ben 409 ju lebenöfchwachen «fteim ju früh afcftir6t. kleine öftere Qlbfüfjrs mittel unb fcfymale Jtofi ftnb bann bie einzigen Mittel, um bie öfter er* littene gchlgeburt ju vergüten. Die gewöhnlichen Urfachen ftnb aber: Schrecf, Born, ®ram, gieber (befonberö in ben erften SRonaten ber Schwan* gerfchaft ber Schüttelfroft im BJechfelfteber, wehhnlb man biefeö auch fo halb als möglich ju unterbrücfen fachen muh), SntjünbungSfranfheiten, golbene Albern, (Srhifcungen, Srfältungen, SDMfjbraucf? erl;i|enber <Sveifen unb @e= tränte, beS Qtberlaffenö unb BurgirenS, gufjbäber, warme Bäber, befonberö ju Warme in ben erften Blonaten ber Schwangerfchaft, ju häufiger Beifchlaf, ftarfe ©erüche, verborbene Suft u. f. w. Blechanifche Urfachen beS ju frühen gruchtabgangeS ftnb: «ftranfheiten ber ©ebärmutter burch äufjere ©ewalt* thätigfeiten, galt, Schlag, Stoff auf ben Unterleib, Neijung burch geburtS* hilflidje Unterfuchung, (Erbrechen, duften, SQiefen, «fträmpfe, £eben fehlerer Saften, ju ftarfe ober ungewöhnliche unb unvorftchtigc Bewegungen beS &.ötherö, Donjen, Nachtwachen, ftarfeS Schnüren unb (Sinjwängcn beS «ftörperö. Durch festeres wirb bie ©ebärmutter bann oft auS ihrer natur* liehen Stellung gebrängt unb eine NücfwärtSbcugung berfelben (welche jwar auch noch auS anberen Urfachen entftehen fann) veranlag. Diefe fcl)r häufig nicht eitannte fehlerhafte Sage beö gruchthalterS ift eben nicht feiten bie Urfache beS ftetS fiattfinbenben ju frühen Abganges ber grucht. (Smvfin* ben bie grauen im britten Sftonat ihrer Schwangerfchaft ein unaufhörliches fchmerjhafteS Drängen im Beeten, ein in ben lüften, 2lngft, Unruhe, unb fommt noch hnrtnäcfige Stuhl* unb Urinverhaltung hinju, fo ift bann aller SIBahrfcheinlidjfeit nach eine folche NücfwärtSbeugung ber ©ebärmutter Vorhanben, unb man muh 10(11111 nicht fäumen, burch Verftänbigen geburtS* höflichen Beiftanb biefem gehler abhclfen ju laffen. (Sine ber häufigften Urfachen ber gehl* ober grühgeburt ift auch ber Drucf, welchen bie Slnfammlung Verhärteter «ftothmaffen auf bie ©ebärmut* ter auSübt. 3n gälten, wo biefeS ungünftige (Sreignip burch fein Büttel ju verhüten war unb allen Bemühungen jum Droh bie grau bemohnerachtet ftetS ju früh entbunben würbe, ba erreichte man bann einjig unb allein baburch feinen Bwccf, bah man 4 SSochen lang regelmähig einen Dag um ben anbern, am liebften gegen Slbcnb ober vor bem Schlafengehen ein <ftlp= ftier auö blohem gefottenen Blaffer mit 1-2 voll Sein* ober Baumöl geben lieh. (Srfolgt barauf feine gehörige Deffnung, f» wirb eS bee WiorgenS am nächftjolgenben Dage wieberholt. Bian fann ftch hietjn einer Sprite von mittlerer @röhe bebienen. Daö «ftlpftier muh ber grau ftetS in ber rechten Seitcnlage, nicht ju warm unb nicht ju falt beigebracht werben, auch lllltÜ Slicrft bas Nöhrchen allein, ol;ne bie Spi|e, in gehöriger Dichtung eingebracht unb bann erft lefctere in baö Nöhrchen gefteeft werben. Die grau barf ftch aber baö Ji nie felbft geben, weil babei ein fcl)äb* lieber tHcij faum ju hermeiben ift. Blau beginnt bamit 14 Dage vor ber 410 Beit, ju trelcßer bie Ie|te Fehlgeburt eintrat, unb fährt big 14 Sage nach biefem Hermine ununterbrochen bamit fort. £>aß babd bie nötige Bor= ficht unb Behutfamfeit ber Schwängern nicht unterlaßen werben barf, ver» fleht ftch Von felbft. Alle anberen ja felbft ber einfache «Ramidens abfub, wirten hier ju reijenb unb ftnb nachtheilig, ebenfo bie gclinbeften Abführmittel; benn bei einer fd;on Vorhanbenen Steigung unb Sewohnhcit ju einer Früh* ober Fehlgeburt wirb biefe ftcher baburch erregt. Alle bie hier angegebenen Urfachen bewirten aber gewöhnlich nur bann eine inseitige ©ntbinbung, wenn bie Jtörberbefchaffenheit unb bie anberen Bebenöverhältniffe ber Frauen fie fchon ohnebieS baju geneigt machen. <£ier* her gehört Bartheit, Schwäche unb Oteijbarfeit bog Jtörherö, aber auch Bolls blütigfeit; weichliche Bebengart, Unmäßigteit (befonberg im Beifchlaf), Ber* gnügungSfucht, bie im ju frühen ober ju weit vorgerücften Alter eintretenbe erfte Schwangerfchaft; bie ©nrpfängniß furj vor ober währenb ber Aionatgs heriobe, währenb beg Stilleng ober gar fchon währenb ber noch fließenben Jtinbbcttreinigung; ju häufiger unb ju ftarfer Alonatgfluß, anhaltenber Schleimabgang, eine franfhaft erhöhte Oieijbarfcit ber Briifte währenb ber Schwangerfchaft u. f. W. Bon großer BMdjtigteit ftnb hier auch bie ÖBits terunggs unb Buftverfcältniffe, bie oft ihren Ginfluß fo allgemein verbreiten tonnen, baß bie unjeitigen (Sntbinbungen ju einer wahren Bolfgfranfheit werben, j. 33. ftrenge Jtälte, anßaltenb naßfalte große Sonnens hifce, häufige ©ewitter unb nach alter Beobachtung ein troefner tüßler Früh» ling nach einem lauen feuchten Sßinter. Borjiiglid) aber ift eg bie Ai'acßt ber ©ewohnheit, welche hier fo äußerft ungünftig wirft. Frauen, bie eins mal ju früh enfbunben würben, ftnb biefem ßufall leicht öfter unterworfen, befonberg wenn bieg in ber erften Schwangerfchaft ber Fall War unb nicht burch große Sorgfalt in ber jweiten Verhütet würbe. Sn ben weiften Fällen wirb bag forgfältige Bermeiben ber angegebenen Urfachen, infofern fte von ber SBilltür ber Frau abhängen, hiureichenb fein, um eine ju frühe ©ntbinbung währenb ber Schwangerfchaft ju verhüten. Bor allen Hingen entfene man, fo weit eg immer möglich ift, alle jene fcßäbs liehen (Sinflüffe, welche l ei fchon Vorangegangener Fehlgeburt biefe herbeiges führt haben, unb gebe felbft in ben Fällen, wo bieö fchon oft hintcreinanber ber Fall war, bie Hoffnung nid?t auf, bag erwünschte Biel ju erreichen. Smmer enthalte ßch aber bie Frau jeber ju heftigen Bewegung unb Anftren» gung, vermeibe eine Beit lang ben Beifchlaf, befonberS ju bem Beitpunfte, Wo außer ber Schwangerfchaft bie QRonatöreinigung einjutreten pflegte, unb in ben Aionaten, wo fchon eins ober mehrere Aial ber Fruchtabgang erfolgt ift. Sie vermeibe alle ©elegenheiten, welche Beibenfehaften ober ©cmüthö» Bewegungen erregen tonnten, jebe (Srhifcung ober ©rfältung, bes fonberö aber einen raffen SEechfel Von £i£e unb Jlältc. Shre Befleibung fei einfach, nid;t ju Warm, nicht ju fühl, vorzüglich ftnb aUe ben Unterleib 411 beläftigenben Jtleibungöftücfe ju entfernen. SebenSart fit einfach, ruhig unb vom ©eräufcp ber SBelt möglichfl entfernt, aber and; nicpt einfam unb ganj jurücfgejogen. Sebhafte, vollblütige Schwangere müffen fiep an nährcnbe 93flanjentoft unb füplenbe berbünnenbe ©etränfe galten. Oft unb jumal bann, trenn ftcp burcfy einen harten Vollen $ul8, rotpeö aufgclaufeneö Oeftcßb lebhaft glänjenbe klugen, ©efüpl bon <§ipe u. f. W., bie allgemeine 23oU6lü= tigfeit funb gicbt, ftnb mäßige Aberläffe jur 3eit, wo fonft baö Alonatlidje einjutreten pflegte, bon Slupen. 3n berminberter Alenge muf man fte felbft mehrere Wlonate pinburcp unb jwar fo lange wieberholen, alö biefe <5rfct;ei= nungen bcr SBlutfülle unb 93IutwaUung jugegen ftnb, ober eö bie Slatur burcp Blutungen, 3. 93. burd) Slafcnblutcn anbeutet ober bedangt. 2>ie 3ft<hen einer fdjeinbaren Scpwäcpe aber berbieten and) fcineSwegä immer biefe SBIuts entjiepungen, beim jene fleUen ftcp bei boUblütigen $erfonen fepr häufig ein. Aucp leprt bie Erfahrung, bafj befonberö biejenigen grauen, bie außer ber Scpwangerfcpaft ein fel;r reijbareS Slcrbenfpflcnt haben, ober bei benen ftcp baö 93ilb ber Scpwäcpe mit erpöpter Uleijbarfeit barftcllt, in ber Schwanger* fcpaft häufiger an 33oHblütigfeit unb Aufregung im 93Iute leiben, als anbere ftarfc bollfaftige $erfonen. 2)ocp pier fann bann nur ein cinftcptSbollcr Atjt über bie Slotpwenbigfeit bcö Aberlaffenö giltig entfcpeiben. Slebft bie* fen regelmäßig Wieberpolten 93lutcntjiehungen ift anhaltcnbe, Tlonate lang fortgefepte (Ruhe bcö ÄörperS unb ber Seele ju empfehlen, befonberS in ben brei er ft en Alonaten. Sag bagegen ber ©runb borangegangener ju früher ©ntbinbungen in Wahrhafter Scpwäcpe, befonberS in einer Anlage jur Slerbenfdjwäcpe unb fraftlofer mangelhafter Srnäprung, unb hat man Urfache ju fürchten, bap auö bcmfelßen Srunbe eine neue Fehlgeburt auch in ber jetzigen Schtrangers fd)aft eintreten fönnte, fo ift nichts fo bringenb nothwenbig, als bie Urfachen ju ergrünben unb ju entfernen, welche in ben früheren jene Schwäche herbeigeführt haben, ober wenn Jtranfhcttcti borhanben ftnb, Sorge ju tragen, bap biefe fobalb als möglich entfernt werben. 3m aUges meinen bient hier eine mehr nahrhafte, jeboch immer nur ben 93erbauungS= fräften angemeffene ®iät, mäßige, aber nie bis jur (Srmübung fortgefe|te tägliche in freier Suft, bcr Aufenthalt auf bem Sanbe, Aufheite= rung bc§ ©eiftcS burch geräufdjlofe, baS ©emüth nicht ergreifenbe 3er= ftreuungen unb baö Sßermeiben trauriger Scelenftimmungen, beö Uebers niafjcS im 93eifchlaf unb beö bielcn Jtaffee= unb S'heetrinfenö. ßur Stärs Jung bcr 93erbauung bebient man ftd? ber Ouaffta (f. 9lr. 71), bei einem allgemeinen fraftlofen 3uftanbe beö JtörperS ber ®h>»a (f. SQr. 78), bei Porherrfcpcnber SQerbenfchwäche bcö C£p>intnö (f. Sir. 70) unb bei Sleigung ju Jirampfjufällen beS 93albrianö (als Spee unb jwar 1 Sotp auf 2 Waffen). @ut ift eö, biefe Aiittel 4 Aionate lang fortjugebraudjen, fte aber bon 3dt 412 gu ßcit außgufe|en unb nach Umßänben mit ihnen gu wecßfeln. VefonberS barf bte ©uafßa, fowie überhaupt alle bitteren Mittel nid?t gu lange unauS» gefeßt genommen werben. Frauen, welche oßne beniertbare Veranlaffung, bloß in großer Schwäne ber ©ebärmutter mehrmals eine Fehlgeburt erlitten haben, gebären auSgetragene Jtinbcr, wenn man ihnen furg vorbem Sennin, wo bie Fehlgeburt gewöhnlich eintritt, beS 2lbenbS einen (Eßlöffel roll von ber SJlebigin Vr. 350 reicht unb mit bem ©ebraucß bicfeS SDHttelg bergeftalt bis anS (Enbe ber Schwangerfcßaft fortfährt, bah man einen SJlonat nach bem genannten Sernün alle 2 Sage einmal unb in ber lebten Beit ber Scßwangers feßaft nur wöchentlich zweimal baVon einnimmt. Die ©inreibung 9lr. 351, unb bei großer Hleigbarfcit unb trampfhaften Vefcßwerben ber Spiritus Vr. 337, Vorfteßtig auf ben Unterleib über ben Schambeinen, in bie Sehens telbeugungen unb befonberS in bie Äreujgegenb eingericben, hab feß feßon häufig als ein ganz Vorzügliches Mittel bewährt. Sehr gweefmäßig ifl eS auch, l>ei nerVenfcßwacßen Frauen von Beit gu Beit, je nach ber Vcriobe, um welche früher bie Fehlgeburt ftch ereignen pflegte, (Einreibungen Von 10- 15 Sropfen Saubanum an ber inneren unb oberen Seite ber Scheutet mas epen gu laffen. Hlucß bie nerVenftärfenbcn Jträuterbäber (f. Vr. 347) wo* wentlicß 2mal, boeb ja nicht gu warm genommen, ftnb hier treffliche Unters ftü|ungSmittel. Hlur muß babei ©rfältung vermieben werben, wie benn überhaupt folcße Frauen bie Vrüfte unb ben Unterleib befonberS warm halten müßen. Vci Vollblütigen fowie bei Schwachen barf aber ber oben angegebene ©ebraueß ber ©elfIpftiere nie verabfäumt werben. Sreten bie Vorboten einer beVorftehenben gu frühen (Entbinbung ein, fo muß man boeß noch immer ben wirtlichen Qlbgang ber Frucht gu verßinbern fuchen, waS auch nicht feiten gelingt, wenn bie Frau fogleicß eine horizontale Sage einnimmt unb bie größte Otuhe beS JtörperS unb ©emüthS babei beobs achtet, unb zwar burch mehrere Sage ober überhaupt fo lange, bis bie 2lns geigen ber broßenben ©efaßr verfeßwunben ftnb. - £)ßne bie ftrengfte Vefols gung biefer Hiegel giebt öS bann aber feine -Dlöglicßfeit bie Frucht gu erßals ten. 3ft ber nötßige geburtshilfliche Veiftanb nicht fcbneU genug ßerbeigus feßaßen, fo muß man, felbft wenn ftch feßon ein Vlutabgang auS ber ©ebärs mutter eingcfleUt einen Qlberlaß am 21 rm fobalb als möglich veranftals ten, unb wenn zu große Schwäche bieS verbietet, waS jeboeß nur fcltm ber Fall ift, fo lege man 8-12 Vlutcgel an bie Vrüße, wobureß baS Vlut am Wirtfamften Von ber ©ebärmutter abgeleitet wirb. 2lußerbem befolgt man eine ßrenge Diät unb nimmt nieberfcßlagenbe Vulver (f. Vr. 155). Vleibt biefeS Verfahren unwirffam, ober iß bie Frau überhaupt burch vorangegans gene langwierige Vlutflüffe ober in Folge fchon oft wicbcrholter Felßgeburs ten feßr erfeßöpft, betrifft cS befonberS eine nervenfdjwache, gu Jtrampfgu« 413 faden geneigte ftrau, ifl ein Jtrambfjuftanb Vorßanben, unb fleden ftd) Scßmerjen unter aßen ßeicßen wahrer SJehen, ja felBft ein Slutabgang ein, fo ifl (unb jwar, wenn bie QBadung im SBlute eg nötfyig machte, nach voran= gerieftem überlaß) ein Älpftier von 4 (Eßlöffeln lauen SBafferg mit 6-8 tropfen Saubanunt, welcßeg bei jeber (Erneuerung ber wehenartigen Scßmer= jen wieberholt wirb, ein Mittel, welches in ben brohenbflen fällen unb un= ter ben ungünfligflen Umflänben ben Abgang ber frucht noch Verhüten fann. Sei weniger bringenben (Eäßen wcnbe man innerlich (f. *Rr. 204 a ohne (Wanna unb SCBeinflein) unb äußerlich bag Silfetifraut (flehe Wr. 352 a) an. Sei (ehr heftigem Slutverluft mache man falte Umfcßläge Von SBaffer, Uöaffer unb (Efflg ober SBeingeift auf bie Scßooßgegenb; nöthigenfaßg bringe man eine in SJaffer unb dßeinefflg getauchte ziemlich fefle Äeinwanbrode Vorftchtig in bie § 196. SSon ben beim «Säugen unb Sticht; fäugen. Um vielen Sefcßwerben, welche bag Selbflfitden ber (Wutter Vers urfacßt, Vorjubeugen, ifl eg Vortheilhaft, fchon währenb ber Scßwangerfcßaft bie SBarjen jum Säugen gcfchicft ju machen; benn feßr oft werben bie grauen beim beflen SBiden, ihr Jtinb felbfl ju flißen, burch Scßrunben unb (Riffe an ben Sruftwarjen baran Vcrhinbert. - (Den ®runb ju biefem fo fcbmerj; haften Uebel legt bie weibliche (Eitelfeit burch bag Schnüren, wobei befonberg bag Slancßett bie Sruflwarjen fo jurücfbrängt, baß aßeg (Dtühen ber 45eb; amme nicht im Stanbe ifl, fle heraugjuarbeiten. Ober aug (Eitelfeit holflert man bie @egenb ber fcßlaffen ärmlichen Srüflchen bergeftalt aug, um fte fcheinbar gewölbt ju machen, baß fte burch bag beflänbige (Dunfh unb Schwetßbab, worin biefe erhalten werben, fo emhftnblich werben, baß fte bei ber erften ernßhaften (Entblößung mit einem (Rotl;lauf befaßen, ober baß fte mit einem Schweiß behaftet werben, ber fcßarf wirb unb fte fo emhßnblich macht, baß bag erfle Säugen beg Jtinbeg Jträmßfe, Ohnmächten unb anbere fchlimme ßufäde erregt. Um bie jurüefgejogenen SBarjen mehr hcrVorjubrtngen, wenbet man währenb ber Schwangerfthaft öfter bie (Wilcßpumpe an, ober man läßt eine ftlafcße fleh jttweilen an ben Srüften anfaugen. S)ag ifl feßr leicht; man gießt eine gewöhnliche Skinflafche, bie einen recht glatten £alg hot, ganj Voß mit heißem SBaffer, breht fte bann um, bamit bag SSaffer recht feßned auglaufe, unb ehe noch bag hcroug ifl, fe£t man bie SJlünbung ber fElafcße feßned auf bie Sruflwarje. S)ie große (Empfinblicbfeit ber Stuft unb namentlich ber Sruftwarjen, burch welche fo leicht bag SBunbwcrben ber le&tern entfleßt, verhütet man am beflen burch flg tägliche SJafcßen mit rotßem Sßeiit, (Rum, granjbrannb wein, «Rirfcßwaffer u. bgl. 414 SS erb en bte Sruftwarjen Wunb, fo beftreiept man fte, nadjbem baS Kinb gejaugt f?at, mit folgendem WHttel: •Stimm: Seruanifcpen Salfam ein halbes Duentcpen, Kakaobutter 2 Cluentcpen. Damit beftreiept man ganj bünn feine Seinwanb unb legt eS auf bie Wunbe SSarje. SöaS baö SäugungSgefcpaft im Sldghneinen anbelangt, fo erleichtert man cö fepr unb beförbert jugleicp eine ergiebigere Sltilcpabfonberung, wenn man baS Kinb in ber 4ten ober 5ten Stunbe nach ber ©eburt an bie Vr.ft legt, bevor bie Vrüfte ju ftark unb part werben. -tlucp i|t eö ratpfam, felbft wenn bie SJtutter nicht Stillen wid, baö Kinb anjulegen unb bamit bie erften 14 Hage fortjufapren. @6 ift bieg in Vieler ä?inftcpt für SStutter unb Kinb Von bem allergrößten Stufen. - SBid bie SJtutter ipr Kinb felbft fangen, fo ift baö öftere Slnlegen beö Kinbeö baö befte Mittel, um hinlängliche -iStilcp ju erzeugen. Stach bem SSocpenbett ift aber ein Hpee Von Sencpelwurjels Kraut unb «Samen, fowie ein fepwaeper aftilcptaffee, leichtes Sier unb Suppen ju biefem ßweefe äußer ft bienlicp. Sn bem fValle, n>o baS Steugcborene tobt ift ober in ben erften Hagen nad) ber ©eburt ftirbt, ftürmt man in ber Stegei barauf log, um bie 2JtiId) fortjufepaffen, ehe noch -Dtilcp in ben Prüften fiep befinbet, unb bebenft niept, baß man baburep ben ®ang ber Statur auf eine für bie SSöcpnerin leicht pöcpft gefährliche Slrt unterbricht, benn bie Qlbfonberung ber sDMIcp in ben Prüften gepört burepauö ju einem regelmäßigen Verlauf beö SBocpenbetteö unb ju einem ungeftörten ßnrücftreten ber ©ebärmutter in ipre früperen Vcrpältniffe beö niept befruchteten ßuftanbeS. - Verfahren, baö bem Saufe ber Statur ganj angemeffen ift, wirb fiep immer alö baö befte be= währen. Sn ben erften Stunben nacp ber ©eburt, ungefähr in ber 4ten ober 5ten, lege man entweber ein frembeö Kinb ober bie SJiilcpfauggläfer an unb fapre bamit fo fort, bis baS Sltilcpficber Vorüber ift, benn fo lange hat bie SSöcpnerin fepr zweckmäßig Verftopfung, unb nun gebe man ein füplcnbeä Slbfüprnüttel ein. •- jugleicp binbe man bie Sriifte auf, hatte eine magere wäfferige Kofi unb warte bie Scpweiße gut ab. - 3ft bie Kinbbettreinigung aber ju fparfam, fo reiept man einige Haffen Slteliffentpee. ©ntfiepen bei einer Sßöcpncrin Scpmerjen, Verhärtungen, Qlnfcpwel» Jungen ber Srüfte, fo maepe man wärme erweiepenbe Umfcpläge (j. S. er« weiepenbe Spejieö mit SJtilcp ju einem Srei gefoept) unb um bie SJtilcp jum fließen ju bringen, Einreibungen unb Sluftegen Von Sßallratp mit SJtanbelöl, laffe bie Srüfte öfter auSfaugen unb auöpumpen unb beobaepte babei eine magere 2)iät. § 197. Die SltilcpauSfcpeibung ift pier entweber ju ftarf unb entfräftenb, ober fie pört nacp geenbigtem Stillen niept auf. Sn 415 beiben Baden leibet bie Ernährung beS JtorperS barunter, eS entfielt Scpwinbel, .©hrenbraufen, Jtopffcpmerj, lj>eftifcf)e3 Bieber, gcflörte SSer* bauung unb allgemeine Abmagerung. 3m erften Bad muß baS StidungSgefchäft nadf unb nad) eingefledt Werben. 3« barf bieS aber burdjauö nicht geflohen, fonft entfielen leicht ®efd;wülfle, ©ntjünbungen unb 91ad) unb nach werbe baher baS Jtinb immer feltener angelegt, bie 93 ruft mit Jtampljerol eingerieben, Ijeraufgebunben unb mit bem Seifenpflafler bes bedt; babei mu§ auch bie ■föautauSbünflung burd> Sinbens ober Blieber* blüthenthee fleißig angeregt unb für ungeflörte S)armauSleerungen geforgt werben. Um bie «fträfte $u Ijeben, giebt man etwas Uöein, befonberS ben Glflnawein, fpäterlfln aber eifenhaltige WHneralqueden ober ben Stahlwein Str. 399. 3fl aber ein tyeftifcßcS Bieber jugegen, fo barf Von bem genannten flärfenben Verfahren niept früher ©ebraudf gemacht werben, als bis biefeS burd? Sliilch unb Selterwaffer befeitigt worben ift. Sobalb ber 2)?ild)ju* brang abnimmt, fann eine nahrhaftere, leicht Verbaulidje «Roft gereicht wer® ben. Auf ähnliche Söeife wirb ber nach bem ®tiUen anbauernbe Sltilchflufl behanbclt, ber gewöhnlich bie Böige eines ju langen StidenS ober beS AuS* bleibens ber SDtonatSrcinigung ift. Oie SBieberherfledung ber leb ter en, nach ber oben angegebenen Art, ift bann aderbingS bie 4?anptfad?e. Aeußerlich legt man aromatifche Jträuterfiffen ober Jtamphetfädchen auf bie 93rufl unb Untere auch unter bie Achfeln. Auch baS fragen beS JlrauteS non ber gel= ben Mohrrübe unter ben Achfeln leiflet hier gute Oienfle. Sn hattnädiges ren Baden bebede man bie SBruft mit bem Sßflafler Str. 363, lege Senfpfla* fier auf bie Oberarme, gebe juweilen ein leichtes Abführmittel, aber zugleich bie Jträfte fo wie bei ber erften Art beS SRilchfluffeS. § 198. Oiefe leiber eben nicht feltene .Rranf= heit ift leicht ju erfennen, benn ihr <§auptjeichen befiehl in bem Ausfluß eis ner fcpleimigen Blüfflgfeit auS ber SJintterfcheibe, welcher nur feiten fo uns bebeutenb unb unmerflich ift, bah er fleh bann bloS burch bie im Urin bes finblichen Schleimfloden funb giebt. OiefeS für baS weibliche ©efcpledfl fo läflige Ucbel ift jwar nur feiten lebensgefährlich, adein für bie allgemeine ©efunbheit in vieler SBejiehung oft äufjerfl nachtheilig, unb infofern Uns frudflbarfeit ober wenigflenS boch eine große Steigung ju Behlgcburten ges Wohnlich barauS entflohen, wegen ber baburch nerbinberten Bortpflanjung für bie gefammte Stenfchheit hon SBicbtigfeit. Stur ber weiße Bluß, ber bei fonft gefunben Stäbchen in ben Bahren ber beginnenben ©efdflecbtSreife juweilen bem SlionatSfluffe vorangebt, ober ber bcfonberS in ben fpäteren SJtonaten ber jitm SSorfcflein fommt, bebarf feiner weiteren 93erüdflchtigung, weil man hier tiefen AuSflufl als naturgemäß, aber feines* wegS als franfhaft betrachten muß, fobalb et nicht feine ®renjen über» fchreitet. 416 So leidft baS Hebel aber aud) im Ogemeinen ju erfennen ift, fo fcßwcr ßält eg bodj oft, ben jebeSmaligen befonberen Sßarafter beffelben genau ju ermitteln, benn biefer ift bei weitem nidjt immer ein unb berfelbe. Seiber, baß felBft von Slerjten biefe SSerfcfyiebentyeit oft nidft mit Derjenigen ©enau« igfeit erwogen wirb, Wie eS bttrchauS erforberlidj ift, wenn bie Mittel nießt bloS auf gut ®lücf, fonbern mit größerer SBahrfcßeinlicßfeit auf einen guten ©rfolg gereicht werben foHen, als eS bis je|t wotyl oft noch ber ift. Sluch liegt hierin wolft mit jum S'beil ber ©rttnb, weSßalb man baS Hebel einer fo großen <§artnäcfigfeit ©ine {eßr wefentlicße 23erfd;ie= benßeit beS weißen ffluffeS beruht junäcßft in bem Sifc ber Jtranfßeit, ber entweber in ber 9Jtutterfcßeibe ober in ber ©ebärmutter ju fueßen ift. 3e nach biefem Si£ ift bann and) ber Ausfluß felbft Verfdjiebcner SQatur, fowie nid;t minber ber Verlauf, ob acut ober tQronifd?, einen wefentliclfen Unter« feßieb bebingt. S3on welcher Slrt aueß bie Slbfonberung ber fein mag, fo beruht fte entweber auf einem gereijten entjünblicßen ßuftanbe ober in einer (Srfcfylaffutrg ber abfonbernben ®efäße. We biefe ßier angegebe« nen SSerfcßicbenßeiten muffen berücfßeßtigt werben, wenn man biefe Jtranf« ßeit mit ©rfolg befämpfen will; boeß ftnb fte juweilen nur feßwer unb erft nach ber genaueren Unterfucßung mit bem -iDtutterfpiegel, jumal waS ben Si§ beS ScibenS betrifft, auSßnbig ju maeßen. yiucß viele organifeße Seiben ber Weiblichen ©efcßlecßtStßeile, wie .Krebs, ©efeßwüre, ftJoIppcn unb bene« rifeße Slnftecfung haben eine ?lrt von weißem örluß in ihrem ©efolge, boch wirb bon biefem, ba er feine felbftftänbige «Kranfßeit ift, nidjt weiter hier bie Diebe fein. - SBit unterfeßeiben: § 199. i) SDen acuten wetten 3cbe <£>ößle beS menfeß« liehen «Körpers, welche einen mit ber freien Suft in SSerbinbung fteßenben QluSgang ßat, ift niit einer fammetartigen <£>aut, mit einer {©genannten Schleimhaut auSgefleibet, welche burch bie beftänbige Slbfonbetung eines ScßleiniüberjugeS bie notßwenbige Schlüpfrigfeit ber unterhält, bie barunter liegenben empfinblichen S'tjeile gegen bie (SinWirfungen feßarfer Stoffe unb bie SSerwathfung bet iöänbe berßinbert. Söirb bie Sßä« tigfeit einer folcßen Schleimhaut burch irgenb einen Dteij franfßaft erlaßt, ift baS gefammte Scßleimßautfpftem ober bie Scßleimßaut eines ©ebilbeS überhaupt reijbarer unb empßnblicßer als bieS naturgemäß ber Srall fein feilte, ober erfcplaffen ißre SluSfüßrungSfanäle, fo Vermehrt unb änbert fteß bie Sd}leimabfonberung auf franfßafte SBcife, eS entfteßt bann eine foge« nannte SSerfchleimung ober Schleimfluß. £)iefe Schleimhäute fteßen aber mit ber äußeren 4?adt, von welcher fte ja auch nur eine ftnb, in ber innigften DJerbinbung, fo baß alles, waS bie QluSbünftung ber äußeren <§aut ftört, bann einen entjünblicßcn ßuftanb irgenb einer Schleimhaut ruft, ber, wenn er bie Schleimßaut ber Dtafe, Schnupfen, bie ber Suftwege, «Katarrh, unb bie ber weiblichen ®efchlecßtStßeile betrifft, alSbann weißer 5luß 417 genannt wirb. ©iefe QIrt beS Weißen fVluffeS fann man baljer auch ganj füglich Jtatarrh ber weiblichen ©efchlechtStheile nennen, benn er ift in ber Shat auch nichts anbereS, entfielt großtentheilS aus unterbrüefter baut« thätigfeit unb »erlangt faft ganj biefelbe ©ehanblung. @r hat jWar vor« jugSWeife feinen Si£ in ber SWutterfcbeibe, erftreeft ftch aber auch juweilen bis in bie Höhle ber ©ebärmutter fclbft. Seine Urfachen ftnb: anhaltcnbe ©rfältung, ein feuchtes, nebliges, WinbigeS, veränderliches 3tlima, naßfalte ©Witterung, feuchte SBohnung, ju leichte ©cfleibung, Si|en auf falten Stei« nen ober feuchter ©rbe bei Körper, furj alles baSjenige, WaS bie HautauSbünfiung plöfjlich ober anhaltenb unterbrücfen fann. ©benfo fann eine entjünbliche Oieijung ber Schleimhaut ber ©eburtstheile burch einen plöfjlich unterbriieften Schnupfen, burch jurüefgetriebene gußfehweifje ober Unterbrücfung jur ©ewohnheit geworbener <§autauSfchläge entflehen unb fo einen veranlaffen. Auch bloS örtliche auf bie ©iutterfcheibe einwirfenbe Uieije fönnen biefen ju 5Bege bringen, j. 29.Aiabenwürmer, ein» gebrachte Alutterfränje ober Schwämme u. bgl. <g>ter ift ftets ein ©efühl Von vermehrter SBärme in ben leibenben len jugegen, welches ftch nicht feiten bis jum unangenehmen ©rennen ftei= gert, unb woran felbft ber Alaftbarm unb bie Urinblafe mit Anteil nehmen fönnen, fo baß bie Stuhl* unb Harnentleerung alSbann mit ©efcßWerben Verbunben ift. ©in ©adjlaß ber ©efchwerben tritt erft mit bern ©intritt beS AuSfluffeS ein, welker fchletmig, manchmal bief, weißlich, gelblich, eiterar« tig, am häufigften grünlich ober auch mißfarben unb jauchig ift. - ©abei ift er in ber Siegel übelricchenb unb fcharf, bie ©eburtstheile unb bie Innern Schenfclflächen wunb machenb. ©efonberS ift aber "arauf ju achten, baß ber AuSbruch ununterbrochen fortwährt unb nicht bloS Vor ober nach ber SWonatSperiobe erfcheint, ober boep wenigftenS ju biefer Seit bebeutenb ju« nimmt unb bann wieber ftch Verminbert, wie bieS unte. anbern Umftänben beftänbig ber g-all ift; benn auf biefen Katarrh ber ©eburtstheile hüt bie SAonatSperiobe burcpauS feinen ©influß, unb fo lange ber innere ober äußere f rauf hafte £Reij anbauert, fo lange bleibt auch ber Schleimfluß ununterbro« chen im ©ange. - Hßopl aber fiept biefer QluSfluß flets in genauer ©erbin« bring mit bern Seiben anberer Schleimhäute, fo baß, wenn ein Schlcimfluß in einem anbern Sheile entftebt, biefer ber 2Jiutterfcheibe alSbann nachläßt unb umgefehrt. So beobachtet man häuftfl/ ein folger Schleimfluß ber ©eburtstheile jum ©orfchein fommt ober wieber Verfchwinbet, je nachbem ein Schnupfen, ein Katarrh, ein fchleimiger Durchfall u. f. w. gehemmt ober wieberhergeftellt würbe. Sm Allgemeinen wirb hierbei baS übrige ©Johlbcfinben ber Jtranfen wenig ober gar nicht geftört. ©rft wenn bie Schleimhaut burch bie lange £)auer ber iReijung entartet ober gefchwürig wirb,., ober wenn ber Ausfluß, fo wie in ber folgenben Art, eine bie Kräfte er« Der £au«arjt. 418 fdjoVfcrt'De «geftigfeit annimmt, broßt fo baß bann ber ßußanb eine ernßc ärjtlicße ©eßanblung erßeifcßt. ®onß aber wirb baburcß felbfb baS ©mpfängnißvcrmögcn, foirie ber regelmäßige ©erlauf bcr <S>cf;ivanger[cfyaft, ober im ungcfcßwängcrten ßußanbe bie ©lonatSreinigung nicßt beeinträchtigt. 3ß ber ffaU nicßt ju veraltet, nnb ftnb fonß feine bcbeutenben ©eben? erfcßeinungcn bamit verbunben, fo reicht ein wärmeres ©crßalten, befonberS baS Dlnlegen von Unterbeintieibern nnb eine angemeffene ©bßärtung beS JtörperS ßin, um baS Uebel jn befeitigen. ©mpßnben bie Jtranfen nnb ©rennen in ber Scßooßgcgenb, nnb ifb überhaupt ein gercijter ßußanb ber leibenben $ßei!e jugcgen, f° lege inan ©lutegel an bie ©cfcßlecßtstbcile, in bie ©Scicßcn ober an ben ©laßbarm, wobei cS nötßig iß, bei einem allge= meinen warmem unb ruhigen ©erhalten, bie Jtoft bis jur ©efeitignng biefer (Smpßnbung größtentßeilS auf ©ßanjennaßrung ju befeßränfey, alle erßitjens ben ©etrgnfe ju vermeiben unb, Wofern ©rfältung bie Urfache mar, gelinbe feßweißtreibenbe ©litte! ju nehmen, ßu ©nfang leißet hier bcr efßgfaure (Salmiatliquor (f. Dir. 61) unb bie ©ulver (f. Dir. 44), in warmem 8©ebertßee getrunfen, bie beßen IDienße; fpäter unb eine längere ßcit ßinbureß fortgenommen, iß ber Salmiaf (f. Dir. 108, jeboeß ohne ©reeßweinßein) bann feßr ju empfehlen, ©egen bie örtliche {Reijung bie= neu: nicht ganj falte, jeboeß auch nicht ju warme erweießenbe ©infprifcungen (j. ©. beS ©lalvenblütßen?, ober ©ibifcßwurjel? ober Scinfamcntßee'S) wo» bei baS ©ccfcn eine etwas erhöhte Sage befommen muß, bamit bie ©in? fprifcung nicht auSßießt uno bureß 10 ©linuten eine Dlrt örtlichen ©abeS hergeßeUt wirb, ©roße {Reinlichfeit unb öfteres ©Safcßen unb örtliches ©a= ben bcr IXheile, fowie ©ebeefung berfelben mit weicher Seinwanb, um ße Vor (Srfältung ju barf außerbem nie verabfäumt werben. 3ß ber fatarrßalifcße weiße &luß feßon Veraltet, ober broßt er, ßcß nach befeitigtem {Reijjußanbc in bie Sänge ju gießen, fo nehme man ben Jtubeben? Pfeffer unb jwar «Rubebenpfcffer unb ©lagneßa ju gleichen e^en, täg? lieh einen Jtaffeelöffei voU, ober ben Äopaivenbalfam 3mal täglich 30 tropfen auf ßuefer. ©Sem ber ©efchmacf unb ©erueß biefcS ©alfamS feßr wibrig iß, ber fann ßcß mit großem Dlufcen ber ©illcn Dir. 352 b. bebienen. 3n anberen gäUcn, befonberS bei aufgebunfenen ©erfonen, leißete ber Ser« pentin (f. Dir. 353) meßr ®a wo ber weiße 5luß, wie bieS öfter ber 5aU iß, mit rheumatifeßen ©efeßwerben wecßfelt, giebt cS fein beßercS ©iittel als bieSinftur beS Samens ber ßcitlofe (täglicß 3-4mal ju 20-25 tropfen)* fRäucßcrungcn von ©enjoe, ©laßij ober Storaj;, fowie bie allgemeinen troefe? neu {Reibungen beS ganjen Körpers mit Flanell werben ben ©ebraueß bcr inneren ©Iittel fräftig unterßüßcn. ©Siberßeßt bei längerem ©ebraueß baS Uebel bennoeß ßartnäciig allen biefen ©litteln, bann muß man ju fräftigeren örtlichen ©litteln feine ßußueßt nehmen, ©alb ju ©nfang ber «Rranfhcit ftnb biefe nießt juläjßg, aueß muß man immer mit ben fcßwäcßeren bie ört» 419 ließe 99eßanbfung beginnen, um rtid)t etwa eine plo|ltdjf Hemmung beSSluS* ßuffeS ju veranlaßen. 3ß bie sUiutterfd)cibe nocß empßnblid) unb ber 2(uS« flup fdjarf, fo bient reines ober nur mit etwas Sliilcß vermifdßeö jum QBafcßen unb Ginfprifcen, ober QMeiefßg 1 Duentdien auf 1 5ßfunb be» ftillirteS SBaßer mit Sufafc bon 2 Sotß KJtampßerfpirituS. 93 ei einem nocß ßößeren ©rabe ber Gmpßnblidjfeit iß bie Ginfprifjung Str. 354 feßr ju cm« pfeßlen. ©iefe Ginfpri|ungen muffen mäßig warm, niemals ganj falt unb ßöcßßenS 2-3mal täglicß gemacßt werben. 3ß bie SJiutterfcßeibc burcßauS nid)t empßnblicß unb ber SluSßuß, wennglcicß ßarf, bocß nicßt fcßarf, fo paffen bann meßr jufammenjießenbe drittel unb jwar anfangs grüner S'ßee, rotfje Slofcnblättcr, Gicßenrinbe (2 Sott) auf 1 Duart Sßaffer bis jur Hälfte eingefocßt). Smrner iß eS ßierbei jwecfmäßig, vor ••llntoenbung biefer Wtit= tet bie ©cburtstßeite Pon anßaftenbem Scßleime ju reinigen unb abjutrocfs neu, unb biefe Büttel bann 10-15 SDtinuten lang burdj eine mit bem «ftreuje erßößte Sage mit ben inneren £ßeilcn in ©erüßrung ju laßen unb nad) biefer Seit abermals eine Steinigung burd) laues SBaffer unb Scßroamm unb barauf eine QluStrocfnung vorjuneßmen. 33ei fef)r ßartnädigen Fällen legt man mit Gicßenriitbcnpulvcr gefüllte unb n?of;l auch mit etwas rotßem SBein angefeueßtete Säcfcßen in bie SJiutterfcßcibe; ober eS wirb ein jarter, feine Steineßen entßaltenbcr, länglicQ runber ©afeßfeßwamm, ber fo bief ift, baß er, von eingefogener Feucßtigfeit aufgegangen, bie ganje Scßeibe auS» füllt, mit ber SUifcßung Str. 355 fo ßarf getränft, als er nur faßen fann. 23or bem Scßlafengeßcn unb naeß bem Urinlaffcn toirb ber Sdfwamm eins gebraeßt unb bleibt womöglich bie ganje Slacßt burd) liegen. £>ieS SSerfaßs ren wirb fo lange leben -tlbenb wieberßolt, bis aud) bie geringste Spur beS UcbelS verfeßwunben iß. GS verßeßt ßcß, baß bei einer vortjanbenen för» perlicßen Sungfraufcßaft biefe Mittel nicßt angewenbet werben bürfen. £ier fann man nur als Söafcßungen unb allgemeine 93äber (Soßbäber) von ißnen ©ebraueß machen. Seßr ju empfehlen ißzunter allen Umflänben baS £ra* gen eines ®ürteIS, ber mit Gicßenrinbe unb aromatifeßen .Kräutern gefüllt iß, fowie bie geißigen Ginreibungen (f. Sir. 197) unb baS aromatifd'e ßjßaßer. QBenn ber cntjünblidj gereijte Sußnnb ber Scßleimbaut ber ©eburtS« ttjeile unb ein barauf folgenber tjartnaefiger SluSßuß auS benfelben burd) eine auf biefe ttjeile verfemte JtranfßeitSfcßärfe feinen Urfprung genommen ßat, fo müßen erß biefe Äranfßeiten befeitigt werben, bevor man bie örtlis eßen Mittel in Slnwenbung bringt, unb jebenfallS iß eS bei langer S)auer beS SluSßußeS immer ju ratßen, eine Fontanelle am Unterfcßenfel ju erößs neu. 3n jebern ßartnäcfigen Falle frage man aud) ßetS einen mit ber ©cs burtSbülfe woßlbefannten Slrjt um Statß, benn leießt liegen bann Gntartuns gen ber Scßleimßaut bem QluSßuß jum ©runbe, ivelcße bureß cßirurgifcßs 420 ärjtlicfe £ülfe entfernt werben niiiffen unb nur bann mit geringerer Scfwie« rigfeit ju befeitigen ftnb, trenn man fte bei Seiten entbccbt ljat. § 200. 18) £)er djronifdK, b. t. ber auf (Srfdtlaffuttß unb allgemeiner SSerfchletmung berubenbe tvcifje Oft er* fcheint biefer Schleimfluf ber ©cburtStheile weniger bebingt burd? einen fatarrftaltfcfyen ober anberen entjünblichen Sleijjuftanb ber Schleimhaut, als Vielmehr in 8?olge allgemeiner ©ntfräftung beS JtörverS unb Steigung jur Vcrfchleimung ber Säfte. <£>at ber fefon von ber ®eburt an biefe Einlage, fo ift ein in $olge beffen ftch auSbilbenber Weif er 5luf von ber ernflhaftefien Vebeutung, benn bann ift er gewöhnlich nur ber Vorbote ber im $intergrunbe lauernben Scfleimfcbwinbfucht, bie auch mit aller >§eftig= feit hervorbricht, fobalb ber SluSfluf auS ben ©eburtStheilen geflovft wirb. SBenn man bann nicht auf bie tief im Beben wurjclnbe allgemeine Vluts unb Säfteverfchleimung achtet, bann hält man freilich bie Unterbrücfung beS weifen QfluffeS für bie alleinige Urfacfe beS Unterganges ber Jtranfen, ob= gleich ber weife 8duf fchon an unb für ftch bloS als ein Beiden ber fchon im Innern Vorhanbencn Sdjleiinfchwinbfucht betrachtet werben muh, inbem biefe bloS bie Schleimhaut ber ©eburtStheile, als bie vielleicht eben am häu* figften gercijte, jufällig ju ihrem Si£ erfor unb hier bie bereits bejtehenbe allgemeine Verfchleimung ju Sage förbert. Siefen traurigen Buftanb beobachtet man in ber Siegel bei jartgebauten Vlonbinen mit wäfferigen blauen Singen, bleidjrotfen ober blaffen SBangen, Von fcflaffer, fchwammiger, fraftlofer Jtör^erbef mit Steigung ju angefdjwollencn fjüfen, trägem bhlegmatifchen Temperament, trüber ©e* müthöflimmung; ferner bei folgen, bie erft fpät jur vollfommenen ©es fchlechtSreife gelangten, wohl früher beSbalb bleicffüchtig waren, unb bic Vom Schnupfen unb Katarrh faft unauSgefefct heimgefucht werben, unb wo ber weife $Iuf bann oft mit Schleimburchfällen wechfelt. ©efchieft bei einer fo beutlich jur allgemeinen Verfchleimung ber Säfte hinneigenben Jtörperbefchaffenheit von Sugenb an nicht fchon alles,. waS biefen wuchernben unb enblich baS Beben vernichtenben Trieb auSjurotten vermag, unb wirb vielleicht obenbrein burch feuchte SBohnung, falteS Jtlima, burch unfräftige, fabe Slahrung, burch ft|enbe verweichlichende SebenSart, burch langes Schlas fen unb Siegen, befonberS in burch 2)iifbrauch warmer ®äber, abführenber Mittel, burch ®lutverlufte, häufige SBochenbette ober ftehlgeburs ten, burch Äumnter, Sorge, ©etrübnif u. bergt, ber allgemeinen, fowie befon* berS ber hiev angebornen ©ntfräftung bcS 99luteS 93orfchub gethan, fo wirb bann ber geringfle Oteij, welcher bie SeburtStheile trifft, einen ungemein, ja oft faft unglaublich heftigen Schleimfluf, fowohl Währenb als aufjer ber Schwangerfchaft herbeiführen. Siefe Qlrt bcS weifen giebt jwar wofl nie SSeranlaffung ju ©ewächfen, Verhärtungen unb anbern örtlichen Jtranfheiten ber weiblichen @efd;IcchtSthcile; allein wenn ihm nicht auf 421 jwccfmäßige Art entgegengewirft wirb, fo ift her allgemeine Verfall bet kräfte, gänjlite Abmagerung, IjeftifcbcS fieber unb enblirf) llebergang in bic vollenbcte nicht ju venneiben. Sie Scßanblung, ScbenSart unb SSorbeugung ift hier feine anbere, als bic ber wahren <Stleimftwinbfutt. SBaS bie SBehanblung anbelangt, fo fann, Wenn bie genauefte ber oben angegebenen J?ebenSweife (f. § 135) nicht auSreicht, biefe bann nur einem einfichtövoden Arjte anver« traut werben, ber nicht einjig fein Augenmerf auf baS örtliche Hebel richtet, fonbern bie tief im Scben wurjelnbe kranf heit erfennt unb barnacQ verfährt. (Starf jufammenjießenbe Wlittcl ftnb hier auf jeben ganj am unrechten Orte. Sie hemmen jrrar ben Ausfluß, allein fie Verftopfen nicht beffen Duelle, weßßalb er bann in Veränberter ®eftalt unb jwar, wie bereits er« Wähnt, als Vollenbete Stleimfttvinbfutt hervorbricht. täglich ficht man aber auch bei jeher «Rörperbeftaffcnheit unb ohne an« geborene Anlage, bah burch ungünftige SinWirfungen unb jwar burch bie oben erwähnten (Schäblichfeiten ebenfalls ein folger weißer 5Iuß entftehen fann. Allein werben bie fcfjablichen ©infliiffe entfernt unb vermieben, wirb burch nahrhafte <Roft, hinlängliche Bewegung, ben ©enuß ber freien £uft unb ben ©ebraut ftärfenber Alittel bie Ernährung gehoben unb fo biedlei« gung jur Sißleimbilbung entfernt, fo vcrfchwinbet bann auch in ber Siegel ein folcßcr feßr halb, befonberS wenn man bie örtliche (Srftlaffung ber •Schleimhaut ber ©eburtStßeile burch bie oben angeführten Haftungen, ©infprißungen u. bgl. gleichzeitig ju befämpfen fucht. Auch hier fleßt (Schleimabgang mit ber AlonatSperiobe in feiner nähern SBejicßung, fonbern währt ununterbrochen fort, fo lange bie mehr örtliche Srftlaffung ber (Schleimhaut fhttfinbet. Auch hat biefer (Schlcimabgang, wenn nicht ganj ungünftige SBcrhältniffe babei obwalten, ober bei längerer Sauer eine Snt« artung ver beteiligten ©ebilbe entftanben ift, feiten einen feßr nachteili« gen Sinfriiß auf baS übrige Üöoßlbeßnben ber Äranfcn, beim felbft baS ®m« pfängnißvermögen wirb babureß nicht beeinträchtigt. 3 ft man wegen län« gerer Sauer ber «Rranfßeit bennoeß genötßigt, ju Innern Mitteln feine 3u« flucßt ju neßmen, fo hat ft<ß hier ein Sßee von Alantwurjel auSneßmenb wohltätig bewährt unb feßr oft bic ßartnäcfigften Jälle ber Art in 10-14 Sagen ohne alle äußeren Aiitfel befeitigt. Ahm bebient ließ berfelbcn auf folgenbe Art: bei <Scßwäcßeren wirb ein halbes, bei kräftigeren unb bet feßon baran ©ewöhnten ein ganjeS £otß ber ASurjel mit 4 Saffen SBaffer bis auf 3 Saffen eingefoeßt; bie «Rranfe trinft 3mal beS SageS jebeSmal eine Saffe baVon. - muß man nach Sefeitigung ber' Jlranfbeit bennoeß 14 Sage lang ununterbrochen von bem Mittel ©ebraueß maeßen unb baffelbe aut nat ber elften barauf folgenben SRonatSperiobe wieberßolen. 5inbet ein OlücffaU flatt, waS hierbei öfters geftießt, befon« berS wenn baS leibenbe (Subjeft von fraftlofer, aufgebunfener Jtörpcvbe» 422 fdjaffen'ßcit ift, fo muß man aud) wicber auf'ö Diene ju btefem DJlittel feine Suflucpt nehmen. Sei gleichzeitiger Dlppetitlofigfeit, Dßerfcpleimung unb DSerfäuerung beö DJlagenö wirft Jlpabarber in ganz feinen ®abcn (jtetye Dir. 356) auönepmenb günftig unb bei flarfem Dluöflufj in DBerbinbung ftopfenber Drittel (f. Dir. 357). 3ft bie (Reijbarfeit beb Darmfanalö ju groß, fo erregt festeres Drittel zuweilen einen Durd;fall unb barf bann nicht fortgefept werben. - DBei großer Schwäche giebt man bie Rillen Dir. 358, unb in ganz partnäefigen Fällen bebiene man ftch ber Rillen Dir. 359. Oer lange fortgefepte ©ebrauep Von Eifenwaffer in fleinen ©aben alle DJlorgen ein ®lag, bcfonberS Jtubover, Oriburger unb Spaawaffer finb Zur Teilung, fowie zur Verhütung von Olücffällen bei einem auf allgemeiner Entfräftung berupenben weiften glüh Von großem Dlu|en. DIucp hüben fleh in Fällen biefer Dlrt tpeilS burep fßerbefferung ber gefammten «ftörperbes fepaffenpeit, tfjeilö burch birefte Einwirfung auf baS erf raufte Organ DBäber mit £of;ßriil;ez bie in jeher ©erberei zu hüben ift unb zu 4-16 «Rannen bem 33abe zugefept wirb, Vortrefflich bewährt. Sfroppeln, «hämorrpoibalbefcpwerben, ®id?t, unterbräche fcpläge unb Fußfcpwciße fixnnen ebenfalls DBeranlaffung zum weißen Fluß geben; man Verfahre bei biefer Dlrt, wie eS bei ber ©runbfranfpeit angegeben ift, rufe bie <£>autau8fcpläge burch Einreibung von 53red;meinftcinfalbe (flehe Dir. 114 eine Erbfe groß) in bie innere F'läcpe ber Scpcnfel hervor ober er® fepe fte burch fünftlicpe Eiterung, Fontanellen, fpanifepe Fliegen, reize bie Füße burch Einwafcfen mit DlmeifenfpirituS unb burch feparfe Efflg- ober Senffußbäber zum Schweifte. - Sinb Sfroppeln bie Urfache, fo mache man außer ber allgemeinen DBepanblung (§ 177) mehr fühle alb warme DBäbcr mit Seefalz Q, 1-3 $funb auf jebeö DBab), wafepe bie leibenben Speile mit Jtalfwaffer unb reibe von ber Sobfalbe (f. Dir. 360) DJlorgenS unb DlbenbS eine DBobne groß abwecpfclnb in bie inneren Flächen ber Dberfcpen® fei ein. Sebocp barf biefe Einreibung nie zu lange ununterbrochen ange= wenbet werben, fonbern eS ift gut, alle 8 Oage eine $aufe Von einigen Sa= gen bamit zu machen unb fte überhaupt wäprenb beb DJlonatSfluffeS, wo bies fer fepon fiattfinbet, auözufe|en, unb wo biefer etwa zu iß? überhaupt feinen ©ebrauep von it;r zu machen. § 201. U)te Oicfe Jtranfpeit erfennt man leicpt an ber weifen, freibeartigen, oft auch in'ö ©raue ober ©rünlicpe fallenben ©es flcptßfarbe mit bläulichen Oiänbern um bie Dingen unb blaffen bläulicpen Sippen, wobei bie DllonatSperiobe in ber (Regel gar niept ober nur feiten unb fpärlicp ober mijtfarbig erjd;eint. Sie hängt ftetö mit ber weiblichen fcplecptSentwicfclung zufammen unb beruht in einer fehlerhaften, allzuwäffes rigen QJefcfcaffenheit beS DBluteö, burep tiefe Störungen in ben gepcimnifvollen Ußerfftätten ber Dlatur, woburep bie weibliche ©efcplecptS* reife verpinbert wirb unb baö iKäbcpen niept voUfommen zum 2£eibe werben 423 fann. Daß ter SJlonatößuß, alö baö waßrßafte Seiten ter botlftänbigen ©efcßlecßtöcntwicfelung, fjier notßwenbig gar nicßt ober wenigftcnö nid?t in her normalen SSöeife erfcßeinen fann, tfl unter bcn angegeßenen Serßältniffcn leidet begreiflich, unb baß ein erjwungeneö herborpreffen beffelßen ßier fei- nen Segen ßringt, wirb man ßei einiger Ueßerlegung woßl einfeßen. Denn fließt man mit ®ewalt bieftn Slutaßgang ba juwege ju bringen, wo eö bem Slute an allem inneren ©cßalt feßlt, weßßalß bann eßen bie bollfommene ®es fcßlecßtöreife nicßt ju Staube fommen fann, fo muß ein folcßer Slutberluft ber Entwicfelung beö Jißrperö unb ber ©efcßlecßtötßeile nur ßinberlicß fein unb baß ließet um fo ßartnäcfiger maeßen. 2lnberö berßält fieß freiließ bie Stieße, wenn ber SWonatöfluß fieß freiwillig unb boUftänbig einflellt, benn alöbann ift bieö ein ßeießen, baß ber Sieg errungen unb bie ©efcßlecßtö- reife erlangt ift, unb baß alle inneren SJiißoerßältniffe glüefließ auögeglicßen ftnb. Die Sleicßfucßt Berußt feineöwegö immer auf einem unb bemfclßen fraufen ßuftanbe beö Jtörperö, fonbern biefer fann feßr berfeßiebener 2lrt fein. Deößalb gießt eö aueß fein Mittel, welcßeö man unter allen Umftäns bcn reichen bürfte, inbem eö woßl in einem ftall bon -Hinten, im anberen aßer fteßer nacßtßeilig fein würbe, Süglicß fann man jwei Qlrten ber M3leicß= fließt unterfeßeiben, nämlicß: 1) Die Sleicßfucßt, welcße auf allgemein ge= funfencr Ernäßrung beö Jtörperö berußt; 2) biejenige, bie in einer 311 großen Sleijßarfeit ßegrünbet ift. 1) DieSlcicßfucßt, welcße auf allgemein gefunfener Ernäßrung beö Äörperö berußt, «hierßer geßört jubörberft bie feßr ßäußg borfommenbe Sleicßfucßt, welcße nur bie 5olge einer berßältnißs mäßig 311 geringen Ernäßrung beö Äörperö im SSergleicß einer ju rafeßen Entwicfelung beffelßen ift. Sei forgcnlofem Sehen, guter Saßrung, ange= nieffener Seivcgung erfeßeint ßalb bie unb mit ißrem Ein« tritt berfeßwinbet baö liebel bann ßalb oßne alle Jolgen. fließt fo günftig geflaltet fieß aßer bie Sacße, wenn bureß anßaltenbe ungünftige Sinflüffe bie ®rnäßrung§fraft felßft ßebcutcnb ßeraßgefunfen ift. 3u ben ßier gewößns ließ vorßanbenen Scßäblicßfeiten geßören: fcßlecßt näßrenbe Jfoft, erfcßlaf= fenoe ©etränfe (borjüglicß Ucßermaß im Dßee unb Jtaffee); feueßte, bunfle äßoßnung; llntßätigfcit ober erfeßöpfenbe -2lnjtrengungen; borangegangene erfcßöbfenbe unb bie Srnäßrung ftörenbe Äranfßeiten, j. S. Durcßfall, Scßleimflüffe, felßft ju ftarfer 5DlonatSfIuß, Qöecßfelßeßer, Slcrbenßeßcr, Eiterungen u. bergt. Solcße Jtranfe ftnb fcßlecßt genäßrt, ßaßen ein aufgebunfeneS Qlnfeßen, ißt 5'leifcß ift fraftloö unb weif, jebe Sewegung erfeßöpft fte unb ßringt fte außer -lltßem, ber Appetit feßlt, ber Stußl ift träge, furj ißr Körper ßat baö ©eprage ber Erfcßlaffung unb 2)lattigfcit. Son Gießer unb Slutaufs regung ift feine Spur oorßanben; baö jDionatlicße feßlt gänjlicß, ja felßfi 424 tote ßcichen, welche bie jutn SSorfdQetn fommen Wollenbe anbeuten, werben vermißt. fehlt ein ununterbrochener Schleim fluß auö ben ©eburtgtheilen faft nie. Söirb bie «ftranffyeit gehoben, fo enbet fte mit UBafferfucht. fDaß Oerwefentlichfle bet ihrer Sehanblung ift: bie heran* laffenben Urfachen ju ermitteln unb ju entfernen, unb ba eine unjWccfmäßige Sebeneweife bie fyäufigfte Urfache biefer Jtranfßeit ift, fo ift eine angemeffene Qlenberung berfelben ber ivictytigfie $unft bei ber Äur biefer Jtranfheit, ohne welchen alleg SJicbijiniren fruchtlos ift, womit man aber oft ganj allein aug» reicht, trenn nicht anbere Jtranfheiten, trie j. S. ®frobt)cln, SBürmer, Schleim* unb Slutflüffe, SBectyfelfieber u. bergl. jttgegen ftnb, welche eben jene 3 rrüttung im ©rnährungggefchäft tyerbeigcfüßrt ljaben, unb burdj welche bie Sleichfucht entftanben ift. $Daß man bann aber vor allen ©in* gen, nebft ber tlnorbnung einer jtreef mäßigen Bebengart, auf bie Sefeitigung biefer «ftranfheit bebaut fein muß, ift leicht begreiflich. (Einige glauben Wohl im ©tjcftanb bag befte Spittel gegen biefe Jtranfheit gefunben ju Ijtaben; allein fte ftnb in großem Srrtßum. ©a, tvo eg bem Beben an innerer Jtraft gebricht, um bag Stäbchen juni QBeibe ju machen, ba muß ber (Sl;eftanb, welcher nur bei voUftänbiger ©efcplechtgreife von ber Statur geforbert wirb, außerbent aber für bag ®cfcfjlecfytg(eben nur verberblich ift, auch l;iw eine (Srfchöpfung ber ohnehin ju geringen Bebengfraft herbeiführen. Stan forge baljcr junächft für gefunbe, troefene, lichte tlufenthalt in frifcher, reiner Buft, womöglich auf bem Banbe unb in ©ebirgggegenben, mäßigeg äöarmfyalten unb mäßige Setregung beg Jtörperg, Oleinlicfyfeit, forgfältige pflege unb Anregung ber haut, burd) ben fleißigen ®ebraud; lauer, befon« berg aromatifcQer Säber (f. Str. 347) unb für eine nahrhafte, leicht verbau* liehe .ftoft, vorjiiglich genieße bie Jtranfe mehr fVleifch* a(g 3ft bie 5ßerbauunggf$träd)e befonberg fo wirb biefe burdj Saufenbgulbcntraut (2 Sott; werben mit Waffen focfyenben SBafferg ge* brüht unb bavon 3-4mal täglich $affe falt getrunfen) ober burcü ben rotl;en (Snjian (f. Str. 362) am beften befeitigt. 3ft ber 2Ragen fel;r ver* fcfyleinit, fo ift ber (1 Botl) auf ein $funb Ijteifjeg SBaffer) feßr ju empfehlen. Sei allgemeiner Serfd)Ieimung unb tlnfcfyoppungen im Un« terleibe ift im ftrüfyjaljr ber frifche Saft bog Bötvenjatyng ein ganj Ijerrlicfyeg sattel. - 3ft bie Serbauung nicht ju feljr geftört, fonft aber bie SKattig* feit beg feljr groß, bann übertrifft l;ier ntchtg bie SBirfung ber ei» fetthaltigen SJiineralquellen (Jtubowa, tVlingberg, IDriburg, Sd)iralbad) u. f. tv.). QBirb bie Jtranfheit h«ttnätfig, bann müffen fräfti« gcre (Sifenmittcl gegeben treiben, befonberg bie Serorbnung Str. 343, ober bei gleichzeitiger allgemeiner Serfdjleimung bie Rillen Str. 331. S)och h>üe man fiep trol)l, gleich anfänglich bie Jtranfe mit legieren Sliitteln beftürmen ju trollen; leicht fann man bann burd, Ucberrcijung bag Serbauunggge« gefchäft noch mehr hevabftimmen. 425 2) ®Ieicpfucpt, bie auf 91 erbenreijbarfe1t beruht. - ©cpwäcpc ift jwgr auep her vorperrfcpcnbe (Sparafter tiefer Slrt ter QMeicp» fucpt, allein pier berupt fle urfprünglid; im 9lervenfpftem, unb jwar in eis ner angebornen übermäßigen {Reijbarfeit beffelben; fo wie fle bagegen in ter erften 2Xrt aus unjulänglicper ©rnäprung entfpringt, befonberS bei Subjefs ten, bie ohnehin jur Sßerfcpleiniung geneigt unb mit fepwaepen SßerbauungS» fräften begabt ftnb. 4?ier ift WHeS beweglich unb reijbar, fo wie bort bage= gen Wbgeftumpftpcit unb (Ermattung vorperrfepenb ift. 9ln biefer Wrt 33Icicps fucpt leiben vorzüglich jene jart gebauten, überaus entpßnblicpen, reijbaren SRäbcpen unb jüngeren grauen, bie mehr ober weniger beutlicp baS ber Einlagen jur 9lerVenfcpwinbfud;t an fld? tragen (f. § 132). (Sie ftttb bleid), mager, nur wenig aufgebunfen, leiben an «Rrampfs unb 9lervenjus fällen aller 2lrt, ftnb überhaupt fränflicp, ipr ©emütp ift eben fo empßnbs lieh, als iht Körper reijbar unb Von {Vreube unb Scpnterj gleich lebhaft ers griffen; boch immer mehr jum ©ram unb Trübfinn geneigt, fachen fle bie ©infamfeit. 3pre klugen ftnb wäfferig, fte leiben an tagens frampf, ©ngbrüßigfeit unb oft an furchtbarem ihre £aut ift balb fühl, halb peiß, unb ihr Qlppetit mepr entartet als fcplccpt, inbem fte oft ©elüjle nacp ben verfcpiebenartigflen ungenießbaren Tingen befommen. Tabei leiben fte an Sobbrenncn unb nicht feiten an <§arnbefcpwg;ben, aber faft immer an Scnben= unb «Rreujfdjmcrjen, an Trucf unb Schwere in ber Scpamgegenb, welche 39cfcpwerben beim ©epen fiep vermehren. Scpleints auSfluß ift hier niept jugegen, aber eine große gefdjlecptlidfc ©rregtpeit. ©ram, Kummer, unglüefliepe Siebe, vor Wilern aber SelbfL befriebigung beS pier immer ju früh unb ja heftig geweeften ©efcplecptStries beS führen in ft'olgc ihres fo reijbaren ©emütpS unb JtörperS bie 33leicpfitcpt gewöhnlich herbei. QBirb hier baS liebel fiep felbft überlaffen, werben bie Urfadpen niept, fo lange eS noep Beit ift, entfernt, wenbet man flärfenbe Mittel an, läßt man j. 33. fleißig «Riibower u. f. w. trinfen, fo verfällt bie «Rranfe opne {Rettung in Wbjeprung unb 9lerVenfcprt|nbfucpt. Tie SBepanblung ift ungemein fepwierig, fo baß eS felbft viele' Werjte giebt, bie ipr niept gewaepfen ftnb, beßpalb fann auep von ipr pier bie tRcbe niept fein. - 3a felbft baS biätetis fd;e Verfahren verlangt in jebem einjelnen QraUe fcparfftnnige Ueberlegung, uni bie Wnorbnung ber SebenSweife jebeSmal rieptig ju treffen. 9litr barauf foll ber Scfer noep aufinerffam gemaept werben, baß auep pier ein {Reijjuftanb im (Rücfenmarf ftattfuiben fann, ber aber jum 9lacptheil ber «Rranfen von ben Werjten in ber {Regel überfepen wiro, unb ber auf bie befannte Söeife entfernt werben muß, epe Teilung ju poffen ift. Ta wo ®ram, «Rümmer u. f. w. ju biefer Sleicpfucpt bie SSeranlaffung geben, giebt eS fein beffereS Mittel als baS ©cmütp ju beruhigen, bicfeS fo fcponenb als möglich ju bepanbeln unb für Berftreuung unb ©rpeiterung 426 «Her Slrt 311 forgen.- SBurbe bie Jtranfheit burch unglücfliche Siebe erzeugt unb ift ber .Körper fcQon hinlänglich entwicfelt, bann fann fte noch burcp bie ®hc am fchnellften unb ftcberffen gehoben werben. § 202. 3>luttcrbef<$roerbeii, A5i)fteric, I)t)fterifdx gicbt feine anbere .Kranfheit, welche in fo vielfacher unb vertriebener OJes flalt jum Sßorfchein fommt alö bie Offene, fo bah eö unmöglich ift eine ge« naue ©efchreibung von ihr ju entwerfen, beim feiten wirb man jwei folcpe Jtranfe finben, bie über ein unb baffelbe Seibcn fiagen. 5)abei ift aber baö allgemeine ©epräge biefer Jtranfhcit fo eigentümlich, baß, fobalb man nur einmal eine etwaö genau beobachtet hat, ntan bann auch ft'hr leicht biefe «ftranfheit bei anbern wiebererfennt. Um im Sillgemeinen einen von biefem Vielgestaltigen Seihen ju geben, fann man nieptö SlnbereS fagen alö: fei eine, burch Verfehlten weiblichen Sebenöjwecf (ber auf fVortpflanjung hingerichtet ift) entfianbene, hoch gefteigeite OJerftimmung, öleijbarfeit unb ©mpfinblichfeit bes ©emüthö, welches jugleich einen franf« haft erhöhten ©influh unb Sliacpt über ben «Körper gewonnen h«t/ fo bah bie hierbei vorfommenben «Kranfheitöerfcheinungen nur als ber SBiberfchein beS franfbaft. gereiften ©emüthS betrachtet werben fönnen. hieraus ergiebt ftch, bah man bie äöpfterie mehr ju einem franfhaften ©emüthsjuftanbe als jw einem rein förpcrUichen Seiben 311 3ählen worauf beim auch bie große Slehnlichfeit 3Wifchen ihr unb ber beruht, woburch felbft große Siebte verleitet würben, feinen Unterfchicb 3Wif<hen tiefen beiven «Kranfheiten gelten 311 laffen. 3n ber «öppochonbrie entspringt aber, bei ber hohen Uöichtigfeit, bie ber «Kranfe auf feine Qkrfönlichfeit legt, ber jDiißmuth mit ftch unb ber übrigen Söelt, ber täufchenbe «KranfheitSerfcheinungen er« jeugt unb cnblich bie ©efunbhcit untergrabt, auS bem verfehlten geiftigen Sebcnö3wecf. 33eim SBeibe hingegen entfteht ein ähnlicher ßuftanb (£9« fterie), welcher in beb Jiörperö, wegen ihrer ohnehin fo erhöhten SUerVenreijbarfeit, weit augenfälliger hervortritt, auö bem Verfehlten ®e« fchlechtöleben. Slber eben fo gut wie ein wirflich förperlichcr ftanb eine hhpochonbrifche ©emüthöfiimmuug hcrbcifiihrcn fann, ebenfo fann eine wirfliche «Rranfheit ber höheren weiblichen ®e|chlechtögebilbe eine hhPC3 rifche üieijbaifeit beö ©emüthS erjeugen. Sin biefer Jtranfheit leiben biejenigen weiblichen ©efchlechtö, bie mit einem aufgeregten aber nicht befriebigten ©efchiechtötriebe 311 fäm« pfen haben: man finbet fte baljer gewöhnlich bei ®helofen ober bei grauen, be« reu 'Diänner bie ®efchlechtöluft wol;l anregen, aber nicht befriebigen fönnen, bei finberlojcr ober unglücflidjer ®hc/ ober nach «Kranfheiten ber ®efchled;tös tbeile, bie bei fortbauernbem ®efc()lcchtötricbe bie Erfüllung beö ehelichen ßwecfcö verhinbern. 5>urch ben Sinfluß, welchen baö weibliche ©efcplechtS« leben burch bie 2>erftimmung beö ®emüthö auf bie (Srjcugung biefer Jlranf« 427 Ijeit augübt, wirb man aber auch Begreifen, baß nach ber S3erfd?ieben1)eit bei Jtörberbefchaffenheit, ja felbft nach ber ber geiftigen Gilbung and; bie Jtranftyeit felbfi ein anbercg 33ilb annehmen muffe, unb baß eg ba» her eben fo viele verfchiebenc ©eftalten ber geben muffe als eö Vers fctyicbcne Subjcfte giebt, bie baran leiben. JDarin liegt aber auch ber ©runb, baß, wenn nictyt günjtigere Sßerfyältniffe in <f5inftcht beg ©efchlcchtglebeng hers beigeführt werben fonnen, ober wenn man ber Sßernunft nicQt wieder bie Volle üWacfyt über bcn flnnlid)eti £ricb Verfchaffen fann, bie Teilung folger Jtranfen fo feiten gelingt, unb baff bie Jtranfljeit ftd; fclbft big in'g l;öl;ere Filter Verlängert, trenn ber £ang jur Sinnlichfeit aud) bann noch unges fd)trädjt Srreilicl; ahnen eg faum bie Unglücklichen, baß bie Sehnfucht nach 53efricbigung ber ©runb ifyrer Selben ift, unb fie mürben fleh tief verlebt fühlen, trenn man ihnen eröffnete, baff fie hierin allein bie Urfache ihrer Reiben ju fachen hätten, unb boefy, wirft nicht ein kräftiger ©eift biefer am nagenben Sehnfucht beharrlich entgegen, fo hilft feine SQervenftärfung, fein töibetgeil unb Salmiafgeift, fein Äamillens unb töalbriantlfee. Einberg Verhält ftcl> freilich bie Sadje, trenn franff;afte ßuftänbe ber ©ebärmutter ober ber übrigen ©efchlechtgtheile ben ©runb ju biefer SfterVenVerftimmung legen, benn bann Vermag rein ärjtlictye <£>ülfe irol;l oft bag Uebel grünblidf ju heilen. Wenn burd; 'Jiichterfüllung beößiretfcg beg weiblichen ©efchlcchtglebeng bag SRervenfyftem unb bag ©emüth gefunber SWäbchen unb &rauen in Uns orbnung gebracht unb auf biefe s2lrt bie •öipflerie erzeugt werben fann, fo wirb bieg noch weit eher bei ohnehin reizbaren unb netvenfchwachen -SVerfo= neu ber 5 all fein. Wenn baljer ftch biefe Äranflfeit auch oft unter bem Schein eincg ganj gefunben Jtorperg verbirgt, fo finb eg boch bei weitem tyäu* figer Schwächliche unb Ülcijbare, bie baran leiben, unb Vorzüglich foldje, bie entweber mit angeborner behaftet ftnb, ober welche burd; ein weidjlidjeg, miiffigeg £eben, ÜUacütwadjen, langcg ©cfylafen, ju jcitig anges flrcngte @eiffcgtl)ätigfeit, übcrtricbeneg «Stubium ber $ocfie ober nieberbrürfenbe ®emütfygjuftänbe u. f. w. biefe erworben l;aben. -2lud? ift eg eben nidjt immer ftrenge ßntlfaltfamfeit vom ®e]d?lecfytggenuf)e ober bie unnatürliche Sefriebigung beffclben, trag ben ®runb ju biefer Jtranfheit legt, and) eine augfd;ireifenbe übertriebene 33efriebigung beffclben führt biefe Äranfl;eit herbei, benn weit entfernt, baburch ben ©efchlechtgjirecf ju erreis chcn, wirb biefer Vielmehr auf biefe Wrt oft gänzlich Vcrhinbeit. 5)affelbe gilt auch bon ju häufigen Wochenbetten, ju langem «Stillen unb allen jenen ©inflüffen, welche nachtheilig auf bag ©efchlechtgleben beg Weis Beg cinwirfen. Wenn man hierher auch anhaltenbe weibliche 5Befchaftigung unb bag lange Verweilen im *8ett jählt, fo mag wohl Vielmehr ber freie £auf ber ©inbilbunggfraft, ber man ftch babei ungeftört überläßt, eg fein, ber Jraueniimmer hhfterifd; macht, unb nicht bag lange Sifcen unb liegen. 428 Gebert fo wenig werben iroljl burd) baS enge Schnüren bie fDläbchen unb Miauen wohl aber fcfynüren fte ftd? eben übermäßig, iveil fte fcfyon hpfterifch ftnb, benn jebe Hpfterifche leibet an übertriebener ©efaUfucht. 2)iefeS Reiben befielt in flüchtigen, fernen Veränberlichen, in 3tvifchcn* räumen wiebertchrenben Einfällen, treidle ein Heer von Jtranffjeiten, befon* berS ber Nerven vorfpiegeln, Weßhalb bie Hpftcrie auch von Einigen bie nachahmenbe Jtranffjeit genannt wirb. ®ie Nieiften haben, wie gejagt, einen jarten Jtörpcrbau, falte ©lieb* maßen unb einen fleinen unregelmäßigen £ßuIS. 93efonberS aber beobachtet man rütffichtlich ihres ©eißeS eine auffaUenbe 93eränberlichfeit, Schwanfen unb Ueberfpannung. 2£>ie SQäcfyte ftnb unruhig, ihr Schlaf Wirb burch fd)recfhaftc träume geftört. 3u feiner 3cit fönnen fte unvorhergefehene, ftarfe unb unangenehme ©rlebniffe ohne Aufregung, furcht unb 3ittern er* tragen, Weßhalb fte aber auch feinen 3lugcnblitf wegen ihrer ©efunbheit in Sicherheit ftnb. Solche Jtranfe befinben ftch außer ben Unfällen gewöhnlich am s4benb beffer. 33cim ©rwadjen ftnb fte oft nicht recht bei ftch unb quälen ftch mit fchrcdlichen Sbeen. 3hrc gewöhnlichen Klagen ftnb: jiehenüe Schmcrjen im «ftopf, «ftreuj unb Benben, auffteigenbe Hihc mit halb rothem, balb blaffem @eftd?t, 2)unfelwerben Vor ben klugen, baS ©mpfinben eines nicht vorhanbenen ©cruchS, j. 33. von Nauch; ein inneres ©efühl Von Un* wohlfein, Qlngft, Unruhe; Aufblähen ober 3ufamnienjiehen bcS 4?alfeS, ein ©efühl Von 3ufammenfchnürung unter ben Nippen, welches oft ben Ort Wechselt, unb baher Von bent Jtranfen mit ber ©mpßnbung einer ftch fvrtbe* wegenben Jtugel Verglichen wirb; häufiges ©ähnen, Seufjen, träge Verbau* ung; Sputfen, Söiberwillcn gegen Nahrungsmittel, abwechfelnb mit Heißhunger ober franfßaften ©elüften; Mangel anShtrfl, träger Stuhl, s2lufgetriebenheit beS BeibeS, Verbunben mit Blähungen. ®ie Unfälle felbft ftnb Von ben mannigfaltigen unb vcrfchiebenartig* ften ©rfcheinungen begleitet; biefe befiehlt in Jtopffchmerjen, befonberS in jenen heftigen, bohrenben, immer an einem fünfte Schmerlen, welche man ben hhfterifchen Nagel nennt, ober ber Scpmerj erfcheint als l?ef= tigeS befchwerlicheS 3>ehen in ber Hinterhauprgegenb, ober als Niigräne, ober auch als äußerliches Neißen unb bem ©efühl von Jtälte, oft mit grünem Wäfferigem ©rbrcchen ober mit leerem verbunben. 3utveilen be* fleht ber Qlnfall in heftigen 3ahnf(hmerjen. - Oft gleicht berfelbe einem Schlagfluß unb ift bann nicht feiten mit halbfeitiger ober irgenb einer anbern 3lrt Bähntung verbunben, ober er erfcheint als Schlaffucht, Schlaflos ftgfeit, 3llpbrütfen, NachtWanbeln ober als Sßcrjüctung. 3n anberen fällen flagen unb jammern bie Jtranfcn unb fchwimmen in Stätten, anbere hin* gegen werben vom Bachframpf befallen, ober fte phantaftren, ober brechen felbft in bie heftigfle SSuth auS. Qlnbere werben von Nütfcnfchmerjen ober heftigen Schmerjen aller Nrt, von 3ittern, am häufgften aber von allge« 429 meinen Krämpfen, bie nidjt feiten her ©pilepfte täufepenb äpnlicp fepen, be* fallen. 93ci biefen Krämpfen breiten bie Jtranfen ben Jtopf nacp allen fHicps tungen, bie geöffneten Augen roden freiSförmig, ipr 9Aunb ift bald gefd?lofs fen, halb aufgefperrt unb verwogen, fte ftreefen bie 3>inge perauS, beiden um ftcQ, geben verfepiebene Söne, bem 93rüden ber Spiere ätjnlicf;, von ftef?. -- SJiit ben ©liebem machen fte bie fonberbarften 93en?egiingen, fte fef lagen ftep vor bie 93ruft, jerreifjen itjre Jtleiber, frieepen an ben USänben hinauf, flam* pfen auf bie ©rbe, bewegen fiep wie Snfcften, unb fönnen von bem ftärfften Spanne nicfyt überwältigt werben. ©in anbermal wirb ipr Jtörper fteif unb tfi vorwärts, rücfivärtS ober nacp einer Seite pingebogen; ober fte jiepen fiel; jufammen, brepen fiep int Greife, jittern unb biegen ben tJliicfen wie einen 93ogen. Aucp befielen bie Qlnfäde juweilen in Stimmloflgfeit, Höafferfcpeu ober in einem troefenen duften,-ber feinen AugenblicO 9ftupe gönnt; in ©rs fliefungSanfäden, «§erjflopfen, Dpnmacpt, ja felbft in Scpeintob, ober in eis nein baS bem £unbegebed äpnlicp ift, ober in Sliagcnframpf, Klopfen im 93aucpe, lautem, faurem Aufftofjen, grünem ©rbreepen, 5)urcps fad, Jtolif, »ber in peftigen Sdiercnfcpmerjen, wie beim Sdierenftein u. f. w. So r>erfd?iebenartig biefe Anfälle aucp immer ftnb, fo enben fte boct? faft be« ftänbig mit bem Abgang eines ganj wafferpeden UrinS. 3l;re S)auer ift uns beftimmt, oft galten fte ebne bebeutenben Sdacplafj nur wenige Stunben, oft wopl aber and) Sage unb Monate lang an, unb eben fo verfepieben ftnb aucp bie Anfäde in «föinftept beS ©rabeS iprer 9Berben fte burep «us pere ©inflüffe erweeft, wie j. 93. bureb Scprecf, Surcpt u. bergl., fo pflegen fte ganj plöplicp junt Sßorfcpein ju fomtnen, entfielen fte aber aus inneren Urfacpen, fo fünbigen fte fiep oft bureb erpöpte 9deijbarfeit, Veränberte ®e* ntütpS|iimmung, auSfcpweifenbe Suftigfeit ober Sraurigfeit, SAattigfeit, öfs tereS ßieben in j-feOft ©liebem, <§erjf(opfen, unftäte frampftge 93e« wegung ber Augapfel u. f. iv. an. 2Me Qlnfäde felbft abmen oft bie ©rfebets nungen anberer Äranfheiten fo vodfommen nach/ bafj felbft ber s2lrjt, welcher feine Jtranfe juerft in biefem Unfälle erblidü, oft niept miffen n?irb, ob er eine Sobfücptige, ober ©pileptifcpe, ober eine am heftigften Sieber, ober am 9Bunbftarrframpf u. f. tv. £eibenbe vor ftcb habe. SQacp ben 9lnfäden füplen ftep bie Jtranfen ungemein erfepöpft unb Vers faden bann gen?öpnlt(h in einen tiefen Schlaf, 93ei SKancpen entftepen übel auöfepenbe 93lattern im ©eftept ober grofie 9Safferblafen auf ber 4?aut, unb nur bei einer fepr entfepiebenen Einlage jur SQerVenfeptvinbfucpt fann biefe unb beSpalb Abmagerung unb Beprfieber barauf folgen. Oft ift burepauö feine befonbere 93eranlaffung ju biefen Anfäden bemerfs bar, oft entftepen fte aber ganj beutlicp nacp fleinen ©emütböbetvegungen, einer ©rfältung, jtinial ber Süfje, einer förderlichen Anftrcngung, einem leidsten SSiätfepler; nacp großer 9Bärme ober nacp bem ©inatpmen einer verdorbenen £uft (in überfüdten 9SerfaniniIungSörtern); nacp Leibes* 430 Perftopfung, befonberS nach bem ®enuß bläßenber Steifen, nad) ftarfen ®es rüchen, Jenen unb anberen SinneSeinbrücfen. häufig wirb aueß ein folcher Anfall burd) ©inflüffe, weldje ben ©efcßlecßtStrieb aufregen, erzeugt. Daßer erfeßeint er nicht feiten in ®efcüfcßaft junger Männer, befonberS beim Danz, ober beim Sctracßten wollüftigcr Silber ober Sefen Sucher u. bgl. Die Jlranfßeit wirb feiten ober Vielleicht nie bureß fteß felbft töbtlicß. Man bann felbft bei ben ßeftigften, fonft mit t}ot>cr ©efaßr verbundenen Sdervenjufäden, beim Scßeintob, Starrframpf, Stidfluß, fcßlagäßnlicßen Anfäden, evilevtifd?en .RonVulftonen ot?ne alle Sorge fein unb baS balbige (Snbe beS AnfadS erwarten, fo lange fte bloS als ßpfterifeße ßufäde erfeßei« non. Allein bemungeaeßtet bleibt bie «£>9flerie ftetS eine feßr läftigc unb feßwer ju t;ci(cn.be «Rranfßeit, bie aber auch ganz befonberS bie ®ebulb ber Angehörigen unb beS Arztes ermübet. (BefonberS erfdjWert wirb bie -hei« lung, weil tfjeilS burch bie unenblidje DRetjbarfeit ber Jtranfen, verbunben oft mit großer Sebßaftigfeit unb Unfolgfamfeit, baS Sinwirfen neuer Scßäb« licßfeiten faft gar nicht vermieben werben fann, unb baßer oft feßon auf bem döege ber Sefferung von Steuern baS alte £eiben ßerbeigefüßrt wirb, unb weil tßeilS gar nicht feiten bie Jtranf£;cit von Urfachen entfloht unb unterhals ten whb, welche oft nicQt abgeänbert unb entfernt werben fönnen. «Teilung barf man befonberS bureß Serßeiratßung, Scßwangerfcßaft, StidungSge« fcßäft unb im Alter ber abneßmenben ©efcßlecßtStßätigfeit beS Sßeibeö er« warten. B'rar fommen auch nicht feiten Jade Vor, Wo grauen erft in fpä» teren Saßren nach bem Aufßören beS Monatlichen werben; adein bann ift bie Jtranfßcit in ber Oiegel nicht von langer Dauer unb verliert ftch gewöhnlich nach einiger Beit Von felbft, gefeßieht bieö aber nicht, bann ift baS freilich fcßlimm. Da eS faum ju bezweifeln ift, baß bie 4?p<fterie mehr auS bem ©ernütß alö auS förderlichen Urfachen ihren Urfprung nimmt, fo muß man fte baßer auch meßr als einen franfßaften ©ernütß Sijüftanb unb nicht als eine rein förderliche Jtranfßeit betrachten. Ußirb fte auch bureß Sliißt&efriebigung eineö mächtigen DriebeS ber Statur unb burch Serßinberung ber Bwecferfüls lung beS weiblichen «RörperS hervorgerufen, fo fe|t bie Störung, welche bas bureß ber ©emüthSjuftanb einer 4?hfterifchen erleibet, unb ber wieber nerven« erfchütternb auf ben «Körper jurüefwirft, fchon immer eine franfßafte Stirn« mung ihres geiftigen £ebenS voraus; benn wo ber ®eift frei feine 4?errfchaft entwicfeln fann, ba fann ber ftnnliche Drieb nie fo mächtig werben, baß er .Körper unb ®eift zugleich ftd? unterwerfen fönnte. hätten ade bie furcht« baren ©rfeßeinungen bei ben Mutterbcfcßwerben ihren ®runb zunäcbft im Körper felbft, wie wäre eS bann woßl möglich, baß außer ben Anfäden baS übrige förderliche SBoßlbefinben Saßre lang faft ungetrübt fortbefteßen fönnte, unb baß man nach bem Dobe in ben meiften 5'äden bureß bie forg= fältigfte Unterfucßung aueß nießt baS ©eringfte finbet, woraus bie Vorßanben 431 gtwefencn QlnfäUe befriebigcnb erflärt werben fönnkn. Sluch giebt wohl her grofje Einflufj, ben ber SBiUe ber Traufen auf bicfe Jtranftyeit auSübt, einen hinlänglichen beweis von ber mehr geiftigcn Statur berfclbcn, fo bafj eS ausgemacht ift, bafj, je weniger ©ewicht man auf bie heftigflen Bufälle eines t?9fterifd;en QlnfaUö legt, biefer bann um fo Sneller Vorübergeht, benn bie Sucht bewunbert ju Werben unterhält ihn fehr oft ganj augenfcheinlich. Die unglürflichcn Ehemänner nervenfchwacher grauen machen ja täglich bie Erfahrung, bafj ber SBille allein eS vermag, ben heftigften Slnfall ju werfen ober ju verseuchen; unb eben bicfe nach Söillfür hervorgerufenen Sterven» jufälle aller s2lrt finb eS ja, bie ben ©emahl in bemuthSvoHer Slbhängigfeit Von feiner jarten ©attin erhalten, konnte wohl auch eine wirflich förder» lieh Jtranfe, wenn fle bcS borgens vor SRattigfeit unb Entfräftung fein ©lieb ju bewegen Vermag, am Qlbenb unermübet bis jum anbern borgen bie wilbeften Dänje tanjen, wie man bieS auf jebern ®all von 4?hflerifchcn fchenfann! Unrecht hätte man aber, wenn man bie Jtranfheit bloS für ein erbichteteS, auf 33erfteHung beruhenbeS Selben halten wollte. Dies ift feineSwegS ber 5aU. Sie befiehl wirflich, hat aber ihre erfte Duelle nicht fowohl in franfhaften förderlichen 23erhältniffen, als Vielmehr in einem feh= lerhaften ©emüthSjuftanbe. Bwar giebt eS auch S'älle, wo in Entartungen unb franfhaften Buflän» ben ber ©ebärmutter ober ber Eierftörfe, in Störungen beS SDlonatSfluffeS ober in ber Slnwefenheit eines weifjen u. [. w. ber ©runb ber rie ju fuchen ifl. Allein bieS ftnb bei weitem bie feltenften, unb bann wirb ftcher auch fehr &alb bie übrige ©efunbheit beS JtörperS jerrüttet werben, wenn ein folger ßuftanb nicht befeitigt wirb. SluS allen biefem geht aber hervor, bafj in ber Wahren bie 33c» banblung bei weitem mehr auf eine geiftige als förderliche Umwandlung ge= richtet fein müffe. Dafj bieS bei fo Verwöhnten, überfdannten, mit Eigen= bünfel unb Eigenflnn fo reiflich begabten erwachsenen bie ftch Wohl fclbft in ihrem leibenben ßuftanb gefallen, feine fleinc Qlufgabe ift, unb bafj man faft immer früher bie ©ebulb verliert, bevor baS Biel auch nur im Entfernteren erreicht würbe, ift leicht begreiflich. - Söeit eher fann cS burch eine jwerfmäfjige Erjiehung gelingen, biefer Jtranfhcit in früher Bugenb vor» jubeugen. 3ft bie blutter hdfterifch, fo wirb eS mit ber ©efchlcchtSrcife bie Tochter wohl auch Werben, benn nicht allein, bah biefebann ein überfdanntcS reijbareS ©emüth unb ein ju leicht bewegliches SQerVenfpftem Von ber ühitter ererbt hat, fo Wirft auchbaS SBeifdiel burch StachahmungSfucht hier wahrhaft anfterfenb ein. Unter folgen Umftänben ift eine Erjiehung aufier bem elterlichen häufe anjurathen. 3ft eine bpfterifche butter nicht geeignet, bie Erjieherin ihrer Dochter ju fein, fo wirb bieS noch weit weniger bei nerven» Stachen hdfterifchen ©ouVernantcn ber $all fein; fte ftnb viel ju launen» haft, um mit SBohtwoUen unb fRuhe bie Erjiehung ju leiten, unb fclbft ju 432 Verfcproben, um einer gefunden geiftigen ©ntwicfelung beS «RinbeS förberlicp ju fein. Stic foUte folcpen Subjekten bie SSeftignifj jum Unterricptgeben unb •ftinbererjiepen ertpeilt werben. Sßill man baS Jtinb für bie Sukunft Vor ber Siutterplage bewahren, fo mu§ man eS fctjon früfy gewöhnen feine Steigungen ju beperrfcpen, unb nietet jebe fiaune, jeben Söunfcp fogleicp be» friebigen. ift tpöriepter, nichts füprt freierer jur Ueberfpannung unb krankhafter ©mpfinblicbteit beS ©emütpS, ju übertriebener Stervenreijbarkeit, kurj jur <§pfterie unb einem qualvollen fieben, als wenn ©Item auS ipren SBunber machen wollen. 8?rüpjeitige 33üd?ergelel;rfamfcit taugt nie etwas, fte tobtet ben gefunben ©eift unb fepafft einen ftecQen Jtörper; beim Spielen entwickelt fiep ber klare Sßerftanb beS JtinbeS niepr als burep gelehrte Scpulbreffur. filuep bie fpätere Ucberbilbuug beS ©elftes feine «ftraft, unb er vermag bann nieptben ftnnlidjen Srieb in feinen Schratt« ken ju erhalten. 5lucp empfinbfame Schwärmerei, bejiehe fle fiep auf religiöfe ober anbere ©egenftänbe, führt immer bie Siacpt ber $pantafie unb fomit bie <§errfcpaft ber Sinnlicpf eit herbei, benn hinter bem geiftigen fcpnfücptis gen Verlangen verbirgt ftep als fein ©nbpunft ber finnlicQe Jrieb. S)e8palb bilbe man baS Stäbchen ju einem Staturkinbe unb einer tüchtigen Hausfrau unb niept jur Schwärmerin unb S'hörin. Stan ftärke ihren Jtörper unb ©eift burch ben ungetrübten ©enufj ber freien Statur, man laffe fte turnen unb fepwimmen unb palte fte fo lange als möglich in ber kinblicpen Hubes fangenpeit jurücf; vor Qlllem aber püte man ffe vor ju frühem Eintritt unb ber ©rweefung beS ©efcplecptStriebeS, baher reiche man ihnen feine gewürj* reiepen, baS 93lut erpipenben StaprungSmittel ober bergleicpen ©etränfe, baper feinen SBein, (Spofolabe, Xpee, Jtaffee u. bgl., unb bttlbe feinen frühen £peaterbefucp, Stonianleferci, freien Umgang mit jungen Stännern u. f. w. <£>aS Setaften ber ©efcplecptstpeile muff ftreng unterfagt unb verhütet werben, unb Wenn ein Sucfen, wclcpeS bie Serüprung biefer $peile Veranlagt, burep sjßürnier, Sfroppelfcpärfe, Söttnbfein ober auS irgenb einer anbern Urfacpe entftanben ift, fo ntüffen biefe SRcije fo halb als möglich entfernt werben. Sjt eine Jungfrau ober grau mit biefer für fte unb filnbere gleicp läftis gen Sßlage behaftet, fo beperjige man ben $2luSfprucp £effing'S, ber pier feine volle -tlnwenbung finbet, nämlicp: bafj ber Umgang mit fraftvollen, weifen unb guten Stenfcpen bie eigentlicpe Seelenarjnei fei. ©mpfinbfame, fepwärmerifepe, an gleicher .Rranfpeit leibenbe ffreunbinnen ftnb für >§pfte* rifepe ein wapreS ©ift. Sie erhalten ftep wecpfelfeitig in einer franfpaften ©emüthSflimmung, jebe will bie ©eflagenSwertpefte fein, unb fte fepen einen wapren Xriumpp barein, fiep wecpfelfeitig in ber ©röfje iprer fieiben ju über» bieten, woburep aber notpwenbig ipre franfpafte Seelenftimmung niept allein unterhalten, fonbern nur noep mehr gefteigert werben mufj. dagegen wirft ein fefter, auf moralifepen ©runbfäpen rupenber Sinn unb ein gefunber fla* rer Sßerftanb geifb unb perjflärfenb bei bem verftimmten unb 433 flcinnuithigen ©celenjuftanbc einer folgen Jtranf(;cit unb ift im ©taube, ihr bie verlorene Haltung in geiftiger wieber jurüefjugeben. ©in folger $reunb ober Jreunbin muß barauf bebaut fein, bie aufgeregte tafie ju jügeln, burch vernünftige SorfteUung bie grofje ©mpfinblichfcit ges gen alle ©inbrüefe auf bag ®emüth abjuftuinpfen, bie oft fo unerträglichen Saunen 311 befänden unb ber Rranfen einen gewiffen beg ©es nüitl;ö 311 eigen 311 machen, ber nicht burch jebeg unangenehme ©reigniji beg täglichen Sebeng fo leicht ju erfchüttern ift; bie Neigung jur $raurigfeit mufj burch ®rünbe ber 9Roral, erheiternbe Sefchäftigung unb freunblichen Um-* gang, aber nicht burch raufchenbe ©rgötjlichfeiten befänipft werben. Sei einem folchcn Umgänge mufj jeboch nicht allein jebe 4?ärte, jebe abftoßenbe Jtälte unb jebe heftige ©emüthgerfchütieruug vermieben werben, auch sälleg, Wag ihr t)of?eS ®efühl für bag ©chicfliche, (Regelmäßige unb Angenehme Vers le|t, muh baraug entfernt werben, beim fonft würbe fte bag Vertrauen Vers lieren, welcheg ber ftreunb ober bie bcft|en muh, trenn bie Rranfe ein wtlligcg Dhr füx ihren freinibfcbaftlichen (Rath unb Wohlgefallen an ih= reni Umgänge haben foll. Vabei braucht man fleh aber feinegwegg etwa unbebingt in bie oft fo wunberlichen Saunen ber Jtranfen ju fügen unb in allen Gingen gefällig unb nachgiebig ju fein. 9lur fuche man einer folgen Seftigfeit einen angenehmen, gefälligen Ulnftrich ju geben unb mehr burch ein leichteg ©piel beg Wifjeg unb burch ©inwirfung auf bie $hflntafte alg burch ©rünbe ber Vernunft fte ber 4?errfchaft ihrer Saunen ju entziehen. S)ieg ift nun freilich mehr ®ache beg Qlrjteg alg trgenb eineg 5lnberen, unb wenn eg biefem gelingt, ftch ganj beg Vertraueng einer folchen ju bemächtigen, fo wirb er burch feinen geiftigen ©influfj mehr alg burch «He SReb 1'3111 311 ihrer ©enefung beitragen tonnen. er aber biefeg nicht, »ber hat er eg ftch verfcherjt, fo ift eg beffer, ber Traufen einen anbern lärjt 311 geben, beim ohne Vertrauen ift fein 4?eil ju erwarten. Um ber hier fietg ftattfinbenben unb nie ju bulbenben Verweichlichung beg ©ernüthg ju fleuern, fann man Wohl nichtg Seffereg ratben, alg baß ftch bie Jtranfe mit anftänbiger {Ruhe, aber nicht in fteter Qlufregung unb 30ms entbrannt, einem arbeitfanien thätigen Seben im Greife ihrer «häuglich« feit wibme unb alle Sücher, bie ihre ©inbilbunggfraft aufregen unb bie ©ms |>finblichteit ihreg ©emüthg rei3en, bei ©eite lege. Sei biefer Seelenbiät barf aber auch eine gehörige 9Inorbnung ber übris gen Sebengweife nicht Vernachläfftgt werben. 5'olgenbe fünfte ftnb befons berg 3U beriiefflchtigen: eine 3Wecfmäßige, ben Kräften ber Jtranfcn anges meffene, womöglich im freien vorgenommene angenehme förderliche Sewes gung, bag ©inathmen einer freien, heiteren, troefenen Suft, baher ber Sanb= unb Sergluft; eine jwecfmäfjige, ben Serbauunggfräften angeniefs fene Viat, bie inbeffen in ber {Regel, ba biefe gemeiniglich nicht bie beften finb, etwag fbarfam, leicht verbaulich, einfach, 3War nährenb, aber nicht ju Der 434 fräftig unb ju ftarf reijenb fein muh, beim Hpfterifche Vertragen felbft grobe Speifen beffer als bie fogenannte feine Jtüd?e. 5lde erfchlaffenben Tinge, befonberS warmes ©etränf, vor Aldern aber ber Th?e, muh vermieben wer* bcn. Sei Wahrnehmbarer Qlbmagerung unb beraftnafjenbcr 2lbjehrung ift ber auSfchliefiliche ®enuh ber Sfilch Von Vortrefflicher SBirfung. (Sine etwas warme, ade gleichmäßig erwärmenbe, im SBinter vorjugSweife wob lene Scfleibung; ein nicht ju langer Schlaf in nicht ju warmen Setten, wo eS oft nötlyig wirb, einem auSgejeichneten Hauge ju ihm unb überhaupt jur Semächlichfeit unb Verweichlichung mit einiger ©ewalt entgegen ju fämpfen; Sefchränfung in bem ©enuh ber förperlichen £iebe, felbft in ber ©l?e. Qlnf Onanie muh man hier immer ftharf fein Qlugenmerf richten, beim fann bie= feS üafter nicht befämpft werben, bann ift an feine •Teilung ju benfen; be» fvnberS Verbächtig finb in biefer Sejiehung bie hpfterifchen 2)iäbchen, welche bie ©infamfeit lieben. Glitch ift ju Bebenfen, bah e'ne ewige -Aufregung beS @efthlect>tgtrießcä burch wodüftige Träumereien, unb überhaupt burch verborbene Vhantäfie, Welche mit Stecht ben SQamen einer geiftigen Onanie verbient, faft noch fchäblieher ift als ber ftnnliche @enufj. 9luf ber anbern Seite lehrt aber auch bie Erfahrung, bah Verehelichung oft baS befte Heilmittel ber Hpfterie ift. Bur grünblichen Heilung ber Steitterbefchwcrben, wenn biefe nicht in franfhaften Buftänbcn ber weiblichen ®efchled;tstheile ihren ®runb haben, vermag ber ©ebrauch von 5lrjneien in ber 8tegel fel;r wenig, unb WaS h<€rs bei in biefer Sejiehung noch gefchehen fann, erheifept eine fo groffe ärjtliche Umftcht unb genaue ©rwägung ader vorhanbenen JtranfbeitSverhältniffe, bah bie Eingabe ber etwa hier bienlichen Mittel rein unmöglich ift. 9lur baS beherzige man, bah ein ju lang fort gefegter ©ebrauch ber bittern ma» genftärfenben Qlrjneien fowie ber SWifjbrauch ber berühmten frampfftidenben SDlittel jebenfadS bie Sefchwerben, gegen welche fte gereicht werben, vermehrt, ftatt fte ju befeitigen, unb bah Ouacffalberei hier baS ©efährlichfte ift, was eS nur immer geben fann. 3n Hinficht beS QlrjneigebrauchS verhält ft<h freilich bie Sache anberS, unb ber yirjt muh fräftiger einwirfen, wenn wahre 9lervenfchwäche ober eine Sntjünblichfeit im Slutaberfpftcme ber @runb jener ©rfcheinungen ift, welche in s2lnfehung ber ©emüthöflimmung unb ber Steigung ju frampfhaften Se= fchwerben fo grofje mit ben hhfterifchen Bufäden haben unb mit biefen nicht verwechfelt werben-bürfen, obgleich bieö öfter ber 5ad ift, als man glaubt. Ooch ber Urfprung ber JtranfheitSerfcheinimgen ift ein ver« fchiebener unb bie ©efchlechtSthätigfeit beS SSeibeS babei nicht mit im Spiele. ?luch bie ©ntjünblichfeit beS SlücfenmarfS wirb oft Verfannt unb fälfchlich für Hhfterie gehalten, inbem jene auch oft verfchwinbet, eben fo oft wieber« fehrt unb eben fo heftige netvöfe Schmerjen als auch «Rrampfjufäde erregen fann, beffhalb aber baS Silb ber täufchenb nachahmt. Oodj trifft 435 man tiefe ©ntjünblichfeit beß Hlücfenmarfß auch fehr tyäufig Bei ter wahren Hpßcrie an, ba baß Hlücfenmarf überhaupt ini ©efchlechtßleben eine fo wiihs tige Hloße fpielt. 2)arum iß eß burcpauß crforberlicp, Bei jebem fogenann* tcn hpßerifchcn Anfaß auf biefeß fein Augenmerf ju fiepten, ben Hl liefen ba* per nacp ber gegebenen SSor.fcprift ju unterfuepen unb bie ©ntjünblicpfeit, bie tjicr faß in ber Hiegel angetroffen wirb unb wopl auch bic Urfache ber fcpleichenben 33Iutaberentjünbung iß, ba, wo man ßc gefunben pat, ju be* feitigen. Ueberpaupt aber püte man ßcp, oft wieberfeprepbe, fepwer ju beu* tenbe franfpafte ©rfepeinungen fogleicfy für Hpßerie ju palten unb bann bie Sache auf ßcp beruhen ju laßen, ba oft bebcutenbe franfpafte Bußänbe wiep* tiger innerer ©ebilbe, j. 33. beß Jtppfeß, beß Hcrjenß u. f. w, ßcp Pinter bie* fer Alaßfe Verbergen tonnen, Aucp erregt eine geßörte SSerbauung nicht feiten ßufälle, welche ben Alutterbefcpwerben fepr ähnlich feiert, wobei man aber in ber Hiegel ben fcplecpten Buftanb ber Büpne ganj überßept. 2)lan rcidjt Arjnei über Arjnei, fepieft bie Jtranfe in bie ©aber, läßt ße magneti* ßren, boep aßeß vergebenß; beim baß einjige Heilmittel beßept in einem gut gearbeiteten ®ebifj fünßlicper Bahne, welcpeß bie 33efd;wevbcn oft wunber* bar verfepeuept. 3n bem ppßerifcpen Anfaße felbß, ber jwar oft bie Angehörigen in furcht unb Scprecfen fe£t, in ber Hiegel aber trop biefeß furchtbaren Scpei* neß ganj gefaprloß iß, tann bie 5)auer beffelben burch eine jweefmähige Gin= Wirfung auf baß ©emütp ber Traufen ungemein verfürjt werben. Schon oben mürbe erwähnt, baß ber Anfall um fo eher Vorübergebt, je weniger man wegen beß Bnßanbeß ber Jtranfen Seforgniff äußert. £)affelbe bringt oft bie Surcpt juwege, fo baff eß oft fepon genügt, jepeinbar Anßalt jur An* wenbung eineß fpanifepen Sliegenpßaßerß, ju falten SBegießungcn, jum glü* penben ©ifen u. f. w. ju machen, um bie furchtbarften Jträmpfe auf ber Stelle ju befeitigen. 33ci leichteren Anfällen bebarf eß weiter feiner Arjnei, fte weichen in ber Hiegel fehr halb von felbft, ober eß genügt, einige Waffen warmen Kamillen** SDleliffen* ober Hlautenthce ju fernere hingegen er* fcheinen oft in einer fo fehreefhaften ©eftalt, bah faum wa* gen wirb, ohne 33eiftanb eineß Arjteß HJlebijin ju reichen. Um jeboch in bringenben Säßen unb bei ber Unmöglichfeit fchneß ärjtliche Hülfe ju fchaf* fen, nicht ganj ratbloß ju fein unb, waß fchlimmer ift, ju ungehörigen tBiit* teln feine Bnflucht ju nehmen, mögen hier einige folgen, wonach man fleh bei Säßen richten fann. 3ft ber Anfall mit einer übermäßigen förderlichen Hleijbarfeit verbun* ben, fo baß fchon baß geringfte ©eräufch, greßeß Sicht, SBlumenbuft u. bgl. bie Jtrampfjufäße erregt, bann iß baß Alittel Hlr. 238, jeboch ohne Hlitrum, von ber freßen Höiifung. Gefleht ber Anfaß vorjüglich in Dhulliacbtfn/ Aufftoffen, Bufnmmcnjiehen beß Halfeß, fo leißen bie 436 Tropfm (20-30 Tropfen auf Buäer ober mit UBaffer öfter genommen) mehr kenn alle unteren dieserarten. - (Streicht bie Schwäche, her Starr* frampf, bie fcplafähnliche (Betäubung, Ohnmacht u. hgl. einen lebensgefährlichen ®rab, bann ift bie dlmbratinftur mit KojchuS ju 15-25 Tropfen gegeben, ein faum ju erfefcenbeS Kittel. Schwangeren befommt ber verfügte Salpetergeifl ju 20-30 Tropfen fehr gut. (Bei unaufhorli* Sem Abgänge von dßinben nach oben unb bei frampfhaften ßufäden ift baS fraget fünfenbe dßaffer (30-40 Tropfen) ein l;errlict?eö Kittel. (Bei hhs fterifSen Jtrampfjufällen älterer grauen ift bie (BibergeiUTinftur ju 20 bis 40 tropfen mit JtamiUenthee ju empfehlen. diejenigen, bie feine gei* fügen dinge vertragen, fönnen 5, 10-15 ®ran (Bibergeil mit ßuefer als (Pulver nehmen. dlucfy leiften bie Jtrampftropfen dir. 167 ober dir. 187 bei folgen grauen fet)r gute dienfte. 3ft eine 9ieijbarfeit unb dlufge» regtlfeit ber ©efSIeStSttyeile Vorlauben, fo wirft baS Kittel dir. 163 fyier un* gemein befänftigenb. (Bei IjpfterifSen Jtopfleiben ift ftarfer (Balbrianthee baS befte Kittel, unb bei Schlaflofigfcit machen 30 Tropfen (Balbrian*Tinftur oft ben beften Schlaf. ®ie ßinfblütlje (f. dir. 130), fo* wie ber falpeterfaure (IBiSmuthfalf (f. dir. 199) ftnb bei IjpfterifSen Ka* genfrämpfen anjuWenben. 3ft ein folger QlnfaH mit im (Blute verbunben, ober ftnb gleichzeitig StuhlVerflopfungen vorhanben, bann ftnb falte JHpftiere niept genug ju empfehlen, ja eS giebt tüchtige -llerjte, welche behaupten, baff überhaupt ein jeber folcper (Unfall biefem Kittel tveiche. 3ft aber feine dlufwaUung im (Blute vorhanben, fo ftnb bie Asa foetida*Jtlp* ftiere (f. dir. 165) alSbann vorzüglicher. (Bon großem dßerth ftub hier bie ÜHeSmittel, unb namentlich toirft bei fehr bebeutenben Bufäden, Dtyn* macht, (Betäubung u. bgl., ein ftinfenber UlauS Von angebrannten gebern ober iroUenem Beuge oft munberbar. Qluch iann man als tRiechniittel bie reine (Sfftgfäure, ober baS Frager ftinfenbe Uöaffer, ober Asa foetida in be* ftiUirtem Sfftg aufgelöft, ober Salmiafgeift, SSibergeileffenj unb ätherifSeS Slautenöl, von jebem gleiche dljcile, mit Sßortheil antvenben. 33ei fjpfteri* fepen SSlucrJen ffab troefenen Schröpfföpfe oft tvirffamer als alle übrigen Kittel unb in ber siegel ben Blutegeln ftetS vorjujiehen. dlucp ge= währt eS oft große Binberung, wenn man bie fStnerjhafte Stelle mit bem $flafter dir. 363 bebccft. Sei hhflerifchem «ftopffSmerj bient baS fpflafter dir. 364 als ein wirffameS Kittel. dluf feinen galt ift eS rathfam, einen h9ftoifSen Unfall fo rafS als möglich verfSwinben ju machen; benn man fxnbet oft, baß gerabe auf bie heftigflen Unfälle unerwartet große ®rleicpterung, unb förperli» SeS dBohlbefinben folgen; bafj ftch aber bagegen bie «Rranfen bei gewaltfa* mer Unterbrücfung berfelben wohl auf lange Bott fehr ermattet unb elenb befinben, bis fte burch erneuerte heftige BufäUe von ihrem Uebelbefinben be* freit werben. 437 Zwölfte Ä i n t> c r f r n n f fft i t e n. § 203. SJom her 'Stcuflcborcitett. ©er Scßeintob her Neugeborenen ift eben feine fcltene Erfcßeinung. Solche Jtinver holen nicht Qlttyenx unb liegen bewegungslos ba. Sinb nicht beutlicße Spuren einer weit fortgefetyrittenen bereits Vorßanben, fo barf man ein fol* cßeS leblos jur SBelt gefotnmeneS Jtinb niemals feßon für tobt, fonbern ints mer nur für feßeintobt ßalten. Denn außer ber beutlid) vorßanbenen fyäuls niß gießt eS fein juberläfftgeS ßeteßen, um bei einem frühzeitigen ober x?o(l= fomrnen auSgetragencn Jtinbe (von unreifen Früchten fann ßier nicht bie Hiebe fein) bett Scßeintob vom wirtlichen Dobe ju unterfcheiben. ©er Buftanb eines feßeintobten neugeborenen JtfnbeS fann von berfeßies bener 2lrt fein, unb barauf muß man forgfältig Qlcßt haben, wenn man bie rechte Sßaßl ber Nittel ju feiner üöieberbelebung treffen will. Entweber ift eine Ueberfüllung beS OeßirnS mit Bl ut, alfo ein Schlagfluß bie Urfache beS SißeintobeS; bann ift baS ©efteßt aufgetrieben, hochrotf), blaurotß, ja felbft blaubraun; ber Körper ift warm, unb man fühlt bie Nabelfcßnur puls ftren. 4?ier muß bie Nabelfcßnur fcßnell bureßfeßnitten unb 1-2 Söffel Blut auS berfelben gelaffen werben; ben Jtopf beS JvinbeS lege man hoch/ unter bie Nafe halte man Efftg, bie Bruft unb ben Unterleib befprifce man mit faltem SBaffer unb gebe einfache Jtlpftiere Von lauem 2Saffer. 2lucß auf bie Entfernung beS bie Nafe, ben Scßlunb unb bie Suftrößre ber Neugeßos reuen oft anfüllenben Schleimes muß man bebaeßt fein, benn babureß wirb baS Sltßemßolen feßr erfeßwert. Nan vollbringt biefeS am heften, wenn man in beS JtinbeS geöffneten Nunb, bei ebenfalls offener Nafe, rafcß ßins cinbläft, wobureß ber tief ßßenbe Schleim bureß bie Nafe ßervorgeftoßen wirb, ©ie Nunbßößle befreit man von bem alljuvielen Scßleime mittelft eines um ben fleinen Ringer gewiefeiten unb in Del getaueßten JJäppcßenS, ben tiefer flfjenben Scßleim aber entfernt man bureß einen Brecßreij, ben man mittelft eines in Del getaueßten SeberbarteS ju erregen fueßt. 3|t Nies manb vorßanben, ber eS verfteßt, bem Jtinbe funftgemäß £uft einjublafen, fo muß bieS bureß Nunb auf Nunb gefeßeßen. Dabei vergeffe man jeboeß nießt, einen gelinben, abwecßfelnb halb nacßlaffenben, halb verftärften Drucf auf bie Nippen jur Nacßaßmung ber Bewegungen beim QluSatßnicn unb ein foIcßeS fanfteS Streichen berfelben anßaltenb in Ausübung ju bringen, benn babureß gelingt eS beffer, als bureß jebeS anbere Nittel, baS Wtßemßolen ju 438 erwecfen. Sft her *5al3 beö JtinbeS mit her SQo&elfdjnur umfcblungen, fo muh biefe fo fcbneU als nur möglich gelöft werben. 3ft baS «Rinb bleid), weif unb falt, bie SQabelfcbnur nid)t, unb ftnbet man überhaupt fein £ebenSjetd)en an ihm, fo ift bieS ein ßiiftanb bet £)pnmacpt, unb in ber Siegel ftnb eS verfümmerte, genährte Jtinber, weldje von tfyr befallen werben; bicfcr Scpeintob ift in ber iRegel bie Jolge erfcböpfenber, bie (Ernährung beS .Rinbeö währenb ber Scpwangerfcpaft be» einträcptigenber Äranf beiten ber butter. - «£>ier ijt bie Erwärmung beS JtinbeS burcp ein 59ab, weldjeS ungefähr bie SBärme frifcp gelaffenen UrinS pat, bie «$auptjacpe. Um ein fold?e8 99 ab nocp belebender ju machen, fann etwas SBein tyinjugetijgn werben. ©ie Schläfe, SQafcnoffnungen unb 4?er$= grübe werben fanft mit S® in ober bem £offmann'|cpen Siquor ober bem fölnifcfyen Söaffer bejtricben. Stad) bem 93abe mufj baS .Rinb warm bebeeft an bie Seite ber 3Jiutter gelegt werben. 5ludj bie oben angegebenen Wiittel, um baä 2lthemholen in ®ang ju bringen, bürfen auf feinen $aU vernacQlafs ftgt werben. - .Rommen SebenSjeicben jum Sßorfcbein, unb fann baS Jtinb fcbltngen, fo giebt man etwas Jtamillentfyee, Wohl aud? einen Sheelöffel Voll Söein u. bgl. ©ft fontmen neugeborene Jtinber burcp ben angefammelten Scplcim in (Srfticf ungögefahr. Sie wollen fchrcien unb ftnb eS niept im Staube, unb beutlicp Wirb 4?eiferfeit unb Oiöci?cln auf ber 33ruft Wahrgenomnien. ©aö einzige Oiettungömittel ift bann ein 99recbmittel unb jwar entweber ber SBrecpfaft 9lr. 366 ober alle Sßiertelftunben einen Speelöffel SJleerjwiebclfaft mit 2-3 Sropfen Srecpwein. SBefonnenpcit unb Qluöbguer ftnb bei Sepanblung ber Scpcintobtcn überhaupt, ganj namentlich aber bei fepeintobten Jtinbern unerläßliche bingung jur ®rreicpung beö erwünfepten Sieleö. IBlanlofe Ucbertrcibung unb Uebereilung bringt feinen Segen, unb ju balbigeä ber Oleu tungöverfudje ift gewiffenloS. § 204. £)te @dbfud)t ber Sleußcborcncn. Sie ©elbfucbt be= merft man gewöhnlich erft am britten Sage nach ber ®eburt, wo ber b= gang beö Jtinböpecbö in ber Siegel febon beenbet ift. Sie Färbung ber <£>aut ift Verfcbieben, balb mehr rotbgelb, halb in allerlei Warben fcbillernb, balb quittengclb (befonberö in ben höheren ®rabcn ber ®clbfuebt unb bei ju früh geborenen Jtinbern), juweilen auch mehr fdjwarjgelb. ©en Qthfaug unb baö ®nbe ber ®elbfudjt nimmt man am beutlicbften bei blonben mit feiner «§aut wahr, bie auch, fowie bie ju früh geborenen, am häufigften unb in ftärferem ®rabe Von ihr befallen werben. Sie bauert im Surcb= febnitt 7-8 Sage, manchmal auch 14 Sage. SaS SBeifje im 5luge ift bas bei ftetS gelb gefärbt, eben fo auch bie Stühle, unb nur bei jcinbern, bie an Sllagenfäure, ©urcbfaU u. f. w. leiben, ftnb Ichtere mehr ober weniger grün, ©er Urin ift, befonberö in ben höheren ®raben ber 439 ®elt»fudjt, fafranartig gefärbt unb Von ftarfeni, wibrigem ©cruche. Pufteln ober Plätterchen auf ber £aut werben juweilen, wenn bie gelbe Färbung ber <§aut ftarf war, gegen baS (Snbe beobachtet, bie wohl auch juweilen in fchmerjhafte linfenförmige ©cfchwüre übergehen. Auch fommen gegen baS ®nbe einer ftarfen ©elbfudji oft oberflächliche Pagelgcfchwüre juni Por« feßein. Die nothtvenbige Peränberung ber «§ant, welche biefelbe burch ben Ucbcrgang von bem PJaffcrleben im Sdjooße ber -Kutter 311 bem SuftlebcR beS geborenen Kenfchcn erleibcn muß, giebt wohl bie vorjüglichfte Peran« laffung ju biefer gelben woju bann noch bie vermehrte, früher mehr fchlummernbe ©hätigfeit ber üeber baS Sbrige auch beiträgt. Kan Tann baßer biefe ©rfctycinung nicht als eine Jtranfhcit, fonbern vielmehr als eine unbebeutenbe fyolge biefer gang naturgemäßen ©ntwicfelung betrachten, ohngefähr fo wie ben Durchfall beim Durchbruch ber Bähne. Qlnbere Ur= fachen jur ©rjeugung ber ©clbfucßt ftnb: Burücfhaltung beS «ftinbS* pcchS, fchlcchte Ammenmilch, unpaffenbe Währung, ©rfältung u. f. w. - 3ft biefe Jtranfheit nicht jufällig mit anbern franfhaften ßiiftänben Ver- bunben, fo bebarf eS feiner Arjnei. - Sauwarme Päber jur Ausleerung beS JtinbSpecßS, JtlpfHere von lauem SBaffer ober fchwacßeni Jtamillenthce mit einem flehten Bufafc Von Bncfer, Paumöl, £onig u. bgl., werben jur Pefei- tigung biefer ©rfcheinung vollfomnien auSreichen. «Sollte aber bennoch bar« auf baS JtinbSJpech nicht gehörig abgehen, fo ift ein Säftcßen auS Kilchjucfer unb ©ibifchfaft ober etwas ffthabarberfaft unb Kanna mit Senchclwaffer bereitet, baS befte unb unfchäblichfte Kittel. § 205. iDaö äöunfcwcrben ber ftttibcr. DaS phinbwerbcn ber «Rinber ift ein feßr gewöhnlicher 3ufall, ber biefe jwar in ber Pegel febr unru» ßig macht, aber boeß nur äußerfl feiten ©efaßr broßt. Denn felbft wenn bie Jtin- ber babei juni ©ßeil tvie gefeßunben auSfeßen, ift baS Hebel bod; balb ju be= feitigen. Pur wenn baS Sßunbfein fleh in immer tiefer freffenbe ©efchwüre Verwanbelt, ober bie Sntjünbung einen bösartigen (Jljmrafter annimmt unb alSbanu ein nervöfer Jiebcrjuftanb hinjutritt, was jevoeb nur bei äußerft verborbenen S>äften entweber beS JtinbeS ober ber Amme ber $all fein wirb, tann baburch baS geben beS JtinbeS gefährbet werben. DaS ftärfere QBunb» fein nimmt man gewöhnlich in ben erften P3od;en nach ber ©eburt am 45alfe unb unter ben Achfeln juerfk wa(;r, unb erft f'päter fommt eS auch jwifchen ben Peinen unb am After jum Porfchcin. Jtinber, bie im hohen ©rabe bie ©elbfucht hatten, ftnb weniger bem 2öunbwerben unterworfen: hingegen fommt bieS weit häufiger, unb heftiger bei benen vor, welche biefe entweber gar nicht ober nur fcljivach bekamen. Obgleich Unreinlichfeit unb fehlerhafte Pflege wohl eigentlich biefen ßufall nicht herbeiführen, wie man bieS allgemein glaubt, ba auch bie rein« lichfl gehaltenen unb forgfältigfl gepflegten «Rinber bavon nicht verfchont 440 bleiben, fo ifl doch jur Teilung biefeS UebelS bie gröfite Bicinltdjfeit bürd?« auS erforberlid?. 3it leichteren fällen genügt lauwarmes Saben unb Sßafchcn bcr wunben Stellen, häufiges Sßechfeln ber SBäfche, ein Sinpubern mit £pfopobium«$ulver. 3n ben tjöljercn ®rabcn beS UebelS bient Salbei« Hhce mit gemeinem Sprüh ober bie Qlntvcnbung hon frifeßer, ungefaljenet Sutter ober Glofenpomabe unb barüber troefene feine ßßarpie; bei ben fcßmerjhaftcn aber, bie gewöhnlich am Sefäß vorjufommen pflegen, ifl ein S&lbchen ton Eigelb unb SOlanbel« ober Saumöl, auf jarte Seinwanb geftrid?en, ju empfehlen. Oft gelingt aber bie Teilung fcQncüer alö burch «Ue biefe fetten Tlittel, wenn man Umfchläge ton faltem SBaffcr ober geriebenen 9)1 Öhren anhaltenb überlegt. 3ft bie ©ntjünbung bebeu« tenb unb hartnäcfig, fo muh bie Säugenbe auf magere Jtofl gefegt werben unb muh Sier unb aUeS anbere meiben, bagegen fleißig einen bannen ©erflentranf trinfen. ©en Jtinbern bann man einige Hage lang baS «Rinberpulver 9lr. 367 geben, treten anbere bebenflidpe ©rfcheinungen noch h'uju, fo Ifl ärjtlicpcr £Rath cinjuholen. Jtommt, wie bieS juweilen gefchicht, baS SCßunbfein in 5olge beS 3al;ngefchäftS jum Sorfchein, fo barf es bann nicht unterbrächt, fonbern nur burch ffteinlichfeit in Schranfen gc= halten werben. § 206. Tic Sd;tvnmntd)cn, ©ie Schwämmchen ftnb Heine weihe Fleeten unb SläSchen in ber SPhinbhöhle. Sie entflohen am häufigflen jwifchen bem lOten unb 16ten Hage nach ber ®eburt unb erfeßeis nen juerft am inneren Glanbe bcr Oberlippe unb an ben ©lunbwinfeln ober mitten auf bcr Oberfläche ber Bunge, bann an ihren Glaubern unb fpäter am ©aunten, im Glasen unb erftreefen fleh Von ba auS öfter über bie ganje innere Oberfläche beS ©armfanalS unb werben bann felbft am After wahr« genommen, welcher baVon ganj wunb wirb. 3hrcr ©ntflehung geht jebeS« mal eine hochrote, öfters genau umfdjriebcne ©ntjünbung in ber 2Jlunb= höhle voran, ©abei werben bie Äinber unruhig, nehmen bie Srufl nicht, haben viel <§i|e im 2Runbe unb fiebern. Störungen im SerbauungSge« fepaft, welche freilich auf fehr verfchiebene Art herbeigeführt werben fönnen, ftnb wohl bie eigentliche Urfache biefer Sorjügtich aber wirb baS SßerbauungSgefchäft geflört burch Mangel an Gicinlichfeit beim j?inbe, burch fcharfe Nahrung, ©Haltungen unb nieberbrücfenbe ©emüthSbewe« gungen bei ber SJlutter ober -llmme, burch ju frühes Entwöhnen, burch fünft« lidje Auffütterung unb fehr häufig burch ben ©ebrauch ber Stöppel, woburch fie oft vorzüglich h«Hnäcfig werben. 3fl baS fieber gelinbe, bleiben bie Schwämmcljen weih ober gelblich, ifl ihre Anjahl nicht ju grop, haften fle nur an ber Oberfläche, fo bah man ftc leicht wegwifchen fann, fo wirb bie Jtranfheit gewöhnlich in 8-10 Hagen gehoben. Erreicht bagegen baS 5ie« ber eine größere unb ftnb bie Schwämmchen bunteifarbig, gelb« 441 Braun, fdjtoarjlidj, bie! unb jufanxntcnflicfjenb, fo muß bic§ Symptom 93 e* forgniß erregen. Sei ber Q3ehanblung ber gutartigen Schwämmchen Bcbarf eö nur einer gehörigen ©erücfjtchtigung ber Sßerbauung unb beä Q3efeitigenö ber etwa bet ber Grnä[;rung unb pflege beä JtinbeS ftattfinbenben Mängel. SDIan fefye bafyer Vor allen Singen auf ftrenge SReinlicfyfeit unb auf ein gehöriges 93 er* Balten ber OJlutter ober Qlmme. Setjlt eS ber Shutter an Nahrung, ober ift bie SOiilcB bcrfelben Von ungefunber Q3efchaffcnheit, ober bann baä Jtinb we* gen ber heftig!eit beS Seitens auf einige Seit ntd?t an bie ©ruft gelegt wer* ben, fo reicht man iljm eine SDlifchung Von gleichen Sbeilen JtuBmilch unb <£>afergrü§=QIbfub. 3n ben gclinberen fällen genügt eS, ben SRunb blo§ täglich 3-4mal mittclft eines um ben Ringer geriefelten unb in frifcfyeS SBaffer getauchten ßäppchenö unb ebenfo auch bie SBruftwarjen auf eine fanfte Qöeife ju reinigen. 3ft ber ftaU fchon Bartnäcfiger, fo fann man hierzu ei* neu Qlbfub Von SlialVenblütBen unb ettvaS £onig nehmen, ober man befireut bie SWunbböble 2-3mal täglich mit fein gepulvertem ßuefer; unb bringt auch bieS baö liebel nicht jum Oßcichen, fo bepinfelt man bie franfen Stel* len eben fo oft mit einem Saft von 2 Sott; Duittenfchleim, 1 Sott; Nofenho* nig unb 1 Sfrupel IBoraj. Sehr gute Sienfte leiftet bann auch ein Q3in= felfaft von 8 Sott; frifch gepreßtem gelben 2J?öbrenfaft unb 4 Sott; Jtalfwaf* fer gut untereinanber gemifcht. 4?at baö Jtinb babei nicht gehörigen offenen Seib, unb ift fein fieber jugegen, fo gebe man ihm baS Saftchen Dir. 368. Sinb aber leichte Vorhanben, bann wirb ber -23rcchfaft £Rr. 366 beffere Sienfte leiften. Oßenn bie Jitnber an Schwämmchen leiben ift eä immer gut, wenn bie Mütter ober Qlmmen Säure tilgenbe Mittel neh= men, woju eine aus 2 Senchelpulver, 1 ÄrebSaugen unb 1 Xhcil ßuefer, 2-3mal täglich einen Sheelöffel Voll genommen, fetjr jweefmäßig ift. SCBerben aber bie Schwämmchen bösartig, läßt ihre bläu* liehe, fchwärjliche Färbung ben llebergang in Q3ranb befürchten, fo muß ein Qlrjt um Nath gefragt werben, Welches aber auch bann fchon gefct;et;en muß, wenn bie Schwämmchen in großer 2)tenge vorhanben unb bie Jtinber ju glet* eher Seit fet;r heifer ftnb unb an Surchfall leiben. § 207. 2lugcticnt$ünfeunß feer 5leugeborcncn. Sie Qiagen* liberentjünbung ber Neugeborenen ift immer mit großer ®efahr für bie Qlu* gen unb in feljr bebeutenben gälten felbft für baS Seben bcrfelben verbunben. 2ßirb fte nicht jeitig erfannt, wirb fte vernacQläffigt ober unjwecfmäßig be* Banbelt, unb ift baö Jtinb aufjerbem ungefunb unb namentlict; jugleich mit Schwämmchen behaftet, fo ift SSerbunfelung ber Hornhaut ober felbft an* heilbare ©rblinbung ober gänjliche ßerftörung beö QlugeS oft nicht ju ver* hüten. Sie erfcheint in ber Negel in ben erften 8 $agen nach ber ®eburt, boch juweilen auch fchon in 24-48 Stauben, ober wohl auch erft ben lOten bis 442 14ten Sag nad) berfelben. ©aS Schlimme bei her Sache iß, baß man fte anfangs leicht überfleht, benn bann ftnb bie ganj natürlich gefärbten Äu« genlibcr bloS ein wenig bie Äugen ftnb troefen, unb ba «Rins bet in ber Otegel viel fchlafcn, fo fällt eS nid?t auf, bafc fte hier bie -Äugen beftänbig gesoffen haben; erft fpäter fommt IJlöthe ber Äugenliberränber binju. Grfennt man bie Ätanfheit fdpn je£t, fo muß man fogleich 311 ei« nein verftänbigen sÄrjt feine Buflucht nehmen. 3ft aber ber nicht 311 errei« eben, fo mache man entweber Umfcpläge von faltem Qöaffer, ober beftreidje 2-3mal täglich bie 'Äugenliber mit ber grauen Salbe, bis bie ©efdtwulfl berfelben »ergangen ift. 3ft biefer Beitpunft aber verabfäumt worben, fo wer= ben nacp einigen Sagen bie Äugcnliber feucht unb öffnet man bie Äugen« fpalte, fo fommt eine fäftge SÄ affe auS ben Äugen hervor, bie aber immer ei« terförmiger wirb unb faß ßünblich junimmt, fo baß fte enblich in unglaub« lieber Älenge t;ervorftürjt, fobalb man bie jufammengcflebten Äugenliber aufweicht unb bie Äugen öffnet. Ä3ill man nun nicht, baß baS Äuge burd) biefen feparfen Giter jerflört werben foll, fo muß biefeS fogleich mit großer Sßorßcht unb ber ßrengßen Sorgfalt Sag unb flacht ununterbrochen von allen bort ßoefenben g-lüfßgfciten gereinigt werben. DiefeS gefleht am be» ßen mittelß eines jarten SchWammeS unb lauen Ätalven«, ober Jta« miHenrhecS, befonberS aber ber Älaunmolfen (f. 9lr. 239). 9lur muß ber Schwamm nach bent Gebrauch jebeSmal auf baS Ällerforgfältigße gereinigt unb überhaupt fo oft als möglich mit einem neuen verlaufest werben. 3m Hebrtgcn muß man aber bem Äuge Utuhe laffen unb bcßhalb nicht, um baS Äuge 311 bcfchen, bte Äugenliber beßänbig auSeinanberreißen. Die anbei« tteitige ©eßanblung biefeS BeibenS, welches bie Jtinber fo leicht für immer böchft elenb machen fann, hier näher anjugeben, wäre höchß unjwecfmäßig; beim nur ein ©ewiffenlofer fönnte eS fein, ber, wie eS hier geschehen ift, von ber hohen biefeS ÄugenldbenS unterrichtet, bennoch ärztliche babei für fein Jtinb entbehren wollte. Nichtiger als bie Sehanblung iß eS hier, bie Urfachen biefer ©ntjünbung fennen 311 lernen, bamit man biefe fo Viel als möglich meiben unb entfernen fann, um baburch baS Gntßehen ber« felben 311 verhüten. Buweilen fcheint eS 311'ar eine eigne Buftbefchaffenheit 31t fein, welche baS Grfcheinen biefer Jtranfl;eit ganj befonberS begünfiigt, inbem man beobachtet hat, baß biefe 31t manchen Beiten bie Jlin» ber ungemein häufig befällt, 311 anberen hingegen feine Spur von ihr 31t ent« beeten ift. S)och wirb biefe auch burd; anbere Schäblichfeiten hetvorgeru« fen, bei benen öS mehr in unferer Äiacht liegt, fie von ben Äugen ber 3leu« geborenen ober boch einigermaßen unfchäblich 311 machen. S)a« hin gehört 3itvörberft bie unVorßchtige Ginwirfung beS Sonnenlichts ober einer 3U hellen ber SBochenftube, unreine verborbene Buft in berfelben ober Bugluft, welche baS empßnbliche Äuge beS neugeborenen Jtin» beS getroffen hat. Daraus entfteht aber nur bie mehr gutartige 5orm bie» 443 fer Bei trenn fie ntdjt falfcß beßanbelt ober Oer* nacßläfftgt wirb, bie Teilung in ben meiften Säßen ftßneß unb freier gelingt, unb bic überhaupt and) feßr leidet verßütct werben fann, trenn man nur barauf freßt, baß baß .ftinb in ben crfUn Xageit vor fettem Sicfyt, vor ßug» trinb unb 3talte bewahrt Bleibt, baß alle Unreinlicßfciten, feßmuhige äßäfcße u. bgl. halb möglicßft auß ber Stube entfernt trerben, baß man biefe nicQt einmal ftarf übetßeijett unb bann tvieber ganj außfüßlen läßt, fonbern in ißr ftctß eine mäßige tTßärme ju unterhalten fließt. 5)a tro eß Sitte ift, bie faum jur QBelt gefonunenen Äinber fogleicß naeß ber falten «Rtrcße, unb baß jWar oft bei ßellem Sonncnfcßcine jur Taufe ju tragen, ba trerben folcße bösartige 2lugcnentjünbungen wohl oft beobachtet trerben. Die ßäufigfte, aber aueß gefäftrlictyfie Urfacße btefer ©ntjünbung bleibt ftctß bie 2lnftecfung, bie entweber wäßrenb ber ©eburt beß «ftinbeß erfolgt, trenn nämlich bie 9)lut> ter an einem bößartigen, Von einem unreinen 93eifcßlafe entflanbenen weißen S'luffe leibet, ober nach ber ©eburt bureß frembe $erfonen, unb jtrar am gewößnlicßftcn bureß bie Hebammen mitgetßeilt tvirb, trenn biefe mit folcßen augenfranfen Jtinbern ju tßun haben. Deßßalb bulbe man nie, baß bie Hebamme mit ihrem Schwamm, ben fte bei ftcfj führt, baß ©eftcfyt beß Äin= beß reinige, fonbern man halte fleh baju einen eigenen ganj neuen, unb ent= ferne fie überhaupt Von ber Seforgung beß «ftinbeß, fobalb man erfährt,) fie feilte bieß eigentlich niemalß verfeßweigen), baß fie auch ein augenfranfeß Jtinb ju pflegen ßat, benn fte barf alobann nur baß s4uge beß Jtinbeß mit ihrem Singer berühren, unb eß fann fogleicß angefteeft trerben. Um bei Srauen, bte mit einem bößartigen weißen S'luß behaftet ftnb, bie 2lnftccfung unter ber ©eburt möglicßft ju verhüten, hat man mit Flüßen ©infprißungen Von SbtvrfalfeUluflöfung (f. Dir. 369) angetvenbet, fotrie ben Äinbern bei ber ©eburt mit berfelben fWifcßung, jeboeß noeß meßr Verbünnt, baß ®eficßt forgfältig gereinigt. § 208. (Säure tm iDfußcn bet Ätttbern. eigentlich ift Säure im SWagen fein franfßafter ßuftanb, fonbern bie SSerbauungßfäfte müffen faurcr 9latur fein, trenn bie ©rnäßrung gehörig Von ftatten geßen foU. tBricßt ein Jtinb bic genoßene $lilcß ungeronnen unb unveränbert tvieber attß, fo fann man fteßer fein, baß fein iliagen nießt in Drbmtng ift. Ölur trenn bic töi'agenfäure ißre milbe fRatur ablegt, feßarf unb im Uebermaß er= jeugt wirb, bann ift fte im Staube, allerlei töefcßtrerbcn, ja felbft feßr bcs benfließe 3ufälle ju Veranlaffcn. 33et ber ßartßeit ber Äörperbefcßaßenßcit unb ber großen Dieijbarfeit ber SSerbauungßtreifjcuge im früßen JlinbeßaU ter Bcbarf eß oft nur einer geringen Störung ber ©efunbßeit, um fogleicß eine faure fßerberbniß ber SWagenfäfte ßervorjubringen, tveßßalb eß beim auch nur wenige Jtranfßeiten in biefent Sebenßalter giebt, welcße nießt mit ben ßeteßen einer franfßaften 2)iagcnfäurc: mit grün geßaeften Stüßlen, £eibs feßmerjen u. bgl. verbunben wären. Dieß ßat aber Sßiele bewogen, irrige« 444 SEBetfe ju glauben, bafj alle biefe Jtranfheiten burd) Kagenfäure entftünben, ba bocb biefe faure Sßerberbnip bei weitem öfter eine <Volge, als bie llrfactje beS franfhaften SuftanbeS ift. £Qict?t ju leugnen ift eS aber auch, bafj biefe fcbarfe faure Sefcfyaffenljeit ber Kagenfäfte, wenn fie auch nur in Solge ei* ner anberweitigen 93erbauungSftörung erzeugt würbe, bcnnod) wieberuni für fid) allein bie 53eranlaffung bö<bft bebenflieber ßufälle, 3. 33. heftiger ©urcbfälle, «Rrämpfe u. f. W. werben bann. ©aber ift eS burcbauS erforber* li<h, ba, wo ihre Seichen Vorhanben ftnb, bie Kagenfäure felbft 311 tilgen, bann aber auch bie Urfacfyen, welche fie erzeugten, ju entbeefen unb 311 ent* fernen; benn bie fäuretilgenben Kittel allein bämbfen fie 3War für ben Qlu* genblicf, ftnb aber nicfyt int Stanbe, ifyre 2Bieberer3eugung 3U Verbinbern. S)ie franf hafte Kagenfäure erfennt man an bett grünen Stühlen, bie wie getyaefte (Sier auäfeljen, oft felbft mit 33Iut gewöhnlich bureb* fallartig unb mit heftigem Seibf d;mer3 verbunben ftnb, wobei baS «Rinb fauer aus bent Kunbe riecht. 33ci Säuglingen liegt ber ®runb 3U biefer Säureer3eugung gewöhnlich in einer fehlerhaften SBefcbaffenheit ber Kutter* ober Dlmmenmilcb unb ift bann leicht 31t befeitigen, wenn man bafür forgt, bafj biefe feine 2)iätfehler begehen, bafj fie nichts SaureS, 33läf)enbcS, SdjwerverbaulicbeS, feine ßwie* beln, fRettig, Jlohl, ©bjl, «Ruchenwerf, fein faureS trübes 33ier u. bgl. ge* niefjen, baff fie fleh vor ©emüthSbewegungen aller Dlrt in Dicht nehmen ober wenigftenS baS Jtinb niemals gleich, nad/bem biefe auf fie cingewirft hüben, an bie D3ruft legen, bap fie ben 33eifchlaf nteiben uno ficb fleifjig »-Bewegung in freier ßuft machen. Sind) ber ©ebraud; beS DlmmenbulverS (f. Dir. 370) leiftet hier gute Dicnfte. DSerbeffert fiel; aber burd; alles biefeS bie Kilcb nicht balb, fo gebe man bent Jtinbc eine anbere Dimme ober ernähre cS lieber fünftlich. 33ei ber DBahl einer Dimme fet;e man gatt3 vorzüglich barauf, bafj fie überhaupt gefunb fei, feinen ftinfenben Dlthem ober ftinfenben p habe, vor allem Dlnberen aber, baf? it;r eigenes Jlinb gefunb, ftarf unb wohl» genährt fei; bieS ift bie allervorsiiglichfte Kilcbprobe unb jebenfallS il;re befte ®mvfel;lung, benn alles Dlnbere nur 311 leidet. Schwächlichen Jiinbern, bie von fränflichcn Kuttern geboren werben, befommt oft bie Kiich einer übrigens gan3 gefunben, aber robuften ftar* fen Dimme nicht unb 3War befonbcrS bann, wenn bie Dimme mehrere Konnte früher geboren hat als bie Kutter. <§ier ift bie fette, an DtahrungSftoff 3a reiche Kilch eine 3U ferner verbauliebe Dlabrung für ben fcbwacben Kagett beS Dieugeborenen. ©ft gelingt eS hier, eS bafün 311 bringen, bie Dlm* menmilcb vertragen wirb, wenn man bie erften acht SJagc baS Jtinb fünftlich ernährt unb feinen 33erbauungSwerf3eugen Seit läfjt, fiel; ein wenig mehr auS3ubilben. Sßerträgt cS aber auch nach biefer Srift bie K'ilcb einer folcben Dimme nicht, fo bleibt nichts übrig, als eine anbere 311 wählen ober mit ber fünftlicben ®rnäl;rung fort3ufahren. - ©ft weiß man aber auch burcbauS 445 feinen ®runb aufjufinben, Warum baS Jtinb bie Niutters ober nicht Verträgt; bann ift auch feine anbere SBabl übrig, als mit ber Säugens ben ju wechfeln ober jur fünfHicfyen ©rnährung überjugehcn. SBefonberS muffen in folgen fVäUcn bie SWütter niemals mit ©ewalt baS Sclbftftillen motten; fte fefcen fonft bie ©efunbheit unb felbft baS ßeben iljreS JtinbeS auf baS Sviel. Sehr oft ift aber cinjig unb allein ber ju häufige unb unmäßige ©enuß ber Nlilch bie Urfadje ber beftänbigen Säureerjeugung im -Nagen; baßer ber bcftänbige faure ©erließ auS bem -Nunbe, baS faure Uluffloßen unb häufige ■Nilchbrechen folcßer Jtinber, bie faft ben ganjen Stag an ber Sruft liegen, bes nen biefe bei jebem leisten gereicht wirb. 29efonberS nacßtheilig ift aber bie ©ewohnßeit mancher Säugenben, baS Jtinb bie SQadtyt ju fid? in'S 39ett ju nehmen unb eS an ber Sruft einfdjlafen ju laffen. ©inen großen Sßortfyeil gewährt eS baßer immer, trenn bie Qlmme meßt auch ju gleicher Beit Minbertvärterin ift. Jtinber, bie fünftlicß ernährt werben, leiben auch feßr ßäußg an Säure unb als Jolge baVon an Äolifen, SSerftopfungen, Durchfällen unb felbft an Krämpfen, ©enteiniglicß Hegt ber ©runb hiervon in ber wenigen Sorgfalt, womit biefcS ©efcßäft betrieben wirb; an Klange! ber gehörigen Ncinlicßfeit, an ber Stenge unb Sefcßaffcnheit ber Nahrungsmittel, juwcilen aber and) an ©rfältung. 3e größer bie Neigung beS JtinbeS jur Säure ift, befto weniger paßt bie Hßiermilcß allein jur ©rnäßrung. 2)ian vermifcßt fte bann feßr jwectmäßig mit bünner JtalbfleifcQ= ober Hühnerbrühe, reicht biefe fpäterßin wohl mit ©rieS ober ©rauben allein. ?lucß ein mit folcßer ®rüße ober ttöaffer bereiteter bünner 39rei von Bwicbacf ift ein feßr jwecfs mäßiges Nahrungsmittel. Sehr fcßwächlicßen Jtinbern gebe man Salem- ober ju einem halben £}uentcßen auf ein ßalbeS Duart Sleifcßbrüße. - s4lttcß fann man juwcilen, befonberS wenn fte febr fcßreien, etwas ©igelb mit ßucfcr ober etwas füßem Qöeine vermifcßt tßeelöffelweife reichen. - Seibet bei ber größten Sorgfalt in ber ©rnäßrung baS Jtinb bems ungeachtet beftänbig an Säure, fo ift ber Bufafc Von Sencßclwaffcr ober Von ein wenig mebijinifcher Seife ju ben Nahrungsmitteln fel;r bienlich. S)iefe biätetifchen Ncgeln bet «Rinbern ftnb von ber größten Üöichtigfeit unb vermögen oft ganj allein bie ©efunbheit unb baS £eben berfelben ju er= halten, obgleich baburch gewöhnlich bie SBiebererjeugung ber Säure verhütet werben fann, fo erregt boch juwcilen bie im ©armfattal fchon bes ftnblicbe bie heftigften Stürme unb erjeugt nicht feiten ©rbrechen, Durchfall, unb aller 'llrt, fo baß man baljer fobalb als möglid) biefe fauren, ranjigen Stoffe unfchäblid? ju machen fliehen muß, ju welchem 3we<f baS Jtinbcrvulver Nr. 367 mit Nufcen angewenbet wirb. Sinb bie Bnfälle feßr heftt& Sc&e nian Ju gleicher Seit noch cinhüttenbe Jtlpfticre. *llm bc« flen bereitet man fte, wenn man einen flein gehabten JtalbSfuß mit fo viel 446 SDBaffer ftarf fochcn läßt, bis | Quart S?rü(;e jurücfbleibt, mit tiefer aber bann 1 Sott) .Ramillenblumen auffocht unb bie burchgegoffene ju 3 .Ripftieren verwenbet, tvelcQc man im £aufe beS HggeS geben fann. Sollten auch bann bie ßufälle nicht nacplaffen, fo gebe man alle 3-4 Stunbcn 3 bis 4 Hropfen fohlenfaurcn Jtaliliquor in etwas SDlilcfy. Sehr oft liegt aber biefer Säureerjeugung int Stagen, fowie ben übrigen 23crbauungSbcfchwers ben ber Heinen «ftinber, bem DurchfaU, Erbrechen, ber Äolif u. bgl., ein entjünblicper ßuftanb beS Darmfanals junt ®runbe, ber leiber nur ju oft gänjlich überfein unb befjtjalb grunbfalfch behanbelt Wirb. Sft bei ben be= nannten 2?efchwerben ber Unterleib ber .Richten fehr emp ftnb lieh, fo bah fchreien unb bie teilte gegen ben ßeib anjiehen, fobalb man biefen im min= beften brüeft, fo muh fobalb als möglich ein sllrjt ju gezogen werben, benn bei einem folchen ßuftanbe ift ftetS ©efalpr vorhgnben. § 209. &lä|tmgäbcf($W!etöen nnb Mailten ber Minbcr. Die 33lähungSbefchwerben erfennt man an ber Unruhe, an bem .Rollern im £eibe, bem hörbaren 2lbgange,.Von Blähungen unb bei ßurücfhaltung ber= felben burch bie 2lufgetriebenheit beS Unterleibes, befonberS unter ben für« jen tRippen, wobei baS 2ltheniholen furj unb ängftlich wirb. Sei ber Jtolif ftnb bie Jtinber fehr unruhig, weinen unb winfcln be» ftänbig mit einem eigenen fläglicpcn Hone, fchreien öfters plöfclich auf, frünts men unb winben ben Jtörper, ftampfen mit ben feinen, gieren biefelben ges gen ben £eib; im Schlafe Vcrjichen fte baS ©eficht unb werfen fleh unruhig umher. Sie wollen nicht recht fangen, ergreifen wolfl bie Sruftwarje, laffen fte aber fchnell wieber fahren. Stur wenn man fte. aufrecht vor bie ©ruft hält, faffen ohne Schwierigfeit unb (äugen bis fte gefät» tigt ftnb. - 3n ber iRcgel ift babei ein Durchfall jugegen, unb bei jeber Stuhlentleerung, bie mcift grünlich unb fo fdjarf ift, bah ber Elfter baburch wunb wirb, vermehren ftch bie Schmerlen im Unterleibe; jeboep ift auch nicht feiten 33erftopfung bamit verbunben. Die Urfachen fönnen fehr verhieben fein; bie tfänfigftcii ftnb: Srfäls tung beS JtinbeS ober ber Säugenben, Diqtfehler, 2lerger unb anbere Sei« benfehaften ber Ulmme, ju fette ober überhaupt bem Jtinbe nicht jufagetjbe Stiilch. 3Qur bei längerer Dauer ftnb biefe SufäQe ju fürchten, benn bann fann Darmcntjünbung ober ßinfehnürung ber ©ebärme barauS entftch.cn; fonft ftnb fte nicht von 39ebeutung unb werben in eben bem ®rabe feltener als bie aSerbauungSfrnfte beS JlinbcS junehmen. Sei ben SBlähungSbefchwcrbcn, wenn fte nicht mit J?olif Ver= bunben ftnb, reicht man fepon bamit auS, wenn man bie Äinber warm hält, ihnen vvn JtamiUenthee unb jum inneren ©ebrauch einige 5hCCs löffel Jtuuüöen«, aber ganj befonberS Äümmelthec giebt. - Dauert aber bie 447 Einlage ju tiefer S9efd?ix>erbe f©rt, fo reifet man bie ftlüfflgfeit {Rr. 372 in bie <&erjgrube ein, ober man legt bannt getränften Flanell auf tiefe @egenb. 5)ie {Behanblung her Jtolif richtet fleh nach ben Urfachen. 3fl baS J?inb berftopft, fo reicht man baö Stränfcfeen {Rr. 368. {Dauern afeer bem« ohnerachtet bie Schmerjcn fort, fo beruhigen bie Pulver {Rr. 374 bie «Rins ber oft fcfyr fealb. 3ft bieö erfolgt, fo fegt man bann bie Pulver wiebcr auö. 3ft «Säure horganben, fo giefet man von einer {Wiftfeung von gleichen feilen .Rrefeöaugen unbßucfer öfter 1-2 SRefferfpigen boll, ober baß $ul* ber {Rr. 367, unb hilft bieö nicht, bann bie {ßulber {Rr. 373. -Heberhaupt Verfahre man bann ganj fo, wie eö im hörigen § angegeben worben ift. bie Schmerjen oft unb fyeftig wicber, fo nügen warme 39äber bon einem leichten «Ramillenaufgufj unb trocfene warme bon Kamillen auf ben Unterleib. Sn fehr bringenben fällen Dann baö Sälbcpen Dir. 377 ju einem f leinen Teelöffel boll alle 3-4 Stunben eingeriefeen werben. 3ft bie Jtolif gleichseitig mit ben oben bcfchricbenen ©lähungöbefchwer« ben bcrbunben, bann giefet man baä Sränfcfeen {Rr. 375 unb bei tyartnäcfis gen ffäHen, benn in ber {Regel, ftnb biefe SSinbfoltfen bie heftigften, bie IJJuls ber {Rr. 376, Wo man ftd; auch bann mit Sinken ber Einreibung {Rr. 377 fecbicnen fann. 5)abei niup bie «Stidenbe ficfy bor allen feläfyenben «Speifen hüten unb baS Qlmmenpulber {Rr. 370 nehmen. Schon im bergangenen § würbe bemerft, baff ber .Rolif ein entjünbli* elfer Suftanb jum ©runbe liegen fönne, wo bann aHerbingä aufser ben $ul* bern {Rr. 374 bie übrigen hier angegebenen {Witte! nicht gereicht werben bür» fen, fonbern öS barf bann nur nach ben 2lnorbnungen eines 2lrjteS berfalfs ren werben. Einen folgen entjünblicfeen ßuftanb Ifat man ju bermuthen- wenn bie Schmerlen hon großer <§eftigteit unb ununterbrochener {Dauer ftnb, wenn biefe bei ber äufjeren Berührung fleh vermehren unb fleh auf eine fleine «Stelle jufammenjielfen. {Die öfteren {Rücffälle ber .Rolif bei «Rinbern fönnen burch eine forgfäk tig gewählte {Diät fowofel in -§inflcht ihrer als auch ber StiUenben, unb fees fonberö burch bie ber im borigen § gegebenen {Regeln oerhütet werben. § 210. (Srbredten fcer Äinber. S)ie .Rinber erbrechen ftch ohne unb ohne Qlnftrengung, burch ein einjigeö wirb bie ganje SWaffe entleert. 3n ben allermeiften fallen ift baS Erbrechen bei dtinbern bon feiner 5-Bebeutung, ja felbjl bon {Rügen, inbem eä oft im {Wagen liehe fchäbliche (Stoffe entfernt. SBirb eä jeboch febr fyeftig, hält eS fehr lange an unb enthält bie auögebrochene {Waffe nicht Bio3 {Wildf, fonbern auch Viel jähen Schleim, fo bringt eö bie «Rtnber in ihrem ©ebenen jurücf, fo bap fte wohl enblich in 2lbjehrung berfallen. Ueberfüllung beS SRagenS, fehlerhafte SBefchaffenheit ber {Rahrungömittel unb eine folche {Reijbarfcit ber {Wagennerbcn, baff [eijbjt bie milbefle {Ral;rung nicht bertragen wirb, flnb 448 bie ßäußgften Urfacßen eines foleßen anßaltenben (ErbreeßenS. 3ft baS (Er» brechen nur mäßig, unb geheißen babei bie «Rinber, fo ifb bagegen nicßtS vor» juneßmen. «fjält baS (Erbrechen an, weil baS jtinb überfüttert worben ift, ober weil noeß fcbabßafte Stoffe im SRagen vorßanben ftnb, bann muß man bicfcS eßer beförbern als unterbrüefen. ITaju ift bei fleinen jarten «Rinbern baS ßäuftge Printen von «RamiUentßee unb ein Ußeclöffel boll SWeerjwiebel» faft gewößnließ ßinreicßenb, bei größeren giebt man bann einen Sßeelöffel boll bon bem Srecßfaft 9lr. 366. 3 ft eS eine faure SSerberbniß ber Klagen» fäfte, bi/tcß welcße baS anßaltenbe unb jur ©ewoßnßeit geworbene (Erbrechen unterßalten wirb, bann finbet biefelbe 93eßanblung wie bei ber SDlagenfäure (f. § 208) ftatt; aueß ßat fuß ßier baS $uloer SQr. 379 feßr wirffam er» wiefen. QSenn bei einem ßeftigen Srbretßen bie «Rinber ju gleicßer Seit berftoßft finb, ba muffen leichte Qlbfüßrmittel (f. £Rr. 378) gereießt werben. 99ei je» bem (Erbrecßen ber «Rinber aber muß man bie franfßafte fReijbarfeit bcS SRagenS ju minbern fueßen. 9Jlan maeße baßer Unifcßläge auf bie Klagen» gegeiib, welcße man auS gleießen $ßeilen ber aromatifeßen SpcjieS unb ge» riebenem 33rob mit ßeißem Sßein ßat bereiten Taffen. - Bum inneren ®e» braueß paßt bann eine 2)lifeßung non jwei Sßeilen einfaeßem Bimnitwaffer unb einem $ßeil QJomeranjenblütßenfaft, ftünbließ einen Hßeelöffel boll. 3ft baS (Erbrecßen gehoben, fo läßt man noeß einige (Einreibungen bon bem Mittel SQr. 380 in bie SWagengegenb maeßen. 2lußer bem (Erbrecßen, welcßeS in ftolge ber angegebenen Urfacßen ge» wößnlicß bei Jtinbern entfteßt, bann aueß ein anßaltenbeS (Erbrecßen als ein Beießen ßöcßft gefäßrlicßer .Rranfßeiten jum Sßorjcßein fommen. 3ft lieber babei jugegen, ift bic 2)iagengegenb gekannt unb beim JDrucf fcßmerjßaft (baS «Rinb feßreit babei), fo ift ein entjünblicßer 3ufta«b bcS SOlagcnS jn füreßten. 3ft fieber mit einem fcßlaffücßtigen ßuftanbe unb £eibc?ber» ftoßfung borßanben, fo rüßrt baö (Erbrecßen bon einem entjünblicßen 3«s ftanbe beö ©eßirnS ßer. «Kommt eine längere ßfit ßinbureß baS (Erbrecßen immer wieber, fo beutet bieö oft auf einen ßeberlofen Sßafferfoßf ober auf SWagencrweicßung, boeß woßl aueß oft nur auf Söürmer. 2)aß man unter folcßen Umftänben feine ßuflucßt ju einem 2lrjt neßmen muß, berfteßt fteß bon felbft. § 211. 93on fccr Seibeöverftopfunß ber Äinbcr. 93er» ftoßfung ift bei Jtinbern nie fo gefäßrlicß als Neigung ju Durcßfällen, benn bie (Erfahrung leßrt, baß Jtinber mit einer Anlage jur SSerfiopfung weit fräftiger geheißen als biejenigen, welcße oft an IDurcßfäUen leiben. 2)ocß er» jeugt jur ©ewoßnßcit geworbene unb unberücfjicßtigt gebliebene 93erjlopfung bei «Rinbern feßr oft IDarmbrücße unb anbere bebenfließe «Rranfßeiten, na» mentlicß nießt feiten frampfßafte Bub'ille. $aben Jtinber, wenn fie noeß feine anbere SQaßrung genießen als bie SDiutterniileß, aueß nur alle 2-3 449 Sage eine fparfame ©tuplauöleerung, fo I;at man bagegen nichts ju tpun. Seihen fte aber beim ®enup anberer Staprung an ju träger Stuplauslee# rung, fo wirb baS Uebcl nur um fo partnäefiger, trenn man wieberpolt 2lb# füprmittel bagegen reiept. Sinb fte verftopft, unb tput eö SQotl?, ipnen offe# nen Seih 311 verfepaffen, fo hilft man, jeboep nur auf furje ßeit, burep JJlp# ftierc auö einer flehten Saffe lauer SDiilcp unb 2-3 Speelöffeln <§onig ober aus «foafcrfcpleim, Del unb ßuefer, biejem Ucbelftanbe am heften ab. ®rünb» lieb trirb bie Einlage jur 23erftopfung nur baburep gehoben, trenn man bie Kepler befeitigt, wclcpe pier immer ber Ernäprungäroeife ftatt# finben. Sei «Kinbern an ber Sruft pat man in einem foldpen Sralle Urfacpe, eine 311 ferner verbauliepe -iPlilcp 311 vermutpen. 5De§(;alb laffe man bie Sttllenbe eine etwaö magere Jtoft führen unb namentlich ftep nicht beä Sie# reä, ja felbft nicht ber SDlilcp als ©etränf bcbicnen, fonbern erfcjje biefe burep einen leichten Von ober Sencpel# unb Dillfamcntpee. Söirb baä Jtinb ohne Sruft, bloS mit Sßafjer unb «Kupmilcp genährt, fo gebe man anftatt biefer ßiegenmilcp unb ba3tvifd?en leicpte «Ralbfleifcpbrüpen, 311 benen man ftatt beä SaQeß etwas ßuefer pin3ufepen fann. Dabei trirb täglich 2mal erwärmtes Glaubet* ober Saumöl in ben Unterleib beS JtinbeS eingerieben. 2lucp pafft als Einreibung eine SDlifcpung ron gleichen Spcilen frifeper Dcpfengalle unb Eibifcpfalbe, von welcher man einen Speelöffel voll borgens unb 'Qlbenbö antvenbet. § 212. £)er Durchfall fcer Äliiibcr» $at ein (Säugling auch täglich 2-3 gelbe breiartige Stühle, fo fann man bieg noch für feinen Durchfall palten; biefer ift erft bann 3ugegen, trenn bie StuplauSleerungen wäfferig, flaumig, grün ober felbft blutig gefärbt abgehen unb mit vielen Släpungen ober Seibfcpmerjen Verbunben ftnb. Ein folger Durchfall ber Jtinber ift eine fepr getröpnlicpe, jebod? niemals eine gait3 gleichgültige Er# fepeinung, inbem er in ber erften ScbenSperiobe eine SRenge berfelben hinrafft. Depl;alb ift aber auep ber bei «Kranfpeiten unb Unwoplfein ber Jtinber fo häufig vorfommenbe SWifjbraucp ber 'Abführmittel niept fo gleichgültig als Siele glauben, ba er fte 3U biefem Seibcn, baS ihrem Sehen fo gefährlich werben fann, nur noep immer niepr geneigt macht. ßiept ein DurcpfaU fiep in bie Sänge, ober feprt er öfter trieber, unb ftnb babei bie 'AuSleerun# gen fepr häufig, fo fann er für bie Jtinber fepr leiept nacptpeilig werben. ®anj befonberä gefaprlicp ift er aber, wenn er nacp 3U 3eitigem von ber Sruft eintritt, ober wenn überhaupt fur3 Vorher baä Jtiixb eine anbere Jtoft erhalten pnt. £ier fann wopl bie ©efapr fo grop werben, bap bie «Kräfte bapin fepwinben unb eine gänslicpe Erfcpäpfung niept niepr Verhütet werben fann. ES ift unglaublich, wie fcpneU 3arte Jtinber bei einem Durcp# fall oft fepon in wenigen Sagen abmagern, ein ältlicpeö 2lnfepen unb eilige# falleneS ®eftd;t befommen unb bann wopl entweber in einem ber Dpnmacpt äpnlicpen ßuftanbe ober an pinjugetvetenen «Krämpfen bapiufterben. 450 Obgleich nun Jeter DurtpfaU Bei Jtinbern fogletcß befämpft toerben mufj, fo würbe tood; ein voreiliges gewaltfameS ©topfen bcffelbcn immer pöcpft bebenflicp fein. GS reicht picr nictyt pin, bie Ausleerung ter franf» paffen Stoffe ju pemmen, fonbern bic Urfacpe ifyrer Srjeiigung ntuf gepoben werben. ©etoöpnlicp liegt bem DurcpfaH ber Jtinber eine feplerpafte (Ernährung junt ©runbe. 2ßirb aber biefem Uebelftanbc auf eine ztoccfmäfjige Art ab» geholfen, fo bebarf cS in ber Oiegel feiner wirflicpen Arzneimittel, um ben 2)urcpfall flcper unb bauernb ju beseitigen. 3ft ber SLurcpfaU fepr part» näcfig, zepren bie Jtinber babei ab, fo liegt in ber Otegel bic Urfacpe bavon in ber -üiiiiternülcp, fte ift bann enttoeber ju alt, ju fett, ju fäftg ober fonft ton fcplecptcr Sefcbaffcnpcit, toaS man oft allein burep ben ©eruep unb ®e= fepmaef entbccfen fann. So pat man nid;t feiten $älle beobachtet, too bie SDHlcp allem Anfcpein nacp von ber heften ®efd;afferipeit war unb bic hinter bennoep, ohncrachtet ber heften pflege unb Wartung, nicht Von ben Scpwämmcpen, bem ©rbreepen unb JLurd;fall befreit toerben fonnten, biö man bic 2)iilep foftete unb bann fanb, bap fte fo faljig toar, bafj fte auf ben Sippen unb auf ber ßunge einewaprpaft hrennenbe ©mpfinbung Verurfacpte, unb bafj biefe noch aufjerbem einen fepr toiberlicpen ®cruch patte. barf man hei allen anpaltenben SSerbauungSbefcpwerben ber Jtinber unb na» mentlicp bei bem 2)urd;faU bcrfelben, wenn biefer fiep nur irgenb partnäefig jcigt, eS niept verabfäunten, bic SBefcpaffenpeit ber SDiilct; burch ©efepntaef unb ©eruep zu prüfen. - Aber zuweilen ftnb burcpauS feine flnnlicp wapr» nehmbaren Sfterfmale einer fcplecpten SBefcpaffcnpeit ber SWilcp Vorpanben, unb boep wirb baS Jtinb bei aller Sorgfalt unb ber Anwenbung ber jweef» mäfjigften Heilmittel ben SDurcpfall niept loS. Hier mufj bann bie Amme fo halb als möglich gcwccpfelt ober baS Jiinb fünftlicp aufgefüttert werben, wenn auep fein fieber in ber Sliilcp ber Stillenben pat entbccft werben fön» neu. Oft hört bann ber STurcpfall auf ber Stelle auf, unb bie Jtinber, für bereu Rettung man faum ntepr Hoffnung patte, gebeipen bann faft roun» berbar. Sepr päufig wirb Von Äinbern bie 2JHIcp folcper grauen, bie ipr 2)to« natlid;eö befommen paben, nid?t vertragen unb erregt bei ipnen ben JDurcp» fall, wefjpalb auep unter folcpen Umftänben ein Sffiecpfel mit ber Amme ftatt» flnbcn mufj. Hat eine StiUcnbe fiep burep irgenb eine Urfacpe einen S)urcpfaU juge» jogen, fo tpeilt fte biefen auep iprem Säugling mit, wcfjpalb fte ipn fo halb alb möglich wicber loözutoerben fuepen mufj. Sepr päufig Verberben aber bie Stillenben ihre fouft gefunbe SDiilcp burep JDiätfepler, burep ben ©enufj faurcr, ftarf gcfalzener Spcifcn, burep opl, ßwiebeln, Obft, Jtucpen, pefi» geS, trübcö, faurcö 33ier, ober butep ben tBeifcplaf, ober burep Born, Aerger unb anberc ©emütpöbewegungen. Sntflept auS biefen Urfacpen ein JLuvcp» 451 fall, fo fann berfelbe natürlich nicht anberS geteilt merben, als trenn bie SDlutter ober 2lmme biefe fehler nicibet. «Reine Stillenbe, trenn fte ®e* müthSbetvegungen erlitten barf bent «Rinbe bie SJlilch reichen, bie fte jur ßeit ber SluftvaUung, eines StreetenS, 2lcrgerS ober BornS in ben 5-Brü= ften Ijjatte, fonbern muß biefe burd) eine fVlafdje abfaugen. Dies gefeßieht, inbem man eine gewöhnliche Slafdje, bie um it?re Deffnung einen recht glats ten Slanb tyat, ganj voll SBaffer gießt, fte bann umbrefyt, bamit baS SBaffer rectyt fcfyncll auSlaufe, unb cl;e noch baS lefcte §erauÖ ift, bie 2)tün= bung ber fElafche fcfynell auf bie Qhufltrarje fefct. 2öitb ein «Rinb fünftlicQ aufgefüttert, ober ift eS feit einiger Beit abges fefjt trotben, unb ftcllt ftch ein fyartnäcfiger ober heftiger Durchfall ein, fo ift immer anjunehmen, baß öS bie bargereichte Slahrung nicht vertragen fann, mag biefe aud) augenfcheinlich bie gefünbefte unb befte fein. Diefe muff bann jebenfallS auf ber Stelle geänbert trerben, trenit man baS «Rinb erhalten will. SlHeS Darreichen von Sliebijin nüfct bann burchauS nicfyt, ja fchr leicht fann baburch bie SSerbauung noch mehr geftört unb baS Hebel Ifarts näcfiger gemacht trerben. (Sine leidste ftlcifctyfoft, namentlich bünne <§ühs ncr- ober «RalbSbrühe mit, ober bei feljr fchtracher SScrbauung ohne BiifafJ Von Sigelb, nebft magenftärfenben (Einreibungen (f. Str. 380), trerben einen folgen Durchfall am beften befeitigen. Slnhaltenbe (Erfüllung, befonberS bcS Unterleibes, burd) ju langes Sies genlaffen in burchnäßten Sßinbeln, gehört bei «Rinbern nid;t ju ben feltenen unb bennoch tvenig beachteten Urfachen bcS Durchfalls. 2luch im Sommer ftnb folche eine fetfr gewöhnliche (Erfcüeh nung, weil man bann bie «Rinber ju leicht befleibet, in ber Stacht entblößt liegen läßt, ober fte unVorftchtig auS bem tBette nimmt. tlöarmcS Sßerhalten, Uinroicfelung beö SeibeS mit Flanell, glieberthee abirechfelnb mit bem fchleimigen Mittel SQr. 371, unb Startet befonberS aber forgfältigeö SSermeibcn ber angegebenen Urfachen, trerben oft auSrcichen, um baö Uebel halb ju befeitigen. 3ft Säure in ben ®ebärmen bie Urfache beS £)urd?fa(I8, tvaS man an ben grünen, gehabten, fäuerlid) riechenben Stühlen, an bem fauern ®eruch au§ bem SQiunbe, an bem ununterbrochenen Sd/reien unb SCßimmern ber kleinen, wobei fte beftänbig bie QJeine frampfljaft an ben J£eib jiehen, erfen= neu fann, fo muß vor allen Gingen ganj nach ben oben (f. § 208) gegeben neu Regeln Verfahren trerben. Einfaches «RrebSaugenhulver, täglich einige 2Jial ju einem halben S'heelöffel voll gereicht, ober baS «RinbervulVer (flehe Str. 367), ober bei hnrtnäcfigem Uebel baS Pulver Sir. 376, unb bei hefti- gem Seibfchmerj ein «Rlpflier Von «Ramillenthee mit >§aferfchleim unb einem (Eßlöffel voll Del, befeitigen jtrar gewöhnlich biefeS Uebel; boeb muß man, befonberS trenn bie Scibfchmcrjen fehr hcft*9 ftnb, immer ben Sßerbacht fchöpfen, baß nebft ber Säure ein entjünblicher Bufanb beS Darmfanals 452 gleichzeitig Vorhanben fein fonne, wo bann aUerbingö feincö biefer $ulver gereicht werben barf, bevor nicfyt biefer entjünblidje Buftanb gehoben wor* ben ift. Daö Bahnen veranlaßt fcljr häufig einen wäfferigen Durchfall, ber, trenn er nicht ju heftig unb angreifenb ift, burepauö niept unterbrach wers ben barf, inbent burep bcnfelben ber Dlnbrang bcö Slutcö, ber pier fo oft Jträmpfe unb fieber, verbunben mit entjünblicpen ®epirnleibcn, verurfaept, am heften Vom Jtopfe abgeleitet wirb unb fo baö ganje Bapngefcpäft weit weniger ftürmifcfy vorübergeht. Sßirb ein folger DurcpfaU 311 heftig, fo baß bie ©rnäprung ber Jtinber barunter leibet, fo muß er jwar gemäßigt, barf aber auch alöbann gerabe nicht geftopft werben. SWan gebe baljer fcpleimis geö ©etränf, Dlciöwaffer, Salepfcpleim, fcpleintige Ipftiere auö J5aferfcpleim unb ©igelb unb innerlich bie SJlebijin Dir. 381. <£>ier werben auch nicht feiten unter heftigem Äeibwcp bie Stuhlgänge blutig (Bahnruhr), allein bicö ift nicht von großer -Sebeutung; man reibe bann nur bei bem Sortges brauch biefer Drittel bie Salbe Dir. 377 jweimal täglich in ben Unterleib. Oft fomnien auch bei einem folgen Bah'tburchfaU Jträmpfe mit pinju, bann muß man, fobalb baö Jtinb vollblütig unb wohlgenährt ober ber Jtopf heiß unb baö ®efid)t fepr rotp ift, balb jwei Blutegel hinter bie Obren legen, außer fcpleimigen ©etränfen unb Jtlpßieren nichts weiter anwenben unb baö Uebrigc bann einem Qlrjte überlaffen, benn ein folger Buftanb, ber Von ®es pirnreijung auögept, brobt immer nahe ®efapr. Jtann ein DurcpfaU burep bie SBefeitigung ber angegebenen Urfacpcn allein nicht entfernt werben, bann erft nehme man noch gu anberen Mitteln feine Buflucpt. SBenn bei einem anhaltenben DurcpfaU ber Säugling noch nicht ju fehr gefcpwäcpt unb feine Bange nid/t ju fehr belegt ift, fo gebe man bann bie SRcbijin Dir. 382. 3ft aber baö Jtinb fcpwäcplicp, ber DurcpfaU häufig, fällt baö Jtinb im fehr ein unb fiebert eö, bann gebe man jus näcpjt bie DHebijin Dir. 371 in DScrbinbung mit warmen, troefnen, aromati« fepen Jträuterfiffcn (j. 59. JtamiUcnblumen ober bie aromatifchen Spcjieö), bie man bem Jiinbe über ben ganjen Unterleib binbet. Sepr Vienlid) ftnb bann auep, befonberö bei wäfferigen DurcpfäUen, bie Jtlpflicre von Stärfes mehl, ©ine Daffe voll bünner Stärfe ift hinlänglich. 2)1 an muß nur ben Beitpunft abwarten, wenn baö Jtinb eben auögclcert pat, unb bie feit Weber ju warm, noch ju falt einfprifcen, babei ben -Dtaftbarm nicht viel reijen unb wohl 2lcht haben, baß in ber Sprite feine £uft ift, ju welchem ©nbe man ben Stempel fo lange htnauffchiebt, biö baö Jtlpftier oben jum Sßorjcpein fommt, ehe man eö giebt. Dauert ber Durchfall fort, fo gebe man bie iPlebijin Dir. 383 ober auch ben Jtalmuöthee Dir. 384, immer aber in DScrbinbung ber angegebenen Jträuterfiffcn, welche nie wegbleiben bürfen. 3n fehr havtnädigen fällen hat bie jDiebijin Dir. 385 bie heften Dienjte ge« leißet. 453 S3irb her SSurcpfatl Bei «Rinbcrn fcpr langwierig, ober fommt er Bei jeher Selegenpeit wieber, fo ift baS hefte Kittel ber fortgefepte ©ebraucp beS ÄaSfariClenejtraftS (91r. 386), warme 33äber Von «Kamillen, Scbecfung beS (Rücfenö unb Unterleibes mit Flanell, Einreibungen ber ftärfenben Salbe 9cr. 377 in beibe ©egenben unb alleinige woju bünne fyicifchbrüpen Von <§ü!jnern ober Stauben mit Sufap hon Eiern ftd; befon® berS eignen. Süßer ungarifcper SScin, mit Eierbotter jufammengerieben unb öfter tpeelöffelweife gereicht, erfept pier oft alle anbern Qlrjncien. Sei älteren «Rinbern ift bann aucp Eicpelfaffee fepr ju empfehlen. Schließlich muß noch bemerft werben, baß SDurcpfälle, welche Bisweilen epibemifcp in ber «Rinberwelt perrfcpen, fel)r häufig einen entjünblicpsfatarr® halifcpcn Eparaftcr haben unb oft mit SDarm® ober Seberentjünbung ober mit einem wahren Scplcimfiebcr verbunben finb. Elfteres pat man ju furch® ten, wenn beim SDrucf an einjelnen Stellen am Saucpe ober an bem ganjen Unterleibe bie «Rinber burch ©efcprei, Serjerrung beS ©eßcptS unb frampf* pafteS Qlnjiepen ber Seine Scpmerj verraten unb ein beutlicpeS fieber ba= bei vorpanben ift. Schleimige Kittel, 3. S. 9cr. 371, fcpleimige Jtlpftiere unb Slutegel finb baS Einige, was man hier vorläufig anwenben fann, bis ein 2lrjt baS Weitere verorbnct, benn immer ift ein folcper ßuftanb bebenf® lieh unb burch Hausmittel nicht ju befeitigen. § 213. feer Säuglinge. Sei Säuglingen finb HautauSfcpIäge eine fepr gewöhnliche Erfcpeinung. Sie jiepen fiep jwar oft fepr in bie Sänge, finb jeboep in ber Hiegel ohne große Sebeutung unb gefahrlos, wenn man fie nämlich nicht burch örtliche Kittel, befonberS burch Sietfalben, von ber Haut jurüeftreibt. ©efepiept bieS, bann fann freilich baS Sehen beS «RinbeS leicht in ©efapr fommen, inbem oft fepon wenige Stage nach bem Sertreiben beS 9luSfcplageS ©epirnwafferfuept, heftige «Rrämpfe, bösartige Qlugenentjünbungen ober fpäter äußerjt partnäefige ©efepüre junt Sorfcpein fommen. Eine ben fepwaepen SerbauungSfräften ber «Rinber unangemeffene 9lap® rung, fowie Kangel an pflege unb Sernacpläffigung ber öteinlichfeit, eine eingefchloffene ober ju heiße Suft, ju warme Säber unb ju große Settwärme Woburcp ipre opnepin fo empßnblicpe 4paut ju fepr gereijt unb ber St rieb ber Safte nacp ipr pingclocft wirb, finb bie gewöhnlichen Urfacpen ber HautauS® fchläge bei «Rinbern. S3irb einem «Rinbe alle Stunben halb bie Sruft, halb Kehlbrei gereicht, hat eS außerbem ben berüchtigten Stöppel beftänbig im Kunbe, fo fann ber fcpwache Kagen beffelben bie Kenge ber bargebotenen 9laprungSftoffe un® möglich verbauen, unb flatt baß baburep ber «Körper ernährt würbe, über® füllt man ihn nur mit einer Kenge roper unverarbeiteter Säfte, welcpe im heften 8'all burep bie Haut wieber auSgefcpieben werben unb fo bie Haut® auSfcpläge erzeugen, ober wenn fie fiep im «Körper anfammeln, alSbann ben 454 ©runb ju fiebern, Entjünbungen unb ankeren bebeutcnben le= gen. 2)aß bie ©ernachläfftgung bcr IJleinlichfeit bie fchlimmften Wirten bies fer 4?aixtau3fd;läge jum SSorfchein bringt, fetyen wir bei armen Senten unb in allen jenen Familien, neeicfye auf üleiniictyfeit feinen großen Sßcrtl; legen. 3lußer ben bereits angegebenen ift eS and; bie frtjledjte 33c= fdjaffenljeit ber Säfte ber Eltern ober ber 2JHlch ber 3lmme, welche eine Säfteverberbniß ber Jtinber unb auf biefe 3lrt «fjautauSfchläge hervorbringt. So werben .Rinber, bereit Später ober SDlütter an Sfrobheln, an bcr Sufts ober an anberen ber Säfte früher gelitten Ratten, ober bie fchon ju alt ober abgelebt ftnb, feiten von >§autauSfchlägen verfchont bleiben. 2)affelbe {eben wir aber auch bei «Rinbcrn, bie jwar nicht unter folgen ungünftigen SBerhältniffen erzeugt würben, welchen inan aber eine ju alte 3lmme gab, ober eine folcbe, bie jwei ober mehr Jtinber nach einanber fängt, beim ihre ju alte fäftge 2>iilch Verträgt bcr Säugling nicht unb bie jSiilcbfrufte erfebeint bann fcl;r halb, bie Stillenbe bereits ißr SKonats liebes wicber befomnten, fo bcbccft ftch bann auch fchr balb baS ©ejtcht bcS «RinbeS mit SSIattern unb Schorfen. 33ei h«rtnäcfigen bcr Säuglinge ift immer ber 33erbacht vorbanben, ob nicht eine verborgene Ve® ner'fche SäfteVerbcrbnip ber 3lmmc jum ©runbe liegt. Sehr Verhieben ift baS äußere Qlnfehen biefer <£autauSfchläge; fie er= febeinen unter ber ©eftalt von Scl;älblattern, Schwinbflecfen, ■£>itjL'lätter= eben, 3lnflug, -slttilchfrufte ober «Rovfgrinb. Seboch bleibt bei ber großen Sliannigfaltigfeit ihrer äußeren ©eftalt bie SBehanblung berfelben ficb faft immer ganj gleich. 9)1 ag ein folcher <§autauSfchlag eine 5orm b«* ben, welche er wolle, möge er in Jtnötchen, 33IäSchen ober 33lätterchen beftes ben unb biefe ftch in troefene ober näffeube, gelbe ober braune 33orfen unb Schorfe Verwanbeln, mag er mit Sucfen ober trennen verbunben fein ober nicht, unb entweber baS @eftd;t, bie ©liebmaßen unb ben übrigen «Rörper ober nur ben behaarten SXheil beS JtobfeS entnehmen, fo reicht eine jwerfs mäßige SSeränberung ber SebcnSorbnung, Oieinlichfeit unb bie Entfernung aller ber oben angeführten Mängel in ber 3öartung unb pflege beS «RinbeS allein hin, um ihn ohne alle innere 3lr$ncicn ja entfernen, fobalb ein folcher <£>autauSfchlag nicht auS verbotenen Säften feinen Ursprung genommen hat. 5)aS Elfte, worauf man hier ganj befonberS 311 fehen hat, ift, baß alle «föinberniffe, welche einer jweefmäßigen Ernährung entgegenftehen, befeitigt werben. 3Bie baS ju bcwerfftclligeir ift, bavon war oben bei ber ®ctrach= tung ber Verfchiebenen SßerbauungSbefchwerben ber Säuglinge fchonbiedicbe, unb cS muffen bie bort gegebenen 93oifchriften auch fyier l'orgfältigft beachtet werben. 33ei jebem ju heftig werbenben «fpautauSfchlage ift cS gut, bem Äinbe entweber eine anbere 3lmme ju geben, ober wo biefeS nicht mehr nö* thig ober nicht ausführbar ift, ihm eine milbe <Roft ju reichen. 3lm jwccf= mäßigften ift eS, iljm täglich einmal mit etwas Bucfer verfüßte <£nihner= ober 455 iftalbfteifdjbrühe mit Stiefniütterchenthee Q Quentchen auf eine S'affe t;cifje<3 ©Jaffer), außerbent aber SDHIcQ unb ©Jaffer jum ®etränf ju geben.--3ft tag Jtinb 311 fränflid) unb fchivad), um ohne ©ruft erjogen 311 treiben, unb ift bie •föerbeifchaffung einer anbern ©mme nicht möglich, fo muß biefe bie ntilbcfle Jtoft genießen, eine ©bfochung Von ©itterfüßftengel täglich trinfen (f. Str. 387) unb öfter von bem ©mmenVulver Str. 370 ©ebrauch machen. Sur Steinigung ber <£>aut unb jur Erlangung einer regelmäßigen Xßätigfeit berfelben ftnb laue ©äber mit einem 3ufa§ von ©tilch unb ©Jcijenfleien hier baö jiveefmäßigfte ©iittcl. ©ei Steigung jur Säureerjeugung im ®arm= fanale fann man Von Seit ju Seit einen falben S'heelöffel voll ötreböaugens Pulver mit etivaö Sucfer, ober baö «RinberpulVer Str. 367 reichen. ©ringt bieö allcö unb felbft ber ©Jechfel ber Säugamme feine günßige ©eränberung hervor, fonbern bleibt ber ßuftano beö £autübelö I;artnä(fig berfelbe, ober Verfchlimmert ftch biefeö immer mehr, fo ftnb bann jur ©er= befferung ber Säfte beö Säuglings innere Mittel nötßig. ©orjüglich be=> iväßrt ßat ftd) l;ier baö Stiefmütterdfenfraut, unb jivar ift alöbann baö Uränfchen Str. 388 unb bie ©ulver Str. 389 von großem Stufen; ganj bes fonberö aber ift bie ©erbinbung beö mit Sarfapas rillenivurjel, bie man ben Jtinbern jum gewöhnlichen ©etränf reichen fann, inbein fte einen folgen tlbfub mit SKilch gern trinfen, ein erprobtes ©litte! gegen bie ©lilchfrufte. ©Jan läßt ein £otl) mit 1 ©funb ©Jafs fer foctyen unb am ®nbe 1 Quentchen Stiefmütterchenfraut hinjufeijen. ®e= hörig burebgefeißt unb abgefühlt reicht *biefe Quantität für auö. ©ei feßr vollfaftigen unb gut genähten Jtinbern iverben bie ©ulver Str. 390 bie beften 2)ienfte leiften. • tleußcrlich fann unb barf nur wenig geflohen. 3ft ber tHuöfchlag troefen unb baS baburch entflanbene 3ucfen bem Äinbe fel)r läftig, fo bes ftreiche man bie Schorfe mit frifch bereitetem Wianbelöl, fettem SDiilchrahnt ober mit bem ganj frifch bereiteten Stofcnfälbchen. Sft bie ©orfe gelöft, fo halte man bie Uuft von ber empfinblichen, rothblaulichen £aut forgfältig ab. 3ft ber Qluöfchlag fehr feucht, fiiio bie Prüften aufgefprungen, ergießt fid? auö biefen Oliffen eine eiterföimige 3aud;e, fo tl;ut man am beften, menn man biefe ©orfen mit einer ©iifchung auö gleichen Sthe^cn Jtalfmaffer unb SDiilch beftreicht ober eine folche SJiifchung von «Ralfivaffer unb Del auflegt. Sinb einjelne Stellen gefchivürig, fo bebccft man fte mit bem Sälbdjen S'lr. 391. 2)aö ©Jafchiraffer Sir. 392 fann unter folgen llmftänbcn auch 'nit JJlufcen angemenbet iverben. 2öenn bei ber SJiilchfrufte bie 2lugenliber jufammenbacfen, fo crtveiche man fte mit lauer Wiilch ober mit einem Sllalvcnthee, hüte fleh aber ivohb bie Slugen mit ©eivalt ju öffnen, iveil bie babei leicht auöjureißenben Gingen* nicht tvieber iverben. ©Jirb an einer ober ber anbern 456 Stelle her ©tilcpfcporf Bösartig, um fiep frefjenb, fo ift bann d)irurgifd?e £ülfe nötl;ig. (Ucber ben Kopfgrinb f. § 168.) § 214. 23on ben Äramfjufällen ber Ätnbcr. Die Krampf» jufäUe ber Kinber ftnb jwar immer von großer ©cbeutung, allein burep bie Angft unb ben Scprecfen, in welcpen in ber SUegel bie Angehörigen habet geratpen, wirb ihre noch um ©ieleS Vermehrt. Sn bem (Sifer, baß nur auf ber Stelle alles Mögliche gefepepe, um bie Krämpfe ju unters brücfen, beftürmt man baS unglücflicpt Kinb oft ju feinem größten 9Qad;= tpcil unb jur Unjeit mit ©lutegeln, ©lafenpflaftern, Krampftropfen u. bgl., ba boef? bei etwaS mehr Stube unb ©ebulb burep ein ganj einfaches laueS gmßbab unb burch ein milbcS Klpftier ftch bie Krämpfe halb wieber beruhigt hätten. Darum hüte fiep aber auep jebe burch einen Krampfanfall ipreS Säuglings erfeproefcne unb geängftigte ©iutter, ipm in biefem ©cmütpSjus ftanbe ipre ©ruft ju reiepen, benn burep ben Scprect unb bie Angft erhält bie ©tilcp in ipren ©rüften eine waprpaft giftige ©efepaffenpeit, bie für fiep aUctn fepon im Stanbe ift bie peftigflen Krämpfe ju erjeugen, unb baper notpwenbig bie fepon vorpanbene ©efapr um ©ieleS vermehren mufj. Die Krampfjufälle ber Kinber erfepeinen in fepr verfcpicbenen ©rabett unb ©eftalten unb ftellen fiep niept feiten ganj unmerfliep ein. ©WaS bie er= freute ©lütter für ein Säcpeln ipreS Säuglings im Scplafe palt, ift leiber eine bittere Däufcpung, benn Kinber Vor bem 40ftcn Dage nacp tprer ©eburt lacpen wopl nie; biefer Scpetn bcS SacpenS ift nur ber ©orbote ber Krämpfe, unb ber ©ngel, ber, wie bie ©Wärterinnen meinen, mit bem Kinbe im Scplafe fpielte, ift oft fein anberer als ber DobeSengel. ©Wenn ein Kinb bie Augen Vcrbrept ober biefe ftarr werben, wenn eS baS ©efiept verjiept unb biefeS ben AuSbrucf ber Slupe verliert, welcper fonft ben Kinbern fo eigentümlich ift, fo pat baffelbe Krämpfe, bie aber auep oft in einem weit heftigem ©rabe jum ©orfcpcin fommen. ©ine wopl immer töbtlicpe Art berfelbcn ift bie ©lunbfperre unb ber S t a r r f r a m p f. Sn ben peilen Klimaten ift er niept feiten, bei unS beobachtet man ipn gewöhnlich nur bei fepr fepwaepen Kins bem, bie ju früh geboren würben, ober bie in iprer ©flege gänjltcp vernaeps läffigt werben. Am päufxgften werben fte halb in ben erften Dagen nacp ber ©eburt bavon befallen, feiten erft nach bem 14tcn Dage. Anfangs erfepeis nen bloß bie angegebenen Krampfjufälle, wobei jeboep bie Kinber fepon je£t wegen Steifwerben ber ©acfen am Saugen verpinbert werben. Kommt ber Starrframpf jum völligen AuSbrucp, fo fann bann bie untere Kinnlabe niept rnepr berabgebrüeft werben, fte ift fteif unb ftarr, bie Sippen ftnb feft ges fcploffen, unb ber ©lunb ift unbeweglich, ©nblicp wirb auep wopl ber übrige Körper fteif, ter Slücfcn biegt fiep oft bogenförmig, Arme unb S'üfje werben ftarr, bie Stimme ift crlofcpen, baS Atpcmpolen ift feuepenb, ber Unterleib ift aufgebläht, baS ©eftcht halb rotp, halb blaß unb cnblicp blaufcpwarj, bit weit geöffneten Augen fiepen unbeweglich in ipren Kopien, unb cnblicp enbet 457 nacp 6-12 «Stunben, oft aber erft nacp abwecpfclnbcm SQad)Iaf5 unb 5Bte* bererfcpcinen beg Jtrampfeg in 2-4 $agen, feiten aber fpäter, ein Sticfr ober <Scl;laßfIixf? bag Seben. (Sine anbere, wenn auch nicht eben fo leicpt töbtlicpe, boep ftetg äufjerft gefahrvolle Qlrt Von Ärämpfen ber Jtinbcr ftnb bie fogenannten inneren Jträmpfe. jeigen fiep 33erjerrungen beg Olntlipeg, befonberg ber Olus gen, bie Olafe wirb fpifc unb verftopft (weßpalb man oft glaubt, eg leibe am Schnupfen), bie Stirn runjclt fiep, bie Äinbcr fapren plöplicp jufammen, werfen unruhig ben <Ropf pin unb per, wimmern ängftlicp, ber Oltpem ift be= frommen, Scpaum tritt ipnen vor ben -Dlunb, unb enblicp fallen fte in 33e= täubung mit gänjlicp erlofcpenem 93ewufjtfein. <£öcpft feiten nur ift ber «Rrampf ein auf fiep allein berupenbeg Hebel, gcwöpnlicp ift er nur ein Bcicpen einer anbern Jtranfpeit. Olllcg wag bie Olcrven reijt unb aufregt, fann Jträmpfe vcranlaffen. JDaper entflepen biefe auep fo ungemein päufig im finblicpen Ollter, weil picr bie OlerVen am reij= barften ftnb, fo bap burep bie geringfte OScranlaffung «Rrämpfe erregt werben unb faft jebe nur etwag bebeutenbe «Rranfpcit ber «Rinber mit JtrampfjufäUen Perbunben ift. £>icfe ©eneigtpeit ber Äinber 311 «Rrämpfen wirb aber noep um Sßieleg erpöpt, wenn wäprenb ber Scpwangerfcpaft peftige Seibenfcpaften, namentlich Born unb Olerger auf bie blutter Wirten. 2)ian pat bie ®eobs aeptung gemacht, bafj fepr jum Bo tat geneigte blutter, ober folcpe, auf bie anfällig ein heftiger Scprecf ober eine anbere nieberbrücfenbe Seibenfcpaft wirfte, fepr päufig ipre Jtinber an Jträmpfen verlieren, bafj eg aber gelingt, biefe 311 erhalten, wenn in nacpfolgenben bie fVrau ipre Icibenfcpaftlicpen OlufwaUungen 31t mäßigen fuept. Ungemein erpöpt wirb auep nod) bie Olcigung ju «Rrämpfen bei Jtinbcrn burep eine eingefcploffene, perborbene, befonberg feuepte £uft in ben «Rinberftuben unb überhaupt burep Unreinlicpfeit, befonberg burep $u langeg Siegenlaffen in fepmupigen bureps näßten Üßinbeln. Um Jträmpfe ju peilen, mufj man vor allem Olnberen ben (Reij, welcper fo feinblicp auf bie Olerven einwirft, 311 entbeefen unbbiefen bann fo balb alg möglich 311 entfernen fud;cn. eg gelingt baburep allein niept immer, bie Krämpfe 3U beseitigen, weil ber einmal crpaltcne Sinbruct auep nacp ber Entfernung ber Urfacpe im «Rörper fortbeftepen fann; jeboep fann nie an eine Teilung ber Krämpfe gebaept werben, fo lange ipre Veranlaffenbe Urfacpe noep 3ugegen ift. Olm päufigften liegt bie Urfacpe bcrfelben im 2)?agen unb 2)armfanal. Sinb bie .Rinber bei eintretenben «Rrämpfcn £age lang vorper verftopft ge= wefen, fo gebe man «Rlpftiere von einer $affe lauer 2)lilcp mit 2 Xpeelöffeln «§onig, ober von mit 2 voll Leinöl. Erfolgt bars auf niept gehörige Deffnung, bann gebe man bag Olbführmittel Otr. 378. Sinb babei SBürmer mit im Spiele, wag 3War immer nur pöcpft feiten bet 458 SQeugeborenen ber Saß fein wirb, fo gebe man bie falber 9lr. 394. Safj eS ein äufjerft gefährlicher ßujlanb ift, wenn ju einem SurchfaH bet Jtinber ftch «Krämpfe fyinjugefeUen, mürbe fdjon oben erwähnt. hier mup Vor allen Singen auf bcn SurchfaH Oiücfficht genommen unb ärztliche hülfe balbigft herbcigefchafft werben. Sine bcr hüufigften Urfachen bcr «Krampfanfälle bei «Ktnbern ift bie Ueberlabung beb 2)iagcnS, woburch bie Ijeftigften immer mieberfeßrenben Sucfungcn, fowie ein fortbaucrnber betäubter ßiiftanb eben nicht feiten ent» flehen. Sßenn ein «Kinb bie Nahrung verweigert, feine «herjgrube gefpannt ift unb eö übel auS bem SÖlunbe riecht, fo fann man bei l;injufommenben «Krämpfen überzeugt fein, bafj eine Ucberfüllung beö SRagenö ftattgefunben habe. 3fi fein Sieber ober fein bebeutenber -ilnbrang beö 33luteS nad) bem «Kopfe habet porfyanbcn, fo vermifdje man 20 Oran SSredfmurjel» pulver mit 1 £oth jÖieerjwiebelfaft unb gebe bavon bem «Kinbe alle Viertel» ftunbcn 1 Teelöffel boll, big eg erbricht. 2luch Anhäufung ton Blähungen unb von Säure im Sarmfanal ift oft Urfache ber «Krämpfe; wie biefe Schäblichfeiten ju entfernen ftnb, bavon war bereits bie Oiebe. ßuwetlen liegt bie Urfache ber «Krämpfe in ber 9)iut» termilch. fommt baljcr nicht ganj feiten Vor, bafj, wenn bie SBöchne» rinnen in ihrer ÄebenSweife bebeutenbe Schier begehen, fleh förderlich unb geiftig ftarf anftrengen, ftch en @cnufj fpirituöfer Oetränfe ober ftarf ge» würjter Speifen erlauben, befonberS aber heftige Seibenfcfyaften, Soin, Ql er» gcr, felbft Sreube auf fte einwirfen, bie Säuglinge «Krämpfe befommen unb fterben. Suwcilen fommt eö aber auch Vor, bafj Säuglinge burch bietDlild? ihrer QJlutter ober Qlmme in heftige «Krämpfe verfallen, obgleich fte Von ge» höriger -23efd;affenl)cit ju fein fcheint unb and; von anberen «Kinbern fel;r gut vertragen wirb, fo bafj man fte alöbann nur am lieben erhalten fann, wenn man ihnen eine anbere Säugenbe giebt ober fte fünftlid) ernährt. 2)ian hat äkifpiele, bafj mehrere «Kinber einer SKutter an «Krämpfen ftarben, bie fte felbft füllte, bie folgenben aber, bie fünftlich ober burch Qlnimen ernährt würben, bann am lieben blieben. hat Schrecfen, Sähjorn ober irgenb eine heftige ®emütl;öbewcgung auf bie Säugenbe gewirft, fo mufj bie in bcn Prüften befinbliche 2)Hlih auf bie oben angegebene 2lrt auögefogen unb baö «Kinb barf nur nach wiebergefehr» ter OemüthSruhe an bie ncugefullte 23ruft angelegt werben. 3ft bcr Sali aber eingetreten, baff baS Jtinb folcpe iPiild; gefogen l;at unb bafj Jirämpfe barauf entjiehen, fo biefe fo fd;nell als möglich auS bem Klagen ent» fernt werben. 3m iKothfall tauche man einen Seberbart in Del unb fahre bamit bem «Kinbe in ben Scplunb, rcije eS fo lange biö cö bricht unb gebe zugleich ein «Klpftier von hafcrfchleim mit Del. Keffer ift eö jeboch, wenn man ben Srechfaft Dir. 366 reicht unb bem «Kinbe bei grofjer Betäubung «Knoblauch unter bie Dlafe reibt unb bie Supfohien unb baö Oiücfgrat büeftet. 459 Vei allen «Krämpfen her «Kinber, bie auS bem Unterleibe entftepen, ftnb warme Umfcpläge über ben Unterleib ton «Kamillen; unb WUIvenblumen in SDfilbQ gefoept, nebft ber Einreibung SQr. 395 a in Unterleib unb Olücfgrat liiert ju verabfäunten. Sinb bie Urfacpen entfernt, bleiben aber bemopner» achtet bie «Krämpfe zurücf, fo leiftet bann baS «Krampfpulver Str. 393 gute Qienfte. Erfüllung unb befonberS plöfclicpe Einwirfung ber «Kälte bei ftarf auSs bünftenbem «Körper erregt leicht «KrampfzufäHe. Sinb berartige «Krämpfe niept zugleich von einem entjünblichen Sieber begleitet, fo tverben ftc am be= ften burep ein lautvarmeS 2)lilcpbab, burep ivicberpolte «Klpiiiere Von «Kamils lens ober ValbriatuSlufguß (jmei Quentchen Valbrian ju einem «Klpftier), burch ben ©ebrauep ber SD?ebijin 3Qr. 371 unb burch bie Einreibung 3lr. 395a in bie £er$grube unb längs beS JtücfgratS beteiligt. 3m Srüpjapr unb <§erbft unb überhaupt trenn äöccpfelßeber pertfepen unb viele 2)lenfcpen bann bavon befallen tverben, ober in ©egenben, tvo biefe Sieber einpeimifcp ftnb, werben auep bie jüngften «Kinber, ja felbft Säugs linge niept von ihnen Verfcpont. Allein ftatt beS SrofteS, mit tvclcpem fonft in ber Hiegel ber QlnfaU eines SBccpfelßeberS beginnt, ftellen fiep bei ben «Kitts bern mepr ober weniger peftige «KrampfjufäUe ein. Vei biefen tverben bann bie <§änbc unb Süße falt, baS ©cficpt wirb blau, baS -iltpempolen erfepwert, fte wimmern ängftlicp, befommen Bildungen unb Verfallen enblicp in eine tiefe Vetäubung. 4?ier gebe man fofort bie SUiebijin Dir. 397, nötpigenfallS mit Strang, ba baS Sehen beS «KinbeS bei äßieberfepr beS Einfalls leiept ges fäprbct ift. Eine anbere, ebenfalls äußerft gefäprlicpe 5lrt Von «Krämpfen frnb bies jenigen, trelcpe bei «Kinbern burep äußere Verlegungen ober burep ben Dunft hetäubenber Stoffe entftepen. 5)iefe «Krämpfe tverben erzeugt burep Quets fepungen unb Verlegungen, bie ber «Kopf bei ber ©eburt burep ungefepiefte Hebammen unb ©eburtSpelfer erleibet, ganj befonberS aber burep bie abs fcpeulicpe SJietpobe mancher Hebammen, gleich nacp ber ©eburt ben «Kopf bcS «KinbeS jureeptformen ju trollen. Serner burep eine fcplccpte Vepanblung beS VabelftrangeS, troburep biefer fiep entjünbet unb in branbige ©efeptrüre übergebt, ober burep einen ju ftarfen äußern 2)rucf auf ben Unterleib, burep gu fefteS Söicfeln, Einfcpnüren unb Vorzüglich burep ju ftarfeS '4njicpen ber Vabclbinbe, ober burep Sailen, befonberS auf ben «Kopf, burep Stoß, Vers ivunbung ober Verbrennen. - Unter allen folgen Umflänben ift eS äußerft gefäprlicp, trenn «Krämpfe pinjutreten. S)aS falte äöaffer ift Dann faft baS einjige Mittel, troburep bie «Kinber zutvcilen noep zu retten ßnb. 2)ian gießt eS ipnen über ben «Kopf, befpript fte bamit unb belegt ben «Kopf mit eins getauepten Uücperti, fäume aber niept, fiep fofort ärztlicpe «fpülfe zu Vers ftpuffen- 2)er vermehrte Srieb beS VluteS nach bem «Kopf ift bei «Kincern eine 460 ter päufigflen Urfaepen ber «Krämpfe. Daf bieg ber ftall fd, erfennt man tväprenb beg HlnfaUö an ber Olötpe beg ©efteptg, ber <£ipc beg «Kopfeg fowie ber Stirn unb bem fcplaffücptigen betäubten ßuftanbe. SDiefe Hirt «Krämpfe erfepdnen oft fepon bei unbebeutenben Hleijfiebcrn, häufiger aber beim fcbtre= reu ßapnen, bei ben Hluöfcplagefiebcrn, alg: Hlocfcn, fHlafern, Hiötpeln, Scparlacp, fotrohl beim Eintritt biefer fieber, wo ein folctyer Hinfall trenis ger ju jagen l;at unb in ber Hiegel balb tri et er verfepirinbet, alg auch, wag auf größere ©efapr pinbeutet, trenn fiep ber Hlugfcplag fepon jeigt ober jus rüefgetreten ifb, unb überhaupt bei entjünblicpen ©epirnfeiben (f. § 219). HBenn unter biefett Umftänben bag «Kinb ungeiröpnlicp Viel fcpläft, ober mit halbgeöffneten Hingen in einer Hirt baliegt unb öfter aug ber* felbcn auffepreeft, mit ben ßäpnen fnirfept, trenn eg fepon irelcpe pat, trenn eg 4?t'pe im «Kopf, parten Stuplgang unb einen fdjarfen, trunbmaepenben Urin pat unb fiep erbriept, bann ftnb immer «Krämpfe ju erwarten, Diefcr pöcpft bebenfliepe ßuftanb erforbert ftetg bie SBepanblung von Seiten eincg Hlrjteg unb nur für ben fjall, baß ärjtlicpe >§ülfe niept balb perbeigefepafft Werben -fann, gelten pier folgenbe SSorfcpriften: bem Hlugbrucp berfelben beugt man am beflert Vor, trenn man ben «Kopf füpl pält, ipn fleißig mit f altem HBaffcr unb ©fftg träfept, «Klpftiere Von einer Daffe <§aferfd;leim mit einem ©plöffel voll Sauerponig unb innerlich bie SPlcbijin Hlr. 396 giebt unb faure ftupbäber (aug 5 Dpeilen lauem HBaffer unb 1 Dpeil fcpar= fern Sfftg) nepmen läßt. Hlimmt bie immer ntepr ju, fo lege man 1-2 Blutegel an ben Hlacfen, unb ift SSerjtopfung vorpanben, fo giebt man bie fßulver Hlr. 394. 93rccpen bie «Krämpfe trirfliep aug, fo giebt eg auep pier fein beffereg frampfftiUenbeg Mittel, alg bagHlnlegen einiger 33hits egcl an ben £alg ober hinter bie Dpren. 3ft bie nachher niept ju füllen, trollen Scptramm, ©ummipulver unb ein leiepter Drucf nieptg pel= fen, fo bleibt nieptg übrig, alg baß man bag blutenbe in bie <§öpe giepe unb mit bett Ringern reept fefb brücfe, auep lange genug babei vertreile, bamit bie niept von Wienern anfängt. Hieben ber Hlntrenbung ber Blutegel trirb bann ttoep eben fo Verfahren wie bei ben fBorboten, namentlich leiflet bann auep bie fDlebijin Hlr. 396 gute Dienfte. 33ei ben ßuefungen, trelcpe beim ßapnen burep ben Hlnbrang beg 331 u= teg nacp bem «ftopfe entflepen unb bie auf bie angegebene Hirt nietet ju be= fepwieptigen ftnb, reiepeman bie Pulver Hlr. 395 b, befonberg aber ftnb bann Jtlpftiere von Seifentraffer mit Del von großem Hlupcn. Hlucp bie anberen Hirten von «Krämpfen bauern oft noep fort, obgleich man ipre urfprünglicpen Urfacpen fepon entfernt pat. Dann ift eg ßeit, ju ben fogenannten frampfftillenben Mitteln feine ßuflucpt ju nehmen. Hinein fepr feptrer ift eg, bei iprer großen Stetige unb pöcpft verfepiebenen 3Sir= funggweife immer eine gehörige unb ben jebegmaligen fBerpältniffen ans gemeffenc HBapl ju treffen, unb leicpt fann ein 3"rtpum in b'efer 'Bejiepuiig 461 große Gefahr Bringen, rvevtjalb Benn and) it;re Anwenbung Beni niemals überlaffen werben barf. § 215. Stont 3fll)ncn. Sie erften Spuren beS beginnenben ßahn» tricbcS treten mit Bem 6ten ober 8ten SebenSmonate ein. Dft bieS faum bemeifbar gewöhnlich aber fpeichelt baS Jtinb Viel Baßer, fafjt oft in Ben Aiunb unb flicht etwas in Ben W?unb ju ftccten, Worauf eS beißen bann, ift peiO im Wlunbe, läßt fiep nicht gern tyineinfaffen, fängt oft plöplich an fläglicp ju fepreien unb fafjt ftd) Babei in ben W?unb, baS ßahnfleifch ift auffallenb gerötl;et, gefchwollen unb breit, befonberS an ben Stellen, tvo ber ßalpi burd) will. SQicßt feiten wirb bann hie 9)hinbtwfyle äufjerft fcpnierj» tyaft. Sie «ftinber faffen bann beim Saugen jWar bie Ußarje, laffen fte aber foglcich unter Schreien wicber loS. SaS ganje ©efcßäft beS erften ßahnenS bauert Bon ber angegebenen ßeit an bis jum 2ten ßaljre. ßuerfi fommen bie jwei mittleren unteren, bann bie mittleren oberen Scpneibejähne unb bann bie übrigen SSorberjäpne jum Sßorfcpein. 31 ad; mehreren SBocpen folgen bie borberften Sacfenjäpne, bann bie fogenannten Spip» ober Au» genjäpne unb julept bie vier pinteren Sacfenjähne. Sotp binbet fiep bie 2ia= tur niept genau an biefe Drbnung ; eS giebt Jtinber, bie it;re erften ßäpne früper als um bie 30fte ASocpe, anbere, bie fte fpäter bekommen, ja in feite» neu fällen bringen fte einen ober mehrere ßäpne mit auf bie SBelt. 2)?äb= epen japnen eper als Jtnaben. kommen bie ßäpne fel;r jögernb unb unor» bentlicß IjerVor, fo beutet bieS auf förperlicpe Scpwäcpe, jebocty ift aucty baS ju früpe ßapnen eben feine fepr günftige Grfcpeinung. SDleprentpeilS blei» ben bie «ftinber wäprenb beS ßapnenS völlig gefunb; allein jebcS Jtinb fann ju biefer ßcit eben fo gut als ju jeber anberen aus irgenb einem jufälligen @runbe erfranfen. GS ift baper ein fepr fcpäblicpeS 23orurtpeil, wenn man, Wie bieS fo päufig gefcßteljt, ber Meinung ift, fcafj wäprenb beS ßapnenS je» beS Unwoplfein ber Jtinber nur immer im ßapntriebe feinen ®runb ßabe, unb baß BiefeS nur eine notpwenbige 5olge beffelben fei, wogegen auch eben niept viel gefcßefyen fönne. Allein eS ift tpöriept, babei ju beruhigen unb ju glauben, eS fönne unb bürfe nießt anberS fein; Vielmehr erregt baS Bahnen felbft nur feiten eine Unpäfflidjfeit, unb man muff ju biefer fowie ju jeher anberen ßeit fiep bemühen, bie anberweitigen Urfadjen ber ®efunb» peitSflörungen ber «fiinber ju ermitteln unb ju entfernen, wenn nießt oft gro» fier £Uacßtl>eiI bafyer entfielen foll. 9lur baS feft, bafj, wenn ftep ju ber ßapnentwicfelung nod; anbere Äranfl)eitSjuftänbe biefe bann ftetS eine Ableitung ber Säfte vorn «ftopfe erpeifepen, benn leidet wirb bann ber Srieb beS ©luteS nad? bem ®efyirn ju mächtig, unb befjljalb ift eS begreiflich, warum ein gclinber Surcfyfall alSbann fo wohltätig ift. Sie übermäßigen Stühle aber, welche ftd; juweilen währenb beS ßahnenS bei Äinbern einfteUen, bie bie SBruft ber butter ober 2lmme berieten haben, tonnen bann nicht mehr ju ben wohltätigen Ableitungen gejählt werben, 462 benn Icicpt, befonberS wenn ftcQ nocp Trümpfe pin$itgefe(Ien, fann baS Jtinb ein Opfer berfclben treiben, wie wir bicö bereits beim Durcpfall ber erwäpnt paben. DaS eigentliche fcpwere Sahnen pat immer feinen Ornnb in einem ju heftigen tlnbrang beS 33lute3 nach bem Jtopfe unb fann fepr fräftigen, Voll= faftigen Äinbern eben fo gefährlich werben, als fehr fcpwädjlicpcn. heftiges fieber, partnäcfige Sßerftopfung, Betäubung, Scplaffucpt unb Ärämpfe ge® hören pier Ju ben fcplimmften (Srfcpeinungcn, welche entweber baS Beben beS JtinbeS halb gcfäprben ober ©pilcpfic unb Bäpntung jurücflaffcn fönnen. <§at ein Jlinb bei ben vorpanbenen Beifpen beS ßahnenS Dürft, •föipe im 9/iunbe, {jetten 9ltpem unb fjetfje Stirn, fo leibet öS an einem ßapns fieber. So lange bicfe fieberpaftcn Srfcpeinungen mäßig ftnb, bebarf cS feiner Blrjneien, man tjalte baS <ftinb nicht ju warm, ben Jtopf aber immer fühl unb bermeibe jcbc ödeifcpnaprung. @ben fo wenig barf bie Säugenbe ftcp alSbann 31t fräftig nähren unb muß ganj befonberS adeS Scharfe, @r» unb Spirituöfe forgfältig meiben. Da bicfe Jtinber in ben Wbenb» jlunben gewöhnlich mehr leiben, fo ift and; ftctS tlbenbS eine größere 2luf= merffamfeit nötpig, unb nie bürfen fte 311 bicfer ßtit baS ßimmer verlaffen. BBirb baS fieber heftiger, fo gebe man bie SOJebijin Str. 396. Dabei muffen faure Sußbäber, welche man am heften beS tlbenbS nehmen läßt, Umfcpläge Von Sauerteig unb ®fftg an bie Sßabcn unb Jtlpftiere von Jtleienabfub mit Sauerhonig, als Vom Jtopfe ableitenbe Mittel, angeroenbet werben. -Dleprt ftch ber Trieb nach bem Jfopfe, fo lege man einige hinter bie Dpren, unb ift baS Jtinb partnäcfig verfiopft, fo gebe man Von ben pulvern Str, 374. - ©efcpiept bieS adeS früh 9™US/ fo baburcp am heften jcber ©efapr vorgebeugt. ®irb bie 4?if3C aber fehr groß, brennt befonberS ber Jtopf, wirb ber faft greifen bie Jtinber beftänbig nach bem Jtopf, bohren fte mit bemfelben hintenüber, verfallen fte in Scplaffucpt, fct?ie= len fte u. f. w., fo ift große ©efapr Porpanben, bie eine fcpleunige ärztliche <§ülfe erforbert. QBo biefc nicht balbigft perbeigefepafft werben fann, ba lege man Blutegel an ben Jtopf, mache falte Umfchläge über benfelben unb gebe bie Str. 396. Steden fleh beim Bahnen frampfpafte ßufäde opne fieber, opne -£i£e unb fRöthe ein, fo ift bemungeachtet biefelbe ©efapr vorpanben; benn bicfe Jlrämpfe berupen auep pier nur auf ®epirnrei3ung ober @nt3Ünbung. Die Jtinber ftnb bann blaß, 3ufammengefadcn, bie Temperatur ungleich, niäp« renb einzelne Tpcile brennenb peiß an3ufüplen ftnb, erfepeinen anbere falt. SRituiiter treten nacp peftigen Durcpfäden 3apnenber Äinber anfepeinenb bie Beiden einer Srfcpöpfung ein, baS <Rinb erfepeint blaß, bie Qlugen ftnb palb geöffnet, ber fleine Jtranfe liegt ftid unb fepreit feiten. Stärfenbe Mittel würben aber auep pier unfeplbar ben Tob bringen, wäbrenb burep Blutegel, an ben Jtopf gelegt, bie Bufäde befeitigt werben. 463 Dertlich unb unmittelbar auf baS läfjt fleh wenig thun. Offenbar nacfytljjeiltg ift baS .Rauen harter «Rörper,"Wie Elfenbein, QBolfös $ät?nc, Steine u. bgl. unb bei fchlaffem ßabnfTeifcfye unb ent* jünbungSIofem 3l'ftanbe beffelbcn ift baS «Rauen beS VcberS oberber florentinifchen SSeilchenwurjel. Sft baS Baftnfleifdj fel;r heiß, fcfymerjljaft unb troetcn, bann ift alleö ju retjenb, felbft baS 33eftreichen mit in SDlilcp ge= fochten Seigen, mit faurem Sföilchrahm, mit 33 utter ober Del. DaS öftere 33cftreicfyen mit faltem 3Baffer ift bann allein anjuempfehlen. § 216. ben 2ltl)vnt='13efd)ivcrbcn fccr Äinber. Die .Rin* ber ftnb fcpon von frütjefter Sugenb an häufigen (SrfticfungSgefahren unters Worfcn, unb viele Von ihnen werben auch ein Opfer berfelben; jwar oft bloS beßhalb, weil man bie ®cfahr nicpt jeitig genug erfannte unb eS beßhalb toerabfäumte, ba, wo noch Rettung möglich gewefen wäre, ftch nach vernünfs tiger ärjtlidjer 4?ülfe umjufchen. Die Urfachen biefer lebensgefährlichen Bufälle ftnb fel;r verfcpiebener Statur. Sntwebcr ift eS eine Schleimanfamtns lung auf ber 33ruft ober ein Jtrampf berfelben, woburch biefe erzeugt wer* ben ober fie entfielen in Solge häutiger 3lnSfchwi|ungen im .Rchlfopf unb ber Luftröhre, ober burch frembe «Rörper, bie burch bie Stinimrifce in ben .Rehlfopf geraden ftnb. Die-33 r u ft v er f cp l eimun g ber neugeborenen «Rinber entfielt plöfcs lieh ohne äußere Urfachen, ohne Sieber ober fonftige 3»fälle bei gutem Scplaf unb 3lppetit. Der Schleim häuft ftch bann bermaßen in ber £uftröpre an, baß ®efapr ber (Srfticf ung bropt, bie wohl auch, trenn nicht fcpnelle <§ülfe getriftet wirb, erfolgen fann. Oluf fo einen Unfall folgt ein meprftünbiger ruhiger, gefunber Schlaf, bann völliges 333oplfein, wobei jeboep ein bünner, heller Schleim beftänbig auS beut QRunbe quillt, bis nach Stunben unter ftarfem Otöcheln unb blau aufgebunfenem ©eftepte ber 3lnfaU wies berfeprt. (Sine folcpe SSerfcpIeimung fann aber auch erft fpäter unb jwar in Solge eines «RatarrpS entfteljen, welchen ftep btc ötinber fel;r leicht unb oft ohne bemerfbare SSeranlaffung jujiehen. 3lm häufigften entfielet biefer* jeboch burch Srfältung, inbem man fte bet ftarf auSbunftenbem Körper uns Vorfichtig auS ihrem 33ette nimmt, ober fte in naffen QBinbeln liegen läfjt. Daffelbe bewirft Stacptluft; im Uöinter aber erfältet man fte fehr leißt burch eine ungleiche (Erwärmung ber Rimmer, wenn man biefe nämlich einmal übermäßig erwärmt unb fte bann wieber ju fel;r ausfühlen läßt, ober wenn man bie «Rinber auS einer warmen in eine falte Stube bringt unb umges fehrt. 5luch ©rfältungen ber SDlütter fönnen eine folche fatarrl;alifcl;e 33rufts Verfchleimung bei ihrem Säugling veranlaffen. 3e jünger baS .Rinb ift, um fo mehr ift bet einem folgen fatarrhalifchen Buftanb ein SrfticfungSans fall ju befürchten, wenn man nicht bie größte Sorgfalt auf baffelbe wenbet. So lange alSbann ein folcher jäher Scpleim noch Vorhanben ift, muffen bie Steugcborenen bcS SQachtS bewacht werben, um ihnen bet ben 'fjuftcnanfällen 464 beiftepen 311 tonnen, Weil fonft leicpt ein Sticfflufj fann. Dropt bie Sßerfcpleimung her 39ruft ein Jtinb 311 erfticfen, fo gebe nun fogleicp eine aufreepte Steilung, entferne ben Scpleim anö her SSunbpöple nut einem feinen Seinentucp, unb fuepe burep baS Jtipeln beS ©aumenS mit einem in Del getauchten fVeberbart ©rbreepen 311 erregen unb reiche ipm bann noch fo fcpleunig als möglich ben SBrecpfaft Sir. 366. Die f r a m p f p a f t e ©rfticfungSgefapr ber Jtinbcr beruht entwe» Der auf einem Jtrampf ber Stimmripe ober ber Zungen felbft. Der krampf ber Stimmripe ober baS fräpenbe, pfeifenbe ober gellenbe ©inatpmen befällt in ber Siegel fcpwäcplicpc, 311 Sfros ppeln unb ber englifcpen Jtranf peit geneigte unb von entfräfteten -Dlüttern geborene .Rinbcr im 3ten bis 4ten SJlonat nacp ber ®eburt, unb fommt nur feiten fpäter als im erflen Sapre vor. Diefer «ftrampf ift feine fo feiten* unb fo wenig gefährliche Jtranfpeit als man Wopl glaubt. Durch bie frampf» hafte SJerfcpliepung ber Stimmripe erleibet baS Jiinb plöplicp eine mehr ober Weniger vollftänbige Unterbrechung feines StpemS; eS macht mehr ober weniger heftige Snftrengungen ben Stpem 311 gewinnen, unb erlangt it;n 3U* lept mit einem geUenben, tönenben Schrei wieber.- Diefer Schrei, ber auch oft bem Unfälle Vorhergeht, gleicht beinahe bem Jti äpen eines <§apneS unb hat viel ScpnlicpeS mit bem Jteucpen im Jteucppuften unb mit bem (£roup= ton, nur bap er fepärfer unb burepbringenber ift als biefer. QlnfangS be* merft man oft bloS, baf? bie Iftinber 3uweilen mit einem weinenben Done ben Sltpem anhalten, waS mehrere 2)ial beS DagcS ohne Sßorboten beim Saugen an ber 33ruft, ober im Schreien, ober beim (Erwachen auS bem Schlaf ge= fepiept. Diefe Snfälle fommen nach unb nach immer häufiger, bis bie Jtin-- ber entlieh plöplicp von einem ©rflicfungSanfall befallen werben. Sie ma= chen bann peftige Snftrengungen, um Sltpem 311 polen, unb biegen babeiben Äopf unb Stumpf nach hinten; baS ©eftept wirb rotpbraun, bie Sugen Vor* flepenb unb ftarr, bie Slafenlötper flehen auf, unb £änbe unb S'iipe werben falt, worauf bann mit bem Done ber Sltpem wieher frei wirb. Dft vergehen mehrere Dage, epe ein neuer Snfall fommt, unb bie Jlinber be= finben fleh gan3 wohl. QlnfangS erfepeinen bie Snfälle bloS beim ©rwaepen, fpäter wenn baS «Rinb gerei3t wirb unb cS weinen will. Sßirb bie Jiranfs peit vernachlä)jtgt ober fcplecpt bebanbelt, gefeilt fiep ein fieberhaftes Selben ober Störungen in ber Ernährung (3. 39. Durchfälle) mit pin3u, ober ents ftanb fte urfprünglich auS einem ent3Ünblichen Slei3 beS ©ehirnS (3. £3. beim Bahnen, beim hifeigen Söafferfopf) ober beS SlücfenmarfeS, fo werben bie Snfälle immer heftiger, ber Sthem bleibt bann oft einige SRinuten gan3 auS unb eS gefeiten ftep allgemeine Jträmpfe welche bann auch nach lL'ies bererlangtem Stpem, ncbjl bem Scpielen ber Sugen, ber Steifheit ber ©lies ber unb einem gan3 eigenthümiiepen ßufammenbalkn ber 4?änbe, noep ei» nige Beit nacp bem Snfalle fortbauern, DaS Jtinb bleibt blaß, ermübet. 465 atljinet aber frei, wirb enblid) wieher munter unb verfällt fobann in Schlum» mer. - 3ebenfaUS aber f ehrt baS <Rinb fo Vollfoninten jur ©efunbheit ju® rücf, baß einige Seit feine Spur ber «Rranfßeit übrig ift, biö neue Snfälle fommen unb bie fürjer werben. @nbet bie Äranffjcit töbt« Hcfy, fo erfiieft baS Jtinb gewöhnlich wäßrenb beS Qlnfallö; juweilen aber flirbt ein folctycS Jtinb unvermuthet auf bem Srm ber Wärterin; ber Job überrafetyt eS plö£lich unb macht feinem Beben ol;ne {Röcheln, ohne ßuefun» gen, ja felbft ol;ne einen 33eifud; Sthern ju fyolen, ein @nbe. Sticht immer ift aber ber SuSgang biefeS JCcibenö ein fo trauriger; oft verminbert fich nach unb nach bie Hcftigfeit ber Snfälle wieher, fte erfcheinen feltener unb bleiben enblich ganj auS, hintcrlaffen jebod; fietS eine große Öieijbarfeit beS JtinbeS. S)ie Jtranfljeit bauert in ber Oiegel SRonate lang, mit itjrer längeren 5)aucr nimmt aber bie ®efafyt nictyt ab, ja fte enbet vielmehr weit ßäußger töbtlidj, wenn eS nicht gelingt, fte in 8 ÖBochen ju bejtegen. £)ie 38eljanblung biefeS Jtranipfeö ift mit großen Schwierig!eiten Vers bunben, unb wenn nicht ein Söcchfel ber Smme unb Sufenthalt auf bem Banbe baS Jtinb von biefem liebel balb befreit, wag übrigens nictyt feiten ber Sali ift, fo warte man nictyt, biö bie Snfälle immer heftiger werben, fonbern wenbe ftety balb an einen erfahrenen 5lrjt. 3m Unfälle felbft lege man baS JÜinb mit l;od;gehaltenem .ft'opfe auf ben 93aud) unb reibe bie Oku ft unb ©liebmaßen mit fjlanell, ber mit QBein ober jtarfem (Siffig befeuchtet werben fann. 3ft ein großer Snbrang beS sBIuteö nach bem Jtopfe oorßanben, fo inacpe man falte Umfchläge, lege Senfpflafter auf bie SBaben unb Blutegel hinter bie Dhren ober fln baS 33ruftbein. Um bie SBieberholung ber 'Unfälle fo Viel als möglich ju Verhüten, muß man alle Sßeranlaffungen Vom «ftinbe abhalten, welche ben Jtrampfans fall herbeijuführen im Stanb ftnb, 3. 33. heitere unb traurige Aufregung, Bachen ober Steinen, hci**Sc Bewegung, Snftrengung beim Schlurfen unb Sehnliches. (Sehr oft liegt ber ®runb eines h«dnärfigen unb oft feljr heftigen StimmrifcenframpfeS in einer ent3Ünblichen Oieijung beS OiürfenmarfS, wo= rauf id) hier aufmerffam mache, weil viele Setzte nicht barauf achten, unb baher auch baS Jtinb nicht von feinen Beiben befreien fönnen. - SDlan uns terfuche baljer felbft bie Oiücfenwirbelfäule nach ber § 87 angegebenen Qlrt, unb ftößt bei ber Berührung eines Halswirbels baS Jiinb alSbann einen hef= tigen Schrei auS, fo fann man freier fein, baß hier ber ®runb beS «RrampfeS 311 fliehen fei. 3-4 Blutegel an biefe Stelle gefegt, wirten bann faßt wie ein SEunber unb entfernen bie Äranfheit auf ber Stelle. 5)er Bungenframpf ober bie franfljafte ©ngbrüftigfeit befällt 3arte fchwäcpliche Jtinber vom 2ten bis 311m 8ten 3al)re, feiten jün» gere. 5)er erfte Snfall fommt ohne Vorboten, unb gewöhnlich 3ur Oiacht3cit, nachbem fleh baS Jiinb feheinbar gan3 wol;l 3U 33elt legte. Viur Der 466 ganj turje ßeit Vorder bemerft man eine große Scßrecftyaftigfeit, ein 3ufam* menfafyren im Schlafe unb überhaupt einen unruhigen Schlaf ober Scplaf« loftgfeit unb ein furjeS ängftlicbeS 2ltbembolcn. £)er 2lnfaU beginnt in ber £Rcgel mit einem t>of)Icn unb tiefen in toeldjeS baS Jtinb unter heftigem ©rfetyreefen unb großer \'lngft auSbrictyt. S)aS -2ltl)cmt)olcn ift feuebenb, bis jur SrfticfungSgefatfr erfchtoert unb mit einem eigenen bei* fern, tiefen Sone verbunben; buften bie Jtinber, fo gefcfyiebt bieS im Sone eines großen beHenben 4?unbeS, unb beim Schreien flingt im tiefen S9aßton bie Stimme grob, raub unb bumpf. S>abei ift baS «Rinb voller SSerjtoeiflung unb fuebt bureb aUerbanb Sagen unb Stellungen, bie eS be« ftänbig toecpfelt, ftcb (Srleicpterung ju verfepaffen. £)ie Dauer eines folcpcn QlnfallS ift fepr Vertrieben, oft toirb baS Jtinb fepon nach einigen 2)iinu» ten ruhig unb fcpläft toicber ein, oft aber erfolgt erft nach 6-8 Stunben Völliger Slacplaß. Stacp einigen Stunben, jeboep am päußgßcn erft in ber folgenben Stacht, erneuert ftd; Unfall, er toirb heftiger unb hält länger an. @S treten ©bnmflCbten ltn,b ßuefungen b'njM/ nnb oft fron bei ber britten SCBieberbolung erfolgt ber Sob burd) (Srfticfung. S)ie frampfbafte (Sngbrüftigfeit b«t große Slebnlicbfeit mitbem Stimm« ri|trampf; ba jene boeß toeit gefährlicher unb frneller töbtenb ift als biefer, fo bürfen biefe beiben ßuftänbe nicht mit einanber vertoerfeit toerben, benn man tonnte fonft ®cfabr laufen, bie Jtranfbeit ju Vernacbläfflgen unb burd? verfpätete «f5ülfe bie bier obnc^n ftetS jmeifelbafte Otcttung beS Jtranfen gänjlir unmöglich ju machen. S)er Unterfchieb ift folgenber: Jtrantpfbafte (Sn gbrüft igf eit. 1) 33efäUt bie «Rinber hont 2ten bis 8ten Sabre. 2) S)er Qlnfatt tritt gleich mit gro« ßer <§eftigfeit auf unb tobtet in toe« nigen Sagen, oft bei ber 3ten 3) ®aS Sltbembolen ift erfcfytocrt, mit einem fyoljlen tiefen Sone Verbiin« ben; ber Unfall enbet nie mit einem Schrei. 5)5)er SlnfaU bauert oft mehrere Stunben. S t i m m r i £ f r a m p f. 1) SBefädt bie «ftinber int erften Satyre. 2) QlnfangS galten bie Jtinber blo3 auf furje 3eit ben 5ltl;em an ficfy, unb erft nach SBochen ober Monaten toer« ben bie SlnfäUe heftiger. 3) S)aS yittyemtyolen ift gänjlidj unterbrücft unb tvtrb burcfy einen bcUtönenben, frätyenben Schrei tote« ber 4) 2)er tlnfaU geljt in einigen Sc» funben herüber. Sei bem erften Auftreten einer trampfpaften (Sngbrüftigfeit muß ein 5lrjt ljert»eiget)olt werben; (Berfucpe, biefeö liebel burd? befei= tigen ju wollen, ftnb t>ier unftattpaft. (DaS Sinjige, waS hier vor ber Qln» fünft beS $lrjte8 gefcpeben fann, ift: bie 93ruft beS kinbeS fleißig mit ber mit Spiritus bereiteten fauftifcpen Salmiafflüfftgfeit einjurciben unb fle bann mit peißen Jücpern ju bebccfen, näcpftbem aber baS kinb in ein war» 467 mcS JtTeien= unb SeifenBab ju feiert, woburch bann oft ber Unfall befei* tigt wirb. § 217. ©on allen ben angeführten SrfticfungSgefahren ift jcboch feine fo häufig unb fo grofj als biejenige, welche burch bte häutige ©raune ober ben fogenannten Group erjeugt wirb. Siefe eben nicht ganj feltene Jtranfheit befällt bie Jtinber ju jeber Sahreöjeit, vorjüglich aber in ben fal* ton Frühlings* unb befonberS bei herrfepenben SQorb* unb Storboftwinben, unb jWar am häufigften Knaben jwifepen einem unb 7 3ah= reu, feheinbar als ein einfacher Katarrh, unb enbet, wenn nicht früh unb fräftig genug £ülfe Vorpanben ift, fcfyon binnen 2, 3, höchftenS 6 Sagen mit bem Sobe. >£>icr fommt 2l(leS barauf an, bie «Rranfpeit früh genug ju er* fennen, benn jebe Stunbe bringt neue unb größere ©efahr, unb mit ihrer längeren Sauer fehwinbet auch bie ©löglid;feit ber Teilung immer mehr. SaS, waS hi« juerft auf eine vorhanbene nahe @efat;r hinbeutet, unb worauf man baper auch bei jebent Katarrh ber .Rinbcr feine vorjüglidjfte 2lufmerf* famfeit ju richten hüt, ift bie ©eränberung ber Stimme. ©efommt ein Jtinb einen Jtatarrp, wobei eS peifer ift unb bie Stimme etwas fräpenb wirb, fo hat man alle Urfache, ben 2luSbrucp ber häutigen ©räune ju be* fürchten. Jtlagt babei bann noch ein foldjeS Jtinb, wenn eS fiep fepon auS* jubrücfcn vermag, über ein ®efüpl, als ob ihm GtwaS im 4?alfe fteefen ge* blieben wäre, ober äußert eS Scpmerj, wenn man auf ben «Rcplfopf brüeft, wirb baS 2lthempolcn ängftlich unb fcQned, unb befonberS aber, wenn ju bie* fern allen noch ein auffallenbcr troefener, pfeifenber, bedenber duften pinju* fommt, fo barf man über baS ©orpanbenfein eines beginnenben GroupS fei* neu ßwcifel mehr haben. unb unerwartet befommt nun ber fleine Jtraufe ben erften Qlnfall Von einem heftigen Sticfpuflen mit ganj eigen* tpüntlichent Sone, ben man mit bem Jträpen eines jungen £apnS Verglichen hat; wer ipn nur einmal hört, vergibt ipn niept leicht wieber. ©acp biefem erften Unfall fepeint baS <Rinb oft ganj munter, fpielt; meiftenS fiebert eS jeboep gleich barnach. Sie Jtranfheit fchreitet von nun an rafch Vorwärts, baö Sieber wirb heftiger, unb bie Unfälle fehren in immer fürjeren 3n'i* fehenräumen wieber, ber Qlthcm wirb immer fchneller, beflommener, ängft* lieber, ber duften ift raffclnb, mit ©Jürgen Verbunben, unb eö fd;eint, als wäre bie ganje ©rufthöhle mit Schleim angefüllt, enblid; fann baS Jlinb nicht mehr huften, bie Unruhe fteigt, eS ftreeft ben Jtopf nach oben unb hin* ten, greift nach £ülfe, baS ©ejtcht wirb aufgetrieben, blauroth; bie Stirn bebeeft ftch mit faltem Schweifj, unb enblich ftirbt baS Jtinb an (Srfticfung ober Schlagfluß, ©ei glücflichem UluSgange wirft baS Jtinb, nachbem eS anfangs troefen gehaftet, enblich beim duften Schleim auS; unter bemfelben bepnben ftch häutige ©taffen unb juweilen eine völlige Olöhre. ©ei einem folchcn 2luSwurf verminbern ftch bann bie 3«fäUe, baS Sieber läßt nach unb 468 bie «Rinber fühlen balb erleichtert, allein bie @efat;r ift bamit noch nicht vorüber, benn bie IHöfyre fann ftch wieber bilben. (?S fommt I;ier 2llleS barauf an, fo fchneU als möglich bie ©ntjiinbung beS «RehlfopfeS ju befeitigen unb bie Qlu8fcbwi|ung unb heutige ©erinnung beS Schleimes ju Vergüten. Um alfo nicht bie hier fo foftbare Seit bis jur Ulnfunft eines QlrjteS ju berfäumen, fo reiche man bei jebcm «Ratarrh, ber mit geifert eit eintritt, fogleich ben Brecbfaft Br. 366. Sollte bann and) biefer fatarrhafifdje Buflanb nicht ber Qlnfang eines ftdj bilbenben SroupS fein, fo tyat baS nichts ju fagen, benn in bciben fällen verfebwinben burcQ ein fräftigeS ©rbreepen bie hebenflichen BufäUe. äßirb eS hierauf aber nicht halb beffer, jeigt ftch ber Sdjmerj im «Rehlfopfe unb befommt ber <§u= ften ben eigenen frähenben S'on, fo legt man Blutegel an ben oberen Banb beS BruftbeinS, aber wohl ju merfen, nacp Berfcbiebenheit ber Bahre unb ber «Kräfte, bei «Rinbern unter einem Sabre 1, 2--3, bei 3jährigen 4 unb fo nach ben Bahren mehr. löfe man 4 ©ran Brecbweinftein in 4 Unjen UBaffer auf unb bringe bavon bem «Rinbe, waS bei ber ©efcpmacflo»« ftgfeit biefer 5ärjnei fepr leidet gefdjehen fann, nach Berfjgltnip beS 2llterS einen halben bis ganjen ©fjlöffel ein, unb trenn eS fleh erbrochen l;at, nach einer Stunbe wieber einen unb fo immer fort. S)aS viele unb oft wiebers holte Brechen ift hier burcpauS nicht als ju angreifenb für baS «Rinb ju füreps ten. Srregt ber Brecpweinftein aber 2)urcpfaU flatt ©rbreepen, fo barf er nid;t fortgegeben werben, benn biefer würbe bie fleinen «Rranlen fet;r halb gänjlicp erfepöpfen. 2).ann gebe man Pleerjwiebelwurjel 1 ®ran unb Brecps wurjel 5-8 ©ran. 5)iefeS Keine Pulver rührt man in Sprup unb giebt eS wieberpolt alle .3 Stauben. 3l(S befteS, weil ftchcrfteS Brechmittel, ba ber Brecpweinftein oft in fols eben Säßen feine 2)ienfte Verfagt, ift baS fcpwefelfaure bei folcpen «Rranfen, wo s2l£leS auf augenblidlieb erfolgendes ©rbreepen anfommt, ju empfehlen. Plan reicht baffelbe ju 1, 1|, 2-3 ®ran mit 2 Sfrupel SD?ilch= juefer in Pulverform viertelflünblicp bis jur Sßirfung. (Runb um ben <£>a!S legt man wieberpolt ein Senfpflaster unb läpt cS jebcSmal |j Stunbe liegen. Bei biefem Berfapren fann man bann ruhig bie 5Infunft beS QlrjtcS abwarten, inbem baburep wohl fepon immer bie größte ®efahr befeitigt wirb, ©in ftreng entjünbungSwibrigeS Berpalten muff währenb ber ganjen «Rranf= beit forgfältigft beobachtet werben. 9lur Sßafferfoft unb jum ©etränf 4?a= ferfcbleim, 2)lalven= ober ©ibifebthee barf gereicht werben. 2)ic flrengfte Berhütung jeber ©rfältung, bie gröpte Diuhe unb bie möglichfte Sorge, bafj baS «Rinb nicht weine ober febreie, map ber Umgebung jur Pflicht gemacht werben. 2)1 an Verhüte nach überflanbener «Rranfheit, wegen ber ©eneigts beit ja SRücffällen, noch lange jeben Biätfehler unb achte bei «Rinbern, bie ben ©roup einmal gehabt haben, fo' gfältig auf warme Befleibung. feiner BlaneU auf bem Blofjen geibe unb befonberS Sebetfen be3 halfeS tfi [epr ju empfehlen. S£>od) ganj vorjiiglicp fct;c man barauf, baff bie Kinber mit uns bebecftem Kopfe unb hälfe fiep nicpt ex(;i£t ber falten guft unb überhaupt niemals bem feparfen Norb* ober Norboftwinbe auS|e|en, unb bafj fte nicpt gegen ben SBinb laufen, ja nicht einmal bagegen Viel unb laut ober fepreien, benn bie Nicptbeacptung biefer 23orftcpt ift opncbieS flctS eine ber gewöpnlicbften Urfachen ber häutigen bräune unb fann alfo um fo leichter Oiücffälle veranlaffen. § 218. ®er $lc tief) puff eit, blauer föuftcn. Ter Keuchpuften ift eine gefährliche, peimtücfifetje Kinberfranfpeit, welcpc ben Säugling nicht Vermont, unb bie Kinber bis in'S fpätere Knabenalter f;in= ein peimfuept, fte jeboep gleich ben $ocfen unb 2Jlafern nur einmal im geben befällt. (Srwacpfene werben nur feiten unb bann nie auf eine bebenflicpe SCBeife bavon ergriffen. Tiefe Kranfpeit ift nicht immer Vorpanben, fonbern fommt nur von Beit ju Beit, bürd; eine unS unbefannte ber guft erjeugt, jum SSorfcpein unb erfepeint baper fletS nur epibemifep. Tiefe (Spibemien ftnb in hinficpt ihrer ©efäprlicpfeit fefjr Verfcpieben; man hat Bälle beobachtet, wo fepr viele Kinber ftarben, unb wieber anbere bagegen, wo faft alle genafen. ©efäprlicp bleibt jeboch ber Keiuppuftcn immer, wenn er Kinber in ber erften Beit ihres gebens unb wäprcnb beS Bahnens befällt, benn bann wirb er leicht burep Scptagfluff ober ©epirnentjünbung töbtlicp. Ter -Unfall beS huftcnS felbft, wenn biefer ftch auch bis jur nahen (Srfticfung fteigert ober baS SBlut babei auS Nafe unb SJhinb fließt, ift feiten töbtlicp; bagegen rauben bie barauS entftepenben Nacpfrantpeiten ben Kinbern oft ©efunbpeit unb geben. Bu biefen traurigen Bolgen beS KeucppuftcnS ge* l;ört bie gungenfuept, bie 5luSjeprung, Kröpfe, 33rücpe, beS OlücfgratS, Nippenbrücpe, $uISabergefcpwülfte u. bgl., welche, wenn bie Kranfpeit bebeutenb war, ober ein fehr fchwäcplicpcS Kinb betroffen hat, bas burch wohl veranlaßt werben fönnen. Tie 2lrt beS huftenS ift pier Von fo eigentpümlicper Sefcpaffcnpeit, baft man ipn nur ein einjigeS ißlal gehört haben barf, um ihn leicht wieber ju erfennen. @r beginnt jebeSmal mit einer langgejogcnen pfeifenben (bem «hühnerfchrei ähnliche) ©inathmung, worauf mehrere rafcp auf einanber her» auS-geftoffene 2luSathmungen fornmen, welcpe bann wieber ab unb ju von ber langgejogcnen, eben beschriebenen (Sinathmung unterbrochen werben. (Sin folcljer «huftenanfall fann von einigen SDlinuten bis jur S3iertelftunbe bauern unb ciibigt fiep gewöhnlich unter (Srhrecpen unb heftigem heraus* Würgen eines jähen Schleimes, ber bei jungen Kinbern oft fo feft im 2)iunbe anhängt, bap er mit ben Bingern ht'rauSgcwicfelt werben mufj. 3ft ber 2ln* fall fehr heftig/ fo werben bie Kinber babei braun unb blau im ©eftept, baS 33lut ftürjt jur Nafe unb jum SNunbe heraus, ber gltpem bleibt auS, unb SNinuten lang liegen bann oft bie Kinber in fepeinbarer (Srflicfung ba. Tiefe 469 470 Qlnfäde wicberpolen ftp alle 3-4 Stunben, ja in fepweren fallen unb auf her größten her Jtranfpeit fepren ßc ivot;l meprere SRale in einer Stunbe wieber. Smmer gefyt ipnen eine SÖorempfnbung borper, woburep bie Jtinber fetjr ängßliep unb unrupig werben. 30? it <£>aß greifen fie bann nacp bem näcpßen ©egenßanb, palten ipn feft unb ßemrnen ßcp bagegen. Siegen ftez fo fapren fie peftig in bie £öpe; Tonnen ße frei; niept an etivaS feßpaltcn, fo biegen fie ßcp weit nach Vorn über. SQacp bem Unfall fepeie neu bie «Rinber, bie Scpwäcpe ausgenommen, fiel) wopl ju beßnben unb f ep= ren ju ipren ©efepäftigungen unb Spielen juriief. ©ie Einfälle erfdjeinen in ber tRegel in ber Ofacpt unb befonberS gegen borgen ungewöpnlicp peftig unb päußg. ©er Gintritt beS >§ußenS pat meprcntpeilS irgenb eine flcine SSeranlaffung: befonberS vieles unb rafcpeS Gffcn unb ©rinfen; Ginwirfung ber Jiälte burep ju raffen Uebergang auS einer warmen in eine falte Stube, falteS ©etränf, ja felbß --Berühren falter ©egenßänbe; ßarfe burep Springen, Saufen, überhaupt jebeS etwas tiefe Sltpempolen, weswegen bie Äinber ßcp oft allein burep ©äpnen bie Bufäde jujiepen. OlieptS ruft aber ben Einfall fo beßimmt perbor, als felbft bie gcringßen ©emütpSbewes gungen, SBeinen, Sacpen, Merger, ju welepem bie Neigung pier immer fepr groß ift, weswegen auep eigenßnnige «Rinber mehr von biefer «Rranfpcit 311 leiben paben als anbere. ©er Jteucppußen fängt mit einem fepeinbar fatarrpalifepen duften an, boep unterfepeibet er ßcp von biefem burep größere «fjeftigfeit, unb baß ipn auep jeijt fepon fleine ©emütpSbewegungcn rege maepen. SEBenn baS Jtinb rnpig bleibt, pufiet eS lange niept; fobalb cS aber fepreit ober weint, fängt eS auep an 311 puffen unb wirb babei, inbem ber «puffen lange bauert, opne MuSwurf peraufjubringen, fepr rotp im ©eßept. Qlutp pat biefer <§ußen fepon je£t einen eignen pellen, feparfen Jtlang unb iß ganj troefen. Qlns fänglicp ßnb immer frieberwegungen jugegen, bie befonberS in ben Qlbenbs ßunben mepr ober weniger beutlicp perbortreten. JRacpbem biefer ßuffanb, ben man als ben erflen, auep als ben fatarrpalifepen Beitraum ober als ben Beitraum ber fiep bilbenben Äranfpcit ju bejeiepnen pflegt, burep 8-10 ©age (in bösartigen fällen fürjer) gebauert pat, fo pört baS -2lbenbßeber auf, bagegen tritt Der oben befepriebene Jtcucppuften allmälig in feiner wapren ©eßalt pervor. ©iefer jweite Beitraum ober ber ber auSgebilbeten Jtranfs beit iß ber wicptigße unb bauert im aUergünßigßen 5all nie unter 14 3a= gen, in ber Oiegel aber 4-6 äöoepen. 9)ian pat ipn jeboep auep 8 Üöoepen unb felbß meprere Monate anpalten gefepen. 3e länger er bauert, beßo bebeutenber iß bann auep bie Störung ber ganjen Äonßitution. ©ie «Rin* ber fangen bann in ber Oiegcl an abjumagern, werben blaß unb jugleicp aufgebunfen, fepr empßnblicp, grämlicp, ja ße fangen bann wieber an 31t ßebern, woburep juweilen langjam ein trauriges Gnbe pcrbeigefüprt wirb, ©er britte Beitraum ober ber ber Qlbnapme ber «Rranfpeit tritt ein, wenn 471 ber duften ben eigentümlichen Jon verliert unb nid)t mepr fo erflicfcnb uub angreifcnb ift. Slacp unb tiacp wirb ber duften einem gewöhnlichen tatarrpalifcpen «fjuftcn immer mepr ähnlich, unb enblicp wirb babci ohne grofje Qlnftrengung viel gelblicher, fugliger Schleim unter großer Erleicptes rung aufgeworfen. Die Dauer biefef ßeitraumf ifi ganj unbeftimmt unb fann unter ungünftigen Umftänben SJtonate lang anhalten, Wo er aber oft unbemerft unb ganj plöplicp in ©enefung übergeht. Da ef entfepieben ift, baf? bie «Rranfpeit nur unter bem Einflufj einer eigentümlichen Suftbefcpaffenheit ju Staube fommt, fo mup man vor Slllem bie J'linbcr fo viel alf möglich, gegen biefen nachteiligen Einfluß ju fcpüfcen fachen. Den ficpcrftcn Schuh gewährt cf freilich immer, bie ®cgenb 311 ver* laffen, wo eine Jteucphuften=Epibcmie perrfd;t. ®ept biefef nicht an, fo ver« mcibc man wenigftenf, bafj baf Jlinb fiep ertälte, unb befonberf jeben fcpnels len Söedffel von SÖßärme unb Jtälte. 2)ian fleibe baper bie Jtinber bei füps ler Witterung gleichförmig warm, fe£e fte nicht ber 3ugluft, nicht ber 'llbenbs lüft auf, bringe fte nicht auf ber Ijeipexx Sonne an fühle, fepattige, feuchte Orte, glaube aber ja nicht, in einem popen ©rabe ber Sßärme, vöUis ger Entwöhnung ber freien Suft, überhaupt in Verweicplicpung Scpu§ 311 finben. Den Jtörper SOiorgenf unb Slbenbf falt 3U wafepen unb fleißige Bewegung im freien wirb bie kleinen abhärten uno weniger empfänglich für bie Jlranfpcit machen. Bei jeber JtcudtuflensEpibemie muff man auf baf erfte (SrfdQeinen ber tatarrpalifcpen ßufälle ftetf feine richten, benn baburep wirb ef möglich, baf Uebel in feinem Anfänge 3U befämpfen unb vielleicht beffen weitere Entwicfelung 3U Verhüten. 3n ben erften 24 Stunbcn gelingt bief oft burch ein gegebenef leicptef Brechmittel (f. Str. 366). Sinb biefe aber verfloffen, fo ift baf Brechen nuplof, ja fogar fcpäblicp. SDtan legt alfbann em fpanifcpef Jlicgenpflafler auf bie Bruft unb erhält bief einige Jage offen. Jßarme Bäöcr bürfen in bem erften Beitraum nidjt verfäumt, fon= bem müffen womöglich täglich angewenbet werben. 2lucp mufj man bie Diät bef Jiinbef veränbern; ef barf jept fein Sleifcp, fein Bier, feinen Jtafs fee, fonbern mehr gefoeptef Obft, leicptef ©entüfe, weifjef Brob unb viel lauwarmef, fcplcimigef ®etränf, 3. B. Eibifcptpcc, Oieifwaffer, bünnen ©raupcnfcpleim u. bgl. erhalten. Die ben Jtranfen umgebenbe Stift mufj rein unb jtetf gleicpmäfjtg warm fein. Erfüllung unb jeber fcpnelle 2öccp= fei von Bsärme unb ölalte muß forgfältig vermieben werben. 3ft Steigung 311m Scpweijj vorpanben, fo mufj biefer im Bett abgewartet werben, wenigs fienf muff man wäprenb bef ö'ieberanfallf baf Bett püten laffen. ßeiept unb befonberf von 3ärtlicpen füttern wirb aber auep baf warme Verhalten übertrieben unb bann burch Erpipung bef Blutef pöcpft fcpäblicp, befonberf wenn baf Sieber heftig ift. ©elrngt ef niept, burch biefe Spittel bie weitere Entwicklung bef Uebelf 472 abjupalten, fo beperjige man Vor allen Gingen, taß her einmal Völlig au$» gebildete «KcucBpuften feinen beftimmten Verlauf machen mufj, unt tafj man ipn nie £loglicfy Bemmen unt untertrücfen fann. ©rofjeS Unheil gefcbiefjt Bier oft turcp taS tpöricpte Scmüpen, tiefen duften fd?neH entfernen ju trollen, unt ftcper Werten tic hinter nur ju oft meBr ein Opfer ter teßpalb gereichten giftigen Slrjncicn, als ter «heftigfcit ter JtranfBeit felbft. ©int tie «huftenanfäUe nicht übermäßig päufig, beftntet ftep nacB tem SlnfaUe teS «huftenS taS Jtint vodfommen Beiter untwopl, ift ter Slppetit unt tie 23ers tauung gut, tie tStupIentleerung in Ortnung, fepläft taS «Kint gut u. f. w., tann ift unbetingt jeteö SDletijiniren eBer fcpätlid? als unt cS ge« nügt ein gepörigcS tiätetifcheS SSerBalten, um tie JtranfBeit in 6-8 QBocpen glücflich an ipr ©nte ju füprcn. 23on ter pflege teS JtinteS im erften ßeitraum war bereits tie 9ftetc. 3ft tiefer Vorüber, ftnt tie gungen gänjlicp Verfcpwuntcn, Bat bei übrigem SßoBlbcfinten ter «KeucpBu® ften ftch Vodftäntig entwickelt, fo mufj alStann eine naBrBaftere, jetoch ftctS fepr milte .Ko ft gcwäplt werten. SDlan gebe UteiS, Sago, feine Slutcln, in SDlilcp gelocht, gepe tann ju tünncr ftleifcpbrüBe, weiep gefottenen (Siern unt entlieh «hüpnets oter Jtalbfleifch über. SBenn fpäter tie .Kräfte 311 flnfcn anfangen, fo muff man tann noep naBrBaftere Oinge reiepen. 3etocp mufj alles «Scpwervcrtaulicpe unt felbft ein Ucbcrmafj fonft gefüllter Spcifen vcr= mieten werten. 2)lan achte pierauf um fo forgfältiger, ta gemeiniglich •Keucppuften tic ©fjluft turcpauS nicht leitet, vielmcBr oft ein waprer «heifjs punger erfcpcint. Ueberpaupt befommen «Keucppuftcnfranfen tie flüfftgen SSaprungSmittel beffer a!S tie feften. Silan vermcite taBer fcpwereS, befons berS fcpwarjeS frifcpeS ®rot, .Rartoffeln, hülfenfrüepte unt fdjwere fette ftleifcpfpeifen, reiche tagegen intifcpcS Sago, «Salep, ©ricS unt ©raupe in SrleifchbrüBe gefoept. «Sepr ju cmpfcBIcn ift alStann tie SUilcpfur oter tie ®aUerte von iSläntifcBcm oter (£arragBeen=3)looS. ßum ©etränf ift Sftaljtranf unter folcpen llrnftäntcn ganj Vorzüglich* fann Selterwaffer oter Saljbrunn mit SllilcB, jetoch nur in ten borgen« unt Slbentftunten gereicht werten. Sille ©etränfe müffen übrigens etwas übers fd?lagcn genoffen werten. 3nt S'lnfange Balte man tie Jtranfcn forgfältig im ßimmer; fpätcrBtn wirft aber eine milte freie Suft augenfcBeinlicb woBI« tBätig auf fte. Söcnn tie lc£te geriete teS ÄeucbBuftenS Bartnäcfig fort* tauert unt allen angewenteten Mitteln tann ift tie Sßeränterung teS SßopnortS unt bcfontcrS ter SIufentBalt auf tem Sante ein Sllittcl, welches WunteräBnlid? wirft, «heiterfeit teS ©emütBS wirft äufjerft woBltBätig auf folcbe Jtranfe. 0lur Vermcite man tabei übermäßiges £ad?cn unt ftarfe Bewegung, tie nur ju leicht fcl;r heftige QlnfäUe teS «huftenS Bcrborrufen. SBertcn fleine Jiinter im Biegen vom huften überfallen, fo neBmc man fte fogleich in tie«höBe, aud; ©rwaepfene bringe man fofortin eine <Stel« lung unt unterflüfce ihren .Kopf turep Qluflcgen ter haut auf tie «Stirn. 473 Sie üBerftetjen "Dann ben SlnfaU leichter, unb eS fonirnt eher jutn ©rbrechcn unb Slugwurf bcS ©ruftfcbleimö. ßuweilen gelingt eö audj>, ben bieten jä= tjen Schleim auö bem ©tunbe ju Slud; fürjt man bie-föcftigfeit unb flauer beS SlnfaUeö bebeutenb ab, wenn man bie Jtinbcr währenb befleißen 311m Printen in Heinen Bügen bringen fann. Jtlpftiere auS Jtamillcn, ©al« brtan ober Schafgarbe, täglich 2-3mal unb wohl auch öfter gegeben, mins bern bie beö <§nftenö auönehntenb. ©?an wcchfelt öfter mit biefen Jtlpftieren, bamit ber Jtörper fleh nicht an eine Slrt bcrfelben ju fehr ge» Wohne, ja fclbft im ©erlauf beö Stageö ift biefer SCöecfyfel Von ben beften folgen. Um ju Slnfang ber Jtranfheit, bei heftigem Slnbrange, ba§ ©lut Vom J?ovfe unb Von ber ©ruft abjulciten, außerbem aber auch, um ruhigere Machte 311 beschaffen, lege man Senfs ober ©teerrettigpflafter an bie ©3aben unb laffc biefe big junt Olothwcrben ber <§aut liegen. 2)aö jeben Slbenb wieberholte ©.ftreidjen ber fjfüße mit einer aufgefepnittenen ßwiebel leiftet Währenb bcö ganjen ©erlaufö biefer Jtranfheit gute itierifle. ©erlangt bie 4?eftigfeit ber Jtranfheit ober baö >§injutreten anberer be* benflifper ©rfebeinungen ben (Gebrauch innerer 2ltjneien, fo wenbe man ftdj an einen 5lrjt. Sn ber SBicbergenefung ift wenig ju beachten, benn bie Jtranfen erpos len freß nach feiner Jtranfheit fo leicht unb rafefy. ©ermcibung 311 ftarfer ©ewegung, ber ©rfältung, 311 rafcher Slbwechfelung Von ©Särme unb Jtälte unb einer Ueberlabung beä ©tagens ift inbeffen nöthig, fonfl entftehen, wie gefaßt, bisweilen SRücffäUe. £at bie Jtrattfhelt fehr lange gebauert, unb war fte befonberS mit blutigem SluSwurfe Verbunben, fo ift Sanbluft unb ber oben angegebene ©ebrauep beS SelterwafferS ober SafybrunnenS mit SH Ich 311 empfehlen. § 219. Tic ou§fd)Wt£cnbc (Ucptrnenfjüttbuttß über bte (Uclurntoflffcrfudjt ber Ätnbcr. Siefcö ent3Ünbliche ©ehirns leiben gehört 3U ben gefahrbollften Jtinberftanfheitcn unb ift fo fd;ne(l in feinem ©erlauf, bap c§ fepon mit bem 4ten $age $ob enbigen ober boeb alle «Hoffnung 31er Olettung beS Jtranfen rauben fann. Säht man bie erfte 3eit verftrcichen, fo ift eS faft in allen fällen unheilbar unb töbtlid). fann baljer auch nur infofern ron biefer Jtranfl;eit hier bie fRcbe fein als auf bringenbe ©efafw aufmerffam gemadjt unb bie ßeis eben angegeben werben feilen, bureb Welche man fte früh flfnug erfennen fann, bamit man auö Unfunbe nicht berfäumen möge, früh Scnu3 311 begehren. 21m bflHfigflfn fommt biefe Jtranfheit 3Wifchen bem 2ten unb 7ten Sabre, 3uweilen früher, feiten fpätcr 311m ©orfebein. Jtinbcr von ffrophu» löfer Slbfunft, ober foldje, bie 311 lange geftillt werben, fowic bie, bereu Scpa* belfnocbcn lange offen bleiben, bie einen 3U großen Jtopj 474 paben, befonberS traö bie «Stirn unb ben Borberfopf betrifft; bie Säpne 31t früp ober 31t fpät bekommen, bie päußg fcplafloö, fefyr reijbar unb le* benbig ftnb, beren ©eifteSanlagen fiep fepr früp entwicfeln, ober auep foletye, Die eine gewiffe Stumpfheit beS ©cifteS Verratpen unb erft fpät fpreepen unb gepen lernen, werben am leictjteflen vom pigigen BJafferfopf befallen. Der wefentlicpe ®runb aber, weßpalb bie Jtinber in iprer 2ten SebcnSperiobe eine fo große Steigung 311 biefem mörberifepen Seiben paben, liegt in bem heftigen Anbrange beS BluteS nach bem stopfe unb in ber großen CReijbarfeit beS ©eflirnS, welches beibeS in ber übrigen ßebenSjcit nie mehr in bem hohen ©rabe ftattßnbet als eben ju jener Seit. Deßpalb bebarf eS aber auch alSs bann eben feiner bebeutenben Beranlaffung, um baS ohnehin fo aufgeregte Sehen beS ©epirnS in einen entjünblichcn Suftanb 311 verfepen, unb eS ift ba* her leicht begreiflich, baß Alles, waS ben Drieb beS BluteS nach bem Jtopfe Vermehrt, auch leiept biefe Jfranffjeit perbeifüpren bann. Die gewöpnlicpften Urfachen berfelbcn ftnb: erlittene ©cwalttpätigfeiten beS JtopfcS burep Drucf, Stoß, $all; Strafen unb Spiele, wobei ber Jtopf leibet; ©rfepütterung beS ©epirnS burep ftarfeS fcplafmacpcnbe Aiittel, betäubenbe ©eiücpe, pipige ©etränfe; Alißbraucp ber Brecpmittel, Stopfen beS Durcp* falls, Burücftreiben ber £autauSfcpläge mit auStrocfnenben Mitteln; fcpwe* reS Sapnen; ber Jteucphuftcn; bie 3. B. SWafern, Scharlach unb überhaupt jebe anbere Jlranfpeit, fobalb fte mit einem nur etwas bebeutenben fieber verbunben ift; enblicp ©rfältung beS JtopfeS unb 311 frühe ©eifteSanftrengung. SBenn man auf ein Jtinb forgfam Acpt hat, fo wirb man auS mehreren ©rfepeinungen bie peranna« penbe ©cfapr erfennen tonnen. SBerben bie Jtinber unruhig, mürrifcp, feufsen fte oft, leiben fte an Scplafloßgfeit, ober fcplafen fte ungewöhnlich Viel, ja fcplafen fte felbjt mitten im Spielen ein, liegen fte im Scplaf auf bem Bauche unb auf ber Stirn, erfepreefen fte öfter wäprenb beffelben, Verlaffen fte ungern baS Bett, fepeuen fte bie Bewegung, wirb ipr ©ang flraucpelnb, fo baß fte ungewöhnlich oft unb namentlich über ihre eigenen Süße fallen, ift ihr Stupl verftopft, ber Wlunb troefen, ber Jtopf heiß, unb ftnb fte babei fepr gefräßig, fo ift eS alSbann fepon pope Seit, einen verflänbigen Ar3t um Biatp 3U fragen, benn alle biefe ©rfepeinungen beuten auf eine Ueberfüllting beS ©epiruS mit Blut, welcpe bei längerer datier ober bei ber geringflen Beranlaffung in wirfliepe ©epirnentsünbung übergoßen fann. Bor allen Dingen müfjen nun bie oben angegebenen Urjacpen beS pißigen SBafferfopfS auf baS Sorgfältigste vermieben unb bie folgen vorangegangener naeptpeu liger ©inflüfje fo unfcpäblicp als möglich gemaept werben, waS freiliep groß» tcntpeilS nur Sacpe beS fein fann, 3. B. wenn -önutauSfcpläge, be» fonbcrS burep Bleifalben Vertrieben worben ftnb, wenn man einen Durchfall uu3eitig gefiopft pat, wenn ein Jiinb betäubenbe ober beraufepenbe Dinge er» palten pat. 3m Allgemeinen fepe man barauf, baß bie Sage beS JlopfeS 475 ft.etS erhaben unb fühl fei, Ijüte fo viel als möglich baS 3tinb vor febem &aUe, verbiete baS Dßiegen, entferne DBohlgerürc, «Rohlenbampf unb Ja* bacfraucty auS ber «Rinberftube, forge für eine mäßig warme, aber immer ftcfj gleirbleibcnbe Temperatur in berfelben, unb vermeibein btefer eine ju große 4? eile, befonberS bie Sonnenftrahlen. «Rräftig ober verftopfenbe Speifcn unb erfyifcenbe ©etränfe bürfen nicht gereift werben, baher feine 0rleifchbrühe, feine biefen Mehlbreie, fein Sier, «Raffee u. bgl., bagegen aber SBafferfoft, gefocfyteS Dbjt, S3cißbrob, leichtes ©entüfe. 3ft ber Seib Vers ftopft, fo gebe man bie Pulver Dir. 394, unb halte nachher ben Seib burch «Rlpftiere auS Sliir unb £ontg offen. 3ft baS ©cftcht roth unb ber Jtopf heiß, fo lege man wieberholt Slutegel hinter bie ©hrcn unb 'n ben Dia cf en unb Senfpftafter an bie Höaben. DBtrb ein «Rinb auf furje Beit von Schauer unb Sroft befallen, ftellt fid) hierauf eine anhaltenbe bebeutenbe <§i|e beS «RörperS ein, wobei aber vorjüglich ber «Ropf brennenb heiß ift, ficht man alSbann bie Dibern an ben Schläfen unb am 4?alfe fchnell unb t;cftig pulftren, flagcn bie «Rinber, wenn fte fpreehen fönnen, über beftänbigen heftigen «Ropffrmerj, ift il;r Dluge ge* gen baS Sicht unb ihr Dhr gegen baS geringjte ©eräufr äiißerjt cmpftnbs lieh, iß bie Supiße verengt, ftnb bie Dingen geröthet, freien unb wäljen ftch bie «Rinber ununterbrochen, fönnen fte ben Jtopf nicht in bie <§öhe rich= ten, erfolgt bei aufrechter Sage beS «RopfeS ober beim Dlufrichten beS JiörpcrS Erbrechen, ift bie £aut troefen, ber Stuhl Vcrftopft unb ber Urin fparfam, fo hat ftch eine auSfchwifcenbe ©ehirnentjünbung bereits Voßs ftänbig entwicfelt, unb fann bann nicht fchnell ärjtlicbe £ülfe gefchafft wer# pen, fo wächft niit jeber Stunbe bie ©cfahr. ©aS ©injige, waS ber Saie Vorläufig thun fann, ift, auch hier ju «Ripftieren unb ben SulVern Dir. 394, fo wie ju Slutegeln unb Senfpflaftern feine Sufludjt ju nehmen. Dluch ©iSs umfehläge über ben fahl gefrorenen Jtopf fönnen, fo lange bie «Rranfcn ftch nicht bagegen fträuben, fonbern fte vielmehr mit jtchtbarem SBohlbehagen ruhig liegen laffen, ohne alles Scbenfcn angewenbet werben. Dleußcrjt h°ff= nungSloS wirb ber Buftanb, wenn bie «Rranfen in befiänbiger Setäubung ftch befinben, babei mit bem Jtopfe ftetS hintenüber bohren, unaufhörlich mit einer unb berfelben <§anb nacp bem £interfopfe greifen, irrereben, fchies len, mit ben Bähnen fnirfchen, «Rrämpfe befommen, unb enblich einzelne ©lieber gelähmt werben. S)aS einzige Drittel, waS alSbann noch bie «Rinber ju retten vermag, ftnb fräftige, mit Seharrlichfeit, felbft bann noch, wenn auch fchon alle Hoffnung Verloren ju fein fr eint, fortgefe|te falte Segiejjuns gen (nirt Umfriäge) über ben «Ropf. ©eßhalb lege man bem ber fie verorbnet, feine Srtvierigfeiten in ben DB eg. 476 ®rcijclmte 9(n(eituiig für Slidjtärjtc jur SßicberMcbmtg ber ®d)eintobten unb Stcftintg ber fBergiftcten. § 220. älUgemetne 93emcrfunßCrt ufcer bie 9£ettunß bet <©d>etntübten. @S gießt fiter nichts Nichtigeres in her SluSübung, nichts SelohnenbereS im (Srfolge als bie {Rettung her Steintobten; hoch ift aut fein ©efetyaft, weites mehr Sefonnenheit unb mehr SluSbauer erfors berte als eben biefeS. Oie tägliche Erfahrung lehrt aber, bafj baS Wlifjlins gen ber Sßerfute jur {Belebung ber Scheintobten unb jur {Rettung ber 23crs gifteten am täufigften in ber unbefonnenen unb planlofen Slnwenbung ber babei nötigen feinen ©runb bat, ju gleicher Beit fleht aber auch feft, ba§ nur eine fcbneQe £ülfe hier bie fiterfte ift. {Bet jebem £lö£licfy unb für bie Umftehenben ganj unerwartet ißerftor* benen ift eS rathfam, NieberbelebungSverfiite ju unternehmen. So lange, befonberS bei £lij£lid;en Sterbefällen, burt untrügliche Beiden ber wirtliche Job eines SRenften nicht auSgemittelt ift, mufj bie -Dlöglichfcit beS Scheins tobcS gelten, unb SllleS geftehen, um ben noch nicht ganj erlofchenen S|s benSfunfen wieber anjufachen. ©ewiffenloS unb unverantwortlich ift eS, einen folchen Körper ju beerbigen. Slufjer ber Säulnif; giebt eS fein Beichen, welches fieber baS Slufhören beS ScbenS befunbet. Oie Slbwefenheit ber 4?crj= unb $ulSfchläge unb baS StiUflehen beS QlthemholenS, welches man gewöhnlich burch ein mit Naffer gefülltes unb in bie ©egenb ber £erjgrube gefegtes ©efäfj ober burch {Borhalten eines Spiegels Vor ben SDlunb beS {Bcrftorbcnen ju untersten pflegt, geben eben fo wenig ein allgemein fttereS Jtennjcichen beS JobeS ab, als bie gänjliche Uncmpftnblichfeit ber Oberfläche, baS (Srftarren ber ©lies ber unb baS «fjerabhängen beS UnterliefetS., {BefonberS füllte Von wirflis ehern Jobe unb ber {ßcerbigung nie bie {Hebe fein, fo lange bei einer Seiche bie Singen ihre erhabene Nölbung unb ihren ©lanj wie währenb beS ScbenS behalten. Oie Säulnift ift, wie gefagt, baS einjige eigentümliche unb charafteris ftifte Äennjeichen beS Jobeö. Nenn bläuliche grüne 5'Iccfe an ber Seicße erfteinen, wenn ber Jlörper einen ftinfenben, eigentümlichen unb leicht ju unterfcheibcnben ®erucQ ber Sßerwefung von ftcQ giebt, bann, ift er als tobt ju betrachten unb aus ber ©emeinftaft mit ben Sebenbigen ju bringen. 477 So irefentlich bie bcS irirflicQen !XobeS ftnb, fo triftig unb jttgleid) erfreulich fiub bie erften Spuren beS wieberfchrenben ScbenS. ©Senn inan eine lange 3?it bie ©etebungSVerfuche fortgesetzt hat, trenn man faum einen glücklichen Erfolg mehr 311 hoffen tragt, trenn bereits 5l(le, bie anfänglich mit vieler $hätigfeit um ben ©erunglücften befcßäftigt Waren, 311 ermüben unb am ©rfolge ju bezweifeln anfangen, trenn bann in leifcr Spur baS Sehen ftd) berfünbet, wie neu belebt wirb bann jeher Umftehenbe! (Sin leifeS, oft faum mertlicheS ßittern ber Unterlippe, ein leichtes ©eben ber Slugenliber, eine jucfenbe ©etregung ber Augenwimpern ober eines Singers, ein faum merkliches heben ber ©ruft flnb gewöhnlich bie erften (Srfcheinun» gen, bie bei ihrem (Sntftehen nur mit 2Rühe erfaßt trerben. ©Serben biefe erften Spuren nicht burcp eine 3U ftürmifcpe ©ctjanblung ober burcfy eine ganj unjeitige Sicherheit beS SrfolgeS unb barauS entftchenbe Unterlaffung fernerer SlettungSberfuche in ihrem Sntftehen trieber aufgehoben, trirb burcQ eine fortgefefcte Xhätiafeit ber leife fünfen aUmälig angefacht, bann treten halb beutlicpere Srfcpcinungen beS trieberfehrenben Sehens ein. ©Ian he» mcrft fcpmacpe Schläge beS herjfnS, ein leifeS Athmen, ein faum hörbares Seufjen, ftarfe ©ewegungen im Unterltlbe, eine beutliche ©Sänne in ber herjgrube unb ein freiwilliges herborfommen beS Schaumes, unb cnblich bie trieber auflebenbe Otöthe bcS So bauert eS bann nicht mehr lange, baß bie natürliche ©Järme, ein freies Atemholen, ein beutlicher, regelmäßiger ©ulSfcplag eintreten, unb ftch alle ©erricptungen beS Sehens trieber nach unb nach enttricfeln. Jtaum hat fleh ber ©elebte eiholt, fo tritt ein fanfter Schlummer ein, ber boHenbS noch bie burep ben fepauberhaften ßuftanb beS ScheintobeS Unter» brechung aller SebenSberrichtungen trieber in ihren regelmäßigen ®ang bringt. Die allgemeinen ©orf$riften, bereu ©efolgung bei Jebem UnglücfSfaUe unb in Solge beffen bei jebem fRettungSberfuche für ben Saien unumgänglich nöthig wirb, ftnb: 1) 5)aß fcpleunigfl ein 'Jlrjt ober SSunbarjt mit ben nötigen 8RcttungS= mitteln herbeigeholt trirb. 2) £>aß ber ©erunglüefte mit ©orßeht an einen Ort gebracht Werbe, tro bie ©elebungS» unb OiettutigSberfuche bequem unb boUßänbig unternom» men trerben tonnen, ©eßatten eS bie SahreSjeit unb anbere hierl?er SehÖ3 rige Umftänbe, fo ift eS rathfam, fogleicp in ber ©ähe beS OrteS, tro ber ©erunglücfre gefunben worben i|t, bie ©erfuche 311 unternehmen. 3ft biefeS nicht möglich/ fo muß ber Scheintobte fogleich in baS näcpße hauS gebracht trerben. 3n ber ©oth bient jebe Xrage unb jebeS ©rett ba3u, boch barf ba» bei ber Jtopf nie herabhängen. 3) (Sin flürmifcheS ©erfahren bei ber 2lntrenbung ber ©elebungSmittel ift forgfältig 3U Permeiben, 478 4) SBährenb ber {HettungSVerfuche verfäume man nicht, ben {BcrunglücE* ten von Seit ju Seit ju beobachten, hoch ift c£ unnüfc unbßeit berfplitternb, bie Oiettungöverf ju oft 311 unterbrechen unb ftch burd) allerlei <£>anbgriffe, 3. 93. burch baö Vorhalten eines brennenben Nichts ober eines (Spiegels vor ben Sftunb beS SSerunglücften, von bent enblich jurüeffehrenben £eben ju überzeugen. 5) SJlan wenbe bie IHettungSvcrfuct'c mit ber h<er fo nötigen ©ebulb unb SluSbaucr an. Silan begnüge ftch mit ber furjen Srift einer t?al= ben Stunbe, man fahre Stunben lang fort, unb man ift bieö um fo mehr ju thun fchulbig, wenn wirtlich eine leichte Sleufjernng beS noch vorljanbes neu ßebenS ftattgefunben hat. 6) (5S ift gut, wenn bei {HettungSverfuchen nicht mehr SUlenfcfjen gegen* wärtig finb, als man 311 ben Vertriebenen SDienftleiftungen nötljig hflt. 9)1 ehr als 6 $erfonen barf ber ßutritt nicht erlaubt werben. 7) SBenn cS nicht gelingt, ben SSerunglücf ten burch lang fortgefe|te unb jweefmäpige 93erfuche in'S Sehen zurütfzurufen, fo ift eS bod; fchr un* recht, ihn bann ohne alle Slufftcht zu laffen. ®S ift nothwenbig, auch ihn beobachten ju laffen unb für ihn noch bie Von ben Umftänben feiner £0* beSart beftimmte Sorge ju tragen. 2)aVon wirb bei ber näheren 2)arftel= lung ber einzelnen Lebensgefahren bie {Hebe fein. ®ie Vertriebenen {ftettungSmittel werben aber Von bem Laien auS Un« funbe fehr oft verfchrt unb auf ungehörige Lßeife in Slnwenbung gebracht. 3)aS erfte hierher gehörige, am häuftgflcn zur Unzeit angewenbete Silit» fei ift ber Slberlafn Jlaum wirb ein Scheintobter getroffen, fo rufen ge* wöhnlir bie Unerfahrenen ben erften beften Sßunbarzt, um eine Liber z« öffnen. !Ler gutmütige unb viclleicht aur unwiffenbe jünger beS SleScu* lap folgt halb biefem £Rufe unb wenbet in ben meiften fällen ein 3)littel an, beften SBirfung.baS fterbenbe Öfünfcfcen ber fchwinbenben SebenSflamme ge* rabezu erlöfcht. Um fleh Von ber Slothwenbigfeit eines SlbcrlaffeS bei einem Scheintobten zu überzeugen, bebarf eS bloS beS äußeren LluSfehenS. 3ft ber SSerunglücfte von ftarfer wohlgenährter Jtonftitution, ift fein -2lntli£ frwarzblau ober unterlaufen, ftrohen bie Slbern am £alfe unb an ben Sriöfen, werben bie Singen auö ihren Höhlen roth hervorgetrieben, fo muß frieunigft eine Qlber geöffnet werben. 93ei (Erwürgten unb am Jlohlenbampf (Srfticften (nur in feltenen fällen bei (Srtrunfenen) wirb man noch am häu* figflen biefen ßuftanb wahrnehmen. 93ci allen anberen Scheintobten, wo biete nicht ba finb, wo in <§inficht beS äußeren SluöfehenS ba§ (Siegentheil flattfinbet, barf burchauS von feiner SSlutcntziehung bie {Hebe fein. UebrigenS gilt SlllcS baS, waö hicr SSezug auf baS Slbcrlaffen ge* fagt worben ift, mehr ober weniger auch bon ben {Blutentziel;ungen burch {Blutegel ober <Schröpffö£fe. S)aS zweite, gewöhnlich zu fpät, häufig z« fiürmifch unb unüberlegt an* 479 gewanbte Belebunggmittel iß bag Ei nblafen her £uft. Der Umßanb, baß ein großer £ßcil bet ©cßeintobten burcQ Entjießung her Suft verunglückt, unb bie Slotßwenbigfeit beg Sltßcmßolcng jur Belebung beg Jtörperg übers haupt, feßen bei ben Belebunggrerfucßen bieg Mittel größtentßeilg obenan. Docß fann von bemfelben nur bann ein rvefcntlicper Slußen erwartet werben, trenn bie babei nötßigen, halb näßer ju entwicfelnben Bebingungen gewifs fenßaft erfüllt irerben. 1) Dag Sufteinblafen muß fo halb alg möglich gefcßeßen unb wirb uns erläßlicß nötßig bei allen Ertrunfenen, Erßicften, Erwürgten. 2) Dag Sufteinblafen muß ßcß meßt blog auf einen Berfucß baju bes fcßränfen, fonbern man ßat barauf ju achten, baß wirflicß Suft in bie Suns gen bringe. Daher muß bor bem Einblafen ber SJlunb unb bie Slafe forgfältig Von ben barin enthaltenen jäßen unb fcßäumenben S'lüffigfcitcn unb anberen jufäUig ßineingefommenen fremben ©ubßanjen gereinigt wers ben. Dieg fann burd; bag Einbringen Von jufammengeroQtcr Seimranb, ßSapier ober eineg Dßrlößelg gefcßeßen. 3) Sim beflen gefcßießt bag Sufteinblafen Von 2J?unb ju 2l?iinb. -Elan hält bem Berunglüdten bie Slafe ju, brückt ben SJlunb auf feine Sippen unb bläft einen bollfommenen Sltßemjug langfam unb oßne alle ©etralt in bie Sungen ein, fucßt burd; Drücfen beg Baucßeg unb ber Olippen nacß oben bie Suft allmälig triebcr ju entfernen unb fährt bamit fo lange fort, big ßcß eine felbßßänbige Dßätigfeit ber Sltßmung ju entwickeln beginnt. 4) Bemißt man ben Blafcbalg jum Einblafen ber Suft, fo umwickelt man bie Ulößre beffclbcn mit etwag naßgemachter Seimranb, fleckt bie ©piße in ben SS unb unb brückt bamit bie ßttnge etwag herunter, rerfeßließt bie Sippen, bureß Slnpreßen an bie Slößre, unb bie Slafenlöcher unb bewegt eis nige SJlal ben Blafebalg fanft auf unb nieber. - Sßie oben angegeben, ahmt man bag fmißliche Slugatßmen nach SSiebereröffnung beg SSuttbeg unb ber SQafe jur <§erßeHung ber felbßßänbigen Sltßmung nach; inbeßen geratßen bie erßen Bewegungen ber Bruß boeß leicht wieber in'g Stocken, baher man immer noch mit bem Einblafen ber Suft, jeboeß weit gclinbcr unb fanfter, fortfahren muß. ©obalb ßcß aber wäßrenb biefeg Betfahreng Bewegungen beg >§erjcng einßcllen, hört man auf, ferner Suft einjublafen unb geht bann ju ben anberen Belebunggmitteln über. 5) ßnb bie .Rinnlaben fo feß berfdßoffen, baß eg unmöglich iß, bürd; ben SWunb Suft einjublafen. Dann muß biefeg burep bie Slafe gcfchehen. 9)lan nehme bann bie erße beße biegfame Olöhre, uimricfele ße fo ßarf mit alter Seimranb, baß ße bag eine Ulafenloch bollfommen »ers fdßießt, brücke biefeg um biefelbe jufammen, berßopfe auch bag anbere Sias f en loch, ben iWunb ju unb laße nun einen SDlann mit ßarfent Süßem ans haltenb unb mit einiger Jtraft Suft in bie (Rößre einblafen. <Se!bß in fällen, Wo ber SSeg bureß ben 2)?unb frei iß, berfueße man bag Einblafen ber Suft 480 burd) bie Olafe, trenn bicfeö einige QUale ohne Erfolg burd) ben SJiunb ge* fdjefyen ift. S)ie Erfahrung hat nämlich gelehrt, bah eS juweilen nur auf biefem Oßege gelingt, bgS Qlthmen wieber in ben ®ang ju bringen. £)abei barf aber baS Streichen ber ©ruft nie unterbleiben. S)a8 brüte wefentlidje SJlittel jur ©elebung ber Schcintobtcn ifb bie «fpinwegräumung aller 4?tnberniffe, treidle bem wieber ju erwecfenben ©lut» umlaufe im OBege flehen. 2)iefe fo triftige QUafiregel ift erfüllt, wenn jeher Scheintobte von allen Kleibern, ©inben unb SlQem, waS er um unb an ftdj hat, auf bie unb jugleich fcbonenbfte OBeife befreit wirb. 2)aS OluSjichcn hat in ben meiften gälten, namentlich bei benen, bie aus bem SCBaffer gejogen worben, feine groben Sdjwierigfeiten unb ift in vielen fällen, BefonberS bei ben Von Jtcilte ganj Erftarrten, nicht ohne ®efal;r. JDaö befte bleibt ein Vorsichtiges, aber raftQeS ber eng anliegenben JtlcibungSftücfe. Eine gehörige 31 ücfftcht Verlangt auch bie Sage ber Scheintobten, bie, fobalb eS möglich ift, fo eingerichtet werben muh, bah lein nach bem Jtopfe cntflehe ober ber fchon vorhanbene vermehrt werbe. - 2)aher muh ber Jtopf, fowohl beim fragen, als auch bei ber Slnwenbung ber Ölet» tungSmittel, ftetS etwas erhaben erhalten werben. 5)aher ift eS ein höchft fchäblicheS ©erfahren, wenn man Ertrunfene auf ben Jtopf ftellt. 2)en <Ropf beim Tragen herabhängen ju laffen, ift eine ftrafliche eit. Selbft in ben fällen, wo viel jäher Schleim aus bem SDlunbe abgefonbert wirb, barf man bei ber hier ju leiftenben 4?ülfe von ber gegebenen ©orfchrift nicht abgehen. Oluch barf man bei ber Olcttung ber Scheintobten feine <§anbgriffe anwenben, bie mit einem ftarfen SLrucf auf ben Unterleib, bie ©ruft, fclbft auf bie ©licbmahen verbunbcn ftnb, benn auch bieS hemmt ben hervorjuru» fcnben ©lutumlauf. 5)ie forgfältigfle ©erücfftchtigung ber ben ©erunglücften umgcbenben Temperatur ift eine wesentliche ©ebingung beS glücfliehen Erfolges beS Oiet» tungSgcfchäftS. 23ei ben im ©erunglücften ift eine höhere ÜBärme erforderlich. Jtühler muh bie Umgebung bei ben vom 33litj ©etroffenen fein, falt fei aber bie Temperatur bei ben Erfrorenen. 2)aS Qi eiben gehört ebenfalls ju ben SMebungSmitteln, welche wohl höchft feiten Vernachläffigt, aber oft übertrieben unb noch öfter jur Unjeit angewenbet werben. 2)aS ffteiben fann nur bann von Stufen fein, wenn bereits bie erfte Spur beS Sebcn,S bervorgerufen ift, früher ift eS offenbar nachtheilig. Erft wenn baS 5lthem.holen wieber hergeflellt ju werben be= ginnt, wenn ein geringer «fperjfchlag, ein leifeS Stöhnen bemerfbar wirb, erft bann ift ein gelinbeS Uieiben ber Suhfohlen, ber ©licbmahen, ber Stirn unb Sd;läfe, ber QJlagengrube unb julcfct ber £crjgcgcnb fchr erfpriehljch unb barf bis jur vollfommenen Erholung beS SSeruncjlücften bann nicht mehr ßanj auSgejcht werben, ©ute dürften ftnb jwar fehr jweefmähig, wo 481 öiefe aber nidjt ju erreichen wären, ba werben alte Wollene JUeibungSflütfe, SDecfen, ober felfcft <Strot;= unb t&euwifte anjuwenbcn fein. 2)iit großem Sinken wirb beim Steintobe baS Oieiben abwetfelnb halb naß, halb troefen angewenbet. ßu erfterem wähle man Ußein, Qßeineffig, ßavenbelwaffcr, Jtölnift Sßaffer, felbft, wenn man nichts SlnbereS bei ber 4?anb fyat, einfaches warmes SBaffer ober eine 5luflöfung von 2 Votl; Äütenfalj in einem falben Quart Sßaffer. £>ie wob lenen ober leinenen Sucher, womit man reibt, muffen nietet ju nafj, bafyer ges hörig auSgewunben fein unb niemals erteilten. 2)ie feuchten Oieibungen bürfen aber nur auf furje ßeit flattfinben unb muffen bann halb immer wieber ben troefenen machen. 2ln ben Stichmaßen reibe man immer von biefen aufwärts nat bem Stamme unb befonberS nat ber SSruft, um baS 33lut nad; bem 4?erjen ju leiten. ift e$, baS Oieiben unter einer abb gemeinen erwärmten SSebecfung ju verrichten. Oiur bis jur mäßigen Oiöthe unb 2lnftweUung ber'£aut, niemals bis jum SSunbwerben berfelben, barf baS Oieiben fortgefefct werben. So wirffam auch unter gewiffen Umftänben unb namentlich bei Srtrun- fenen ein fanftcS Schütteln unb Oiütteln werben bann, fo ift ein folcheS 33er= fahren bet nie von einem 2lnberen als Von einem SachVerftänbigen ju bub ben, weil biefcS bann feljr leicht übertrieben wirb, befjfyalfc ift eS geraten, ftch jebeni ähnlichen Verfahren gerabeju ju wiberfe|cn. Älpftiere, wenn fte nicht jur Unjeit unb mit nachteiligen Subftanjen Vermifcht gegeben werben, ftnb in ben meijlen fällen ungemein wirffam, na= nientlich aus Verbünntcm Sfftg, Saljwaffcr unb vorjüglit faltem Üöaffer. £>a, wo 23rauhäufer, ober anbere Sabrifen in ber Stäbe ftnb, welche leicht unb rafcf? hinlänglich warmes Sßaffer wie aut fchicfliche ©abegefäfje liefern tonnen, würbe man Unrecht h«ben, wollte man bei ben OiettiingSverfuchcn fein 33 ab mit in Qlnwenbung bringen. ßu Warme tBäber ftnb hier immer fdjäblit» Sie bürfen ber hineingehaltenen >§anb nicht bie minbefte (Smpfinbung einer brennenben <£>i£e verurfachen. ßuerft bringe man bie $üße unb bann allmälig ben ganjen übrigen .ftörper in baS 23ab, fo baß julcfct nur baS Seficht bis an bieDhren M bom SBaffer bleibt, ßugleit wafche man baS ©eftcht mit bem 33abewaffer unb laffe ben ganjen übrigen Jiörper gelinbe reiben unb bewegen. 2lllmälig fann man bie JXenu peratur beS 5-BabewafferS etwas, boch nicht übermäßig erhöhen unb ben «ftörper -1 Stunbe im 33abe laffen. Um baS 23ab ftetS in gehöriger aßärme ju erhalten, mu| man baS QBaffer von ßeit ju ßeit theilweife au.S-= fchöpfen unb burch warmes erfefcen laffen. Stimmt man ben Äörper aus bem 23abe, fo muß er forgfältig abgetroetnet unb mit erwärmten Suchern fanft, aber anhaltenb gerieben werben. (Sehr leicht ausführbar unb wiiffam ift aut fvlgenbeS Verfahren. 2)lan läßt närnlit auS einem Xtyeeteffel, einer c^anne bvn einer £er 482 gewiffen <§öpe herab, tnbem man fiep etwa auf einen Stupf ftetlt, einen bum nen Strahl eiSfalteö SBaffer in bie unb in bie ©egenb beS £er* jeS perabfallen unb trocfnet gleicp nachher bie Steile forgfältig ab. Eben fo einfach unb wirffatn ift baS Befprengen mit faltem QBaffer ober (Sfftg. ES muh biefeS mit einiger ©ewalt, befonberS in baS ©ejtcpt, in bie <§erjgrube unb auf bie Bruft gefcpepen. ©alvanifcpe unb eleftrifctye Einwirfungen, feilten auch baju bie Bor« ricptungen in ber fein, barf ftd? bet Saie nie erlauben. Unjwecfmähig ift baS Segen Von fcparfen Senf= unb fpanifcpen fliegens pflaftern. ©raufam unb nuploS ift baS Erregen fcpnierjhafter ©efüple burcp Scplagen Stechen, -Brennen u. bgl. 2lucp ber 2lnwenbung ftarfer Otiecpmittel, als beS SalmiafgeifteS, beS <§irfcpborngeifteS, ber 2letperarten muf ftcp ber Saie enthalten, weil biefe baS ©epirn unmittelbar affijiren unb felbft leicht unheilbar berieten fönnen. § 221. bcm 23end>mcn bei Ijcftifler Ätftte, um baö (^rfrieten ju verbitten. Böer fleh einer heftigen «Kälte anpaltenb auS- fepen muh, ber nehme borher eine fräftige unb bie BcrbauungSorgane in einem erhöhten ©rabc anftrengenbe 9laprung ju ftch, j. 38. geräuchertes Srleifcp, biefe Erbfen, Älöße u. f. w., auch auf bent Böege felbft finb folcpe Dinge ju empfehlen. Dagegen muh alles bermieben werben, wS mübe unb fdjläfrig machen fann. So jweefmähig eS baher ift, borher ober unterwegs etwas StärfenbeS unb ErqtticfenbcS ju geniehen, fo gefährlich ift ber ©enufj geiftiger ©etränfe für biejenigen, welche bereu ungewöhnt ftnb, ober welche baS Bläh gern übertreiben, weil fle baburep leicht fcpläfrig werben. Bei baran ©ewöpnten unb bei einem mähigen ©emif? ift eS am jwecfmähigften, ben Branntwein mit verriebenem Brob unb auch etwas «Kümmel unb Bucfer ju bermifepen ober biefcS babei 511 effen. Ueberpaupt termeibe man auf Steifen bei großer «Kälte bie Otupe unb ben barauS fo leicht pervorgepenben Schlummer; baher ftnb bie auf offenen B3agen fVaprenbcn bem Erfrieren am leicptefien auögefetjt. SluS bentfelben ©runbe ftnb aber auep anftrengenbe Bewegungen, welcpe eine übermäfjig ftarfe Ermübung jur ft'olge haben, eben fo gefährlich, benn auch führen leicht ben Scplaf herbei. So viel als möglich muh tnan ftep nie ununterbrochen lange in grober Jtälte aufhalten, fo lange bieS jcboct) gefepieht, muh man fiep förperlicpe Bewegung machen. (Siner Steigung jum Scplummer barf niemals naepgegeben werben, unb ba fte oft unwiberfteplicp ift, fo wirb eS Bflicpt ber Umgebenben, einen folcpen SPtenfcpen felbft gcwaltfam ju «Körperbewegungen ju bringen. § 222. iBepnnblutiß ber (yrfrüteneit. DaS QlitSfepen eines Erfrorenen ift ganj blaß unb wacpSähnlicl), er füplt fiep falt unb fteinpart an, auf feiner ganjen überfläcpc ift eine Qlrt ©änfepaut gebilbet. Biancps mal finbet man baS ©eftept vom Blut etwas aufgetricben unb blaurotp ge» färbt, ber übrige «Körper ift immer leicpenblaß. 483 9?ei ben SMcbungSVerfucpen wirHicp Erfrorener ift foIgenbeS SSerfap* ren ju beobachten: 1) Erfrorene ftnb mit her größten SSorftcQt unb «Sorgfalt nach bem SRettungSort ju bringen, bamit bei ber glasartigen Spröbigfeit ber Speile nicht etwa an ber Slafe, ben Dpren, Rippen, Singern, Beben u. f. w. etwas abgebröcfelt wirb. Sim bcften tranSportirt man fte auf einem Schlitten, SBagen ober einer Sragbapre unb auf einer Unterlage Von Schnee, in Er« mangelung beffen bon *£>eu, Stroh Siebe. 2) Der Drt barf nicht gepeijt, aber auch nicht bem Suftjuge auögefe|t fein. Ein Erfrorener ift gewiß ohne verloren, wenn er fogleicp in ein erwärmtes ßimmer gebracht, einem Seuer genäpert, Warm bebeeft ober gerieben wirb. 3) Sie .Kleiber muffen ihm mit Sßorflcpt vom Seibe gefepnitten werben, bann legt man ipn entblößt auf ein einige £änbe popeS £ager von Schnee, bebeeft ipn bis an ben SRunb unb bie Slafenlöcper ebenfalls einige «fpänbe hoch mit Schnee unb brüeft biefen allenthalben feft an ben £eib. 4) 3n biefem Schneebett läßt man ben Scbeintobten fo lange ruhig liegen, bis er völlig aufget.paut ift unb fleh bie 5-Beweglicpfcit beS 4?alfeS, (Rumpfes unb ber ©liebmafjen eingefteUt pat. SEo ber Schnee fcpmiljt, muß er burep frifepen erlebt werben. - 3n Ermangelung von Schnee hüllt man ben Jlörper in Sucher, bie in eisfalteS SCßaffer getaucht ftnb, welches ganj allmälig, wenn ber .Körper gelenfiger wirb, wärmer (bis ju 8-9° (R.) genommen werben bann. 5) Stellt fiep nun unter biefem Sßerfapren bie S3eweglicpfeit ber ©lieber per, welcpeS im Scpncebett ungefähr in einer Stunbe, im falten EiSwaffer aber bann ber Sali fein wirb, wenn eine EiSrinbe, bie fiep runb um ben .Körper angelegt pat, ju fcpmeljcn anfängt, fo troefnet man je£t ben 23erun« glüeften fanft unb forgfältig mit burcpauS niept erwärmten Sücpern ab unb bringt ipn in ein ungeteiltes ßimmer unb in ein ..nerwärmteS gewöhnliches Seberbett unb pullt ipn in eine füple Secfe. 6) Stellt fiep baS Sltpempolen noep immer niept wieber ein, fowirb baS Sufteinblafen nacp ben allgemeinen Siegeln jept nötpig. 7) 3cpt fängt man, opne ipn ju entblößen, gelinbe (Reibungen beSÄör« perS an, woju man fiep entweber beS ScpneeS ober eines in falteS Üöaffer getauchten ScpwammeS bebient. Jtomrnt baS Sltpempolen in ®ang, fo reibt man ben .Körper unter ber Sccfe alSbann mit füplem, bann mit allmälig ju erwärmenbem Flanell. 8) Stimmt man noep vor ber Slnfunft beS SlrjteS Scpläge beS terjenS, an ben Scpläfen ober Slrmfcplagabern wapr, opne bafj baS Sltpempolen ju« gleich i» ®ang fonunt, fo reije man ben Scplunb mit einem in Del getauep« ten Seberbarte unb palte geriebenen SReerrettig ober eine frifcp gejepnittene ßwiebel unter bie Slafe. 484 9) Sie ©rträrmung beS ßimmerS, beS 33etteö unb her SBerfjeuge, wo« mit man reibt, finbet immer erfl fpät, ntäfjig unb allmälig flatt unb jwat erft bann, trenn betuliche Seiden beS ßebenS eingetreten find. 10) «Rann ber Jtranfe {dringen, fo giebt man ihm eine Sd)ale 8'Iieber« tljee mit einem ©ßlöffel voll Üßeinefftg, ober laues ©ier. 11) Sollten einzelne aufgetpaute ©lieber fchmerjen ober gefühllos bleiben, fo muß man fie im erften Salle in Warme pullen, im anberen aber fte fo lange mit Schnee ober Umfchlägen von ©iS bebccfen, bis ftdj ©mpfinbung ober ©cweglicpfeit eingekeilt hat. § 223. 23om (Sette int ob ber (SrfHcftcn. ©rftiefung finbet flatt, trenn baS Qlttjembolen verpinbert ift, entweber weil ber SOJenfd; Von einer nict?t atpembaren ßuft umgeben ift, ober weil ber ßutritt ber ßuft burcty sDiunb unb SQafe verfperrt ober ber £alS jugefcfjnürt ift, ober enblicp, weil eine innere Urfacpe baS Sltpempolen unmöglich macht. - £Qach ber eben angegebenen ©intpeilung ber Urfacpen beS ©rfticfenS muß bie ©epanblung verfdjieben fein. a) JBonbeninfdjäblid) en Suff arten, ü n * ften u it b £> ä m £ f e n (S r fH (f t e n. 1) bie fogenannte fije ßuft, entivicfelt ftch als eine baS mcnfcpliche ßeben gefäprbeube ßuftart in großer Stenge Viird; bie ©äprung, baller burch baffelbe bie 3uft in «Reblern ober ©ewölben, in benen Üßcin ober SBier gäfyrt, ober wo frifetye Dbftfäfte unb 2)ioft aufs bewahrt werben, fo gefährlich wirb. Siefe ßuftart finbet man auch häufig in «Rlüften, beim ©raben Von SBrunnen, Sprengen ber «Roller, beim 2Ris niren, auf bem ©oben ber ©ruhen in ©ergwerfen, tro fie Schwaben, böfe QBetter genannt treiben, trenngleich bie fcpäbliCpen Sänfte ber ©erg= Werfe bei weitem nicht immer, trenigfienS jnid;t allein auS foplenfaurem ©afe entftepen. 2) S er «Roplenbunft, ber fiep beim ©erbrennen ber «Rople in einem Olaume, bem bie genügenbe ßugluft fehlt (bei Dcfen, bereu «Rlappe ju zeitig gefchloffen), enttricfelt, ift eine häufige ©eranlaffung von ©r= ftiefungen. 3) Sie S tief lüft ift jwar, verbunben mit bem Sauerftoff, bem SQlenfcben jum 2lthemholen burchauS nöthig ; ba aber, wo fte verhältni§s mäfjig in ju großer iDlenge Vorhanbcn ift, fann burep fte baS ßeben beffelben fehr leidet gefäprbet werben. SaS jum 2lthemholen taugliche ©erhältnifj ber 2)lifchung von Sticfluft unb Sauerftoff fann in einem Verfchloffenen Oiaume auf jiveierlci 2lrt gefiört unbein nachteiliger lleberfchup von erfterer erzeugt werben: nämlicp, inbem ftch entweber in biefem Jiaume Stoffe be- ftnben, welche eine große SWenge Sticfluft entwitfeln, ober inbem burch irgenb eine ©eranlaffung ber in ber eingcjchloffenen ßuft befindliche Sauerftoff 485 «Hein Verbraucht unb baher ber anbere berfelben, bte Sticfluft, jurütfgelaffcn wirb. DaS (Erfterc ift an Orten ber Scall, wo Dbft unb anbere ©egetabilien lange im Dunfcln ohne (Einfluß beS Sonnenlichtes ftnb, ober beim Qlbbrennen beS Schießpulvers, wo eS mit ber fixen Stift Verbunben hervortritt. Sluch finbet eS fleh in ©erbinbung mit ber entjünblichen Suff in Äloafen, ©räbern, Oriiften, unb überall ba, wo ein hofjer @rab von ftäulniß flattfinbet, wo alSbann bei ber Steinigung folcßer Totalitäten eine eben fo plö§lid;e als furchtbare ScbenSgcfahr entfielt. Oer jweite ftall tritt ein, wenn in einem gefchloffenen Staunte burch baS Tlthcmholen vieler ©len« fehen ober Shiere unb baS ©rennen vieler Sichter ober flammen bcr Sauer« ftoff ber Suft Verbraucht wirb. QBirb eine folcQe Suft nicht erneuert, fo er« hält fte burch bie jurücfgcbliebcne Sticfluft eine nachtheilige unb ju« Ie|t töbtliche (Eigcnfchaft. OieS ift namentlich bcr SaU in Sajarethen, @e« fängniffen, Schaufpielhäufern u. f. w., unb befor.berS ftnb eS in benfelben bie oberen Stegionen, welche einen folchcn erftiefenben (Einfluß äußern, inbem bie Sticfluft leichter als bie atmofphärifche Suft ift. Sarin ift auch ber @runb bcS SlachtheilS ju fuchen, ben baS ©ewohnen Von ßimmern bringt, bie mit aus Serpentin« unb anberen Deien bereitetem firniß überflrichen ftnb, weil biefer ben Sauerftoff in großer Sllcnge einfaugt. 5ln allen folchen Orten entlieht, wenn ber nachtheilige (Einfluß biefer Suftart ftd) äußert, großer unauSgefefcter Schweiß, unerträglicher Surft, große ©ruflbefchwerben, fchwereS Qlthemholen unb (ErflicfungSgefahr ; barauf entfteht große Wattig« feit, Schlaffucht, unb bei Mangel an eiliger <£>ülfe bann fieber ber Sob. 4) Start riechenbe QluSbünftungen, namentlich Verfehle« bencr betäubenber, auch woblriechenber ©flanjen : beS ©ilfenfrautS, beS Stechapfels, ber SQelfen, ©eilchen, ©ohnenblüthe u. bgl. m., jumal wenn man fte in verfchloffenen ßimmern jur Dlacbtjeit unb im Schlafe einathmet tonnen leicht ju Scpwinbel, ©ctäubung unb felbft jum wirf liehen Sobe ©er« anlaffung geben. Die ©Sirfungen biefer verfchiebenen fchäblichen Suftartcn ftnb feßr Vcr« fchieben ; bei manchen fteigern ftch bie ©efchwerbcn unmerflich unb allmälig Von einer gewiffen Slngft unb (Eingenommenheit bcS JtopfeS bis jur voll« ftänbigen ©ewußtloftgfeit, währenb bei anbern bie (Einwirfung eincplöglicpe unb feßr heftige ift, wie j. ©. bei bem foblenfauren @aS. xluch baS äußere QluSfchen beS ©erunglücfrcn ift feßr Verfchicben. @e« meiniglich erfcheirit baS bunfelroth ober fchwarjblau, bie bläulichen Albern ftro|cn am >§alfe, bie Bunge ift etwas angefchtvollen, bie Sippen ftnb blau unb blaue frlccte unb ©lutunterlaufungen finben ftch an mehreren Stellen beS JlörpcrS. Seltener finbet man eine allgemein verbreitete tobten« bleiche Jarbe unb eingefallenes ©cftcht. - Selbft bcr bereits tobte «Rötper bleibt bei biefer SobeSart ungewöhnlich lange warm unb biegfam. Daß man, um einer folchcn (ErfticfungSgefahr ju entgehen, feine wohl' 486 riechenben ©Turnen in feinem <ScQIafgemacf>e bulben "Dürfe unb barauf jt felgen habe, bafj ber Ofen nicht ja früh geftloffen werbe, ift wol)l allgemein bcfannt. (Sin nachtheiliger ©ebrauch ift eS, baS <§olj jum Srocfneit hinter ben Ofen ju legen ; auS biefcm >§olje firömt, wenn eS wann wirb, ebenfalls ein erfticfenbeS ®aS. Jtoljlenbecfen im ßimmer fchaben immer ber ©efunblfeit unb Tonnen leicht (Srfticfung herbeiführeii. ©ben fo gefährlich ift eS, Sauerfohl® ober ©urfenfäffer, ©ierfäffer, gäfwenben ©robreig im ßimmer ju haben. ©Senn ©ier, Söein ober SJioft im Jtellcr gäfyrt, barf man nicht hinunter gehen, ohne vorder folgenbe SBorftcijt ja gebrauchen. ©tan trage ein Sicht ganj tief, fo nahe bem ©oben als möglich, berlöjcht eS, fo breite man auf ber Stelle um. § 224. SBeljanblung etneö folgen (Srfftcften. ©evor ftch Semanb in einen mit folchen fchäblfthcn Suftarten erfüllten Ort begiebt, mufj man biefe burch baS Deffnen ber Schüren unb Senfter ober ber Sufts löcbcr ju entfernen fliehen. Stuf feinen Ball begebe man ftch an einen folchen Ort ohne ein brennenbeS Sicht, benn berliftt bie Stamme, fo ift für bie «föilfeleiftcnben felbft noch bie größte ©efahr Vorhanben. Sangt baS Deffncn aller ßugorte nicht hin, ober ftnb feine folchen borhanben, fo fache man burch febeS anbere Mittel bie ftoefenbe Suftart in ©ewegung ju bringen; bahnt gehört baS ©ingieffen von ©Jaffer, baS Slnmachen eines SeuerS, im Slothfall baS Qlbfchtefien eincö ©cwehrS. 1) U)er auS ber fchäblichcn Suft gefchaffte Steintobte Wirb, ohne bafj man il;n ftarf rüttelt, in ein fiihlcS, mit reiner Suft gefülltes ßimmer, auf einem bequemen Seffcl in eine t;albft§enbe Stellung gebracht. ©ei günftiger ©Witterung fann bieS im Sreien beranftaltct werben. 2) 3ft ber ©erunglücfte noch nicht gänjlich leblos, fo erholt er ftch ge® wohnlich balb wieber, wenn man it;n in bie angegebene Stellung bringt, ihm ben Ölopf gerabe halt, ben ©enufj ber frifchen Suft verfchafft, ihn etwas falteS Söaffer, einen Splöffel Voll Söeineffig, 2Reliffenthee ber» fchlucfen läßt, baS Qlngeficht mit fairem SBaffer mit biefcm ober faltcm (Sffjtg Ötopf, 4?alS unb bie ®egenb hinter ben Ohren wäfcht unb ihm baS ®eftcht mit einem Slafebalg anbläjt. ®aS nämliche ©erfahren haben ©erfonen ju beachten, wenn ftc bie erften nachteiligen ©inwirfungen fchablicher fünfte, namentlich beS JtoblenbunftcS an fit wahrnehmen, wenn ihnen baher ftwinblig wirb, fie einen fehmerjs haften 2)rucf im unb eine©eengung beS SlthemholenS empfinben, fit ihre Sinne umnebeln u. f. w. Sollten bie S)ünjfe aber faurer Slatur, j. ©. von gährenbem Sßi'in ober ©ier, bon SWineralfäuren, GhtrgaS u. f. w. gewefen fein, fo Taffe man fo rafch als möglich ben !£>unft von <&irfthorns ober Salmiafgeift einhauchen unb gebe innerlich mit iSlilch oerbünnten 487 Sranntwein. Büglcicp fann man aucp 10-12 Sropfen Salmiafgeift in einem ©plöffel voll QBaffer reichen. .3) 3ft feer 33erunglücfte Völlig leblos, fo entflcibe man ipn in frifcper füpler Suft fo fcpnell als möglicp, opne ipn jebocp auS feiner palbfigenben Sage jn bringen. 4) Die 8'üpe werben nun in ein lauwarmes fEufjbab gefept, ber Äopf aber wirb fogleicp mit faltem JEBaffcr begoffen, jebocp fo, baff nicptS in ben SOiunb unb in bic Slafenlöcper bringt, ©leid; barauf mache man Umfcpläge von faltem Sßaffer, wafepe ©eftept unb 33ruft anpaltenb mit bleiern, fpripe auS einiger (Entfernung wieberpolt falteS, allenfalls mit (Efftg vermijcpteS SBaffer inS Oeftcpt unb auf bie <§erjgrube, Woju man ficb auch wopl einer nicht ju ftarf wirfenben Spripe bebienen fann. - Slucp fann man in falteS Sßaffer getauchte Sücper, ja felbfl Stücfe (EiS auf bie 3Bruft, in unb unter bie -Kcpfeln legen. (ES ift inbeffen ratpfam, von Seit ju Seit ben Jtörper mit erwärmten Suchern abjutroefnen, ibn felbft einige Dünnten in ein tvarmeS 23av ju bringen ober ibn mit einem erwärmten ju umhüllen unb bann wieber mit bem SSefprengen anjufangen. 5) 3iun fepreite man unverzüglich ju bem (Einblafen ber Suft burep Düinb unb 9lafe. (Erfolgte bie (Erfticfung burep fije Suft, fo halte man bem Sepeintobten ein mit Salmiafgeift befeuchtetes Läppchen vor ben Diunb, beftreiepe bamit feine Bunge unb bie Oberlippen unb reije feinen Scplunb mittelfl eines SeberbarteS. Dagegen wirb 6) einem an faulen Dünften (Erfticften SBeincfftg unter bie SQafe gepals ten, baS Oeftcpt, bie Sippen, bie Bunge bamit beftriepen unb fein Scplunb mit einem in Söeinefftg getauchten fEeberbart gereizt. Sebient man ftep jum Sufteinblafen eines 23lafebalgS, fo fepe man einen Sopf mit foepenbem (Efftg bergeftalt unter biefen, baff er bie Dämpfe beffelben auffängt. 7) (Ein Slberlap ift nur bann erlaubt unb zuträglich, wenn bei fräfti* gen baS ©eftept aufgetrieben unb bleifarben auSftept, welcpeS noep am häufigften bei in Jiohlenbampf (Erfiicften unb burd) betäubenbe ©erüepe (Scheintobten ber fyall ift. ®ei fcpwäcplichen, blap auSfehenben (Erfiicften werben 33lutauSleerungen immer hvepft nachteilig fein. 8) 9lun fann man auep grabweife unb allmälig ju bem dürften ber Slrme, Scpenfel, fEüpe unb befonberS ber ©ruft mit in falteS löaffcr getauep« ten dürften, ju bem (Streicpcn unb Brottiren von ben ©liebem nacp ber 33ruft aufwärts, ju bem (Eintröpfeln einiger Stopfen Salmiafgeift ober «goffmann'fcpen ViquorS, ju einige Dial ju wiebcrpolenben Ötlpftieren auS faltem Sßaffer ober (Efftg unb Üöaffer übergepen. 9) Düt allen biefen SelebungSmitteln Wirö fortgefapren, bis fiep ents Weber bie erften Bficpen beS jurüeffeprenben SebenS einftellen, ober bis alle Hoffnung einer äöieberbelebung fepwinbet. So lange aber baS Sltpempos len niept vollftänbig wieber pergeftellt ift, fahre man noep mit bem 2lnfprigen mit faltem SBaffer fort. Auch fudfe man je§t ein mit SMnWanb umwicfelteS ©tücfdjen £olj jwifd)en bie Bahne, welche hier beim Erwachen fe)t auf einander gcbrücf t werben, ju bringen, um baburch ben Aiunb offen ju erhalten unb baS Einbringen ber Suft unb baS Erbrechen, waS fjier im« mer erfolgt unb fefjr Wohltätig ift, ju erleichtern. Um baS ©rechen ju be« förbern, reije man ben Schlunb mit einem in Del getauchten Seberbart. 10) Ahntet ber Jtranfe wicber vollfonimen, fo troefnet man il;n mit erwärmten leinenen Büchern ab, wicfelt ibn locfer in biefe ein, bringt ibn in ein etwas erwärmtes, mit einer hoben Jtopfunterlage verfeheneS Sett, reibt ibn in biefem unter ben Scbecfungen mit burch 2öachholberbceren burchräu« ebertem Slancll unb flößt ihm etwas Sßeincfftg mit brei Sßaffer ver« mifcbt 'ein, wobureb bie heftigen, nach ber Einwirfung beS .ftohlenbamßfS ju« rücfbleibenben gemilbert werben, Suhlt ft eß ber Jtranfe auSnebmenb matt, fo reiche man SJleliffen« ober «Ramillenthee mit Efftg, ©lübwein, einige Dropfen «hofftnann'fchen Siquor ober Effrgäther. 33ei Er« heutig, namentlich beS StopfS, ftnb aber biefe Mittel nicht paffenb. «hier flöße man lieber etwas (Saljwaffcr, haftens mit ßufafc von einigen tropfen Salmiafgcift ein. 3Qun ift aber ber Söieberbelebte nichts weniger als fogleich gefunb. SQlehrcntheilS brechen Jtonvulftonen auS, nach benfelben rebet ber «ftrante irre, unb wenn er ju fleh fommt, flagt er über fürchterlichen Äopffchmerj unb leibet an heftigem «herjflopfen. 4?ier ift ein Schlagfluß ju fürchten unb beßhalb ein 2lberlaß bringenb nothwenbig. Die übrige Sehanblung muß aber bem herbeigerufenen Arjte überlaffen werben. b) ®on ben (Strängten unb Erwürgten. § 225. DaS ©cftcht berfelben ift gewöhnlich bunfelrotl) ober blau, toerjerrt, bie Abern am «hälfe unb «Ropfe ftrofcen, bie Augäpfel ftnb ge« röthet unb treten auS ben Augenhöhlen hervor, bie Augenliber ftnb mit ©lut unterlaufen, bie Bunge ift gefcpwollen unb jwifchen ben Bahnen einge« flenimt, bie Singer ftnb blau unb frampfhaft gebogen. 3n anbern Sailen aber ift baS ©eftcht mehr bleich unb bie Beiden von einem Anbrange beS SBluteS nach bem Stopfe nicht vorpanben. Sßor allen Dingen fepneibe man ben Erhängten mit baß ber Jtörher nicht herabftürje, ab unb befreie ben «hals von ben beengenben San« ben; alSbann bringe man ihn mit erhöhtem Stopfe an einen luftigen Drt. Beigen ftch noch ®h«ten beS hebens, fo befolgt man ©eftcht unb 4?erjgrube mit frifchem faltem QBaffer, weht fühle £uft ju, macht falte llmfchläge auf ben Stopf unb reibt nach vorgefchriebener 2öei)e Schenfel unb Süße. 4?ilft bieS nicht, fo fann man bei blauem AuSfehen beS ©eftcptS einen Aberlaß, womöglich am «hälfe, machen unb 10-15 Slutegel hinter bie Dhron unb an bie (Schläfen nur bei bleichem Anfehen ift jebe Art ber Slutent« 488 489 giehung unterfagt. Unter fortgefehtem fReiben beS JTörperS fi|cle man mit einem Jeberbart Schlunb unb ©afe, mache warme Sup* unb £anbbäber, lege Senfteige an bie ©Jaben unb auf bie ©ruft unb gebe reijenbe auS ©Jaffer mit Efftg. 8'ängt ber ©erunglüefte trieb er an ju fchlucfen, fo reiche man ihm war* men ©ieliffen* ober JtamiUenthee mit etwas ©Jein ober Efftg, bei fort* bauernbem ©lutanbrang nach bem .Kopfe nur faltcö ©Jaffer mit Efftg. Sie mit ©lut unterlaufenen Stellen am 4?alfe bähe man mit einer 2lbfochung Von Jtamillenblumen in ©Jeiuefftg mit Sufafc von etwas Salmiaf. c) JBon ben (Srtrunfenen. § 226. Sem auS bem ©Jaffer ©ejogenen reinige man fofort ©lunb unb Schlunb Vom Schlamm unb Sanb, gebe bem .Körper einige Sefunben burch, aber ja nicht länger, eine mit Oeftcht uno ©ruft nach abwärts geneigte Sage, bamit baS verfchlucfte ©Jaffer burch SRunb unb ©afe wieber auöflieffen fann. SaS l;eftige Üiütteln unb Schütteln, baS Stellen auf ben .Kopf, baS Sollen über eine Sonne, alles bieS ift ftreng ju verwerfen. 3ft er nur furje 3eit unter bem ©Jaffer gewefen unb giebt er noch, wenn auch nur geringe SebenSjeichen von ftch, fo wirb er ftch oft halb wieber erholen, wenn man ihn an ben empftttblichflen Stellen beS JtörperS mit warmen Süchern reibt, ihm frifche Suft jufächelt unb einige belebcnbe ©littel einflöht. 3ft aber gar fein SebenSjcichen vorhanben, fo fepreite man fofort ju ben DtcttungSVer* fuepett, ju welchem ©ebufe man ben .Körper in erhöhter Sage ent* flcibet, unter ©ermeibung Von Srucf abtroefnet unb in erwärmte Secten unb Sücper einhüllt. 3ft ber Ertrunfene gleichseitig erfroren, fo wirb er junächft als Erfrorener bepanbelt unb barf nur nach unb nach erwärmt werben. 3ur 4?crfte(lung ber ©thmung blafe man vorfchriftSmäpig Suft ein, reibe ben .Körper anfangs mit troefenen wollenen Süchern, bie man fpäter mit Sal* tniafgeift befeuchtet, gebe Jtlpftierc Von lauem ©Jaffer mit Efftg ober ©rannt* Wein, rcije bie «f?aut auch noch burch Senfteige. ©Jo ftch 3eid?en eines SchlagfluffeS jeigen, laffe man fofort einen Liberia ft Vornehmen. Erfechten Reichen beS wieberfehrenben ScbenS, fo bringe man ben Jtranfen in ein warmeS ©ett, gebe il;m etwas warnten Spee ober ©Jein, wo* rauf gemeiniglich ein fanfter Schlaf bie .Kräfte Wieber hcrfteUt. § 227. fBom ®ft£e (betroffene. ©ur ba, wo ftch nürÜ einige Spuren beS SebenS geigen, unb ber ©erunglüefte nur betäubt würbe, aber nicht ba, wo alle Erfcl;einungen beS SebenS gänjlich verfchrounben ftnb, ftch mit einiger ©Jahrfcheinlicpfeit h°ffen, lieber jum ©ewufjtfein gu bringen. £)aS ©efprengen, ober hier vielmehr baS ©egiefjen mit faltem ©Jaffer, bie ©nwenbung bet Rlpftiere, baS Einblafen ber Suft, ©UeS nach ber bereits angegebenen 2lrt, ftnb hier nebft bem Erbbabe bie jtoectmäfjigs ftcti ©clebungSmittel. Sie ©nwenbung biefeS hier allgemein empfohlenen 490 ßrbbabeS gefchieht auf folgende 2lrt. 2)lan läßt nämlich in her 91äfye bcS Vom Vlifc ©etroffenen eine, feiner ötörperlänge angemeffene, längliche ©rube graben, in welche her Verunglücfte mit erhöhtem Jiopfe, gänjlich entbleitet, gelegt unb mit 2luSnahme bcS ganz mit frif cfyer ©rbe bebeeft, einige Stunben erhalten wirb, wobei man von ßeit ju ßeit noch £uft einbläjt unb baS 2lntlih mit etwas Vranuttvein ober ©fjtg befprengt. § 228. ®ic bei iSetgtfiungen* 2)1 an ift berechtigt, eine flattgefunbene Vergiftung ju Vermuttyen, trenn bei allgemeinem 2Bo.;lbeftn» ben plötzlich mehrere JtranfheitSerfcheinungen eintreten. hierher geboren befchivcrliche, Vorher nie empfunbene (befühle im Klagen unb ben ©ebärmen, Veflemmung beS 2lthemholenS, allgemeines Sinfen ber Kräfte, ungleicher VulSjchlag, Bittern ber ©lieber, Verzerrung ber ©eftchtSzüge unb plö£licper Sob. 3 ft unter folgen Umftänben ber Verbaut auch grofj, fo mup man boch vortjer 21 lleS genau uuterfuepen unb ertragen, bamit man burch eine uns überlegte 2Üu|erung feine unverfchulbete «Rränfung begehe. ■tWan theilt bie ©ifte in Minerals, Vflanjeus unb thierifche ©ifte ein; eßfann natürlich hier nur ganj allgemein Von bem Verfahren bei Vorfom» menben Vergiftungen bielRcbe fein, ba bie bringenbe ©efaljr bie fctyleunigfte <&erbeirufung eines 2lrzteS erforbert. § 229. a) ??Iiucralifd)C ©ifte. SDie meiften berfelben wirf en ähenb auf bie Schleimhaut beS2)iagenS unb ber Därme unb bebingen fo ©nts jünbung biefer Steile, ©rbrechen, Durchfälle, bie heftigften Zähmung, Dob; baS Verfahren gegen biefelben mufj barauf gerichtet fein, baS ®ift möglichft fdjnell ju entfernen, trag burch Vrechmittel gefchieht; e3 in einem möglichft unlöslichen in bem eö feine ©tntrirfung mehr auf bie $hcüe/ init benen eö in Verbinbung fommt, auSüben fann, ju verfemen unb ben SDiagen unb ben Darm burch Darreichung öliger, fchlei» miger, einhüllenber 2)iittel vorher ©intrirfung ju fehlten. 1) Qlrfenif. Vergiftungen mit bemfelbcn fommen nicht feiten vor, ba eö ju Verfchiebenen QIrten von Diattenpulvern benu|t trirb. Die @r» fcheinungen einer berartigen Vergiftung ftnb: äufjerft bleiches unb Von 2lngft entftellteS ©eftcht mit blauen um bie 21 ugen unb blauen Rippen (bie als bie beftänbigften Brisen gelten fönnen), fcharfer ©efchmacf, unlöfcplicher Dürft, unb Vrennen im Schlunbe unb Klagen, anhals tenbeS Erbrechen fchleimiger, grünlicher, bisweilen blutiger Stoffe, Durchfall mit fehtvarjen, blutigen Stühlen, bie heftigften, bei ber Berührung junch« menben Schmerjen im Beibe, Jtältc unb Brttern im ganjen Körper, Ohnmacht, Jträmpfe, Zähmung unb Dob. ViS jur 2lnfunft ärztlicher *£>ilfe, bie fdjleunigft bcfchafft treiben gebe man nach einem gereichten Vrechmittel Viel ©itveifj mitSßaffer Verbünnt, Seifetp, Bucfenvaffer, -Diilch z« trinfen, auch zu wieberholten Fialen Del» flpftiere; alles Uebrige muh einem Sachverftänbigen überlaffen bleiben. 491 2) Q. u e cf fi1 b e r. -Jlnr als rotier unb ireifjer fowie als Sublimat unb falpeterfaureS Duecffilber fann ber hierfür als ein baS geben augenblicflich bcbropenbeS ®ift betrachtet werben. Die BufäHe einer folcpen SSergiftung treten noch fiürmifcher unb fcfyneller auf, als beim glrfenif. £efs tigeS Vrennen im Diagen, flarfeS Erbrechen, blutige Durchfälle, große Schwäche, .fträmpfe, falter Scptveiß, große Qlngft, -Diagenbranb unb ber 5,'ob, bieS ftnb bie furchtbaren folgen eines folcpen UnglücfSfaUeS. DaS erfte, waS hier ju tpun ift, ift burep vieles Söaffertrinfen baS ©ift möglicpft ju ver« bünnen. Dann rührt man in Quart iffiaffer baS Eiweiß von 12-15 Eiern ab unb giebt alle 2 Diinuten bem Ötranfen ein ®laS voll bavon ju trinfen. Sollte man feine (Sier erhalten fönnen, fo gebe man Üßeijenflcber, ■Diepl mit Vßaffer eingerührt, im Votpfalle Seifens, ßuefets, auch viel laucS SSaffer unb SJiilcp im Ueberfluß ju trinfen. 3) Tupfer. Vergiftungen mit Ötupfer fommen niept feiten vor, in» bem in unreinlich gehaltenen, fcplecpt Verzinnten fupfernen ötocpgcfdjirren fiep leicht ©rünfpan abfept, welcpeS, ben Speifen beigemengt, fcpäblicp für bie ©efnnbpeit wirft. Die Erfcpeinungcn einer jtattgepabten JtupferVergiftung beftepen in Uebelfeit, Erbrechen grünlicher Materien, grasgrünen Stühlen mit heftigen Jtoliffchmerjen, Jtopffcpmerj, Scpwäcpe in ben ©liebem, Vers Zerrung ber ©eftcptSjüge, 5ltpemnotp, Qlngft, Schmeiß, Qpnmacpt, 3ucfun= gen, gäpmung, Dob. - Die Vepanblung beftept in Unterftü|ung unb Sörs berung beS Erbrechens lauen VutterwafferS unb Darreichung von Eiweiß, in Ermangelung beffen man Diilcp ober ßmfertvaffer in pinreiepens ber SPtenge giebt. 4) 331ei. DaS 33lei wirb nur als Vleiglätte, 2Jiennig, Vleiweifi unb als Vlcijucfer zu einem pcimtücfifcpen ©ifte, nicht aber im metallifcpen Bus fianbe. 2l(lein fdjon bie äußere guft änbert biefen metallifcpen Bllftanb, eS Verliert feinen ©lanj, befommt einen graulicpstreißen Ucberjug unb wirft bann als ©ift. Daper ftnb bleierne ©efäße auS ber Jtücpe ju verbannen. Drinfmaffer in bleiernen ©efäßen fiepen ju laffen ober baffclbe auep nur für gembpnlicp mit bergleicpen ©efäßen ju fepöpfen, iflpöcpft fcpäblicp. glber nocp fcpäblicpcr ift bleihaltiger SBcin, eine Vergiftung, bie auS rucplofcr ©eivinn* fud;t n?opl zuweilen vorfommt, unb halb werben bann bie, bie oft bavon trinfen, bie unglüefliepen folgen inne werben. Docp niept allein burep Olaps rungSmittcl fann unfer Jtörpcr mit Vlei vergiftet werben, auep alle biejenis gen, welcpe Vlei ober beffen Bubereitungen viel anwenben, bearbeiten ober beffen Dämpfe einatpmen, ftnb biefem Unfälle auSgefept; bapin gehören na# mentlicp 'Dialer, ©laSarbeiter, Döpfer, u. f. w. - Dic2ßiifung beS Vieles zeigt fiep zunäcpjl in ben VcrbaunngSwegen, eS maept ben •lltpem ungemein übelriecpcnb, veranlaßt Drocfenpcit im Diunbe unb großen Dürft, eS entftept Diangel an Appetit, Vläpungen, faureS, füfjeS, bitteres 2lufftos fjen, Erbrecpen Von galligen, verbotenen Stoffen, geibesverftopfung unb 492 5luölcerung trocfencr, fchwarjer, fugliger ©jcreniente ober unbezwingbare Diarrhöe, l?octyft läftigeä Drücfen int Unterleibe unb enblich ein ungemein fcfynierjfyafteS @injiet)en bcr -iRabeTgegenb, bie oft bi3 anS (Rüefgrat angepreßt wirb. Diefe UnterleibSfchmerzen nennt man eine Sleifolif. 2Jlit biefcn Sefchwerbcn unb ber nun eintrctcnben Qlbmagerung verbinben fich bann and) noch bcbeutenbe Störungen im Servcnfpjlem. DaS ®ift erjeugt Jraurigs feit, 9licbcrgcfd;lagenheit, eS entfielet Schwinbcl, ßittern ber ©lieber, heftige Schmerzen unb ßuefungen, allgemeine ©ntfräftung, Ohnmächten, enblich Zähmungen aller Slrt, Slinbhcit, Schwerhörigfeit, namentlich aber ein gc= lähmtet ßuftanb bcr obern ©liebmaßen. Uöirb bem Ucbel nicht (Sintjalt gethan, fo erliegt ber auSgezehrte Ötrahfe einem qualvollen Jobe. Sei ber acuten Sleivcrgiftung wirft als bcfteS ©egcnmittel eine Slufföfung von ©laus berfalj ober Sitterfalj (2-3 Both) in als ©etränf; bie Se= hanblung ber Steifolif, bie mit vielen Schwierigfeiten verbunben ift unb nicfyt äugenblieflieh ©efaljr broljt, ift nur einem 2lrjte 311 überlaffen. 5) SUineralfäuren (Schwefels, Salpeters, Saljfäure), auch Sflanjenfäure (Jtlcefäure). Der ©enuß berfelbcn ruft 2lnä|ung ber t£>äute, mit benen fte in Scrührung fornmen, unb nachfolgenbe ©ntjünbung unb Sranb, namentlich aber beS SchlunbeS, tagens unb ber Därme hervor. S)ie Sippen, bie Schleimhaut beS SftunbcS unb SchlunbeS fehen gerunjclt, braun, gelblich ober weiß gefärbt auS, cS geigt fleh unb faureS Qlufs flößen, bie heftigften Seibfchmerjen, ©rbrcchen brauner ober fdjwarjcr SJlafs fen, Schlingbefchwerben, Slngfl, ßuefungen, 3rrcreben, Job. - 9)lan gebe biö jur ärztlicher <§ülfe ungefäumt gebrannte ober fohlenfaure SKagnefta, auch .treibe mit Viel SBaffer, Seifenwaffer, Beinöl, SJlilch. ©es lingt cS, burch biefe Mittel bie augcnblirfliehe ©efahr ju heben, fo bcbarfboch bie mcift nachfolgenbe ©ntjünbung beS klagens unb bcr Därme einer forgs fälligen ärztlichen pflege. § 230. b) Sßflangenfltfte. £ßir wollen hier nur biejenigen ers wähnen, bie am häufigften im gewöhnlichen Serfehr Scranlaffung jur Sers giftung abgeben. Der Schierling, bcr häufig burch Serwechfelung mit Seterftlie genof* fen wirb, erregt ©ongeftionen nach bem «topfe, iHaufch, Sctäubung, Sd/wins bei, Jrübung beS ©ejtdjtS, Schlaffucht ober Jobfucht, «trämpfe, Schluchzen, heftiges Söürgcn, Erbrechen, Schntcrjen im Unterlcibe, blutigen Urin unb blutige Stühle, Schlingbefchwerben, Stimmloftgfeit, Qlthcmnoth unb enblich Job. - 2)ian gebe fofort ein Srechmittcl auS | Drachme Srechwurzd unb bei Qlufgetriebenhcit bcS Unterleibes OlicinuSöl, nach h>nbinglid)cn SluSlees Titngen reiche man gerbfäurehaltigc 2lbfochungen (von ©ichcnrinbe), ©fftg mit SBaffer, Jtaffce. S i l Z e unb S d? w ä m m e. Diefc rufen tfieilS burch ©ntjünbung beS SllagenS unb ber Därme, tl;eilS burch Slffectionen beS SQerVenfhftcmS gefährs 493 lidje Spmptome hervor; bie entjünblichen (Srfdj ein ungen befleißen in Jtragen unb ©rennen im Schlunbe, großem Dürft, ©jürgen unb ©Zagen« unb Darmfchmerjen, Auftreibung beS Unterleibes, Stuhljwang ober (Sntlee- rung blutiger Stühle unb blutigen UrinS, bie nerböfen jeigen ftd? als @in= genommenbeit beS ÄopfeS, ©etäubung, Schlaffucht, ©eänftigung, Buduns gen. - ©Zan bewirte junächft ©rbreepen burch beS SchlunbeS mit einer 8'eber ober von | Ducntchen unb gebe gleichzeitig abführenbe mit VicinuSöl; ift baS Srgriffcnfein beS ©ZagenS vorherrfchenb, fo gebe man ölige ©Zittel (VicinuSöl), fchleimigeS ©etränf, aber auch reichlich falteS ©Baffer, lege ©lutegel an ben Unterleib unb über benfelben. § 231. c) DI)terifd)e ©tffe. Alle 3nfeftenftidje, bie burd) Buden unb ©rennen läftig werben, auch wohl ®cfd)Wulft veranlaffen, wie ©ienen« unb «ftorniffenftiche, ftnb auch eine Art Vergiftung. ©lau fann fte fdjneU heilen, wenn man Salmiafgcift auf ben ©iß bringt unb biefen bamit wäfcht. (Sin fichereS ©Zittel, ftd? gegen Bnfeften ju fchügen, ift baS ©Safchen mit Del, waS baljer ju vcranflaltcn ift, wenn man ftch in Schlafpläge von Jlöhe, Söanjen, ©lüden u. bgl. begeben muß. ©ei empfinblidjen ©erfonen tonnen bie fpanifd)en fliegen fchon äußerlich als ©lafennüttel angewanbt, hervorbringen, nämlich Dreibcn auf ben Urin unb ©rennen bei beffen Abgang. ©Serben fte zufällig ober abftchtlich in größerer ©lenge auf bie «haut ober in ben ©Zagen gebracht, fo bewirten fte junächfl (Sntjünbung ber Vieren, fo baß gar fein Urin mehr abgefonbert wirb, unb boch ber tycftigfle Drang baju anhält; auch ©luthars nen ift eine gewöhnliche fSolge. 3n noch größerer ©Zeuge ober nod) längerer Anwenbung entjünben fte ©lagen unb Sdjlunb, bringen blutiges (Srbrechen, blutige Stuhlausleerungen, fürchterliche Schm er jen, «Ronvulftonen hervor unb tobten auf graufame ©Seife. - ©ei Vergiftung nach bent inneren ®e« brauche ber fpanifchen fliegen entleere man biefelben fchleunigft burch Dar« reichung eines ©rechmittelS (£ Ducntchen ©rechwurjel auf einmal), gebe große ©Zeugen fchleimigen ©etränf S, auch berartige JUpftiere (aber ja fein Del, ba bicS ben blafenjiehenben Stoff in ben fpanifchen fliegen nur noch mehr löft) unb als eigentliches ©egengift «Rampher(Vr. 118); baS entjünb* liehe 2eiben ber VcrbauungS* unb £arnwerfjeuge ift mit Aberlaß unb ©lut« egeln nach ärztlicher Vorfchrift ju befänden. - ©ei einer Vergiftung burd) äußere Anwenbung ber fpanifchen fliegen finbet biefelbe ©ehanblung ftatt mit «hinweglaffung beS ©rechmittelS. DaS gefahrvoQfte unb fchredlichfte aller thierifchen ®ifte in unfern Jtli» maten ift baS ©Suthgift, welches für gewöhnlich ftd) jwar nur beim 4?unbee gefchlecht, wahrfcQeinlich aber auch Iwi ben «Ragen ursprünglich erzeugt; allein auch burch einen ©Suthaffeft bei jebem anberen Dhicreftch ents wideln fann. ©eim •hunbe äußert ftch bie «Rranfhcit anfangs als eine 494 entjünbung, bte ihm baS Schlingen beßhwerlicß macht, ohne ihm bie Sufi junt (Eßen unb Crinfen ganj ju nehmen; iß freunblich, fpielt, bocß nicht fo munter als fonß. CaS Reifere Sellen geht unmittelbar in Genien über, wobei her ben Jtopf in hält; feine Stimme flingt eigen» thümlich Reifer, ber läßt bcn £alS nicht anrühren unb fchnappt nach Sebent, ber bicS ju thun verflicht, felbß nach feinem <§errn. Oft ftirbt er fcßon in bicfcm Suftanbe, ben man gewöhnlich bann als ft i I le üöuth bejeich« net. Sn ben meißen Satten aber ßeigcrt ftch baS Sieber unb geht in treibe Slaferet über, in ber er fortläuft unb QXlleS beißt, WaS ihm in bcn 2öcg f ommt. ®ctröhnlich glaubt man, baß bie 9B af f e r f ch e u ein ßchcreS «Renn» jeichen biefer Jtranfheit fei, weSljalb man ihr auch biefen Sttamen beigelcgt hat; man hat aber Unrecht, benn tl;eilS wirb biefelbe Srfcheinung auch bei berfchtebenen anberen SQervenfranfheiten angetroffen, theilS fehlt fte auch oft fotvohl bei Schieren als bei SJtenßhen in ber vollfommen auSgebrochencn •ftottiruth. Cb nun jtvar in ben häußgften Satten bie SSaßerfcheu ju ben djarafteriftifchen Seichen biefer Jtranfheit gejäQlt werben muß, fo barf man boch auö ißrer Wbwefenheit nicht folgern, baß ein folcßeS !th'cr muth* franf gewefen fein fönne, beim man hat entfchicbcn tolle «§unbe unb SSölfe gefehen, bie viel gefoßen Xjaben, bie über Slüße gefchwommen ßnb, unb bie Von ihrer Sahn ablenften, um ftch auf tDlenfchcn ju ßürjen, bie mitten im SSaßer arbeiteten. Cie Collwuth tvirb bcn W?enf<hen mitgctheilt entweber burch ben Siß eines an biefer Jtranfhcit Icibcnben ClßercS, ober auch nur burch baS Sefu» bcln ber 4?aut mit betn ©eifer beffclben an Stellen, wo entweber biefc von ihrer Oberhaut entblößt war, ober wo fte nur mit einer feljr feinen ©ber» haut bebeeft iß, j. S. an bcn Bippen. BluS ber Scrlc|ung felbft fann man eS nicht ernennen, ob fte von einem wuthfranfen Chier beigebracht würbe ober nicht; bie SBunbeiß nicht fehmerj» hafter als jebe anbere Sißwunbe unb heilt eben fo fehnett. (Daher fann man anfangs nur burch genaue (Ermittelung aller Untßänbe einigen Bluffchluß über bie wahre Sefchaffenhctt eines foIcQcn SiffcS erhalten. BlnbcrS verhält ftch aber freilich bie Sache, wenn baS ®ift, nachbent eS halb fürjere halb längere Seit hindurch unthätig im Körper verborgen lag, bann anfängt feine Vcrnichtenbe Jtraft ju enlwicfcln, beim bann wirb fo eineSBunbe wieber von 9lcucm fchiüerjhaft unb bricht auf. Scboch iß eS von ber größten Sßichtig» feit, eS gleich nach beigebrachter Serwunbung ju wißen, ob baS Slßcr, wel* cheS einen gebißen f;at, ju biefer Seit vollfommcn gefunb ober franf war, unb in Ie|teren Salle, ob eS an ber Collwutl) gelitten -llllcin meißenthcilS* bleibt man barüber in Ungewißheit, beim entweber iß baS Cßier entfommen, ober eS Würbe, ohne baß man ftch von feinem Bit* ßanbe näher unterrichtete, foglcich getöbtet. ©roßen Scrbacht muß cS im» mer erregen, baß ein folctycS $hter toll war, wenn ber Siß unter folgcnben 495 Umftänben 6eiget>racQt würbe: 1) beim SCBotf, trenn biefer Sfricre unb Sllenfchen, bie er erreichen fann, anfällt unb beifit, ohne babei im minbeften £uft ju bezeigen, fte Verehren ju trollen; 2) bei grafjfreffenben Spieren, wie 3. 33. bei einem Olinbe, $ferbe ober ©fei, trenn biefe fonft nicht bie ©e» irofynljeit hatten 311 beißen, unb trenn biefe vorder von einer <Ra|e, einem Hunbe ober Sffiolfe gebiffen würben; 3) bei einer <fta£e, wenn biefe fetyon einige Sage vorder nicht effen unb trinfen mochte, ftch ftetS verftecft hält unb ftch bann plö§lich, ohne flcreijt worben 311 fein,« auf Spiere unb Sllenfchen ftürjt, um fte ju beißen; 4) beim Hunbe, ber gewöhnlichfte Sali, wenn bei biefem entweber bie oben angegebenen ©rfcheinungen wahrgenommen wur= bcn, ober trenn berfelbe traurig würbe, ftch verfroch, bunflc einfame Orte Juchte, er matt unb abgefchlagen unb beftänbig wie fchlaftrunfcn 311 fein fehlen, trenn er nicht bellt, aber ohne wahrnehmbare Urfache öfters fnurrt, (Sffen unb Srinfen verweigert, einen fchwanfenben ®ang hat, unb, wenn bie» fer ßuftanb einige Beit gewährt hat, bann plöhlich bie ÜBohnung feines Herrn verläßt, bie Qluthe 3trifchen bie Hinterbeine Jlemnit, feine Qlugen fticr unb glänsenb ftnb, baS SJlauI offen fleht unb Voll ©eifer ift, fein Haar ftch fträubt unb er fleh auf 5lUeö waS ihm in bcn 3Beg fommt wirft, eS beißt, bann aber wie befriebigt unvertreilt wieber weiter läuft. 3lm ßeichnach läßt eS fleh fchtrer erfennen, ob ber Hunb bie wahre 3Buth gehabt habe; am wahr» fchcinlichften wirb eS, wenn man beffen Silagen voll überbauter Singe ßnbet, bie 311 SQahrungmitteln gar nicht fchicflich ftnb. Hier noch mehr über biefe Jiranfb;eit 311 fagen, wäre unjWecfmäßig, benn eS ift hinlänglich, ben £efer barauf aufmerffam gemacht 311 haben, bap jcbeS ©rfranfen eines HunbeS, ja jebe augenfällige 3lcnberung in feinem früheren betragen äußerft Verbäcßtig ift, unb bah ber SSifj eines folgen HunbeS, fo» Wie eines jeben anberen er3Ürnten XhiereS, befonberS wenn cS bei ber 33cgat» tung geftört wirb (3. 33. einer Gute, eines HahnS), ftctS fchleunige ältliche Hülfe nothwenbig macht. @S wäre SBahnftnn, wenn man bie Sache auf gut ©lücf anfommen laffen wollte, ober wenn man glaubt, man fönne burch einige Hausmittel ober burch angepriefene ©ehcimmittel bie ©efaßr ahmen» bcn, benn bann bleibt ber SluSbruch ber Sollwutl; über lang ober fur3 im» mer 3U befürchten, unb ift biefer einmal erfolgt, bann ift jebe Rettung 3wei» felhaft, wo nicht gan3 unmöglich; hingegen eS aber feft, baß burch eine jweefmäßige unb bei Seiten veranftaltete 33ehanblung biefer furcht» barften aller Jtranfheiten mit aller ©ewißheit vorgebeugt werben fann. Silan würbe ftch wahrlich gegen ftch ober bie ©einigen frevelhaft verfünbigen, wenn man eS unterließe, fo früh als möglich ältliche Hülfe 31t Juchen, weil man nur bann gan3 fummerloS ber ßufunft entgegen fehen fann. 33iS jur Herbeifchaffung ber nötigen Hülfe laffe man bie SBunbe gehörig auSbluten unb bejörbere bieS noch burch eines troefenen SchröpffohM, brenne bie SSipfteHe burch ein ©lüheifen ober burch barauf 496 geflrcuteS Schießpulver auS unb erhalte nad) SIbftoßung beö Vranbfd)orfe3 bie offene SSunbe Vermittelfl gliegen wenigflenS fecfyS 9£od)en lang in Siterung. - SQur fo, wenn biefe Mittel ogne Verjug unb felbft bei fcfyeinbar unbebeutenben Verlegungen in 9lu3fü1jrung gebraut ftnb, fann man ftdjer vor ben möglichen traurigen folgen fein, VicQt minber fd?rerflid? ifl bie Vergiftung burd; ben SJliljs branb, Welcher ftd; von miljbranbigen gieren burcfy Berührung leicht auf f Vcrfonen überträgt, bie mit ben franfen Spieren ober beren Abfällen in nähere Verirrung fommen, wie Schäfer, glcifcher, 9lbbcrfer, «ftürfctyner, ©erber, Seifenfteber u. f. w. - Vag gell, Vlut, gett, bie VJoUe u. f. w. ftnb bie Präger bcg feljr ferner jerflörbaren Jtontagiumö, weßhalb aud) bag (leiber aug ©ewinnfudjt oft umgangene), ®efeg flreng vorfcfyreibt, berartige gefallene Spiere mit <£>aut unb <§aar, SDtifl unb «Streu ju vertilgen. - (Sinige ßeit nach erfolgter 9lnfterfung jeigt fleh, meifl an ben unbeberften (Stellen beg Körperg, ben <§änben, Firmen, am im ©eftcht, unter Surfen, wie nach einem Snfeftenflid), ein rotier glcrf unb unter ber *f?aut ein linfcnförmigeö, IjarteS, «ftnötdjen, bag ftcfy fcfyneU vergrößert unb über bcm ftd? ein mit 3aud?e gefülltes Vlaödjen ergebt. - Vie £ärte nimmt immer meljr ju, wirb unverfdjiebbar, baS Vläöcgen £la£t, bie er= goffene 3aud?e ruft neue Vranbblafen tyerbor, ein gieber gefeilt ftdj baju, unb ber Vob ifl ber gcwöl;nlid;fte 52luögang. - 9113 ©Zugmittel ift folgen Verfonen, bie mit miljbranbigem Vtcfy ju tljun fyaben, bie größte Uteinlicgfeit, Vefireidjten ber £änbe mit gett ober Del, Sßafcfyen mit ver« bünntem ©ßlorwaffer anjuenipfetylcn; bei einer flattgegabten Vergiftung äge man bei fcgleunigcr Veforgung ärjtlictyer «fjülfe bie inßcirte Stelle mit tau« ftifdjeni Stali ober brenne fie mit einem glüfyenbcn (Sifen auö unb mad)e nadp« $er unauggefegt Umfdjläge von (Stylorfalfauflöfung. 497 > u ft n n g. unt* biätettftye ©etränfo SInmertuug. (Sin Pfunb SRcbicinalgettndjt hat 24 £oth ober 12 Unjen; bieUnje (2 £otlj) hat 8 Drachmen, bie Drachme (1 Duentdjen) 3 Strupeb ber ©frupel 20 @ran. 9lr. 1. <§intbeeref fig. Stimm: einen Styeil frtfd>e Himbeeren, gieße 2 Üßeinefftg barauf, laße bieg einige Xage flehen, feilje eg bann ab unb fülle ben @fßg auf gut Str. 2. Äir fcpeffig. Stimm: einen Sfceil faure Jtirfchen, fülle fle, nach* bem man fte etirag gequetfdjt hat, in eine fHafdje, gieße 2 Steile (Sfftg barauf; biefer wirb nach einigen Xagen irieber abgegoffen, burch ein Such nefeil;t unb bann aufbewahrt. NB. 2luf gleiche 2lrt fann man aug Sohannigbeeren ober SBerberigbeeren einen angenehmen CSfftg madjen. Str. 3. Pianbelmil dj. Stimm: 2 £oth füße Planbeln (nach Pclieben tonnen auch einige bittere hinjugethan werben), brühe fte mit focpenbem Sßaffer unb fcfyäle fte. 2luf bie gefehlten Ptanbeln gießt man unter be* ftänbigem «Stoßen unb SRciben in einem Ptörfer nach unb nach £ Duart Sßaffer, brüeft eg burdh ein Sud) unb fefct 1 ßoth gefloßenen ßuefer hinju. Str. 4. Ptolfen. ßu einem Duart SDlild) fefct man beim Einfang beg 2luffod)eng 1 Sfrupel SCBeinfleinfäure unb feihe bie geronnene fjlüfftgfeit nach bem ßrfalten burd?. 9lr. 5. SQimm: Scorjonerenivurjel, Heine Oloßnen, Von jebem 6 £oth; Perlgraupe.unb Süßholjmurjel, von jebem 1 £oth, brühe bieg mit 1 Eluart Höaffer, feihe eg burch, laffe eg falt irerben unb fe|e (Sitronenfaft nach belieben hinju. Sh. 6. Stimm: Perlgraupe ober 4?afergrü|e 4 Soth, fodje eg eine Pierteb flunbe mit 1 Eluart Pöaffer, feihe eg burch unb fege ßitronenfaft unb Sucfer nach Pelieben hinju. 498 Str. 7. SluSnehmenb füfjle Jränte. Stimm: 1 Quart ©runnen« iraffer, Himbeers ober SobanniSbeer* ober <Rirfcbs oüer SSerberiSfeers ober SJtaulbeerfaft 2 ©filöffel, SCBaffer 1 Quart, ©itronenfaft nad) ®e« lieben. Str. 8. Stimm: geriebenes tjarteS 2 £oth, giefje 1 Quart SBaffer barübcr, feihe eS burch unb fe£te 2 (Sp löffel 3ohanniSbeerfaft Str. 9. Stimm: SRilchjucfer 1 Sott?, lofe ihn in 1 Quart SBaffer auf unb fe£e ober SKauIbeerfaft 2 ©fjlöffel tyinju. Str. 10. Stimm: ireipe Steglife 1 Both, löfe fte in einem Quart heifjen SBaffer auf unb fe£e 2 ©piöffel ©itroncnfaftsSprup tyinju. NB. Str. 8, 9 unb 10 ftnb befonbcrS beim fieberhaften Jiatarrl; ans jumenben. 9tr. 11. Stimm: «§trfe unb Stets, von jebem 2 £oth, fodfe eS eine 23iers telflunbe mit 1 Quart SBaffer, feilte eS burcfy unb nach belieben 3ucter hinju. Str. 12. Stimm: gefd?älte füfie SDtanbeln 2 Both, weißen SDlohnfamen unb bereite wie Str. 5 eine SJtanbelmilch. Strt 13. Stimm: geraffeltes >§irfchhorn 1 Both, arabifcßeS ®ummt | £oth, toefe öS | Stunbe mit 1 Quart 29 aff er, feiße eS burch unb fefce 4 ©fj(öf» fei ©ibifchfaft hinju. NB. Str. 11, 12 unb 13 finb in unb außer bem fieber bei Qurcfj« fällen bienlich. hierbei ift überhaupt noch ju bemerfen, baß bei allen Slbs fochungen von mehligem Samen eS barauf antommt, baß fie fehr bünn unb Har ftnb. Sinb fte fehr bief unb fchleimig, fo werben fte cfelhaft unb befefweren ben Silagen. Qaher muh bie Stenge beS SöafferS ju ber ber ®rü£e groß unb baS Qurcffchlagtuch bid?t fein, unb man muh nachher noch ben Xranf flehen laffen. Der biefere $heil jtep bann ju ©oben, ber bünnere wirb flar abgegoffen unb giebt bann ein geeignetes ©etränf für Jtranfe. Str. 14. Stimm: gereinigten SBeinftcin 4 £oth, 2 Both, giepe 1 Quart Sßaffer barüber, laffe eS flehen, bis ber Söeinflcin aufgelöfl ift, feihe eS bann burch unb fe£e 3 boU Otofenfonferbe hinju. Str. 15. Stimm: gereinigten SBeinftcin 4 Both, Heine Sioftnen 4 £oth, giefje 1 Quart heifjeS SBaffer barüber, laffe eS einigemal gelinb aufmallen unb feihe eS bann burch. Str. 16. SlamarinbensSJioIfen. Stimm: heifje SJtilch | Quart, $a» marinbenmarf 4 fioth. lä£t bieS fo lange lochen, bis fleh ber Ääfe abgefchiebcn h«t; nach bem ©Halten feilet man eS burch. Str. 17. Stimm: Samarinbenmarl 2 Both, Heine tRofinen 4 £othz feigen 499 4 Stücf; bieß wirb mit 2 Duart Sßaffer biß jur «§älfte eingefoctjt, auß« gefühlt unb hem Jtranfen nach belieben taffenweife gereicht. Str. 18. Jirpftallwaffer. Stimm: QBeinfteinrahm 1 £oth, focQe eß mit 1 Cluart SB aff er, biß fleh baß $ulber aufgelöft tjat; Wenn eß außgefüfylt ift fchneibe 1 ßitrone hinein unb fc£e bie gehörige Stenge ßutfer tjinju jum beliebigen ®etränf. Str. 19. Stimm: fohlenfaureß Jtali 1 2)rathme, frifd? gepreßten C5itro= nenfaft 10 Drachmen, beßillirteß Söaffer 3 Unjen, ßuefer 2 Drachmen.-• Sille 2 Stunben 2 Eßlöffel. Str. 20. 93 rauf epuloer. Stimm: boppcltfohlenfaureß Statron 1 £oth, SScinßeinfäure 3 Ducntcpen, ßuefer 7 Duentchen.- Sille 2-3 Stunben wirb j-1 Teelöffel bauen in einer Daffe iöaffer wäljrenb beß Slufbrau« fenß genommen. Str. 21. (Snglifdjeß 93raufepulber. Stimm: Statronweinftein 2 Oucntchen, boppcltfohlenfaureß Statron 2 Sfrupel, gieb bieß $ulr>er in weißem Rapier. Stimm: SCBeinfteinfäure 2 Sfrupel; gieb bieß in blauem Rapier Daß Sßulber auß bem weißen Rapier wirb in einem ©laß ßueferwaffer ge= löfl, bann baß auß bem blauen Rapier unb biefe SDiifct;ung wäljrenb beß Slufbraufcuß genommen. Str. 22. Stimm: Damarinbenmarf, Stanna, Von jebem | Unje, ©lauber® falj 1 Unje. - Jtocpe eß mit 12 Unjcn Sß3affer biß auf 8 Unjcn ein, feilte eß burep unb fepe pinju <£>imbecrfaft 1 Unje.- SlUe 2 Stunben 2 Eßlöffel biß pinlänglicpe Söirfung erfolgt. Str. 23. Stimm: Stitrum 2 Drachmen, ©laubcrfalj 1 Unje, 93recpweins ftein 1 ®ran, 93runnenwaffer 7 Unjen, <§imbeerfaft 1 Unje. - SlUe 5 • Stunbcn 2 Eßlöffel. Str. 24. Stimm: Staubelmilch 1 SPfunb, Stitrum 2-3 ®er= ftenjuefer | Unje. - Sille 2 ©tunben 1 Eßlöffel. Str. 25. Stimm: fubifeßen Salpeter 2 Drachmen, 33red)weinftein 1 ®ran, 7 Unjcn, Stanbelfprup 1 Unje. - SlUe 2 Stun* ben 1-2 ©ßlöffel. Str. 26. Stimm: Salnüaf, Süßholjwurjelfaft, Von jebem 1 Drachme; löfe bieß auf in Sinbenblüthwaffer 4 Unjen, 1 ®ran. - Stile 2 Stunbcn 1 ©ßlöffel. Str. 27. Stimm: ßßlorwaffer eine halbe biß ganje Unje, befHUirteß Sßaffer 7 Unjen, ßuefer 2 Drachmen. Umhülle bie mit bunflem SVapier unb öerpfropfe fie wohl. - SlUe 2 Stunben 2 ©ßlöffel. Str. 28. 93rechfaft. Stimm: SSrechwurjelpuIoer 1 Sfrupel, SSrech» weinßein | ®ran; Steerjwiebelhonig, «§imberfaft, Von jebem | Unje; 93runnenwaffer 1 Unje. - SlUe SSiertelfhmben 1 (Eßlöffel (bei Jtinbern 1 $heelöffel), biß Brechen erfolgt. 500 Str. 29. ®djmerjftillenbe 6a Ibe nad) tlnwenbung ton <Senf* pfaftern, Stimm: Stofenfalbe 1 Unje, ©leieffig 15 Sropfen,-2luf treidle Seinwanb geftriepen aufjulegen. Str. 30. Stimm: OiienbelfpirituS 3 Unjen, (Salmtatgeift, fVltes gentinftur, ton jebem | Unje. - Wüt ber flauen 4?anb in baS SRüctgrat unb bie Scheutet einjureiben. Str. 31. Stimm: ßimmtöl 10 Sropfen, Qlmbra=Sinftur mit StofdjuS | Orachme, «£>offmann'fd)en SebenSbalfam 1 Drachme, Schwefeläther 1J Drachme, Spbenham'S Saubanum 1 Sfrupel. - 5lUe 1, 2-3 Stunben 30 Sropfen in etwas Hßaffer ju nehmen. Str. 32. ©h in a* unb St ah Iw ein. Stimm* JtönigS=Gbina gepulvert 4 Soth; $omeranjenfchalen, ©ifen gepulvert, Von febern 2 Sott;; guten Stheinwein eine Sdafche. ■- SOtan läpt bieS wohl Verpfropft einige Sage an einem warmen Ort flehen, fcpüttelt eS aber babei oft unb feilet eS bann burefy. - ©in Voll 3-4mal täglich. Str. 33. Stimm: gerafpclteS Ouafftaholj 1 Unje; taffe eS einigemal mit einer gehörigen Stenge Qßaffer aufwailen, bann | Stunbe lang jieljen, feilte eS burch unb fege ber burepgefeihten «Jlüffigfeit im Von 8 Unjen noch ljinju: weinige Sthabarbcrtinftur 3 Drachmen, <§offmann'S Sropfen | Drachme, 1 Unje. - Säglicf? 4mal 2 ©plöffel. Str. 34. Stimm: Jtolombowurjel | Unje; mache eine tlbtodjung Von 8 Unjen barauS; aromatifcfye Sinftur 2 Drachmen. - tllle 2 Stunben 2 ©fjlöffel. Str. 35. ©alterte Von iSlänbifdjem Stoofe. Stimm: iSlfinbifdjeS SJlooS 6 £otl). DiefeS wirb über Stadjt mit 2 Ouentdjen in heiffein Höaf* fer aufgelöfler, gereinigter SfSottafcpe eingeweicht, bie 93itterfeit entfernt wirb; bann wirb eS, nacfybem baö Söaffer, worin baS 2tooS ein* geweidet war, abgegoffen worben ift, mit 2 Ouart Srunnenwaffer bis jur Hälfte eingelötet, bann burdjgefeieet unb ber Steft gut auSgebrücft. S>ar* auf wirb ein tjalbeS £otlj <Salep=$ulver, welches vorder burd) baS 9teiben in etwas faltem SBaffer in einen SBrci verwanbelt worben ift, ber 2lbfo= beS iSlänbifdjen 2)ioofcS binjugefefjt unb biefe wieber unter beftän* bigem Umrühren bei gelinbem Getier bis jur Hälfte, alfo bis ju | Ouart eingefoept, worauf bann bem nodf he'Ven Qlbfube 4 Sotty .RanbiSjucfer bei* gemifcht werben. - Säglid; 3-4mal 1-2 33ei lange anbaltenbem SchleimauSWurfe auS (Schwäche ber SBruft, bei 2(bjchrung nach gropen Säfteverlnflen wirb biefeS Spittel mit gutem @r* folge gebraucht. StiemalS barf jebod) ein trocfeneS, £ü» fteln, in ben £anbtellern unb in ben 2lbenbftunben eine allge* meine trotfene £i£e bei bem ©ebrandje biefeS Mittels ftattfinben, benn un* ter biefen Umftänben würbe eS ben Buftanb beS Jtranfen verfchlimmern. 501 Str. 36. SSlänbifctye 2tooS = Gtyofolabe. Stimm: fein geriebenen geröteten Gacao=ßucter 2 $funb, iSIänbifctyeS SJiooS, fein gepulvert, 1 $funb, 3 ßotty. - 2 Botty auf eine JXaffe jum Srütyftücf mit ober otyne SDiilrty gef octyt. Str. 37. $reijjelbeerentranf. üie in ber SJlitte September (nictyt frütyer) abgenommenen Leeren fommen, nactybem fte getyörig gewafetyen, gereinigt unb auSgelefen worben ftnb, in gläferne aber irbene ©efetyirre, werben mit Neiffern SBaffer ober Gfftg übergoffen unb wotyl jugebunben. So laffen ftety biefelben ein Satyr unb länger aufbewatyren, otyne baff fie an Straft verlieren ober verberben. ßu einem Siebertranf nimmt man gc» wötynlicty eine übertaffe voll Leeren, läfjt biefelben burcty ein leinenes Xucty brücfen unb ben geronnenen Saft mit einem tyalben preuff. üuart Qöaffer Vermifctyen. Gr bann nacty belieben mit ßuefer vermifetyt werben. Diefer Xranf fetymeeft überaus angenetym, wirft fetyr erquictenb unb fütylenb. Octy bekommen ityn bie Jtranfen faft nie überbrüfftg. Str. 38. Gtylor = 9t äucty er ung. 6 Botty «Roctyfalj unb 2 Botty gcpulVers ter 33raunftcin werben forgfältig mit einanber vermifetyt nnb mit 4 Sotty verbannter Sctywefelfäure übergoffen, worauf ftety bie Gtylorbämpfe ents wicfeln. Oe guten «RlcibungSftücfe, SteubleS, <&vicgel, befonberS polirteS Sites taU muffen auS bem ßiinmer entfernt werben, ba burcty bie üämpfe biefe Sactyen leiben. Octy erregen fte ftarfen duften, unb Gngbrüfligfeit, ba= tyer werben fte Von Äranfen, bie an Sruftbefctywerben leiben, nictyt Vers tragen, man muff fte bann lieber öfter unb in Heineren Portionen ents wicfeln. Str. 39. Salpeterfaure Stäuctyerung. Of 2 Botty «Salpeter wirb rotye Sctywefelfäure (2 ütctyti.) tropfenweife gegoffen, worauf ftety weitye üampfe entwicfeln, bie milber, aber aucty nictyt fo wirffam als bie Gtylors bämpfe ftnb, immer jebocty aucty biefelbe 33orftctyt erforbern. 9lr. 40. 9limm: SSrectyweinftein 3 ®ran, beftillirteö SBaffer 3 Unjcn. - Oe 33iertelflunben 1 Gfjlöffcl bis jur getyörigen UBirfung. 9lr. 41. üRimm: Sßeinfteinratym i Unje, SSrectywetnflein 1 ®ran. S'tyeife bieS in 8 Pulver. - s2llle 2 Stunben ein Stücf in einer JXaffe Sßaffer ju netymen. 9lr. 42. SQimm: Salmiaffalj 1 üractyme, SBaffer 1 $fb., Sauertyonig 1 Unje. Oe 2 Stunben eine tyalbe Jtaffe. 9lr. 43. ÄütylenbeS Jtlpftier. Stimm: eine Ofoctyung Von Hafers grütye ober Jtleien 2 Waffen voll, Sauertyonig 2 Gplöffel. - ßu einem Älpftier. Str. 44. Stimm: üoVerfctyeS Pulver 5-10 ®ran, ßuefer | Üuentctyen. - Stacty jebeSmaliger gu netymen. 502 9h. 45. 9limm: Jatnarinbenmarf 6 Sotb, weinfleinfaurcS Jtali 3 Quent« cf}en, ©Jaffer ein flcineö fjalbeö Quart.-©de 2 Stauten eine ljalbe Jaffe. 9lr. 46. 9limm: <Vlieberblütt}maffer 7 Unjen, ©rechtveinflein 1 ®ran, 1 Unje. - ©de 2 ©tunten 2 Sfjtöffel. 9lr. 47. 9hmm: Sinbenb(ütt}ivafjcr 7 ©rechtvetn2 JDrachmen, Silie« berfprup 1 Unje. - Slde 2 ©tunten 2 (S-fjlöffcl. 9h. 48. 9lintm: frifet) geprefjteö 2)?anbelol, Schleim ton arabifchetn ®ummi, <3ibifcbfaft, von jebem 2 Sott}, ©Jaffer 4 Jaffen. - ©Jo(}l um« gerüttelt ade 2 ©tunten 2-3 (Sfftbffel. 9h. 49. 9limm: ®ibifcbfatbe, graue ©albe, ton Jeter 2 Sott}.- ©Jirb mcfferrüctenbief auf Seinmanb gcftrictyen. 9h. 50. 9limm: Söivenjahn« unb ©itterf(ee=®jtract, Von jetent 2 Quent« d}en; meinige Oibabarbertinftur, <§offmannfcheg ©tagcnelipr, ton jetent 3 Quentchen; ©Jferffermünjtvaffer 8 Sott}. - 4mat beö JageS ein ®fj« löffel. 9h. 51. Jranf V on iStäub i f ehern 2)1 ooö. 1 Sott} iStänbifcheS 2)?ooS tritt mit f Quart ©Jaffer bis auf | Quart eingcfod}t unt mit gleichen Jbeiten 2)lilcl} Vermifd}t taffemreifc ten Jag über Vermehrt. 9h. 52. ©ruftfaft. 9limm: ©cbleim Von arabifcfyem ®ummi, Jtapidärfaft oter (Sibifchfaft, von jebem 2 Sott}. Defter einige Jbeclöffel voll ju nehmen. 9h. 53. 9hmm: frifch füfjeS SD?antelöl 2 Sott}, arabifcheS @ummi gepulvert ein Sott}. Oieibe bieS mit 6 Sfflöffctn 2)?anbelmilcp unter einanter unt gebe tann immer gut umgefd}üttelt ftüntlict} 1 @f« löffel. 9h. 54. £8rnftt f}ee. 9limm: (Sibifchivurjel, ßucfermurjel, Jtraut unb ©turnen Von <§uflatag, Sohanniöbrob, von jebem 4 Sott}. 2)ieS mirb 2l(leö gefd}nitten unb gut unter einanber gemengt. - hiervon focht man 4 Soth mit einem Quart SBaffer eine ©tunbe lang, bann 1 Soth ©üphotjtrurjel l}inju, Iäf;t biefe eine ©Seite sieben, feit}et eS burd} unb vermehrt taffentveife täglich eine folche Portion. 9h. 55. Gin anberer ©ruflthee (von «fjufetanb). 9limm: ©Sotl« frautblumen., 4?nflattigblätter, gtieberblumen, ©ühbvtjivurjet, ®ibifd}« ivurjet, von jebem 2 Soth; t^lorentinifd}e ©eitcbenwurjel, Send}c(famcn, von jebem fect;ö Quentchen. - 2)ian nimmt hiervon 2 Soth auf | Quart ©Saffer. 9h. 56. ®röffnenbeS Älpftier. 9limni: 2 Quentchen Seife, töfe fte in 3 Jaffen tvarmen ©BafferS auf unb fefce 1 Gfjlöffel Voll Qel unb 2 Jheelöffel ßiicter hinju. 9lr. 57. ®in anbereö begleichen. 9limm: 2 Soth ©ennalahvergc unb 1 Soth fcbivefelfaurcö Jtati, töfe bieS in 3 Jaffen ©Baffer auf. 9h. 58. 9hmm: falpeterfaureö Jtali 1 Quentchen, 2)ianbehnilch 6 Unjen, araBifdjert ©ummifcbleim j Unje, Bitteres Stanbeltoaffer 2 Duentcben, Butter eben jo fiel. - tlUe Stunben 1 ©fflöffel. Str. 59. Stimm: frifcß gepreßten ©itronenfaft | Unje, fohlcnfaurcg Jtali bis jur Sättigung, Sinbenblütbivaffcr 4 Unjen, bitteres SJlanbelmaffer 1 Duentcben, Bncfer 2 Duentcben. - title Stunben ein ©plöffel. Str. 60. Stimm: Statronmeinfiein 2 Duentcben, tSrunnemvaffer 6 Unjen, bitteres SDlanbeltoaffer 2 Duentcben, <£>imbeerfaft | Unje. - title 2 Stun* ben 1 ©fjlöffel. Str. 61. Stimm: eifigfauren Salmiaf=£iquor 1 Unje, SSrecbmein 1 Duents eben, Slieberblütbtvaffer, beftillirtcS tßaffer, Von jebem 4 Unjen, Butter i Unje. title 2 Stunben 2 ©fflöffel. Str. 62. Stimm: jufammengefefcten Sennastlufgufj, ©raupenfdjleim Von jebem 3 Unjen; Sitterfalj | Unje.-tlUe Stnnben 2 ©fflöffcl big jur äßirfung. Str. 63. Stimm: Senegatvurjel 2 Drachmen, foebe fte big jum Sftütfftanbe von 6 Unjen 1 SSiertelflunbe mit hinlänglich Viel Söaffer; Salmiaffalj 1 Duentcben, arabifeben ©ummifcbleim 1 Unje, gereinigten Süpl;oljfaft 2 Duentcben.- title 2 Stunben 2 ©ßlöffel. Str. 64. D p i at f alb e. Stimm: Dpium | Drachme, tllthäenfalbe 1 Unje. 33ei heftigen Scbmerjen eine grop einjureiben. Str. 65. SchmerjftillenbeS Stimm: 39ilfenfrautpflafier 1 Unje, Dpium | Drachme. - tluf £eber gefhicben aufjulegen. Str. 66. Stimm: verbünnte Scbmefelfäure 1 duentcben, 4 ßoth* ©inen ©fjlöffel voll unter ein @laS SEaffer jum ©etränf. Str. 67. Stimm: <JieberfIee=(Sgtraft, 2ßermuih=©£traft, von jebem 2 Duentcben; $fcffermünjivaffer 4 Unjen, jufanimengefc§teg ®tipr | Unje. - 4mal täglich einen deinen (Sfjlöffel. Str. 68. Stimm: Salpeter 1 Drachme, SBaffer 5 Unjen, Bucfer | Unje.- title Stunben 2 ©fjlöffel. Str. 69. Stimm: Salpeter 5-10 ©ran; SEeinfteinrahm, ©ummipulber, pon jebem | Duentcben, nufere bieS ju Pulver. - title Stunben einStücf in ttanbelmilcb ju nehmen. Str. 70. Stimm: fcbwefelfaureg (Shinin 8 ®ran, beftidirteS SEaffer 3 Uns jen, einfaches Bimmtivaffer 1 Unje, SEeinfteinfäure 4 ®ran, Bucfer 1 gotb. - title 2, 3 ober 4 Stunben 1 Sfjlöffel. Sir. 71. Stimm: gerafpelteö Duajftaholj 1 Duentcben, brühe eg mit 5 Unjen tBaffer, feilje eg nach einer SSiertelflunbe ab, laffe eg falt werben unb fege alobann 2 £oth Binnntwaffer nnb 1 £oth Bucfcr binju. - title 4 Stunben 2 Splöffel. Sir. 72. Stimm: fein gepulverte befte .Rönigg=(£hina 1 £otl>, gepulverte Seitaboniiatvurjel 2 ®ran, ©olbfcbtvefel 6 @ran. ttijebe bieg auf bag 503 504 Qttlergenanefte unb mache bann mit ein £otß Speriaf 12 Siffen. - SBc« ftreue biefelben unb gieb alle 3 Stunben einen IBiffen. 8Qr. 73, 9limm: effigfauren «Ralhiquor 1 £otp, 2 Quentchen, $fefferniünjtvaffer 14 £otp, Oipabarberfaft 2 £otf>. - SlUe 3 Stunben 2 ©fjloffel. SSr. 74. Stimm: ©ibifcpfalbe 2 £otp, graue Salbe 2Quentcpcn, «ftainpper 1 Quentchen. - (Sine £Ru£ groß 2mal täglich einjureiben. SQr. 75. Stimm: gepulverte JtönigSsSpina 3 £otp, cremor tartari 1 £otp, Salpeter 2 Quentcpen, Ateerjioiebelponig 2 £otp, SßachpolbermuS fo viel als nötpig ift, ein £attvcrg bamit ju bereiten. - 4mal täglich eine Stuft Srofj. 9lr. 76. Stimm: 39recpwein 1 llnje, Qlfonit=®jtraft, fafranpaltigeQpium» tinftur, Von jebem eine Drachme. - 3mal täglich 20 tropfen. Str. 77. Stimm: 33recpmurjelpulver | ©ran, AtuSfatenöljucfcr, meinen ßucfer, von jebem 10 ©ran. 3ßerfertige 12 folcpe Pulver. - 3mal tags licp 1 Stücf. Str. 78. Stimm: JtönigS=@pina 2 Sotp, SBaffer | Quart; laffe bicS 12 Stunben flehen, fcpüttele bicS oft unb feilte eS bann burch. - 3mal tag« lieh eine Heine STaffe. Str. 79. Stimm: eifenpaltige Salmiatblumen 1 Quentchen, (SnjiansGjtraft 2 Quentchen, $omeranjenfchalen=©jtraft 1 Quentchen, SOZeliffentvaffer 6 £otp, einfaches ßimmtivafjer 4 £oth, $omeranjenfprup 2£otp. - 4mal täglich 1 Stöffel. Str. 80. Scpn ecfcn = Slbf oepung. Stimm: Schnecfcn ohne Käufer (Limax rubra) 15-20 Stücf, fepütteauf fte 1 Quart Sleifcpbrüpe, rühre fte bamit jufammen, brücfe bann bie Atifcpung burch ein feines Such unb laffe biefe Portion, welcpe bie .ftonfiftenj einer ©aUerte erhält, ben Sag über Verbrauchen. 81. Stimm: effigfauren ÄaluSiquor 3 llnjen, Jtirfcplorbeermaffer J 4mal täglich 40-60 Sropfen in SBaffer ju nehmen. SQr. 82. Aii tepbab. SS iverben 2 Atepen Jtleien in einem Säcfcpen mit 8-12 Quart Aiilcp gefoept unb biefe nebft bem Säcfcpcn in'S ®ab ge« tpan. 2lu.p fann man nacp Umftänben 6 Uotp Seife in ber 2)hlcp auf» löfen. IRr. 83. Jtüplenbeö, fepr ju empfehlenb3 Abführmittel. Stimmt SBitterfalj 1 Unje, ÜBaffer fo viel als jur Auflöfung bcS SaljeS erforber» licp, verbünnte Schmefelfäure 1 Quentchen. - hiervon giebt man beS borgens nüchtern 1 Sfjlöffel voll in einem SSeinglafe voll Sßaffer. (Sine folcpe Portion bringt in ber £Rcgel nacp 4-5 Stunben ipre SBirfung per« Vor; bleibt fte jeboep auS, fo tvirb nacp biefet Seit eine jmeite genommen. £)aS Achtel betvirft Weber ©rfepöpfung noep (Stel, fonbern eS benimmt biefe im ©egentpeil unb füllt bie Jleijbarfeit beS AlagenS, treibt Shapern» 505 gen unb Verhinbert eine neue ©rjeugung berfeXBen, Verurfacht feine Unbe- haglichfeit, Schwäche ober ©rimmen; fann täglid) ober einen $ag um ben anbern ohne Staththc'f für ©tagen unb ©armfanal, auf welche eö Viels mehr günftig wirft, fortgenommen werben. NB. ©tcS SRittel fann ©lonate lang aufbewahrt werben, ohne ju Vers berben. Str. 84. jtüljlenber Umfchlag. Stimm: ©Jaffer 9 ©funb, Sfftg 1 ©funb, Salpeter 2 Unjen, Salmiaf | Unje. - ßum Umfdjlag. Ste. 85. Stimm: 3alappenwurjels©ulver 9-10 ®ran, Jtalomel 4-6 ©ran, 3ucfer 1 ©uentchen. - Verfertige 2 folche ©ulver; baö jweite wirb erft nach brei bis 4 Stunben gegeben, wenn baö erfle nicht gehörige ©Jirs fung mac(?t. (2)aö hinauf folgenbe Seibfcfjneiben wirb burcty £aferf am heften Str. 86. Stimm: Stitrum 10 ©ran, Jtalomel 1 ®ran, 3ucfer 15 ®ran.- ©Ile 2 Stunben 1 ©ulver. (©ntfteht nach biefen ©ulvern ein metalli* fefjer ©efchmacf im ©tunbe, fo fe£t man fte auS.) Str. 87. ©ugenwaffer. Stimm: Vleijucfer 4 ®ran, beftidirteS ©Jaffer 3 Unjen, ©piumtinftur | ®racpme. Str. 88. ©ugenfalbe. Stimm: rotten ©uecfftlber=©räcipitat 4 ©ran, frifctyc ungefaljene Vutter 2 ©rachmen; Vleiefftg, fafranhaltige ©piums tinftur, Von jebem | Sfrupel. - öfrüh unb ©benbö eine Sinfe grofj in'S ©uge ju Str. 89. Stimm: ©olbfchwefel 1 ®ran, Äalomel | ®ran, 3» cf er unb 2Rags nefla von jebem 10 ©ran. - 3mal täglicQ 1 Stücf. Str. 90. Saures ©uf bie gehörige ©lenge ©Jaffer werben 2 ©uart gewöhnlicher Sfftg unb 2 <§änbe rod Salj genommen; unter Ums ftänben fe§t man auch 4 ßoth Senfmehl hinJu« S'upbab mup laus warm burch 8-10 ©iinuten genommen werben, worauf man ftch fogleidh in'S ©ett begiebt. *Rr. 91. Vimm: fRitrum 1 ©erftentranf 3 Unjen, 2Raulbeers faft 1 Unje. - Sauwarm jum SRr. 92. Stimm: S'lieberthee 10 Unjen, Salmiaf Ij ©uentchen, Saiterljo* nig 2 Unjen. - 3um ©urgeln unb ©infprifcen. Str. 93. Stimm: Salbeis unb ftlieberthce 2 ©funb, ©impinellcnsSffenj 1 Unje, ©laun 3 ©uentchen. - 3um ©urgeln unb Str. 94. Stimm: 44Jimpinellen=®ffenj 2 3 Unjen.- ©Ile halbe Stunben 1 ©löffel. Str. 95. Stimm: ©impinellen--©ffenj 2 ©uentchen. - 15 tropfen auf 3ucfcr langfam im ©iunbe jerflieffen ju laffen. Str. 96. Stimm: ©oraj 4 Sfrupel, weißen £onig 1 Unje, ©Jaffer 7 Un- jen. - ©urgelwaffer. Str. 97. Stimm: ©laun 4 Sfrupel, >§onig 1 Unje, ©Jaffer 7 Unjen. 506 ©tärfenbeS ©urgelmaffer. - unb OenbS lange fortgefefct anju» tvenben. Str. 98. Sfimm: IBrecbmeinftein 1 Oran, Sfitrum 2 Quentchen, beftil« lirteS Sßjffer 4 Unjen, ©ibifcbfafr, Süpboljihrup, von jebem 1 Unje. - Sille jmei Stunben 2 ©fHöffel. Sfr. 99. Sfimm: Kalomel 6 ®ran, 2 ©ran, Sutfer 2 Quentchen. Steile bieS in 6 Pulver. - Sille 2 «Stunben 1 Pulver. Sfr. 100. Sfimm: bie Slbfocbung von 2 Quentchen Senegamurjel 8 Unjen, Salmiaf, SSrecbmein, 3tirfd; orbeerivaffcr, von jebem 1 Quentchen; ®i» bifcbfaft, gereinigten <§onig, von jebem 1 Unje. - Mc 2 ©tunben 2®p» löffel. Sfr. 101. Sfimm; ireifjeS (&biefjglanjoj;9b 2 (Sfrupet, 2fanbelmildj 6 Un« jen, bitteres Sfanbelmaffer 2 Quentchen, arabifcben ©ummifcbleim, Ka» billärfaft, von jebem 1 Unje. - Söofyl umgefctyüttelt alle 2 ©tunben 1 ©fjlöffel. Sfr. 102. Sfimm: meinfteinfaureS Kalt 2 Quentchen, Sfitrum 1 Quent» eben, Kirfcblorbecrmaffcr 2 Quentchen, fJredjmein 1 Quentchen, SBaffer 7 Unjen, Safrifcenfaft 3 Quentchen, Sibifcbfaft Ij Unje. - Oe 2 ©tun« ben 2 ©plöffel. Sfr. 103. © er ft en tränt. ®S merben einige Sott) ©erftc mit einem reich» lid?en Quart QBaffer bis jum ßerplafjen ber hülfen gelocht unb bie flar abgegoffene Srlüffigfeit mit einigen Söffeln Sauerfyonig Vermifcbt. - (93ei SSrufientjünbungen ein ganj Vortreffliches ©etränf.) Sfr. 104. Sfimm: meinfteinfaureS Jtali | Strubel, ©olbfcbmefel 1 ©ran. 2f aebe 6 Pulver. - Oe 3 Stunben 1 Stüct. Sfr. 105. Sfimm: SDfanbelol 1 Quentchen; ©ummifcbleim fo viel, um baS Qel bamit ju Verreiben; Sßaffer, -Di anbelfprirp, von jebem 1 Unje; S-Bil» fenfraut=©£traft 4 ©ran. - Dcfter 2 Kaffeelöffel Voll ju nehmen. Sfr. 106. 33erul)igenber IBreiumfcblag. Stimm: Seinfamen 3 Un» jen, ScbierlingSfraut 2 Unjen, Silfenfraut 1 Unje. Kocbe bieS mit Sßaf» fer ju einem nicht ganj berben 33rei, fege bann binju 33ilfenfrautöl 2 Un» jen. - Saumarm aufjulegen. Sfr. 107. Sfimm: Silfentrautbflafler 1 Unje, Kambher | Quentchen. Sfr. 108. Sfimm: Senegamurjel 1 Quentchen ju ber Otocbung von 7 Unjen. Salmiaf 1 Quentchen, QJrecbmeinftein 1 ©ran, Satrigcnfaft 2 Quentchen. - Sille jmei Stunben 2 ©plöffel. Sfr. 109. Sfimm: Senegamurjel 1 Quentchen ju ber Otocbung von 6 Unjen, brühe bamit Slrnitabluibe 1 anishaltigen cbbvrn» geift 1 Quentchen, Sfeerjmiebeibonig 1 Unje. - Sille Stunben 1 ©p» löffel. Sfr. 110. Sfimm: KÖnigScbina»Slbfocbung, auS 1 Unje bereitet 7 Unjen» 507 Sruftelijir 2 Quentchen, 1 Unje, Buder 2 £luent$en. - s2lUe 3 Stunben 2 (Splöffel. £Qr. 111. Stimm BeiHofenfamen»S®etn 2 Unjen. Säglidj 30, 40, 50 big 60 tropfen 3mal ju nehmen. (NB. Stan fleigt mit biefer Stebijin nadj unb nadj, big ffe anfängt auf bcn Stutyl ju wirfen, unb bann eine Beit lang mit tiefer ®abe fort. Entfielt, wie eg nicfyt feiten gefctyiefyt, einige Uebelfeit banadj, fo be« feitigt man fte halb burcfy ein ©lag Selter« ober Saljbrunn.) Str. 112. Stimm: .Rraitt Vorn rotfyen 10 ®ran, fodje eg mit 6 Unjen Söaffer gelinb | Stunbe lang, feilte eg burcfy unb fyinju Vo* Ipcfyreflfalj 3 Quentchen, Buder 2 Quentchen. - Sille Stunben einen Eß« Str. 113. Einreibung Von Jtrotonöl. Um einen fräftigen ableiten, ben <§autrei$ anjubringen, bebient mau ftcty beg Jtrotonölö, von welchem man 3-4 Xrobfen in eine beliebige <§autflede in BU-'ifdjenräumcn bon 12-24 Stunben einreibt. Eg entfielt barauf, oft nach bcr erflcn Einreibung, eine rofenartige Entjünbung ber $aut, bie (cd; mit einer großen Slnjafyl Heiner Vlägttyen bebedt unb ein bcbeutcnbeg, felbfl fctymerj« ljafteg Buden veranlaßt. 2)ie Vlägcfyen fielen nur wenige (-3-4) $age unb trodnen ab, ol;ne ©efcfywüre ju fyinterlaffen. Bfl bie £aut augneb= meub reijbar, fo werben gleiche Steile Stanbels ober Vaumöl mit bem Ärotonöl vermiet eingerieben. Str. 114. Stimm: graue Salbe 1 Unje, Vredjweinflein | Unje, Ctyiutn* Ejtraft 2 Sfrupel. - Vußclfalbe. Str. 115. Stimm: ©aderte von SDloog 1 Unje, traft | Sfrupel, £afri|enfprub 1 Unje, anigfyaltigen Salmiafgeifl 20 tropfen. Xäglid) tl;eclöffelweife ju berjeljren. SQr. 116. Stimm: gefloßenen gefloßene mit bem SDlotjn, Von jebem 1 Sotß; focfye bieg mit 20 Unjen UBaffer big jum Oiüd« flanbe Von 1 $funb, feifye eg burcfy unb fefje ljinju 2 Botlj. - >§albe Str. 117. Stimm: wäfferigeg ©pium=Egtraft | ®ran, Buder 15 ®ran.- Verfertige 3 Pulver. - tlUe 3 Stunben 1 Stüd. NB. 2öenn Dtutje unb Schlaf erfolgt, wirb fein Vul« ber metjr gereicht. Str. 118. Slimm: Stanbelmilcfy 6 Unjen, .Ramler mit arabifcbem ©umrni abgerieben 12 ®ran, Buder 2 Duentdjen. - Stünblid) 1 Eßlöffel. Str. 119. Stimm: «Rampßer 6 ®ran, Stitrum ICluentcfyen, Bude. 2 Duent« cfyen. Steile bieg in 6 gleiche Vulber. - Sille 2-3 Stunben 1 Stüd. Str. 120. Jtanixt?er = Delfcife. Stimm: 1 Vfunb gefdjnittene Seife, focße fte bei gelinbem Seuer unb unter beflänbigem Umrütjren mit | Quart SBaffer ju einem Vrei, bann fe|e 12 X?otf? Vaumöl tyinju, fodje 508 baö ®an&e nocp eine SSiertelftunbc, entferne barauf bie 2Raffe Vom fteuer unb laffe fte etWaS abfüplcn, unb unter beftänbigcm Umrüpren mifcpe 1 £otp Jtampper, ber vorder in 1 ober 2 Eßlöffeln voll Del aufgelöft worben ift, pinju unb giefje bann bie «Seife in bie formen. £Rr. 121. Delfeife. Oicfe wirb gan$ auf biefelbe Ot bereitet, nur bleibt l;ier ber Bufafc beS JtamppcrS weg. £>ie SCßafcpungen geftpepen mittelfl Flanells, in ben man vorder eine ber beiben Seifen eingerieben £at. SQr. 122. Stimmt Jtalomel, Opium, Von jebem 1 ®ran; Jlanipper, 23recp» wurjcl, Von jebem 2 ®ran; Buder 1 Sfrupel. - Of einmal ju nehmen. SQr. 123. 9limm: Oonitejtraft 20 ®ran, Bcitlofenwein |Unje. 2-3 Stunben 15, 20-40 tropfen. * £Rr. 124. Stimmt Saft aus ben SBIättern unb Stengeln ber frifd? gepreßt 1 Sotp, Sprup 2 Sßaffer 12 Sotp. - Sebe 8te Stunbe ben 4ten Stfyeil jn nehmen. SQr. 125. 9lintm: frifcp gepreßten Otifcpodenfaft | ipfunb, Sßeingeifl 16 £otp. 2)lan läßt bieö 14 $age bigeriren, feipet eS bann ab unb giebt hiervon 2mal täglich 1-2 Duentcpen in einer palben £affe SBaffer. SQr. 126. SQimm: faufiifdjen Salmiafgeift 2 £otp, Baumöl 6 £otp, «Ramppcr Ouentcpen, ©piumtinftur 1 Sfrupel. - ©injureiben unb mit S'IaneU warm aufjulegen. £Rr. 127. JRimm: fpanifepe Sdiegentinftur, fauftifepen Salmiafgeift, Von jebem 6 Duensen, Duenbelgeift 2 £otp. - Bum Sinreiben. £Re. 128. Stimm: fauftifepen Salmiafgeift, .RampperfpirituS, Ogelifafpi» rituS, Von jebem 1 Sotp. - Bum ©inreiben. £Qr. 129. Stimm: gepulvertes arabifcpeS ®ummi 2 Oucntcpen, Sßaffer von fepwarjen Jtirfcpen 1 £otp; füßeS SRanbelöI, SDtanbelfprup, Von je= bem 7 Ducntcpcn. - Defter einige Xpcelöffel Voll ju nehmen. SQr. 130. JRimm: Sinfbliithen 1 ®ran, gummöfeS Pulver, SJlilchjutfer, von jebem 15 ®ran. Oe 3 Stunben 1 Stürf. £Qr. 131. Stimmt 9limm SBrecpwurjel j ®ran, Buder 15 ®ran. - 2lUe 2 Stunben 1 Stüd. Sftr. 132. Alimin: feines thebaifcpeS ®£traft | ®ran, Jtalomel 1 ®ran, arabifcpeS ®ummi 15 ®ran. - 5äglicp 3mal 1 Stüd. SRr. 133. S'limm: Jtarbobenebiften=(S:£traft 1 Ouentdpen, Srliebcrblütpen« waffer 2 Unjen. - Oe 2 Stunben 2 J'pcelöffel voU. SQr. 1-34. SQimm: Scpwefelblumen, cremor tartari, Von jebem | Unje, Süßpoljwurjel 2 Duentcpen, OiSbljuder 1 Ouentcpcn, SenncSblätter jwei Sfrupel, ®olbfcpwefel 6 ®ran. - S'äglicp 3mal 1 Speelöfftl. £Qr. 135. SQimm: 93ittcrfiißflcngel | Unje; foepe fle mit 10 Unjcn Sßaffer bis auf 7 ein, pinju tartariflrten SEBeinflein 2 Duentcpen, Srecpwein 60 tropfen, Süßpoljlprup 1 Un$e. - 4mal 2 Eßlöffel. 509 Str. 136. Stimm: Jtarbobenebiftcn=®jtraft 1 traft 1 1 Unje, 1 Quentchen. - 4mal täglich 60 tropfen. Str. 137. Stimm: 93ruflthee*SbejieS 2 Unjen, toeipeS tlnbornfraut 1 Unje. - 3um £hee. Str. 138. Stimm: Quecfenejtraft, tlnbornextraft, geblätterte SBcinfleins erbe, von jebem 2 Quentchen; Srcctjivein, Jtirfchlorbeerwaffer, von jebem 1 OuentdQen; fVenthelwaffer 6 Unjen. Oe 3 Stunben 1 Str. 139. Stimm: iölänbifcbeö StooS 6 Quentchen, ©itterfüpflengel 3 Quentchen; bieS mit 16 Unjen Sßaffcr bis auf 8 ein; fcalfamifcQen Sprüh 1 Unje. - täglich 4mal 2 (Splöffel. Str. 140. Stimm: bitteres Stanbelwaffer | Unje, beftidirteS SBaffer 1| Unje, 3ucfer nach belieben. - Defter einige Xhcelöffel von jn nehmen. Str. 141. Stimm: 2llantwurjel*@jtraft 1 Quentchen, rotljcS Fingerhuts Traut, SBrechwurjel, von jebem 10 ®ran; reines thebaifcheS (5straft 5 ©ran. - OarauS werben $ißen jebe 2 ®ran fdjwer gemacht unb alle 3 bis 4 Stunben 1 Stücf genommen. Str. 142. 2)igeflivpulver. Stimm: Stagnefla, fchwefelfaureS Jlalif OUjabarber, $feffermünjöljucfer, von jebem 2 Quentchen. - Gin Shce= löffel Voll auf Imal ju nehmen. Str. 143. Stimm: mebijinifche Seife, Sthabarber, ®ummi=2lmmoniaf, von jebem 2 Quentchen, mache 2 ®ran fcfjtrere SPiHen. - täglich 2mal fünf Stücf, wenn man auflöfen will. Str. 144. Stimm: ©uajaffjarj 1 Strubel, Salappenharj 10 ®ran, J?alo= mcl 6 ®ran, mache mit arabifchem 18 Spillen. - 3mal täglich 3 Stücf. Str. 145. Stimm: frifcheS füfjeS SOlanbelöl 2 £oth, 23runnenWaffer 16 Uns jen, arabifdjeS ©umtni 1 £oth, SWanbelfprup 2 £ort>. - Umgefdjüttelt alle Stunben eine $affe. Str. 146. Stimm: SUlagnefta 2 £oth, Sthabarber 1 Quentchen, Orangen* fchalenbulver | Quentchen. - 3-4mal täglich 1 Voß. Str. 147. Stimm: mebijinifche Seife 2 Quentchen, Quafften*®xtraft, Och* fengalle, von jebem 1 Quentchen; ßjomeranjenfchalensGjtraft, wäfferigeS Von jebem | Quentchen; barauS 2 ©ran fehlere Spillen. ßur ßeit ber Stoth werben alSbann 8 Stücf baVon genommen. Str. 148. Senna*Jtaffee. Stan nehme 1 Quentchen SenneSblätter, giefje eine flarfe Staffe voll falten SBafferS barüber, laffe fte über Stacht in einem bebeeften ©efäp flehen unb feilte eS bann burch. 2tit bem erhaltenen SBaffcr wirb eine Staffe gewöhnlicher Kaffee bereis tet unb mit ßuefer unb Stilch getrunfen. - OaS Spittel erregt feine Jto* lif, burgirt nicht (ijl bieS ber Saß, fo werben weniger SenneSblätter baju 510 genommen), unb eignet ganj BefonberS für unb grauen, felBft für ftidenbe. Str. 149. Stimm: (SdjtvefelBlüt'hen | £otp, tlniS« ober fVend?elfamen 1 Quentdjen, ßuder 1 £otp. - $rü1) unb tlBcnbS 1 Sheelöffel vod. Str. 150. Stimm: foplenfaure ätagnefta, fditvefelfaurcS Jtali, StpaBarBer, SBalbrianivurjel, von jebem 2 Quentchen.- title 3 <Stun« ben 1 Sljeeloffel Vod. Str. 151. SBläpung tr ciB enber Spee. Stimm: «SternaniS, Dorian» ber, von jebem 3 Quentchen, Qteliffenfraut 6 Sott). - | £otp auf 2 Saf« fen Spee ju neunten. Str. 152. ©rtveicpenbeS JtIpftier Stimm: «SpejieS jum Mpftier 1 £otp, SBaffer | Quart, fod)e cS Bis jur <§älfte ein. - £)ie tlBfodjung tvirb jum .RIpflier Benufct. Str. 153. Stimm: ®itterfüfjextraft 1 Quentdjen, (ScptvefelBlumcn | Quent« d)en. ®S trerben 3 ®ran fernere Rillen barauS gemacht, unb 4mal tag« lid? 4-8 «Stüd genommen. Str. 154: Stimm: iSlänbifdjeS SWooS, 53itterfüfjftengel, von jebem 1 Sott); fod?e bieS nad) 93orfd)rift Von Str. 139; aniSpaltigen 60 Sropfen, (SüfpoIjtvurjeI«<Sprup 2 £otp. - Säglid; 4mal 2 Splöffel. Str. 155. Stieberfcplagenbe Pulver. Stimm: (Salpeter 1 Quent« djen, tveinfleinfaureS Jtali 1 £otp, tpeile eS in 8 Sßulver. - Stad) Um« ftänben 2, 4-6 (Stüd täglicp. Str. 156. JtrampfftillenbeS Sßulver. Stimm: (Salpeter, fcptvefel« faureS Jtali, Von jebem 2 Unjcn, ßinnoBer 1| Quentcpen. - Säglid? 2 Biö 3mal eine SOlefferfpide Vod ju nehmen. Str. 157. Stimm: mit (Sdjivefelfäure verBeffertcn tlloe=@xtraft 1 Quent« d?en, ®iBifd?trurjeIpuIVer 10 ®ran, barauö tverben $iden ju 2 ®ran feptver gemacht unb verftlBert. - Sebcn SJiittag tvirb 1 ober 2 Spillen in bem erften ßöffel «Suppe genommen. Str. 158. Stimm: ßinfBlütpe Duentcpen, fo viel als jur tlnfertigung Von 60 Sßillen gehört. - 8'rül? unb QlBenbS 2 $iHen (einen Sag um ben anbern eine ntepr.)| Str. 159. «§ufelanb'S Sßulver gegen bte Stimm: 3infBlütpe, ©ilfenfraut=®jtraft, von jebem 1 ®ran; ätperifcpeS 93al« brianöl 1 Sropfen, ©albrianivurjel gepulvert 1 (Sfrupel. - $rüp unb tlBenbS ein foIdjeS Pulver. (S3ei ljartnädigen Süden tvirb nod? ®ran .Rupferammonium Str. 160> Stimm: ®red?tveinftein 1 ©ran, beftidirteS tßaffer 4 Unjen. - tlde 3 Stunben 1 Str. 161. Stimm: tväfferigen Dpiumextraft |-1 ®ran, JtreBSaugen« pulver, Buder, von jebem 10 ®ran. Sßor bem «Schlafengehen 1 (Stüd ju nehmen. 511 Vir. 162. Vlimm: 1 ®ran, Butter 15 ©ran. - ©benfo ju nehmen. Vir. 163. Vlimm: «ftampljer 6-10 ®ran, ©ummifdjleim 2 Sott), Vllan* beimild? 16 Sotl?, ©ibifcpfaft 2 - Oe 3 ©tunben 1 ©plöffeL Vir. 164. Vlimm: 8-12 ©ran, ©ummifdjleim 1 Sott?, Sinben« blüttjmaffcr 5 Sotl?, Butter 2 £luentd?en. - s2lUe 3 ©tunten 1 Teelöffel. Vir. 165. SQimm: ftinfenben 2lfant in $ulter |-1 £}uentd?en, mit einem ©ibotter gut ab unt mifd?e eg unter ein ton Hafers grü§= ober .Ramillen--Ofod?ung. Vir. 166. Vlimm: mebijinifd?e ©eife, ftinfenben Vlfant, ton jebem 1 Dtd?., $omeranjenfd?alen::$ulter 10 ©ran, mad?e $iQcn ton 2 ©ran ©d?ioere baraug. 10-15 Rillen ju nehmen. Vir. 167. SBibergeilsSinftur. Vlimm: brenjlid?=öligen >§irfd?1?orn= geift, ätl?erifd?e 33albriantinftur, ton jebem 1 £hientd?en, ©pbenljam'S Saubanum | Duentd?en. - 15, 20-30 tropfen alle 23iertel= oter !?albe ©tunben auf Butter ju nehmen. Vir. 168. Vlimm: Oimoniaf=®ummi 1 Duentdjen, 2JleerjmiebeIl?onig 1 Unje, iPeterftlienmaffer 3 Unjen. - Oe 2 ©tunben 1 Splöffel. Vir. 169. Vlimm: Vlitrum, «ReUermürmer, tn $ulter, ton jebem 1 Duentd?en, VJleerjmiebelpuIter 9 ©ran; tl?eile bieö in 9 gleiche Nulter. - -Dlorgeng, Vlad?mittagg unb Oenbg 1 ©tücf. Vir. 170. Vlimm: mäfferigen S)lprr1?ene£tiaft, Vlnbornejtraft, Vlmmo« niafgummi, ton jebem 2 Quentchen, ©olbfcptuefel 1 £hientd?en, £afri§ens faft 3 Quentchen. VJladje Rillen ton 1 ©ran ©ctytrere baraug. - 4-6 ©tücf 3-4mal täglid?. Vir. 171. Vlimm flintenben Vlfant, ©albangummi, mäfferigen ejtraft, ton jebem 2 £hientd?en, ©ifentitriol 1 Duentd?en. 9)lad?e mit ber 1?inreid?cnbcnKlengen $omeranjen=@ffens 2 ©ran fettere Rillen. - Säglicü 2-3mal 12-15 ©tuet. Vir. 172. Vlimm: $omeranjcnfcfyalentinftur, 33ibergeiltinftur, Vlloetinfs tur, ton jebem 1 Duentdjen. - Stäglicf? 2mal 60 tropfen. Vir. 173. Vlimm: fotflenfaureS Jtali 2 ©itronenfaft big jur Sättigung beö Jtali'3 SDleliffenmaffer 3 llnjen, 33ilfcnfraut=@xtraft 6 ©ran. - (£ilft bieö nicfyt, einfache £tyiumtinftur 8 tropfen.) - Qltte ©tunben 1 (Sfjlöffel. Vir. 174. Vlimm: fotjlenfaure VRagncita, fctjicefelfaureS Jtalt, tourjel, aromatifctyeS Nulter, ton jebem 1 £ot(j>. -$aglicty 3-4mal einen fleinen Vir. 175. Bu ben QOen Vir. 166 mirb nodj 1 eingebiefte £>d)s fengalle Vir. 176. VJiöceraI = <RIpftiere. Vlimm: £ömenjal}nmurjel, ©eifen® frautmurjel, Sßodfrautblumen, «Ramillenblumen, ton jebem gleiche Steile. 512 - 8u jebem 1 Sott? bavon neBft einer Sßeijentleie ab« jufod)en« 9h. 177. Stimm: £ßult>er von Jhrianberfamen, Pulver von tlniS unb Pulver Von (Sanbelholj, Von jebem 1| Quentchen, SDluSfaten« nufj, Steifen, Von jebem | Quentchen. ßum Jträuterfäcfd)en. Str. 178. Stimm: «Ralomel, ©olbfdjtrefel, Von jebem 6 ®ran, SDptum 2 ®ran, 3ucfer, 2 Drachmen. Sheile bieö in 12 gleiche Pulver. - Säglidj 3mal 1 (Stücf. SQr. 179. Stimm: ©uajafharj | Unje, eingebicfte QchfengaUe 2 Quent« d)en, 9thabarber 7 Quentchen. Qarauö werben $iUen 2 ®ran fcfywer gc« macht unb 3mal tägTid) 6 (Stücf genommen. 9h. 180. Stimm: SBolverleiblumen | Quentchen, 2teliffenfraut | Unje, Jtorianberfamen 2 Quentchen. £D?it 3 Saffen SBaffer ju brüten unb alle 2 (Stunben 1 Safje ju hinten. 9h. 181. Stimm: (Senfmehl |-1 $funb, SBeinfleinfalj 4 Sotty. 3« ei« nem fVufjbabe. 9h. 182. Stimm: rottye 6 ®ran, 9litrum, ßucfer, von jebem 1 Quentchen. Steile bieö in 12 gleiche Pulver. 2-3mal täglich 1 (Stücf (für 10jährige). Str. 183. Stimm: Stobnfamen, füfje Stanbeln, Von jebem 1 £ofh, bittere ■Dtanbeln 8 (Stücf. barauö mit | Quart SBaffer eine SDianbel« milch unb fefce ßuder nacf) binju. 3um ©etränt, 9h. 184. Stimm: «gaUerfcheä (Sauer 2 Quentchen, bitteres 2tanbeln?affer 1 Quentchen. 2lUe 3 (Stunben 20-30 Stopfen in einer Saffe ßuder« traffer ju nehmen. 9h. 185. Stimm: SBaffer Von .Rirfdjen 6 Unjen, Verfügten <Sab peterätl;ergeift 2 Quentchen, ßuder 2 Quentchen. - Gtünblich 1 löffel. 91r. 186. Stimm: JtaötariUenrinbe 2 Quentchen, beifjeS SBaffer 10 öotfy, ßutfer 2 Quentchen. - 2lUe 2 Stunben 2 ©fjlöffel. Str. 187. Stimm: 93ibergcil=Sinftur, cphorngeift, Von jebem 1 Qtdj., ©cbwefelätbcr Quentchen. - 15 Sropfen auf 3uder. Str. 188. Stimm: fcpwarjen SticfeivurjelzSjjhft | Quentchen, (Safran« tinftur 2 Quentchen, flüfftgeS Öaubanum 1 Quentchen, 20 Stopfen wot}l umgefcpüttelt alle 3-4 Stunben. Str. 189. Quaffiastlufgufj. 2tan läfjt 2-4 Quentchen Quafften« holj in i Quart falten SBafferS 6-8 (Stunben flehen unb trinft baVon täglich einigemal -1 Saffe. Str. 190. Stimm: 2 Quentchen, tBibergeiltinftur, Slloetinttur, Von jebem 1 Quentchen. - Säglich 2mal 60 Stopfen auf ßucter. 513 Str. 191. Stimm: ÄonigScßina | Duentcßen, (Srifenvitriol 1 ®ran, ßimnit 2 ©ran. -grüß unb tlbenbä 1 Pulver. Str. 192. Stimm: Jtalomel 2 Sfrupel, Jtaßenfraut, ©unjafßarj, Von je« bem | Duentcßen, 5tajeputöjucfer 1 Duentcßen. pulvere Qlllcö fein. - Däglicß 3mal eine f(eine $rife. Str. 193. Stimm: JtaSfariüenrinbe 2 Duentcßen, SBomeranjenfcßalen 1 Eluenteßen, ©emürjnelfen | Eluenteßen, ßuefer 6 Duentcßen. Stacße gröblicßeS $iüüer barauS. - 2mal täglicß mit Stabeiramein 1 Dßee« löffel. Str. 194. Stimm; Jtupferfalmiaf 8 ®ran, beftidirteS Sßaffer 8 Unjen. - Sille 2 Scunben 1 Sßlöffel. Str. 195a. SBerußigenber SBretumf eßlag. Stimm: SpejieS jum SBreiumfcßlag 4 Dßeile, g(ieberblütße2 Sßeile, SBilfenfraut 1 Stßeil. Jtocße bieg mit Stilcß ju einem SBrei. Str. 195b. Stimm: flinfenben Slfant 1 Duentcßen, $feffermünjenfaft 1 Unje, 3 Unjen. - Sille ßalbe Stunben biß jur Sin« berung 1 ©ßlöffel. Str. 19G. St a genb alf am. Stimm: StuSfatnußöl | Unje, Sßfeffermünjöl 2 Duentcßen, cinfacße Dpiumtinftur 1 Eluenteßen, brenjlicßen Salmiaf« geift Eluenteßen. 3n bie Stagengrube einjureiben. Sir. 197. Stimm: jufammengefefcten StaftijfpirituS 2 Unjen, ölig balfa« mifeße Stifcßung 1J Unje, äfcenben Salmiafgeift | Unje, StuSfatnußbal« fam 2 Duentcßen, peruanifeßen SBalfam 1 Eluenteßen. - Sinjureiben. Str. 198. «ftrampf jlillenbe Salbe. Stimm: flüeßtige fampßorirte Salbe 1 Unje, Jtajeputöl, Jtraufemünjcnöl, von jebem i Sfrupel, Dpi« umtinftur 1 Duentcßen.- ßum Sinreiben. Str. 199. Stimm: falpcterfauren SöiSmutßfalf 2 ®ran, Dpium | @ran, ßuefer 15 ®ran. - täglicß 3mal 1 $ulber. Str. 200. Stimm: fcßmefelfaurcS ßifen 2 ®ran, 2lloe 1 ®ran, aromatifcßeS falber 5 ®ran, ßuefer 15 ®ran. - 3mal täglicß 1 Stücf. Str. 201. Stimm: <HßIenfaureö (Sifen 1| Duentcßen. Stacße mit Süß« ßoljegtraft 100 Rillen. - Die ®abe ift 1-2 $iHcn, bie man täglicß um 1-2 Stücf erßößt, bis jur ®abe von 30-40 Stücf, ja felbft barüber. Stan giebt fle jmeimal täglicß, einmal beö Storgenö nücßtern unb bann jum Scßlafengeßen. Str.202. Scßmer jftillenbeö $flafter. Stimm: Dpium 2 Sfrupel, Jtampßer 2 Duentcßen, burgunbifcßeS $ecß, jufammengefeßteS SBleipfla« fier, bon jebem gleicße Dßeile, um ein $flafler ju hüben. - 2luf £eber ju ftreießen. Str. 203. Seinfamentßee. Stan übergieße 2 £otß ßeinfamen mit f Duart ßeißem Söaffer, fodße eß gelinbe ab unb feiße eö bureß. Str. 204a. Stimm: füßeS frifcß gepreßtes Stanbelöl 1 Unje, 2ßaffer 7 Un« 514 gen, arabifdfen ©utnmtfdjletnt fo biel tjinreidft jur fünflltdjen SDltldj, SDlanna 1 Unje, tartarijlrten Söeinftein 3-4 Eluentdjen, | Unje, SBilfenlrauts@£traft 6 ®ran. - (Stauben 2 (Splöffel. Str. 204b. Stimm: <§afergrü§e, JtamiHenblumen, von jebem 2 Sotfy. ftodje bieg mit 3 Waffen SBaffer biö auf 2 ein. Seinöl, £onig, Von jebem 2 Sott?. - ßum Jtlpflier. SQr. 205. Stimm: ©uajafßarj 5 ®ran, cremor tartari, 3utfer, Von jebem | Ducntdjcn. -tlbcnbg jum Sdjlafengefyen 1 ißulber ju nehmen (einige $age fortjufefcen.) Str. 206. Stimm: ®uajaf(;arj 1 Ouentdjen, Sierbotter 1 Stütf, SCBaffer 2 Unjen, Sprup | Unje. - 3= bis 4mal täglid) 1 (Splöffel. Str. 207. Stimm: SBalbrianvuIber | Quentchen, Stugfattyenblütlje 5 ®ran, Buder | Quentchen. - Säglicfy 2mal ein halber ju nehmen. Str. 208. Stimm: meinige Stßabarbertinftur | Unje, ätfyerifdjc Salbrtans tinftur 2 Quentchen, Wleliffenwaffer 8 Unjen, Buder | Unje. - Säglidj 2-3mal 1 Sfjföffel. Str. 209. Stimm: englifdjeS Salj 1 Unje, (SidjenmiSbeln, blätter | Unje, Stljabarber 2 Duentctyen. - $äglid) 3mal 1 Teelöffel boll. Str. 210. Stimm: £}uaf | Unje, Jtalfmaffer 6 Unjen..- Saffe bieg 24 Stunben flehen, fcfyüttele eg öfter, feilfe eg burdj unb Sßomeran« genfdjalensSiprup | Unje ljinju. - Umgefdjüttelt 2ftünblidj 1 Sfjlöffel boll ju nehmen. Str. 211. Stimm: ftinfenben tlfant, eingcbidte DdjfengaHe, bon jebem 2 Ducntcben, 9tfyabarber | Quentchen. 2)lad?e Rillen 2 ®ran ferner. -■ 2-3mal täglich 12 Stüd. NB. 2lbfüljren bürfen biefe Rillen nidjt, monad) bie ®abe einjuriebten. Str. 212. Stimm: 33itterflee=®jtraft, bon jebem 2 Duentd;cn, 4 Unjen, | Unje. - 3mal täglich 1 Teelöffel boll mit rotlfem SBcin ju nehmen. Str. 213. Stimm: Jtlein'g mäfferige bon jebem 1 Unje, meinigeg ßimmtmaffer 2 Unjen. - 3-4mal täglid; 1 löffel. Str. 214. 39itterer üöein ober ®ranntmein. Stimm: murjel, ßeboartenwitrjel, bon jebem 3 Quentchen, Äolombomurjel, Duafx bon jebem 1 Sotlj, $omeranjenfd;alen 2 ßfyinarinbe 2 Sotlj, guten meinen 2öein (nidjt Otßeinmein) ober Sranntwein 3 $funb. SOtan bieg auf einer marmen Stelle gehörig jietyen unb feilet eg burd). 4mal täglicf} ein Höeinglag boU. Str. 215. Statylmein. Stimm: Siebertlee, bon jebem 6 Ducntdjen, ßeboarienmurjcl, ©algantmurjel, bon jebem 2 £luentd;en, rptfye Snjianmurjel, $omeranjenfdjalen, bon jebem 1 Sott}, (Styinarinbe 4 515 £oth, (£ifenfeilf;pcit}ne 6 Quentchen, guten weiften Hßetn, befonberS Ungar« wein, 8 Vfunb. Vtan läfjt bieS an einem warmen Qrt, jiefyt eö aber nicht ab. - täglich 3-4mal ein Spi|gIaS Voll. Str. 216. Stimm: 4?offmann'S Vtagenelijir 1 Unje, Vomeranjenfcbalens ejtraft 1 Quentchen, Äolonibo=($jtraft 1 Sfrupel. - Vormittags unb StadjmittagS 80 Swopfen. Str. 217. Stimm: 4? ovfen=©straft 1 Quentchen, Vfeffermünjenwaffer 1 Unje, ßimmtwafjer | Unje. - täglich 3mal 60 tropfen. Str. 218. Stimm: V3ermuth«S'inftur, jufammengefehtcS Vomeranjenfcha« len=@Iigirz von jebem gleiche Steile. - Vor« unb SlachmittagS 1 $f)ee* löffel. £Rr. 219. Stimm: ©iimmi ®utti, Steerjwiebel, ©olbfdjwefel, VimbineUen« ©Straft, von jebem 1 Sfrupel. Verfertige Villen, jebe 2 ©ran ferner. - täglich 4mal eine Ville unb bamit langfam ju Reigen. Str. 220. 'Stimm: wäfferigen Olloe=(Sjtraft 2j Quentchen, ©utti in Via« laga aufgclöR, ©iimmi Slmmoniaf, fchwefelfaureS Jtali, von jebem 1| Quentchen. Verfertige Villen barauS, jebe 1 ®ran fchwer.- 2)iit 4 Villen früh unb SlbenbS anjufangen unb langfam ju Reigen. Str. 221. Stimm: SßachhoIberfpirituS 8 Soth, VteerjwiebelefRg 4 Sott?.- Früh utjb SlbenbS anjuwenben. Str. 222. Stimm: Vlätter beS rotten Fingerhuts 12 ®ran, ßinfblüthe burd) Sublimation, Vilfenfraut-@straft, von jebem 6 ®ran, Vtilchjucfer 2 Quentchen. fDarauS verfertige 12 Vulver. - täglich 3mal 1 Vulver. Str. 223. Stimm: Senegawurjel 1 Quentchen, Vlätter beS rotljen Finger« hutS 1 Sfrupel. Saffe eS in heißem SBaffer | Stunbe jiehen; bem $hee von 6 Unjen fe£e nach ber Slbfühlung hlnju: Varifer Saftuarium 1 Sfrubel, ßuefer 3 Quentchen. - 5l(le 2 Stunben 1 Splöffel. Vr. 224. Vimm: Vrechmeinflein 2 @ran, Veterfilienivaffer 16 Unjen. - ßum gewöhnlichen ©etränf. SQr. 225. Vimm: ©buliroob, Vrunnenfreffe=ÄonferVe, Von jebem 2 Un= jen, Salapvenwurjel, fchwefelfaureS Jtali, von jebem | Unje, SReerjtvie« belhonig, fo Viel jur Latwerge gehört. - J2l(Ie 3 Stunben 2 Vr. 226. Stimm: ®ummi ®utti | Strudel, fohlenfdüren J?aliliquor | Unje. täglich 4mal 30 S'robfen mit Höaffer ju nehmen. Str. 227. Stimm: getroefnete SHeerjWiebel | Quentdien, Sfammonium, SalaVVeuharj, Von jebem 2 ©frupel, Olbabarberejtraft Vier ©frupel, SBeingeifl fo viel alö ju 40 Stüd Villen gehört. - 3ebe vierte Stunbe 1 Ville. Str. 228. Stimm: Scbadftelhalm, ®raönelfenfraut, von jebem 4 üJoth, VJacbhoIberbeercn, Siebftötfehvurjel, Von jebem 2 £oth. ftüeile bieö in 8 gleiche 5£t?eile. - Slbcnbö als S'hee ju gebrauten. Str. 229. Stimm: JtönigSs(5hin£l*in^c 1 «Roche bieS J Stunbe, ben 516 Qlbfub von 6 Unjen brütfe burcp ein Sud) unb fepe ptnju gereinigten Sßeinftein, Butfer, von jebem 3 Duentcpcn. - ÖSopi aufgefcpüttelt alle 2 ©tunben 1 eßiöffcl. Str, 230. Stimm: Sßermutpfraut, Sieberfleefraut, dtalmuöwurjel, Von Jes bcm 2 2otp, ©üßpoljwurjel 1 £otp, Stpeinwein 1| Vfunb. £affe bic3 24 Stunben jiepen, feipe eö burcp unb fepe pinju foplenfaureö Jtali 1 Ducntcpen, Slniööljutfcr 1 £otp. - Säglid? 4mal 2 Eßlöffel. Str. 231. Stimm: Vfeffermünjöl 10 Stopfen, Sropfen 1 Ducntcpcn, aniSpaltigen «§irfcpporngeiß, Valbriantinftur, von jebem 1| Duentcpen. - 30-40 Sropfen mit Äümmcltpee. Str. 232. Stimm: Vibcrgcileßenj, Sropfen, oon jebem 1 Duentcpen, flüfftgeö Saubanum | Duentcpen.- 30 Sropfen ju nepmen. Str. 233. Stimm: 9Bermutp=Sinftur, jufammengefepte Vomeranjen Sinf» tut, von jebem 1 £otp, fßfeffermünjensföffenj 2 Duentcpen. - 30 Sropfen ju nepmen. Str. 234. Stimm: ftinfenben SIfant, eingebicfte DcpfengaUe, Sßcrmutps ©Straft, Ouaiftens®xtraft, s4>omeran$en|cpalen=®j;traft, Von jebem 1 Duentcpen, Äajeputöl | ©frupel. - Von ben 2 ©ran fcpweren Viten friip unb tlbenbö 10-15 Stiicf ju nehmen. Str. 235. Stimm: rotpeö gingerputfraut 15 ®ran, peißeö SBaffcr 7 Uns jen. £affe eö j ©tunbe jiepen, bann feipe eö burcp. ©fftgfauren Jtalis £iquor 2 Duentcpen, Butter 2 Duentd?en. - 51 Ile (Stunben 1 ©ylöffel. Str. 236. Stimm: 2)iutterforn 5-8 ®ran, Bu<fe* 2 £luentd?en. - Sft bei jebem 33lutfluf[e nad? Vorangegangener 93lutent$ie1)ung burd? Qlberlafj, ober unb ba, mo eS erforberlid? ift, nad? Steinis gung beö üDarmtanalS ein fyerrlicpeS Mittel. Sn bringenben Sailen reiept man eö alle Sßiertelftunben, fonft alle 3 bis 4 Stunben; bei fepr langwierigem Uebcl aber nur 3mal täglicp. S)er Scpivinbel, ben eS jus weilen erregt, verliert fiep halb wieber. Str. 237. Stimm: effigfaureS 33Iei 2 ®ran, Opium | ®ran, effigfaureS Statron 3 ®ran, SRilcpjutter 10 ®ran. - 2l(le Stunben 1 (Stücf; in langwierigen S'ällen wie bei Str. 246. 39ei allen 33lutflüffen in größter Slotp bewäprt. Str. 238. Stimm: SSilfenfrautfamen 10, 15-20 ®ran, gefepälte fuße SDlanbeln, Butfer, von jebem 2 Duentcpen, Stitrum 1 Duentcpen, Sßaffer 1 Sßfunb. Verfertige barauS eine fünftliepe SRilcp. - 2lUe (Stunben 2 ®ß löffel. Str. 239. Stimm: 2Rilcp Ij Vfuttb, tllaun 2 Duentepen, bereite Stoffen barauö; 1 (ober bei ©ebärmutterblutung Bimmtfprup 2 Sotp). - | Saffe 1-2|lünblicp. Str. 240. Stimm: Söwenjapnsejtraft, £luetfen=@£traft, weinfteinfaureS 517 Jtali, .ftirfchlorbeerivaffer, Von jebcm | Unje, SSaffer 6 Unjen. - täglich 4mal 1 ©ßloffel. Sir. 241, Slimm: Jtörbelfraut, SSrunnenfreffe, Sömenjahnmurjel unb Jtraut, Von jebem gleiche Sheile. treffe barauS 8 Sotfy ®aft. - Sille Sage früh mit gleifthbrühe ju vermißen unb in halbftünbiger ßtoifchens jeit auf 3mal ju nehmen. Sir. 242. Slimm: cremor tartari 2 £oth, ©chircfelblüthe 1 £oth. - Säg* lidj 1-2mal 1 Stjeelöffel Voll (jo baß ein bis jirei iveicfye «Stühle erfol- gen, einige Sage lang.) Sir. 243. Slimm: ©djivefelmilcf), SJlagnefta, SBeinftein, ©itronenöljuefer, von jebem 1 Strudel. - ©in Pulver SlbenbS in einer Saffe SEBaffer. Sir, 244. Slimm: weinfteinfaureS «ftali 1 Unje, £ümenjahn=@j;traft Unje, ftencheltvaffer 8 Unjen. - 3-4mal täglich 2 ©ßlöffel. Sir. 245. Slimm: StbabarberpulVer 18 ©ran, folflenfaure SHagnejta 2 Quentchen, Sßfeffermünjenmaffer 6 Unjen, ßitcfer 2 Quentd;en.-4mal täglich 2 ©ßlöffel wolfl umgefchüttelt ju nehmen. Sir. 246. S a I e£f ch le t m t r a n t. Silan fc§t ju 1 Quentchen «Salev- SJulver unter beftänbigem (Reiben fo lange faltcS SBaffer löffehoeife ju, bis eS ganj unb aufgequoden ifl; hierauf gießt mau unter fies tem Umrühren 1 Quart SBaffer hi»ju loch* eS &ei gclinbem fetter i Stunbe lang. Sir. 247. Slimm: (Brechivurjel 4 ©ran, ©üßholjmurjel 1 Quentchen, Salmiaf | Quentchen, ©ummifchleim j Unje, heißes Sßaffer 6 Unjen.- Sille 2 Stunben 1 ©filöffel. Sir. 248. Stärfeflvflier. 3u einem Jtlhflier für ©rmachfene nimmt man 1| Quentchen Stärfemebl, rührt cS mit irenigcm faltem Söaffer an, gießt bann 1 SJfunb heißet baju, läßt eS aufmatlen unb feißet eS burch. Sir. 249. Slimm: Sllohnfamennülch 6 Unjen, bitteres SRanbehraffer 2 Quentchen, ©ummifchleim, Slianbclfpruv | Unje. - Sille 2 Stunben 1 ©ßiöffcl. Sir. 250. Slimm: füßeS SJlanbclöl 1 Unje, Salmiaf 2 Quentchen, ©ums mifchleim Unje, Söaffer 4 Unjen, 33ilfenfrauts@jtraft 6 ©ran, S'ians belfpruv 1 Unje. - Stile 2 Stunben 2 ©ßlöffel. Sir. 251. Slimm: JtaSfarillen=@xtraft 1 Quentchen, $feffermünjn?affer, «RamiUenn.'affer, Von jebem 2 Unjen, ©ummifchleim | Unje. - Sille 2 Stunben 1 ©ßlöffel. Sir. 252. Slimm: Jtolombomurjel | Unje, foche fte mit 12 Unjen Söaßer b:S auf 6 ein, (pomeranjcnfchalenfvruh 1 Unje, flüfftgeS ßaubannm 10 Srovfen. Sille 2 Stunben 1 ©ßlöffel. Sir. 253. Slimm: «Rampefclfcnholjpulver | Unje, 1.J 518 Ouentcben, focße eS mit 12 Unjen ÜBafjer Bis auf 8 ein; Sßomeraijenfcbas lenffprup 1 Unje. - tllle 2 Stunben 2 ©fjlöffel. Str. 254. Stimm: | Unje, flüfftgeS Saubanum | Chientdjen. - täglich 3 4mal 30 tropfen. £Rr. 255. Stimm: arabifchen ©ummifchleim 1 Unje, SBaffer 7 Unjen, flüf» ffgeö Saubanum 16 $robfen, Sibifdjfaft 1 Unje. - tllle 2 Stunben 1 ©fjlöffel, bei bringenben fällen alle Stunben. Str. 256. Stimm: Olivenöl 6 Unjen, Salmiafgeift 1 Unje, Dbiumtinfs tur 1| Duentcljen, Jtamptyer 1 Quentchen. - 2tit ber flachen <§anb ein« jureiben ober mit einem Stücf Flanell aufjulegen. Str. 257. fVranf'S fünftlictyeS 2t ineralwaffer. 2tan nimmt in eine $funb SSaffcr, fefjt 10 Quentchen berbünnte Schwefels fäure unb unmittelbar barauf 3 Quentchen fohlenfaure 2Ragncfta hinju unb Verftopft bie Stafette. 3n 2 Stunben ift ba§ Drittel fertig, man tfjeilt e§ bann in brei $heile unb bewahrt eS in wol)l berftopften auf. Sei Sßcrflobfung, Serbauung unb <§ämorrhoibalbcfchwerben wirb jebeSmal beö borgens gläferweife eine folche Slafche getrunfen. Str. 258. SpejieS jum St. ®er Stimm: SenneSbläts ter 8 ßoth, weiche biefe 24 Stunben in ftarfen Spiritus ein unb troefene fte alSbann, aber nicht auf einer warmen Stelle; <£ollunberb(ütl;e 5 l?oth, Fenchel unb 2lniS, bon jebem 2 Soth, cremor tartari 6 Quentchen. -- Stifche 2lllcS genau. Son biefem $hce werben 4 ßoth mit 5 Waffen fo= chenbem Sßaffer übergoffen unb bann 10 Stunben lang in ber Sßärme, boch ohne ju foeben, flehen gelaufen, hierauf baS Qbenftehenbe flar abges goffen. Qabon wirb eine halbe Xaffe, bei fchwachem Qiagen mit einem Heinen ßufafce bon Stalagawein getrunfen. Son biefem $hee fann man baö ganje £eben hinburch ohne ben minbeften Stachtfjeil unb immer mit ftcherem (Srfolge ©cbrauch machen. Str. 259. Stimm: tlloe unb (Sifenbitriol, bon jebem gleiche Itheile unb mache 2 ®ran fernere Spillen barauö. - 1 Sßille wirb jeben 2lbenb ges nommen. Str. 260. Stimm: Jtalomel 2-3 ®ran (|-1 ®ran für Jtinber), Buder 15 @ran. - Säglich 2-3mal 1 $ulber. Str. 261. Stimm: Salappenwurjel 4-6 ®ran, Jtalomcl 2-4 ®ran, 2?ils J ®ran, ßuefer 15 ®ran. - ßum tlbführen. Str. 262. Stimm: gliebcrblüthwaffer 4 llnjen, efflgfauren SalmiaMiquor | Unje, 2 Sfrupel, ©ibifchfaft 1 Unje. - 2lte 2 Stauben 1 ©plöffel. (Äinbcr bon 10-12 fahren einen halben ©ptöffel.) Str. 263. Stimm: fchWarjeS Scbwefclfpiefjglanj 5 ®ran, Salavpenwurjcl 2 ©ran, ßuefer 15 ®ran. - täglich 3mal 1 $ulber. Str. 264. Stimm: StoSmarinfalbe 2 Sott;, ölig=balfami< fche 2tijtur 2 Duentchen. - ßum Sinreiben. 519 9lr. 265. 9Umm: (Stylorwaffer 1-2 Unjen (2-3 Duentctyen für Jtinber), beftillirteS SSaffer 6 Unjen (2 Unjen für Jtinber), ßucfer nacty Selieben. ©tünblicty 1 ©tylöffel (2 Styeelöffel für Heine Jtinber). 9lr. 266. (ö'ür Jtinber). 91imm: weinfieinfaureS Jtalt 1|-3 Du enteren (nacty Serfctyiebentyeit beS 2llterS) beftillirteS Söaffer 2 Unjen, SPiannafaft 1 Unje, 33red;n?eiii 20 tropfen. - ?lde 2 Stunben 1 S'tyeclöffel. 9lr. 267. 9limm: Spermajct, füfjeS SDianbelöI, von jebem gleictye Steile. - ßum ©in reiben. 9h. 268. 9limm: ©uajaftyarj 1 Sfrupel ober | Duentctyen, ©olbfctywefel, Jtalomet, von jebem 2 ©ran, fotylenfaure SDiagnefia, gienctyelßljuefer, von jebem 1 Sfrupel. (Sei jarten Jiinbern unb rcijbaren Subjeften nimmt man flatt beS JlalotnelS unb ©olbfctywefelS bat mineralifetyen Siotyr. Sei Jtinbern auf jebeö Satyr 1 ©ran, bei ©rWactyfenen 20 ®ran.) fjrüty unb 2lbenbS bie Hälfte ju netymen. 9h. 269. 9limm: Saffaparillen®, Jtletten®, Seifenwurjel, ©uajtyolj, Süfj® tyoljwurjel, Sitterfutyflengel, von jebem gleictye Styeile. - täglicty 2-3 Sotty mit 2 $funb SSaffer | Stunbe ju foctyen unb taffenweife ju trinfen. 9h. 270. 9limm: SD?ofctyuS 5 ©ran, Jtamptyer 1 ©ran, ßuefer 15 ®ran. - Oe 2 Stunben ein folctyeö Pulver ju netymen. 9h. 271. 9limm: ®itterfüfjflcngel |-2 Sotty. Diefe weictyt man 24 «Stunben lang in 2 $funb Sßaffer ein, foctyt fte bann bei gelinbem Seuer bis auf 1 $funb ein unb trinft täglicty eine folctye Portion tyalbe taffen® weife. 9h. 272. 91imm: Sitterfüfiftengeh®xtratt, rotycS «Spiefjglanj, Von jebem gleictye $tycile. Sllactye Rillen ju 2 ®ran fetywer barauS. - täglicty 3mal 5 bis 10 Stücf. 9h. 273. 9limm: 1 Duentctyen auf 5 $funb Srunnen« tvaffer unb foctye eS in einem gut Verfctyloffenen ©efäfje auf 4 fßfunb ein. 9)ian füllt bie flare fjlüfftgfeit fogleicty warm auf welctye man gut verfetyliefjt unb an einem warmen Drte aufbewatyrt. hiervon Xäfjt man anfangs | $funb im Saufe beS iX'ageS trinfen unb fleigt bamit nacty unb nacty bis auf 3 $funb täglicty. «Sowie bieS Sctywefelwaffer ringe® fetyenft wirb, muty eS aucty fogleicty getrunfen werben. - Um ben wiberli® ctyen ©efetymaef einjutyüden, unb ju vertyüten, bafi ber fortgefetyte ©ebraucty ben £alS empfinblicty mactye, mifetyt man etwas 2)lilcty, einen fctyleinügen $ranf ober tyittju. 9h. 274. 9limm: ©raptyit 1 Unje, £onig 4 Unjen. - ShrgenS unb SlbenbS 1 Xtycelöffel voU. 9h. 275. 9Umm: ©raptyitmotyr 4-6 ®ran, ßuder 15 ©ran. - täglicty 2-3mal ein Pulver. 9h. 276. 9limm: Salpeterfäure 3 Duentctyen, Saljfäure 1 Duentctyen.-■ 4inal täglicty 30 Stopfen in einem ©lafe ©erflenfctyleim. 520 Str. 277. Stimm: gereinigten ©raphit 1 Unje, mineralifdjen Stohr 2 Quentchen, gereinigten 4?onig 6 Quentchen. - SlbenbS unb StorgenS 2 Teelöffel boll. Str. 278. Stimm: SaffapariHenwurjel 3 Unjen; 1 Unje; foche bteS mit 4 $funb SBaffer auf 2 Sßfunb ein. - täglich ju verjehren. Str. 279. ScpönheitSwaffer. Stimm: Stanbelfleie 2 Quentchen, Oio- femvaffer, Qrangenblüthwaffer, Vonjebem7 Unjen, SSenjoetinftur, 33oraj> Von jebem 1 Quentchen (bei fetjr reijbarer £aut ohne 23oraj;). - SBafch« Waffer, SlbenbS vor bem Schlafengehen anjuwenben. Str. 280. Stimm: ©hlorfalf 2 Quentchen, reibe ihn unb giefje allmälig 1 Sßfunb SBaffcr ljinju, laffe eS bann | Stunbe ruhig flehen, worauf bie helle abgegoffen wirb. - ßum SßiafcQen ober Unifdilag. Str. 281. Stimm: Jtalfwaffer, SStanbelöl, Von jebem gleiche dheile. - Salbe. Str. 282. (8mr 6-10jährige Jtinber). Stimm: Salappenwurjelpulver 4-6 ®ran, Jtalomcl 1-2 ®ran, ßuder 15 ®ran. - SDtorgenS unb SlbenbS 1 Pulver. Str. 283. (desgleichen für Jtinber.) Stimm: Santarinbenmarf | Unje, foche eS | Stunbe ju einem tlbfub von 4 Unjen, 33itterfalj 1-2 Quent« d;en, 2)lannafaft 1 Unje. - 2lUe 2 Stunben 1 fleinen ©plöffel. Str. 284. (desgleichen.) Stimm: Jtalomel, ©olbfctywefel, Von jebem 1 ®ran. ßucfer 15 ©ran. - StorgenS unb tlbenbS 1 Sßulver. Str. 285. (Sür .ftinber.) Stimm: mineralischen 2)tohr, Sthabarber, von jebem 4 ®ran, Sutfer 15 ®ran. - 2torgenS unb SlbenbS 1 Stücf. Str. 286. (desgleichen.) Stimm: <Schierling=@£tratt 1-2 ®ran, Stelif-- fenwaffer 2 Unjen, wäfferige Sthabarbertinftur 1 Unje. - däglich 3mal einen falben ©fjlöffel. Str. 287. Stimm: Sitterfüfiflengel. SBachholberholj, Von Jes bem gleiche dheile. - 2 Soth mit 1| SHfunb SBaffer bis auf 1 Ipfunb ein« jufochen unb halbe taffenweife ju verjehren. Str. 288. Stimm: Sublimat in Uöcingeift aufgeloft 3 ®ran, SDtanbelnülch Von bittern SJtanbeln 6 Unjen. - Söafchwaffer. (Stan verhüte, bafj 3e= manb etwas baVon foftet.) Str. 289. Stimm: Saljfäure (ober fohlenfauren Jtaliliquor) 1 Oucntcben, Söaffcr 6 Unjen. - SBafchwaffer. Str. 290. Stimm: Schwefelblumen 1 £oth, Jtamvhct 10 ®ran, bcftillirteS Sßaffer 16 Votl). ®ut umg fcfcüttelt werben bie dheile StorgenS unb SlbenbS mittelfi weicher Seinwanb bamit betupft, ohne fte abjuwafcl;cn oser abjutrodnen. Str. 291. Stimm: efftgfaureS SBlet 1 Quentchen, ungefaljcne 23utter 1 Unje. - Salbe. Str. 292. Stimm: weifjen Ißräjipitat 1 Quentchen, Spermajet 1 Unje, 521 9Ranbelöl genug, um bei gelinbem <yeucr ein Sälbcpen ju bereiten, - Sn her überjulcgen, SRr. 293. 3Qimm: Jerpentinöl, «RampperfpirituS, ton jebem Quent® eben, OiofenW'affer 4 llnjcn. - S)cS 2lbcnbS mit Beinwanb überjufcpla® gen unb über SRad;t liegen ju Taffen. SRr. 294. sRimm: SSallratp 2 Unjen, fcpmclje ipn bei gelinbem 8'euer; bann fepe pinju (Rinbermarf 1 Quentchen, feines Olivenöl, >§onig, Von jebem | Unje, J?ampper j Quentchen. - borgens unb 2lbenbö einju® reiben. SR r. 295. Senfmolfen. 3n 2 $funb peißer Jtupmilcb fept man 4 ßotp gefloßenen Senf, läßt fte gelinbe Torfen, bis ftep ber Jtäfe fdjeibet, unb feibet bann bie SfRolfen burep. SRr. 296. SRettigbier. 2Ran nimmt auf 16 $funb ®ier Hein gefepnit® tenen IRettig unb £öffelfraut von jebem 4 Botp, Sricptenfproffen 2 Sotp, läßt eS bis nach Vollenbeter ©äprung fiepen, gießt bann bie Tiare feit ab unb giebt eS jum getvöbnlidjen ©etränf. SRr. 297. SRaljtranf. 2 $funb ©erflcnmalj werben mit 6 $funb fo« epenbem SBaffer übergoffen, Welcpe Wlifcpung man wopl jugebeeft 4 Stun.® ben fteben läßt, burepfeipet unb bavon täglicp 3-4 $funb vermehrt. SRr. 298. SRimm: Böffelfraut, SBacpbunjenfraut, SSrunnenfreffe, von jebem gleiche Jpeile, 1° baß 6 Botp Saft barauS gepreßt werben fönnen. 2Ran gebrauept biefen Saft wie SRr. 241; ober SRr. 299. SRimm: frifcp gepreßten Saft beS BöffelfrautS, beSgl. beS Sau® erampferS, von jebem 2 Unjen, beSgl. Von 2lpfelftnen 1 Unje, Saljätper® geift 1 Sfrupel. - Sn ben 2Rorgcnftunben auf 3mal jtt nehmen unb täg® lid? ju wieberpolen. SRr. 300. SRimm: ffteberflee, Jaufenbgulbenfraut=@j;traft, Von jebem 1 Quentcpen, beftillirteö 4 Unjen, VöffeiTrautfpirituö 2 Quentchen, perbüunte Scpircfelfäure 1 Sfrupel. - 2 bis 3mal täglich 1 ©ßlöffel. $Rr. 301. 1 Bot!; grob gefloßene JtonigScpina übergießt man mit 16 Botp beflillirtem Söaffer, läßt bieS 1 Stunbe lang flehen, feibet eS bann burepr 2 £otp weinigeö ßimmtwaffer pinju unb nimmt alle 2-3 Stunben mit ober ohne Bucfcr eine palbe S'affe babon. SRr. 302. SRimm: £Rcttig 6 Botp, gepulvertes Sifen 2 Botp, IRbnbarber 1 Botb, Sngwer 2 Quontcpen, guten weißen SBein 2 fßfunb. Pachtern bieS 12 Stunben geftanben, wirb eS burepgefeipet unb täglich 4mal £ bis 1 Jaffe Voll getrunfen. IRr. 303. ßnbnlatwerge. 9]{mm: (Spina in Pulver 1 Botp, SJöffelfrautpuIber, florentinifcpe SSeilcpenwurjel, Von jebem 2 Quentcpen, SRaulbcerfaft, foviel jum Batwerg nötpig. - fSrüp unb 2lbenbS baS 3«pn* fleifch ju beflreicpen. 522 SRr. 304. 9limm: 16 Saljfäure 1 Quentchen, 2Raul» beerfaft 2 £otp. - 2llö SWunbWaffcr öfter anjuwenben. 91r. 305. 9limm: Saljfäure, Spina=@jtraft, japanifcpe Gabe, SWprrpcn« tinftur, Von jebem -j Quentchen, 9)laulbeerfaft, DRofenponig, bon jebem 2 £otp. - Die gefcpwürigen Stellen öfter ju bepinfeln. 9lr. 306. 9limnt: frifcp bereiteten Splorfalf 1 Quentchen, reibe ipn unb gieße langfam 6 $funb beftilliiteö Söaffer unb 16 £otp reinen Spiritus pinju. - DicS läßt man 24 Siunben an einem füplen Drt fiepen, gießt bann bie flare ab unb berwaprt fie in gut Verfehloffenen 8'Ia» fepen. Damit wirb ber 2Runb täglich meprere Sftale auSgefpült. 9lr. 307. 9limm: 2lngelifapulber 3 Quentchen, ßeboarieiipulber 11 Quentcpen, äepte Qlmbra | Sfrubel, 4 £otp, arabifebjen ©ummifcpleim fo biel um Stengelcpcn bon 20 ®ran feptver barauS ju machen. - Sin Steugelcpen öfter in bcu SRunb ju nehmen. 9lr. 308. 9limm: Söwenjapnejtraft, Scpöllfraute£traft, bon jebem 3 Quentcpen, weinfieinfaureS Jtali | Unje, Wafferige iRpabarbertinftur 1 Unje, $feffermünjwaffer 2 Unjen, bcßillirteS SBaffer 4 Unjen, Pfeffer» münjfprup 1 Unje. - Qllle 2 Stunben 1 Sßlöffel. 9lr. 309. 91imm: OltjabarOerJpnlVer, Sowcnjapn» unb ScpöHfrautejtraft, mebijinifepe Seife, Qlmmoniaf, bon jebem 1 Quentcpen, Qlloe 1 Sfrupel. hieraus werben 2 ®ran febwere Rillen berfertigt unb SRorgenS, -Jcacpmit« tagö unb 5lbenbS 12 Ritten genommen. 9lr. 310. 9limm: (Sifenfeilfpäbne 1-2 ®ran, präparirte Qlufternfchalen | Sfrupel, ßuefer 1 Sfrupel. - Srrüh unb Qlbenbö 1 Stücf. SQr. 311. 9limm: ®uajaf, arabifepeö ®ummi, bon jebem 2 Quentchen, bcftillirteS SBaffer 6 llnjen, 9litrum 1 Quentchen, SSrccpwein 1 Quent» epen, SWanbelfprup 1 Unje. - 2lUc 2 Stunben 1 (Sfjlöffel. SQr. 312. 9limm: 2lfonit*@jtraft 1 ®ran, Jtalomcl 2 ®ran, ßuefer 15 ®ran. - s2llle 3 Stunben 1 Stücf. 9lr. 313. 9limm: ßinfblütpe 1-2 ®ran, HBurmfamenpulber 10, 20- 30 @ran. - 2lUe 3-6 Stunben 1 QJulber. 9lr. 314. 9limm: reines Quecfitlber 1 QJfunb, bieS wirb mit 4 *ßfunb SBaffer in einem irbenen Dopf 2-3 Stunben lang gefoept, öfter mit ei» nein hölzernen «Rocplöffcl umgeriiprt unb bann aU ©etranf gereiept. 9lr. 315. 9limm: ßalappenwurjel 2 Sfrupel bis 1 Quentchen, Jtalomel 1 Sfrupel, 33ilfenfrautextraft 2 ®ran, ßuefer 2 Quentchen. - Dbeile bieS in 10 glcicpe ftrüp unb 'UbenbS 1 QJuIber ju nehmen. 9lr. 316. SQimnr: Olpabarber 1 Quentchen, SDiagnefta 2 Quentchen. - Dpcile breö in 12 gleiche - Srüp unb sllbenb3 1 Stücf. 9lr. 317. 9limm: Sennablätter, Olpafarber, bon jebem 2 Quentchen, übergieße bieS mit peißem äßaffer, laffe eS Stunbe jiepen, feipe eö ab, 523 fo baf? eS 4 Unjen Beträgt, bann füge noch -Dlanna 1 Unje, fdjtoes felfaure SJlagnefia 2 Quentchen. - 21 Ue 2 Stunben 1 Heinen ©plöffel. 9h. 318. 9limm: SCßallnuhblätterejtraft 2 Quentchen, fReinfarrnöl 1 Strubel, Sibifchbnlver fo viel um 60 Rieten ju machen; Beftreue fte mit Bimmtbulver. - 2lHe 2 Stunben 3-5 Stücf ju nehmen. 9h. 319. 9limm: Bittoerfamen 1 Strubel, Balabbenirurjel 8 ©ran, «Ras lomel 2 ®ran. - $rüh unb SlbenbS ein ljalBcö Pulver (für ein Jtinb Von 6 Bahren 3 Stage 9h. 320. SBurmlativerge. 9Hmm: ßittmerfamen 1 £oth, 23albrians tvurjel 1| Quentchen, Salabbentourjel 1 Quentchen, toeinfieinfaureS Jtali 2 Quentchen, Wherjiviebelhonig 3 Quentchen, 4?imbeerfaft fo viel als jur ßativerge gehört. - Stäglich 3-4mal ein SSheelöffel. « 9h. 321. 9Umm: Söallnufjfchalenc£traft 2 Quentchen, einfaches Bimmts maffer 1 Sötty. - Stäglich 2-3mal 40-60 Strobfen. 9h. 322. 9limm: ®albrian 1 Unje, Bitttverfamen Unje, Brüfye bieS mit fo Viel heißem SBaffer, baß nach bem SLurchfeihen 7 Unjen übrig ftnb. Segc binju 9BaUnufjfd?alencxtraft 2 Quentchen, ätherifche Salbriantinfs tur 1| Quentchen, £onig 1 Unje. - 2llle 2-3 Stunben 1 Splöffel. 9h. 323. 9limm: Bleinfarrnblumen, Bittiverfamen, son jebem 1 Quents djen, fchmcfelfaurcS ®ifen 2 Strubel, ätherifcheS iöalbrianöl 10 Strobfen. Stheile bieS in 10 gleiche Pulver. - Srül; unb 2lbenbS 1 Pulver in meranjenblüthenthee ju geben. 9h. 324. 9limm: fchtvefelfaurcS (Sifen, mäfferigen ©hinasSjtratt, Von je* bem 2 Quentchen, Bitttvcrjamen 6 Quentchen, Biiumtfaft fo Viel als jur Satmerge gehört. - Stäglich 2-3mal 1 vollen Stheclöffel. 9h. 325. 9limm: ©ifenfeile 1-2 ®ran, Bimmt 5 @ran, Butter 15®ran. Beben borgen 1-2 Pulver unb ettvaS guten weipen Qßcin nachjus hinten. 9lr. 326. 9iimm; ®ranatn?urjelrinbe 1| Unje, toche fte mit 12 Unjen Qlrunnentvaffer bis auf 8 Unjen ein unb verjeljre bieS früh nüchtern alle halbe Stunben 2 (Sfjlöffel. 9h. 327. 9iimm: arabijdjen @ummi 2 Quentchen, bereite Daraus mit Sßaffer einen Schleim, fRicinuSöl 3 Unjen, QJfeffermünjmafjer 8 Unjen.- 9llle -1 Stunbe 2 (Sfjlöffel. 9lr. 328. 9limm: 8'icberflee 8 Soll;, JtalmuSirurjel, von jebein 4 botl). 1 £oth mit 2 Staffen heißem Sßaffer ju brühen, | Stunbe jiel;en ju laffen unb bavon auSgefühlt unb mit verfüpt 4mal täglich i afic ju geben. 9lr. 329. 9limm: auflöSlichcn SBeinfteinrahm 3-4 Quentchen, @urfen« abjub 6 Unjen, nach belieben. - Qllle 3 Stunben 2 Splöffel. 9h. 330. 9limm: Qlrnifablumen 3 Quentchen, focQc fte mit 10 Unjen äßaffer bis auf 6 Unjen ein, fe&e bann hinj« Jlamillenejtraft, Blauten» 524 «Straft, ton jebem 1| Eluentepen, (Sifenireinftein 1 Eluentcpen, Pfeffer» münjentraffer 2 Unjen, 1 Unje. 3-4mal täglicp 2 Splöffel. Str. 331. Stimm: gereinigtes ©albanum, 9J?prr^ez ton jebem 2 Duents cpen, ©ifeiititriol 2 Sfrupel, Sßomeranjenfcpafenfaft fo tief um 140 len ju Bereiten. - 3ftünblicp 6 Stücf ju nehmen. Str. 332. Stimm: ben tlufgufj beg inbifepen JtoftuS, aug 2 Eluentcpen bcs reitet, 6 Unjen, Ißomeranjenfcpalentinftur | Unje, ©itronenöljucfer 1 Eluentcpen. - täglicp 3mal 1 Splöffel. Str. 333. Stimm: mejifanifepeg Sraubenfraut, Jtafcenfraut, ton jebem gleicpe Jpeile. - tilg 5£l?ee ju gebrauchen. Str. 334. Stimm: Sagapenum, weifen tlnbornejtraft, pulteriftrte Sabes baumblätter, ton jebem 2 Eluentcpen, flüchtiges <§irfcl;pornfalj | Eltcpn., arabifepen ©ummifctleim fo tief, um 3 ®ran fepwere Rillen ju machen, täglich 4mal 5 Stücf ju nehmen. Str. 335. Stimm: flüchtige Bafbriantinftur 1 Unje, ätperifepe Bibergeils tinftur | Unje. - Bei frampfpaften 'Unfällen 30 Stopfen mit etwag SBaffcr ju nehmen. Str. 336. Stimm: fäuerlicpe Stofentinftur 2 Unjen, bitteres Stanbelwafjer 1 Unje. - täglicp 4mal 30 tropfen ju nehmen. Str. 337. Stimm: ropeg Opium 6 ®ran, Jt'ampper 12 ®ran, Spiritug 4 Unjen, (eg Wirb niept filtrirt.) - ffrüp unb tlbenbg 1 ©flöffel toll eins jureiben. Str. 338. Stimm: Sauer 1 Eluentcpen, jufammenge'efcte Spb natinftur 1 Unje, $omeranjeiifcpalentinftur 1 Eluentcpen. - Uäglicp 3mal 80 tropfen in einer Xaffe QBaffcr. Str. 339. Stimm: JtönigScpina 1 Unje, Bomcranjenfcpafcn 2 Eluentcpen, foepe bieS mit 12 Unjen Sffiaffer big auf 8 Unjen ein; >§aller'fcpe8 Sauer | Ouentcpen, Sinimttinftur 2£)uentcpen, 1 Unje. tllle 3 Stunben 2 ®flöffel. Str. 340. Stimm: tllaun 15 ®ran, 4 Unjen, ßimmt« tinftur unb Stopnfprup, ton jetem 1 Unje. - QlUc |, |unb ganjeStun= ben 1 Stoffel. Str. 341. Stimm: GpinasSjtraft, 3tatanpias®jtraft, SalbeisSjtraft, jas panifepe ®rbe, ton jebem 2 Duentcpen, ©ifentitriol 2 Sfrupel. SDtacpe baraug Rillen 2 ®ran fepwer. - S'äglicp 3mal 10-15 Rillen. Str. 342. Stimm: rotpeS ffingerputfraut Sfrupel, peifjeg SBaffer 6 Uns jen, efftgfauren | Unje, ßuefer 2 Eluentepen. - tllle 2 Stuns ben 1 ©plöffd. Str. 343. Stimm: foplenfaureg ®ifen | Unje, arabifepeg ®ummi, ßuefer, ton jebem 2 Ouentcpen. SJtacpc 100 Rillen baraug. - tlnfangg täglich 525 1 «Stücf unb nad) unb nad) in geteilten ©aben big auf 12, 16 gediegen unb eine Beit lang bamit fortgefahren. SQr. 341. Stimm: 3'mmt 10 Oran, Oifenvitriol 1 Oran, Bieter 1 <Sfru= bei. Oe 2 «Stunben (auch öfter) 1 Pulver. Str. 345. Stimm: Offtgätljer 2 Qucntd;en, Bimmttinftur 1 Unje. - Oe halbe Stunben 15-20 S'robfen. Str. 346. Stimm: (Ph°^°rfäurc ®frubel, ©piumtinftur 2 Quentchen, Bimmttinftur 1 Unje. - 10-20 Xrobfen ade viertel ober halbe «Stuns ben ju nehmen. Str. 347. ®be5»e$ nerVenftärfcnben Kräuterbäbern. Stimm: Kamiden, SaVenbel, (Rogmarin, Quenbel, ShVmian, SRajoran, von jebem 4 £oth. - 3u einem ®abe abjufochcn. Sir. 348. Stimm: faureg aromatifcheg Olijir 2 Quentchen, Slmbratinftur 1 Quentchen. - täglich 3mal 30 drobfen in 4?aferfchleim. Str. 349. Stimm: (Brunnen» aff er 7 Ungen, Söffelfrautfbirirug 1| Unje, Kirfchlorbcermaffer, Siitrum, von jebem 1 Quentchen, (Bilfenfrautextraft | Sfrubel. - Oefterg in ben SRunb ju nehmen. Str. 350. Stimm: Klabrotlfg fchmerjflidenven eifenhaltigen Siquor 1 Quentchen, einfadQeö Bimmtivaffer 6 Unjen. - Olde Slbenb 1 Ofjlöffel vod ju nehmen. Str. 351. Stimm: SBachholberfbiritug 2 Unjen, Steifenöl, SRugfatcnbab fam, von jebem 5 Quentchen. - 1 Ojlöffel vod jum Oinreiben. Str. 352 a. Stimm: gefochteg (Bilfenfrautöl 1 Unje, Qbiumtinftur 1 Quentchen, Kraufemünjenöl £ Sfrubel. - (Srtvärmt einjureiben. Str. 352b. Stimm: »eipeg Sßadjg 1 Quentchen, eg bei mäßiger Sßärme unb bann h*nJu KobaiVcnbalfam 2 Quentchen, Kubebcns bfeffer 3 Quentchen. SRache baraug 2 Oran fernere $iden. -4mal tags lieh 8-10 Stiicf ju nehmen. Str. 353. Stimm: Serbentin 2 Quentdjcn, «Safran, (Rhabarber, von jes bem 1 Quentchen. SJtache 75 (|3iden baiaug. - Scrüh unb 'tlbenbg 5 big 6 Stücf ju nehmen. Str. 354. Stimm: rväfferigeg Qbiums(§jtraft 1 Quentchen, (Rofenmaffer 8 Unjen, SSleieffig 1 Sfrubel, Quittenföjnerfchleim 1 Unje. - Bum ©ins fbri|en. Str. 355. Stimm: Statanhiaivurjel 10 Quentdjen, fod?e fte mit 36 Unjen Sßaffer big auf 12 Unjen ein, SiatanhiasCSxtratt | Unje, JtatechusOrbe, Jtinogummi, Von jebem 1| Quentchen. - Sleußerlich. Str. 356, Stimm: (Rhabarber 1 ©ran, bräbarirte 15 ©ran. grüh unb Slbenbg 1 (Pulver. Str. 357. Stimm: Weiße (Ptagnefia, armenifchen 33olug, SRugfatenblütbs juefer, von jebem 2,Quentchen, (Rhabarber 1 Quentchen. - 3mal täglich 1 Kaffeelöffel vod. 526 Str. 358. Stimm: falt Bereiteten ©ginas©straft, rol;en Qllaun, ©ifenfal« miaf, aromatifepeö Spulver, von jebem | Quentchen, ßimmtöl 12 tropfen. Verfertige baraug ViUcn 2 ©ran ferner. - Srül; unb tlbenbg 5-10 Stürf ju nehmen. Str. 359. Stimm: J?atecf?u=©rbe, ?llaun, Von jebem 1 Quentdjen, ©njian ©straft fo Viel, nm 2 ©ran fernere SßiUcn baraug ju machen. - Sftün'blicf? 4 Rillen ju nehmen. Str. 360. Stimm: Sobfali 1 Quentdjen, $ett | Unje. - Stad) Veridjt äuHerlid?. Str. 361. Stimm: fdjtoefelfaureg ©ifen 10 ©ran, bcfliUirteg SBaffer 1 Unje. tlnfiinglid? 3mal täglicQ 20 tropfen unb julegt 4mal 80 tropfen. Str. 362. Stimm: rotten ©njian 1 Sott), Vomcranjenfdjalen 1 Quents djen, focfyenbeg 2ßaffer 1 Vfunb. 9J?an läfjt eg 1 Stunbe lang jicljen unb nimmt 3-4mal täglicg | Saffe. Str. 363. Stimm: 9)luttcrf?arj in Vibergeiltinftur aufgelöft 3 Quentel?en, üamaBaf 2 Quentchen. - Stacke ein baraug. Str. 364. Stimm: 2)?utterl)arjpflafter 2 Quentchen, SrliegcnVfIa= fier 1 Quentchen. Sßermifcfye bicö. Str. 365. Stimm: tväfferigen tljebaifdjen ©straft 2 ©ran, Jtrefcgaugen, Surfer, Von jebem 2 Quentchen. Verfertige baraug ein Vulver unb tfjeile bieS in 12 gleiche Steile. - title 3 Stunben 1 Stürf. Str. 366. Stimm: Vrccbiveinftein | ©ran, beftillirteg SCBaffer 1 Unje, SDteerjn'iebelfaft, ®prup, von jebem | Unje, Vred?ivurjelpulver 1 <5fru= pel. - tlUe | «Stunben 1 Teelöffel, big ©rbrecfyen erfolgt. Str. 367. Jtinberpulver. Stimm: fol?lenfaure Wiagnefta 1 Unje,Stfya» barbermurjel 2 Quentchen, Valbrianwurjel | Quentchen, $end)elöljurfer 1 Unje. 2-3mal täglid; 1-2 Stefferfpigen VoU. Str. 368. Stimm: fjendjeltvaffer 1 Unje, mäfferige 9tl?abarbertinftur, SDlannafaft, von jebem | Unje, präparirte Jireböaugen 1 <5frupel. - SSotyl aufgefdjüttelt alle 2 Stunben 1 voll. Str. 369. Stimm: ©tjlorfalf 1 Quentchen, beflillirteS Sßaffcr 6 Unjen. ®ieg trirb ftarf gefcfyüttelt, unb wenn eö fiel? gefegt l;at, alöbann bie flare eit abgegoffen. - hiervon nimmt man 1 ©fjlöffel voll auf ein ljals beö ©laö ©ibifcfytf?ee jum ©infprigen, aber nur einen fyalben ©fjlöffel VoU jum Steinigen beö ©eflcgtg unb ber tlugen. Str. 370. tlmmenpulver. Stimm: gebrannte SJlagnefla 3 Quentdjen, VomeranjenfcBalen, Surfer, Von jebem | Quentdjen. - borgens unb tlbenbg unb unter Umftänben auefy öfter 1 Teelöffel. Str. 371. Stimm: £inbenblütf?maffer, arabifdjen ©ummifdjleim, Von jebem gleiche Steile. - Stünblid) 2 Teelöffel VoU. Str. 372. Stimm: UaVenbelgeift 4 £ot1j, tlmmonitfmflüffigfeit mit QXniö 1 Quentchen. - Säglid) 2mal einjureibeiu 527 9lr. 373. SQinxnx: gebrannte SJJagnefta 10 ©ran, 3infblunxen | ©ran. -* SlUe 3-4 Stunben 1 folcfyeö Pulver. SUr. 374. Stimm: Jtalcnxel | ©ran, JtrebSaugenpuIver, ßucfer, von jebem 5 ©ran. - Sille 4 Stunben 1 Stücf. Sir. 375. Stimm: Jtraufenxiinjenioaffer 2 Unjen, SJlagnefla 1 Duentdjen, Sencpelfprup | Unje. - s2llle 2-3 Stunben 1 ober 2 Teelöffel xvol;l uxngefcQüttelt ju geben. Str. 376. Stimm: baö ©elbe Von SPontcranjcnfeßalen, Von jebenx | Dnentcfycn, rveifje SWagnefla 1 üuentcQen, Safran 2 ©ran.-r2-3mal täglicp eine VoU. SRr. 377. Stimm: Stofenfalbe, SJlnSfatenbalfam, von jebem 1 Sott;, öltgs balfamifctye SÄijtur 1 Quentchen, einfache Dpiumtinftur 1 Sfrupel. 3um ©inreiben. Str. 378. Stimm: Senna=Slufgufi 2 £otty, SJlannafaft 1 Sotty. - Hpcelöffehveife ade Stunben bis jur SBirfung ju geben. Sir. 379. Stimm: Salbrianwurjel 1 florentini d?e ivurjel 1| Duentcpen, Süfjfyoljmurjel 2 Duentdjen, ivcifje Sltagnefta i duentdjen, Safran 8 ©ran. - 2-3mal täglich 1 Voll. Str. 380. Stimm: 4 Sotß, SJluöfatenbalfam, SQeltenol, Von jebenx | Quentchen. - borgens unb Slbenbö 2 Teelöffel voU ein® jureiben. Str. 381. Stimm: arabifdjeS ©umnii, füfjeS SJlanbelöI, SDtanbelfprup, Von jebenx 2 Duentcfyen, einfaches 3inxmtivaffer 1 £otfy, ftendjehvaffer 2 £otlj. 2lUe Stunben 1-2 Teelöffel VoU. SUr. 382. 91inim: bünnen Saleptranf 6 Sott), träfferige Oltjabarbcrtint» tur 2 einfaches Si'nmtu'affer 1 £otlj, Sncfer 1 - Stünblid) 2 Volle Teelöffel ju geben. sRr. 383. SQinim: Jtolonibo Sjtraft 1 Duentcfyen, bünnen Salepfcfyleim 6 £otfy, u cf er 2 Sfrupel. - Sbenfo ju reifen. £Qr. 384. 9linun: «ftalntuSwurjel = Qlufgufj, von j Ouentcljen bereitet, 3 Unjen, arabifdjeS ©umnüpulver 1 Duentcfycn, 3ucfer, 2 Öuentdjen. - 1 ju geben. £Rr. 385. auö 1 £ott; bereitet, 6 Unjen, «Rampef^enl; 1 Quentchen, einfaches 3imtntn?affer, Dran» Von jebein 1 £otfy. - Stünblicty 1 Jtinberlöffel ju geben. SQr. 386. SQinnn: Jtaöfarillen=(5xtraft 15 ®ran, gendjehvaffer 2 Unjen, Salepfcfyleitn, @ibifcfyfaft, von jebenx Unje. - Sille 2 Stunben 1 Sfyee« löffel. SQr. 387. 9liuxnx: 23itterfüfjfhngel 2 Quentchen. 2)?an läpt biefe 24 Stunben lang ixx 2 $funb Sßaffer weiten unb bann bei gelinbem bis auf 1 $funb einfod)en. 3ule§t Kerben 2 fyendjelfamen unb täglich 2-4mal Haffe VoU getrunfen. 528 Str. 388. Stimm: Stiefmütterchcnfraut 2 Quentchen, fodße eS | Stunbe mit fo viel SBaffer, haft 3 Unsen übrig bleiben; SSrechmein 1 Sfrupel, ©ibifchfaft 1 £otl). - '2lde 2 Stunben 2 volle Dbeelöffel. Str. 389. Stimm: SDlilchgucfer, von jebem 3 Quent» eben. - tllle 2 Stunben 1 2tefferfvi|e Voll. Str. 390. Stimm: «Ralomel, ©olbfchmefel, von jebem 4 ®ran, 3utfer 2 Quentchen. Steile bieö in 12 gleiche Pulver.- täglich 3mal 1 Pulver. Str. 391. Stimm: frifd> bereitete Stofenfalbe 1 Unje, ßinfblumcn 1 Quent» cfycn, weißen 1 Strubel. Str. 392. Stimm: Schivefelfalf 2 Quentchen, 6 Unjen. - Den tlnfprung öfter bamit ju tvafchen. Str. 393. Jtr ampf ftillenbeS Jt i nb erpu IVer. Stimm: fohlenfaure Stagnefta, .RrebSaugen, geraffeltes Salbrtanwurjcl, von je» bem gleiche Dl;eile. - 1-2 2tefferfpi|en Voll öfter ju geben. Str. 394. Stimm: Salappenwurjel 24 ®ran, «Ralomel 4 ®ran, Sucfei 2 Quentchen. Dhe^e bieö in 12 gleiche Pulver, täglich 2-3 Pulver, fo lange SBürmer abgehen, ober Stühle erfolgen. Str. 395a. Stimm: jufammengefefcten tlngelifafpirituS 2 Unjen, ölig=bal» famifche 1 Unje. - ßum ©inreiben. Str. 395b. Stimm: ßinfblumen 6 ®ran, Äreböäugen, $äonientmirjel, ßucfer, Von jebem 1 Quentchen. Shc^e bieS in 12 gleiche Pulver.-tllle 2 Stunben 1 Pulver. Str. 396. Stimm • C£l;lorn?affer, 1 Quentchen für ein halbjähriges «ftinb, 1£ Quentchen für ein 1 jät/rigeS, 2 Quentchen für 1J,-3jähriges unb 3 Quentchen für ältere Jtinber, Sibifcpfaft 1 £oth. - tllle 2 Stunben 1 Dhcelöffel. (S)ie glüfjtgfeit muß in einer fchlvarjen Srlafcfje aufbetvahrt unb bem Sonnenlicht entgegen roerben.) Str. 397. Stimm fchtvefelfaureS ©hinin 6 ®ran, löfe eS mit 3 ®ran SBein» jteinfäure in 2 £oth Sßaffer auf, 2 Soth. - tlUe 3-4 Stun» ben 1 Dh Voll ju geben. Str. 398. Stimm: 1 Strudel, «Rantharibentinftur 2 Quentchen, Steivcn» (StoSmarin») Salbe 4 £otl}. - täglich 2mal ein* jureiben. Str. 399. Stimm: fein gepulverte 2 Soth, Stheinivein f Quart. Saffe bieS 12 Stunbcn flehen unb fchüttele eS fehr oft unb lange. - 3n ben SDtorgenflunben 1 SöeinglaS voll ju nehmen. allgemeine ntcbijintfcbe SSorcrtunerunoen« ®eite Sßon bet 45eiltunft 9 ©rfennen bet «Rranffyett 10 23on bet «ebeutung ber einzelnen Betten ber Äranttyeiten 15 S)er $uU 15 S)a8 s4lttyemljolen 15 duften 17 (Stimme unb (Sprache 18 ©äfynen, «Seufjen, Diiefen 18 (Schlurfen ober 2lufftofen 18 SBeinen unb Sachen 18 <Da$ «lut 18 junger 19 Surft 19 (Sfel unb Erbrechen 20 «Innungen, Von £uft auSgebetynter £eib 20 Sarmauöleerung 20 $luöbünflung unb (Sdjiveifj 21 Urinnbfonberung 22 2lu8fourf 23 Srrereben 23 (Scfylaf unb SCBadjen 24 ©ctyttiinbel 24 Saö 5luge 24 II ©eite 2)a« Sebor 25 ©erucb 25 ©efebmaef 25 hautgefübl 25 Sittern . 27 Jtränivfe 27 Säbmung 27 £)l;nmacl;t unb ©cblagfliiß 27 2lnfeben, SBau, äußere Sefctyaffenfyeit, Haltung, Sage 27 Zweite erlang. 23 vn fcctt gewöhnlichen Urfachen her Krankheiten. 93on ben Jtinberjabren 29 2ßon ben »erfebiebenen 93efd)äftigungen ber SWenfdjen 29 23on ben mit förderlicher ®etvegung verbunbenen hantirungen unb ihren ©efabren 30 93on ber mit fl|enber SebenSart verbunbenen hanbarbeit 32 Sßon ber fl|enben Sebenöart ber ©eletyrten unb ihre SQachtheile 33 93on ben SQabrungSmitteln als «RranfbeitSurfacben 34 SSon ber Suft 39 33on ber Qkmegung 43 93om (schlaf 44 Sßon ber beö Jtörderö 45 93on ber Unmäßigfeit 46 Sßon ber {Reinlichfeit 47 S3on ber Qlnftedung • 49 SQon ben £eibenfd)aften unb ©emütbSbeiregungen 49 5)ie ftreube 50 S)ie Xraurigfeit 51 5Die Omrctyt 51 S)er (Scbretfen 53 S)er Bom 53 S)ie Siebe 54 2)er ©efcblechtötrieb 54 ffion ben gemöbn^^cn 5luSlecrungen beS Jtörderö 55 III Pritte Jlbtljeiluttg. So feen Siebern. Qlllgenteine Sentcrfungcn über baS Sieber» Seite A. 23on ben anhaltenben ober tyitjigen Siebern. (SinfadjeS {Jleijficber 68 ©ntjünbungöfieber 68 2)aS SQervenfteber . 73 UnterleiböeStpvbuS» 79 Saulfieber ober Slecffieber 85 2)ie gaftrifcben Sieber 89 1) Sieber von UnOerbaulicbteit im Stagen 90 2) 2)a8 ©aüenfieber 92 3) £)a8 Scfylennfieber 96 Slufh ober rbeumatifcbeS Sieber unb Jvatarrl;alfxeber 98 B. QluSfefcenbe unb langwierig oerlaufenbe Sieber. Söecbfelfteber, falte Sieber 103 Scblcicbenbe Sieber, ßeljrfieber, Ijcftifdje Sieber. 119 Srfle Jtlaffe. 1) 2)a3 eigentliche iRervcnfiebcr 120 2) 2)aS abjeljrenbe Sieber auS gehörter Ernährung 123 Sweite I a f f e. 1) £>aä entjünbliche fd;Ieid)enbe Sieber 124 2) 5)a3 SntfräftungSfieber bcr alten Seute 128 3) ®aö fchleichenbe Sieber 129 4) S)a8 (Siterungöfieber 130 5) 2)a8 jur Sßerberbnifj ber Säfte ffd> tpinjugefellenbe Sd)Ieicbs fieber 131 tHerte 23on feen Gntjünfeuitßcn. ©ehirnenfjünbung 132 SauftoUbeit ober ßitterwahnfinn 135 137 Qlugenentjünbung 139 «§al3entjünbung. 142 ßntjünbung ber S'lafenfchleimhaut (Schnupfen) 146 IV Seite OtüefenmarfSs, SRüefentvirbelcntjünbung 159 9Ragenentjünbung 164 ©armentjünbung 168 jRierenentjünbung, IRierenfolif 171 ©lafenentjünbung 172 Seberentjünbung 173 (Rotlauf, £Rofe 176 «JTünfte ftieberlofe Jtranftyeiten ober von ber ©rfäh tung 180 OUjeumatiSmuS, Sdufi, ©lieberreifjen 183 fticberlofer J?atarr1j 192 Sßom nidjt fatarrljalifcben duften 195 2)ie ober bie Unreinigfetten unb SlnfdjobViingen im Unterleibe 198 1) Ueberlabung beS SRagcnS mit 9lafyrungämittcln 200 2) ®aUenanl)äufung 200 3) 23erfd>leimung be§ QRagenS 201 4) SSerfäuerung beö SRagcnS 202 5) faulige Sßerberbnifj im 2Ragen unb 2)armfanal 203 6) 2Ute SSerfeffentyeiten im 3)armf anale 203 tagens unb 205 ölerbenf ranfljeiten 207 <§9Vod?onbrie 209 iyadfucßt ober 214 219 Unruhiger <5d)laf 222 Jtrambf im ©d/lafe 223 £i£e im <Sd)lafe 223 Srfdjrecfen im (Schlafe 223 ®er angflvoUe ®d)laf 224 224 (Smgbrüftigfeit (2ljUjma) 225 langwieriges Srbrecfyen 229 vR opff 231 jjabnfcfymerj 237 33on ben Äran 11;eiten. V ©eite 2)?agenframvf 241 Jtolif 244 Scblagflub 247 (Sttynnnbel .254 Wlännlidjeö Unvermögen 255 Taubheit 256 Ohnmacht ..257 J&ed)|le Jlbtljetlung. Air auf betten. Einleitung 258 S*lerVenf<bminbfucbt 262 Die eiterige (Scbtoinbfucbt 268 Die .Rnotenlungenfucbt 274 Die ®d)leimfcbivinbfucbt 281 Siebente S o n b e r äSafferfudjt. lieber bie Söafferfucbt im Qlllgemeinen 287 H autmafferf ucfyt 292 93r ufhvafierf ucfyt 294 $Baud)tvafferfudjt 395 Anhang: 33läl;judOt . 298 Jld)te JKbtfjeilung. 93lutflüffe. SQafenbluten 301 seiutOuflen 305 23Iutbredjen 308 Die golbenen Albern ober Hämorrtyoiben im QUIgemeinen 309 golbene -2lbern 312 Die blinben golbenen Bibern 317 ©cfyleimtyätnorrtyoiben 318 Die golbenen Albern bcr ®efd?led)tgtl>eile unb Urinmerfjeuge 319 2lntyang; Durban, QltnreicQen.... 5 320 Sßerflobfnng beö (Stuhlgangs, Hartleibigfeit 323 Harnverhaltung, «Sdjtr erzürnen .325 Die Sfahr 326 Die ajlatifchf 328 VI lleunte (SUrtbeilung. Sie SJJocfen , 334 Sie ächten Reefen 335 Sie falfcpen Rotten, (Schafblattern 335 Sie mobifijirten ächten $ oct en, SSarioliben 336 Sic <Ruh= ober (Sch Importen 337 Sie SJÄafern 339 Ser Scharlach 342 Jlötheln 346 9leffelfucpt 346 Sricfel, weifjeS unb 347 350 Siechten 352 «ßopfgrinb 356 Sinnen 358 Äupferauöfchlag ; 359 Slutfchwär 360 Saö SCBunbfein 361 s2lufgcfprungene £aut unb Sroftfchaben .362 <S omni er fpr 0 ff en, £eber flecf e 363 ÄpnuhÄ ranf betten. <3d)nte S£ranFhetfcn, bte auf einem fehlerhaften 3nftanbc her (»äffe beruhen. (SfoiBut 363 .366 Sfropbclf rauf l;eit 368 5£)o££clte ©lieber 374 Sie ©iept 374 Sie SBurmfranfljeit 376 habens-ober (Springmürmer 378 (Spulwürmer 378 ©anbtrurm 378 <£arnfteine 383 sjlterenfieine 384 ©allenfteine. 386 VII Cilfte JUtljetlutig. ®eite Ueljler ber monatlichen 387 a) ßu früher Eintritt her aRonatgperiobe 387 b) 33on bem fRichterfcheinen her aRonatäperiobe uni bie Beit bcr ®e« fcbledjtöreife..; 389 c) Unterbrücfung ber aRonatäperiobe.. .• 394 d) Uebermäßiger 3RonatöfIuß unb aftutterWutfluß 397 e) 03 efchWerlicpe fcbmerjhafte SOionatSreinigung 401 5)aö Uebclfein unb (Erbrechen ber (Schwangeren 405 93erhütung ber Fel;!- ull<D Frühgeburt 407 Sßon ben 03efchwcrben beim (Säugen unb SRichtfäugen ber Jtinber 413 aRilchfluß 414 2)er weiße Fluß 415 1) 2)er acute weiße Fluß 416 2) £)er chronifcpe b. i. ber auf (Srfcplaffung unb allgemeiner aSerfchlei« niung berul;enbe weiße Fluß 420 S)ie SBIeicfyfucbt 422 Sftutterbefchwerben, 426 Zwölfte t n b e r = Al r a n f I) c i t c tt. SSont Scfyeintob her Neugeborenen 437 ©elbfucfyt her Neugeborenen 438 2)aö Sßunbirerben ber «Rinber. 439 ®ie Scbtväntnicben, Sctyule 440 ber Neugeborenen 441 (Säure int SJhtgen bei Jtinbern 443 unb «Rolifen ber Jtinber 446 (Srbrecfyen ber .Rinber 447 £eibe§berftobfung ber JCinber 449 JDurcfyfaß ber Jtinber 449 'ßiautauäfcbläge ber Säuglinge 453 SJon oen «Rrampfjufäflen ber Jlinber 456 Sßont 461 Sßon ben ber JJinber .463 Sruftberfcfyleini ung 463 Jtratnpf ber ©tininirifce 464 fiungenframyf ober frambföafte (Sngbrüfligfeit 465 S)ie fyäutige SBräune ober ber (Sroup 467 VIII ®eite 2)er ©tictyuften, blauer «duften 469 S)ie ®ebirnent3Ünbung eber bie ©ebimtoafferfuebt ber Jtinber 474 Preijeljnte Jlbtljeilung. Anleitung für gut Sßtcbcr&debunfl bet tobten unb Rettung ber Vergifteten« Ogemeitte ©entertungen über bie {Rettung her Scbeintobten 476 33on betn {Benehmen bet heftiger Jtälte, uni baS Erfrieren 311 vergüten. .482 ©ebanblung ber ©rfrorenen 482 Sßom Sdjeintob ber ©rflicften 484 a) 33 on ben in fdjäblicben Äuftarten, fünften unb Srfticften484 ©ebanblung eines folgen (Srflicften 486 b) 33on ben Srfyängten unb Srtoürgten 488 c) 33 on ben (Srtrunfcnen 489 33om ©Ii|e ©etroffene 489 5)ie 4? ülfe bei Vergiftungen 490 a) 9)iineralifcbe ©ifte 490 b) ©flanjengifte 492 c) Xfyierifcfye ©ifte 493 2lnbnng. {MrjneifDrmeln unb biätetifdje ©etränfe 497 *3» feinem £anbe fann fooljt bringenbcr baö Je* guten mebijinifd)«» £ßolf SbudjeS empfunben werben%lS merf är$tlidje $ülfe fo überaus treuer iftj röo fgt viele Honoranten, fdjer unb Du ad falb er fidj es bem gemMßni »■ t SJlann oft auf erfi fdjnjer, wenn nidjt unmbgTidj ivirb, ben mirffi unb tÜ&tigei cQ|t herauSjuftnbenj tvo $aufenbe von & antiken 1 fernt von ärjt;7rr £ülfe auf bem Öanbe W;:n, unb 4po bte fc Elpofhefen Sllebizinen einen fo fronen (Sin foldjeS ivtrflidj gutes SSolfSbifdj niuÜHft baS vor|Ä Sßerf, unb bafür ifl ber Elbfa SDeutfdjlanb Von fed)S flarfen Auflagen befielben, ei bod) feit lange eine SJlenge anberer vopulärer mebizinifdjer® giebt* 2)er ißerfaffer, b Hafjre Elrgt, lehrt in Haren unb einfachen Sprache bie «Rranfßeitcn erfennen, er lebrt ii begriffene abivenbenj er wie man.ftcfy bei vor menben JEranffjeiten ju vergalten ljabe unb fdjon entivitfelte j feiten burdj einfadje Mittel, ju beren 3«bcreitung er Einleitung giebt, feilen. (Sr gehört ju .ben Eichten, meld)efon SRebijin als mbglidj geben, unb f$on ber erfle <Ba§ feines iöerfe „5)ie Statut bie Jlranfbcüen allein, bie Jtnnmve bie Statur nur ju unterflü|en unb bie ihren in ben 2Beg t 'tenben $u entfernen bezeichnet biefea feinen Stanbbunft Har unb unz^ibeiitig*. J iöud) ift ein mirflid) nüfclidjeb unb mer feine Sehren bcjo!gtf . im (Staube fein, feiner Familie unb feinen Sieben unb «£ülfe wirffam beizufteljen unb fo manch«» Dollar für S)octoj EtyoU/efer erfparen» *. ... 'WffiaflHi