nierte Crtra^rämie bes n^erol^ ^ofbene wlxxtig qX> - bon - 10,000 erprobten ^lecqjfcn mtb bewährten §ntt§mitfdn für bie mdften tontljdten mib HiißlntföfaUe. ® i n t r e u r r MatbMber für Die ^au^fiaUund, föt Obft® unb Gartenbau, 2He&3u$t u. f. &>♦ - fofoie für - nnter^altung unb ^Bde^rung für nUe klaffen unb staube. Verfaßt öo n Ludger W. Koelkenbeck. ^erauSgegeben von $5. ^oleman. ^airwauäee, ^8i$. - 1889. - Seriell für prönnmernnbo jaljlenbe Abonnenten beo „Serotb." Entered according to Act of Congress, May 20th, 1875. By LUDGER W. KOELKENBECK. In the oltice of the Librarian of Congress at Washington, D. C. Vorwort bes perfaffers. ©cm lebhaften 2öunfd)e, ba§ Peinige baju beantragen, Seiben, Trants heften unb Schmerlen nach äRöglichfeit ju verminbern, allgemeine SBotjlfa^rt ju beförbern, nü^lic^e Tenntni'ffe ju Derbreiten nnb meinen ^rennben nnb beutfd)en SanbSleuten nad) Kräften bel)ülflich ju fein, unabhängig 311 werben, hat ba§ vorliegenbe 33 ud) fein ^ntftehen ju verbauten. Seit länger al§ jwanjig fahren hat ber SBerf affer unermüblich gefammelt, g eprüft nnb gearbeitet, um feinen ßmed ju erreichen, nämlid) feinen Sanb§? ieuten ein fBud) bieten ju fönnen, ba§ für faft alle Faße, fBortommniffe nnb Sebürfniffe im Seben bie beften Otathfchläge, fReccpte nnb Anweifungen enthält nnb biefe jum ©emeingut Ader macht. (S§ ift fäum nothwenbig, über ben SBerth nnb 3"h°lt biefe§ iBucheS vie e äßorte ju verlieren, ba ein flüchtiger (Sinblid fd)on genügen wirb, ^eben ju ü bezeugen, baß e§ feinen Flamen: „@olbene§ Familienbuch" mit 9?ed)t verbient nnb ülnfprud) barauf machen barf, in jeber beutfdjen Familie wiHtvmmen geheißen ju werben. (S§ enthält im c r ft e n © h e e Probate nnb wertvolle dtecepte, JpauSs mittel nnb 9lnweifungen ^ur Teilung faft aller betannten Trautheiten, Uebel unb Seiben; ©d)iil)inittel gegen anftedenbe Seuchen, jwedmäßige ®orfd)riften jur SBehanblung ber Traufen, (Erhaltung nnb ^efeftigung ber ©efunbheit, pflege Heiner Tinber u. f. w. 3m j w e i t e n © 1)e * e findet ber geneigte Sefer viele ©aufenb fRecepte gemeinnühigen Inhalts für alle Tlaffen nnb Stäube, für faft alle SSortomms niffe im Seben, für ben Sanbs unb Slderbau, für bie DbfH, 9Beins, 93ieh; nnb S3i ncn;3ud)t, für Tüche unb Teller, ißlumensTuItur, für Anfertigung aller Arten ©inten, Titte, Seime, Sade, Anftriche u. f. w. Um auch bem Söenigbemittelten es möglich unb leidet ju machen, öaS Such anfehaffen ju fönnen, ift bet ^rei§ beffelben fo niebrig als nur thunlich gefteüt roorben. ®a bie mit ber Verausgabe eines fo* umfangreichen SßerfeS uerbunbenen haften fe^r groß finb, bjofft ber Unterzeichnete, ba^ baS „@olbene ^amilienbudh" in jebem beatmen Vaufe im Sanbe einejfreunbliche Aufnahme finben werbe. V u b g e r SB. ö l t e n b e cf. ♦ $ a $ ^oWene ^amtlienbu^ $ r |i e r ß e i €. (^efunbßeitäpflege. 1. IhtfMnttg Der ^ranß^eifen ju vergüten unb bie Be- währte (len pestnfeRfiottsmitter. ©ie heften Hausmittel jur guftreinigung unb Slnftectunggüer^ütung ßnb folgenbe : 1) SKan lofe ungefähr einen Steffel Bodjfalj in einem f^aß SBaffer auf unb mit biefem Saljmaffer töfdje man ein ^aß Batt ab unb jmar ju bem ®rabe ber ^eudjtigteit, baß eine 5lrt von 53rei entfielt, ^ür ben Bmed ber ©e§infeftion ift biefer fetbftgemadjte BoZlenefjloribe faft eben fo gut, mie ber in ben ^»anblungen unb «Spejereiläben unter biefem tarnen Verkaufte SIrtifel unb meit billiger. 55ermenbe e§ reidjIiS bei ben $lbjügen be§ fdjmu^igen, gebrausten 2Baffer§, im Beller, in ben üöafferrinnen, in ben Aborten unb 2Iu§^äufern unb vergüte in biefer 2ßeife anftectenbe BrantZeiten nnb fonftige Börperleiben. 2) ^teinRo^rentOeer ift ein Mittel, burS beffen ®cruS man fiel), bei verbreiteten, anfteefenben BrantZeiten ober fSäbliSen fünften in ber Suft, von melden allgemeine Brautzeiten Zerrü^ren, fieber fteUen tann. ©iefeß Mittel mürbe jur ($ZoIera»£eit empfoZlen. Um ben ®eruS in einem 3immer ju verbreiten, gie^t man 2 bis 3 SLfjeeloffel bavon in eine ©affe, ober um größere Zäunte ober auch folct)e, metS« offen finb, mit bem ®eruS ju erfüllen, beftreidje man Bretter bamit unb taffe fie frei ftcZen. 3) OforßafR, melier befonberS bort, mo tZierifSe (Subftanjen in f^äulniß übergeben tonnten, alfo bei <5S^a^tere^n> jum $IuSma* fSen von ©ßgefSirren :c. anjumenben märe. (Sbenfo finb tZierifSe Abfälle, mie Bno^en, «Speifenrefte, menn fie auf ben BeZri^t ge« morfen roerben, vorZer mit dZlo^talt ju beftreuen. ®aR bie faulenbe SZie^ette unb in f^olge beffen bie Silbung fSäblidjer $ilje burdj ben ®Zio^«U vernietet mirb, bemeift ja bie in großartigem äRaßftabe vorge* nommene 5)e8infection ber großen *n ^tantreiS unb e3 ift uTZatfaS6/ baß meber um W?e§ noefj Seban ober 2ßortZ, flattern ober (JZolera aufgetreten finb. 3Jian löft gemöZnliS ein £peil dZlottul! tu Zunbert XZ^^n SBaffer auf unb brauet biefe Söfung jum ©eSinficiren von ®efSirven, gußboben :c. 4) (Sin nod) wirffamereg ®eginfectiong Mittel ift bte Älg Quinet wirb biefelbe fo angewanbt, baß man ein ST^eit reiner ober jwei Steile rol)er darbolfäure mit 100 feiten drbe, Saab, £orf, Äobtenftaub ic. bermengt unb auf dpcrementc zc. ftreut. fluffige dar* bolfäure jum Peinigen ber Sßater dlofetg :c. erzeugt man, inbem man ein ST^eil reiner fluffiger darbolfäure in ein ®efäß gießt, weldjeg man in warmeg SBaffer fteUt unb nadjbem fie ba flüffig gemorben, mit 100 feilen warmen SBafferg vermengt. 9Rit biefer darbolfäuremaffe wirb and) Sßäf^e wirtfam beginficirt, inbem man fie bamit reidjlidj befprengt, in todjenbeg SBaffer wirft, unb bann tüchtig augwäfd)t. Slud) jum Slug* tündjen ber Ärantenftuben Ijat fid) bie darbolfäure bewährt. 2Ran bermifdjt ju biefem 3wede einen Stjeil darbolfäure mit 100 Xßeilen Äalb mild). 3n berfelben SRifdjung braudjt man bag übermanganfaure Äali, jeboq befi^t eb nidjt bie Öeginfectionglraft ber darbolfäure. 5) (Sbenfo verhält eg fid) mit bem Qifenvitrwt unb ber We, wel^e jwar ben @erud) unb bie Slugbünftung ber ju beginfi* cirenben «Stoffe oernidjtet, aber fobalb fie bie lederen in ju großer SRaffe aufgenommen, wirtungglog bleibt, mithin fe^r oft erneuert werben muß. Vefonberg ift bieg bei bem difenbitriol ber Q-all, weldjeg nur an ber überflöge ber Slugwürfe beginficirenb wirft. ©iefe früher angewanb« ten Mittel fönnen fid) bei Söeitem nid)t mit ber darbolfäure bergleidjen, welche and) ju ber nidjt bringenb genug anjuratpcnbcn ®eginfection ber Suft (befonberg in .^ranlenjimmern, wo in unfaßbaren Sljetldjen bie ^ilje jidj befinben unb eingeat^met werben tonnen) gebraucht wirb, in bem man bie darbolfäure aug bem s)Sulber berbampfen läßt. Sßä^renb beffen muß aber ber ju beginficirenbe fRaum unbebingt berlaffen werben. 5Rach bem Verbampfen ift bag 3^tnmer grünblid) jn lüften unb mit darbolfäure SBaffer augjufprengen. 6) (Sin borjüglidjeg SRäudjerunggmittel in Äranfenjimmern ift gemah» lener Kaffee, bon bem man einige SfRefferfpi^en boll auf Sohlen wirft. Oema^lener Pfaffe wirb audj mit Vortheil jur donferbirung bön Sßilbpret unb anberem Qleifd) angewenbet, inbem man baffelbe bamit beftreut. 7) ^tait$er»ttfoer Gei anfletftenben ^ranftßetten. $ierju ne^me man Sßadjlplberbeeren, 2öadjl)olberbeerblätter, Salpeter unb ein wenig Sdjwefel, and) wo^l etwag Sßermut^ unb SRßrtljen nodj baju unb werfe SlUeg auf Golften, bie matt in ben Orten, bie man burdjräudjern will, auf einer Äo^lenfdjüppe Ijerumträgt. dtwag ^ulber loggelaffen t^ut audj fe^r gute Sßtrfung unb reinigt, wenn man ben fRaud) burdj bie geöffneten fünfter augftrömen läßt, bie 3inimer fe^^ halb, ebenfo foldje 3immer, bie burd) neugetün^te SBänbe ungefunbe, feuchte fünfte augftrömen. ^reilidj muß man nur immer ganj Heine Quantitäten ^ßul* ber auf einmal nehmen, weil fonft leicht eine ju große dpplofion unb @e* fa^r entfielen tonnte. 8) ^on-gntwidurttnöspttfoer. $ei ber außer* orbentlicßen 53ebeutung, bie Djon, ber Präger ber öeilfraft ber ^atur, bitrd) Vernichtung aller ORiagmen unb fomit beg Slnftedunggftoffeg bei Sptbemien fptclt, bürfte beffen allgemeine SInwenbung in Oranten* unb Söohnjimmern, Schulen unb ^abrifräumen jur Verbefferung ber Suft um fo mehr ju empfehlen fein, alg je^t ■Seberntann mit bem ytablauer'fcßen Djon»dntwicfelunggpulber reineg © j o n * 0 a g in beliebiger Quantität 4 5 mit nui geringen Poften erzeugen fann. - (Sin ©Teelöffel voß Pulver auf eine Untertaffe gebracht unb mit fovicl iemiji reiner toncentrirter ©itoe* felfäure übergoffen, ba^ bie Maffe einen bieten Vrei bilbei, entwirf eit nai iem Umrü^ren fo reiilii ©jon, ba£ ber @erui im ganzen Fannie bent* lii wa^rjuneljmen ift. a. fnr's ^nus. @8 ift b®n großem Söert^, wenn in Familien, bie leinen 9lrjt in ber 9ta^e ^aben, eine Heine ^auSapot^efe epiftirt. (Sie mu§ bor 9lßem ent^al* ten : 1. aepulberten 3ucfer (ju 3u^er,t)afl'err Simonabe, Vraufepulber, bitterm S^ee 2c. 2. Sßeineffig, um bei ©Ijnmadjten ober anftedenben Ärant^eiten als Söafdj« unb ^ie^mittel ju bienen, bann aber and) bei Vergiftungen bön Opium, (Sdjierling, Vilfenfraut, SSoHfirfc^e u. f. w. mit SBaffer berbünnt ju trinten, unb Umfdjläge auf Äopf» unb SDhgengegenb ju madjen. 3. uJio^nöl. (Um bei Vergiftungen, abwe^felnb mit 9Kil^, biel baoon ju oerfdjluden; ferner jum Sinreiben bei enhünbeten Onfetten* ftidjen, bei krampfen; ferner um mit (Siwei^ ober SQiilqra^m eine Vranb» falbe, ober 9lmmoniatgeift ein flüdjtigeS Siniment bei fatarrljalifdjen ©djmerjen babon ju bereiten. 4. Slmmoniatgeift. (3um Piethen bei O^nma^ten, jum Sßaf^en bei Verlegungen, bie ben Verbaut einer &nfted* ung julaffen.) 5. Seinfamen. (911S Sljee bei Urinbrennen, Vieren* fdjmerjen, Ärampf^uften, Äolif; als falber, notljigenfadö mit WHldj ober ^lieber erfe^t, ju Vrei getobt, ju Umfdblägen bei Vlutf^wären, gingerwurmer.) 6. üßein unb Vranbmein. (mS VelebungSmittel, ju Sßafdjungen bei öfynmadjt, bei leisten Quetf^ungen, Vlutunterlaufun* gen.) 7. Slrnitatinltur. (3u Söafdjungen bei Äontufipnen o^ne befon* bere entjünblidje (Srfdjeinungen.) 8. Senfpulber. (3u «Senfpflafter, mit SBaffer jum Seig angerü^rt, als 9lei^ unb 9lbleitungSmittel bei fatarr^a» lifd) * rljeumatif^en (Sdjmerjen,. (Sdjroinbel, Äongeftionen, Sdjlagflufj, SDfagentrampf, (Srftidung 2c.) 9. Soppelfo^lenfaureS Patron. (Um bei SDfagenfäure, faurem Sluffto^en babon in Heinen Portionen ju ber» fdjluden.) 10. äßeinfteinfäure. Um mit 9fr. 9 f^neU ein Vraufepulber jjerjufteUen, inbem man in ein Ijalb mit Sßaffer gefußtes ®laS, nötigen# faßS mit etmaS gepulbertem 3U(^er ferfü^t, einen brittel, bis falben Teelöffel boß Sßeinfteinfäure wirft, biefelbe bößig auflöfen läfjt, bann einen Xfjeelöffel boß boppeltfotjlenfaureS 9fatron ^injnt^ut, unb wä^renb beS SlufbraufenS auStrinft.) 11. Äriftaßifirte 3itronenfäure. (Um gleich bamit 3u^ersSimonabe ju madjen, faßS fieberhafte ober tongeftibe 3uftänbe eS erforbern.) 12. iß^oSpljorfäure. ((Sin bortrefflidjeS Wttet, um mit 25-30 tropfen in einem @lafe Söaffer eine erquidenbe, nerböfe Unruhe befämpfenbe Simonabe ju bereiten.) 13. ßoffmann'fdje Sropfen. (3u 10-20 tropfen auf 3uder bei Dtjnmadjten, Ärampfen.) 14. VJeü nigc 9f^abarbertinttur. (3u 15-20 tropfen bei gutartigem ©nrc^faß, befonberS in heiler SatjreSjeit, wenn berfelbe nicht nad) ein bis jwei Sagen bon felbft fiftirt.) 15. öand'fdje ober offließe (Sfjoleratropfen. (Um fidj i^rer bei eintretenbem ©ur^faß in bebienen. 16. «SenffpirjtuS. (2u$ Sfciedj* unb ^autreumittel.) 17. &meifenfpirituS. (SUS Öieigmittel jum ©inreiben r^eumatifcbsf^mer3en^er Steile, and) auf bie Tfagengrube, bei nerböfem Vredjreij, oer nidjt bon Ueberlabung rommt.) 18. ^impineßen» 6 tinftur. Oe 15 Kröpfen auf 3uder ober ©nrgelwaffer bei länger a^pav. tenber tatarrljalifdjer §eiferteit, bei Smpfinbli^feit unb Verlängerung bes 3apfenS als jurüdbleibenber Steft einer ©rfältnng.) 19. SRprtfjenunftnr. (3um SRunbreinigungSmaffer bei ^o^len 3äljnen oker loderem ^a^nfletfc^ ju tröpfeln.) 20. ÄampferfpiritnS. (211$ 3ufa$ 3U SRunbfpütmaffer, wie Sir. 19, bann jum (ginreiben ertälteter ©lieber.) 21. Äamp^er. (Um bei latarrfjalif^r^eumatifc^en (Sanierten ein Studien in VSatte ju fteden, momit ber Ktjeit bebedt mirb.) 22. SrennfpirituS. (Um fogleidj SBaffer tjeif? madjen ju tonnen, audj jum Verbünnen mit SBaffer, nm fpiritnöfe Einreibungen tu madjen.) 23. ^ßfeffermünjöl. (1 bis 3 Kröpfen auf 3uder bei Dijnmadjt, nerböfer Uebelfeit, Slä^ung.) 24. fluffiger Eifenoj-pb^pbrant. (Um bei Slrfenifbergiftung fogleidj ^et^ ju madjen unb in SRenge ju trinfen.) 25. Krodene gmulbaumrhtbe. (©inen Eßlöffel boH mit hier Kaffen Sßaffer auf jmei eingefodjt unb gegen ©nbe ber ^o» djung einen K^eelöffel boll ^omeranjenfdjale jugefe^t, als befteS SIbfütjr« mittel bei JjabitueUer § artleib igteit unb UnterleibSfüUe. Quantum beS ©ebrau^S nadj Vebürfnifj.) 26. ÄamiHenblumen. (2US Kljee bet Shrämpfen, Oljnmadjt, Äolit.) 27. ^lieberblumen. (2US Kljee bei Sr« fältungen.) 28. ^endjelfamen. (2IIS Kljee bei Erfüllung, duften, KurdjfaU, VerbanungSftörung.) 29. (^ßfeffermünjtljee. (Vei ©rtältung, VerbauungSftorung, Ärampf.) 30. Vrufttljee. (Sei §uften, Süffettion ber 9tefpirationSfdjleimfjaut.) 31. 2Ut^eamurjel unb SRalben. (Sei ßuftenreij, Sruftfatarr^.) 32. §afergrü$e unb ©erftengraupen. (2llS fdjIeimigeS, rei^milbernbeS ©etränt, bei duften, SRagenframpf, Sfotif, überhaupt Unpäfjlidjfeit.) 33. Äinberpulber, Pulvis Ma^nesiae cum Rheo. (Sei SRagenfäure unb SerbauungSftänmg ber Ätnber.) 34. Ärotonol. (Um 1 Kröpfen bei (S^lagflu^ unb ©djeintob jum ^Ipftir ju fe^en ; audj bei heftigen StljeumatiSmuSfdjmer^en 1 bis 4 Kröpfen mit Kampon einjureiben.) 35. ©infame ©albe. (3um Serbinben frifdjer, eitember SBunben.) 36. 3inHa^e- (3uin Serbinben frifdjer Eiter« rounben, bie fidj nicfjt halb mit neuer öaut.bebeden moUen.) 37. ©pani« fdjeS gliegenpRafter. 38. ^irfc^talg. 39. ©eftridjene Oljrpflafter. (Sei fatarrljalifdjen ober rljeumatifdjen ©djmerjen beS ÄopfeS, QljreS, 2IugeS.) 40. Kerpentinöl. (3um Einreiben bei rljeumatljifdjen ©djmer« ten, bei f^roftbeulen ; jum Sefeudjten ber Sßatte bei iRljeumatiSmuS.) SBatte unb (I^arpie. 3. übelriedjenben, ju entfernen. @8 giebt brei Urfa^en biefeS Uebeln : entmeber entfielt eß bon bohlen JUfynen, ober entfielt e8 bon berborbenen SRagen, ober von hranthafter Abfonberung in ber Luftröhre. 1. 3ft ein fjo^ter 3ahn ^ie Urfadje, fo ift ba§ allgemeine Peinigen be$ SRunbeS unb ber 3ähnc ^ülfreid). ®urd) Außfpülen unb Söürften ber 3ä^ne mit frifdjem 2Baffer, bem etma§ fölnifdjeö SBaffer jugefe^t ift, and) burd) SluSfpülen mit SBermut^mein, mirb ber ®ern^ berminbert. 2. Sntftefyt ber üble ®erucb auö einem beworbenen ÜRagen, fo neunte man juerft ein 93red)* ober Abführmittel, hernach bittere uRagen* trovfen, h°^c a&er ftonge ®iat unb bermeibe ^leifqfpeifen unb fdjiuer berbaulidje $Rahrungömittel. 7 3. ®egen ben üblen Eitlem, von franf^after Elbfonberung ber 2uft* ro^re fjerrü^renb unb mit übelriedjenbem ^u^fc^wet^ Eldjnlidjteit hubenb, finb Rillen Don §oljtof|lenpulver unb ©ummi jum innerlichen ©ebraudj jn empfehlen. Elud) Äügel^en auß Drangenblüt^e ober ESeildjen, Bu^ct ober ©ragantf^leim bereitet, verbeffern ben Eitlem. 4. ©er üble ©crudj beß SRunbeß ift burd) Elußfpülen mit Reiten», E5feffermünj* ober gimmet.Del in EBaffer ober Sampherfpirituß ober über» manganfaurem ^ali in beftiUirtem EBaffer ju Vertreiben, inbem man von ^albconccntrirter Söfung beffelben fo viel in ein ©laß EBaffer träufelt, biß biefeß fid) violett färbt. sJRan fpült fid) mitunter ben ERunb bamit auß unb jeber, ni^t auß ERagen unb Zungen fommenbe üble ©erudj wirb Verfdjwinben. biefeß SDtittel Ijat fdjon fe^r vielen geholfen unb ift in jeber Elpot^efe jn ^aben. 5. E^imm fed)ß biß je^n ©ropfen von Sabarraque'ß djlorfaurer Sobaauflöfung (man tann fie in jeber Elpotljete erhalten) unb tfjue eß in ein EBeinglaß voll reineß EBaffer. Unmittelbar nadj ben SRorgenVerri^» tungen genommen, wirb biefeß äRittel, burdj ©eßinfection beß SRagenß, fogleid) ben Eitlem reinigen, weldjer teineßwegß baburdj verborben wirb, fonbern bem burdj biefe Elr^nei geholfen wirb. Sollte eß nöt^ig fein, f» tann man biefe ©ofe noch einmal um bie ERitte beß ©ageß nehmen. - ßu* weilen verbindet fid) ber ©erudh, ber bon ben angegriffenen Bä^nen ^er» rü^rt, mit bem ©erndje vom 2Ragen. Sn gälten ber Elrt wirb ber bofe ©erud) ber Bü^ue verf^winben, wenn man ben SRunb gut außfpült mit einem ©fjeelöffel voll ber Eluflöfung in einem ©laß EBaffer. 4. ^lufliegen ber franken pi verljinbern unb }u feilen. 1. SRan fteHe ein ©efäh mit frifchem E3runnenwaffer unter baß 93ett beß Oranten unb erneure bieg tägtidj. 2. §at fid) ber Ärante bereits aufgelegen, fo waft^e man bie wunben Stellen mit einer ERif^ung von Sffig unb E3ranntwein, wie auch mit bem S^aiim von frifdjem Stino» unb Äalbfleif^e, ben man beim ^todjen ab* f d)ö pf en tann, täglidibrei SRal. - Sollte bie tu unb e Stelle branbig wer* ben, fo wenbe man uRö^renumfthläge an. ERan reibe ju biefem Se^ufe bie ERoljren unb mif^t ungefähr ben vierten SS^eil 9toggenme^l barunter, bieß lä^t man ein paar Stunben ftefjen unb beftreidje bann Seinewanb et* waß ftarl bamit, lege eß auf bie EBunbe unb erneuere ben Umfdjlag, fvbalb er tu arm geworben. 3. ©benfo wirb empfohlen, ben Oranten auf ein EBilbleber liegen ju laffett, weldjeß über bem Unterbette ftraff außgefpannt wirb. 4. ©ie ©rfahrnng le^rt, ba^ man baß Einfliegen berÄranten Verein* bern tann, wenn man baß Äreuj unb bie Schultern täglid) mit einer ^alb bur^fdjnittenen Zitrone reibt. - 3ft bie wunoe Stelle branbig geworben, fo mufj täglidj ^wei 2Ral auf bie wunbe Stelle mit Äampljerwttn befeuchtete S^arpie gelegt werben. 5. Rodj ein Mittel gegen Einfliegen. | ^ßfunb ^irfdjunfdjlitt, j ^funb gelbeß Söacbö wirb in einem irbenen ©efä^ langfam jeriaffen, uno i tßfunb ungewäfferte ESutter ^injugefügt. hernach wirb ein Quitten* fdjletm, welker burd) einen Elnfa^ non üuittenternen, über SRadjt in R-o» 8 fenwaffer gelegt, entfteht unb burch Seinewanb gepreßt ift, hineingerührt. 2)ie ertaltete Salbe wirb auf jarte £einwanb bunn aufgeftri^en unb auf bie wunbe Stelle gelegt. 5. .Auge, WebanNung beweiben. 2)a« Singe ift ohne ßweifel eine« ber loftbarften Süter, welche ber fDlenfd) befi^t, fein« aber and) mehr ber ©efa^r au«gefe^t, verloren ober rerlebt ju werben. ©er gro^e @efdjidjtäfdjreiber ^reöcott Verlor ein Sluge burch ein Stüddjen Srob, weldje« ihm einer feiner Stiibiengenoffen bei ©ifdje au« Serfe^en in« Singe warf. -Ulan fei baher fe^r vorfidjtig mit folgen Sdjer* ten. Sine Speere ober ®abel, weldje man einem anbern juwirft, ^at fdjon oft ben Serluft be« loftbarften ®ute«, welche« ber SD^enfdj befi^t, ber» beigeführt. Sehr fdjäblidj für bie Singen ift e«, wenn man feine Stide* reiarbeiten, namentlich auf weitem ®runbe, bei Sidjt auöführt. Sine anbere ®efaljr für ba« Sluge entfpringt an« ber ©ewohnbeit ju ^ferbe, ober auf einem guhrwerf ju lefen. Sin junge« SD?äbdjen, weldje« mit Der Sifenbaljn ungefähr jebn SDleilen jur Sdjule jurüdlegen mu^te, pflegte i^re Section jeben borgen im Söaggon ju ftubiren. ®ie f^olge bavon war eine gefäfjrlidje Sntjünbung i^rer Singen, weldje fie für lange Seit jur ^ortfe^ung i^rer Stubien untauglich ntadjte. Sben fo bringenb ntu^ vor bem Sefen in ber Dämmerung ober be« 2Jlor* gen«, bevor man etwa« ju fid) genommen bat, gewarnt werben. 3)ie geringe Spanne weldje man burd) foldje Unvorfidjtigfeit gewinnt, hat man oft mit einem frühen Srlöfdjen be« Slugenlidjte« ju bügen. 2Kan tann bafjcr nidjt genug Sorgfalt auf biefe« ®ut, beffen Serlufi nicht Durch alle« ®olb in Der SBelt erfeßt werben unb ba« oft ganj aHmäblidj, ohne bafj bie genaue Urfadje ertannt wirb, abbanben tommen tann, ver» wenben. 6. «Augen, Rittel ?ur Srbal'tung betreiben. SRan bemühe fidj, fo biet e« mogli^, bei allein Serridjtungen ein gleidjförmige« £idjt ju erhalten. HJ?an fudje forgfältig ju termeiben, ba^ bie fünfter be« Slrbeit«jim» tner« nid)t gegen Mittag geben, ober, welche« nodj fchlimmer ift, ignen gegenüber eine wei^e Söanb »ft, weldje bie Sonnenftrablen jurüdwirft. 5hd)t« ift fdjäblidjer al« biefeS, unb mehr als einer ift bavon fdjon blinb geworben. Sollte biefer Umftanb, bd« 5lrbeit«jinimer gen Mittag ju haben, aber nidjt ju bernteibett fein, fo mu§ man roenigftenS bie Sorgfalt ge» 'braudjen, nie bem fünfter gegenüber, fonbern fo ju ft^en, ba§ ba« £idjt auf bie redete $anb fällt. hieraus felgt aber and) natürlich, ba^ bie Setten nie bem fünfter gegenüber ftehen bürfen, füllte ba« S^lafjimmer and) gegen bie borgen» fonne gef^ü^t fein, benn felbft ber SRonbfdjein fqmä^t bie Slugn bei Vfadjt«. 9 Tian wäf)lt ju Sidjter» unb Sampenf^irmen nur foldje, bie bie flamme beß Siqteß bebeden, aber ni^t bie fogenannten Stubierlampen ober anbere, bie baß Rimmer verfinftern, unb nur einen Heinen gled er* gellen. Siidjtß ift für bie Singen fdjäblidjer, alß bei partialer Srleudjtung ju arbeiten. Snblid) ift eß not^wenbig, fobalb man bie Slbnaljme feiner Singen bemerft, unb ben ©egenftanb, ben man felgen will, entfernt galten müß, eine S3riüe ju brauchen. @rüne ©ritten, drillen mit einer breiten Sinfaf* jung von £>orn, unb Slugengläfer finb bem Singe fe^r nadjtfyeilig. SJiel Bewegung unb bie Slußfidjt auf einen grünen ©egenftanb, befonberß in ber freien Tatur, finb bie beften unb wirtfamften Tiittel jur Srtjaltung ber ©efunb^eit überhaupt, unb aud) bejonberß ber Singen. 1. ^lugenfeUe, (g r a u e r S t a a r). Rittel bagrgtn. 1. 5ßrofeffor I'SlHemanb empfiehlt al« ein untrügliche« SJlittel, um SlugenfeUe ju vertreiben, bie SInwenbung be« Laudanum liquidum. £wei bi« brei Tlal be« Sage« werben bie Rieden mit biefer 'fylüffigteit be* tupft unb nad) haften« 20 bi« 30 Sagen werben fie Verfchwunben fein. Sr verfichert bie Sßirtfamfeit, auch 11)61111 öa$ Uebel feßon veraltet ift. 2. ÜJian bereite eine SJiifd)ung au« gleichen Sheilen 3u^cr> weißen unb rothen 23olu« unb gereinigten Sßeinftem, welche man fein gepulvert, ohne ju reiten, wittelft eine« ^eberfiet« in« Singe blafen, ober mittelfl eine« feinen £>aarpinfel« auf ba« Slugenfell auftragen läßt. 8. gingen, geftfimä^te, an /Indien. 1. äRan waf^e bie Singen mit über 23lätter be« Slugentroß abbeftil* lirtem 2Baffer ober mit gereinigtem Äornbranbwein, ben man mit SIni« ober gen^el bigeriren ließ, ober mit einem Slufguß auf bie 23lätter ber ®ar* tenraute, ober mit bem (Safte, ber im Frühjahr beim SSef^neiben beS Sßeinftod« au« ben abgefdjnittenen Sieben reichlich herau«tropft - ober man bene^t bie Slugenliber täglich mit StoSmaringeift. 2. Tian babe fie mit Reißern SSaffer jweimal täglidj. Sie ferner» ften gäUe bon wunben Singen finb bamit curirt worben, nadjbem alle Sal* ben unb Slugenwaffer verfehlten, biefe« ju thun. §eiße« Gaffer ftiUt bie Snijünbung beinahe augenblicklich ; falte« Gaffer reijt. 9. Äugenwa/Ier, gegen ^ntaunbnngen. 1. Sin Stüddjen SUaun Von ber ®röße einer 23ohne wirb mit einer Saffe 9KiId) gelocht unb biefe al« Ueberfd)lag für bie klugen gebraucht. Sa« einfache Mittel leiftet oft fe^r gute Sienfte. 2. Sil« äußerft wirffame« Mittel wirb ba« $eri einer rohen Äartof* fei empfohlen. £u biefem Setjufe wirb bie Kartoffel in vier Steile ge» fcbnitten, ba« $erj berfelben ganj fein jerquetfdjt unb biefe Subftanj jwi* fegen jWei leinenen Sappen auf baß entjünbete Singe gelegt. Tian laffe folcbe« etwa 15 Minuten liegen unb wteberhole bie Operation für brei Slädjte hinburdj. Sine fixere Sur wirb barauf erfolgen. Slud) bei 25er* 10 brü^ungen unb Söranbmunben erweift fid) bie Kartoffel al« au^erft wirffcu me« unb ^etlfame« SRittel. 3. (Sinb bie Singen babur^ entjünbet, ba| Äalt ober eine «nbere ftarle Subanj ^ineinflog, bann ^ebe man ba« Slugenlib fanft auf unb ftreidje mit ber ga^ne einer §eber über ba« Singe unb ber Sdjmerj wirb Sofort f^minben unb bie (Sutjünbung auf^ören. 4. ferner mirb folgenbe« SBittel al« probat empfohlen. äRan ne^me einen gemeinen, grünen f^rofdj unb §alte feixt^e "Rafe einen ober jwei äRinuten lang in bie Singen be« Patienten, al«bann ebenfolange in falte« SBaffer. Sie« wieber^ole man mehrmals unb laffe bem grofdje bann eine t>albe «Stunbe 9?u^e. Sic« Mittel foU in jebem gaUe geholfen fjaben unb mirb al« probat gerühmt. 5. (Sin juDerlüffige« Slugen^eilmittel bietet ber S3or«borfer Slpfel. Siefer fjat ba« (Sigentljümlidje, ba§ er beim Verfaulen lange feine ®eftatt befyält unb ba« Slu«fe^en eine« auf bem Dfen gebratenen Slpfel« betommt. ©oldje faule S3or«borfer Slepfel geben einen für entjünbete Singen fe^r fü^» lenben unb ^eilfamen Saft. Um i^n ju geminnen, jerfdjneibet man ent» meber bie faulen Slepfel unb fummelt ben Saft burd) eine ^reffe, ober man quetfdjt biefelben bnrd) ein leinene« Sud). ©eröt^ete, entjünbete ober fdjwudje Singen, bie man mit einem in folgern (Safte gefättigten 53äuf^» 0« bebedt, werben halb bie gute Söirfung empfinben. Ser <Saft fyält fid) biele 3a^re, oljne bem SBerberben unterworfen jn fein. 6. (Sin Dorjüglidje« Slug enw aff er ift folgenbe«: äRan mif^e 4 ©ran S3leijuder mit 8 Sotl) ^tofenmaffer unb 2 Öuentdjen SBeingeift unb befeudjte mit biefem SBaffer bie Slugenränber täglid) 2 bi« 3 9Ral. 7. 2Ran ftreue etwa« Haren ßuder auf glü^enbe, nidjt me^r rau* djenbe Äo^len, ^alte barüber ein «Stüd^en Seinewuub, unb lege bie«, nadjbem ber Sumpf Don uUen (Seiten pineingejogen ift, fed)«* bi« udjtfud) jpfummengefultet, wurm über bu« Singe, um (Sd)idli^fteu Slbenb« Dor (Sdjlufenge^en, wo man bie bnr^rüud)erte Seinewunb au eine Ru^tmü^e befeftigt. 8. äRun leite ben Sumpf Don, uuf gtü^enbe Äo^len geworfenen, Sßei^raud), ober Don SSenjoe, mittelft eine« Sridjter« un bie Singen. 9. 2Run luffe ben Sunft Don, in bie ^unb gegoffene unb burin Der» riebene Eau de Cologne ober (Sognuc, ober Don ber ätljerifdjen S3ulbriun» Sinttur, an bie Singen ge^en. 10. 9Run loche eine geige, uu« weldjer bie (Sumenförner genommen finb, in SRild), fd)luge fie ^ernud) in ein bünne« £einewunbläppd)en, unb lege e« eine Ijulbe (Stnnbe lang lauwarm auf bu« Singe. 5Rud)per reibe mun ein ®emifd) Don ftarfem ^runjbrunbwein ober (Sognuc mit etwu« »Sd)wefelütl)er einige SRinuten lung jwifdjen ben $ünben, unb luffe ben buburd) entwidelten Sunft un bu« geöffnete Singe ge^en. 11. 9Run beftreidje bie Slugenliber tüglid) mit Eau de Cologne, (Sognuc ober S3runbwein, Siofen* ober 9?o«murinwein. 12. 3Run t^ue eine Duuntitüt geriebene« reine« Sioggenbrob in eine papierne Süte, fteUe biefe« in ein trodenc« ®Ia«, unb fe^e oben auf ba« S3rob ein neue« reine« Söpfdjen mit glü^enben Äotjlen. -3n bem ®laie 11 wirb fid) ein tlareS SBaffer fammeln, wovon man täglich beS borgen! etwa« in« Singe tröpfelt. 13. Sa« tägliche SluSwafdjen unb 53ä^en ber Singen mit taltem UBaffer gehörtju ben beften Mitteln, fdjwadje Slugeu ju ftarten, unb bet übermäßigen ©mpfinbli^feit gegen ba« £idjt, (Sqmerjen unb Anlagen Slutanbrang unb (Sntjünbung entgegen ju wirten. 10. ^attbwitrm ju vertreiben. (Spe man überjeugenbe Semeife bavon pat, foU man fein Mittel an* wenben, ben Sanbwurm ju vertreiben, ba man fidj paufig nur einbilbet, einen folgen bei fiel) ju paben. golgenbe Speifen finb bem Sanbwurnt juwiber unb treiben benfelben juweilen ab : (Srbbeeren unb Himbeeren in Stenge genoffen, Äirfcpen mit ben fer- nen genoffen, Sauertraut, §äringe ober ^äringfalat, mit Änoblaudj ober 3wiebeln vermengt. 1. 2Ber an Sanbwurm leibet, bringe erft feine gefdjwü^te Serbauung in Orbnung bur^ ftrenge Tiät unb lei^t Jerbaulidje Speifen. SSa^per neunte er SIbenbS, vor bem Scplafengepen, einen ©^löffel VoU ^arrnfraut* pulver mit SDiöprenfaft ein, morgens nüchtern eine gtveite ^ortion beffelben ißulverS, worauf meiftenS ber Sanbwurm tobt abgepen wirb. 2. ferner wirb angeratpen, brei Tage lang 40 Tropfen Steinöl einjunepmen unb na^per ein Slbfüprmittel. 3. Terpentinöl mit §onig Vermifdjt, abenbS 1 bis 2 (S^löffel Voll genommen. 4. (Jin ui^t minber bewäprteS üRittel ift dpabert'S Qel, welcpeS in ber Slpotpefe ju befommen ift. SKan nimmt bavon tägtidj 2 biß 3 9J?al 5 bis 10 Tropfen, unb fteigt aUmäplig bis ju 60 Tropfen. Serbeffe* rung beS ®ef^madS fann man eS mit Sitronenfprup Vermif^en. 5. Sidjer unb rafd) wirft bie ©ranatwurjelrinbe, von welker man iwei Sott) mit einem 5ßfunb 3uder bis jur §älfte eintoepen lä£t, ben diud* ftanb filtrirt, unb ade palbe Stunbe 2 ©^löffel voll nimmt. 6. Tr. SBolfSpeim wenbete folgenbe Äur an : wenn mehrere Tage vorder ber Prante Stüde beS SanbwurmS entleert patte, wanbte er fol* genbe Slrjneimittel an : fRo. 1. R. Pulv. rad. fllic. mar. dr. III. aq. flor. filiae unc. V. M. S. Söopl umgefcpüttelt uacp Serorbnung. 5Ro. 2. R. Olli jecoris asalli unc. III. D. S. SRadj Serorbnung. Sim beften eignet fidj pierju ber Serger 8ebertpran.x 9?o. 3. (Sine Sluflöfung von 6 biß 8 Sotp Sitterfalj in | Quart SEßaffer. gmüp borgens, gleid) nad) bem Slufftepen, nimmt ber Traufe wopl umgefdjüttelt bie eine Hälfte ber Wliptur 9?o. 1 unb nad) einer palben Stunbe bie anbere §älfte, worauf eine 5ßaufe Von einer palben Stunbe gemacht wirb. 9?ad) einer Stunbe nimmt ber Prante alle palbe Stunbe 12 einen (Stoffel voll von 9?o. 2, ba baS Del häufige Uebelfeiten er^ ft laffe jn jebem (S^töffel voll etwas (Sitronenfaft träufeln. Oft and, ^a« ©el Verbraucht, fo laffe man abermals eine ©tunbe eintreten, unb ber Prante muß alSbann alle halbe ©tunben ober, nach ber ffrequenj ber ©tuhlauSleerungen alle ©tunben, ein BierglaS voll Von ber Auflöfung 5Ro. 3 trinfen, bis ber Abgang beS BBurmS, welcher gewöhnlich ©tüdenweift unb innerhalb 10 bis 12 ©tunben erfolgt. Der (Sebraud) ber Auflöfung ö?o. 3 barf jebod) nicht auSgefe^t werben, fo lange noch ®tüde beS BJurmS abgehen. Um ben Dürft ju löfchen, trinfe ber Prante f^warjen Kaffee mit viel ©prup. Am ©age vor ber ^ur barf morgens nur etwas B5eiß* brob, mittags ^äringfalat mit viel ^lüiebeln, abeubS eine leichte ©uppe genoffen werben. Bei Äinbern ift biefe Äur nidjt anjurathen, ba biefelben leicht Erbrechen betämen. 7. (Segen ben Banbwurm wirb baS Äouffin (baS wirffame B^injip auS ben ^ouffoblüthen) als fidjereS Mittel empfohlen. DaS Äouffin ift ein iveißeS Pulver unb wirb in ©blate eingehüUt verfdjludt, um ben bit# tern ©ef^mad beSfelben ju vermeiben. 3U einer ^ur bebarf man jwei Drachmen. Alan nimmt erft eine Drachme ein unb eine ©tunbe fpäter bie jweite. Bisweilen entfielet ein Erbrechen, welches aber balb vorüber« geh^ 9^ach brei ober vier ©tunben entfteht Durchfall, mit welkem ber Banbwurm abgeht. ©oUte ber Durchfall Jägern, fo fann man noch eine Unje ©enneSlatwerge einnehmen. DaS Äouffin hinterläßt feine üble ^a^wirfungen, wie bie meiften anberen Banbwurmmittel. 8. ©in neues unb gänjlid) unfdjäblicheS Mittel jur Abtreibung beS BanbwurmS würbe burdj £ufall in (Solumbia, ©epaS entbedt. (Sin Ba« ter hatte einen achtjährigen ©ohn, welcher am Banbwurm litt, unb fdjon alle befannten Mittel hatte man oljne Erfolg angewenbet. (SineS ©ageS brachte ber Bater bem Äinbe eine ÄotuSnuß mit, weldjeS biefelbe im Saufe beS ©ageS Verjehrte. AbeubS befam baS Äinb ©tuhlgang unb - ber Banbwurm ging vollftänbig ab. Natürlich erjählte ber Bater beS ^inbeS biefen merfwürbigen ffaU mehreren Befannten, beren einer eine jwölfjährige ©odjter hatte, bie ebenfalls am Banbwurm litt, unb baffelbe einfache SDlittel befreite biefelbe ebenfo VoUftänbig Von bem hartnädigen (Safte. -3m Saufe mehrerer 3ahre hatte man nod) mehrmals Gelegenheit, bie unfehlbare Aßirfung beffelben SRittelS ju erproben. 11. ISittef dagegen.. 1. 3nbigo wirb in einem Söffet Sßaffer aufgetöft, unb man wäfcht bamit fo fd)nell als mögtid) ben venuunbeten ©heil. SRadj wenigen ÄH* nuten wirb man Sinberung wahrnehmen. DiefeS Mittel ift noch nie ohne ßrfolg gebraucht worben. 2. SRan beftrei^t ben ©tid) mit Bienenhonig, unb ift er troden. fo lege man wieber frif^en auf. ffrif^e, fü^te Gerbe ift ebenfalls ein gu» teS Mittel. And) fann man fiel) Sinberung ber ©^merjen mit warmen Urin, mit SSSaffer unb jerquetf^ter ^eterfilie verfd)affen. Daß wir alle Sßunben von ©tadjeln ber Bienen, BJespen, aud) von ©ornen fetten tonnen, hat un$ bie ^atur felbft einen Balfam gegeben, nämlid) ba$ ©h* 13 renfSmalj, womit man nur bie wunbe Stelle ju reiben ^at. 55or allen ©ingen mu| man aber gleidj ben Stadjel IjerauSjiefjen. 3. SluS SabafSfaft foH fid) fe^r ^eilwirfenb gejeigt ^aben. Selbft baS bio^e betupfen mit bem naffen @nbe einer brennenben Sigarre foH ^inreiSen, um fofort eine auffaUenbe Sinberung beS Sd)nierjeS ju be* wirfen, wenn nid)t üietleidjt in biefem f^alle weniger ber Sabat als bie £>i$e fSulb ift. 2ßie man eine verbrannte Stelle burd) f^euer leidjt feilen fann, fo wirb baS ^euer aud) bei einem S3ienenftid)e mit gutem Erfolg an* gewanbt. @S genügt baju ein brennenbeS Sid)t, eine glütjenbe ^o^le ober eine brennenbe Zigarre, weldje man ein paar Minuten lang gegen bie ge* troffene Stelle l)ält, woburd) alles 2luflaufen unb Sd)limmwerben Der^tn* bert wirb. 4. iDian befeuchte bie fSmerjenbe Stelle unb ftreue etwas trodenen SaleratuS ober Soba barauf. ©er Sdjmerj wirb fofort oerfSwinben. 12. ^atternkraiike, ^djanÖCung berferßm. ©ie 3?atur tjat unS in reicher ^üöe ein einfaches Mittel gegeben, and) biefe fdfredlidje unb gefürstete Äranf^eit 311 befiegen, rvel^eö bie Sßunbcr* wirtung in fid) trägt, bie fdjlcidjenbe Seu^e in fSmerjlofe, fidjere 53a^# «en ju lenten nnb ben (Srfrantten bem gefunben Sehen wieber ju geben. ©iefeS Mittel, täglid) jum allgemeinen Sßoljlfein bemißt unb bodj fo vertannt nnb Dernad)läffigt, ift baS Söaffer. ©aS 53erfa^ren ber 5lnwenbung beS SöafferS als SRittet jur fidjerett unb fdjmerjlofen Teilung ber flattern ift ^olgenbeö : 53eim SrfSeinen ber Spmptome ber Sölatterntranfljeit, £erfd)lagen* fieit beS Körpers, bie jdjmerj* unb trampf^aft ift, IjeftigeS Äopfrei^en, VlüdgratfSmerjen unb DöUige Slppetitlofigfeit, fjat ber ißatient baS wcidje Sager ju fudjen, be$ Oefteren Sag unb Dladjt warmes Gaffer, unb jwar fo warm wie möglid) ju trinfen, babei ftetig Seib« unb ^alSbinben ju tra* gen unb ju erneuern, fo wie foldje fjei§ unb i^m baburd) läftig werben, äßenn oon einer Seib*, £>alS*, Slrmbinbe ober ©unftlafen bie >Rebe ift, werben 'leinene Südjer unb Säten Derftanben, bie, in frifSem, falten Sßaffer gerungen, bem Patienten um Seib, $alS ober 5lrm gelegt werben. fyolgenbe Sßirtung äußert fid) fe^t: ftarfer Sdjweij?, 53erfdjwinben ber ^opf*, SRüdgrat* nnb ©lieberfSmerjeu. ©er ganje Organismus beS Körpers jeigt nun bie ^raft, mit Seidjtigfeit baS SSlatterngift auSjuftofjen. ber Körper befäet fid) fdjneU mit rotten Seuldjen, Äopf unb $alS fangen an ju fdjwetlen. 9?un erfährt ber 5ßatient unb jwar borgens unb 2lbenbS folgende 53e(janb(mig : Patient wirb in eine fladje Sßanne geftellt, mit frifSem, falten Sßaffer angenägt, fd)neU mit Seib,* $alS» unb Ülrmbin* ben verfemen, in ein ©unftlafen eingefSlagen unb gut mit ©eden unb 53et* ten bepadt. Sßäljrenb ber ©unftjert ift bem Patienten baS ©efi^t ju näf* fen unb ju trodnen, frif^eS Söaffer jum ©urgeln unb jum ©rinfen ju geben fo oft wie er eS wünfdjt. (So wie bem ißatienten nad) jwei Stunben bie ©unftl)i^e läftig wirb, ift berfelbe fofort auS bem ©unftlafen ju befreien, abjunäffen unb jn trodnen, mit neuer Seib* nnb ^jalSbinbe ju verfemen unb in fein frifS ge* madjteS Sager ju bringen. Sßä^renb ber iRaSt, bie ben Patienten auf* 14 geregt geigt, ift bemfelben fo oft wie er H wünf^t baS Sager frifdj gu Ihadjen, feine Seib« unb ^alSbinben gu erneuen unb friidjeS ©rtnfwaffer gu reifen. ©ie Söirtung ift folgenbe: -3m ©unftlaten fühlt ber -Patient, wie Wenn taufenb Heine Säugpumpen an ihm arbeiten, bie Heinen rotten 23cmS djen bilben nach unb nad) gufammenhängenbe SiterbläSdjen, weldje fid) er« weiten, aufgehen unb wobei baS ©unftlaten ben Siterftoff aufrimmt Patient fühlt hierbei innerli^ wohl, gewinnt Appetit unb fann bie ©ereigt» heit ber wunben §aut, bie auf ein 3Rin»mum rebucirt wirb, wohl er* tragen. ©iefeS Verfahren ift fo lange täglich anguwenben, bis fein ©iftftoff mehr gum 5luSbrud) lommt, b. h- feine rothen Seuldjen im Ue« bergang gu SiterbläSdjen fid) mehr geigen unb ber SlbtrodnungSproge^ beginnt. Söährenb beS 2lbtrodnungSprogeffeS genügt eS, wenn Patient einmal bunftet. Nad) Verlauf ber Slbblätterung ift eS gut, wenn Patient fid) tag« lidj beim ^rühaufftehen mit einem in frifdfem, falten SBaffer gerungenen ^anbtudje ben gangen Körper abreibt, troden nad)reibt unb fid) redjt warm angieljt. SBä^renb ber gangen ^ur wirb Patient nid)t burd) S^mcrgen gefol« tert, fonbern biefe &eljanblungSweife wirft fo linbernb auf i^n, weil baS Sßaffer ben ^eilproge^ unterftü^t unb in milbe ^öa^nen leitet, ba^ er von ©ag gu ©ag bie Stunbe völliger ©enefung nä^er unb näher gerüdt [ieht, bis and) biefe fdjlägt, unb er ein völlig Neugeborener ben teuren Semen, bem Seben wieber gegeben wirb. Selbftverftänblidj ift eS, bag wo^l Seber gur Seitung biefeS §eilverfa^« renS einen erfahrenen 2lrgt gur Seite nimmt. 2Röge biefe SehanblungSweife ber 53latternfranfen- rafd)e Slufnaljmc finben, unb in nid)t langer ^eit wirb baburd) ber Sdjreden ber B^t, bie 53latternepibemie, verfdjwunben fein. Rattan, giftet bageg^n. 1. Söefanntlicb erliegen bie meiften ^Podenfranten bem Umftanbe, ba^ bie inneren Rotten eine 53erfd)leinmng ber Söruft verurfad)en, bie ben SrftidungStob tjerbeifütjren muü, wenn nidjt äRittel hiergegen angemenbet werben tonnen. Sin foldjeS SRittel, unb bagu ein fe^r einfaches, würbe burd) BnfaH gefunben nnb verbient eS, allgemein betannt gu werben. 9Ran neunte einen Nlefferftid) ungefalgeneS Sdjweinefdjmalg, löfe bieS in heilem Sßaffer auf nnb [affe biefe Söfung ben Oranten fo heif als möglich trinten. SS ^at ftetS geholfen unb ift gubem o^ne Söeforgni^ vor Schaben gu ver« fudjen. 53 a r i o l i n foH im erften Stabium ber Trautheit fdjnell ^ülfe bringen. äRan gebe Von bem 53ariolin bem Oranten nic^t me^r als 1 bis 2 Äorndjen, weil eine größere SRenge f^äblic^ wirfen würbe, warte f)ier» auf 8 bis 10 Stunben unb wieberl)ole biefelbe ©abe, wenn bis öabin leine Sefferuug eingetreten ift, waS aber feiten ber gaH fein foU. Viatürli^ mu& bie homöopatifche ©iät auf'S Strengfte beobachtet werben. $lud) a[| 'ßrajervativ gegen bie Ärantheit foU ba« ^ariolin (hochften« ein ^orn^en) Von Vorjügliqer Sßirfung fein. 2. ®on ber Söeftfüfte (Sübamerifa« fommt bie intereffante iRa^richt, baf im Spital ju Soma« an mehreren 33latternfranten Sßerfudie mit Sar- racenea purpurea angefttttt mürben, melc^e überraf^enbe 9tefultate lie* ferten. SRan lie§ eine Unje ber genannten sßflanke in ungefähr 3 Un* jen SBaffer biß auf etma jmei Unjen eintodjen unb bie Uranien von biefem ©etränte, mit ©rangefprup gemif^t, alle 4 «Stauben 2 Söffet voll neh* men. Sed)« SBlatternfranfe, bie mit biefem Secoct ber ^ßflanje be^anbelt würben, finb rafd) genefen. Sa« fieber unb ber Äopffdjmerj liefen balb nadj unb nad) 6 Sagen tonnten bie Oranten entlaffen merben. 3. ©in nod) menig betannte« SRittel gegen bie flattern ift ba« 3Eplol. ©« ift ein ätherifdje« ©et, ba« bei ber SeftiUation von Sheeröl bei einer Semperatur von 140 ©rab ©elfiu« (326 ga^ren^eit) übergeht. 2Ran fanb bei ©pperimenten, bafj Xplot mit bem ^odengift (Spmphe) ein ftart riecfjenbeS, fid) alfo leid)t verflüdjtigenbeS (Salj bilbe, melche« au« anima* len «Spftemen fid) leidjt au«f^eibet. 5Rit biefem Mittel finb zahlreiche Sßerfudje angefteHt worben unb bie IRefultate, bie erjielt worben finb, waren gerabeju überrafdjenb. 9lu« ftatiftifdjen Ärantheit«tabeKen geht hervor, bafj vor ©inführung biefe« äRittel« bie Trautheit burdjfdjnittlidj 20-25 Sage bauerte, wä^renb fle je^t in 10-12 Sagen vorüber ift. Sa« 2Rittel hat fidj faft in allen fäl- len von gemöhnli^en ^Blattern bewährt unb befonber« ift e« ein ftdjere« *ßräventivmittel gegen bie folgen, meldje bie Äranf^eit gemötjnli^ na$ fid) jie^t : entjünbete Gingen, Sungenfefjler, fdjledjte Verbauung :c. Sie Sehanblung mit biefem HRittel tann in irgenb einem (Stabium ber ^rant* heit begonnen merben, bodj je e^er, je beffer. Sa« Xplol roirb in Sofen Von 10-15 unb für Äinber Von 3-5 Sropfen, alle jmei bi« brei ©tun* ben eingenommen, ©egen bie fogenannten „fdjmarjen ^octen" hilft biefe« ■Drittel nidjt. impfen unb 9teinlid)teit finb bie einzigen bi« je^t betannten präventiv» mittel. 2lu« bem ftatiftifdjen Seridjt ergiebt fidj ber überau« gro^e ©in* flu^ be« Ompfen« ; 92 ^rojent ber Oranten maren nidjt geimpft ober nidjt mieber geimpft. Sa« unangenehme Suiten mirb am beften burdj 9ln» wenbung von taltem SBaffer unb burdj Reiben mit ber flachen §anb ge* linbert. ©in Sottor meint, bafj man nur burdj ©inathmen be« ^ran!» heit«ftoffe« angeftedt werben tönne, unb empfiehlt al« befte« präventiv* mittel nädjft bem Smpfen, ben SRunb ftet« gefdjloffen ju galten unb nur burch bie &afe, ba« natürliche 5lthmung«organ, ju athmen. 4. (Sobalb ba« ^ßodeufieber fidj eingefteUt h«t unb ehe bie ^ocfen au«bred)en, reibt man bie ganje Sruft mit croton oil unb tartaric oint- mentein, bie« jieljt jum IBortheil be« Patienten bie Rotten auf jenen Sheil be« Körper« jufammen. ferner fiebert bie« einen voUftänbigen 2Iu«brudj, woburd) ba« ^ßoetengift Verhinbert mirb, innere ©rgane anjugreifen. Siefe« SRecept einer voUtommenen Äur merte man fidj für vorfommenbe gäfle. 5. <Salj ein «Sdjufcmittel gegen flattern. Sr. ©arl $8otl) behau^* *et : Smpfung ha* abfolut juverläffige« Mittel gegen bi« 15 16 flattern erwiefen, be^palb mujj man fiep nad) beffernt Witteln umfepeu. Sep pabe folgenbe Spatfacpen entbedt unb bepaupte, bap flattern barin beftepen, bap bie überflüffigen SllbuminbeftanbtpeKe W 53lute8 in bie 3eß0elüebc beS .Körpers übertreten, unb baff bieS in golge beS Mangels an ©alj gefepiept. Sin angemeffener ®enup voll ©alj ift baS wiffenfdjaftliepfte unb fidjerfte ©cpu^mittel gegen bie flattern, welcpeS td) in ber Speorie fowopl als in ber bßra^iS tennen gelernt pabe. Ser ®enu^ organifeper ©äuren ift baS befte Wittel, baS Slut üon abnormalen ©ubftanjen ju befreien, unb fie tonnen zeitweilig bie ©teile beS SaljeS im Körper erfe^en. Wo» pol ift ein SIgent, welcper bie 33tutfa^je auSfcpeibet, be^palb muff man nad) feinem ®enu^ baS fo auSgeftpiebene ©alz wieber erfe^en. Sin Wenfdj tann fidj.burd) ben @enufj bon. £uder beS SßebürfniffeS nad) ©alz entwöpnen, waS aber nur zum großen Pla^tpeile feines SluteS gefepepen tann. 53ei geiftiger Arbeit wirb mepr ©alj erforberlid) unb aufgebraept, als bei WuSteU ober pppfifeper Arbeit ; unb beppalb muff im erfteren ^aUe mepr ©alj in ben Körper gebraept werben, als im lederen. Sine ^ßerfon, bereu 53lut bie ißeftanbtpeile int richtigen ^Berpältnig pat, tann unter feinen Umftänben bie iß tattern betommen, fo fepr fie fid) and) benfelben auSfetp:. Siefe Speorie mujj in allen gälten, opne eine eirtjige SluSnapme, fid) als richtig erweifen, unb wenn ipre Unridpigfeit nicht be* roiefen wirb, fo bleibt eS unumftöfjlid) wapr, baff ber angemeffene ®enu§ hon ©alj in ber menfcplicpen §auSpattung bie ißlattern für immer auSrot» ten wirb. Se^palb fottte ber ®ebraud) unb bie Sßirfung beS ©aljeS all gemeiner befannt unb in allen öffentlichen ©cpulen geleprt werben. 14. ^Matfernfledien jn entfernen. Wan nimmt ^älberfü^e nad) belieben, t^ut fotcfje in einen Sopf, to^t fie weid), bis bie Äraft perauSgejoßen ift, bann lä^t man eS falt Werben unb nimmt oben baS gett pinweg, läpt bie ißrüpe lieber peifj werben, feilet fie burd) ein Sud) unb wäfdjt bamit bie Rieden, welche nadj ben flattern jurüdgeblieben finb, fo werben folc^e balb üergepen. Sie Irritation in ben ^ßoden ju legen. Sine ber merfwürbigften Sntbedungen, bie Irritation ber ^oden ju legen, befielt barin, ben Patienten jebeSmal nad) ein paar ©tunben mit £)eyenmepl ju beftreuen. ißenu^e baju einen gewöpnlicpen 5ßuberbatt. SS vergütet and) bie Warben unb ift in jeber ^Ipotpete ju paben. 15. ^Caßungen entfernen. 1. Wan trinfe mit SBadjpolberbeeren, Kümmel, 9IniS unb ^al« muS bereiteten ißranbwein. 2. Ober man übergießt 6 Sot^ 9iaute mit 2 ^ßfunb fdjarfem Sffig in einer ©laSflafdje, Sa^t ipn mehrere Sage gieren, unb nimmt bann täglidj einen S^löffel Voll baoon. 17 16. flauer duften, Rittet dagegen. 1. -IRan neunte eine SSiertelpinte jerfdjnittenc 3wide(n unb Änob* laucf), eine SSiertelpinte S3aumöl unb beimpfe baffelbe miteinanber in einem gefcploffenen ®efäß um ben Saft ju gewinnen, bann preffe man ben (Saft auS unb füge eine ißiertetpinte peinig pinju, ebenfo ^aregoric unb Äam* pberfpirituS, eine ^atbe Unje Don jebem, f^üttle baS @anje burepeinanber, tbne eS in eine f^lafcpe, forte biefe bidjt, unb eS ift fertig jum ©ebraudj. SRan gebe einem Äinbe 2 biß 3 3al;r alt einen ©peelöffel DoU brei biß Vier äRai beS ©ageS, ober menn ber §uften peftig ift, mepr ober weniger, je nad) bem Sliter beß Patienten. 2. ®in §err ©liotpo tpeilt mit, baß bie dauern auf ber 3nfel ^i* noS ben Äeu^puften ber Äinber mit Sßeipraucp tu* riren, inbem fie 5-6 ®ran biefeß SRittetS in runben Körnern in einer halben ©peetaffe peißen SößafferS aufgießen, wäprenb ber ganjen Stacpt ber Suft außgefe^t fielen laffen, bann beß SRorgenS ben SBeipraucp mit ben Ringern jerbrüden unb fofort biefeß Söaffer bem Äinbe nücptern ju trinten geben. Stad) fünf* biß fecpStägigem ®ebraucpe biefeß Mittels pabe ber ^uften faft gänjlid) aufgepört. 3. Sluf ben Statt; eines SlrjteS paben (Sltern ipre am S3lau* ober Stidpuften leibenben Äinber in bie @aS*Slnftalt gefanbt, um fie bafelbß einige Slugenblide bie ©ämpfe einatpmen ju laffen, weldje bei ber Steini* gung beS ®afeS in bie §öpe fteigen. Äein SSerfucp ift mißlungen ; faum Ratten bie ^inber biefe ©ämpfe eingeatpmet, als fid) aud; bie SSefferung bemerfbar madjte, weldjer eine DoUftänbige ©enefung folgte. 3roei ober brei Sßerfitdje paben in ber Stege! genügt, um bie SlnfäKe faft gänjlibp auf* pören ju laffen. 4. ©urd) ben ©ebrauep Don Sploroform beim ^eueppuften foll beffen Verlauf bebeutenb abgefürjt werben. ©ie SlnfäUe ftcllen fiep niept mepr fo päufig ein, wäpren nid)t fo lange unb bie Äinber werben burep biefelben niept fo erfepöpft unb ermattet, ©er puften Derläuft oft binnen 6-8 Sßocpen. Sim beften wenbet man baS Sploroform in SBerbinbung mit Ölioenol ju gleichen ©peilen als (Einreibung in bie SSruft, Seiten unb ben Stüden, bei peftigem ßrbrccpen aud) in ber SRagengegenb, an. SÖei fepr peftigen unb fepr päufig wieberfeprenben ^aroypSmen mag man baS Sploroform opne Del einreiben, unb bei Somplifationen mit SSroncpitiS ift beffen ©inatpmung, jebod) niept bis jur Betäubung, ade 2 Stunben etwa. 15 ©ropfen auf SJaumwolle, oon einigen Sefunben bis jwei SRinuten ju empfeplen, unb foll fiep bieS auep bei ben fleinften ißatienten anwenben laffen. Slatürlid) mufj babei mit großer SSorfidjt ju SBerfe gegangen wer* ben. ©er (Srfolg foU wirtli^ überraf^enb unb baS dploroform faft baS einzige SRittel fein, welcpeS in biefer läftigen Äranfpeit wirflidje Sinberung öerfepafft. 5. 3ufammen9cfe^ter SReerjwiebelnfprup.-3n gdinben fällen beS StidpuftenS. ©ie ©ofe für ^inber ift Don 10 ©ropfen $u einem Söffet Doll, bem Sliter nad) foUte eS jebe fünfjepn bis jwanjtg dRinuten gegeben werben, bis eS (Srbrecpen perDorruft. Sils ein @£pectorant für (Srwacp* jene ift bie ©ofe jwanjtg bis breißig ©ropfen. 6. 3$ecacuanafprup. - ©ie ©ofe als ein (Smetif ift für einen @r* »adjfenen Don einem ju jwei ©peelöffel DoU, je nad; bem Sliter, jebe 15 18 20 SJlimiten, bis eS wirft, ©iefer Sprup wirb von vielen ^lerjten bem äReerjwiebelnfprup im Stid^uften vorgejogen, aber man foUte fic^ webet auf baS eine, nod) auf baS anbere verlaufen, ba ber Stid^uften eine gar gefäljrlidje Äranf^eit ift. SRan foUte fogleid) ben 2Irjt fragen. 17. ^Ceicßfucht, Rittet dagegen. 1. 9J?an nimmt vom SUlefferfdjmieb ein Soth Stahlfeile, thut fie, in ein £üd)lein gebunben, in eine 3Raß rothen Sein, läßt e«, wohl jugebedt, 24 Stunben ftehen, unb trinft nun äße borgen unb aße 9Ibenbe ein <Spi$gtägd)en voß bavon. ülud) fann man fid) au$ 6 Soth ©ifen unb 9 8oth ÄalmuS ein ißulver madjen taffen, unb 3Korgen§ unb ^Ibenbö eine SRefferfpi^e bavon in Saffer nehmen. 2. ferner leiftet Xrintwaßer, in welchem eine ^anbvoß neue 9?ägel ftd) befinbet, gute Qienfte. ßftan füße bie ^lafd)e, in welcher fich bie yJäael befinben, täglich wieber voß unb halte fie wohlverfdjloffen. Printe täglich 2 °^cr ®la8. 18. ^fewergiftttng, giftet dagegen. vcr^utd ^Cewetfliftttngen. ®er Befi^er einer gabrit, in ber mit Blciapparaten gearbeitet wirb, ^at eine intereffante äRittheilung über bie Sirtung ber 9Jlild) als ^Intibot gegen Bleivergiftungen neroffentli« ^enlaffen. Unter feinen Arbeitern waren bie verj^iebenften SJJaßiegeln ver« fu^t worben, um gegen ben fdjäblidjen ©influß be§ in ber ntmofphüre Vertheiltcn BleioppbftaubeS anjutämpfen, aber ftetS mit fo geringem (Sr* folge, baß gäße von Bleifolit nid)t ju ben Seltenheiten gehörten. 9Jiert« würbiger Seife blieben jwei ber Arbeiter fcerfdjont, obfd)on fie f^ou lange in ber ^abrit befdjäftigt waren, unb eö geigte fid), baß fie bie ©ewopnheit hatten, täglid) eine Quantität ÜRild) ju fid) ju nehmen unb befonberS auch regelmäßig biefeö ©etränf ju bem 3mbiß, ben fie in ber Serfftätte ein« nahmen, ju genießen, ^ierburch warb ber 58efi£er veranlaßt, feine jämmtlidjen Arbeiter jur gleichen ©ewohnheit anjul)alten, unb feitbenu eS jebem berfelben möglich gemacht ift, täglid) in ber Serfftätte 1 Siter 2Ril^ in fid) ju nehmen, ift fein einziger §ail von Bleivergiftung mehr Vorge« lommen. 19. ^rufteinigungs-^litfer. 1 3ur Reinigung be§ BluteS im Frühjahr ift ba$ folgenbe ©etränt Vortreff li^. (Sine Unje ^fop, eine Unje ^oßunberblüthen, jwei Unjen (Süßhohwurjel, eine Unje «Salbei, jwei Unjen Sarfaparißawurjel, fünf linken Sa^hotberbeeren, eine Unje Saffafraßwurjel unb eine Unje Seber* tränt. ®ie Kräuter muffen alle feingerieben, bie Sarfaparißa« unb Süß» holjwurjel fleingef^nitten unb bie Beeren jerbrüdt werben. ßKifdje iftßeö aut burdjeinanber, bann t^ue einen Sßlöffel Voß in ein ®efäß unb f^ütte Drei Quart Saffer barüber ; fe^e eS auf ben Ofen unb tod)e e8 jwei unb einhalb Stunben langfam ein. iDlan nehme eö bann ab unb. laffe e« abfühlen. Printe mehrere ©läfer jeben £ag ; biefeö ©etränf ift ebenfe angeneljm, wie blutreinigenb. 19 2. Berühmte Beutle Ritters. SDian nehme Dier Uum« gern ^hlene 9änbe von ber ^ridlpsEfdhe. biefelbe mufj frifch fein. Vm tbut fie in einen Sopf unb gie^e eine ^inte beS befteu Vranty barflbet. 9JlaÄ tann biefeS nach belieben wohlriedjenb machen, bodj glauben wir, ba^ eS oljne @eruch beffer ift. Viele ^abritanten üon biefem VitterS fügen Söaehhotberol, Sngwer u. f. w. hmju, um im Stanbe ju fein, ihr Vit# terS äeht ju nennen. 3)od) bieS $tecept ift baS einjig richtige. s3Ran nehme einen Eßlöffel voll in ein wenig VJaffer SRorgenS unb 'nbenbS. 20. ju flilTen. («Sie^e SIrtifel - Sßunbenju v e r b i n b e n.) I. Sifen^erdjlorib ift ein gutes Mittel, frif^blutenbe VJunben fofov; ju fdjliefjen. SRan träntt ein <5tüd Rapier ober einen Seinenftreifen, ober S^arpie bamit unb bringt bieö auf bie 2öunbe. Seute, bie mit fd^neibenben Snftrumenten ju tljun ^aben, feilten bieS ÜRittel ftetS vor* rätl}ig ^aben. 2. ^Cutfllffenbes ^oKobittm. Um bei heftig blutenben Schnitt* rounben, Vlutegeßaffen tc. baS Vlut ju ftißeu, menbet man jmedmä^ig eine Wuflöfung von 1 Xl)eil trpftaßifirten Sifen^lorib in 6 Steilen Sol* lobium an. Xurd) Sinfteßen in tatteS Söaffer mu^ man bie jiemlic^ ^ef* tige SßJärmeentroidlung beim Sluflofen beS SifendjloribS im Soßobium mäßigen, inbem fonft ber Slet^er beS teueren Verbunden mürbe. Xie rotpgelbe, Hare glüffigteit giebt einen burc^fid)tigen gelblid)en Ueberjug auf ber §aut. (Selbft heftige ^Blutungen tonnen baburd) gefüllt merben. Sine fol^e SRifdjung ift als praftif^cS Hausmittel fe^r ju empfehlen. 3. Söenn man auf ftarfblutenbe Söunben feinen X^ee binbet, ben fogenannten X^eeftaub, fo mirb baS bluten alSbalb aufl)ören. sJ?adjljer tann Stubauum angemenbet merben. 4. Vlutftißenbe Vaummoße, bei beren 3u&erettutlS ^oc^en ber SBaumnwße in (Sobalöfung unb fpätereS Xräuten berfelben mit Sifend)Io* ribflüffi^teit baS 2ßefentlid)e ift,. tann jeber Slpotpefer mit £eid)tigfeit ju» bereiten. SS ^at biefelbe überaß ben größten 53eifaß unb gro^e Slnmen* bung gefunben. f^ür ben einzelnen Sanbmirt^ mirb öiefe blutftißenbe SBaummoße inSbefonbere baburd) von üßidjtigfeit, ba^ biefelbe vorgügtidj fid) eignet jur Slnmenbung als Heilmittel in Diot^fäßen. üftaRidjmal fomxien in einer Söirtljfdjaft bebeutenbe Verlegungen bet X^ieren Vor unb man ift bis jur ^Intunft beS oft fe^r entfernten X^ierarj* teS, bis SJefäfjunterbinbungen m. vorgenommen merben tonnen, nidjt im (Staube, burd) ein geeignetes SRittel fepr bebeutenbe Vlutverlufte, oft Ver* blutungeit ju Oinbern. -Sn aßen folgen gößen empfiehlt fid) blutftißenbe Vaummolle am Veften jur idnmenbung. SS Oanbett fi(^ nur barum, fie vorrätig ju ^aben unb mögli^ft troden aufjubemaljren. SS mirb biefe VaummoUe ganj mie gemoljnlidje Sljarpie bei Söunben angemenbet; ent» meber unmittelbar auf bie Söunbe ober auf groblödjeriger @aje ober ge* fenfterter Mnemanb auf biefelbe gelegt unb bann eine Sompreffe barüber gebunben. @erabe megen ber Sinfadjfjeit i^rer 2Inmenbung ift jebem 20 Sanbwirt^ bie blutftilleube Saumwolle für feine gamilie in erfter 2ini» unb bunn für feine ^augt^iere ju empfehlen. 5. ^egen ^afenSfttten. ©ag 9?afenbluten wirb auf verfdjteben? Ärt gefüllt. 3Jiand)e taudjegefdjabte Lumpen in Ooljol unb fdjiebe fie in bag bluter.be Dlafenlod); nnbere (topfen nur gelartete Saumwolle in bie 9lafe, bod) ba f biefelbe nidjt ju feft gerollt fein, fonft faugt fie bag Slut nid)t auf. 6. ©ag Rafenbluten ift eine fogewötjnlidje Srfdjeinung, ba§ man fi^ meifteng nichts baraug madjt, bodj tann eg, wenn eg ju lange anbauert, ben Körper aUdufe^r fdjwädjen unb mu§ bann gefüllt werben. Äalte Ue* berfdjläge über bag ©efi^t, mit Sig ober Schnee verftärtt, Sinjie^en Von fe^r taltem Skffer (felbft mit Sffig) in bie ^Rafe unb ganj ruljigeg Serval» ten (felbft Spudjen mufj Vermieben werben) Ijetfen meifteng, bod) gibt'g galle, wo and, bieg 2IHeg auf bie ©auer nidjtg fjilft unb man jum Sm|to« pfen Von Saumwolle in bie fRafe fdjreitet; bag trifft aber ljöd)ft feiten ben regten gled unb ift ba^er nidjt ju empfehlen, ©ie &rme über ben Äopf in bie $öl)e gehalten fott ein guteg SRittet gegen bag ^afenbluten fein ; bag Slut belommt baburd) eine anbere fRidjtung. 21. ^rnf^waten ju Reifen. gängt ein foldjeg ®efdjwür an, fid) ju bilben, fo lege man ein ^fla» fier barauf, bag man ^alb aug gelbem ©iatel« unb palb aug SJielotten* pflafter gemif^t Ijat; oft iertl)eilt fid) bag ®efd)WÜr baburd), o^ne jum 2lufgc^en ju fommen. .öieljt eg fid) aber bennod) jufammen, fo mad)e man, fobalb bie fteigenbe £)ärte uub Sntjünbung bie Sntwidlung beg Siterg jeigt, warme Umfdjläge Von 2einfamen unb gel)adten 3l°iebeln, in slRildj gelobbt, füge, wenn bag ®ef^wür erweist unb jum Slufge^en reif ift, aUenfattg einen leisten Sinfdjnitt tjinju, unb fudje burd) 2lugeinanber* jic^en ber £aut unb fanfteg ©rüden ben Siterftod peraugjubringen, fo wirb bie Teilung o^ne SBeitereg erfolgen. 22. l$ranö(afßen ja Bereiten. 1. Sine vortreffliche Sranbfalbe ift wie folgt ju bereiten : 2Jtan nimmt ju gleidjen ©feilen Sü^Del (SDliVenöl, S^weinefe^malj, gelb eg 2ßa-d)g unb Von ber Sßanb abgetragen ^alt. ©iefeg wirb in einem ®e» fdprr jufammengetodjt, big eine Salbe bavon entfielt. ©ie Sranbwunbe wirb jebegmal erft mit Sü^öl beftrid)en, elje bag ^ßflafter aufgelegt mirb unb bag ^ßflafter ebenfallg, bamit eg nidjt ju feft antlebt. Sobalb eg troden geworben ift, wirb ein neueg ißflafter aufgelegt. Sg foU fe^r gut fffein, etwag Sranbp, foviel etwa alg Sü^öl, ber Salbe beijumifc^en, aber aud) o^ne Sranbi) ^at fid) biefe Salbe ftetg alg fetjr Ijeilfam erwiefen. 2. Sine anbere probate Sranbfalbe wirb aug Sebert^ran unb S^Io« roform, $u gleidjen Steilen vermifdjt, ^ergefteHt. ©ie S^merjen taffen fofort nad) unb bei fortgefe^tem ®ebraud)e ift faft in jebem gatte rafd^e Teilung erfolgt. 3. SWan nimmt eine ^anbvoll ungelofdjten Kolleg, giefjt eben fo *iel 21 Gaffer hinju, rührt baS ©anje gut um unb (ä^t eS bann fielen, bis el Har wirb, bann wirft man ben Sd)aum ab, nimmt Don bem Haren SBaf* fer über bem Sobertfa^e 6 Soffet unb rüljrt cS mit 3 Soffet Saumöl gut burdjeinanber unb beftreidjt mit biefer SKifchung wieberholt bie Sranb* wunbe. - Ober man ftreidje mit einem ^infel fofort unb täglich mehrmals' ©Ipcerin auf bie SBunbe. Sei leisten Verbrennungen ftiUt nidjtö bie Sdjmerjen fc^neUer als Umfdjläge Don Sranbwein ober noch beffer Don Sßeingeift. 4. (Sine fehr empfeljlenSwerthe ^tanöfafße bereitet man, inbem man 2 Unjen Mennig mit 4 Unjen ©liöenöl m einem irbenen Döpfchen todjt, big bie SD^affe fdjwärjlid) braun geworben, bann nod) eine Unje 2Bad)S ^injurü^rt unb baS £öpfd)en Dom geucr hebt. Drun Derreibt man etwas Äampper mit einigen iropfen OliDenol unb mifd)t ihn bem ^flafter bei, wenn biefeS nid)t mehr ju pei§ ift. ©iefeS 5ßftafter ftreidjt man auf i?einewanb ober beffer auf weid)eS Seber, legt eS auf bie Sranb» wunben unb erneuert eS alle 24 Stauben, inbem man bei jebem neuen Verbinben ben Siter mit warmen SBaffer a.bfpült. Sei geringem Umfang ber Verbrennungen erfolgt bie Teilung in 3 bis 4 £agen, bei tiefer gehen» ben in 3 bis 4 SJodjen. «Sollten bie auf bem @efd)Würgrunbe fid) ertje* benben ffleifdjwär^en ju einer ungewöhnlichen §öhe emporgewa^fen fein, fo beftreut man baS s^flafter Dor bem Auflegen mit gebranntem SItaun. Sei feh* umfänglichen Verbrennungen tann eS Dorfomnien, ba^ nad) er» folgter Teilung nochmals einzelne Stellen aufbredjen, weil tiefer liegenbe SntjünbungSprobutte nadjträglid) jur Vereiterung tommen. Dann hat man *ur Don Weitem baS erwähnte ^ßflafter auf bie betreffenben Stellen aufju» •gen. 5. ^ei^euom hat fid) als fehr wirtfameS Mittel erwiefen. 'IBau wenbe eS 7 ober 8 3Jial an, unb bie Schmerlen werben Derfd)winben. Sftan rühmt auch fehr ein welches auS (Sierbottern hergeftcUt wirb. SRan fodje bie Sier Ijart, nehme bann bie lottern heraus unb todje fie bei fleißigem Umrühren fo lange, bis bie SRaffe nahe baran ift, ffeuer ju fangen. S)ann fonbert fid) baS Del ab, weldjeS man abgie^en fann. SS wirb im füblidjen fRu^la.nb allgemein jur Teilung Don Sranb» wunben, S^nitten unb Öuetf^ungen gebraucht. 6. iHRan umwidle bie Sranbwunben mit alter Seinewanb unb bene^e biefelbe wieberholt mit Seinöl unb Äaltwaffer. 23. ^ranöwunöen jn feiten. 1. S8ei Heineren Sranbwunbeu ift bie in jeber ^Ipot^efe Dorräthige trenneIfeC-^infetur baS befte Mittel, bie man fid) felbft bereiten tann unb ftetS vorrätig haben foUte. 2Ran bereitet biefe au^erorbentliche Jin!» tur wie folgt : SlnfangS Suni fdjneibet man bie Spifjen ber großen Sren» neffein einen $mfj ^od) ab, jerfd)neibet fie unb ftö^t fte mit etwas 2öeingeift ju einem 33rei, pre^t biefen aus, fe^t ebenfo viel Spiritus ^inju unb lä§t eS in einer gut verfdjloffenen ^l af d)e fteljen bis jum ©ebraudje. Ober bef* fer nod), man gie^t nad) einiger .Seit baS Älargeworbene ab unb bewahrt eS in einer feftDerf^loffenen glaf^e auf. 22 2. Seifte Sranbmunben beftrei^e man mit Vein* ober Süßöl nnb reibe fie tüÄtig mit Äocbfali ab. ©ie Saut bleibt gefunb nnb ber Sdjmen Verliert fid) halb. $at man fidj bur^ Tröpfeln beS <Siegcttadß verbrannt, laffe man ben Vad erfalten nnb reiße ipn nidjt gleid) ab. 2Ran wirb bann feinen Sdjmerj fühlen nnb bie Saut bleibt unverle^t. 3. SJenn man Sranbmunben reichlich mit SJiehl beftreut nnb trodene *Seinemanb barüber binbet, Verliert fid) ber Sdimerj alSbalb ; fteHt er fid) fpäter mieber ein, erneuere man baS Seftreuen mit SRehl, ohne jebod) baS auf ber Sßunbe befinblidje ju entfernen, ©aburd) tann man felbft bei gefährlichen Verbrennungen ben Schmerj rafd) ftiUen, inbem man baß Slufftreuen von 3eit ju 3eit tvieber» holt, bis bie SJiehHage | ober | 3°^ bid geworben ift. Sei fehr fdjlimmen fällen fe£e man bem SJiehl ein Vierteltheil pulverifirteu @almei ju, baS man etwas angefeud)tet anwenbet, nadjbem man Vorher baS dRehl, wie oben befthrieben, angemenbet hat. 4. ©aS neuefte drittel gegen Sranbmunben ift eine bide Sluflöfung Von arabifdjem @ummi, mit einem aufgeftridjen. ©ieS fd^ü^t gegen ben 3utritt ber $uft, unb bie Teilung erfolgt von felbft. 3U bemfelben 3mede tann man fid) auch au$ ^er Slpothefe etwas Sodobium, b. i. eine rluflöfung von (Schießbaumwolle in Diether holen taffen, unb mit einem V™« fei auf bie vorher abgetrodnete Sranbmunbe aufftreidjen. 5. Sei größeren Sranbmunben lege man fogleid) Sierhefe auf bie verbrannte (Stede, mel^e ben Sranb herauSjieht. Cber man maf^e ben verbrannten ^led mit @ffig, lege ein in @ffig getauchtes Tud) barüber unb erneuere bieS Verfahren von 1 bis 2 Stunben. Saumöl unb ^jonig mit etwas Sleimeiß vermifdjt, unb burd) öfteres Umrühren ju einer Salbe ge» rührt, linbert bie S^merjen ungemein, fühlt fehr unb heilt halb. Sdjon ein 2luflegen von £onig allein ift fehr heilfam. Sortrefflidi hat fid) felbft bei jiemlid) bebeutenben Sranbmunben baS Auflegen Von SaumwoU=2Batte bewährt. Anfangs fdjeint biefelbe mehr §i£e ju erregen, halb aber tritt toohlthätige Fühlung ein, unb feiten wirb bei biefem Verfahren bie 2Bunbe Ijartnädig. - @in anbereS fräftigeS Mittel gegen Sranbmunben tann man auS Ärebfen bereiten. SJlan brate 3 ober 4 Ärebfe hart in Sutter, ftößt fte in einem Dörfer, brüdt baS f^ett burd) ein ©ud) unb beftreidje bie Sßunbe bamit. ®egen Srennneffelbranb ift frifche ^rbe baS befte Äühtun9^s mittel. 6. 2öie bie „@ajette Sftebicale" mittheilt, ift bie ^oljto^le ein wirffameS ^Rittel gegen Sranbmunben. SRan legt auf bie gebrannte Stelle ein Stüd falter Äohle, unb nad) einer Stunbe ift, mie mehrfache Serfudje jeigten. baS Uebel Verfchmunben. 7. Sranbmunben fchneU jn heilen nehme man (SoUobium, ober wr. bünnte SöHenfteinlöfung, ober eine £DHfdjung von Eigelb unb Veinöl, unb für leichtere Sßunben jur Sermeibung von Slafenbilbung Salmiafgeift. 8. SUian lege bie Serbrannten in ein Sab präparirter £ohe- Vohe verhütet baS Litern, benimmt augenblidlid) Sie Sdjmerjen, unb bie Teilung beginnt fogleid). 2ßie viele hätten gerettet merben fönnen, men» man biefeS Verfahren eingefd)lagen hätte. 9. (Sin erprobtes Spittel ift bie (Sifenauflöfung (sulf Pate of iror^ 23 üRan mache ein lauwarmes Sab, bem man einige ''ßintS Sifenauflöfung $u* , fe^t. 2Ran wieberhole baS ®ab täglich jweimal, 20 SRinuten lang. 24. Granne, (Croup), Rittet dagegen. 1. SaS erfte ilnjeidjen ber Halsbräune ift ein f^riUer, ftartflingen' ber ^uften. Sie bavon befallenen 'ißerfonen fühlen fiq ni^t franf-oft fpüren fie nid)t einmal fieber als gewöhnliche SBirfung einer Srtältung-; fie finb vielmehr aufgewedt, uub mitunter fogar munterer als fonft; bie ^anbe fiub fü^t, baS ®efi$t geigt eine fliegenbe 9töthe, bisweilen ift eS etwas bleicher als gewöhnlid). So mag eS einige Sage oljne wefentlixbe SSeräuberung fein, unb man adjtet nid)t viel barauf; aber auf einmal briqt bie Äranfheit mit all ihrer fnr^tbaren SSuth aus, unb hat meiftenS ben Sob im befolge. Sie Mittel bei obigen Symptomen beS Sroup finb einfad) unb helfen faft immer. 2Jian lege einen Senfumfchlag, ober einen in Äerofene=©el, Serpentin ober Salmiafgeift getauchten Sappen ^lannel um ben £>alS, unb neunte innerlich £>ive Sprup ein fo lange ber ^uften anhält. ©urd) bie 2lnwenbung biefer leidjten SD^ittel tonnten jährlid) viele 5Dtenfd)enleben gerettet werben, bie je^t burd) iRa^läffigteit unb ^erfäumni^ ber bösartigen Äranfheit gum ©pfer fallen. 2. Sa beim Eintritt ber gewöhnlichen unb and) bei ber häutigen 53räuue f d) n e 11 e £>ülfe hoppelte £)ülfe ift, fo wollen wir nodj ein fe^r wirtfameS unb nicht überall betannteS ^auSmittel anführen, ba bie weitere SBehanblung einem tüchtigen, halb herbeigerufenen SXrjte verbleiben mufj. Sftan lege nämli^ um ben £>alS ein gewärmtes woUeneS unb mit 2öad)hol* berbeeren bur$räud)erteS Such- 3um ©urgeln gebraute man aber gu gleicher ^eit eine Slbfodjung von Salbei uub ^lieberblume mit etwas £>omg unb Sffig Verfemt. 3^9* m Sntgünbung bei ber bräune, fo werben Slut- egel angewanbt unb nach vorübergegangener SRadjblutung burd) warme SBreiumf^läge bie ©efdjwulft gertheilt. SBei ber gewöhnlichen fatarrhalifdjen bräune, auch ä^anbelbräune ober ^alSentgünbung genannt, begnüge man fid), ben fdjmergenbeu §alS häufig mit warmer SRild), in weldjer 3Kalven= unb glieberblüthen aufgelöst wur* ben, gu gurgeln. Oft ber ^alS jugteid) äufjerlid) hart unb entgünbet, fo gebrauche man Umfdjläge von Setufamen in SRild) gefodjt, ober loggen« mufj, fo warm man fie leiben fann, unb halte fid) warm babei, fo wirb ba« Uebel halb verfchwinben. Sinb bie Umfehläge nid)t mehr uöthig, fo trage man eine weiche ^laneUbinbe um ben £alS, bis baS Uebel gang gehoben ift. Söei tatarrhalifdjen SBefdjwerben beS $alfeS, gefdjwoUenen 2Kanbtln unb 3upfen, ift baS ©urgeln mit glieberthee, wenn man gu jeber halbe» ©bertaffeWoU 2 Sropfen ©almiageift hinjumif^t, fehr ju empfehlen. Ser Dr. S e 1) m a n n ju Sorgau hat einige fehr glüdlidje Suren beS SroupS ober ber häutigen bräune an ^inbern baburd) gemad)t, ba| er ihnen bei bem beginn ber Trautheit etwa 20 SRinuten lang äßaf^^^ämme mit heilem Sßaffer, (baS jebod) nicht fo heiB ift ^a§ eS Olafen Ueljt, fonberu nur roth wadjt), auf ben Äahltopf legte, währenb er gugleid) ÄamiHen ober 24 ^tiebert^ee trinfen ließ. ©ie Srantheit würbe hierburd) ohne «eitere gen mehrmals in hum einer Stunbe ganj geteilt. ©ft verfdjwinbet, wenig» ftenS in ben meiften fällen, ber eigetuhümli^e brohenbe Haften nad) einigen Stauben, wenn bem ^inbe einige Waffen erwärmte Kuhmilch, fo warm als baS Äinb fie ju trinfen vermag, in furjen Raufen gegebeit werben. 3. 9hd) ben £eugniffen hervorragenber Slerite ift folgenbeS ein faft fidjcreS Heilmittel beS genannten UebeiS, fo oft ber Sdjreden ber Familie: SERatt betupfe, (vermittel^ eines Si^wämm^enS ober SäppdjenS, wohl be» feftigt an einem Stählen), bie Hintere äRnnbwanb tüchtig mit einer fluffig« feit, bie auS: Äo^falj, 2 ©rahmen; fd)War$em Pfeffer, S^merjwurj (hydrastus canodensus), falpeterfaurem Äali (nitrate of potash), unb mann, je 1 ©radjme, bereitet wirb, inbem man biefe Slrtifel gut vermengt unb pulverifirt, in einer ^affeetaffe voll fiebenben SßafferS tüchtig nmrührt unb bie ©affe bann mit Effig voll madjt. 9J?an nehme biefeS iöetupfen jebe halbe Stunbe vor, bann jebe Stunbe, alle jwei, alle vier Stunben, fowie bie Sefferung fortf^reitet. Oer ißatient tann immer etwas von ber ung f^tuden. 3ur Einreibung beS §alfeS unb SßrufttnodjenS, alle vier Stnnben,. nehme man eine T^if^ung von je'einer Unje ©erpentingeiß, ^Baumöl unb aqua ammonia, unb halte §alS unb i8ruftfnod)en mit f^la» nell bebedt. SllleS 9?öthige ift in jeber Slpothefe $u befommen. 4. g-oIgenbeS Mittel wirb brin enb empfohlen: 9JJan nehme baS SBeiße von einem Ei, mifd)c einen (Eßlöffel voll öalj baju unb lege foldjeS auf Fließpapier, binbe eS |obann mit einem biden ©udje um ben HalS unb lege ftd) bann ja Söette, worauf in jwei Stunben Sinberung eintreten muß. Sn gälten, wo bie Halsbräune fdjon einen hohem @rab erreichte, tann man von pvei (Siern baS 2öeiße nehmen, unb pvei (Sßloffel voll Salj; aud) muß biefeS Mittel jwei ober brei mal täglid) wicberholt Werben. 5. Ein ?lrjt verfi^ert, baß bie Halsbräune, felbft wenn biefe Ärant» ^eit ben H^epunft erreicht hat unb fid) bie Symptome ber Srftidung ju geigen beginnen, burd) ^Ipplitation von Reißern Sßaffer mit einem Sd)Wamm ober feinem Sappen auf ben HalS geheilt Werben tonne. ©aS SSaffer muß fo heiß fein, baß eS fdjmer^aft für bie Haub ift. ©ie Slpplifation wirb fünfen Minuten lang fortgefe^t. 9Jian legt bann einen eben-fo heißen erweidjenben Umfdjlag von Seinfaamen eine Zeitlang auf ben Hals. ©aS Slt^men wirb unverjüglidj bei ber 2lpplifation beS Reißen SßafferS erleid^* tert. (Sollten fid) bie Symptome wieber Verfdjlimmern, fo wirb bie ?lppli» tation beS Reißen SBafferS unb $luffrf)lagS wieber^olt. 6. ©iefenigen welche fdjmerjlidje 'ftädjte am ®ette geliebter 3?inber 'Verbrachten, werben bie nad)folgeitbe DJiitt^eilung wertvoll finben: 2öenn ein Äinb von ber Halsbräune befallen wirb, neljme man talteS Söaffer, wo» möglich (SiSWaffer, uub wenbe eS plö^lid) unb reidjlid) mit einem Sdjwamm im ^aden unb auf ber ißruft an. Sobalb als tljunlid) laffe man ben Äranren, foviel als er tann, von bem falten SBaffer trinfen, bebede i^n warm, unb halb wirb ein ritljiger Sdjlummer beS ^inbeS bie Eltern von i^rer SIngft befreien. 7. Ein franjofifdjer Slrjt will ein unfehlbares Mittel gegen bie Hals» bräune entbedt haben, weldjeS ganj einfadj barin befteht, baß man im SRunbe beS Traufen fortwäl)renb fleine EiSftüdchen erhält. SöeldjeS audj immer ber Orab ber Trautheit gewefen fei, fagt ber Slrjt, QetS reichten 24 «Stunben hin, um jebe ®efal)r ju befeitigen. 25 8. SBir nehmen, im Sntereffe aller 2Rütter, von einem Mittel 92vtig, bu« ein fraujöfifdjer Sirgt entbedt hat. ©emfelben fiel e« auf, baB bie fal# fchen £)äute, welche bei ber S räune, bei ©pptheria unb anberen ©elegen» feiten fid) bilben, im äußern SInfehen eine auffaUenbe Slehnlichfeit geigte» mit ber bie Sraubentranlheit au«mad)enben ^ilgvegetation. Sie« führte ihn auf bie Sbee, auch h*er bie ^Inwenbung be« Schwefel« gu verfugen, welcher befauntlid) ben Sraubenpilg tobtet, ©ie Serfudje hatten Erfolg. 6« würbe ein Söffet boU SSdjrüefelpuIner in ein ®la« SBajfer eingerührt, unb hiervon bem Heinen Patienten ftünblid) ein (S^löffel boU gereicht, ß« geigte fidj in allen fällen fofort Sefferung unb, inbem bie falfchen 2Rem« branen verfdjrumpften unb au«geftoBen würben, am gweiten ober britte» Sage völlige $erfteüung, fo baB fein fJaU unglüdlid) ablief. 9. ©benfo fielen wir nid)t an, gwlgenbe« bon vielen Familien in §onb bu Sac, 2öiö., gu publigiren. Sobalb ftd) Slngeid)en von (Sroup, ober §al«bräune geigten, gogen biefelben einen leinenen Sappen burd) Kero» jene Del, legten ihn ben Kinbern um ben ^al§ unb umwidelten ihn feft mit einem anberen Sud)e, um ben Kerofene ®erud) erträglich gu machen. Sim nächften Sage geigten fid) Heine Slä«d)en am £>alfe, ba« Kinb tonnte wie» ber fpred)en unb bie Slä«dien feilten, nadjbem ein mit ©änfefett geträntte« Stüd Seinwanb einige Sage um ben §al« gelegt war. So wirb un« von guverläffiger Seite mitgetheilt. 10. golgenbe SOHttet werben ebenfall« fehr empfohlen • 2Ran nehme ein Stüd frifcheö Sd)mali fo groB wie eine 9?uB unb gerreibe e« mit Buder in folger äßeife, wie foldje« für Tübbing« verwanbt wirb, bann theile man bie 9Rifd)ung in brei Steile unb gebe bem Kinbe in .Swifchenräumen von je gwamig Minuten einen Sheil. @« wirb fofort helfen, wenn bie Krantheit nicht fdjon gu weit gebieten war. Siu« eigener Erfahrung rathen wir allen Eltern bringenb an, ihren Kinbern bei ben geringften Slngeid)en Von §al«bräune ober Sroup h e i § « $ 333 a f f e r gu trinten ja geben, fo heiB bie Bunge eben vertragen fanu, unb foviel al« ba« Kinb nur nehmen wiU. SDlan fann ba« Söaffer aud) mit weiBem 3u^c.r ctwa« Verfügen. 3n jebem ^aUe wirb, wenn geitig angewenbet, burd) hc*Be$ Sßaff^ jeher (SroupanfaU fdjablo« abgewenbet werben. 25. uni> gngßrttjltgftetf ju feiten. Srufttrampf, (Sngbrüfttßfeit ober nennt man ba« beengenbe, ängftigenbe ®efühl, al« wenn man erftiden foUte. golgenbe ÜÄittel werben angerathen: 1. 5m feuchten Slfthma ober ber Kurgathmigteit mit vermehrter Sd)leiinabfouberung ift ber tägliche ®enuB von @h^enprei«thee oft fehr wohlthätig. 2. Sei Srufttrampf unb Mangel an 3lu«wurf trinfe man SIniSthee. 3. Um nächtlichen Zufällen von Sruftbeflemmung vorgubeugen, Der» mifdje man getriebenen SJieerrettig mit $onig unb nehme bavonSIbenb« beim Schlafengehen einen ©Büffel boU. 4. 2Ran nehme borgen« unb Slbenb« einen Kaffeelöffel voll gefto|e* nen gelben Senf in ^leifdjbrühe ober Shee. 26 5. 9Ran laffe Äaffee frifd) brennen unb mahlen unb trtnfe alle h* ®e ©tunbe eine Jaffe non jwei 2oth. 6. 9Ran laffe ben Jampf von fochenbem (Jffig einathmen, unb rn.be aUe halbe <Stnnbe einen Jheclöffel Voll Von folgendem ÜRittel: ein Ouig heißen Sßeineffig auf eine jerftoßene äwiebel gegoffen, burd) ein leineueg Jud) gefeihet, unb mit einer gleichen ÜRenge §onig verfüßt 7. 2luggepreßter fRettigfaft, früh ein Paar Eßlöffel voll. 8. 9Ran laffe Rillen machen, 2 Oran fdjwer, | Jra^me ©olbfdnve« fei, i Unje ülmmoniafgummi unb eben fo viel «Süßholjfaft, täglich SWab 6 (Stiid ju nehmen. 9. Um fdjnelle Ableitung ju bewirten, bei ßrftidung broljenber Sruftbeflemmung, bient ein (Senfteig von (Senfmehl unb Offig auf bie SJruft Jie §änbe in heißet SBaffer ju fteden erleichtert ben Srufttrampf. ;o bag Sluflegen von frifdj geriebenem SReerrettig auf bie innere fläche berSorberarme. fetten, unterfe^ten ^ßerfonen, ift bei ber ßngbrüftigteit ein ^aarfeil auf ber Sruft fehr anjurathen. Vollblütige ^erfonen, mit turjem £>alfe, müffen öfterg jur Slber (affen. 26. ^ruftCdben, Rittet dagegen. 1. Um Sruftleiben grünblid) ju heilen, grabe man eine .^»anbool 2Raaöliebd)en ober ©äufeblumenfraut fammt Slumen unb Sßurjeln au$, toafche fie rein, jerftoße fie uub brüde ben Saft au$; biefen verfüge man mit ®anbi8juder unö nehme jeben borgen nüchtern einen ©^löffel t>oU babon. Son bem getrodneten ^rant uub ben Slumen trinte man Shee, unb fahre bamit fort bi§ jur oöUigen Teilung. 2. 2Senn biefelben Don einer Serfdjleimung ber Sungen herrühren, berühre man SRorgenS nüdjtern bie 9Jlildh Don einem ^äring. 27. ^ron^ifts, Rittet frageflea. (Sie^e ^Irtifel al 8 iu un b e n." £8. romtbe, fliffenfrer grauen 5« leiten. 1. fRimm gleiche ©eiDi^tStheile ®lpcerin unb Sannin, löfe bet» Stannin int ®lpcerin auf uttb wenbe e$ an. @§ ift ein gleich DoitrefflicheS SWittel gegen wunben fRadjen unb abgefdjabte $aut an anberen Körper» t^eilen. 2. 9Ran ftö^t Ouittentcrne in einem Dörfer, fe^t ettva« guten Äorn* branntroein baju unb tä^t ba$ ®anje einige Sage lang ber Sonne auSgefe^t fein, grauen, bie vor ber iRieberfunft einige SSo^en lang taglid) mehrere 2Rale ihre Sruftwarjen bamit befeuchten, werben nie über aufgefprungene JBarjen ju Hagen hüben. 3. 2Ran lege bie blätter ber weißen Sitie in Saumöl, unb wenn fit otttgefogen, auf.bie munben £Barjen. 27 4. auf Weiche Seinwanb geftridjen. 5. ©aft anS ben ^Blättern beS H<m8laub$. ©i^e Slrtilel „9R i l d) ft o du n g." 29. ^rultwatjen ^rau^u^en, werben folgenbe Mittel angeratben- 1. SRan ft^neibe bide ©aUäpfel in ber SRitte burd), b^le fie aus mache in ber SRitte ein HeineS Sodj unb lege fie in SBrantwein. SBenn ftt weitf) finb, binbe man fie auf bie Sßarjen bis fie troden geworben finb. 9Ran Wieber^ote bieS, bis ber 3med erreicht ift. 2. 2Ran madje in ein ©tüd treibe ein £od) fo groß wie bie SEßarje, gieße Slrnica ©incktr hinein unb fe^e bieS auf bie äßarje. 3. äRan füUe eine .glafdfe mit beißem ©anb, entleere fie unb fe^e fie [cfyneU mit ber SfRünbung auf bie Sßarje. 30. g^ofera.-derfeWen. 1. Sßenn gegen bie auSgebilbete Spolera bislang ein juverläffigel Heilmittel nid)t entbedt ift, wenn felbft baS befte antimiaSmatifche SRittel, baS Splorwaffer, beSpalb int lebten ©tabium biefer Ärantpeit qäufig fid) unwirffam erweifen mußte, weil ber ^ranfpeitsproceß fo rafd) ift unb biefeS ^errlidje SRittel nid)t rafd) genug burd) ben ganjen ©armfanal pinburd) ge» langen fann, um baS Spolera=9RiaSma ju tiertilgen, fo ift bagegen im ^Beginne biefer Ärantpeit von biefem Heilmittel entfliehen Hülfe ju erwarten. 2BaS bie SInwenbung beS SSRittelS anlangt, fo empfehle id) 2 Sotl) Splorwaffer mit 1 ?otp beftillirtem Sßaffer gemifd)t unb laffe bavon täglid), je nad) bem Sliter, einen bis jwei ©peelöffet voll einnepmen. Sßaffer barf nid)t nadjgetrunlen werben, weil bie Äraft fonft verminbert Wirb, ©en Ärantenwörtern unb HauSgenoffen von Spolerafranfen empfehle id) von bem genannten SRittel SRorgenS, 9RittagS unb SlbenbS einen ©peeloffel Voll ju nehmen, weil eS opne B^eifel baS befte ©djuljmittel ift, wie eS fid) aud) als ©dpu^mittel gei- gen bie anftedenbe ©pptperia bewiefen pat. ©aS Splorwaffer ift ein burd)« aus unfdjäblicpeS 9Rebicament weld)eS, von (Sefunben genommen, wohl ben SIppetit vermehrt, aber {einerlei 9?ad)tOeile bringt; eS tann alfo viel nü^en, aber feinenfaUS fd)aben. 2. @S ift außerbem wopl ju beachten, baß bie Spoleratranten in miaSmenfreie fRäume gebrad)t werben, unb baß bie Äranfenjimmer f^arf gelüftet werben muffen, wenn man gtüdli^e fRefultate erzielen will. 53ei Sßecpfelfieber unb ©pppuS ernannte man längft, baß Suftveränberung, b. h- ^Berfe^ung in reine (miaSmenfreie) Suft, heilfam fei; baSfelbe ift bei ber (Spolera wie bei allen miaSmatifdjen (anftcdenben) ^ranfbeiten ber fVaU. 2ßer einen Sboterafranfen in einem mit SRiaSmen erfüllten 3immer beläßt, gleicht bemjenigen, welcher einem burd) Äoljtenbunft in (Sdjeintob S3erfe^ten m bem bunftigan 3immer liegen laffen unb bafelbft Heilmittel anwenben woHte. ©ie beiben unteren ©todwerfe ber mit SRiaSmen erfüllten HMer eignen fid) jur Slufnaljme von Gpolerafranfen gar nid)t. ©ie böbern ©tod« 28 Werfe eignen fid) beffer, bie luftigen ^auSboben am beften jur Slufnapme biefer Traufen. ©ie Verlegung bon Cholerafranfen in Äranlenpäufer iß bie gefaprlidjfte SRaßregel, Weil burch SInpaufung folger Oranten bet ^ranfpeitß - Sparafter gefährlicher trüb, gür Spoleralranfe eignen fidj hochgelegene ©artenhänfcr, 3eUe bon geölter Seinwanb ober Segeltudj, unb am beften f^arf bentilirte unb UeinjeHige hölzerne Varraden, welcpe früh* zeitig einjuriepten finb, bamit beim etmaigen SluSbrudje ber Spolera jur Slufnapme folger Traufen SlKeÖ bereit ift. ©ie Ärantenjimmer muffen ftarf gelüftet Werben, bed) finb bie Oranten gegen jeben biretten 3ug ju fepü^en. ©ie Ventilation ber 3immer wirb burdj ftarfe Neigung ber ©efen bermeprt. 3U betlagen ift, baß bie meiften äRenfi^en, befonberö bie grauen, fo große ®d)eu paben, bie ^ranfenjimmer ju lüften. 2öenn überhaupt in Sßopnräumen, fo ift gerabe in Oranten* jimmern Ventilation erforberlid), jumal bei miaömatifdjen ^ranfpeiten, weil Deren SluSbünftung ben Traufen felbft wie auch öer Umgebung berfelben nachtheilig ift. Sille Ventilation beruht auf ber Srregung bon 3ußluft; Weil biefe aber für bie Vewopner naeptpeilig werben fönnte,fo muß fie burd) Ventilatoren gemilbert Werben. ©Ute unb jugteich biHigfte Ventilatoren finb bie fogenannten Oaloufien (auö §olj ober Vlecp), welcpe ftatt einer ber oberen ^enfterfepeiben eingefe^t Werben, unb bereu Vlätter fo ju richten finb, baß bie einbringenbe ?uft auf- wärts ftrömen muß. 3n ^ranlpeiten, wo bie großen Säle Wegen ber gro- ßen Scpwierigteit ber Lüftung ju berwerfen finb, müffen gegenuberliegenbe Ventilatoren in entfprecpenber SRenge borpanben fein. 3ur Teilung ber Spolera ift alfo reine Saft unb Splorwaffcr erforber- lid). 3e früher bie Spolerafranfen baß Splorwaffer befoinmen, befto fdjneHer unb fidjerer bie Teilung. S§ ift berteprt, nur ben Vred)burd)faU für Spolera ju palten, wo 9?eißwafferftüple borpanben finb, weil biefe fiep erft im lebten Stabium ber Äranfpeit einfteHen. ©ie Spolera beginnt mit 3Ragen= unb ©armlatarrp, (Srbrecpen unb ©urcpfaU), epc bie 9?eißwaffer» ftüple fid) einfteden. 3e früher baß Splorwaffer bagegen gebraucht, je fepneder reine Suft aufgefucht wirb, befto fdjucUer unb fixerer bie ©cnefung. S$ bleibt fepr ju wünf^en, baß bie Slerjte bie Sßirtfamfeit biefer^eilmetpobe erproben unb bann über bie 9?efultate iprer Veobad)tungen ein ®utad)ten abgeben. Vielleicht läßt fid) ba§ SRebicinaUSoUcgium bie Prüfung be§ 2Rittel§ angelegen fein, um bemnäd)ft bann bem ißublifum über bie Wüplidj* leit beffelben Slufflärung ju geben. 3. Vei biefer ©elegenpeit berweifen wir auf ein Sirtular beS 2Rün* ebener SIpotpeterS §rn. Sari bon ©üntper, weldjer fid) wäprenb ber 2Rün« cpener Spolera näper über Urfacpe, Verlauf, w. ber ^ranfpeit unterrichtet pat. £>err bon ©üntper fepreibt: „ ©aö einjig rationelle unb juoerläffige ^ßräfemtto gegen foldje ÄrantpeitSformen bei SRenf^en, weldje wefentlid) auf afute Vluterfranfung jurüdjufüpren finb, (Spolera, ißeft, gelbes fieber), beftept in einer QRifdp- ung von Stoffen nadj folgenber Vorfcprift: Natri phenylici, Kali oxychlorici, Kali hypermanganici ana partes aequales, Sulfuris crude partes decem, Misceantur exactis- sime. Pulvis serviatur in vitro bene clauso. ©äglidj äRorgenS eine Reine äRefferfpi^e boH mit etwas 9tum ober Slrrat ju nepmen 29 Sebermann, njeldjer fidj biefeS Mittels bei herrfchenber ^rantheit regd- ml^ig bebient, wirb vonberfelben unbebingt Verfdjont bleiben. Aufgabe ber StaatSregierungen, ber mebijinifchen tote philantropi* fc^en Vereine wirb eS fein, biefeS Mittel Sebermann toftenfrei jitgänglid) ju nta^en?' ©ie @rünbe, welche §rn. von @ünther jur ^uffteßung obiger Sehanp» tung Veranlaffen, finb in feiner glugf^rift „@efid)tSpHnfte jur «eurtheilung tontagiöfer ^ranfhciten" furj bargelegt, unb foß barauS nadjftehenbeS be* fonberS ^erüorge^oben werben: a) Obenerwähnte ÄrantheitSformen grünben fid) junädjft auf mangel» hafte 3uWr twn Sauerftoff in'S 58lut. b) . Sm (ErtrantungSfaße wirb ber Organismus in feiner Sßiber» ftanbSfähigfeit Wefentlid) unterftü^t burd) rafdje innerliche anwenbung von Stidojpbul (JßuftgaS) in gasförmigem ober abforbirten guftanbe. c) 9?ur bie pro^^ijtaftifdje Imprägnation beS Körpers mit fauerftoff* reifen unb antifeptifdjen SD^ittetn bewahrt vor anftedung unb hinbert fo am 9?adhhaltigften bie äßeiterverbreitung. d) SiS jur voßftänbigen, rationell burdhgefü^rten ^analifation aller von SWenfdjen bidjt bewohnten Orte ift bie auffteßung von Sauerftofferjen* gmtgSapparaten in ben Söohnungen ber ärmeren 53olfSflaffen, inben §ofpi» tälern unb öffentlichen anftalten nachbrüdlid)ft anjuftreben. e) auf bie auffinbung einfachfter unb bißigfter SauerftoffbarfteßungS® methoben ftnb Staatsprämien auSjufe^en. f) ©er Selbftbilbung beS (Salpeters auf ber Srboberfläche, in ben äßohnungSräumen, an dauern, ift bie größte aufmertfamfeit jujuwenben, b. h- bie Sebingungen baju muffen forgfältigft entfernt unb vermieben werben. 33ßir tönnen felbftverftänblid) nid)t beurtheilen, in wie fern fidh obiges Mittel als probat erweifen wirb, glauben aber, ba§ baffelbe voßeSSBertrauen Hub eine eingehenbe Prüfung von Seiten unferer aerjte unb ber SanitätS® bebörbe Verbient. SRöchte eS §rn. von (Günther gelungen fein, ein Mittel gefunben ju haben, ben fdjredliehen plagen weldje 3ahrauS, jahrein bie xßelt bebrohen, entgegen ju wirten; bann bürfte fein fRame fiinftig neben bem eines Senner in ber ©efdjichte ber ^eiltunbe glänjen. 4. ®in englifdjer SdjiffStapitän erzählt bafj, als, bie (Sfjotex'a auf fei® nem Schiffe auSgebro^en war, unb breifjtg 9)lenfd)en von berfelben befaßen waren, er fte alle burd) (Eingebungen von gebranntem ^ort gerettet habe. £>ieS Mittel ift in (Englanb unb öftinbien mit fepr gutem Erfolge äuge« wenbet worben. 2Jian brenne ein Stüd Äorf ju $ulver unb nehme einen Xhedöffel vott bavon in etwas Söaffer ober äJlilcb. Söenn eS nöthig ift, fo wieberhole man bieS jwei ober brei mal, bis ber «raute genefen ift. 31. g^otera.-^ehanbrung der ^rauften. 1. ©ie erften ^auSmittel gegen dholera. als Belgien Von ber (Spolera heimgefu^t würbe, veröffentlichte bie ^Regierung eine ein. 30 einfache, aber fid) äußerft jwedmäßig erweifenbe Slnorbnung jur Erftidung beß erften ^InfaUeß. ®ie Erfolge waren bamalß fo überjeugenb, baß fiq and) im näd)ften Oabjre bie brafilianifdje Regierung veranlaßtfanb, baffelbe SSftittol in golge ber anßgebrodjenen Epibemie ju empfehlen. Eß ^ei^t: „Sobalb man Seibfdjmerjen unb Uebelfeit verfpürt, beeile man fid), bie 2ßol)nung aufjufudjen. yJian getje fofort ju SBette unb lege heiße Steller - in ein ©ud) gewideit - auf ben Seib unb eine heiße dritte ju güßen, trinfe heißen fd)warjen X^ee mit fräftigem 9^otbmein unb beffer nod) träftigcn heißen ^Rot^tuein mit Sngwer. Sobalb fidj nun bie §auptfad)e, ber Schweiß, einfteHt, ift bie größte Eefahr vorüber, unb meiftenß ift bie ^ranfheit im Beirne erftidt. ©er Prante fann in jebem gälte mit Qtu^e ben SSefud) beß 2lrjteß - ber in (Spibemies^eiten nid)t immer gleid) jur §anb fein wirb - erwarten. W?an forge vor 2lUem für einen .gefunben unb träftigen SQlagen unb vernteibe falteß ®ier, unreife grüd)te, unver» baulidje faure Speifeit, Eurfenfalat :c.; überhaupt fdjütjeman burd) Seib« btnben :c. ben Seib unb SDlagen gegen Ertältungen unb nähre ben Sftagen burd) träftige Speifen unb träftigen 9lothwein. • griffe Suft unb penible SReinlidjteit finb unverläßlidje Sßebingungen am Körper wie in ber 2ßoh* nung." 2. SJlan wirb bemertt haben, baß, wie baß Sßlut ben Körper verläßt, berfelbe aud) crtaltet; baffelbe ift bei ber Eholera ber galt. Slber baß fonberbarfte ^ufammentreffen ift mit ber garbe beß Eefidjtß ; gerabe wie biefelbe bei einem fcßneU ju ©obe Sölutenben erblaßt, fo aud) bei einem an ber Cholera Sterbenben. Eß ift ba^er flar, baß ber erfte Schritt, unb in ber ©hat ber erfte allein, welcher bei einem EholerafaUe ju t.hun ift, ba* rin beftehen follte, bie Abführung ju verljinbern unb jwar ohne bie Slnwen« bung von heftigen Mitteln, ©aß Slufhören biefer Entleerungen muß auf eine ebenfo fdjneUe wie milbe Steife herbeigeführt werben, unb biefeß ift nur auf folgenbe ilrt ju thun : SJian nehme etwaß rohe (Starte, welche man bei ber 2öäfehe gebraucht, mifd)e biefelbe mit ein wenig taltem SBaffer unb mache fie fo bid wie mög» lid). ^Rache genug ju einem Eßlöffel voll für einen erwad)fenen Patienten, ober einen ©heelöffel voll für ein xinb. 33ei einem Eßlöffel voll tl)ue 10 ©ropfen beß beften Saubanum hinju ; bei einem ©heelöffel 5 ©ropfen. Sftan nehme einen anbern Söffet, rühre baß Saubanum gut in bie Stärfe unb gebe bieß bem Patienten gleich- SDfan forge, baß bie Starte ju einem biden Srei gemacht wirb, fo baß, wenn baß Vaubanum beigefügt wirb, baß Eanje. vom Söffet abfließt wie SRew Drleanß SWolaffeß. Söenn mehr wie eine ©ofe nöthig ift, fo muß jebe anbere frifch gubereitet werben. 2ßirb biefeß einfache SDiittel jur ^eit angewenbet, wenn bie Eingeweibe fiel) ent* leeren, fo braudjt man nur eine ©ofe; wenn aber bereitß babei Sd)mer» jen eingetreten finb, müffen brei unb Vielleicht vier ©ofen gegeben werben, jeboch nicht mehr ; benn einer ber fdjwerften gälte, ben wir im Sahre 1832 beobachteten, würbe bamit bewältigt, obfehon ber Sßatient beinahe im lebten Stabium war, alß wir ihn fallen. 33eim Eintritt ber Schmer» jen beeile man fi^, ihm bie ©ofe ju geben, bringe ben Seibenben ju 53eu unb laffe ihn nidjt auf Stühlen, Sofa ober Settee liegen, in ber Meinung, baß ber Sd)merj balb Vergehe ; berfelbe ift hinreichenber SBeweiß, baß bie ^rantheit fefteii guß gefaßt hat ; er mag Vergehen, aber traue bem nicht. Sßidle ben ^Patienten in alle wollene ©eden ein, bie jur Verfügung 31 |ieheu; SBärine ift e#, wa# ber Patient braudjt. 2Kad)e jwei heiße Um* fdjläge von gelbem inbianifd)en SOteljl, bereu jeber groß genug ift, um ben Stagen von oben bi# jum Stabei ju bebeden ; unb fobalb al# ber eine feine größte SBärme verloren hat, nimm benfelben ab, thue ihn wieber in ben Sopf, um ihn ju fodjen, unb lege unterbeffen ben anbern Umfd)lag auf. Sege heiße Eifen, Steine, ober Sßärmflaf^en, in 3eu9 eingewidelt, an bie ^ußfol)len unb bie 5lußenfeiten ber Senben unb Stentel; hat man jebodj Wtcl/t genug ju Umfehlägen, fo finb foldje vorjujiehen. Steibe bie SSeine unb ben SJtagen fo ftarf al# nur möglich mit altem gdaneU, wenn bie Krämpfe feljr heftig werben. . SJtan gebe bie Stärfe«Sofe mittlerweile alle Stunben, ober jebe halbe Stunbe, je nadjbem bie Entleerung ift. Siefe# einfache SJtittel läßt feine böfen folgen in bem Spftem jurüd, wie bie fürd)terlidj ftarfen SJtebijinen, weldje ben Eholera^ranfen ge* wohnlich gegeben werben; e# fann bem jüngften unb fd)Wäd)ften Säugling, wie bem ftärfften SJtanne verabreicht werben, mit augenblicflidjem unb fe* genSreidjem Erfolg für SBeibe. E# ift in ber Sljat jule^t unmöglich für irgenb Semaub, fei e# ein Säugling, Äinb ober Erwadjfener, an bem Sommer=Eomplaint, rothen Stuhr, SurcßfaU ober Eholera ju fterben, wenn ba# SJtittel nach obiger SBorfdjrift angewenbet wirb. Sie Sofe für einen Säugling ift ein Sheelöffel Voll, vermifdjt wie oben angegeben, mit 3 Sropfen Saubanum ; für ein ^inb von 3-10 3aß* ten 5 Sropfen. 32. Mittel Dagegen. 1. Singelita, ®algant, ^impernellwurjeln, Sngwer, 3^mmb ^af* fee, Staute, (Salbei unb SJtüuje, werben mit ftarfcm ^Branntwein über* goffen, in einem verfdjloffenen @efäß gefocßt, unb theelöffelweife einge» nommen. 2. SJtan fülle in eine £>albmaßflafdje, 5 bi# 6 (S^loffet voll bunfel» braun geröfteten unb auf einer Äaffemühle ju feinem Pulver gemahlenen Sioggen (Söinterforn), unb ein Seibel be# ftärfften SöeingeifteS, Verftöpfele bie ^lafdje, Verbinbe fie mit naffer 5Blafe unb ftelle fie in einem 3^ntmer irgenb wohin, wo fie Weber ber Sonne, noch ^er öfenwärme au#$efe£t ift. 5 biß 6 SD^al be# Sage# werbe bie ^lafdje eine Minute lang tüchtig ge* fAüttelt. 3u gleicher 3eit bereite man fich folgenbe, jur 53oUenbung be# Snittel# geljörenbe Äampher*2luflöfung : SDtan fülle in ein Seibelfläfd)d)en 6 bi# 7 Soth Äampher unb 2 Deibel be# ftärfften Söeingeifte#, verftöpfele ba# gläfdjdjen, verbinbe e# mit naffer 33lafe unb fdjüttle e# gleichfalls 5 bi# 6 SJtal be# Sage# eine SSRinute lang. SBenn nad) 24 Stunben feine ^ampherftüdd)en mehr ju fehen finb, fo füge man nod) ein Soth Sam» pher f/nju unb fdjüttle e# wieber fünf bi# fedj# SSlal be# Sage# eine 2Ri» nute lang. Stach 2 bi# 3 Sagen, (wenn e# feine Eile hat, nad) 5 bi# 6 Sagen,) gieße man bie Äampfer4luflöfung in bie gdafdje jur Äorntinftur, fdjüttle e# wohl burcheinanber unb laffe e# bann auf bem Safce ftehen. Somit ift ba# (Iholeramittel fertig. 3um Oebraud) nehme man in ein Heine# ffläfdjdjeu ein paar duent^en perau# unb verftöpfele e# ebenfall# gut. ^Bei bloßer Siarrhoe, wenn fie nodj nid)t wäfferig unb ni^t fehr 32 ^äufig ift, gebe man 1 bi« 2 Stropfen alle 2 bis 3 Stnnben auf 3"der, ober gleidj auf bie Bunge getropft ben Äranfen ein. $)erfelbe lege fid) «leid) ju Sett unb becfe fid) warm ju. SBenn bie SnrmauSieerungen fe^r f^neU auf einanber folgen unb f^on wäfferig finb, unb wenn fmon allgemeines Unwo^lfein babei ift, fo fann man alle Stunben unb noc^ öfter ein paar Stropfen geben. SBenn bie Äranfljeit einen nod) ^ö^ern ®rab erreicht Ijat, wenn Uebelfeit ober f^on wirflidjeS (Srbre^en vorljanben ift, mit veränberten ©efi^tSjügen, großer PJtattigfeit, verminberter ^arnab* fonberung ufw., fo gebe man alle ^albe Stunben 3 ober 4 tropfen bavon ein. 3n fe^r l;o^em ©rabe ber ^ranfpeit, wenn ber ^anfe fdjwSdjer wirb, gebe man alle Siertelftunben bavon ein. $Ran geb»* bann erft 3 bi« 4 Stropfen, bann 5 bis 6 unb immer einige Stropfen mepr, hiS ber Äranfe einige Sinbernng verfpürt. 3m f)öd)ften ©rabe ber Äranf^it mieberpote man bie ©abenaHe 5 Minuten. 3n bem SRaa^e, als bie Sefferung fort* freitet, verminbere man bie ©aben unb verlängere bie B^ij^^öume. Sei geringere Stagen ober Unterleibsleiben erroeifen fidj 1 ober 2 Tropfen biefer Tinftur als fe^r Ijeilfam. SOiangebe Äinbcrn uub fdjwa^en Sexten weniger bavon, als ftarfen Seuten unb in feinem f^alle über 10 ober 12 Tropfe« auf einmal. 2llS ©etränf gebe man bem Oranten ^ornfgffee, nid)t filtrirt fonbern einige SRinuteu mit bem Safc gefodjt, möglidjft warm. Sei SßtaerwiUen gegen warmes ©etränf gebe man ben Äornfaffee eiSfalt, auf ein Seibel äßaffer jwei Soloff el Voll gebranntes Äornpulver ju nehmen. 3. 3n ©ftinbien madjte ein Dr. ©omej 5Inffel)en burd) bie glänjeuben Äuren bei Sljolerafranfen. SDaS Serfa^ren heftest allein barin, ba^ ber ©l)olerafranfe in naffe, wollene 2)eden feft eingewidelt wirb. Salb erfolgt eine ftarfe XranS* piration, bie burd; (SiSwaffer, baS ber Patient in PRenge nad) SDTöglic^feit trinft, geförbert wirb. 'Rad)bem baS fefte ©infd)nüren in naffe, wollene ©eden nebft bem Äaltwaffertrinfen jwei bis brei SRal wieber^olt worben, ift ber d^olerafranfe aufjer ©efa^r. 4. ^olgenbe Serfa^rungSweife wirb ebenfalls gerühmt: 2Ran fteUe in feinem Schlafjimmer eine bledjerne 2Rafd)ine auf, um WbneH fyeijjeS Sßaffer $u befommen; eine glafdje mit SrennfptrituS für bie sRaf^ine, eine Südjfe mit ^feffermünjtfiee, eine gdafdje mit 100 Äampfe*= tropfen, unb eine Staffe mit einem Sieb barüber. S)er St^ee wirb ^ei^ ge» trunfen unb von ben Stropfen erft 5, bann, nad; einer Siertelftunbe, 10, bann 15 ufw. ^ineinget^an. (Sin SRann fann bis ju 30 tropfen in ber feisten Staffe (teigen, eine ffran von 3 bis 18, ein Äinb von 2 bis 12. SPtan mug babei im Sett liegen unb fidj feft jubeden, um ju f^wi^en. 2)ann trinft man nod) fünf Staffen St^ee, mit je 25, 20, 15 ufw. Stropfen. S^olerafranfe fterben meift am SDurft. dagegen lägt fid> aber wirfen. SPlan trinfe entweber warmen Sinbenblütpent^ee ober warmen, bidgefo^ten ^aferfdjleim mit einigen Stropfen Stot^wein, felbft ein ftarfer Strinfer barf aber nidjt me^r als | 2Bein auf | §aferfd)leim nehmen. 5. 3US ein Specififum gegen bie (Spolera wirb folgenbeS -Dtittel ge* rü^mt: ©S empfiehlt fid) 2iuen unb namentlidj ber arbeitenben klaffe burd) bie ©infac^^eit feiner Bufammenfetrnng unb bcfteljt barin, ba§ mau Snnctnr von Dvium, rotfjen^feffer, ^feffermünj, SRfjabarber unb ÄamHer 33 ju gleichen Steilen mifd)t unb in ®ofen von 10-30 tropfen in 2-4 Xheelöffel Söaffer einnimmt. ®ie Formel beg 9tecepte$, weldje$ leidjt in jeber Slpothete jubereitet werben tann, ift folgenbe: Tinct. opii. ,, Capsici. ,, Rhei Co. ,, Menth. pip. ., Campli. 6. ©r. fRidjarb'g ^reibemiytur, gegen bie Sholera.-Be^n Unjen vriparirter Äalf; jehn Unjen B^der ; Kinotinftur, jehn Unjen, Opium» rinttnr, jwei unb eine h«lbeUnje; SavenbelgeifbWfdjung, jehn Unjen; Bimmttinltur, eine halbe Unjc; Sßaffer, breiig Unjen. 33. Cholera öer ^tnöer. (S ommertranlheit.) ©ie ^inber^otera, ober Sommer«Somplaint, Wel^e ficb fo häufig beim S^eiben beg 2Btnter$ einfteUt, ift bet Sdjreden aller butter. äßir geben be^alb folgenbe Mittel jur Serhütung unb Sefampfung ber Ärant» yeit: ©rodene, reine Suft, füljleg Sager auf 3Jiatra^en ober jufammenge» legten Sieden, faltet äßaffer unb Saben jählt ju ben wichtigsten Vorbeuge» mitteln. SJährcnb ber heilen Sommergjeit barf bag Ätnb ni^t entwöhnt Werben unb bie butter inu§ forgfältig i^re eigene Sebengweife überwachen. Sft bag ^inb abgewöhnt, fo mu| eg bie Sruft wieber betommen. ^rifc^e Suft unb SReinliqteit finb fehr ju empfehlen ; man bringe bag Äinb häufig unter fdjattige SBalbbäume. uRan gebe hie unb ba 3ce Sream ohne 5Ba« niUe, unb wenn bag Abführen fehr ftarf unb fctjmerjhaft ift, einige Heine Stüddjen von auf Sig gelegener Sutter. 2ludj äßaffer barf bem Äinbe nidjt vorenthalten werben unb fann man etwag Si-weifeeS unb gelbeg- baju thun. 3ft bag Srbre^en fehr ftarf, gebe man etwag Vimonabe, Soba» ober Seltergwaffer taffeelöffelweife. Manchmal etwag reijenbe Nahrung, wie gleif^brühe. Hm bie trodene §aut ju reijen, bienen öftere warme Silber, benen man etwag Salj ober Senf jufe^t. 9?adj bem Sab ift SIbreiben mit f^lan« neU nöthig. 3ft ber Stuhlgang grün, wag immer ein Beidjen ber Snt« jünbung beg ©idbarmg ift, wenbe man ein nicht ju talteg Älyftiev an, wag namentlich audj gut ift, wenn ber Snhalt beg Wraftbarmg unverbaut unb von reijenber Sef^affenheit ift. Sor allem halte man ben Äopf fü^t unb Öe, fobalb bag $inb bie klugen im Schlaf nicht gefdjloffen ^at, falte ge ober Sig in einer Slafe unb madje fju^baber mit Senf. Se« tommt bag ^inb §i^augfchlag (^ridelheat,) fo ift bieg ein guteg Bereit nnb man fudje benfelben auf ber £>aut ju erhalten. 2J?an unterlaffe aber nidjt, jeitig einen 2lrjt ju 9iathe jujiehen. ©er rationelle 3lrjt wirb and) ^ier bag franfe Äinb nidjt mit ^Irjneien Überlaben, fonbern jo viel alg möglich ber D^atur nicht hinbernb in ben Sieg treten. Suftveränberung übrigeng ift eine ber erften Sebingungen ber $ei« lung ber Äiuber»Sholera. 34 34. ^otera-&$naw$ 3ur SBereitung beS Spolera^SdjnapfeS, ber $iele vor Unfällen bi loben foU, nimmt man : 1 Unje Snjian. 1 ,, Slngtlifawurjel. i ,, Sllant für 5 (5ent 3immet. für 3 Sent -3ngwer. ®ieS SlUeS verfleinert unb in 1| ©uart reinem Äornbranntwein ^en taffen, bann abgegoffen unb | Sßfb. Buder, für 10 (Sent Äirfdjbranntnein nnb ebenfoviel £offmannfd)e Stropfen barunter. 35. ^orns, Stifter dagegen, «stiltl (rftyntraugen. 36. <ronp. ®ie^e SIrtifel SB r ä u n e. 37. ^iarr^öe, (© u r d) f a 11) Rittet dagegen. ©ewopnlid) entfielt baS tjödjft läftige Uebel aus (Srfältung ober bei alteren Seuten aus Unverbaulidjfeit. Sn beiben fällen ift für warme SBe« fleibung beS Körpers, namentlid) beS Unterleibs unb ber ^üfje «Sorge ju tragen. 2lUe Silagen erwärmenben Subftanjen geben Sinbcrnng. @lü^ wein jeigt fidj gewöljnlid) von fefjr gutem @rfolg. SBon ganj fi^erm Erfolg ift audj baS Sffiafchen beS Unterleibes mit faltem Sßaffer, woburd) biefe Streite in ber SRaqwirfung beS SBafferS fepr bebeutenb von Sinken na^ 3nnen erwärmt werben. SJtan wenbe babei inbe^ burdjauS feine innern Mittel an unb baS Uebel wirb binnen ganj ^urjem gehoben fein. SBei fe^r ^artnädigem Selben binbe man ein mit faltem SSaffer getränt teS £ud) ($anbtud)) um ben Unterleib unb lege fid) ju SBett unb man wirb den guten Erfolg fe^r halb wa^rneljmen. SBei ®urd)fall Von 'Srfältung gebrauche man ißfeffermünje, Sfteliffen ober ÄamittemSfjee, unb ift er heftig unb von Seibfdjmerjen begleitet, warme Umf^läge von SRoggenmu| auf ben Seib. SRü^rt ber ©ur^faU von Um reinigfeiten im SDlagen ober Qarmtanal ^er, fo fudje man biefe burd) ein SBre^mittel ju befeittgen unb fiopfe ben ©urdjfau nid)t, fonbern gebraute nur ©elemulfion, Sluflöfungen von arabifd)en ober Sragant^ @ummi, Slbfoc^ungen von Seinfamen, @ibifd)Wurjel ober ^irfc^porn, Älpftiere mit «Stärfemel)l ober ben obengenannten Slbfodjungen. Sßirb jebod) ber 3)ur^= fall fo ^eftig, ba^ er ben Patienten fc^neU abmattet, fo gebe man warme Umfdjläge von SBrobrinbe, rotpem 2Bein unb ©ewürjnelfen auf ben Seib unb alle 4 bis 6 «Stunben einen palben ®ran ©pium mit ©eljuder innerlich, ober in ^Ipftieren, ober in Einreibungen auf bem Unterleibe. ®abei be- 35 oba^te ber Patient eine ftrengc ©iät, er genieße nur ©emmelfupfje, Hafer* arü^fuppe, ©raupenfchleim in fetter Hammelbrühe gelocht, unb trinfe etwa« lauwarme SIRanbelniilch. ©er @enu^ von SJiild), ©bft, faueren unb blä*- Reuben (Speifen ift in biefem Zuftanbe gänjlidj $u vermeiben. golgenbe Mittel werben als probat empfohlen : 1.) 3Ran neunte Sßelfdjforn, weldjeS tüte Kaffee geröftet wirb, ober geröfteteS grobes SBelfchtornmehl unb fodje eS in Sßaffer, biß eS tüte ftarfer Kaffee erfAeint. ©iefeS trinfe man täglich warm, jwei bis brei ©heetaffen VoU ju Verriebenen Skalen. @in ©ag ift ju einer voUftänbigen ^urin ben meiften gäUen ^inreic^enb. 2.) Sin gutes SJlittel gegen Äolif, ©pffenterp ober Spolera ift: Rhabarber 1 Unje, Sngwer | Unje, ^aregoric | Unje, Dampfer £ Unje, Saubanum 3 ©rahmen. ©äglidj brei mal einen ©heelöffel voU. 3. ^Berühmte Sierjte empfehlen ben Z^der ein wirffameS Heilmittel». Zmei Äinber von 3 refp. 4 Bahren, bei benen man bereits aUe H°ffnunj, aufgegeben ^atte, genafen, na^bem man il)nen ftünblid) eine halbe Huje ge* pulverten weiten £uderS gegeben hatte. 4, SllS gutes Mittel tuirb eine SD^ifdjung von Söeijenmehl mit SBaffer,. jiemlidj bid, bod) fo, ba^ man's nod) trinfen fann, empfohlen. 2ßir wiffen ein Sftittel, baS nod) beffer ift unb mit bem mir fd)on ÜRan* d)em geholfen haben. (SS ift einfad) eine ftarfe Slbfodjung von Brombeeren* Wurjel, Blackberry root. 5. ©aS fogenannte Pop Corn Ijat fid) als fehr Ijeilfam erwiefen. SJian effe etwa eine gute HanbVoU fdjon aufgefprungenS Pop Corn währenb eS nod) warm ift, nad) einigen ©tunben mieber fomo^t, je nadjbem Sßefferung eintritt mehr ober weniger, (benn ju fdjneU hemmen ift au$ nicht gut), unb eS wirb nicht nur bie Stuhr, fonbern and) gewöhnliche ©iarrhoe halb gehoben fein. Slean genieße aber nur baS, weld)eS fdjon aufgefprungen ift, gerabe wie eS ,,gepopt" ift, baS anbere ift nicht nü^tid), fonbern fd)äblid). 6. ©aS f^ünffingerfraut Pottentilla reptans, als ©hee getobt unb mit Zuder verfügt getrauten, ift ein probates SRittet. 7. ©hue einen (Soloffel voU Söaijenmehl in ein @laS Sßaffer; fd)lage eS fo lange bis eS fdjäumt unb trinfe eS bann augenblicflidj. fjaUS ber Patient burftig ift, fann noch nie^r 2ß&ffer ^in^ugegoffen werben. Sftan foUte eS viermal beS ©ageS-vor ben SJiahljeiten unb Zubettgehen- trinfen. 8. Sllaun wirb 3 Wlal täglich bis 6 ®ran in Zucterwaffer ober <Salepfd)leim genommen, ©ber man nimmt 2 bis 3 SKal täglich 1 $°th arabifdjen ®ummi, in einem @laS SBaffer gelöst, ober 2 bis 3 SJial täglid) 1 ©heelöffel voU beS feinen, in ben Sohmühlen fid) anfammelnben Soh* ftaubeS in 2ßein ober Branntwein. 9. (Sine jerriebene HJinSfatnujj, ein @i unb ein ©heeföpfdjen voU jer* ftofjenen Hütender jufammen gefläppert unb einen ©eelöffel voU jebe (Stunbe eingenommen ober öfter, wie eS ber gaU erforbert. 10. 3n einer ©bertaffe halb foü ®ffig laffe man «Salj jergeheu, bi^ nidjtS mehr ^ergehen wiU unb ein wenig auf bem ^oben liegen bleibt, ©ann fülle bie ©affe brei Viertel VoU tod)enben SßafferS unb nehme ben auffteigen* ben @d)aum fort. IBon biefer äkiptur nehme man breimal täglid) eine» ^löffel voU ein 36 11. fRimm eine @iU boU Vfei« unb halte ihn in ein-r fogmunnren Spinne überteuer, rühre ihn fortmährenbum, bi« er burc^g^uaig braun ift, (aß ihn aber nidjt berbrennen. Sobalb al« er gebräunt ift, fülle bie Spinne mit (odjenbem Safier unb laffe e§ foefjen, bi« bie Scaffe bie (Sonfiften3 braunen Äleifter« angenommen hat. Senn ber fRei« noch ^eich genug ift, füge nod) etwa« Saffer hinsu unb laß e« berfod)en. fRimm hieb im lebten Slugenblid in 3Id)t, baß e« nidjt am Voben berbrennt. Söenn meid) gelocht, fchütte e« in eine Vomle, berfüße e« mit $ut* ober Vnber^uder unb falje e«, um e« fd)madhaft 3U machen. -Sß e« in SDRild). ©ie« Mittel hat fid) ftet« al«'probat ermiefeu. 12. Saubanum, Äampferfpiritu« je 1 Un3e{ unb Sabenbelfpiritu« 60 ©ropfen, mifche man burdjeinanber. (Srmad)fene fönnen alle ein ober 3mei Stunben 50 bi« 60 ©ropfen in einem Söffet boU Söaffer babon nehmen, bi« Vefferung eintritt unb bann brei ober biermal ben ©ag, bi« boUftänbige Teilung erfolgt ift. 38. glittet dagegen. 1. ©ie ©iphtheriti« wirb bielfad) nicht mehr burd) unorganifdje mittel, 3 V. ^ötlenftein, betämpft, fonberu mit purem Sllcohol. 2Ran taucht einen größeren, möglichft grobborftigen ißinfel in Sllcopol unb trägt benfelben auf bie biphtherifch ergriffenen Stellen unb 3mar mieberholt, inbem man ben ^infet auf ber tränten fläche aufbrüdt unb um feine Sl^fe bre^t, bi« bie biptherifdjen Selege losgetrennt erfcheinen unb hinmeggeführt merben tonnen. ©ie blutige Stelle wirb, nadjbem ber ^ßinfel gereinigt mürbe, nochmal« mit Sllcohol bepinfelt. ©iefe« Verfahren wirb täglich mehrmals mieberholt. ÜUe anberen Mittel, örtlidje unb innerliche, allopathifdjen unb houiöopathif^en, flehen in biefem ^aHe meit hinter bem Oohol (möglidjft wafferfreien) jurüd. 2. Sobalb fid) Speichen bon ©iphththeria Seißen, foHte manfofort ben Oranten eine ftarte Sa^auflöfung gurgeln laffen, alle 10 Minuten, bi« ein S^t erfcheint. 3. <Sin einfache« SJiittel gegen bie ©iphtherie, unb foU bafelbe fehr pro- bat fein, ba e« fdjon in ©eutfdjlanb häufig mit bem beften (Srfolge ange* manbt mürbe, ift folgende« : „Vci (Srtrantungen bon ©iphtheriti« fe^t mau ba« innere be« £alfe« einem eleftrifdjen Strome au« unb hat baburch ba« ^ortmudjern ber ^rant= heitS^^e, fomit ba« Umfidjgreifen ber Ärantheil in bielen §äHen glüdlieh berhinbert. ©aß bie ßlectricität faft jebe Vegetation bernidjtet, mar fd^on früher betaunt." 4. (Sin einfacher 5lrbeit«mann in ^Ibelaibe, Süb»9Iuftralien, ■Warnen« ©reatheab, foU ein mirtfame« Mittel gegen ©iphtheriti« entbedt haben, gür Srmadhfene berfchrieb er bier ©ropfen ftarfer Sdjmefelfänre, bie in einem jn brei Viertheilen gefüllten ©lafe Sßaffer aufgelö«t mürben, f^ür ^inber genügt eine Heinere ©oft«, ©ie 2ßirtung biefer Vehanblitng foU äugen* Midlich fein, inbem bie Säure fofort bie sßarafiten jerftört unb ber Patient bie Verftopfung au«huftet. ^inber, bie borher fi^ in einem faft berlorenen äuftanbe befanben, foUen jehn Minuten nach ^em ®enuß be« ^Rittel« Appetit unb Neigung 3um Spielen befunbet haben. 5. (Sin probate« Mittel gegen bie fa furchtbare ©ip^theria ift folgenbe«, melc^e man in bezweifelten fällen anmenben foUte, tro^bem e« etwa« etelhaft ift :- 37 Tian nehme ben trodenen (weißen Sünger) 5?ot^ eine« großen $un» ee®, pulveriftre benfelben, oermifdje ihn mit witben §onig unb gebe bem Oranten jebe halbe ©tunbe einen Sheelöffel hott bavon ein, bis bie ^jn!*- Öeit gebrochen ift. Tian fottte bem Patienten ni^t fagen, waS bie Slrjenei enthalt. 9?o^ in febem gatte hat fie ftd) erfolgreich erwiefen. 6. -Sa biefe gefährliche Ärantheit alljährlich fürchterlich aufräumt, fo bürfte folgenbe Tiittheilung nid)t ohne Sntereffe fein. Ser Sinfenbet f chreibt: „3n biefem §erbfte ertrantte mir wieber ein Äinb in jartem Sliter an ber SiphtheritiS unb verorbnete ber Sirjt bagegen bie gewöhnlichen Tüttel : Slrjnei jum innerlichen ®ebraudje, Sinpinfelungen beS ^alfeS unb bie be» tannten, mogtid)ft forgfältig auSgebrüdten naffen Umfehläge'um benfelben. Sro$ ber genaueren Befolgung ber ärztlichen S3orfd)riften üerf^limmerte ftd) ber 3uftanb be$ ÄinbeS nach mehrtägiger iöehanblung berart, baß bet Sirbenfelben für hoffnungslos ertlärte. 3n biefer Sage wanbten mir auf ben fRath eines Gelaunten folgenbe« Verfahren an: 2öir flößten bem Äinbe einen ^inberloffel oott ^itronenfaft unb eine SSiertetftunbe barauf einen fold)en löffel oott warmes 33aumol ein ; ftatt ber naffen Umfdjläge würbe ber £>alS unb ber obere Scheit Sruß TiorgenS unb SIbenbS tüchtig mit warmen S3rennol eingerieben unb jiemlidj bid mit ungeleimter Sßatte umwidelt. Obgleich baS einmalige (Sinflößen beS £itronenfafteS unb beS ^Baumöls hinreidjon fott, bie ®efahr ju befei* tigen, fo wieberholten wir biefe (Sinflößungen boch am folgenden Sage noch einmal unb hatten bie greube, baß ftd) ber 3uftan^ ÄinbeS üon biefer 3cn an ftd)tlid) befferte unb in oerl)ältnißmäßig turjer 3C^ öottftänbige ©enefung eintrat. Ser günftige Erfolg, melden baS befdjriebene Verfahren fdjon in man» d)tn verzweifelten gätten gehabt haben fott, läßt eS wünfdjenSwerth erfdjeinen, baß baffelbe in weiteren Greifen betannt unb namentlich aud) von ben $errtn Sierjten geprüft unb oerfu^sweife jur SInmenbung gebracht werbe. 39. ©iehe Slrt. Srufttrampf. 40. Erfrorene ^Cieder, flehe Slrt. groftbeulen ju heilen. 41. ^pitep^c, g a H f u ch t, Rittet dagegen. 1. SSielfadje SSerfudje haben geteert, baß unter atten«biS je^t belannten Tütteln gegen bie (gpilepfie bie SSurjel beS SeifußeS baS ftdjerfte unb befte ift Sie Seifuß« Sßurjel muß im §erbft 14 Sage Vor ober nad) Tli^aeli« auSgegraben werben. Sie holjigen, fiabhaften Steile ber SBurjel werben entfernt unb nur bie braunen, faftigen 2ßurjelfafern, worin bie mirlfam,ften Kräfte finb, fowie bie abgefchälte faftige fRinbe ber holjigeren Sljeile werben im ©chatten getrodnet unb aufbemahrt. 38 3n einem verbedten SRorfer wirb bann biefe Söurjel ju Pulver ge* floßen. Son biefem Pulver nimmt ber Traufe, wenn fein Uebel ber Slrt tfl, ba^ er bie B^ü Unfalls eine ^albe Stunbe vorder beftimmen tann, vor bem Sintritt beffelben einen großen tljeeloffel voll in etwas lauwarmen fdjwadjem Siere ein, legt fid) ju Jßett unb trintt nod) etwas lauwarmes letztes Sier nad)„ ter Ärante wirb bann in ftarfen Sdjweifj verfallen. SRad)bem biefer voUtommen abgewartet ift, tann ber traute auffte^en, nad)* bem er trodene burdjwärmte Söäfdje angelegt ^at. $Im ^weiten, brüten unb fedjften tage wirb bieS Serfapren wieberpolt. Sei ^inbern gibt man Heinere ®aben unb Säuglingen etwa ben brüten tljeil, mit ber SRuttermi.ld) einjugeben. ter Prante mufj fid) einige SRonate lang aller ftarten ®e» tränte, aller garten, unverbaulidjen Speifen, beS gefallenen unb geraumer* ten f^leifdjeS unb faurer Speifen enthalten. 9tad)tt)edig ift bieS SRittel nod) nie gewefen. Starte vertragen eS fo gut als Sd)Wad)e. 3n faft allen Raffen ^at eS fid) als probat erwiefen. 2. golgenbeS SRittel ^at fid) and) vielfad) bewährt: SRan gebe bem Oranten vor bem Unfälle ober wäljrenb beffelben ein ober jwei Sfjlßffelvoll ^rovencerol, je nad) bem Sliter, me^r ober Weniger unb mu| baS ©el mit ber Hälfte feines ®ewi^tS mit gefto^enem Äanarien» juder verrührt werben. -3n veralteten fällen mufj bie ®abe mehrmals wieber^olt werben. grc&ftttung, gatattty, stiftet dagegen. 1. Sin vorzügliches ÜRittel gegen heftige Srfältung, ^atarrp, ift §olgenbeS : Sin Sploffel Sanbinuder wirb mit bem ©eiben eirteS SieS unb 2 tljeeloffel voll frifcben 2RanbelölS biet unb flaumig gerührt, hierauf mit tinjtr großen Staffe fo^enben Sibifd)*t^ee vermifd)t unb fo warm als mog* lid) getr unten. 2. Sin anbereS probates Mittel ift f^otgenbeS: ^imm eine Unje Sonnenblumenfamen, tljue fie in ein 5ßeint vom beften weftinbifdjen 9tum ; laffe eS fünf tage fte^en, bannfei^e eS burdj unb mifdje 4 JPeint vom beften $Reu»DrleanS Sprup ^inju.-®ib einen tpeelöffel voH, vier ober fünf mal beS tageS, Äinbern wie Srwad)fenen. tiefes Mittel wirb oft felbft Sungenentjünbung unb Sdjwinbfudjt verpinbern. 3. SRan trinfe ein @laS ^ßunf^, ober ftarten tfjee mit Buder, unb etwas 9ium, ober^oUunber t^ee, red)t tjeifjen. SRan laffe aber auf bie ^oUunberblütpen einige tropfen Äirfdjgeift fallen, etje man baS Ijeifje SBaffer aufgie^t. 9Ran tann ben t^ee mit Buder verfügen. 4. SRan neunte 3 Sitronen, todje fie 6 bis 8 Minuten lang, lege fie bann auf einen teHer unb fdjneibe fie mit einem fdjarfen SRefferin Sdjeiben. tiefe fdnitte man mit bem Saft in eine braune, irbene Pfanne, ftreue ein *ßfunb Butter, braunen (je brauner befto beffer) barüber unbfe^e bie Pfanne auf eine warme Stelle, fo bafj ber Buder aKmählig fdjmiljt. Sßenn bieS gefd)ef)en ift, fteHe man bie Pfanne auf eine Ijeifjere Stelle unb laffe bie ■SRaffe 3 Stunben lang fdjmoren. tann ne^me man bie Pfanne ab, rüpre eine palbe Stunbe fpäter einen Heinen S^löffel voll SRanbelol pinjn unb wenn eS falt geworben ift, ift eS fertig jum Stnnehmen. ÜRan ne^me jebe Stunbe einen t^eeloffel voll ein. 39 43. jn $cüen. ®S ift eine ber läftigften ^ranliiten, in ber ber Äöper Neigung jur ^ttbilbuu,} jeigt woburd) SJafferfu^t uub anbere Uebel entfielen unb ein jäi< Sob Ijäufig bie ^olge ift. S-r Prante muß feine SebenSweife änberu, fid) nadj unb nadj-.an mefjr Bewegung gewönnen. @r muß 9Reßl= unb ^leidffpeifen, ebenfo ftarle ®e# tränte gänjlid) vermeiben. (Sr muß frülj aufftetjen unb fid) wo möglidj Ijrpeiltd) anftrengen burd) Holjfägen, Sredjfeln, (Sraben u. f. w. Olud) ber ©ebrotid) von ORtneralqueUen ift ju empfehlen. Sun günftigem Srfolg ßat fid) aueß ber ©ebraud) ber weißen Seife bei biefem Reiben gejeigt. 2Ran löft juerft eine viertel Unje in Söaffer auf unb trinft eS abenbS unb fäljrt fort, etwas mef»r Seife ju nehmen, bis man eine ^atbe Unje täglidj jeben Olbenb nimmt mehrere Söodjen lang. 44. fieber, $etbe$, Öagegeu. 2ßenn 3emanb bie Symptome biefer fdjredli^en Ärant^eit fvürt, ne^me er fofort jwei leiste Srei^mittel, auS Söaffer unb Seif beftegenb, unb lege fid) ju Sette. Sann taffe man fid) von Semanb unter jebe ^uß= fo^te eine fi fd) auS ber Saljlafe genommene ORatrele binben. ORan rufe einen Slrjt unb gebraute bie gewöhnlichen Heilmittel, nötigenfalls laffe man aber nadj einigen Stunben frif^e ORatreten unter bie gußfoljlen binben uub man barf gewiß fein, baß bie ©enefung halb eintreten wirb. 45. Rieflet, Das batte aber ju feiten. 1. ©egen baS SBedjfelfieber wirb folgenbeS Oiejept als probat empfohlen : 2| Sott) Aloe succo trina, | ,, Agaricus, | ,, Radix Rhei, | ,, Ammoniac, | ,, Radix Gentianae, | ,, Theriac Venetian, | ,, Radix Zedoariae, | ,, Crocus orientalis. hierauf gießt man jwei Duart ftarten reinen Äornbranntwein unb läßt eS 13 Sage in gemäßigter SBärme fteljen, bann tann man e§ gebrauten. 2ßenn baS fieber fid) jum britten ÜRale einfinbet, aber nidjt früher, nimmt man, wenn nacß bem §roft bie ^)i^e eintritt, einen Eßlöffel voll von biefer ORebijin nnb eS wirb feiten nötpig fein, nodj ein jweiteS ORal einjunet)men, Weil in ber Oiegel baS fieber fd)on ni^t me^r wieber tommt. 2. ORan lege, wenn ber f^ieberanfaU vorbei ift, ein frifdjeS Si mit ber Sdjale in ein SBeinglaS unb gieße fo viel rotpen SÖSein barauf, als nötljig ift, um baS @i ganj ju bebeden. tiefer 2Bein verliert nad) 6 bis 8 Stun= ben feine rotlje garbe unb wirb ganj blau, wa^rf^einlid) von bem «auS ber ©ifdjale an fid) gefogenen Äalf unb anbern «Stoffen, weldje baS fpecifif^e Heilmittel auSjuma^en fd)einen. SiS jur SBiebertelfr beS gieberS lägt man baS @laS bebedt, nimmt bei bem erften ®efüfjle beS grofteS baS @i auS bem Sßeine unb trinft benfelben. @ewöl)nlid) wirb nadj bem erften @e« 40 braudje ba« fieber heftiger, nach bem giuetten ift ber gieberanfad mett f^mä^er unb nachbem Dritten bleibt baß fieber oft ganj weg. S^ad» bem ©ebraudje biefeg uRittelß fteden fid) aud) nie (Rüdfäde ein. 3. SRan nimmt fo biel guten ^opfen, al« man mit brei Ringern faffen lann, übergießt biefen mit einem falben Duart fodjenben 58iereß, unb lä|t ben ^opfenaufguB, o^ne ihn meiter ju fodjen, eine halbe Stunbe lang in (gleichförmiger §i^e aufmeichen, alßbann mirb bie ^lüffigfeit abgegoffen mub ber Hopfen außgeprebt. ©iefen Slufgufj trinft ber Patient bor Schlafengehen fo alß er eß bertragen fann. 4. 511« fehr fixere« Mittel gegen ba« falte fieber mufj bie Shinarinbe^ baß Sfiinin unb Sin^onin empfohlen merben, roobon @rmad)fene 12 Oran unb Äinber 6 ©ran bebürfen, meld)e man für Äinber ju 1 Oran, für (Sr» wad)fene ju 2 Oran, mit 10 Oran 9Rild)juder bermifdjt, unb bem ^raufen alle 2 biß 3 Stunben eingiebt. 23on ber (Shinarinbe Iä§t man 1 Loth mit 1 ^ßfunb Söaffer biß jur Hälfte einfodjen, unb giebt bem Traufen ade 2 Stunben 1 Stöffel bod. 5. 3n pulberifirten Lorbeerblättern hat man ein au«gejeid)nete« unb billiges Orfa^mittel für (Shinin entbedt. ©ie blätter beß Lorbeer« merben in einem gefdjloffencn Oefäfj langfam über bem (feuer getrodnet unb bann pulberifirt. Sin ©ramm (15| Oran) macht eine ©ofi« unb mirb in einem Olafe falten SBaffer« eingenommen. ©ie SRebicin fod bie hartnädigften ^äde bon Sßedjfelfieber furiren. 6. -©egen ba« falte fieber mirb ba« folgenbe HRittel al« ba« neuefte unb fidjerfte empfohlen : Lorbeerblätter, oon Sebem jmei Unjen, merben mit einer halben ©adone 23ranbp angefeßt. 53on biefem 23ranbp nimmt man etma einen ©^löffel bod täglich. 7. probate« Mittel gegen baß äöedjfelfieber. (Sß befteht au« ber 5lb» fod)ung einer ^ßflanje, meldje faft in Sebermannß §of mächft. Sie hei^t Verbena uricifolia, mirb mandjmal Tron weed genannt unb mag bie gieberneffel heiBen- ®te blätter finb benen ber beutfdjen 53renn>V?e^el ganj ähnlich, brenneu aber nid)t unb finb oft im 9?achfomiuer mit einem fchimmelartigen Ueberjuge bebedt. 25on SRitte Ouli fommen an ben, 2 biß 3 ^u§ langen Stengeln bünne Dlebenjmeige mit Heinen, meifjlidjeu 53lüthen herbor, auß melden fid) feiner Saamen bilbet. ÜRit ihren, auß unjähligen feinen ^afern beftehenben 2ßurjeln fi^t bie ^flanje fehr feft im 23oben ;- bie meibenben ©hicre berühren fie nid)t. ©er ©efdjmad ber 2Burjel ift mürjig bitter (man fann 23rantmein bamit anfetjen). ©ie ^flanjen ftchen meiftenß einzeln, hier unb ba. fIRan nimmt bie 2öurjel forgfältig auß unb gebraucht fie, fein ge* fchnitten, frifd) ober troden. Sßenn nämlid) bie 3cid)en beß ^ieberfrofteß fiel) einfteden, neljme man eine ^anbbod babon (für einen (Srma^fenen) unb fe^e fie mit einem ^3int falten SBafferß-jugebedt -an'« Reiter ; fobalb bie SBurjeln im ©efäfje ju 23oben finfen, ift ber ©ranf fertig. 2Ran trinfe ihn fo hetB al« möglich. Um biefe 3eit ftedt fid) gemöhnlid) ftarfer ©urft ein ; aber man mufj nicht« Äalte« trinfen, fonberu nur ben marmen f^iebertranf, morauf man am heften ju 23ette geht, ©ritt bann bie ^>i^e ein, fo mag man bon bemfelben ©ranf noch falt trinfen, aber effen fod man nid)t« an bem giebertage. Äennt man feinen ^iebertag, fo trinft man 2lbenb« bor* her, bor bem Schlafengehen, eine Portion beß ^iebertljeeß roarm, nnb am folgenben ©age bor bem Anfang beß (frofteß beßgleidjen. ©er groft bleibt 41 inbeffen fcpon meifteng aug unb nur bie £üße tritt ein, mag ein 3eicpen b« ©enefung tft. Vig jur böüigen ©enefung palte man fid) mäßig unb biSt, bermeibe namentlid) SKitd) burdjaiig ,(außer etma Vuttermild)) ebenfo Sped, 3Relonen, unreifeg Dbft unb aUeS Sdjmerberbauli^e. 9?ad) bent 2. ober 3. Unfall bleibt bag Fieber aug opne bie übten 9?ad)= unb sJiebenmirfungen ber big jeßt gemöpnlid)en Fiebermittel. 8. Sllg ^augmittel gegen falte fieber finb ferner ftarfe ^autreije, bie getö&^ntid) auf bie §anbmurjel, ba, mo man ben Vulg füplt, angebracht merken, gebräucplid). SRan menbet fie einige Stunben, ober fürjere £eit Dor bem Eintritt beg {^rofteS an, ben fie bann oft bereuten. Sie erregen Sdjmerj, §iße unb Sdjmeiß, moburd) juraeiten fd)on ber nädjfte Fieberan- fall berpinbert, ober and) ganj gehoben merben foll. ©apin gehören Senf« mept unb Effig, jerquetfepter Änoblaud). Slußerbem merben empfohlen : 9. Einreibungen bon Fendjel« unb ÄamiKenöl in ben fRüden. 10. Sine ©affe ftarfen ^affe mit Eitronenfäure, ober 11. Ein ©tag ftarfen 2ßein, Vranntmein ober ^unfi^ bor bem Unfall jn trinfen. Slud) 12. Fünf big fedjg ©ropfen Sßadjljotberöt mit Vranntmein. 13. Eine ftarfe Slbtodjung beg ^feffermünjfrauteg in SRildj ju nehmen. 14. Sn ©egenben, mo falte Fieber epibemifd) finb, fdjeint ber mäßige ©enuß beg Vranntmeing moplthätig ju mirfen. Um fid) gegen bag in manchen ©egenben bon Vrafilien einpeimifepe Fieber ju fepü^en, foU Vrannt« mein burdjaug nötpig fein. 15. ©epulberte Lorbeeren ju einem Quentcpen breimal beg ©ageg, 16. ^Mauerpfeffer mit Effig unb Salj turj bor bem Unfälle genommen hilft öfterg eben fo gut, alg Spina. 17. Sine halbe Unje <aenf in einem palben 9?öfel 2öad)polberbrannt* mein. 18. Sin falber aug gleichen ©heilen SIRagcatnuß, Sllaun unb ^odjfalj jeben borgen genommen, patte in einem Falle fo günftige SBirtung, baß bie britte Portion nidjt nötpig mar. 19. 3u ben einfachen Fiebermitteln, bie in neuern 3eiten bietfadj ge« rühmt finb, gehört and) bie gepulberte ^oljfople. sIRan läßt babon in ben freien 3mifdjenräumen alle 1 big 2 Stunben ein Quentchen nehmen unb foll oft nur 2 Unjen jur Vertreibung ber Unfälle nötpig haben, ©ag ^Mittel f^eint aug Cicilien ju ftammen, mo nad) neuern -Radjridjten 105 Fieber® traute, ohne eine $lrjt ju §ilfe ju rufen, fid) bamit bom Fieber befreit haben. 20. Sin biertägiaeg Fieber-betanntlidj bie hartnädigfte Form- mürbe baburdj gepeilt, oaß man ber Patientin ein Stüdcpen bon rotpem Flanell, in bag jmei Quentcpen Eampper genäht mären, auf bie ^Rüden^ mirbel banb unb fo tragen ließ, ©er Etüden, in bem fiep am jmeiten ©age, mäprenb bag Säddpen getragen mürbe, ein eigeneg jtepenbeg ©efüpl ein« {teilte, geriet^ babei in Sdjweiß. Sille Fiebermittel, fie mögen einen tarnen paben, meldjen fie moUen, bürfen erft in Slnroenbung tommen, menn bag Fieber burd) anberroeitige paffenbe Slrjneien, ober menigfteng, mie eg and) bigmeilen gefepiept, burd) bie 3eit fon allen anbern bamit berbunbenen ^rantpeitgjuftänben befreit 42 nnb fomtt nur nod) rein für fid) übrig ift. Siu« biefem ©runbe ließ man fonft erft neun SlnfäHe borüber, elje man baran ging, gegen ba« fieber fetbß etwa« ju gebrauchen. 46, gießet und ^tner^en Oeßen. SRan tjat neuerbingS entbedt, baß ein 2lbfub einer fjierjutanbe auf feuchten Stetten fe^r tjäufig wad)fenben ^ftan^e fieber unb Sdjmerjen rafd) Hubert unb and) baS SBedjfelfieber furirt. ©te ^ßftanje ift unter bem -Ramen Boneset ober Thoroughwort begannt unb trägt ben mebijinifdjen Ramen Eupatorium perfoliatum. Sie tjat buntetgrüne ^Blätter unb eine Äront Von Heinen Weißen SÖIüt^en. 9Ran werfe etwa 4 Unjen SStätter ber ^ßftanje in 3 ^ßint fodjenben SßafferS, taffe fie 2 Stunben lang jietjen, fei^e ben Slbfub burd? unb trinte bavon morgens unb abenbS eine 2Bod)e lang etne Heine ©bertaffe VoU. 9Ran wirb fieber Vom fieber befreit werben. 47. Rinnen (231 ü t ß e n) jit vertreiben. 1. ®ie Rinnen finb Heine entjünbete ^not^en, bie nidjt ^übfA auSfe« ^en. 9Ran menbet bagegen SBafdjwaffer an, auS einem S^eit Sßeingeift unb jwei feiten fRofen* ober ^oHunbernjaffer befte^enb. 2Ran betupft bamit bie Rinnen unb wenn fie am iBerfdjiüinben finb, tann man bem 2Baf= fer etwas Satjfäure ober Satmiafgeift jufe^en. 2. ©ber man gießt ein Quart fodjenbeS SBaffer auf eine Unje geftoße» nen Sdjwefet unb gebraucht biefeS als SÖaf^waffer. 3. fluffige Spießgtanjfeife eine Giertet Unje, (Sotoquintentinttur eine Unje, tägtidj 30 - 40 tropfen bavon in ^aferfdjteim ju nehmen. 4. Um rottje Steden auS bem @eficf)te su vertreiben, taffe man eine Unje ©rinbwun (Rumex acutus) in 2 ^funb fRegenWaffer jur $älft» ein* fodjen unb wafqe bamit bie Rieden. 5. ßinfadje ungewürzte RatjrungSmittet, ^erftettung ber 5luSbünHung, btutreinigenbe SRittet, SRotten, warme 23äber, Cremor tartari - finb wirtfanie SRittet gegen Rinnen im ®efidjt. 6. ®aS fo viel gerühmte u mm e r f e t b ' f d)e 2ö af cf) ft a f f er befielt auS : 1 Sott) gewotjnlidjer ungewaf^ener (S^wefelbtut»»., J Öuentdjen ^amptjer, l $funb ^tu^waffer. 48. ^it^graten aus bet ^te entfernen. ®aS SBeiße eines @ieS, rot) genoffen, Ton bie mertwürbig^ (Sigenf^aft befi^en, ^inberniffe wie gifdjgrät^en tc., bie fid) int S^tunbe feftfe^en, fo* fort in ben SfRagen ju jpebiren. Sind) foh es jur äuflöfnnß gütiger Sub» ftanjen im Zeigen mit großem (Srfolg angmanbt tooroen fetu. 43 49. Rittet bagegen. Sr. ^owell'S berüpmteS Präparat gegen gifteln, ^oH=Uebel, baS b5f* 5t -.g, ober toie eS fonft genannt wirb, ift f^olgenbeS : Serpentingeift 1 ^ßeint, Spidol 1 Unje, ®rünfpapn j Unje, 58aum3l 1 Kutje, unb Scptvefelfäure 2 Unjen. Sie Sdjroefelfäure ift in tleincn Por- tionen ber SRaffe beijufügen unb bie Sottet bann jebeSmal gut ju fcßütteln. Seim S3feu=Sing furniere man ben Ringer mit ftett unb ftede ipn bann eine 3eidanq in bie SRiptur. 50. afs JRotper fflannetl ift baS befte Scpu^mittel gegen baS ^ledenßeber fotvopl, wie aud) gegen bie meiften anberen ^aut^rontpeiten. ^lanneU überhaupt iß Ijeitfam, rotljer ^lanneH aber palt burd) feine elettrif^e (Sigenfdjaften bie £>aut tvarm unb fepü^t vor ?ungentranfpeiten, ßJpeumatiSmuS, SRagen» fdjroädjen unb fieber jeber $lrt, ober linbert SlnfüUe biefer Äranfpeiten. 2Benn bie ©ttern ipre ^inber im 2Binter mit rotpßanneUenen Unterleibern üerfäpen, mürben fie weit tveniger bie §ülfe beS SottorS in ^Infprucp }U nepmen paben. 51. en-ju Reifen. 1. SRun nimmt bie Stützen beS ©infterg (Genista tinctoria), trintt non bemfelben, grün °^er getrocfnet, beS borgens brei Soffen Spee, tvel* eher tote getoöt^nltdjer Spee bereitet toirb. $1(3 f^rüpftüct tann man fpäter ÜJcildj, Seltertvaffer mit äRild), ober getvöpnlicpen Spee genießen, Kaffee, Srannttvein unb Sier, fomie fette gefallene Speifen finb tväprenb ber Äur ju vermeiben. Anfangs toirb biefe Äur jtvar ettoaö angreifen unb bie ^ledjten toerben fuß nod) ftärter jeigen als bisher, aber nur um nad) einigen SJodjen für immer ju vertrodnen. 2. Senfeiben Grfolg erpält man burdj ben ®ebraud) ber Genista scroparia (Spartium Scoparium L.), beS gemeinen ©infterg, audj SBin» tergrün, 9ieppaibe, pfriemenfraut, ^tafenpaibe genannt. 2Ran tann ftatt ber Slütpen audj bie Slätter als Spee benu^en. 3. Sebertpran toirb ebenfalls als probates Mittel anejeratpen. @r- tvadjfene nepmen morgens unb abenbS einen (SßlöffelVoU, Äinber ungefäpr einen SpeelöffelvoU. Um ben Übeln ©efepmad los ju toerben, nimmt man 3uder in ben SRunb. Sie Äinber gewönnen fid) halb baran, eS opne 3uder ju nepmen. Ser Sebertpran reinigt ben ganzen Körper unb iß ein juverläffigeS SRittel. 4. SDian neunte altmobif^e Sinte unb beßreidje bamit bie 3-ledjte mit einer ^taarbürße. SBieberpole eS jeben Sag. @S ift eine fixere Äur. ®egen bie meiften f5(edjten finb äußere Sdjivefelmittel toirffam, fotvopl in Salbenform, als in ©eftalt von Sümpfen unb Säbern. ^lußerbem toerben nod) folgenbe Mittel gegen ^le^ten * 2luSfdjlag empfohlen. 1. tlbfoepung von SRettigfraut jum Sßafcpen. 44 2. ©aS Slbmafdjen mit Tleienmaffer, Stemaffer, ©igelb mit etmaS Safran. 3. VlofeS häufiges Slbmafdjen mit lauem Seifenmaffer ift oft fchon hinreidjenb, um flechten ju heilen. 4. 2lbtodjen ber grünen SßaUnu^f^ale jum VJafthen. 5. 9)?an nimmt bie frifdjen Vlätter beS TlettenfrautS, jieht bie obere $aut ab, legt baffelbe auf bie flechten, unb medjfelt täglich mit neuen Vlät« fern ab. 6. SJfan beftreidje bie tränten ^autfteUen täglich fr^h mit reinem @i« Weih unb laffe eS ungefähr eine halbe Stunbe bis jum Sßafdjen fi^en. 7. (Sin englif^er Slot empfiehlt folgenbeS Verfahren: ©r brüdt einen Vabefdjmamm in lauem Sßaffer auS, betreut ihn mit Hafermehl unb reibt ben tränten ©heil bamit eine £eit lang. ©ieS mirb mehrere QJJale beS ©agS mieberholt; nachher Die §aut abgemafchen, getrodnet, unb bann ©el, mit« telft eines VinfelS, aufgetragen unb bebedt. 8. ©ie fogenannten ffrühlingS«Turen blntreinigenber Trauter unb Säfte, ^Rolfen, Vuttermild), Vittermaffer, Treujbrunnen unb ©gerfaljbrun* nen finb hier fehr hilfreich- Von ber größten 2Bid)tigfeit ift aber bie SebenS« orbnung bei ber Tur ber flechten ©er Trante muh einfach unb regelmä« ßig leben, mel SBaffer trinten, reifes ©bft unb anbere leid)te Vcgetabilien borjugSmeife effen; geräucherte, ftart gefallene, fette Speifen unb Vrannt« mein bermeiben, oft marin haben, unb in freier Suft fid) biet Vemegung machen. 9. 9J?an laffe angeninbeteS ißapier auf einem zinnernen ©etter ber« brennen, bis fid) auf bem Voben beS ©eUerS ein ober mehrere ©ropfen ©el fammeln. 9JHt biefem ©eie beftreidje man bie tränten ^»autftellen unb mie« btrhole bieS öfters, bis fie berfd)minben. ©hrenfd)malj auf bergleidjeit tränte ^lede geftridjen, foU gleichfalls helfen. 52. ^recftenfieöer, glittet Dagegen. ©aS gledenfieber (cerebro spinal meningitis), meldjeS an manchen Vlä$en im Frühjahre grofe Verheerungen anridjtet unb megen beS raffen Verlaufs ber Trautheit fo fehr gefürchtet mirb, foU, burd) jeitig angemenbete ©ampfbäber, in jebem ^alle geteilt morben fein. (Sin §err, ber in einer ©egenb mahnte, mo baS ^tedenfieber fid) häufig geigte, theilt mit, baß man bart §emlod«©ampfbäber erfolgreich angemenbet unb in jebem fJaUe rafdje ©enefung beS Tranten bemirtt habe. (Sin Vhilabelphier SIrjt jagt, ©ampfbäber feien ein populäres ^eilmit« tel für ©rtältung, duften, fRljeumatiSmuS unb fieber überhaupt; nidjt nur fo(d)e üon §emlod, fonbern auch Die bon anbern Träutern, hätten fich beim ffledenfieber unb ben genannten Trautheiten als t)öd)ft heilfam erroiefen. ©r gibt folgende Slnmeifung, baS ©ampfbab ju bereiten unb anjumenben : 2Ber feine Vabeftube hat, laffe ben Tranten auf einem fRohrftuhle ft^enb bom £alfe abmärtS mit Säten unb moUenen ©eden umhüllen; unter ben Stuhl fteUe man ein 2Bafd)faß ober einen ©imer, halb boll Söaffer, unb in biefeS bringe man bon ^eit ju £eit einen heißen Stein, ber bie gemünfdj* ten Kämpfe erzeugen mirb. 45 Eine halbe Stunbe in einem folchen©ampfbabe wirb genügen; je nad}# bew ber Äranfe mehr ober weniger fepwi^t, mag er fünf ooer jehn Minuten längere ober fürjere ^eit in bemfelben beiaffen werben, ©er Traufe foffte bann mit lauwarmem SBaffer abgewafchen unb in ein warmeS Sett gebraut werben. ©aS ^ledenfieber ift eine &rt von ©pphuSfieber unb ähnelt feh* bem im Mittelalter fo fehr gefürsteten „fdjwarjen ©ob", ©ampfbäber, baS ©rinfen warmen SBafferS, unb ^ufjbäber, fowie 2ßafSungen beS gan^ci ÄörperS mit warmem SJaffer, haben fidj in allen fällen als heilfam erwie* fen. 9?aS ber ^Inwenbung biefer Äur foU ber Traufe einen ©ag faften unb einen ober jwei ©age im warmen 3iwmer verweilen, wobann er fxdj wieber Wohl befinben wirb. 53. weiften, ja beben. 1. Arbeit unb Enthaltfamfeit, Sermeibung eineg müßigen unb lujcu» riofen Sebeng, finb bie grämten Heilmittel. 2. 2D?an trinfe Stahl» ober Eifenwaffer. Sßenn man einen 3?rug mit Srunnenmaffer füllt unb eine H^nbooK neue ^Rägel ^ineint^ut, ben ^rug einige Sage fielen lä^t, woljl Derfdjloffen, erhält man guteg Eifenwaffer. SD?an trinfe morgeng unb abenbg ein ©lag baDon unb fülle ben Ärug wieber auf mit Sßaffer. 3. Sdjaafgarbentljee gum SBafdjen fjeilt jebe leidjtere SIrt beg Uebelg. 4. ©er innerliche ©ebraudj Don einigen üuentdjen Eubeben ift ein fe^r ^eiffameg SRittel. Nebenbei fann man noch einige ©affen Traufe# münjttjee trinfen. 54. ^fro|l6affam ju bereiten. 1. 3wei ^funb Eichenrinbe werben mit 10 Sott) Sßaffer big auf ein ©rittheil eingefodit, bann 3 big 4 Sott) Sllaun jugefe^t unb bie erfrorenen ©lieber jwei big orei 9)?al, jebegmal | big | Stunben lang, barin gebabet. über man beftreidjt bie groftbeulen mit einer Salbe von 1 üuentajen So» ray, eben fo Diel Ehlortalt unb 2 £otl) Sc^meinef^malj, ober mit einer $luf» (öfung Don 1 Sotp Sorap in 1 ißfunb Sßaffer. 2. 2Ran loft2O Sotfjfeingefdjabte mebijinifdje Seife, 10 Sott) Sobfalium, 5 Sotl) geriebenen Sampler in getinber Sßärme in 1 $funb ftärfftem Söein* geift, filtrirt bie ^lüffigteit unb fe^t bann 20 Sott) Senjoetinctur, 20 Soth ©Ipcerin unb 20 Sotl) 9tofenmaffer hinju. 3. 9)ian nehme ein Stiicf (Sig io grofj wie eine $anb, bann ein 1| 2)lal fo gro^eg Stüct Spect in ein Rapier gewicfelt - bann fpie^e man ben Spetf auf eine ©abel ober ein fpi^igeg Elfen unb jünbe bag $apier an. ©ag abträufelnbe ^ett laffe man auf bag Eig faßen, mooon eine rot^e Salbe entfielen wirb, bie man fobann auf einen Sappen augftreidjt unb auf bie erfrorenen Steile legt. Teilung ift augenblidlid), felbft Sßunben Don Erfrorenen, bie längere £eit offen waren, feilen baDon ju. 4. 3n einem irbenen ©efdjirre laffe man 4 Sott) reineg Sdjwejne* fdjntalg gelinbe fdjmeljen unb füge bann 2 Ouentd)en gute Salpeterfäure »ber Sdjeibemaffer pinju, rüpre mittelft eines ©laSftabeS baS ®an^e gut um nnb erhalte eS fo lange auf bem f^euer, bis feine Olafen unb fauren fünfte mepr auffteigen. S^an lä^t baS @ange etwas erfüllen, gie^t eS in eine Sd)ad)tel unb bewaprt eS jum ©ebrandje auf. Sim beften nimmt man bie Arbeit im freien Dor, um ben Sümpfen auSjuweidjen. 5. SDlan neunte: ^»ammelStalg, Schweinefett, Don jebem 24 Votpr (Sifenoppbppbrat 4 Sotp. SiefeS mirb in einem eifernen Sopfe unter fortmäprenbem Umrühren mit einem eifernen Stäbd)cn fo lange gefod)t, bis baS ©anje fdjmarj gemor» ben ift, unb alSbann halb erfaltet pmjugefügt: ^enejian. Serpentin 4 Sott), SBergamottol 2 Sotlj, 2lrmenifdjer SoluS 2 Sotp. - Segterer mirb Dörper mit etmaS Dliüenöl gerieben unb nun baS ©anje genau unb forgfältig ge* mifd)t. 2luf Seinmanb ober (Sparpie geftridjen, merben bie franfen Steden täglid) eutigemale bamit belegt, unb ift biefeS fDlittel namentlich bei pöd)ft f^merjpaften offenen ^roftgef^pmüren Don auSgejeidjneter fjßirfung. (Sin anbereS SDlittel ift folgenbeS: Sdjmeinefdjmalj 1 Sotp, ^reofot 2 Sropfen, Sleieffig 6 Sropfen, Dpiumeptract 2 @ran, (Sifenoppbpqbrat 10 ®ran, merben nad] ben Siegeln ber ^unft auf'S innigfte gemifept uub mor» genS unb abenbS bie leibenben Steden bamit eingerieben. 46 55. ^roPettfen 31t feiten. 1. Sobalb man merft, ba^ irgenb ein ®lieb erfroren ift, macpe man fid) eine Süiflöfnng Don ^ifdjlerleim, reibe bie erfrorene Stede tüdjtig mit Sdjnee ein unb beftreidje fie mit Seim. Sobalb biefer SInftricp troden ift, wieberpole man baS ißeftreidjen, bis fid) eine Sede Don Seim gebilbet fjat. 3n jmei bis brei Sagen mirb ber etmaS unbequeme Ueberjug abfaden unb man wirb bemerten, bafj bie Slnjei^en beS ^rofteS gänjlid) Derfdjmunben finb unb fid) bereits eine neue §aut an ber betreff enben Stelle gebilbet pat. (N. B. Sßenn man feinen Sdjnee pat, fo tput eS aud) red)t fatteS frifdjeS SBaffer.) 2. 2Rittel gegen ^roftbeulcn, beffen man fid) in Sln^lanb allgemein feebient unb jmar feiten opne (Srfolg. Sie Sdjale Don Dodig reif gemorbeuen @urfen, auS benen bie Samenförner entfernt finb, mirb mit bem innern weiten Speile an ber Sonne getrodnet unb bann troden aufbemaprt. 3uin ®ebrand) mirb biefe getrodnete Sdjale in marmem SBaffer aufgemeidjt unb mit ber inneren Seite auf bie ^roftftede gelegt. Siad) einigen SJlinuten fd)on werben in ber Siegel bie Scpmerjen, refp. baS -Süden an ben entjünbeten Steden nad)laffen, unb nad) furjer ^eit mirb unter fortgefegtem Auflegen - fobalb bie Sdjale troden ift, mufj natürlid) frifdje aufgelegt werben- cud) bie ßntjünbung felbft unb bie Slötpe, ©ef^wulft unb ber Scpmerj Der» (pminben. 3. (Sin probates SDlittel gegen groftbeulen ift Äagenfett; man reibe mit bemfelben 3 ober mepreremale bie munbe Stede ein, unb öie f^roftbeu» kn merben fidj Derlieren, opne je mieber ju teuren. 4. @egen biefeS fcpmerjpafte Seiben mirb baS Sannin (@erbfäure) fe^r empfohlen. SÖlan pat nur nötpig, ben leibenben Äörpertpeil anju» bauten ober fdjmad) ju befeuerten unb baS feinpulDerige Sannin mit einer 47 ^toefe SaurnmoUe barauf ju tupfen. ®aS Tannin haftet leidet unb befeitigt bie ffroftbeule ober beugt bem (Srf^einen vor, o^ne bie ^auttranSpiration ju ftören ober fonft nac^tljeilig ju mirfen. 5. SRan taffe 2 Unjen jerftofjene ©attäpfel mit | ^funb SRegenmaffer eine ^iertelftunbe lang in einem irbenen £opfe fodjen, unb feitje bie fluffig* feit nad) bem CSrfalten burd) einen leinenen Sappen. äRit biefer burdjge« feilten ^tüffigfeit habe man täglid) 3 - 4 SRat bie tränten Steile eine Siertelftunbe lang, ober lege auf bie Oroftbeulen felbft Säppdjen, bie mit ber ^tüffigfeit geträntt finb. ®iefeS ^Rittel ift nur bei groftbeulen juläffig unb nid)t anmenbbar bei fdjon aufgebrodjenem 6. SRittet, fid) vor ^roftfdjäben ju fdiü^en. fRimm Srenneffeln fammt ben Samen, fiebe fie in Qel ein unb falbe bamit §änbe, D^ren unb 5Rafe, fo mirft bu fie nimmer erfrieren, sbie Ueffeln muffen jebod) vor Sonnenaufgang abgefd)nitten merben. 7. SBafdjmittet gegen ^roftbeuten. - Söfe eine Unje gepulvertes 2lm* moniafatj in einem tjalben ^int @ffig auf unb bringe eS auf ben teibenbett S^eit. 8. ©iefe überaus befdjmerti^en 2ßunben tonnen fe^r fernen furirt merben, menn man einen Sappen in ^eipeS Gaffer taudit, morin ein gro^et Stüd Salpeter aufgetöft ift. "üRadje baS SBaffer fo faljig als mögtiq. 56. ^ranjOtannfwetn und ®urd) f^ranibranntmein unb Salj finb fe^r biete innere unb äußere Sfrantljeiten ju feilen. SRan neunte eine gereinigte f^lafc^e unb fülle fie ftarf £ voll mit reinem, ächten fyranjbranntmein, hierauf fd^ütte man fo biet geivö^nlid^eö, borget an ber (Sonne ober auf bem Ofen getrodneteS, unb in einem Dörfer fein gefto^eneö ^od)fatj hinein, bafj ber ^ranjbranntmein beinahe bis an ben tropfen fteigt, bann pfropfe man bie ju unb fdjüttle baS ®an$e redjt tüchtig burd) einanber. hierauf fteltc mau bie ^lafcfje ru^ig ^in unb märte,. bi§ fid) baS Salj gefegt tjat unb ber ffranjbranntroein mieber Har gemorben ift, maS nad) 20 bis 30 SRinuten gefdjietjt; alSbann tann baS ^Rittel ge* braudjt merben. SRan barf aber bie ^lafdje vor bem ©ebraudje ja n i cg t fc^üttetn. Oft ber auf biefe Söeife jubereitete Sranntmein Verbraucht, fo gie^e man, mit 53eibet;altung beS erften SBobenfat^eS von Satj, bie fftaf^e mieber VoÜ, fdjüttle eS gut unbtaffe eS rutjig fielen, bis eS Har gemorben. 2BiU man baS Mittel innerlich gebraudjen, fo ift ju bemerten, bafj eS ftetd mit marinem Söaffer eingenommen mirb, unb jmar fo, bafj jebe ©ofiS auS- | Wiebicament itnb j marmem Sßaffer befielt, mobei baS gemöfjntidj Verorb* nete Quantum 2 (Sfjtöffet SRebicament mit 6 Sfjtöffet voll marmen Gaffers/ beS morgens nüdjtern, eine Stunbe vor bem f^rü^ftüd ju nehmen ift. • Sollte, maS jebod) nur fetten vorfommt, (Srbrcd^en erfolgen, fo ift bieS ein 53emeig von fc^ma^em iRagen. 3n biefem ffatte trinfe man marmeS Gaffer, bis nodjmaligeS @rbred)en erfolgt, unb ne^me eine Stunbe barauf nodjmatä ein. 2öenn eS ber 3Ragen jum jmeiten 3Rale auSmirft, fo ift bieS ein ßei* eben, bafj nod) Viet Unreinigtcit barin vortjanben ift. ^RodjmaligeS marmeS iffiaffer, unb jum britten SJcale baS (Sinnetjmen beS SRebicamentS t)itft fieber. 48 ©ie äußere Anwenbun^ be« Wittel« befteht in Einreiben be« obe<rtt ©heil« be« 3¥opfe«, ober be« leibenben ©heil« am Körper, in Umfdjlägen mit angefeud)teten ©üdjern, im Au«wafdhen ber Sßunben unb im SoKfüden ber ©^ren mit bem Wittel, jebod) ohne 3ufa$ Von Söaffer. ©a§ (ginreiben be« Äopfe« gefdjieht mit ber £>anb, unb ift im ©anjen ein guter Eßlöffel »oll baju nothig, ben man nad) unb nad) in bie Ipanb ober auf ben Äopf felbft gießt unb btefen 10, 20 bi« 30 Winuten bamit einreibt, ©a« fReiben ber (Stirn unb Sdjläfe reid)t niemal« au«; ber obere Abteil be« ^opfe« ift bie §auptfad)e, unb ßier ift ju viel unb ju naß beffer al« ju we* nig unb ju troden. ©a« lange ^aar tßut ber Söirtung be« Wittel« leinen Abbrud), e« erfolgt im ©egentheil ba« ©rodnen baburd) langfamer unb er* hält ben ^opf länger feucht unb fühl. ©ie Einreibung gefdjieht ftet« turj vor bem Sd)Iafengeren, einzelne heftige Anfälle abgerechnet, wo e« fofort unb wieberholt gefcßieht, wie bie« im Serjei^niß ber Äranfheiten bei ben betreffenben fVüßen angegeben werben wirb. Sm Allgemeinen ift ju bemerfen, baß e« jegliche innere unb Äußere ^ur beforbert, wenn ber ißatient ein Wal vor bem Sd)lafengehen jum beginn berfelben ben Äopf mit bem Wittel einreibt. ©a« (ginreiben von ®efchwülften, Serftaudjungen unb allen f^merjeuben ©liebem gefdjieht mit ber §anb, in weldje man fid) Heine Quantitäten be« Webicament« gießt unb biefe auf ben genannten Stellen troden reibt, ©iefe Einreibungen werben nad) Umftänben 3 bi« 4 Wal täglidj wieberholt. ©ie U m f d) l ä g e befielen au« leinenen, mit bem Webicamente ange» feudjteten Wappen, bie entweber aufgelegt ober umgebunben, unb ftet« feud)t erhalten ober gewedjfelt werben, wenn fie beinahe getrodnet finb. iöei Sdjnittwunben läßt man ben umgebunbenen Veinwanbftreifen, ben man burdj Aufgießen ftet« feu^t erhält, ruhig liegen, bi« man fühlt, baß bie SBunbe geheilt ift. ©d« Au«wafdjen ber offenen Sdjäben mit bem Webicament ge« flieht täglich 3 Um ba« Webicament in ba« Qhr 3U fußen, legt man fid) baju auf bie Seite unb läßt ba«jenige Qhr fußen, weldje« fid) bem Scßnierje junädjft befinbet, ober ein« nad) bem anbern. ©efcßieht bie« bei ©age, fo bleibt ba« Webicament 10 bi« 15 Winuten im Ql)r, gef<hie^ e« be« Abenb« im Sette, fo fd)Iafe man mit bem Webicament im Qpr ruhig ein. ^ür A ft h m a (Engbrüftigteit) reibt man vor bem Schlafengehen ben obern ©heil be« Äopfe« ein, nimmt am anbern Worgcn Vor bem grühftüd 2 Eßlöffel voll mit heißem ©Baffer unb fährt fo einige ©age fort. Augenentjünbung. ©er Traufe feuchtet 4 bi« 6 Wal be« ©a* ae« ben £ipfel eine« reinen leinenen ©ud)e« an unb wifcht fid) bamit bie Augen au«. A*u « f d) l a g im ©efidjt ober auf bem Äopfe vergeht ftet« burd) Ein* reiben mit biefem Webicament. Seulen unb ® e f d) w ür e bebede man mit einem mit bem Webica* ment angefeu^teten Süppchen. kalter Sranb. Angefeuchtete 8äppd)en werben auf bie tränte Stelle aufgelegt. 49 SSranbrounben. 3Ran reibe bie verbrannten ober verbrühten ©teh K ( mit bem 2Rebicament ein. ^Bräune unb ^»alSentjünbung. 3Ran gurgle ftdj junädjft mit bem SSRebicament unb fülle alSbann ein Dhr na$ be™ anbern bamit, unb laffe eß 10 3Rinuten in jebem. hierauf lege man ein bamit angefeu^tete« leinenes Such um ben §alS, unb menn eS trogen gemorben ift, fernste man eS von feuern an. Surchfall. 3ft er feljr heftig, fo reibe man ^unächft ben Äopf unb nehme unmittelbar barauf ein ober jmei (S^loffel Voll mit heilem SBaffer. ffroftbeulen. 2Ran reibe bie ^roftbeulen fo lange mit bem 9Rebi« camente ein, bis fie mieber troden gemorben finb. ® i d) t. Sa biefeS Seiben au« bem SBlute tommt, fo mufj baS Sftittel and) innerlich angemenbet merben. 3Ran reibe ftd) am SIbenb vor bem (Schlafengehen ben ^opf bamit ein unb nehme am nädjften borgen nüchtern jmei mit heilem SBaffer gemifchte ©^löffel voll ein, momit 12 bis 14 Sage fortjufahren ift. ^arthörigfeit ober Saubheit. 9Ran laffe fid) SlbenbS, nach« bem man fid) ju SÖett gelegt hat, ^uerft b a 3 @hr mit bem -Drittel füllen, auf meinem baS ®el)or am menigften gefdjmacht ift, unb liege bamit 10 2Ri» nuten füll; hierauf mirb baS a n b e r e Öhr gefüllt, in meinem man baS SRebicament bie game 9?ad)t hiuburd) läßt- URan glaube nicht, ba^ bie ^Inmenbung biefeS SRittelS am Schlafen hinbere; im ®egentheil, eS fd)(äft ftd) vortrefflich babei. irnentjünbung. 2Ran reibe ben obern Sheil beS ^opfeS fo lange ein, bis ber Sdjmerj fid) gelegt hat. Ä o l i t SRan nehme jmei ©^löffel SRebicament unb vier bis fechS ©^löffel heißeS SBaffer ein. Äopffd) merken verfchminben ftetS nach bem Sinreiben beS ÄopfeS. Sinb fie jebod) hartnädig, fo nehme man ^laneH, tauche ihn in baS SRebi» cament unb midle bamit ben ^opf ein, lege fich ju Öette bis ein heftiger Sdjmeifj eintritt, mona^ gemöhnllch ber Sdjmerj meicht. ÄrebSf^aben. Sie Sßunbe mirb täglid) 3 bis 4 2Ral mit bem SRebicament auSgemafdjen, ein leinenes £äppdjen angefeud)tet, barauf gelegt unb ftetS feud)t erhalten. Ser obere Sheil beS ÄopfeS mufj vor bem Sdjla» fengeljen 10 äRinuten lang eingerieben, unb eine SRadjtmütje aufgefe^t mer«« ben. Sim anbern SRorgen mirb eine Stunbe vor bem grühftüd baS ÜRebi» cament in ber gemöhnlidjen Quantität unb 5XRifd)ung eingenommen, hiermit fährt man fort, bis baS Uebel gehoben ift. Zähmung b u r d) Sdjlaganfälle. Sem vom Schlag ®etroffe* neu ift fogleich ber gelähmte Sheil beS ÄopfeS unb Körpers, roomöglich beS jugleid), von jroei verfdjiebenen ^ßerfonen mit bem SRebicament einju« reiben, unb ihm babei 3 (Stöffel voll - einer ffrau nur 2 bavon, mit heilem SBaffer vermifcht, einjugeben. SaS (Sinnehmen mufj nach einiger ^eit roie« berholt roerben. Sie näd)ften Sage roirb nur einmal eingenommen, unb jroar beS SRorgenS, unb 3 bis 4 3Ral eingerieben. 50 Senbeureigen unb SRüdgr abfd)mer $en. 3ur Teilung beS mften UebeiS reibe man ben fd)merjenben Speil 2 btS 3 ÜRal ein. ©inb fie ^ennod) nidjt »ergangen ober teuren fie mieber, fo reibe man üor bem ©d)la= -fenge^en ben obern S^eil beß ÄopfeS ein, unb neunte einige Sage eilte ©tunbe üor bem ^n^ftücf jmei mit ^ei^em Söaffer verbünnte Eßlöffel Doß ein. 33ei fRürfgratfc^nierjen reibe man fidj Dor bem ©djlafengcfyen ben 4?opf mit bem SRebicament, unb neljme am anbern borgen 2 Eßlöffel üoU mit Reißern SBaffer »erbünnt ein. S>ieS mirb 12 Sage fortgefetjt. Saffen bie ©djmerjen nidjt nad), fo lege man ein mit bem äRebicament angefeud)- teteß Sud) auf bie f^merjenbe ©teile unb erneuere bieS täglich 3 9Ral. Sungenentjünbung mirb baburd) gehoben, ba§ man bem trauten ben obern S^eil beS ^opfeS mit bem SRebicament einreibt, itjm ben Sag über 2 bis 3 3RaI in ber befannten Quantität unb SRifdjung baüon -eingibt, unb i^m einen bamit angefeud)teten Sappen auf bie ©teile legt, mo «er bie meiften ©ti^e unb ©^merjen fü^lt. fRagelgef^mür ober ur m am Ringer mirb ba= burd) geteilt, ba^ man ben Ringer entmeber in baS SRebicament ftedt, ober i^n in ein bamit angefeuÄteteS Süppchen midelt unb baffelbe ftetS feu^t erhält. Reroenjufülle, Delirium, R a f e r e i. SRan reibe 2 bis 3 9Ral tägltd) ben obern Xljeit beS ÄopfeS 10 bis 15 SRinuten lang mit bem SRebicament ein, unb mieber^ote bieS an 2 bis 3 Sagen. Ülud) fönnen baoon jur ißeförberung ber Äur jmei mit Ijeifjem Sßaffer gemif^te Eßlöffel üoU frü^ nüdjteru einige Sage ^intereinanber genommen merben. ©^renf^merj unb O r e n j m a n g. SRan füllt fid) ein D^r mit bem SfRebicament, ober eins um baS anbere. ES Verfielt fid) von felbft, baß man fidj baju nieberlegt unb auf ber ©eite ruljig verharrt, bis Sinberung eingetreten ift. Rheumatismus. 9Ran reibe bie fdjmerjenben Steile täglich 1 bis 2 ÜRal mit bem SRebicament ein unb faßre bamit mehrere Sage fort. R o f e unb alle Wirten non äußerer Entjünbung. SDiefe Uebel merben fämmtlid) burd) bloße Einreibung mit bem SRebicament fle^eilt. 2111 e © d) ä b e u unb n e u e 2Ö u n b e n. Sie SBunbe mirb tüglidj 2 SRal auSgemafdjen unb au^erbem ftetS burd) ein mit bem SRittel angefeu^teteS leinenes Sud) bebedt, fo lange bis Teilung erfolgt ift. ©^nupfen, u ft e n unb Erfüllung. §at man fich 4>en Äopf erfüllet, fo reibe man i^n ein; ift eS ber ^alS, fo gurgle man fidj mit bem SRittel, reibe §alS unb ®enid bamit, unb fülle fidj abmedjfelnb ieibe ©(jren 10 SRinuten lang bamit. Oft bie 53ruft angegriffen, fc feu^ti ier Äranfe ein jufammengefalteteS Sud) an unb lege eS auf bie Söruft. © dj m i n b e I mirb geteilt, roenn man ben obern S^eil beS Äopf*- <ine Ijalbe ©tunbe fortmüljrenb mit bem SRebicament reibt. 51 <5 cf) ro i n b f u d) t. 2Ran reibe täglich ein SKal Mopf unb Vrujt mit bem ^IRebicament, unb nehme täglich 1 2 Soffet he^em Gaffer gemixt, ein. Unterleibg-Sntjünbung. 5Ran nehme tn turjen 3n» terbalen mehrere ©ofen bon jmei mit heilem Sßaffer gemifd)ten Sjlöffeln beg SRebicamentg unb fahre bamit fort, big bie Sd)merjen fid) minbern. 3u gleicher ^eit reibe man ben Unterleib mit bem SRittel fleißig ein unb bebede ihn mit ermärmtem glaneU. UnberbaulichFeit. Sie mirb baburd) gehoben, bafj man fid) ben Mopf mit bem QRebicament einmal einreibt unb 1 ober 2 (Stöffel bou, mit heilem 3öaffer berbiinnt, nüd)tern einnimmt. Söeidjt bag Uebel nicht gleich, fo mieberhole man bie Mur 2 big 3 borgen. Verrentungen unb Verftaudjungen. ©iefe Uebel metoer. jeber^eit burd) ©inreiben beg berftaud)ten Sheileg geheilt. Sollte biefeg nicht hmrei^en, fo feuchte man ein Sud) mit bem SKittel an unb mictle eg um ben leibenben Sl)eil. 2ß e d) f e l f i e b e r. Veim Schlafengehen mirb ber obere Sheil beä Ropfeg eingerieben unb am borgen nimmt ber Patient nüchtern 2 (Sfjloffel boll SRebicament, bermifd)t mit 6 ©^löffeln boU heilem Sßaffer. Vei grauen reidjt bie $älfte aug. Sieg Verfahren ift 12 Sage hintereinanber fortju» fe^en, aud) menn bag fieber bor Ablauf biefer geit berfdjmunben ift. Sß e f p e n» u n b V i e n e n ft i d) e. 2Ran reibe unmittelbar nad) bem Stiche mit bem Smebicament ein, ehe bie ©efdjmulft eintritt unb ber S^merj läfjt auf ber Stelle nach. gahnfdjmerjen. 9Ran feud)te ein leineneg ßäpp^en mit bem äRebicament an unb lege eg auf bag 3ahngefd)roür, am beften 3lbenbg bot bem Schlafengehen, unb laffe eg bie 9?ad)t hinburd) liegen. 3ahnfd)merjen merben baburd) geheilt, bafj man fiel) bag Dhr an ber Seite, mo man ben Sdjmerj hat> mit bem SRebicamente füllt uni eg barin läfjt, big ber Sdjmerj bergangen ift, mag gemohnlid) innerhalb 10 SRinuten gefd)ieht. $lud) bei Minbern hat fich 3Rittel äu^erft mohlthätig ermiefen; bodj finb bie ^autaugf^lä^e babon auggenommen, bie man bei Minbern nid)t bertreiben, fonbern ruhig augtoben laffen mufj. (Sg ift nur $u bemerteu, bafj man Äinbern bag SRebicament nicht eingibt, fonbern nur äufjer« l i d) bei ihnen anmenbet, unb bafj bei Minbern bon 4 Sahnen einmalige! (ginreiben beg Mopfeg ftetg, bei anberen Minbern aber gemohnlid) hinrei^t, hod)fteng aber nur ein 2Ral bei ben Se^teren mieberholt merben barf. 57. ^rauenrntf^ 3ur Bereitung tünftli^er grauenmilth bient Sßeijenmehl, SRaljmehb fohlenfaureg Mali unb abgerahmte Muhmildj. SRan mahle baju gemahn* üdjeg frif^eg ÜRchl, nicht Vorfchu^mehl, meld)eg ärmer an blutbilbenben Veftanbtheilen ift. 2Raljmehl : Von ben 2Raljfabriten ober Vierbraue» reien fann man ftdj Uidjt Oerftenmehl berf^affen ; bag nidjt aUjufehr ge« 52 dörrte ift borjugiehen ; bie bem SRalj beigemifdjten Untrautfamen müffen mit ber £>anb auggelefen Werben. (Sine gewöhntere Kaffeemühle bient »ur ©arftedung beg SRaljmehleg ; eg muf? burd) ein ni^t aUju feines ^aarfteb bon Spesen getrennt werben. Kohlenfaureg Kali; SRan löft in 16 Unjen Sßaffer 1 Unje gereimgteg tohlenfaureg Kali (bag gewöhnlidje Kali depu# ratum ber Shpot^efer) auf. -Rimini man ^Brunenwaffer, fo mufj bie Sluflöf« ung fo lange flehen, big fie boUfommen heUunb flar geworben ift. Sßereituug ber Suppe : SDlan wägt ein Soth SRaljmehl unb 1 Sotb SBeuenmehl ab, mifd)t fie erft troden für fid), fobann unter 3ufa$ bon 2 Soth Sßaffer, fe^t 30 tropfen bon ber Söfung beg fol)lenfauren Kalig ju (ober ftatt beffen 7| ®ran trpftaUifirteg boppelfaureg Kali) unb fobann 10 Soth abgerahmte Kuh» milch, erpi^t bie innige SRifdjung unter beftänbigem Umrühren bei fehr ge» linbem geuer, big fie anfängt, btdlich ju Werben. SBei biefem 3c^Puu^e entfernt man bag Kodjgefäjj bom f^euer unb rührt 5 2Rinuten um, er^i^t auf'g 9?eue unb fe^t wieber ab, wenn eine neue SSerbidung eintritt, unb bringt jule^t bag @anje jitm Kodjen. iRad) bem ©urdjgie^en burd) ein feineg Sieb, jur SIbfonberung ber Kleie, ift bie Suppe jum ©ebraud) fertig, ©iefe Suppe befi^t bie hoppelte ©oncentration ber Frauenmilch unb tann beu Kinbern in Saugflafd)en gegeben werben. 58. giüfce, wunögetanfene, jn feiten. liefern Uebelftanbe öorjubeugcn, ber auf längere ^u^reifen jur mähren Dual werben bann, wafc^e man jeben SIbenb bie ^ü^e mit ^Branntwein ober beffer nod) mit 9?um unb trage nid)t ju Wciteg, aber and) nid)t gn brüdenbeg Sd)uhwert. Sind) trage man auf ftuff reifen baumwollene Strümpfe, bie nod) uid)t geflidt finb, unb beftreidje biefelben innerlid) an benjenigeu Stellen, wo man bag Sßunblaufen fürchtet, täglid) üor bem Slugmarfd) mit etwag Xalg öon gewöhnlichem Sagli^te. ^orjüglidj hüte man fid), bei foldjen Reifen neuer Sd)uhe ober Stiefeln fid) ju bebienen, bie fid) nod) nad) bcui gnße jiehen unb leid)t wunbe Stellen h^forbringen. Oft bieg Uebel aber fd)on eingetreten, fo lege man Sappen ober (Sharpie mit §irfd)talg be* ftridjen auf bie wunben Steden unb follte bag nid)t helfen, fo wafd)e man biefelben mit Sleiwaffer, algbalb wirb fid) bie Sutjünbung öerlieren, bie S33unbe augtrodnen unb ber f^up jum 2ßeiterwanbern geflidt fein. 59. Smljßrampf, Rittet dagegen. 1. £a$ angegebene Uebel ^at gewöhnlich feinen ®runb in anomaler ®id)t ober £)ämorrhäibalftodungen, bte juerft geteilt werben muffen. (Sin sßefänftigunggmittel im Unfälle ift bag Umwideln beg ©liebeg mit Schwer felfaben unb bag beftänbige fragen eineg ÜRagnetg in ber ®egenb beg gro= |en Srodjanterg beg leibenben Sdjenfelg. Slufjerbem mürbe nod) ber innere @ebraud) beg Extract nucis vomicae, ju | big | ®ran täglich mehrere 5D?al genommen, befonöerg bann öon 91u^en fein, wenn bag Uebel non unterbrächen! ^u^fchwei^ fjerfommen follte, ber burd) biefcg Mittel beftimmt wieber Ijergeftefit wirb. ©rofjten« tfyeilg entfteht foldjer krampf aug erpi^ten unb wieber falt geworbenen ff äffen; in weitem ffaUe eg ratsam ift, bie Strümpfe beim Sd)lafengehen nicht augjujief)en, fonbern anjubepalten. 53 2. SBafdjen ber ffüße unb Seine mit frif^em Srunnenwaffer vor bem ScßlaftA (eljen unb ftarfeS fReiben mit einem rauben S^wamme ober wolle» nen Trn^c bei bem 2lbtrodnen, ift ein erprobtes Mittel jur Ser^ütung beS KrampfeS. T)aS SCßafchen muß aber oft wieberßolt werben. 2Iud) S^we» fetfaben um bie f^merjßaften Stellen gewidett unb ben Strumpf barüber gejogen; tm^ Sünbel von fRoSmarin um bie ffüße gewidett unb barauf gebunben, fallen ben Krampf milbern. Sdjröpffopfe an bie Unterfdjentel, Senfteige an bie Söaben, unb warme ffußbäber mit Senfmeßl ober Salj - finb erprobte SRittel gegen (fuß* trampf. Son guter SJirtung ift and) baS Sßaf^en beSffußeS mit ^eißgema^tem SRum, unb einige Taffen Tljee mit SRum getrauten. 60. ^t^wetjj, unterörürfiten, wieder ^erjufteffen. Sine gewaltfame Unterbrüdung beS ffußf^weißeS füßrt ju gefäßr» ließen Uebeln, bie nur gehoben merben tonnen, menn eS vorder gelang, ben (fußfdßweiß mieber ßerjufteUen. golgenbe ^Rittel bewirten bicS am heften : 1. 3Ran neßme ^Roggen» ober 2Beijen»Kleie, taffe fie im Sadofen OeiB werben, werfe eine ^»anbvoU in einen Kübel unb feße bie ffüße barauf, worauf man bie ffüße bis jur SBabe hinauf mit ber Reißen Kleie bebedt. 2Ran taffe bie (füße eine ßalbe Stunbe in ber Reißen Kleie. 2. ©ber man erfjifje Sirtenlaub in einem ©efäße über Koßten, tßue eS in ein Sädcßen unb ftede bie Süße hinein, wäßrenb man im Sette liegt- 3. $Ran mifcße 2 ©uart weiten Sanb mit | fßfunb Senfmeßl, er» wärme SeibeS fo ftarf, als man vertragen fann unb fe^e einige SRal beS TageS eine Siertelftunbe lang troden bie Süße hinein. 9Ran trage in ber £wifcßenjeit eine äeWong Soden von SßacßStaffet unb wollene Strümpfe. 4. 2Ran macße Umfdjläge von getobten Kartoffeln auf bie Süße. 5. 2Ran trage ®ummif^u^e an ben bloßen ffü^en, ober Sollen von ©emS^aaren in ben Sdjuljen unb fein gefloßenen Senf in ben Strümpfen. 61. Rittet dagegen. 1. (Sin probates Mittel ift bie in jeher SIpotßefe ober ÜRaterialien^anb» lung billig ju faufenbe ©erbefäure (Tannin), von welcher ein ?ot^ für langen ©ebraud) auSreitßt. Tie unter ber gfeidjjeitigen Sinwirfung von geudjtigteit unb SBärme in £erfe^ung begriffene Oberhaut wirb baburd) fo« gleicß in Seber verwanbelt unb verbinbet mit einer burd, bie Struttur beS organifd)en ©eWebeS bebingten ^eftigteit eine große TurcßlaffungSfäßigteit für bie fßrobufte ber Transpiration, in ^olge beffen ber Sdßweiß nidit unterbrüdt wirb. Ta bie ammoniatanifcßen ^erfe^ungSprobucte ber ^aut jogteidj burdj bie ©erbfäure gebunben werben, mirb and) jeber ©erud) be* feitigt. 2Ran braucht nur alle brei Tage eine SRefferfpi^e üotX ber pulverigen «Saure in bie Stiefel ober Scßuße ju (treuen, um fogteidj bie woßltßätigen 2ßirfungen ju empfinnbe. Sind) baS Slafenlaufen jeigt fid) baburcß geßo» ben. SS ift bicfeS einfache unfdjäbli^e SRittel Von vielen ''ßerfonen mit bem beften Erfolg gebraucht worben. SS ßat fidj bie ©erbfäure, in äßnlicßer 54 SBeife, wie bei ben Süßen angewanbt, aud) unter ben Sldjfelhohlen unb Unicefeljlen, fowie gegen baß ^unbfi^en beim Seiten bewährt. 2. ©aß Schmißen ber ^ü§e verurfacht ni^t nur einen üblen ®efud), fonbern, eß werben aud) oft bie ^ü^e vom Schweiß wunb gefreffen. ©od) ift eß, fo unangenehm eß aud) ift, eine BBohlthat ber 9?atur, unb barf baher ja nidjt gewaltfam gehinbert werben, ^olgenbeß Mittel, wcldjeß ganj un* fchäblid), aber fehr wirffam ift, möge baher hi^ eine Stelle einnehmen : 9Dcan ftreue jeben borgen eine ^anbboll 9loggen= ober Sßeijentleie in bie Strümpfe, welche nicht allein bie ^euchtigfeit anjieht, fonbern and) bie ^ü^e fühlt, ©iefe Äleie, bie beß 5Ibenbß feud^t ift. wirb außgefdjüttet, unb bie Strümpfe werben gut gerieben unb getrodnet. ^nerburdj wirb nicht allein baß SBunbwerben ber fyü^e gehinbert, fonbern auch bie Sebermann fo höchft unangenehme Slußbünftung berfelben unterbrüdt, ohne ba§ man ben gering« ften 9?ad)theil bavon Verfpürt. 2ludj tann man eß eine 3eiHang außfe^en unb wieber anfangen, wenn man merft, ba^ eß nothig ift. Sollten bie f^ü^e abermal wunb werben, fo ift nid)tß beffer, alß ba§ man fie mit warmen reinem ©alge Von einem brennenben Si^te befdjmiere. 3. drittel gegen beftärtbigen ^itfjfdjlveifj. $Im borgen beim ?Iufftehen reibt man bie gü^e mit einem trodenen Leintudje gut ab, unb gießt hernach einige ©ropfen Branntwein barauf. ©ie ^ßoren fangen ben Branntwein ein unb baburd) wirb eine Slffimilation ber fräftigen f^lüffigfcit beß Brannt* weinß mit ber S^meißaußfcheibung h^beigeführt. 62. uorfrefltft^e. ©er „Scientific American" empfiehlt folgenbe Salbe jftm ©inrciben ber Süße für ben Sftarfd) : Einern gleiche ©heile „®um ©amphor", ültvenßl unb Söa^ß, mifdje baffelbe warm, biß eß eine Salbe wirb, wafd)e $lbenbß Vor bem Schlafengehen bie 8mfje, reibe bie Salbe auf bie Sußfohlen, jiehe bie Soden barüber unb am borgen werben bie Süße in außgejeidjuetem 3uftanbe jum URarfdjtren fein. 63. §tü|e, Ratte, %u ßeßen. @d)Wäd)lid)e ^ßerfonen, bie an falten ^üßen unb §änbcn leiben, bürfen nur wollene Strümpfe tragen, auf warme, trodene ^u^befleibung fefjen unb Sohlen von ^ort ober gilj in ben Sd)uhen tragen. Sie muffen fi^ Viel Bewegung madjen, nur leidjte Speifen genießen unb jur Stärfung beß tagens fid) beß Bvmeranjen-©liprß bebienen. Bor bem SRittageffen nehme man einen Sfjeelöffel voll in 2Bein. $Iud) finb Sßafdjungen ber Süße mit SImeifenfpirituß ober erwärmtem Sßein heilfam. 64. flarßen. 3n ber 9?egel rührt ein gar ju fd)led)teß @ebädjtniß von phhfif^en ^lußfchiveifungen ober erfc^öpfenben Äranf^eiten Ijer. 3n biefem gade würben bie fo häufig pomphaft angepriefenen Mittel (als ba finb : SDleliffentraut, ©bertraut, Lorbeerblätter, Ofoptraut, 9toßmarin, Lavenbel« blätter u. f. w.) wenig nü^en. ©iefe ©ompofitionen haben aUecbingß, w'f 55 ade fotdje IRebifamenle, etwaß fetyr Slufregenbeß- aber in ber 9?adjwirfung eben um fo metyr ©rfctylaffenbcß unb BerWenbeß. Sie Slnwenbung beß falten Söafferß geigt fid) aud) tyier watyrtyaft fpecififd). SRan wafdtye ade borgen mit red)t frifdjem, eben erft gefctyopftem SBaffer Stirn, ^lu-gen, 9?aden unb Unterleib unb man wirb fetyr halb bie überrafdjenbftcn ÜJefultate gewatyren. 3ft @ebäd)tnifjfd)mäd)e angeboren, fo giebt eß fein bcffereß Wiittel, alß baß @ebäd)tni^ burd) täglidjeß SLftemoriren ju ftärfen. 65. glittet dagegen. Sie bewätyrteften ^außmittel gegen biefe ^ranftyeit finb f^plgenbe: 2J?an nimmt 1| 'ßfb. ^aferterne, eine §anbDod jerfdjnittene §inbläuft» wurjel unb tod)t beibeß in 12 Quart Sßaffer biß jur Hälfte ein. Siefe 6 Quart burdjfei^e man unb ttyue 1 Sotty reinen Salpeter unb 12 Sotty Buder tyinju, laffe eß am Reiter anffodjen unb bann im Heller 24 Stunben fid) ab* flären. üQan gie^e bann baß Älare ab unb trinfe etwa 30 SBodjen lang täglid) einige 5D7ale baoon. Sie ^Inwenbung beß rotyen Sibotterß in ber ®elbfudjt ift fo allgemein, ba§ man oermuttyen mu^, fie grünbe fid) auf metyrfactye 33eobadjtung Don guter SBirfung beffelben. 2Ran läfjt ade borgen 2 biß 3 (Sibotter Der* fdjluden, ober unter Buderwaffer üerrütyrt, trinfen, neben Sremor*Sartari» 'Jßaffer ober SBeinfteinmolten. 2lud) ber @enu^ Don Selter» ober Jiliner» waffer ift fetyr anjurattyen. 33on guter SBirtnng finb babei warme Säber, mit 2Baff(t, bem ®erften» ober ißotynenmetyl beigemifdjt würbe. Sludj fanfteß 9ieiben beß Äorperß unb befonberß in ber Sebergegenb ift anjurattyen. 66. ^er|lenwaO'vr, für ^ranüe. 8 biß 12 Sotty ®eufte mit 1 Quart £ßaffer eine Stunbe gefodjt, bann burd) ein Sud) gefeilt. SDlan läfjt eß erfüllen unb ttyut nacty belieben Buder unb Bitronenfaft tyinju, worauf man ein angenetymeß unb wotylttyuetu beß ®etränt für Prante bat. 67. ^etflenliorn am >uge ju entfernen. Styne einen Stycelöffel Dod fctyarjen Styee in ein Säddjen ; gie^e eben nur fo niet SBaffer barauf, um ttyn anjufeuctyten; fobann lege eß jiemlicty warm auf baß 2luge. 3Kan laffe eß bie ganje 9?ad)t barauf liegen, unb am borgen wirb baß (Serftenforn työctyft watyrfdjeinlid) Der'fctywunben fein ; wenn uictyt, fo wirb bie jweite Auflage eß gewifj Derfd)eud)en. 68. ^erucß, nßefn, aus ^ranftettjtmment gn entfernen. 1. 2J?an fctyneibe jwei ober brei ^tnlänglid) lange B^iebeln außeinanber mb lege fie auf einen Seder awf ben 5ßoben beß ©ema^eß. Sie jietyen in 56 ade üblen Au«bünftungen in ben 3?ranfenjimmern :c. an flcß unb Jinb ben gewöhnlichen SRäucßernngen vonujießen, welcße bie üblen ©erüdje nur verbeden, aber nidit Vertreiben.-2Ran fodte bie ^lüiebeln alle feeß« Stunben wecßfeln. Scßon bie alten ßgpptier wenbeten bie ^tviebeln ju biefem £wede an, unb im SRittelalter galten fie al« ein ^auptmittet jur Verhütung von Anftedung bei fßeft nnb anberen Seueßen. . „$• -® et°ürjeffig jum 9iäucßern. $Ro«marin«, Salbei» unb ^feffermünjfraut, von jebem 3 Quentchen, ©ewürjnelfen, ^rttroerrvurjel unb Angelifawurjel von jebem 1| Duentdien, jerfeßneibe unb jerftoße man jufanuuen ;u feinen Specie« unb gieße 6 Ouart SBeineffig barüber. Racß» bem bicfe SRaffe vier©ageßinburcß in einem verfdjloffenen @efäße geftanben, wirb fie au«gepreßt unb in gut verfcßloffenen ®läfern aufbewaßrt. ©a« 9täucßern mit biefem Sffig ift ber ©efunbßeit nod) juträglicßer al« mit 9?ofeneffig. 3. a ff e e ift eine« ber beften SRittel, um bie burd) animalifcßc ober vegetabilifeße Au«flüffe verborbene Vuft ju reinigen. 69. ^ef^wüfjle pt ] erteilen. 1. 2Ran bebient fiel) be§ ^idjtenßarje« (eine fiebrige Piaffe, bie an« ben ^ießten fließt), ba« auf Veber geftrießen, auf ffropgulöfe ©rufen unb ßartnädige ®efeßwülfte gelegt, fefjr jertfjeitenb wirft. 2. ©efeßwülfte, Sranbfcßäben, Ucberbeine, alte ©efeßwüre, ©urd)* liegen, Hühneraugen, werben am (eid)teften burd) folgenbe« ^flctfter geheilt: ©rei Hänbe voll frifeße Oiofenblätter werben mit einem ^fJhbe grünen Saumöl« etwa« aufgefodjt, unb wenn bie äRaffe abgefühlt ift, fo wirb fie in eine fflaf^e gethan, mit burdjlödjerter Slafe verbunbenunbbe« (Sommer« an bie Sonne gefegt. 3m Herbft, wenn man 9?üben haben fann, wirb ba« ^flafter gefodjt. ©a§ Saumöl mit ben Ölofenblättern wirb in einem ge» raumigen eifernen ©opfe nochmal« gefodjt unb gleich beim erften «Sieben gieße man ben gepreßten unb reinfiltrirten «Saft ton vier großen weißen müben hinju unb läßt Ade« eine Siertelftunbe fodjen. Sßenn bie SRaffe abgefüßlt ift, wirb ein halbe« ißfunb fein geriebene rothe SJRennige hineinge* werfen unb vorfid)tig unb langfam unter fietem Umrühren auf einem Kopien)euer fo lange getobt, bi« ba« fßflafter braun ift, unb ©ropfen beffelben auf einem falten zinnernen ©eder fieß ablöfen. Oft bie SRaffe abermal« wieber abgefühlt, fo mifeßt man brei Votß ^ampßer, ben man mit einigen ©ropfeu Sranntwein Hein gerieben hat, brei Toffel vod Saumöl in ein Votß peruvianifeßen Salfam untereinanber nnb gießt bie SRifcßung in bie warme fßflaftermaffe, rührt Ade« untereinanber, unb läßt fte erfalten. ©egen bie genannten Schaben wirb ba« 5ßflafter auf bünne« Veber ge» ftrießen unb alle 24 «Stunben frifeß aufgelegt. 3. ©a« Oob unb fein Oebraucß* ©a« Oob (ober Oobine) ift, wie fßßo«pßor unb Sdjwefel, ein einfacher, nicßtsmetaUifdjer Stoff, welcßer fteß in maneßen SRetaderjen, Vorjug«weife aber al« feßwaeße Seimifcßung be« SReerwaffer« finbet. Au« bem festeren geßt e« in verriebene Seegewädjfe über, unb au« beren Afd)e wirb e« in neuerer £eit gewonnen. (5« ift ein ftarte« ©ift, jugleid) aber ein wichtige« Arzneimittel, innerlich unb äußerlidj gebraust. On SBeingeift aufgelöft, bilbet ba« Oob eine rotßbraune ©inttur, 57 weldje befonberS bie Sßirfung fjat, naturwibrige fleißige unb gütige 2ln. f^weUungen unb Sluöwüdjfe jnrüdjubrängen unb ju beteiligen. ®egen ben Äropf, gegen Srüfen=2lnfdjweHungen (befonber§amHaHO 9e9en ®idjt wirb biefe Sinftur mit beftem Srfolg angewanbt. $lud) bie fog. SBarjen flnb unregelmäßige Hautau8rt)"^fe/ uni) f°9 Hühneraugen unb Seid)« born finb eine fdjwielige ©erbidung ber Oberhaut, unter welker ein deutel Von verhärtetem Sdjleime fidj bitbet. Seibe, bie Sßarjen unb bie Seid)« borne, verfd)Winben, wenn man fie öfters mit einem in 3ob«Sinftur getaud)»1 ten ^Jinfel beftreid)t. 70. ^e|l^f5(^merä, dagegen. Siefje SIrtiM „Neuralgie". SJlan löfe 4 @ran Sublimat (üuedfilber) in 1 Unje beftiUirtem Sßaf» fer auf, befeu^te bamit fe^r ftarf ein Stüddjen Seinwanb unb lege biefe auf bie fdjmergöafte Stelle. Sowie bie Seinewanb troden geworben, befeuchte fie bom neuen unb fa^te bamit fort, bi§ auf ber H^nt ein fe^r ftarfeS 53ren* nen, eine fRötfje unb ein friefelä^nlidjer 5Iu§fd)lag entfielt. Ser @efid)t$fdjmerj ift bann berfc^wunben, bie Oberhaut ge^t ab, unb ba$ Uebel ift geteilt. 71. ^ef^wure pt feiten. ®ie^e Slrtifel 53l u t f d) w ä r e n unb Sranbwunben ju feilen. 72. ^prun^ne £Me, ga£6e für bieferöen. 1. 2Ran mifdje gleite Steile itnaefaljene ^Butter, Dd)fenfett unb pul« üerifirten (Solopljonium (fRofin), madje eine Salbe barauä unb beftrei^e bamit bie Haube; biefelben werben nad) turjer 3eü glatt nnb weid). 2. SöaUratO, weites 2öad)g nnb gut au$gewäfferte§ Stinbermarf, wer» ben ju gleiten Sljeilen in einem Siegel auf gelinbem freuet gefc^motjen. ®iit biefer Salbe reibt man bor bem Sdjlafenge^en bie §anbe ein unb jie^t leberne ^anbf^u^e an. 3.®lpcerin al§ Heilmittel aufgefprungcner Hönbe unb Sippen. Sftau betreibt einige Stopfen babon über bie Haut (am beften $Ibenb§ bor Sd)la« fcngeljen) j nad) 2 Sagen ift bie Heilnug in ber fRegel boüenbet. Sa§ reine ©Ipcerin ift Waffer^eU, jeboch ölig bid, fdjmedt retn füfi, fann o^ne ®efaljr genoffen werben ; bag beim (Sinreiben wunber Stellen entfte^enbe bei^enbe ©efü^l ge^trafd) borüber. 4. SWan fdjmelje weites 2Badj§, mifd)e barunter 2 Sotb SoljanniSöl unb reibe mit biefer Salbe bie H^nbe 14 Sage lang be§ borgens unb ?lbenb§ ein. 5. 5D?an löfe 1 S^eelöffel boll bon bem wäfferigen fD?prt^en«@jtract ia einer ^affeetafdje mit Ijeifjem SBaffer burdj beftänbigeS Umrüsten auf, unb mit biefem Sßaffer wafdje fleißig bie Hänbe. 6. (Sin anbereS Mittel befte^t in folgenbem: 2Ran wafche bie H^n^ mit einer f^arfen Sauge aus JBudjenafdje, fjernad) mit beftiuirtem Stegen» 58 Waffer rein unb ftart ab, trodene fie mit reinem Seinen unb reibe fte mit Sippenpomabe ein, bie au# weißem 2öad)S, SorSborfer Slepfelfaft unb ©ierol gemadjt ift. ^anbfdjuhe mit biefer ^omabe eingerieben, unb be# 9?a^tS getragen, heilen ba# Uebel grünblich. 7. TOmm ein h^be# 5J3funb frifd)e • ungefaljene Sutter, ein hatbeS ^ßfunb gelbe# 2Bad)S, 2 Soth Ddjfemungenwursel unb bie Seeren Don brei blauen Weintrauben. ^od)e biefe# 5lde# in einem neuen glafirten Sopfe, taffe e# burd) einen leinenen Sappen laufen unb hebe e# auf. SBirb e# fleißig gebraucht, werben bie Hänbe unb Sippen nie auffpringen. 8. 3wei Soth SBadratl), in einer Saffe über freuet gefdjmoljen, unb | Soth SRanbelol, 6 Sropfen SaDenbelol, ebenfoDiel Sergamotöl unb 2 Stopfen 9?elfenol jugefe^t. $Ide# wohl untereinanber gerührt unb gut auf- bewahrt. 9. SorSborfer 3lepfel fdjneibet man, ohne fie ju f^äleu, in tleine Stüddjen unb fäubert fie Don ben fernen ; ebenfo jerfdjneibe man große 9to* [inen, woDon man gleidjfadS bie Äerne abfonbert. Sann wiege man Don jebcm 4 Soth ab unb brate fie in einem Siegel mit einem halben ^ßfunb fri= fdjer, ungefaljener Sutter unb Dier Soth gelben SßadjfeS unter fleißigem Umrühren fo lange, bis ein hierDon auf glühenbe Sohlen geworfener Sropfen nicht mehr praffelt ^llSbann brüde man bie 'ißomabe burd) ein Sud) in ein ®efäß mit fRofenwaffer unb h«t man fie barin ertalten taffen, fo wirb fie bann jum ®ebraud)e aufbewahrt. 10. Sei großer Neigung ber §aut, aufjufpringen, fid) ab$ufd)uppen, troden unb rauh werben, befeud)te man baS ®efi^t, ben §al# unb bie ßänbe 3lbenb# mit frifdjem 9J?i(d)tahm, ben man balb barauf mit weidjer Seinwanb wieber abwifdjt. 11. -Ulan falbe bie $änbe mit §afenfett ein unb trage Sag unb ^adßt glatte bänifdje ^anbfcfjuhe. 12. 3n einer Sauge, dou ^üdjenafdje bereitet, müffen bie £>änbe oft tüchtig abgewafcßen, bann abgetrodnet unb mit Hammeltalg eingerieben Werben. 73. ]u Reifen. 1. 2lde fdpveifstretbenben SERittet linbern me^r ober weniger. «Sehr gerühmt wirb ber Shee Don ^nofpen ber fcßwarjen Johannisbeere, morgen# im Sette getränten, worauf man im Sette ben Scßweiß abwartet. ' 2. 2ludh Weerrettig, gerieben, fowie bie Slätter auf bie fdjmerjhaften Steden gelegt, thut gute Sienfte. 3. @in gegerbte# Hunbefed wirb and) häufig angewanbt. 4. 2Ran nehme ade borgen 2 bi# 3 ®ran Jngwer in etwa# füiil^ ober auch 3utfer ober butter. 5. fülan nehme Sltaun, in fleinen Studien, nähe ihn in feine Seim wanb unb hänge ihn an bie fdjmerjhaften Steden. 6. Sßeingeift wirb über ^idjtenfproffen, ©uajatholj, SaffafraSholj unb 2Bad)holberbeeren abgewogen unb bie leibenben Steile bamit eingerieben. 7. (Sine Unje getrodneter, ober 2 Unjen frifdjer Älettenwurjeln Werben mit 12 Unjen W aff er bi# auf bie Hälfte eingefod)t, mit $onig ober Süßholj öerfü^t, unb taffenweife getrunten. 59 8. Bei pobagrifeßen Sd) merken unb Steifheit ber ^üße gebrauche man Sampfbäber. SRan fe^e fid) auf einen Eimer mit heißem Blaffer, taffe fid) mit Scden ein^üUen unb fjalte baß B5affer burd) ßeiße Steine todjenb. 9. Sinne empfahl, um broßenbe ©idßtanfäHe ju verhüten, Viel Erb* beeren ju effen ; fowie er felbft fold)e Unfälle betam, aß er eine Sdjüffel voll Erbbeeren unb mar am folgenben Sage gefunb. Er mieberholte bieß brei Sahre hintereinanber, bei jebem pobagrifdjen Unfälle, unb betam bie Ärant«) heit nie wieber. 10. Saß Vom ^aifer Napoleon für 24000 grauten ertaufte ©idjts mittel beß Dr. fRabieß befte^t auß 5Rotta«Balfam, rotier ffieberrinbe, Safran, SaffapariUe, Salbei unb Slltoßol. 11. SJlan läßt 1 Sotß ungebrannten ^affe im SRörfer jerftoßen ober mahlen, mit einigen Saffen BJaffer todjen unb bavon eine große Saffe voll mehrere borgen nücßtern im Bette trinten, unb bie banadj vermehrte Sranfpiration liegenb abmarten. 12. Bäber auß Seife unb Scßmefetteber mit BJaffer getobt, fo baß auf 4 ^(afdjen Blaffer 2 Sotß S^wefcUeber unb 4 Soth Seife tommen, tonnen felbft gegen ©idjtfnoten fehr vbrtßeilßaft benu^t werben. 13. (Sin 75jähriger SRann, ber feit fahren an ber ®id)t gelitten unb ganj elenb geworben war, heilte fid) burd) folgenbeß, ihm angeratheneß URittel. (Sr nahm ein Quart äRofelwein, that 4 Soth gemahlenen fdpvanen Senf hinein, ließ eß einige Sage in ber BSärme fteßeu, feihete eß nadjßer burd) unb traut täglid) früh im Bette ein BSeinglaß voll bavon. hierauf blieb er noch einige Stunben im Bette unb wartete ben S^meiß ab. Sabet aß er ju allen Speifen, Wenn eben möglid), SRoßricß (Mustard). 14. Einreibung ber feßmerjenben ©lieber mit Effig^etßer ift probat. Eß foUte alle 12 Stunben eine tücßtige Einreibung erfolgen. Bei ber britten erfolgt fd)on Sinberung unb bei ber fedjften völlige ©efunbßeit. 15. @ i dj t B a l f a m. 3^^ Sßeile Seife, ein Sßeil Dampfer, etwaß Safran unb 9hgenwürmergeift mit SImeifenfpirituß jufammen ju einer Salbe vermifdjt. Sie teibenben Sßeile werben täglid) bamit einge* rieben, natßbem fie juVor mit einer ^aarbürfte gebürftet worben waren. 16. ^Jornbranntmein, mit Äaltwaffer ju gleichen Sßeilen vermif^t, milbert baß Süden vor ober naeß einem ©i^tanfaUe. 17. -5Ilß SRittel gegen gidjtifdje 3uftünbe wirb erfaßrungßmäßig feßr gerüßmt : man mifeße ein Sotß Slnießgeift mit ein £otß Äölnifcßen BSafferß unb wafc^e bie leibenbe Stelle. 75. unl> anjitferftgen. Saß berühmte englifd)e ©idjtpapier unb ber ©id)11af* f en t werben auf folgenbe BSeife angefertigt: Eine Unje Eupßorbiumßarj, | Unje gepulverte Eantßariben (fpanifÄe fliegen) unb 5 Unjen Slltoßol Werben 8 Sage bigerirt; in bem giltrat loß man jwei Unjen weißeß Eolopßoninm unb 1| Unje venetianifdßen Serpentin auf unb beftreießt mit biefem {^irni^ gewöhnliches Briefpapier 3 9)?al Saf» 60 fent 4 biß 5 SJial mittelft eineß ^ßinfelv. Stie ?Inroenbung biefeß Sßapierß ober Staffeut iß fehr ju empfehlen gegen rheumatifd)e Sefd)roerben. Snbem eß bie atmoßphärifdje Suft von ben franfen Stheilen abhält unb ©rtältungen ber ^»autorgane Vorbeugt, reijt eß gnqteid^ bie äußere §aut unb leitet fo ge« roifferma^en bie franfhafte Sthätigfeit nad) ?Iu^en. Sei duften thut bieß ©idjtpapier eben fo vortrefflidje ©lenftleiftungen, roenn man bie Sruft bamit bebedt. 3a^aria'j> für 3Ran beftreidje bie leibenben Stellen 8 biß 14 Sage mit folgenber Salbe, wenn in heftiger Sdpnerj baß (Sinreiben nid)t geftattet. 9Ran nehme etwa für 5 (Sentß potafche (Äali) unb madje fie feudjt mit SBaffer, ohne fie ganj anfjulöfen, worauf man eine gefertigte 5Iuflöfung berfelben erhält, 2Ran laffe fie nach mehrmaligem Umrühren einige Stunben ftehen unb flar werben unb nehme Davon einen S^löffet voll unb ebenfoviel gereinigtes SRüböl, fülle beibeß in ein Sürjneiglaß, pfropfe eß unb fd)üttele eß tüchtig burdpinanber, fo h^ man eine flüffige, milchartige Salbe, welche jum ©ebraud) fo aufbe« Wahrt, unb jebeS SDfal vorher umgefchüttelt wirb. Siefe Salbe heilt grünb« lid) offene ®id)t unb fehr böfe Sranowunben, anbere bößartige Oef^würe unb ^lußfchläge, aufgesprungene Sippen unb $änbe bamit eingerieben, Ser« hürtungen in ber £>aut, ohne ilnwenbnng anberer SRittel, unb wo ber lieber» fhif; an Sßottaf^e in berfelben beim Oebraud) ju fehr im Anfänge fdjmerjt, mifcht man mehr Del ju, woju man auch feinereß ober wohlriedjenbeß an« Wenben fann. Sie gefättigte ißotafchen«Sluflöfung bient ferner verbünni alß 9?einigungßmittel für ben Körper, ftatt ber oft fdjle^ten Seife. 75. unö öagegen. 2Benn eine s^erfon abfidjtltd) ober jufäUig @ift verfdjludte, foUte man, anftatt in nnnü^e unb jeitraubenbe Vorwürfe ober Klagen außjubredjen, augenblidlid) Semanben nad) einem guten Sirrte fenben. 3n ber ^tüifdjen^ jeit hole man auß ber Äüdje ein h^eS Srintglaß voll Söaffer in irgenb einem @efä§, baß gerabe jur §anb ift, Werfe einen Teelöffel voll Salj unb eben fo viel Senfmehl hinein, rühre eß gut um, faffe ben Patienten bei ber •Rafe, worauf er fdjneH ben 3Rnnb öffnen wirb, bann f^neU hinab mit ber SRif^ung, unb in einer ober 2 Sefunben fdjon wieber baß @ift außgebrodjen Werben. ©iefeß SRittel wirb in ben meiften fällen beffer wirten, alß irgenb ein anbereß, baß man geben tann. Sollte biß bahin ber 9lrjt nod) ni^t angelangt fein, fo [affe man ben Patienten baß Söei^e von einem @i Ver« feinden, bem man eine Saffe ftarfen Kaffee folgen lä^t. Sieß wirft alß ©egengift für faft irgenb einen Sheil beß ®ifteß, ber nod) im SRagen jurüct« geblieben fein mag. SBei Vergiftungen bitrd) Slrfenif unb Strpd)nin neunte man fo rafd) alß nur möglich einen Söffet voll Sü h ö l (Saumöl, Olivenöl) ein unb habe bie Sßunbe bamit, wenn man von giftigen Snfetten ober Schlangen gebiffen worben ift. §at man beigenbe Sublimate verfdjludt, neunte man Saumöl unb baß SBei^e von einem @i ein, unb jwar fo rafd) alß möglich. 61 76. Grippe. ^Bittet dagegen. ®ie unter bem tarnen ©rippe befannte Srtältung ift burd) fob genbeS 2Rittel binnen 24 Stunben ju furiren: 2Ran nehme jwei S^löffel ooU Saumol (Sü^öl), einen ©^löffel voll Franzbranntwein, 3 frifepe (Sibotter unb für 10 SentS weiten §onig. 2Ran mifepe SlUeS tücptig burepeinanber, nepme aUe Siertelftunben einen Jpeeloffel Voll bavon unb palte fid) warm babei. Oft eine Portion niept pinreiepenb, nepme man eine zweite. 77* ^aarc ju entfernen. 5118 anfjerorbentlid) wirffameS IpaarjerftörungSmittel ift baS Natrium Sulfppbrat erfunben worben. ©affelbe greift nod) weit energifdjer bie $>aarfubftanj an, als baS in biefem 3^ed empfohlene, unangenehm nach S^WefelwafferftoffgaS riedjenoe ©alciumfulfhpbrat. SRan erhält baS neue ^aarjerftörungSmittel in einer f^r paffenben gorm, wenn man 1 ©ewidjtStheil frpftallifirteS SRatriumfulf« hpbrat mit 3 ©ewicptStljeilen feiner Scplämmtreibe (fohlenfaurem ^alt) ja einem feinen ^ulber innigft jufammenreibt. geud)tetman biefeS ®emifd), weld)e§ fid) unbegrenzt lange, ol)ne 3erfe^ung ju erleiben, in berfd)loffenen ©läfern aufbewahren läpt, mit einigen tropfen Sßaffer ju einem biden Srct an unb trägt foldjen in ^Refferrüden bider Sage j. SS. auf ein mit paaren bewadjfeneß gell, fo fiept man fcpon innerhalb weniger SIRinuten ba§ bide §aar in eine weiche, burd) Sßaffer leicht öon ber £>aut ju entfernenbe weidje SRaffe fid) oerwanbeln. - Sei längerer Sinwirtung finbet felbft eine Sorro» fion ftatt. 78. gaw, das JfcnsfalTen derfeflien |n neunten. 1. Son früher gugenb an muffen bie §aare wenigftenS alle biet SSo^en verfc^nttten werben ; fdjbn bieS allein unb bie Sermeibung aller ^omaben, woplriedpenben äßaffer u. f. w. in fpätern gaprenift pinreid)enb, baS SöacpStpum ber §aare ni^t ju ftoren, fonbern e§ ju beförbern. 3« ben erften 10 Sagten laffe man bie jfinber, borjüglid) in ber wärmere« SapreSzeit, möglidjft unbebedt gepen. ©a§ Sloptragen be$ ÄopfeS, jumal wenn e§ ba$ ^cnb gewopnt ift, pat feine ^acptpeile ; ju ftarfe unb ju warme Äopfbefdjwerung ift ni^t gut. gangen beffen ungeachtet bie £>aare an f^wad) ju werben, fo madje man alle Slbenb eine (Sinretbung von granj* branntwein, bod) fo, bap ber Äopf nicpt ju fepr genäht wirb, feigen fiep taple «Stellen, fo laffe man bie bürren ^>aare abrafiren unb zwar fo oft als möglidj, madje au^erbem auf ben fallen Stellen ade SIbenbeeine (Sinreibnng bon Semöl, bermifdjt mit rein auSgewafcpener Sutter unb fd)ü§e ben Äopf forgfältig bor bem Zutritt ber Suft. hierzu eignet fid) am beften ein glatt anltegenbeS Ääppdjen, weites mit Slafe gefüttert ift, ober eine ebenfo ge* fütterte §aartour, bie äufjerlid) befeftigt ift. 2. 2Ran nimmt fo viel Franzbranntwein, als jur Slnfeu^tung ber $aare nöttjig ift, legt bie Hälfte, ober nad) Serpältnifj ein drittel einer mehrmals eingeterbten 3^wbel hinein, unb erwärmt beibcS gut jujammen. 62 Jie £>aare werben mit btefem ^Branntwein befeuchtet, gut burchgefämmt unb mit einer leinenen ÜRüt^e bebedt. 3lm beften gefdjieht bie Befeuchtung AbenbS vor bem <Sd)tafengehn. 79. farßeuöes Rittet, bas ßifftg^e. fRimm £ ^ßfunb fe^r fein gefloßene (Silberglätte, | 'ißfunb ungelösten unb | $funb ^aarpuber. 3lÖeß wirb gepulvert unb gut gemifbt, fertige hiervon einen SBrei mit £>ilfe warmen SBafferß, unb beftreibe mit bemfelben baß §aar bid biß jur Sßurjel ljinab, lege barauf plattgebrüdte 33aumwoKe, welbe mit SBaffer befprengt worbenift, unb binbe fie mit einem £ube bie 9tabt über feft, ©en anbern Sag nimm Seife unb Söaffer unb reibe ben feft geworbenen Scig gut ab, fo ift baß §aar gefäubert unb ^at bie gewünfbte fbwarje f^arbe. 80. Ms, wunben, ja Reifen. 1. 3Ran reibe ben §alß unb bie iß ruft mit fälliger SSutter ein vor bem <SdjIafengef)n, ober (treibe fällige SSutter auf brauneß Rapier unb lege ei auf SBruft unb §alß. ©egen 33 r o n b i t i $ l)ilft folgenbeß Mittel : £D?an neunte trodene ^Blätter ber gewöhnlichen Mullein ^ßßanje, pul» Verifire biefelben unb raud)e fie in einer neuen S^onpfeife. 3Ran jie^e bei« Stauch in ben §alß unb verfdjlude et maß bavon. Shue eß jwei ober bret» mal täglid). 2. Xaube etwaß rotten Pfeffer in Siber, gebraube biefeß jum ©urgeln unb verfblude bißweilen ein wenig. 33effer ift eß jebob, bie ©urgel mtt trauer'ß §efen außjufpülen. 3. Sine Un^e Äampheröl (camphorated Oil) unb 5 dentß werth Chloride of Potash. Sie 5ßotafbe löfe man in einem ©laß Söaffer auf, gurgle bamit bie ^e^le tüdjtig unb reibe bann ben fRaden abenbß vor bem ©b^fangetjen tübtig mit bem Äampperöl ein. 9?abl)er umtvidle man ben $alß mit ^lannel unb ber wunbe §alß wirb halb wieber gefunb fein. 81. ^artfetßiolieif uerfreWen. ®ie ^artleibigteit entfielt auß allen bläpenben unb ftopfenben @e» nüffen : alß : allen ^ülfenfrübten, SRe^lfpeifen, geräubertem unb gepatel» tem gleifdje, auß anpaltenbem Sitten, ju wenig Printen unb ju Wenig iße» wegung. 1. ®aß Sßafben beß Unterleibeß vermittelet eineß in ganj Mteß SBaffer getauften £)anbtud)eß unb bamit ben Seib redjt tüchtig in treiß« förmiger ^Bewegung gerieben, ift Von guter Söirtung. ©benfo baß Gaffer« trinfen unb ftarte ^Bewegung barauf. Seniieß*33Iätter mit Pflaumen abge» fobt unb genoffen verfehlte woljl nie feine gute SBirfung. 2. s^erfonen, bie an oft wieberfefjrenber ipartlcibigteit leiben, foUten ftctß nab £ifbe einige getobte Pflaumen genießen. 3. Kaffee, jumal ftarf verfügt unb o^ne SRildj getrauten. 4. trübte, namentlib ^irfben, SBeintrauben, 3Iepfel SRorgenß nü^ tern gegeßen. 63 U $ontg anftatt Mutter gegeben. ®etoc^te Biegenmilth mit §ontg. 6 Unter ben gewöhnlidjen Nahrungsmitteln fmb benen, bie an $art* (eibigferi leiben, befonberS ju empfehlen: faure Nüldj, Muttermilch, ge» bratene 'Stemel, Sauertraut, rother unb brauner ^ol)l. 7. 3u eröffnenben ^rühlingSfuren tann man baS junge Äraut bom Löwenzahn, beS Kümmels, beS Kerbels, Sauerampfers unb ber Bi^0^ auf ähnliche &rt wie Spinat gelocht, genießen laffen. 8. Nlan bratet ober f^mort einige MorSborfcr 2lepfel in gutem weißen Maumöl, läßt einige effen, unb eine Saffe ftarten Kaffee ohne W?ilcf). fo Warm als möglich, nadjtrinten. 9. ^rifdjer Nfoft, fowoht von Trauben, als bon ülepfeln unb Mimen, wirft auf bie meiften Ntenf^en, auch in geringer Quantität genoffen, purgirenb. 10. Senen, bie an ^anleibigteit leiben, unb babei ^Ibfdjeu bor 2Irj« neien haben, tann man abführenbe §onigtu<hen effen laffen. Ntan nimmt bazu 4 Soth ^onigtudjenteig unb fnettet ihn mit 20 @ran SalappenwurzeG falber, baS man jubor mit etwas ^anbiSjucfer bermifcht, bezeichnet ben buchen mit einem Beiden nnb läßt ihn bacfen. Sie Hälfte ift gewöhnli^ fdjon hinrefdjenb, Qeffnung ju berfchaffen. 11. 2lUe biefe Nüttel übertrifft in Dielen fällen ein Älpftier bon lauem SBaffer an SBirffamteit. 2lnftatt beS bloßen lauen SBafferS bient auch ' Seifenwaffer, Salzwaffer, ^(eienabtodjung, ÄamiKenthee mit Leinöl, Nüldj mit §onig, Gaffer unb Sffig 12. Sine Nüfdjung auS Mierhefe unb füßer Nül$, lauwarm genoffen, ferner ^Ipftiere bon SamiUen unb £afergrü$e, bon jebem eine ^anbboU, mit 4 Waffen Sßaffer getocht, bann burchgefeiht, 1 Sßlöffel bon ^odjfalj •unb 3 Sßlöffel boll Nüböl jugefe^t. Sm Merlaufe bon 1 bis 2 Stunben Werben 3 bis 4 Älpftiere genommen. 13. Sin bewährt gefunbeneS Nüttel gegen £>artleibigteit, gänzliche Merftopfung unb branbige Merpärtungen ift ^olgenbeS : Heber ein gelinbeS ^euer fe^e man einen neuen Siegel, tpue einen Sßlöffel boU guten Äern« £>onig unb einen Speelöffel boll ^üdjenfalj hinein, unb taffe eS bergeftalt berbiden, baß tegelförmige Rillen (Seifjäpfdjen) barauS gemacht werben tonnen. Siefe werben beim ©ebraud) mit Maumöl beftrichen unb eine ber» felben in bie Nüinbiing beS SarmS geftedt. 3n 3eü toon haftens einer Stunbe erfolgt Stuhlgang. Oft bieS bei branbigen Merhärtungen nid)t ber OaH, fo wenbe man fefort ein jweiteS an unb bem Patienten ift geholfen. 14. ißurgirtuchen.- Sine Huje Ntehl. 1 Unze pulberifirten BU(^er^ 2 Sier unb 1 Drachme pulberifirten Salappe ; tnete biefe Nfaffe gut burep» einanber unb mache brei Äu^en ; ein Miertel bon einem berfetben wirb 5 @ran Salappe enthalten unb mag ein'ober $wei 9Ral beS SagS genommen, werben, je nad) ber Söirfung. 15. ißurgirenbe Eitlen, ,,ähnlich ben bon Slper."-Shinoibine eine halbe Unie, berbünnte Scbwefelfäure eine Un^e, ^llfohol eirte Unje Sprup ober BunerhauSmolaffeS fedjS unb eine halbe ^lüffigfeitSunse ; löfe juerft oaS Shinoibine in ber Säure unb bem Sllfohol auf unb füge bann ben Sprup hinzu. 16. Ser ,,SBiener urgirtrant" wirb wie folgt bereitet • 64 2 Cuentdjen SenneSblätter, | Duentd)en ^endjelfamen unb 1 Sot^ Patron 2Beinftein übergieße man mit 1 ^ßeint fodjenbem Sßaffer, laffe $Iffe8 aieben, rüpre eS um unb feihe eS burd). SRan fann etwa« äRolaffe« ober ^flaumenwaffer gufegen. Srwadjfene nehmen 2 ©^löffel voö, Äinber 2 STfjeeloffel voll alle 1 bis 2 Stunben. I 82. .Äämorr^otöen, Rittet öagegen. 2llS vortrefflidjeS äRittel gegen Hämorryoiben unb bie baburd) verur* faxten Blutungen wirb Cayennepfeffer empfohlen. 3n einzelnen fällen fol! ber ©ebraud) beffelben fogar rabitale Leitung fjerbeigefü^rt yabeu. ©ie Söirtung beS Mittels lä^t fid) leidjt erklären, ba baffelbe ben -PfortabertreiS« lauf in energif^er Söeife anregt. ©ie ©abe ift eine ©radnne mit ben ge* »iynlidjen Speifen vermifdjt; fd)on nad) Vier big adjt täglidjem ©ebraudje tritt 53effcrung ein. ©aS ^Rittel wirb baranf in Heineren ©ofen, 3 -12 ©ran täglid), nod) längere 3cit fortgebrau^t. ferner wirb jur Heilung ber §äntorryoiben empfohlen: 1. SDlan trinte viel Söaffer unb madje falte Umfdjläge. 2. Älyftire von faltem Söaffer, nidjt ju falt, finb feljr yeilfam. 3. 9J?an trinte 53ittertlee«, Sngwer« ober ^almuS«©yee, unb waf^e fid) mit Sd)aafgarbentyee ober taltem Gaffer mit Cffig. 4. SBei Hämorryoibal «Äolit madje man warme Umfd)läge auf ben Seib unb trinte ^amiUentyee. 5. Sinb bie knoten feljr fdimerjyaft, fe^e man 53lutigel an unb lege na^er gefdjabte SJiofjrrüben auf. 6. Sinb bie knoten blo^ empfinblid), beftreidje man fie mit Sleiceret ober ©yee Von Saffran, ober mifd)e ein Onentdjen §offmann'f^en 53alfam unter ein iPfunb ÄamiUentyee unb wafdje fie bamit. 7. Um verftedte Hämorryoiben jum 53orfdjein ju bringen, neunte man 10 ©ran Sdpvefelblumen ober Sdjwefelmild), 20 ©ran vitriolifdjen 2ßein= ftein ober Salpeter unb etwas 3uder ein. 8. ©egen verftedte §ämorrf)oiben ift auty ein 53ab ber großen 2Balb» ameifen ju empfehlen. Sßenn man foldje yaben tann, ^ebt man einen ganjen Raufen berfelben auf, in einem Sade ober fonftwie, leert bie ganje ®efd)id)te in einen Simer, brü^t foldje mit einer -Partie ^ei^en SBaffer über, unb legt über ben Cimer ein bünncS SBrett, auf ba§ fiel) ber Prante ent« blö^t ju fe^en tjat. ©amit bie ©ämpfe me^r wirten, fo überpängt man benfelben,fammtbemSimer, mit ©üd)ern. 3n weniger 3«it ivirb baranf ber Patient fid) fogleid) wo^l befinben, unb bie Sdjmerjen werben auf^ören. 9. 511$ gutes Hausmittel ift ber anfjaltenbe ©ebraud) von getrodneten Sdiafgarbenblütyen, mehrere ©olben berfelben mit einigen ©affen todjenben Gaffers überbrü^t, eine 2ßeile jugebedt am f^euer fte^en laffen, bann burdj« gefeilt, unb früt) fowie 5lbenbS vor Sdjlafengeljen warnt getrunten, ganj vorjüglidi ju empfehlen. 3n ber ©iät finb ftart gewürjte, bläfjenbe unb anbere yi^ige Speifen unb ©etränte, als 2Bein, Kaffee unb ftarteS 53ier ju vermeiben. . 10. 53oluS für innerlicye $>ämorrl)oiben.-©epnlverte englifdje Seife, 65 ei Unje ; gepulberteS faljfaureS Slmmoniaf, eine Unje ; gepulberte Öatapa, eine Unje ; Salfam Sopaiba binlänglid), um eS in ®oluS p madjen. Sd)iebe jebe 5Rad)t einen babon an feinen Drt. 11. Salbe für äufjerlidje ^ämorrljoiben.-Stramoniumfalbe, eine l>albe Unje ; ©allenfalbt, eine tjablbe Unje ; fd)WefelfaureS SRorp^in, jehn @ran ; madje bie Salbe. Sege fie fRadjtS unb SRorgenS auf. 83. ^ande, das Jluffpungen derfefßen, juuerßüfen. -fRimm $onig nad) belieben, Sü^manbelöl ljinlänglidj, um einen dünnen £eig anjitnadjen ; reibe ba§ Del atlmälig pinein, bis e« wo^l ge» mifc^t ift. ®ebraitdj$borfd)rift : ^ad) bem Sßafdjen ber $änbe unb wä^renb fie nod) na^ finb, nimm eine Heine äRenge babon unb reibe bie leibenben Stellen damit ein. Sorgfältig angewandt, wirb eS nidjt verfehlen ju feilen. Sie^e 9lrt. Sippen, aufgefprungene. 84. ^aut tmnetüremtOar nta^en. 1. Unje 2llaun, aufgeloft in 4 Unjen warmen 2öafferS, wojn nodj 1 Unje arabifdjer ®ummi genommen wirb. 2. (Sine 2Iuflofung bon Sllaun in 4 Steilen Sdjwefelfäure. 3. Sine 2luflofung bon fdjwefelgefäuerter Sllaunerbe mit £^on ber* mifd)t. 4. SRan beftreidje bie £aut oft mit berbünnter Sdjwefelfäure, ober nod) beffer mit einer gefättigten ^luflöfung bon 5Ilaun unb Sdjwefelfäure, Wel^e ju einer 9Raffe eingefodjt wirb. 85. gantjudien, Rittet dagegen. ®egen djronif^eS ^autjuden ift bie (Sarbolfäure ein probates Mittel. 86. ^antf^arfe, Rittet dagegen. 9Rand)e ^ßerfonen, namentlid) fol^e, wel^e bon ber !Ratur mit einer anfe^nlidjen Portion ^ett bebaut finb, leiben in warmem SBetter ^äufig an fogenannter §autf^ärfe, Welche fie an manchen Stellen beö ÄörperS empfinbtid) plagt. 3Ran taudje ein Stücfd)en Sinnen in eine 21uflofung bon ülaun in Sßaffer unb baS Uebel wirb fdjneH berfdjwinben. Seifenmild) unb Seifen mulfion, baSbefte unb b illtg ft* ^jauSmittel gegen rau^e unb aufgefprungene §aut, wnnbe Stellen u. bgl., tann man fid) leicht bereiten, inbem man 1 Dfyeil befte, gehabte ÜRarfeuIer Seife in 10 feilen fodjenbem SBaffer löft, bie Söfung faft erfatten läfjtunb bann mit | Xfyeil ^robenceröl berfe^t unb fdjüttelt, wobei eine milbige glüffigfeit entftegt, bie fid) längere ^eit milbig erhält unb beim Schütteln immer wieber brauchbar wirb. 9Ran tann aud) me^r Del, als in ber iBor= fdjrift mitget^eilt würbe, anwenben, wenn man eine bittere Smulfton Ijerjn* fteUen wünfdjt. 66 87. Rittet dagegen. @egen bie £eiferleit, welche bei Sielen nad) ©rfältung eintritt, binbe man bie 9iadht über ein fleine« gdaumfeberfiffen um ben^ai«, laffe Kämpfe tinatfjmen, @erftenfd)leim, 9ieglife effen, Sruftt^ee trinfen unb bie unter* brüdte ^autau^bünftung beförbern. * ©ntfte^t ^eiferfeit nad) 9?ad)tf^wärmereien, fo ift ^ungerfur ein gute« «Rittel. Srufttfyee unb Seinfaamen ju gleichen ©feilen mit fjeifjem Sßaffer über* goffen, ift ba« befte Heilmittel. Äinbern gibt man in folgen fällen gebratene 5Xepfel, worin man 3«^^ fjat fimeljen laffen, ju effen. &nbere 2D7ittel finb : ©^ee mit (SigeXb unb Äanbi«juder ju trinfen. - Sin rofje« @i verfd)luden. - Lüftern effen. - ©ragantf)fd)leim in üßein «eljmen. - &rüt) nüchtern eine §ering«mild) ju effen. - Senfme^l, mit ^>onig ju Äugelchen gemadjt, borgen« effen. Huftet ein Äinb ^ol)l unb rau^, fo laffe man e« im Farmen fdjlafen unb gebe ibtu einige ©affen warme 3Rild) ju trinfen. (facaobutter, ^latfc^rofenfprup, ißomeranjenblütljenwaffer unb fü^e« 3Ranb<_3I, von jebem jwei Sot^, wirb mit einanber vermiet unb bavon alle 2-3 Stauben 1 STljeelöffel voll eingenommen. Ober man fpült ben £al« mit ?iner SRifdjung au« brei ©affen Salbeitee unb einem öuentdjen Ülaun. SinfadjeÄurfür „S e r I u ft b er Stimm e." «Ran nefjme je^n Minuten Vorder, efje man anbauernb reben ober fingen wiU, ein Stüddjeu Soraj von ber @rö^e einer Srbfe in ben «Rinb unb laffe e« auf ber 3wge langfam f^meljen unb bie Äeljle ^inabgleiten. gür eine volle Stunbe lang wirb e« bie Stimme flancjreid) unb voll unb rein erhalten. ©>ie« «Rittel ^at ben 5$ortl)eil, ba§ e« billig, ^armlo«, leidjt ju erlangen unb bequem in ber 2Beftentafdje bei fid) ju führen ift. SBoray, auf biefe äöeife gebraucht, befördert Sdjleimabfonberung unb »er^inbert baburd), ba^ ber 9Jiunb unb bie Äeljle troden werben. betreff« eine« Mittel« gegen (Srfältung, "Nitrate ofPotassa", lautet ba« SRejept furj fo : ©er ißatient lege fid) ju Sette, trinfe ein @la« Gaffer unb fange an einem Stüde ißotafd)* Nitrat von ber ®ro^e einer (Srbfe ober So^ne, bi« c« fid) aufgelöft unb feinen Sßeg nad) bent 2Ragen gefunben ^at. äRan fann ba« Sßaffer Verfügen, um ben ^äßlidjen @cfd)mad be« Nitrat« ju milbern. ®eiftl'dien, Sängern unb Webnern ift jura^en> einige fünf @ran Pulver be« ißotafdpJ?itrat«, ba« von ben Ülpot^efern mm ©ebraudje fertig ^ergefteUt wirb, bei fidj ju führen. S« wirft, wie ber Soraj, erwär* menb, e« entfernt bie ©roden^eit ber ^eljle unb Stimmri^e unb leiftet me^r toie warme ^u^bäber, Ijeifjer ©^ee unb türfif^e ober ruffifdje Säber. 88. (Äü^nerangen (Corns) jn entfernen. ^olgenbe Mittel werben als probat empfohlen : 1. ^?an nimmt : 1 ©Teelöffel voll ©fjeer, 1 „ ,, Salpeter, 1 ,, ,, ^oc^juder ju einer Salbe gemalt, auf Seber geftridjen unb auf bie ^üljneraugen ge* legt, vertreiben fold)e. 67 2. 3Ran taudje ein bünneS in ein ©lag mit Spiritus nitrtr unb betupfe bie Hühneraugen SRorgenS unb SlbenbS bamit, worauf fie nad) 8 ober 14 Jagen fammt ber Sßurjel augfallen. Jabei ift aber große Sei* ficht anjuratßen, ba jener (Spiritus ju ben fc^ärfften ä^enben Subftanjcn gegärt. Um bie gefunbe Umgebung beS HüßneraugeS, fowte ben barüber ju ließenben (Strumpf nor (Schaben ju feßü^en, umwidle man nadj jebeSmatigcm Setupfen bie 3eße mit einem feinen Jalgläppcßen. 3. 2Ran leqe gefdjabte (Seife auf, ober ein 58latt ber H«uSwurj, naeß» bem vorder in einem warmen ^u^babe ber obere Jßeil beS Hühnerauges abgefdjält worben war. 4. SRan nimmt SBeinfteinfalj, ungefähr fo biel, baß baS Hn^nerauge bamit bebedt wirb, unb binbet ein Stüddjen ßeinewanb barüber, bana feneßtet man bie Seinewanb mit einem Jropfen Söaffer an; in 3 bis 4 Jagen tann man eS abnehmen, unb baS Hnhnerau9e berliert fieß. SERan ßüte fic^ aber borjüglicß bor Jragung enger <Seßuße. 5. Hüßneraugenpflafter, welches feßr ju empfehlen ift, befteßt in 2 Votß Gummi ammoniacum, ebenfo biel gelbeS 2öacß§ unb 3 Quentchen ®rün» fpan ; baS ®ummi wirb mit bem 2Ba$fe jufammen aufgelöft, oer @rün» fpan barunter gerührt unb fobann, auf ein Säppdjen geftridjen, auf'3 Hnßner* aitge gelegt. 6. üRan lege folgenbeS ^flafter auf, baS man bid auf Seber ftrei^t ; Rimm (Sd)ierlingö=, (Seifern unb 3Rercurialpflafter, bon jebem 2 Duent» eßen, ^amptjer 1 Scrupel, unb mifeße eS. 7. 2Ran Hebe eine jinnoberrotße Dblate auf baS Hühnerauge, bie* felbe barauf liegen, ober erfe^e fie, wenn fie abgegangen ift, burdj eine neue unb faßre einige SBocßen fo fort. 8. 2118 neuere SRittel finö wegen ißrer (Sinfabßßeit ju empfehlen : ffuß» ßäber mit ^ottafeße berfefct. Stuf 8 bannen SBaffer 1 £otß ^ßottaf^e. Ober baS Sefeucßten mit einer bloßen ^ottafcßenauflöfung. 1 ßotß ißottaftße auf» geloft in 4 £otß Sßaffer. 9. SERan feßneibet eine große, fette SRofine auf, nehme bie Sterne ßerau« unb binbe fie auf baS Hühnerauge, naeßbem baffelbe bureß warme Säber weieß gemaeßt unb bann abgefdjabt worben ift. SRuß täglicß wieberßolt werben. 10. J)ie grünen Slätter beS (Spßeu, in äßeineffig geweießt, lege man jur 3eit beS abneßmenben SRonbeS einige Jage lang täglid) 3 biß 4 mal frifd) auf baS ^>ül>nerauge. 11. 2 Unjen Gummi ammoniac, 2 Unjen weißeS SJacßS, 2 Unjen Weißes s.ßed), | Unje benetinifdjen Jerpentin, 1 Unje ^>irfd)ta(g, | Unje ge* ftoßenen hßftaUifirten ©rünfpan, rüßre bie ÜRaffe wäßrenb beS (Sdjmel» jenS fortwäßrenb um, nimmt fie bann toom g-euer unb gießt fie, wenn fie beinaße falt geworben, in Heine (Scßacßteln ober weiße ^oriellanlrulen« 2öiH man biefeS ißflafter anwenben, fo befeßneibet man erft baS Hühnerauge fo gut wie möglid), jeboeß fo, baß fein Slut nacßfolgt, ftreießt bann etwas bon bem ^ftafter auf feines Seber unb legt eS auf. ©ewößnlicß ift in 14 Jagen ber Seicßborn berfeßwunben. 12. 2HS ein fidjereS ÜRittel wirb empfohlen, 9iinbe oon einem gewößn# ließen Sßeibenbaum ju Slfeße ju brennen unb festere mit ftartem (Sffig ju mi» fdjen, bis eS einen Srei bilbet, womit man bie Hnßuerau9en jweimal btS JageS tüd)tig beftreidjt. Jiefelben berf^winben naeß furjer ßeit 68 13 Sie ftartfte Sfftgfaure, abenb« unb morgen« brauf geftridjen, ber» treibt bit Ära^enauqen in einer Söodje. Sbenfo 1 Sheil Chromsaeure in 2 Streite SBaffer aufgelöft, womit man bie Hühneraugen täglich jroeimal be= tupft. (I^romfäure ift giftig unb forgfältig aufjubewahren. 14. (Siner, ber von biefer s^lage geroaltig gelitten haben will, giebi folgenbe« Mittel jur Vertreibung ber Seithbörner : ,,5D?an binbe Slbenb« beim ^uäettegehen ein in (Sffig getaufte« (Studien Vrob mittelft eine« 2Badj«tud)lappen« auf ba« fc^merjenbe Hühnerauge. 97ad) jroei ober breU maliger 2Bieber^olung biefe« Sjperimente« fott ba« Hühnerauge berfdjwun ben fein." 15. iRe^me gleiche Steile bon fReuter» unb ®albanum»Salbe : bet* mifdje fie gut, fpreite auf ein Studien wei^e« Seber nnb lege e« borgen« unb ilbenb« auf ba« Ärähenauge. 16. golgenbe« Mittel foll probat fein : SRan ne^me ein Stüddjen ro^e« SRinbfletfd) unb lege e« in @fftg. Säglid) fdjneibe man fo biel baoon ab al« nötljig ift, um bie SÖFarje ober ba« ^ü^nerauge ju bebeden unb be» feftiae e« bur^ eine Sinbe ober ein'jßfla fter auf bemfelben. (£« genügt jebe iRaqt, bie Söarje foju befjanbeln unb bei Sage fannman e« bei Seite laffen. •3n 14 Sagen ift fie fidjerlicf) oerfdirounben. 17. f^olgenbe« ift in feinem •injigen f^aUe fe^lgefÄlagen : ein Vfunb Mebpotaf^e, oier Sradjmen Sellabnnna, jroei Unjen SRagnefia, ju einer Salbe mit einanber berrieben. 18. 1 Sot^ gelbe« 2ßad)«, 1 Sott) ^Immoniafgummf 3 £luentd)en gepulberten (Prünfpan, Verf^melje bie beiben erften unb fe^e bann ben ©rünfpan jn, fdjneibe bann, toenn e« falt geroorben ift, mit einem gewärmten SReffer ein Stüdd)en ab unb lege e« auf ba« jubor tüdjtig abgefdjabtr ^»"t^nerauge. SRan umroirfle H mit einem Süppchen unb ba« ^ü^nerauge wirb balb berfdjttnnben. 89. ^unösnmtß, [^offwuf0] Rittet Dagegen. Sie erften (Srfdjeinungen, welche bei einem £>unbe auf bie $eranbUbung bet SButt) Anbeuten, finb : Sa« Sene^men be« £>unbe« ift im Vergleiche mit feinem früheren ganj beränbert ; ber freunblich unb jutrauli^ gemefene $unb wirb mürrifd) unb unfreunblid), heftig unb leicht jum 3ome geneigt ; manchmal jeigt er fogar Neigung jum Veiten. (Sigentli^e Söci^fudbt jeboc^ ift in bem Zeitraum ber ^eranbtlbung ber 2But^ nodj nid)t borhanoen unb beiden bie betreffenben $unbe in biefem Zeiträume nur, wenn fie gereift »erben. j^ngleid) mad)t fi^ an benfelben eine auffaUenbe Unruhe bemerkbar ; balb fte^t er bon feiner Sagerftätte auf, halb legt er frei) roieber nieber unb rümmt fid) wie jum S^lafe jufammen, fätjrt jebo^ balb roieber plö^lid) tuf unb roe^felt häufig feinen Sagerpla^. Söei manchen ^unben treten fc^on im aUererften beginne ber 2But^er= trantung Sinneötäuf^ungen auf. SSalb nämlid) bleibt er roie auf ber Sauer mit gekannter 2lufmerffamteit fielen unb f^nappt bann plo^tic^ in bie Suft, al« ob er eine fliege er^afc^en wollte ; balb roieber fährt er auf unb heult 69 ge.qen bie Sßanb be« äimmerS, als ob er jenfeitö berfelben ein ©eräufdj bet* nommen hätte, unb boc^ ift meber eine fliege in feiner fRähe, nod» ein ®e* räuf^ ju hören. lieber eine ^eilmetbobe für bie SBafferfdjeu ma^t ber Sirjt ©ila« ©te*-. venfon in fRem SSebforb, 'ißenn., au« feinen eigenen (Srlebniffen mährenb feine« Slufenthalte« im fRorbmeften, folgenbe ÜRitt^eilunßen : (Sin Herr SBurt Erne warb im 9Rai 1871 ju Sflint in ©liÄigan von einem tollen £>unbe in bie $anb gebiffen. Ea nid)t fofort ärjtlid^e Hilfe bei ber §anb geroefen mar, fo marb bie 2ßunbe erft jmölf ©tünben fpäter mit ^»oUenftein gebeizt ; fie feilte $mar, aber am 19 Sanuar 1872 (teilten fi^ alle Beiden ber SBafferfdjeu ein. Er. Slpforb, ber ju bem Traufen, al« er bereit« bon ber Eobfndjt befallen mar, gerufen mürbe, manbte na^fteheube« Verfahren mit Erfolg an : 3lHe 4 ©tnnben fpri^te er SRorphin unter bie Haut ein unb gab bem Uranien außerbem Bibergeil mit ©tjrup gemifdjt. hierauf hörten bie Trümpfe auf, unb nadjbem jmei Sage auf bie ^ur bermenbet morben, marb ber Traufe in eine Eede, meldje mit einer marmen Söfung bon faljfaurem Ammonium getränft morben mar, gemidelt. 3Rit SluSnapme geitmeiliger (Sinathmungen bon (Chloroform mar bie« bie allein angemanbte $eilmethobe. SSom bierten Sage an befferte fid) ber Buftanb be« Oranten ^ufehenb« unb mar er halb barauf h^gefteHt. Er. Slpforb hat biefe SRethobe fdion früher mit (Srfolg angemanbt. SRit ber Sßeränberung be« ^Benehmen«, bem Auftreten be? auffaHenben Unruhe, tritt aud) eine Sßeränberung in ber Preßluft auf unb jmar berart, baß ber muthfranfe Himb mohl nodj einige Siffen feiner Sicblmg«fpeife ju fid) nimmt, ba« gemöljnlidje futter jebod) unberührt ftehen läßt; bagegen tritt bie Neigung hervor, ungenießbare ©egenftänbe, mie HoU, Seber, End»« lappen, ©troh, u. f. m. ju verfdjlingen. Eie fogenannte Söafferfdjeu fommt bei bem müthenben Haube nicht vor, inbem mancher müthenbe ^unb mit S3egierbe Sßaffer fäuft. (Sin meitere« (ehr mistige« 3eidjen ber Sßutherfranfung ift bie auffal- lenb Veränberte ©timme unb bie SIrt be« Sellen« be« Haube«. Söüthenbe Hunbe nämlich taffen nidjt, mie gefunbe, jeben einzelnen Saut ober Slnfdjlag Von bem anbern abgefonbert hören, fonbern fie fdjlagen mit in bie Hohe ge- hobener ©djnau^e einen Saut an unb jiehen ihn faft heulenb einen sIRoment {ort unb ein menig in bie Höhe, fo baß ber herau«geftoßene Saut xu einem furjen SBeUgeljcul mirb. ©d)äumen unb ©eifern, meldje« allgemein für ein fidjere« Beiden ber UButh gehalten mirb, fommt bei ber fogenannten rafenben Sßutfj gar nie vor. 'Rur bei ben an ber ftiUen Sßuth erfranften Hauben macht (ich ein ^a«fluß von ©peidjel unb SRaulfdjleim bemerfbar. ©ben fo irrig ift bie oerbreitete SReinung, baß ein müihenber ^unb ben ©djmeif jmifd)en bie Hinterbeine einjiehe unb ftet« nur gerabeau« laufe. fRadj ben gemachten ^Beobachtungen trägt ber müthenbe Huub felbft im üorgerüdten ©tabium ber rafenben SButh ben ©djmeif gan^ aufrecht, nur menn er verfolgt mirb, jieht er ihn jmifdjen bie Hinterbeine ein, ober audj bann, menn bie gegen ba« (Snbe ber ^ranfneit auftretenbe ©djmädje immer mehr junimmt. SBenn fid) ba« ^ßublitum bie gefdjilberten (Srfdjeinungen genau in ba« ©ebädjtniß einprägt unb berüdfidjtigt, fo mirb e« faft jebeSmal in ber Sage fein, ben Sißverlc^ungen müthenber Hunbe redjtjeitig Vorjubeugen, meil im Beitraume ber H^anbilbung ber 2öuth noch feine eigentliche SBeißfudjt vor- hanben ift unb ein foldjer ^nnb nur beißt, menn er gereijt mirb. ©igenthümlidh ift eS, ba§ ber muthtrante §unb felbft in ber üorgerüd» teften Periode ber Äranfljeit bie ^Inhänglichleit unb Zuneigung gegen bte ihm lieben ^ßerfonen behauptet unb ba§ er fid), Wenn er nidjt gereift tvirb - ber Angriffe gegen Oeben enthält, ben er liebt. TiefeS eigenthümlithe Serhalten ber wutljtranfen §unbe fül)rt bie ^unbebefi^er häufig ju ber irrigen 2Rei* nitnq, baft ihr öunb, ber fid) bod) nod) fo freunblid) xnqetban unb folqfam jeigt, gar nidjt wütljenb fein tonne. golgenbe SRittel gegen bie § u n b § w n t h , aud) ToUwutp unb SBafferfd)eu genannt, werben ebenfalls empfohlen : 1. Ou curopäifdjen Slättern finben wir bie folgenben angeblid) erprob* ten Mittel gegen ben Si§ Von tollen ^unben. Tie „Ulmer ©djneupofV enthält folgenbe gufdjrift: „Om Sefi^e eineö erprobten Mittels gegen bie entfe^liche Äranffyeit bet 2Buth, beeile id) mid), Oh«en baffelbe mit ber bringenden Sitte ju überfdji* den, eS jenen armen, in ®efa^r f^webenben SJJenfdjen gutommen ju laffen. 5Ro^ füge id) bie Semcrfung bet, ba^ alle bisher befragten 2Ier§te biefeS Mittel als ganj ungefährlich bezeichneten. fRecept gegen Söafferfdjeu : 2 ?oth präparirte 9lufternfd) aalen, 2 Sot^ Snjianwunel * ^nloer, Soth äRprrhen=@ummi, 1 Voth rollen SoluS, jum feinften ^ßulver gemif^t unb borgens in; Sett nüchtern brei Tage nad) einanber brei gute äRefferfpi^en toll in Warmem Sier getrunten. Ter barauf erfolgenbe (Sdjwei^ mufj ab» gewartet werben. (Sclbft bei erfolgtem SluSbrud) ber ^rantheit hilft biefeS SÄittel, fe lange man nur nod) fqluden tann." 2. ©in anbereS Mittel gegen bicfelbe fd)redlidje Trautheit wirb in <iner ^weiten ©infenbung mitgetheilt. Ta Ijeifjt eS : „Tr. ©uiffon hatte baS Unglüd, bei ber Sehanblung einer von biefer fd)redlidjen Trautheit befallenen grau eine tleine Sßunbe mit bem Speichel «er Oranten in Serührung ju bringen. 2lm neunten Sage nad) biefem SorfaHe fühlte er plö^Iid) alle (Symptome ber ^ipbrophobie, großen Sdjmerj in ber ^eljle unb in ben klugen, SßiberwiUen gegen jebeS ©etränte, <Sud)t ju beiden, (Speichelanhäufung im 2Runbe. ©r liefj fid) fofort in ein Sampf» ibab bringen, wo nach turjer £eit, fobalb bie Temperatur auf 5: ©entigrab (115 @rab gahrenheit) geftiegen, alle vorbenannten Symptome Verfd)Wan» ben. ©r mar gänjtid) unb für immer geheilt, unb hat biefer Tottor nachher mehr als 8Oißerfonen auf btefelbe SBeife von ber ^Qbroplpobie geheilt. Tie Sßirtung ber Tampfbäber ift felbftverftänblid) eine ungleich fidjerere, wenn fie als präfervativeS Mittel angemaubt werben. 9?ad) etwaigem ^»unbebi^ ifi fofort ein ruffifdjeS Tampfbab ju nehmen unb biefeS wäl)renb ber folgen* ben ad)t Tage jeben Tag einmal :u wieberholen. Tie Temperatur beS .SabeS mufj f^neH auf 57 ®rab gebracht werben unb bann langsam bis ju 63 ©entigrab gefteigert werben. 3. STcan nehme 6 Duentd)en Sdjwalbenwurjel (Asclepias Vince- troxium), 2 duentdjen fRinbe Von ©Ifebeeren (Crataegus torminalis), mebft bem innern Theile von 6 Änoblaud)Sjwiebeln, fdjüttet 2lUeS in einen -neuen, unglafirten Topf, ber 1 (Schoppen hält, füllt ihn voll SBaffer unb lä§t ihn 12 Stunben lang fteljen. Tann verliebt man ben Tedel, ftellt ben Topf an'S geuer unb läfjt bie 2Rifd)ung 1 (Stunbe lang fo^en, wobei ber 71 SDedel feft bleiben »nu^. Bulegt fiebe man baS ®anje bind) unb gebe el lauwarm ein; einem Spanne 5, einer ^rau 4 nnb Äinbern | bis 2 Sfjlöffel ood, bei nüchternem 2Ragen, fobalb fid) Symptome ber üöuth jeigen. ®ie« SDlittel ftammt auS Siebenbürgen nnb foU ftd) in jebem {fade als probat rmiefen haben. 4. Slantwurjel (elecampane) ift eine beinahe allgemein befannte ißflanje jtnb in ben meiften Äüd)engärten borhanben. Sogleid), nadjbem man gebiffen worben ift, nehme man 1| Unje biefer Söurjel-bie frifdje grüne ift borjujiehen-jebod) ift and) bie gebörrte ÜBurjel anwenbbar, nnb fann in jeber s2lpotljefe nnb öfters in ben Stores getauft werben. 2Jian jerfdjneibet ober jerquetfdjt bie SBurjel nnb focht biefelbe in einem ißeint SDiild) ju einem halben 3ßint jufammen, bann feilte, unb wenn falt geworben, trinfe baffelbe nnb beobadjte wenigftenS auf 6 Stunbenlang ftrengeS haften. 31m nädjfte» borgen fafte man unb wieberhole bie ©ofiS auf biefelbe Sßeife jubereitet, unb biefeS wirb hinreidjenb fein. SS wirb ftreng anempfohlen, nichts $n effen in ben folgenben fechS Stunben, nadjbem man bie ÜJfebijin eingenom« men hat. 5. 2IIS SRittel gegen bie {folgen beS SiffeS toller ^mnbe nennt ein Sepaner eine ftarte Slbfodjung in SJiild) bon SBitrjeln ber Phytolacca decandra. bem Patienten fo lange verabreicht, bis ftd) Schlaf einfteUt. 2)aS Mittel foU bereits in ben borgerüdten Stabien ber 2Bafferfd)eu mit Sr« folg angewanbt worben fein. 6. Sin befannter Xh^rarib welcher fcbon ein ®u$enb 3Jtal hon tollen ^punben gebiffen würbe, ohne ba^ eS ihm gef^abet hatte, macht befannt, ba§ crpftaHifirteS.Silber^itrat, in bie Si^wnnbe gerieben, in allen {fällen bie Sßafferfdjeu berhütet. t 7. 2)aS hie* folgenbe Mittel gegen ben 53i§ toller ^unbe unb bie fdjredlidjen folgen beffelben, würbe bon einigen ^ßribatperfonen für 200 Stpler bem Onljaber beffelben, einem gewiffen Sd)miebeSfamp, jum Sßo^t ber 3Renfdjheit jur SBeröffentlidjung abgetauft unb hat fid) bewährt. 9ftan nimmt Plantago latifolia (großen SBegetritt, gemeinen breit» blätterigen Söegericb), Anagallis arvensis (gemeines @audjheil, £>eilfraut, ©runbbeil, ^ühnerbarm, ©audjblume), Galium aparine [tlebenbeS Sab» traut, Kleber, Älebfraut, Heine Älette, Xüngeltraut, Baunrt^,] Artemisia vulgaris [gemeinen Seifu^], bon jebem eine $anb boll, fod)t fie in einem [2 pfunb] 33ier, in einem mgebedten Sopfe 30 bis 40 Minuten lang* fam bei gelinbem {feuer. ®ie Äräuter werben auSgebrüdt, bie Slbfod)ung filtrirt, unb 2 Soll; £l)eriaf, Soth Philorium romanum, unb | gefloßene Lorbeeren, hinjugethan. ®er Srant wirb jur Hälfte eingetocht ; muj aber nod) meh* eingetocht werben, wenn ber 33iß beS tollen öunbeS ber ißulSaber jehr nahe ift. IBon «biefem Traufe betommt ber Patient täglich 4 6 jwar ein ^inb bon 3 bis 10 fahren jebeSmal brei Stöffel boU, bon 10 bi« 12 fahren hier, bon 12 bis 20 fahren fünf, unb bon 20 bis 30 fahren fedjS bis jieben, bon 30 bis 40 3al)ren fieben, bon 40 bis 50 fahren nur fünf Sßhffel boU. Söei Äinbern unb alten Seuten über 50 3aljre werben bie beftimmten Portionen auf 4 @aben bertheilt, bie bon 10 bis 50 fahren nehmen ihre Portion auf jwei W(, borgens unb 2IbenbS. 3)iefer £rant foU, je nad)bem ber Körper beS Patienten ftart ober 72 f^tvad) ift, fehr erwärmen unb ermüben ; hat ber Ärante toier SRal babun eingenommen., fo ift ihm bie Semegung fe^r juträglid). 8. ©nglif^e blätter teilen nachftehenbeg Mittel, alg burd) ©rfnhmng bewährt, gegen ben Si^ eines wüthenben £)unbeg mit : 9J?an reinigt bie Sßunbe mit Sfßaffer, unb legt auf jeben ©inbrud bc« ^unbejahneg ein Heiueg, runbeg, in Sitriolbl getaufte? Äugelten ©harPl<> unb berbinbet bag ©anje mit einer Sanbage. Sie ©harpietügel(^en muffen, im Serhältnifj mit ber Sßunbe, bon ber ©ro^e eine§ 9?abelfnopfö big einer Heinen ©rbfe fein. Sieg Mittel mnrbe für unfehlbar befunben, felojl wenn ber Si§ 48 Stunben unberbitnben blieb. Sollte nad) bem $lrjnet* mittel ein ©efchwür bleiben, fo wirb eg wie ein gemeiner Sranb behanbtlt. 9. fRac^bem bie 2ßunbe mit Saljwaffer auggewafdjen ift, belommt ber Seibenbe brei Sage nad) einanber täglich 10 ©ran gepulberte SeKabom<a» Wurzel unb SCRild) als ©etränt. 10. 3Ran hat gefeiert, ba^ SRenfdjen, bie bon einem tollen §unbe in ben Ringer gebiffen waren, ben ©ntfd)lufj faxten, fid) baß ©lieb abjuhaucn. Sieg Verfahren ift bielleid)t bag rationeUfte bon allen. Sa, wo eg nic^t in Slnwenbung fommen tann, gemährt bag ?Iugfd)neiben ber libiben JJapn» einbrüde ben beften ©rfa^. fIRan hebt bie berichte ^aut ftart in bie unb fdjneibet, mittelft eineg Siafirmefferg, bie Baljneinbrüde in biefelbe bt« auf'g ©efunbe aug. 11. ülnbere haben fid) burd) bie ganj lunftlofe Slnwcnbung beg glühen* ben ©ifeng gefd)ü£t. ©If 9Renfd)en, bie bon einem wirtlich tollen $unbe ge» biffen worben, liefen fid) bon einem Sauer in ber Sorffdjente mit einem glühenben Sdjlüffel bie SBunbe brennen unb blieben, offne etmag meiter ju gebrauchen, gefunb.-Ser ©ebiffene eile batjer ju bem nä^ften Sdpnieb, laffe einen Sdjlüffel ober fonft ein ©ifen*mit runber Spi^e rotfjglütjenb machen unb einige ^Ingenblide auf bie SBunbe brüden. Sie Sßunbe mu§ nod) SRouate laug in ©iterung erhalten werben. 12. ©inige rathen, bie Söunbe aufjufchneiben, bluten julaffenunb bann falteg 2öaffer, bon einer gewiffen §ohe herab, barauf ju fdjütten, um bad ®ift augjufpülen. 13. Sag bon Dr. ?Igmug begannt gemachte unb feit fahren alg be» »ährt gefunbene Shömer'fdie Mittel ift folgenbeg 2 Ijl Lapid, cancror, praep. Pulv. rad. gentian. rubr. aa 2 ©ramm, Boli rubri 1 ©ramm, Gummi myrrhae 1 ©ramm M. f. pulv. subtiliss. DS. 3 Sageljintereinanber beg^KorgenÄ nüchtern 3 SD^efferfpit^en boU ju nehmen. 14. ©ine St. ©aller Leitung beröffentlidjt folgenbeg Spittel ?Dtan nehme brei £)änbe boU Datura Stramonium (Stechapfel), (affe fie mit 1 Sitre Sßaffer lochen big eg jur ^älfte berbampft ift, unb bann bie 3ftaffe ben Sfranten auf einmal trinlen. Salb barauf tritt ein heftiger SButhanfail ein, ber aber nicht lange bauert, ©in reid)lidjer Sdjwei^ folgt. 9?ad) 24 Stunben ift ber Prante boUfommen geheilt. 15. ©in fädjfifd)er örfter, fRameng ©aftett, ein ehrmürbiger ©rei4 bon 82 (Jahren, h<d in bem ,,?eipjiger (Journal" bag ÜRittel befannt. ge* madjt, meldjeg er fünfzig (Jahre lang gebraust hatte, unb woburch er bielen 73 ÜRenf^en unb 55ieh boS Seben vor bem erfd)redlidjen Sob ber Sßafferfdjen jerettet hat. 3Ron nehme Vorzüglich marinen Sffig ober laumarrneS Sßaffer, »af^e bie SBunbe rein auS unb trodne fie ab, tropfte nadlet einige Sro* pfen Saljfäure (Muriatic Acid) barauf, meil SDüneralfäure baS @ift be$ ©eiferS jerftört, moburd) bie Übeln äßirfungen beS ledernunmirffam gemacht »erben. 16. § i r f d) h o r n * S p i r i t u S füll ebenfalls ein probates Wttel gegen bie Sßafferfdjeu fein. ÜWan fod bie Sßunbe bamit auSroaf^en unb Läglid) brei oöer vier mal einen Sheelöffel voll mit etmaS Sßaffer einnehmen. Ser ^>irfd)horngeift loft baS @ift fofort auf unb ift auch 9e9en ö0* giftigen Schlangen, Scorvionen u. f. m. mit Srfolg angemenbet morben. 90. duften, Rittet dagegen. (Siehe ^Irtifet r f ä 11 u n g.") 1. (Sin üortrefflidjeS Mittel, ^uften, S^nupfen, föhne (Srfältung beS (jalfeS 31t befeitigen, ift ein guter SalbebShee, bem man $onig bis jum Sü^merben unb nadj^er etmaS (Sffig jufe^t. S8ei Schnupfen trinte man tägtid) 6 bis 12 sUlal einen guten (Stöffel voll marm, bei §uften ebenfoDiel, unb bei (Srtältung beS £>alfe§ gurgelt man fid) tägtid) 20 bis 30 2Ral. SS ift unglaublid), mie rafd) unb n)ohltf)ätig biefeS einfache Mittel in ber 9tegel mirtt, unb meldje Scaffe jähen Sd)leimS burd) baS (Gurgeln mit bem Spee auSgemorfen mirb. 2. ©etrodnete feigen unb Sfoptraut, mit SBaffer abgeTodjt unb häufig getrunten. 3. §onig, mit getrodnetem unb ju 'ißulber geriebenem ^feffermünj» traut üermifdjt unb tOcelöffetroeife genommen. 4. SUan nimmt 4 Sotp iSlänbifd)eS SEftooS, 4 Sot^ (Sibifd)» unb ein £otO Sü^holjmurjel, jerf^nitten, mit einem halben Soth ^IniSfamen, focht biefeS mit einem Duart Sßaffer bis jur §älfte ein unb löft barin 4 Sotp braunen ÄanbieS auf. ^ierbon tä§t man ben Uranien einige SD^ale jeben Sag trinfen. 5. SBafferfendhelthee tägtid) ju einigen Saffen getrunten, üerhinbert ben Uebergang beS ÄatarrhathuftenS in Sdjroinbfudjt. 6. ®egen langbauernben duften ift folgenber Sfjee ju brauchen: ®letd)e Speile §uflattig unb ©unbermannSblätter unb ^Iltljeenjurjel, jmei Speile Sü^holj unb fVlieberblumen. hiervon nehme man einen guten (S^ löffel üoU ju 3 Soffen Shee. 7. (Sin fdhä^bareS ®etränt beim Ipuften ift Seltermaffer mit heilem 3RiI^ üermifd)t. 8. (Sin großes Stiid Flanell, mit Äampher eingerieben, unb auf ber jlo^en 53ruft getragen, iinbert bie ^eftigfeit beS §uftenS. 9. Seibenjeug, auf ber bloßen Sruft unb-^rme getragen, fiebert ben, »er an einer fchma^en SBruft unb häufigem ^uften leibet, am fi^erften gegen Srtältung. 10. Dämm 9^ha0arber, braunen ÄanbiSjuder unb «Stern^niS, bon jebem 4 Sheile, ^latfdjrofen, einen Sheil. 74 2Ran fertige bon bem Stern* 5lniS unb ben Älatfdjrofenblättern einig« Waffen ftarlen Spee unb taffe benfelben mit bem ÄanbiSjuder unb 9tpabar« her auf getinbem ^oplenfeuer ju einem fprupartigen (Safte einfod)en. Sr» mad)fene mögen biefe Portion löffetmeife in 1 bi« 2 Sagen berbrauepen ; ^inbern gebe man nad) Serpältnifj ipreS Alters unb iprer SeibeSbefdjaffen» peit Heinere Portionen. 11. SDZan fodje | fßfunb braunen J?anbiSjuder mit 1 9?öfel Sier jur Raffte ein unb nepme eS nad) unb nad), fo warm man eS leiben mag. Oft ber duften trodenerunb eingemurjeltcr ?lrt, fo taffe man Spee bon ben im grüpjapre getrodneten Slättern ber (Siber#sJ?effel, audj ©ottbergeffen ge« nannt, trinten. ©er Spee babon barf niept fodjen, fonbern bloß jiepen unb mirb morgens unb SlbenbS getrunfen. 12. Söffet boß ^auffamen taffe man in einem falben fßint SEBafffr eine palbe Stunbe lang fodjen, gie^e bäSÄlare babon ab, fe^e etwas 3uder ju unb trinfe öfters babon. 13. 'Dian nepme 2 Sotp Sü^polj, | Sotp Scpwefel, 2 Sott) SenneS» blätter, Sott) 2lniS unb 10 Sotp 3uderfanö, pulberifire unb bermifepe SlUeS unb neunte täglich 6 bis 10 T?al eine SRefferfpipe boll troden babon ein. Äinber betommen bie Hälfte ber ©ofiS unb nehmen eS gerne. 14. (Segen langwierigen trodenen duften ift folgenbeS Mittel probat. SIRan jerftößt etliche ^änbe boU Sraunfopl, t^ut fie in einen Sopf, ben man wopl berfdjtie^en mu|, fteUt ipn eine Siertelftunbe in einen warmen Sad« ofen; brüdt bann ben Saft aitS bem traute, bermif^t iljn mit 3uder unb $onig unb nimmt öfter einen Söffet boU babon. 15. SRan nef)me: | fßfunb gereinigten Safripenfaft, | fßfunb iStän» bif^eS 3RooS, | ^Pfunb braunen 3uder, i fßfunb 9?ofinen, (aufgebroepen), 2 £>änbe boll SBei^brobfrume unb ben Saft bon 3 Zitronen, t^ue 1 bis 4 in einen irbenen Sopf unb übergieße eS mit fo biet Söaffer, ba^ jene Ongre« bienjien reidjlid) bebedt finb ; bann laffe man bieS, inbem man eS beftänbia rü^rt, langfam jwei Stunben lang todjen. (Stwa eine Siertelftunbe nad) bem ^tbnepmen bom geuer, tpue man 5 unb 6 pinju unb rüpre eS tüdjtig burd), fo bap $IUe$ fid) gutbermengt. ©ann feipe man eS burd) unb nehme SftorgenS nüchtern unb ^IbenbS beim Schlafengehen einen bis 2 SStjeetöffct onU babon. ©iefeS Mittel löfet unb führt ab unb ber ^uften wirb nad) turjer 3e^ berf^winben. 16. Sherrpfßectoral, „ ähnlich bem bon 2lper." - Slutwur. jeltinftur 1| Unje: 3pecacuanha«2öein, SpießglaS«2ßein, bon jebem eine halbe Unje, hier Sropfen Sittermanbeiöl, Sitronenfäure 1 ©radjme, 5llfo» hol genug, baS 'SRanbetöl ju neutratifiren, f^iuefclfaure Tlorphia 4 ©ran, einfacher Sprup fünf Uitjen ; juerft löfe baS Del im Oopol auf, füge bann bie Sitronenfäure hinju, bann bie Sintturen unb SBeine, jnlept ben Sprup, in roelcpem bie fdpoefelfaure SJlorppia jnbor aufgelöft fein foUte. 17, © r. fR i d) a r b'S u ft e n m i p t u r. - Slethcrifdjer Salpeter* geift ein halbes ^funb, geputberter Satripeneptract fßfunb, SJaffer jmei •peint, Sprup tolu 2 fßeint, SReerjmiebelfprup 2 ^eint, ^arcgoric 1 ^eint, fdpuefelfaure SRorppia 32 @ran, Sredpueinftein 32 ®ran, mifdje tüdjtig burepeinanber. 18. Sdftein'S 8 ung e n b a If a m. - Sprup ipecacuanna ad)t Unjen, Sprup fDiorppia 2 Unjen, Slutwurjeltinftur Unje, Solu- 75 tinftur 2 ttnjen, Od]leim üon arabif^em ®ummi 8 Unjen, ©tyeertne 4 Unjen^ m fd)e eg. Oag ift ein hWt ü ortreff lieh eg Mittel gegen ^nfl« unb Sßertt tung. 91. ^ttpo^ottbne, dagegen. gür S 'Idje, bie an ipppod)onbrie leiben, ift tägliche anftrengenbe 2lr» bett, raf«he< ©epen unb Sergfteigen fehr ju empfehlen. $Iuch Steifen nad) ?ätbern, bic nn anbereg Älima haben, mirten mohlthätig. 92. Ritter öagegett. ©ie wie ift bie Äranfheit beim weiblichen ©efdjledjt, bie mit bet ^ppo^onbric heg männlichen gro^e Slehnliddeit hat. Sie jeigt (id) gemohn« lieh beim (Eintritt ober beim SBegbleiben ber Regeln ; fie gel)t von ben Sterben beg Unterleibeg aug unb d)arafterifirt fid) burd) bag SBeränberlidje in bem •pfpchifd)en Selben unb bem f^neUen Sße^fel ber (Srfdjeinungen. 1. grifdjeg, tatteg Sörunnenmaffer ift unter ben äu^erlid) anjumenben« ben Hilfsmitteln gegen hpfterifdje ©hnmachten unb Krämpfe eineg ber juüer* läfftgften unb beften. fÜtan taucht bie £>anb in falteg SBaffer unb fpri^t bag fid) anhänaenbe SBaffer ber Oranten in'g ©efidjt; legt naffe ©ompref« fen auf bie Sqoo§» unb SDiagengegenb unb flo^t, mittelft eineg SSheelöffelÄ, eigfalteg SBaffer in ben SJtunb, ober menn biefer feft gefd)loffen ift, in ein Slafenlo^ ein. ©ie meiften ht)fterifch Ohnmächtigen ermadjen, fobalb bag falte 2Baffer ben S^lunb berührt. 2. Einige ©affen Kamillen* ober ''ßfeffernuinjthee, ober ©hee öon &em Äraut unb ben Blumen beg SJtutterfrauteg, neben ähnlichen ^Ipftieren, ge* hören ju ben beften antihpfterifchen SJlitteln. 3. Sanfteg 9ieiben ober Streiken beg judenben ©liebeg mit ber £)anb, ober bei allgemeinen hDftcrifchen Krämpfen, bag Auflegen ber einen ^anb auf bie äRagengegcnb, mährenb bie anbere auf bem fRüden ruht, ift oft, mie burd) Sejauberung, oon ben fdjneltften beruhigenben Söirfungen begleitet. 4. ©ie 9lnbitalfur ber ^pfterie ift nur üon biätetifdjen unb Pfeifchen ©inflüffen unb oon ^eränberung ber Sebengorbnung ju hoffen; pharma» ceuthifdje SRittel, mie ^albrian, Stinfafant u. bgl. SRittel, finb öon gerin* gerer Sebeutung. 93. ^mpofenj, eittfa^eö Um bieg Uebel ju befeitigen, gebrauche man bie SSafferfur, b. h- man trinfc üon borgens big SIbenbg ade 1 ober 2 Stunben ein ©lag Söaffer unb jmar immer etmag mehr, big man enblid) jmei ober brei Quart, aber nid)t mehr, in fürjeren 3luif<^enräumen trinft. Sobann mst^e man fiel) fleißig Semegung im freien, mafche fich häufig mit faltem Sßaffer unb reibe bie Organe unb ben Unterleib freigförmig mit einem feuchten ^»anbtu^e. 76 Wan enthalte fid) aller 2luSfd)Weifungen unb unoerbauli^en (Speifen, na* mentlid) aber enthalte man fid) beS ©enuffeS aller geiftigen ©etränfe unb beS SabatraudjenS unb gönne fidh gehörige nädjtli^e fRuhe, fo wirb bem Uebel halb abgeholfen fein. Unter ben Nahrungsmitteln gelten für ftimulirenb : 1. SRordjeln, £wiebeln, Nettig, (Senf, fRüben, ^aftanien, dhoco» labe, ©ewürge, ©ier, gifdje, bie SRild) ber ^ifdje unb Lüftern. 2. Senf, gumal frangöfifdjer, m iBerbinbung mit ^noblaud) unb- Trüffeln. 3. ©uter SBein. 4. $)ie 2lalfuppe ber Hamburger. Sie befteht aus ftarter Sleifd)* brühe, ^»aferfdjleim, Peterfilienwurgeln, gelben SBurgeln, grünen Srbfen, kirnen, gerf^nittenem ?lal, SRehlflö^en, Salbei, 23afilicum, Sellerie, Wo» joran, £hhmian, 3u^er> 94. Dagegen. ®ie^e 2K ü d e n ft i d) e, u. f. w. 95. ^afarr$. Sie^J S rt 5 lt u n g. 96. ^inber, fttetite, im ju Se^anbetn. 20er bebenft, ba§ baS Söa^Sthum eines ^inbeS im erftex» • bebeuteub ift, ba^ eS meiftenS fein @emid)t mehr als uerboppclt, wirb sm?, tei^t einfehen, ba^ ©rnährung befonberS tn biefem Saljre Von gröffter 2öid)* tigteit ift, unb ba§ (Störungen unb Unregelmä^i^feiten in biejer iöegiehung roofjl bie £>aupturfad)e ber groffen Sterblidjleit in biefem garten Filter finb. 2öenn baper beforgte ©Itern fo oft bie f^rage auffteUen: waS ift bie befte Nahrung für fo Heine Äinber? tonnte man antworten ,, butter mild)" benn biefe enthält in ben beften Proportionen alle SSeftaubtljeile, bie jur SBilbung bcS menfd)lid)en ©rganiSmuS nöthig finb; aber oft ereignet eS fid), baff biefe entweber nid)t genügenb, ober felbft in iljrcn 9Rifd)ungSüerhältniffen fester# haft, and) woljl gar nidjt üorhanben ift unb man bann gum ©ebraudje ber wuhmildj fdjreiten muff. ®iefe3 wirb nun allgemein als ein mi^lidjer Um* ftanb betrachtet unb gwar mit fRe^t, benn abgefepen baüon, baff man biefe nidjt immer e^t unb gut betommen fann, ift felbft bie befte Äuljmild), ob* gleidj fie biefelben Seftanbthcile enthält, wie bie äRuttermilth, bod) in ihren uRifdjungSVerhältniffen Verfdjieben unb eS ift baher non größter 2Bidjtigleit, ju wiffen, wie man biefem ÜKi^üerfjältni^ abguhelfen im (Staube ift. ©enaue Unterfudjungen ^aben nachgewiefen, baff fid) bie Äuhmild) be* fonberS in 3 Puntten üon ber äRuttermild) unterfdjeibet. SrftenS enthält bi< Äuhmild) weniger Gaffer, alfo im 23erhältni§ mehr ^äfeftoff.-Zweitens ttt Proportion jum Ääfeftoff weniger 2Ri(chguder. drittens erfdjeint bet 77 Ääjcnstf, wenn er mit bem Magenfafte in Berührung tommt, viel berbet, al« bti her Muttermil^, mag jehe Mutter teidjt fetbft beoba^ten tann, wen» Äinbcr, wag fie fehr oft thun, fid) erbrechen, wo ber Ääfcftoff ber Mutter« mild) tn viel feineren unb feisteren Dioden erfdjeint, als bei jenen SPinberu, bie mit Äu^mild) ernährt werben. Um biefen Uebelftänben ju begegnen, empfiehlt man, bie Äuhmildj ml Söaffer ju verbünnen, roobnrdj annäherungSweife bie Proportion ähnlich fo. ^ergefteüt wirb, als in ber bünneren Muttermild); weil aber ber 3uderftoff babnrd) im gleichen 53erl)ältnifj weniger wirb, ift man anbrerfeitS gezwungen, ^uder jiijufe^en, wobnrdj and) in biefer 53ejiehung bie Proportion wieher tn 9Pid)tigteit tarne. fRun tommt aber hier in Petradjt, ba^ eS nidjt einerlei ift, ben Mitrfjjuder ber Mild) burd) fRohrjuder ju erfe^en, wie eS gewöhn« lidj gefd)iel)t, unb jwar oft jum DPachtheil ber Äinber. 20er alfo fo fieber als möglich gepen will, thut am heften, Milchzuder ju gebrauchen,, welchen man in jeber guten 2lpot^ete unb jiemlidi billig haben tann. 9Ufo gute ^uhmi(d) mit ein ©rittheil Söaffer, mit foviel Mild)Jude« als jum angenehmen ©efdjmade nöthig ift unb foweit erwärmt, baß fie beiläufig fo warm ift. als bie auS beriöruft tommenbe Milch, wäre beiläufig baS, was ber Muttermild) am nächften täme unb baher für gewöhnliche ^äde am meiften zu empfehlen wäre. Oft tommt eS, wie .wir fd)on oben bemertten, vor, bafj ganz gefunbe Äinber, wenn fie fid) rcd)t fatt getrunten haben, erbrechen, unb zwar ift bat (grbrodjeue gewöhnlich geronnen, worüber Mütter oft in $Ingft geraden unb glauben, ber Magen müffe in Unorbnung fein unb man foUte gleich etwa! gegen Magenfäure gebrauten. <Sinb bie Ääfefloden leidjt, tlein unb gleich» mäpig vertheilt, fo ift baS eher ein 3eid)en von gutem Magenfafte unb gar nidjt bebenttidj, beuit jehe Mild) mufj juerft vom Magenfafte in Ääfe Ver» wattbelt werben, ehe fie verbaut werben tann. @rfd)eint aber baS Srbro^ene mit größeren, herberen ^äfeftüden, riedjt eS ftart fauer nnb finb bie übrigen 3eid)en von geftörter Verbauung vorhanben, fo ift eS oft bringenb nöthig, etwas bagegen zu thun. ©ie gebräudjlid)ften Mittel bagegen finb gewöhnlich ^Italien "wie tohlenfaure Potafdje, <Soba, Magnefia, treibe, Äaltwaffer u. f. w., von benen für gewöhnlichen Oebraud), weil eS ganz unfdjulbig unb Zugleich leidjt zu haben ift, vorzüglich baS ledere empfehlenswert!? erfdjeint. ©S tann ftatt beS SßafferS, welches man nimmt, um bie Kuhmilch ju ver» bünnen, gebraucht werben. ©S hat wie alle ^Italien bie ßigenfdjaft, baS ©erinnen beS ^äfeftoffeS zu einer feften Maffe zu verhüten, erhält ihn loder unb fo jur Verbauung meljr geeignet, unb nnterfdjeibet fid) befonberS baburch Vortheilhaft von ben tohlenfauren ^Italien, bafj bei bem (Gebrauche ein zuviel nicht leicht ju fürsten ift 3n jenen fällen, wo bie ^nodjenbilhung unvoll» tommen unb langfam vor fid) geljt, in ©rad)itiS (boppelte ©lieber), ver» fpätete 3ahubilbung, nnb überall, wo im ©rintwaffer ber Äalt mangelt (j. 53. (Sifternenwaffer) ift eS fehr ju empfehlen, ©ie Bereitung ift einfach: man nimmt ein fauftgrofjeS <5tüd ungelöfdjten frif^gebrannten ÄalteS, löfcht es mit einigen ©aUonen reinen SBafferS ab, läfjt eS ftehen, bis eS Har wirb, jieljt baS tlare SBaffer auf glafd)en unb bewahrt eS gut jugepfrapft jum ©ebrau^e auf. 78 Regeln für bie 53e^anblung fleiner Äinber wa^* renb ber peilen 3a^reSjeit, um bergro^en Sterblid)teit b e r f e l b e n vorjubeugen: 1. lieber baS Stillen bet fleinen ^inber. 9?id)tS ift fd)limmer für bie fleinen Kinber, als Ueberfüttern. (Sin Kinb, baS einen ober pvei Monate alt ift, foll alle jwei bis brei ©tunben bie SBruft erhalten. (Sin Kinb, baS fcd)S ober atf)t Monate alt ift, foll in 24 Stunben fünf ©tal geftiüt werben unb ni^t me^r. 2Senn ein ^inb in ber B^ifdienjeit burftig wirb, foH eS einen Srun! SBaffer ober ©erftenwaffer befommen. Sarin foll fein Bucter fein. 3n Ijeifjem 2Better -• aber nur an ben aUer^ei^eften Sagen - foll man ein paar Sropfen Sö^iSfep (Sranbp) mit ber 9?a^rung ober bem Srintwaf» fer verwifdjen ; im ©anjen aber ni^t me^r als einen S^eeloffel voll in 24 ©tunben. 2. lieber baS füttern ber fleinen Äinber. TOlan ma^le ©raupen auf ber Kaffeemühle. SBon bem Aulner wirb ein S^eeloffel Voll 15 Minuten lang mit etwas Salj in | 5ßint (9 ober 10 (Sfjlöffel voll) SBaffer getodjt, burdj ein Sud) gefeilt unb mit halb fo viel getod)ter SKilth unb einem Stüd meinen 3u^r Vermifdjt. Siefe 9?al)rung wirb lauwarm auS einer Saug» flafdje gegeben. Saugflafdje unb 9Jtunbftüd foUen in SSaffer liegen, fo lange fle nid^t gebraucht werben. 5?inber von 5 bi« 6 Monaten befommen halb ©erftenwaffer unb ^alb abgetönte 9ftildj, mit Salj unb weitem 3utfer- keltere Kinber foUen me^r 9J?iId) ^aben als ©erftenwaffer. 2ßenn ^inber an Verstopfung leiben, foUen fle ^aferfdjleim ftatt ©erftenwaffer betommen. Serfelbe wirb ebenfo getobt unb burdjgefeifjt. Sßenn löruftmild) nid)t auSreidjt, foU man mit Söruft unb tünftlidjex fRaljrang ab we^feln. 3n heilem SBetter probire man bie sJ?a^rung mit einem fleinen Streb» fen von blauem ^admuSpapier. UBenn baS blaue Rapier roth wirb, fo mad)e man, wenn frifdje SRild) ju haben ift, eine neue Wla^ijeit, ober fdjütte eine SUtefferfpi^e „SBafing Soba" in bie iftaljrung. Äinber von 10 bis 12 Monaten bürfen einmal täglich ,,^eef Sea" ©ber 9tinbfleiid) Suppe befommen ; allein für fid), ober mit ber übrigen Sta^rung vermifdjt. Äinber von 10 bis 12 Wlonaten bürfen eine Trufte 53rob unb ein ©tüd leicht gebratenes 9iinbfleifd) ^aben. Äein Kinb unter jwei Sauren fod von eurem Sifd) effen. (SS foU and) lein Buderwerf fjaben unb überhaupt 9?id)tS o^ne ärjtlidjen öefeljl, waS in biefen Regeln nid)t enthalten ift. 3 lieber Sommer»(Somplaint. (SS fommt von Ueberfüttern, ^i^e 79 unb fdjledjter Suft - niemals bom Jahnen. Spüren unb fünfter f»d<* offen gehalten roerben. ^inber foKen menigftenS jmeimal täglich falt ge» mafchen merben. 2Benn Äinber fich erbrechen unb TurdjfaU haben, fo follen fte Dier ober fünf Stunben lang nichts ju effen unb ju trinten haben; aber viel frifd)c £uft. hinterher ein paar tropfen 2ßl)^^h (Sranbp) in einem Tl)eclöffcl doU ©iSmaffer alle jehn Wiinuten ; aber nicht mehr all baS, bis ber Tottor fommt. £onöen|irte 3n ber feigen SahreSjeit bürfte eine gute ^Inmeifung über bieSereitung ber conbenfirten INildj Sielen DonfRu^enunb Sntereffe fein. 2ßir theilen baher nachftel)enb bie Sorfdjrift eines Jadh* manneS mit : 9luS gewafchenen ©utern gemollene, gefeihete unb barauf über freiem 'Jener aufgefod)te Wlildh mirb burd) einen feinen Turdjfd)lag Don Siech in ein jmeiteS, mehr flaues, auS gemöhulichem ftarten SBeißblech gearbeitetes SIbbampfgefäß gefeihet. TaS festere mirb ni^t über freiem Jener, fon- bern in fod)enbem Sßaffer erhi^t. Tie Wlild) mirb in raffinirtem ßuder (6 bis 7 Soth auf ein Quart), ber juDormit ber §älfte feines @emid)ttS ^Baffer eine 3eit lang getod)t, abgefd)äumt, burd) JlaneU gefeihet unb ba* rauf bis auf 60 @rab vt. abgefühlt ift, Derfe^t, unb unter beftänbigem Um* rühren mit einem hölzernen Spatel, mobei bie Temperatur ber Wtild) nicht über 70 @rab 9t. fteigen barf, eingebampft. £)at bie Jlüffigfeit ben geho* rigen @rab ber ©onbenfation erreicht, maS man unter anberem baran erfennt, baß biefelbe in größeren jitfammenhängenben Waffen Don bem 9tührinftrumente h^abfäHt, fo mirb biefelbe in | bis 1 Äilo haftenbe S(ed)büd)fe, meldje Dorier mit Sobalauge gereinigt unb einige Sefunbeit lang einer ftarten $i^e auSgefe^t morben ift, bis jum 9tanbe gefüllt. 5Rach bem ^bfüljlen auf 15 bis 18 @rab mirb ber burd) 3ufAmmenjiehung ber conbenfirten SDiild) Don neuem entftanbene 9taum mit heiler concentrirter, geläuterter 3uderflüffigteit gefüllt, fofort mit einem Siechbedel Derfchloffen, bie Jugen jmifdjeii Tedel unb Süd)fe mit reinem Teig Don Wiehl unb SBaffer auSgeftridjen unb fdjließtich ein ''ßapierftreifen , ber mit einem ähn* lidjen bicfeit, h£lSen juDor beftridjen morben ift, ringS um bie Juge gelegt. 20 bis 22 Soth Don biefer concentrirten Wtildj genügen, burd) 311* fa$ Don 1 Quart Sßaffer eine Jlüffigteit ju erjeugen, melche ein Quart nnDerfälfdjter gemöhnlid)er Wlild) in Setreff ber eigentlichen WHldjbeftanb* theile ju erfe^en im Staube ift. (Siehe 2lrtifel: unb ßmt^igcnbe Rittet.") 97. Jtinnßat&enRrantpf. Flitter bagegen. 1. 9?e^t Ijäufig tjort man Don TobeSfäHen, meldje burd) Äinnbaden» frantpf Derurfaißt merben. Sofortige fünmenbung Don Tinctnra 2Irnicae, bie in jeber Slpot^ete ju haben ift, mirb als baS fid)erftc Rittel jur Ser* Rötung jene« faft immer tobtlidjen 5?ranfheit3j iftanbeS empfohlen. 2. 9IIS ein fungeS Wtäbdjen auf einen Derrofteten 9?agel trat, ber bur^ ihren Sdjuh in ben Juß brang, litt fie bebeutenbe Sdjmerjen unb ma« fürchtete, baß bie Wiunbfperre ftd) cii.ftellen mürbe, ©in Scfannter bet 80 Familie fdjlug als Heilmittel eine 9tot^rübe bor, bte gerieben in Meinen 'ßor» tionen auf bie 2ßitnbe gelegt würbe, unb als baS W^äbdjen gleid) barauf Sinberung berfpürte unb Hitje unb ©efdpoulft ftd) legten, würbe bamit fort» fiefa^ren unb öfters ffrifcheS barauf gelegt, bis bie Söunbe gereift war. @in o einfadjeS Mittel foUte Geber fid) inerten, unb allenfalls and) bei anberen ■©unben, bei weldjen ©efdjwulft unb Sntjünbung eingetreten finb, Serfndj« bamit anftelten. 3. 3Ran legt bem Urtranften im SJaffer angefeudjtete SabatSbtätter auf ben Klagen. Shird) baS in ffolge beffen auf ben Etagen einwirtenbe fRicotin werben bie Heroen erregt, ber (Srfrantte muß nießen, wobei fid) ber üftunb fdjließt. 9?ur muß nad) biefer Söirtung ber Sabaf alSbalb entfernt Werben, benn fonft läuft ber traute Oefa^r, burdj baS Nicotin vergiftet ju werben. 98. ^tffef dagegen. 1. Älßftiere von Hafergrü^abtodjungen, mit etwas Saumöl, ftnb bei feber 3?olif anjurat^en. 2. Sei fefjr embfinbli^em Unterleibe ift baS Srinfenvon Wanbelmilcß, Seinfamentl)ee ober ÄamiHent^ee fe^r bienlid). ®Iei^jeitig taudje man ein ©tuet Flanell in fjeißen ^amiUent^ee, ringe eS auS unb lege eS auf ben Seib. 3. 9?ü^rt baS Uebel bon ©rtältung ^er, fo taffe man ben grauten fdjwadjen gliebert^ee mit (Sitronenfaft trinten, unb lege auf ben Seib Ijeiß gemachte Stürzen ober Seiler, in leinene Süd) er gefdjlagen. 4. Gn ber ©aUentolit ift ein Söffet voll (Jitronenfaft, mit Kamillen» t^ee ober SKanbetöt genommen, fefjr ^ilfreid) ; Ijernad) trinte man holten, ober reine§, frif^eS Srnnnenwaffer. 5. Gn ber Stutfotit muß ^ur Slber gelaffen werben, Sluteget an ben Seib gefegt, innerlid) guderwaffer ober Sremor Sartari mit 3öaffer ge» trunten werben. 6. Gn ber Söinbtolif reibe man ben Seib mit trodenen, wormeu Suchern, trinte ^feffermiinj» ober Scßafgarbent^ee, unb bebiene fid) felgen» ber Sropfen : Rec. Tinct. castor. mosc. 1 @ramm, Aq. Valerianae- Aq. Chamomill. an 1 @ramm. Stünblid) einen f ^e*» löffelboll ju nehmen. 99- Kopfgrind, Rittet öagegen. 1. 2Ran fdjneibe nad) unb nad) bie §aare ab, weidje bie ©rinbbwteB mit Srei aus Seinfamen loS unb neunte fte ab. 9)lan wafd)e ben Äopf oft mit Sdjwefelwaffer uub reibe i^n $IbenbS mit einer Salbe auS Sdjweixte« fdjmalj unb S^wefel ein. 2. üftadjbem bie §aaie abgefcßnitten finb, beftreidje man ben @ri»b mit Saumöl unb lege boppelt gefaltete ^o^lblätter barauf, zweimal tagli4 frifd), 14 Sage lang. 81 3. SReinßalten beS ÄopfeS, SBafdjen mit laumarmen ^'vtfenmaffer ift «otbwenbig. 93aben mit Söaffer, in mer^n aufgelöft würbe, iß fe^r |eilfam. 3ft ber ®rinb ^art, erweise man iljn mit gefdjinoljener Söutter ober Sdjmatj, entferne i^n vorfidjtig unb reibe bie Stellen mir Scfjmalj unb 8inbenf)oljto^le ein, meld)e Salbe borgens aufgeftri^en unb ^IvenbS mit warmen Seifenmaffer abgeroafdjen merben Tann. 100. Rittet dagegen. SaS ÄopftveO tann verfdjiebener 2lrt, unb aus fehr verfchiebenen Urfa* ^en entftanben fein. 1. 2luS Ueberlabung beS tagens. 3n biefem ff ade trinke man einige @IaS Sßaffer unb mad)e fich Bewegung im freien. Ober man neunte ein gelinbeS Brechmittel. 2. Surd) fdjle^te Verbauung. 3n biefem ^aHe fudje man ben dRaaen burd) mäßigen ©enuß träftiger Speifen, als burd) ffleifdjfpeifen, ober burd) erregenbe Mittel, als Senf, dReerrettig, Pfeffer, Äauen unb $lu$* faugen ber ÄalmüSWur jein, ober aud) burd) ein guteß bitteres 33ier wieb« herjufteden. ©aS Kopfweh wirb bann Von felbft na^laffen. 3. ©urd) SBodblütigteit. Sft bieS bie Urfadje, fo muß man ade gei* ftigen ©eträufe, namentlich aud) Kaffee meiben. dRan halte fid) nur an'l 2öaffer. ©ft finb Äopffdjmerjen fd)on baburd) ju heilen, baß bie §aare forg» fällig auSgefämmt werben, ober baß ber Äopf mit frifdjem dßaffer bene$t wirb. ©in drittel, baS wohl überad betannt unb mit beftem ©rfolg angewanbt würbe, ift ein fpmpathetifcßeS unb bürfen wir baffelbe hier nicht unerwähnt taffen, für foldje, bie eS nod) nidjt Tennen fodten. dKan f djneibe ficß nämlid) ade Freitage ju einer b e ft i m m t e n Stunbe bie 9?ägel an $änben unb ffüßen ab unb laffe fid) außerbem ade Monate 3 Sage vor bem SBodmoube bie §aare jur beftimmten Stunbe ver« fdjneiben. £>pfterifcheS Kopfweh weicßt nid)t el)er, als bis ber Seibeube fid) ruhig nieberlegt unb SldeS bunlel unb ftid um ihn ift. 9?heumatifdje Äopffdjmerjen würben fd)on oft burd) baS Sragen von ®d)Wammmü$en geheilt. $lud) bient bagegen ein Slafenpflafter auf ben Oberarm. SBei Äopffd)merjen burd) ©rfältung trinfe man fflieberthee. ©egen Äopffcßmerjen infolge von ^Blähungen nehme man einen Sdjlmt Kümmediqueur £u ben beften äußerlichen Mitteln gehört auch ßarfeS 9$eiben ber §üßt mit rauhen £üd)ern nad) bem lauen f^ußbabe. Sen Äopf mit gutem S'tum wafdjen unb bann fo lange, als bei 3?opf naß ift, eine 2Rü^e tragen, hebt ben Äopffdjmerj, ber beS 2Rorgen8 glei^ nad) bem 2Xitfflehen quält. §rifd)cS Sidtraut mit ben Blumen, in SBaumöl gelocht unb auf ben Ropi gelegt. 82 Sei ^opfweß mit trautem SWagen begleitet, neunte man ein Sredjmittel, tbefte^enb in einem (Eßlöffel vod Äodjjalj in äöaffer unb neßme nad) bem Erbrechen 10 Sropfen Hart$f)orn cinem ®^löffel vod falten Söaffer ein, Worauf man fid) eine halbe Stunbe ju Sette legt. Hat ntan bloß Äopfwe^, habe man bie H«nbgelente unb Sinne in faltem SJaffer unb bie ffüße in ftarfem, heilen Senftwaffer unb neßme bloS Har^^orn ein. SJIan lege fid) .nieber unb baS Äopfwef) wirb halb verfdpvunben fein. 101. Jträmpfc, Ritter dagegen. 1. ©aS wirffamfte unb jugteid) woptfeilfte ÜRittcl gegen ben fo pödjft -<mpfinblid)en krampf ift ber allgemein gefepä$te Opodelcloc, welcper ^IbenbS vor bem Scplafengepen warm tücptig eingerieben wirb, woburd) man auf 2-3 SJocpen von bem Hebet befreit ift, wo bie Einreibung wie and) an bem fotgenben ülbenb ju wieberpolen ift. 2. SRan nimmt 1-1^ Eßlöffel ber feingepulverten Seifußwurjel in ©Baffer ober bünnem Sier ein unb wartet ben banad) erfepeinenben Stpweiß Im Sette gut ab. 102. ju Reifen. ©ie ^rä^e $eigt fid) in Heinen StäScpen an ben SeugefteUen ber @e= lente, weldje peftig in ber SBärme Juden, jum ^ra^en nötigen, unb oft ben ganzen Körper, ausgenommen baS ©eficpt, einnepmen. 1. ©aS bloße fteißige Slbfeifen ber Haut ift jur Teilung ^ä$e pinreidjenb, wenn man eS auf fotgenbe 2öeife gebraucht : Sd)warje Seife wirb ju Scpaum gefdjtagen, unb biefe fo oft unb fo lange in bie Haid einge* rieben, bis fid) bie Oberhaut ein, jwei ober brei 9Ral abgefdjältpat. ©arauf betommt ber Traufe einige Säber, beftepenb auS warmem SBaffer unb ift ge« peilt, wenn fiep bann feine Ärä$bläSd)en mepr jeigen. 2. ®egen bie ^rä^e ber Äinber ift eS pinreidjenb, ein Duart SBaffer auf eine Unje gefloßener ScpwefeUeber ju fepütten, bieS 12 Stunbeu ftepen ju taffen unb als SBafcpwaffer jn gebrauchen. 3. Slnbere SRittel finb nod) : ©ewöpnlicpe Seife in warmem SJaffer aufgelöft unb mit Scpwcfelpulver vermifept. 4. (Sine 5lbfoepung von SBa^polberjweigen ober Ulmenrinbe, in welcper man ein palbeS Öuentepen3infvitriol auflöft unb eS als äßafcpwaffer gebraud)t. 5. ©rei Söffet voll reines Scpmatj mit ebenfo viel beftem ©peer jer* rüprt, fo bid wie DJiotaffeS, wobann man bie tränten Stetten beS $lbenb$ ■Dor bem Scplafengepen bamit beftreiept. (SS pilft oft fcpon baS erfte 9Ral. 2Ran trinte gleicpjeitig Sarfaparilta ©pee jur Slutreinigung. 103. ^rcßs, Ritter bagegen. 1. Kelter» unb Regenwürmer, non jebent gleidj viel, in Saumbl beftiHirt, entweber an ber Sonne, ober fonft an einer warmen Stelle, unb Wenn man fie braunen will, burd) ein Stud) gebrüdt, ein 5ßflafter barau« ^ema^t unb über ben Sdjaben gelegt, giebt ein gutes Heilmittel. 2. Sei biefer ^rantpeit leiftet ber auS bem frifdjen traute gepreßt« Saft beS HauSlaubeä (Sempervivum tectorum) oft fe^r gute ©ienfte. El Wirb and) öfters jerquetfdjt gleidj aufgefcplagen. 83 3-. Onnertid) gebrauche ber Prante blutreinigenbe ^Rittel, als holten, Sßegbreitfaft, bittere treffe, ©artenraute, äRauerraute u. bgl.-Sleufjerlidj pat folgenbeS Mittel wopltpätige Söirtnng : SluS geigen, Sauerteig unb ^noblaucp, jebeS gleicp fdjtver, wirb in einem marmornen Dörfer ein Studjen gefloßen, ben man alte borgen frifd) auf ben ^rebSfdjaben legt. Oft ber Scpaben im SRunbe, fo brüde man bie *®?affe in eine ''Rufjfdjale unb palte fie oft unb fo lange mantann, auf bem Staben feft, babei palte man ben Äopf fd)ief, bamit bie ^eud)tigfeit beS SRunbeS auSflie^en fann. « 4. SSon bem auSgepre^ten Saft beS SabfrauteS (Galium Aparine), SHebefrauteS, tvelcpeS Von 9Rai bis §erbft blüpt unb auf Siedern unb SBiefen in URenge ivädjft, gebe man bem Oranten täglid) | 2Ra§ ju trinfen, unb über ÄrebSwunben lege man einen Umfdjlag, ivelcper aus bem eingebidten Safte beffelben, mit S^weinSfett vermiet, beftept. Sie ^ur mirb | 3apr fortgefe^t ; ber Sdjaben peilt langfam aber geroijj. 5. Sin £>err in Pittsburg madjte begannt, ivie er ein 3?reb§gefd)ivür opne Sdjmerjen unb opne Poften peilte. S3or ad)t Sapren befam er ein ÄrebSgefd)wür an ber 9?afe, tvelcpeS fepr langfam tvudpS, in ben beiben lebten Sapren aber fo fdjnell, ba^ e§ ganj fdjredlid) Ivar, benn e§ patte bereits begonnen, fnn linfeS Singe anjufreffen. Sr patte ^unberte von SollarS bejaplt unö Softoren von 9?ap unb gern verfucpt, aber feiner palf. Seiten Sommer patte er ivilben Spee getrunten unb bie abgebrüpten blätter beS 91ad)tS als Äräuterpflafter auf baS Oefdpvür gelegt, unb in 3^it von fed)S ©ocpen tvar er gepeilt. Sr pat biefeS SRittel verfdpiebenen ^erfonen mitgetpeilt, tvelcpe am ^rebS litten, unb >vei^ von jivei ^ßerfonen, ba^ fie gepeilt würben. Ser Spee tväcpft int ganzen Sapb, meiftenS aber auf popen Steden. Siefer Älee, audj Sauertlee genannt, pat fleine gelbe S9lütpen unb ein S3latt wie ber Älee pat. Sr rvädjft überall an ben 3dunen unb SBegen. 104. ^ropf, glittet dagegen. 1. fkintm gebrannten S3abefd)tvamm, bem Volumen nad) 3 Speile, fein (jeii^enen SanbiSjuder 2 Steile, braun geröftete unb puveriftrte Sier« fc^olen 1 Speil, ntifdje in einer IReibfdjale SlUeS redjt fein nntereinanber, unb tafle bei abnepmenbem SRonbe SOlorgenS nüdjtern unb SlbenbS beim Sdjlafengepcn eine dRefferfpi^e voll einnepmen. 3n 8 Sagen ift in ber Siegel ber fdjtimmfte Äropf opne ben minbeften 9?a<ptpeil verfdjwunben, füllte nod) etwas jurüdbleiben, fo la^ nad) 4 Sßodjen biefelbe Äur nocpmalS be= ginnen. 2. Äatnillenblumen ju ^ulver gefloßen, unb mit abgef^aumten $onig ju einer bünnen Latwerge gemadjt, bavon alle borgen nüdjtern einen Soffet voll eingenommen, unb einige Stunben barauf gefaltet, vertreibt bie Äröpfe, tveun fte nod) nid)t alt finb. 3. ^reujtvurjel mit Salj ju einem fßflafter gemalt, auf ein Sud) geftricpen unb übergeletg. 4'. Söeijenfleien mit Sdpvefel unb Serpentin ju einem futter ge» mad)t unb barauf gelegt. 5. 2Ran reibe bie ®efdjtvulft päufig mit roarmem glaneU, unb trage ^olSbinben von Statte, in meldje ein Pulver von 1 Speil Salmiat, 4 84 X^eilcn (Sichenrinbe unb 4 Sheilen gelöfdjten Äaltg eingeftreut ift, meld)e Sag unb 9?ad)t getragen merben muffen. 6. ÜRan reibe ©ef^mulft täglich 3 2Ral mit einer 2Rifchnng von 4 big 1 Srad)men Sobine unb einer Unae Savenbelfpiritug ein. Ober man mache aug 2 ^ol)t 9?ofenpomabe unb 1 Quentchen jobmafferftofffaurem Äali eine Salbe, von ber man ÜRorgeng unb SIbenbg bei abnehmenbem äRonbe, eine ®ohne groß fo lange auf ben angef^moKenen Hals einreibt, big bie ^ettigfeit völlig eingebrungen ift. 7. ßum Sinreiben tann man and) ^ampheröl, flüdjtigeg Siniment unb Steinöl anmenben. 8. Sag 3ob ober Sobine ift ein probateg Heilmittel gegen Äröpfe, mie unter ,,© e f d) m ü l ft e" näher angegeben ift. 105, itnö fleife ^(teber. 1. (Einfache ^Reibung mit modenen Süd)ern, namentlich mit rothem ^lanneH, ift ein vorjüglid)eg SRittel gegen Sähmung. 23efonberg nachbent man fid) gebabet h«t, ift bieg fehr mirffam. 2. Reiben beS gelähmten ©liebeg mit gefd)abtem 'SReersfRettig. 3. Sampfbäber von ißranntroeinhefen merben von ben fRnffen auf folgenbe Sßeife bereitet : 9Ran fe^t ben Oranten in eine Sonne, fo baß nur ber ^opf Ijeraugragt. 2luf ben ®oben beg f^affeg mirb bann ein Sopf mit Sranntmeinhefen gefteUt, in melden glühenbe Stüde ©ifen gelegt merben. 4. (Sin fehr mirtfameg Heilmittel ift Seinmanb, bie über Sftadjt in inem 2lmeifenl)aufen vergraben gelegen, morin man baß lahme ober fkife ©lieb einhüllt. 5. 3Ran fülle einen leinenen deutel mit einem ober mehreren 2Imeifen» häufen, nämlich mit ber Srbe, morin bit 2lmeifen unb ihre (Sier fich befin* ben, fdjütte fodjenbeS Söaffer barauf unb habe bag gelähmte ©lieb ju mie» beritten äRalen barin. 6. 2öarme Sdjmefelbäber finb ju aüen3e'ten t)ie träftigften Heilmitte für nach Strapazen unb SBermunbung jurücfgebliebene Steifheit unb Säh* mung gemefen. 7. Sag Saben beg gelähmten ©liebeg in marmer ^leifchbrühe von Äalbgfüßen hat fich ebenfaUg bemährt. 8. 2Ran reibe fich täglich brei« big viermal mit ^Imeifen- unb Sam» pherfpiritug, ju gleichen Steilen gemifcht, ober mitDpobelboc ein.-Bleien* bäber mit Senfmehl unb Salj, fomie au^ marme ®äber mit Sdjmefeltheer finb fehr ju empfehlen. 9. Sehr mistig ift eg, bag gelähmte ©lieb fo viel alg möglich befchäftigen unb ju üben, bamit biefe ^Reibung baju beitrage, ihm feine ver* lorene 23emegung aUmählig mieber ju verfchaffen. 10. Sag fleißige fReiben mit fpanifdjer gliegentinftur ober einem an* beren ftarten Spiritug gibt bem gelähmten ©liebe feine Äraft mieber. 11. 21 m e i f e n f p i r i t n g, Bereitung beffelben. ©räbt man eine reine ^lafdje in einem 2lmeifenhaufen ein, fo mirb man in menigen Sa» gen eine große SlRenge biefer 3nfeften gefangen haben. Surd) einen Aufguß 85 von gutem Sßeingeift ober ^ornbranntmein unb burd) mehrtägige Seftillation an ber Sonne mirb barau« ber Ameifenfpiritu« bereitet, ber bet Sähmungen, Ouetfchungen u. bgl., mä^ig ermärmt, fc^r gute Sienfte leiftet. 53on be» fonberem ^cu^en foU er fein, menn man Heinen Äinbern, bie fdpvad) auf ben Seinen finb, biefe bamit einreibt. 106. Der Rinder ja vertreiben. 3Ran nehme eine ^anbtooK StitterfpornsSamen in ein 'ißint 53rannt» mein unb bur^näffe ben Äinbern bamit baS £>aar AbenbS oor Sdjtafen= Sehen, fo ba^ fein ^lätjdjen im 53ereidje ber Saufe troden bleibt unb binbe en Äopf mit einem £ud)e zu. Am aubern SRorgen ift feine SauS unb fein ®i mepr lebenbig. 107. ^eBeas-^tmr ja Bereiten. 3m ben hinterlaffenen papieren eine« fe^r alten ®orfgeiftli$en, bem immer nachgerühmt mürbe, ganz befonbere Mittel unb ©eheimniffe in ©ultur «nb £ucht ber 53äume, in ©rjeugitng ganz befonberS großer, ausgezeichneter unb fettener fruchte u. bgl. $u miffen, unb namentlich auch für bie §au8* mirthfehaft ausgezeichnete Rezepte befa^, fanb man, als er nahe 100 Sahre alt geftorben mar, folgenbeS ^Rejept zur Anfertigung eines fogenannten 8 ebenS^ßlipirS: 2 SotO Aloe, | ,, ßitmerfamen. I „ (Man, i ,, f. ytpabarber, | ,, Safran unb | ,, Xheriat. ®iefe Sngrebienzien merben zu feinem ^ultoer gefloßen, mit einem Ouart guten alten granzbranntmein filtrirt unb am £>fen ober an ber «Sonne gepalten; bamit AUeS reept burdjeinanber fommt, oft tüd)tig gef^üttelt. 2Ran fann fcpon nad) einigen Xagen ©ebrauep batoon machen: mu| aber bie glaf^e ftetS gut vevfd)loffen ha^ten- 108. c£e6erfre<feen ja eafferaea. 1. ®ie Seberfteden merben am fidjerften bitrd) Soraj vertrieben, btr» felbe mu^ aber in fe^r concentrirter ^orm angemanbt merben. Atan lö^ ein duentcpen 23oray in jmei gotp ^ofenmaffer anf unb befeuchtet bannt Bfterö bie gierten. Siegt aber benfelben gallige Schärfe, ober geftörte Seber- funftion jum (Srunbe, fo mu^ man bagegen auflöfenbe, ©äße unb 53lut reinigenbe Utittel gebrauten. 2. ©in tp^eS Soth meifjgebranntcS ^irfchhorn mirb mit einer halbe« Slafdje meinen SRheinmein angegoffen unb beftrercOt man bamit brei bi« toter 9Ral täglich bie ^lede. 86 3. £weiSot^ weiße 9?ießmurj, flein gefdjnitten unb getrodnet, roerben mit einem ©uart reinen Äornbranntmein angegoffen, ad)t Sage lang roo^l Uerßopfelt, an bie Sonne ober auf einen warmen ©fen geßeUt unb von £eit ju £eit umgefdjüttelt. 3n biefe Sinftur taudß man Sdjwämmdjen ober Väppdjen, befeudjtet bamit bie Seberßeden unb reibt mit ber fladjen Hanb etwas feß unb fo lange biefelben, bis bie ^lüffigfeit anfängt, troden ju werben. Sie Seberßeden rollen fid) bann jufammen unb laffen fid) abreiben. @ewo|ulid) finb nad) brei= bis viermaliger Slnwenbnng ber obigen fluffig» feit ober Sinftur bie Seberßeden verfdjwunben. Sie Haut fflnn man fpäter mit Seife abwafdjen. 53ei bem £erfd)neiben ber SBurjeln fetje man fid) vor, baß fein Staub bavon in ben SRunb ober bie 9?afe fommt. 109. JidjerftrattRßett ju Reifen. Sie ScbertranUjeit ift in ben 53er. Staaten viclfad) vorl)errf^enb unb bie ?leqte fennen fein anbereS Heilmittel als ©uedfilber, wel^cb and) nur eine temporäre SBirfnng ljat unb bem Körper meljr fd)abet als bie Äranf^eit felbft. Sin einfaches unb fidjereS Heilmittel ift fR^einwein unb ^rüdjte, ijauptfädjlid) SamatoeS unb Srauben. SfRan lebe regelmäßig, trinfe feinen Kaffee ober Sl)ee, fonbern ftatt beffen ßRorgenS, Mittags unb SIbenbS ein ®laS 9?^einwein, ober fRljcinwein unb äßaffer, unb effe fo viele Srauben ober SomatoeS als man eben mag. Sn 14 Sagen ift bie ^ranf^eit voll' ftänbig gehoben unb fe^rt aud) feiten wieber, ober läßt fid) leidjt.mit bemfel* ben SDcittel furiren. Un§ würbe biefe§ ÜRittel vor einigen Sauren von einem alten Sirrte angeratljen unb mürben alle /diejenigen VoUftänbig furirt, bie ti gebraudjten. 110. ^ebert^ran, den üöCen jn Benehmen. 2Ran wiU gefunben ^aben, baß wenige Stopfen Sittermanbelol mit Stodfifd)=Sebertbran $u mehreren Unjen gemifd)t, biefem ben Übeln ^ifd)= gefdjmad beneljme. 2lud) feil Stodßf^Sebertljran, mit glcidjen SRengen Sorbeerwaffer gcmifdjt, wo^l burdjfdjüttelt unb bann 48 Stunben fielen gelaffen, e^e man eS abjie^t, ganj füß rieten unb fdjmcden-ein @ef^mad nad) Raubein, ber fo lange im äRunbe anbauert, als bie Verbauung im ÜRagen. 111. ^ei^uatne pt ftonfennrett. Sie äRet^obe befielt bann, baß inan 1 ^ßfunb Slrfenit ober me^r, mit 1| linken £ i nn o b e r ober SRennig unb 24 ißfunb 2Ö e in g e i ft burd) eine in bie linte (SarotiS gemalte ©effnung in ben Körper einfpri^t. 2ßenn bie ©ingeweibe in f^lc^tem £uftanbe finb, madjt man eine ä^nlidje Sinfpri« §ung in ben Unterleib mit bem für bie 5Ib$apfung gebräud)lid)en Snftru» mente. 2öenn bann» bie ©effnungen wieber jugenäljt finb, fann bie Seid)* aufbewafjrt werben, ohne in 53erwefung überiuge^en. 87 112. Rippen, gefprungenc, ju Reifen. 1. Wan beftreidje bie Sippen häufig mit fü^em 9iahm unb trocfne ße mit weicher Seinwanb wieber ab. 2. Meftreidjen mit Höfenfett thut ebenfaUß gute ®ienfte. Weitere probate Wittel finbet man unter bem 5lrtifel ,,®efprungene Haube" angegeben. 113. c£itngen6rutuug, ^fnffpeien, giftet öagegen. 1. Wan nehme täglich 3 ober 4 9Jlal einen löffel boH pulüerißrteÄ Äodjfalj trocfen in ben Tfunb unb berfd)lude eß langfam mit Söaffer. Sind) ift ein Sinnehmen einer ftarfen üuflöfung oon Äod)falj löffelweife beftenß ju empfehlen. 2. 5D?an wafdje bie Sßruft mit faltem Sßaffer, währenb bie ^üße in warmem Sßaffer fielen. 5. Wan trinfe viel mit SBaffer üerbünnte unb mit Honig berfü^t* 3iegenmild). 4. Wan nehme frifcheß Sein« ober fü^eß Wanbetöl in beftimmten 3wifd)enräumen theelöffelweife ein. 5. Muttermilch ifl baß befte ©etränf für Solche, bie am Mlutfpeie® (eiben. 114. ^itngeitf^windfu^f feilen. 3lde Wirten von Sungenfranfheiten fönnen jn bet falten ^a^reSjeit burd) Schließen beß Wunbeß im freien unb möglidjfteß ?Ithemholen bur^ bie 9?afe behütet werben. iRamentlid) ift biefeß ißerfa^ren anjurathen, wenn man von einem warmen 3imnier auß in'ß ^reie tritt. Mei Neigung jur SuugenfchwinbfuCht Ijat man probat gefunben, ben außgepre^ten Saft frifdjer @urfen ju trinfen. Sie größten Sdju^mittel ber Sungenf^winbfu^t finb: Verbau unb anbere actibe Bewegung in freier Suft. Wenfdjen, bie fiel) niet Mewegung madjen, finb ber Sd)Winbfud)t weniger unterworfen, als foldjc, bie öiel ß^en. Äein Sd)Winbfüd)tiger wirb geheilt, er mag gebrauchen, waß er wia, W'nn er fid) nicht Mewegung macht. 3wei anbere einfache Wittel finb ju allen 3eiten al§ Heilmittel ber Sd)Winbfud)t angefehen worben-Wildjbiät unb Sanbluft. Moerhabe berorbnete feinen fchwinbfüitigen Oranten folgenbe Sebenß* orbnung ; Sie mufjten*täglidj bei leerem Wagen reiten unb nad) unb nach bie (Surfe weiter auöbehnen. Worgenß unb s2lbenbß ben ganjen Körper mit' warmen, trodenen Büchern lange unb ftarf reiben ; in einem oberen 3immer f^tafen ; früh 5U gelten un& früh aufftehen; §onigwaffer, mit gleichen feilen WilÄ bermifcht, trinfen; öfter am Sage effen, befonberß Wild)* unb Wehlfpeifen u. f. w. 3n neueren 3eiten hat wan Sheerräudjerungen fe^r empfohlen. Wan fe^t in baß 3*mmer Fronten ein ®efä^ mit Sheer, fowie er auf 88 d)tffen gebraust wirb, unb tä^t ipn über einer Sampe aHntä^Iig Verb«»» ficn. £>ieS foH man alle 3 ©tunben wieberpolen. Unter ben fRatpfdjlägen, eine platte, f^male Sruft ju erweitern nnb fdjwacpc Sungen ju ftärten, Verbient ba gewi^ bie pöcpfte Seacptung, baf? man burd) tangfam vermeprte Sewegung nnb inbem man oft tief, langfam aber mit (Starte einatpmet unb ben Srufttaften auSbepnt, bie ?ungen übt. iRegclmäpig unb täglicp müffen viertel unb palbe Stuuben, oft wieberpolt. biefem Heilmittel gewibmet Werben, neben fonftiger genugfamer Sewegung im freien unb vorjüglid) auf Sergen. ©er Prante mug 4 bis 6 2ßod)en pinburd), je nadjbem er mit ber B^ mepr ober weniger angegriffen wirb, äße borgen nüdjtern eine 2Refferfpi^e geriebenen SReerrettig mit 1 ©pcelöffel noU Honig nepmen unb laffe fid) nidjt abfd)reden, wenn baburd) befonberer fReij jum Huften erfolgt, infofern ber ßuften nur nid)t gar ju übermäßig angreift; benn biefeS Mittel foß bie £unge reijen. Sine Stunbe barauf uepme ber Prante einen ST^eelöffel voß reine* ^robence«Del mit feinem Buder vermifdjt. ©iefeS foß bie ^unge peilen unb um bie Heilung nicpt ju unterbre^en, barf vor Ablauf einiger Stunben nidjtß genoffen werben. Sei ber burd) verftärtten Hüften perbeigefüprten Sllnftrengung laffe man ben SReerrettig unb Honig weg, ober pat man benfelbcn bereits 4 bis 6 ißocpen gebraucht, bann ncpme ber traute baS ©el aud) 9lbenbS vor bem ©cplafengepen nod) einmal unb fapre bamit fo lange fort, bis' er fiep voßig ereilt füplt. Stellen fiep aber ©iarrpoc, fieber u. f. w. ein, fo confultire man einen 5lrjt. SRamabge empfieplt als vorjüglicpeS Heilmittel ber Sungenfcpwinbfucpt baS Sirtatpmen von SBafferbämpfen unb fpäter von aromatifepen Kräutern. £)apin gehört and) bie Hebung ber Sungen burd) lautes Sefen unb mäßige* ^lötenblafen. ©äglicpeS Sergfteigen trägt ebenfaßS wefentlid) jur Erweiterung ber Sruft bei. ©ieS ift and) be^palb nod) fepr anjuratpen, weil bie Suft auf Sergen gewopnlid) reiner ift unb bie Sungen bort freier atpmen fännen. Eine englifepe Sorfdirift in 5luSjeprungSfäßen iftfolgenbe; Ein frifepe« Sibotter wirb mit 3 Eßlöffel voß fRofenwaffer jerrüprt, | 9?6^el frifepe Äupmilep, Buder unb etwas 2RuStatnu§ pinjugetpan, unb bieS aße 2Ror« gen getrunten, naepper 2 Stunben lang nidjtS gegeffen. Ein fcpwinbfücptiger Offizier lebte juletjt von nichts als Houigtu^en unb SRilcp, wobei er fiep nacp 5 SRonaten crpolte. * Selterwaffer mit SRildj von Efeln, Biegen ober Äüpen getrunten linbert ben läftigen Hüften unb palt auep bie beginnenbe (Stpwinbfucpt auf 5HS näprenbe Mittel finb Äaragpeen-SRooS, tpierifd)eS f^ett, nament» lid) Hunbefett unb Sebertpran pilfreiep in ber Scpwinbfuept. -Sn f^rantreiep lä^t man abgemagerte SRenfdpen borgens unb ^IbenbS ^Rubeln, mit SRild) unb Buder emgefoept, effen. Sn fRieberfaepfen effen abgemagerte 9Renfd)en WiorgenS Sioggenbrei unb trinfen braunfepweiger 2Rumme. 89 Sie rechte 9Irt, baß ißlänbifefie äRooß in ber Sungenf^minbfuc^t anjn* wenben, ift folgenbe: SRan fteHe ungefähr 2 bannen äöaffer an baß f^euer unb taffe eß fie» Vn; fobann fdjütte man | ^ßfunb tleingefdjnitteneß ißlänbifdje« 2)?ooß hinein, hierauf laffe man eß nid)t metjr fotzen, fonbern nur nod) bämpfen, anb jmar einige Stunben lang, bi« eß jur Hälfte eingejogen, fobann prefit man eß burd) ein Sud), vermährt eß im 5?ü^len unb trintt jeben borgen jmei ober brei Saffen bavon. 3n großem ^Infe^en fte^t folgenbe« SCQittel: 9J?an nimmt 2 Quart Sraunbier, t^ut e« in einen neuen Sopf nebft Sungenfraut für etma 10 (Sentß, ebenfoviel meinen £>onig unb eine §anb* voll äßeijenHeie, bedt ben Sopf ju unb läßt bie SUaffe bi« jur ^älfte ein* todjen. iRadjbem e« abgetütjlt ift, feilet man e« burd) ein leinene« Sud), füllt e« auf eine glafdje unb tä^t ben Oranten bavon trinlen, fo oft er Sufi ^at. So lange ba« Seiben nod) nid)t in au«gebilbete Sungenfdjminbfudjt fibergegangen ift, helfen auflofenbe unb ableitenbe Mittel, al« Salpeter, Salmiat, Spiefigtanjmittel, Slmmoniatgummi, (Straft be« SInbora, Samarinben unb SJeinfteinm ölten, fomie taue Säber unb Sinreibunger ber Sredjmeinfteinfalbe. (Sin berühmter 5Irjt menbete folgenbe« an : (Sr lief? bem Oranten täglich bie Sruft unb ben 9?üden fomie bi Seiten eine halbe Stunbe lang mit Sped einreiben. S'nnerlid) lief? er bei ftärtenber Qiät ein Decoctum album Syden hami anmenben. Sd)on nad) einigen Sagen trat ßinberung ein, nad) 1? Sagen verminberte fid) ber Sruftf^merj unb ba« fieber, ber Ärante na^r tn Kräften ju unb ber duften fdjmanb allmählich (Sin 13jährige« 9Dläbd)en hatte bie Sungenfudjt in foldjem ®rabe, ba§ ber fie üehanbelnbe, berühmte $rofeffor ^ri^, iljr ba« Sobe«urtheil fprad). (Sin alte« Sftitterdjen, ba« biefe« ^örte, ladjte barüber. (S« wafym brei ^uit Sraunbier, that e« in einen Sopf, nebft einigen Sent« mertb von ben abgeftreiften Slättern be« ßungenlraut«, für ebenfoüiel meinen ^)oniß unb eine ^anbüoU 2ßeijenfleie, bedte ben Sopf ju unb lief? bie SOtaffe bi« jur ^älfte einfod)en. 511« e« abgefü^lt mar, läuterte fie eß burd) ein leinene« Südjlein unb füllte e« auf eine ^lafdje. Sie Prante tränt bavon, fo oft fie Sufi hatte bavon ju trinten unb marb gefunb. Sie SJiutter be« SWäb« djen« rettete feitbem viele ßungenfüdfiige burd) biefe« einfache Sränfdjen. 115. plagen, uerdorßenen, ju Hälften. 1. 9?imm 1 ^ßfunb unreife ^ßomeranjen, mie fie im grü^ja^r unb perbft Von ben Säumen fallen. Sie bittern finb bie beften. Sdjneibe fie in Heine Stüddjeu, tf)ue fie in eine 2 Quartfiaf^e, fdjütte eine Quart ftarten, guten Sranbp barauf unb taffe ba« @anje an einem marmen 'ißta^e, im Sommer in ber Sonne ober im Sßinter beim Ofen, sieben, 14 Sage lang, bi« ba« Oanje eine braunrote betommt. ®ie^e bann 1 Quart alte« 90 guten 2öein hiniu unb taffe e« an einem warmen Orte flehen, bi« $lde« flat geworben ift. rlUbann filtrire man e« burd) Söfdjpapicr unb fülle e« anf ^laf^en. SRan fann ftatt be« Sranbp« aud) ed)ten fpanifcfje« SBein nehmen. 9Ran neunte täglich einen halben ober ganzen ©^löffel voll bavon ein. 2. 3Ran nimmt 3 ?ot^ 2Iloe, ,, ,, 1 ,, Safran, ,, ,, j ,, fR^abarber, ,, ,, 2 ,, ^Ingelifawurjel, ,, ,, 1 ,, SRprrpe, ,, ,, 3 Duent^en Ingwer, ,, ,, 1 ,, £erdjenfd)Wamm, ,, ,, 3 ,, Snjian, ,, ,, 2 ,, Diptam, ,, ,, 2 ,, Dampfer, ,, ,, | ,, SRofdju« gie^t anberthalb Quart äßeingeift barüber, lä^t bie fflafdje 8 Jage in ge» linber 2ßärme verfd)loffen ftepen, filtrirt bann bie glüffigfeit ab auf ^lafdjen unb hebt fie auf. SRan neunte täglich 20 bi« 50 Jropfen auf 3u^er un^ trinfe äReliffentljee nad). 116. l^agenftßwa^e. ®ie SIRagenfdjwädie barf ebenfo wenig, al« jebe anbere ^ranfljeit, auf« C^ngefäljr bejubelt werben unb bod) fümmert man fidj oft wenig ober gar nid)t um bie Urfadjen be« Uebel« unb um bie folgen ber Se^anblnng. ®ie weiften ^äde von uRagenfdjwädje laufen auf eine hoppelte Urfa^e pinuu« ; entweber ift biefelbe ^otge öfterer Ueberlabung, inbem bie ftet« barauf folgenbe 2lbfpannung eine bleibenbe geworben ift ; ober bie (Srfdjlaffung ift §olge be« ju häufigen ©enuffe« ftart rei^enber 9?al)rung«mittel, ober aud) ju reijlofer Speifen unb ©etrante. ®« ift bie Urfadje ber 2Ragenfd)Wäd)e alfo entweber eine quantitative, ober eine qualitative unb hiernach mu§ fleh bie 93el)anblung beö Uebel« rieten. SRä^igfeit unb ber ©ebrand) einiger (^löffel 33ifdjoff nad) ber SRa^ljeit ift im erften ^ade ba« befte SRittel ba* gegen ; im anbern ber ©ebraud) be« §offmann'fd)en SRagenelipir« (1-2 Speelöffel nad) ber ^»auptma^ljeit) unb ba« admälige SSeränbern ber bi«* ^erigen ®iat 117. Dagegen. 3n vielen fällen würbe ber QRagentrampf oft blo§ babur^ gehoben, ba§ man feinen Kaffee ober J^ee mehr tränt, fonbern Sßaffer, bünnen 2ßein aber 53ier. 3n ben ^eftigften Unfällen von SJlagenframpf, in benen Viele ^Rittel Vergeblich angewenbet unb bie geringfte ©abe von Opium ^öc^ft fd)äblid), unb ba« Hebet erwedenb unb verme^renb gefunben würbe, t^at folgenbe« Mittel bie befte SBirtung. 3U einem falben Soth S^wefelat^er werben 15 tropfen at^erifc^en 2Berniutf)öl§ unb ebenfo viel tropfen ^feffermünjöl ge« tröpfelt, unb von biefer SRifc^ung jebe Sßiertelftunbe 15 bi« 20 tropfen auf 91 t wag 3uc^et fo lange genommen, big bet krampf na^tä^t. ®abei tonnt« Ueberfdjläge von warmem Branntwein, mit gefloßenem ^ümmelfamen auf ben ÜRagen gelegt unb einige Saffeu ÜRaforantljee getränten werben. ©ber : Wian neunte brei mittlere 2öinter*9tettige, tuafdje unb bürfte fie rein ab unb reibe biefe mit ber S^ate auf einem ^Jeibcifen, unb brüde bag riebene burd) ein feinet Sud) rein aug. 3n biefen Saft t^ue £ Viertel Haren feinen ^uder unb für 6 pf. ^roüenceröl,mifd)e eg unter einanber unb trinte eg auf einmal aug. 9?adj bem ®enuffe madjt man fidi Bewegung. 3n einzelnen gälten, wo fein Mittel Reifen will, bleibt nidjtg weiter übrig, alg alle warme Speifen ju meiben unb fid) längere 3eit nur mit faltet ^üc^e ju begnügen. 2J?an nimmt 4 £otß feine ö()üia, Sott) Sagcarille, Vot^Samiden» blumen unb £ ?ot^ Kümmel; btefeg alleg wirb red)t flein gefloßen, in eine ÜRaßb outeille gettjan unb SWaberawein barauf gegoffen. ©ieg ®etränf läßt man in ber Sonne ober auf bem Ofen beftidiren. DJian trintt nad) @r» forberniß, wenn berkrampf eintreten wiU, big ju einer falben Speetaffe Voll. SDlan reibe bie ÜRagengegenb mit erwärmtem (SamiUenöl ein, ober tpue 2ßeijenfleien in ein Säddjen, tauche eg in guten erwärmten 2ßein unb (ege eg warm auf. ßntfte^t ber SKagentrampf in golge ju großer fReijbarfeit, fo ift alg vorjüglid) Balbrian ober ißfeffermünjthee anjurat^en. (Segen SKagentrampf ift ferner ju empfehlen : 3 big 4 tropfen Sajeputöl werben in einem (gßlöffel voll äd)tem 9tum wäl)renb beg 3ufa^s ober frampf^aften Sd)merjeg eingenommen, ©ber man laffe fid; folgenbe Tlagen- unb nervenftärfenbe Rillen madjen : Rec. Extr. Quassiae. Fell. Tauri insp. an. 1 gr. Pulv. flaved. Cort, aurant. Pulv. rad. Valerian. an. 1 gr. Mf. pil. gr. iiC. pul. Cinnamom. D S. 5IHe 3 Stunben 5 Stüd ju nehmen. äßarmeg Sßaffer Verfüßt mit SO?olaffeg ober braunem 3uder befeitigt, wenn man eine jiemlidje Quantität bavon trintt, ben äftagentrampf. ♦ 2Ran reibe ben Unterleib juweilen mit glanell unb man beforbert ba* burd) nid)t blog ben Umlauf beg Sluteg unb ber Säfte, fonbern regt and) bie Serbauunggfräfte beg ÜJtageng an. 2Ber an Unverbaulid)feit beg EDla* geng leibet, ber wirb mit großem ^u^en bag eine ober bag anbere ber ^ier angegebenen äRittel, ober aud) mehrere berfelben, brauchen unb wirb ein Uebel verfd)eud)en, bag leiber nur ju oft bie (Sefunb^eit ftort. 2ßer eine fifcenbe Vebengweife fü^rt unb babei ben Unterleib jufammen= preßt, ber muß bigweilen auffte^en unb ben Unterleib reiben. Reiter» feit beg (Seifteg trägt vorjüglid) jur Verbauung bei, eine frohe Stimmung beforbert fie; bagegen bemertt man, baß (Sram, Jraurigteit, überhaupt heftige Effecte unb reibenf^aften, fowie ^lugfdjweifungen aller 92 Ärt fie ftSren. Ser fRerveneinfluß auf ben Stagen ift fehr givß nnb eh Sdjlag auf bie SJtagengegenb wirft ben ftärtften SÖIann ju SBoben. Of ber Stagen hingegen in gefchwäcfjt, fo entfteht Kopffd)merj, Storung ber Sentvermogeng unb <J!rrereben. 118. ^agenftarftttngs-^ittef. ©in außerorbentlid; wirffameS Heilmittel jur SRagen« nnb Nerven» ftärfung, auch Slutreinigung, befteht auS 9ihabarber unb ©hinin. 2Ran nehme eine Unje ju Pulver gefloßenen Rhabarber unb eine halbe Unje ebenfo präparirteS ©hinin, laffe beibeS jufammen in einer Kanne SBaffer wie Sljee fodjen unb bann abfü^ten. 9)?an trinfe vor Schlafengehen ein großes SßeinglaS voll; erft beim 2lufftehen wirb bie 5Irjnei burd) geliube Abführung wirfen. Oft bie SBirfitng ju fdjwad), fo trinfe man alle brei Stunben noch ein halbes SBeinglaS Voll bavon. 53ei ju ftarfer Sßirfimg nehme man weniger unb fe^e einen ober jwei Sage bamit auS. Ser ©rfin» ber biefeS föftlidjen Mittels, welcher früher an fragen« unb 5Rervenfdiwäd)e litt, brauchte eS mit bem beften ©rfolg, erfreut fiel) feitbem einer gan* unge» ftörten ©efunbheit unb verbaut bie feßwerften Sveifen ohne alle Sefdjwerbc, unb feine Nerven finb fo geftärft, baß er and) bie anhaltenbften Kopfarbeiten auSjuhalten vermag. 119. ^iagenfättte und ^oMrennen. 1. ©egen habituelle SlKagenfäure unb Sobbrennen wirft borgen« nüchtern ein ©laS 3u^enuaffer getunten fehr gut, - nodj beffer aber tob» lenfaure Magnesia, 1 Sheelöffet VoU in 3ucterroaffer genommen, ober and) 53raufepulver. 2. ©in anbereS Mittel gegen Uebel ber ?Irt ift folgenbeS : $Ran verbrenne einen Korf Von ber ©roße eines SBeinforfS gänjlid); wenn er gänjtid) aufge^ört fjat ju glühen, fo vermifdje man ihn auf einem Seiler mit etwas yD?itd) ober 2ßaffer unb neljme biefeS ©emenge ein. ©e- meiniglid) hort bie ^ranfbeit bei bem jwei* ober breimaligen ©ebraud) bie= feS SDfittelS auf; bie (Säure beS tagens ift augenblidlid) gehoben. @8 ift ablr bö^ft wichtig, baff ber Korf ganj Verbrannt fei, woburd) er gefd)mad= Io8 wirb; ift er hingegen nicht VoUfommen Verfohlt, fo fann er nur mit Sd)wierigfeit verf^tudt werben. Sie ®ortrefflid)feit biefeS SRittel« be- fteht barin, baß er nur wie ein abforbirenbeS, bie Säure tilgenbeS Mittel auf ben fragen wirft. 53ei außerorbentli^en gälten fann man bem Kram fen an einem Sage brei SofiS, jebe von einem ganjen Korf, geben ; aber in geröhnlidjen gälten ift eine Sofis hinre^enb. Statt ber Kortfohte fann man auch anbere Kol)le von weichem H0^, j. 53. ?inbenfohte, thec« löffelweife mit Söaffer nehmen. ©S ift ju wünfd)en, baff fich ber ©ebraud; bieteS Mittels immer mehr verbreite. 3. ©egen Sobbrennen, in golge von verborbenem SKagen, h^ft am 53eften ber ©enuß leichter Speifen unb Sßaffertrinfen ; ift aber fc^on ein Uebermaß Don Säure entftanben, fo ift ^ommeranjen^lipir mit einem .ßufafe ber £>aHifdjen Saljtinttur (Tine, amara salin Halensis) ein ©hce* löffel doU mit einem ®lafe SBein bemfelben Dorjujiehen. 4. 53raufepulDer ju bereiten. fDian nehme 2 8 oth boppelttohlenfaure« Patron, 1| Soth äßeinfteinfäure unb 2 ?oth weißen 3uder. HJ?an jerreibe 5lUe« einzeln, Dermifdje e« bann, unb Derwahre e« bann in einem Derfdjloffenen ®Iafe an einem trodenen Orte, f^ür ein ®la$ SBaffer nehme man einen ftarfen ©heelöffel DoU unb trinfe e« rafd) beim Slufbraufen. 93 120. ^lafldarm, das ^ustreteu desfeCdeu Bei ^iuderu ju v^Buteu. 3J?an fod)e (Sidjenrinbe unb mad)e Umfdjläge bavon. ©a« Uebel ent* fleht von großer SKuSfelfdjwäche unb wirb burd) bie ftärtenbe unb jufammen« jiehenbe Straft biefe« SRittel« balb gehoben werben 121. den üßfeu ^efcBmatB ju ßeneßmen. Wer übelfchmedenbe TOebijiu einnehmen muß, nehme vorher ein Stüdd)en Aliann in ben SRunb nnb er wirb von bem fd)led)ten ®efd)marfe ber Slrjenei nichts verfpüren. 122. und ^ntjündung in den brüllen, ^Äif^vertmGnng und ^iif^venneßntng. 1. Schon bei jungen 9Räbdhcn fommen f^merj^afte knoten an ben Warjen unb in ben Prüften vor. ift fjinrei^enb, um fie ju jertheilen, ein gegerbte« $afen= ober Kaninchenfell mit ben paaren auf ber bloßen Sruft ju tragen. 2. @rwad)fene jungfräuliche ^ßerfonen leiben gleichfalls juweilen an f^merjhaften ©mpfinbungen in ben Prüften, mit «Spannung unb Ausfluß einer mäfferigen ^eudjtigfeit au« ben Wanen ; ljiegegen wirten Qinreibun* gen von erwärmtem, frifd) auggepreßtem SRanbelöl unb ba§ ©ragen eine« .^afenfeHe« linbernb. 3. Wöchnerinnen, bie nid)t füllen, ober bereu Kinb noch nicht genug fangt, fdpveUen bie Prüfte oft fo an, baß fie Verhärten, Schmerlen, Unruhe unb fieber erregen. §ier wirft nid)t« wohltätiger, al« eine Sähung, ober ein im Saugen fdjon geübte« Kinb. ©ic Säljung bereitet man, inbem man auf eine ^anbvoll ^lieberblumen heiBe§ Söaffer fd)üttet unb ben warmen, auffteigenben ©unft burd) eine umgehängte Serviette an bie entblößten Prüfte leitet. 4. Seichte Sntjünbung mit <järte unb ®efdpvulft, von benen manche Wöchnerinnen befallen werben, brohen feine«weg« immer mit Eiterung, fonbern vergehen gewöhnlich unter bem fortgefe^ten Anlegen be« Kinbe« unb bei warmem Verhalten von^elbft. (5« finb bagegeu eine jIRenge von 94 Hausmitteln im ®ebraud), wie baS Sinfalben ber Sruft mit jerlaffener, ungefaljener Sutter: ferner : 5. ^omabe, beftehenb auS frifdjer, ungefatjener unb ungewafd)enex Sutter, gelbem 2öad)S, weitem f^ranjwein unb Siofenwaffer. ©ie wirb auf Seinwanb geftrid)en aufgelegt, ober 6. 2Ran laffe fiel) in ber Slpothefe folgenbe SJUf^ung anfertigen : 2 Ouentd^en perubianif^en Salfam, 2 ,, arabifdjen ®ummi, 2 Soth SRofenwaffer. SieS wirb eine bidlidje ©albe unb heilt bortrefflid), namentlich wenn bie 2Bar$en bom ^inbe bur^fogen finb. (SS ift ein unfdjablidjeS ^Rittel für bie Äinber, wenn fie etwas babon abfqugen. 7. f^liebermuS, auf Säpp^en geftridjen, aufjulegeit. 8. Um bie QRild) auS ftro^enben Stuften ablaufen ju taffen, bient ein SBafferbunftbab unb gelinbeS ©treidjen gegen bie SJarje. 9. ®egen baS übermäßige, entfräftenbe SIbfonbern unb Auslaufen ber ERild) nad) bem Sntwöhnen ift ein Srant bon ©albei fehr ju empfehlen. 10. Partner ©eifenbrei foU fpecififdj gegen knoten unb frif^entftan» bene ©nttünbung ber Srüfte ber ©äugenben wirten. 3n wenigen ©tunben ift bieS SRittel ftetS unb unbebingt hilfreich. 11. 2RooS bon Sidjenbäumeu, mit gutem Sier gefotten, wirb jwif^en iwei Südlern auf bie Sruft gelegt, um Härte, ®efd)Wulft unb ©efdjwüre ju peilen. (SS hat bielen grauen geholfen. 12. Um bie SRild) nad) bem Entwöhnen ober früheu, wenn baS Äinb geftorben, ju bertreiben, bient eine mehrtägige ^ungertur, warmes Serhal« ten unb ein ilbfüljrmittel auS fdjwefelfaurem Äali ober Sitterfalj. 13. Äümmelbranntwein, äußerli^ angewanbt, gehört ju ben milch» bertreibenben Hausmitteln. 14. (Sinwideln ber Srüfte in frifche SßoHe. 15. Um bie ÜRitcf) ju berntehren, trinfe man gutes Sier, ^aferfd)leim, gendjelthee, Sierfuppe, ®h0C0^a^enfuPPe. cHe ungefaljenen doggern mehlbrei. 16. (Sin probates ^Rittel gegen ben an welchem mandje grauen leiben, in ^olge bon Siild)ftodung ober äRild)ber« treibung, ift f^olgenbeS: SLRan fammte bie Slätter unb Slumen beS Ärau» teS, welches H irtentafd) e, auch äRutterfraut genannt wirb. 2Ran mad)e einen ftarfen Sh£e babon unb trinfe babon brei ober biermal beS SageS einige Saffen. Sie ^>irtentafc^e wädjft überall an ben Sßegen, hat an etwa 6 bis 10 3°ß h°^en dengeln weiße Slümdjen. 2Ran füllte nur blühenbe ^ßflanjen nehmen, fie troden ober grün gebrauchen. Leitung erfolgt in turjer 3etL 123. bagegen. 1. ®egen dRüdenftid; ift baS befte Mittel flareS Saumol; inan be» firtidje bannt bie brennenben ober jude^en ©teilen, fo wirb man halb gin* berung berfpüren. * 95 2. Stian todje Äümmel in Uffig ober dßein unb wafdje bamit £)änbe, ©eftdjt unb £>alS, unb man wirb bann bon ben Stifteten berfdjont bleiben. 3. SBafdjen ber blaßen $autfteden mit Äo^löl ift ebenfalls anjurat^en. 4. @in ftarter ST^ee bon (Sarbobenebiftentraut gemalt unb jiemlid) ^aufig getrunten, wirb als ein fixeres Stiittel empfohlen gegen Stafetten* ftidje. ©ef^wülfte unb Anoden an oerf^iebenen Steilen beS ÄörperS, be= gleitet bon Uebelfeit, folgen öfters auf Onfeftenftiche, unb ber ßarbobenebif* tenfraut^^ee ^ebt biefe übetn folgen fdjneU. @S ift ein fe^r einfaches Stiittel unb berbient in bortommenben fällen angewenbet ju werben. Q>ar* bobenebiftentraut ift überhaupt ein fefjr ^eilfameS Äraut unb follte in jebem ©arten gejogen werben. 5. ®tne £inttur, bie anS einem X^eile in hier feilen ^Ittofjol maje» rirten ^nret^rum rofeum unb bann berbünnt bnrd) baS 3eljnfad)e ber Dnan* tität an 2ßaffer befielt, gewährt botttommene Sidjer^eit gegen 3nfeftenftid)e. Stuf ber Sagb gewährt felbft im Ijeifjeften Älima baS einmalige (Sinreiben beS ©efidjtS, beS SarteS unb ber §änbe @d)u§ auf jwölf Stunben bor allen ■önfeftenbeläftigungen. 2)ie ftärtfte ^ßlage ber Tropen, burd) Slmeifen näm» lidj, fann man bnrd; baS ^ulber beS 'ißpret^rum beseitigen. (Sin fdjmaler Streifen beS aufgeftreuten sißulberS ober baS 2luSgie^en einer Portion ber Jinftur bilbet bie fidjerfte Sarriere gegen bie Slmeifentarawane. 3)ie bor« berften ^Imeifen werben auf bie Subftanj gebrängt, jeigen aber fofort Spu* ren von Setäubung, fterben raf^ unb aUe anbern entweidjen. 124. ^htnöUrdZ dagegen. 1. 20er bnrd) Sernadjläffigimg beS ^a^nfleifcfjeß, ober bnrd) anbere Urfadjen an bie Stiunbfäiile leibet, netjnie göffelfrautfpirituS 1 S^eil unb Söffeltrautwaffer 2 Steile, bermif^e eS unb fpüte bamit ben Stiunb auS. Sia^er taue man ÄalmuSwurjeln. 2. Äinbern gebe man ben Saft ber ^auSwurjel, mit §oniß bermifcbt ein, reinige unb fpüle ben Stiunb oft äuS, reibe bie 3®^ne oft mit §oljtog« lenpulber ober ^almuSpulber, ober mit (Sremor £artari, ©radjenblut, ober Sholenpulber täglid) 2 mal. gleifdjfpeifen bermeibe man unb trinte Sutter* mild;, ^»afertrant unb (Sitroneufäure. 3. Stian fiebe @änferid)traut in Gaffer ober SBein, feitje eS bnrd) unb fpöle ben Stiunb oft bamit auS. # 4. SluSwafdjungen beS StiunbeS mit Soraj finb ebenfalls probat. Stian umwidle ben ^cißefinger mit einem leinenen Säppdjen, ftede benfelben inS Sorappuloer unb reibe bamit bie angegriffene Stiunbljö^le tüd)tig, taglid) brei ober biennal. 125. mit» £ebetfte&en vertreiben. Sie^e 2lrt. Sebcrflecfcn. fabelt fie i^ren Si§ bloß in ber £jaut, unb ni^t er^o^t im fjleifdje, finb fie leicht jn oertreiben unb o^ne ade ®efa^r. Stian net)me Sitriolöl, beftreidje mit einer eingetaud)ten fieber baS 2Äa( bamit unb laffe eS troden werben. Stian fpürt ein leidjteä trennen babon, 96 frag ßt aber balb verliert. Tie Oberhaut ivirb gänglid) bürr unb fallt bann, je nadjbem bag Tlal gro§ ober tlein ift, binnen 8 big 14 Tagen ab. tierauf ivirb bag Veftreiten beg ^leddjeng mieberholt unb nad) 8 big 14 agen jum lebten D?al, ift bag ®rinbd)en jum britten ^D?al abgefaUen, fo ift bag Ttal aud) verftivunben. Ter glüdlidje Srfolg grünbet fit auf ben Umftanb, baff bie $aut eigentlit aug mehreren Rauten befteht, unb bag IRal öurt bie Sigenftaften beg Vitriolölg nur aUmählig aufgehoben ivirb, ohne eine 92arbe jurücfju* laffen, benn bie^aut ivirb nather fo glatt unb fo eben, ivie fie vorher mar. Bur Berftorung von ÜRuttermälern, 2öarjen unb anberen oberflätliten ^autmutewngen, ja fogar Stantergeftmürcn unb ^onbhlomcn, bebient fit ©r. ®obivin ber Sonnenftral)len, bie er mitteig eineg Srenngiafeß auf bie tranthaften ©ebilbe tonjentrirt. Sg unterfteibet fid) biefe SRethobe von anberen baburt, ba^ feine Blutung erfolgt, ber Sd)merj nat ber Opera* tion nur furje Beit anbauert unb bie jurüdbleibenbe fleine Rarbe nie ent* fteKenb ift. Sntjünbung unb Siterung ftellten fit nur feiten ein, unb in 4 big 6 2Boten nat ber Kauterifation fiel ber Storf ab, niit^interlaffung einer leidet unb ftneH ^eilenben SBunbfläte. 2ßenn fid) ber Operateur in ber Venu^ung ber Sonnenftrahlen einige Erfahrung angeeigiiet hat, fo hat er eg in feiner ®eivalt, mitteig berfelben genau nur bie Stelle ju taute* rifiren, auf bie er eg abgefehen, ohne ba^ bie Umgebung berührt ivirb. Sr fann, je nat bem beabfittigten B'vede, Olafen bilben, obep aut tiefer in bie §aut, big auf einbringen. . ®obmiu jieht eine bifonVeye Sinfe in ümvenbung, bereu Turtmeffer 2^ B°^ unb bereu ^ofal*Tiftanj etma 10 BoU beträgt, bie in einen fRing eingefaßt unb mit einem Slfenbeingriffe Verfehen ift. Ter Prante ivirb bem bireften Sonnenlid)t am offenen ^enfter auggefe^t, fo ba§ ber 53rennpuntt beliebig geivät)lt iverDen fann. Tie big in bte Tiefe ber §aut hineingel)enbe ^erftörung ift mit einem leifen, fniftern» ben Tone Verbunben, unb fann bei längerer Tauer ber Operation eine Verfehlung ber §aut in beträttliter ©iefe erfolgen. 3ntereffant ift eg, ivährenb beg Sinbringeng ber Sonnenftrahlen bie Koagulation beg Vluteg unb bie Bufammenjiehung ber Vlutgefä^e ju beobatten. 2lut bei üppig ivuternben ®ranulationen, bie fonft fehr fdjiver jur ^eilung ju bringen finb, foU bie Simvirfung beg concentrirten Sonnen* htteg bebeutenbe Srfolge erzielen, inbem baffelbe alg fräftigeg Kaufticum mirfe. 126. ^UgeFgerdhunr ju Reifen. 1. ^imm eine ^ßinte orbinairer weiter Seife unb rülfre fie in ge* läf^tem A^atfe. ^üUe bamit einen tebernen ^ingerfjut unb ftedte ben Ringer hinein, fo nnrb er geteilt werben. 2. -Buerft wenbe eine 3obeifen*Salbe an, lege barauf einen warmen Umfd)lag öon einer ftarfen $lbtodjung von iBeildjenwurjcln unb Srob. Sr* neuere bieö oft, wenigfteng jwölf Stunben fyinburd), ober bi§ ba§ ©efdjwur aufgebrodjen ift .Sine Äur wirb nad) einem biö brei Stagen bewerfftcUigt. 3. ®a$ Sintau^en beS tränten Ringer« in todjenbeS SBaffer, inbem man benfelben rafd) wieber IjerauSjie^, ift ein aUbetannteei Mittel unb ^ilft in ben meiften fällen. Steife Slrtifcl .gifteln". 97 127. plaget, ^tuwa^fen deßdüen, ju vergüten. Manche Beute finb bamit geplagt, baß ber 9?anb beS Gagels an einet ><ehe in baS gleifd) einfehneibet. Sie Urfadje bavon ift ein Srud auf ben 9cagel-ber ftart unb runb ift, -fo baß bie Stäuber, birett nieberwärtS gc» trieben werben.-SJian nehme ein Stüd jerbrodjeneS genfterglaS unb fdjabe ben (Snbbogcn beS StagelS bamit, bis er fo bünn unb fd)wad) wirb, baß er bem Srude nid)t wiberftehen tann, unb bie natürliche golge babon wirb fein, baß er fleh abftadjt unb breiter wirb. 128. ^alenßfttten ju ßiHen. freße Slrt. ,,S l u t r.a f d) j u ft i U en." 1. (Sin (Sorrefponbent beS Scientifit American fagt, ein ftdjereS Heil* mittel beS SlafenblutenS fei, ben Slrm an ber Seite ber Stafe, welcher baS »lut entftrömt, in wageredjter Sinie gegen bie 2Banb ober einen ^ßfoften ju ftemmen. 2. SDtan wafdie fidt mit tattern Söaffer unb trinte ein ®laS frifdjeS SBaffer. 3. Äalte Umfd)läge auf ben Unterleib foüen augenblidliehe Hülfe leiften. 4. iDtan lege eine burd)fd)nittene ^ruiebel auf ben Staden unb wafd^t benfelben mit tattern SBaffer. 5. SDlan fdjlürfe (Sffig, mit Söaffer bermifd)t, in bie Stafe. 6. 53ei gefährlichem Stafenbluten berftopfe man baS blutenbe Stafen« loch mit einem in (Sffig ober Sllaunwaffer getaudjten ?einwanbpfropf. 7. SRan binbe um ben tleinen ginger an ber Seite, wo bie Blutung fiattfinbet, einen gaben red)t feft jwifdjen bem 9?agel unb erften ®elente. 8. 9Jtan lege einen Schlüffel ober ein naffeS Sud) jwifchen bie Schultern. 129. ^lafenpotypen, giftet dagegen. Ser Beibenbe f^lürfe, je öfterer befto beffer, frifdjeS Söaffer burd) bie 9tafe, unb er fann fid) ber Hoffnung hingeben, in wenigen SBo^en auf eine leiste, ganj ferner jtofe 2Beife bon bemläftigen Uebel befreit ju werben. Würbe berichtet, baß eine grau in wenigen Sagen burd) heftiges SBeinen von einem fe^r gefährlichen Slafen^olppen, ju ihrem eigenen großen (Srftaunen-, erlofet würbe. Sind) finb Hühneraugen in £eit bon 14 Sagen ganj f^merg* loS baburd) entfernt worben, baß wäprenb ber 9?ad)t naffe Umfd)läge auf bie £et)e gemadjt, unb bie nad) unbnad) erweidjenbe Haut mit einem ftumpfen SReffer abgefdjabt würbe. Sie Umfrage werben fortgefe^t, bis ber Seich» bont mit ber 2Buqel herausgehoben ift. Sind) burd) oft wieberholieS (Sinfdjnupfen eines feinen ^utüerS auS ge» trodneten blättern bon Marum verum finb Stafenpolppen geheilt worben. 130. ^enrafgia, Rittet dagegen. 1. SUS ein wirtfameS bittet wirb folgenbeS Verfahren gepriefen : SRifdje eine halbe Srad)me Salmiaf (sal ammonia) in eine Unje Dampfer* Sßaffer unb nimm babon einen Sheelöffel boü. Soüten bie Schmerle« 98 nicht fofort aufhören,fo wieberhole bie ©ofen mehrere !Ü?aIe in ^w^dhrn* räumen von fünf Minuten. Vielen V^fonen, welche baS obige Mittel an» wanbten, hat cS in jebem gatle geholfen. 2. Sm Medical Journal gibt ein berühmter Art folpenbeS drittel an für Sofortige Sinberung neuralgifdjer S^merjen : - 3)fan nehme ein Süppchen weites Seinen,fd) neibe eS fo gro§ runb ab wie ein U^rgfaS. ÜRan befeu^te bann baS Säppdjen mit einigen ©ropfen döloroform uito halte ein red)t tief hof)leS llFjrglag etwa 10 Minuten lang auf baS Säppdjen gebrüdt, WeldieS auf bie leibenbe (Stede gelegt würbe. ©aS ®la« mu^ Von einer warmen §anb feft auf bie £>aut gebrüdt werben. @S wirb baburd) ein brennenbeS ®efü^l verurfad)t, weldjeS etwa 5 Minuten fteiqt unb bann nach* läfjt, aber erft in etwa 10 dJiinuten Verfdjwinbet. ©ie <S^merjen werben bann ebenfalls verfd)Wunben fein. Wlan fe^e barauf, ba^ baS Säpp^en völlig getränft würbe vom Chloroform, ba^ baS UhrglaS nicht ju flad) ift nnb v»n einer warmen ^anb feft an bie £aut gebrüdt wirb. 3. Sft ber (Sdjmerj meiftenS an ben <Sd)läfen unb am obern ©heile beS ©efidjteS, fo wirb folgenbeS Mittel fofort helfen : 2 ©^löffel voll fölnifd)eS SBaffer unb 2 ©heelöffcl Voß feinet Sahthue in ein ^läfdjen, fdjüttelc eS wohl burcheinanber unb halte eS an bie Wafe, »•bann ber @dhmerj alsbalb verfdjwinben wirb. 131. We^Mt So nennt man einen nid)t anftedenben, immer nur einzeln oortömmen* ben £autauSfd)lag, ber Ste^nXidjfeit mit ben Duabbeln ßat, mcldje burd) Verbrennen mit Vrenneffeln auf ber ^aut ßeroorgebradjt merben. 51m ftärfften finb bie Ditabeln auf Vruft unb Firmen. ©aS ^ervorbredßen ift mit einem luftigen Süden verbunben, meldjeS nad) bem fragen ein gelinbeS Vrennen ßinterläßt. ©er ^(uSbru^ biefeS 2luSfd)lageS gefd)icl)t unter gclinben gieberbeme» gungen meiftent^eilS feßr fcßnell unb o^ne Oefaßr, wenigftenS bis jum britten Tage. £)at ber 2luSfd)lag einige Tage geftanben, fo üerfdjminbet er gemöpn« lirf) halb mieber unb menn bieS glcid) jumeilen unter Scßminbel unb D^n< madjt gefdjiefyt, fo ift bennod) feine @efa^r bamit verbunben. iERandje ißer* jenen befommen regelmäßig aUe 4 Söodjen einen 9?effe(auSfd)lag oßue fieber: i^re Urfacßen finb gemöljnltA (Srfältung unb unterbrüdte ^autauSbünftung unb bei Sftandjem (Sfel üor Speifen. ®ie 9?effelfud)t für fid) allein bringt imar feine @efaßr, bod) muß man fid) Ijüten, fie jurüdjutreiben. ßntftanb fie in ^oXge unterbrüdter §autauSbunftung, fo bient ^liebertljee mit 3alaU einer ^efferfpifje DoU Salmiaf jur Vegünftung beS SdjroeißeS mtb beS 2tuSbrud)S beffelben. UebrigenS ift eine gleidjmäßige, marme Temperatur ber ben Patienten umgebenben ?Itmofpßäre baS iRotßmenbigfte. ®ie ©iät 'muß milbe fein. 132. glittet dagegen. 1. SERan übergießt 4 Sot^ ^onigSdjina mit einer ^(afdje guten altes SBeinS unb läßt i^n 24 ©tunben in bet äßärme jieljen unb trmft bavon 2 bi§ 3 ÜKal tägtid) ein tjalbeö SßeinglaS üoll. 99 2. über man trinft täglid) SRorgenS unb ElbenbS eine ^albe Pfanne SRolfen, mit gutem SReinmein Vermifd)t unb gel)t bei fdjonem EBetter fo viel als möglid) fpajieren. 3. ® e 11 e r i e ift, mie ein berühmter Elrjt behauptet, ein £>eilmit* tel für 9? c r V e n f d) m ä dj c unb § e r j f l o p f e n. (Sr fagt: Od) ^abe Viel SRänner gefanut unb aud) grauen, bie fo nerVenfc^madj geworben wa^ ren, bafj Wenn fie ifjre §änbe auSftredten, fie gitterte« ivie (Sfpenblätter an. einem winbigen Sage, unb bei einem täglichen mäßigen @ebraud) von ge* bleichten ©eöerieftielen als <5alat wieber ftarf unb fidjer würben mie anbert Seute. Od) ^abe anbere gefannt, bie fo fe^r nervös maren, bafj ber geringftc 9teij fie in grofje Elufregung braute unb fie faft beftänbig in E3erlegenpeit unb ^urdjt waren, unb welche ebenfalls voÜftänbig ^ergefteUt mürben burd) mäßigen ®ebraud) von gebleichtem (Sellerie als «Salat bei ben äRa^ljeiten. SBieber Elnbere ^abe id) gefannt, meldje «Sellerie gegen baS ^erjflopfcn mit (Srfolg gebraucht haben. (Sin Oeber, ber nervenfdjmädjenbe EIrbeiten ver* rietet, foUte (Sellerie gebrauchen, menn er ju haben ift, unb ju anbern Oa^* reSjeiten B^iebeln. 133. liierenverljärfung ju fletfen. @in Shee Von flattern beS ^firfidjbaumeS foU SRierenteiben fidjer unb rafdj furiren. 134. ^0ren, ffte|enbe. Sßenn eine mäfferige, f^leimi^e ober eiterähnli^e geudjtigfeit auS ben Ohren fließt, bebarf fS feiner ärjttidjen ^öehanblung, ba baS Uebel fiel) halb wieber Verliert. @S leiben aber ferophulöfe, brüfenfranfe unb verfütterte ^inber, ge» möhnlid) nad) abgetrodnetem §autauSfd)lage, häufig an einem EluSflufj auS ben Ohren, melier oft fo f^arf ift, bafj er baS ©hr felbft unb bie benadh* barten Steile wunb mad)t. On biefem §aUe mu^ baS ^inb fleißig gebabet merben, erft in bloßem warmem ESaffer, fobann in «Seifenmaffer, unb jule^t in einer Elbfodjung von HRajoran, Eöermutb, ^elbfümmel, SalmuS. UebrigenS mu^ bie ®runb= franfljeit von bem EIrjt geteilt unb bie ESerbefferung ber (Säfte burd) jwed* mäßige Siät bewirft merben. Oft ber EluSflu^ fehr reijenb ober übelrie= djenb, fo mitfj nad) Einleitung beS Elr^teS burd) laumarnte, ganj milbe (Sin* fprifcung täglid) ber @el)örgang einige HRale gereinigt merben. 135. ^renfaufen, glittet dagegen. 1. Oft eS Von ^älte eniftanben, fo nimm eine gro^e ober mehrere, f)ö^e fie auS, pulverifire gebörrte §afelnu§ferne, fülle bamit bie ^roiebel an unb laffe fie feljr meid) braten, bann nehme man bie (Sd)ale ba» t>on, fto^e fie mit äjQatöafier, brüde bie glüffigfeit burd) ein Sud), träufle etwas in bie üf)rcn unb beftreidje fie mohl bamit. 100 2. Stimm g r o e 5lmeifeneier, ftofje fie mit ^otepmaffer, brätle bie gtüfßgteit burd) ein Sud) unb falbe bamit oft bie Umgegenb be& leibenben Oh«S ; auch f^a9c c$ einem Sudje über baffetbe. 3. Sfi eS mit großer §i$e berbunben, fo reibe (janfförner mit grauen» mild), brücfe bie glüffigteit burd) ein Sud) unb träufle fie big jur Teilung. 4n'$ £)h^. 4. ©inb bie ©hr£n unb bag SIngefid)t rotp, in golge beg ©d)merjeS, fo nimm fßappelfraut ober SDtatbe, fodje fie in äßaffer, ftreid)e jeneg burdp nnb mad)e eg mit Staubiolol feift, beftreidje bamit bie ©hren mehrmals beS SageS unb lege eingene^te ©tüde Sud) barüber, bis ber ©djmerj bödig. ■auf hort. 5. ©egen ©hrenfaufen im SlUgemeinen : Stimm Äleie 3 Steile, rothe Stofen (frifche ober gebörrte) ein Sheil, SBermuth | Sheil, fiebe biefe $nr grebienjen in SBein, unb fd)tage biefe SJtaffe marm mie ein ^flafter über bie £)hrcn. 6. Sampf beS fiebenben SffigS in bie ©hren eingelaffen.. 136. ^^enf^merjen, dagegen. golgenbe QKittel finb probat i 1. SaummoUe, mit ©ü^ät unb ^aregoric angefeuchtet, ftede man in'Ä fdjmerjenbe Ohr. 2. SDtan nehme ein Söälldjen SaummoUe, brücfe mit bem ginger eine ^jöplung hinein, fülle biefe mit gemahlenem Pfeffer, eine ©rbfe gro^ etma, madje ein Kügelchen aus bem ©anjen, befeuerte ea mit ©üpl unb ftede eS in'S Ohr. Sann ftccfe man nod) etmaS Saummolle hinein unb hatte Sitte« burd) eine Sinbe an feinem ^la^e. Wlan mirb fofortige Sinberung berfpü» reu. SaS Mittel fann bei Heinen Äinbern angemenbet merben. 3. ©obalb man ©djmerjen im Ohre fühlt, träufele man brei ober biet Stopfen ^Irnica^inftur (tincture of Arnica) hinein unb fülle bie Oeff» nung mit Saummotle, um bie Suft abjuljalten. SJian barf ftdjer fein, baü bie« Mittel ftet« probat ift. 4. Saudje 2Batte in ©htoroform, ftede fie in'S Ohr, $ät)le 1, 2, 3, unb nehme fie bann gleidj heraus. Siad) einer Siertelftunbe mieberhole biefe Operation unb fahre bamit fort, bis baS Oljrmeh aufhort. SiefeS einfache Mittel mirtt mie 3au^er: §at ntan fön (Shlorofornt, fo nehme man ©djmefeläther. §alte ScibeS fern von ber £ampe unb geuer. 137. afe fernenJliffettdes Rittet. Unter bem Flamen ,,fßetroteumäther jum ©inreiben" tommt ein ^rä» parat in ben $anbel, meldjeS unter ben fAmerjftiUenbcn WHtteln entfliehen ben erften Stang mit einnimmt unb überall, mo eS belannt mürbe, rafd)e unb Heibenbe Aufnahme gefunbenhat. 3n ber Ätinit in Seipjig pot fid) j. S. ber ?etroleumäther bei feigen ©etentrheumatiSmen, d)ronifd)en SiheumatiSmen, fqmerj^after StippenfeHentjünbung, Sungenentjünbung mit ©^merjen, fo» 101 genanntem ^ejenjdjufi unb bei Sdjmerjen unbeftinimter SIrt fe^r mo^ltbattg ermiefen, unb audj in anberen (Stäbten finb bereit« biefelben günftigen Sr* fafjrungen gemalt morben, fo ba§ behauptet merben fann, ba^ fic^ b« ''ßetroleumätljer in allen fällen ju äuper^ic^en Sinreibungen mit beftem Sr» folge vermenben läßt, mo e« gilt, vor^anbene r^eumatifc^e ober anbere ört* li^e förperlidje (Sdjmerjen ju befämpfen. Son ber Sebeutung, welche bet: ^etroleumät^er bereit« erlangt ^at, erhält man baburt^ ben f^(agenb)ten-. Semei«, ba§ allein im 3afob«fjofpital in Seipjig jä^rli^ 250-300 ^Sfunb baVon verbraucht merben, mobei ju bemerfen, ba^ für je eine Sinreibung 14 ©radjmcn erforberlid) finb. ©er ©erud) be« ißetroleumäther« ift fe^c fdjmad) unb burdjau« nidjt beläftigenb ; aua) ift er bebeutenb billiger al« bte_- anberon ätherifdjen ^Rittel. 138. ^ffafler, ju bereiten. 1. ©aß befte ^flafter für SRenfdjen unb ©piere macpt man au« gleichen ©peilen Saubanum, Sllfo^ot unb ©Jermutpol. 2. Sin vorjüglicpeß Mittel jur Teilung alter, eiternber ©Junben^ gifteln, ^roftbeulen. Sin ©funb ©aumol wirb in einem geräumigen, ftarfen irbenen ©opfe fo lange gefod)t bis eß bräunlich ift unb ftarf raucht. ©Jenn eß etwaß abgetüplt ift, fo t^ut man unter beftänbigem Umrüpren all« mäklig ein palbeß $funb vom beften pulüerifirten SD^enuig hinein unb Iä§t ©eibeß fo lange fodjen, biß eß braun ober fdjroärjlicp wirb, ^flafterbtde er« Ijält unb fiep von einem jinnernen ©elfer, auf ben man einen ©ropfen pat fallen laffen, rein abfdjält. Sß wirb alßbann vom (feuer genommen unb nadj ©erlauf einer guten ©iertelftunbe, offne eß wieher auf'ß ^euer ju brin= gen, 11 £otp fein gepulverter ©ernftein unb etwaß gebrannter SHaun (etwa 1 Sotp) vorfi^tig ^iueinget^an unb SlUeß wopl umgerüprt. Bulefct, wenn bie 9Raffe nid)t mepr bampft unb fo weit abgefüplt ift, ba^ man bie^anb an ben ©opf galten fann, wirbnod) 1| ?otp Sampper, weldjer vorder mit eini« gen tropfen ©ranntwein feingerieben ift, pinjuget^an unb SlUeß nodpnalß gut umgerüprt. ©aß ^Sflafter mirb in Heinen pöljernen Scpadjteln ober bledjernen ©üd)fen aufbemaprt. 3. äRan fdjüttele vier SRa^tpeile 2letper mit 1-2 9Ra^tpeilen Siiveiß fo lange, biß baß ®anje eine gleidjformige SIRaffe, eine bem ©pobelboc äpn* lidje ©alterte geworben ift, ftreidje fie an bem fdjmerjenben Äörpertpeile auf bie §aut unb bebede fie mit einer Veinwanbbinbe. 4. Sin gefdfidter Sirjt fagt, ba^ man ein Senfpftafter niemalß mit pei^em ©Jaffer, fonbern auf Siroeiß bereiten foIX, inbem eß auf biefe ©Seife gubereitet feine Sdimerjen wie ein ©lafenpflafter verurfacpt, unb bodj feine peilfame ©Jirfung voUjiept. 139. Rafter, entfiftyes, aniuferti$en. 2Ran fpanne ©affent in einen Oiapmen, überpinfeie ipn mit in ©rannt« mein aufgelöfter £>anfenblafe wieberpolt, fobalb ber erfte Slnftridj troden ift. 2Rit bem lebten Slnftrid) vermifcpe man etwaß pervuvianifdjen ©alfam mit ber ^aufenblafe unb baß englif^e ^eftpflafter ift fertig. 140. ^ßoöpporvergtffung ßeßen. 1. ©cpon vielfacpeg Unglüd ift baburep gefepepen, baß beim Slnjün. ben von ©treicppoljcpen ber abgefprungene ^pogppor in eine SBunbe an ber £>anb gekommen ift unb ben Berluft eineg ®liebeg ober wopl gar beg Sebeng jur ^olge gepabt pat. Sille bie folcpeg Ungliief paben, mögen folgenben woplgemeinten (Ratp befolgen : Sftan macpe fiep fofort flarteg ©obawaffer unb ba pinein palte man bag ©lieb. Ser Jßljogppor gept nämlicp mit ©oba fepr leiept eine djemifepe Berbinbung ein unb bitbet ppogpporfaureg Patron, einen ganj unfcpäblicpen ©toff. Sille, bie biefen 9tatp befolgen, werben fiep überzeugen, baß bag Unglücf opne alle üble folgen Vorübergepen wirb. 2. - 3m Serpentinöl fcpeint ein fiepereg ©egengift gegen ben Bpogppor gefunben ju fein. ^ad)bem fcpon meprere 3öÖe Von erfolgreieper Slnwenbung biefeg überall leiept jur §anb pabenben ©toffeg befannt gewor« ben waren, lefen wir in wiffenfdpaftlidpen geitfepriften eine augfüprlicpe SarfteKung ber Teilung, bie an einer mit bem Bpoöppor von 200 B^ub* Pöttern vergifteten f^rau Vermittelft Slnwenbung beg genannten ©egengifteg enielt würbe. Sie fonft alg milbernbeg Mittel bei Bergiftungen gebrauepte SDiilcp wirft bei ^pogpporvergiftungen nur fcpäblicp, ba fte Vermöge ipreg ^ettgepalteg bie 9teforption beg im f^ett leicht löglicpen 'jßpogppor erleicptert. 141. ^obugra, Rittet bagegen. 1. 2Ran trage ©trumpfe, aug §unbgpaaren angefertigt, wovon bie pervorftepenben £aare nicht abgef^nitten werben bürfen. Sag ^i^eln biefet ßaarfpi^en foH nämlicp häufigen ©epweifj berurfa^en, welcher binnen 24 ©tunben bag Uebel berminbert ober ganj befettigt. 2. 9Kan lege einen Beutel mit gewärmtem Bopnenmepl auf bag fepmeqpafte ©elenf. 3. 2Kan reibe ben fcpmerjpaften W wit Spect. 4. Sin Bhtnb ^Reigmepl, 4 Unjen Bierpefe unb 2 Unjen ©alj macpe man ju einem bieten Setg, lege ipn auf bie ^u^foplen unb umwitfle ben 5u§ mit warmem, rotpen ^lannell. SOfan wieberpole bieg Mittel alle 12 ©tun* ben unb in 2 bis 3 Sagen wirb man gepeilt fein. Ser gu§ wirb bann mit SHeie unb Branntwein abgewafepen. 3J?an mu§ fiep aber warm palten unb jebe Äälte bermeiben. 5. ©aljfäure mit Sßaffer berbunnt jum Sinreiben ift fepr peiljam. Aum erften Berfucpe nepme man 200 Sropfen ©aljfäure auf ein Siebtel Quart SBaffer, berftärte ober berbünne eg, jenaepbem bte 2öirfung erträglich erfepeint. SUian reibe bie fepmerjenben Speile bamit ein unb (teilen fiep brennenbe ©cpmerjen ein, bene^e man bie ©teilen mit frifepem SBaffer, @g mufj fiep ein Slugfcplag geigen, ber bie ^arnfäure augfepeibet unb baburep bie ©^mergen pebt. 6. ©enfmepl wirb mit ©auerteig, ober Brobfrummen, unb Sffig js einem Seig getnetet. Siefen legt man auf unb läfjt ipn liegen, big bie £>aut retp wirb unb ©epmerjen erregt. Sftan fann au^ ©enffamen mit 2Baffer anbrüpen unb bieg als Bab gebrauten, ©enffu^bäber ftnb gegen bie peran« jiepenbe ®icpt unb ^ßobagra von großem S^u^en. 103 7. ®tan lofe 2 Unjen ®uiacum in 3 Unjen beftem franjöfifc^en ®ranl| auf. @in ober jmei S^löffel boll biefer Auflöfung ift jeben borgen nü^tern einjunehmen, morauf man entmeber eine ©djate ST^ee ober ein ®laS SJaffer trinft. 142. Boffufioueu ju verdaten. Erfolgen biefe Ausleerungen 51t Ijäufig, moburd) fie jur 5?ranf^eit mc:# ben, fo gebrauche man Alaunpulüer unb neunte baüon täglict) breimal einen palben Teelöffel üoU mit Gaffer. 3itgleid) meibe man ju ftarfe nnb ^i^ige ©etränte, effe nidjt ju viel unb ju naljrfjafte Speifen unb bebiene fid) eines ArjteS, menn baS Uebel fdjon ju meit eingeriffen ift. 143, pomade, jur Beförderung des ^aarwu^es. fertigt man auf folgenbe äßeife an : 1. 9Ran neunte 2 üdjfenfufje, jerljade fie fein unb fodje fie 4 Stun» ben lang in einem neuen Stopfe. Oft bie 53rü^e erfattet, nimmt man baS auf berfelben fc^mimmenbe ^ett ab, verrührt eS mit einer Obertaffe voll guten SßeinS unb fe^t fpäter unter fortmäljrenbem Umrü^ren nod) ebenfoviel SdjöpStalg ünb boppelt fo biet <Sd)meinefd)maI$ ju. 2öenn man nod) etmaS Sergamotöl ober aubereS mofjlriedjenbeS Del jugefe^t fjat, t^ut man bie ißomabe in bleierne ißü^fen unb üermabrt fie an einem füllen Drte. 2. @in fßfunb fRinbSmarf, ein Loti) gefdjnittene SRuSlatblume, 1 Lot^ ©emürjnelfen, 2 Lott) (Sarbemon unb 1 Lott) frifdje Lorbeerblätter t^ue ma« in eine mit einer S^meinSblafe verbunben mirb, in welche man mit einer 9?abet Löd)er flicht, ©iefe glafdje fe^e man in SBaffer, baS man (angfam jum Äo^en bringt, unb üerbunftet baS SBaffer im £opfe, fo gie^e man mc^r ju, fo ba^ bie ^laf^e ftetS im SBaffer fielen bleibt. §at fie 1 Stunben lang gelobt, gie^e man bie SRaffe burd; feine Leinmanb unb t^ue fie in 53üd)fen, bie man berbinbet unb an füttern Drte anfbemtf^rt, menu bie 3Raffe ertaltet ift. 3. ©in Viertel ^ßfunb 9tinbermart, ebepfobiel Sdjmeinefdjmalj merben gefdjmoljen, burdjgefei^t unb fe^t man ber fjalberftarrten 2Raffe 2 Quent» djen, in 2 Lotlj Drangenblüt^e aufgelöfteS, S^inacjrtract ju. Sdjliefjlidj fe^e man nod) Lott) äRanbelöl ju unb irgeub ein mo^lriedjenbe^ Del. transparente B^wade. 1. ©permaceti 2 Unjen, (Saftoröl 5 „ 2llcoljol 3 „ Sergamotöl j Drachme, ^ortugalöl | ®ie beiben erften Subftanjen merben jufammenijefdjmoljen, ber SUfo^ol nad) unb nadj jugegoffen, bann bie beiben Dele Ijnungetljan, mo^I burdjeinanber gefdjüttelt unb in ®laSflafdjen aufbema^rt. 2. ^aftoröl 2 ^ßfunb, ®ute transparent «Seife 1 Unje. Oo^ol 1 „ 104 Schmelze bie Seife im Sillohol im H^iB^afferbab unö fdjütte baS ftoröl htuju, weld)eS juerft heiB gemacht werben mu^. £hHe Parfümerie nad) Velieben hiuju unb verwahre bie Pomabe in ©laSgefä^en. 144. ju feiten. 1. SRan macht auS ropem Aliann, mit Simeih jufammen gerieben, eine 9Rifd)ung auf einem jinnernen Setter, fo bah eS eine (Salbe mirb, ver< binbet hiermit bie befdjäbigten «Stetten unb erneuert baS Verbinbcn, fo oft bie Salbe troden mirb, fo merben bie bläulichen Stetten halb verf^minben. 2.' Wlan bat bie Srfaprung gemalt, bafj bie ^Blätter beS als Sopf» pflanje beliebten ©eraniumS bie Sigenfdjaft befi^en, 2öunben, bei benen bie Haut abgefefjeuert ift, überhaupt nid)t tiefge^enbe Verlegungen, fdjnett ju feiten. Sin ober jmei biefer blätter merben jermalmt, auf bie befdjäbigte Stelle gelegt unb bemirten in turjer .Bett eine Vottftänbige Teilung. 3. Sdjnittmunben f^merjen int ©anjen menig, anbere aber oft fe^r, befonberS Ductfd)ungen, jumal menn fie jugleid) bie D^ägel ber 3eheu upb Ringer treffen. f^olgenbeS Drittel ^at fid) bemäljrt: 5Ran bringe glühenbe Noblen auf eine Schaufel ober Pfanne, fpri^e gemöhnlid)en Ärümeljuder barauf, halte baS befd)äbigte ©lieb in ben auffteigenben Sampf unb nach meniejen SRinuten mirb Sinberung beS ScpmerjeS eintreten. Semanb batte fiep einen roftigen 9?agel in ben §uh getreten unb litt unfäglidje Dual; er manbte baS genannte Mittel an unb nad) Verlauf von fünfen ^Diinuten batte er ^Ru^e. 4. SeifenfpirituS , ein bemäprteS unb billiges Heilmittel bei Cluetfcpungen, Verrentungen, u. f. m., fann man Von voqügli^er Vefcpaf= fenpeifc erhalten, inbem man eine ÜRifcpung Von 1 Speit Kalilauge von 1.33 fpec. ©emiept, jmei Speile V^ovenceröl unb 6 Speile Slttopot von 90 ^3ro$. SratteS im Sßafferbabe in einer glafdje ermärmt unb mehrmals ftarf fdjüt« telt. Söenn bie Verfeifnng erfolgt ift, merben 6 Speile peifjeS beftittirteS SBaffer ingegeben unb gut umgefdjüttelt. Siefer SeifenfpivituS bleibt flar unb mirb niept gallertartig. 5. ttRan nehme ein halbes ^ßfunb Seife unb 2 Soth Äampper, über* giehe fie mit einer halben SRap guten Vranntmein, taffe Wittes 48 Stunben in ber SBärme flehen unb mache bann Umfd)Iäge bamit. 6. Sr. Hörber'S berühmtes Heilmittel verfdjafft faft immer augenblidlidje ^bbülfe bei ^leifdjmunben aller 2lrt, Verbrühungen, Vranb» munben, Verrentungen, böfen klugen, Verfto^fungen, Krämpfen, 'SluSjep^ rung, Seberbefdpverben, ©efdjmiiren u. f. m. Vei ©ef^müren unb Vranb* munben, fomie entjünbeten klugen, muh mart runb herum einreiben, ftatt obenauf; bei innerlichen Seiben nehme man jumeilen einen Sheclöff el Voll bavon in etmaS 3utfer unb Sßaffer ein unb reibe bamit äufjerlid) ein. &a8 SRejept ift folgenbeS : 6 Unjen reineS Sdpvefeläther, 2 ,, reiner 9IHohol, 1 Unje Savenbelöl, 4 Sradjmen bcfteS Saubanüm. 105 7. Kur für Seulen. 5D?an thue bamit weiter nittS, als habt fie häufig in fo heilem Sßaffer, wie man eS ertragen fann. Sor 2lllem vermeibe man baS 2luSbrücfen berfelben ober ber fie umgebenben wttnben SteUen. h 145. ^tßeumafiömtts, Dagegen. 1. 211« (Srleid)terungS mittel ber rheumatifd)en Sdjmerjen wirb ber Spargel ju menig gefdjä^t. Seichtere ^ätte non Stßeumatiömug finb fd)on oft burd) bett ®enu^ beöfetben in wenigen Sagen geteilt roorben. Unb fclbft in mehr djronifdjen fällen fchafft er (Srleidjterung ; inSbefonbere wenn man ftd) aller Säuren in Speifen unb ®etränten enthalt. 2Iu^ bie Serufalem 2Irtifdjode wirft in ähnlicher Söeife. Sie Köpfe fann man effeit unb auS ben blättern beS Stengels einen Shee bereiten, ben man beS Sages brei bis bier 5D?at geniest. 2. 211S neues unb probates Heilmittel gegen 9t^eumatiSmuS wirb je^t ein $8ab in heilem Sanbe empfohlen. @S wirb behauptet, ein foldjeS ®ab unterbreche nid)t bie 9luSbünftung, wie ein 53ab in heilem Söaffer eS thue, beforbere fie bielmehr bebeutenb, ebenfo werbe baS %heml)olen beS Patienten baburd) nidjt beeinträchtigt, wie eS bei Sampf ober fogenanntcii türfif^en SBäbern ber f^atl fei. @S wirb ferner behauptet, ber Körper tonne ben (Sinflufj eines folgen SanbbabeS länger ertragen unb eoenfo eine biel höhere Semperatur auShalten. @S tonne and) bei Heinen Ktnöern unb für ben ganzen Körper wie an irgenb einem einzelnen Körperthetle in SInwen» bung gebracht werben. Sßenn bieS ^Kittel, wie behauptet wirb, fi^ als ein unfehlbares Heilmittel bewährt, wirb bie ©ntbedung beSfelben als ein Segen für bie leibenbe SRenfchhed bezeichnet werben tonnen, ^ebenfalls foUten an ^h^matiSmuS Seibenbe eS berfudjen, ba eS in feinem ^aHe fdjaben unb nur nü^en fann. 3. fielen Sefern bürfte eS unbetannt fein, ba^ bem Söienenftid) gro^e Heilfraft gegen ben ^heumatiSmuS innewohnt. 3n ber „SibaStalia" erjählt ein Sinfenber einen ^aU, ba§ ein 9Jiann bon heftigem Rheumatismus im rechten Slrm geplagt würbe, fo ba§ er bie Hanb taum bis auf ben Kopf heben tonnte. Srofjbem mufjte er eine nicht aufjufchiebenbe Operation an einem ^öienenftode bornehmen unb erhielt einen fehr empfinblichen Stich unter bem Saunten beS tränten 2IrmeS. 9?afdj trat bie gewöhnliche ®e* fdjwulft ein unb berbreitete fich bon ber Hanb auch ben Sn bem SWafje aber, wie fie fortfehritt, ja faft nod) fdjneller, berfdjwanb aller rheu* matifdje Sd)merj auS bem $Irme; binnen einer halben Stunbe war berfelbe böUig babon befreit. 9^ach Serlaitf bon einigen Monaten litt berfelbe 2lrm beS uRanneS nach einer heftigen ®urd)näffung wieber an ^h^m^ntuS; berfelbe lte§ fiel) nun abfidjtlidh auf bie ©berhanb ftedjen. Ser (Srfolg war ganz berfelbe: alSbalbige ®efdjwulft unb 33erf^winben beS rheumatifdjen SchmerjeS nach ^amn Minuten. 4. SWan babe bie fchmeqenben Sheile mit Söaffer, in bem Kartoffeln mit ber Schale abgetönt würben, fo hei§ als man eS nur bertragen tann unb lege fleh bann ju iöette. Zubern borgens wirb man ganj turirr fein ober boch nur noch wenig Sdjtnerjen empfinben. 106 5. -3m Ontereffe Seibenber werben wir um äRittheilung beS ftolgenben tebeten: ®ie Blüthe beS KaftanienbaumeS befi^t eine wunberbare Kraft, en Sl^eiimatigmug ju heilen. 9J?an pflücft biefc Blüthe, wenn fic eben tu ihrer erften S^önheit ift, jupft fie vom «Stengel, [topft fie in eine ^lafc^e unb gießt 90 grabigen «Spiritus barauf. ©ann läßt man bie ^lafc^e fedjß SBodjen lang im Sdjatten fte^en, gießt fobann bie glüffigteit ab unb hat baburd) ein SRittel $um Sinreiben, Weites bie r^enmatif^en S^merjen befeitigt. Schreiber biefer feiten unb beffen Angehörige haben biefeß Heil- mittel angewanbt unb bavon bie beften folgen verfpürt. 6. SRan madje ein Säddjen auS feiner £einwanb uub füll«* eS mit ju Pulver gefloßenen Kräutern, namentlich mit Kamillenblumen, ^fef* fermünje, Savenbel, gelbfümmel u. f. w. Aud) tann man etwas pulveri» firten Kampher hinjutljun. Solche Säddjen eignen fid) bei ^Rheumatismus beS ©efidjtS, bei Bahnfdjmerj, ®rüfengefd)wülften, unb befonberS bei ber ®efid)tSrofe. 7. f^rifd) entftanbene rheumatifdje Schmerjen, felbft Kopffdjmeqen, Werben in ber Siegel burdj 2Bafd)en mit SBadjholöerfpirituS gehoben. Bie« fen Spiritus gewinnt man am wohlfeilften, wenn man fritdje ißachholber« beeren rerquetfdjt, mit gutem Branntwein übergießt unb 24 Stunben lang jiehen laßt. 8. 9Ran reibe ben leibenben £f;eil mit erwärmtem Branntwein, fRum, tölnifdjem SBaffer, ©pobelbof, Kampherliniment unb bebcde ihn bann mit 2Bad)Studj ober einem gegerbten §afen= ober KanindhenfeU. 9. Ungewafdhene SdjafwoUe ift ein fe^r wirtfameS Hausmittel unb Wei^t ber ^Rheumatismus oft fdjon in ber erften ^acht 10. 3Ran umhülle ben leibenben X^eil mit BJoUe ober Baumwolle, bie juvor mit B^r*, Bernftein«, 2Bad)holberbeeren= ober SRafti^Staudh burdjbrungen ift. 11. SRan beftreue SBerd) mit gepulvertem Kolophonium, gieße ftarfen Branntwein barauf unb widele eS um baS tränte ©lieb. 12. 3Ran gieße heißeS SBaffer auf Salbei unb fRoSmarin, leite ben auffteigenben 2)ampf auf baS tränte ©lieb unb reibe eS bann mit trode« nem ^(anetL 13. Bie rnffifdjen Bampfbäber gehören ju ben wirtfamften ^pauSmit» teln rheumatifcher Befdjwerben, nur barf man fie nicht anwenben, wenn ber S^^eumatißmuß mit fieber begleitet ift. häufige warme Bäber finb über« haupt ein ©egenmittel gegen $theumati$nui$- 14. SRan reibe baS ganje fRücfgrath [eben 5Ibenb mit bem folgenben Siniment: ^Irnitatinttur, Salmiatgeift, ^offniannifche tropfen, Spanifdje ^Sfeffertinttur, SüßeS äRanbelöl, von jebem eine Unje; gut umgefchüttelt, eine hohle £)anbv°tl in baS Kreuj eingerieben unb eS bann mit Ka^en« ober Kaninchenfell bebeden. 15. Sdjlage brei frifdje Sier gut burcfjeinanber, fe^e | Unje £)riga« numöl unb | Unje ^artShorngeift ju, vermifche eS gut unb füge eine halbe <ßeint ftarten Sffig hinjit: $hue vlÜeS in ein ^läfchdjen, [Rüttele eS gut burdjeinanber unb reibe vor bem B^ettcgehen bie leibenben ^^eile bamit. 16. äRifdje gewöhnliches Kohlöl mit etwas ^artShorngeift, thue biefeS in eine ^lafche unb fdjüttele eS gut, bamit [ich beibe Steile gut vereinigen. 107 (Schüttele tüdjtig jebcginal vor bem ©ebraud) unb reibe bie leibenbe» ©heil£ gut ein. 17. 3ll)ei s^funb (Sdjmalj, ein ^funb ^ammelgtalg unb jmei Unje» Sienenmadjg tl)ue in ein ©efäß über glül)enbe Sohlen, ober auf eine ^ur* nace. ©enn 2lKeg jerfdjmoljen ift, laffe eg ftehen unb abfühlen; füge eint Unje ©intergreen- unb eine Uuje <Saffafraß*Öel hinju unb rühre biefeS gut. SRetbe bie leibenben ©heile jmeirnal täglid) ein, nämlich beg SRorgeng unb beg 2lbenbg vor bcm 3^bettgeljen. Oft bag ©etter falt, fo bebede bie ©heile 4 mit Flanell unb halte bie f^üße troden. (Siehe ^rtifel ,,@id)t 311 heilen." 146. rofße, stiftet Dagegen. 1. probates Mittel gegen jebe 2lrt von fRuhr : „9Ran nehme 1 Sotl) gutes Mohnöl, 1J32 üt. (Steinhäger ober in (Sr* mangelung beffen ca. 55 proc. (©Kg) $Rum baju ; ca. 20 ©ropfen $off« manngtropfen, fdjüttle aUeg ftarf burdjeinanber unb trinfe biefeg ©anje auf einmal aug. 9?ad) Verlauf einer «Stunbe mirb eg fid) he^augfteUen, °& e3 geholfen ; falls bieg jebod) nid)t ber ^all ift, fe^e man 2 - 4 SKal nach un& ber Srfolg mirb bie geringen Poften Vergeffen machen." 2. ©er fdjmebifd)e Sonful ju ©ripolig, 21. £>ali$, hat bei feinem ^inbe, bag bei einer bösartigen SRuhr^pibemie von biefer Äranfheit befallen mar, Von ben mie Äaffe gebrannten ober gerofteten unb ebenfo gefloßenen unb ge= lochten fernen ber ©attelfrud)t bie beften Erfolge gefeiten. (Sbenfo mürbe ein anbereg Äinb burd) biefen ©ranf, alle 3 big 4 <Stunben eine tjalbe ©affe Voll mit 3uder gereicht, gerettet. ©ie ©irfung erfolgt halb unb mit bcm SRadjlaffen ber Äranfljeit mirb and) bag Mittel feltener gegeben. Oft ber Prante ju gleicher 3eit mafferfüd)tig gefdjmollen, fo füllen bie gefdjmoUenen SS^eite, bereu Umgebung, ber fRüden unb 9?aden, SRorgeng unb ^Ibenbg mit marmem-^Baumöl gerieben unb bie blätter ber gemeinen ober ©artenraute aufgelegt merben. Sei einem anbern 5?inbe verhinberte ber ©enuß obigen ©ranfeg ben 2lugbrud) ber fRuhr. 3. (Sobalb man fid) von ber ©egenmart ber fRuhr überzeugt hat/ burd) 2lbgang von Slut, nehme man morgeng unb abenbg einen Sßlöffel VoU frifdjeg Leinöl ein. Minbern gebe man einen SSfjeelöffel voU. 4. ©ormentiUmnrjel, 1 Duentdjen ju ^ulver gefloßen unb in rothem ©eine genbmmen, mirb gute ©ienfte leiften; ift aber fieber babei, muß man ftatt ©ein ©affer nehmen. SRan fann and) bie Trufte von SRoggenbrob in Sutter röften, mit bem Pulver ber ©ormentiUmurjel beftreuen unb eg bann effen. 5. Sin frifd) gelegtes Hühnerei, fo marm eg von ber §enne fommt (ungefotten unb ohne <Salj) mit mehreren 3Rcfferfpi$eiwoU fein geriebener 2Rugfatnuß im Si felbft jerrührt unb auggetrunfen, bringt geroö-^ntidb fdjon beim erftenmal Sinberung ; man barf eg and) noch 1- 2 2Ral nach einiger 3eit mieberholen. 6. Sin menig reineg unverfälfdjteg Sienenmad)g in marmer Srühe aufgelöft unb getrunlen. 108 . 7. 2Ran nimmt auS ber SRitte von einem fßferbehuf einige ^uffpäne, 7 ober 9 an ber Bahl, welche bei febem ^uffdpnieb ju belommen fmb, trod« net ober röftet fie auf einem heißen Stüd (Sifen, bis man fte ju Pulver 2er« floßen fann. 53on biefem Pulver gibt man einem (Srwa^fenen 2 3Reffer» fpi^en voU, einem Äinbe aber bloß einen, in einem SöffelvoU ^leifd)brühe. Sßenn Von bem Oranten 53lut burd) ben Stuhlgang geht, fo nehme man ein Breites Cwljchen von 1-2 Boll von einer Sdjinbel, taitdje eS in ben 53lut» Abgang, fiede eS hernach in ein Stüd Sped unb laffe eS an einem ent« (egenen £)rte, etwa im Heller, wohin Die Sonne nidjt fcheint, barin fteden. 8. SBaijenmehl, braun geröftet in ^ammelfett, unb ^ammelfleid) in 2Baffer gelocht, biefeS geröftete SRehl hinein gethan unb ziemlich jur fteifen Suppe gemacht, bann foviel pulverifirten Pfeffer, SRuSfatnuß unb Bimmet, als ber traute vertragen fann, in bie Suppe gethan, mit wenig Salj, unb bavon jweimal beS SageS foviel als möglich gegeffen. 211S 53rob nehme man ©erftenfdjrot ganj fein mit Bleien in ^ammelfett gleich einem ^ßfann« tuchen gebaden (waS jebe gute ^auSfrau Verfteht). Slucl) ift eS von großem fRu^en, wo eS fein fann, jebe SRaljljeit etwas guten 9ßein ju trinfen ; Bitronenwaffer tann ben ganzen Sag getrunfen werben, bis bie Äranfheit geheilt ift, waS gewiß nid)t lange Beit braucht. Statt ©erftenf^rot, wenn nidjt ju haben, tann auch loggen» ober 9RaiSfd)rot gebraucht werben. 3m Uebrigen muß fettes (Sffen, als ftleifd), 53utter, wie auch 2RolaffeS, vermie» ben werben. 9. @in Slbfub beS unter bem tarnen „Baltimore Shrub° befannten Strauches", ber bei allen auf bem SRarfte mit Kräutern hanbelnben ^er» fonen billig getauft werben fann. 2Ran gebe von bem auS ben blättern biefeS Strau^eS bereiteten Shee einem (Srwadjfenen brei SRal beS Sage« einen Saffenfopf voU unb Äinbern im SSerhältniß unb eS wirb biefe Äranf» heit, felbft wenn fie im gefährlid)ften Stabium ift, fidjer heilen. 147. 1. Sie SRofe, iueldje fid) ju SBunben gefeilt, ober bie, weldje als eigentliche ^rantljeit Vortommt, wirb vom SBolfe fe^r richtig burd) inbiffe« reute, äußerliche Mittel behanbelt. Sahin gehört baS Auflegen von blau» gefärbter ^einwanb, j. 53. einer blauen, leinenen Sdjür^e ober Söatte. 2. Surdjräudjerter 2öcrd) ift ein gutes Mittel bei ber fRofe. 3. fRoggenmehl, mit jerftoßenem Äochfalj vermifdjt, in Sädd)eu warm anfjulegen, lobt Hoffmann als ein wirtfameS, jertheilenbeS §>auS» mittel. 4. SaS 53epubern beS entjunbeten SheileS mit ^aarpuber iQ befon» erS fchmerglinbernb unb angenehm. 5. (SefichtSrofe. 9Ran halte baS ©efi^t burd) Auflegen von 2ßatte tedjt warm unb nehme ein 53red)mittel. 6. 53ei ber fogenannten 531atterrofe im ©efichte bürfen bie 53lafen nid)t aufgefd)nitten, fonbern nur aufgeftodjen werben, fo baß baS SBaffer aU» mählig auSfidert unb bie «Stellen bebedt bleiben. SaS 53rennen linbert am beften baS Seftreidjen mit füßer Sahne (äRildjrahm). 109 148. afe ®egen Trautheiten beS ^alfeS, namentlich trodenen ^uften, hat fid) alß ein probates SRittel erwicfen. 9Ran löfe einen (EfjlöffelVoK reineS 5?od)falj in einem halben Olafe Jßaffer auf unb gurgle bamit bie ^eljle breimal beS £agS, jtbeSmal bor bem (Effen. Sßieberljolt man biefeS ®urgeln längere 3eit, wirb man von £>alStranfheiten verf^ont bleiben. ©aS @urgeln ift nidjt unangenehm, fdjärft ben Appetit unb hält SRunb unb ^ehle gefunb. 3n fällen bon Vlutftnrj, Sungenblutung, Vlutfpeien u. f. w. ift ©alj fehr heilfam unb faft baS einzige anwenbbare SJiittel. 5Iurd) gegen Vlattern« ©charlad)fieber unb anbere, auS berborbenem Vlute he^tuhreuben Ärant* heiten, leiftet ©alj gute ©ienfte. 149. dagegen. 1. ^olgenbe ©albe ift ein altgewohntes Mittel gegen ©aljflu^ uni wirb mit gutem 6rfolge angewenbet: SRan fdjmelje bei mäßigem freuet reineS Vaumöl - brei Unjen, gelbes Söa^S - eine Unje lufammen unb thue fotgenbe Sugrebienjien fein gepulvert unter fortwähren* bem Umrühren hinein: Slrmenifchen Volu8,' ®almei unb Vleiglätte, toon jebem eine Unje. fRn^bem biefe Tilgung ^atb erftarrt ift, füge man nodj | Unje fein* geriebenen Äampljer baju. 2. (Sine anbere, mertwürbig fdjnell unb fidjer ^eilenbe ©albe wirb auf folgenbe 5lrt bereitet: fReineS ©djweinefett. . .brei Unjen, gelbes SßadjS eine Unje werben in einem ©d)äldjen jufammengefchmoljen unb wenn bie ©albe nah«* ju ertattet ift, ^arbolfäure Duentchen, perubianif^er Salfam. .1 ,, hinjugethan unb burdjeinanber bermifdd. 3n allen fällen, wo biefe ©albe angewenbet würbe, trat Teilung ein. 68 fdjeint alfo au^ biefer Äranl^eit eine Vegetation Don tilgen ju @runbe ju liegen. 3. 5118 ganj probat wirb nod) folgenbeS Mittel empfohlen: - SDia.t neunte bie ^öpfe beS ganj gewöhnlichen rotten ÄleeS, wie fie im ^eu fid) befinben, eine ^anbboH, unb todje fie ab in einem halben 'jßeint Sßaffer. 3n biefem SBaffer babe man bie leibenben Steile häufig beS Xage8. tnrjer £eit wirb fidj ba8 Uebel verlieren. 110 150. Anllcdutng ju vergüten unö cföetCmtffj,f. 1. ©a obige verheerenbe Trautheit jet$t in vielen ©egenben vorherrfdjt, fo bürften bie folgenben Slnempfehlpngen jcitgemäp fein. S» ift eine ge= jährliche ^ranfljeit, wirb fie nid)t raf^ in Wjanblung genommen. ®g be» ginnt mit (Sntfräftung unb ^Serluft ber (S^begierbe, gefolgt von fieber unb meiern §alfe ; itnb bann tommen bie , ,rotfjen Rieden" auf ben SBan^cn |um SBorfdjein. Sobalb.man bie Symptome bemerft, bringe man bag Ätnb tu ein iBett in einem Rimmer, wcldjeg marm, aber gehörig vcntiOrt ift. 9Ran gebe warme fdjmadje Semonabe, in melier etwag arabifdjeg @ummi aufgelöft ift. 2Ran bebede ben Unterleib mit trodenem warmen Flanell, nehme bann ein nett jufammcngelegteg Söettud) unb wei^e eg in fodjenb» heilem SBaffer ein,-roinbe eg mittelft trodener ^»anbtü^er aug unb lege eg über ben glaneU auf beg ^inb.g Unterleib, ©ieg mu^ man mieber^olen, big nad) einigen Spinnten Sdjmei^ eintritt, worauf ber Seibenbe in einen ruhigen Sdjlaf finit unb bei forgfältiger pflege gerettet ift. 2lUeg ©iefeg tann gefdjetjen, bevor ein SIrjt herbeigerufen werben fann, unb wirb feinem ^Behanblungg^erfahren jur wefentlidjen ©ülfe gereichen-in Vielen hätten wirb eg iljn in ben Stanb fe^en, bag Seben eineg teuren Äinbeg jn retten unb bie bei biefer furdjtbaren ^ranfheit faft unaugbleibli^en ^adpnehen ju bereuten, wenn berfelben nidjt burd) obenangegebene §augmittel vorläufig rafdj entgegengemirtt wirb. 2. ©r. 2Ö. ^ielbg, bon Sßitmington, ©el , fagt: Sßeil idj viele @r» fahrung in ber Reifung von Sdjadadjfieber unb ^Blattern ber bögartigften krt Ijabe, würbe id) Seiten bantbar fein, wenn Sie, um bag 2öohl ber DJieiv fdjen willen, ein fRecept Veroffentlidjen, weldjeg, wenn forgfältig befolgt, aug fünfzig Ratten fünfitnbvierjig heilen wirb, ohne einen ^Irjtju gebrauchen, ©ür Sdjarla^fieber gieb einem @rwad)fenen einen (S^löffel voll SBierbrauerg« hefe in brei ®§läffet voll fü^em Sßaffer, brei mal beg Sageg; unb Wenn ber $alg fef)r (RfdjwoUen ift, gurgle mit beriefe, unb lege Ueberfdjläge, von |>efe unb $ornmeht Vermifdjt, auf beri §alg. Srinfe viel wärmenben ©hee> fo ba§ fid) ber ^lugf^lag einige Sage nidjt von ber §aut Verliere.-güi bie ^Blattern gebrauche man ebenfaUg bie obigen ©ofen von £>efe, breimal beg Sageg, nebft üRit^fpeifen, währenb ber ganjen Ärantljeit. ^Beinahe jeher ^all fann auf biefe Söeife geheilt werben, ohne ein sJRerfmat ber ^Blattern jurüd ju laffen. 3. 2llg Wtittcl jum S^u^e gegen Slnftedung burd) Sdjar(ad)fieber empfiehlt ©r. 'iß. Dvib (Sherbomtier bie SBeUabonna (Sodfirfche), weldje ^ahnemann f^on 1800 alg foldjeg angewenbet habe. ©r. Stievenart ge? brauste 1835-1*841, währenb einer Sd)arladjfieber (Spibemie bie 33eÜa- bonna ; von 200 ißerfonen, welche bag Sdiittel gebraudjten, blieben alle Von ber Trautheit Verfdjont : wäl)renb von 50, weldje eg nidjt genommen, 14 er= häuften unb 4 ftarben. 3n einem anbern ©orfe würbe eg faft allen Sd)ulfinbern gereicht, unb fie blieben fämmtlid) gefunb, währenb einige, bie eg nidjt nehmen wollten, bag Sdjarladjfieber befamen. ^Xetjnlidje (grfalj* rungen hat ©r. Sherbonnier gemacht. Sein fRejept ift folgenbeg : fDtan löfe brei ®ram frifdjen unb gut jubereiteten SeUabonna = Qptrafteg in einer Unje 3»nntetwaffer auf, bem man einige Sropfen Slltoljol jur Verhütung bon ®&6rung jufe^t. IBon biefer Sluflöfung gebe man währenb ber Sdjar= fadjfleberUgptbemie tägtidj jwei ober brei SÜRat einen Sropfen, wenn bag 111 Sfinb ein 3«^r, jivei ©ropfen, wenn eS gmei 3a^re, brei ©ropfen, tventt M brei Saljre alt ift u. f. W. 4. ©aS nad)ftehenbe fRerept mürbe in punberten 23latternfallen mit oodftänbigftem Erfolge gebraucht unb felbft in folgen, mo bie ^ßoden bereit« auSgebrodjen waren, beroirtte eS binnen 12 (Stunben baS 23erfdjroiiiben ber Äranfpeit, @S hat fid) nod) in jebem f^aUe als roirtfam ermiefen nnb ge= funbe 53erfonen mögen eS o^ne Staben für i^re ©efunb^eit einne^men. @S bat Äinber vom Sdjarladjfieber geteilt unb viele Slatternfraule, bie Von ben $Ier jten aufgegeben maren, finb baburd) furirt morben. golgenbeS ift baS SRejept : ©djmefelfaureS £int (Sulphate of zinc) ein Oran ; §ingert)ut=(Sjtract (digitalis) ein ©ran ; £uder, einen falben Xljeelöffel voll, mit jmei ©^löffel voll Söaffer ver» mifdjt. "Rad) Vottftänbiger 5luflöfung füge man nodj jmei Unjen Sßaffer ju. Sin Srmadjfener pennte bavon ftünblidj einen Teelöffel voll, ^inbern gebe man im 5SerIjältnifj beS SItterS Heinere ©ofen. 5. f^oIgenbeS SRittel foU bie 5lnftedung in jebem vergüten : SRan ne^me ein 5ßeint 9?pe Sß^iSfp, aber edjten, t^ue 4 ober 5 Cloves of garlic, bie man juerft jerquetfdjt ^at, hinein. 2km biefem SIbfub trinte man jebeSmal Vor bem Offen einen ©^eelöffelvoU unb man mirb fidjerlirfj vom <5 d) ar lad) fieber verfdjont bleiben. 151- aus ber ^aut pt entfernen. 9?e£e leinene ©üdjer in Sein» ober Sanmöl ein, fdjlagc fie über baS @efid)t unb nimm jugleid) einen ©runt Söaumöl, fo merben beS borgens beim Slbnehmen ber ©üdjer aUe pulvertörner tjerauSgejogen auf ber §aut liegen. 152. Rittet dagegen. ©ie Sdjlaflofigfeit ber Heinen ^inber ift eine gro^c ißlage für bie butter, bie nac^ beS ©ageS äRüljen beS SdjlafeS fo feljr bebürftig finb. ©egen biefe ^ßlage fjat bie Homöopathie eine mirtfame ^pilfe. ^Rütter, roeldje im ®efit?e einer Heinen homöopatbifd)en ^auSapot^efe finb, finben barin Streutügeldjen ton 23eUabonna unb ShamomiUa. SRütter, meld)e feine fotdje 5lpot^efe Ijaben, tonnen bie Streufügeldjen Von einem fjomoopa* t^ifdjen ^tpottjeter ober Slrjte beziehen. Söenn nun ein Äinb einen marinen Äopf unb rbtbe Mädlein tjat unb wegen fieber nid^t fdjlafen tann, fo gib ifjm 1 bis 2 Äügeldjen Sedabonna, troden auf baS Jünglein, ober in einem j^eetoffeldjen aufgelöft. -Oft aber baS Äinb fe^r wctjteibig, unb mid immer herumgetragen fein, fo gib i^m Shamomida, 1 bis 2 Äügeldjen, unb eS mirb Reifen. golqenbe Mittel feiten bie S^laflofigteit ber ßrwad)fenen. 2lrbeitfamleit unb Bewegung in freier Suft. 2. ^alte Söüber unb bann 23emegung bis jur Ormübung. 112 3. ^Ibtürjung ber Schlafjeit unb frühes 9lufftehen. 4. 55ermeibung erhi^enber ©etränte unb ein gu^bab bor bem Sd)la= fengehen. Älpftiere bon ÄamiUenthee unb Seinöl, bei Sdjlaflofigteit hhf'crH^^ grauen. 6. Battidjejtract ift ein fyödjft beruhigenbeS Mittel. 3^ ®ran ift 'bie ©ofiS, welch in ben fd)limmften gälten ^uhe berfdjafft. @in feit langer 3eit wegen Senbenfchmerj fdjlaflofer SJtann hatte empfinblidje S^merjen. ©aS Battid)ej:tract gab ihm SRuhe, unb als man ftatt beffen tühlenbe äJtijctu» ren mit Opium gab, lehrte bie Sdjlaflofigteit jurüd, bis man wieber ba$ ?atti^ejctract gab. 153. ^^fangenßi|, giftet dagegen. ®eorge 2ß. Äenball turirte einen feiner Sd)äfer in SejaS bon bem SBiffe einer ^lappcrfd)langc mit £öh^ch unb $irf4^ont. ®eorge fdjreibt, ba^ er ihm eine ^ßcint babon gab, unb ba^ ber patient nadj Verlauf bon ungefähr einer Stunbe ju (adjen, bann ju flüftern, bann ^u fpredjen, bann ju fingen anfing unb bann ju tanjen berfudjte. -3d) ^atte ihn redjt behan- delt ; id) wu^te, ba§ ber äBtyiSfei) baS @ift überwunben unb juerft ben ©i# beS BebenS erreicht hatte. 9?adi 5 Minuten war er betrunlen wie 33ad)uS, ftolperte auf ben glur hinaus, fdjlicf einen halben Sag lang unb war am anbern borgen fo gefunb als je. So biel über ben erften ^afl, welchen ich mit bem Inhalt beS SD?ebijinfaftenS geheilt habe! ©aS §irfd)horn, berbunben mit bem SBh^^eh> bewirften ben Erfolg., ®S fdjeint, ba^ bie Zitrone eine gewiffe Äraft gegen thierif^e ®ifte befi^t. ^on tompetenter Seite wirb berichtet, ba^ in bielen fällen ^ßerfo« neu, bie bon giftigen Sdjlangen gebiffen worben waren, burd) ben reidjlidjen @enu^ bon Zitronen geheilt würben. 3n fdjlimmen gälten foU Sitronen* <aft in bie Söunbe geträufelt werben unb ber jfrante jebe halbe Stunbe einen Boffel boll Sitronenfaft entnehmen. 154. ISitfef dagegen. ©aS Sdjlttden entfteht aus Ueberreij bet Serben bet Sadjen ober auS fdjledjter Verbauung unb Srtältung. golgenbe Mittel ftnb probat : 1. DJian neunte einen falben Sljeelöffetvoll ^odjfalj in ben SRunb «ob berf^lude eS. 2. StRan trinfe langfant 10 bis 15 Sdjlud Söaffer ohne abjufefcen, »ber tjalte ben Zithern fo lange an als möglich. 3. Tian bermifdje Sauerteig mit ^Branntwein, ma^e eS warm unb lege eS, auf ein leinenes ^äppdjen geftridjen, auf ben 2Äagen. 113 4. Tian nehme ^Rautenfaft ein ober reibe bie Tiagengrube bamit et«. 5. Tian effen Duittenlatmerge. 6. Sßadjholberbeeren, rothe Sornrofen unb kraufemünje, jebe« be- umberö cjebörrt unb gepulbert, eine halbe £>anb boU bannjufammen gemifdjt unb in ein Stüd Sauerteig, bon ber ®rö^e eine« ®änfes@ie«, jufammenge* fnctet, ben Sei^ in eine Sd)üffel gelegt unb fiebenbhei^en SBeineffig barauf gegoffen, mit einem Söffet jerrieben, ba§ er mie ein bider 33rei mirb, al§» bann auf ein boppelt leinen Su^, meldje« breiedig ift, geftridjen unb heiß auf ben Tlagen gelegt, fo ba^ bie Spi^en in ben^erjgrubenunb ba« Breite an ben 9labcl ju liegen lomme. 2Benn e« troden mirb, fo nehme man heilen SBeineffig unb befprenge ben Seig auf bem Suche bamit, bi« er feud)t unb hei§ mirb, al«bann lege man e« mieber auf unb fahre bamit fort 155. körperliche Anlagen junt Sdjlagflufj F>aben ^erfonen, bie einen turjenr liefen £>at« unb unterfe^ten körper haben. 3^ Slngeficht ift gemöhnlidj rott) unb aufgetrieben, fie haben öfter« Ohrentlingen unb Saufen, Sdjmin* bei, aud) Uebelfeit im nüchternen £uftanbe. Sie befte Siegel, biefem Uebel au«jumeichen, bleibt immer Tlägigtcit im ®ffen unb Srinfen, al« aud) in ber Slnftrengung be« ®eifte« unb bc« körper«. ^Sorjügtid) hüte man fid) be« 5lbenb« Vor Ueberlabung be« Tlagcn« unb Vor beraufdjenben ®etränten unb liege im 53ett mit bem köpfe nid)t ju tief. ®benfo vermeibe man forgfältig alle ® emüth«bemegungen ; ber Umlauf be« Sölute« barf nicht burd) ju bid)t antiegenbe k(eibung«ftüde geftört merben. Um bie vom Sdjlagfluß gerührten [fo mie bie von fd)äb(id)en Suftarten betäubten] ju ermeden, giebt man ein klpftier, moju man 2 Yoth kodjfalj thut. 53 ei Zähmungen, bie Von einem unboUtommeuen Sdjlagflufj jurüd» bleiben, bient äußerlich ber ^joffmann'fdje £eben«balfam, mit ^meifen= unb 9Jo«marinfpiritu« verfemt, jum (Sinreiben. 156. ^menftiffenbe giftet. Sieh 5lrt. ^ßetroleum^ether. 1. (§8 ift nid)t fetten, ba^ Heine kinber, vorjüglid) jur D^ac^tjeit, un» gewöhnlich Viel unb anhaltenb fchreien, ohne ba^ man einen kranfheit«ju* ftanb an ihnen bemerft, ober fie ju beruhigen im Staube ift. Sie Urf ad) eit ju biefem läftigen Schreien finb entmeber junger ober Sd)merj unb Tliff* behagen, ober aud) 35ermöhnung. Sie finb ni^t fdjmer ju erforfdjcii. Sdjreit ba« kinb au« junger, fo faugt e« an bem Ringer, ben man ihm in ben Tlunb ftedt unb e« mirb ru^ig, fobatb e« Nahrung erhält. Streit ba« kinb au« Sdjmerjen, fo ift bet Son be« ®efd)reie« burdi* bringenber, e« nimmt bie .bargebotene ^lahning nid)t an, beiregt fidj mit ^anben unb ^üfjen unb mirb' babei gauj buntelroth unb bläulidj. Um ju erfahren, ob ba« kinb Sd)merjen empfinbet, entHeibet man e« in einem 114 warnten Rimmer. ginbet fid) pierbei fein ©rud non feft anliegenben 53inben jc., fo.ift ein inneres Reiben ju bermutpen. ßicpt baS J?inb bte Sdjentel an ben Seib unb ftö^t bie gü^e wieber mit 5lnftrengung bon fief), fdjreit babei plö^lid) auf unb wirb abwecpfelnb wieber rupig, fo leibet eS an 531äpungen, weldje fogleid) ein warmes Älpftier bon Äamillentpee, warme SBefteibung beS ÄinbeS überpaupt, Auflegen warmer ©üdjer auf ben Unterleib unb ein ge« linbeS grottiren beS (extern erforbern. 9^ad) jeber abgepenbcn Slä^ung wirb baS Äinb rupiger 3ft baS Schreien beS Ä'inbeS mit gieberpi^e, §uftcn, 53red)en cc. »erbunben, fo beutet bieS auf einen franf^aften Buftanb, gegen Wellen ärjtlidje §ilfe 311 fudjen ift. ©ewopnlidj wirb baS S^reien ber^inber burd) Krämpfe perborgerufen, welche am beften butcp eine SWefferfpi^e §ufdanb'fd)e§ Äinberpulber, mit gendjeltpec gegeben, fepr halb geminbert werben. geudjeltpec ben Söö^nerinnen, fo wie beul Äinbe ju trinfen geben, i|t öorjügtic^ gut. ®or ber Slnwenbung fogenannter bernpigenber DJlittel, j. 53. einer 51b« fodjung bon ßJlopnföpfen u. bgl., bie fepr gefährliche golgen paben tonnen, hüte man fid). 2. 9Jtan fchüttele hier SRa^tpeile Sletper mit 1-2 Wa^tpeilen Siweijj fo lange, bis baS ©anje eine gleichförmige Scaffe, eine bem ©pobelboc äpn« liehe (datierte geworben ift, ftreidje fie an bem fdjmerjenben ^örpertpeile auf bie §aut unb bebede fie mit einer Seinwaubbinbe. 3. Saubanum.-Sollte nur unter 53erorbnung eines 5lrjteS gegeben werben. ©ie ©ofe ift für einen (Srwadjfenen bon fünfzig bis $u breiig Tropfen ; für ein breijäprigeS Äinb jwei Tropfen; ein fecpSjäprigeS fünf bis ad)t Tropfen, unb foUte nie einem Säugling gegeben Werben. 4. Scpmeqen = 5IuSjieper, „ähnlich beut bon ©attp."-(SffigfaureS Sölei jepn ©ran, Bintoypb fünf ©ran, gepulbcrteS Opium fünf ©ran, Sitbarge adjt ©ran, frifd)eS Sdjmalj ober Talg eine Unje ; löfe jubor baS effigfaure 53lei in ber geringften SJienge (Sfficj auf; wärme bann baS Sqmah etwas unb reibe baS effigfaure 53lei ^inctn ; jute^t reibe bie anbern 'ßulber ^inju, welche fdpn fein fein müffen unb reibe SllleS in einem SJlerfer jufammen. 5. StiHenbei Sprup, ,,äpulicp bem ber S^rS. ©inSlow/* - @in* fadter Sprup (Stärfe U. S. P.) jwei Unjen, 2lniSöl eine halbe Traume, nltohol [Stätte adjt unb neunzig) eine ©radjme. SDäfdje baS Del unb ben SUtohol unb tpne ben Sprup aßmälig f)inju unter fortwä^renbem ^Reiben int Dörfer. 6. S^merjftißer für Keine Äinber.-SDlo^nfprup eine Unje, 5lniS* waffer brei Unjen, (Satawba^raubp eine halbe Unje; mifche eS. TieS ift ein bortrefflidjeS Mittel für Äinber, bie Bahnen ober ®aud)Wep ^aben, Wie man fpridjt. ©ofe, einen Tpeelöffcl ooK, Wenn'S nöthig ift. 7. fRpeumatifdjeS Liniment.-53enjine, vier Unjen ; ÄampfertinKur, noei Unjen ; ©piumtinttur, eine Unje; (Sljloroform, eine Unje; mifdje eS. «ene^e ein Stüd ©ud) ober glanell mit bem Siniment unb lege eS auf ben leibenben Tljeil; bede bann eine Serviette mehrere 3Kale übereinanberge« fragen barüber, unb binbe ober preffe eS fanft an, fo lange ber Patient ben brennenben S^merj ertragen tann. @S wirb leine 53lafen jie^en. 115 8. Senf*Siniment, ä^nlid) bem fogenannten Whiteheads Essence or Mustard.-Senffamen, jerquetfdjt, ein palbe« ißfunb ; Oerpentinöl eilt ^funb ; Dampfer vier Unjen ; bigerire e«. G« wirb viel angewanbt infRpeu« mati«mu«, Änocpenfch Wellung w. G« ift ein vortrefflicher Stimulant. 9. Siniment [ähnlich beni SRuftang.)-SRope« (Steinöl ober Senecaöl, ein iß eint; Oliven* ober ^ettöt, ein viertel 5ßeint ; ^irfchporngeiß, ein Viertel 5ßeint ; Origamimöl, jwei Unjett. SD^ifd^e juerft ba« Oliven» ober f^ettöl unb ben £>irfcpporngeift, unb füge bann bie anberen Sngrebienjien htnju. 10. Gompofitiott«pulver.-Gepulverte Vorbeeren brei ißfunb ; ge* pulverte afritanifhe cayenne, jwei unb ein palbe« 'ißfunb ; gefloßenen 3ng= Wer ein unb ein palbe«''jßfunb ; gepulverter Schierling, ein unb ein halbe« fßfunb ; gepulverte Gewürjnelten, fed)« Unjcn ; mifcfje e«. 11. Gobfrep'« berühmte« Gorbial. SBor vielen fahren wuröe biefe« fo wertpvotle, einfache unb bod) fo be* ruhigenbe Gompounb von Gnglanb importirt. Oamit jebe butter wiffen möge, ivie man e« bereitet unb baburdj Ausgaben fpare, wollen mir e« pier veröffentlichen. flRan nehme eine 5ßinte Von einfacher, bunllcr, bider 9Rolaffe-feine rafinirte ober Sprup»fIRolaffe,- eine ^Jinte SSßaßer, jwei Unjen befte« Vaubanum, jwei Unjen befte« Oopol, jwei Unjen Oartarfalj unb gehn Oropfen Saffafraßöl. SRan fd)üttele 5lUeS gut burdjeinanber unb fülle e« auf ^lafdjen. Oie ganzen Poften werben etwa« über fünfzig Gent« be* tragen, unb bod) erhält man barau« fo viel, al« man je von einem Orug» giften laufen fann, nämlich nidjt weniger al« für vier OoUar«! Oie pälfte biefer Ouantität tarnt man für ungefähr einen viertel OoUar machen, unb fo erhält man für jwei OoUar« wertp Gorbial, anftatt fo viel für jwei Heine glafcpen in ber Sipothefe ju bejahten. Gin großer Gewinn! Oa« obige ift ba« Original*9?ecept von Or. Benjamin Gobfrep, von Vonbon, weldjer biefe« einfache fRecept erfanb, unb welche« nid)t allein al« befäuftigeube ^er^ftärfung für Säuglinge anerfannt ift, fonbern auch wachfenen in fällen von Seib weh > Bauchgrimmen unb [tarier Abführung bie befte 2lbpülfe gewährt. 12. 2l(Ie bie verfdjiebenen ^ufammenfe^ungen, weld)e jum ßwede ber söejänftigung für Säuglinge fabrijirt werben, enthalten viel SRorphin unb meiften« töbtliche Gifte ; unb wir glauben feft, baß biefe gefährlichen SRe» bijinen brei Viertel ber Äinber tobten, welche in ihrem erften unb jweiten 3ahre fterben. 3n Gobfrep'« Gorbial jebod) erl)alten SRütter ein wirffame« unb einfache« SRittel, Welche« VoUfommen parmlo« ift, ba fie e« felbft be* reiten. Sßir paben e« feit Sapren in nuferer eigenen Familie gebraucht unb möcpten niept opne baffdbe fein. f^ür Säuglinge ift bie Oofe ein palber Opeelöffel voll be«9Rorgen« unb be« 2lbenb« Vor bem 3ubettgepen. Heffer ift e« jeboep, bie Oofe turj vor bem Ginfcplafen ju geben, fei e« SRorgen«, fRadpmittag« ober 3lbenb«. fRad)* bem ba« winb jwei SRonat alt geworben, ift bie Oofe ein Opeelöffel Volt. Sinb bie (Singeweibe in Unorbnung, fo fann eine Oofe meprere 2Rale be« Oag« verabreicht werben, unb jwar mit gutem Grftig! Gin Gßlöffel ift bie Oofe für einen Grwad)fenen. 116 13. gu^bäber leiften gute ®ienfte bei Äopffdpnerj, ©djioinbel, £>h«n* braufen, SBruft», 2Kagen», unb 9tudenfd)merj naq (Srtältungen. 9?ur bei flie^enbem ©^nupfen ift ein f^u^bab nidjt ratfjfam. 2Jian mache eS wie folgt: ®a§ SBaffer wirb mit 2 tpänben Doll Äochfalj Dermifd)t, ober bei fe^r bringenben gäden mit 2 Voth gefloßenem ©enffamen abgetoebt unb nur ganj lau etwa Don ber SBärme ber frifdj gemoltenen SDiild) aU yußbab benu^t. ®ie gmfje muffen fith bis jur 2ßabe im SBaffer befinben unb foden nur eine Sßicrtelftunbe barin bleiben, ©ann Igffe man fid) mit einem moUeuen £udje abreiben ; am heften ift eS, man geht fofort in'S ®ett. 157. pt gelten. 1. Äeine ber Dielen plagen beS menfdjli^en SeibeS ift wohl fo aUgc* mein Derbreitet, wie bet Katarrh ber 9?afenfd)leimhäute ober, mit feinem vulgären tarnen, ber ©djnupfen : ßarbolfäure unb ?lmmoniaf [aud) ©almoniatgeift genannt] bilben be* tanntlid) ein Dorjüglid) wirtfameS ^Kittel gegen ^Vnfettenftidje, inSbefonbere ©gnaden« unb ffliegenftid)e, felbft wenn bamit cabaDeröfe ©toffe bem Körper eingeimpft worben fein foUten. 5?aum minber einfad) ift bie 9In= wenbung beß in 9tebe ftehenben ©emifcheS gegen ©^nupfen, inbem man fic^ beffelben hierbei einfach als 3nhalationS= ober fRiedjniittel bebient, unb fo beffen Kämpfe öfter auf bie tatarrhalif^ afß'Men ©d)Ieimhäute einwirten lä^t. 9tcc. Acidi carboliei 5,0 Liq. Ammon caust. 6,0 (pd. spec. 0,960) Aquae destill. 10,0 Spirit, vini rectific. 15,0 2öie man erfieht, befiehl bie rodftänbige Wtf^ung auS l^arbolfäure, Ummoniaf, Sßeingeift unb beftiUirtrm Gaffer in ben angegebenen Verhält» niffeu. SWan mif^e unb fülle biefe ^lüffigfeit in ein mit meiter äRünbung UerfeheneS unb jur ^älfte mit 9lSbeft ober $3auniwoUe gefülltes @laS ober glacon, meines mit einem gut fchließenben ÄorN ober uod) beffer (SlaSs pfropfen Derfdjloffen wirb, wobei ber SlSbeft ober bie SÖaumwoHe ben be* fonberen B^ecf hat, bie ^lüffigteil fdjwammartig in ihren ^Joren aufjn« faugen/ unb fo eine adju rafdjc ^erbun^uug ja vergüten. 53ei bem ©ebraudje ift eS ^inreic^enb, bie ©ämpfe birett auS bem gläf^djen bloS bnrdj bie ^afe ju inhaliren, unb bähet bie 9J?ürbmig beS ®lafeS einfad) unter festere ju galten. 2Beit jwedmäßiger Verfährt man jebod) in ber 2Beife, baß man einige Srop'en beS Mittels auf eine breU biß vierfache £age Don ^tie^= ober ff"* trirpapier bringt, weldjeS man auf bie holjle^anb legt unb hierauf, bie Gin- gen fdjlie^enb, berart Dor SJlitnb unb 9?afe ^ält, ba§ bie Kämpfe auf beibett wegen eingeat^met unb jur Söirtung gebracht werben. 3m erften Slugenblid ift baS ^ierburd) in ber 5Raie erjeng+e C^efü^l eia unangenehm ftedjenbeß, ba§ fid) bei heftigen Katarrhen f^bft v'»S jam ©^mx'rj* 117 fktgen tann. ilde Sdjnupfenpatienten genauen fid) inbeffen fe$r raf* baranunb ertragen eg, wie die Erfahrung gelehrt hat, mit Seid)tigfeit, felbft Heine ^inber. Alg mefentlid)eg @rforberniß beg (Srfolgeg erfd)eint eg jebod), baß bag URittel fofort bei ben erften Symptomen beg beginnenben S^nupfeng ober Äatarr^eg jur Attmenbung gebracht merbe, inbem beffen ©ebraud) fpäterhin in fdpn borgefdjrittenem Stabium fid) nur bon untergeordneter SBirtfamfeit jeigt. 9?ad) allen Erfahrungen ift eg inbeß mahrfdjeinlidj, baß and) Stod« fd^nupfen burd) eine länger fortgesetzte 58el;anblung mit bem neuen Mittel gimftig beeinflußt mürben unb jmeifeUog in bieten gälten ihre völlige Teilung finben bürften. ®ie ^auptbebcutung beg ^räparateg liegt aber unftreitig barin, baß burd) bie leiste unb rafdje Setämpfung beg gemöhnlid)en Sqnupfeng bie ßaßl ber fdpoeren unb eingemurjeltcn djrbnifdjen Katarrhe unb damit ju* gleid) ber fo oft baraug refuttirenben tieferen Reiben beträd)tlid) rebucirt mürbe. Sm Allgemeinen gilt ber Sd)nupfen bei bem größeren ^ublitnm alg etmag Ijö'djft ©eringfügigeg unb bei ißieteu merfmürbigermeife fogar alg ein mo^lt^ätiger fReinigunggprojeß. 9?id)tg beftomeniger ift unb bleibt jeber Schnupfen ftetg eine Keine, in fjoljem ©rabe beläftigenbe Äranfheit. (Steigt bie tatarrtjatifdje Entjünbung in bie Sroiicßien ober big in bie Lungen hinab, fo jeigt ber Schnupfen fid) fofort bon feiner gefährlichen Seite unb iöron« d)ialfatarrhe ober Lungenentjünbungen treten ein, in bielen fällen ben ber» berbtid)en Auflöfunggprojeß ber Xubertulofe ober Jungens unb Luftröhren« fdjminbfudjt in i^r ©efolge jießenb. ®aß ein einfacher, anfd)einenb harmlofer Sdjnupfen burd) ^ernacßläffigung nur ju oft ber Augganggpuntt eineg üerljängnißüoUcn Seibeng mirb, darüber tann nid)t ber geringfte 3raeis fei beftefjen. Srmägt man hiergegen bie ©infad)heit unb (eid)te Anmenbung unfereg Sdjnupfenljeilmittelg, bag fid) überbieß in jebem §aufe ftänbig alg 9?ied)flacon jum femeiligen ©ebraueße vorräthig halten läßt, fo bleibt nn$ nur ber Söunfd) übrig, baß baffelbe burd) red)t allgemeine Senü^ung aud) mirtlid) bei bem genannten Uebel ein ,,9?ejept für Sebermann" merbe. 2. ©ie ^ofpital Beitung in ^arig gibt eine SRethobe an, ben S^nupfen rafd) ju furiren Sie befteljt in ber Sinathmung beg jDunfteg bon*3obintinctur. SRan nimmt bag gläfdjdjen, morin fie ift, in bie ^>anb nnb hält eg unter bie 9?afe. ®ie 2Bärme der £>anb läßt bie Sunctur oer* bunften. ®ie ©inathmungen finb alle brei 2Rinuteu ju machen unb halb merben alle Anjeidjen ber Äranfheit üerfdjminben. Seneg läftige Uebel tann auch mirtfam baburd) geheilt merben, baß man einfad) bie fRafe, Stirn url» bie inneren flächen ber §änbe unb f^üße mit Baumöl falbt, mennman ju $8ett geht. 158. glüffige ©Ipcerinfeife, ein ganj vorzügliches Mittel lum SBafdjen beg ©efi^teg unb ber §ände, tann inan auf folgenbe Steift bereiten: slRan üerfe^e in einer Sd)ale ober Äod)flafd)e 100 Steile ©lein mit 314 feilen fäuflid)em ©Ipcerin bon 1.12 fpec. ®emid)t, erwärme bte 2Rifd)ung auf 50 ©rab (S. unb fe^e unter beftänbigem Umrüliren 56 Steile toncentrirte ä^enbe Kalilauge bon 1.34 fpec. ©emidjt ju. ^aft augenblid» 118 Hd) entfielt eine bünnflüfftge trübe Seife, ©iefe läfjt man minbeftenS vier, unbjwanjig Stunben ftehen, filtrirt fie, um fie Har ju erhalten, bnrd) gilter, waS jiemlid) langfam geht, unb Vermiet fie enblid) mit einer Sofung von 190 ©heilen gereinigter $otafd)e in möglidjft wenig Sßaffer, woburd) bie Seife eine bornartige Sonfiftenj annimmt. 53eim ©ebraudje giefft man bie Seife in ein bebedbareS @efä^ unb braudjt bavon, um fid) ju Waffen, nm einen falben ©heelöffel voll in baS Sßaffer ju gieren. Sie fdjäumt jwar nid)t fo ftarf, reinigt aber bie ^aut, felbft wenn man IjartcS Sßaffer h«, ganj vorzüglich. ©arajacum (Sptract ift ein wirtfameS unb bod) einfaches S3lut» reinigungSmittel, befonberS um baS ®efid)t von SluSf^lägen unb Sd)ärfe ju befreien. 3n einem Quart SBaffer fodjt man eine ^albe ©affe voll ber geriebenen Üöurjel ju einem ^eint ein unb fügt etwas Süfföl unb 3udcr bei, um bem Stoff befferen Oefchmad ju geben. 53ier 5Ibenbe bintereinan» ber nimmt man vor bem Schlafengehen je einen Söffel VoH unb fe$t brei SIbenbe auS, um bie SRebijin wirten ju laffen. 53omabebivinc. 8 ©heile SßaUrath, 16 ©heile frifdje'S Sdjmalj, 24 ©heile fetteS SRanbelöl, 8 ©heile 53enjoeharj, 3 ©heile feingefc^nittene IBaniUe laffe man in gelinder SBärme fid) auflöfen, feihe eS bann burd) unb bewahre eS in ©opfdjen auf. (Sin fehr einfa^eS Mittel gegen bie unvermetblid)e (Sinwirtung ber grühlingS- unb Sommerfonne auf ben ©eint ift folgenbeS : 9Ran lege ^benbS vor bem ^ubettegehen in baS am anbern dRorgen jiim 2ßafd)en beftimmte Söaffer eine §anbüoU ^eterfilienfraut, laffe eS über 5Rad)t barin, nehme borgens ba§ Äraut wieber heraus unb wafche fid) mit bem 2öaf= fer. (SS Wirft aufjerorbentlid) linbernb unb macht bei fortgefe^tem ®e» braud) bie §aut weiff unb rein. s,ßräparirt man fich SlbenbS ein foI^eS Sßaffer unb wäfd)t fich ©«3§ 3ivei 5D?al bamit, fo wirb gewiff feine (Sinwirtung ber £>i$e auf ben ©eint ftattfinben. ©ie Poften bafür finö unbebeutenb unb erreichen, wenn eS and) währenb beS ganjen Sommers angewanbt wirb, taum ben 5ßreiS eines einzigen glagonS beS theuren, fünftlichen ÄoSmeticS, währenb bie SBirfung beS Se^teren immer nod) jweifelhaft bleibt. Silionefe. (Sin ©heil boppelttohlenfaureS Patron, jwei ©heile ®orajc, 15 ©heile fRofenwaffer, 15 ©heile Qrangenblüthcnwaffer, jwei ©heile tölnifd)eS 2ßaffer, 1 ©heil 53eild)enwurjel, filtrire man 24 Stun« ben lang unb fe^e etwas 53ittermanbelwaffer ju. £) b a l i n. 2Ran löfe ein wenig 53orap in fRofenwaffer auf unb |e$e mehr ober weniger @Ipcerin ju, färbe eS mit Anilin rot^. 159. ju bereiten. @egen bie wibrigen ^i^H'itterdjen im ©efidjt bei ©amen unb ^et« ren, and) gegen ade Rieden, rothe 9?afen u. f. w. ift fehr bienlid) ein Quentchen 53 o r a j, in einer falben Un^e 91 o f e n w f f e r mit einer halben Unje 'B omer anjen 53lütten 5Baffer aufgelöft, womit bie gierten unb Sölatterdjen ein bis viermal täglich betupft werben, inbem man bie glüffigteit barauf trodnen läfft. 119 2M'e man ben ©eint berf^önert. - T?an laffe bom $lpo* tbeler eine ©albe anfertigen aug 20 ®ran Sleijobib unb einer Unje etnfadje 2Bad)gfalbe ober frifd)eg f^ett. Sege bieg jebe S?a^t auf bag @efid)t; ju gleicher £eit Oalte man ben Seib gelinbe offen unb man wirb bontommen erftaunt fein über bag Siefuttat, nod) e^e eine 2Bod)e borüber ift. ©e^e biefe SBeljanblung fort, big eine bößftänbige $?ur erreicht ift, mel^eg in einer fet)r turjen Seit ftattfinben wirb. ©^ön^eitgwaffer, bem ^ßalmer'f^en äfjnlid). - ©ublimat* einen ®ran; Sabenbelöl, eine ^albe ©radjme; daftoröl, eine ©rannte ' SlltoOol, Jtoei Unjen. ©iefeg Präparat l)at einen großen Stuf alg Wlittel gegen gledjten unb $autaugfdjläge. SJtan foUte borfidjtig fein unb ni^tg in bag Sluge ober ben SDtunb tommen laffen. SBaf^ung für ©omnierfproffen. - Stimm eine Unje SBeiugeift, fünf Unjen Siofenwaffer, vier Uujen Stegenwaffer, 2 ©rad)» men berbünnte ©aljfäure; mifdje eg. Stad) bem 2Bafd)en 31t gebraudjen. 160. ^tßwtnbfu^f, glittet Öagegeit. ©ie^e Slrtilel „Sungenf^winbfu^t." ©Ipcerin foU fid) alg ein probateg Sßtittel gegen bie ©d)Winbfud)t erwiefen Ijaben. Slug Marquette am ©bem ©ee würbe berietet, baß ein SOtann, ber feit längerer 3eit an ber ©d)Winbfnd)t litt, fo baß er bereite bem ©obe na^e war, fid) baburdj turirte, baß er non £eit 3U £eit einen Eßlöffel boll ®lp» cerin einna^m. ©er Sorrefponbent behauptet, ben SJiann fürjlid) gefe^en ju ^aben, unb fei berfelbe gefunb. ©er „SIbbocate" mad)t auf biefe Angabe gang befonberg aufmerffam unb bemerft baju, baß iljm bereitg mehrere ber» artige ^äße berietet worben feien. 161. Bei ßCeinen 31t entfernen. ©ie ©d)Wämmd)en entfteljen bei Heinen Äinbern meifteng aug einem ©auerwerben ber SDtildj in ben feinen ©rufen ber SStnnb^ö^le, woburd) ®e» fdjwürd)en erzeugt werben. SWan löfe | Sot^ SBorap in 2 Sotl) Siofen^onig auf unb beftreidje mittelft eines ^aarpinfelg ober einer geber bamit täglich 5 ober 6 SJtal bie SDtunbl)öl)le. (£§ ift and) bienlich, bie ^Brnftmarje ber SKutter ober 2lmme bamit 3uweilen 311 beftreidjen. ©outen fid) bie ©d)Wämm* d)en biö tief in bie Äe^le ^inab erftreden, gebe man bem Äinbe täglich einige SJtal eine SRefferfpi^e Voß to^lenfaurer SJtagnefia ein. $aben bie ©djwämmdjen fdjon überljanb genommen, fo wirb ber üDtunb mit einer Wodjung bon weißen Stüben, ober einem ©albeiaufguß, worin ein wenig ©almiat aufgelöft worben, täglid) ju wieberljolten Stalen augge* Waffen. Srftreden fid) aber bie ©d)wämmd)en big in ben ©djlunb ^inab, jo finb fdjleimige SDtittel, alg Wtanbelmild) mit arabifdjem @ummi, ©alep« Äbto^nng innerlich juglei^ juge ben unb aud) fdjleimige Älßftiere, mit einem 120 3ufa^e üon SJaltwaffer anjuwenben. Sollten bte Sdjwämmdjen braun Werben unb in SBranb übergeben, fo wirb ein gelinbeS 3lbfü^rungSmittel von fR^abarber gegeben unb ber iIRunb mit einer 2lbfod)ung von 4 Sotb 2Beiben= ober Sidjenrinbe, 1 duentdjen rotten ^Rprr^en, 2 Öuent^en Sal- beiblättern mit 12 Sott) 2ßaffer bis jur Hälfte eingelötet unb nach bem ®urd)|ei^en burd) Seinwanb mit 1 Quentdjen Salmiat unb etwas §onig eifert, öfters auSgewafdjeu. 3n folgen fällen ift eS jebod) ratsam, ärjt» id)e Jpilfe ju fudjen. 162. der ^ättbe unb ju tiertret 6 en. 1. @egen baS läftige $änbefd)toi$en ift ju ratzen, eine beftänbig, aud) bei 9?at^t, leberne ^anbfc^u^e ju tragen. 2. ®ie §änbe täglid) jehn bis fünfzehn 2Ral in lauwarmem Gaffer ju wafdjen. 3. 9Ran neunte grüneS 2öad)Stud), weldjeS jebod) nicht neu, fonbern ein ober mehrere 3apre alt ift, beim ift eS alt, fo ift eS auS bem @runbe beffer, bap eS nid)t antlebt unb baburd) bie Söirfung ver^tnbert. 2luS folgern alten 2öad)Stud) nun werben Sohlen gefdjnitten ; nad)bem man jebe biefer Sohlen auf bie beiben bloßen ^u^foljlen gelegt hat, jieht man Strümpfe barüber, (ä^t fie Sag unb 9?ad)t liegen, trodnet fie aber, fowie aud) bie ^u^fohlen jeben SRorgen unb 2lbenb wohl ab. fRad) 10 ober 12 Sagen, wo bie Sollen i^re Äraft ju verlieren anfangen, barf man erft bergleid)en erneuern. Üöeil burd) längeres Sragen bie So^le bie f£orm beS ^itße« annimmt, fo mu^ man fid) wo^l in 2ld)t nehmen, bafj man fie uidjt mit einanber berwedjfle. Sinb einige Söodjeu oerfloffen, fo wirb biefeS SRittel ben Sd^Wei^ ber £änbe fe^r verminbert ^aben, unb ^at ipn gewifj nad) Verlauf von etwa einem falben Sapre ganj gehoben. 3m hinter geben foldje Sollen 2öärme unb im Sommer füllen fie angenehm. ?lon gefäljrlidjen folgen ift eS gewöljnli^ für bie ©efunb^eit, wenn bei fßerfonen, bie an ben §ü^en ju fdjwi^en gewöhnt finb, biefer Sd)Weifj burd] irgenb eine Urfadje auSbleibt; man tann i^n aber burd) baS ^ier eben mitget^eilte SRittel wieber ^erfteüen. 163. aßmattenöe. 53ei nädjtlidjen entträftenben Sdjweifjen, nad) 9lerventranf^eiten, fmb reine Suft in bem Schlafzimmer unb nidjt ju warme Sebedung bie widjtigften Spittel; jugleich bient ein Slufgu^ von | Sott) (Salbei unb 16 Soth Sßaffer itnit etwas fRothwein falt getrunfen. 5Xud) bienen bagegen Spedeinreibungen. SBei 'ißerfonen, bie in leinenem £>embe fdjlafenb fdjwi^en, hörte baS S^wi^en auf, wenn fie ihren Körper unmittelbar barauf mit einer wollenen ®ede umwidelten. ^wedmä^ig ift eS, ben ^inbern 2lbenb$ ben ganzen Körper mit (Sffig ju reiben. 121 164. &cqxM, Dagegen. 1. (Sine HanbboU Sitterflee, SReerrettig unb Sauerampfer werbe« in einem Duart äßaffer big jur Hälfte eingefodjt unb biefen Abfub täglich ju trinfen, vertreibt in 14 Sagen ben fdjlimmfteH Scorbnt. 2. Unter Öen biätetif^en Mitteln, weldje alg Sd)u£* unb Heilmittel beg Scorbutg bie meiften ^eixgniffe für fid) paben, fte^t ber (Sitronenfaft oben an. 3. (Sinen Sranf aug einem 3Ibfub bon 3 Ouent^cn englifdjem Senf, einer Unje Honi9 unb einem ißfunbe SBaffer, 3lbenbg bor bem Schlafen* gelten genommen, bewirft ftarfe Srangpiration, worauf fidj bie Traufen gleid) Wtorgeng erleichtert füllen. 4. Sag Sabafraudjen Ratten bie englifcßen üftatrofen nidjt nur für eiu fic^ereg HRittel wiber ben S^arbod, fonbern überhaupt für eine wa^re ^anacee. 5. 3lde Wirten faurer Speifen, Sauerfohl u. f. w., finb beim Scorbut bienlich. Ser Scorbnt herrfdjt borjüglidj in feuchten, naffen Oegenben, am äReeregufer, bei fdjledjter Nahrung, unb heftest in einer Neigung ber Säfte in ^äulniß überjugehen. Sie fräftigften Sorbeugunggmittel gegen ben Scorbut finb ; Peinlich* feit, warme Reibung, mäßige actibe Sewegung, Aufmunterung, trodene, warme Suft, nnb frifche iRahrunggmittel. 165. gaopWn jn ßeiren. 1. Sie Scrophcln finb eine gewöhnlidje Äranf^eit beg finblidjen 311= terg ; fie berufen auf Sdpnädje ber Serbauunggorgane, erzeugt burd) grobe, ferner berbanlid)e iRahrunggmittet unb ^Rangel an frifdjer Saft. 9Ran er* fennt fie an bem aufgetriebenen Uiiterleibe, ber blaffen ©efidjtgfarbe, ben häufig entjünbeten Augen, ben biden Sippen, angefchwoUenen ^atöbrüfen unb Augfdjlägen mauser Art. 3ebeg SRecept für Scropljelfranfe fottte mit ber Serorbnung anfangen : Sie Suft unb ben bisher gemeinten Aufenthalt ju beränbern, mo möglich aug ber Stabt auf'g Sanb ju jiehen, unb tägtid) regelmäßig fid) Sewegung im freien ju machen. (Sg ift jebod) nid)t notpig, baß ber Äranfe gerabc bie ^immelSgegenb beränbere, aug einem falten Älüna in ein wärmereg fid) be* gebe, ba bie Scropheln in nörblidjen Säubern feinegwegg häufiger borfom* men, alg in füblic^en ; fonbern eg fommt babei nur auf Sertaufdjung einer eingefdjloffenen Stabt* ober Stubenluft mit ber freien Suft, unb auf Sewe* qung unb ßerftreuung in ber Reitern, fonnigen, überall fd)önen unb erquiden* ben freien biatur an. Sie Äur aller feroppulöfen £ufäUe mirb iwedmäßig unterftü^t burd) Sieinlidjteit, marme f^Ianellbetleibung, warme Säber, trodne grictionen ber ?1anjen Äörperoberflädje, leicht berbaulidje, frifdje animalifd)e unb begetabi» ifdje Äoft unb etwag äßein. ferner burd) Sermeibung beg ju langen Aufenthaltg im Sette, unb burd) actibe Sefdjäftigung in freier Suft. ^ür ^inber ift bag ^erumfaljren im freien fdjon feljr peilfam. 122 3u ben beften Hausmitteln gehört (Sidjeltaffee mit SRildj. 3ur 3ert^eilung verhärteter Serophelbrüfen bienen Umfehläge üon ge* bratenen 3wiebeln, Senf unb Sauerteig. Nebenbei gebe man ben Kinbcrn früh unb WbenbS 1 ©heelöffel bod Seberthran. ©er ©enu^ üon Kartoffeln unb grobem Srob, fowie üon Hulfenfrüd)* tcu, mug gänjlidj üermieben werben. 2. '.Wan thue in eine Kaffeefchale ober Sowl eine Unje Sdjeibewaffer, in WeldjeS man jwei Kupfercents wirft; eS wirb halb aufbraufen ; bie ©entS werben barin gelaffen unb wenn baS Slitfbraufen auf hört, jwei Unjett ftarten Sffig baju gegoffen ; bie ^lüfügteit wirb eine bunlelgrune ^arbe befommen ; fie wirb unb mu^ bei ber Wnwenbung f^merjen; fodte fie ju fet)r fdjmerjen, fo thut man ein wenig Wegenwaffer baju. ©ie wehen Stellen werben SRorgenS unb WbenbS üermittelft einer jarten Sürfte ober eines weiten ?umpen bamit beftrid)en, bod) muffen bie Wehen Steden juüor mit SJaffer gewafdjen werben. ©ie erfte SInwenbung beS Mittels gefdjal) bei einem armen SRäb^en, baS üon SRemphiS nad) Cincinnati gebracht würbe, um ihr Sein abgenom* men ju haben, weil man befürchtete, fie möchte in jenem heilen Klima nicht lange genug leben, um bort bie Operation ju üerridjten. ©a il)r bie 5Iuf^ nähme in'S SlrmenhauS üerweigert würbe, lag fie auf bem Seitenweg ber Strafe, üödig au^er Staube aufjuftehen. ©in ©rittheil beS gdeifdjeS, üom Knie bis jum ^u^, war weggefreffen jammt ber ganjen Haut bis auf einen etwa jwei 3°H breiten Streifen. Sie wurbe auf ein Sett gebraut unb baS SRittel auf einen Stuhl neben baS Sett geftedt. ©a fie fich aufridjten fonnte, wanbte fie baffelbe felbft an. Wad) wenigen ©agen würbe fie mun= terer unb erflärte, baS Sein beffere fich ; ba man bieS ben üerminberten Sdjmerjen jufdjrieb, unterfudjte man baS Sein, wo e-S fich f°* wo^l neues fyieifdj wie eine neue Haut gewachfen war. 3. 3m „Prairie garnier" maebt ein 9lrjt begannt, Crude Oil, roheS Kohlenöl, fei ein fidjereS unb rafd) heHenbeS SRittel gegen feropljulöfe 2IuS= wüdjfe, gegen WheumatiSmuS, Sdjmerjen in ber Seite, Sdjulter, in ben ©elenfen unb im Wüden, gegen Halsbräune unb ^»eiferfeit, SJunben, Schrammen, Schnitte uub ade änderen Serle^ungen an SRenfdjen unb ©h^ea- @r führt üiele äde an, wo er baS Kohlenöl gebrauchte, auch 1° feiner eigenen Familie, unb üerfidjert, bag eS jjebeSntal angenblidlidje Sinberung gab unb bie ^>eilung'ba(b erfolgte. 4.» (Sin ©hee, üon reifen ober getrodneten Whortleberries gemacht, unb anftatt SJaffer getrunten, üertreibt bie Scropljeln fehr balb. 166. ^eeRranRßeif ju rindern. ©ie Specifica bei bet Seefranfheit finb mit Wedjt in Serruf. ©oftor ©örring ^atte, wie et in ber Sßienet 9Reb. Sßodjenfdjrift mittljeilt, als Sd)iffSarjt bie @elegenf)eit, fiel) felber üon ber Unwirffamfcit aller Mittel ju überjengen. ©ie gro^e Unruhe unb bie Schlaflofigfeit, üon ber bie meiften Seefranten geplagt werben, brachte ihn auf ben ©ebanfen, baS ©hl°rab ^brat in Slnwenbitng 311 bringen. @r t^eilt auSfährlid) adjt requifite f^äde 123 »ou Seetranf^eit mit, in benen nad) SJerabrei^ung von burdjfdjnittlid) viet ©ramm in jmei ®ofen nidjt nur 9tulje unb längerer S^laf ber (Srtranften eiutrat, fonbern £e$tere auq voUftänbig von ber ^rant^eit befreit mürben. 167. ^obGrennen, ^ifbr dagegen. ®a« ©obbrennen entfteht au« Verbotenem Sftagen unb bei baburdj bebingten Säure. 1. 5Rohe, getrodnete (Sicheln werben ju ^ulver jerrieben unb mit Sßaffer eingenommen. 2. 3J?an verbrenne einen Äorfftopfen g ä n j l i d), laffe bie $lohie falt werben, mahle fie ju ^ulver unb nehme biefe« mit SBaffer ober ÜRild) ein. 2Kan tann ein Stüd Sinbenholj ju ^ohle verbrennen (affen unb al« Pulver einnehmen. 3 W?an nehme alle 2 ober 3 Stunben einen hotben Sheelöffel voll SWagnefia ober treibe ein mit Sßaffer unb genieße nur leichte Speifen. 5. 3imaclr unb SQlaftip, von jebem ein halbe« £oth, wirö iu einer halben Qbertaffe voll ißein gefodjt unb getrunten. 6. Sobbrennen nad) jeber SKahQeit beutet auf gro^e SRagenf^wäche unb finb Seltermaffer mit Rheinwein ober (Shawpagiier unb SWagenpflafter anjurathen. 7. 3,13ei Quentchen 3ohanni«brob, ein Quentchen treibe unb ein halbe« Quenidjen 9Wu«tainu§ Kein gefloßen, miteinanber eingenommen. 168. ^ommerftranRh^ der ^inber. Siehe drittel z,(S()olera ber ^inber." 169. gommerforoflen, Rittet dagegen. Siehe Krtifel „Schönheitsmittel unb SdjönheitSwaffer". ©egenbie Sominerfproffen wollen wir in ^olgenbem mehrere Mittel angeben, bie bereits mit vielem (Srfolg angewanbt würben. 1. Sorajlöfnng. -2. Äampher^SpirituS. - 3. (Sine Kuflöfung von Äreffenfaft, S£Reerrettig nnb §onig.-4. Schwefelmild) mit bem ©oft von unreifen Johannisbeeren Vermiet. - 5. Ourfenfaft mit SdjwefeHeber ober Klann- 6. ®rei Drachmen gereinigte ^ßotaf^e, 2 ©rahmen ^o^falj, 8 Urnen 9iofettmaffer unb 2 Unjen Qrangenblüthenwaffer.- 7. Otwa« Senf» »ulver mit SHaubelöl unb Sitronenfaft.-9. SWeerettigfaft mit Suttermild). 10. Jn | Quart Ziegenmilch brüde man ben (Saft von 3 Zitronen, t^ue ein halbe« Ola« granjbranntwein hinein unb einige bittere SRanbeln. $ie« KUeS mifche man gut burdjeinanber, laffe e« 24 Stunben ftehen unb bie ÜJlilch gerinnen. KlSbann f^ütte man KtteS in einen leinenen Rentel unb fange bie au«laufenbe glüffigfeit in einem Oefäge auf. hierauf t^ue 124 man £ Sot^ gebrannten pulberifirten Soraj ^inju, fei^e bie fflüffigteit burd) ein Tudj unb wa^re eg in glafdjen auf. 2Ber fid) mit biefem SBaffer wäfd)t, ober aud) mit bem Tiden, wag übrig geblieben ift, bem berge^en bie ©ommerfproffen. 11. 5Ran wafd)e fid) mehrere 9lbenbe mit glu^waffer, in wetd)em, alg eg fodjte, fo biet ©alj aufgelöft würbe, alg möglid) war. SOtan trodne ftd) nad) bem 5E8afd)en mdjt ab, fonbern taffe bag Söaffer im @eftd)te trodnen nnb reibe na^fjer mit einem Tudje bag ©alj ab. 12. 5Dlan wafc^e fid) mit ^eterfilienwaffer. 13. 9Ran bermifdje etwag 2I(aun mit (Siwei^, bringe eg in einem @e» fäfj über glü^enbe Noblen, wo man eg big ju einem ©djaume fteigen läfjt; hiermit beftreidjt man täglid) öfterg bie ©ommerfproffen. 14. Sier ?oth Soraj, in ^lufjwaffer aufgelöft, 4 Vot^ Aqua phagedaenica unb 1 (Sfclöffel boll ©eifenfpiritug a(g Sßafdjwaffer. 170. ^onnen|lt^ ja vergüten. 1. SBenn beim ^ei^cn Sßetter ein Arbeiter füfjlt, ba^ er ju fc^tüt^ew auf^ört, bie ^aut troden wirb, Unruhe unb Singenommenbeit beg 3?opfg fid) einfteHt, fo mu^ er, wenn fein Seben i^m etwag Werft) ift, bie Arbeit un* öerjüglid) einfteUen, wenn biefelbe and) nodj fo wichtig ift. (Sr mit^ fidj in ben ©djatten begeben unb fid) mit faltem Gaffer begießen laffen, ober wenn eg möglid) ift, ein talteg Sab nehmen. 2. 2Rittel gegen ben ©onnenftid). 2lufmerffam geworben, fo fdfreibt man bem ,,^r. Sl." in Berlin, bei Seginn beg Krieges burdj berfd)iebene bei ben jetzigen Truppenmärfdjen burd) bie §i^e berurfadjte Tobegfäde, wid id) ein Verfahren mitt^eiten, weldjeg bie Sebuinen unb arabifdjen 9?omaben* flamme ^ßaläftina'g bei borfommenbeni ©onnenftid) mit bem günftigften (Sr= folge anwenben unb von beffen Sßirfung id) unb 18 anbere fReifegefä^rten, bei einer Temperatur von 42 ®rab 9t., 9lugeiueuge waren. (Siner unferer 9teifegefa^rten fjatte ber Mahnung, ben &opf burd) Umfyüniing mit einem weitem 507uUfd)teier bor ben ©onnenftra^len ju fdjü^en, nid)t @e^ör gegeben, unb mufjte nun bie folgen babon an fid) felbft erteben. Son intenfiben ©onnenftraljlen getroffen fiel er bom fßferbe, ©eine klugen waren gebrodjen, bie 3unge gelähmt, bte £>änbe frampf^aft jufammengejogen. Ta fpraug einer ber ung begleitenben Sebuinen pfeilfdjned bom pferbe, brachte aug feiner Sorrat^gtaf^e eine (Sitrone, jerfdjnitt fie in jwci Hälften unb wufd) mit bereu auggeprefjtem ©afte bem Patienten förmlid) @efid)t, Äopf unb §änbe, wonad) fid) berfelbe fo weit erholte, bafj wir nad) bem nod) ungefähr iwei ©tunben entfernten Corban reiten tonnten unb er an beffen fdjattigem Ufer einige ©tunben rutjen tonnte, Wonadj er wieber bödig OergefteUt war. (Sl ift bie« ©efagte eine einfadje wa^re T^atfa^e unb wo^l wertl), in Setradjt ge= jogen ju werben. 3. 3ft3emanbbom ©onnenftid) befallen, fo fdjaffe man i^n in bag nädjftgelegene $aug, entferne ade feine Kleiber unb wafdje i^n mit (SiSwaffer tüd)tig bon Äopf big ju ffüfjen. Son Beit ju B^tman ben Äopf be« Traufen auf ein ©tüd @ig. Sig ein mjt eingetroffen ift, gebe man bem 125 Uranien in angemeffenen ^mifc^enräumen 53ranbp ober Slmmonia. ©iefeS ift baS einfadjfte unb jugletd) praftifdjefte iBerfa^ren. SBirb ber Prante aber von Trümpfen befallen, fo muffen jelbftoerftänb« lid) anbere SJiet^oben in Slnmenbung gebradjt merben. (SineS biefer Mittel ift, ba§ man bem Fronten 1J18 ©ran Solobar*53o^ne Sptract eingibt, ma$ feiten feinen ^med Verfehlt. 3 ft bie betreffenbe fßerfon fe^r träftig gebaut, fo mu^ natürlid) eine größere ©ofiS, in mandjen fallen bis ju einem ©ran, eingegeben merben. Reibet ber Patient and) an ^opfme^, fo foUte i^m ctmaS ,,©romibe of 'ißotafl)^ gegeben merben. üljne ^injujie^en eine« türjteS Jollen biefe Mittel nie, ober fjödjftenS in befonberS bringlid)en (fällen, angeroenbet merben. Arbeiter finb am Reiften bem Sonnenftid) auSgefe^t unb merben fie aitdj me^r bavon betroffen, mie anbere ^ßerfonen, ba fie, befonberS bie tUlau» rer, 53adfteinleger u. f. m. ben ganzen ©ag ben fengenben Sonnenjtrapien auSgefe|t fmb. 9? ad) ber Slnfidjt vieler ^lerjte entfielt Sonnenftid) and) nod) auf folgenbe SBeife : Sdjautein ^u^gäuger, o^ne ba^ bie £>t$e befonberS grofj ift, fortmä^renb auf ein von ber Sonne befdjieneneS ©rottoir, fo mer- ben bavon bie 9?erVen in ungemöl)nlid)er SBeife angegriffen; eS entfielt eine ©ntjünbung, meiere baS ©eljirn affijirt unb ift ein Sonnenftid) bann bie (folge. 3n (fällen, mo Sonnenftidje töbtlidjen SluSgang Ratten, ^at fidj biefe ©obe§urfad)e bei ber Cbbuction fdjon meljr mie einmal tjerauSgefteÜt. @tma jmanjig ^ßrojent aller Sonnenfti^e nehmen einen töbtlidjen SluSgang, roenn aber gleid] geeignete Tla^regeln getroffen mürben, fo fönnten in ben meiften (fällen bte Patienten gerettet'merben. 4. 9J?an (jat ferner gefnnben, ba^ ber Sonnenftid) uidjt eben allein von ber ^)i^e, fonbern von djemifdjen (Sigenfdjaften beS Sonnenftra^ls, ober fogar beS 2RonbIid)te$, Öemirft mirb. ©er befte @d)u^ bagegen ift, im $ute ein orangefarbiges unb ein grüneS Unterfutter anjubringen, mobur^ ber djemifdje Strahl gebrodjen unb bie §ii?e abge^alten mirb. Sludi baS ©ragen eines ^rautbtattcS ober anbern grünen SßlatteS im $ute fdjü^t gegen benSonnenftidj. 171. ^focft^nupfen, glittet Dagegen. 1. -9(1 berfelbe fo heftig, ba^ baS ©efüljl tm Äopfe einer völligen Setäubun^ gleid)t, fo Ij.alte man ben offenen *Vlunb über einen ©opf mit todjenb beigem (fliebertbee, inbefj man ben ^opf mit einem bidjtcn ©udje oerfjängt. ©ie Söirfung ber auffteigenben ©ämpfe mirb eine batbige (Srlcid)terung jur ^ofge Ijaben, morauf man fid) forgfam vor (Srfältung t)üte, bann nnb mann eine fdpvadje ißrife Sftaiblumenfdjnupftabat nc^me, im 9?otbfaU ben ©ebraitd) ber ©ämpfe mieber^ole, nnb halb mirb man beS Uebeln lebig merben. 2. Um fid} bQr biefem Uebel meljr ju fiebern, gemöl)ne man fid), beS borgens beim 5ßafd)en frif^eS SBaffer in bie Wafe ju fd)lürfen. Anfangs neljme man laueS, nnb beim ferneren ©ehraud) nur falteS SBaffer. ©ie SRafenuervcn merben baburd) fe^r geftärft nnb bie S^ei^barfeit ber §aut geminbert. 126 3. SBei Neigung jum S^nupfen unb jur Srtältung ift baS ruffifdje Söab ein borjüglidjeS SJlittel. 4. Um einen bie 9?afe beläftigenben Schnupfen burd) größere ©Ijätig« feit ber £eber in anbere Sandle $u leiten, wirb borgefdjlagen, bor ben 9J?apU jeiten ein lja^cg Sitronenfaft ftart angefäuerteS 2ßaffer ju trinten. 172. ^tr^nin - Vergiftung, ^iffeC Dagegen. 1. Sampler. SJieprfadie 33erfud)e paben erwiefen, ba^ Äampper ein wirtfameS ©egengift gegen Strpdjnin ift. Siner ^ßerfon, wel^e baS fdjredlidje ®ift genommen patte, gab man, als fie fdjon bon Krämpfen befallen war, alle palbe Stunbe 6 biS 10 @ran Äamppcr ein unb fie würbe gerettet. (Sbenfo pat man mit Strpipnin bergiftcte £mnbe baburd) gerettet, bafj man i^nen eine ftarte SofiS Äampper eingab. Sßefitger von wertpvoUen $unben tonnen in ber gutunft bon biefer 9?oti^ bieHeidjt SBortpeit gieren, um iljre Sieblinge gegen bie SBirtungen biefeS beliebten poli^eilidjen ®ifte§ ju fdjü^en. 2. $1 r f e n i t. Stian ^at gauj jufäUig auSgefunben, ba^ 2lrfenit ein (Gegengift gegen Strpdjnin ift. Sinem wertpboHen S^äferpunbe, welcper jufäHig Strpcpnin gefreffen patte, würbe eine SofiS Slrfenit gegeben, um feine Seiben ju türjen. Sonderbar genug war bie SBirtung eine ganj eutge» gengefe^te, inbem ber $unb boUftänbig wieber genas, ißei jwei weiter angeftellten ^erfucpen würbe mit bemfelben ^Serfapren aud) ganj ber nämlidje Srfolg erjielt. 173. dagegen. ©ietje drittel: SB lauer ^uften. 174. gnntßltt^t, Stifter Dagegen. 1. $11$ ein borjüglicpeß Spittel gegen ba$ Stinten bon SBpiSfep u»tb ätjnlidjen ®etränfen wirb folgenbe 3ufammenfe$ung empfoplen, bie fdjon mandje 'ißerfonen Vom 9ianbe be$ ®rabe§ gerettet pat: 5 ®ran Sifenfdjwefel, 10 ®ran SJiagnefium, 11 Sracpmen ^ßfeffermünjwaffer unb 1 ©radjme Spiritus. 2. $at Semanb bie Sauffu^t unb ift nid)t. ju bewegen ju einer Äur, fo ratpen wir unglüdlicpen SBeibern, ober Äinbern, ober ©efdjwiftern, ober ^reunben, f«lgenbe SRittel peinilid) ju geben: Spue einen lebenbigen ^at in einen Simer ober engen Äübel, auS bem er ni^t perauSfpringen fann, giefie 2ßein barauf unb taffe ipn barin fterben. '^ütte biefen xßein auf ^tafdjen unb gebe bem Oranten babon ju trinten, fo biet er mag. SS gept ebenfo mit ^Branntwein, wetten man eine SüBeile barauf fiepen lä§t unb bann f(«r abgie|t. 127 Strdie eS nidjt Reifen, fo »erfudje e§ mit Sdjwefelfäure. Serbünne biej.be mix Sßaffer, big eg nur ein wenig fauer ift unb gib baüon oem Säuft? m aUem (äffen unb Srinten, fo viel unb fo oft, alg eg getjt; tpue etwag baoon in ben Kaffee, in ben ST^ee, in bie Suppe, in SlUeg, wag er trintt ober ipt, unb wenn audj Stnbere foUten baüon miteffen; befonberg üiel in faure ©trifte ober in Simonabe. 175. gieß eh» erben Beim ^afjren ju menten. Wian ne^me einen Sogen £öfd)papier, gie^e parten Sranntivein barauf unb lege i^n jufammengefdjlagen auf ben Silagen. Sßenn ba$ Rapier troden geworben, feudjkt man eg unterroegg lieber etinag an unb man wirb öou bem ^odjft [äftigtn Uebel befreit bleiben. 176. ^teßerßeine wegiuf^aflfen. 1. 2Wan binbe eine Heine Sleiptatte, ober eine breitgef^Iagene Siet* fuget feft auf bie ®efd)Wulft. 2. SDlan ftreidje f^warge Seife biet auf S^a^eber, unb lege eg auf >ag Ueberbein. 3. ^anbfefiu^e non ^u^gpelj $u tragen, ober ein Stpd bUfeS sf3eljeg auf bie ©efdjwulft ju binben. 4. Silan [affe in ber Slpot^tte folgenbeg Mittel bereiten: Mercurii vivi gr. viii tere cum Terebinth. venet. q. s. usque ad Mercurii exstinc- tionem. Adde. Axung leporin. 2 oz. 01. Cerae 3 oz. 01. Meuth, gtt. z. M. d. in olla. Son biefer «Salbe ne^me man Slbenbg beim Sdjtafenge^en eine Sinje gro^ unb reibe bamit bag Ueberbein. ®eg SDlorgenS waf^e man eg mit lauem 2ßaffer ab. ®ag Ueberbein wirb nacp unb nad) Heiner unb bcrfd)Win= bet batb gänjUdj. 3Han brauet fid) nur ben feierten Sfjeil beg SJlitteÜ an» fertigen ju taffen, meines in ber Siegel genug ift. 177. gtnterfeißsf eiben, Stifter Dagegen. SQlan jer^adt gleiche ^^eile Srunnentreffe, Sittertlee, Sowenja^n unb Sdpifgarbe, prept ben «Saft aug, nimmt babon äRorgeng unb Slbenbl ein« Obertaffe boU unb trintt i§n mit gleich viel ^leift^brüpe bermif^t. 128 178. Vergiftung, giftet dagegen. ©ieh< ^Irtifet ,,®ifte, unb Vlei-Vergiftung" ,,Vh°$Phors unb ©trpdjnin« Vergiftung." 179. ^errenßuttö, dagegen. ©iehe Slrtifel „Ouetfdjitngen", 3 u. 4. 180. Verstopfung, Rittet dagegen. Siep 5lrtifel ,,HartIeibigfeit" ju bertreiben. 181. ^adenRratnpf, ^tffef dagegen. 1. 3m Söabenframpf, ber manche ÜKenfchen oft, vorjüglicp in ber 9?ad)t, befällt, wobei bie Sßabem unb juweilenr aud) bie SdjenfelmuSteln un» ter furchtbaren ©djmerjen jufammengejogen unb hart werben, ift bieSinrei* bung vom btiRgema^tem fKum auf bie leibenben ©heile unb einige Waffen Xhee mit Shim bon befter Sßirfung. 9?och beffer, gleich beim Unfall beS ^rampfeS aus bem Vette auf juftehen, ober feft mit bem ^uRe gegen bie Vett= fponbe ju treten, auch $ßaben mit planen gelinbe ju reiben. 2. 2luf einen ©^lüffel ober fonft ein ©tüd falteS (Sifen feft auftreten, 3. Son guter SBirfung ift unb jur Vorbeugung bient: einen ©chwefel* faben auf ber bloRenHaut, wie ein ©trumpfbanb, ober ©trumpfbänber oon ©djarladjtucf) ju tragen. 4. ^euerbingS ift ba§ Reiben ber Söabe mit ©pobelboc fehr empfoh» len, auch felbft ba§ (Sinreiben mit ©peid)el foH gute ©ienfte thun. 5. (Sinreiben ber SBaben mit ©enffpirituS. Xäglid)eß äßafdjen mit faltem Sßaffer unmittelbar vor bem ©djlafcngehen, fowie jur 3eü falls, leiftet ebenfalls gute ©ienfte. 182. ^arjen %u verfreißen. ©iehe Slrtitel „Hühneraugen." 1. 2Ran ptnfelt ringS um bie Sßarje herum (SoUobium, um baS Uebergreifen bereut ju Verhinbern; bann trägt man auf bie 2öarje chemifch reine, WeiRe, trpftaUifirte 'ißhenplfäure (Sarbolfäure) auf, von ber man eine ^(einigteit auf ein fpi^eS Höljdjen nimmt unb bie üßarje bamit einreibt, ^ür bie größeren Sßarjen üerbünne man bie ^henplfäure mit gleichen ©hei» len Äölner«2Baffer ober ©pirituS uno pinfele bamit bie äßarjenmaffe ade 129 2-3 Soge, »vorauf fie halb fdpvtnbet. Sämmtli^e Sßarjen muffen gleich« fettig in Angriff genommen merben. 2. 5>ur^ Seftreidjen ber Sßarjen mit ^ob=STinftur vertreibt man fit in turjer £eit. SKan fe^e ben Slrtifel-® e f d) m ü l ft e ju jertbeilen - 3. ißarjen tann mau entfernen, tvenn man fie öftere mit einer ftarfcn Sluflöfung von geivö^nli^er «Soba befeuchtet unb bie glüffigteit, o^nc f r abjumafdjen, eintrodnen läfjt. 4. SDian raudje ein ^ölj^en von ber ®rö^e eines «Sdpvefelbol^? täglich ein paar HRal in ein ®laS mit raudjenber «S^mefelfäure, bie man moblverftopft unb vorfidjtig aufbema^ren mu^ unb betupfe bie SBarjen be^utfam bamit, fo ba^ nid)tS bavon an bie gefunbe §aut tommen tann unb halb iverben bie äßarjen auStrodnen unb verfchminben. 5. 9?id)t minber mirtfam ift bie Xinttur von fpanifc^en fliegen. 2Ran barf nur bie äßarjen 8-12 2Ral beS SageS vermittelft einer tletnen fieber ober beS ÄortftöpfelS ber f^lafdje be^utfam beftreidjen. 6. IRan reibe bie SSarjen öfters mit trodener (Seife. iRad) einiger 3eit berftet bie Sßarje auf ihrer Überflüße unb nad) unb nad} immer tiefer. ®ann wirb jmar baS ^Reiben mit ber «Seife etivaS empfinblich, man mu| jebod) unüerbroffen bamit folange fortfahren, bis fid) bie Sßarje jertheilt unb enblid) abfäUt. 7. 9Ran fdjneibe erft baS §arte ber SBarje tveg unb berühre' fie bann mit ^le^ftein, fjöÜenftein, (Sdjeibeivaffer ober irgenb einem anberen probaten 2Ie$mittel. 8. 9Ran beftreidje bie Söarjen täglid) öfters mit reiner, guter Sier» ^efe unb laffe fie barauf eintrodnen. 9. «Spanifdjfliegenpulver mit 5ßecT Vermiet unb auf bie SBarjen jelcgt. 10. 9Ran löfe ein halbes Voth ißotafdje in einem falben ^fuube fßaffer auf unb betupfe bamit bie Sßarjen. 11. 2Ran löfe ein halbes Soth rohen «Salmiat in 4 Soth Gaffer auf <nb befeuerte bie 2Bar$en täglich 3-4 SRal bamit. 12. ^olgenbeS SRittel hat fid) als gut beivährt; • ^ödbftrectifijirter SBeingeift, ®eftiUirter Sffig, von febem 1 Soth, Ouedfilberfublimat 1 Öuentdjen $llaun, | Öuentdjen, dampber, unb Sleijuder | duentdjen. äRittelft eines feinen ißinfelS beftreicTt man täglid) ein paar 2Ral b e w .jen forgfältig, beroal/rt aud) bie SRifdjung vorfi^tig auf. 13 ÜRan nimmt bie Slätter vom ^eigenbaume, menn fie in ihrem voUtommeuften «Safte fteben, ftöfjt fie in einem fteinernen SRörfer, brüdt ben Safi burd) ein leinenes Juch u. beivabrt benfelben in einem gut jugemadjten <ö)laje. ßr hält ficT bis auf baS tommenbe 3abr. §at man nun einen Sorratb bigott, fo beftreicTt man bie Söarjen mittelft eines ^ßinfelS mit bem (Safte beS 3lbenbS unb borgens, befonberS an ihren untern (£den unb Seiten. Jer Jheil, wo bie SBarjen fifjen, mufj juvor reingewafdjcn werbe» 3n furjer 3e^ ^fte^nt ^ße, wo vorher bie äßarjen fid) befanben fo glatt wie bie übrige Hflut. 2lut tann man bie äöarjen auf folgenbe fijmpathetifdje $lrt vertreiben: 14. 2JJan nimmt ben abgeftnittenen Kopf eines 2laleS, beftreidjt mit beut Stute beffeiben bie verhaften äßarjen unb Hühneraugen unb läfet baS frifdje $IalSblut in benfelben eintrodnen. 2lber man mufj fid) hüten, etwa# bavon abjuwifdjen, bevor eS troden ift. J)en Slaltopf, ben man ju biefer SIbfidjt braud)te, gräbt man in ber Stille an einem foldjen Orte ein, wo er halb verwefen unb von muthwilligen Seuten jum Lautheit ber Kur nicht auSgegraben werben fann. 311 größerer ©it«heit tft eS gut, fit biefeS XRittelS etlidje SLale furj hinter einanber ju bebienen. 130 183. v&aflerfutyi |eif6ar. 1. Sin Jhee, auS ben Slättcrn beS KaftanienbaumeS bereitet, fotl btt SDßafferfudjt in turjer £cit vertreiben. 2. Sin ^Irjt berichtet folgenben ^aü: Sine Patientin, bei ber alle Mittel wirlungSloS geblieben waren, vermehrte in ben erften brei Jagen je eine geftät^ unb mit futter beftreute Sitrone, in ben folgenben jtvci Jagen je jwei, fobann brei, bis fie eS auf 18 ©tuet bradjte, unb bann in bemfelben Serhättni^ wieber bis auf ein Stüd Ijerabging. Sie a^ währenb biefer3eit lein ^leift- ®ton am fed)ften Jage jeigte fit eine gute SBirfung unb in britt^alb SRonaten war bit Kraute geheilt. Jerfelbe 2lrjt bebiente fid) fdion mehrmals mit gutem Srfolg biefeS SLittelS. 3. 3u ben wirtfamften ^auSmitteln gegen äßafferfutt gehören bie 2ßad)^olberbeeren. Sie wirten am beften in Pulver mit Sßeinfteinra^m gemiftt. SIber and) ber Sßathvlberthee ift urintreibenb. 4. JaS ^oUunbermu^ bewirft reidjlidje ^arnauSleerung, aud) ift ber Jhee auS ber Sßurjelrinbe beS ^lieberbaumeS fctjr wirtfam. 5. 3erfdjnittene, frifte ^Jieerrettigwurjeln mit iöier aufgegoffen, ober ber Saft auS verriebenen SRcerrettig mit 3»der. 6. ^ßeterfilie, Sauerampfer, Hopfcnteimten, Spargel, finb Sßaffer» füdjtigen, als Salat ober Suppe genoffen, fehr vuträglit- 7. Läuterungen von Sernftein, SLaftir, äöatholberbceren unb baS Leiben ber £aut mit erwärmten, burträuterten Jütern finb hilfreich« äußere SKittel. 8. Sinreibungen von gewärmtem Olivem unb Jerpentinöl in ben Unterleib 3-4 äRal täglich | Stunbe lang, Vermehren benHarnabgang unb werben gan§ befonberS in ber Sautwafferfudjt gerühmt. 9. SLan brenne Sinfen (gleit Kaffeebohnen), bot nidjt aUju braun. 3iuei Soth berfelben gemalten unb mit 4-5 Jaffen äßaffer überbrüht, bem Kranten täglich früh unb 2lbenbS ju trinfen gegeben, ift als fetjr wirffameS Tiittel ju empfehlen. 10. Sie ganje über ber Srbe befinblidje ^ßflanje be« ©artenfraut« mirb jur 3eit ber iölüthe im -Omni bi« Sluguft qetrodnet; bann roerben 2 Quent* ^en baoon mit 12 Unjen Baffer jur ^älfte eingefo^t, unb alle 2 ©tunben ein S^löffel üoU genommen. 11. SRan ne^me ba« £>olj, meldje« im grüja^r von ben Söeinftoden Sefdjnitten mirb, verbrenne e« ju 5lfd)e unb laffe biefe in gutem fR^einmein eftiHiren. SBon biefem 2öein trinfe man täglid) jmei ober brei @la«. S« finb burd) biefe« einfache Mittel fdjon bie Ijartnädigften SBafferfudjtfäUe furirt morben unb ^ält e« fid) in ben ^lafdjcn, menn biefe gut verfortt finb, jtrei 3a^re. 131 184. ^affer^ett. ©ie^e Slrtitel § u nb « tu u t [), S o 11 m u t 185. ©ie^e 2lrtifd fieber, ba« falte. 186. ^espenlli^, glittet Dagegen. 1. SRan fto^t ro^e Kartoffeln, offne fie abjufdjälen, in einem Dörfer unb binbet fie unmittelbar fo gequetfdjt auf ben gefchmollenen Sljeil. Siefe SRaffe mirb fo leidjt marm, bafj man ben Umfd)lag beinahe alle 5 Minuten mieber^olen mu^ ; ber Srfolg ift aber oon ber fdjnedften Birfung. 3uoor jie^e man aber ben ©tadjel au« ber ^aut 2. SRan fdjneibe eine ^miebel au«einanber unb binbe eine Hälfte bavon mit ber ©^nittflädje auf bie verlebte ©teile, nach einigen äRinuten ift ®e= fdjmulft unb ©djmerj oerfc^munben. 3. Sin üorjügliche« 2inberung«mittel be« brennenben ©djmerje« ift ba« falte ©aljmaffer. 4. Beineffig ober Sitronenfaft, ober in äRild) getränfte Säpp^en aufgelegt, ebenfo naffe Srbe. 187. g&inDwaflerftt$t, Rittet Dagegen. iRa^fte^enbe« fod ein untrügtidjeö Mittel gegen bie 2öinbiuafferfud)t fein, eine ber fdjredbidjften Kranf^eiten, lueldje ber 9D?enfd) nur befommen fann. Sine Unje Sal prunella, aufgelöft in einer ''ßinte Reißen Baffer«. Ser Kranfe trinfe breimal be« Sage« ein fleine« Beingla« voll. Sie« Mittel oertreibt ba« überflüffige Baffer auf natürlichem Söege. 132 188. ^«nöen ju verßinben unö raftß ja Reifen. Sie meiften SRenfdjen tuiffen nidjt bic fleinfte Sdjnittwunbe vernünftig ju behanbeln. ^Inftatt SRulje [baS größte Heilmittel ber BJunben], Kälte ober BJärme unb leidjte, reinlidje Berbänbe ju Bennien, überf^ütten fie frifcße BSunben mit (Sffig nnb Branntwein unb benfen, baß bergleidjen fdjarfe Mittel, fo wie BJunbbalfamc, fette ©alben unb reijenbe fßflafter bic Ber- le^ung feilen fönnen. 1. Bor Slllem ift jebe BJunbe von fremben Körpern ju reinigen, fie ftören fonft bie Heilung unb geben jur ©ntßehung fdjledjter Warben Beran» laffung. 2. t^rifdje oberflächliche BJunben bebürfen jur Stillung ber Blutung unb fdjnetten Bereinigung in ben meiften Ratten nidjtö, als trodene unb reine Seinwanb, womit man baS ©lieb bidjt ummidelt, bamit bie Suft nidjt ein» bringen fann. 3. SaS befte ÜRittel bei Sdjnittwunben an bem Ringer ift fofortigeS Berbinben mit Söfdjpapier, noch Mfcr mit Briefpapier. 4 SaS einfadhfte Mittel ift, ftetS faltet BJaffer mittelft Babe= f^wämme ober boppelt jufammengetegter Seinwanb auf bie B5unbe gebracht. -©aS burdj (SiS crfaltete Brunncnwaffcr hat außcrbcm noch bie Sigenfdjaft, wenn eS länger angemanbt wirb, ben bie Berwuubung begleitenben Sdjmerj ju linbern unb bie nadjfolgenbe Sntjünbung ju mäßigen. 5. ©rößere BJunben, vorjüglidj im ®efidjt, muffen mittelft fdjmaler Heftpflafterftreifen jufammengebradjt unb bie BJunbränber jufammengehalteii «erben ; über biefe tonnen bann noch falte Umfdjläge gemadjt werben. 6. ©aS einfa^fte BeförberuugSmittel ber Eiterung unb Heilung ber BSunben ift baS warme BJaffer. Seit einer jiemlidjen Sieihe von fahren werben in ber djirurgifdjen Slbtfjeilung beS BJiener allgemeinen KranfenhaufeS faft alle BJunben unb ©efdjwüre ohne Salben unb 'ißflafter, burdj Slnflegen von Seinwanblappen, bie in warmeS BJaffer ober Kamittenthee getaucht fiub, betjanbelt. 7. ©en ©urdjbrudj ber ^>aut ju befchleunigeu, binbet man über 9iadit eine bur^f^nittene unb in ^ei^cr Slfdje halbgebratene ^roicbel auf bie Spi$ beS SlbfceffeS, ober man legt ein fleineS fßedjpflaftcr barauf. 8. ®efto^ener Seinfamen unb Brobfrumen, mit BSaffer ju einem Br» gefod)t, bringen jeben Slbfce^ jur 9?eife. 9. Um ben Slußbrud) beS (SiterS, welcher fid) in @efd)würen bilbet, jx beförbern, ma^t man wieberholt fo heifje Breiumfdjläge von in fUHId) ge= tod)ter Semmel unb Haoi^ als man vertragen fann, ober Breiumfdjläge von BJeijenfleie, ober ganj gefloßener Hafergrü^e unb Veinjeug. ®a§ Sluf» legen von ®ummipflafter jieljt baS ©efdjwür in ben meiften gälten auf; ift baffelbe aber ju hart unb läßt eS fid) auf biefe BJeife nidjt jertheilen, fo muß eS, fobalb eS reif ift, burdj einen Sdjnitt geöffnet werben. 10. @egen hartnädige Bhinben, Berhärtungen unb Knochenfraß ift ju empfehlen: SDian nehme eine Haub Voll fein gemahlenes Sinfenmehb einen löffel 9tüböl unb jwei Söffet Bier, biefeS wirb mit erwärmtem glußwaffet ju einem Brei gemengt unb alle 2 bis 3 Stunben Umfdjläge bavon auf ben leibenben Xheil gelegt; baS abgenommene Sinfenmeljl fann 4 Sage hinburdj 133 aufgelegt werben, ehe man frifdjeß ju nehmen braucht. 5Iud) bei SRildjver* pärtung finb biefe Umfd)läge von guter Sßirfung. ßu erinnern ift, baß öfters ^Ibwafdien mit Sßaffer ftattfinben unb baß baS leibenbe ®lieö warm gehalten werben muß. 11. (Segen frifdjc, nid)t ju tiefe SBunben, befonber« an garten Steden, wie 53. an ben Sippen, ift ein fehr empfehlenSwertheS QKittel baS Si* häutdjen, baS man bon ber innern Seite ber Sd)ale eines frifd)en £)ühnereie4 abjieljt, 9?ad) Reinigung ber SBunbe wirb bie bem Siweiß jugefefyrte Seite beS §äutd)cnS auf bie Sßunbe gelegt unb mit einem weiten £udje feft ange* brüdt. Sobalb eS troden ift, paftet eS Don felbft, unb fällt nach erfolgter Teilung ab. 12. Srodene, gefiebte Srbe wirb mit bem größten Srfolge gur Teilung bösartiger Sßnnbcn benäht. 53ei einem fepr gefährlichen 53rud)e wirb bie Sßunbe mit trodener Srbe bebedt, woburd) ber (Serud) fofort abforbirt wirb unb mit beffen 53cfcitigung eine fd)nedc 23cfferung im Sharafter ber SBunbe eintritt. 5lud) bei anftedenben Trautheiten, bie mit (Schwüren, Siterung unb 53lutjerfe^ung berbunben finb, erwieS fid) baffelbc Mittel gleid) erfolg* reich- trodene, gefiebte Srbe wirft ni^t nur bei Sdjuß* unb S3ranb* wunben heilfam, fonbern ift aud) für bie 53efcitigung bon TrcbSübctn uns fdjätjbar. Sogar ber jßodentranfheit h°fft mit berfelbcn wirffam ent» gegentreten ju tonnen. 13. ®aS 53erbinben bon Sßunben bermittelft bünner S3leibled)e pat fid) gut bewährt, inbcnt baS 53lei weid) nnb fühl bleibt in Berührung mit ber SBunbe, währenb bie Slnwenbung ber Sharpie bie ipige unb Onfeftion berfelben begünftigt; and) tann bie SBunbe, einmal berbunben, mit taltcm SBaffer gewafdjen unb erfrifd)t werben, ohne bafj Der 53erbanb gcftört ju wer» ben braucht, unb enblid) bcrhinbert bieSdjweHberbinbung, welche fid) bilbet, bie gäulniß unb Sntwidelung bon Organismen, bie fie begleiten. Oie Sin* wenbung ber SSleiblätter ift ber beS englifdjen jßflafterS gleid) ; fie werben burd? ^eftpflafter feftgehalten. 14. Oft entfteht an berwunbeten Steden fogenannteS w 11 b c S gleifd), welkes bie Teilung ber 2Bunbe berjögert unb Weggebeijt werben muß. 2J?an thut bieS am 53eften baburd), bafj man täglich einigemal pulberi« firten, gebrannten 2IIaun barauf ftreut: 5lud) Slufftrcuen bon feinem, weiten £uder ober ein fefteS §eftpflafter thut oft bie gleiche Wertung. 15. £iefe Sdjnittwunben. 2ßenn man fid) gefd)nitten hat, fo wafdje man bie SBunben mit heilem äßaffer (mit taltem unter feinen Umftänben;, um bie SBunbe bodftänbig 51t reinigen; unb berbinbe fie mit alter, reiner Sein* wanb, weldje man nidjt eher abnimmt, als bis bie Sßunbe ju Juden anfängt. Oft ber Schnitt feljr tief unb eine 5lber blofjgelegt, fo fchide fdjned nad) einem Si)irurgen, währenb beffen man ein Sd)nupftuch ober Schnur fo feft al« möglid) jwifdjen ben Sd)nitt unb baS £>er$ binbet. -Oft bie SBunbe unter bem Sdbogen, fo binbe bie Schnur feft über bemfelben; am 53ein, über bem Tnie. 189. ^undfein der Rinder @3 gibt feinen größern Sdjmerj für Äinber, at£ wenn fie wunb finb ober fid) rounb gerieben Ijaben, unb obfdjon man ade Wirten Don 'ißuloer erfunben ^at, um bieg Uebel abjumenben, fo ift bodj ned) feinö wirUid) erfolgreich ge» 134 toefen. SlufbaS folgenbe Mittel tann man fiep auf ade ^äEte berlaffen, fo- Wohl bei Äinbern wie bei (Srwadjfenen Sfaufe Söalfererbe bom ©ruggiften r pulberifire biefelbe fein unb ftreue fie bid auf bie gefepeuerten unb erpi^ten Äörpertpeile jweimal täglidj. 190. 25ttnbrei6en ber ßem^a^en gu verHten. <SS giebt viele grauen, weldje fid) beim 2öafdjen bie §änbe leidjt wunb= reiben ; eS tommt biefeS wopl meiftenS von einer befonberS garten £>aut. Um biefeS 2Bunbreiben ja üerpüten, ift nun folgenbeS ^Rittet mit ^Ruljen ange« wanbt worben. Sinige Sage bor ber 2Bäfdje reibe man fidj bie oberen Spetle ber^anb mitfdjwadjer <Sd)eHad»9Iuflöfitng ein, wie fte in jeber SJiöbelwert* flätte gebraucht wirb, unb weld)e baper leidjt ju betommen ift, bann wirb ein SBunbreiben nidjt ftattfinben. 191. gSurm am Ringer jn fletten. ®egen ben SBurm ober Umlauf am Ringer werben folgenbe Mittel em» pfo^len : 1. SaS Setupfen ber leibenben Stelle mit raudjenber Salpeterfäure. 2Jian tau^t baS berteprte Snbe eines Bünbpölj^enS ober ©laSftäbleinS in bic Salpeterfäure unb beftreidjt bamit bie gerotpete ober bon (Siter bereits unterlaufene §autftcUe. §at man nur biefe unb feine gefunbe ^autfteUe be* feuchtet, fo ift baS Verfahren fdjmerjloS. §at man aber gefunbe §aut ge= troffen, fo madjt eS Sdjmerjen SllSbann tarnet man ben Ringer nur rafdj in ein bereitgepalteneS ®laS Sßaffer unb läßt ipn barin, bis ber S^merj gang nadjgelaffen pat. Sie beftridjene §autfteHe betommt eine ftarfe gelbe ^arbe unb bie gefdjwoKenen Speile giepen fid) gufammen. Ser (Siter ber= fdjwinbet unb oft ift in 24 Stunben ber fonft fo gefürchtete Umlauf fdjon gepeilt unb ber Ärante mieber arbeitsfähig. 2. Sian ftößt einige Siegenwürmer gu einem Srei unb legt biefen auf ben Ringer. SieS linbert in turger £eit ben Scpmerg unb tobtet ben Söurm. über man legt nur einen lebenbigen Regenwurm auf baS ®lieb, an welcpem ber Sdjmerg gefpürt wirb unb binbet foldjeS mit einem garten Südjlein gu. 3ii einer Stunbe wirb ber Sdjmerj aufpören, unb baper ber Söurm gelobtet fein. 3e halber aber ber Söurm aufgebunben wirb, befto fidjerer ift bie Sur ober SßieberherfteUung beS tränten ©liebeS.-Sie eine ober anbere^lrt biefeS Mittels ift burdj bielfadje Erfahrung bewährt. 3. 2Ran nehme gewöhnliches Saig, wie man eS gum Sinfalgen von ©djweine- unb fRinbfleifd) berwenbet, trodne eS in einem Ofen, gerftoße eS fein unb mif^e eS hierauf gu gleiten Speilen mit SerpentinfpirituS. Sann beftreidje man einen Sappen bamit, widle biefen um ben trauten Ringer unb erneuere ben Umfdjlag, wenn er troden geworben ift,-unb in 24 Stunben füll baS Uebel gepoben fein. 4. SaS Slüdenmart eines Ockfen auf einen baumwollenen Sabpen geftridjen unb auf ben Sßurm gelegt unb alle paar Stunben erneuert. SiefeS Mittel ift fepr einfach unb billig unb baper wopl einer ißrobe wertp. 5. Slimm ein Stüd von bem fcpimmeligen (ober äußeren) fetten Snbe eines Scpinten ober Spedfeite, unb binbe eS auf ben fielen. 3n brei Sagen ift man baüon turirt. 135 192. Türmer, Rittet Dagegen. ^Sorjugtid) jtvei Slrten üon Stürmern quälen bie Kinber am meiften, bie Spul» unb gabenivürmer, unb Kinber bie viel effen, bieten Seib, unorbent» licken Stuhlgang paben, be§ 9?ad)t§ unruhig f^lafen, elenb auSfepen, unb öfters über Seibtneipen tlagen, leiben gemi^ baran. S)iefe bürfen feine bieten SReplbreie, Kartoffeln, Sdjroarjbrob, Ku^en, Käfe unb Sier effen. (Sic gute fräftige gteifajfuppe unb etivaS 2öein, neben leisten ©emüfen unb leid* ten Suppen pilft oft mepr als Slrjneien. 1. 3u ben mirffamen SRitteln gegen bie Spulwürmer ge^ör Knoblauch in Wlct) getobt. 2. Einige KnoblaudjSjiviebeln bur^fdjnitten, SQiorgenS ju Verfdpluden. 3. ^eringSfalat, mit viel Knoblauch unb £iviebeln ju effen. 4. Kodjfalj, in SBaffer gelöft, ju trinten. 5. 9iope gelbe ÜRöpren ju effen. 6. Ueberjuderten gittiverfamen ju effen. 7. ^feffermünjtpee mit vielem $onig ju trinten. 8. 3Ran fto^e palbreife grüne SöaUnüffe im Dörfer, preffe ben Saft bavon auS, verfüge ipn burd) 3ui^er/ unb gebe borgens eine palbe Sage bavon ju trinten. 9. Win madje (Sinreibungen von frifdjer Oc^fengaHe, Knoblaudjfaft ober Serpentin öl in bie 9?abelgegenb. ©egen bie f^aben« ober äRaftbarmmürmer, bereu unerträgli* d)e§ Sucfen im Elfter bie Kinber nidjt fd)lafen lä^t, unb meldje Kolitf^mer= jen unb nidjt feiten anbere fjeftige 3ufäUe erregen, finb bie meiften ber oben genannten ^außmittel, j. 33. ro^e 3Röf>ren, gleichfalls wirtfam ; nod) mehr aber falte Kipftiere, Kipftiere von in äßaffer aufgelöfter ScbwefeUeber, Klp= ftiere Von Sßermutp, 33albrian, Rainfarn unb ^ommeranjenfdjalen. ©benfo Kaltroaffer in Kipftieren beigebrad)t. Spargel in Wnge gegeffen, foü ein fepr ivirffameS Wttel gegen ga* benwürmer fein. ferner Kreibe mit @ffig. 3Ran läfjt Kinbern von 8 bis 12 -3abren eine Wfferfpi^e voll gute, reine, gepulverte Kreibe in einem So ff el VoHSffig, roährenb beS 3lufbraufenS, be§ WrgenS nüchtern nehmen, uno nneberpolt bieS einige Sage pinter einanber. 193. gaßnen, das, ifetner ^inDer ju erbittern. Um ben SReij ju entträften unb ben Seib offen ju galten, gebe man SBeinfteinöl unb ein abfüprenbeS Mittel ein. SD^it gebautem Kalt beftreidje man tagtid) ein paar 9Ral ba$ £al)nfleifd) unb gebe bavon täglich jmeimal 5 ober 12 Sropfen mit fo viel fRpabarber ober ÜRannafaft ein, al» nötpig ift, täglich ein 2Ral ben Seib gelinbe $u öffnen. £at man bei fepr bebentlidjen Umftanben bie$ 2Rittel 12 Stunben lang angemenbet, werben bie £ufäU« na^Iaffen. 136 194. gefttnö jtt erraffen. SIRan ncljme 4 Sott) S albeiwaffer, 1 Sott) Söffelfrautfpirit ig unb 1 Soty 2Jtofjnfl)rup unb putje täglid) bag fränfelnbe B®^fleifd). 2ßnn eg wieber gefunb ift, pu^e man eg mit einem weidjen Söürftdjen ober reinem Schwamme, unb bag ßaljnfleifd) wirb ftetg gefunb bleiben. 195. ^äßne gefunö ]u ermatten und ju veröl' »ern. 1. äRan luafdje bie Bäljne jeben Slbenb nad) bem ^adjiteffen üöHig rein. B®^ne tonnen, wenn fdjon angefault, Saljre lang erhalten werben, fo man fie nad) jebeöntaltgenx (Sffen reinigt unb einmal beg Stagen mit frifd) gepulverter $oljtofjlc reibt. 2. ßur ^erfd)önerung ber B®^ne folgenbeg ÜRittel empfohlen : Söfe 2 Unjen SBorap in 3 ^int fodjenben Sßafferg auf; e^e eg erhaltet, t^ue einen Teelöffel voll ÄainpljerfpirituS hinein unb verwahre eg in e'ner fytafdje jum ©ebraud). @in (S^löffelvoU von biefer 3Rifdjung ebenfoviel lauem Sßaffcr jugefc§t unb mit einer weiten dürfte täglid) beim Bereinigen an* gewanbt, foU bieBä^nc erhalten unb Verfdjönern, fie von Sßeinftdn befreien unb aud) bag Befleiß) gefunb erhalten. 3. @in Sott} ju Pulver gefloßene unb burdjfiebte Salbeiblftter, eben* foviel $u Äoljle verbrannte ißrobrinbe, ein ©uentdjen Sßeinfteinralpn unb ebenfoviel auggelefene 9Rprr^c. 2lHe$ jn feinem ^ulver geflogen nnb genau mit einanber vermifd)t, gibt ein fowofjl für bie Reinigung ber Bee, ®l$ and) für bie Stärtung unb (Spaltung beg Bab^fleifd)eö vorjüglicM Be* pulver. 9Ran bebient fid) begfelben troden mittelft eines Stüddjen 2ßafd)* fd)Wammeg ober aud) nur beg gingerg, nadjbem man vorljer bie Bä^ne mit einer ni^t ju weidjen unb md)t ju garten B^Mte gereinigt pat. 4. ©rrig BaOnPutber.-pulverifirte ©rrigwurjel, eine Unjei pulverifirte SRprrlje, eine ^albe Unje; praparirter Äalt, ac^tUnfen; pul* Verifirte engtifdje Seife (castile soap, eine ©radjme; (Sitronenöl, fünfjeljn Stopfen. SDHfdje eg unb feit)e eg burd) ein .'paarfieb. 5. 4 Sotlj Sinbenfo^le, 1 Sot^ Sfjinarinbe, 2 Sott) ealbeifrad nnb 5 -8 Stopfen helfen* ober Pfeffermünjöl geben ein guteg Bafynpulver. über aud) Sinbento^le, Salbei unb Äalmug ju gleichen Steilen. 6. @in guteg ßa^npulver erhält man von folgenben Subftanjef, wenn fie funftgeredjt in einer Slpotpefe gemifdjt werben. 9)?an nimmt 2 Unjen gefd)lemmte treibe, eine ©radjme ganj fein pulverifirten ißimftein, l Unje pulverifirte SBeildjenWurjel, 2 Drachmen armenifdje treibe, 1 Huje weißen Buder, 10-20 Xropfeu 9tofen*, Bimmt», ober irgenb ein anbereg attjeri* f^eg ©d. ©ag @anje ift in einer bid)ten Sd)ad)tel aufjubematjren. 7. SKiftfje jwei S^löffel voll pulverifirte ginbento^le unb jwei Soffet voU pulverifirte Salmugwurjel mit einer ÜJiefferfpitje voll Cremor tartari unb 1 £t)eelöffel voU gepulverte S^inarinbe, unb bürfte bie B^^ue bei 9)ior* geng unb nad) bem Sffen bamit, fo wirb man fie gefunb unb fd)ön w?*§ er* galten, ba bie Äoljle unb ber (Salmug jeher gäulnifj beg B^nfleifdje* vor» beugen, unb ber Cremor tartari bag Slnfe^en beg Sßeinfteing an b«o neu vertjinbert. 137 196. ^aßne vom ^einflein ju reinige». ®ieS ju bewirten, brauet man bie 3<M)ne nur mit SBeineffig vcrmittelß einer 3a^nbürfte ju pu^en, monad) fc^on nad) wenigen Sagen ber SÖßeinftein ganj verfdjwinben wirb unb man nidjt nötfjig ^at, fid) bie 3üt)ne abfeilen ju laffen. 3u vergüten, bafj ber Sßeinftein nid)t wieber tommt, mufj man bie 3äbne mit gevulverter ^oljtoljte pu^en. 197. >ä$ne von ^t^ntn^ und ^Cetnt jn reinigen. 1. Oft baS 3a^nneH<i) lofe unb fdjwammig unb blutenb, fo neljme man 2 Unjen pulverifirte peruvianifd)e^Rinbe, 1 Unje pulverifirte Seildjenmurjel unb 6 duentdjen Sradjenblut, gleidjfaUS gepulvert. SOHfd)e bie Ongrebien« jien unter einanber unb pntje bie 3ö^ne wödjentlid) einigemal bamit. 2. 9Ran nimmt 2 Sradjmen ÄngcHad, 4 Scrupel ro^en 2Ilaun, eben« fobiel florentinifdje 53eil^enwurje( unb auSerlefene Wprrpen, pulverifirte fie unb mifdje fie mit reinem $onig ju einer Satroerge. SRan tann nod) 1 Scrupel 3immetblütlje, etmaö 9?ofemvaffer unb Salbeimaffer baju nehmen, womit man bie 3ö^ue pu^t. 3. 1 ST^eil übermanganfaureS Äali löfe man in einem reinen, mit einem ©laSftopfel verfepenen @lafe mit 16 £l)eild)en Sßaffer. SBon biefer ÜRifdjung neunte man täglid) 5 bis 10 tropfen in einem halben ®lafe falten SBafferS jum Sluöfpülen be§ 3Runbe8. ©ie'S ^Rittel wirb bei fc^ab^aften 3ä^nen, and) bie Sdjmerjen auf^eben unb ift ganj unfdjäblid). gaßnfcitt anjufertigen. @ i n guter 3a^ ntitt: 1 8ot^ Outta ißerdja, int äöafferbabe erw'eidjt, | ßot^ AJatedju unb | Quentchen Tannin wirb mit 1 tropfen iReltenöl tüchtig verbietet. 3)tan erwärmt bie SRaffe an einer SpirituSflamme unb bringt fie nod) bei§ in bie 3a^nlüde, wo fie fiel) fofort vergärtet. 199. Rittel dagegen. Ser 3a^nf^mer5 M jo verfdjiebene Urfadjen, ba^ bet ber Stillung beffetben biefe wotjl berüdfidjtigt werben müffen; benn eS ift ein Unterf^ieb, ob ein 3at)n felbft tränt ift, ober ob ber Sdimerj ^olge Von fR^eumatiS« mu$, SBollblütigteit u. f. w. ift. 3ft ber 3a^n felbft tränt, f;ol)l, cariöS, fo ift 1. ÄalteS Sßaffer, ober, wenn bieS nid)t ertragen wirb, nur fd) wad) erwärmtes, jum $IuSfpülen be$ 2RunbeS an^altenb angewanbt, eins ber heften örtlichen Mittel int 3a^nVoe^• unüberlegte 5luSrei^en ber 3^n* 138 ift ju mißbilligen. 3ft aber her B^pu burtpmeg angefreffen unb fte^t ju be» furzten, baß eine B«pufiftel entftetjen tonnte, fo taffe man ben B«pu per» auSnepmen. 2. SDian nimmt einen Speelöffel voll gefloßenen Pfeffer, einen STßee* löffel voll ©alj. hierunter mifcpe man fo viel Siau^tabat, als man jmifdjen jmei ginger nehmen fann, menge aHe$ unter einanber unb biube e§ in ein faubereS leine» ne$ Säppöpen, nepme bann | (Stoppen reinen grucptbranntmein in einen irbenen Seiler, ftecte ipn an unb lege ba$ Säppdjen mit ben <Specie§ hinein unb rüpre eä mit einem ^öljdjen fo lange pin unb per, bis ber Sr-anntmein nidjt mepr brennen miU, blafe ipn bann auS, nepme ba$ Süppchen perauS, laffe eS etmaS erfalten, jebotp nicpt gan:, vielmepr lege es fo marin als mög» lief) auf ben Bapu unb fdjliefje ben uRunb möglid) feft jufammen; nad) einigen Minuten mirb ein peUeS Sßaffer au§ bem ilRunbe laufen unb nad) 10 ober 12 SRinuten mirb ber ©cpmerj aufpören unb nie mieberfepren, and) ber Bapn nie auSfaUen. 3. SRan nepme S^elfenöl 1 Scrupel unb IBitriolätper 2 Sracpmen, mtfdje beibeS jufammen, befeuerte SaummoUe bamit unb lege fie in ben Bapn. @in äpnlidjeS 2RitteI ift 1 Speil 2Ilaun unb 2 Speite ©alpetergeift mittelft ^aummoUe in ben poplen Bapn ju bringen. 4. Opobelboc in ber ®röße einer §afelnuß äufjerlid) an bie leibenbe ©teile beS BaPu8 eingerieben. 5. Äreofot mittelft SöaummoHe in ben poplen Bapn gebraut. 6. $8ei gidjtifdjen unb vollblütigen ^ßerfongn pebt ein gelinbeS 21b» füprungSmittel, ober einige Sedjer Äreujbrunnen gemöpnlid) fcpneU ben ßapufepmerj. 7. Selben junge Süiäbcpeu mäprenb ber (Sntmidelung unb fepmaugere grauen am Bapnfcpmerj, fo berüdfidjtige man ben offenen Seib unb laffe Srobmaffer mit (Sitronenfdjeiben unb Buder triulen. 3. -Jüan nepme Pfeffer, B^der unb ^ocpfalj, von jebem eine 9Jleffer» fpi^e voll, pulverifire ei fepr fein in einem ÜKörfer, tpue cS in einen Sßlöffet unb fcpmelje eS über einer Sicptflamme unter beftänbicfem Umrüpreu unter einanber. (Sin Aförndjen bavon beim ©cpmerj popler Bäpne in biefelben geftedt, befänftigt ipn oft augenblidlid). 9. 9J?an fdjält bie 9iinbe von bünneu, etma einen Säumen ftarfen (Sicpenjmeigen ab, brüdt fie jerfepnitten in einen neuen Sopf, füllt ipn mit einem tDlaß Sßaffer unb lä^t biefe SJlaffe fo lange fodjen, bis fie etma noep ein 'ißaar Saffen 2lbfocpung auSmadjt. 23on biefer bringt man, menn fie ab» getodjt ift, einen (SfjlöffelVoU an ben poplen Bupn.unb bepält cS einige 9Ki* nuten im SJiunbe. 10. SJian nepme gleidje Spcile 2Ilaun unb gemöpnlidjeö Sifcpfalj, ■ pulverifire SSeibe, mifepe eS gut burepeinanber, macpe bann ein fleineS ©tüdepen 23aummoHe nap, fo ba§ ba§ Pulver gut baran pängen bleibt unb lege baS Säufcpcpen auf ben poplen BaPn e^n fixeres -Drittel, um Bapnmep ju turireu. 11. B^ci Speile braunen Buder, jmei Speile Speer unb einen Speit feingemaplenen fdjmarjen Pfeffer, gut vermifdjt unb meprmalS beS Sagei angemenbet, mirb halb völlige Äur erzielen. 139 Sei rh eumatifchen Ba^nf^meräen ßnb 1o*ge«be Thttel bienlidj: 1. 2Ran ^atte ben mit Sßein ober (Sfßg bereiteten, nod) warmen 3lbfub uon ber Sertramwurjel einige Beit im SRunbe. 2. ©er ©ampf bcS in einem giltrirfad frifd^ aufgegoffenen Kaffee ßidt oft fehr fdjneU bie heftigften Ba^nfdjmerjen, wenn ber offene 2Runb beS Patienten barüber gehalten wirb. 3. 9Ran [topfe ein Studien Äampper in 2öoUe gut gewidelt in baS ©t;r. 4. 9Ran ftede Saumwolle mit [Rum geträntt inS ©hr ber leibenben (Seite. 5. [Rimrn 2 ©rahmen fein pulüerifirten Üllaun unb eine Huje Spiritus nitrico aetherais, mif^e foldje« in einem gut ju Verfdjließenben ®läSdjen unb hebe eS auf; eS ^ält [id) 3a^re lang. SRan tränft SaumWoHe bamit unb legt eS an ben Bahn- 6. $lud) hilft fogleid): einige Ringer voll Salj in ein leinenes ©ü^« lein gethan, in talteS Sßaffer getauft, an bie [Rafe gehalten unb baüon träftig aufgefaugt. 7. ©eSgleidjen ein längliches Stüdcßen geräuberten Sped in baS ©pr geftedt unb 24 Stunben barin gelaffen. @S befreit auf lange von ben ©djmerjen. 8. ©in gutes äRittel gegen Babnroe^ ift Paraguai Roux, eine Sffcnj auS Radix Pyrethri unb Spiritus vini. 9. ©ie Von ^errü^renbe •Reuralgie foU fdjneU jn befeitigen fein, wenn man in ben befetten Bahn ein ®tüd SJatte bringt, weld)eS juüor tu einer flrengen Söfung reinen SlmmoniacS gefättigt worben. Sn einigen gäUen foHen bie leibenben bei Slnwenbung biefeS Mittels in ein nerböfeS ®eläd)ter auSbredien, fdjäblidje folgen finb aber nicht bemerkbar unb ber Sdjmerj fe^rt fo halb ni^t wieber. 10. 2Ran nehme ein Rädchen Äautabat, gieße auf benfelben ein ®laS warmes Sßaffer, brüde baffelbe wieber auS, thue ben ©abat auf eine Scheibe Srob unb* lege biefeS als $flafter auf bie Sade. ©S benimmt ben heftig» ften Sdpnerj. 11. ©ie 9lnwenbung ber jerftörenben Schießbaumwolle jum Seften ber leibenben SRenfdjheit iß beachtenswert^. 3u Slether aufgelöfte Schießbaumwolle ift feit einiger Beit mit Erfolg gegen Sd)nittwnnben ges brauet worben. 3nbem man bie üerwunbete f^Iädje mit biefer Sluflofung bene^t, verbünftet ber Diether fehr fchneU unb läßt ein ber Suft unburchbring« tidjeS unb bergeftalt bie Sßunbe gegen atmofphärifdje (Sinflüffe fdjüfcenbeS $äutd)en jurüd, woburd] balbige Teilung herbeigefüljrt wirb. 3e$t wirb biefelbe SRifcßung aud) gegen Bßhnfehmerjen äußerft hilfreich angewenbet. ©er poh^e Ba^n junächft gereinigt unb in bie Höhlung ein mit Sollobium gefättigter Slsbeft, woju man noch etwas äRorphium fügt, geftedt. ©ie äRaffe wirb halb feft, verfließt ben B«hn voUtommeu unb wirft pgleid) als IräftigeS fthmerjßillenbeS 2Rittel. 140 12. golgenbeg 9tejept ift probat gegen ßa^njdjmer^en: Hefter SIlcoljol 1 Unje, Saubanum 1| Shoroform l. m. f ®um. (Santp^er | 9?eltenöl | ©rachme Sd)Wefeläther | Unjen £avenbelol 1 ©rannte. 13. ®egen § a (g= u. 3 « h n f 4 m e r 3 e n hat fid) bag Streichen ber $ulgaber am Sinne an ber fdjme^enben Seite, von ber ^anbmurjel (uRaug) an bis 3um falben Oberarm mit bem mit Speichel bene^ten ©aumen ber anbern $anb alg fe^r erfolgreich erwiefen. . 3n fd)limmen fällen lege man fid) ju Söette unb menbe bieö Mittel an, eg wirb fofoct helfen. 14. ®rob gefloßenen Kaffee in einer pfeife wie ©abaf rauchen ift ein fehr wirtfameg Glittet gegen 3ahnweh. 15. ©aud)e ein wenig Söatte in ein ober 3wei ©ropfendhloroform unb ftede eg in ben holen 3a^n- ?affe e» eine halbe Minute barin unb nehme eg bann heraug. 16. 2Kan nehme Söffelfrautfpiritug 8 Sott), fleine ®a(gantwur3el 3 Soth, 9?eltenöl | Soth, Sajeputöl 1 üuent^en, vermifche SlKeg gut unb hebe eg an einem warmen Orte auf. 23eim ©ebrauch nimmt man 6 big 8 ©ropfen in Baumwolle auf ben 3ahn- 17. Oftan mietete ©harpie um eine feine Sonbe ober Stridnabel unb befeuchte fie mit Salpetersäure. hierauf hält man fie langfam an bie ^älfte beg 3ahneg, nimmt fiel) aber in Sicht, baß man nicht bie anbern 3öhne, bag 3ahnfleifd), ober bie 23 a den bamit berühre, ©er Sdjmerj pflegt augenblid* lid) 3U weidjen. 9lad) bem ©ebraud) beg 9Jlittelg muß man ben ÜRunb mit lauem Sßaffer augfpülen. 18. Seibet anfänglich ein 3a^b fpäter bie cjanje 3ahnreihe, muß man ein ^räuterfädchen auf oie 23ade legen, ein Spanifchfliegenpflafter hinter bag ©hr bn 9iüden anbringen, beg 9?ad)tg uid)t auf f^ebertiffen fdjlafen, warmen glieberthee trinten unb vor Schlafengehen ein gußbab von Slfdje urb Salj nehmen. 19. 9)tan taue ©abat, um bie Speidjelabfonberumj ju vermelden; man nehme 3. 23. eine halbe Sigarre in ben 2Runb unb lege fie an bie'fd)m n^hafte Seite. 20. 2Ran reibe bag niH ^ran3branntwein ober Eau de Cologne unb jiehe etwag bavon, mit SBaffer verbünnt, in bie 91afe. 21. SJian thue etwag ^odjfalj in eine ©affe, überfchütte eg mit Äorn» branntwein, unb (teile fie auf glühenbe Sohlen. ©en auffteigenben ©ampf laffe man in ben 9Jlunb gehen. 22. ©ft befänftigt nidjtg bie müthenben Sdjme^en, alg talteg SSßaffer, mit (Jompreffen auf bie 23ade gelegt. '23. $eiße ©ämpfe von fiebenbem 2ßaffer einige Secunben auf bie fd)mer3hafte Stelle geleitet, hoben voUtommen unb auf bie ©arv t.aen @efichtgfd)mer3, ber 3wei -Sahre gebauert hatte. 24. 9J?an lege geriebenen SJieerrettig auf ben überarm, unt *h* jo lauge liegen, big er eine 23lafe gejogen Ijat. 141 25. Gegen 3ahnH)mcrjen aller 2lrt ift and) bag faljfaure Gag fc^r hilfreidh- 33ei ©arfteHung unb Slnwenbung biefeg Gafeg verfährt man auf folgenbe SOßeife : SJtan fd)üttet in ein gläferneg ober poqeüanencg Gefäß, etwa in ein gewöhnlidjeg ©rinfglag ober in eine etwag große Äaffeetaffe, einige ©peelöffel voll Äo^falj unb übergießt biefeg mit ungefähr halb fo viel concentrirter Sdjwefelfäure. ©ie aug biefer fofort aufbraufenben 2)Hfd)ung emporfteigenben ©ämpfe, bereu Gntwidlung man noch ^urcl einigcg Um? rühren mittelft eineg Glag»ober poljftäbdjeng beförbern fann, läßt man in ben 2Runb, möglidpt nad) ber fd)mer$haften Seite ju, gieren, wobei man ben Äthern etwag anhält, bamit ber puftenreij, welcher burd) biefeg Gag erregt wirb, nid)! ju fdjnell eintrete, ©iefer puften verfd)winbet jebod) fdjnell wie- ber, wenn man ben DJhmb von bem Gefäße entfernt. 2ßenn man bie ©ämpfe mit einer Sprite einjieht, unb fie fo an ben tränten 3nhn bringt, tann man ben puftenreij minbern, unb ber S^merj Verfdjwinbet fofort gänilid). 26. poffmann'fd)e ©ropfen 2| ©racßme, Sajeputöl, Äampher von jebem | ©rachme. SJian träntt mit ber ^lüffigfeit ein wenig ^Baumwolle unb thut fie in ben h°hlen beucht aud) bamit ben Ringer unb reibt bag 3ahnfleifd). 27. Sehr vortrefflich ift ber Äohlifd)e 3ah«&alfam, nur in ber pirfd)* apotpefe in patle ju haben. hat bie Sonfiftenj beg Sßadjfeg, man brücft ihn in ben hohlen 3ahn un') läßt ihn brin. 200. Rittern Der ^anDe. 2ßie wir fd)on häufig Gelegenheit genommen haben, bag falte SSaffer alg naturgemäßefteg trefflidicS peilmittel bei inneren unb äußeren Ärant? heiten anjuempfehlen, fo bient eg auch ^er alg vortrefflidieg peilmittel. Slnfangg wäfdp man itämlid) ben ganjen 2lrm unb bie panb mehrmalg täglid) mit faltem, frifd) gefchöpftem SBaffer unb reibt biefelben mit glanneU fo lange, big fid) bie natürliche äßärme wieber eingefteUt hat. pat man fidj erft mehr an bag falte Sßaffer gewöhnt, fo ftede man ben ganzen 2lrm gleich in ein mit taltem 2Baffer angefüUteg Gefäß. -3m Sommer fann man fid) aud) gleid) ben Strahl aug ber ^ßumpe über bie tranthafte Stelle laufen laffen. 201. ^uiier|arnrttOr, glittet Dagegen. ©afj bei jo üerberbli^en ß^derparnruhr (Diabetes mellitus) mitSlrj« neixnitteln nid)t bei^ufommen, mtrb felbft non ben meiften Slerjten einge» räumt; aber in (Snglanb empfiehlt man ein biätetifcheS SRittel, meldjeS häufig Söunber. mitten foU unb fdjon manche erftaunlicge Teilung $u 2ßege gebradjt. ift bieS bie abgerahmte fauere Wich, bie je nach Sebürfni^ unb mit Sluöf^lu^ jeber anberen Nahrung genoffen merben foU. @in 47 Oahre jähtenber Winn, ber feit jmei fahren an ber 3uderharnruhr litt, mürbe üodftänbig geteilt ; fdjon nach 15 Stagen mar jcbe (Spur üon 3u$er aut' bcm Urm Derfdpuunben. Sbenfo fott ein 2)?ann öon 60 fahren, ber feit 2 (Jahren an ber Trautheit litt, rafdj üon ^leifdje fiel unb an ©ernidjt perlor, gänjlid) geheilt morben fein. -3n täglid) brei SJlahljeiten haOe er jebeämal 2| Sitre Wld) genoffen, ©ic ^armuenge üerminberte fid) halb beträdjtlid), unb ber 3udergehalt be§ Llriu-j üerfdjmanb gänjlid). 0 a 9 ®olbene ^mmltenbMh ^weiter §ßetf. (§>emeinnülziQe&. 1. ^MiCintng, genaue, einer ^flanje ju ma^en. 2Ran reibt ein SBlatt/ßapier mit gepulvertem ©radjenblute, baö man tn jeber 5lpotljete erhält. Sluf biefcS Rapier legt man ben ©^eil ber ^ßflanje, von meldjem man einen guten Slbbrud ^aben miU, brüdt i^n bar« auf ober reibt fo, ba^ fid) baS Pulver baran anfe^t. ©ann legt man ba« ^ßapierblatt auf ein anbereS angefeudjteteS unb mirb fo einen Slbbrud erljal* ten, ber einer lit^ograp^irten 5lbbilbung ä^ntic^ ift. Start geäberte i^flan» jenblätter auf ber 9tüdfeite mit Delfarbe beftridjen, auf Rapier gelegt, mit einem ^apierblättdjen überbedt unb abgerieben, bewirft baß §ßerfat;ren auf nod) türjerem Sßege. 2, JlepfeC Bis in ben ^ontnter frt($ jn ermatten. $Ran tann Slepfel fdjon baburd) fe^r lange unb gut erhalten, ba^ man pe in Äorn ftecft, meld)eS baburd) burd)au§ nid)t leibet. Ober man legt bie 2Iepfel fd)id)tenmeife, o^ne ba^ eine ^rudjt bie an« bere berührt, in auSgeglüpten Sanb in ein ®efä^, beffen gut f^lie^enber ©edel bie Suft ab^ält. ©er Sanb nimmt bie Sluöbünftung ber 2Iepfel auf unb fo bleiben biefe troden unb bemalten iljr $lroma. SBiS in ben (Sommer hinein aber merben bie Slepfel frifd) erhalten, in= bem man eine ober mehrere reine Bütten von beliebiger ®ro^e mit 5lepfeln bergeftalt anfüHt, ba^ ungefähr ein ^anb^o^er fRaum von ber Söütte oben leer bleibt. Sobann bebedt man biefe 51 e p f e l mit 2ßad)ljolberreifern unb mit jugepa^ten Brettern, fo ba^ fein 5Ipfel Ijinburdjtommen tann, legt bann bar« über nod) ein Duerbrett, meldjeS mit einem fjinlänglidjen fdpveren Stein be» feftigt mirb. Sobann mirb bie 53ütte mit reinem 53runnenmaffer angefüllt, fo ba& baS SÖaffer bie erftgenannten 53retter überfteigt. 3n einem unb bemfelben äßaner bleiben bie fo jubereiteten 5lcpfcln fielen, bis man gegen 144 Oftern, ipfingften ober nod) fpäterljin bavon genießen will, wo man alSbann in ben warmen Sommertagen einen fühlenben unb erquidenbeii ®cnug von benfelben haben wirb. Sei bem jeweiligen Serbraud)e biefer Elepfcl ift ju beobachten, bag man bie ganje Sretterbebedung nicht abnehmeii, and) nid)t mit mit ben ^änben in baS Sßaffer greifen barf (weil fonft letzteres fowohl als aud) ki6 ^epfel felbft verberben), fonbern bie Elepfel werben mit einer @abel herauSgefpie^t. ©ie alfo aufbewahrten Elepfel befommen einen voUtommenen EBeinge« fdjmad unb haben baS Elnfehen, als wären fie in SBein gefotten unb abge* fühlt worben; beim ©ebraud) werben fie wie abgefottene Kartoffeln gefdjält. Sie finb, wie vorbemerlt, in ben heilen Sommertagen eine erquidenbe unb tühlenbe Speife, nur barf man, wegen festerer (Sigenf^aft, nidjt ju viel auf einmal bavon genießen. 3. ^epfet, bas Abfallen berfeCben in vergüten . Sin „Farmer" fagt, er ^ätte einen SIpfelbaum gehabt, von weldjem bie Sepfel abgefallen wären, wenn fie nodj fletn gewefen feien. Son 6 Süffeln Sepfein l)ätte er nit^t | Su^enb gute gehabt. fRun fjabe er befdjloffen, bem Saume ©djwefel ju geben unb be^palb, etwa 18 3°$ über bem Soben, ein Soc^ Von 1 3ot( ®ur^meffer unb 3 3°ü £Me in ben Saum gebohrt. 3n ba$ 8od) ^ätte er ofyngefäljr einen S^tcfiel voll rdjwefel gebradjt, unb baf* felbe mit einem 5ßine Sflod feft vernagelt. ®a&. näd)fte -3apr wären bie zlepfel faft alle gut gewefen. @r glaubte, ba§ ba§ Serwelfen ber Sepfel burd) Büfetten verurfad)t worben fei unb ba^ biefe beu Schwefel Ijapten, wo= mit ber Saum gefdjwängert worben wäre. 4. ^epfeCBtttfer ju Bereiten. 3ebe Sorte Elepfel ift tauglid), um ^raut barauS ju bereiten. ©ie orbinären Ä^odjäpfel geben bie fdjledjtefte Sorte, ©ie feinen ©ifd)äpfel ge= ben eine mittlere Sorte, bie jwar einen ©heil beS ben oerfc^iebenen Sorten eigenthümlidjen ElromaS fchmeden lägt, bem weidjen ®aumen jebod) nodj ju fauer ift. ©ie befte Sorte wirb beShalb auS ben fügen Sorten gewonnen. Sille Elepfel, bie einen hervorftedjenb fügen, um fie rol) 311 genießen, faft uns angenehm fügen ®efd)mad haben, liefern gutes Äraut. gibt alterbingS wieber viele Elften füge Elepfel, unb bie am meiften aromatifdjen unter biefen finb bie vorzüglichsten; bie Sügigfeit bleibt aber bie ^auptfadje. ©ie Sereitung beS fogenannten KrauteS ift eine feljr einfache. äRan lägt bie eingeernteten Elepfel vier bis fedjS Eßodjen auf einem trodenen Soben möglidjft bünn jer* ftreut liegen, bis fie VoUfommen mürbe geworben finb. ©a geringes Ein« faulen nicht fdjabet, fo werben bie Elepfel nur gefd)üttelt ober abgeschlagen unb ift fomit baS Sinernten fehr einfach- ©ie Elepfel werben in ziemlichen Duan= titäten in einem fupfernen Reffet gefodjt, nachbem berfelbe zuvor mit reinem f^ett auSgefdjmiert worben ift, um baS Einbrennen zu verhüten. £0?an giegt auf biefe Quantität 6 bis 12 Quart EBaffer zu unb fod)t bie Elepfel ganz zu Sörci. ©ie SD^affe wirb nun mit etwas langem ^ädfel vermifcht, bamit fie fich reiner auSpreßt, in ein ftarteS, grobes ©ud) geldjlagen unb ber Saft moglidjft rein auSgepreßt. ©iefcS gefd)ieht meift in gewöhnlichen ^ebelpref» 145 fen. Sie fRüdftänbe gewähren ein vorjügtidjeS futter für mtldjgebenbe Äütje. Ser ©aft wirb nun eingetodjt, wobei man jebodj aud) fe^r Vorftdj- tig wegen beS Einbrennen fein muff unb nur fupferne ©eräthe anwenben barf, ba bie häufige Serüljrung mit Sifen baS Äraut trübe madjt. Ser B^itpuntt, wenn baS Äraut gut ift, tann nur burd; ^Berfudje gefunben werben. äRan fdjopft nämlid) Heine Quantitäten auS, läfft fie rafd; genug falt werben unb fleht bann, ob im ertalteten ,3uftanbe fo viel (Sonfiftenj ba ift, baff ein barein geftedter löffel aufrecht fielen bleibt. -3m toi^enben 3uftanbe bleibt eS ftetS Ser. jft biefer ißunft erreicht, fo wirb bie ÜRaffe in Sonnen gefüllt, bie fehr biit fein müffen, unb baS Äraut ift fertig. Eluf ber SRaffe ift anfangs viel ©djaum, ber jebodj beim Srtalten nod) abnimmt, überhaupt aber ebenfo wie Äraut fdjmedt, aUmäljlig mitgegeffen wirb unb alfo nidjt brauet abgenommen ju werben. Sie SRaffe ift bunteibraun, aber, in bün* neren ©djidjten gefeiten, ganj tlar unb rein. Sollte ja, was jebod} nur ge» fdjieljt, wenn baS Äraut nidjt genug eingebrüdt war, im nädjften ©ommer bie 2Raffe ju gähren anfangen, fo reidjt ein bloffeS Eluffodjen tjin, bie ®älj* rung für immer ju tobten. Sie Operation ift in ElHem einfad), aber wegen beS leichten Einbrennens mit ESorfidjt 311 leiten. DJHirbe Elepfel brennennidjt fo leidjt wie frifdje, füffe nidjt fo leidjt wie faure, unb will man faureS Äraut madjen, fo ift eS nötljig, ben E3oben beS Heffels mit einer Sage füffer Elepfel ju bebeden, um baS Einbrennen ju Derijüten. Eludj gibt man bann etwa« metjr Eßaff er ju, was feinen weiteren Eladjtljeil fjat, als baff man etwas läm $er einbämpfen muff. E3eim ©inbämpfen ift nidjt leidjt Einbrennen ju be» türmten, wenn bie äRaffe nur gehörig gerührt wirb. EDEeljr oberhalb am Uifjeiu wirb audj auS kirnen fogenauntcS Äraut bereitet. SieS ift jebodj unangenehm füff, trüb, unflarunb wirb leidjt törnig, bie EBaare bafjer audj für baS Eluge viel unanfefjnlidjer. (Sir geringer 3ufa$ bon Ehrnen ju ben Slepfeln giebt ber ganzen SJiaffe biefe unangenehmen (Sigenfdjaften unb ift baher nidjt rathfam, Sie Quantität beS gewonnenen ÄrauteS ift je nadj ben Jahrgängen unb Elepfelforten verfdjieben. EluS einem EBiSpel jieht man 80 bis 100 $funb gut eingebrüdteS Äraut. 5. ^epfef-^armeCabe ju ma^en. 2Kan neunte 1 5ßecf nidjt jn reife Slepfel, fc^neibe fie in vier Streite, aber fetale fte nidjt. 9D?an todje fie in einer Pfanne in 2öaffer, bis fie weid) ge= nug flnb, auSgebrüdt $n werben, ©ann fd)ütte man fie in ein grobes fe^e für jebeS Dnart ein ^ßfunb §ntjuder ju unb fodje bie SJiaffe nodj 40 Minuten lang, worauf man bie iWaffe in Stopfen aufbewa^rt. 6. Jtepfefwein ja ma^en. ©ie^e Slrtitel „Dbftwein." 7. ^metfen ans ^o$nnngen$n entreißen. 1. 2Ran neunte einen groffen Sdjwamm, wafdje ihn wohl unb brüde ih« bann feft auS, woburdj bie sßoren offen gelaffen werben. Sobann (treue man etwas pulöeriffrten weiffen 3u&r barüber unb lege ihn an bie Stelle 146 im £aufe, roo bte 2lmeifen ftdi am häufigften jeigen. Valb werben fte fich auf bem S^wamm anfammeln unb iljren 2luf enthalt in beffenißoren nehmen. SJtan brauet bann nur ben Sd)wamm in eine Sdjüffel heißen SBafferS ju laufen, unb man wirb ba§ Sßaffer mit Saufenben Von tobten 2Imeifen be« bedt finben. 9J?an fäitbert bann ben Schwamm wieber, [freut wieber 3uder barauf unb wieberholt ba§ Verfahren, bt§ ba$ §au§ von 2lmeifen gereinigt ift, waö gar nid)t lange bauert. 2. 2Imeifen Vertreibt man and) au§ Raufern, ©arten :c., wenn man an bic Orte, wo fte niften, ober in bie £öd)er, au$ benen fie fommen, frifdjen £)fenruß ftreut. 3. 1 5ßfunb Sßermutfj brühe man mit heißem Sßaffer an unb fdjütte in bie 2lmeifenhaufen ; ftnb bie 2Imeifen an @ewäd)fen, fo Vermif^e man ti mit 4 Soth SraganH@ummi uub fpri^e eS mittelft einer ©ießfanne auf biefelben, aud) fann man | ^ßfunb ©ampher hinjufe^en, waburd) bie 2Imeifen no^ fd)neUer getöbtet werben. 4. ßur Vertilgung ber 2lmcifenhaufen bebient man fiel) be$ Äochfaljeß, Welses man troden über einen 2lmeifenhaufen auSftreut [natürlich im Ver* hältniffe ju ber ©roße beffelbenl, unb auf weites man nachher SBaffet fließt, bamit ficf) ba§ Satj fdjneuer auflöfe unb leidster in bie unterirbifdjen ©änge einbringe, kleinere 2lmeifenhaufen, weldje fid) auf einer Hafenbau! angefiebelt Ratten, unb welche fid) Weber burdj Del, nod) burd) Spiritus »um 2lu$qanqe beweqen liefen, würben bürd) eine £>anb voll ^odjfah über y?ad)t fpurloS Vertrieben. 5. SaS befanntefte Mittel, um bie Ärone ber Väume vor 2lmeifen ju f^ü^en, ift: wenn man ben Stamm mit einem 6 3oH breiten, mit Sheer be= ftridjenen Sappen nmgiebt unb nod) ein ^ränj^en SßoHc barüber anbringt. 6. Veftrei^en ber Väume mit in Hanföl aufgelöftem Dfenruß, burd) weites SDüttel man and) bie Vienenftöde bavor fi^ern tarnt, wenn man bi? 9Ji$en unb Öffnungen berfelben, woburd) fie einbringen, bamit beftreidjt. 7. $err sf3epin, ©irector be§ botanifdjen ©artens in V^riS, giebt ein ■Hüttel gegen 2lmeifen an, worauf er burd) einen 3ufa^ 9efü^rt würbe. 211$ er einft3^eige Vom ^3arabieöapfct (Lycopersicum esculentum Mill.) auf einen Heinen 2Imeifent)aufen warf, waren einige Sage barauf fämmtlidje ilmeifen verfd)Wunben. @r wieberpolte nun ben Verfug mehrere 5U?ale, unb erreichte ftet$ bamit bie Vertreibung ber 2lmeifen. g. 2lmeifen ju vertreiben foU ba$ ^erbelfraut (Scandix cerefolium') fe^r wirtfam fein, beffen frifdje Vlätter an bie non 2lmeifen l)eimgefud)ten Stellen gelegt werben.-©etobtet foUen bie 2Imeifen Werben burdj ba$ 2luf« ftreuen von ©uano. 9 2lmeifen au$ 3^mntern un^ Döbeln ju Vertreiben. VJid man biefe iäftigen 3nfecten verbannen, fo lege man ein Stüd ^oljfo^Ie an ben ©rt, wohin fie ju fommen pflegen. Unter ben SJlobeln lä^t e$ fiel) gewöhn- (ich unbemerfbar anbringen. -3n Äommoben, Schränten u. f. w mup bic Äohle in eine ©de gelegt werben, wo fie burd) ihre Verührung nicht jarteu ©egenftänben Verberblid) wirb. 8. Mtritfe für Rattere. 1. 9Kan ^at folgenbe« 53erfa^ren al« prattifdj betvä^rt gefunben. $)ie gugen beS ©oben« werben anSgefpant unb Heine pfiffe, f^ugen u. f. w. mit einem Äitt au« ®pp« unb treibe unb Veimmaffer au«getittet, ber iöobe« 147 felbft aber rein gemafdjen unb getrodnet. ©ann aber wirb ber 53oben 3 2Ral mit heiSem, ftarten Seinölfirni^ beftridjen, bei beffen Bereitung auf 4 HKa^ Leinöl | ^ßfunb Söleiglätte jugefe^t mirb. 3ra^^en jebem fo^enbauf» getragenen Slnftri^e mu§ bie gehörige 3eit jum Srodnen, meiftenS 2 bis 3 Sage, gelaffen merben. Sft ber britte Slnftrid) aufgebracht unb nad) 24 ©tunben gleich geftridjen, fo lä^t man ben ^ufjboben bei geöffneten ^enftcrm 14 Sage lang auStrodnen unb mäf^t ihn bann mit lauem ©eifenmaffer ab? 2. (Sin anberer Slnftrid) mirb auf ben ebenfalls gereinigten, auSgc* fpänten unb auSgetitteten ^ufjboben getragen unb befteht barin, ba§ man ben SBoben erft mit taltem Leinöl einnä^t unb bann einen ©djeUad [Sßeingeifh firniß] aufträgt. ©iefer ^irnifj befteht auS 3 'ißfunb ©djeHad unb 4 W?a^ äßeingeift von 40 bis 44° S. unb mufj aufgetragen merben, ehe baS Leinöl ganj eingetrodnet ift, bamit fidj baS ©el mit bem f^u^boben um fo beffer ver« binbet. 9?ad) voHfommenem (Sintrodnen mieberholt man baS (Sinlajfen unb Slnftreidjen abermals unb bann nod) 3 bis 4 ©tunben jum brüten SUlalc. 2Kan barf nid)t ju viel ^irni^, ^odjftenS 1 £D?aS im Sopfe haben, ba fonft ber Sßeingeift verbunftet unb ber ^irni^ jähe mirb. 9?ac^ 24 ©tunben fann bann ber gu^boben in ©ebraud) genommen merben. ©er erftgenannte 2ln» ftridj ift bauerhafter, mährenb ber le^te ben ®orjug hat, bie 3immer fdjneUer mieber bemohnbar ju machen. 3. 2ftan erhält auf gu^böben von Sannen*, tiefer« ober (Sidjenholj einen bauerhaften, moplfeilen unb gut auSfebenbeu ©eUad^nftrid) auf folgenbe Sßeife : SQian bereitet Leinölfirnis burd) ©ieben beS Leinöls unter 3ufa$ °on 2 Loth gemahlener Sleiglätte auf je 1 s^funb ©el. 3U gleitfjer 3eit fdjmilit man etmaS ^iSphaltparj in einem irbenen Sopfe ober tiefen eifernen Löffel. ©iefeS SlSphaltharj !ann ber mohlfeile fogenannte ameritanifdje Asphalt fein, ber ju fehr billigen greifen im £>anbel vorfommt. ©em f^meljenben SlSphalt fe^t man vom heilen girniS etroa jmei Volumen hinju unb giebt Von biefem @emifd) bem LeinölfirniS unter Umrühren fo Viel, baS biefer ein bunfelbrauneS Slnfehen erhält, ©er fiebenb hei^e, nun fertige Lad mirb fo auf baS ^oljtverf geftridjen unb biefer heiSe SInftrid) fo oft mieberholt, bis er nid)t mehr einbringt unb einen glänjenben Ueberjug gemährt, ber &ehnlid)feit mit bem je^t fo beliebten polirten ''ßalifanberholj hat. ©er jebeSmalige Ueberftrid) muS natürlich erft gehörig troden fein, be# vor ein neuer barauf fommt. (Sin helleres IBraun erhält man burd) 2ln» roenbung von Terra Siena, bie man am beften juvor mit Sßaffer einreibt, trodnet unb als ißulver mit bem ^irnifi auf bem ^Reibfteine gehörig mifcht nnb verarbeitet. ©aS luftige ©djeuern mirb burd) foldje $Inftrid)e vermieden unb $lbmafd)en mit SBaffer genügt. 4. Sluf eine (Gartenlaube, melche 8 bis 10 s^3erfonen in fich fa^t, löf^e man ein berliner QKäS^en frifd) gebrannten ^alf in einem @imer Sßaffer ab, vermiße benfelben mit jmei ^funb gut geriebenen ©uart (frifd)e Ääfe« maffe) unb mifd)e, miU man bie f^arbc röthlid) haben, für einige Sent tlar geriebenen ®oluS, mitetroaS in löranntmein aufgelöften ^ienru§ Verfemt, miU mart fie filbergrau haben, etmaS mehr von bem le^tern unb ftatt beS löoluS berliner SBlau bajmifdjen, unb trägt eS mit einem §aarpinfel auf. ©iefer ^Inftrid) miberfteht ber größten ^Räffe unb hält fich gteic^ einem guten anftrid) fehr lange. 148 9. MtäQ, um fräs Raufen bes ju vergüten. Sftan todje 3 Quart Steinfoljlentheer, mifeße bamit gut gefloßenes Kolophonium ober ''ßedj 5 ^funb unb Sdjwefel 2 ißfunb gut gemengt bar- unter unb beftreidje h^B bie in bie (Srbe ju |tedenben ^öljer 1 ^uß über unb 1 ffuß unter ber (Srbe. SRit ber angegebenen äRenge tonnen 45 bis 50 Duabratfuß beftrid)en werben. 3ugleid) wirb Dor bem häufig auSgeführten ©ebraueße gewarnt, bie folger an ben in bie (Srbe geftedten Stellen ftärter ju laffen, als außerhalb, wobureß feßiefliegenbe fflädjen entfteßen, bie bem SBaffer leießten Eingang Derfcßaffen. dlS feßr jwedmäßig wirb ferner ein Dorßer angebrachter duftrid) Don feiner SitrioUöfung unb (Sintaudjung beS £)oljeS in bie oben angegebene heiße Wüfcßung empfoßlen. 10. Mtreitym im hinter, deffefBen. DaS dnftreidjen Don Raufern gefdjießt am beften im Sßinter, ba ber dnftridj jwei 2Jtal fo lange hält, wie ber im Sommer gefcßeßene. Sei faltem Sßetter trodnet bie ffarbe nämlich langfamer, aud) wirb bie ffarben* tage härter unb wiberftanbSfäßiger gegen bie (Sinßüffe ber Söitterung. 3m Sommer bagegen jieljt baS in ber f^arbe enthaltene Del fchnell in baS ^>olj. DaS £>olj faugt eS auf wie ein Sdjwamm. Daburd) geht baS Sinbe» mittel in ber garbe oerloren unb baS S'leiwciß flebt troden an ber angcftri® djenen fflädje, eS wirft fich, fpringt unb fällt ab. (Sin anberer Sortßeil beS dnftrcicßenS ber Käufer jur Sßinterjeit heftest barin, baß feine fliegen fiel) in ber ^arbe feftfe^en. 11. Jlpriäofen ttnb in J>amjjf eiitjimadjen. 3Jian nimmt nid)t ju reife ^rüdjte, fcßält fie, f^neibet fie in jwei Hälften unb nimmt ben Äern ßerauS, bann fd)i^tet man fie in gläfcrne ©in« madjbü^fen, bie etwas eng unb womöglich nidjt ßöher finb, als man jitm jebeSmaligen ©ebraud) ber ffrüdjte nöthig hat, ba fid) angebrochene ©ampf= frü^te nicßt gut galten, fonbern fehr leidjt beklagen. 3roH^en bie einge* fd)id)teten ^rüdjte ftreut man 2 bis 3 Speifelöffel tlaren 3nder, ie nadjbem bie Söüdjfe groß ift, Derbinbet biefe bann gut mit SdjweinSblafe unb fe^t fie in einen Reffet mit §eu ober (Stroi), bamit feine Süd)fe an bie anbere ftoße, füllt in benfelben talteS Raffer unb fe^t ihn über'S ^euer. 9?un lä^t man bie ^rüdjte fo lange fodjen, bis ber Saft über biefelben weg geßt, beftreidjt aber wäßrenb ber 3eit bie SdjweinSblafe öfter mit Salatöl, bamit fie Don ber $i$e nidjt fpringe unb in bie Sücßfe feine ^uft einbringe. Steßt ber Saft über ben^rücßten, fo nimmt man ben Reffet Dom ffeuer unb läßt bie Sücßfen barin ertalten. Sei ben in Dampf eingemachten ffrüdjten ift noch ju empfehlen, baß fie nicht ju rafd) einfod)en. tülan Derwaßrt fie an'einem trodnen Ort unb fdjüttelt in ben erften Dagen bie Süd)fe täglich wenigfteni »inmal etwas. 12. ^uffifäljuug bes ^inbote^s unb ber ^olgenbe Drittel finb probat; 1. 3Ran löfc Dampfer in foviel Spiritus auf, als jur Sluflöfung beS Kämpfers nötbig ift unb bie Söfung nad) wieber^oltem Umfd)ütteln flar eafdjeint. hiervon gibt man einem aufgeblähten Stüd 9?inbvic^ jweigroge Eßlöffel voll; für ein Sd)af finb jwei Xljeelöffel voll ljinreidjenb. ®aS SRittel wirft binnen 8 bis 10 äRinuten, fo ba^ baS Xpier nad) Serlauf einer Stunbe wieber völlig fjergefteUt ift. 9Ran fann bie äRebijin für einen etwa« igen 9?otl)faCl aud) in glafdjen aufbewa^reu. 2. 3Ran neljme einen klumpen Salj, etwa fo gro§ wie ein ßi unb mifdje eS mit einem ©^löffel voll gewöhnlichen Schießpulvers, weldjeS nach» her bem tränten Siel) mit einer SJcefferflinge auf bie 3uuSe gefdmiert wirb. 9?ad)bem baS Sieh baSfelbe verfdjludt hat, treibe man eS amper, um iljnt Sewegung ju machen, unb in weniger als 10 SRinutcn wirb man ben Sffect fehen. 2)iefeS Mittel' hatte immer guten Srfolg. 149 13. Räuber, (eibene, ju waf^eu. 1. SRan nehme Äorn ober 9toggenfleie, madje fie h^iß, lege fie auf Xüdjer unb reibe bie Sänber barin Ijerum, fo geljt ber Schmu^ ab; bann plättet man fie jwifdjen jwei Sogen Rapier. Sinb fie aber gar ju fehr befdjmutjt. fo nimmt man fRegenwaffer, fdjneibet Venetianif^e Seife hinein unb fodjt Jie. Sann wäfdjt man bie Sänber nnb fpült fie in warmem Sßaffer wieber auS; finb fie nad) Sefid)tigung nod) nid)t red)t rein, fo wäfd)t man fie nod) einmal unb fpült fie auS unb legt fie in wornbranntwein mitDdjfen» gälte vermiet, jieljt fie barin pin unb per unb fpannt fie um ein runbeS £>o(j bi» fie troden finb, legt fie mit Sranntwein angene^ten Südjern l)in unb bann plättet man fie, fo werben fie wieber fc^ön. 2. 2Ran wäfdjt bie Sänber mit ÖtinbSgaUe unb Seife in SRegenwaffer unb gibt ihnen burd) §onig ober Siweiß einen @lanj; ober man jieht fie einigemal burd) eine mit ÄanbiSjuder verfemte ©ummitragant * Sluflöfung, läßt fie trodnen unb bügelt fie ertblid), bod) nidjt ju heiß, $wifd)en jwei ^ßapierbogen. 14. ^anßofj bauer^aft ju ma^en. SDian laffe ben Saum unmittelbar nad) bem gälten, ober aud) wenn er nod) fteht, eifenhaltige §oljfäure einfaugen. Sin fo be^anbeltcr Saum fault nie, wirb viel härter unb behält babei feine ganje Slafticität; foldjeS C>0Q fPri«9t nie unb wieberfteht bem geuer weit mehr. 15. ^äume auf eine Cetd^fe 55ei(e vom ^oofe $n öefreeieu. $er ^Infatj von ^ledjten, grbarten, doofen u. brgl. ift ben Saunten nachteilig, inbem nid)t nur biefe ©ewätfjfe getüiffermaffcn als roßer mitjehren, fonbcrn aud) weil fid) 3nfecten aller 2lrt barin verbergen 150 unb auf biefe, SBeife fRaupen an ben Saum fommen. Sg ift beßfialb eint Hauptaufgabe ber Saumjüdjter, barauf ju a^ten, baß hie Stämme von allen Slntlebfeln ganj reinge^alten werben. Um bieg ju bewerfßeüigert, muß man bie fRinbe ber Stämme unb riefte öfter abbürften unb namentlid) im (früfjjaljre mit SBaffer, worin 3Ifdje aufgelöft ift, Vermittelft eineg Sap« peng tüdjtig abreiben. 16. ^aitmßtitfOen vor dem Erfrieren ja fdliUen. @S ift oft ber J^aU, baf? beSwegen baS ©bft nidjt gerate, weil bie ÄnoSpen ber Säume in fonniger Sage ju frü^ treiben unb bann burd) fpäte Kräfte gerftort werben. 3m Februar unb ?D7ärg, wenn bie (Srbe nod; feft gefroren ift, wirb be^atb um bie Dbftbäume in giemlid) weitem Umtreife jtro^iger SRift ober SiS unb Sdjnee bid aufgelegt. Unter biefer Sebectung t^aut bie Srbe langsamer auf unb babei führen bie SBurjeln bem Saume feine 9?a^rung ju, wobur^ baS Treiben ber ÄnoSpen ^uructgef)alten wirb. 2Benn bie £eit fommt, wo nichts me^r bon ^röfien ju befürdjten ift, nimmt man biefe Sebedung weg. 17. ISattmrtnbe, ßef^äbigte. Sef^äbigte Saumrinben tonnen fd)nell unb fidjer burd) Seftreidjung bet fd^ab^aften Stellen mit S^weinefett geteilt werben. 18. Raunte mit wenig ^ntjetn jn uerpfranjen. 1. SRan umwidelt bie ^auptwurjeln beS SaumeS i^rer ganzen Sänge mit Sappen öon grobem angefeud)teten Flanell ober anberem wollenen ^euge unb pflanjt fie alSbann. ®ie Söotle gie^t bie @rbfeud)tigteit an, bieS erhält bie SBurjeln unb bemnäd)ft ben Stamm unb eS bilben fid) am erfteren leidet ^aarwurjeln, wellte burdjwadjfen unb fpäter bem Saume bie nötige 9?al)rung jufüljren. 2. sJJlan mad)t ein großes Sod), roo ber Saum ju ftefjen fommen foü, ft^üttet in biefe 4 bis 5 ©ie^fannen Gaffer, wirft garte Srbe von ber aus* geworfenen fjinein unb ru^rt biefe mit bem SJaffer fo lange mit berS^aufel um, bi§ eS ein Srei'ift, alSbaun fe^t man ben Saum hinein, t^ut bie übrige Srbe baju, bis baS Sod) Dod ift unb brüdt ben Saum feft an. 2Fian tann aud) ben Saum vorder eine ^albe Stunbe in'S Sßaffer [teilen. 2Iuf biefe -SIrt fanu man and) im Sommer bie Säume, bie fdjon verblümt finb unb Baub fjaben, verfemen, )ie werben gewi^ foritommeu, wenn anberS Saum unb Sßurjel gefunb finb. Siele Don fdjon in ber Stütze verfemten Äirfdj* bäumen erhielten nod) grüßte unb würben reif; allein non ^lepfeln unb Simen fielen bie grüßte ab. 151 19. ^äitme, itnfnt^tßare, tragbar ja ma^en. SRan madje mit einem 2Reffer im Februar bon ber Ärone bi« jur SBurgel einen Sdjnitt ober 9?ig bi« auf ben Splint unb puge bie Slefte au«. Ser fogenannte pomologif^e £auberring wirb in ben erften Sagen be« gru^ling« gemalt Sen gangen Saum gum au^erorbentli^en Sragen gu jwingen, ift nidjt ratfjfam, man wenbet biefe« Äunftftüd befjljalb gewötjnlidj nur bei eingelnen 3'veigen an, um fie gu erboster Sragbarfeit gu veranlaf» fen. 2)er 3auberring ift aber weiter nidjt«, al« ba^ man um ben gum Sragen beftimmten Sieften einen 9iing fc^neibet unb ben Saft ^erau«nimmt. 3u ber ,$eit im ^rü^ja^re, wenn in ber gangen iRatur bie Stützen» fno«pen mertlidj anfdjweUen unb fidj bem Stuf brechen nähern, madjt man in bie «Schale (SRinbe) be« Saumafte«, melden man gum Sragen nötigen will, mit einem fdjarfen SReffer, nidjt weit (etwa | ober gangen 3°^) von ber Stede, wo er an bem^auptftamm, ober ift e« ein ftärferer ^weig, wo er an bem ftärfften SIft anfte^t, einen (Sinfdjnitt in bie Schale ring« um ben SIft ^erum, fo, ba^ man nun burdj bie beiben ring« um ben Slft laufen» ben (Sinfcfjnitte einen SRing um ben Saumaft gegeidjnet fjat, ber | 3°^ breit ift. ^un nimmt man bie, in bem, gwifdjcn ben beiben ßinfc^nitten | 30lI breiten 9?aume befinbtidje Schale bi« auf £>olg rein ^erau«, aud) bie legte, gunädjft um ba« $olg liegenbe feinere Sdjale mit, fo ba^ gar fein 3ufam» men^ang ber Sdjale, weber ber äußern nodj ber innern meljr bleibt, unb ba§ ba« von aller Sdjale entblößte §olg nun wei^ unb glatt erfdjeint. iRadj biefem Serfaljren wirb man einen in ben Saumaft eingefdjnittenen | 3°H breiten 9?ing fjaben, ber burdj bie reine SJegna^me ber Schale bi« auf ba« fefte §olg entftanben ift. Siefen SRing läßt mau gang unüerbunben, unb man braudjt fid) um benfelben weiter nidjt gu befümmern, benn in bem nämlidjen ^a^re Verwädjft in ber Gegerbte einförmige SBunbe wieber oljne allen Sdjaben be« Saume« unb be« operirten Slfte«, inbcm befonbcr« an bem obern Glaube be« ^Ringel ein Sattu« (Änorpel) entfteljt, ber ben getrennten Sdjalengufammenljang wieber vereinigt. iXRit ber größten Sidjerljeit tann man barauf redjnen, ba§ ber nad) biefer SInweifung furg vor ber Stütze» geit geringelte Slft be« Obftbaume« in bem fünftigen 3atjre reidjlid; blüht unb ^rüdjte trägt. 20. ^äume nor dem benagen gafen gu Um £>afen von Säumen abguljalten, ftreidje man letztere mit einer Salbe an« feingefto^enem Sdjie^pulver unb gut bur^bratenem Sped, bem etwa« weiter ^unbefot^ gugefegt ift. Sind) fanu man bie Säume mit Sei» fenlauge, mit rangigem Sped, mit gudj«» ober ^unbefett anftreidjen. Se» fannter ift ba« Umgüßen ber jungen Säume mit Strolj. ßin anbere« fe^r empfohlene Mittel ift aud) ^ammfett von ^ßferben, bem etwa« feingepulverte ®aüäpfel unb ein weuig Äienruß gugefegt wirb. SDlan lä§t ba« ^ett über ^ofjtenfeuer gergeben, rüljrt bie Seftanbtbeile hinein unb beftrei^t mit einer tleinen Surfte nur eine Stelle an bem Stämm» d)en in ber £)ölje, wo biefelbe nidjt vom Sdjnee bebedt wirb. 152 21. ^anmwai^s, gutes, ]u ßereiten. 1. $ier$u ift erforberlid) : 2 "ißfunb gelbes SBadjS, 2 „ burgunbif^eS ißedj, i „ ©erpentin, | „ §ammel§talg, 6 Sotr S^weinefett, weldje 3ngrebientien bei gelinbem f^euer jufammengefcTmolsen werben. 3u einer guten Saumfalbe eignet fi^ am beften au^ gewörnlid>e4 Sdjweinefett. Oft ein 33aum ftarf an ber Otinbe berieft, fo beftrei^e man ifjn nur re^t bitt mit Schweinefett unb berbinbe i^n, worauf fleh &er Baum fe^r halb wieber erholen wirb, 2. 1 ißfunb weites §arj ober ^3ecb, 12 Sott) gelbes 2öad)S, 1 Sott) bieten ©erpentin, 2 Sott) Seinol werben über bem Reiter bei tüchtigem Umrühren gefdptoljen nnb bann in ein mit tattern Sßaffer gefülltes @efgegoffen. Oft e§ 51t hart, fchmelje man e§ nochmals unb fefje etwas Del l)inju, ift eS ju weich, man ©heer ju. 22. baumwollen- ober ^einenfaben in wollenen und (eibenen ^eweßen ju ernennen. SERan erlji^t baS 3eu9 mit trpftaUifirtem zweifach S^o^inn. ©er baumwollene unb feibene fabelt wirb fctjwarj, bie anbern bemalten ütjre f^arbe. SfJian nehme ^ßritinfäure (ein ^arbeftoff, ber burdj ©eftiUation mit Steinfohlentheer hergefteüt uub jum färben benu^t wirb, bringe fie auf ben etoff unb foglei^ jeigt eS fidj, wel^e ^äben begetabiiifdjcn UrfprungS finb. Sie Oäben auS ^ßftanjenftoffen nehmen ben f^arbeftoff nid)t an. @in Stüctcfjen bon ber ju unterfuchenben ^ßrobe wirb in eine Söfung bon 3^^ unb ^ochfalj eingetauc^t; wenn eS trotten geworben, berbrennt man eS langfam. ©ie e^t leinenen ^äben taffen eine graue Äohle jurütt, währenb bie baumwollenen eine fd^warje jum Borf^ein bringen. 23. ^crn^in ju Kitten. 3wei Stüde Bernftein tann manfehr lei^t jufammentitten, wenn man ße mit 2Ie^^ali befeuchtet unb bann beibe marin an einanber brixeft; bie Berbinbung gefc^ie^t fo boUfommen, ba§ man nid)t einmal ?ine Spur br- Bereinigung fiert. 153 IBernftein^feifenfpi^en Tonnen, wenn fie gebrochen finb, wieber ju» fammengelittet werben, wenn man bie Oberflä^eu mit geformtem Seinöl ein« furniert unb über einem Äohlfeuer ober einem anbern f^euer, baS nidjt fo leicht fchabet, feft jufammengepre^t. 24. ^ernUeinfadi ju Baretten. Serfelbe wirb Derfertigt, wenn man 8 Unjen Sernftein in einem Siege» f^meljt, 4 bis 6 Soth gewöhnliches Seinöl, baS juDor erwärmt war, jut fe^t, bann noch 24 bis 32 Soth Serpentinöl jugiefjt, baS ebenfalls erwärm« war, unb aUeS in mäßiger äöärmeftehen läfjt, bis bie Sluflöfnng DoUtomi men ift. Nad) bem Srfalten gie§t man aUeS in eine ^lafd)e, f^üttet $we SothJBleiweiB, SJlcnnige, ober Silberglätce ju, rührt eS wohl um, fefct eS 8* bis 10 Sage hin, währenb man eS in ben erften 6 Sagen tuntig um« rührt, unb giefjt bann ben hellen girnifj ab. 25. ^eft^Uge auf ^fetfeußopfe jn üefefttgen. ^imm getod)ten Seim, fdjabe treibe hinein, bis eS jiemlid) bid wirb, fülle bie S3efd)Iagränber auS unb brüde eS auf ben Äopf, welcher Dom übri« gen Seim gleich gereinigt wirb. 26. ^efffebern ja reinigen. SS ift nöthig unb für bie ©efunbheit Don wefentlidjem Sinflufj, baß 3a^re lang gebrauste Settfebern, bie wulftig geworben, ober fold)e, bie burch langes Siegen eines Äranfen ^ettigfeit angenommen, gereinigt werben. Sin Dielen Drten giebt eS befonbere 93ettfebern«9ieimgungSmafd)inen. 2Bo biefe nid)t ejiftiren, bringt man entweber bie Rebern in ein ^afj, übergießt fic mit Seifenwaffer unb rührt fie gehörig um, pre^t fie barauf mit ber^anb einzeln auS unb thut fie in ein anbereS um nod) einmal warmeS SBaffer barauf ju gieren. ®arauf in ber Sonne ober in einem warmen 3inimer getrodnet, finb fie gleich neuen ju achten. Dber man thut bie Rebern in einen leeren Sßafdjfeffel unb er^i^t ben» felben gelinbe unb Dorfidjtig, ba^ bie Rebern nidjt anbrennen. Sie Neuerung wirb mä^ig fortgefe^t unb bie Rebern beftänbig umgerührt, bis fie reidjlicg burd)l)i$t finb. Sie Unreinigfeiten entfernen fid) unterbe^ in Sunftform unb bie Rebern quellen auf unb werben wie neu. 27. ^tenen^warme einjuf äugen. 2Ran nehme eine lange (Stange, bereu bünnereS @nbe man burd) Um* wtdeln öon Rapier beiläufig in einer Sänge Don 1| 3°^ auSbehnt, bis eS fo bid wirb wie ein TlannSarm. S ar um wirb ein fchwar^eS Sud) gewidelt 154 [ein alter SBoHenftrumpf genügt auch] unb mit einer Schnur feftgebunben- Schwärmen bie dienen unb jetgen fie Suft fid) anjufe^en, fo halt man ba« Stangenenbe an bie Stelle, bie fie ju wählen fd)einen, unb in ber Siegel wer« ben fie fid) auf ber Stange nieberlaffen. Wfud)en fte baqegen hartnädig, fid) auf einem Saumafte, ober irgenb einem anbern ©egenjtanbe anjufe^en, fo rüttle unb fd)üttle man an bemfelben, um fie in Unruhe ju bringen, ©urd) Riefen Kunftgriff werben fie fiel) halb bewegen unb ihren Siß auf ber Stange leinnehmen, worauf man biefe fanft nieberlegt unb ben Sd)Warm mit bem Sienenlorbe überbedt. §aben fie fiel) feft an ber Stange angefe^t, fo ift eS von Sinken, fie etwas ju fdjütteln, um bie dienen ju Veranlaffen, ihren ^ßlaß au ber Stange mit bem Korbe ju vertaufdjen. ©iefe SRethobe würbe jahrelang verfucht unb nur Ijödjft feiten ohne ben gewünfd)ten Srfolg. 28. Mreflfenö. 2ßer SBieneniu^t mit Erfolg betreiben will, muß audj bie dienen len» nen. ©o^jum Kennen ber ißienen gehört mehr, als ju wiffen, baß fie 6 güße, 4 glügel unb einen Stapel haben. (Sine einzelne *öiene. ohne 9tüd« fid)t auf ihr ^erhältniß jur Oefammtheit ber ^Bienen, gemährt feine richtige Kenntniß berfetben. SebeS $3ienenbolt befteht auS breierlei Gattungen von 53ienen: einer ein« jigen Königin, Diele taufenb Arbeitsbienen unb einigen ©aufenb ©rohnen. ©er ^pauptfaftor eines jeben SicnenVoltS ober StodS ift bie Königin, ber SDßeifel ober Söeifer, and) butter genannt. Sie ift gleichfam bie (Seele beS ju einem @anjen organifirten einjelnen StodS. 2öte ber ?eib ohne Seele tobt ift, fo trägt and) jeber Stod ben ©obeSfeim in fid), wenn bie Königin burd) irgenb einen Umftanb verloren ging, unb audi bie Mittel jur Srbrü« tung einer neuen fehlen, ©ie Königin legt als baS einjige Dolltommene SBeibdjen ju allen dienen, welche in einem Sienenftod erbrütet werben, bie Sier, bereu 3^ namentlich nad) ber ®röße unb Starte beS StodS unb nad) ber 2ßärme ober Kühle ber SahreSjeit rietet. 3n einem großen 53ienenftode finb bei warmer Söitterung, wenn berfelbe nid)t attju h°nigrei^ ift, oft alle fetten mit 53rut in ben Derfd)iebenen Stabien, als Si, SDlabe, 5Rßmphe befett, unb ihre 3a^ beträgt bei mäßiger Sd)ä$ung wenigftenS 60,000. ©iefe 3ah^ bie Königin in circa brei 2öod)en, muff alfo täglid) 3000 Sier gelegt haben, ©a eine fräftige Königin jum Segen eines SieS 10 Setunben brauet, fanu fie in ber Stunbe f^on 360, in 10 Stun* ben alfo fdjon 3600 Sier legen. ©ie Sier, welche bie Königin legt, finb jweierlei, männlich unb weib* lieh; auS benerften entftehen bie ©rohnen, in größere 3e^en gelegt, aus ben lederen, in bie Heineren 3eHen gelegt, bie Arbeitsbienen ober unvollfom» (menen Weibchen, in großen eidjelförmigen, herabhängenben fogenannte Kö= nigSjeUen, bei reichlicherem unb befferem gutterfafte, Königinnen. 3n bie« f er gleichmäßigen fruchtbar feit verbleibt eine gefunbe fräftige Königin 4 Sahre unb legt alfo in in einem großen Stode eine SD^iUion Sier. ©amit aber eine Königin fähig werbe, männliche unb weibliche Sier ju legen, muß fie vou einer ©rohne befruchtet werben, welches nie im Stod fonbern nur im ginge in ber Suft gefdjieht. 3U biefem ^Sehufe hält bie Koni« 155 gin einen ober mehrere Ausflüge, etwa am britten ober ben folgenben Sa» acn, na^bem fie ihre 3eUe berlaffen hat 2Birb bie Königin beim erflen AuSfluge fru^tbar, fo hält fie teine weiteren Ausflüge unb »erläßt ihren Stod niemehr, ausgenommen beim Schwärmen. 29. ^iencnftttfer, nettes. @S bürfte Wo^l allen ®ienenjüd)tern angenehm fein, ju erfahren, ba§ fie jur £eit beS frühen grü^jaljrS, wo fid) nod) nid)t bie geringste dienen* na^rung oorfinben läßt, bie größten Sienenftänbe mit ben geringften Poften erhalten tonnen. 3m ^rüfjja^r, e^e nod) bie dienen auf ben ißflanjen Stoff jur Bereitung beS iöienenbrobeS unb ^onigS finben, fobalb bie Sonne fo bebeutenb ju wirten anfängt, ba^ bie dienen auS i^rer 2öinterruf)e auf» Gerüttelt werben, unb bie Königin baS Segen ber (Sier eifrig ju betreiben an» äugt unb Diel SBrut angefe^tunb and) auSgebrütet wirb, fann baS Mate- rial jur ^Bereitung beS 53ienenbrobeS i^nen in binreidjenber Menge unb auf'S fBefte bef^afft werben, wenn man je nad) ber @röf e beS Sienenftan» beS einen ober mehrere ^oljtröge, fdjmal unb lang, nor ben Stöden auf« fteUt, in weldjen fid) gegen 2 3oH bod) trodneS, ungebeutelteS feines 9tog« genmebl aufgefdjüttet befinbet. Sie dienen ftürjen ju Saufenben über bie wiHtommene 93eute l)er, wül)len fid) im Metjlftaube unb teuren ferner bela» ben in bie Stöde jurüd. S3ei guter Söitteruug berrf^t ein unglaublid)er (Sifer unb eine unermübete SLOätigfcit: benn fie finben nid)t allein ben Stoff jurSegung ber SBrut, fonbernaud) ben Arbeitsbienen in biefe Sta^rung lie» ber, als bie bereits fauer unb fd)immelid)t geworbene Maffe i^rer alten ®or» rätf)e. Surd) biefeS Mittel wirb eS nun ben ^Bienen möglid), frübjeitig unb balb ftart an SBoIt ju werben. ®iefe Fütterung wirb fo lange fortgefefjt, bis bie ^Bienen felbft aufbö» reu ben W^e^Iftab einjutragen, b. t. bis fie frifdjeS ^Blumenme^l in ben djen ber SBcibcn, Rappeln, beS9tu^ftraud)eS tc. finben, i^eldjeS fie {ebenfalls .öorjie^en. Sie Fütterung bauen 8 bis 10 Sage unb länger,' je nad) ber Fütterung non Aufjen, unb man red)net per Stod 2 iPfunb 9)tel)I biird)* fdjnittlid). Sa bie ^Bienen in biefer 3eit erfa^rungSmägig baS 33ebürfni§ jum Srinfen fjaben, fo fteUt man gleidjjeitig in bie Dtä^e ber SHenenftöde fleine Sröge, in weld)e $onig gebracht wirb, ber in gleichem Steile fodjen» ben Gaffers jerlaffen i]i. Mau füllt bie Sröge juerft loder mit trodnen §obelfpänen an unb giegt über biefe baS ®emifd). Sie tlugen S^ierdjen wittern balb bie wiHtommene @abe unb fpred)en itjr fleißig ju. 30. ^ierfTa^en, 3erfpringen berferßen ju vergüten. Man ftecfe neben ben Äort einer gefüllten fBierfläf^e ein etwa jwei Ringer langes Stroljljälmdjen ofjne Quoten in bie fflafd)e unb forte felbige bann feft ju. Surd) baS ^öljrc^en beS ^almeS, welches jwar fe^r jufam- mengebrüdt wirb, entweidjt bennodj fo uiel fyirluft, um bie^lafdjen oor'bem 3erfpringen ju bewahren. 156 31. ^ierffa(^i'n, gefußte, ju Ronfetuiren. 3Hg bag befte wirb genannt, wenn bie eben gefüllten unb gutgeforften ^lafcben etwa fünf äRinuten lang in Ijei^eg äßaffer gefteUt werben, fö ba^ bag Sier auf circa 42 @rab 9?. erwärmt wirb. §ierburd) werben bie nod) im Siere vorljanbenen Heinen ^efejeHen getöbtet unb jebe Urfadje ju fernerem Umfdflagen beffelben entfernt. Sereitg benu^te man biefeg Serfa^ren, um Sier in ^lafdjen nadj Sapan unb S^ina ju ejportiren. 32. ^ier, fritRes, Rfar ju 9?imm eine £>anb voll Sal$, brenne eg wo^l über Äofjlen auf einer ei* fernen Sdjaufel, vermenge eg mit einer Äanne Sßaffer unb gie^e foldjeg in ein ^a^ Sier, weldjeg tlar werben fott. Slnbere ÜRittel, Sier ju Haren, finb ^aufenblafe, frifdje Äalbgfü^e, fowie Sarrag^een»9Jloog, bag aber bie ^pefe beg Siereg jum Srobbaden im* brauchbar madjt. 2llg vorjüglidjeg Mittel gilt enblid) 8einfamen*2lbfub. Stuf brei^unbert bannen Sier nimmt man eine ^albe Äanne Seinfamen, ben man mit etwag faltem Sßaffer abwäfdjt unb bann mit fedjg big fieben j?an» neu SBaffer eine Stunbe tod)en lä^t, wälpenb man von ^eit 31t £eit bag verbunftenbe SBaffer burd) 3u9^^en erfetjt. Sie fo entftanbene bide, fd)lei» mige Srü^e trennt man nad) viertelftünbiger 2lbfod)ung von ben Samenför« nern. Sine ^albe Stunbe vorder, e^e man bem ®ebräu ben §opfen bei» mifd)t, wirb ber Seinfamen^bfub bei fortwä^renbem Umrütjren ^ineingegof» fen unb bie ^lüffigfeit in fodjenbem ^uftanbe erhalten, darnach fugt man ben Hopfen bei. Ser jufammeujie^enbc ^opfeuabfub befiel bie Sigenfdjaft, ben Siweigftoff beg Seinfamcng gerinnen ju madjpi, ber in biefem gaüertar» tigen 3uftonbe bie bag 53ier trübenben, frembartigen Stoffe einljüllt unb mit fid» auf ben Söoben beg ®efä§eg jie^t. So Härt fid) bag Sier in turger 3^ ab, bag Mittel ift ganj unfdjäblid) unb wirft nid)t auf ben ©efc^mad be« Siereg ein. 33. ^ier »or ^auerwerben ju fänden. 3n Snglanb fe£t man jebem Simer beg jur Slugfulfr na$ Sßeftinbien bestimmten Siereg ein Si ju. Sie Sdjalen ber (Ster fälligen, inbem fie fiel) löfen, bie Säure. 34. ^ier, weC^es (aner geworben, wieber gut jn machen. 1 Son Oleum tartari per deliquium tröpfelt man in ein ®ta3 Sier Don etwa einem falben ^fnnbe 10 bi« 15 tropfen, auty me^r, je nadp bem ba« Sier me^r ober weniger fauer ift; ^at man e« nun mit einem Voffcl umqerübrt, fo ift ba« Sier and) fdjon gut. $at man jebod) eine 3lpotpefe nicht in ber Sä^e, fo tann man fid) ben Liquor felbft verfertigen, wenn man auf ein Halb ißfunb gute, reine ^otafc^e, jwei $funb reine« Gaffer in eine qläferne ftlafdje fdmttet, fie alle palbe Stunbe wo^t umfd)üttelt, unb wenn fid) nad) 24 itunben bie Sal^eile aufgelöst $aben, e« burd) reine £ein» wanb in eine anbere glafdje filtrirt, ba^ e« f>ett unb Har wirb. SS t)alt fid) 157 wo^l ein Satyr lang unb man fann eine bebeutenbe SOEenge faureS 53ier mti biefer Quantität berfügen. ®S ift faft eine unentbetyrliSe ®aSe, auf 9?et* fen im (Sommer tyierbon einen E3orratty bei fid) ju fütyren, ba man in biefer SatyreSjeit in ben meiften Sdjenfcn faft immer fauer geworbene« ®etränt borfinbet. SS ift biefe SQtifSung ber ©efunbtyeit nidjt nadrttyeilig, fonbern nur juträglicty. 2. SJlan binbe eine gewötynlidtye SDlarmorfugel an einen Söinbfaben unb tyänge bie Äugel in baS Sierfag. 9?aS einigen Stunben wirb bie «Säure bon ber Äugel aufgefogen unb baS 23ter wieber gut fein. 35. ISirftenfaff jn monflirenbem ^eine ju matten. Eluf 20 SWag ESirfcufaft werben brei ^ßfunb Buder ober £>onig getrau; biefeS ®emifdj lägt man gut foctyen unb abfdjäumen. Eßätyrenb biefer Bett rerfdjneibet man 3 Stüd frifdje Sitronen unb legt bie «Schnitten in ein reine« gäg^en, giegt brei SouteiUen granjwein barauf, unb fc^üttet banad) ben aufgelösten E3irfenfaft baju; wenn bie SUiaffe fo lange geftanben tyat, ba| fie nur nod) lauwarm ift, giegt man 1 Söffet boU gute Sierpefe tyinju unb lägt baS ®anje vier Sage lang ftetyen. DEaSbem bringt man baS ^ag in ben ÄeUer, wo eS üier EBoctyen liegen bleiben mug; alSbann aber füllt man baS erquidenbe ©etränf auf Steinflafdjen. 3e älter, je beffer ift eS, unb ift biefeS äitgerft woplfSwedenbe, lieblidje ©etränf jugleidj eine ^eilfame VRe* bijin. 36. ^trnenfaft ju einem guten gyrup ju verarbeiten. 91i^t alle Sirnen, nur faftige finb tauglid), unb muffen ganj reif abge* nommen Werben. äRan fdjüttet fie nid)t bid, fonbern bünne über einanber, unb lägt fie anfangen, teig ju werben; bann werben fie ^alb gefdjnitten, bie (Stiele auSgejogen, bie Slütpen auSgeftoc^en, bann gefodjt unb bur^ bünne £üd)er gebrüdt. ©en (Saft nebft ber auSgefodjtcn Srüpe lägt man fogleidj, bamit er nid)t gätjre, in einen Äeffel unter beftänbigem 9?ü^ren, jur Serfjü« tung beS Einbrennens, fo lange eintod)en, bis er bid wirb. mug er auS bem großen Reffet in ein tleineS ®cfäg gegoffen unb in bemfelben über ^o^len gerührt werben, benn in bem grogeu Äeffel würbe ber neugefochte Saft anbrennen. -3ft er jälj.unb bid genug, fo lä§t man it;n auSfü^len unb oerwafjrt itjn in gläferneh ®efäfjen, ober in fteinernen Sßüdjfen. tiefer SBirnenfaft bauert fcljr lange, unb fann an Speifen eben fo gut wie Sprup gebraucht werben. 28enn in einem Daljre bie kirnen in großer SDEenge gerat^en, unb man mit bem Elbbaden nidjt burdjfommen fann, fo ift bie ä^bereitung biefeS S9irs nenfafteS ganj vorjüglidj anjurat^en. 37. firnen in gßig einjuma^en. ®ute reife Simen werben in ftarfem ©bfteffig fo lange eingelodjt, bi« bie Srü^e wie bünner Sprup fließt. 9?un legt man bie kirnen tn ein ©in» madjglaS, fdjüttet bie crfaliete Srü^e barüber unb binbet baS @laS feft mit ftetfem Rapier jn. 158 38. Vefte bittere ^omeranzenftßalen unb mo moglid) bittere ^omerawjtn* apfet, von jebem 3 Votß, 1 Chientdjen helfen, Ouentdjen feiner 3tttimb j Öuentdjen @algant merben zerfleinert unb mit 1 9J?aß beftem^ranzbrannt* mein ober mit (Spiritus von 28 bis 30 bigerirt: 39. ^Cafftäitfe t)on jungen gaumen pt uerfmBen. 1. 5Ran neßme ftarten Scßnupftabaf, gieße fo biel SeifenfpirituS barauf, baß fämmtlidjer Sabal gehörig befeuchtet mirb unb laffe biefeS 24 Stunben jugebedt fiepen. SOian fe^e ungefähr 10 Sheile Söaffer zu unb be» fpri^e bamit jeben 3Ibenb bie 3lue^9e ^cr bamit angeftedten Väume, uni aHeS Ungeziefer mirb halb gänzlich üerfdjmunben fein. 2. 4 Soth Sabal, 4 ?otß Pfeffer, eine §anb boll SBermutß in ^funb fdjroarze Seife bazu. 3. SS mirb je^t jiemlidh allgemein zur Vertreibung bon fdjäblidjeu Stafetten, als Vlattläufen u. f. m. bon Pflanzen, eine Sßafdjung ber 23lättei mit einem Söaffer angcmanbt, morin $lloe aufgeloft ift, (eine ßalbe Unze Slloe auf eine ®at(one VSaffer). 9Jian ßat felbft bie jungen Pflänzchen auf längere 3eit bor bem 3crftoren bnrd) SBürmer, fd)äbtid)e Büfetten, zc., ba= burd) bemaßrt, baß man ben Samen bor bem ^IitSfäen einige 3eü in einem foldjen ^lloemaffer liegen unb aufquellen ließ. 3litch baS 23egießen ber 2Bur= Zein bon ©bftbäumen, mcl^e burd) fd)äblid)e Snfeften, 9D?elthau, jc., affizirt taaren, foll bon günftigem Srfolge geroefen fein. SS märe moljl ber 50?üße mertß, aud) einen Verfud) zu madjen, ob baS Sinmeidjen ber zur Saat beftimmten äRaiSförner in Slloemaffer bie jungen W^aiSpflanzen vor ben Verheerungen beS fogenannten SutmurmeS fdjütjt. SaS DJiittel ift feßr billig herzufteHen, unb eS märe gut, menn biejemgen, roeldje Verfudje bamit anftellen, ihre Srfaf)rungen rum allgemeinen Veften veröffentlidjteii. 40. ^Cetrößren ftatf jum ^Breiten des ^H^es. Verfucße, meldje ißoro im 3aßre 1822 zu Surin anftedte, überzeugten ißn, baß baS Vlei fid) am beften zum 51bleiten beS Vli^eS in ben 23oben eigne. 211S im Saßre 1831 in bem hochgelegenen unb heftigen ©emittern auSgefetjten Oenua ber 331 i£ in ben üöetterableiter beS ShurmeS beS Heinen ^ortS ißuin fo einfdjlug, baß baS Sraßtfeil brad) unb fdjmoh unb fogat bie Platinfpi^en beS ElbleiterS jum Sheil fdjmoljen, ließ er baS Srahtjeil burd) eine bleierne 9iößre erfe^en ; biefelbe erfüllte mehrere 3af?re ihren 3«>ed ganj gut unb vielleidjt nod). 41. ^ratßgefle^fe pt Br^ßaUijlrett. 1. Sine turje Einleitung, mie Sebermann fid) mit Seidjtigfeit einen reijenben 3^mmerf^tnu^ anfertigen unb in SInorbnung beffelben feinen eigenen ©efdjmad funbgeben tann, ift biedeidjt ÜRandjem nid)t unermünfdjt. $Ran verfährt hierbei folgeubermaßen : Völlig auSgemad)fene unb in jebet 159 $tnfidjt uoHtommene Baumblätter - fand) hübf^ geformte grüne Samen» fapfeln mancher Blumenartcn] - werben auSgewäfjlt unb in 9iegenwaffer gelegt ; hierin bleiben fie fo lange liegen, bis fid) bie Blattmaffe bon ben Abern löf't; baS gef^iefjt gewöhnlich in einigen 2ßod)en unb gelingt am be» ften bei warmem Sommerwetter. äRittelft eines weitenÄameelhaarpinfelS muffen fobann fe^r borfidjtig alle fdjleimigen Sheile entfernt werben, worauf bie Sßlatt=Sfelette behufs beS Bleichen in eine fdjwadje S^lortalflofung ge* taudjt werben ; jartc Blätter werben fdjon in Wenigen Stunben Wei^, anbere1 muffen einen Sag ober länger in ber Söfung berbleiben. ©etrümmte Blätter lä^t man an ber Suft trodnen; gerabe, wie j. 53. (Sp^eu, legt man am beften jwif^en Sagen SöfdjpapierS unb pre^t fie ljier mit einem mä^ig fjeifjen Bügeleifen troden. Sie Blätter bon (Sid)en, (Sp^eu, Birnbäumen, Rappeln, Stechpalmen unb ähnlichen ©ewädjfen eignen fid) bortrefflid) jum Sfelettiren; bon ffrüd)ten ober Samenfapfeln finb bie ber ttnlben ©urten, eines befannten weitberbreiteten üppig wadjfenben fRanfenge« WädjfeS uub ber Nigella damascena, ber fogenannten „Jungfer * im ©rünen", empfehlenswert!). ©aS fpätere Arrangement ju Bouquets, ©uir» hüben, Äränjen unb fonftigen Ornamenten mu§ natürlicher Aßeife bem in» bibibueUen ©efdjmade überlaffen bleiben unb laffen ftd) barüber nicht wohl Borfdjriften machen, AIS ^lebftoff bereite man bei ber ZufammettfeteHng ber ©effinS einen ftarten ©ummi auS ^aufenblafe unb Sffig. 2Bie leicht be» greiflid) finb alle biefe ffelettirten ißflanjengebilbe fe^r gerbred)lid)er Scatur unb hat man bie angefertigen Arbeiten befonberS and) bor Staub wohl in Acht ju nehmen, am beften werben fie beShalb unter ©laS aufbewahrt. 2. ©aS ÄrpftaUifiren ber ©rahtförbe ift fehr einfach- ^an umwidelt guerft baS ©rahtgefteU mit lofer Baumwolle ($. B. foldje wie ju Sampcn» bochten gebraucht wirb), macht bann eine Alaunauflofung, | ißfunb in einem halben uuart SSaffer, weldjeS baburd) gefd)ieht, ba^ man beibeS jufammen fod)en lä§t, bis ber Alaun fid) ganj aufgeloft. $ierna^ gie^t man biefe glüffigfeit in einen tiefen 9?apf unb hängt ben mit Baumwolle umwidelten Äorb hinein, fo, ba§ er bon ber fflüffigteit ringS umgeben ift, bod) mit bem Wapf nicht in Berührung fommt. 9hch 24 ober 36 Stunben ift ber 3?orb trpftaHifirt. 9ämmt man ftatt Alaun Äupferfulfat, fo wirb baS ^rpftaU blau ; wollen Sie ben^orb rofa haben, fo umwideln Sie ihn ftatt mit weiter, mit rofa Baumwolle ober mit rofa Banb.-Aud) anbere Heinere ©egen* ftänbe, bon ©rahtbanb geformt unb mit Baumwolle umwidelt, tonnen Sie tn biefer 2Beife trpftaUifiren. 5Bir nennen nur beifpielSweife: ffibibuS» Becher, Bifitenianentafchen unb Seiler, Heine Arbeitetörbdjen u. f. w. 42. ^fernen, aßge^nittctte, fange ju erlaffen. SBenn man ni^t ju biet Blumen in ein ©laS ftedt, baS Söaffer jeben borgen erneuert unb jebeStrodene Blatt, Jobalb fid) ein fotc^eö geigt, weg» nimmt, tann man abgefc^nittene Blumen im 3immer fd)on giemlic^ lange frifd) erhalten. 2ßeit mehr ift bieö jebod) ber gatt, wenn man falpeterfaureS Patron (2ßürfelfalpcter) in baS Aßaffer thut. SRan wirft bauon fo biel als man bequem jwif^en ben Zeigefinger unb Saunten nehmen fann, in baS ©laS nnb wieberholt bteS alle paar Sage. 160 Bermelfte Blumen unb Stedlinge frifd) ju macpen gelingt leid)t, me^n man biefelben in ein @efäß mit Söaffer ftedt, in meldjeS man einige Tropfen ÄampferfpirituS gemifdjt hat; man muß aber bie Stengel vorher frifd) be« fepneiben. Tie Stiftung mirbüberrafepenb fein. 43. ^tumen, aßgertflene, wieder ju ßefeßtgen. Turdß Sßinbfturm ober fonftige Unfälle jerfnidte ^Blumen ober aud) ab« geriffelte 5Baumz»eige taffen ftd) ganj gut burd) gewößnlidjen Tifdjterleim »ermittelft eineg Streifen ^ßapierg ober beiÄ53anmjweigen mit §ülfe Don 53afK 3eug u. f. W. wieber befeftigen. Tie befeßäbigten Tßeile werben fieß, auf biefe SBeifc beßanbelt, fogleid) wieber erboten unb ebenfo üppig blüßen ober ^rüdjte tragen, alg ob ißnen nidjtS ju Seibe getßan wäre. 44. ^turnen, ftränRefnbe, wieder ju Oeteßen. Tag ^Begießen ber Topfgemädjfe mit »armem Töaffer ßat nadj man« derlei Verfließen ergeben, baß nieten träntelnben Topfpflanzen, ja folcßen, bie fdjon beut (Singeßcn naße waren, wieber aufgeßolfen unb biefetben geret« tet mürben. So j. 33. ©leanberftöde, bie früßer nicßt ober bod) nur un« boUtommen blüßten, mürben baburd), baß man begann, fie mit lauwarmem ißaffer ju begießen unb biegmit einer admäßligen Steigerung (50 big 60 @r. 9t.) beg erwärmten SBafferg fortfe^t, jur üppigen Vlütße gebraut, S3ei aden Topfpflanzen brad)te bag iBegießen mit warmem SBaffer, (big zu 30 ®rab. 9t. erwärmt,) oßne baß fonft mit ben ©ewäcßfen äöeitereg borge« nommen mar, ein erneuerteg unb üppigeg SBacßgtßum ßervor. Topfgewädjfe finb ben Ärantßeiten meßr auggefe^t. alg Pflanzen in freiem Sanbe,aber*meift and) eßer zu beßanbeln. Zuvielen ffäden ßilft bag Umfefcen, bodj barf nacßßer nur fpärlid) begoffen werben. 3lucß fann man babei unterfudjen, ob bie Vhtrjel bon Stürmern ober Snfeften ange« freffen ift, ob bie ©rbe burd) geßinberten SBafferabjug fauer geworben unb bergt. 3n maneßen f^äden ßilft Taubenmift auf bie <5rbe beg Topfeg ge« legt unb begoffen, in anbern ^äden grobgeftoßene §olzfoßleunter bie frifeße @rbe,in nod) anbern ffädenftatt §olzfoßle Keine 3ie9efftüdd)en, in itocß am bernbag 33egießen mit einer feßmaeßen 9Iuflöfnng non (äifenbitriol. 3n feßr vielen ffäden erßolen fid) fränfelnbe Topfpflanjen, wenn fie ben Sommer über ing freie ^anb gepflanjt werben. Tag ju feßnede 3Iugtrodnen ber ßrbe bei Topfpflanzen gefeßießt nießt nur teießt im Sommer bnrd) bie Sonne, fonbern ift aud) ein großer Uebel« ftanb im SSinter in geßeijten Rimmern. (Sin feßr guteg tBorbeugunggmit« tet ßiergegen bieten hoppelte ^Blumentöpfe, b. ß. man fe^t ben bie ißflanje entßaltenben Topf in einen etwag größeren unb füdt bie 3unfdjenräume jwt* feßen beiben mit (Srbe aug. So wirb ftetg eine mäßige fyeudjtigfeit ber ^flanje erßalten unb bereu Söurjeln eine gleichmäßige Temperatur gefießert. -Taffelbe erjielt man, wenn bie Töpfe in einen haften gefegt unb bereit 3roifcßenräume mit SRoog ober Sägefpänen auggefüdt werben. Tie 33lu* mentifeße mit einer berartigen 33orricßtung finb bie zwedmäßigften. Sd)äb« tid) für bie meiften pflanzen finb bagegen bie oielfad) gebräudjlitßen mit 161 SWaffer ungefüllten Unterfä^e, ba auf biefe 2Beife leiept 2Burjelfäulnift er» jeugt wirb. 9Rur bei wirllicpen Söafferpflanjen, wie Catla, 55ergiftmein* niept u. f. w. finb foldpe 9?äpfe am ^J5la^e. SBei allen anberrf mu^ baS ©ieftwaffer frei abflieften können, was burepeine Scperbenlage Überbein Sopflocpe ju beförbern ift. 45. ^fumenfinospen auftußewaßteu, (0 Daß fie im hinter Müßen. üRan fdjneibe bie reifften Knospen mit ber Speere ab, laffe ihnen aber einen Stiel üon wenigfteuS 3 3°^- abgefdjnittene Snbe fiegele man ^gleich forgfältig mit Siegellad ju, brüde etwas auf bie Knospen unb widele eine jebe in ein reefjt reine§ unb trodeneß Rapier. Stuf biefe Slrt tann man fie ein 3apr lang aufbewahren. Sollen fie im SBinter ober ju jeber anbern Sahreßjeit blühen, fo fdjneibe man ba§ verfiegette (Snbe ab, unb (teile bie Knospe in frifdjeS 2öaffer, in welcpeS man ein Stüd^en Salpeter geworfen hat. Sie Knoßpe wirb bann in wenigen Sagen in voller 53lüthe flehen. 46. ^turnen 51t faröen unb ju patfumireu. 1. Um ben Stoff ber, ben^Blumenmitjuttjeitenben f djwarjen f^arbe ju ermatten, fammelt man bie Heinen grüdjte, welche auf ben @rlen maäffen; wenn fie gut getrodnet finb, jerreibtman fie ju ^ßuloer. ©er Saft einer ge« trodneten fRaute bient jur Srlangung ber grünen f^arbe unb bie b l a u e gewinnt man auS ben blauen Kornblumen, wie fie überall im (betreibe wad}* fen. £>at man biefe beiben Stoffe gut getrodnet, fo jerreibe man fie ju fei« nem Staube, um fie jur (Srjeugung ber grünen ober ber blauen fVarbe jn gebrauchen. "Sian nimmt bie ^arbe, welche man einer 'jß flau je einprägen wid, unb mifcht fie mit S^afbünger, einer sj3inte Sffig unb ein wenig Salj. 3n ber Sompofition mu^ fiep ein ©rittpeil oon ber §arbe befinben. SRan legt biefe« Stoff, ber fo bid fein muff wie Seig, auf bie äßurjel einer ^flanje, beren ^Blumen weiß finb; man begießt fie mit ein wenig, üon ber nämlichen fVarbe gefärbtem SBaffer, unb behanbelt fie übrigeuS wie gewöhnlich; halb hat man baS Vergnügen ju fehen, baff bie fonft weißen helfen fdjwarj werben, f^ür @rün unb 53lau wenbet man biefelbe SRetpobe an. Um befferen Erfolg ju hoben, bereitet man bie @rbe üor. SRan muß leidjtc unb feljr fette wählen, fie an ber Sonne trodnen, ju Staub jerreiben unb fiebert. 2Ran füllt einen ^Blumentopf bamit, unb tljut in bie Tiitte eine weiße Sev!0je ober eine Weißt Stelle, benn bie weiffe garbe allein befi^t bie (Smpfänglidjteit, biefe Slrt^er« änberung ju erleiben. (£s ift nidjtnöthig, baß fRegen ober Span bie ^flanje bene^en. ©en Sag über muff man fie ber Sonne auSfe^en. Üßenn man wiU, baß eine weiße SBlume fid) tpruS purpurn färbe, bebient man fieß beS SBrafilienholjeS jum Seig unb jur Färbung beS ^BegießungSwafferS. SRan tann ßierburd) reijenbe Silien befommen. ^Begießt man ben Seig mit ben brei ober vier färben, an brei ober vier verfdjiebenen Stellen, fo erjieb man buntfarbige Lilien. @in öollänber, ein großer Sulpenliebßaber, weidjte bie 3ftmbeln biefer ^Blume in präparirten ^lüffigfeiten ein, beren f^arbe fie bann annahmen. Slnbere f^nitten bie 3wiebeln biefer SUume ein Wenig •uS, unb brachten trodene färben in bie ©infehnitte. 162 2. ^olgenbed iftbie 2lrt unb SSeife, einer jeben^flange auf fünftlidjem SBege einen lieblichen ®erud) mitjutheileu. SRan tann ben fdjledjten ®e» rud) einer ^flanje fdjonvor ihrem (Sntfte^en, b. h- beim Säen be§ ^orn$, trenn fie au§ einem Samenforn entfielt, befeitigen. SRan rührt Sdjafmift in Sffig um, ben man mit ein wenig SRu$fatnuß, Schniitlaud) ober gepul« berter Slmbra mifd)t. 3n biefer glüffigfeit läßt man bie Körper, ober felbft bie ^roiebetn einige Stage lang aufweidjen. ©ie Blumen, welche bann ent* iftehen, werben einen fehr füßen unb angenehmen ©uft Verbreiten. ©ergrö* ßern Sicherheit wegen muß man bie feimenben ^Sflanjen mit ber SUHfctjung begießen, in weldjer man bie Samenförner eingeweicht hatte, ^ßater Ferrari fagte, baß einer feiner ^reunbefidj ber Aufgabe unterzog, ber afritani* fd)cn Ringelblume ihren fo abftoßenben ®erud) ju benehmen, unb baß er fei» neu ^wed erreicht habe. Sr weid)te jwei ©age lang ihre Samenförner in Rofenwaffer ein, in baS er ein wenig 3Ru$fatnuß gelegt hatte, lief? fie bann jiemlid) troden werben, unb fäete fie hierauf/ ©ie Blumen würben jwax niebt gang oon ihrem fchledjten ©erudj befreit, allein man berfpürte boef) auö biefem urfprüiiglidjen @erud) he^bor, „gewiffe Heine frembe, fieblidje, fdjmeidjelnbe @eifter," „Welche jenen natürlichen Achter erträglich madjten.* Ißon biefen, fdjon einigermaßen berbefferten, ißflanjen fäete erben Samen mit ber nämlidjen, oben gefdjilberten ßubereitung. S$ entftanben bavaud Blumen, weldje an SBohlgerud) mit bem3a§min unb ben 53eild)en wetteifern tonnten. Sonach machte er au$ einer 33 lum e, bie früher jwar eine Singen« Weibe, aber eine ®eißel für ben @erud) war, ein SBunber, ba§ beiben Simien gleich wohlbehagte. 3. ^ßulberifirte Äohle, auf bie Srbe bon 33lumengefd)ircen geftreut, erhöht ba$ Roth ber Slüthen, namentlid) wirb bie Färbung bei Rofen unb Petunien burd) biefeß SRittel ungemein lebhaft. 4. @in (Sorrefponbent ber „Rebue ^orticole" berichtet, baß efeinen praAtboUen Rofenbufch boller ^noäpen taufte, llugebulbig wartete er auf bie Sölüthen, ba er fidh Rofen berfprad), wcld)e einer fo herrlichen ''ßflanje unb beß bafür gejahten hohen ^ßreifeö würbig feien. $11$ fich bie ÄnoSpen entfalteten, waren alle Hoffnungen bernid)tet, unfeheinbare, wett au$fehcabe iölumen bon fd)mu^ig blaffer ^arbe entfteUten ben frönen Rofenftocf. ©a bebedte er bie Srbe be$ Rofenftodß im ©opfe einen halben ßoll hoch mit fein pulberifirter Steinfohle. Sdjonnad) einigen ©agen erftaunte er über bie prachtvolle Röthung ber Rofen, fo fd)ön unb lebhaft, Wieman fie nur wün« fdjen tonnte, ©arauf berfuchte er Steinfohlen auf -ßetumenbeete unb alle bie blaffen unb unbeftimmten färben würben fehr balb tief roth unb lilla unb bie weißen Blumen mit fdjönen rothen Streifen geäbert. Sinige liUa Petunien würben herrlich fdjwarjblan. Sind) bei anberen S3lumen fanb eine ähnliche SBeränberung ftatt, nur bie gelbe g-arbe blieb unempfinblich gegen bie Sinwirtung ber Steinfohle. 47. ^CumenRoRC aufjuRewa^ren und einjuma^en. 1. ©ewoljnlid) f^neibet man ben Slumento^l nur einmal unb jmat ganj ab, miU man aber befonbern Dingen ^aben, fo laffe man einen S^eil bon ber @rö^e einer ^afelnu^ unb aUe blätter baran, auf biefe 2ßeife mädjft ein jroeiter unb britter Äcpf, meldje an ®üte bem el ften burdjauS nid)t nad)ftef)en. 163 l\m btu tVutAihtpi für bat SBinter aufzubemapren, fäe man im $Rond\ 3uni «uf iin Sind ^etb, ba§ viel Sonne f)at, ben Samen au$ unb fobalb tiefer ju Pflanzen perangrmadjfen, verpflanze man ipn. Äuf biefe SÖetfe erhalt man im November ganz flotte ^Blumentöpfe, metepe nun mit etmaS (Srbe perauggenommen, in ben Stiller gelegt unb mit (Srbe bebedt unb eingefdjlagen merben. Sluf biefe SBeife tarnt man benfelben bi§ jum ^rüp« ling erhalten. 2. 3Ran nimmt redjt mei^e, faubere SVumentopttöpfe, reinigt fie von allen grünen blättern, fdtneibet von ben Süelen bie polzartige SRinbe ab, mäfdjt fie einige 3Ral unb lä^t fie auf bem S^nrd)fd)lag ablaufen. Kann legt man fie auf folgenbe Slrt in tleine gü^djen ober fteinerne Köpfe ein r auf ben SBoben legt man eine Sage getrodneteS Pfeffer traut, bann eine Sage ^Blumentopt, ben man fo beputfam als möglid), opue jebod) bie Blumen ju befepabigen, zufammenlegt; finb bie Stopfe zu gxofj, fo ierf(^neibet man fie. So fäprt man mit Slumenfo^l unb ^fefferfraut fort, ba§ ^ä^djen voll ift. ®ann nimmt man einen guten ftarfen Söeineffig, Virbünnt iljn mit j, Sßaffer unb lä^t ipn in einem reinen Xopfe ein paar slRal auffoc^en;' nad)* bem er abgefü^lt aber nod) laumarm ift, gie^t man bamh ba« ^ä^djen voll unb fcfyliefjt c§ feft ju. 2Ran fe^t biefeö ®efä§ an einen trudelten, tü^Ien Ort. 2ßenn eS aufgemadjt unb Stumenfopl ^eraußgenominett mirb, mu^ ber Uebrige allemal mieber gut vermährt merben. ^at man i^n in fteinernen Köpfen eingelegt, fo merben biefe mit Sd)öpfentalg jugegofjen unb mit S3lafe jugebunben. ^>at man vom Slumentoljt gebraucht, fo mirb ber Kalg abgenommen, jeriaffen unb mieber barauf gegoffen; ber @ffig mtt§ aber immer über bem Slumenfo^l fiepen. 48. ^fnmenfafße. <5ie^e Slrtifet § e i l f i 11, $ e i l f a l b e. Sei SBunben an tjot^igen Steilen ber sj3flan:jen, entftanben bur^ Si« fdjneiben, Serebeln, burd) $Iu«fdjneiben von Äreb«* unb' Sranbfdjäben unb brgl., tonnen fotgenbe (Salben ober ^itte angemenbet merben. 1. 16 Sljeile Äuljmift, 8 Steile alten ^alf, 8 Steile ^»oliaf^e, 1 Xljeil gtu^fanb. 2. Äu^mift, ?e^m, ^alt, iRinberblut, Siinber^aare. 3. S3to^ Äu^mift unb ?e^nt. 4. S^eer unb Äo^lenpulver. 5. ®ider Setnölfirnt^ mit Solu«. 6. Sanmma^«, toie man e« in ben Slpot^eten betommt, mirb lei^x ju treuer. Uebrigen« finb viele erfahrene (Partner ber Meinung, ba§ er aud) nicfjt fo swedmä^ig fei, al« eine ber obigen Salben, befonber« Kummer 1 unb 4. 49* ^fnmenfamen, affen, Reimen jn ma^en. 2)?an fege fie in eine au« | (S^lormaffer unb 12 Sotfi 9?egentvafier bereitete ÜRifd^ung, laffe fie barin je na<^ bem Sitter unb ber sparte ber 164 ©amen (ungefähr 6 Stunben) liegen unb fäe fie bann frifd) aus bem Söaffer genommen unb juvor nod) mit etwas trodener (grbe ober Sanb vermiet, Wie gewöljnlid) aus. -Rad) bem SluSfäen tljut man woljl, auf bie bereits üefaete @rbe and) nodj etwas von jenem Söaffer auSjufdjütten. 50. ^Jfnmen ju praferniren. 3unt ^räferviren von Blumen unb ffrüdjten, wie anberer 'ßflanjen 'f^eilc, ift ein Berfa^ren in Srinnerung ju bringen, welkes barin beftebt, ba^ man bie Blühen.tc. einfad) in tjefd)moljeneS Paraffin taud)t uub rafcb wieber berauSjiebt, woburd) fte mit einer bunnen ^araffinfrufte bebedt Werben, WeSe ben Zutritt ber ?uft abbält. Blumen, welche man fo bebanbeln will, muffen frifd) gepflügt unb von £ljau ober Siegen frei fein. 9luct) barf man baS Paraffin baju nid)t (tarier erbi^en, als nötbig ift, um eS fluffig ju madjen. Oebeö Stud ift einzeln einjutaudjen, inbem eS am «Stengel gehalten unb etwas bewegt wirb, um baS ^Inbaften von ?uftbläSd)en ju Verbinbern. Um einem Bouquet ewige ®auer ju geben, binbet man an ben Stiel beffelben jwei S^nüre, um eS aufbängen ju tonnen, taucht bie Blumen in öoUftänbig HareS ©ummiwaffer, l)ängt fie frei fdjwebenb auf unb läfjt fte trodnen, möglidjft SlUeS vermeibenb, wa§ benfelben burd) unjeitige Beruf)* rung Saben tonnte. Oft baS Bouquet troden, fo wirb eS abermals in baS ®ummiwaf(er getaud)t, unb fo wirb baS Berfa^ren vier 3Ral wieber^olt, Woburd) baS Bouquet frtjftaUifirt erf^eint, oljne etwas Von feiner ffrifdje ju Verlieren. ^reilid) ift bie Unfterblidjteit biefer Blumen immer nod) fraglid) genug, Weil Staub unb unadjtfame Stö^e fie gefä^rben ; beS^lb ratzen wir bem, ber foS c«n trpftaHifirteS Bouquet „ewig" ju tonferviren wünfd)t, baffelbe unter ®laS ju fe^en. 51. ^fumenjwteGefn Ginnen drei ^o^en jur ^fütße jn Gringen. SRan fülle ben Blumentopf faft jur Hälfte mit ungelöstem ^alt, ben übrigen Staunt aber miKSrbe an, lege bie ^tuiebel wie gewöfynlidjunb erhalte bie (Srbe nur mä^ig feudjt. SBivb bie @rbe vom Äalt in bie ^ö^e gelohnt,, fo brüdt man täglich nieber. 52. von einem ^anmaft im hinter jn Gekommen. 9Ran füge int ©ejember, Oanuar ober gebruar an einem falten iRad)» mittage im Sonnenf^ein einen langen bieten 2lft von einem ©bftbaume ab, unb lege ifjn jwei Stunben lang in flie^enbeS Sßaffer, bamit biefeS ben groft auS her Stinbe jie^e nnb bie Sdjale ber ÄnoSpen erweise. hierauf (teile man ben 5Ift in ber marmen «Stube in ein ®efä§ voll 2ßaffer. in meines man ungelöfdjten Äalt wirft, ben man nad) 12 «Stunben wieber ^erauSne^men tann, wenn ber £rieb nid)t ju (tart werben foll. §at man ben Äalt wieber berauSgenommen, fo gie^e man etwas frifdjeS Söaffer ^inju nnb fdjütte ein wenig Bitriol unter baffelbe, bamit eS nid)t in ff äulni^ übergebt. On Sturjem wirb alSbann ber 2lft feine Blutten entfalten. 165 53. Vopnen für ben hinter außnBew adrett. 1. ©ie Vopnen werben frifd) geflüdt, abgewogen unb fein gefdjnitten, bann in @laSflafd)en mit einem weiten §a(S gefüllt, recpt feft gerüttelt, bann gleid) geforft, mit Vinbfaben freujwciS feft jugebunben unb mit Vlafe nod) feft Verbunben. So werben biefe f}lafd)en in einem Reffet mit §eu unb taltem 2ßaffer, baS bis an bie§älfe ber ^lafdjen gepcn muß, über baS fVeuer gefegt unb 4 Stunben unauSgefe(3t gefodjt, bann vom f^eucr Weggenommen, müffen bie gtafdjen im Reffet Verfügten, hierauf werben fie gleid) verfiegelt unb an einem falten trodnen Ort aufrecht ftepenb aufgehoben. 2ßiU mair bann im Sßinier bie Vohnen verfpeifen, fo fe^t man fie eine Stunbe vor bem Anrichten mu etwas Vutter jum geuer, fiebt etwas W^e^t baran, füllt fir bann mit (fleifd)brüpe unb bem in ber ^fafc^c entwidelten (Saft auf, läßt fie burdjfodjen unb giebt wie gewöpnlid) etwas ^ßeterfilie unb getrodnetef' Vol)nenfraut baran. Vohnen auf bie 2öeife für ben ^Sinter aufbewaprtr finb von ben frifd)gefod)ten faum ju unterfdjeiben. 2lud) fann man fleinge- fdjnittenen Spargel auf gleiche 2Beife bewahren, nur muß man etwas Salj mit in bie ^tafdje thun. 2 ©ie nod) jungen Vopnenfdjoten werben abgewogen, gebrochen ober ganj gelaffen, in einen ©opf getpan, ber mit ber vierfachen 2Renge etwa! faltigen fiebenben SBafferS angefüllt ift. Sobalb baS baburd) unterbrüdte (Sieben beS SBafferS wieber eintritt, werben bie Vopnen mit einem ©urep* fdjlage aus bem SB aff er genommen uub in falteS VSaffer geworfen, ©ie barin abgefrifepten Vohnen läßt man auf einem ©u^e ablaufen, jerf^neibet fie unb trodnet fie entweber an ber Suft, ober im Vadofeu. DZacpbem fie ganj bürre geworben finb, fann man fie in Scpadjteln 3apre lang aufbeivapren. 3ur 3ubereitung werben fie vorper abgewafepen. 3. SRan pflüdt bie grünen Vopnen ab, opne fRüdficpt, ob fie alt ober jung finb, benn and) bie etwas ältern Vopnen finb tauglicp. Tian jiept ben f^aben auf beiben Seiten ab, wäfept unb reinigt fie uni fepneibet fie wie gewöpnlid) ; biefe Stüddjen werben fobann pinlänglidj mit Salj vermifd)t, in ein reineS @efäß mit ben ^änben feft eingebrüdt, fobann legt mau einen ©edel barauf unb befdpvert benfelben mit Steinen, gerabefo, wie beim (Sinmadjen beS SauerfrautS. ' ©aS Salj bilbet nun eine Safe, weld)e bie Vopnen bebedt unb vor bem Verberben fepü^t. Veim Äocpen tonnen biefe Vopnen jur 2lbwecpfelung mit weißen, trodenen Vopnen Vermengt wer- ben, woburep eine fepr gute Sßinterfoft bereitet wirb. 54. ^oraj, Voray foftte in allen §auSpaltungen toorrät^ig fein, guvärberft ift e$ ein gutes bittet jur Vertreibung ber läftigen SodroaipeS (Schwaben) 9J?it einem falben ißfunbe fann man ein ganjeS ^auS von biefem Ungeziefer fäubern. -3m ©erudje ober ber Verüprung beS Voray liegt ein gewiffeS StwaS, baS ipnen fidjer ben @arauS niadjt. «Sie fließen vor Schreien baVon unb erfdjeinen niemals wieber ba, wo er einmal gelegt worben ift; babei aber bietet Voray ben großen Vortpeil, baß er für menfdjlidje VJefen vollfommen parmloS ift, man folglich feine Vergiftung ju befürchten brauet. §ür bie äßäf^e ift Voray fepr wertpvoll. ©ie 2Bafd)frauen öoHanbS unb Velgien«, 166 bereu ffteinlidjteit fprid)Wört!ih geworben ift, unb beren Leinenjeug in bet Sßäf^e fo f^ön Weig wirb, Verwenben ftatt ber Soba, 53oraj als SBafhpulver im SSer^ältnrg von einer großen ^anbvotl 53orap ju jehn ©adonen Söaffer. Wian fpart babei faft bie halbe Seife, ^ür Spi^en, (SambricS :c. nimmt man eine @ytra Quantität, unb für Unterfleiber, bie fteif bleiben follen, ift eine ftärfere Dluflöfung nöthig. ©a Soraj- ein neutrales Salj iß, fo fchabet eS ber ©auerhaftigfeit nicht im Oeringften. ©aS härtefte Sßaffer wirb baburd) weih, unl) eg feilte beShalb auf jebem ©oilettentifh gefunben werben. Bur ^aar^einigung giebt eS nichts beffereS als eine Dluflöfung Von SBorap in Sßaffer. ©ie Kopfhaut wirb baburd) gerabe fteif genug, um glatt ju bleiben. 2ßitl man baS nid)t, fo braucht man baS §aar bloS ju wafhen. '43oraj ift and), in Sßaffer aufgelöft, ein auSgejeihneteS Bahnreinigungsmittel. 55. uni) ^taffer ju reinigen. SJtan bebient fich hterSu am beften beS SBafferS, in bem WJehl ober ^teie angerührt ift. ®ie unreinen ®efä§e werben bamit angefüllt unb bleibt baS JBaffer fo lange barin, bis eS in ©ährnng übergeht, 'ilüe Unreinlichtpit, bie ftd) im ©efäfje befinbet, geht beim ^erauSgiefjen beS SßafferS mit ab, ebenfo verliert ftd) ber etwaige üble ®eruch unb ber (Schimmel. ©aS üßaffer bient aber hernad) immer noch Jur nahrhaften ©ränfe ber Sdjweine. 56. Bouillon gut nnü (^neff jn erjengen. ®aS befte Verfahren, um in Wenigen Minuten bie ftärtfte unb aroma» tif^fte ^(eifdjbrühe barjufteUen, befteht barin, baS fein gehadte magere ^leifd) mit einem gleichen ©ewi^te falten SBafferS gleichförmig ju mifd)en, langfam baffelbe bis jum (Sieben ju crimen unb nad) minutenlangem Aufwallen aus* jupreffen. 3$erfe£t man bie glüffigfeit mit etwas ^o$falj unb anberen 3U* traten, womit man bie $leifdjbrül)e gewöhnlich würjt unb färbt fie mit braungebratenen Bibeln ober gebranntem Buder etwas buntler, fo erhält man auf biefe SBeife bie befte gleifihbrühe, welche fich überhaupt bereiten läfjt. 57. ^onillontÄfetn jn ma^en. fiieriu nimmt man 12 bis 16 $funb gutes, faftigeS Stinbfleif^, baS tnbe§ nicht fett ift, 8 ^ßfunb ^albfleifd), ein paar Stüd alte« ©eflügel, 2 SMbSfüfje, unb 1 ^funb magern (Stinten, thut eS in einen gutverjumten Reffet, qiefet hinreichenbeS SBaffer barüber, thut <Sal$ baran, etwas äßurjel« wert, alS: einige Bwiebeln, ^eterfilienwurjeln, Sellerie, ^orree, SQiöhren unb Lorbeerblätter unb läfjt eS fo 6 (Stunben to^en, fchäumteS forgfältig ab, nnb qiefet bie Srühe burch ein ^»aarfieb; fo vorbereitet fchüttetman fie in ei« nen ©opf, tä^t fie ertalten, nimmt alles »ett ab unb läfjt fie von Steuern fo lange eintodjen, bis fie fo bid wie aufgeweidjter Seim ift. ©ann gie^e man fie tu formen, weldje benen ber S^ocolabentafeln gleich finb, läfjt fie bei fdjarfcm Suftjuge barin ertalten, Hopft fie ^erauS unb verwahrt fie. 33eim ®ebraud) thut man ein ©tüd^eu bavon in fiebenbeS Sßaffcr unb ertjätt an« genblidlid) bie träftigfte SöouiUon. bringt man ein Stüdin Mbere beliebige ^leifd)brü^fuppe, fo erhält biefe baburd) ein etwas bunteteS Slnfe^en nnb wirb ftarter unb träftiger. 167 55. B™#0 im Reizen jn ver^nten. 1. 9US bemährteS drittel gegen Sßeijenbranb mirb eine ^uflofung bon je 1 Vfunb Shlortalf in bier ißfunb Sßaffer, bie forgfältig. umgerührt unb 2 Stunben ftefien gelaffen mirb, empfohlen. ©aS Saatgetreibe mirb oorher gemafdjen, bie obenfd)mimmenben, b. h- unfruchtbaren Corner fchöpft man ab, entfernt hierauf baS Sßaffer unb übergießt baS (betreibe mit ber (Shlorfalfauflofung, fo ba§ eS babon bebedt mirb. ©ie Söfung mirb nad) 2 Stunben abgegoffen unb tann für eine jmeite Partie Sßeijen nochmals gebraucht merben.' 2. ©ie ^»auptfadje, ben Vranb im 2öeijen ju berljinbern, bleibt im* mer, ba^ man bödig reifen Samen auSfäet. SRan laffe befjfjalb ein jum Samen beftimmteS Siüd länger flehen all baS Uebrige unb bodtommen reifen, ja überreif merben. (SS ift leidet er* Kärlich, oa§ nicht ganj bödig gereifter Samen feine gute Frucht treiben Tann. Sä^t man nod) biefen Samen ein 3ahr lang liegen, fo mirb fid) bei biefent nie ber Vranb jeigen. Vranb entfteht nur bonunbodtommener (Snt* midelung beS SamentornS ©abei ift nod) ju bemerlen, ba^ man mohl thut, nid)t gleich nad) bem Widern ju fäen, fonbern 8 bis 10 ©age barnad), menn baS f^elb tlar gemorben. Slean märtet bann einen Stegen ab, fäet unb bringt bann bie (Sgge fofort barauf. (Sin untrügliches SOtittel, adeS (betreibe bor bem Vranbe ju fchü^en, fod and) fein, menn man ben Samen bor ber SluSfaat einige Stunben lang in baS Söaffer legt, in meldjeS man jubor ungelöfdjten Äalt ge* morfen. 3. (Sin auS gleichen ©heilen gelöfdjten kaltes, Sdjmefel unb Sllaun beftehenbeS ijhdber fod gegen ben ^ornbranb aden anbern ju biefem 3^^* gebrauchten ^Ritteln meit bormiehen fein; zahlreiche, bon Detonomen ange* ftedie Verfudje bestätigen eS. ßmeiUnjen biefeS ^ßulberS reidjen hin, um 52 -iRafj betreibe bamit ju beiden. SBenn man ben 2ßeijen bor bem Säen mit ftartem Saljmaffer befeudj* tet, fo tommt lein Stoft in benfelben. 59. Branntwein am Bogefdeeren nttb Bfttß^äernen. 1. ©er «Saft bon Vogelbeeren, meldje um bie 2JJitte beS SJtonatS Slngnft gefammett io erben, gerät^ bon felbft in Währung unb burd) © eftidation erljätt man baburd) einen fehr rein fd)medenben Vranntmein, meiner bon gemöhnlid)ent ^irfd)maffer nur ferner ju unterfdjeiben ift. ©ie Stenge beffelben (bon faft 50 "^roc. Ooholgcljalt) beträgt beinahe 4 ißroc. bom Volum beS SafteS. Viebig mar ber Meinung, ba^ man burd) 3ufa| be$ SafteS reifer Vogelbeeren jur ^artoffelmaifdm ben Vranntmein mefentlicü berbeffern tonne. 2. Siqueur bon V fi^f i d) le rnen. 5D?an bebarf jur Ve* reitdng biefeS SiqueurS ungefähr 120 $firfidjferne, 2 fßfunb Söeingetft unb 2 fßfunb Buder. 168 9Jfan fuept baju bie ^erne au«, Weldje fid) leiept ablofen, alfo von rei- fen (früepten, ftampft fie etwa«, fo baß fie ierfniden, unb läßt fie bann in SBeingeift 6 SBoepen ftepen, jeben Sag bie §lafd)e fd)üttelnb. 9?ad) SIblauf biefer £eit filtrirt man bie fflüffigfeit burd) unb tput bann ben 3uder pinju. 60. ^rannfwetn aus ^ägeme|f. 2Bie man ^Branntwein auS Sägemehl herfteKen fann, wirb in bem HRonatSberidjt beS ÄommiffärS für ^Iderbau erwähnt. (Sine 2Jlifd)itng bon neun Sheilen Sägemehl auS Richten» ober Sannenfjolj (in allen Säge» mühlen im Ueberfluß ju haben unb faft werthloS) wirb mit 33,7 Sheilen SBaffer unb einem Sheil §pbrod)lorfäure $emifd)t unb elf Stunben lang unter ©ampfbrud gefod)t Sie äRaffe wirb bann 19 fßrojent Srauben» Inder enthalten. 9?adjbem bie borhanbeue Säure Währung bon 96 Stun» Den bie Seftidation begonnen, welche 61 DuartS 50 ^rojent ftarfen Sranntwein liefern foU, frei bon jebem Serpentingerud). fIKan glaubt, baß fich biele anbere^oljarten nod) beffer jur ^ßrobujiruug bon Sranutweiu eignen. 61. ^rennmatmar Sparen. 1. Seim ^eueranma^en foU man ben Dfen fo mit Sohlen füllen, baß bie großen Stüde unten unb Pie kleinen oben ju liegen foinmen. 5luf biefe foU man hinlänglich 5ßapier legen, bamit eS bie ^oljftüde entjünbet, bie auf baffelbe gelegt werben. 5luf baS §olj fommeii fd)ließlid) (Sinber, welche auS ber SIfche beS ^euerS Dom übrigen Sage gelefen finb. 2Benn man nun baS Rapier an^ünbet, werben bie (Sinber balb rothheiß werben ; bie barun» ter liegenben Sohlen werben hinlänglich erwärmt, baß baS ®aS auS ihnen auSftrömt, baS, burd) bie heißen (Sinber burd)gehenb, entjünbet wirb unb mit einer hellen flamme brennt, anftatt ungenü^t burd) ben Äamin ju ent» weichen, wie eS borfommt, wenn bie Äol)len oben barauf gelegt werben. (Sin fo angemadjteS f^euer braucht feines Sd)ürenS, unb brennt flar unb heU 6-8 Stunben lang, ohne mehr Sohlen ju bebürfen, als man Anfangs hineingethan hat. 2. Jemaüb will ein (SinheijungSmittel erfunben haben, weldjeS per Sonne 60 (SentS foftet unb bod) beffer unb länger brennen foil, als eine Sonne Slnthracittohlen, bie $8 foftet. 9Wan nehme 75 ^ßfunb Sägemehl unb mifd)e biefeS mit 75 ^ßfunb Kohlenstaub. SiefeS mifdje man bann mit einer ©allonc Sobawaffer; jufammen wirb biefeS etwa auf 60 (SentS fom* men ober 100 ^ßfunb 2 (SentS. 2Ran berfud)e öS einmal. 62. fetter ra(^ ]u frotftnen. Sefanntlid) bilbet fid) ber (Stamm eines SaumeS nidjt nad) allen Seiten hin gleichmäßig auS, fonbern wäd)ft auf feiner nad) ©üb gerichteten Seite ttwaS üppiger unb bilbet hier größere Beden unb breitere Jahresringe. Jn $olge beffen ift baS §olj non ber Sübfeite beS Stammes weniger hart unb feft, als baS bon ber ^crbfeite. Bretter, welche nach bem Stanbpunfte beS Saumes non Dften nad) äßeften geschnitten worben finb, werfen fleh in ftolge 169 beffen ftetg, unb baßer foUte bag Sdjneiben ber Saumftämme ftetg nur nad) ber Dichtung bon <Süben nadj korben gesehen. 23eim 2r o dn e n ber ^Bretter muß man bie Unterlag-^oljer ober Seiften, bie man jmif^en bie ^Bretter ober 23ohlen ju legen pflegt, big ganj an bag (Snbe, alfo an bie äußerfte Kante beg Sretter rüden, inbem ber über bie Seiften ßeraugragenbe ober überftehenbe Sh^l 23retteg bon bem big jur Seifte einbringenben Suftjug ftetg aufreißt. Sei ftärferen, befonberg buchenen Sohlen bertleft man am Seften jur (Sicherung bie (Snben ber Sohlen mit Rapier ober mit Streifen bon alter Seinwanb. 63. aus ^artofietmetyt. Un)ere Sefer wiffen, baß bie feinften 23robarten einen guten T^eil ihrer SBoqüge ber 23eimifdjung bon einigen ^rocenten Kartoffelmehl berbanfen. 3m neuerer 3eit hat man nun baran gebaut, bag SBrob ganj unb gar aug Kartoffeln ju bereiten, unb manche 23erfudje gemacht, bie aber big je^t noch unbefriebigenb aitgfielen. ©er neuefte ift ber gelungenste; er rührt bon einem §errn Wartin her unb hat bemfelben eine wiffenf^aftli^e Prämie bon 2000 ^ranc§ eingebra^t. §err Wartin, burd) feine Vorgänger belehrt, baß bag Wehl ber gefodjten Kartoffeln ein ju wäfferigeg, bag ber rohen ein ju trode« neg 23rob liefere, hat beibe Wehlarten gemif^t, unb bei jwedmäßigcr SBe« hanblung ein SBrob erhalten, bag leid)t unb ohne SRebengefchmad ift, bie 9^inbe fott ber beg gewohnlidjen (2Beijen^ SBrobeg gleiten; eg hält fidj einen Wonat lang frifd), fchimmelt nicht unb hat eine gleichmäßige Krume, bie leicht Söaffer jieht. Ohne bie Koften merflid) ju bermehren, tann man bag Kartoffelmehl, um ihm allen wibertidjen @efd)mad ju nehmen, mit einer fehr fdjwadjen gofüng bon fohtenfaurem Patron mifchen, ein Verfahren, bag biedeid^t auch bei ber ^Bereitung beg Kartoffelnatrong ju empfehlen märe. Wan tann baburd) bag SBrob fehr bermehren, baß man ben Teig mit warmem SBaffer anmadjt, womit man borher bie Kleie übergoffen unb fo beren Weßl auggewafchen hat. @in gefunbeg unb wohlfeile SBrob wirb aug einer Wifdjung bon bier ®ewid)tgtheilen fRoggenmehl, 1 ©ewidjtgtheil Waigmehl unb 1 ©ewidjtg« theil Kartoffeln gewonnen. 64. >rob mit uon Jtepfefn. ©ie 5Iepfet werben gefchält unb gerieben unb 3 ^3funb 29robmehl tu 2 Sßfunb geriebenen ^epfebn gemifdjt. ©iefeg jufammen gibt mit einer Heinen Seimifd)ung bon 2ßaffer 5 Sßfunb Sßrob. Ueberhaupt ift baS Verfahren ganj wie beim 23 a den beS Kartoffelbrobeg. Wan tann biefeS 23rob 14 Tage lang aufbewahren, ohne baß eg an ®efdjmad berliert. 65. ^roö uor %u Gewahren. 1. Wan tuete in ben 23 robteig etroag sinnig, Kümel ober f^enchelfameu nnb bade eg gut, babitr^ wirb bag Sdjtmmligtuerben berentet unb bag 23rob erhält einen größeren Sßoljlgefchmad. 2lud) Stofinen oer^üten öal ©djimmlidhwerben unb erhöhen beu 2Bohlgefd)mad 170 2. SRan bringe baS 23rob, fowie eS auS bem Ofen fommt, in einen SKehlfad, an bem nod) Wtehl hängt, mit ber oberen Stinbe aufeinanber, binbe ben ©ad ju unb hänge ihn an einem luftigen Orte frei auf. 53eim ©ebraud) nehme man baS 23rob einen Sag früher heraus, beftreidje eS mit einer in 2ßaffer getauchten dürfte unb lege eS in ben ÄeUer, bamit bie 9tinbe wieber weid) wirb, ©o fann man baS 23rob fed)S 2Bod)cn aufbewahren, ®hne ba§ eS eine ©pur Don ©djimmel jeigt. 66. Preßformen non ^ifenßte^. gür Bädereien mirb empfohlen, gemieteten Seig, fobalb er gegolten hat, in formen bonSifenbled) nodjmalS etmaS treiben ju laffen unb ihn bann fammt ber §orm in ben ©fen einjufd)ieben. Surd) bie Bnmenbung folger formen tann ber ©fen mehr Brob faffen, unb eS mirb möglich, bicfelben boUtommen rein auS bem Ofen ju bringen, ohne gro^e Sorgfalt auf bie Steinigung beffelben ju bermenben, maS immer einen Berluft an BJärnte herbeiführt, eS mirb ferner bie Stinbe nicht verbrennen, fonbern fie bleibt elaftifd) unb bünn; ebenfo begünftigen fold)e formen borjugSmeife bie Erhaltung einer guten Stinbe, ba bie Brobe feine 2lbfd)üffe betommen, fo ba§ baS Brob eine hinlängliche SJienge bon SBaffer jurüdbehält unb baffelbe and) beim iäufbemahren meniger berliert, als baS fonft ber f^aH ift. @nb» lieh gemähren fold)e formen bie gro^e Bequemlid)feit, ba§ bie Brobe bequem einjufd)iebert unb herauSjunehmen finb unb ba^ aud) ein fd)led)ter, roenig läljer Seig, in eine fold)e ^orm gebrad)t, nid)t Verlaufen fann. Sine foldje ömrm hat 3 3^ $öhe, am Boben 4 BoU Breite unb eben fo viel Sänge. 67. ^romßeewem ju Bereifen. 1. 2ftan tod)t 5 bannen reife Brombeeren mit einer Äanne .ponig unb 9 bannen 2öein unter einanber, fd)äumt eS ab, nimmt eS Dom Reiter, feilet e$ burd) ein Sud) unb läjjt eS gälten, bann nodjmalS auffieben unb in einem reinen gä^en miiber bergäljren, fo ift ber Brombeermein fertig. 3n ber Provence brauet man bie Brombeeren jur Färbung ber BJeine. 2. SRecept für bie Bereitung be§ BrombeermeinS, ber für mebijinifche Bmede bei ©ommertrantheiten u. f. m. fo auSgejeid)net ift: 9J?effe bie Beeren unb jerbrüde fie unb füge jeber @aUone berfelben ein Duart lo^enbeS Blaffer bei. Siefe SDtifdjung laffe 24 ©tnnben ftel)en, unb rü^re fie gelegentlich um; bann brüde bie Brühe burd) ein Sud) unb f^ütte fie in ein ^ä^djen, t^ue ju jeber ®allone jmei ißfunb Buder, ftopfe eS bid)t ju unb laffe eS bis jum Dttober ftehen, bann ift ber B$ein fertig. ®2and)e, um ihn beffer halten ju tonnen, fügen etmaS reinen franjöfif^en Branbh bei. 68. grumten pt graßen. 2ßer einen Brunnen graben miU, für benift eine Beredjuung, in m eichet Siefe er äßaffer finben wirb, intereffant. Um ju berechnen, bei meldjer Siefe man auf Sßaffer fommt, grabe man bei trodenem BJetter unb abge= trodnetem Srbboben, an ber ©teile, mo man einen Brunnen anjulegen münfd)t, eine etma 1 gufj tiefe @rube, fe^e einen neuen unglafirten Sopf hin* 171 tk ben man vorßer mit einer Wifdjung Von 5 Sotß gelöstem Äalt, 5 >t| ©rönfpan unb 5 Sotß weißem Beiraudj angefüllt unb mit 5 Sotß tro' mer ©^afwolle bebedt. tiefer Sopf muß mit feinem Snßalte ganj genau ge- wogen werben. §at man ißn nun in bie (Srube gefteUt, fo feßüttetman "Srbe barüber, bis bie (Srube wieber gefüllt ift, unb läßt ißn 24 ©tunben barin fteßen. ^atßßer nimmt man nad) Verlauf biefer ßeit ben Sopf heraus, entfernt bie (Srbe fdjneU von ber SBoUe, legt biefe von feuern in ben au^ Von außen gereinigten Sopf unb wiegt ißn fofort abermals. §at nun ba«' (Semidit um 2 Sotß ujgenommen, fo trifft man in einer Sicfe von 70 f^uß 2Baffer an; bei einer 3una^me ©ewidjteS um 4Sotß befinbetfieß Söaffer in einer Siefe von 50 ^uß; bei 6 Sotß in einer Siefe Von 37| ^uß; bei 8 Sotß fteßt baS Söaffer 25 f$uß tief, unb bei 10 Sotß finbet man fAon bei 12| $uß Baffer. 69. Brunnen uon ju reinigen. häufig tommen beflagenSwerthe Unfälle uor, ba^ burd) baS (Sinfteigen in fel)r lange nicht geöffnete Brunnen unb @ruben Wenfd)en um'S Seben tommen. häufig hat man Seifpiele, bafj Anbere, bie jur Rettung ber be» finnungSloS ^inuntergefaöenen ebenfalls hineinfteigen wollten, felbft üerun« glüdten. 1. Wit ^reube t()eilen wir ganj einfache Wittel mit, bie man bei ber« een Gelegenheiten nie unaitgewanbt taffen foUte. 3e nad) ber Siefe beS tnenS giefn man nämlich fiebenbeS 2Baffer hinein. Sei einem Srunnen öon 40 ^u§ Siefe gof) man 180 Quart plö^lidj hinein, unb tro$ ber Side ber Stidluft, bie weber ^uloer noch brennen lief?, würbe burd) ben S)ampf beS fiebenb heilen SöafferS bie Suft gereinigt. 2. Saburd), bafj man einen Dtegenfdjirm an einem Stride umgetehrt geöffnet in einen Srunnen hinnbläfjt unb bann h^raufjieht, wirb auch 6öfe Suft auS bem Srunnen entfernt. 70. ^runnenwaffer 6e|landig rein jn ßaßen. Gin gnte§ reineS SBafler int ^aufe ift mehr als @olb Werth- Saüon hängt bie ©efunbheit ber Sewohner ab, unb ©efunbfjeit ift befanntli^ ni^t mit (Selbe ju bejahten. Um nun ein reineS unb gefunbeS Srunnenwaffer ju errieten, laffe man bei Anlegung neuer Brunnen einen fallen graben, b. h- einen folgen, ber einen bei weitem größeren Umfang ^at, als ber, ben man eigentli^ bauen will. Wan mauert nun ben wirtlichen Brunnen in biefer Aushöhlung ab unb lä^t ben baburd) entftanbenen 9laum jwif^en ber Wauer unb ber (Srbe mit ®anb unb Äiefe, fogenanntem Sreibfanbe, ausfüllen. 2ßenn nun baS in ben Srunnen gehenbe Gaffer erft burd) biefen Sanb fidert, fo wirb eS baburd) geläutert unb non allen Unreinlichfeiten getlärt unb befreit. Wu§ ber Brunnen nun aber bod) juweiten gereinigt werben, unb baS ift bei aller Sorfid)t nad) Verlauf einiger Öa^re immer anjurathen, fo lä^t man auch wieber frifd)en <Sanb in bie Umhülfung bringen, ba wohl anjunetjmen ift, ba^ fich ber alte gefegt unb baburd) Süden enftanben finb. 3n ben Brunnen felbft aber laffe man nad) gefdjehetter Steinigung einige Wetjen <5alj werfen unb nehme 8 Sage lang fein Gaffer auS bemfelben. Wan wirb herauf aber fehr frifd)eS unb reines Gaffer erhalten. 172 71. ^Sttdjßtnöerfadi, DOtjügCi^en. ßmei Soth Sanberlad, | Soth Sftaftiy unb | Soth meißeS Slemigumm Werben gepulbert unb mit 1 Soth benetianifdjem£erpentin in einem®d)äl^en bei gelinber Sßärme in eine homogene SJtaffe verfließen gelaffen. ?LRit biefen jerlaffenen £arjen mitb nun eine falt bereitete Sluflöfung bon 8 Soth beftem, blauten <Sd)eUad in 24 Soth ftartem SBeingeift unb 6 Soth Sabeubelöl burd) gelinbe Söärme unb Umfdjütteln bereinigt. 5Rad)bem baS ®anje fid) einige £age abgelagert hat, fpannt man ein Stüd fflannel auf einen Xenafel, bebedt baffelbe mit Fließpapier unb feiht ben Sad burd). ©ie Slufbemahrung beS Haren SadS qefdjiefjt in mohlberftopften Ftafdjen. 72. futter, öfter, den ISo^fge^marft Der frif^en ju geßen. 1. SJtan nimmt frtfdje (Sahne, fo biet ungefähr, baß eS ben sehnten STtjeit ber berborbenen Sutter auSmadjt, ober aud) etmaS mehr, je nadj bem Staube ber berborbenen Sutter, fnetet biefe Süaffe gut burd), unb thut etmaS Salj baut. 2Benn man fo bie Sutter mieber in bie Form bringt, fann fie ohne Sebenfen al§ frifd)e berfauft merben. 2. Um ranjig geworbene Sutter mieber brauchbar unb genießbar ju machen, fcßmelje man fie bei gelinbem Feuer, fe^e auf je 10 $funb Sutter 10 Soth gebrannte unb gepulberte §oljafd)e, 1 Sott) gepulberte treibe, 1 Söffet £>onig unb einige gelbe 'SRotjrrüben, in Sdjeiben gefchnitten ju. ®aS ganje mirb eine halbe Stunbe lang burd) einanber gefdpnoljen unb gerührt, ber fid) bilbcnbe Sd)aum oft abgenommen unb bann bie fluffige Sutter burd) einen feinen Sburd^fd^lag bon ben Sohlen getrennt. ®iefe Sutter ift nadj bem Srfalten bom beften 2luSfehen unb @efd)mad. 3. SJtan fann aud) berborbene Sutter baburd) mieber fjerftetten, baß man fie in frifeßer Suttermild) mieber auflößt, mit frifdjer Sutter nod) ein 9Kal jufammenfnetet unb uon feuern formt. Sinjelne Stüde Sutter taffen fid) burd) gemöhnlidjeS faltet SBaffer eher mieber ßerfteUen. SVian mad)t nämlich eine Heine Sertiefung auf bem Stüd Sutter unb gießt SSSaffer in biefelbe. ®aS Shaffer reinigt fie unb madjt fie mieber ganj fdjmadhaft. 4. SRan fodjt berborbene Sutter mit ber hoppelten SRenge SßafferS einige ÜRale auf, maS biefelben ®ienfte thut unb ber Sutter ihren erften 2Bohlgefd)mad miebergiebt. 5. Sin Mittel, immer frifdje Sutter ju haben, ift folgenbeS: 9? ad)* bem bie Sutter, fomie fie auS bem Sutterfaffe fommt, rein gemafdjen, bod» tommen hergeridjtet unb mit einem hölzernen Söffet troden gefnetet ift, jer* theilt man fie in Heine Sroden unb thut biefelbe in Xöpfe ober §äfen, bie in einen großen, halb mit Shaffer angefüllten Reffet gefteUt merben. ®aS 2ßaf* mirb bis jum &od)en crlji^t, bann läßt man eS abfühlen, unb nimmt bie £öpfe heraus, ©urd) baS Schmelzen ber Sutter geben bie barin enthalte* uen Ääfetheile boUftänbig ju Soben unb man erhält eine äußerft gereinigte ttnb fd)madhafte Sutter, melcße nad) 6 Monaten nod) eben fo frifcf) befunben teirb, als menn fie eben auS bem Sutterfaffe fäme. 173 73. Juffer jn Bereite«. Tian läßt bie Saßne ober Raßm fodjen, unb rüßrt fie mit einem mjernen Soffet ober Spatel ftetS um, bamit fie nidjt überläuft. 2Benn fie mit @ewalt in bie £>oße fteigt, nimmt man ben ©opf fo lange Vom freuet weg, bis fie wieber niebergeßt. So fä^rt man mit bem fodjen fort, bis fie nidjt meßr aufwallt, fonbern rußig ficbet. ©ann nimmt man 1 Sotß Stärfc, auf 1 Äanne Saßne ober Raßm, rüßrt fie mit ein wenig Raßm ein unb fdjüttet biefeS, unter beftänbigem Umrüßren, in ben fiebenben Raßm, unb läßt eS weiter fieben, bis man gewaßr wirb, baß bie Blafen jäß werben unb wie große klugen auffeßwimmen. Run feßlägt man ein frifdjeSßi in eine ©ßee<= taffe vod Raßm, rüßrt aber vorßer baS @elbe unb BJeiße woßl unter ein* anber. ©iefeS wirb bann nad) unb nad) jugegoffen unb fleißig gerüßrt, bamit bie Stärfe mit ben (Siern nidjt am Boben beS ®efäßeS anbrenne. SBenn bie Saßne aufßort Blafen ju treiben, fo fommt bie Butter halb jum Borfdjein. ©aS ^äuteßen, wetcßeS auf ber Saßne entftanben ift, brid)t ßier unb ba, unb bie Butter feßwimmt, wie ein flüffigeS ©el, empor. BJenn ißrer viel ift, fo gießt man fie ab, rüßrt ben Reft wieber bureß einanber, läßt tßn ein wenig rußen, unb bann giebt er meßr Butter, ©amit fidß'S nun beffer feßeiben fann, muß man baS f^euer Verftärfen, bis enblid) fein 2luge meßr fommt. ©ieS wäre alfo ein Rüttel, wenn im Butterfaffe, wie eS juweilen ge« feßießt, nad) einer Arbeit von vielen Stauben feine Butter werben will. 74. futter RüßC ju ßaffen. Rian verfdjaffe ftd) einen großen neuen Blumentopf, groß genug, um ben BntterteUer ju bebeden unb einen Unterfag, groß genug für ben Blumen* topf, nadjbem er umgefeßrt baraufgefteHt. ©ann lege man eine Unterfeßüffel für gleifd), wie mau in ben Öfen ben Braten feßiebt, in ben Unterlaß unb ftelle barauf ben Butterteller, fülle bann ben Unterfatj mit äßaffer unb ftelle ben Blumentopf fo über bie Butter, baß fein Ranb etwas unterhalb beS SöafferS $u fielen fommt. ©aS Sod) im Blumentopf muß mit einem ^orf lugemaeßt werben ; bie Butter befinbet fid) bann in einem luftbidjten Raume. Rian begieße bann ben ganzen ©opf reicßlicß mit Sßaffer unb ftelle ißn an einen füllen ißla^. SBenn hieß gegen Slbenb gefd)ießt, wirb bie Butter beim ^rüßftrüd am näcßften borgen feft wie Stein fein ; wenn beS RiorgenS, wirb fie jum ^benbeffen gerabe red)t fein, ©er ®runb biefer (Srfcßeinung ift, baß, wenn Söaffer verbunftet, teilte ßervorgebradjt wirb ; ber poröfe ©opf jießt bei warmem 2ßetter baS SBaffer fdjneU an fuß, Verbunftet eS an ben Seiten unb füßlt fo bie Butter, ju welker nun feine warme Suft gelangen fann. Ratürlid) ift ein Stüd @iS, jeben Riorgen vor ber ©ßüre beponirt, nebft einem patent * Refrigerator, nod) fixerer unb bequemer, um Butter in appetitlidjem ßuftanbe ju erhalten. ?Iuf bem Saube jebod), namentlid), wo feine fütjlen RüldjfeUer mit eiSfaltem OueKwaffer vorßanben, foUte man' obiges Recept anwenben. 3. Stuf ben Sllpen BJelfcßtprolS fd)lägt man Butter in 46 pfünbige Ballen, bie man nur auf ber Dberflädje etwas faQt, unb fo fenbet man fie meiftenS nad) Benebig, wofelbft fie fid) ein ganjeS 3aßr ßinbureß gut erßält. ©ie Butterbroden werben, bevor man fie in Ballen f^lägt, in reinem frif^em BJaffer fo lange mit einem ßötyrnen Soffet bureßgearbeitet, bis bie Rütcß anf baS voHfommenfte entfernt wirb. 174 4. Auf folgenbe Aßeife foH man ebenfalls eine haltbare Sutter erhalten. SKan feijt ju bem im Sutterfaffe befinblidjen 9?ahm unter Umrühren etmaS falte XHild), fd)lägt ben fRaßm bis jur Abreibung ber Sutter, märtet aber uiZt, bis fid) eine jufammenhängenbe DJiaffe babon bilbet. Kie Sutter» mild) mirb bann abgegoffen unb burd) frif^eS Sßaffer erfe^t, baS Suttern mirb fortgefe^t, bis fid) bie Sutter hinreid)enb bereinigt hat. Auf biefe Art bereitet, tannbie Sutter fehr lange aufbemahrt merben. Selbft fd)on ranjige Sutter foH burd) Aßafdjen mit ^altmaffer mieber Verbeffert merben. 5. SRan mafdje ranjige Sutter tüdjtig in faltem SBaffet unb fetje bann in 50 fßfb. 1 5ßfb. meißen gepulberten 3utfer, e*ne Salpeter unbeinige Voth feines Salj ju, burdjtnete Alles gehörig. 6. Um alter Sutter ben mibrigen ©efdjmad ju benehmen, laffe man fie in einer Sfanne jergehen unb röfte eine roße, geaalte ^arioffel in ber Sutter. Kiefelbe verliert bitrdj bieS einfache Wlittel ihren mibrigen @erud) unb ®efd)mad unb ift menigftenS jum Saden noch vortrefflich ju gebrauchen. Unfere Seferinnen merben bemerfen, baß bei jeber Sutterbereitung bie ftauptfadje ift, bie Sutter üon allen unb (eben 5Rild)theilen ju reinigen. @anj allein bie in ber Sutter jurücfbleibenben Alildjtljeile finb eS, meld)e in Säure übergehen unb bann ber Sutter einen miberlid)en ©ef^mad mittheilen. KieS finb Kinge, meld)e unfere Hausfrauen unb SSKäbcßen fid) merfen unb barnad) hobeln foUten. 75. futter füß ermatten. 3m 9D?ai ober Ouni, mo Sutter im Ueberfluß borhanben ift, fnetet man fie jmebbiS breimal burd), unb giebt beim lebten Kurzarbeiten einen ©ran Salpeter unb einen Kheelöffel boll gefloßenen 3U($er$ öuf jebeS s-ßfunb Sutter ju. Sie mirb in feftfdjließenbe. fteinerne Ärüge bis 2 3oü bom SRanbe gebracht, ber übrige fRaum mit (tarier Saljlafe auSgefüHt. Ker Hrug mirb feft berftopft unb in ben Soben beS ^eUcrS eingegraben, mo fidj bie Sutter lange 3e^ ^lt. 2. 2Kan nehme jmei Kheile Äo^falj, einen Kheil 3u^er un^ einen Kheil Salpeter, mifefje öieS mohl burd) einanber, Inete auf ein Sfunb Sutter 2 Soth biefer IXRifdjung mohl burd) unb fdjlage fie jum ©ebraudje ein. Sftan muß fie aber menigftenS 3 bis 4 2ßod)en flehen laffen, ehe man fie anrührt. Sutter auf biefe Art eingefallen, ift nach 3 fahren nod) fo gut, mie fie im Anfang mar. 76. gattartenvögel jwetümülifl w Be^auöefa. 2Ran gebe ihnen alle borgen frifdjeS Gaffer, hinlänglich 9?übfamen, |umeilen geriebene SRöljren jnnfdjen ihr futter, ober Hirfenförner, feltener 3uder, ber (Säure madjt. Um ihren Appetit ju reifen, giebt man ihnen jumeilen aud) Äreujlraut, «Salat unb gefdjälte Aepfel« ober SirnftüdZen. Unter ihr Saufen mtfche man möchentlich jmeimal ein Hein menig j^odifalj, fo, baß auf 1 $funb SÖßaffer ein Teelöffel voU Salj tommt. -3m Sommer bange man baS Sauer öfters inS ^reie. Son ben in Käfigen gehaltenen Sögeln ge^ a^e Sahre eine große Anzahl bei Gelegenheit beS 5RauferaS ju 175 Orunbe. C« bilbet fich nämlich bei benfelben ein ®iterblä«^en unter Schwanke, ba«, wenn e« nidjt öon felbft fid) öffnet ober behutfam aufge* ftodjen wirb, meift ben Sob be« $ogel« hevbeiführt. Siefem oorjubeugtn, lege man einen ober jwei gäben Safran in ihr Srintwaffer. 77. Kattun pt waf^en, ba| er nt0f uer^te|f. 2Rau weidjt ben fdjmu^igen Kattun ober ba« bavon gemachte Äleib eine 9i'ad)t in Saljwaffer ein, wäfdjt e« fobann mit lauwarmem Seifenwaffer opne e« ftart ju reiben, ober gar Seife barauf ju bringen, unb legt e« nun nod) eine 5Rad)t in Kffig. ©hne ftart au«gerungen wirb, hangt man e« an einem Orte auf, an bem bie Sonne unb bie ^rtglnft nicht ju ftari barauf wirten tann. Kin fehr gute« Verfahren ift auch 2ß«fd)cn mit grobem loggen' SÖiehl. 6« wirb baffelbe förmlich gelocht, etwa« talte« 2öaffer hinjugcs goffen, nnb ba« fd)mu^ige 3eug, Kattun, SBoKe ober Seibe barin gewafdjen unb bann tüchtig in faltem,53runnenwaffer au«gewafdjen unb jum Srodnen aufgehängt. Sa« fiel) angefe^te ÜRehl wirb abgebürftet unb ba« gewaf^enc £eug nicht gerollt, fonbern eingefprengt unb geplättet. 78. gement, nm ^effing ober anbere ^HetaKe anf ^(as jn Befestigen. 2Wan todje brei Steile Kolophonium mit einem Sheile Sle^natron unb fünf Stilen Sßaffer ; bie« bilbet al«bann eine SIrt Seife, bie mit ber £älfte ihre« ©ewidjte« mit ©pp« gemengt wirb. Sleiwei^ ober präjep» tirte treibe tonnen anftatt be« Oppfe« gebraust werben, aber in biefem^aHe härtet ber Kement viel langfamer. 79. Oampagner-^ier ober ^ein jn Bereifen. 1. Sie« in betreff be« SRouffiren« bem Champagner aber auch an @efd)mad fo ähnliche SBier braut man auf folgenbe SBcife: 2Kan tocht 2 2oth Hopfen mit 6 $funb 2ßaffer auf, fchüttet falte« Raffer unb fo viel todjenbe« tjinju, ba^ ba« ©anje lauwarm wirb unb bafe bamit ungefähr 20 gewöhnliche SBterflafdjen gefüllt werben tonnen. Sann füge man nod) einen Stoffel voll §efe unb $funb 3uder ^iniu fülle e« auf glaf^en unb ftelle e« 8 Sage in einen trodencn Wer. SRan gewinnt anf biefe 2öeife nid)t nur ein fepr wohlfchmedenbe«, mouffirenbe« fonbern and) fehr gefunbe« Oetränt. 2. Champagner au« O b ft. Süße, redjt faftige kirnen laffen fidj burd) nadjfolgenb betriebene öehanblung ju einem vortreff liehen, bem ü^ten Champagner täufdjenb ähnlichen Schaumwein verwenben. Sie kirnen werben gefdjält, auf einem SReibeifen ober einer 9teibemafdjine rer* rieben unb bann au«gepre^t. Sen fo gewonnenen Saft füllt man, je nach bem man eine größere ober geringere ÜTcenge bereiten will, in ein gäjchen 176 ober auch ™ ^lafdjen, legt ein Studien Seinewanb auf bie £)effnung unb läßt ben Saft nun ruhig flehen. fRadj jwei bis brei Sagen beginnt bie ©ährung ; Schaum unb $efen [teigen nad) oben unb muffen alSbann forg* faltig entfernt werben. Sobalb bieS gefd)et)en unb lein Schaum mehr auf ber Deffnung fid)tbar ift, gießt man auS einer Jlafcpe fo viel gegoltenen Saft hinju, baß baS ©efäß wieber ganj gefüllt wirb, verfd)ließt barauf bie Deffnung fo feft wie möglich mit einem gut f^ließenben hölzernen 3aPfen ober einen Äorf unb läßt baS ^aß, opne eS ju berühren, fünf bis fedjS SOBodjen im Heller liegen. ÜRad) biefer 3eit bohrt man etwa jepn 3entimeter über ben 5Boben beS ^affeS einen ^apn ein unb jicht bie ^lüffigfeit, bie ganj tlar fein muß, auf ©hampagnerflafchen, verforft biefelben, umwinbet ben pfropfen red)t feft mit Srapt unb verpißt enblidj bie glaf^en. SFlad) tveU teren vier Söodjen ift biefer SBein jum Srinfen fertig, fdjmer Von extern ©hampagner ju unterfd) eiben, unb gewinnt fogar burd) längeres Siegen auf ^lafdjen ftetS mehr unb mehr. 3. ©hampagner = 2Bein auf ber Stelle j u machen. Um biefeS ju bewerffteUigen, muß man von reifen Johannisbeeren ben Saft burd) ein Sud) gelinbe auSpreffen, unb in einen glafirten Siegel ober Sopf über mittelmäßigem geuer nach unb nad) einfodjen laffen, bis eS un- gefähr fo bid als §onig wirb. Siefen Saft thut man fobann in eine glä» ferne glafdje, weld)e man mit einem Stopfe! auf baS forgfältigfte fdjließen, an einem fühlen Orte verwahren unb jum ©ebraud) aufbewahren muß. 3ft man mit fold)em Safte nun Verfehen, unb man verlangt ©hampagnerwein, fo fanu man fold)en gleid) herbeifdjaffen ; man barf nämlich nur unter eine tarnte weißen ^ranjwein 2 Söffel von biefem Safte thun, bie Jlafdjen ba* mit anfüllen, unb ftavf fdjütteln, fo wirb man mit einem 2ßein aufwarten fönnen, ber für einen guten ©hampagner paffiren wirb. 80. OAmpignons uon giftigen ]u nnferf^etben. 1. 2ßenn man ©hampignonS todjt, fo t^ue man bie Hälfte einer von bet äußeren Sd)ale befreiten 3wiebel pinju, uub taffe fie bamit auffodjen. Sßenn bie f^arbe ber Riebel fid) veränbert, wenn fie bläulid), braun ober fdjwärjlid) wirb, fo finb gewiß giftige Schwämme babei, begatt bie 3lü^c* bet aber, na^bem man fie einige .Seit hat fodjen taffen, ihre tüei^e f^arbe, fo tann man bie Sdjwämme opne gmrdjt genießen. 2. ©hampignonS j u erzeugen. 3Jian fdjütte Äaffeefa^ brei 3oH h°d) auf einen ber Sonne auSg.'fe^ten f£ted im ©arten, hierauf ebenfo Ipd) ^ferbemift unb hierauf ebenfo viel gute ©artenerbe. binnen turjer Seit wirb man bie fd)önften ©hampignonS in großer Slnjahl tjerüor« lommen feljen. 3. griffe ©hampignonS finb für SBiele ein toftbarer Sederbiffen unb Würben, namentlich früher, oon ©nglänbern fefyr theuer bejahlt unb jur 3ud)t berfelben große ®ewäd)Sl)äufer angelegt. Sie taffen fiep aber viet üortpeitpafter im Kelter gewinnen. ©S werben auf beu trodenften 3-4 ^up von ber SJianer fid) befinbenben Stetten Söeete von einer genauen üDiifdjung von 9 Steilen fpferbemiß mit einem Steife Saubentoth, 1 f^uß hoch angelegt. Sßenn bie SÖeete fertig finb, läßt man einige ©hampignonS 177 in Sßälbern ober (SewädjShäufern mit (Srbe auSftedjen unb fe^t fie weit auS» einanber auf ben SRift. 3ft bieS gefcßehen, fo werben bie Söeete mit ©artenerbe ein unb einen halben <3011 ljod) überftreut unb barauf mit 2Baf* fer, baS einige Sage an ber Suft geftanben h^t, begoffen. Bwar fommen auS bem Stifte Champignons herbor, and) wenn feine SRutterftöde eingeüflaiut merben ; aber biefe tragen ju f^neHerer unb große* rer Srgiebigteit bet. HRan fann Von ben angelegten ^Beeten mehrere Sahre hinburd) ju jeber ßeit reiche (Srnten jiehen, ohne meiter etmaS anbereS thun ju muffen, als bie Seete möd)entlich einmal mit lauwarmem SEaffer anju« feuchten. 81. £tbex aus gedörrtem SaS geborrte Qbft wirb in ein j^aß eingelegt uub mit Sßaffer begoffen, woju auf ein SRaßÖbft 10 9Raß Sßaffer erforberlid) finb. Sie SRaffe wirb von «Seit ju B^it mit einem Stod umgerührt, worauf fid) halb bie ©ährung einfteUt. 2Ran gewinnt jwar auf biefe Sßeife nur einen 2Roft von geringer Qualität, allein man hat ben ^ortheil, baß man biefeS gefunbe ©etran! auch bQnn ^^en fann, wenn auf ein fehr ergiebiges Qbftjahr ein gänjlitßeS Mißjahr eintritt. 82. gibex fuß ex^affen iann man auf zweierlei $Xrt: SRan thue entmeber in ein $aß, baS 32 ©allonen (Siber enthält, ein s^int gefdjabte SReerrettig. Saburdj mirb jebe ©ährung beS SRofteS ver*. ^inbert. 2Birb ber 2Reerrettig hinjugethan, menn ber ©iber bereits in ©ährung ift, fo hört jebe weitere ©ährung auf. Ober man fei^e ben ©iber; fülle ein reines f£aß bis auf 10 ©allonen voll. Sann werben 6 rohe (Sier, 4 Unjen gemahlener Senf, 4 Unjen^llaun mit etwas Von bemfelben üRoft in einem (Simer bis jur Sluflöfung burdjgerührt unb nebft einer ©aKone SßßiSle^ ober iöranbp ^ineingegoffen. hierauf mirb eS feft verfpunbet unb in ben Spunb ein ^ierteljoU*8öd)lein gebohrt. -Run wirb ber SRoft noch 8-10 Sage täglid) einmal tü^tig burdjeinanber gefdjafft. 83. giber, bem^Tabeira ju ma^en. 2J?an nimmt jungen QbftWein frifd) von bet treffe meg unb Verfemt ifyn mit jo viel §onig, baß bie ^lüffigfeit ein (Si trägt. ^Runto^t man biefe etwa 15 Minuten, i^äumt fie gut ab unb gießt fie in ein ber 2Reuge ange* meffeneS ^aß, baS bavon nid)t ganj voll werben barf. Sie ©ährung tritt halb ein. Sobalb fie aufgehört hat, waS man burd) ben ©erudj, baS ©ehör unb ben ni^t mehr auffteigenben Sdjaum erfennt, füllt man baS f^aß mit baju aufgehobenem Dbftwein voll unb fpunbet eS ju. 5m SRärj beS folgen* ben SahreS jieht manbenjelben auf^lafdjen, worauf er in 6 2Bod)en ju einem föftlidjen geiftigen ©etränfe mirb. 178 84. ^ßocofaöe ju faßricirett. 1. 2D?an neßme 1 ''ßfunb ©acaoboßuen, 1 5ßfunb feinen 3u^cr» 1| Simmet, 1 ©uentdjen ©arbemon, 1| Duentdjen ©ewürjnelfen unb ein uentdjen Saniüe. Sie ©acaoboßnen werben in einer Äaffeetrommel ge« brannt; man muß fid) babet vörfeßen, baff fie nidit verbrennen; fangen fie an ju fnaden unb bie Sdjale loSjulaffen, fo finb fie gut. Oft eS fo Weit, fo ftößt man bie Sonnen in einem eifernen Dörfer, weldjer Dörfer ßeiß gemalt ift, tlein, tßut ben 3uder nnb baS ©ewürj, na^bem eS jnvor red)t tlein ge» floßen, baju unb rüljrt eS mit ber ©löferfeule fo lange über bem ^oljlenfeuer, bis eS fluffig wirb; bann gießt man bie SDlaffe in bleierne formen unb läßt fie erfalten. Sei ber @efunbl)eitS«(Sl)OColabe läßt man bie (Sewürje We$ unb nimmt etwas meßr 3uder. Sei ben übrigen @ewürj«, als feine unb fetnfte SaniHe» Sßocolabcn, nimmt man öer^ältnißmäßig meßr Sanille u. f. f. 2. Serfälfcßung ber <5 ß o c o l a b e ju entbeden. 9Jlan fodjt 5 ©ramm mit 200 Söaffer 10 Minuten, feißt unb giebt Oob jur burdp gegangenen gdüffigteit. Steine mirb fdjwad) graulid), ftärfmeßlßaltige blau, be^trtnljaltenbe faftanienbraun. 9Jlan erfennt biefe Färbungen am leidjteften, wenn man baS hoppelte Solumen Gaffer jugiebt. 85. Zitronen gut anßnßewa^ren. Sor allen Singen muß man SBärmc unb Suft abjußalten fu^en. 5Dtan ftede bie aufjuberoaßrenben ©itronen in ^odjfalj unb umgebe jebe ein« jelne fo mit bemfelben, baß fie fid) unter einanber ni^t berühren. $lud) tn trodenen Sanb, SIfdje ober Spreu gelegt, galten fie fid) lange 3^- ®fts bei ift eS gut, wenn man bie Deffnung, wo ber Stiel war, mit 2öa$S ober Sad etwas verliebt, bamit nid)t bie Suft einbringt unb f^äulniß bewirft. Um fie baS ganje Oaßr ßinburd) frifd) ju erhalten, (ege man fie in ©erften« ober ^pirfenftroß. 86. ^findet, ^ringen berferßen jn neunten. Sevor man ©plinber in ©ebraudß nimmt, laffe man bon bem ©lafer einen Scßnitt ber ganjen £änge nad) hinein madjen, fo mirb bem weitem Springen borgebeugt. Um bie ©plinber bon bem angefe^ten Stußbefdjlag ju befreien, giebt ei fein beffereS Mittel, als 5lbreiben mit etwas Sutter ober gett. 87. gompofttion, womit man Öen ^arf o|ne ^etfe, Raffte nnö ^afirmtffer wegfiringen Rann. §iequ ne^nie man 2 W7aß ^alfwaffer, 4 Sott) arabifcßen ©ummi, 1 üotß ^aufenblafe, 1 Duent^en Sal tartari unb focße biefe Ongrebienjen eine Stunbe lang, wäßrenb man fie öfter umrüßren unb nor bem Ueberlauf en be« waßren muß. darauf filtrire man baS ®an$e burd) ^einwanb unb fe^e 2| 179 .4 fein pulverifirten Simftein hinju, mifdje eä mit ben §änben recht u» tereiMdnber ju einem ©eig unb füge baä SBei^e von 2 Siern hinju, baä ju» Vor jjcfdjlagen ift; hiervon mad)e man tteine, fladje Stüde barauä unb trodne fie eurige ©age an ber freien Suft ober am Qfen, fdjicbe fie hicrauf einige Stunben lang in einen warmen 23adofen. 9Jlit biefer fo jubereiteten klaffe reibt mtn ben 53art fanft ein, waä biefelbe 2ßirfung thut, als habe man fid) rafirt. 88. ^ä^er bauer^aff }tt ma^en. Sd ift Stwad, bad beinahe jeber wei^, unb faum irgenb Siner beadjtet, nämlidj: gelöfdjten ^alf einmal jährlidj, unb jwar im ^rühs ober (Spät» jahr, auf bad ©adjwert ju ftreuen. <Sinb bie Sdjinbeln nod) mit SDtood bebedt, fo wirb baffelbe burch ben kalt halb Derart unb bad ©ad) bleibt um ein ©uljenb Sahre länger hell unb weiß, unb braudjbar. ©erfelbe foHte jiem« lid) bid aufgelegt werben, unb ein Regentag eignet fidj hicr3u ant beften. ©tarfe ^oljaf^e ift ju biefem Veljufe beinahe eben fo bienli<h, gibt aber bem ©ad)e fein fo guted ^nfeljen. Um neue Sdjinbeln brei= bid Diermal fo lange, ald fie gewöhnlich bauern, benügen ju tonnen, braudjt man biefelben nur in einen mit biefem ^alfwaffer ungefüllten ©rog ju legen, unb bie fyiüf» figteit burdjeinanber ju rühren, bebor man biefelben hineinlegt. 2Rit ^ifdj* thran geträntte (Sdjinbeln bleiben 20 Sahre unb länger bauerhaft. 89. ^eötnfeeftonsmiffer, (Siehe prüfet „Slnftedung ju Derhinbern im 6. ©heil. 90. ^war^, wiße, ßfaue, grüne, unb gefBe anjuferfigen. S dj w a r j e © i n t c. ©ie Zubereitung eined ebenfo allgemein uuft» licken al« unentbehrlidjen Vebürfniffed, wie bie fdjwarje ©inte ift, fann gewi§ um fo mehr at§ ein ©egenftanb Don befonberer SBidjtigfeit angefehen werben, ba an beren ©auerhaftigfeit in Dielen fällen fepr Diel liegt. ©ad befte ^luflöfungdmittel ift Sfiig ober Sßein, obgleich ju gemeinem ©ebraud) and) blo^eö SÖaffer angewenbet werben fann. ©ie Quantität ber Sluflöfungdmittel Derftattet Derfdjiebene 2lbänberungen.-Soll bie ©inte eine ganj Dorjügtidje f^arbe erhalten, fo barf man über ein Quart nid)t nehmen, Wenn bie SaUäpfel 6 £otlj unb jebeö ber übrigen Sngrebienjien 2 Soth and« mad)en. ©ie Proportion beö ®ummi fann man nad) eigenem ®utbü abänbern, nadjbem man eine mehr ober weniger glänjenbe ©inte Deri unb nadjbem bie Vefdjaffenljeit bed ^apierd eine ftart gummirte glüf erfordert, um bad ©urdjfdjlagen ju Derhinbern. Sine halbe Unje ® auf ein Quart flüffige Materie ift in Dielen fallen hinreidjenb ; ob ed richtig ift, ba^ bie ©inte, bei Derljaltni^mä^iger Vermehrung biefer iß tion bed ®ummi, bauerhafter wirb. Sr ft e d fR e c e p t. 6 Soth ©atläpfel, 2 „ Vlauboh, 3 „ grünen Vitriol, 1 „ @ummi arabicum, 1 .l?anne guten Sffig. 180 -cie ®aHäpfel unb baS 53lau^olj werben ju einem groben Pulver ge« mac^t, unb nebft ben übrigen Sngrebienjien in ein ®efä§, baS entweber in einem gä^en von St^en^oh ober in einem fieinernen Kruge befielt, ge* fdjüttet, unb täglich 4 bis 6 uJJal umgerüljrt. 3n 14 big 16 Sagen ober audj früher, wenn man baS ®efäg an einen warmen Ort [teilen fann, ift bie Sinte jum ®ebraud) fertig, obwohl ein längeres Steifen bie Sngrebienjien immer beffer unb enbtid) ganj auflöft unb fowo^l eine fdjwärjere §arbe, als eine größere Sauer ber Sinte bewirft. Siefe fo gubereitete Sinte, ob fie fdjon etwas bla^ auS ber Jeber fließt, erfjält 2 bis 3 Sage na^ bem S^rei* ben eine gute, fdjwarje garbe. £äfjt man aber biefe ©inte in einem großen irbenen, nidjt fupfernen, ®efä^ einige 3e^ über kern ^euer abraudjen (bis jum Kodjen barf man fie nidjt tommen laffen), fo wirb biefetbe viel f^wärjer unb beffer. 3 w e i t e S 91 e c e p t. Sie ©attäpfel unb baS 53laubolj werben ju feinem ^ulver gefto^en, unb mit ®ffig in einem irbenen Sopfe eine ^albe Stunbe lang gelocht, hierauf wirb ber Sopf vom ^euer genommen, unb bie SRif^ung, nadjbem fie in biefem 3uf^nbe ^alb abgetüfjlt ift, burd) ein leinenes Sud) in baS ®cfä^ gegoffen, worin fie aufbewa^rt werben foH, (woju man fidj, wie oben bemerft worben, entweber eines ^äfjdjenS von ©i^en^olj, ober eines großen fteinernen KrugeS bebieut) unb worein Vorder ber Vitriol unb baS ®ummi gefdjüttet worben. Um bie burdj baS ^iltriren von bem 33obenfa$ abgefonberte Sinte wegen Abgang ber abftringirenben Materie ftdjer ju fteHen unb biefe ju er« fe^en, fo ift ratbfam, berfelben etwas gröblich gerfto^ene ©aUäpfel, bie von bem feinen Staub burd) ein Sieb abgefonbert werben, beigufe^en. 9?ebft ben ©aKäpfelu fann man nod) einige Stüden (Sifen in baS ®efä^ legen, um bie Säure ju fättigen, unb einen wefentlidjen 33eftanbtljeil ber Sinte beftänbig wieber ^erjufteKen. Sie auf biefe 5Irt bereitete Sinte bleibt unveräiiberlidj unb wirb, wenn bie bamit getriebene Sdjrift and) ^unbert Sabr alt ift, immer von gleidjer Sdjon^eit ju finben fein. SritteS 9? e c e p t. Ueber 8 Unjen fd)Warje, grob gefloßene @a(I* äpfel unb 4 Unjen 53Iauboljfpäne (wo^l etwas ju viel), 12 ^funb Sßaffer jur ^älfte eingefodjt unb burdjgefeiljt. Sem Secoct (3lbfub) werben fobann 4 Unjen Sifenvitriol, 3 Unjen ®ummi unb 1 Unje Kupfervitriol beigefügt 9?adj 24 Stunben fdjüttet man bie Sinte vom Safje ab unb füllt fie auf ^lafcfjen. Um iljr eine bläulidje f^arbe ju geben, fügen 5D?andje nod) Snbigo bei, ber aber nidjt abgefo^t werben barf, fonbern erft in 33itriolfäure auf« gelöft werben mug ; ein Umftanb, ber vielleicht nidjt ganj ohne Sinwirfung auf Rapier unb Sinte bleibt. Viertes 9? e c e p t. 9ftan fodje 6 Quart ober ein unb ein halb 9Jla^ SBaffer eine Stunbe über iölau^oljfpäne, inbem man baS verbänftenbe Sßaffer wieber jufe^t. 3ft ber Slbfub abgcjdjüttet unb abgefühlt unb bis auf 5 Quart ober Stoppen mit faltem SBaffer ergänzt, bann wirb 1 -ßfunb twarje ©aüäpfel, 4 Unjen SifenVitriol unb | Unje Kupfervitriol, festeres mit etwas 2lbfub, ju einem Seig gefloßen, unb 6 Unjen ®ummi beigefügt. fünftes 9tecept. 1 s^funb 33(au^olj wirb infoviel äöaffer abge» fodjt, ba^ man 10 ^funb garbbrülje erljält, ju welken man IflOOO, alfo unqefäljr 1| Quenten gelbes djromfaureS Kali hingufe^t. Sie Sinte ift nun fertig unb fann fogleid) gebraust werben. 5lHe 3ufä§e, wie ®umnv 181 n. f. w. fmb fdjäbli^. Sßenbet man mehr ©hromfalj an, als angegeben, fo wirb bie Stinte fdjledjt, unb nimmt einen unangenehmen braunen ^arbenton tn. ©iefe ©inte bat ben großen IBorjug nor bet ©aUäpfelbinte, baß fie feinen 33obenfa£ fallen läßt unb immer fdjwarj unb bünnflüffig bleibt. (Sin bamit befd)riebeneS Rapier fann 24 Stunben an einem feud)ten Drte. ja felbft im 2ßaffcr liegen, ohne baß bie Schrift jer^ießt ober aueß nur fRänber be« fommt. 2ludj mit Söaffer üerbünnte Säuren jerftöreu fie nidjt unb änbern nid)t bie f^arbe, wäßrenb bie gewößnlidje ®aKäpfelbinte berfdjwinbet unb eine auS Slaußolj unb Vitriol bereitete rott) mirb. ©ie Stahlfebern merben burd) fie gar nidjt angegriffen, vielmehr oor bem fRoften gefdjü^t. SedjteS fRecept. äRan übergießt 4 Sott) fdjwarje jerftoßene ©adäpfel unb | Sotß arabifdjen ®ummi mit 10 Sotß SRegenwaffer unb fe^t nad) 24 Stunben 20 ®ran bis jur SJöt^e calcinirten @ifeubitriol ju. ©iefe ©inte, weld)e fogleid) fdjwarj wirb, foU bie Stahlfebern nicht im ®eringften angreifen. 9? o t h e © i n t e bereitet man auS 2 Sotß ^ernambudfpänen, 8 Quentchen 2llaun, 1 Sotß arab. ®ummi unb etwas ©ocßeniHe. SRan tljut biefe Sngrebienjen jufammen unb fodjt fie in SBeineffig gelinbe ab. 2. 2Ran taffe 4 Unjen gemahlenes 33rafilienholj brei Stage lang in SBeineffig aufwei(f)en ; man erßi^t eS bann bis jum Sieben unb erhält eS eine Stunbe lang in biefer Temperatur, worauf man eS filtriren muß. SBäßrenb eS noch heiß ift, löft man barin ben britten St heil einer Unje arabü f^en @ummiS auf unb ebenfo Viet 3uder unb 2llaun. 9?ad) bem ©Halten bringt man bie ©inte in glafdjen, weldje man gut üerfdjließt. 3. ©ine noch fdjönere ©inte erhält man, wenn man einen ©odjenille» tlbfub anwenbet unb ihn mit 2Immoniat verfemt. 4. ©ie fdjönfte rothe ©inte erhält man enblid), wenn man Karmin in fluffigem 2Immoniat auflöft, baS überflüffige Slmmoniat üerbunften läßt unb eine geringe iIRenge farblofeS arabifdjeS @ummi jufe^t. 5. Um eine fdjöne r o 11) e ©inte ju ntadjen, nimmt man einfad) 21 n is l in, löft baffetbe in Ooljot auf, unb fe^t fo viel Söaffer ju, als nöttjig ift, um bie Söfung bünn genug ju ntadjen. 2lnilin, baS auS ^oßlentheer gewonnen wirb, hat eine bunfelgrüne §arbe. Sobalb eS jebod) mit Sllfohol in Berührung fommt, färbt eS fid) augenblidlid) rott), ©ehörig oerbünnt giebt biefe ^lüffigfeit eine fdjöne intenfivrotl)e Stine, unb ift eine ©radjme Anilin für 10 ©entS genügenb, um ein halbes 5ßint berfelben herjufteUen. $8 l a u e ©inte anjufertigen nimmt man Serlmerblau unb loft eS in äReerfaljgeift auf, unb gießt mehr ober weniger Stragacantl) mit SBaffer hinju, je nad)bem man bie ©inte heller ober buntler haben will. £ur Bereitung bergrünen©inte gebraucht man 2 Sotl) gefloßenen ©rünfpan, | Sott) ®ummi, 1 Duentdjen ©urcume, mit 1 fRößel warmen SBeineffig vereinigt unb gehörig umgerührt. @ e l b e © i n t e, bie wohl am wenigften gebräuchlich fein mö^te, ber» fertigt man auS | Quentchen Saffran, in berhältnißmäßig viel ®ummiwafjer heiß gemacht unb aufgelöft. ©urd) 3ufaÖ bon etwas @ummi gutti erhält fie eine feljr feßone ho^gelbe §arbe. ftodh berbient bemerlt ju werben, ba^ man auß bem Safte ber Sigufler* leere mehrere Gattungen farbiger ©inte bereitet: fdjwarje, mit einer ^uflofung bon fauren Saljen ; rothe, mit ©lauberfalj unb Salmialgeift; purpurfarbige, mit Urin ; grüne, mit Sifenbiiriolauflöfung ; blaue, mit SBeinfteinfaljauflofung. 182 91. nnaustWWare, 31t 1. Wa» nimmt: 500 ©rammen ^ienru^, 125 „ ^of)le von Sßeinrebe, 125 „ ^ople von 3u^er, 500 „ Äo^le Von Sumpen, 60 „ Onbigo (Guatemala), 500 „ Seim (^lanbrifc^er, 1 Siter Salmialgeift, 12 „ Saljfäure von Seaume. ©ie $?of)len, ber Äienru^ unb 3nbigo merben gepulvert unb geliebt, man Vermengt bag ®anje in einem marmornen SRörfer mit flanbrifc^em Seim, meld) er vorder in 1 Siter eineg bur^gefei^ten ^Ibfubß von grünen ©aßnu^fc^alen unb SBeibbaßen aufgelöft mürbe; ba biefe Sluflöfung biet ift, fo fefet man if)r bag ?lmoniaf ju, meldjeg bag ^luflöfen beg Seimeg crleicp» tert, ©er jobereitete ©eig mirb mo^lriec^enb gemalt, unb in einem gut» verf^loffenen ©laggefä^e aufbema^rt. 2ßenn man bie ©inte machen miß, lerretbt man biefen ©eig auf einer SRarmorplatte, big fiel) jmifdjen ben Ringern nid)tg mehr fühlbar madjt, jerrü^rt i^n nad) unb nad; mit ben 12 Sitern Saljfäure unb bringt bie glüffigteit in Souteißen. ©iefe ©inte miberfte^t mieber^olten äßafdjungen unb ben fräftigften fReagentien. 2. Unjerftörbare ©inte madjt man auf bie 2ßeife, ba^ man eine Unje @ummi, eine palbe Unje 3uder unb eine Ijalbe Unje effigfaureg 53lei in 2 ^ßfunb reineg Gaffer auflöft. hierauf lä^t man einen «Strom von Sdjmefelmafferftoffgag burd)ge^en, um bag Sleifalj ju jerfe^en unb |e$t bann, nadjbem eg eine Minute lang getobt ^at, 2 Duentdjen vergan# genen ^ieurug ^inju unb t^ut eine gleite Quantität gemo^nlic^er fc^marjer ©inte Ijinju. Sin anbereg SRittel, eine für bie Säure unjerftörbare ©inte ju fabri« jiren, ift folgenbeg : 2Ran tod)t 2 Sotb ^ernambud^olj mit 24 Soll) äßaffer, fe^t ein Sot^ ^llaun gu unb ttjut unter bie burd)gefeipte ^Ibfodjung 1 Sot^ @ummi arabi» cum unb 2 Sotl) fein geriebenen SBraunftein ^inju. Selanntlid) jerftört bie Säure, vorjüglid) bie Saljfäure, bie fdjmarje ©inte auf bem Rapier. Sie tömmt aber gemö^nlid) mieber fdjmu^ig $um SBorfdjein, aud) finb bie bamit beftrid)enen Steßen nidjt mefjr ju betreiben. Sine leidjt jerftörbare ©inte unb nod) ein einfadjeg Mittel ^ierju, bag er» mätjnte Unanneljmlicpfeiten nidjt bei fid) fü^rt, mü^te fe^r angenehm für Seilte fein, bie viel 311 concipiren fjaben, um ipnen bei Vorfaßenben Sorrec» turen bag Umfdjreiben von 53ogen ju erfparen. 183 92. ^Hnfe aus ^lofenßfaffern jn ma^at. äRan ne^me eine Quantität frif^cr fRofenblätter, t^ue fie in einen neuen irbenen £opf unb todje fie mit Gaffer jugefe^t, fo ba§ baß @anje eine bide SBrütje wirb. Qiefe feilet man burd) ein Sud) unb brüdt aud) bte 9?ofenblätter auß. Qiefe ^lüffigteit mu^ eine £eitlang fteljen bleiben, biß fie fidj ^inlänglid) gefegt ^at. ^ierauf feilet man fie ab unb fe^t fo viel Gifenvitriol ju, biß bie Sinte fjinlänglidie Sdjwärje erlangt ^at. ßß wirb tjierburd) eine feljr wohlfeile, faltbare, fd)öne fdjwarje ©inte erhielt, bie baß vor ber gewöhnlichen vorauß hat, ba^ fie, namentlich bei gut verfchlof* fenem ©intenfaffe, ftetß einen angenehmen fRofenbuft um fich Verbreitet. 93. ^infe jum ^ei^nen Der 1. 5D?an toft 1 Soth ©ffigfaureß SRagno^pb in 3 Soth Söaffev auf. 2Benn bie Schrift bamit auf bie Sßäfdje gebracht werben foU, fo mu| bie Stelle Vorder erft mit folgenber Sluflöfung geträntt, getrodnet uub geglättet werben. 1 Quent eifenblaufaurem ^ali, | Quent arabif^em ®ummi in 3 Quent 2ßaffer. Sobalb bie Schrift» ganitroden ift, wirb fie mittelft eine« ^ßinfelß mit einer Sluflöfung von 1 Quent 2Ie^fali in 10 Quent äöaffer überftridjen. 2. 2Ran löft 22 Soth fo hlenfaureß Patron in 85 Sott) beftillirtem SBaffer unb gibt 20 Soth gepulvertes arabif^eß ©ummi ju. ^Inberntheilß löft man ■ 11 Quent falpeterfaureß «Silber in 20 Quent SImmoniaf unb vermifcfjt biefe Sofung mit ber erfteren. hierauf erwärmt man bie Ver» mifdjten f^luiba, woburd) fie gerinnen unb grauf^marj werben; alßbann tverben fie braun unb Har. tätigt bie ©inte an ju todjen, fo betommt fte eine foldje (Sonfiftenj, ba§ fie leicht auß ber geber fließt. 3. 9Ran löft 5 Quent falpeterfaureß Silber in 12 „ beftillirtem Sßaffer, 5 „ arabifdjeß ®ummi, 7 „ toljlenfaureß Patron unb 10 „ SImmoniat. ©iefe Subftanien werben, wie vorder befdjrieben, bemäntelt unb man erhält eine fehr bunfel gefärbte ^lüffigfeit, wenn man etwa 5 ^Jrocent vom* ®an;en verbunften lä^t. Sie eignet fid) jum Stempeln unb jum 3fi^ven mit ßgablonen. 4. 9Ran löft 22 Quent fohlenfaureß Patron in 25 „ beftillirtem SBaffer auf unb 17 „ falpeterfaureß Silber in 42 „ Salmiafgeift, brittenß löft man 20 „ arabifdjeß ®ummi in 60 „ beftillirtem 2Baffer, 184 mifdjt le^tere $luflöfung mit ber Sobaauflöfung unb bann mit ber ^luflöfung ton falpeterfaurem Silber, worauf man enblicf) nod) 33 Quent Kupfervitriol in bem ®an:en auflöft. 5. 3m Raubet tommt eine unter bem tarnen italienif^e ©inte jum 3eitncn ber SBäfdje vor, weldje aus @olbd)lorib befielt. ©a8 Seinenjeug wirb beim (Siebrand) biefer ©inte mit einer ^mnfaljlöfung in Söaffer vorder befeuchtet unb tvieber getrodnet. SBeim Zeichnen entftept ein ütieberftlag von ©olbpurpur, ber auf ber ^afer haftet. 6. SKan löft 11 Quent falpeterfaureS Silber in 22 „ Salmiatgeift. ferner löft man 22 „ frpftaUffirte Soba in 13 „ fodjenbem beftiUirtem SBaffer, fe^t 50 „ arabifdjeö @ummi unb 2 „ Saftgrün ^inju unb vermifd)t bann nad) bem Srlalten beibe fflüffigteiten. ©ie mit biefer ©inte gejeidjnete Sßäfdje mirb mit einem heilen Sifen fo lange gebügelt, bi$ bie ffarbe bie gehörige ®d)ivärje ^at. 7. ißurpurrotlje ©inte. SKan löft 1 Quent faQfaureö ißlatinoppb in 4 Soth beftiUirtem SBaffer. 2ßenn man bamit bie Stelle ber SBäfdje befdjreiben wiU, fo mu^ man ,ol^e juerft mit einer Sluflöfung von 3 Quent foplenfaurem Patron, 3 „ arabifdjem @ummi in 3 ?oth SBaffer tränten, trodnen unb glätten. * Sobalb bie 3ei^wng vottftänbig troden ift, fo jieht man mit einer biegfamen fieber jeben Sd)riftjug nad) mit einer Sluflöfung von 1 Quent faljfaurem ^tnnoyhbul in 4 Sotp beftiUirtem SBaffer, tvobei bie Sudjftaben fofort eine fehr f^one purpurrote Färbung anne^men. 8. SD^an jerreibt eine beliebige Wtenge falpeterfaurcö Silber mit ber entfpredjenben Quantität Sßeinfteinfäure in einem Dörfer. Sll^bann gie§t man beftiUirte« SBaffer ^inju, woburd) fid) ein frpftaUinifdjer iRieberfdjlag Von meinfaurem Silber unter ffreimerben von Salpeterfäure bilbet. Vettere wirb nun forgfältig mit ^Immoniaf neutralifirt, inbem man gerabe fo viel $lmmoniat anwenbet, als erforberlid) ift, ba» weinfaure Silber aufjulöfen. Schließlich fe^t man nod) ®ummi, ffarbftoff unb Gaffer ju. 9. Sine anbere SSorf^rift befte^t auß ber eben befchriebenen ©inte, ju weldjer nod) eine ammoniatalifd)e ©olblöfung jugefet^t wirb. 10. ÜRan löft lj Quent falpeterfaure§ Silber, 2 Quent arabifteä ®ummi unb | Quent Saftgrün in 2 £ot^ beftiUirtem Sßaffer 185 auf. SBenn man mit biefer Sinte auf Seinraanb fdjreiben »iH, fö muß man le^tcre mit einer Sluflöfung Don 2 Sotß fol)lenfaurem Patron in | ^funb Sßaffer befeuchten unb »ieber troden »erben laffen. 11. 2Ran löß 2 Quent falpeterfaureß Silber in 6 Quent SBaffer unb fe^t fdjließlidj 2 Quent ißßanjenfchleim ju. SBei ber mtwenbung biefer Sinte auf Seinwanb muß biefelbe Dorier mit einer Sluflofung Von 2 Sott) tohlenfaurem Patron in | $funb Gaffer, »eldjer 2luflöfung man eine Heine Quantität Saftgrün jufe^t, befeuertet unb »ieber getrodnet »erben. 12. T?an löft 1 Quent falpeterfaureß Silber, 1 Quent ^ßflanjenfd)leim in 5 Quent beftiUirtem Sßaffer unb färbt fdj»ad) mit Saftgrün. 53ei bem (gebrauch muß baß Seinenjeug mit einer ^lüffigteit, bie anl einer ^luflofung von 2 Sott) fohlenfaurem Patron, 2 Soth arabifeßem ®ummi in 12 Sott) 2ßaffer befielt, befeuchtet werben. 13. SRan mifeßt 1 Setr manganfaureß ^ali mit 1 ?otß ißfeifentßon unb rü^rt bie 9D?ifd)ung mit SBaffer ju einem SBrei an. tiefer wirb mittelfl eine fieber auf bie SSäfcße aufgetragen, Sie Scßrift erteint erft grün« (iöß, wirb aber alßbann braun. Seife unb fd)»a^e Säuren greifen biefe Scßrift nidjt an. 14. @ute, reine Sifenfeilfpäne ober Heine eiferne 9?ägel roerben in ein @efäß getßan unb mit reinem Sßeineffig begoffen. 9?un wirb baß ®efäß an bie Sonne ober auf ben Qfen gefteUt unb bleibt 6-8 Sage fteßen, biß baß (Sifen völlig oypbirt ift, bann gießt man bau Älareab, filtrirt eß burd) gofd)papier unb jeidjnet vermittelft einer fieber bie 2Bäfcße mit biefer Sine« tur, »ete nad) bem Srodnen gelb erfeßeint. Siefe Sucßßabeu tonnen nie auß ber Seimvanb vertilgt werben. 15. SJtan verbünnt ^üßnermeiß, mit ca. bem gleichen Volumen 2Baf« fer unb rü^rt biefe glüffigteit mit einem ®laßftab fo lange lebhaft um, biß fie gehörig Sdjaum bilbet. Sann filtrirt man bureß feine Seinwanb unb mifeßt £eingeriebenen £innober auf baß Snnigfte mit bem ^iltrat, wobur^ man bei genügenbem 3ufa$ 3innobeyg eine bidlidje glüffigfeit erhält. Siefe trägt man auf bie ju jeidjncnbe 2Bäf^e mit einem gebertiele auf unb überfährt nad) bem Srodnen bie 9iüdfeite ber betriebenen Stelle mit einem 'ßlatfeifen, ivobnr^ baß Eiweiß coagulirt unb bie Schriftzüge auf bem @e« mebe bauerhaft fipirt werben, fo baß fie von Seife, ^Italien unb Säuren nießt angegriffen »erben. Siefe Sinte läßt ft in gut Verfdjloffenem @lafe lange auf bewahren, ohne ben fußvenbirten Zinnober abjufchneiben. 186 94. ^mpafßetif^e eher unft<^f6are. ©ie einfadjfte Slrt fpmpathetif^er ©inte ift ßwiebelfaft, tueldjer, au$ ber ^roiebet gebrücEt unb auf gewöhnlichem Rapier $um Schreiben benagt, leine Spur gurüdläßt. ©ie Schrift wirb fiditbar, wenn ber in bag Oe» ^eimniß (Singeluei^te bag Statt Rapier einige 2Iugenblide ber SBärme beS ^euerg augfejjt. ©od) bie ^wiebel hat einen unangenehmen Oerud), treibt bie ©hränen in bie Gingen, alfo bürften SQJand): bieHeid)t na^fte^enbe ©inte Porten, ©iefe befteht einfad) aug-^obaltfalj unb Söaffer; non beut erftern werben 32 ©ramme in 1 Sfunb SSSaffer gefdjüttet unb fobalb bie ^tüffigfeit eine rofa Färbung erlangt, bebient man fiel) ihrer atg ©inte. 2öie ber 3wiebelfaft, läßt fie feine Spur auf bem Rapier jurüd unb bie Sdjriftjüge treten erft an ber SBärme beg ffeuerg ßerbor. Sobalb bag Rapier ertattet, öerfdjwinbet bie Schrift wieber, fannjebo^ nöthigenfatlg burd) Erwärmung beg ^apierg am ffeuer nodj 10 SRal Verbot» gerufen werben. 2. SRan gießt eine gteidje Stenge Sßaffer unb Satpeterfäure über etwag reineg Duedfilbcr, unb läßt biefe berbünnte Säure ein paar ©age lang über bem üuedfilber flehen, big nidjtg mehr bon festerem fich auflöft. SRit biefer 5luflöfung fdjreibt man bann, wie mit gewöhnlicher ©inte, unb bie Schrift wirb auf erwärmtem Rapiere fd)ön fdpoarj erfdjeinen. 3. 9Ran löft 2Bigmutt) in Satpeterfäure auf. 2öenn nun bag mit biefer ^tüffigfeit ©efdjriebene bem ©ampfe ber SchwefeUeber auggefe^t wirb, fo wirb eg ganj fdjwaq, alfo fiditbar werben. 4. SRan löfe grünen Sitriol unb ein wenig Satpeterfäure in Söaffer auf. 5Rad)her werben fteine gefloßene Oattäpfet in Söaffer gethan unb in 2 ober 3 ©agen bie fflüffigfeit abgegoffen. SBenn man algbann mit einem, in biefe gweite Sluftofung getauften ^infet, über bie mit ber erften Slußöfung gefdjriebenen Sudjftaben ^inwegfäbrt, fo wirb bie Sdjrift fdjön fdjwarj er» fdjeinen. 5. 2öenn man mit einer ^luflöfung bon Sleijuder ober fatpeterfaurem Sßigmut^o^b in Sßaffer Rapier betreibt unb wäf^t nachher bie Sdjrift mit in SBaffer gelöftem Sdjwefetwafferftoff, fo erfeßeint bie Sdjrift fdjwarj. 6. 3Ran fo^t 4 Soll) verfloßene ©alläpfel in berbünntem Seibewaffer unb fe^t 2 Sott) Vitriol unb etwag Satmiat ^inju. 9?ad) ber angeführter Sorfdjrift erhält man eine ©inte, bie, wenn man bamit Rapier befdjreibt nach einem ©age wieber berfdjwinbet. 7. Slaue fpmpathetifd)e©inte. äRan beijt juerft bafi Rapier mit einer fd)Wad)en 5luflöfung bon Äleefäure; nad) bem ©rodnen fdjrcibt man mit einer Söfung bon fatpeterfaurem Äobattojpb. @g bitbet fid) blaueg opatfaureg Äobaltojpb. Schreibt man mit einer Sluflöfung bon Oifenbitriot in Söaffer, läßt trodnen unb wäfdjt nachher mit einer Söfung bon Slutlaugenfalj in Sßaffer nur fcßwach nad), fo erfdjeint bie Sdjrift ebenfallg blau. 8. Oelbe fpmpathetif^e ©inte. SRan f^reibt mit ^Intimonchlorib unb befeuchtet bie trodne S^rift mit einer ©alläpfetab» fodjung. Ober man fd)reibt mit einer fd)wad)en Söfung bon ^upferdjlorib. ©ie|e Scßrift bleibt fo lange unfichtbar, alg man fie nid)t erwärmt. (Srwärmt man fie inbeß, fo erfcheinen bie Sdjriftjüge fdjön gelb unb eg oerfdjwinbr* beim Slbfühlen bie f^arbe boUftänbig. 187 9. ® r ü n e fpmpat^etifdßc©inte. 2Ran fdjreibt mit einer Sofung von Kobaltdßlorib mit einem geringen 3ufafc öon einem SRidelfalj. Seim Erwärmen erfdjeintbie Sdjrift fdjon grün. 10. Si^tbraune fpmpathetif^ße©inte. ÜRan löft in 2 Sott) beftittirtem Sßaffer 1 Duent. bromfaure« Kali unb 1 Duent. blauen Sitriot. ®ut ift e« hierbei, Wenn man ben blauen Vitriol burd) 1 Sot^ Slltofiol entfärbt. «Schreibt man mit biefer ©inte auf Rapier, fo ift bie S^rift bet gewöhnlicher Temperatur nid)t fidjtbar, erwärmt man inbeffen ba« ißapier etwa«, fo tritt fie in Iid)tbrauner f^arbe hervor unb Verfd)Winbet nad) bem Slbtühlen wieber. 11. purpurfarbene fpmpathetif^eTinte. SBenn man mit ®olbchlorib auf Papier fdjreibt, läßt trodnen unb befeuchtet bann bie Scßrift mit 3innfa^töfun9> f° erhält man eine golbpurpurfarbige Schrift. 12. SBenig betannt ift bie Sluflöfung be« Kobalt« in Satjfäure, womit man bie Säume einer gezeichneten 2ßinterlanbfd)aft mit unfidjtbarem Saub au«geftattet, unb fie an ber §itje be« f^euer« grün au«fd)lagen läßt. 95. Pinte für ^eöer, ^ei||ßfe^, pinft. gür Veber, £ud), Seinwanb u. f. w. 1. 2Ran nimmt 4 Soth Sifenfeile, 2 Soth gefloßene ©aHäpfet, 4 Pfunb fdjarfen SBeinefftg, bermif^t Sitte«, läßt bie SKifdjung bei mäßigem Kohlenfeuer einfteben unb feiht nachher burd)- SWan tann jur befferen Sonfiftenj etwa« arabifd)e« ®ummi jufe^en. 2. 9Jlan mifdjt in einer SReibfdple 1 Sott) gepulverten ®rünfpan, 2 Sott) gepulverten Salmial, i Soth Kienruß mit 10 Sott) SBaffer unb bewahrt bie äRifcßung in einer glafdje auf, bie Vor bem ®ebraudj gut gefdjüttelt wirb. 3. © i n t e 3 u m S d) r e i b e n a u f SB e i ß b l e d). SRan löft 1 Soth Kupferfpäne in 10 Sott) Salpeterföure mb vermifdjt biefe Söfung mit 10 Sott) SBaffer. Seim @ebraud) wirb mit einem ^eberliel auf ba« SBeißbled) gefc^rieben. 4. S e r e i t u n g einer unjerftorbaren f^warjen®inte a u f 3 in t- ©iefelbe befielt au« einer Sluftöfung von Kupfervitriol in SBaffer, wetdje« feßwad) mit @nmmi ve^bieft ift unb einen Heinen 3ufa$ von Äien* ruß enthält. 3n Snglanb bebient man fid) jum gleiten 3>ffd einer Sluf* [äfung von piatind)(orib in SBaffer. 188 5. £weite Forf^rift. DJian mtfdjt unb (oft 30 Soth gepulberten ©rünfpan, 3 Soth arabifdjeß @ummi mit 30 Sott) ©almial, 300 Sott) äßaffer. 8 Soth Äienruß, ©aß @ummi mirb in bem SBaffer gelöft, bie feinen ^ßulber in biefer Sofung fußpenbirt, unb mit biefer glüffigteit f^reibt man mit einem geber» fiel auf baß .ßintbled). ©iefe ©inte wirb in ber pharmaceutifdjen Sd)itle in ^ßariß angewenbet. 6. © $ r e i b b i n t e m i t 2Ö a ff e r g I a ß bereitet. SBenn man bie $itr Bereitung ber ©ufdje benu^te fein jert^eilte ^Jople mit fiefelfaurem Äalt [äöafferglaß] anreibt, fo erhält man eine fo leidet nicht jerftörbar* ©chreibbinte. 96. au^utö^en. SRan tann ©inte biß auf bie leifefte ©pur außlofdjen, wenn man baß Rapier abwechfelnb mit einer Sluflöfung bon unterctjanfaurer 5ßottafc^e unb QpaUSäure wifdjt, woju man fiel) eineß tameelhaarenen''ßinfelß bebient, unb, fobalb bie ©inte üerfdjwunben ift, eß mit djemifdj reinem Sßaffer gut abfpüft. 97. £tufe, ßarfe, ßer$u^elTen. ^ßrof. Föttcher in ^ranffurt ^at eine arte ©inte entbedt, bie man ohne ®efäß in bie ©afdje fteden unb ba^er (ehr gut auf Reifen gebrauchen fann. SJlan tränet mehrere blätter Fließpapier mri ^nilinfchmär je unb preßt biefelben bann feft jufammen. ©o oft man fpäter ©inte braucht, wirb ein ©tüd bon bem Rapier abgeriffen, SCöaffer barüber gegoffen unb bie ©inte ift fertig. 98. ^inte, uerBCet^fe, wteber Ijeqttfleffen. ©efdjriebeneß, baß vor bitter unleferli^ geworben, fann wieber^trge= (teilt werben, baburd), baß man baß Rapier mit einer ®aUauflofung ober einer Sluflöfung bon Ffutlaugenfalj, leicht fäuerlicß gemacht mit ©aljföure, anfeu^tet unb bie ^luflöfung fe^r forgfältig mit einem ^infel bon Äamcelß» paaren aufträgt, um ju bereuten, baß bie ©inte außläuft. 99. e uor jtt bewahren. ©ehr hüußg ^ört man bie ^lage, baß bie ©inte (dßimmle unb bab tr<h jum fernem @ebraud) untaugli^ werbe. ©aß einfachste Mittel, nm bett Stimmet ju bereuten, ift ber Ä r e of o t. Sinern Quart © inte einen emsi- gen ©ropfen jugefe^t, Derpinbert aUeö ©djimmeln. 189 100. ^ungmtffd, neue. 1. 3n Snglanb büngt man im grütjähre auf befonberS ju empfehlenbe SBeife, menn bie SBinterfaat träufelt, jurüdgeblieben ift unb burd) ben ^roft gelitten hat, mit einer (Sompofition von fRu^, Saubenmift, $lfdje unb anbern Stoffen, momit bie Saat überbedt, unb fo gegen etmaigen Staben burd) bürren Sommer gefd)ü£t ift. Ser fRug thut bei (betreibe unb bei allen ^ülfenfrüdjten, auf SBiefen unb bei ^utterträutern ebenfo gut Sienfte als bieS bei ben Obftbäumen ber f^aH ift. @in Scheffel fRu^ tl)ut fo gute Sßir» tung mie ein f^uber SRift, maS bie Snglänber redjt gut mtffen unb ihn treuer antanfen. (Sr mirb mie man Samen fäet über bie Saat auSgeftreut. 2. 2ßie alles Reue mit ^ro^en ^Infeinbungen ju fämpfen hat, fo ift eS bis je^t audj mit ber ©rünbungung gegangen. SRan hat biefelbe mit einjel* nen ^ülfenfrügten, ^utterfräutern u. f. m. in Slnmenbung ju bringen ver« fud)t unb bei jiemlid) teurer ^crftellung bod) fein günftigeS Refultat erzeugt, ©er ungeheuere Gottheit, ben bie ©rünbüngung aber hat, unb mie bil» lig biefelbe ift, mirb man leid)t ju erfehen im Staube fein, menn man bie Samen «Her möglichen Unfräuter fammelt unb biefen jur SluSfaat benu§t. Siefer ift auf Söiefen unb auf Reibern mit großer Sei^tigteit ju fammeln, foftet bemnad) faft gar nid)tS. 2Ran menbet biefe SüngungSmeife vor unb nad) jeber @rnte an unb faun fo auf leichte SBcife minbeftenS einmal jäfjrtid) fämmtlidje gelber, bie bann bei einer §01)6 beS UnfrauteS von ungefähr einem gu^ unb fobalbbaf» felbe nod) nid)t in Samen übergegangen, tüchtig umgepflügt iverben, auf eine fehr billige unb vortheilhafte 2ßeife büngen. 3. SaS lanbmirthfdjaftlidje Äafino in Sßalborf hat eine Quantität @uano jur Äartoffelcultur vermenbet. (SS (teilte fich babei heraus, ba^ auf einjelnen Reibern hierburd) 30 bis 38 ßentner Kartoffeln auf 100 ißfunb ®uano mehr gemonnen mürben. 4. @S finb fd)on viele 53erfud)e in 33ejug auf bie Söirffamfeit von Salj als Süngmittel angefteUt. Sod) ift bis je£t nodjRiemanb im Staube gemefen, ju entfdjeiben, ba^ Salj ben SßachSthum ber ^flanjen beförbere, ober bie ^rudjterjeugung unterftü^e. ©roljbem haben viele Sanbroirthe großes Vertrauen auf bie Sßirffamfeit einer Saljlage, menn biefelbe im Frühjahr, beim beginn beS SproffenS, ober frühjeitig im^erbfte auSgeftreut mirb. Srei Sufdjel auf ben 2lder finb hinreid)enb für eine ®rnte. Sie 3bee ift, bajj eS baS Stroi) fteif ma^t-gemifj ift übrigens, bafj §oljafd)e für biefer B^cd gut ift. 101. unb auf ^üin ju üBertragen. SaS um» ober überjubrudenbe Söilb, Kupferftid), Steinbrud ober Setternbrud mirb iu Salpeterfäure gelegt, fo ba^ bie Säure ungefähr eine ober jmei Linien barübet fteht. 9Ran mad)t jugleidj eine ^luflöfnng oon Srudfirniff in SaVenbelöl, fügt etmaS Sruderf^märje hinju unb beftreidjt hiermit baS in Salpeterfäure liegenbe 6ilb burd) einen ^infel. Sie ^ett- theile lagern fid) fofort auf beffen fdjmarje Steile, mährenb bie meinen Stellen beS ißtatteS nidjtä bavon annehmen. hierauf gie^t man bie Säure ab, fpült, um jebe Spur oon anl)ängenber Säure ju entfernen, forgfältig mit 190 MBaffer nad), legt bann nad) einigen 3J?inuten baS 53ilb auf ben xubereiteten Stein unb läfjt nun ba§ ®anje mit jiemliep ftarfem ©rüde burcp eine ^reffe gepen. S0?an erpält fonad) einen genauen Umbrud, ftobei ba§ Original nidjt im ®eringften (eibet. SBon biefem Umbrude tann man, nad) geftöpn« hcp einpaltenem «erfapren, fo biel Silber abgiepen, als man ftiö. Sei Äupferftupen unb Steinbrüden feplt biefen, ftie allen Umbrüden, naturli^ etftaS Don ber öoUen Sdjärfe unb ^einpeit ber Originale : anbere ©rud« fachen bagegen tommen fepr fcparf unb beftimmt unb bei einiger Hebung tann pierin ftirtlid) etftaS ®ute$ geleistet fterben. 102. unb gintferftiQe w reinigen. 5UJan befeftigt beu Sßogen burd) (Sopirjmeden auf einem Brette, mäfdjt ihn mit einem Sßaffer, metdjeS auf bie Pfanne etma 1| Unjen tohlenfaureS ?Intmoniat enthält. ©aS Sßafdjen mu§ jeboch forgfältig mit einem jarten ißinfel gefdjehen. ©ann fpült man ba§ Rapier mit Sßaffer ab unb mieber* holt ba§ Verfahren auf ber 9tüdfcite beffelben, fobalb e§ troden ift. 9?un bene^t^man eS mit Söaffer, meldjeS burd) reinen Söeineffig eingefäuert ift unb mäfd)t e§ hi^uf nochmals mit äßaffer, bem man etmaS dhlorfalf ju» gefegt hat. Snblid) fpült man eS nochmals ab unb trodnet eS an ber £uft, bei <Bonnenlid)t. @S mirb baburd) voUtommen mei^, ohne ba§ ber ®rud Schaben leibet, ©urdj biefe SKethobe hat man fd)on mertljvolle Sti^e reftaurirt 103. Bau de Cologne unb Bau de mille fleurs feC6|l $u bereiten. 1. SD^it mäßigen Poften tann man eS in vorjügli^er ®üte anf fol» genbe SBeife opne ©eftiUation bereiten : sIRan gie^e in ein @efä§ mit Spiritus vini 2 Soth SMmatinßl* (Sffenj, 1 Sott) 93ergamottöM£ffenj, 3 ©uentd)en ditronenöl^ffenj unb 1 ©uentchen Savenbel^ffenj, mifche biefeS 2lUeö forgfam in einer gläfernen Souteille über Sohlen unb laffe eS ruhen, bis eS hdl mirb. (Sinen nod) an* genehmeren Oeru^ giebt eS, menn man bea Spiritus vini über fo öiel frif^e ©rangenblüthen filtrirt, als ein Gürtel beS ©eiuidjteö beS Spiritus ift. 2. 3u 2 ißfunb moglid)ft mafferfreient SOßeingeift fe^e man 15 Sro» pfen StoSmarinol, 15 Tropfen deberöl, 30 tropfen Sergamottöl unb 5 Tropfen (Sarbamomöl, fdjütte alles mol)l burd) einanber unb vertheile eS in ®(ä)er, bie bann, mohl vertortt, aufbemaljrt merben tonnen, Ta ein fd)mad)er Sßeingeift bie eben ermähnten ätherifd)en ©eie liiert üoHfommen aufjulöfen im Staube ift, fo mirb vermittclft eines fold)en bie ^lüffigfeit ftetS getrübt erfdjeinen, maß bei ^Inmenbitng von 85procentigem 3lltohol aber niemals ber f^aU fein wirb. 3. Trei Soth Sergamottöl, 1 Soth (Seberöl, ein halbes Soth Samen* belol, 24 Tropfen iReroliöl, 24 Tropfen 9loSmarinöl, 24 tropfen 9?el= fenol, 15 tropfen Thpmianöl, 20 Tropfen 3immtot ein ha^cv iDlofdjuS. Tiefes 2lUeS mirb nad) einanber in 3| 3Ka^ vomreinften Spirt* tuS gelöft. 3lüecfni^i9 ift Sropfen Salmiafgeift hinjujufügen, moburch ber ©uft nod) belebenber mirb. 191 4. Eau de mille fleurs, ächte ® o r f d) r i f t franjofifdjer 6 briltnten. Sergamottöl 3 OuentÄen, 9?eroliöl | „ (Sitrouenöl „ äRu«tatblüthenol 8 Sropfen, Savenbelöl 2 Scrupel. fRoSmartnol | Stamme, 3immetöl | Drachme, 9tatenol 10 Sropfen, Seere 9J?ofdju«beutel.... 10 Oran, ümbra 8 „ ^eruvianifdher 53alfam. 1 Soth, Hefter SBeingeift 1 5ßfunb. Xüde Subftanjen tä^t man 8 Sage an eiucm mäRig roarmeu Dvtc ^ehen hab fiftrirt fie burd) mei^e« Srudpapier. 104. gier, After itnb ^efdfCe^t berfeföenpt erRenneu. 1. 2ftan (oft etwa 7 Soth Äodjfalj in | halb SJiaafj reinem 2Baffer. Äenn bie ^tuflöfung erfolgt ift, legt man ba« ju prüfenbe @i hinein. Oft baffelbe vom nämlicqen Sage, fo finit e« bis auf ben @runb; mar e« Sag« vorder gelegt, fo erreicht e« nidjt ganj ben Orunb, ifi e« brei Sage alt, fdjroimmt e« in ber gtüffigteit unb ift e« älter al« 5 Sage, fdjmimmt e« oben unb ragt um fo mehr herau«, al« e« älter ift. 2. Söenn man bei ber Prüfung eine« @i'«, inbem man baffelbe $mi« fdjen $luge unb Sonnenlicht hält, ben fogenannten „£eben«punlt" gerabe an einem (Snbe fieht, fo fotl au« biefem ßi ein männlidjer SBogel hervorgehen. Sßefinbet fid) bagegen biefer ^untt an einer Seite, fo foU ein 2öeibd)en im @i enthalten fein. ferner foU man au« ber ^ornt be« @i'« auf ba« ©efdjlecOt fc^tie^e1* tonnen. Söenn ba« ®i nämlich eine längliche unb befonber« an einem Snbe auffaüenb fpife ^utaufenbe ®eftält hat, tann man mit ziemlicher Sicherheit auf einen männlichen (Smbrtjo fchheRen; ift ba« ßi bagegen mehr tugelfor» mig, fo enthält baffelbe faft immer ein Sßeibdjen. SSenn man fomit genau auf bie gorm be« @i'« achtet, fo tann man ganj nad) feinem belieben jebe« ©ef^lecht auöbrüten taffen, eine SDiuglidjteit, welche bi« je^t bei feiner klaffe thierifdjer Oefdjöpfe hat erreicht werben tonnen, unb ein Umftanb, ber von ber größten Sßid)tigleit für ben profeffioneUen kühnerZüchter ift. 105. gier, uon Öen Rößnern vertäte, ju ftnben. Sine $enne, wetd)e @ier $u verlegen pflegt, reibe man, fobalb wian ba« @i bei ihr Salj an ben gegebener, fie läuft bann fchneÜ na$ ihrem Verborgenen viefte, um ba« @i ju legen ; geht man ihr nad), fo wirb man bie verlegten (gier finben. 192 106. gierfegen, Öas, öer kühner int hinter ju Befördern. TieS ift ju 'betverfftelligen, tvenn man reifen Neffelfamen unter ihr Sutter thut. Um biefen Samen ju erhalten, tverben bie großen Neffein gegen @nbe Sluguft abgefdjnitten unb qetrodnet, tvo bann ber Same von felbft abfällt unb getrodnet tverben tann ; audj tonnen fie gebrofdjen unb fo er Same getvonnen tverben. 107 gier ^aßre fang frif^ ermatten. 1. SNan reibe bie aufjubemahrenbeu (Sier, nad)bem man fidj von i^ret ©üte.überjeugt hat, mit Sped ein unb fteUe fie auf ber Spi^e in trodenen Sanb, $Ifdje ober J^Ieie in ein Sa§- Sindh man ße 3wei SNinuten (aber nicht länger) in fiebenbeS Sßaffer. (Sin Tl)eil beS Qimei^eS bilbet bann eine hatte Haut, bie leine Suft burdjlä^t. Tie frifdjen (Sier finfen im SBaffer unter, bie alten unb faulen aber fchtvimmen oben. 2. SNan lege biefe in aufgelöstes Äodjfalj unb laffe fie fo lange barin« nen liegen, bis fie ju 53oben finfen ; barauf tverben fie h^auSgenommen, getrodnet unb aufbetvahtt. Ta fid) baS Salj h^rauSgejogen, fo halten fid) bie (Sier lange £eit, ja Sahre lang unb haben, namentlid) hatt genoffen, einen ganj vorzüglichen ©efdjmad. 3. NeuerbingS finb noch anbere SKethobeu in Oebranth gefommen. Nach ber einen tverben bie (Sier in ein fluffig gemachtes ®emenge von einem Ttjeil 2ßad)S unb jivei Theilen fetten DelS getaud)t, nad) ber anbern anftatt biefer getthüfie mit ÄoUobium überzogen. Tiefe verfdjiebenen SNe» thoben erreichen benfelben 3lü£tf-$Ibfd)lufj ber Suft auf ben Snhalt ber (Sier. 108. gier, gefrorene, ßrau^ßar pt ma^en. TieS gefdjieht baburd), menn man frifdjeS Srunnenmaffer mit Salj vermifd)t unb bie Sier hineinlegt Hierburd) mirb ber ^roft auS ihnen ge» jogen unb fie tverben roieber fo gut tvie juvor. 109. gterpufoer. Hühnereier fönnen auf bie teichtefte Söeife in Pulverform jn fpäterem . ©ebrau^e an Suppen, ju Qiertudjen, ju ®rob ufm. beivahrt tverben, in* bem man bie Sier auSf^lägt, quirlt, auf Teller gie^t, bei gelinber Ofen* Oit§e trocfnet, biß eine fefte SNaffe entfteht, tveld)e bann gepulvert unb iv luftbid)t üerfdjloffenen @efä^en trodeS aufbemaljrt tvirb. Qin Pfunb folgen PulverS ift ungefähr 60 Qiern gleich- SoldjeS (Sierpulver ift ein jehr traf* tigeS unb gutes, unb namentlid) unter allen Umftänben leidjt ju verfpeifenbeS NahrnngSmittel, beffen £ubereitung allen Hausfrauen empfohlen tverben tann. 193 ill. ©tngepen, wtoer 'as, woKcner 2Benn bergleidjen Stoffe gewaf^en werben foHen, fo mu^ man fie ft hei§ wie mogltd) wafdjen, unb wenn fie rein finb, fogleid) in ba« lältefte SBaffer tauchen, al«bänn au«ringen unb trodnen laffen. ©aburch wirb ba« Eingehen berhinbert xl2. gtsßetetfttng, Rünftfi^e. 1. SBte^n^olte Serfuche betätigen, ba^ eine ^Rifdjung bon 4 Unjea falpeterfaurem Ammonium, 4 Unjen fol)lenfanrem Patron unb eben fo nie' ^Baffer in einem jinnernen @efäpe fdjon in 3 Stunben 10 Unjen Ei« geben 2. Um im SBinter, felbft bei berhältni^mä^ig miloer SBitterung unb unabhängig bon Seen, Seiten, bluffen u. f. w. reine« (Siö in jebem ge= wünfdhten Quantum unb mit fe^r geringen Äoften jn fabriciren, hat man nur nothig, an einer Stelle, wo genügenber 3UPU^ bon reinem Söaffer [DueUwa^er] borhanben ift, au« rohem ®ebält ein mit bielen ffenfterofr nungen [bie jebod) nid)t burd) ^enfter, fonbern nur burd) Bäben berfc^lie^* bar finb] berfchene« ©efrierhau« ju errichten, unb bamit in Serbinbung ftehenb ein gut conftruirte« Ei«hau« bon paffenber @ro§e. £ur eigentlichen Eisbereitung bebient man fid) einer entfpredjenben ^ln§a^I hölzerner nahmen in wel^e au« fehr ftarlem unb befonber« für biefen ßwed gewebtem Sauim woüftoff hergefteUte Sehälter, bie alfo eine gewiffe ^ßorofität befreit, einge» fe^t werben. ©iefe Sehälter füllt man mit bem in Ei« ju berwanbelnben SJaffer, fe^t immer je hier foldjer Nahmen mit gefüllten Sehältern überein^ anber, lägt in bem ©efrierhau« burch Oeffnen eine« ©h^8 ber Bäben einen anhaltenben £uftjug entftehen unb unterhält biefen Buftjug fo lange, bi« ba« Sßaffer in benSaumwoKftoffbehältern boUftänbig ju Ei« erftarrt ift. ©a| hierbei nid)t allein bie burd)jiehenbe falte Buft, fonbern aud) bie Serbunftung be« burd) ben SoumwoKenftoff fidernben Sßaffer« jur Sefd)leunigung be« Oefrieren« beiträgt, bebarf faum ber Erwähnung. 3ft ber Ei«bilbung«r procefj beenbigt, fo bedt man über je bier foldjer Nahmen nebft erftarrtem Inhalt einen genügenb großen haften unb lä^t einige SRinuten lang etwa« ©ampf juftrömen. §ierbur^ löfen fid) bie EiSblöde bon ben Sßänben be« baumwollenen Sehälter«, foba^ fie, nadjbem ber ©ampffaften mieber abge* hoben worben ift, leid)t burch Umbrehen ber Nahmen hcrau«faUen. ©ie baumwollenen Sehälter finb, um ba« §erau«faHen ber Ei«blode ju erleid)» tern, nid)t genau mintelredjt, fonbern bie UBanbungen berfelben laufen nach innen unb na^ bem Soben hin etwa« fdjräg ju, fobag fich ber freie fRann. ber Sehälter bon oben nad) unten etwa« berjüngt. ©ie Sehälter nebft ben Nahmen bürfen nur fo grof? fein, ba^ ff» bo« 2 3Rann leicht bon einer ©teie jur anbern getragen werben tonnen. 113. @ifeu mit Rupfer 31t ?ofe eine beliebige äRenge blauen Vitriol in heilem SBaffer unb wiq eifern* (KeaenftSube hinein, ben Anbem iiag finb fie übertupfert. 194 114. gifen non ^ta^t $n unterteilen. dm biefeß burd) einen ganj einfadjen d)emifdjen ^ro^efj ju bev I» Heiligen, nehme man gemöhlidje täuflidje Salpeterfäure (Scheibemaffer'i unb Derbünnc biefelbe fo mit Gaffer, ba^ fie nur ganj fd)Wad) auf bie klinge eines gewöhnlichen jTaf^enmefferS wirft. 2öirb nun ein tropfen biefer Der« bünnten Säure auf eine Stahlflinge gebradjt, einige Minuten barauf ge* taffen unb fobann mit Söaffer leife abgemafdjcn, fo hinterläßt fie einen f^marjen Sluf Sifen gebracht unb ebenfo wie im Dorigen ^atle De» hanbelt, Derurfacht ein Sropfen biefer Säure aber feinen fdjwarjen, fönbern einen weißlich grauen ^ted. 115. gifen gegen öie ^inwirRnng Der jLnft jn f^it^en. 9Ran Derfelje e8 mit einem 9lnftridj auS 3*™, ^ogelleim unb öelfirnifj, woburd) e§ aufjerbem eine f^öne ©olbfarbe erhält. 116. gifenmit einem guten ^ar6enan|lrt^ ju verfemen. Sinen fehr faltbaren, gegen fRoft fdjüfcenben ^arbenanftrid) auf Sifen, »eitler juglcid) aud) eine Sifenfarbe befi^t, erhält man, menn Seinälfirniß ober Leinöl mit JJReißblei Derfetjt unb bamit ba§ Sifen angeftridjen mirb. (Sin f^marjer, glän^enber, gegen 9?oft fd)ü^enber Ueberjug fann and) baburd) pergefteUt werben, baß man auf ftarf erstes (Sifen einen Slnftridj Don Xalg ober Schweinefett, 2Bad)8, Seinol unb ^ecp aufträgt unb fobann ba$ Sifen fo lange über Äoplenfeuer hält, bi§ ber ^Inftrid) troden ift. 117. ^ifen maguetit ju ma^en. SERan lege ba§ ju magnetifirenbe Sifen in ber SRidjtung Don ERorb nacp Süb auf ein anbereS Sifen unb ftreidje e§ nad) berfelben fRi^tung wieber« polt mit einem brüten. 2ßenn man ^noblaud) an einen SRagnet legt, ober ihn bamit beftreid)t, fo benimmt man ihm feine ^ra ft. 118. ^ifeu^ergotdung auf Mattem ^ege. Sin ST^eil @ummi arabicum unb ein Xljcit Salmiaf loft man in Srunnenmaffer auf, beftreidjt bie ju Dergolbenben Stellen bamit, legt bann baS Slattgolb auf, brüdt e3 an unb mifdjt ba§ Uebrige meg. 119. gfeMtrifirmatiueu ftet$ wir am ju ma^en. ®tefe§ Verfahren befte^t barin, baß man mit Seife einen leid)ten Strid) auf beiben Seiten ber Scheibe einer Sleftrifirmaf^ine Dom Zentrum nad) ber 5ßerip^erie jieht. ®urd) biefe einfache Operation erhält man ju Beiten, Ido fid) bie SRafdjine ohne baffelbe fehr fdjledit mirffam feigen mürbe, bie beften 9tefultate, unb gleich bei ben erften Umbrel)ungen mirb man finben, ba^ alle Uebelftänbe, wet^eauS ber ^eudjtigfeit ber Suft herrühren, gänjli^ befeitigt finb. Sinb bie ben Sonbuctor tragenben ©laSfänlen mit einem Ueberjug Don SdjeUad Derfeljen, fo h«t man and) barauf einige Striepe mit Seife ju machen unb fobann mit trodnev Seinmanb bie Säulen 31t reiben Ä > ift Kar, ba^ hierbei weiter nichts gvf^itljt, atö baß eine unbemerlbare ©^id)t Von faftiger Materie jwifdjen bie Qberfldd)e beS ®lafeS unb bie um» gebenbe feuchte Suft gebracht wirb.-Dbwo^l man burtf) bie mitget^eilte @r« faljrung bie 2Bid)tigleit beS ßinfluffeS feudjter Suft auf bag (Gelingen eleftri* fd)er (Sjperimente nur nod) meljr beftätigt finben wirb, fo glaubt man bod) mit 9?ed)t, baß eg weniger bie feudjte Sufi felbft fei, welche bie eleltrifdjen $3crlufte veranlaffe, alg vielmehr bie geringe Sfoliruuggfä^igfeit beg ©lafeg. in feudjter Sufi. ( 120. gffenßem ober ^no^en f^warj jn färöen unb jn Biegen; Saudje bie Stüde auf furje 3<üt in eine fdjwa^e ^lu^öfung Von fal* peterfaurem Silber, fe^e fie fobann bem Sonnenlicht aus, bis bie geroünfdjt« f^arbe erreicht ift. Elfenbein ju biegen : Sllaun 1 (Xheil, loft man in Sßaffer, 64 Steile, auf, mifdjt baju Saljfäure, 2 Xbeile, unb legt ba$ (Elfenbein in biefe ^lüf* figfeit 24 Stunben lang, unb e§ ift bann völlig biegfam geworben. Sin fol^eß ®ab mu§ natürlich in gläfernen ober ''ßorjeHangefäfjen, ber ®röfje beS StüdeS entfpredjenb, gemifdjt werben. 121. Endivien fange ^eit friftß jn erraffen. Sie werben vor völligem Eintritt beg grofteg an einem red)t trorfenen SKittage aufgenommen, abgepu^t, jufammengebunben unb fo umgeteljrt mit ben Sölättern in einem Keller in feu^ten Sanb eingefdjlagen. 2ftan mu^ fie aber vor Kälte unb vor ben Käufen bewahren. 122. gntenfehern jum eleganten ^eßrau^ ]u nerwenöen. 9Ran laffe leine mit glänjenbem ^eberf^muct am §alfe verfebene @nte, fobalb fie gefdjlad)tet ift, rupfen, fonbern bie fdjöne glänjenbe $aut am $alfe abüe^en unb von einem Weißgerber gatjr madjen. 123. grßfen in ganj tajer weit^ pt fto^ett. 3J?an mift^e folgen Srbfen eine Keine Quantität Soba, ungefähr einen Kaffeelöffel voll auf eine Portion von fedjg ^ßerfonen, bei, wonad) and) felbfi (Srbfen, weld)e mehrere Dahre alt finb, ganj weid) todjen. 124. ®iefe tann man fid) verfdjaffen, wenn man fie auf lange (Streifen Von umgewenbeten fRafen ftedt unb biefe in ben Kell er ober fonft an einen vor bem 5roft gefc^ü^ten 'ßla§ (egt. SQan b ringt fie admälig an bie Suft unb bann ing f^reie, na^bmi bie ftärlften Kräfte vorüber finb. 125 grßfen-^ofen jn trodinen. 3ftan nimmt ßierju gewöhnliche ^etberbfen, weber ju jung nod) ju alt aub enthülft bie (Schoten. 2luf ein Quart Kerne lommen ungefähr 4 Sott) 3uder, weldjer in einer Staffe fiebenben SBafferö aufgelöft unb bann über bie Kerne unter beftänbigem Umrühren gegoffen wirb, baß alle Kerne ange- feuchtet werben, hierauf (teilt man fie in einen Kodjofen, rührt fie noch öf« terö um unb nimmt fie nad) einer falben Stunbe ober eher ab. 9J?an trod= iier .um bie K.r :e unb bew.; ,r. . l^ebraud) inirgenb einem ®efäße auf. 196 126. ^rßfen, gefrotBnefe, pt magren. ©ie getrockneten ©rbfen, welche bekanntlich an Naprpaftigleit noch bie ©etreibearten übertreffen, föden burd) eine ber Bereitung oon ©erftenmalj ähnliche SBebanblung ungleich leichter oerbaulich gemacht werben, unb jus gleich einen angenehmeren, bem her jungen ©rbfen ähnlichen ©efchmad er^ halten. 2Nan weiht nämlich biefelber 12 bis 18 Stunben lang in lauem SBaffer ein, lä^t bann baS SSaffer abtropfen unb Sichtet bie ©rbfen in Häufen auf, bie man 24 Siunben fS felbft überlast, in welcher Bett ber ^etmproce^ fo weit fortgefchritten fein wirb, baß bie kl.inen SBürcelchen bie Schale beS Samens burchbrechen, ©abei oerwanbelt iS, wie beim JJlal; jen ber ©erfte, etwas oon bem in ben ©rbfen enthaltenen Stärkemehl in Buder unb man pat jeht nur uöthig, biefelben mit Gaffer ju übergteßsn unb ooKenbS weid) ju kod).n. 127. frBfenRäfer, Rittet dagegen. 3u biefem Sehufe wirb angerathen, 2 ©hl'^e gefloßenen ungelösten Äalk, 2 Jpede Slfcpe unb 1 ©Ijeil Salj über bie ^rbfenfaat au ftceuen. Slnbere empfehlen baS ©eprenaen mit ©ppS jur Beit tes '2lufbiud)ö ber SBlütpen, wieber anbere baS fBegießen mit einer bünnen Sluflöfung oon ©ijenoitriol. ©emih ift, bap bie beiben lebten SDlittel fepr ocitpeilpaft auf ben (Ertrag ber @rbfen wie aller Hülienfrücpte überhaupt wirken. 128. ^rßpwnrjt ju Bereifen. Nachl'tehenb geben wir baS Nejept ;ur Bereitung ber fo berühmten ($rbS wurft, unb hoffen, bafj biefelbe balo als peimifcheS tßrobukt ouf bem piefigen SDiarkte auftauchen wirb. 3ur HerfteHung ber ßrbSwurft werben gebraucht: 1. brei Sorten ©rbSmepl: gebämpfteS, conbenfirtes unb boppelt conben^ firteS; 2. heftet Nmbfleifch, auf 75 abgebämpft; 3. Sped, ein ©rittheil fetten, jwei ©rittheil magern, - ber Speck muß oor bem tBet brauch entölt fein; 4. einpaffirte ^wiebeln, oerfchiebene ©ewürje unb üupulluS, jur Erhaltung ber ©rbSwurft. 129. ^rbßeeren, gcfrodinefe. äöenu bie ©rbbeeren red)t reif ftnb, Sneibet man bie ganzen Strauber recht langftielig ab, binbet 3 big 4 jufammen unb hängt fie im ©laSpaufe ober einer Stube bicpt hinter bie genfter gegen bie iUlittagsfonne. Sinb fie oöÜig getrodnet, fo bewahrt man fte in einer Kammer ober Stube auf, wo e§ nic^t feucht ift. ©le fo getrockneten ©rbbeeren finö, wie bie frtfc^en, # ein gutes Mittel regen Hartleibigkeit u. f. w. Sßaren bie ^rüd)te fdjön, fo finb fie auch getrocknet ein wohtf<hmcdenbeS Nafhwerf, ©effert u. bgl. 130. ^tbßeeren ate ^eifmtffef gegen bie ^i^t. ©rbbeeren merben als vortrefflich^ DJHttel gegen ©ichr, NhenmatismuS, (Sdjroinbfucbt u. f. w, anemSfohlen. ©S finb ^ier namentlich bie 'löaloerb; beeren gemeint, bie man mit etwas 3uder, °hne 3ul'S 1,011 $ßein, geniest. Nud) jur ©rhaltung ber [ollen fie von feljr wefentlidjem ©influß feni. ©er föftlidje ©rbbeerfaft leiftet befonberS in l)i$tgeu fiebern trefflidje ©ienfte. SRan bereitet ihn, inbem man auf 1 5ßfunb beS auSgepre^ten SafteS | 5ßfunb 3uder nimmt, beibeS unter einanber mifdjt unb bann eine halbe Stunbe fodjen ober abbämpfen läfjt, bis bie SERaffe bie gehörige Sh« rupSbide ^at. 3n einem gut verftopften ©lafe tann man biefen ©rbbeeren« f^rup lange aufbewahren. ©er gro^e 9?aturforfcher Sinne ertheilt ben ©rbbeeren baS größte Sob unb üerfidjert, ba^ fein ®ewäd)S ihm in einer UnterleibSfrantheit fb wefent* lidje ©ienfte geleistet habe, als fie. Sntfdjieben ift bie ©rbbeere baS angenehmfte unb milbefte SRittel gegen ^artleibigteit unb anbere UnterleibSbefdjwerben, unb nid)t bloS bie {^rüdjte, fonbern audf bie 53lätter unb 2öurjeln ^aben mebicinifdje SBirtung. Sie wirten als mxfgufj ober $Ibfod)ung auf bie Verbauung, bie ©ade unb fjaupt* fäd)lidj auf ben Urin. ©ie blätter ber (Srbbeeren, jung gefammelt unb im Statten getrodnet, geben einen bem ächten djinefifdjen ganj ä^nlid)en ©^ee, ber nidjt nur beffer fc^medt, fonbern ber ©efunbljeit and) viel juträglidjer ift, als ber im Raubet meift vorfommenbe gefärbte fogenannte djinefifdje ©bee. Um eine gute Srnte ju erzielen, ift zweierlei bie §auptfa&e. 1) ba| man bie Stöde 3 IjödjftenS 4 -3abre an berfelben Stede tragen läfjt unb auS ben Ausläufern eine neue ^flanjung an anberm jßla^e in nahrhafter (Srbe heranjieht, babei aber ja feinen frifdjen thierif^en ©ünger anwenbet. 2) bafj man bie Stode in ber 58 l ü t h e $ e i t tüdjtig giefjt, ohne babei bie Sölütljen felbft ju benoten unb im Frühjahre bie Srbbeerftöde Vor ber iBlüthe mit ©hp§ überftreut. 3^* man Srbbeeren in Seeten, fo thut man wohl, biefe etwas tiefer anjulegen, als bie 2Bege (Steige) ringsumher finb. 131. grblwr-^ttttttr Betreffend. 1. Sei ber großen Sßi^tigteit ber (Srbbeere in mebicinifc^er $infid)t unb bei i^rer großen Annehmlidjteit, ihrem fdjönen ©efdjmad, ift fie wohl ge* eignet, ade mögliche Sorgfalt auf ihre (Srjiehung ja legen, eS bürfte baljer für bie, bie baS Serfahren nod) nicht fennen, ©rbbeeren jweimal im (Jahre ju ernten (wenn man nid)t lieber bie Monats = (Srbbeere cultiüiren wid), bie iRittheilung biefeß Verfahrens von Ontereffe fein. 2Ran mufj nämlich gleich nad) ber erften Srnte im Frühjahr alle Slätter unb bauten biß auf ben äßurjelftod ber ^flanjen abfdjneiben, biefe mit (Srbe bebeden unb wie ge= wö^nlid) begießen. ©ie ^flanjen fdjlagen von EReuem auS unb treiben fehr bidjte Süfdje, bie kaufen, welche auf ber @rbe Einlaufen, um Sdjöfjtinge ju bilben, werben weggenommen. ©S bauert nidjt lange, fo entwideln fiel) mehr Slüthen, als tm Frühjahre, unb feiert ^rü^te an, bie ju ©nbe beß (SommerS, ober ju Einfang beS ^erbfteS reifen, je nad)bem man bie Arten, bie 2id)tauSfe^ung unb bie 3^1 beS Segie^enS wählt. 2. Um Srbbeeren in ber hödjft möglidjen Sodfommenheit unb SRenge ju erjiehen, gräbt man bie Stede, ein Sett ober eine Sinfaffung, biefe 1 gmfj breit, 1 ^u| tief aus, bringt | gu^ 3(e9^ft£ine/ 3Ranerf^utt, ©affentotfj, ^oljerbe u. bgl. hinein unb füdt | §u^ fruchtbare ©rbe oben barauf. Sßä^ renb beß Sommers werben ade Ausläufer abgefdjnitten, nidjt abgeriffen, unb 198 im ^rüljjahre han^h0^ Äompoft über bie Stode gebreitet, ohne fte ju be» hatten, nur muß baS Uniraitt entfernt werben. ®er Äunftgärtner $. ^aquin in Lüttich tief? runb um bie (Srbbeerpflanjen 3i£9el(teine legen, woburd) bet heißem Leiter bieSBurjeln feuchtunb bei liegen bie sJJ(lanjen reinlich blieben, inbem bie SRanten (id) über bie Steine hinftredten unb bie Stocfe auffaUenb reichlich ftrüdjte tragen. 3. Um (Srbbeeren (pät im 3ahre ju jiehen, barf man nur bie blätter, Slumenftiele unb Ausläufer berfelben fid) ungehinbert entwicfeln laffen, unb wenn bie SBlumenftiele in votier iBlütlje (tehen, blätter, iötüt^en nnb $lu8» läufer einige 3°^ bom 53oben glatt abfdjneiben, baß ganje ®ett (tarf begießen unb bann wie bie übrigen (Srbbeeranlagen behanbeln. 3n 6 bis 7 Wochen werben bie fßflaujen wieber fo weit fein, als (ie Vor bem Söefdjneiben •waren. ®ann aber bleiben (ie auch nt^ $3lüthen unb Früchten bebedt, bis fid) bie erften ^röfte ein(teUen. 132. ^rb^öm^ vertreiße«. 2Ran ftreue MH)en tvarmen ^ferbemift fein jerrieben auf bie eben ge» fäten Äol)l' unb &übenarten, fo bid)t auf bie Oberflädje beö £anbe$, ba§ 9?id)t$ von berfelben ju fehen, ivoburd) bie ©rbflöhe abgehalten iverben. (Xben fo ivirb auch Sohe mit gleichem Erfolg angemanbt. Seinfaamen feuchte man, um ihn vor biefem Ungeziefer jn beivahren, furje 3eit »or ber ^lugfaat mit etma§ Seinöl an unb menge ihn red)t bnrdjeinanberber fo jubereitete Samen wirb von ben (Srbflöhen gänjlid) befreit bleiben. 2. fIRan nimmt eine £>anb voll getrodneten unb ebenfoviel grünen ÜBermuth, tod)t biefeö in 2 Quart Sßaffer, unb menn eg fühl geroorben ift, fo befprengt man beg morgeng einige üRal bie jungen Pflänzchen mit einem öefen ober irgenb einem SBifd). 133. Erfriere« Bei ^afte 51t Vermittlern. ift fd)on häufig vorgefommen, baff reifenbe Perfonen, befonberg fru^gänger, bei ftrenger Stätte unb in tiefem S^nee halb mübe gemorben, fid) niebergefe^t, SBranntmein getrunfen, eingefdjlafen unb erfroren finb. 2)ieg ju verhüten braucht man nur auf bergt. tReifen ein Stüd^en SJampher bei fiep ju führen unb menn man fid) ermattet fühlt, bavon ju effen. ®er» felbe erzeugt eine fold)e Sßärme im Körper, ba^ bie Kräfte mieberfepren unb bag Ceben baburd) erhalten ivirb. 134. grfct'nmingsmittef, 06 hoffen- unb ^etben(toffe Jieinen ober enthalten. ^on ben vielen hierzu empfohlenen SRetl)oben finb oie meiften fdjmierig auSjuführen unb erforbern Säuren ober anbere d)emifd)e Seftanbtljeile. golgenbeg fehr einfache Mittel tann, menn and) nidjt in allen, bod) in fehr vielen fällen jur genaue^ Unierfudjttng eine« ©emebes bienen.-SRan fdjneibet von bem ©emebe ein vieredigeg, 1 biß 1| 3°^ grogeg Stüdchen ab, fabelt eg ber Quere unb Öänge (ber Äette unb bem Sinfd)lag) nad) aug nnb Verbrennt einen f^aben nad) bem anbern am -Sterjenlid)te. ®ie ^öaurn» modern, $anf» ober £einenfäben verbrennen mit lebhafter flamme, hinter» taffen feinen 9tüdftanb unb geben ben ächten Oerud) verbrannten Seineng ; 199 bte SBoflen* unb Seibenfäben ßingegen brennen fdjledjt unb bilben an ber Spi^e eine fdjwammige Äoßle, welche ißre weitere Verbrennung aufßält; e« entwidelt fid) babei ein (tarier, unangeneßmer @erucß, ber ju cßaratteriftifrf) ift, um einen 5lugenblid einen ^weifet jujulaffen. @g laffen fid) mithin bie Sln3aßl ber Sollen» unb Seibenfäben unb ber Baumwolle leießt 3äßlen. Tiefe bottfommen genaue 5Inalpfe erßeifeßt leine wiffenfcßaftlicße Äenntniß unb ift Sebermann jugänglid). 135. für ben fett ft ju verfertigen. 1. 9hmm auf ein ®efä§ Von 14 9Ra^ 7 SRafj reineS S3runnenmaffer, 4 9Ra^ ^ornbranntrtein unb 4 bis 6 Söffet voll §onig. Sie im ^ä^cn befinblid)e WJaffe mirb ftarf bur^einanber gefdjüttelt, baS ®efä§ fobann jugef^lagen unb 9 äßodjen unangerührt auf einer marinen (Stelle jum Stillliegen gebracht. fRadjher jie^t man ben (Sffig auf ^lafdjen. Um ben @f[ig ftärter unb früher fdjarf ju machen, merfe man 2 Quentchen 53er# tramSronrjel (Anthemis pyrithrum) unb etmaS SBeinfteinfalg mit inS Sä^en. 2. 9hmm auf 1 ÜBeinanfer 3 Quart guten 53ranntmein, 1| ißfunb §onig unb | ißfunb SBeinftein. 2luf biefe Sngrebienjen gie^e man fo viel gefochteö unb mieber bis jum lauivarmen äuftanb jurüdgefehrteS SBaffer, bag j beS ®efä^eS bamit gefüllt merben tonnen, rühre 2lüeS gut um unb fe^e eS an einen marinen Qrt. Sen SBeinftein unb §onig fchütte man aber erft atSbaim inS f^afj, menn bie DJlaffe völlig abgefühlt ift. 3. Qtbinärer 53iereffig. SRan nimmt eine gro^e glafche ober einen Steintrua, in melche man etliche Stüde Sauerteig unb eine ^anbboU 9?ofi- nenftengel mirft. tRad) unb nach gie^t wan n^e Zeigen Von Srophahn ober mnftigem gutem 53ier in biefen ^rug, fe^t fie auf ben ^euerheerb, nicht meit vom fetter unb fchafft fich fo einen guten, braudjbaren @ffig. 2Birb er etma fahnigt, fo gie^t man ihn burd) einen reinen Sappen. 4. 2Rit menig 5lufmanb, SRüpe unb 3eit tann man einen guteu (Sffig verfertigen, menn man eine Earnie SBaffer unb eine tarnte 9Iepfelm ein unter etnanber mifdjt, 6 Soth gemöhnlidjeS^auSbadenbrob ^ineinmirft unb bieS 8 Sage an einem marinen Qrte ftehen lägt. iRadjher feilet man ben ©ffig burd) ein Such in ein ®efä^. Serfelbe §ä(t fid) fehr lange fo. 5. Sege ein eigenes $ag roährenb beS marinen 2BetterS auf ben Spei* eher unter baS Sad), mo eS marin ift. Sa hinein gie^t man 1 ober 2 (Gallonen flaren, gegähnten Siber, unb lägt baS Spunblod) offen. 3n 2 bis 3 Wochen mirb eS fdjarfer @ffig fein unb DJiutter genug angefe^t h^en, um mehr Siber hinju ju gieren. 9hm fährt man fort, von £eit ju £eit ein meuig mehr hinju ju fchütten, bis baS f^a^ voll ift. 6. Um 3 ©attonen (Sffig ju erhalten, toche man einen '^intbecher (| ©ad.) Söelfchtorn, bis eS etma halb weich ift, bringe bie Corner mit ebenfoviel gemühnlidjem Sgrup in einen Ärug ober mehrere Ärüge unb fülle biefe bann mit heilem SBaffer. Ser DJiaiS wirft als §efeftoff, unb bie 9Raffe geht halb von ber meint» gen in bie faure ©ährung über, menn man bie ^rüge unverftopft 2 2öod)en lang in ber Sonne ober in ber marmen Sonne ftehen lägt. Statt beS Sp* rupmafferS mag manand) 3Iepfelmoft nehmen. 200 7. Wohlfeilen ©ffig aug getrodneten Dbftfd)a(en ju bereiten. | & Aber bringen ofterreid}ifd)e blätter folgenbe SRittheilung eineg Pfarrer« 3d) fann nidjt umhin, einen 33erfudj mitjutheilen, ben id) burd) ben ier* floffenen Winter anfteUte. ©a ich e^n 9roFr Qbfteffer biu, fo trodnetc id) alle Schalen unb Abfälle von bem täglich genoffenen Qbfte auf bun £ fen. ©aburd) fammelte ich eine ziemlich große Portion, ©ie getrodntlen 31t fade tljat id) fpäter in ein ©efäß, goß Waffer barauf unb erhielt in jegr firjer «Seit einen feljr guten ©ffig, ber jeben anbern aug bem Äauflabert weit Ober» traf. 8. § o n i g (5 f fi g.-3U einem Quart flaren §onig Itjue 8 Quart warmeb Waffer, gut Vermifd)t. Wenn ber ©ährunggprojeß vorüber ift, fo hat fidj ein weißer ©fftg gebilbet, ber in Vielen Beziehungen beffer alg ber anbere ©ffig ift. 9 3? ü n ft l i d) e r § im b e e r e f fi g.-©infadjer Stjrup, eine ©al* Ione; ©ffigfäure, ein ßalbeg ißeint; Qrrigwurjelthiftur, vier Unjen; würze eg mit Butteräther unb färbe eg mit SodjeniKe. ©ieg ift ber verfänflichfte 3Irtilel, unb wirb von StRandjem bem äd)ten vorgejogen. 10. (£ f fi g Von blauen 33 e i l d) e n ju mad|e n.-©inige §änbe voll 33eild)enblätter übergießt man in einer 33outeilte »uit fd)arfem Weineffig itnb läßt ihn in ber Sonne feft verpfropft biftiUiren. Siefen fid) burd) ^arbe unb ©efdimad augjeidjnenben ^ffig gebraucht man auf bag 33ortheilhaftefte ju Saucen unb mehreren Speifen. Sluf gleiche Weife wirb SRaiblumeneffig bereiuc, von ben 33lüthen ber SRaiblume. 11. © o m ato e*@f fi g. - 2Ran zerftampfe ein ®ufhel reifer Soma» toeg in einem hölzernen @efäße unb vermifd)e biefen 33rei mit einem Quart Waffer; bieg ©eniifd) fteHe man in einer offenen Sonne ober bgl. einige Sage an einen warmen ißla^ unb rüljre eg oft um. Sobalb fid) ein ent. fchiebener (Sffiggerud) entwickelt hat, preßt man bie ^lüffigteit wohl ab un\ läßt fie leicßt beoedt. 9Ran erhält auf biefe Weife einen Vortrefflichen ©ffig, ber nid)t leicht von irgenb einem anberen übertroffen wirb. 136. 5« Bereifen. 3Ran feuchtet ein s^aar Soth Weitem ober Weinfteinrahm mit fcfjar» fern Söeineffig an unb läßt ihn 2 Sage liegen, Wenn er troden geworben, legt man ihn in Weineffig unb läßt ihu abermals troden werben. ©iefeS wuberholt man 4 big 5 SRal. Wuann wirb btt Weinftein zu ißulüer ge- floßen unb in einem ©lafe verwahrt. Will man nun in ber ®efd)Wtuoigteit haben, fo thut man einige 3Refferfpifjen voll in ein ©lag Bier ober Wein. Sind; mad)t 1 Quentchen biefeg ©ffigpulverg 2 Soth Waflec fo fauer alg ©ffig. 137. Cffiß 3« prüfen. 1. 2Ran bringt 2 Sott) ^ifig in eine Saffe unb verbampft ihn auf einer heißen glatte. Sßä^renb big ^erbampfenö foH man atS fReageng bie 9?afe anwenben. Sleibt ber ®er*d) rein nadj Sffig, fo ift unter ber glüffigteit meber Salz» nodj Salpeter ober Sdjwefelfäure, namentlich wenn | ber äRaffe verbampft finb. <? alpeterfäure mürbe erftidenbe Kämpfe, Salj» 201 |äare unangenehm jaure, S^wefelfäure brenjlid) ftinlenbe ©ämpfe geben. Bülent bampft man fort ein, bis nur noch e*n ha^er Fingerhut voll ^lüfftg« feit von 2 Soth übrig ift, unb nimmt bie 3un9e Sur §älfe. Sdjmecft ber SRücfftanb noch etwas fauer, aber angenehm nach (Sffig, fo war berfelbe rein. 3ft er braun, fdjmecft aber nicht wibertich# fo finb blo§ organif^e, unfdjäb* liehe Stoffe barin. Der 9?üdftanb barf trübe, fdjleimig fein, aber nur nidjt bei^enb, rötlich °^r grünlid)4raun, fo finb organifdje ®ifte vorhanben ; ift er ä^enb fauer, fo ift Schwefelfäure vorhanben. Sollte ber SRücfftanb ein Hein wenig fähig ober bitter fd)mecfen, fo ift barauf nicht eher etwas ju geben, als bis nad) weiterm (Sinbampfen 93eifjenbeS ober SaureS herüor* tritt; benn effigfaurer Äalt, effigfaureS ^Immoniaf fann in (Sffig fein ohne ju fdjaben. 2. Sftan I5fe reinen faljfauren 3?alf in wenig 9fegenwaffer auf unb tropfte ihn in ein halbes SIRafs beS ju unterfuchenben unb vorher jur Siebe« hifee erwärmten (SffigS, bede ihn ju unb warte einige Stunben. ©er mit Sdjwefelfäure wirb trübe geworben fein unb nad) 24 Stunben wirb man auf bem $3oben beS Oefä^cS einen weiten, tornigen Sanb finben, welcher jwifdjen ben Bahnen fnirfcht unb ®ppS ift. deiner Sffig giebt leinen Safc. 138. vetßelfettt tmb ^üurc ju geßen. 3Ran thut ein frifdjeS roheS Hühnerei in baS güß ober ben ©opf, ju großen Quantitäten mehrere (Sier. ©er Sffig wirb fehr gefdjwinb beffer. ©ie (Sier müffen ganj bleiben unb bie Schale behalten. 139. gfatße, wollte. 2Ber eine wohlfeile unb faltbare garbe haben will, jum Slnftreidjen von ®ebäuben, f^encen n. f. w., vermiße eine Quantität Sement mit abge« f^opfter füfjer SRild), ju ber erforberlidjen ©ide, um mit einem ^InftreicO^ pinfel aufgetragen ju werben. SS ift eine fdjöne ©robs^arbe unb fdjier ju wohlfeil, um gehörig gefdjä^t ju werben, ©iefelbe ift gleich gut für glattes unb rauheS £wlj, für Stein«, iöadftein« ober gepläfterte dauern, wo nod) leine Delfarbe gebraucht worben ift. Sie wirb fehr hart unb ift fo faltbar als bie befte Delfarbe. Schwan ju färben. - SRoftige 9?ägel ober anbereS roftige (Sifen in Sffig gelocht mit einem Heinen Stüd Vitriol färbt gut fd^warj. 140. ^Ca^en für ^ffumination le^iMldTen. ^Rottje garbe für Sdhau«§lafchen. So^eniHe, jwei Unjen ; 2Jitriolol, ad)t Unjen; pulverifire bie So^eniüe in einem 2öebgewoob«iDlörfer, reibe bann baS ißitriolöl hinein, füge barauf ljinlänglidb Sßaffer hinju, aber all« malig, um ihm bie erforberlidje Stenfität ju geben. ($8 wirb etwa jwei bis brei (Gallonen brauchen. (Selbe garbe. ß^ronfaure« ^ali, Dier Urnen : Sßeinftein, Mei Unten; 2Baffer, jwei ©aUonen. Drange garbe. iRad) einer Sluflöfung Von jweifad) ^ronfaureS ^ali in Shaffer von ber verlangten fjarbe. Purpurfarbe. Subbean, eine Unje; SImnioniatmaffer, fed)8 Ungen. e« Vier unb gmangig Stunben ftehen unb füge bann bie 2luflofung ju ber fßaffermenge, mel^e für bie gemünfchte S^attirung erforber(id) ift. ®rüne ?}arbe. SdjmefelfaureS Tupfer, vier Ungen; 5lmmoniafmaffer, eine hinreidjenbe Quantität. 3ucrft ^fe ba§ fdhwefelfaure Tupfer in 2öaffer «uf, tpue bann ben Slmmonial hingu, bi« eine tlare blaue glüffigfeit erhalten mirb ; bann füge Saljfäure hütju, bis baS guerft gebilöete präcipitat auf* teloft ift unb filtrire enblid). 3ft bie ^arbe gu tief, fo füge mepr Sßaffer ingu. Sölaue f^arbe. Schmefelfaureö Tupfer, eine Ungc; lofe eS auf in gmei ®aUonen SSaffer unb füge ^Immoniafroaffer hingu. Sine tlare blaue ^lüffig» leit mirb fo erzeugt. SRebucire e§ mit Shaffer, bis bie gemünfd)te Stenfität erreicht ift. yRan foUte bei ber £>erfteUung biefer färben reines Stegenmaffer »ber beftitlirteS Söaffer gebrauchen. 202 141. ^arüen, öas, wollener und anderer Stoffe. Sdjmarg gu färben.-$luf 2BoUe, Seibe ober 23aummoUe.- ^ür jebeS Pfunb Xud) nimmt man eine unb eine halbe Urige Samped)eholg»Spttatt unb eine halbe Unge blauen Vitriol. @ie^e eine hinreidjenbe Quantität äßgffer in einen eifernen Reffet, um ba$ ®arn ober Xucf) gu bebeden, ohne ba§ e$ pineingegmungen merben mu§ ; barauf madje man ba$ äßaffer brühmarm unb tau^e baö ®arn ober Tud) einige SRinuten hinein ; menn e§ burd) uuo burd) na^ ift, nimmt man eö mieber heraus unb trodnet eS ; gunäd)ft mirb nun ber blaue Vitriol beigemifd)t, ift berfelbe aufgelöft unb bie äRaffe forg< faltig abgefd)äumt, fo mirb baS gu f^ärbenbe htneingelegt unb eine ^albe Stunbe unter 58rü^i§e barin gelaffen, wobei eS gelegentlich gelüftet mirb; pernad) mirb eS herausgenommen unb in meidjem SBaffer auSgemafd)en. TaS SSitriolmaffer tann man nun in ein anbereS @efäg gieren unb lä^t ben Sam» ped)ebo(g'Sdrattr aufgelöft in einer hinlänglichen Quantität äßaffer, gum Sieben tommen unb fdjäumt eS ab, (egt hierauf baS gu ^ärbenbe hinein, unterhält bie ^arbe bei ber nämlichen Temperatur unb (ä^t jenes eine halbe Stunbe barin liegen, inbem man eS von 3eit gu 3eit lüftet; bann nimmt, man eS mieber perauS unb Iä§t eS trodnen ; bann gie^t man baS Vitriol» maffer gu ber f^arbe, (egt baS gu ^ärbenbc mieber eine ^iertelftunbe hinein unb lüftet eS ivie guvor, bann mirb eS perauSgepoben unb gut gereinigt. Ärapprotp gu färben.-iOian nimmt ein Pfunb Ärapp für fe gmei Pfunb (Sam ober Tud), meidjt ben Ärapp eine iRa^t in einem UReffing» ober Äupfertcffet ein, melcper mit marinem Gaffer fo meit angefüllt ift, ba§ eS bas in ^ärbeube bebedt; am nädjften borgen bringt man auf je ein Pfunb Ärapp, ben man einmeidjt, gmei Ungen Ärappmifqung pingu, burd)» nä^t baS Tu^, reinigt baffelbe in reinem Söaffer, legt eS barauf in bie garbe, bringt ben Reffet über baS geuer, lä^t bie f^arbe langfam brühmarm merben, meldjeS ungefähr eine halbe Stunbe erforbert; lä^t, menn ein peUtreä Siotp geivünfdjt mirb, bie garbe nocp eine halbe Stunbe bei ber nämlichen ^pi£e über bem f^euer, menn ein bunfteres tRotp, länger. Tie Sdjattirung ber garbe pängtvon ber 3eit«be mährenb melcher e§ in ber glüffigfeit liegt. Sßaiin bie Färbung gemacht ift, reinige man ba$ (Sarn ober Tuch äugen* blidlid) in taltem Gaffer unb baffelbe mirb fertig gefärbt fein. iR. - SRan gebraute fein eiferneä ober b(ed)ene§ ®efcpirr. 203 (Selb ju färben.-gür jebeS ^ßfunb 2ßoUe ober Jud) nimm ein ^ßfunb ©etb&otj unb ein Viertel ^ßfunb $Uaun, tljue eS in ein irbeneS (Sefäß, gie^e fo viel ^eißeS SBaffer barauf um bie 2ßoUe ju bebeden unb ^atte eß bie ycadjt tjinburdj warm; todje eS bann eine ^atbe Stunbe lang in einem tupfernen Reffet unb f^wente eS in taltem Sßaffer auS. (Sin viel f^önereS unb bunflereS (Selb erhält man, wenn man anftatt beS ©elb^oljeö fein geriebene ©elbwurjel nimmt unb auf biefelbe Söeife verfährt. (Selb auf SaumwoUe.- Sleijuder, 2j Unjen, Sidjromate Von afdje, 11 Unjen, lofe jebeS abgefonbert in genug weidjem Sßaffer auf, um baS ju ^ärbenbe ju bebeden, weld)eS juerft in bie Sleijuder-^Iuflöfung ge^ t^an unb 20 Spinnten einer mäßigen ^i^e unterworfen werben mufj. Jann ringe man eS auS unb t^ue eS je^n Minuten lang in bie Sidjromate * 5Iuf« lofung unb wieberljole baS 5?erfa^ren, wenn nöt^ig. 2Benn eine ^omeran- jenfarbe gewünfd)t wirb, tljue baS (Sefärbte burd) ^altwaffcr. ®rün ju färben.-ftür jebeö 'jßfunb (Sarn ober Ju$ nimmt man ein Viertel ^Sfunb 2Ilaun unb ein sßfunb @elbl)olj ; weicht biefeö ein um feine Stärte ju betommen, jebodj ni^t burdj Äodjen; burdjweidjt baS Judj bis e$ orbentlid) gelb ift; nadjljer fdjafft man bie Späne fort unb bringt nad) unb nad) bie Snbigo-WHfdjung baju, bis man bie gewünfdjte S^attirung ber grünen Qmbe Ijat. 3e nad)bem bie Färbung ftärfer ober fc^wä^er fein foH, Wirb von ber DJiifdjung eine Unje ober meljr ju ber angegebenen Quantität getrau. Sin fdjönereS unb buntlereS (Srün erhält man, wenn man (Selb» wurjel anftatt (Selbfjol; nimmt unb auf biefelbe Sßeife Verfährt. 53lau ju färben.-Sin wunberfdjöneS 33lau fann man in einer Stunbe auf folgenbe SBeife IjerfteHen :-^ür jebeS ißfunb £ßoUe ober Jud) nimmt man jwei unb eine Ijalbe Unje Sllaun unb ein unb eine Ijalbe Unje SBeinftein; fodje biefe jufammen ungefähr eine ^albe Stunbe lang in einem DJteffing* ober Äupferteffel; je^t neunte man genug warmeS Söaffer, um baS Jud) ober bie Söolle ju bebeden unb färbe eS mit einer Unje ober meljr 3nbigo*2Jtifcbung, bis eS bie gewünfdjte ^arbe ^at. J^ue baS @anje in ben tupfernen Reffet unb todje eS eine turje äöeile unb rüljre eS gut um wä^renb ber ^eit: nimm tS heraus, wafdje eS in flaren taltem SGßaffer auS unb ^änge eS jum Jrod» nen auf. Purpur ju färben.-^ür jebeS ißfunb (Sarn ober Jud) neunte 2 Unjen Subbear, fdjwente baS Jud) gut in Seifenwaffer auS, bann löfe ben Subbear in ^ei^em nid)t ganj toc^enbem Seifenwaffer auf unb weidje baS jufjärbenbe barin ein bis eS bie gewünfdjte f^arbe ^at. Jie f^arbe wirb IjeUer, wenn man baS 3CU9 Sllaunwaffer auSfdjwentt. $eH Sd)arlad)rotl) ju färben.-91o. 1. (Sin vorjüglidjeS 9tejept.)- §ür ein ^ßfnnb (Sarn ober Jud) nimmt eine Un^e SBeinftein, eine unb eine fjalbe Unje So^inede unb ^weiUnjen So^ineHe=2Jlifd)ung; tljue eS in einen meffingenen Steffel mit genügenb Gaffer um baS ju gärbenbe ju bebeden, o^ne bafj eS Ijineingejmungui werben muß ; na^bera eS warm ift, tljue ben SBeinftein unb bie ^älfte ber Sod)inelle ljinein unb todje eS 15 Minuten, bann füge bie $ä(fte ber Soc^inell=2Jiifd)iiiig bei, rü^re eS gut um unb tljue baS ju gärbenbc fogleid) hinein, rüljre eS öfters um unb todje eS eine ^albe Stunbe; bann neljme eS ^erauS, lüfte eS, fdjütte bie garbe auS, unb fülle baS ®efä| Wieber mit reinem Sßaffer ; bann verfahre wie vorder, mit s2luSna^me bc« 204 OeinßeinS, t^ue ben 9?eß ber ßorfjineUe unb ber (SodjinelbSUHfdjung hinein, rüljre eS gut um unb thue baS ju gärbenbe hinein, loche eS eine halbe Stunbe unb rühre eS beftänbig um ; bann nehme eS herauS unb f^wente in faltem 2Bafier auS. ^>eH Scharlachrot!}, 9?o. 2.-®rei Unjen (SodjineHe, brei Unjen 2ßein* ftein unb hier Unjen 3innauflofung ; pulberifire bie SodjineHe unb reibe fie burd) einen deutel in blutwarmeS Gaffer, genügenb baS ®arn ju beberfen ; Wenn eS ein wenig warm ift, thue ben SBeinftein hinein unblodje eS langfam, bann füge bie ginnauflofung hinju. ®aS ®arn mufj mit reinem Gaffer angefeuchtet fein ; tauche eS in bie garbe, bis eS genügenb gefärbt ift. Xrotfene baS ®anje, ehe eS gewafdjen wirb. ®ieS färbt brei 'ißfunb. Söraun ju färben.-gür jebeS ^ßfunb SBoHe nimm ein Viertel ^Sfunb Sllaun unb jwei Unjen Sßeinftein unb fod)e fie eine halbe Stunbe lang. SRimm ein halbes ^ßfunb rotheS ^ulber, ein Viertel ^ßfunb ®elbholj unb jwei Unjen Äampe^eholj Hogwood.] Sa^ biefeS eine 9?adjt in fo viel warmem SBaffer liegen um oie £ßolle bamit beberten ju tonnen ; nimm bie SBoUe auS bem SHaunwaffer unb to^e fie eine halbe Stunbe lang in ben £>oljfarben. SBiH man ein buntleS ©raun haben, fo thue man einen löffel boll Äupferwaffer [Copperas] hinein. (Sarmofinroth ju färben.-gür je jwei ^ßfunb @arn ober Such nimmt man ein ^ßfunb Sacfarbe jufammen mit jwei Un^en (Sompounb (3JHf$ung weidjt bie Sacfarbe über 9?ad)t in einem SJieffing« ober Äupferteffel ein, bringt bie HKifthung baju, rüljrt eS jufammen, legt baS ju gärbenbe hinein unb lä^t baS @an$e langfam jur ^örühh^e fommen. hierauf unterf^eibet man bie 3eü • fall eS buntler werben, fo lä^t man eS einige (Stunben liegen, Wenn nicht eine <5tunbe; nachher wirb eS in reinem Srunnenwaffer gewa« f^en, aber ohne Seife. 8ilac ju färben.-Um biefe garbe h^orjubringen, toche man baS STud) ober bie 2ßoUe eine furje 3eit in Subbear [eine üiolette garbe.] SRelfenfarbe.-gür brei ^ßfunb SBaaren, Sllaun, brei Unjen ; toche unb tauche haS ju gärbenbe eine Stunbe hinein, bann füge vier Unjen äßeinftein ju ber garbe; (SodjineUe [gut pulüerifirt] eine Unje; toche gut unb tauche baS 3eug inbeffen hinein, bis eS bie gewüufchte garbe hat. 142. ^arüen, uer6ra|te, wieder jit machen gaft jebeS Verfahren, woburd) man gierte auS 3eu9en mad)t, toerbirbt audj bie garbe. 3ft bet giert berf^wunben, fo taudje man SaumwoUe in Patron ober mineralifdjen Slltali, maß baffelbe ift, unb reibe ben entfärbten Xbeil fanft bamit, aber mit jebem SBaummoHenftürf^en nur jwei ÜKal. ®nrdj biefeS Ijödjft einfache Mittel werben bie garben i^re frühere ?ebhaf* tigteit wieber erhalten. 143. rot^e, füt Mutier Bäcker eien ober jum ^fttßen bet 2Ran neunte 2| Unjen putöerifirte SodjentUe, 2 Unjen gepulverten Aliann, 1 Unje ©remörtartar, 2 Unjen fohlenfauren ^alf, | ©allone fiebenbeS Sßaffer. 205 144. ^arße, ft^warje und önnCBranne, für ^eiöen|loffe. 1. ®^m ar j. 2luf 1 ^funb (Seibe nehme man 2 Soth meinen SBeinftein unb eben fo viel ^upferroaffer, barüber gie^e man f^lu^maffer unb laffe eS eine Siertelftunbe lang todjen, lege bie ©eibe hinein, fo baff fte Von ber f^arbe Völlig bebedt ift, unb h®n,9l ße ^ann auf. fRaAbem fie fo getrodnet, focht man fie fpäter noch eine ®iertelftunbe in aufgefochten ©elb* poljfpäneit, jieht fie bnreh guten ©ffig unb gibt ihr bann nod) bie gehörige Appretur. 3u biefer gebraucht man ©ummitragant unb jmar 3 Söffet Voll auf ein fßfunb Beug, erfterer muff aber erft gehörig eingemeicht unb aufgelöft mer= ben, bis er redjt flar mirb, moju einige Sage erforberlich finb. Ser auf« gelöfte ©ummi mirb burd) ein Säpp^en gebrüdt, bie ®etbe bamit beftridjen unb fo fortgefahren, bis ber ©lanj Vorlauben ift. 2. Sun feibraun. ÜRan jerquetfdje S2ßaUnu^fd)alen, preffe fte parf auS, ^ie^e fodjenbeS SBaffer barauf unb bampfe bie glüffigfeit bid ein, morauf fie tn gut verfchtie^enbeu ©efä^en aufbemahrt unb ju jebeSmaligem ©ebraud) mit etmaS SBaffer vermifcht mirb. SiefeS SDRittel fann als Stute unb Suf^e angemanbt merben. 145. färben, RünlHidjes, Der ^fnmen. Blumen von violetter ^arbe iverben burd) ßigarrenraudj grün gefärbt, melier garbenmed)fel bcnt im Sabaf enthaltenen ^Immoniaf jujufd)reiben ift. äßeitere S5erfud)e mit Slmmontaf haben folgenbe intereffante Srgebniffe gehabt, ©ieht man etmaS ^Immoniaf auf einen Seiler, ftülpt einen Srid)ter barüber unb ftedt eine 33lume in ben §alS beS SridjterS, fo Veränbern fich ihre färben. 23laue, violette unb purpurrothe iverben grün ; tief carmin*. rothe Gelten iverben fdjmarj, meifje gelb u. f. iv. Sie mcrfmürbigfte Sßirfung mürbe jebod) mit mehrfarbigen Blumen, mie roth unb mei^ erhielt; ivo bann baS 9ioth grün, unb baS 2ßei§ gelb mürbe, ©benfo bemerfenSmerth ift baS Seifpiel mit roth unb meinen ^ud)' ften, mel^e gelb, blau unb grün ^vurben. Sßerben bie fo entfärbten Sölumen in Sßaffer getaud)t, fo behalten fte bie fünftlidje garbe noch einige ©tunben, um aUmählig bie natürliche anjunehmen. Sine anbere mertmürbige 33eobad)tung ift bie, baff Aftern, bie von fRatur gerud)loS finb, burd) biefe 23ehanblung einen aromatifchen ©erud) gemimten. fRimmt man ju biefen Spperimenten ftatt 2lmmoniaf mit Salpeterfäure VerfetjteS Gaffer, fo iverben violette Blumen roth ; in einer hölzernen Äifte hpbrod)lorfauren Sümpfen auSgefe^t, merbeu fte in fedjö S>tunben fd)ön carminroth unb behalten biefe f^arbe bei, roenn fie an einem buntlen Orte getrodnet unb aufbemahrt roerben. 206 146. jtt reinigen. 2Ran füllt bie gäffer mit SBaffer, bag mit SRe^l ober ^leie anacrü^rt ift unb läfjt baffelbe fo lange barm, big eg in ©äfjrung gerät^. Steinigt man hierauf bie ®efä§e, fo verlieren fie jeben üblen @erud), felbft wenn fie bereits fdjimmlid) geworben waren. 147. %u verf^tie|en. 5D?an überjie^t bag Spunblodj beg gaff eg mit einem Streifen Äautfdjul ober bünner ^fortrinbe unb nimmt einen pfropfen, in welken ein Sdjrau= Bengewinbe eingefc^nitten ift, ben man in bag fo vorgeridjtete .gapfeiiloct) einbre^t. 2)ie Äämme ber Sdjrauben brüdenauf biefe SBeifeben Streifen aug Äautfdjut ober ^ortrinbe feft jufammen unb fdjliefjen audj bag @efä^ fe^r feft ab. 148. ^eberftieCe auf ftoOnbtfdje ^rf ^uBernten. äRan taucht ben aug bem glügel auggeriffenen $?iel in äßaffer, weldjeg beinahe fiebenb ^ei^ ift unb lä^t benfelben fo lange barin, big er ^inlänglid) meid) ift, brüdt ifjn bann, wäfjrenb man i^n um feine 2Ije bre^t, mit bem Siüden ober mit ber glädje beS SKefferS jufammen unb wieber^olt biefeg (Sinweidjen unb Brüden fo lange, bie§ ber Äiel, wenn er troden wirb, ganj Har unb von häutigen unb fetten ®eden frei nnb rein ift. jDann taud)t man i^n jum lebten SD?ale in warmeg Sßaffer, um ifjn walzenförmig ju madjen, wag baburd) gef^ie^t, ba^ man ifjn jwifdjen bem Räumen unb bem Beige' finger roUt unb bei gelinber SBärme trodnet. 149. Reifen jn f^ärfen. 9J?an lege bie geile in verbünnte Sdjwefelfäure (1 S^eil Säure unb 6 £^eile Sßaffer) unb laffe fie barin 48 Stnnben liegen. ®ie Säure nimmt nidjt allein bie jwifdjen ben Bühnen eingetlemmten geilfpane Ijinweg, fonbern erttjeilt ber geile felbft eine neue, fe^r fdjarfe 91 au^eit. SBor bem ©ebraud) muffen bie geilen jebo^ mit SBaffer ober beffer fdjroadjer Sauge abgefpült »erben. 150. Reifen, wfirotyne, 51t fötßen. 2Ran fann bieS am heften mit $ülfe einer SBeingeift (©lag) gampe unb eine« göt^rofjreg t^un, unter ^Inwenbung^ von gewö^nlidjer iöle^f^mieb- Söt^ung, na^bem man bie SBrudjflädjen mit (Stjlorjinn gereinigt ^at. 151. ^eft und ju irotftnen. @g befte^tber 9?u$en Don biefer SD^et^obe barin, ba^ man nid)t nur ah lein Speifen aug bem ®ewädjgreid) ju allen Beiten beg Oa^reg bereit t;at, fonbern ba^ man and) einen nidjt unbebeutenben ^orratt) in einem Heinen waume aufbewa^ren tann. ®a^ bie ®ewad)fe i^re Kräfte, ©eft^mad, fowie and) i^re garbe nid)t verlieren unb im Äod)en fo ganz wieber aufqueflen, toirb na^ite^enbe 5lrt unb SBeife lehren: 2Kan reinige bie ©ewädjfe fr gut 207 alö mogließ, mafdje unb beßanbele fie, als motte man fie foeßen. Sann läßt man baS 2Baffer rein ablaufeu, breitet fie auf Brettern ober reiner Seinmanb au8 unb menbet fie fleißig um. Sinb fie nun abgetrodnet, fo bringe man fie auf einen Ofen, ber jiemtieß marm ift. §ier müffen fie fo lange liegen, bis atteS fo troden gemorben ift, baß fieß bie Stengel jerbreeßen unb bie Slät» ter ju 'ßulver reiben laffen. SUSbann bringt man fie an einen Ort, mo eS nid)t ju feudjt ift, ober aud) in einen fetter; finbet man nun, baß fie etmaS jäße gemorben, baß man fie, oßne ju jerbredjen, jufammenbrüden tann, fo merben fie in papierne Süten feft jufammengebrüdt unb jum ©ebraud) in einer feudjten Kammer aufbemaßrt Sie galten fid) über ein 3aßr lang gut, roenn man fie auf biefe 2Irt bereitet, ja fie finb jum Sßeil nod) Vorjüglußer, als in ißrem roßen 3uftanbe. Sotten fie nun gebraucht merben, fo brüßt man fie mit fodjenbem SBaffer ab, läßt fie nur ein paar SlRal aufmatten, hierauf mirb mieber fiebenbeS Sßaffer ober f^leifcßbrüße jugegoffen unb man Verfäßrt bann gerabe fo mie mit ben frifdjen ©emäcßfen. Samit fie jeboeß beffer aufquetten, fo fann man Spargel, @rbfen, Sßurjeln u. f. m. Vor bem todjen eine ßalbe Stunbe in falteS Gaffer legen. 152. geulter, gefrorene, außni^anen. SWan taudjt einen Sdjmamm in Sßaffer, in mcldjcS man ^odßfalj ba1 auflöfen laffen, unb mäfdjt bie gefrorenen Stellen bamit. Sn menigen Spi- nnten finb fie t>om (Sife frei unb ba§ Sßaffer ift abgelaufeu. Um ba§ ©efrieren mäffriger fflüffigfeiten in Sdjaufenftergläfern unb bergleidjen, fomie beß 2Baffer§ in ben (Safometern ju üerbinbern, mif^tman ju bemfelben Sllco^ot; 1 ^3int beß lederen auf jcbeS Quart Söaffer genügt. 3ur ffüHung von ©afometern eignet fid) rolje§ @Itjcerin vorjüglidj; baffelbe gefriert unb verbampft nidjt. 153. §fenßer vor dem gefrieren jn ^u^en. ®ieS ju vergüten ^at man ©oppelfenfter angebra^t, ba biefe aber toft» fpietig unb nidjt überall anjubringen finb, fo mürben Stroljlaben, bie bie Jiadjt über jugejogen merben, fdjon jmedmäßiger erfdjeinen, inbem fie and) feßr gute Qienfte tfjun. 3n Stäbten mürben biefe inbeß fdjon megen ber $lu§fidjt nidjt überall anmenbbar fein. SPan bat be^^alb mit glor, ber gefirnißt ift, fetjr glüd» üd)e ^erfudje gemadjt. 3n ^orm oon ffenfterläben mit bünnen 9?aljmen ein* gepaßt, f^ü^t biefer glor, ber fidj mehrere Sa^re gut erhält, bie genfter oor bem Oefrieren. 154- neuer. Sr roirb einfad) bereitet burdj Sermifdjen Don frif^gebranntem unb an ber guft ju ^utüer gelofdjtem ^all, feinftem meißen fflußfanbe (ober .nodj beffer Äiefelgubr) unb ^afein, (meißem, ungefaljenem, frifdjem. .^äfe, mie ipn bie ^augfrau auö geronnener SRildj bereitet.) SPan fnetet biefe brei $öe* ftanbtljeile mit einem Spatel tüchtig burdj, fo baß eö eine jäße, fähige 'Waffe wirb, meldje man atSbann gleid) vermenbet. SPan fann benfetben ju SPifb beetfenftern, ©laö^äufern u. f. m vermenben. 155. ^fen^erRtif ju erweisen. 1. 2Benn ber ^itt, mit welchem bie ©lafer bie genfterfdjeiben einju» Titten pflegen, böUig hart geworben ift, fo läßt er fid) nur mit §ilfe eiueS W^eißelö unb Jammers ablöfen. ©8 tritt nun öfters ber fjall ein, baß große ©laStafeln, Spiegelglas u. bgl. wegen Reparatur beS hölzernen utahmenS ober auberer Urfadjcn abgelöft werben foHen unb wenn bieS mit Geißel ober jammer gefdfieht, fo jerbredjcn bie ©läfer entweber ganj, ober werben bod) an ben Seiten mehr ober weniger befdfäbigt. (SS ift baßer viel angemeffener, ben Äitt ju erweichen, bamit er mit Seidftigteit wegge» nommen werben tonne. SieS gefdjieht am einfadjften mit Sle^fali. 3U bem (Snbe nimmt man eine gute $otafdfe (toplenfaureS Äali), jerreibt eS ju ^ßuloer unb mengt fie mit ebenfooiel frifdfgebranntem ^alf, ben man burdjSefprengen mitüßaffer ju einem33rei angerührt unb mit bemfelben wirb ber Äitt ju wieberljolten sDlaleu überbedt unb beftridjen, bis er genugfam erweidft ift. Somit aber ber 33rei nidjt fo fdjnell trodne, vermifdje man ihn mit etwas f^warjer Seife (Schmierfeife.) 2. SJlan neßme einen im Reiter glühenb gemachten Spaten ober ,,^oter" unb fahre bamit über ben Äitt, ber baburdj fo erweidft, baß man mit einem ÜReffer benfelben leidft abfdjälen tann. 208 156. ^fen|lerf^ei6en uon ^(farBen ]u reiutgen. 1. Um Spri|flede bon ©elfarbe ju reinigen, weldje beim Streichen einer ^agabe an ben ^enfterfdjeiben entftanben unb bereits aufgetrodnet ftnb, genügen Serpentin unb Soba nidft. £u empfehlen ift ^ier^u Seife. 9?amentlid) werben alle ©eifarben burd) fogenannte Schmierfeife (fdjwarje Seife) , welche man barauf (treibt unb mehrere Stunben fteßen läßt, auf» gelöft. SRan wenbet biefeö Mittel and) mit ißort^eil an, um ^ßinfel, welche in ©elfarbe hart geworben finb, aufjuweidjen, worauf man fie rein auSfpülen tann. Sie rlnwenbung auberer fdjarfer ober äljenber SJtittel, Wie ißotafdje unb ^ali, ift bei ®IaS nicht rathfam, weil baffelbe baburd) leidet blinb wirb. 2. 53enjin löft ade $ar$e, ©ummiyarje, kniffe unb f^ette, beffer als Oohol unb Serpentinöl, bie früher jum (Entfernen alter ^irniffe gebraudft würben unb mag im halten gebraucht werben, waS bon großem «Jortheile bei entjünblidjen Subftanjen ift. (Sine Heine Quantität Naphtalin erteilt bem ^Ben^in eine lila, rothe ober braune Sdjattirung, allein bieS ift bon {einerlei donfequenj. 157. Reiter, gefarßtes. nm tebenben Silbern, SluSftellungen, Sweatern k., Cf f e 11 ju geben. 9t o t h. Salpeterfaurer Strontia, jwei ißfunb ; djlorfaureS $?ali, ein ^ßfnnb ; SdjeUad (Summt, ein ^atbcö ^ßfunb ; ^»epenmehl, eine Unje. ober pulberifire ben SdjeUad unb mifcße baS falpeterfaure Strontia 209 bamit, füge fahfaure ißotafdje hinju, welche juvor pulverifirt fein füllte, nnb jule^t baS C>ejenmehl; mifdje eS grünblid). ®rün. (Sdjwefelfaure ©arpterbe, ein ^ßfunb ; fatjfaure ^otafdje, iwei Unjen; (ScfjeHatf ®ummi, orei linken; ^eyenmehl, eine Unje. 2Jiifdje eS jufammen, wie beim rothen f^euer berietet worben. ©iefe Präparate foüten nid)t fdjon gemifcht vorrätig gepalten werben, ba fie gefährlich finb. 5lber bie Slrtifel fönnen in befonberS hertjeridjtete ftlafcpen gethan werben, bie man ohne ®efahr jum SRif^en bereit halten tann. Sie äRifdjung tann in einem ^Xugenbticf gefdjeljen, wenn e« nätpig ift-. 158. Reiter, farütges. ® r ü n e S § tu er. Söfe SrtjßalXe voll fal^eterfaurem Tupfer in SBeingeift auf; jünbe bie Sluflöfung an unb fie wirb mit einer fepr f^5» nen fmaragbgrünen f^arbe brennen. ® e l b e 8 ff mr. 2ofe etwas ^o^falj in ftarfem Sltto^ot auf, unb verfahre wie oben. 9? o t h e § e u er. ©renne ftarfen Oopol auf ®h^or^a^ °^er ®hlorlithia. ®armoßnrotpeS 5 eu er. ©renne ftarlen Slllopol mit Stron» tiadjlor gemif^t. Slaueö e u e r. ©renne Söeingeift, ber innig mit Tupfer» d)lorib gemifcht ift. Orangefarbenes f^euer. ©renne ftarten Slltohol auf ®fdor* calcium. 159. gfirntfle für 9Ran nimmt 3 s^funb Seinol, 1 (Stöffel non ©raunrotp unb 1| ®§löffel voll (Silberglätte. hiervon «erben bie beiben lebten unter fort* währenbem Umrühren in bem erftern gelobt unb bann ^ei^ auf ben ^u^boben geftri^en. Solche ^Inftricpe finb jwei ober breimal in wie» bereden nnb bauert eS 14 Sage, bis jeber Ülnftridj troden ift. ©Sieber» holt man bieö ©erfahren in feinen 3ioimern alle 2 Oafjre, fo erfolgt baS Srodnen mit viel weniger SRaffe nod) rafcper, als bei bem erftmaligen Aufträgen. ©ei fcpledjten gu^böben ift eS räthlid), etwas mehr ©raunrotp ju obiger SRaffe ju nehmen. Sie geringen Poften biefeö $Inftrid)S, fowie bie gro^e ©equemlidjfeit unb ^Inne^mli^leit gefirnißter gu^böben, wiegen bie Poften beS SeifegebraucpS unb bie beim gewöhnlichen Sdjeuern unver» meiblidjen Unbequemlidjteiten gewiß boppelt unb breifad) auf. ÜRan f e he „21 n ft r i dj e für u ßb ö b en." 210 160. für ^d^uuugm uu> ^upferfttife. Sie Slätter merben mit in Spirituß «nfgelöfter ^aufenblafe überzogen nnb menn fie mieber ganj troden finb, überiie^t man fie eins ober jmeimal mit einem ganj meinen äßeingeiftfirni^. 9cac^ bem erften 5Rale finb aber bie Slätter ftetß mieber gänj abjutrodnen unb $IUeß mufj mit ber fjödjften SReinlidjteit gefdjehen. 161. ^öber für biefe^en. Um 3üfd)e ju fangen, foll man einen vortrefflichen Kober erhalten, menn man eine Quantität aften, Verfaulten, nidjt fälligen Käfe Hein reibt unb von bem trüben, braunen Oele, meldjeß fid) alß §efen Von bem ißroVencer Saumöl ju Soben fe^t, fo viel ^injut^ut, ba^ bie SWifdjung ganj flüffig mirb. 2ßenn von beiben bie §älfte, etma | $funb genommen mirb, fe^t man 2 ®ran (Sampler ju, rührt bie SRifdjung ftarf unter etnanber unb mifcht nod) fo viel SBeijentleie bei, ba^ man barauß Heine Kugeln forme* tann. Sou biefen mirft man eine ober $mei an ben Ort in'ß Söaffer, roi man am anbern Sage au fifd)en gebeult Siefe Sodfpeife foll außneljmenb mirtfam fein -(Siu Seig auß Srobfrumen, §onig unb ein mcnig Asafoe- tida. (Senfelßbred) foU eine ber beften 2odfpeifen fein; and) giebt bie Krume von getautem Srobe fd)on an unb für fid) eine fetjr gute £odfpeif« ab. ®onfi bienen nod) alß ^ifd)töbcr ^tegenmürmer, gleifdjmaben, äRefjlmürmer unb Verf^iebene Büfetten. 162. ^if^e CeBendig weit jn verfenDen. Wlan taudje ein Stüd Srobtrume in Sranntmein, laffe fie red)t voll fangen, ftopfe bamit baß 2Raul beß f^ifdjeß voll unb gicfje nod) etmaß 55ranntmein hinterher. ^^un midelt man iljn in frifdjeS Stroi), befeftigt eß mit SBinbfaben unb barum ein Stüd Seinmanb. 3ft ber gäfdj an bem be* ftimmten Ort angefommen, fo mirb er vom Stroi) befreit unb fdjneH in ein ®efäp voll Sßaffer get^an. 9?adj furjer £eit fommt er mieber ju fid) unb mirb munter. Stuf biefe Sßeife tann man größere fyifdje 8 Sage lang untez» megß lebenbig erhalten unb viele teilen meit Verfenben. 163. ^Caf^en jn reinigen. 2Kan tfjut bie ©djate von ro^en Kartoffeln, an benen nod) etmaß (Srbt haftet, in bie betreffenbe ^lafdje, gie^t etmaß Söaffer baju, fdjüttelt obet f^menft biefelbe tüdjtig bamit nnb fpült fie bann mit reinem Söaffer nad) 2Ieljnlid)eß erreid)t man aud), menn man redjtgrobeß fogenannteß ''fJadpapiet in Heine Stüde jerrei^t, biefe nebft etmaß ©anb unb 2ßaffer in bie ^tafdje t^ut, biefe gleichfalls tüdjtig fdjüttelt unb bann mit reinem SBaffer nad)fpült. 164. in neuen £&tnerafro<er üefnnben Men, jn reinigen. Xrinftväffer, meldje fefjr talt^altig finb, beffetben bie innern SBänbe ber Sßafferflafdjen mit einem mei^granen, erbigen $lnfa§e, ber feft haftet unb bem Singe einen wiberlidjen Slnblicf gemährt ©Rütteln mit «Sdjrot, Sani 211 n. f. W. ^ilft nicht unb ift ber 2Infa$ hier^urch fc^iver ju entfernen, allein etwas gewöhnliche Saljfäure löft benfelben fd;nell auf unb iRadjfpülen ber ®efäße mit Fließpapier unb 2ßaßer ma^t biefelben wieber noflfommen rein unb glänjenb. 165. jn ßereifett. Um einen guten ^lafdjenlad, auch d)enpedj genannt, ju erhalten, j^melje man 2-3 -ßfb. ißech in circa | -ßfb. 2öad)S unö ein wenig Saig tn einem irbenen Siegel, färbe bie SXaffe mit etwas SJienige ober rothem ©der, unb tau^e ben £>alS ber ^lafdje bis unter ben Sting in bie fluffige, jebod) nid)t mehr ju heiße Wtifdjung. fflüffig gemachter Kolofonium mit ein Hein wenig Sarböl vermifdjt unb ffarbe jugefe^t, giebt auch e^nen 9utett iflafchenlad. 166. eine Fch^fende. SJlan werfe ein ©tüd ^IjoSplpr, fo groß wie eine (Srbfe, in eine lange ©laSflafdje unb gieße fiebenbeS ©el barüber, bis bie ^taf^e jum britten Sheil gefüllt ift. Sie ^lafdje muß forgfältig verforft fein, aber, wenn fie gebraucht werben fotl, entftöpfelt, an bie Saft gebraut unb bann wieber ver« fd)loffen Werben. Ser leere Staum ber ^lafd)e wirb nun leudjtenb erflehten unb ebenfo viel ?i$t, als eine gewöhnliche Sampe geben. fÜtan muß alle- mal, fobalb baS Sidjt Verf^winbet, ben ©töpfel zurüdziehen unb eS wirb bann augenblidlief) wieber erfd)einen. 33ei faltem SSÖetter muß, bevor man ben ©töpfel jnrüdjie^t, bie ^lafd)e in ben Rauben erwärmt werben. Kin bergeftalt eingerichtetes OlaSgefäß fann auf 6 'Konate jebe Stacht gebraucht werben. 167. unö 25itrft nor Stimmet ßewaßreu. 1. SRic^t feiten ift eS ber ^aU, baß Sßürfte, ©djiitten unb bergleid)en aufjubewahrenbe Kßwaarcn fdjimmelig werben, wenn fie nur einige ^eit in einem mit bumpfcfeudjter Suft erfülltem 9taum fiel) befinben. Um biefem Uebelftanbe ganj üoriubeugen, ober ba, wo er eingetreten ift, ihn ju befer- tigen, ift nid)t@ empfehlenSwerther, als gewöhnliches ^odjfalj, tn einem SeUer nur mit fo Diel Sßaffer ju übergießen, baß eine breiartige Söfung be« ©aljeS erfolgt. 2ßenn man fdjimmelige dürfte mit biefem Saljbrei bünn anftreidjt, verfdjwinbet ber ©djimmel fofort, unb nad) einigen Sagen über» jief)en fid) bie Söürfte mit überaus feinen ©aljtrpßaden, bie jeber Schimmel» bilbung Vorbeugen, Saffelbe Verfahren iß aud) fe$r jn empfehlen, um ben Zeitweilig in ben ©elenten ber Sd)infen auftretenben Sdjimmel ju befeitigen, unb foldjem vorzubeugen. 2. ^Rangelt eS an einem guten Heller, fo lege man $?alb- ober Sd)öpfenfleifd) iu 3RiIcf), wovon bie Sahne abgenommen, bodj aber fo, baß baS gleifd) von ber SRildh bebedt wirb. Oft baS Söettcr heiß, fo gießt man alle Sage frifdje 2Rild) über, ift eS aber fühl, fo gefd)ieht eSnur alle 3 Sage. SaS ^leifd) erhält fid) auf biefe 3lrt wohl 14 Sage frifd), unb betommt audj einen beffent ®efd)mad. 212 3. SBilbpret ober fRinbfleifdj in ein Sud) gefdjlagen unb in einen haften mit Sanb Vergraben, erhält fid) an 3 SBodjen gut, unb wirb beim Äodjen fd)on mürbe. sIRan fe^t ben Sanbfaften etnflweilen in eine trodne, fühle unb babei luftige Kammer. 168. gerfttt^erfes, außußewa^ren. gleifb, ©ped( ©hinten, SBurft :c. in geräubertem ^ßuftanbe werben, febalb fie au« bem 9tauhe genommen finb, mit einem Suh ober ©trohwifh rein abgerieben unb bann in Giften unb Raffer gepadt. 2luf ben Soben ber Giften ober Raffer bringt man einen 3oß ^od) §ädfei von fRoggenftroh unb ftreut auf jebe ©biht gleifb einen 3°^ ljob ^ädfel. D?ob beffer ift e«, wenn man auf ben Ü3oben ber Äifte einen 3°^ h°h trodene burbgefiebte 2Ifbe Von hartem §ol$e ftreut, eine ©hiht gleifd) barauf legt, biefe einen 3ou ho$ mit SIfbe verfieht unb fo abwedjfelnb mit gleifdj unb 2Ifbe fort* fährt, bi« bie Äifte angefüllt ift. ©ie legte ©bib^ muB eine etwa« bittere SIfbenfbibt fein, bamtt fein -Omfett feine Sier an ba« ^yieifb legen fann. ©tatt ^ädfel unb SIfbe tann man aub SRaljfeime anwettbett, von weihen ba« gleifh einen feinen ®efbmad erhält. Sie gefüllten Giften ober Raffer werben an einem trodenen, fühlen, luftigen Drte auf bewahrt. 53ei biefer 9lrt ber Aufbewahrung fließt fein gett au« ben geräuberten gdeifbtvaaren, unb fie bleiben ein ganje« 3aßr lang unb nob länger faftig unb gegen aUe SRaben gefd)ügt. ©er fReinlihfeit falber fann man jebe« ©tüd vor bem Sinlegen in bie Afhe mit ©rudpapier umwideln. Dämmt man ein ©tüd jum ©ebräub ^erau«, fo reinigt man e« gut mit einer naffen SBürfte. Aub vor bem Sinlegen in bie Giften obergäffer fann man bie ge* räuberten gleifdjwaaren mit einer naffen ober trodenen dürfte abreiben. (Geräuberte ©hinten fann man auf folgenbe SBeife aufbewahren; 2Ran mabt fo viel baumwollene ©ädheu, al« man ©hinten hat, jebob ein wenig größer al« biefe, ftedt bie gut geräuberten ©hinten hinein, fhneibet gute«, wohlriehenbe«, trodene« £eu fingerlang unb preßt biefe« mit ber $anb fehr feft in bie ©äde ring« um bie ©hinten, fo baß biefe auf allen ©eiten von $eu umgeben finb ; bann fnüpft man fie mit einer ftarten ©bnur gut ju unb hängt fie an einem trodenen ©rte auf. Sluf biefe Art erhalten fib bie ©hinten mehrere 3al)re gut. ©ie Au«bünftung ber ©hinten wirb burd) ba« £>eu eingefaugt, weihe« bafür burb feinen angenehmen Sßohlge* ruh jnr Sr^öhung beö Aßohlgefhmad« ber ©hinten beiträgt. g i f h e aufjubewahren. 2Ran nimmt eine tiefe irbene ©büffel, legt ben gifd) ganj ober in ©tüde geteilt hinein, beftreut ihn mit ©alj, gießt fo viel Sßaffer barauf, baß er gänjlib bavon bebedt ift, unb fegt bie ©büffel fo lange über fteuer, bi« ba« Sßaffer anfängt, Olafen ju befommen. ©ie ©büffel wirb nun vom f^euer genommen unb ber gif $ in biefem ©aljwaffer aufbewahrt, in welchem er fib jwei bi« brei Sage frifq erhält 213 169. ^teif$ ntnrBe jn ma^en. f^teifcß Don alten Spieren läßt fidj, ba eS burd) baS Äocßen feine Bä^igfeit nidjt leidjt Dertiert, baburd) mürbe madjen, baß man e§ nad) bem SluSmäffern in ein Sud) einfdjägt, unb SIbenbS Dor bem Sage, an meldjem man e§ fodjen miU, an einen marmen Drt, etma in einen ßatb Derfühlten' Srob» ober Sadofen legt. 5luf biefe Söeife erhält man für ben folgenbea Sag ein auöne^menb mürbes ffleifdj. 2. ^at man atte§, jäße§ gdeifd) im Sopfe, taffe man e$ eine 2öeite fo^en unb gieße bann auf jebeS -ßfunb etma einen SßlöffdDoK guten Sranbp. 2Benn man ba$ ffleifdj bann nod) eine 2öeite fodjen läßt, mirb eS fo mürbe fein mie befteS junges. 170. jji rait^ern, es feine 3fnf^e Mäff. Um fRinbfleifd) fo ^u räudjern, baß c§ faftig bleibt, feßr moljlfdjmedenb mirb, namentlid) feinen unangenehmen fRau^gef^mad befommt unb fid) lange ßätt, fann folgenbeg bemäljrteS Verfahren empfohlen merben. Sa§ Dom Scßladjten iiod) marme ffleifdj mirb in einem ©emenge üon 32 Sßeilen ^odßfaß unb 1 Sßeil Salpeter gehörig umgemäßt, bann mit fo Diel fRoggenfleie beftreut, als baran l)ängen bleiben miß unb bann mit einer einfachen Sage Srudpapier ummidelt unb in fRandj gelängt. 171. ^ffeif^ önrdj eugfif^e ^aßßeße einytfaßen. Sie engtifdje Saßbeße, bie bem ffleifd) jugleid) einefd)äne, rot^c ^arbe mittßeilt, befteßt au$ 6 $funb Äodjfaß, 3 Sot^ Salpeter unb 1 fßfunb Ruderin 40 fßfuub Sffiaffer burd) ^odjen aufgelöft unb abgefdjäumt. Ser Salpeter mad)t ba§ ^teifd) jmar ^art, aber ber Buder milbert bieS mieber. 172. 3ffeif$ frif^ pt erfjattw« SSifl man in Reißen Somniertagen ^leifd) einige Sage aufbema^ren, fo muß man baffelbe in frifd) auögeglüfjete gefloßene ^oßfo^len ein^üUen.- Stuf biefe 2öeife pätt fid) ba§ ffleifd) 6 bi§ 8 Sage DoHfommen frifdj unb felbft foldjeS, meldje§ fdjon jiemlid) ftarf riecht, vertiert bnr$ biefe Sepanb- tung feinen @erud) unb gleicht bann mieber bem frifdjen ffleifd)e. Sie §oß» fo^le ift aber leid)t burd) SBaffer abjufpälen, and) braucht man fid) Dor ber* f eiben nidjt ju efeln. Sie Slfrifaner conferDiren i^r Äameelfleifd) auf folgenbe Söeife: Sie jerfdjneiben ba§ steifet) in große SBürfel unb fodjen e$ etwa jum Dierten Sßeil in gefd)ntoßener Sutter gar. Sie nehmen e§ bann Dom freuet, taffen eS falt merben, legen eS in irbene ©efäße, übergießen e§ mit ber fdjon faft erftarrten Sutter unb Derfdjließen nun bie ®efäße forgfältig. So oftfie ein Stüd ffteifd) au§ einem folgen @efäße nehmen, fe^en ße forgfältig barauf, baß ber 9ieft gut mit Sutter bebedt fei. Sa§ Saßen unb Söürjen beS gleifdjeS finbet erft beim täglichen ©ebraudfe ftatt. SiefeS Serfa^ren ließe fid) aud) in ^Inroenbung bringen, um frifcßeS Sdjmeinefleifd) ju conferDiren. 214 173. ne^enbes, gerucßfos jtt matßen. Um bereitg riedjenbeg f^leif^ wieber gerudjlog ju madjen, brauch! »if Vernünftige ^)augfran nur einige £>ol$tohlen in ben Stopf ju thun. SDtef* liehen allen ®erud) an fid) unb nehmen benfelben in fleh auf. 174. ^fetHen affet ju uerfifgen. SDintenßeden aug ber 2© ä f d) e ju bringen. 1. ©itronenfaft unb Sauertleefalj |inb bie befannteftn unb bie ge» wo^nlic^ften Mittel. Stag roo^tfeilfte unb eben fo fixere 3Rittel aber iß bag Scheibewaffer. ©in big jwei Stropfen baoon auf ein SD?aL auf ben mit bloßem äßaffer eingetränften Stintenfled getröpfelt, löfen foldjen, ohne ber SBäfd)e benminbeften Schaben ju Derurfad)en, DoUig auf. 2. 2Rantaud)t bie Rieden in lauwarmeg SBaffcr, f^üttet ® i ttc r« tleefalj barauf unb reibt fie unter mehrmaligem ©intaudjen in lauwar» meg SBaffer fo lange, bis bie Rieden herau$ finb, worauf man aber bie Stellen red)t rein mit heilem Gaffer unb Seife augwafdjen mu|. 3. 3Ran jerftö^t Sauerampfer, am beften bon ber fleinblätterigen Sorte, in einem Dörfer, brüdt ben Saft bur^ ein Stud), fdjüttet ihn auf einen $innernen Steller, morauf man ben Rieden hinein legt unb ben Saft über einer Äoljlenpfanne ober warmen glatte abraudjen lafjt. ^uf biefe SBeife entfernt man ©bft, Stinten, ©ifen- unb 2ßeinfleden.-©ft fann man bie Rieden fd)on baburd) augtilgen, ba§ man fie mit bem Safte Don unreif fen SBeintrauben reibt. 9?ad)l)er wirb bag 3eud) in reinem Gaffer augge» wafdjen. 4. 2llg befteg Mittel gegen Rieden aller 3lrt in 2ßäfd)e empfiehlt man : 9Ran löfe eine Heine Quantität unter*fdiwefelfaureg Patron in et» Wag SBaffer auf, bene^e bamit bie gleden ber naffen SEßäfdje unb [treue bann einige äRefferfpi^en puluerifirter Sßeinfteinfäure, foweit bie Rieden reichen, jerreibe fie unb fobalb ber ^led Derfchwunben, nehme man lauwarmeg äöaffei jum augwafdjen. ©ifenrnftßede aug ber 2ß ä f d) e j u bringen. 1. SRan madje ben ^ted redit na§, tröpfele hernach, je nad) ^öefchaf» fenheit ber ®rö§e beg glecfeg, einen ober jwei Stropfen Spiritus Salis ba« rauf unb reibe ben gled jwifdjen ben Ringern ma^ig. 2ßenn biefeg einige SRinuten lang gefc^e^en, wäfdjtman ben §(ed in reinem SBaffer aug, trö* •feit biefe Portion Spiritts Salis nod) einmal barauf, unb löß burd) gelin« beg Steiben ben nod) übriggebliebenen fReft beg fjledeg auf, unb fpület jute^t aHeg mit Söaffer aug. 9cod) fdjneUer erfolgt biefeg, wenn man in eine por» jeUainene ©bertaffe todjenb hei^eg Gaffer gie§t, unb ben mit bem Satj» geifte eingeträuften gled auf bie ©berflädje ber Staffe hält. 3)er Don unten auffteigenbe ©unft wirb bie Sluflöfung beg ^ledeg fehr befördern. Slnftatt beg Saljgeißeg fann and) ber ©itronenfaft, wie auch bag Sauerfleefalj (Sittcrfalj) ju gleicher $Ibfid)t gebraucht werben, h^rju mufj aber nothwen» big äßärme ju £)ütfe genommen werben. Wlan beftreue nur ben mit ©ffig wohl eingeä^ten fRoftfled mit Sauerfleefalj unb reibe eg Wohl ein ; ober man nehme an beffen Stelle ©itronenfaft unb tränfe bamit ben gled über einer mit Sfßaffer angefüllten Staffe, unb reibe babei immer mitunter jWif^en ben Ringern, big man fieht, ba^ ber gled DöHig aufgelöft worben, worauf er jule^t nod) im bloßem SBaffer auggewafdjen wirb. 2. SRan löfc Binffalj (3inlüitriol, weißer Vitriol) im SBaffer auf un wafdje bic befledte 'Stelle bamit, wafdje bann mit warmem Söaffer baS auf, ;lofte (Sifenfalj weg unb bie Rieden werben auf ber Stelle öerf^wunben fein k 2luS [eibenen 3eu$cn weiten Sloftflede oft fdjon bann, wenn man fie b . trödener SBitterung eine 3eitlang in bie Suft Ijäiigt. $ilft baS nid)tr fo öi ;mifd)e man 1 Sheil Salmiafgeift mit 10 Sbeilen Gaffer unb befeuchte bie Rieden bamit. 5 l e le non Äirfdjen, SR a ul beeren, SB ein, SB ein eff i g k. auS (Seib e, Sein wanb unb Su^ 3 u m a e n. 7. SieS bejmedt man entweber burdj eine ftärfere (Säure, weld)e bie fchwäujere überwinbet ober burdj Saugenfalje. SJad) ber erften SRet^obe ^alt man ben ^led über ben Sampf eineö angejünbeten SdjroefelfabenS unb roteber^olt biefeS etliche SRal, bis ber §Ied öerfd)Winbet. Stifts aber ift beffer, als einige Tropfen Salmiat- (Spiritus, melier o^ne ^cuer bereitet worben unb in allen Slpotbelen ju ^aben ift. SRan bringt i^n üermittelft eines Ijineingetau^ten ^ol^ernen StäbdjenS auf ben §led, ber aber, wenn bie garbe nidjt ädjt, gewiß einen anbern ^led jurud läßt. 2. SRan ne^me gute SRild), bod) muß man Derfidjert fein, baß fein SBaffer barunter ift, madjt fie warm aber nidjt todjeiib, unb läßt ben ^led 1 ob'r 2 Slädjte f)inburdj in ber baranf gegoffenen SRild) liegen. t2IlSbann jünbet man «Sdjwefel an unb Ijält iljn unter ben naffen f^led unb läßt i^n troden werben, fo ift berfelbe audj ^erauS. Äann biefeS auf frifdjer Sljat gefdje^en, fo ift eS beffer, 3uweilen aber, wenn ber gled nid)t weidjen will, muß man eS mit ber warmen SRild) wieber^olen, benn ein SBeinfled ^ält oft fefter, als ein anberer. 3. Siot^e SBeinflede auS Tifd^eug träfet man mit reinem ^ornbrannt» wein unb gleid) barauf mit SBaffer nodjmalS unb fpült fie bann redjt rein, worauf bie glede entfernt finb. Söeinflede in Seiben«3euS treiben mit ^lußwaffer auSgewafdjen unb baS 3eu9 in ber 2uft im Sdjatten meber getrodnet. 4. (Ss wirb eine zinnerne Äanue ober ^lafdje mit fiebenbem SBaffer angefüllt, ber gled auf biefeS ^eiße t^efäß gehalten, wä^renb beffen tröpfelt man (Sitronenfaft auf ben f$led, unb fo fä^rt man bamit fort, bis ber §led nid)t me^r 311 fefjen ift. 58ei frifd) entftanbenen gefdjie^t bieS roeit elfer, als bei benen, weldje fd)on länger üor^anoen waren ; eS muß ba^er obige 53or= fdjrift and) länger angewenbet werben. Saßt ein foldjeS @efäß in ber £)i$e nad), fo unterlaffe man uid)t, fiebenbeS SBaffer nadjjugießen. y?ad)bem nun auf biefe Slrt ber fyled weggebradjt worben, wirb biefe (Stelle mit frifdjem 2Baffer auSgewafdjen. 2ludi bie l)artnädigften Dbftflede finb auf biefe SBeife Wegjubringen. 5. Sen öerunreinigten S^eil ber Sßäfdje bringe man fdjnell in fiebenle SRild), reibe i^n bamit ein wenig unb waf^e i^n oann mit reinem SBaffer auS. 2luf bergleidjen friede bringe man aber janidjtetwa «Seife, ober ftreue ©alj barauf; benn nidjtS ift ber guten SBirfung gebauten SRittelS nte^r ent» gegen, als gerabe biefe (Sadjen. 215 216 6. ®rüne Sucher unb feibene 3eu9e oft Von verf^iet^nen Säften blau. Tidjt feiten ^at man irrten burd) fotgenbeö SBaffer bie oer» lorene Jarbe wieber gegeben. Tian löft nämlid) in einem Tiaaß Brunnen» Waffer ein fjalb Sotl) ißottafdje auf unb bene^t mit biefem burd)gefeti)xen SBaffer ben f£led. Ußenn bie üluflöfung troden geworben, bene^t man i^n nochmals unb wäf^t bann atleS mit Srunnenwaffer auS. 51ede von^affee auS^leibern j u m a d) en. Tian nimmt frifd)eS SBaffer, t^ut eine §anb Voll Salj l)inein, ru^3 eS wo^l burd) einanber unb wäfdjt bie befledten Stellen bamit anS. ^rifdjeöelflede auS Ä le i b u ng S ft ü d e n ju bringen. fVrifdje ©elflede bringt man fidjer auS ÄleibungSftüden, menn fie gleich in falteS SJaffer geftedt werben, womit fo lange fortgefa^ren wirb, bis bie Rieden ^erauS finb. SßarmeS Sßaffer ift fdjäblidj. O e l fl e d e auS^apier j u bringen. ©en befc^mu^ten gled beftreut man mit gefdjabter weißer Äreibe, bringt baS Rapier bann jwifdjen Sretter unter ein ^reffe, läßt eS unter mäßigem ©rüde barunter 24 Stunben fteljen, unb reinigt eS bann von ber treibe mit einer Surfte. ©er f^led wirb bann Verfdjwunben fein. Sßäre bieS jebod) nidjt ber ^aU, fo legt man weidjeS, reineS Söf^papier auf benfelben unb fa^rt mit einer Reißen glatte einige Tiale barüber ^in. l e d e auS f d) w a r j e m © u d) 3 u m a d) e n. Tian nimmt Sßeingeift, t^ut fein gefdjabte fpanifc^e treibe unb ein Wenig Dd)fengalle hinein unb reibt mit biefer Tiiftur bie ^lede auS. 51 e d e aHer^anb auSjumadjen. ■öft eS ein ^ioftfleden auf Sta()l, fo bebient man fid) beS 9lnanaSfafteS, ift eS ein f^led von gett, fo befdjmiert man iljn mit Söpferttjon. Sei Rieden von Säure braucht man ben Salmiafgeift, inbem man felbige bamit vermittelft eines reinen ^aarpinfelS Vorfid)tig überftreidit, fo ba^ man nidjt über bie ®renje beS ^ledS ljinauSfommt. (Sr verfdjwinbct äugen» blidlid) ; oft muß aber aud) baS Ueberftreidien 10 bis 12 Tial gefdje^en. Rieden, burd) Saugenfalj verurfad)t, werben burd) Säure IjerauSge- brat^t. 3. S. verbünnt man bie Sitriolfäure unb betupft bann ben gled bannt. ®intenflede verf^winben auf bie Slnwenbung von ditronenfäure. 2ßeinflede in feinem £ifd)jeuge werben mit Unfd)litt beträufelt unb nub $war auf beiben Seiten. ©aS ©ifdjjeug bleibt bann 8 Sage liegen. Worauf man eS mit jur Sßäfdje nimmt. edjflede werben mit ett eingef d)tniert. ^arjfleden laffen fid) burd) ^luSreiben mit Terpentinöl, ober, wo Seift ber fVar,be nid)t fdjabet, mit SeifenfpirituS befeitigen. 217 Rapier von f^ett f le de n ju r ei n ig en. Sin ^ettfled in einem frönen 53u^e ift ein fo ftorenber Slnbtid, baß ein Mittel, i^n ju entfernen, fieber miUfommen fein mirb. StmaS calcinirteS ^irfdj^orn ober etmaS $Ifd)e von verbrannten Äno- djen mirb in Säddjen von feinem SRouffeline get^an. DJJan füllt jmei fol» djer Sädc^en, brüdt fie etmaS platt, legt bajmif^en baS befledte 53latt Rapier, unb brüdt eS Vermittelft eines peilen SörenneifenS (jum ©rennen ber £>aare) mit ben imei Sädcßen einige Slugenblide feft jufammen. ©urd) biefen ©rud beS peißen SifenS t^eilt baS f£ett fid) ber Slfdje mit unb ba« Rapier tuirb rein. Äaftanien alS^ledfeife ju benu^en. 5D?an fdjält bie reifen, abgefallenen Äaftanien unb jerftößt ben meißen Äern in einem Dörfer. ©aS fo gemonnene SftepI mirb auf bie friede ber Sßäfdje geftridjen unb biefe verfdjminben beim Sßafdjen gänjli^. Rieden a u S © i f d) e n 3 u nehmen. 1. $eiße Scßüffeln laffen öfters meiße Rieden auf gefirnißten ©ifdjen jurüd, menn man biefelben barauf fteUt, mag niemals o^ne Un- terlage gefc^e^en foHte. Um biefe Rieden megjubringen, fdjütte etmaS Sampenöl auf bie «Stelle unb reibe fie ftart mit einem meidjen ©udje. ©ann fdjütte etmaS «Spiritus barauf unb reibe mit einem anbern ©ud), bis fie troden ift. 2. ©ie fdjöne SRöbel oft fo fel)r entfteUeuben, ^äßlidjen weißen Rieden, meldje oon verfdjiebenen Urfad)en, als Sßaffer ufm. ^errü^ren, tonnen feljr leidjt unb ot)ne eine Spur jurüdjulaffen, baburd) Vertilgt mer* hen, baß man ein IjeißeS ©ügeleifen barüber ^ält. gtedenfeife j u madjen, womit man alle Rieden au« ben Äleibern madjen fann. 2J?an nimmt bie £ätfte einer ©djfengalle, baS SBeiße von jmei Siern unb vermiet biefeS mo^l jufammen : t^ut Ijernad) baju : 1 ^ßfunb ge# brannten Sllaun, 12 Sott) Culv. Rad. Ireos unb ein menig gefloßenes <Salj unb tutest timt man nod) fo viel fpanifdje Seife ^inju, alS eS genug ift, um Äugeln barauS ju machen unb läßt fie im Sdjatten troden merben. 2BiK man nun biefe Äugeln gebrauten, fo madjt man bie ^lede mit Söaffer naß unb reibt mit biefer Seife barauf; glaubt man nun, baß ber f^led perauS ift, fo mäfdjt man iljn mit Harem ©Baffer mieber ab unb läßt eS troden merben. ^ledfugeln ju bereiten. 2Jtan bebient fid) pierju eines falben ^ßfunbeS venetianifdjer Seife, fdjabt fie ganj fein unb vermifd)t fie mit 3 Unjen Spidöl, 4 Sßlöffel voll ©d)fengaHe unb fo viel Sitronenfaft, als nöt^ig ift, um bie 2Raffe in Äu- geln ju formen, bie alSbann getrodnet merben. 2BiH man fie nun gebrau- djen, fo mirb ber ju befeitigenbe ^led mit marmem SBaffer auSgemafc^eu unb mit ber Äugel beftridjen unb bann nod) einmal mit faltem äßaffer au«» gemafcüen. 175. ^en^often Dauerhaft ju ma^en. (Sin werthDodeS UJtittel, f^enjpfoffen bauerhaft ju machen, beftcht barin, baß man fein pulDerifirte ^oljfoble in gefotteneS Veinnl forgfältig einrüprt, bis eS bie (Sonfiftenr Den gewöhnlicher ©elfarbe erreicht. Sumit ftreicht man bann bie pfähle an, natürlich beDor fie gefegt werben, unb giebt ihnen baburch unDerwüftlid)e Sauer, auch lDenn ße Dom nieichften §olje gemacht finb. (Sinen ^foften Don Vinbenholj, in biefer SBeife präparirt, nad)bem berfclbe 7 3a(jre in ber (Srbe geftanben, hat nian nod) fo feft unb unoerfehrt gefunben, als ba man ihn eingefe^t, unb fein 2J?anti lebt lang genug, um berartig fonferoirteS §olj Dermobern ju fehen. 176. pflegen jit vertreiben. 2J?an vertreibt bie fliegen burd) ben Oerudj beS Vorbeer»De(S, baS in flachen ®efäßen in bie Stube gt teilt wirb unb öffnet einige Sage fünfter unb Spüren mögli^ft wenig. tiefer ®erud) ift ihnen unerträglich unb fie fu^en i^m halb ju entfliehen. 9tied)t biefeS Del and) ni^t angenehm, fo fann man bod) baburd) eßbare ©egenftänbe' unb Döbeln fidjer Dor biefen luftigen Snfeftcn bemahren. 2ßenn man nid)t gleid) in 58efi^ genannten DelS gelangen tonnte, fo thun ÄürbiSblätter, bie in bem ^tntxner, auS bem bie fliegen Vertrieben Werben foHen, angebrannt werben, and) fehr gute Sienfte. Sie fliegen fterben alle baDon, and) fommt feine wieber herein, fo lange ber @erud) an« hält. ferner wirb als QKittel jur Vertilgung ber fliegen baS Duaffienholj empfohlen. (Sin Secoct beS gerafpelten §öljes (mit 8 Sheilen VßafferS auf 6 Sheile abgefod)t unb einen iRefferrüdcn ho^ in einem Seiler aüfge» [teilt unb mit gefloßenem Buder beftreuet) lodt bie fliegen an unb fie fterben fogteid) burd) beffen ®enuß. SiefeS Mittel ift ben D^enfdjen nid)t nach* theilig unb wirft fieber. Um fliegen Don ©emälben unb SRobilien abju* halten, weiche man Änoblaud) 4 bis 5 Sage in 2ßaffer ein unb wafche bie Sachen bamit. 3n Sfe^gerläben foUte man bie SBänbe mit Vorbeeröl beftreidjen, wel» djeS fehr halb trodnet unb bie bem ^leifd) fo fdjäblid)en Snfectcn Derf^em^t. So gut als an äöänben, läßt baS Vorbeeröl aud) auf ©olbrahmen fid) gebrauchen, ohne bem @lanj ober ber ^arbe berfelben fchäblid) ju werben. $US ein bewährtes SRittel, bie fliegen Don ®olbrahmen fern ju halten, ift folgenbeS ju nennen : SJian fod)t Vauch in SBaffer unb beftreidjt mit bie» [er Ablösung bie Vergolbungen. 5lud) baS bloße Slufgießen fodjenben VßafferS auf ben Vaud) ift fdjon ^tnreidjenb, bie ^lüffigfett fcharf genug ju madjen. Sod) ber im Allgemeinen wenig beliebte ®eruh beS VaudjS bürfte Urfa^e fein, baß biefeS Whttel unter ben Samen wenig VeifaU unb feiten Anwerbung fänbe. 177. ^ffiegen ju Derftfgen. SBiber bie fo tafti^en Stubenfliegen giebt eS mehrere Mittel; wir wollen na^ftehenb bie wtrffamften unb einfachften anführen: 1) SaS perfifdje 3nfettenpulüer - bie jermahlene Sölume Don ^^ret^rum (Sarneum unb Äofeum, beffen SlnwenbungSart allgemein betannt ift. 2 ) Sie pulDeriftrü 219 Quaffta, non melier man eine Heine Quantität auf e.nen Jeder febfittet, biefe mit fodjenber SRil^ übergießt unb mit etwaß gefloßenem weißen suefer nberftreut. 3) Saß fogenannte Sftuttertorn. Jiefeß wirb, erforberlicßen Faße«, etwa« getrodnet, bann in einem Dörfer jerftoßen, baß @eftoßene auf einen Jeder gefeßüttet, mit Reißer 3J?ilcß übergoffen unb mit etwa« 3uder beftreut ben Stiegen ^ingefe^t. Jiefe brei Mittel finb nießt allein einfad) unb billig, fonbern and) fe^r wirtfam unb tonnen bei i^rer Slawen»' bung ben 5XRenfeßen unb ^außtßieren taum fdjäblid) ober ber ©efunbßeit nad)» tßeilig werben. Jie fliegen, weldje befonberß aud) nad) bem IRuttertorn ftart faden, betäuben fid) aber ßäufig nur, weßßulb man biefelben am beften mitunter jufammenteßrt unb in baß Feuer wirft. 4. 3Ran neßme einen ßalben Jßeelöffel vod gemaßlenen feßwarjen Pfeffer, einen Jßeelöffel vod fRaßm, einen Jßeelöffel Voß braunen £uder ; mifdje üldeß gut untcreinanber unb ftede eß in einem Jeder ben Fliegen ßin -fie werben balb üerfeßwinben. 5. 3J?an erwekßt fßfunb gepulverte Lorbeerblätter, ober foeßt fie in 2@adonen Sßaffer, biß ißre giftigen (Sigenf^aften außgejogen finb. Jann mifdjt man felbeß unter bie Jünd)e. UBenn man bie SBanbe cineß 3immerß mit tiefer Sdäfdjung übertüneßt, fHann man bie fliegen wenigftenß fedjß Monate lang verfdjeueßen. ferner bereitet man jum Seftreicßen ber Fenfter» unb Jßürraßmen eine SRifdjung Von 1 ißint gepulverter Lorbeerblätter in 1 fßint Olpcerin. Sllß gliegenfade, bie baß 3iwwer jiert, bient ber §unbß(oßl, (Aponi* cum andros aemifolium), eine in ben Ser. Staaten einßeimifeße immer» grüne Staube, bie feßr gut im Jopfe wädjft. Jie fßflanje ift bufdjig unb ßat viele ^tvei^e, bie mit länglidjm, bläu» ließgrünen Slättern bid)t bebedt finb, unb ift waßrenb beß ganjen Sommerß überfeßüttet mit blaßrotßen, ben 2Raiglödd)en äßnlicßen Slumen, bie einen töftlidjen Drangenbnft außßaudjen. Jie Staubfäben enthalten einen £>omg» faft, ben ju nafeßen bie fliegen bie Slumen auffueßen. Äaum aber l)aben fie bavon genippt, fo werben fie von ben reijbaren 3äßnen ber Slumenrößre feftgeßalten unb erbrüdt. f^ünf fliegen tonnen fieß auf biefe Üßeife nad) einanber in ber f^ade fangen, eße bie Slütße weift; ba nun ein einziger Straud) bei 10-20,000 Sliitßen bringt, fo fann babureß ein ganj artiger ^liegenfcßwarm vertilgt werben. Jie Fortpflanzung beß §unbßtoßlß geftßicßt bnreß Samen, Stedlingt ja felbft burd) Söurjeltßeile. 3unge Sämlinge muffen balb verfemt, SteiK linge in ber erften 3eit niit einem ©lafe bebedt werben. Jer Samr ift in jeher renomirten Samenßanblung ju ßaben. Fliegenleim maeßt man, wenn man Jifcßlerleim unb SD^olaffef ju gleid)en Jßeilen jufammenfoeßt, auf braitneß Rapier ftreid)t unb bieß auf Jifcßen im 3immer ßinlegt. Sß wirb in wenigen Sagen ade Fliegen weg* fangen. 178. Riegen und ^remfen t>on Pferden aßju^arteu. 1. 5Dian ftede in einem woßlverbunbenen Sopfe ober §afen Sutter, am heften SDiaibutter, an bie Sonne, Jiefe wirb biß jur §eu< ober @e» treibeernte jiemti^ fauer unb riedjenb werben. Seftreicßt man bamit baß ^ferbegejefjirr ober aueß bie Sferbe ßin unb wieber, befonberß an Stellen, 220 wo bie Sremfen gerne auffi^en, fo weiten fie bavor halb jurüd, weil fie ben fauern ©efdjmad unb fcßarfen ®ernd) ber Sutter nidjt vertragen tonnen.- 2Iud) tonnen fie ben ®erudj beß Sßermutßß nidjt ertragen. SRan weiche ba- ßer SBermutß ein unb beftreidje mit bem Söaffer bie ißf^b* ober bereu ®e- feßirre. 2. 3ubemfelben 3,üetfe lüirb eine jeihveilige 2ßafd)ung ber ©ßiere mit einer 3lbtodjung von iRußtaub in Sßaffer empfohlen. 3. $Iudj giebt eß ein feßr einfadjeß SRittel,, um bie fliegen von ben ^Pferben abjußalten, inbem man bie innere fflädje ber Dßren ober irgenb eine Stelle, weldje vorjugßweife von ben fliegen beläftigt wirb, mit einigen tropfen brenjlidjem Sßacßßolberöl beftreid)t. ©er ®erudj biefeß Delß foU ben fliegen fo juwiber fein, baß fie fid) von allen Stellen fern ßalteu, wo audj nur eine leichte Spur bavon anjutreffen ift. 2ßenn biefeß ÜRittet Wirt- lid) bie angegebene SBirtung vollbringt, fo tann eß vielleicht and) jur ffern* ßaltung ber äRoßquitoß angewenbet werben. 179. verfitzen. ©er Sperling ift baß einjige ©hierdßen, wetdjeß in ben (Stuben bie ^loße wegfängt. £nm foldjer ®efd)öpfe in ber Stube mit verf^nittenen klügeln finb ßinlänglid), fie von biefem Ungeziefer ju befreien. ^etten^unbe leiben viel bon biefem Ungejiefer, befonberß menn fie in ih- ren Rütten auf Stroh liegen. SRan taffe bie Rütten erft babon reinigen, baß ^eißt außbrüßen, unb bebiene fidj frifdjer Queden anftatt beß Stroßeß jum Sager beß ^unbeß, womit man bon ^eit ju 3eit w cd) feit, unb Wenn fie ju trotten werben, wieber frifdje Duetten ^ineintegt. So liegt ber £>unb nidjt nur im Sommer tüßl, fonbern cß fann tein fflot) auffommen ober bort niften. Um bei Stuben* unb Sdjoßßunben bie ^to^e ju Vertreiben, ift audj folgenbeß Mittel ju empfehlen : SRan tod)e jroei Sott) (Soloquinten, ober eben fo biel grüne SßaUnuß* fdjalen in einem Quart SBaffer unb wafcße ben §unb öfterß bamit. Ober man reibe bem $unbe einige 3Ral ein wenig graue ÜRerfurialfalbe am $atfe unb längß beß fRüdgratß ein.-Stubenl)unbe müffen bann einige ^ett auß ber Stube entfernt werben, weil fonft ein großer SEtjeil ber glöße in bie Stube unb an bie SRenfchen tommen würbe. 2llß fe^r guteß Mittel gegen bie f^Iöße wirb au^ ein Äraut, baß auf allen Söiefen Wäd)ft, SRaßlieben (Chrysanthemum Leucantherium L.) angewenbet. 2Ran fammelt bie Stützen mit ben Spitjen beß ^rauteß jur £eit, wenn fie in voller Slütße fielen (alfo im 3uni unb 3uli) unb bringt fie getrodnet jwifdjen Die HRatra^en unb bie Streu, um fowoßl uRen* fd)en alß ©ßiere von biefem Ungeziefer ju befreien. Sd)on ©oboenß gebaute im 16. 3aßrhunbert ber Conyca minima ober Sinne'ß Inula Pulicaria, alß einer Pflanze, weldje Dliniüß Pulicaria nannte, weil er fie für ein unfeßlbareß SRittel jur Vertilgung ber fflßbe ßielt. 221 180. Stfor jit Reifen unb ]n wa^en. 1. 2Ran macht ein reineS, leinenes Such in reinem Äornbranntwein ganj nafj unb fdjlägt ben ^lor hinein unb wenn er fich burd)gelegen, plättet man ihn jwifchen -papier. 2. ££Ran tod)t feine Seife unb gie^t fie burch, alSbann brüdt man ben z^Ior, welchen man in Rädchen gef^lagen unb beS 2IbenbS mit Seife eingewei^t hat, jwei 9Ral in biefer Seife auS, baS britte -JRalmufj bie Seife etwas bider fein, hierauf wirb ber ^lor auSgebrüdt unb ganj nafj mit einem recht glühenben ißlatteifen geplättet. Sie 9?äffe beS JlorS unb bie ^i^e beS SifenS mu^ bem ^lor bie Steife geben; man mufj fich aber ja vorfehen, bafj man gefd)winb plättet, fonft verfengt ber gdor. 181. in fauere übergangene, wieher 0er- jußeffen. 3Ran bebient fich, bieS auf eine febr leichte Sßeife ju bewirten, einer SRefferfpi^e voll gereinigter ^ßottafdje auf | 9Ra§ ber Früchte, ober, waS nod) mehr wirft, man fodje bie ^rüdjte nochmals mit etwas frifdjem 3uder auf unb thue bie oben bejeidjnete Quantität ^ßottafc^e hinju. ^»ierbur^ Werben bie verbotenen ^rüdjte wieber jur ^altbarteit gebracht, ohne ba* burd) an ihrer ®üte unb ihrem ©efdjmad Verloren ju haben. S)aS Mittel aber ifi ganj unfdjäblid). 182. jn reifen. Äein SRittel, befonberS feine unb fpäte Dbftarten fdjncK jur 9ieife ju bringen, hat f° probat erwiefen, als bie Serpadung in ißapi?r, b. h« (ebe einjelne ^rndjt in Rapier einjuwideln, bann ^apierfchnifjel bajwifdjen ju legen unb fie fo ungefähr 10 Sage lang liegen ju laffen. SefonberS ju empfehlen ift biefe 2Rethobe bei Sintert unb ißfirficpen, weldje fiep ni^t lange halten, wenn fie einmal verwenbet werben müffen. ^adtman bagegen von 3eit ju 3eit einen Sheil feines SorratpS in ißapier, währenb man ben an» bereu ruhig liegen lä^t, fo fann fich ^er ®enu^ auf 12 unb mehr äßodjcn verlängern. 183. ^nt^tpttöbing. Sin halbes ^ßfunb 9Ket)t H)trb mit einem Siertelpfunb fehr fein gehad- Kn SRinbSnierentalg unb bem baju nötigen 2öaffer jn einem Seige gefnetet. hierauf breitet man eine Serviette über eine Serrine, beftreid)t einen Sheil ber erftercn mit Sutter unb legt ben bünn aufgemangelten Seig barauf. iRun f^iajtet man auf biefen Seig eine ^rudjtppramibe, auS gut eingejuderten auSgeternten Äirfdjen unb abgebeerten Johannisbeeren, jerfdjnittenen unb in 3udtr gewäljten ülprifofen ober Pflaumen beftehenb, feft ben Seig wie einen Seutd jufammen, binbet bie Serviette feft barübcr, bamit bie ^rüdjte nicht perausfaUen, tl)ut baS @anje in einen jur Raffte mit todjenbem 2Baffer ge* füllten Sopf, lä^t eS fodjen unb bewahrt eS an einem fühlen, trodenen Orte auf. 222 184. Juffer, vortßeifßaftes für ^linber, «nö Sterbe. 'DRan reibe ober jerquetfdje täglidj fo viel Sturnipg, SKobren ober SRuntelrüben, alg jur 53«rfütterung für einen Stag erforhertid) finb, unb bringe fie bann in ein f^a^ mit bur^lö^ertem hoppelten SBoben, in welkem bie Soccer | 3°$ weit finb, unb bag unter biefem hoppelten 5Boben eine ©eff* nung von einem 3oU Söeite jum ^Iblaffen heg Safteg h«t- ^ad) bem füllen heg f^affeg wirb eg jugebcdt, mährenb man unter bem hoppelten ©oben ber Suft ßutritt läßt; in 3 big 4 Stagen fängt bag futter an ftarlju gähren, er* hält einen angenehmen meinigen ©ef^mad unb ift nun jum ©ebraud) ge* eignet, f^ür S^meine mengt man eg mit 5?leie ober 9Rehl, für ^ferbe mit gefdjnittenem §eu unb für SRinbvieb mit 3?aff ober anberem ^urjfutter. SDie fü^e meinige ©ä^rung mirb gemohnlidj in 4 Stagen beenbigt fein, eg tritt bann f^äulni^ ein, unb eg muff bafjcr bag futter Vor bem Uebergange in bieg Stabium, bag hurd) ben unangenehmen ©erudj unb bag @rfd)eincn von Stimmet leid)t ju ertennen ift, Verbraucht merhen. $Ran muff beghalb aber and) ftetg ©efäffe jur gefonbertcn 3ubereitung heg f^utterg für vier verfdjie* bene Stage halten, ^ür einen großen 33iehftanb tann man ftatt ber Rüffer auch au$ 3^c9e^Iiettttnb römifdjem dement aufgeführte Schälter anmenben, benen aber fo menig mie ben Raffern ber hoppelte Söoben unb ber 3utritt ber Suft unter hiefen fehlen barf, ba fonft bie fRüben nicht in ©ährung treten. 185. Gerfen, Anlage befleißen. 2ßiH man einen ©arten anlegen, ber genau vieredig fein unb gerabe einen SIder enthalten fott, fo mache man jebe ber 4 unter red)ten SBinteln ju* fammenfto^enben Seiten 209 ^n| lang. SBerboppelt man bie Sänge ber 4 Seiten, fo wirb bag Stüd 4 2lder enthalten. ÜRultiplijirt man bie Sänge unb Breite eineg re^tminteligen ©runbftüdeg mit einanber unb bivibirt bie ^ufjjafjl mit 43,681 (b. h- mit 209 mal 209), fo erhält man bie Slderjapl. ^ommt eg nid)t auf ein SPaar Duabratfu^ mehr an, fo re^ne man bie Sänge unb Breite eineg 2Iderg ju 70 ?)arb 210 3mfj, Wag bie fRedjnung leister macht. 186. Garten- nnö andere 15ege von ^tnürant rein ju Ratten. Se nad) ber ©rö^e heg ^ebarfS, nehme man 25-30 ©aHonen SBaffer, worin 20 $fb. ungelöfdjter ÄaU unb 2 $funh S^mefel geworfen Werben, ©ag aanje ©emenge wirb bann in einem Reffet gefotten unb bie ©artenmege, bag ipflafter u. fonftige ißlä^e, bie man von ©rag unb Uufraut rein galten miß, bamit begoffen. ®er Erfolg ift ein fixerer unb bie SÖSirfung biefeg ©emengeg erftredt fid) auf mehrere Sahre. 187. Gartenwege fronen und von ^Infirant rein jn ermatten Um ©artengänge unb Eingänge vor bem §aufe immer troden ju er^al» ten, empfiehlt ein englifdjeg ^ölatt Stra^enloth gut getrodnet unb biird)fiebt, mit Steinlohlentheer gut ju vermengen unb etmag feinen Schutt jujufeßen. 223 ®amit wirb ,er anjulegenbe 2$eg in einer mäßig, biden (Sd)i^t gleid)fam wie mit (^rp.^bmauer belegt, unb auf biefen ®runb ber gewöhnliche feine Sdjutt unb 'Suttb gefahren. 9Iuf biefe Sßeife werben ade Türmer unb 3n« fetten, audj aUiS Untraut von biefen Siegen Verbannt, unb [entere bleiben and) bei naffer SUtkrnng immer troden. 188. ^arfengewdtßfe, ^ngnißf frnßer. Sine eigcntßümfiche Jreibmetf)obe einiger ^üdjenpflanjen berbient alb gemein befannt ju werben. Jie ©urfenterne werben im Konat 5IpriI in feudjte wollene Sappen gewideft unb mit biefen in bag ©ettftrofj geftedt. (Sdjoii nad) 4 Jagen entwidefn fid) bie Beirne; bie ^erne werben bann fogleid) auf 5ßferbebuu^ in baS freie Sanb gefegt ober in Jöpfe gefeit, bie fo fange im 3in'™er behalten werben, bi§ ba§ britte Statt ber $ffan* jen erfdjeint. Jann werben fie au§ ben Jöpfen geftülpt unb in ba« freie Sanb gefegt, aber jeben 9Ibenb mit ben Jöpfcn bebedt, bie in ber ^rüpe, wenn bie (Sonne Vodjauben, wieber entfernt werben. Kit bem 16. Kai läßt man biefe ganj weg. ift fd)on oft vorgefommen, ba§ Sanbleute nur einige Jage fpäter (Surfen lieferten, al§ bie (Partner, weldje fie in Kiftbeeten erjogen hatten- Sben fo gefdjiefjt e§ mit ben frühen B^ergbohnen, wef^e in Jöpfen burd) Bimmerwärme erjogen unb bann auSgefe^t werben. 2öenn in anbern ©egenben bie (Säejeit ber Söhnen fommt, fann man hier fd)on fuph°he ^ffanjen finben. 189. ^artenfrü^fe im hinter tm Rimmer 51t gießen. JiefeS fann ebenfo gut gefdjehen, als ba§ man Blumen währenb be§ 3Binter§ im Bimmer jiel)t.. Jenn, wenn in gezeigten 3innncrn bie Jemperatnr ber Suft jur Slumenjud)t Weber jtt warm, nod) ju falt iü, fann, wenn eine anbere (Stube an baS 3imntcr biefe geöffnet unb nad) einiger 3^ lieber gefd)foffen werben. Sille biejenigen @emüfe, Weld)c eine nid)t bebeutenbe Hö^e erreidjen, tonnen in vielen über einanber ftepenbcn Sd)id)ten, welche eine irbene Unterlage haben, alfo in langen, weiten, irbe« nen, über einanber befeftigten, eigen« baju geformten Sehältniffen gejogen werben, unb e$ wirb baburd) bem Sinwanbe begegnet, ba^ ber Ertrag foU d)er ©arten;judjt im Baumer nur gering fein tonne. Slllerbingö eignen fid» bafür mehr bie fleinen @artenfrüd)te, aU bie größern, aber and) mehrere biefer, unb jwar foldje, welche fid) nid)t raufen, meiere batjer nidjt ben iRaum wegnehmen, fann man in wenigem (Sd)id)ten gewinnen. 190. arten Hßnedu'n pt verfifgen. Kan fege, um bie fäftigen nadten (Sartenfchneden 51t beseitigen, abgt» Spälte Sßeibenrüt^en bahin, wo fie gewöhnlich ihr Hauptquartier haben. 91ad) wenigen Kinuteii wirb man biefe 3tüthd)en von Sdjncden ganj be» bedt finben. "Äuf biefe JBeife fann man fämmtlid)e (S^neden in furjer 3«it fon» bringen. . 224 191. ^efä||en, eigenen, die c£o$e w ßeneßmen. SDie ju ben ®efäpen jugeriepteten f^a^bauben müffen in pinlänglid) großen Ueffeln mit ^lu^umffer eine palbe Stunbe gefod)t merben. ®a« Sßaffer nimmt babon eine fepmu^ige, braune f^arbe an unb fdjmedt fepr ffparf. ©ie ©auben felbft erpalteu baburd) eine loeiplidje f^arbe. Sinb biefe nun eine ^iertelftunbe getrodnet, fo fönneu fie fogleidi jufammengefe^t .Uttib gebunben merben ; fie erpalten bitrd) biefeS SluSto^cu eine @efdjmeibig» leit unb SBiegfamfeit, ba^ man bie ^ugen tanm gemapr mirb. 9?ur mu§ man barauf 2ld)t geben, baff man bie ©aubeu fogleid) au§ bem .^effel nimmt, fo mie bie SBrüpe eine fdjmu^ige f^arbe erpalten pat, weil fonft bie 5Brüpe fidp mieber in ba§ ^olj einfodjt. 3n biefe fo jugeridjteten @efä^e tann jebe ^lüffi'gteit eingelegt merben, opne baff foldje ben geringften Sieben* gefdjmad erpält. 192. ^efä|e, eingefroctnete ^öfjerne, ßafd wafferdi^t ju madjen. Sßenn ein foldjeß ® efäff fepr troden ift, fo fann eß baß pineingegoffene Söaffer, um foldjeß aufjuquellen, nidjt palten unb man muff baß (Singie^en oft mieberpolen, epe man feinen 3>ued erreidjt. SRan fommt aber bamit balb ju Staube, menn man baß ®efä§ jubor bicpt mit Strop ober fcplecptem £)eu boUftopft, oben einen Stein barauf legt unb nun baß ®efmit Söaffer anfüllt; benn wenn nun aucp baS Sßaffer mieber abläuft, fo bleibt bod) ba« angefeucptete Streb jurüd unb beförbert baS SlufqueUcn beSlpolje« in turjer Seit. 193. ^efa^e, eiferne, nor jn fünften. 3Ran beftreicpt fie mit einem Sßrei, beftepenb auß foplcnfaurem SRatron, gerofteter Stärfe unb SBaffer. (©aß Stoffen ber Stärfe gcfdpiept auf gleiche Söeife, mie bie ^Bereitung beß braunen ober gebrannten SDtepleß ju Saucen.) C>at man ein ®efä^ mit biefem SBrei überzogen, fo ift eß ju jeber «Seit fcpnetl babon ju befreien, ba ein blo^eS Slbmafdjen mit SBaffer genügt. SRan mirb bann bie WtetaUfläcpe rein unb blaut finb-en. ©iefeß 53erfapren ift nament* lid) bei Äüdjengefäpen, Pfannen u. bgl. bem Sinfetten üorjujiepen, ba baß alte, ranjige ^ett niemals ganj entfernt merben fann. 194. ^efa|e, irbene, (ofe|t wie eiferne juma^en. 2Ran [treibe ju biefem SBepufe einen ©opf einigemal mit bünnem Seime mit einem $infel an, unb menn biefer Slnftrid) redjt troden ift, fo roieberpolt man benfetben mit Seinöl. £>ierburdj roirb ber Stopf fo feft, at$ eineiferner. Um baß Saufen ber Stopfe ju bereuten, beftreicpt man bie Stilen unb f^ugen mit einem Steig bon ^tegelme^I, 53otu§ ober ©pon mit SRaler*fyirnit 195. ^efa|e, |hrß tie^enbe, reinigen. Um gdafdjen u. f. m., in roeldjen ftart riedjenbe f^lüffigfeiten aufbcmaprt mürben, ooKfommen gerndplo« unb rein ju ma^en, eignet fid) ba§ ftp m ar je ©enfmept üorjügüdj- SD? an fcpüttelt eine Heine SRenge bavon mit etwa« 225 lauwarmen SBaffer eine £eit in folgen ©efäßen, fpült fte bann mit SBaffer auS unb wieberholt baS Verfahren noch einmal. 5Iudj um ftarle ©crü^e bon ben £)änben ju entfernen, ift eS am beften, man bebient fid) beim SBafd)cn einer Heinen SKenge Senfmehl. 196. ^efTugeC ju mallen. 9 Snten gut unb fd^neU ju mäften. "jUlan läßt bie Snten frei ßerum laufen unb gewöhnt fie, an ben On . tomrnen, wo fie gefüttert werben follen. Silan giebt iljnen fo viel§afcr, ar. fie freffen wollen unb baneben genügenb Saufwaffer. Sladj 9 Sagen [int fie fett. 2) ©änfe ju mäften, baß fie große Vebern bcfommen. Sie befte Slrt, ©änfe ju einem f)oben ©rabe bon gettigfeit ju bringen, ift baß «Stopfen berfclben mit Slubeln, worunter man gefdjrotenc ©crfte, §afer unb Srbfen, and) etwaß Salj unb Pfeffer gefnetet ^at. Stwaß SDlild) unb butter fotl aud) baju fommen ; nebftbem aber ift eß §auptfad)e, baß man bei jebem futter ber ©anß eine SHefferfpi^e boll feineß puluerifirten Spicßglanj in einer Slubel mit einßopft. Sine ®anß, bie gut berbaut, muß man alle jwei «Stunben ftopfen. Qrbinäre.ß SSeijenmeßl, getobte Srbfen, Kartoffeln unb gefd)rotener türtifdjer SBeijen ober ©ufuruß mit ei» Hein wenig Ingwer unter ben Slubelteig gemifdjt, mad)t große Sehern. $in= reid)enb SBaffer, mit gefloßenen §oljfoljlen unb Sanb bermifdjt, barf nie festen. Sllteß 58rob mit Söaffer unb SJlild) befeuertet, unb etwaß ®alj unb ©pießglanj baju gettjan, beförbert baß ^ettwerben fepr. 3) Kapaunen ju mäften. Siefe werben wie bie ©änfe unb ^üljner beljanbelt unb mit Slubeln gc* ftopft, wel^e befielen follen auß 3 Sot^ ©erftenmeljl, 3 Sotl) gemahlener §irfe, 3 Sot^ gelöstem ober gefottenem Söelfdjforn, 1 Sott) butter unb fo biel Sllild), um einen biden SBrei barauß ju machen, worauß man Slubcln formt, etwaß Spicßglan^ barein fnetet, unb biefe Portion ben anberen Sag berfüttert unb Slbenbß wteber neuerbingß frifd) anmadjt. Silan gebe fleißig ju trinfen, fo werben bie Kapaunen in 14 Sagen fe^r fett. 4) Sßelfdje ^ü^ner ju mäften. Siefe erhalten baffelbe futter wie bie Kapaunen, nur in größerer Quantität. Sine welfdje £)cnne erfjält nod) palb fo biel unb ein wclfdjer Saljn nod) einmal fo biel wie ein Kapaun. 5) Sauben ju mäften. Sieß gefdjieljt am beften mit Sßiden, Srbfen, ©erfte, Suchweheu unb £)irje, bie ntan bor^er in Söaffer eingeweidjt pat. Silan ftopft fie mit biefen gequellten ^rüdjten, wie baß anbere ©eflügel mit Slubeln. Silan muß fie fleißig tränten, ^afermeßl unb ©erftenmeßl, mit 33ier bermif^t, giebt eil fettmadjenbeß futter für Küßner unb Sauben. 197. Gemälde 51t reinigen. Silan fc^abt 1 ^fb. roller Kartoffeln unb fdjüttet bie§ in 4 Quart Söaßer, bieß läßt ntan jufammen bie ganje Slad)t über abbampfen unb tann eß bann fogleid) gebrauchen. SJlan trägt eß mit ^lanedlappen unb Sdpoäm« men auf baß 53ilb auf, biß ber Sdjmuij unb bie Unreinigteit Weichen 226 198. ($emäfbe anf $n üßerfragen. Talfton tl)ut e« auf folgenbe SBeife: @r nimmt ba« Rapier, worauf ba« Vilb gebrudt ift, unb überjieljt e« breimal übereinanber mit (Solobion Sßenn biefe« h«d ift, wäfd)t er ba« Rapier barunter ab, wobann ftd) bie Truderfchwärje ober f^arbe feft am (Sollobion fitjenb befinbet. Um bie« mog» lidjft boKfommen ju thun, follte ba« Vilb borher glatt gelegt, bann mit doöobion behanbelt unb julegt in Sßaffer getraudjt werben, worauf ba« Rapier fid) leidjt abreibt. SJian fielet je^t ba« Vilb burd) ba« SoKobion hmburd), welche« burd) 23eimifd)ung bon 3 fßrojent (Saftoröl burd)fid)tig nnb jäh ge» mad)t wirb) firnißt e« über unb befestigt e« an'« @Ia§ burd) Treffen jwifdjen iwei glatten. 5Iuf biefe 5Irt berjierte f^enfterfcheiben feilen hübfd) au«» [eben unb man tann fid) bie Sadje leicht felber madjen. 199. ^emufe non ^ftrment ju reinigen 3n englif^en Tüdjen hat man ein Vehältni^ mit Saljwaffer, woburd) Salat, ®emüfe u. f. w., wenn fie einige Minuten Oineingelegt werben, fehr fdjnell bon Stürmern, S^neden u. f. w. gereinigt werben tonnen. @« wärt biefe« Mittel, wie überhaupt §au«franen, ganj befonber« ben ®aftwirtl)innen ju empfehlen. 200. ^er^enme^t, prapartrtes. Von £mfelanb borgefdjrieben unb fränfelnben ißerfonen, Unterleib«» unb Vungentranten, befonber« and) ftillenbcn füttern feljr ju empfehlen. Bwei fDZe^en be« beften ©erftenmehl« werben feft in eine Serbiette gebun» ben unb fo unau«gefe^t 24 Stunben in einem großen Topfe ober Teffel in reinem Sßaffer gefoebt, bann hernu«genommen unb aufgebunben. Tie äußere teigartige Schale wirb al« Viehfutter, and) wohl jur Suppe perbraud)t. Ta« inwenbig befinblidje, trodene, gelblid)e SDcehl ift ba« präparirte. 3u einer Portion (3 bi« 4 Taffen) nimmt man, je nad) ber Sonftitu» tion be« Tranten, 1 bi« 2 (S^loffel, rührt e« in ÜRild) ober SBaffer ein unb fodjt e« bann in SBaffer unb thut etwa« weiten Tanbi« baran. @« wirb 1 bi« 2 Stunben wor bem gewöhnlichen SUforgengetränt genommen, and) wohl Slbenb« bor bem Schlafengehen. Sehr fd)wäd)lidie ißerfonen trinten im Vette unb bleiben bann nod) eine Stunbe liegen. Stiflenbe 3J?ütter trinten e« ju beliebiger Tage«jeit 2 bi« 3 SDial. Vortrefflich ! 201. ju Bereiten. £0?an fod)t einen Theil rein gewafd)ene ©erfte mit etwa 12 bi« 16 Tljeilcn SBaffer, bi« bie hülfen auffpringen, feiht bie« burd) unb fügt etwa« (Sitronenfaft ober §imbcereffig mit Buder nad) (gefallen hinju. Tiefe«ein* fjüHenbe, burftlöfd)enbe unb fühlenbe ©etränt bient bei entjünblidjen unb fieberhaften Trautheiten, bei ^eiferteit nnb Lauheit be« $alfe« ufw. 227 202. (M^irre, Rupferne, tneffiugne unb iinuerue, jn pu^eu. 1. 3u fupfernen Kafferolen unb Keffeln nimmt man Öuarjfanb, cermif^t mit bem bierten Sheil (bem Volumen nad)) ÜRehl. . ÜRan reibt mit einem wollenen Sappen unb fe£t Gaffer ju, unb will man fid) bloß ber Ipanb bebienen, fo ift ber @rfolg um fo boUfommener. 2Ran Waf^t eÄ jule^t ab unb trodnet e«. 2. Seudjter unb ©efdjirre auß äReffing ober einer anberen Sompofl* tion reinigt man mit folgenber SRifdjung : 30 ©rammen Salpeterfäure, 30 „ Sdjwefelfäure, 1 18 „ gefd)lemmten Srippel. 3Ran mif^t biefe Sugrebienjien mit 14 Siter SBaffer unb gieRt ein wenig bon biefer glüffigfeit auf einen wollenen Sappen, womit man bie mef» fingenen ©egenftänbe reibt, uadjbem fie jubor bon allem f^ette gereinigt finb. §at man fie fd)ön blan! polirt, fö reibt man ße jule^t nod) mit trodenem gefdßemmten Srippel mittelft eines Sappen«. Sa bie obige glüf* figtcit fe^r ä^enb ift, fo barf man nichts babon an bie Kleiber tommen taffen, inbem fonft in benfelben Soccer entfielen. ?lud) muß man bie ge»- pu^ten meffingnen ©egenftänbe unberjüglid) an ber Sonne ober am f^euer trodnen. ©efdjirre unb ©egenftänbe au« 3*nn reinigt man am 33eßen mit ge* f^mämmter Kreibe unb SBaffer unb boUenbet ba« ißu^en mit einem trode* nen wollenen Sappen. 203. ^etreiöe, öuutpffg geworbenes, ju verReflern. SRan pulberifirt frifdje £wljtoljlen, mengt biefe unb jwar auf 384 SReljen ©etreibe 1 SRe^e Ko^le bei berfdjloffenen ^obenlufen unter bie f^ru^t unb läßt Korn 8-14, §afer 6-8 Sage in biefem gemixten 3U* ftanbe liegen. -Rad) biefer 3eit entfernt man ba§ Kohlenpulber burd) bie ^ege unb erhält bodig gerndjlofe f^rudjt. 204. Bunt heften nuferer greunbe auf beut Sanbe, welche ißrobufte jit ber* taufen ^aben unb ber Kaufleute, ber öffentlichen wir bie folgenbe Sabelle, bie ba« ®erl)ältniß beS ^öufhel« jum ißfunb bei ben berfdjiebenen Slrtiteln jeigt : perSuf^el. perißfunb. per Suf^el. per^funb. Weisen, 60 loggen, 56 Korn, 56 $afer, 35 ©erfte, 48 Kartoffeln, 60 \ 2Beiße iBo^nen, 60 Qaftor^oljnen, 46 I 93ud)Weijen, 52 Kleie, 20 3wiebeln, 57 ©etrodnete 'tßfirfidje, 33 ©etrodnete Slepfeln, 24 Kleefaamen, 60 i Simot^^Saamen, 45 glad^Sfaamen, 56 i^auf=Saamen, 44 ®Iau*@raS=Saamen, 44 ®alj, 50 Kommest, 50 Steinf ofylen, 80 per @ a 11 o n e. $onig u. S. £>. SRoUaffe« 12 Sarb, 8 228 205. für ^reiß^üttfer. ©egoHeneß ftarteß ©laß mit einer fanbigen Seite foH bei ber Serwen* bnng jur ©ede bon ©reibpaufern bie 3ntenfität ber Sidjtftraplen bredjen opne ju buntlen, unb baburep baß Serbrennen einzelner ißflanjentpeile bernieiben, welcpeß burd) bie im gewöpnlidjen ®lafe päufig iwrfommenben freißförmi» gen, alß Srennfpiegel wirlenben, Slafen perbeigefüprt wirb, ©aß ©a^» glaß wiberftept jebem ^agelfdplage unb jeber Scpneelaft, benn eine ©afel bon 1 Duabratmeter wirb burep ein ®ewicpt oon 150 ißfb. niept jerbroepen. 206. entfiel, |n nerferfigen. 1. SJtan nimmt 3 Sotp gebrannteß Elfenbein, 1 Sotp orbinären Snbig, 1 ©ßtöffel Dott Saumöl, 1 ©Stöffel boU Sprup, 2®itronen |Äanne SBein» effig, | Sotp Sitriol=£)el, f Äanne Siereffig. Staubern baß gebrannte Slfenbein unb ber Sfnbig redjt fein unb jwar jebeß befonberß in einem Dörfer gefloßen morben ift, wirb beibeß in eine ©Rüffel, bie ungefähr 3 SJiaS pält, gefdjüttet, baß Saumöl unb ben Sprup baju, biefeß wopl unter einanber gerührt, bie ©itronen redjt rein anßgepreSt unb ber Saft pinjugeipan, abermalß gut umgerüprt, bann baß Sitriol, unb roieber umgerüprt, unb enblid) ben Siereffig unb jule^t aHeß gnt umgerüprt. SKan tann biefeß entweber mit einem alten bledjenen Söffet, ober mit einem baiu gefdjnittenen ©tüddjen $olj berrid)ten.-©aß @anje füllet man in eine gtaferne §Iaf^e unb man wirb mepr alß | bannen babon erhalten. Sie pält fiep übrigenß mehrere 5apre. 2. D e l ® la n j w i f e.-Stimm jwei Unjen Sitriol, fünf Un^en ^opgerberöt, ein ißfunb gebrannten ©tfenbein, fünf Unjen *&prup ; mifepe baß £)el uno Sitriol unb la^ eß einen ©ag ftepen, füge bann baß Elfenbein unb ben ®prup, and) baß Söei^e bon einem @i pinju,rüpre eß tüdjtig burep» einanber, biß eß ein Srei wirb, ©aß ift eine borjüglicpe SBicpfe, bie bem geber unfdjäblid) ift unb allgemein jufrieben fteUt. <5iep Sirtifel <51 i e f e l w i d) f e. 207. G^0^^ 3« reinigen. Seim Steinigen glaferner ®efä§e mit Sanb ift man ber ®efapr auß» gefegt, ba§ fie Stiffe befommen unb in ^obge baoon fpringen. ®a Schrot bei ©efäpen für Staprungßmittel unb namentlidj ju cpemiftpen 3meden gan$ ju berwerfen ift, fo empfiehlt man ^oplenftüddpen Von ungefähr ber ®rö^e einer ©rbfe, wel^e ebenfo wirffam finb unb bent ®lafe feinen Staben ju* । 'ügen. 208. Glaspapier jum ^ur^ei^nen. Um fdjoneß, burcpfi^tigeß, farblofeß Rapier anjufertigen, bebient man fiep am beften beß ©ammarfirniffeß, wobei man folgenbermaSen »erfährt. fDtan legt bie Sogen, welcpe man ju biefem 3mecte jubereiten will, flacp auf» einanber unb ftreidji auf ben oberen Sogen mit einem ißinfel fo viel girnt^ 229 euf, b ' Rapier boUtommen burdjfidjtig erfdjeint, o^ne bafj febodj ^tÜf* figteit barauf ju bemerten ift. ©er erfte 33ogen wirb nun abgenommen, :um ©rodnen aufgepängt, unb mit bem ^weiten ebenfo berfapren. bem ©rodnen tann auf baS Rapier fowopt mit treibe, ©tiften als 2?tapU febern gefeprieben werben. ©aS Rapier bepält feine farblofe ©urd)|id)tig« leit unb wirb niept gelb, wie bieS bei anbern äRetpoben oft bortommt, ift. woplfeil nnb leid)t perjuftellen. • 209. ^Cas^eiBen, BHnöe, wieber mauert. SS wirb bieS baburd) bewirft, ba^ man bie ©Reiben wieberpolt mit Sßrenneffel abreibt. 210. ^ranjftärfte. 2Ran nepme jweiUnjen bon feinem, weiften, arabifdjen ©ummi, pulberifirt, tpue bieS in einen ©opf unb gie^e ein palbeS Duart todpenbeS Gaffer über baffelbe, bebede baS ®efäp unb taffe eS bie 9?ad)t über ftepen. ®en folgen* ben borgen fdjütte man forgfältig bie ttare fftüffigleit unter boUftänbtger 3urüd(affung be§ 53obenfa^e§ in eine reine fflafdje, forte biefe feft ju unb bewapre fie bann auf für ben ®ebraudj. Sin S^löffet bon biefem ©ummi» waffer, gemifd)t in ein patbeS Duart Starte bon ber gewöpnlidjen 3Irt, giebt ber Seinwanb, mag fie wei^ ober gebrudt fein, einen ®tanj, ben fein anbereS SRittel ju bewirten im ©taube ift, wenn ber ©toff bereits gewafdjen ift. 211. ^täfer gegen bas ^erfonngen |u fi^ern. ÜRan bringt baS ®laS in ein mit taltem Söaffer gefülltes @efä§, lüft baS SBaffer über Reiter tod)en, unb tput etwas ©atj hinein. 93adp einiger £eit lä^t man baS Sßaffer wieber moglicpft langfam erfalten. ©aS fo be* panbelte ®laS fpringt niept, felbft bei ber fdjueUften 3lbwed)felung bon äßärme unb Äälte. Sben fo gut lä^t fid) bieS SRittel bei ©öpfergefepirr, ^orjeUan unb ^apence anwenben. 212. ^Cas- uttö ^or3elan-^efä|e ®on ^obenfa^ 3« reinigen. SS tommt oft bor, baff fid) in gläfernen 53lumenbafen oberin ^orjetfan* @efd)irren, j. 33. ©peefannen u. f. w., ein grauer, erbiger SBobenfa^ bilbet, ber mir fepr fd)wer ju entfernen ift, aber nid)t nur einen wiberwärtigen 31 n* blid gewahrt, fonbern and) ben barin bereiteten ©etränfen einen üblen ®e» fdjmarf mittpeilt. Um ipn fdinell ju entfernen unb bem ©effeinen bollen ©lanj wieberjugeben, barf man nur einige ©ropfen ©aljfäure, mit Sßaffer berbünnt, pineingie^en, woburd) er foglcid) aufgelöft wirb. 213. juma^en. ©aS ©riebe=@olb ift feine neue Srfinbung, fonbern ber uralte neuge* taufte ©ombad, weid) er bon «Seit 3» 3e^ wieder unter neuem tarnen er- fdjeint unb eine beliebige 3ufainn,^H^«Kg ow Tupfer xab ßmt nnb fe^r 230 Wenig £inn ifl-eine Sorte ÜRefftng. ©iefe! befielt au! Tupfer unb -je mehr beS legieren befto bläffer ift bie f^arbe, befto fpräber bie ÜRaffe. nnb eS unterfdjeibet fiel) baher ©u^meffing bon ^(edj* unb ©rahtmefftng. Um ein unebleS Metall bem Oolbe ä^nltd) ju mif^en, mu^ berüdfidjtigt Werben, metdje ©olbfarbe gerabe 5ERobe ift. 5e^t ift e§ jene, bie burd) eine SRifdjung bon ©olb unb einem Bufa^ bon Tupfer unb Silber ju beinahe gleichen ©heilen entfteht. ©ie je^t bem ülnfdjeine nad) fo mo^lfetlen ^Bijouterien finb meiftenS mirflid) mit 8-10-12 -and) 14 unb 16tarätigem ©olbe plattirt auf einer ÜRifc^nng bon Tupfer unb 3*nt beren ^arbe bem barauf plattirten ©olbe 'fe^r äljnltd) ift. ©ie 5ßlattirung ift in mancherlei 53erhättnifj, fo ba§ fie bie ganje SRaffe auf einen SBertp bon $8 bis 40 perißfb. bringt, ©iefc Unter» läge Ijei^t man Oriebe, ift aber Nichts, als ein be^nbareS bo^gelbfarbigeS fEReffing. (Sin einfadjeS Oinfdjmeljen reinen Tupfers unter ^ohlenftaub unb Berfe^en beS BinfS unb B^unS (n^e utehr als 1- 3 ^ojent), furjer Um» rühren unb fdjnelleS 5lu§gie^en genügen. ©a§ 53erljältnifj bon Tupfer unb B^1^ ift 9an3 nad) belieben, je nadj ber garbe, bie man bedangt. Stuf galbanifdjem 2öege bergolbet merben nur Oegenftänbe, bie bem gefärbten Oolbe gletdj fein foUen, benn auf jene Söeife fdjldgt fid) nur geingolb nieber, ba§ eine ganje anbere, reine Oolbfarbe hat, bie bem 5luSfehen ber je^t üblichen polirten Oolbmaaren (8 bis 18 J?arat) nidjt ähnlid) ift, fonbern ben matt gefärbten, nid)t polirten. ©ie je^t fo mohlfeil auSgebotenen Sachen finb entmeber fdjtedjt plattirt ($8 per ißfb.) ober blo^eS SReffing. 53on ben plattirten reibt fid) bie hauch* Dünne ißlattirung balb ab, ba§ barunter liegenbe SDieffing (Oriebe) erfdjeint, fleht pvar bem Oolbe, ba§ barauf mar, ähnlich, mirb aber immer Don ber Suft opibirt, Dom Schroefelmafferftoff getrübt, unb menn immer gebürftet, behält eS jmar immer eine gleiche, aber trübe Oolbfarbe. 214. ^oCHetten 6£anft jn nta^en. SBenn man bie ß'ette in burd) Urin aufgelöften 5lmmonia! legt, fo mirb ße alßbalb mie eine ganj neue auSfehen. 215. ^oCöraßmen unb ^ofjnergorbungen ju reinigen. JDlan tätige ein Stüddjen ^ßroiebel in rectificirten Söeingeift unb mifdje baniit auf ben befc^mu^ten ©egenftänben ^in unb her. ©er Sdjmufc mirb vergehen, ohne ba^ bie 53ergolbung angegriffen mirb. 216, ^uano gegen JUänfcern&e ^opfgewä^fe. ©ie Äranlheit, mcldje in bem 5Iu§f^eiben eines jähen, fü^eu <5afte< auS ben flattern befielt, j. 53, bet ben SRprthen, Q^ofen, (Samelien, Orangerien, ^u^fien u. f. ro., ta^t (id) leicht unb fieber baburdj ^eben, ba^ man bie Oberfläche ber Erbe bünn mit Ouano beftreut unb mit SRegentuaffer begießt. ^Rad) turjer Beit mirb ba§ SluSf^mitjen be§ SafieS aufhören unb bie 53lätter merben, Don ben Albern auSgehenb, ihr frifdje» Orün nneber er» galten unb bie frifchen ©riebe merben kräftige blätter treiben. 231 217. ^uano, grfa^mttfef öeflTeCßen. ©ine Quantität tragbarer Srbe wirb burd) eine fRode ober ein ©ieb ge» bradjt, um aUe größeren Körper ju entfernen, auf einen länglichen Raufen fieworfen, mit Slfdje, ^alt ober ©pp«-ift §üpner=unb ©aubenmift Vornan* ben, and) mit biefem, nadjbem er mit bem ©refd)flegel ju ©taub gefdjlagen ift-vermifdjt, mit bem rein gehaltenen Urin ber ^>au«bewohner wieberholt begoffeit unb babei mehrfach umgeftodjen. 5Rad) Verlauf eine« Sahre« ift ein ©üngerfurrogat gewonnen, welche« bem amerifanifdjen, je^t faft burd)* ge^enb« verfälfdjten ®uano nicht nad)ftel)t, jumal wenn ber Urin in jwei Raffern gefammelt unb iiid)t eher aufgegoffen wirb, bi« ba« juerft gefüllte §a^ gegolten hat. ©iefer Sompoft ift ein wahre« SRanna für bie Söiefen unb bürfte für ben ißfianjenbau in ©ärten nidjt leid)t burd) 2lnbere« ju er* fe^en . fein, währenb ber Sanbwirth mit einer Quantität von 8 bi« 10 ©entnern einen ÜRorgen loggen ober Sßeijen ju einer gleichen ©ragfähigfeit fteigern wirb, al« hatte er für baare 12 bi« 15 ©h^r- au«länbifd)en ©uano angcwenbet. 2Birb biefer beutfdje ©uano währenb feiner ^ubereitungöjett nod) weiter mit ben auf einem 2öirthfdjaft«hofe vorhanbencn feften menfd)* lidjen ©ycrementcn vermifdjt unb nod) einigemal eptra mit gegoltener fauche au« ber ^audjegrube (weldje aHerbing« and) in ber fleinften SBirthfdjaft nicht fehlen barf) getränft, fo erhält man einen wahren Slectoral * ©ompoft, mit welchem man, ol)ne ©elbaufwaub gehabt ju haben, auf ben Siedern unb SSicfen, fowie in ben ©ärten fogar mehr befdjaffen fann unb wirb, al« mit bem heften unb theuerften ©chiff^öuano. 218. •}« repariren. ©ummifitt junt Sefeftigen ber Sorten für ®ummifchuhe befteht au« in Steinlo^lenbenjin* aufgelöftem Äautfdjuf (6 bi« 8 S^tjeite Äautfc^u^ilbfätle auf 100 Steile Senjin). ©ie Reparatur jerriffener ®ummifd)uhe nimmt man in fotgenber Sßeife vor : SRan fdjncibet au« „®ummt in Slättern", weld)e« in verfd)iebenen «Starten in ben Raubet fommt, ein entfpredjenbe« ©tüd, ba« mit feinen fRänbern über bie fRänber ber fd)abhaften ©teile hin* wegragt, ©ie« ©tüd erwärmt man bi« ju ungefähr 50 ®rabe nad) ©elfiu« unb beftreidjt e« mittelft eine« ißinfel«, fowofyl bie anjuheftenbe ^läd^e be« ©ummiblatte«, wie bie ber fdjabfjaften ©teile, bie vorder ebenfall« erwärmt würbe, 2 bi« 3 9Ral mit Senjin unb brüdt bann bie baVon nodi genügten gdädjen aufeinanber; ebenfo verfährt man auf ber inneren fylädje be« ®d)uhe«. ©ie tantigen fRänbcr be« ©ummiflide« laffen fid) burd) Sereiben mit Senjin mittelft be« Ringer« abritnben. ^ann man bie au«gebefferte ©teile jwifdjen SRetallplatten preffen, um fo beffer unb bauerhafter fällt b»« Arbeit au«. 211« Ueberjug bient ein mit grantfurter ©djwarj, 2l«phalt, Rautfdjuf unb Senjin bereiteter Sad. ©tehe Slrtifel „Äautfdjuf 219. beflißen unter Öen Räumen. Um ba« ©ra« unter ben Säumen, weldje« auf wohlgebauten Werfern wäd)ft unb jur Siehfiitterung befonber« tauglid) ift, gleich ju errieten, brauet man e« nur bei regnerif^em 2Better mit tohlenfaurem Patron ober ©oba ju beftreuen, woburd) ein ^errti^eS ®ra« erhielt wirb. 232 220. ^riitb bet 'Sauniere, Rittet bagegen ©te^e drittel ft & u b e. 221. ^psfiguiren jn ßronctren. ©inen bräunlid)=grünen, bronceäßntidjen Ueberzug et^dli man teid)b wenn man zu einer Söfung Von ^almölfeife in SBaffer eine Wfdjung von aufgelöftem ©ifen* ober Kupfervitriol ^inzufe^t, woburd) ein meßr ober wc» niger bräuntid)*grüuer Stieberfeßlag entfteßt, beffen Färbung beliebig burd) einen größern ober geringem emen ober anbern Satzes mobificirt Werben fann ; ber auSgewaf^ene ober getrodnete Stieberfdjtag wirb nun in einer SRifcßung von gutem Seinölfirniß unb 2ßad)$ ahfgelöft unb mit ber Söfung werben bie vorßer nod) erwärmten ©ßpSabgüfle mittelft eines Sin* felS überftridjen ; nad) bem £rodnen ßaben bie Figuren fofort eine bräun« lid)*grüne, bronceäßnlicße ^arbe. 222. ßyysfigimm ein marmorartiges pfeifen ju geßen. ©in Sott) venctianiftße Seife unb | Ouentcßen arabifeßer @ummi wer« ben in einem ^funbe Stegenwaffer gelöft unb mit biefem SBaffer bie Dörfer gereinigten Figuren mittelft eines feinen fßinfelS beftridjen. Stacßbem Die glüffigfeit vom @ppfe eingezogen ift, reibt man benfelben mit einem feinen, Weiten Sappen ganz fanft unb er wirb ben ©tanz unb baS Slnfe^en von wei» ^em äRarmor erhalten. 223. Wüffern. SHd)t bloß ju mancßertei Verzierungen, fonbern and) ganz befonberS al$ Vortagen für ben 3eid)nenunterrid)t finb ©ppSabgüffe von Stättern fe^r ZU empfehlen, weldje man fid) auf folgcnbe 2lrt fetbft madjen fann. ®aS a^juyormcnbe Statt muß ganz fv^ fein unb feine pralle fräftige Sefcßaf* fenßeit ßaven. Stadjbem man eS auf ber Stüdfeite von vietteidjt anßaftenbcm ©taub unb Sdjmu^ mit einem weidjen Sinfet rein gewafdjen ßat, fdjncibct man ben Slattftiel bidjt am Statte ab unb legt biefeS, bie Unterfeite nad) oben, auf einfleineS Srettdßen ober einen Sd)ad)telbede(, um barauf baS Statt, o^ne eS fetbft zu berüßren, mit Seießtigfeit nadj alten Seiten breßen ZU fönneu. Sei bem Slbformen bebarf man fotgenber ©inge: eine Ober« taffe ober ein fleineS Söpfdjen, einige größere unb Heinere Sorft« unb^aar« pinfet unb ein mit SSaffer gefülltes Sedcn, feinen ©ppS unb verfeßiebene iinge, burd) ®lüßen biegfam gemad)te Sraßtftüdcßen. 3)iit einem bem Statte angemeffeneu pinfet ftreid)t man auf bie 9tüd» feite beS SlatteS eine bünne Sdjicßt ©ppSbrei, ber etma Sßrupbide ßaben muß. SRan mifdjt niemals meßr ©ppSbrci, als man in einigen SRinutcn verbraudjen fann (^alfo zu ber erften Sebednng einesKirfeßblatteS z« 53- etwa einen Sßeelöffel voU,) weil ber Srei feßr fe^neU gefteßt unb fid; bann nid)t mehr binbenb auftragen läßt. Stad) wenigen SRinuten ift bie zuerft aufgetragene Sd)id)t fteif unb man trägt bann eine zweite, etwas bidere. 233 auf, biefer folgt eine britte unb fo fort, bi? bie Slbformung bie Verlangte ®ide pöt, wel^e nur bei fehr großen blättern (j. S- von ^opfen) einen falben 30U ober etwa? barüber ju fein braucht. ißei tief geteilten blättern legt man wäprenb be? Aufträgen? ®rahtftüddjen von ber ÜRittelrippe nad) ber Spige be? Slatte? ein, bie gewiffermaßen ein bem 9lbguffe £>alt gebenbe? erippe bilben. Soll ber 2Ibguß fpäter aufgepäiigt werben, fo legt man vor bem Sluftragen ber legten ©ppSf^icht einen ®rapthentel auf. 2ßa? 64- Sluftragen ber ®pp?fd)ichten etwa übrig bleibt, muß man jur folgenbeu* Sdjidjt nic^t mit verwenben, fonbern bie Saffe ju jeber neuen ®pp?mifd)uiig in bem Söafferbeden au?fpülen. ©ine gefdjidte ^anb erlangt halb eine fotdje Hebung, baß nidjt lei^t etwa? ®pp?brei über ben Slattraub hinüber* laufen wirb, weil fofort nad) ber SRifchung ber d)emifd)e ^rojeß ber Sin* bung beginnt unb mit jebem 2Iugenblide bie glüffigfeit be? Sreie? geringer wirb. ©? ift baper teineSweg? notpwenbig, baß ba? §Slatt ganj eben fei; id) höbe vielmehr 3. S. fepr bewegte Sßeinblätter, um fünftlerifd) ju fpre« djen, voHfomnten befriebigenb abgeformt. iRimmt man anftatt reinen Gaffer? viel Seim entpaltenbe? ^ßlanirwaffer, fo betommen bie Slbgüffe eine größere ^eftigfeit. 'Jiad) belieben faun man biefelben färben, inbem man bem ®i)p? trodene, fein gepulverte ©rbfarbe beimifdjt. Sronjirt man bie 9lbgüffe nachher, fo gleichen fie auf? Xäufdjenbfte feinen Srjgüffen. Sehr fd)on nehmen fid) bie SIbgüffe al? 2ßanbbecoration au?, wenn man fie auf einer vorher gegoffenen unb trodenen ®pp?platte anheftet, ber man eine anbere ^arbe al? ba? Statt hat* 9e&en fann« tann fich foldje glatten leicht porphprartig machen, inbem man vorher weiße ober gelbe @pp?platten gießt, biefe, nadjbem fie voUtommen au?getrodnet finb, in etwa erbf&n« ober höfelnußgroße Stüde jerftößt uub mit unter ben anbern gefärbten @pp?brei mifcht Sinb bie au? biefem ©emifd) gegoffenen glatten alSbann troden, fo fdjleift man fie glatt unb erhält fo einen hübf^en tünftli^en ißorphpr, wobei man leidjt burd) paffenbe Sorbereitung?arbeiten einen na* türli^en ißorphpr täufchenb nadjahmen tann. 224. ein effenßein-äßnft^eö ju geüen. Seit einiger. peit flnb ©egcnftänbe von @hp8, namentlich Statuetten im ben ^>anbet gebracht worben, mehren burch Sränlen in Stearinfäure ein bem ©tfenbein ähnliches SluSfehen gegeben ift. Solche ©egenftänbe befi^en neben bem fchönen ?leu^eren eine größere ^altbarfeit als gewöhnliche ®hP$s figuren, fowie ben ®orjug vor biefen, ba^ fie burch 9lbwafd)en mit Seifen* w aff er fe^r lei^t unb ohne allen 9?ac^t^eit gereinigt werben tonnen. ®ie junt tränten gewählten ©egenftänbe müffen von beftem ®hP$ 3eferÜ9i unb frei von allen Rieden unb auSgebefferten Stellen fein, ba Vergleichen nad) bem tränten in ber Vurdhfcheinenb geworbenen SOiaffe weit ftärfer als früher hervortreten. ®affelbe ift bei ben trugen jufammengefe^ter Stüde Verfall, wenn Viefe tilgen vorher burch ju fefteS ®rüdcn mit ®h|)S auSgefüüt wür- ben. ®aS trauten felbft geschieht auf bie Üöeife, baff man Vorher bie böUig auSgetrodneten ©hpSfiguren in einem Ofen bis auf 70 ©rab 9t. erhi^t unb bann entweVer 3-4 Minuten lang in gefdjmoljene Stearinfaure (baS 2Jia= terial ber gewöhnlich fogenannten Stearinferjen) legt ober, falls bie ©röge ber ©egenftänbe biefeS nidjt geftattet, mit einem weichen SBorfbnpinfel bie fluffige Stearinfaure wieberholt unb fo lange aufträgt, bis fie nicht mehr 234 rafdj in ben @pp« einjie^t, vielmehr anfangt, an ben anderen ^anttu uo» felben ju erftarren. ®abei merben foldje Stetten, meldje bie Stearrr^äure am fdjnettften einfaugen, häufiger mit bem 5ßinfel betupft. 9Jad) bem (Sr* falten gibt man ben ©egenftänben mittelft einer meinen Sßürfte ben gewunf^- ten @lanj. Statt ber Stearinfäure fann man au^ ^Jarafin anmenben, roeldjcg namentlich ben SJortheil gewährt, ba| bie ^tguren nid)t fo ftarf erpi^t ju werben brauchen.. 225. 6pps hart ju ma^en. SBirb @pp« mit 2-4 ißrojent gepulverter (Sibif^murjet gemilcht, fo Wirb er erft in einer Stirnbe feft, fann aber nad) bem Trodenmerben gefägt ober gebred)felt merben unb bient jur Anfertigung von Tominofpieien, 2Bür* fein :c. 53ei 8 ißrojent (Sibifd) mirb bie §ärte ber 9J?affe nod) crpB^t, fie lägt fidj in bünne Blättchen augrollen, bemalen, poliren unb ladtien. 226. ^aarpomaöe w matten. Siehe: „'ißomabe" int erften Theile. 227. ^aarmafra^en pt reinigen. Tie ^aare merben in l)inrei(^enbem äöaffer mit etmag ^ßotajehe unter Umrühren mit einem Stode tüdjtig gefodjt, bann über einem Siebe ober auf einem auggefpannten Tudje mit reinem üßaffer abgefpütt, getrodnet unb wieber eingefüttt. 228. ^afer, dem, afs ^ferbefutfer boppcffe ^iaßrMraft jtt geben. Sßenn man Ven $afer, ftatt ihn mahlen ju [affen, fdjroten lägt, fo fann man bie §älfte beg ^utterg nehmen. Rubere Sanbmirthe fotzen ben §afer unb geben iyn ben ^ßferben in bie gdüffigfeit, in me(d)er er gefod)t mürbe, woburd) man ebenfadg anftatt 6 We^en nur 3 ju füttern brauet unb bag IBie§ bleibt babei nod) gefunbcr. 229. cföanb^itße pt waf^en. 1. SJJan breitet ein reineg Tudj auf einen Tifdj, [egt bie ju ivafdjenben ^»anbfchuhe platt barauf, nimmt von 2 (Siern bie Porter, f^tägt fie ein me« nig unb beftreid^t bie §anbfd)ul)e bamit. 9?ad)bem bieg ein &iertelftünbd)en barauf gefeffen, nimmt man lauwarme SDHld), taucht einen Heinen Sdpvamm ober ein £äppd)en barein unb ftreid)t bamit, aber immer nadj einer (Seite, ganj geliube über bie §anbfd)itl)e, big fie von adern Schmude gereinigt finb, afgbann muffen fie womöglid) auf ber §anb getrodnet werben. 2. S£Ran wäfd)t leberne £>anbfdjulje in Seife unb äßaffer, fpület fie öann wicber in faltem äßaffer unb lägt fie troden werben, bann brüdt man 235 fie mit ©itronenfaft bi^rd) unb pnbert fie bide ein, läfjt fie hinauf in einem Juche aHmählig trodnen, uub reibt fie burd) bie $änbe, bann finb fie gut. Wian tann ben ©aft Don faulen ©itronen nehmen. 3. ©ine fehr empfeljlen«werthe SIrt, §anbfd)uhe ju Waffen, ift bie mit Slnwenbung Don ißfeifenthon. 3uerd Serben bie ^)aubfd)uhe mit lauwarmen Sßaffer unb ©eife gemäßen, bann auf bie höljerne $anbfdjuhform gezogen, unb fo lange bort gelaffen, bi« fie ganj troden finb. Jann rührt man etwa« fßfeifenthon mit Sßaffer in einem jiemlid) biden 53rei, beftrei^t bamit Der» mittelft einer Surfte bie ^anbfd)uh, läfjt fie abermals trodnen, fthlägt fie hiernach fo lange, bi« ber Jhon abgelöft, unb reibt fie fchliefjlid) nod) mit einem reinen Weichen Juche ab. 230. wei|teberne, ju färßen. SRan nimmt Slauholj, Sllaun unb SBeineffig, läfjt biefe ©achen ju- fammen gut todjen. SBill man nun biefe f^arbe anwenben, fo wirb foldje, na^bem fie gut getobt bat, abgegoffen unb lauwarm auf öie ^anbfdjnbe geftrichen, mit einem ^ßinfel ober einer Surfte; wenn fie troden finb, fo fahre man fort big fie genug f^arbe haben, benn auf'« erfte 2Ral finb fie nidjt gleid) gut, man mujj fie einigemal beftreidjen unb jebe«mat wieber troden werben taffen. §abeu fie genug,f^arbe unb finb troden, fo nehme man ©iweifj, fdjlage eg ju Gaffer uub beftreidje bie gefärbten ^anbfdjube bamit, unb jwar mit einem fßinfel, bamit fie nid)t fieberig werben, fie muffen aber allemal im ©djatten troden werben unb fo finb fie fertig. Stuf biefe Slrt tann man bie weiten Ipanbfdjuhe auch mit Orlean unb aud) mit Curcume färben, ©he man aber bie £>anbfdjuhe färbt, reinigt man fie von allem ©djmufc, legt fie auf ein SBrett unb jwar recht gerabe unb gleich- bamit fie feine galten betommen, unb uun färbt man fie auf ber einen ©eite unb wenn biefe troden ift, auf ber anbern; biefe Siegeln muffen wohl in Sicht genommen werben. 231. <^anf als ^ßßaffttngsmtfteC ber Qemüferanpen. Unter ben Dielen Mitteln gegen bie Raupen giebt e$ wenige, weldje fo leicht anjuwenben finb unb fo gute Jienfte leiften, al« ber gewöhnliche $anf. c^tedt man Snbe SLHai ober aud) im 3uni, je na^bem ber Sahrgang früf) ober fpät ift, in jebe« ©artenbeet nur ein einjigeö ^anfforn, fo wirb ber ganje ©arten Don ©emüferaupen Derfdjont bleiben, weil bie föanfftengel alSbann im Saufe beö Slnguft« jur Slüthc fommen, gerabe ju ber ^eit, in weldjer bie Äohlfdjmetterlinge i^re ©ier an bie "^flanjen legen. Jie ©d)met*' terltnge fliehen ben ©erud) bes blühenben §anf«, we^h^lb fic fid) nie in ber Sfälje beffeiben aufbalten nnb anbere Orte auffudjen, wo fie t^re ©ier legen. Jie Staupen ber weiten Äol)lfd)metterlinge finb aud) ben Stefeben be» fonber« gefährlid), beg^alb ift e« rathfam, in ber Stäbe berfelben, aud) in köpfen unb ©tedogen, einzelne §anfpflanjen ju Ratten, woburdj fie von biefen luftigen ©äften befreit bleiben. 236 232. ^nni, ein Rittet gegen ben ^omwurm. Huf einem Speiser in Soiffon« befanbcn fid) 2OÄ §ectoliter Sßeijen, bie jum ©fyeil bom Äornmurm jerfreffen maren, al« man jufäUig nod) nid)t gebeutelten ^anffamen unb nod) nidjt gebrochenen §anf babin brachte. Hm anbern borgen mar man febr erftaunt, bic ©ad)balten mit ^ornmür* rmcrn bebedt ju fel)en, bie nad) bem ©iebel flüchteten. 9J?an fdjaufclte ben SBeijen mebrmal« burd) unb ber fRüdjug ber Snfeften bauerte fo 6 bi« '7 ©age. Seit biefer ^eit fiebt man, ba ber §anf jährlich erneuert mirb, feinen einzigen Äornmurm met)r in biefen Speichern, ©a« fdjon früher empfohlene Serfabren jur Sertreibung be« .^ornmurm«, an mehreren Stellen ber Speicher einige £)änbe üod §anfftengel, meldje noch ben Sa* men in ben ^apfeln haben, binjulegen, ba ber ©erndh biefer bem ^ornmurm unerträglich ju fein fdjeiuen, bürfte bierburd) üon feuern al« braudjbar be> {tätigt merben. 233. ^afen t>on Öen ^oßffeCöern in vertreiben. SßiU man biefe oft luftigen ©äfte mit einem 3Rate Io« fein, fo brau^i man nur bie Stäbe, an benen Sßürfte getrodnet mürben, in ben ^ohlreiheu an berf^iebenen Stellen aufjufteden. ©er @crudj ^ierbon ift ben $afen jumiber, baß fie foldje ©arten ober gelber fogtei^ meiben. $ a f e n bon Ob ft bäumen abju^alten. ■Dian nehme 3 ißeint Sdjmalj Änb 1 5ßeint ©beer, fcßmelje e« jufam* men unb übergieße im fRobember bie fRinbe ber Säume mit einem bünneu Ueberjuge in marmem guftanbe. ©iefe« Mittel ßilft mehrere Saßre unb fdjabet ben Säumen nid)t. 234. (Äafen ttnö anderes ^ifbpret herbei in to&en. $ierju ift nur nöt^ig, im äßinter, menn bie gelber mit Schnee bebedt finb nnb ba« 2BiIb feiner gutter finbet, ^ßeterfilie, ber $afen liebfte« gutter, in fleinen Süffeln an berfdjiebenen Orten au«$nlegen. ©er ©crud) babo» lodt fie au« allen ©egenben herbei. 235. ^an^wamm in vertreiben. Hl« Seijmittel gegen $au«fd)marnrn nimmt man eine äRif^ung bon 1 ? SStjeil (Sifenbitriol mit 6 ST^eiten SSaffer bem ®emi^t nad). ©iefe glüffig* leit mirb mit einem ^ßinfel häufig über bie bom Sdjmamme ergriffene (Stelle geftridjen, na^bem ber Sdjmamm burd) Surften unb Hbtrodnen bon ber Oberfläche meggcbracßt ift. 9Kit einer ftarfen Saljauflöfung in Söaßer bie befdiäbigten ©heile öfter benefct, ^at fid) and) als fe^r gute« Mittel gegen ben §au«f^mamm bemäprt. (So foll ba« £>au« eine« Äaufmanne« jdjon baburd) böUig bon bemfelbeu befreit morben fein, baß jufäUig in biefe« $au« eine Salj»fRieberlage ge« 237 bracht rourbe. §at ber Schwamm nodj nicht fehr überhanb genommen, fo wirft folgenbeS ^Rittel auch bagegen. 9Ran fdjüttet feßr heiß gemalten Sanb 20 bis 30 HRal unb öfter htntereinanber auf bie angegriffene Stede, nadjbem fie gut abgefdjabt worben ift. 236. ^äute, Äno^ettu. f. w. ^ern^tos %n ma^ett. ®ie Karbolfäure fdjeint eine wichtige fRoUe and) in ben bewerben unb< im fpanbel ju fpieten. ^ußer jur Srlialtung be« §olje«, bem ®e«inßciren ber (Sanäle 2C. wirb fie neuerbingß and) jum Serfradjtcn ber $äute unb Knod)en verweubet, bie, abgefchen von ihrem gefährlichen ®erud)e, feithei oft verfault unb unbraudjbar anfamen. früher mußten bie §äute burd) eine feßr umftänblidje unb foftfpielige SRanipulation eingefallen werben, fegt taud)t man fie 24 Stunben in eine Söfung von 2 p(£t. Karbolfäure unbtrod» net fie bamp, wa« Vollftänbig hinreid)t, fie unverfehrt nad) (Suropa ja bringen. 3n Unglaub verweubet man bie Karbolfäure jegt auch, um bie Berfegung be« Albumin, fowie be« 9Rehls unb Stärfetleifter« jn verhüten, bie in ben Salicobrudereien ber f^abriten ju ffRancßefter unb ju anberen SaumwoUftoffen gebraucht werben. 237. cöefe (Yeast) }n bereiten. 1. @in ipfunb genölte unb abgetod)te Kartoffeln werben jerbrücft, al«bann 4 Soth weißer 3u^rf ein Eßlöffel gute Sicrßefe unb | 2Raaß warme« SBaffer hinjugefegt unb nun bie ganje Scaffe 24 Stunben lang an einem warmen Orte gäßren gelaffen. 2. Um gute §efe ju mad)en, fod)e man eine §anbvoU ^opfen in jwet Quart Söaffer ungefähr 20 SRinuten. ÜRan fcßäle unb reibe brei große Kartoffeln, baju giebt man jwei (Sßlöffel üoH SJeijenmehl, 1 bo. 3u^r, 1 bo. Salj. Oie ^opfenabfochung wirb in bie SRifcßung gefeilt, wobei man gut umrührt, bann tod)t man ungefähr 5 SRinuten. 9Ran fegt e« bei Seite, um bi« jnr ÜRildjwärme ju erfühlen, bann giebt man eine Oaffe §efe ju unb hält e« an einem warmen ißlage, bi« e« leid)t unb fd)äumenb ift. SRan hebt e« in einem Steintrug ober gutfcßließenbem anbern @efäße an einem fühlen ^ßlage auf. 3. Sunge Srbfen, über bie man SBeineffig gegoffen ßat, läßt man auf einem warmen Dfen 24 Stunben laug gähren, weld)e f^lüffigfeit al« bie befte $efe ju gebrauchen ift.' 4. (Sine SRege getobte, gute, mehlige Kartoffeln werben gefdjätt unb gut jerbrüdt, mit 6 Kannen heißem §opfenwaffer-welche« au« 3 ^jänbe voll gutem ^opfen gefodjt worben-oerbünnt, burd) einen Ourdjfdjlag gegoffen, mit einem halben ißeint feinen Sßeijenmeßle« vermengt, unb bann mit 12 Kannen jungen Siere« abgefühlt, bi« bie ^lüffigfeit nur nod) lau ober mild)» warm ift. B11^^ 9teBe man eine ^anne gute Bierhefen mit 2 bi« 4 Soth garinjurfer vermifd)t Ijiuju, fege bie 3Rifd)uug in mäßige Sßärme unb läßt fie red)t burdjarbeiten, bi« fie brauft, worauf biefelbe einen äöeinhefcngerudj von fid) giebt nnb jum Oebraud) nunmehr gut ift. Oiefe fünftlidje £iefe ift in feiner ^ßirfung beim Sa den jwar nid)t fo fdjneU unb flüchtig al« bieftarte 238 ©terhefe, man barf aber von biefer §efe nur mehr an QRaffe nehmen, ft> ivirb fie ebenfo tvirffam. Sine Äanne biefer fünftlidjen §efe richtet ebtnfo Viel auß, alß eine halbe ^anne ber beften Sierhefen. ©iefe Riefen halten fiel) aud) ziemlich lange, unb haben ben Sortheil, ba^ fie nicht bitter, unb alfo jum Sadwerf gut ju gebrauchen finb. 5. ©rodene ^efe. SIRan fodjt 2 Soth §opfen, filtrirt bie f^Iüffigfeit, fefet 1| fßfb. fRoggenmehl unb 12 Soth £>efe ju unb nod) fo viel 3J?e£)t, bafj 'ein Srei entfielt, ben man auf einem warmen ©fen tüd)tig gehen unb bann trodnen läfjt. 2Ran fann ben Hopfen auch weglaffen. 238. »orfßeif^aft und gut ju mariutren. 5Ran nmffere bie ^dringe 2 Sage lang, unb jmar jeben Sag mit ©em SBaffer, f|ängc fie mit bem S^manje an einem Stod auf, unb fie einen Sag an ber Suft trodnen, aUbann brate man fie auf einem 9toft ober in einer Pfanne, mit Sutter. Ser Soben eine« jiemlid) großen Sopfe« mirb mä^renb bem mit Sor« beerblättern, Rosmarin, ©emürjnelfen, ganzem cßfeffer, Sitronenf^eiben unb Sitronenfdjalen, and) menn man miß mit ein menig ^noblaudi belegt ; hierauf tommt nun eine Sage gebratener ^dringe, bann mieber eine von obengenannten Specie«, unb fo mirb abmedjfelnb fortgefa^ren, bi« ber Sopf voll ift. lieber bie« Oe« mirb nun guter SBeineffig gegoffen unb fdjon nad) einigen Sagen fann man ©ebraud) bavon madjen. 239. ^erriBo, eine wo Weite unö gute ^peife. Siefe rooljlfdjmedenbe, gefunbe, ^au«mirttjlic^e Speife ju bereiten fdjabe man 4 'ißfunb gute, rof)e ©rbdpfel von ber (Sdjale rein ab, mafdje fie, nepme bann 2 ''ßfunb 9tinb= unb 1 ^ßfunb ©djmeinefleifd), fAneibe biefe« in beliebige, uid)t ju gro§e Stüde, falje unb mürje e« mit Pfeffer unb fleingefdjnittenen ämiebeln. 3ft biefe« gef^efjen, fo nimmt man einen Sdmpfafdj, legt auf beffen Soben juerft eine Sdjidjt ^leifdj, eine S^tdjt (Srbäpfet, fo, ba§ jute^t ©rbdpfel oben aufliegen. Sa« ®efd§ barf aber nidjt Voll fein. ©« mirb gar nic^t« jugegoffen, fonbern ber 2lf^ mit einem genau barauf paffenben Sedel verfdjloffen unb mit einer Sdjnur feft jime» bunben, bamit beim Sümpfen nidjt« vom Sampfe ^erau«tomme; benn eben biefe« madjt bie ®peife fo moljlfdjmedenb; ba« mit biefer ro^en Speife gefüllte unb Vermaljrte @efä§ mirb nun in einem Reffet mit faltcm ^ßafier über'« f^euer gefegt. Sa« ®cfä§ mufj mit feinem Sedel etma jmei 3uU über bem Söaffer vorftefjen, bamit beim Äodjen ba« maUenbe 2öafar in ben Speifeaf^ nid)t einbringen fann. Son ber ßeit an, al« ba« Sßafler todjt, mufj foldje« ungefähr eine Stuube im ^oajen erhalten merben : aW» bann mirb ber ^jerrito völlig ourdjbampft fein. Sa« ®efä§ mirb g*4ffne», »nb in einer Sdjüffel auf ben Sifdj gebracht. 240. ^eiöeükem, öerfetBen. ©in nüfeli^e« unb Seadjtung verbienenbe« Sobem^robuft, »elÄH einen reichen ©rtrag liefert, ift bie ^eibelbeere. ©« gemährt biefelbe niH mut jur 3«^ b*« ©tnfammeln« vielen Äinbern ©rma^fenen TJa^rnn^ n»* 239 Unterhalt, fonbern fie bient and) als baS einfadjfte unb unfd)ulbigfte 2J?itt< »um färben von Siqueuren, 2ßoHe, ßeinwanb :c. @anj befonberS aber bient ihr heilkräftiger 9?u^en hervorgehoben ju werben. Unter ben 2anb« bewoljneru ift eS eine bekannte Sadje^ baß 1-2 Eßlöffel Volt getrodneter $eibetteeren in etwa 1 Quart Söaffer aufgefod)t unb lauwarm ober falt mit ben ^»eibelbeeren genoffen, ben heftigsten SmrdjfaU ohne alle uad)theiligen folgen fehr fdjneU füllen nnb eS ift nid)t unwaljrfdjcilid), baß biefeS fo ein» fadje, als unfd)äölid)e Spittel felbft in S^olerafäUen fidj als fe^r ^eilfam bewähren bürfte. ^rü^er ^ieß eS, wenn bie §eibelbeeren gut geraden feien, hätten bie Siebte Wenig ju t^un. Sewä^rt fid) übrigens biefer mebijinifcüe 9?utjen ber ^eibelbeere aud) burd) auSgebreitetere ärjtli^e Erfahrungen, fo bürfte aucß ©mfammlung, Srodnung unb ^erfenbung berfelben ju einem 9?aljrungSjmeig fid) eignen. ?Iud) bie jungen jarten blätter ber $eibelbeerpflanje geben einen guten S^ee, wenn man fie mit ber gehörige« Sorgfalt fammelt unb behanbelt. 241. tmBeeren, groge. ju jieflen. ©ewßßnli^ überläßt man bie ^imbeerenftauben ihrem Sd)idfate, nadj* bem man fie in irgenb einen Sßintet gepflanzt ^at. So warfen fie Witt burcheinanber, vermehren fid) über ®ebül)r unb vertieren wie an 9taum fo an ®röße ber Stöde unb ®üte ber grüdjte. pflanzt man fie bagegen auf ein freies £anb, 1-2 guß von einanber entfernt, beladt unb büngt fie jebeS 3ahr, nimmt bie neuen SßurzetauSfdjtäge, bie fid) zroifdjen ber 2ln* Pflanzung bitten, von £cit zu 3e^ *oeg, umgicbt bie alSbann 5-6 gut hod) wacgfenben Stöde mit einer vor ben Söinben fdjü^enben horizontalen Stangenumgebung, fo wirb man Quantität unb Qualität ber ^rüdjte er» heblid) Verbeffert finben. 2Iuf ben Einbau biefer fdjönen grudjt mit ihrem föfttidjen erquidenben Safte foUte Viel mehr Sorgfalt Verwenbet werben, als bieS bis je^t z« 9t* fcfjetyen pflegte. 3ubem ift berfette audj fe^r lo^nenb, inbem bie Himbeere in ben beutf^en spotteten immer ein fefjr gefugter ^Irtifel ift. @hi guter $imbeerfaft ift, jumal in ber fjei^en Sa^reSzeit, ein föft» fidjer ®enuß. 242. ^imBeerfaft cittätttna^en. nimmt gute Himbeeren, welche am fettigen Sage gepflüdt fei» muffen, an meinem man fie gebrauten will, ringt fie burd) ein Sud), wiegt hierauf ben Saft, tl)ut zu 3 'ßfunb Saft 1 'pfunb 3«^r» (teilt bieS in einer verzinnten Äafferole aufS ^euer unb läßt ben Saft unter (tetem 21b» fdjäumeu fo lange fodfen, bis er etwas bid wirb. Sßenn er fobann abge* tt^t ift, gie^t man i^n in Heine SBouteiücn, pfropft fie mit neuen Porten ja unb verpißt fie gut. 243. ^oflfmann'^en ^iqnor jn Bereiten. £>iefer Siquor befte^t aug einem X^eile ©djmefelät^er unb brei ST feilen rectificirten äöeingeift. 2)Mn nimmt biefen Siquor auf 3U(ter 3U 10 20 tropfen. @r ift erregeub unb belebend unb bient als träftigeg Serben* ftärfunggmittel bei Uebelfeit, Srbredjen, 0^nmad)t, Krämpfen, Äopf* nub 3a^nf^merjen. 2)lan muß iljn aber gut berfdjloffen aufbema^ren, ba er fid) leidet berflüdjtigt. 240 244. ^ö^e, die eines ^ßnrnts oder die ^iefe eines ^Jrnnnens anf eine einfache greife jn meffen. SBeobadjtct man an einer ©etunbenuljr, mie biet ©etunben berlaufen, e^e ein bon einem Sturme ober in einen Brunnen fallender ©tein braucht fo ^at man diefe ©efundcnia^l mit fid) fclbft unb mit 15 311 multiplijiren unb dag ißrobnft giebt bie £)öl)e deg S^urmeS ober bie Jiefe be$ 53runneng in parifer f^uß an. Angenommen, man fjätte 6 ©efunben gejault, als ber ©tein im Gaffer antam, fo mürbe letzterer 6 mal 6 mal 15 ober 540 pari* fer ^uß tief fein. Sg berfte^t fid) bon felbft, baß man ben ©tein nid)t merfen, fonberu nur faden laffen barf. 245. ^oltnnderßeer-^eitt jn nta^en. SRan neunte ein etma 41 OaUonen entljalteubeg fUlolaffegfaß, motin nod) fünf (Gallonen ÜQolaffeg finb, tf)ue baju 15 (SaUonen auggepreßten ^olberbeer ©aft, 20 ©allonen SBaffer unb 2 ©allonen 2Beingeift. ©päter !ann man aueß einige Unjen SBeinfteinfäure unb etmag SJlarmorftaub ober treibe ^injufügen, moburdj bag ©auermerben bereutet mirb. ©o lange bie ®äbrung bauert, laffe man baß ©punblod) offen. ®er Söein ift ftart unb trintt man im Söinter babon anftatt Slltil^ im S^ee, tann man ber flärtften Äälte Tro| bieten. 246. ^otjarBeifen gegen ^ren^figfteif jn fäüfyn. ®ag Sd)u$mittel befielt in feinem ©rap^itpulber, mit meinem bi* gnt auggetrodneten §oljarbeiten eingericben ober gebürftet merben. ©eit langer £eit menbet man biefcö IBerfa^ren befonberg bei ^olju^ren an, mo bie SöeUen unb §oljräber nidjt ber £ierbe megen mit ©rap^it ein* gerieben-merben, fonbern um fie bor bem ©Aminben ober Aufdunellen w pemabren. »47. ^o^lirnil, ober ^ofjCadl, der Redendem ^alfTer wtber^f. 9Jian nimmt 1£ ^ßfb. Seinot, 2 ^ßfb. SBernftein, 10 Sot^ gefloßene Silberglätte, 10 Soll) gefloßene Mennige unb 10 Sot^ geftoßeneg Sleimeiß. 5J?an läßt ba$ Seinöl in einem £opfe fieben, in meinem man bie Silber* glätte, bie SRennige unb Sleimeiß in einem leinenen ©ärfeßen fo auf^än^ 241 baß eS bcn SSoben nidjt berührt. DaS £)el bleibt über bem Reiter, bis öS anfängt braun $u werben, alSbann nimmt man eS weg, unb läßt eS nodj einmal auffieben mit einer gereinigten ^noblaudjSfnoUe. Sft biefe auSge* trodnet, fo nimmt man eine anbere unb fä^rt fort bis ju 6 ober 7 Knollen. Darauf läßt man ben 53ernftein in einem nidjt glafirten irbenen Topfe f^meljcn unb fdjüttet benfelben fiebenb ^eiß ju bem Seinöl. Wtan nimmt, um ben 53ernftein ju fdjmeljen, etwa 4 Sot^ Seinöl, womit man benfelben anfeudjtet, um bie Sdjmeljung bei einem fe^r ftarfen ^euer gn erleichtern. Den gefdjmoljenen Sernftcin läßt man mit bem Seinöl nod) etwa 2 Minuten todjen. SllSbann nimmt man bie SKifdjung vom f^euer weg, gießt fie burd) ein etwas feines Seinentud), unb wenn fie erfaßtet ift, tljut man fie in eine ftlafd)e, wel^e man feft verfd)ließt, bamit ber Sad nidjt auStrodne. (Stje man ben firniß aufträgt, muß man baS Ijöljerne ©erätlje glätten. SllSbann wirb eine SJtifdjung von Äienruß, firniß unb Terpentinöl mit einem feinen ^ßinfel auf baS $olj getragen. Oft ber Slnftrid) troden, fn trägt man einen ^weiten auf bis jum vierten Slnftridj. Darauf wirb baS Stüd an einen ©fcn gefegt, um gänjlidj auSjutrodnen uub alSbann polirt. 3u ßöljernen ©erät^en biefer Slrt nimmt man am liebften 9?ußbaum*> lllntens ober ^irfd)baumholj, weil biefe ^oljarten porös finb, unb wenn man fie voUfommen getrodnet ^at, fid) nid)t mc^r werfen. §at man baS Stüd auS bem Sinken gearbeitet, fo fteHt man eS jum Trodncn in ben Ofen und arbeitet eS alSbann inS f^cine. Um bem Slnftridje eine rotlje Sdjattirung ju geben, reibt man ein wenig SJiennige ober £innober in ben firniß unb fo fann man jebe anbere garbe fid) üerfdjaffen. 24S. ^ofj gegen Gürtner |u (^n^en. 9)tan reibt bie SRöbeln mit einer Spedfdjwarte unb jwar fo oft, bis bie Södjer bitrd) ben abgeriebenen Sped verftopft worben finb. 2ßid)ft man nun bie ©erätße mit 2ßad)S unb wieber^oft bieS von ^eit ju ^eit, fo fann man fidjer fein, baß fein weiterer 2ßurm fid) in baS §olj machen wirb. 249. fo wie gifen yt matten. £>ier$u nimmt man 1 D^eil feinen Äiefelfanb unb 2 Steile milbeS Äali, fdjmelgt tiefes in einem Sd)meljtiegel jufammen unb löft baS @anje ^eiß in SBaffer auf. SD^it biefer Sompofition wirb baS ju verfteinernbe £>oQ fo oft angeftrid)en, bis nidjtS me^r einbringt, ober finb eS feine größern DuantU täten, fo tonnen fie aud) g(eid) in obige Sluflöfung ^ineingelegt werben. Stimmt baS tpolj feine glüffigfeit mc^r an, fo wirb eS nod) mit einer Sluf* löfung von Sifenvitriol getränft unb nadjbem eS gehörig getrodnet in'S «SBaffer gelegt uub barauf gut getrodnet. (SS befommt bieS fo jubereitete $ol$ nad) unb nad) eine sparte wie (Sifen unb Stein unb faßt fid) felbft poliren. 31m geeignetsten ift jebod) (SidjentjoQ, obgleich aud) anbere $ol$artei eine Ver^ältuißmäßig gleite $ärte erhalten. 242 250. ^ofgfto^re afs ^Befrigin. Da§ „Vive Stod Oournal" behauptet, ba§ bie meiften Brautzeiten beS SßiefjeS vom fdjled)ten futter, fd)(ed)ter StaUung unb fdjled)ter pflege Zer» ruZrten. Sobalb ein Dpier tränt wirb, foU man baffelbe in einen luftigen aber warmen Stall bringen, baffelbe mit guter Streu VerfeZen unb fleißig burften. 3n neun von geZn fällen finb bie ^erbauungS»2öerfSgeugc in Un» orbnung unb man gebe ihnen eine Baffeetaffe voll pulverifirte §olgfol)le in einer SBeinflajcZe mit Sßaffer gemifcZt ein. -3n feinem f^alle fefjabet biefe SRebigin etwas unb in aufjcrorbentlidj vielen hätten ift biefelbe genügenb, bem DZiere Appetit gu geben, fo ba^ baffelbe, wenn auf bie äßeibe gebracht, frif^eS ®raS frifjt. 251. ^ofglloff im ^rudtpapter ua^guweifeu. 2Kan bringe gwei Dropfen täuflidjeS Anilin (fogenannteS 2Inilinöl) in ein ^ßrobirrö^rc^en, hierauf einige Dropfen verbünnte S^wcfelfäure (f DZeile 2ßaffer unb 1 Dtjeil englif^e S^wefelfäure), gie^t etwas Sßaffer gu unb erwärmt eS über einem SpirititSlämpdjen. 3n bie fo erhaltene Zeiße Sluflöfung von fdpvefelfaurem Slnilin (affe man nun ein ®treifd)en be$ gu unterfudjenben ^ßapiereS fallen, fo wirb fid) baffelbe bei ©egenwart von £)olgftoff augenblidlic^ me^r ober weniger gelb färben, bei $Ibwefen^eit von ^olgftoff bagegen wei^ bleiben. 252. ^otg ttuverßrennßar gu ma^cn unb es vor bem verberßti^eu ^tn^uffe bes Raffers gu (djufgen. 2Kan reibe ein 9Jfaß feinen Sanb, gwei 2RaS gefiebte $olgafd)e unb brei 9Ra$ gelöfdjten Balt mit Leinöl gu einem Deige unb beftreidje bamit baS 2)ad) ober anbere ^olggcgenftänbe gwei big breimal, baS erfte W?al nur bünn, baS gweite unb britte 2Äal aber ftart, woburd) baS $olg unverbrenn» bar wirb. Sn 2öaffer wirb biefer Ülnftrid) Zart wie Stein unb ift baZer and) gum SInftreidjen von SBafferbeZältern fel)r anivenbbar. 253. ^ofgwerR vor bem ^erfavfen gu ^üVn. SluSgeZenb Von bet 3lnnaZme, ba^ $a«Pturfa^e Berftorung be« SoUeS, atnxofp^ärtfdje geud)tigfeit, nur bitrc^ bie beibcn (änbflädjen ber olgftämme in btefe einbringt unb bann, äZnlicZ wie bei ber Saftcirculation, ftd) barin auSbreitet, tann man ber Berftörung einfad) burd) Zermetifdjen SSerfdjtu^ biefer Snbflächen begegnen. Bu bem ®nbe werben bie lederen mit X^eeröl, Sd)ieferöl ober einem anbern leicht brennbaren Dele ftart an» gef eudjtet unb biefeö Del bann angebrannt, um bie genötigt eit aus ben $olg» gellen gu entfernen. . . ©o mic bie flamme erlifdjt, ftellt man ben $ohftamm einige Sen* timeter tief in eine ^ei^e SJlifdjung von fd)wargem $ed), DZeer unb ©djellad, welche nad) bem ©rtalten bie ^irnfeiten beS $olgeS fo genau verfehltest, ba| Weber Vuft nod) Gaffer eingubringen vermögen, Sd)liefj(id) beftreidjt man bie gonge gläd)e nod) mit ^ei^em DZeer. 243 254. ^oQwurm, gegen öenferßen. 1. Sie Verfdßebenen Wirten beffelben ßnb am gefäprlidjßen im $8aupolj anb jwar pauptfähplicp im 9?abelpolj. §olj, in weldjem ber Saft in Stodung geratpen ift, ift bemfelben mepr auSgefe^t als gefunbeS IräftigeS, ber ^ern weniger als ber Splint unb bie äußere ^oljlage. Sidjere SRittel bagegen, befonberS im Saupolj, giebt eS nidjt. 3n Tiöbeln pat man bie- Söbtung ber Spiere burdj Singießen von Saljgeift in bie Söcper mit (Srfolg Verfudit. 2lud) Serpentingeift fofi baju bienen. (Sbenfo tann man §olj= arbeiten baburd) fidjern, baß man fie, epe fie gefirnißt, polirt ober äuge* ßridjen werben, mit einer ^lußöfung Von 2XIoe in peißem Söaffer, etwa 12 £otp in 2 9Kaß, meprmalS wäfcpt. 9lud) §äute unb anbere Singe werben burd) biefeS Wiittel vor SBurmfraß gefd)ü^t Sie SUoeauflöfung muß jebeS* mal vor beut ®ebraitcp gewärmt unb gut umgerüprt werben. 2. (Segen ben §oljwurm in Dbftbäumen wirb folgenbeS Wlittel em» pfoplen: 3m ^rüpjapre, wenn ber Saft im Steigen ift, bopre man jwei öuß über ber (Srbe ein | 3°^ breites £od) in ben $8aum, fülle eS mit Sepwefelblütpe unb verfdjließe eS wieber mit einem pöljernen Rapfen. Ser SBurm foU baburd) Vertrieben werben, bie $8äume aber feinen Sdjaben ^eiben. 255. ju färßen auf m^ieöeue 1) (Selb. 9ftan wäplt irgenb ein roet^eö §olj, baS man meprerc SERal mit einem 5ßinfet überfäprt, ber in eine Surcumee-Sinttur getankt tvirb. 3« biefer Sinttur nimmt man 2 ?otp gepulverte durcumee, auf melier man 4 ^funb Sßeingeift einige Sage fiepen läßt unb bann abflärt. Soll bie $arbe ein menig rötplid) werben, fo tput man etwas Sradjenbtut, baS man in jeber Slpotpete erhält, pinju. SJian tann and) mit S^eibewaffer baS £>olj gelb färben, wobur^ man juweilen eine fepr fdjone f^arbe erpält, bie aber leidß ins braune nadjbunfelt. 2lud) muß baS Scßeibewaffer nidjt ju ßarf fein, fonft wirb baS §ol$ fcpwarj. 2) 9? o t p. 9)1 an erpält eine fepr fdjone rotpe ^arbe, wenn man auf fBraßltenpoQ verfaulten Urin ober SBaffer, mit f^otafdje gefcpwängert, fo gießt, baß auf eine Un$e fpotafcpe 7 5ßfunb 6 Unjen 2ßaffer tommen. 2luf ein fßfunb SBraßlienpoift gießt man 7|fßfunb von jenen ^lüfßgteiten unb läfjt bie tOlifdjung etwa 3 Sage bei päufigem Umrüpren ßcpen. 2llSbann wirb bie ^lüfßgfeit abgegoffen, bis jum Sieben erpi^t unb fogleidj baS $olj mittelft eines bßinfelö beftriepen, bis eS Ijinlänglidj gefärbt ift. Sarauf wirb eS, fo lange eS nodj feucht ift, mit einer 9Uaun=nußöfung (4 2otp Sllaun in 2 fßfunb Gaffer) beßriqen. Um ein minber lebpafteS 9iotp $u erpalten, lofet man 2 Sotp Sradpen= blut in 1 ^Sfunb SSeingeift auf unb trägt bie ^lüffigteit mit einem fßinfel auf, bis baS $olj bie gehörige ^arbe pat. 3U ^ofenrotp tput man in bie SBrafilienpoQ^ufläfung 4 Sotp ^otafcpe mb braucht ße, wie oben angegeben iß. 9Jian muß bann aber baS $ol$ mit 244 Älaunwaffer überftreid^en. 2ftan fann bie f^arbe ober weniger blaß ma^en, Wenn man bie 3ut^t Don Potafdje Dermeßrt, aber bann muß aucß baß 51launwaffer ftärfer fein. 3) 531 a u. Um blau ju färben, löfet man Tupfer in Sdjcibe* waffer auf unb beftreid)t baß §olj mehrmals mit biefer erwärmten ^lüffig* feit. 5llßbann löfet man 4 ?otß Potafcße in 1 Pfunb SBaffer auf unb be- ftrei^t mit biefer ermannten 5luflöfung baß mit ber Äupferauflöfung gefärbte <^0(3, bis eß DoUfommen blau ift. 4) @ r ü n. HWan löfet Grünfpan in SBeineffig auf unb beftreid)t baß $olj mit ber warmen 5luflöfung. 5) Purpurfarbe. SJJan beftreidje baß £olj mehrere 9J?al mit einer ftarten Slbtocßung Don 1 Pfunb Gampef^enßolj, J Pfunb 53rafilien» tjolj in 7| Pfunb Üßaffer, bie man wenigftcnß eine Stunbe ßat fiebcn laffen. 2Benn baß ^olj bie gehörige f^arbe ßat, fo läßt man eß trorfnen unb über* ftreidjt eß alßbann leidjt mit einer üluflöfung von einem Ouentdjen Potafcpe in 2 Pfunb Söaffer. 'lRan muß aber biefe Sluflöfung mit gehöriger 53orfid)t anwenben, weil fid) bie f$arbe aUmäßlig Don SRotßbraun in eine inß Sunfei« blaue fpielenbe Purpurfarbe oeränbert; jebod) muß man bie W?ittclfarbe jwif^en biefen beiben ju erhalten fudjen. 6) 9Ra^agoni»?farbe. 9ftan brauet baju Ärapp, 33rafilien« ßolj unb Sampefd)en^oljs5luflöfung. Seber biefer ^arbenftoffe. giebt ein meljr ober minber brauneß fRotß unb man mifdjt fie fo, baß man bie ge« wünfdjte f^arbe erhält. 7) Sd) w ar j. 3"^ überftrei^t man baß £ol$ mehrere ÜKale mit einer Reißen (5ampefd)enl)olj4luflöfung. Sllßbann madjt man einen 5lufguß Don 8 Sotß gefloßenen Galläpfeln mit 4 Pfunb SBaffer, bie man 3 Sage in ber Sonne ober in gelinber 5Bärme fielen läßt. 3)?it biefer ^lüffigleit be* ftreidjt man baß §olj ungefähr 4 5H?al. 9Jian tann eß alßbann mit einer ftarfen 53ür]te unb fdiwaqem äßadjfe polircn. 8) SRaßagonibeijefür ßarte $ölrer. ^an &aß ^olj mit Salpeterfäure, überftreidjt eß mehrere 5Dcale mit einer filtrirten ^uflöfung Don 1 Sott; Oanawurjel, 2 Sott) 5lloe unb 2 Sott) Sradjenblut in^[fo^ol unb reibt eß jule^t mit altem Leinöl ab. 9) 3ur Färbung Don §olj in allen ^arbentönen, Dom 53raunfd)warj biß Äirfchroth, wirb and) übermomgomfaureß Äali angewenbet. 3U biefem 3wecfe lüirb bie ju färbenbe §oljflädje befeud)tet unb bann mit einer ftarten Söfung jenes Saljeß in Sßaffer beftridjen. 3e länger bielSinwirfung wätjrt, befto bunfler, je türjere 3^1, befto fjeUer wirb bie Färbung, fo baß wenige Proben hinreießen, um für bie ju färbenbe §oljart bie gehörige 3^töauer ,'für bie gewünfdjte Nuance ju finben. Sie ^oljfafer wirft auf bie einbrin» genbe Söfung jerfe^enb ein, eß entfteßt ungelöf'teß SD?omgomfuperojpb, pöraunftein), weldjeß bureß baß gleidjjeitig frei werbenbe Äali in ber Gellu» lofe fijirt wirb. SBenn beim färben ber gewünfeßte ^arbenton erreidjt ift, Wirb bie £oljfläd)e mit lauwarmen Söaffer wieberßolt gewafdjen, fo baß aUeß nod) unjerfeßte Salj fortgenommen wirb ; bann wirb baß ^)olj getrodnet unb bemnädjft geölt unb polirt. Sie Färbung fqü namentlid) auf Äirfd)« bäum«, Birnbaum» unb Pußbaumßolj eine feßr fdjöne fein. Sie ift außer bem unoeränberlid). 245 256. jit uerßeflern. Sur Berbefferung beS §oljeS bient ba§ ^Ibwelfenlaffen ber Bäume burd) Ringeln, b. (). burd) 2tbfd)älung ber <Rinbe bom ©tammc. ©aS §ol$ wirb fernerer, fefter unb dauerhafter. Berfu^e ergaben, bafe 'Rabethöljer bis ju 42 ^rojent an ®ewid)t junahmen, wahrfchemlid) jum Sheil burd) ^arj, baS in abfterbenbem §olje berhärtete. ©iird) baS ?lbwelten wirb; ferner bem §olje auf natürlichem 2ßege baö äöaffer entzogen unb feine Ste* ferbeftoffe, ©tärfemehl unb ©erbmehl, werben aufge^ehrt. Siaburd) bietet e$ ben mifroffopifchen f^einben beS fpoljeS, ber ^iljbilbung unb ben £)olj* fäfern weniger Nahrung. E§ ift fefter, jäher, fcpwerer ju bearbeiten unb reifet weniger, ©affelbe War mit ben Saubhöljern ber f^aU, beren ©tämme man burd) fRingeln ihrer fRinbe beraubt unb fo einige ^ahre lang abwelten liefe, beborman bie Baume fällte. 257. ju bereiten. Siehe Ärtifel @ f ß g. 258. <$onig, Butt|Hi$en ju ma^en. ES wirb fehr biel tünftlid) gemachter §onig für editen bertauft. ff ob jenbeS ift baS fRecept für tünftlidjen ^>onig : $Ran nehme 10 $fb. Surfer, 1 5ßfb. Bienenhonig, mifdje eS mit 1 ^cint Gaffer, fe^e eine ftarfe 2luflöfung bon 3 5ßeint flipperp Elm^inbe ju unb eine halbe Unje Cream of tartar. 259. Hopfen gegen ^nfeRfen pt f($ü$en. 2BiU man bem 3nfettenfd)aben beim ^opfenbau borbeugen, fo fe^e man bie ©tangen bor iebeSmaligem ©ebraud) einem ©trohfeuer au$, woburd) bie Eiern, f. w. in bem 9ti$ ber ©tangen getöbtet werben, nm ftdjerften geljt man, wenn man ftatt ber ©tangen Sral)t beim Bau ber §opfenpflanje anwenbet. 260. ^opfen, ge^wefetten, J« ernennen. 2Ran überfchüttet in einem Olafe eine fleine Quantität beSS ju prüfen» ben ^opfen« mit SRegenwaffer, läfet baffclbe berfdjloffen einige big ftehen, unb unterwirft bann ba$ ®anje in einer Heuten ®l, retorte mit angefügter W^re ber ©eftidation. Safet man nun bie er en 6 ober 8 übergehenben Stopfen m eine ganj bannte, fepenbe üuflofung von übermanganfaurem ^ali faUen u«b tritt baburd) eine Entfärbung biefer ©aljfolution ein, fo war ber $opfen gefd)wefelt, behalt bagegcn bie übermanganfaure ^alilöfung ihre rofenrotije f^arbe unberanbert bei, fo war ber Rapfen nid)t gefd)Wefelt. 246 261. ^ornma^e, ftun^i^e, ju bereiten. W?an bereitet eine fold)e SJiaffe in beliebig großen ©afeln, weldje fic^ ju Sdjeiben in Laternen ober ju genfterfdjeiben in ben 2Bertftätten ber äRe« taUarbeiter fetjr gut eignet, ba fie fetjr bauertjaft unb ni^t wie baß ©laß, burrf) abfpringenbe SRetatlftüde jerfprengt werben fann. 2Ran taucht einen bünnen ^lor bon äReffingbra^t in eine ^tuflöfung bon ^aufenblafc, wetdje bie SRafdjen außfüHt uub beim (Srtatten barin erftarrt. SBenn bie ©afel bolltommen troden ift, wirb fie mit einem gellen, wafferbi^ten ^irni§ über* jogen. ©ie S^eiben finb burdjfidjtiger unb bauer^after alß gewö^nli^e t>orntafeln. 262. ^oru ju envet^eu und formen daraus ju uta^en. £u einem 5ßfunb §otjaf^e neunte man 2 ^funb ungelösten Äalf, t^ue beibeö in ein Quart Gaffer unb laffe baß @anje fo lange fieben, bi« eß auf ein ©rittet rebujirt ift. 9Ran tauche nun eine fieber hinein unb wenn fie beim ^eraußjie^en abfafert, fo ift bieß ein 53eweiß, ba^ eß genug gefot* fen ^at, wibrigenfaUß man eß nod) ein Wenig fieben taffen mu§. ^ad)^et fittrire man ab unb lege in bie fogewonnene f^lüffigfeit gefcfjabteS §orn taffe eß brei ©age ljiiiburd) fid) emfaugen unb formiere fid) atßbann bie £änbe mit Del ein, fnete baß §orn ju einer sJRaffe, unb brüde ober forme eß ju irgenb einer gewünfdjten ©eftalt. 2öenn man ben ?Ibbrud irgenb einer -CRünje, SRebaitle' u, f. w. ju nehmen wünfdjt, fo reibe man biefelbe vorläufig mit Del ein, unb lege bie in i^rem erweidjten 3uftanbe befinblidjen ^»ornfpäne barüber. Dobalb eß troden geworben, wirb ber 2lbbrud fid; im §orn gebitbet ^aben unb nun alß eine gorm bienen tonnen, burd) bie man auß einer 2Kaffe bön 3™naSe unb ?eim, ober bon ^aufenbtafe unb geftampften (Sierfdjalen, genau gleiche 2lbbrüde ber 9Jtünje ober SJtebaide ju madjen im Staube ift. 263. ^ornüOef des >indute0s. Rittel dagegen. @ß ift not^oenbig, bie ^ur fo frü^ wie möglich ju beginnen, benn wenn baß Uebel ftef) einmal feftgefe^t ^at, bann ift ifjm fdjwer ju Reifen. Sinige Seute feigen eß eine £>irnentjünbnng ; allein Sntjünbung ^at gar ni^tß bamit ju tbun. Sobalb baß ^orn falt wirb, baß 2luge gefunfen unb glasartig ift unb SRaterie auß bemfelben läuft, baß £>aar fief) fträubt unb bie Suff jum ^ref* fen aufljört, bann fdjlage man folgenbeß Verfolgen ein: 3aerft umwidle baß §orn biet mit 2öerg ober alten Lumpen, bann ■gie^e bon ber Spifje beß £ornß lo^cubeg Söaffer forgfältig auf, fo bag ber Äopf beß ©^iereß nid)t berbrannt wirb. Sobalb baß SBaffcr an ber Söurjel be8 ^ornß außläuft, ^atte man mit gieren ein. ^adbbtm bie£ ge» fdjefjen, träufele man einen Stöffel boH Dampfer in jebeß Dbr unb reibe babon um bie SBurjel beß §ornß. 2Benn ber 2ßerg ober bie Sumpen falt iu werben anfangen, ftreife man fie fogteid) ab unb widle ein warme« ©u^ um baß $orn. 247 2Benn man bieß Serfa^ren brei ober vier ©age fortgefe^t, mirb bem $ornübel abge^olfen werben, fo lange eß iiod) im Seginne ift. 2tHein, menn eß fd)on laug beftanben, mu§ man baß §orn juerft mit einem So^rer anbofyren, jmei 3°ß bom i^opfe auf ber untern Seite unb bann bie Cocker juftopfen, bamit baß Ijeifje Sßaffer nid)t fjüteinbringe. ©ann erlji^t man baß £)orn, mie vorder angeführt, öffne barauf bie 8öd)er mieber unb fpri^e Dampfer ober Pfeffer hinein; jebod) ift Dampfer vorju* gieren. 264. ^ortcnjtm, ßtaue, pijiefkn. SOtan nimmt romifd)en Sttaun (breifadje? «Sulfat von D^onerbe, ^ob afdje unb Sifen), mit bem man bie Srbe ber ^»ortenfientopfe überftreut unb jmar im 2Rärj, bevor bie 5ßflanjen getrieben tjaben. 2)tan tann baburdj ganj nadj belieben alle Stüancen von Stau errieten, je nadj ber ©rö^e ber Dofi?; mirb bie Operation ein* bi? jmeimal miebert)olt, fo erhält man ba? SJlapimum ber 3ntenfitätin ber blauen Färbung, je fdpvädjer bie Dofi?, je Belter natürlich bie blaue ^arbe. Die Srfaljrung tefjrt balb, ba? nötige einju^alten. 265. ^uffafßvn. 1. 3mr fprobe §ufe. "Wimm 2 Sott) gelbe? SJad)?, 4 Sott) ^Riuber» tatg unb 6 Sott) ^i.fdjttjran, fc^mitj ba? @anje auf getinbcm f^euer unb furniere ben §uf fleifjig bamit ein. SSünfdjt man bie £mffalbe fdpvarj, fo fe^t man etma? Äienru^ ju, nie aber fo biet, ba^ fie jur bidcn Schmiere mirb. 2. f^ür mürbe, brühige, ober fogenannte Söafferfjufe. Stimm gelbe? 2öad)S unb ©erpentin, Don jebem 2 Sott), fdjmilj fie bei gelinbem §euer, füge ^inju Sdpveinefett unb Seinot, von jebem 4 Sot^, unb beftreidje ben ganzen ^uf, befonber? aud) bie Ärone beffelben bamit. 3. gür 5ßferbe, metdje viel im Söaffer ober SOtorajt gelten müffen. Stimm 8 Sotlj SBagent^eer unb 24 Sott) ©djmeincfdimatj, mifdje beibe? unter einanber unb furniere bie $ufe bamit täglid) ein. 266. Küßner, ^udjt DerfeWen. Sine ©fjatfadje ift e?, ba^ ba? junge, bem Si entfdjtüpfenbe T^ier gerabe jmei ©rittet be? Sie? iviegt. Darum ift e? non 2öid)tigfeit, nur bie jdjmerften Sier au?brüten ju taffen, menn man ba? junge ©eflügel ftart unb gro§ Ijaben miU. Sine für bie §au?mirt()fd)aft nid)t ganj un>vid)tige Sntbedung ift bie, baB man c? ganj in feiner ®ematt ^at, §ä^ne ober Rennen au?brüten ju taffen. Die §äl)nen*Sier ^abeu nämtidj eine längere Spi^e unb um biefe befinben fidj Heinere, bem Stuge leicht erfennbare Siebenten, bie ivie Sin* fdjnitte au?fe^en. Die Rennen * Sier Ijaben biefe Äennjeidjen nicfyt unb finb am obern Snbe me^r abgeftumpft. 248 3« machen, baß bie^üßner fegen.-l.$Ran lofe 1 Unje ©tauberfat$ in 1 ©opf Sßaffer auf, fnete mit einem ©heile beffelben gut getobte Kartoffeln unb gebe biefe ben ^ühnern. 53ei bicfer 9?al)tung fjalte inan fie 4-5 ©age, unb (affe fie auS einem trbenen ©efäße ffareS ©Baffer nad) @efallen faufen. 1 Unje ©lauberfalj ift ljinreidjenb für 6-7 Rübner. 2. (Sin franjofifdjer ©ntSbefi^er, will baS Mittel gefunben höben bie Rübner regelmäßig jeben ©ag beS ganzen SaßreS legen ju madjen, inbem er fie mit ^ferbeßeifdj füttert. Sefanut ift eS übrigens, baß Rübner, welche niel Türmer u. bgl. erhalten, and) reid)fid).legen. 3. 2öenn man unter baS futter ber §üßner eine ßinreießenbe Quan- tität Eierfdjaten ober Kalt mengt, fo Derjebren fie biefetben nid)t nur begierig, fonbern legen and) jwei= bis breimal fo Diel (Sier als fonft. (Sine gntge« nährte £enne ift im Staub, eine SD^enge Eier ju liefern, bod) fie tann bie« nid)t ohne baS nötige Material jur Gilbung ber Skalen, wenn ihr futter and) nodj fonft fo nahrhaft ift, unb müßte bamit ganj aufhören, »nenn fie nur mit taxfreiem futter unb ©Baffer ernährt mürbe. Küßner a u dj i m 2Ö i n t e r jum Eierlegen ju bringen. ES ift eine befannte Sßatfadje, baß ßauptfä^lidj bie eintretenbe Kälte im Sßinter bie Rübner Dom (Siertegen ab^ält. ©ieS tann aber leidjt babureb Dermieben werben, baß man bie Rübner in warme Ställe bringt, namentlich in foldje, bie burd) einen eigenS baju angebradjten Dfen etwas getjeijt werben tonnen, unb man wirb ben feßr bebeutenbeu ©Sorttjeil ßaben, Don allen feinen Rübnern aud) im hinter frifdje (Sier ju erhalten. Rübner, bie bei ben dauern Ijäufig im ©Binter in ber Stube bleiben, legen fortmäßrenb, was fdjon ber.befte beweis unferer aufgeftellten 53 e* hauptung ift. ©ie Rübner inbeß nod) bcfonberS baju ju Deranlaffen, muß man ihnen audj angemeffeneS futter reidjen. woju am tauglidjften warm ge* madjte braun geroftete ©erfte ift. 2ludj tann man biefe ftarf geroftete ©erfte auffieben unb ben Rübner ju freffen unb baS 23affer, worin fie gefotten ift ju faufen geben. ©er ^effelfame, als taugliches futter, würbe fdjon früher obenerwähnt, wir wollen beSljalb ljier nur nod) bie Seinfamenljülfen als ein wirtfameS Mittel jur Erreichung obigen 3lüe^eg anführen, ©iefe werben in einem warmen Ofen getrodnet ju einem gröblichen ißulDer gefloßen unb mit einem gleichen ©heile Sßeijentleie mit ebenfo Diel (Sidjelineljl oermengt. 5luS biefer Subftaiij bereitet man mit 3ufa§ Don ©Saffcr einen ©eig, ber ben Hühnern Dorgefe^t wirb unb große f^ruchtbarteit erjeugt. Ein gutes £)üt)nerfutter, wonach §ü(jner f eh r fleißig legen, ift golgenbeS : 3 ©heile gefodjter unb geftampfter Kartoffeln werben mit 2 ©heile Kleie, (am beften äßaijen ober ®erftentleie,) ebenfo wie ber SSrobteig einge» fäuert (mit Sauerteig), gleidj bem 53rob geformt unb beim Suaden mit in ben Öfen gebracht, bod) fo, baß jene Stüde nid)t aUju h«d werben. §ierDon gibt man ben §ühnern neben ihrem gewöhnlichen futter täglid) etwas, auch tann man biefetben, wenn bie SRqffe fo weit reid)t, auSfd)ließlid) bamit er« halten, ©ie auf foldje ©Seife gefütterten Jähner legen, wie man auS Er« fahrung weiß, währenb beS ganjen Sommers ; DieUeid)t baß bie Säure, bann aber auch ^leie, unb bie gleid)fam gebratenen unb fo ihres ^rudjt» WafJerS mehr unb mehr beraubten Kartoffeln, gleidjjeitig baju beitragen. 249 öefannt ift übrigens, baß bic ^üßner (Sauerteig zdtmeife gern freffen ur.b baß ißnen berfelbe and) ganz gut belommt. SaS f)ier empfohlene 53er« fahren bürfte um fo mehr 23ead)tung berbienen, als eS befonbere Poften nidjt üerurfadjt; benn eS mirb fid) beim SSaden immer nod) ein ^5la^ im 23ad< ofen für baS ^ü^nerbrob, mie bie Seute eS nennen, finben. Sie gwiebel ift nid)t allein ein außerorbcntlidß moblthuenbeS futter für ßühner, fonbern aud) ein 23orbeugungSmittel gegen bic meiften ^üpuer« ^rantljeiten. 53ei ^ermunbungen unb ©ntzünbungen beS ÄopfeS, beS Sd)IunbeS unb ber Slugen fann bie 3n)iebel fogar als ein fpecififd) mirfenbeS SRittel betrachtet merben. Um fie zmedmäßig ju bermenben, muß fie fein bcrl)adt mit einer mäßigen 23eimifd)ung bon -Diel)l ben Sl)ieren jmei bis breimal mS^entlid) in einer folgen Quantität gegeben merben, mie fte bon biefen nur immer berührt mirb. 2Bie biele (Sier bermag ein ^auSpuhn zu legen ? (Sine §enne Ijat in ihrem (Sierftode in runber 3^ nur 600 (Sierd)en. Sie legt, menn eS gut geljt, im erften 3aljre nad) bem SluSbrüten etma 20 Stüd, im zmeiten 120, tm britten 135, im bierten 114, bie folgenben bier 3ahre aber nimmt bic 3al)l ber (Sier ftetig um 20 ab unb im neunten 3aprc legt bie §enne im beften gaHe nur 10 (Sier. 20er alfo eine richtige Uebereinftimmung jmifdjen futter unb Stiftung haben miU, hält fid) leine §enne länger als bier Satyre, eS märe benn ber feltenen ober mcrthboUen 9iaffe falber, ber fie angehört. kühner ju m äffen. 5Bifi man kühner in turjer 3£it fett madjen, fo bürfen fte nicht mehr h^nmlaufen, fonbern müffen in kühner« lörben ober §ühnerftäUen, burd) beren Sproffen fie langen tonnen, gehalten merben. Snnerlid) mirb ber 23oben mit (Stroi) belegt unb foldjeS alle Sage frifd) erneuert. 3utn futter giebt man ihnen gefottenen Sßeijen unb ©er fte, 23rob in SRild) eingemeidjt, einen Dhibelteig bon ©erften« unb Hafermehl unb mcdjfelt bamit ab, bamit fie lieber freffen. 2BiH man bie §ü()ner in ganz lurzer 3£0 fett haben, fo muß man foidje mit ganz Heinen Rubeln ftopfen, morunter eine feljr geringe Quantität pulberifirtcS Spießglanz ift. Sie jungen §üßner erhalten noch £n ^ildj gefottene §irfe unb einen Seig bon ©erften« unb Hafermehl mit Sprup bermifeßt, mobon fie fehr halb fepr fett unb groß merben. §ühner bom Ungeziefer ju b e f r e i e n. 2Senn bie §ühner SlbcnbS fid) in ißreft Stall begeben haben, lege man bie 3weige öan Öden« bäumen hinein unb am folgenben borgen mirb man fie boller §ühnerläufe finben, ba biefe ben ©erud) ber (Srlen außerorbentlid) lieben ; man berbrennt bann biefe 3lneige. (Sinige ÜRal biefeS Mittel mmberljolt, befreit bie kühner bon biefem Ungeziefer. 3ur Reinigung ber ^ühnerftäHe bon 5nfecten empfiehlt man, benStaU beS borgens, fobalb bie Jähner ihn berlaffen haben, burd) über glüßenbe Kopien berbampfte S^mefelblüthe bergeftalt mit Sdjmefelbampf z« füllen, baß biefer in alle ^ugen unb fRiffe cinbringt. 23iS SRittag halte man bie StaUthüre unb alle Deffmingen feft gefdjloffen, bann aber öffne man fie, bamit frifdje Suft einftröme unb ber Sdjmefelgerud) fid) berüere. Sie kühner merben nun bon ihren ißlagegeiftern befreit fein, unb haben bie nod) borhanbenen menigen Sdjmefelbämpfe feinen nad)theiligen ©influß auf fie. Spffenterie ber ^ühner. 2I1S ein mirtfameS QRittel gegen biefe bof« Trautheit beS geberüiel)eS fd)eint fid) bie Specacuanha zu bemühten. Hu« 250 50 (Zentigrammen ber pulüeriftrten Söurjel werben mit ®ummipuloer nnb @ummifd)ieim 4 Ritten gemacht unb fold)e bem Patienten im Swhitf vor 2 ©tunben eingegeben. Sarauf träntt man bag Shie- mit itam den* ober 'ßfeffermünjthee. (Sin erfahrener 9Rann giebt gegen bie $>ühner*(Sholera folgenbeg dRitte^ an : „?Iuf ber ©pi^e ber 3un9e ^g tränten $uhneg befinbet fid) einfdjwarjcr gleden, ben man mit einem ÜReffer ober mit bem Ringer ju befeitigen hat. 3ft bag gefd)ehen, fo reibe bie Stelle, wo ber Rieden war mit Salj, um Stuten ju verhüten. Unfer ©ewührgmann will burdj biefeg Verfahren jdjon Rimberte von ^jühnern gerettet haben. 267. ^üffettfrüdjü, gefro^nefe, weit# unb verbann^ ju ma^en. 1) Um bei (Srbfen, Sonnen, Sinfen tiefen F erreichen, fe^t man gewöhnlich etwas boppelt toljlenfaureS Patron jum Kodjwaffer 2öeit beffer, wenn audj in minber tuner Be^/ '^b bieS erreicht, wenn bie Saamen 12 bis 15 Stunben in faltcm Sßaffer gequellt werben. SaSfelbe wirb fo* bann abgegoffen unb bie feudjten, in bcm jugebedten Sopfe befinblidjen ©aamen an einem mäfjig warmen Orte 36 bis 48 ©tunben ftehen geiaffen. Sluf biefe 2ßeife wirb bie Keimung angeregt unb baburd) bie Silbung einet ?,eringen SDZenge ^uder unb bie Erweichung ber ©aamenlappen herbeige* ührt. 2öerben bie ©aamen nun gefod)t unb in gewöhnlicher Söeife jube* reitet, fo erhalten fie fo jiemlid) ben Karatter ber grünen, frifdjen ®emüfe, finb jart unb leicht Verbaulid). 2) Sen ^auSfrauen bürfte eS erwünfdjt fein, ein SD?ittel ju erfahren, burd) welches hart todjenbe ßrbfen in ganj fur^er .Seit voHfommen weid) ge* tocht werben tonnen. SiefeS Mittel befteljt ganj einfach barin, ba^ man ben (Srbfen, wenn fie jugefejjt werben, ein tlein wenig <Soba beimifdjt, etwa einen Kaffeelöffel voll auf eine äRahljeit von fed)S ^erfonen. Selbft foldje ßrbfen, welche ein ober hrcre 3a .. .... finb, tod)en auf biefe . fe nod) ganj weich- 3) SDian fdjüttet nach Serhältni^ ber SDtenge, ein bis jwei 2Weffer* fpi^en ^ßotafdje in baS ©emüfe unb läfjt fie mit lochen; bie ®emufe werben Viel gefchwinber weid) unb erhalten einen fehr guten ©efchmad. ®elbft jufammengelaufene 2Ril^ ober ©ahne fann man baburd) »ieber herfteUen, wenn man etwas Von biefem Saugenfalje mit fodjen läfjt. 268. ^üte unö ßtanjenö ma^en. SD? an nimmt 6 Soth Slauholj, 6 Sott) ®aUuS, 2 Soth ^löhfanien (Plantago arenaria), 1 Soth Lorbeeren, 1 Sott) Gummi Trag, ein h^beS &ofe[ IRegenwaffer, thut fotc^cö alles jufammen in einen Sopf unb lä^t eS einen falben Sag weid)en, bann lä^t man eS bis jur Hälfte eintodjen, wteber Tait werben unb 3 bis 4 Sage ftehen. SllSbann nimmt man ftumpfe Surften, tuntet fie in bie ^arbe, ftretdjt b en $ut unten juerft attejeit gegen bie liule anb$ nnb oben gegen bie re^te 251 an; Wie man bie Sürfie füljrt, fo wirb eg, nachbem eg troden geworben. ®g fann audj mit fammetnen kiffen nad) ben paaren geftrid)en werben. ÄucB fann man, wenn bie Sdjwärje um etwag verbraucht ift, wieber fRegen. waffer jugie^en unb wie vorder fodjen, fo wirb fie wieber fo gut, wie juvor. 269. ^unbe unb ^ferbe an jn gewonnen. 55or affen ®ingen ift nötfjig, ba^ man bie Spiere ftetß freunblid) unb gleidjmäfjig be^anbelt, fie nie fdjlägt ober gar miS«ubelt. fDlifjljanblun^cn üergeffen fie fe^r ungern unb oft gar nidjt. @in alter ^orftmaiin, ber Diele ^tunbe breffirte, fd)meid)elte il)nen nad) jeber Sreffur unb gab it)nen ein «Stüff Semmel, baß er juoor unter ben Swi^enben Slrm gelegt, woburd) eß etwaß angefeudjtet war. ®abuS würben itjm biefe §unbe feS treu unb anifang» lid), unb ein Seber tann bieß Serfatjren leidjt bei feinen §unben anwenben. ißferbe fann man baburd) fe^r jäljmen unb an fid) gewönnen, ba§ man ^neu beim fRitt nad) jeber guten ©angart, nad) einem glürflid) außgefül)rten Sprunge über einen ©raben u. f w. ben £>alß Hopft unb ipncn ein Stüd* ^en Buder giebt, ben fie fcS gernfreffen, unb fie babei niematß offne ©ntnb miSuubelt. 270. ^acintßen, Ms 5« Men. Silan lege einige Stüd frifdje^pacint^enjwiebeln ben 25. Slonember auf< JBaffer in bie bajn beftimmten ©läfer, uub alle ad)t Sage anbere, unb fä^rt bamit biß jum 24. Februar fort. 2luf biefe SBeife wirb bie ^lor ju SBei^* nagten angeln unb man wirb alfo biß jur §ä(fte SRärj taglidj frifdje, wei^e $pacintf)en ^aben. 271. ^tjacintOeu tn^too$Baffen. ^^acint^en taffen fid) fct)r gut in SRooßbaffen treiben, weldje mittelP etneß SWljeß aufgefjängt werben. üöirb im untern ©nbe beß Sattenß ein* Slumenjwiebet, ben köpf nad) unten gerietet, eingelegt, fo wadjfen bie fdjonen rotten blätter ringß um ben Satten in bie ^)ö^e unb bilben eine 2lrt Slumenforb Don gani neuem unb Ijübfdjcn Slußfe^en. SRan fann and) anbere Blumen auf biefe Ylrt treiben, j. S. Srocuß, ^Rargiffen, Süc von S^olß, SRaiblumen, Sfaiferfronen, boppelte unb einfache Seilten u. f. w. 272. ^ngwer-^Sier ju Bereiten. Wimm 4 Sott) Kein gestrittene S'ngwerwurjel, 4 Unart SBaffer, fo^e eß jufammen | Stunbe lang ; gie§e eß bann in ein gü^en, worin man 4 fßfb. Buder unb ben Saft non 3 (Sitronen getban ^at. Bu ^cm abgetönten Ingwer gie^e man 2Saffer, etwa 4 Unart auf einmal, biß eß nad) unb na^ 12 Unart geworben finb, la^e cß auf bem ^affe gä^ren unb fülle eß bann tuf ^laSen. 252 273. ^nfeMen von ^fetöern nnb Rößern aßptßaften. SJtan bereite einen Spiritus au§ 53ergamott^, ^ampßers, Sorbeer», 9?elfen= unb Terpentinöl, bon jebent | Onentdjen, Sßeingcift | 9?öfel, ge« f^nittenen fpanifdjen Pfeffer 3 üuenteßen, menge aUeö in einer fVlafdje ju* fammen, ftelle biefe woßlberftopft 8 Tage lang an einen warmen Ort, feiße bie fflüffigfeit bann ab unb filtrire biefelbe. Sie ift beinaße farbloS unb fdjabet Weber ben Rebern, nod) läßt fie fflede auf ben 3eu9en jurüd. ®e^ fprengt man mit biefent Spiritus alle 8 ober 14 Tage bie bor Lotten ju befdjüt^enben ©egenftänbe, fo werben fie ftetg babor bewaßrt bleiben. (Jin SBortßeil biefer glüffigteit ift and) nod) ber, baß fie nid)t unangeneßm riecht unb and) für ißeljwerfe gute Oienfte leiftet. 274. von ^ffanjen aßjußaften. SJian befprenge junge ißftanjen mit ^attwaffer; um jugleicß ißr 2ßacß3» t^nm ju beförbern, taudje man fie bor bem ^luöüflanjen in ^alfmild), wo* bureß fie bon ben Srbflö^en befreit bleiben. Oie 3u^eretiung§art beiber Mittel ift ju'allgemein befannt, eß bebarf baßer ßier feiner weiteren (Srörte* rung. 275. ^oßamtisßeer- uno ^tmßeer-^etee. P?an nimmt jur Hälfte reeßt reife unb auSgefudjte Himbeeren, quetfeßt fie mit einem Söffet, ringt ben Saft barauS bureß eine Serbiette, nimmt ju einem ißfunb Saft I ißfb. 3uder (wenn man e3 füß ßaben will, nimmt man f ißfunb 3uder ju einem ißfunb Saft;) foeßt ben 3u^et ^n einem (Sonfiturfeffel mit ein wenig SBaffer bid, bann gießt man ben Saft baju unb laßt e§ langfam auf ^oßtenfeuer fodjen, bi§ e§ fo bid ift, baß e$ auf einem jinnernen fetter fteßt unb nießt bertäuft, wenn man ein wenig barauf tßut; bann füllt man e§ in ein SonfiturglaS, unb läßt eS wie gewößnlid) tatt Werben. 276. Jaffee, bcffeCßen. f^ür ^affeefreunbe, weldje öfonomif^ fein wollen, wirb golgenbeS mit getßeilt. 3n bie ÜJlafdjine, worin man gewößnli^ ein ißfunb Jaffee ju brennen pflegt, f^üttet man nur | ißfb. Kaffee, bermif^t aber bamit | gro= beS §au$brob, nadjbem e$ in Sßürfel gefd)nitten unb auf bem Ofen ßart getrodnet worben ift. 33ei bem Gremien biefer äRifcßung wirb ganj wie gewößnlidj berfaßren. Tag ißrob jießt babei wie ein S^wamm bie ö(id)ten Tßeile be§ Kaffees in fiel), fo baß fie niefjt meßr wie bisher berbunften, unb gewinnt baburdj nießt adein ganj unb gar ben gewößnlidjen Äaffeegefcßmad, fonbern giebt aud), wenn e$ mit bem übrigen Kaffee gemaßten unb gefodjt wirb, bie aufgenommenen iöeftanbtßeite be§ Äaffee'S wieber bon fid) unb gewährt baburd) eine waßre, bi^ßer nidjt benutzte ^ermeljrung ber Jaffee* niaffe; beim man reicht mit einem ißfunb biefer SRifcßung eben fo weit, alfl fonft bei feßon gewöhnlichen Äaffeefurrogaten. 253 2)er gebrannte Kaffee, wenn er lang.e fteßt, verliert fein Slroma. Um biefen ^Berluft ju vermeiben, fügt man auf 50 ^ßfunb Kaffee fogletd) nacß bem ^Brennen (alfo wenn ber Kaffee nod) warm ift) 1| f^funb ^Relig» ober (Sanbiöjucter ßinju. ©iefer uingiebt im Slugenblide ben Kaffee unb faugt bag Siroma auf. liefern ^unftgriffe fjat mancher SRaterialift feinen fRuf bon gutem Kaffee ju Verbauten unb nicßt ber SBorjügticßfeit ber Sorte ober ber SBoßne. 2öenn man fid) feinen Kaffee felbft brennt, Tann man ißn um fo freierer mit gefloßenem ßueter beftreuen unb beg ©rfolgeg gewiß fein. Ober man neßme für 1 ^ßfunbÄaffee ein (Si unb feßlage eg gut. SBettn ber Äaf* fee ßübfcß gebräunt unb tüßl genug ift, baß bag Eiweiß ni$t gerinnt, fdjütte man bag Eiweiß mit lotter barüber, rüßre gut um, big jebe S3oßne einen Ueberguß erßalten ßat, wie mit einem firniß, unb taffe ben Äaffee an einem warmen ^ßla^e einige 9Rinuten lang fteßen, baß bag Eiweiß antroefne. 3)ieg verßinbert bag ©ntweidjen aUeg Slromag, eg ßat ^eudjtigfeit feinen ßu* tritt unb wenn man Kaffee bereitet, fo trägt baffelbe baju bei, ißn ju Hären. Kaffee, gefärbten, fu erfennen. 2BiU man ein (Sewäßr für bie fReinßcit feiner ^affeeboßnen ßaben, fo ißut man am 53eften, nad)bem biefetben „beriefen" finb, fie mit ßeißem 2Baffer ju übergießen, ju trorfnen unb bann erft ju röften. ©ureß eine folcße ißeßanblung, welcße fid), abgefeßen bon bem ^orßanbenfein frember f^ärbftoffe, fd)on burd) bie >Rüdficßt auf bie Sauberfeit empfießlt, vertiert bie ^affeeboßne nießt an Uöertß. 2öirb bag SBafcßen ber ^affeeboßnen un* tcrlaffen, fo werben etwa benfelben anßängenbe fyärbeftoffe ißnen burd) bag fRöften erft einverleibt, unb unjweifelßaft wirb fid) bann im Banfe ber 3_e^ - abgefeßen von bem fcßledjten ©efeßmad beg Äaffeeg-eine nad)tßeilige Sßirtung auf ben Organigmug ßeraugfteUen. Um bag SBaffer, mit weldjem man bie Äaffeeboßnen gewafeßen, auf einen ^upfergeßalt ju prüfen, braueßt man nur, nadjbem mau etwag angefäuert ßat, eine blaut gepulte eiferne 2Reffergtlinge ßinein ju taud)en unb einige äRinuten barin julaffen. fRimmt man fie wieber ßeraug, fo ßat fie fid) mit einer gang bünnen rotßen Sluflage bebedt, bie nießtg anberg alg Tupfer ift. Um guten Kaffee ju madjen, feilten bie feßwaeß geröfteten SBoßncn ju feinem DReßlc bcrmaßlcn unb mit fodjenbem Söaffer übergoffen werben, in welcßem ein wenig Soba (1 @ran auf eine Saffe) aufgelöft ift. Sie ^)oflänber bereiten guten Kaffee mit Sclterwaffer. Sag barin entßal» tene Patron bewirft einen träftigen 2lugjug. 2öag ßier bag Sclterwaffer tßut, vermag aud) bie Scimifcßung ber fleinen SRengc Soba ; nur über* fdjreite man bag ^erßältniß nid)t, fonft fdjmedt ber Äaffe laugenartig. (Sin Stüddjen Soba, fo groß wie eine ©rbfe (6 @ran) genügt für 6 Waffen ober Votß Kaffee. @g bebarf nur bog einmaligen ®erfud)g, um biefe SBereitunggart für immer beijubeßalten. 2B i e man gemäß lenen Kaffee probieren f a n n. SB^nn man einenSßeelöffcl voll ä d) t en gemaßlenen Kaffee in ein Srint* glag mit falteni Gaffer wirft, fo wirb er auf ber Dberflädje beg ißafferg feßwimmen, wäßrenb bie Subftanjen, weldje gewößnlid) jur ^affeefälfcßung benü^t werben, unter benfelben Umftänben unterfinten. 2Benn alfo von 254 einem Kaffee, ben man auf biefe 2ßeife probtren toiU, ein Scheil fofort im Sßaffer unterfmtt, fo barf man fid) barauf berlaffen, ba§ er gcfäfd)t wor» ben ift. tilg trefflic^eö Kaffee«Surrogat wirb bie eßbare Kaftanie empfohlen. SRan befreit bie Kaftanie bon jeder leberartigen §üKe, jeijdjneibet ben Kern in SJürfel, röftet biefe fc^ma^, mahlt fie unb be^anbelt bie SDlaffe wie ge» toöhnlidjen Kaffee. £hut man ju fieben Steilen geröfteter Kaftanien einen Sheil ädjten Kaffee, fo ift bie sJRif^ung bon biefem fehr fd)wer ja unterf^eiben. f ar* mer werben biefen SBint ju fdjä^en wiffen. ^ebenfalls ift baS ©etränt fo angenehm unb gefunb wie man's nur wünf^cn tann. Kaffeebohnen fdjnell jum Keimen ju bringen. SD7and)e (Samen laffen fid) befannttid) nur äu^erft fdjmierig jum Kei» men bringen, unter anbern ©attelferne, SgnatiuSbohnen, Kaffeebohnen unb dergleichen. 2BiH man nim,iafj gewöhnliche, im ^anbel borfommenbe Kaffeebohnen fdjon innerhalb 8-12 Stunben leimen, fo nehme man oon ber grünlich auSfehenben Sorte bollig fehlerfreie Söhnen, lege fie in ein SrintglaS ober in eine Obertaffe unb überfdjüttc fie hier mit ^le^ammoniat* flüffigteit (Salmiatgeift), bie man jubor mit einem gleidjen 9?aumtheile SBaffcr berbünnt hotte, fo hoch, ba^ bie Söhnen böUig barin eingetau^t finb unb bebede baS ©efä^ mit einer ©laS* ober Steinplatte. 9^ad) etioa 8-12 Stunben fdjon hat man baS Vergnügen, einige Linien lange, wol)l» auSgebilbete Keime auS ben eingelegten Söhnen h^rborragen ju fehen. £ieht man ben wie burd) einen Räuber auS ber fteinharten ^üUe ber Sohne auSgefd) offenen Keim borfi^tig heraus, fo bemertt man ganj beutlid) an beffen SafiS jwei tleine Slättdjen. 3ur ©emonftration für ben Sotaniler bürfte baS h^er mitgetheilte for» cirte Keimberfahren ganj befonberS empfehUnSwerth fein. 5luS einer Saffe Kaffee tann man mit jiemlidjer Sicherheit baS Söetter beS nädjften SageS beftimmen. 2öenn man näm(id) 3u^er in Kaffee thut unb benfdben, ehne umjurühren, fich ruhig auflöfen lä^t,fo fteigen betannt# lieh Sufthlafen an bie Dberflä^e ber flüffigteit. Silben biefe nun eine fdjaumige SDlaffe in ber SDiitte ber Saffe, fo tann man beftimmt auf bauernb f^öneS Sßetter rechnen; fe^t fid) im @egentheil ber Sdjaum ringförmig an ben 9tanb beS@efä§eS an, fo flehen ftarfe 9ie« S"ffe bebor ; bleibt ber Schaum ^wif^en ^Ranb unb Wlitte, fo wirb baS r beränberlich, fließt er, ohne fid) ju gertijeilen, nad) ein^m einzigen Theile beS XaffenranbeS, fo fteht ein mäßiger ^Regen bebor. 277. ^amiffcn, figenf^aften öerfeCßen ®in ^Xbfub bon gemeiner Kamille jerftört alle Wirten bon Pfetten unb 5Rid)tS h®^ einen ©arten in fo gefu bem 3uftanbe, als eine Sln^l 3er. ^reut ftehenber Kamiaenpflanjen." Sie Kamille foUte ficb in jebem ©c= toachShaufe, in jebem 2Riftbeete, in jebem ©arten befinben, fei e$ in grü- 255 Bem ©ber trodenen 3ußanbe. 3um Slbfteben eignen ftd) Stengel wie Siu» men. ©S ift bemertenSwerth, baß eine 'ißflanje, wenn fie hinweltt ober ab» jufterben broht, in neun unter gehn gälten fid) wieber erholt, fobalb man bie Kamille neben fie pflanzt. 278. giftet, ^la^eite Der unmitfeCßarcn ^egnaßme Der fäugenben. Sehr tjäufig gefd)iel)t eg nod), baff ein faugenbeg ^alb, bag bigher ftctg unmittelbar bei ber Äuh geftanben, plö^lid) unb mit oielem ©eräufd), oft Schlagen, Stoffen unb ^unbegebeUe vom ^leifdjer aug bem Stalle geholt unb bie Ä^uh babei fehr beunruhigt wirb, woburd) bem 5Befi|er nid)t Wenig Staben bernrfadjt wirb, baff biefe Ä?uh längere 3^* aug ©ram nid)t freffen unb folglid) leine 2J?ild) geben, biefe aud) ohnehin jurüdgehalten wirb. Sßir gebenfen babei weiter gar nid)t beg unmenfd)(id)en, barbarifdjen @e» bruudjg. 2)?an gewogne beghalb bie ^?uh gleich vom Anfänge baran, baff bag ^alb nidjt unmittelbar bei ihr, fonbern in einer ©de beffelben StaUeg flehe unb ju beftimmten 3citen, freilid) and) beg 9?ad)tg, jum Saugen hMugc* (affen werbe. 2Birb bag ^atb nun bertauft unb foU abgel)olt werben, fo entferne man bie ^?uh aug bem Stalle, führe fie vielleicht jur ©raufe unb werfe ihr auch bei ber-9iüdfel)r in ben Statt ^reffen vor. Sie wirb baburch gleid) etwag abgeleitet unb bemertt ben SBerluft nidjt gleich- ®a fie aud) baran gewöhnt, bag Äalb nicht unmittelbar um fid) ju fetjen, wirb fie biefen ^erluft auch »•eit leid)tcr ertragen, ber iöefi^er wirb aber gar feinen ^erluft hüben. 279. gapern Dur^ eine Dentf^e ^ru$t inerten. ©ie 33lumentnogpen ber bekannten, bei unb faft überall in ©arten unb ©öpfen gezogenen fpanifc^en treffe, geben ein ganj gutes Surrogat für bie ädjten im föanbel vorlommenben, oom ^apernftraud) genommenen ächten Äapern, bie in ber 3Birtt)fd)aft an Saucen fo häufig gebraucht werben. §at man bie Änobpe ber fpamfdjen treffe gefummelt, fo giefft man auf 1 SD?a| 2 big 3 5D?a^ Söaffer unb fodjt fie, gie^t bag SBaffer ab unb läfft bie Änogpen etwag trodnen. hierauf t^ut man fie in ein 3uderglag unb übergießt fie mit fo vielem fiebenben SBeineffig, baff berfelbe einen 3°H h°^h über bem* felben fteht. 9Jachbem fie ertaitet finb, werben fie in ©inmad)egtäfer gethan unb mit einer Slafe gut oerbunben. Stuf gleiche SBeife werben bie nod) unreifen unb garten Samen berfelben ©artenpftanje eingemacht unb benu^t. ©in anbereg nodj reichlicher ju habenbeg Surrogat ber kapern finb bie SBlüthenlnogpen ber ^fingftblume (Sßiefenbutterblume, Caltha palustris), ißehanblung uub ©ebraud) wie oben. 280. gapannen f^nelT ju mä|len. ©iefe werben wie bie ©änfe unb kühner behanbelt unb mit Rubeln ge» ftoöft, welche beftehen, aug : 3 Soth ©erftenmehl, 3 Soth gemahlener ^irfe, 8 Voth gelochtem ober gefottenenSBelf^forn, 1 Sott; butter unb fo viel 9ftilch, 256 nm einen biden Vrei barauS ju machen, auS Welchem man Rubeln formt etwas Spießglanj baju fnetet unb biefe Portionen am folgcnben Jage ber» füttert unb SlbenbS wieber neuerbingS frifd) anmacht. TOan gebe fleißig ju faufen, fo werben bie Kapaunen in 14 Jagen fehr fett. 281. ^artofietbau Mreffenö. Um einen größern Ertrag ju erzielen, foKte fotgenbeö Verfahren einge* fdjlagen werben. 3eber ^anbwirtl) foUte einen Verfud) machen, aber babei mit aller ©enauigfcit ju 2Berfe gehen. ES befielt biefeS Verfahren barin, ba§ bie Kartoffelblüthen abgebrochen werben. Ein SlderSmann ließ Von einem ViertelSmorgen, ber gleidjmäfjig mit Kartoffeln bepflanzt war, ab» Wedjfelnb eine 9?eihe um bie anbere bie Vlüthen abbre^en, unb erhielt fotgenbeS ^Refultat: Von jeljn ^Reiljen Kartoffeln, an benen bie 33Iütpen ab» gebrochen waren, erntete er 23 Sdjeffcl, bagegen von ben anbern jeljn ^Reipen nut 2| Scheffel. günf ^ßerfonen Ratten in Stauben baS Slbbredjen ber Vlüthen beforgt. Soll ber Verfud) mit ©enauigteit angefteHt unb ein richtiges 9tefultat über bie 9?üt3lid)teit beS Verfahrens erhalten werben, fo bürfen nid)t jwei ver» fdjiebene Sieder jur Vergleichung auSgewäl)lt werben, fonbern man mufj auf bemfelben Slder bie Vlütben abbred)en unb anbern Kartoffelpflanjen bagegen bie Vlüthe laffen. ©enn nur bann fann ein richtiger Vergleich ftattfinben, wenn alle anbere Umftanbe gleich finb. ©aS fann aber bei jwci vcrfchiebenen Siedern nid)t ber ©all fein, unb baS 9?efnltat ift baher and) feiner Vergleich» ung fähig. SBäfferige Kartoffeln fefter unb mehliger ju machen, braucht man fie nur in ber unmittelbaren Dlähe eincS warmen £)fcnS auSjubreiten. 9?ad) ben ncueften Erfahrungen legt man fie im Keller auf eine Sd)id)te Von ^»oljfohlen, ba warfen fie and) nid)t auS. ©ieS einfache SRittel reicht hin, um im Frühjahre nod), big eS neue giebt, gute fchmadhafte Kartoffeln ju haben. ES finb oerfchiebene Verfuge gemadjt worben, Kartoffeln unter ber Erbe ju gewinnen. Eine sJJlifd)ung von jwei ©heilen ^lu^fanb unb einem STheile gewöhnlicher ©artenerbe würbe ein 3oll h°^ ™ einer Ede beS KeUerS aufgehäuft, unb im 5lpril legte man 40 Kartoffeln in ihrer Sdjale auf bie Erbe. Sie trieben von allen Seiten kaufen, unb yjiitte Oftober hatte man über 4 Vufhel fehr guter Kartoffeln gewonnen, von welchen ber jehnte ©heil bie @röße gewöhnlicher Slepfel hatte, ©ie Sdjale war fehr bünn, baS innere mehlig, weiß unb woljtf^medenb. K a r t o ff e 1 n b u r d) S d) a l e n unb a u S g e ft o d) e n e Sl u g e n for-tjupflanren. Sie ^ortpflanjung ber Kartoffeln burd) Sdjalen ge» fdjteht auf folgenbe 2lrt : ©ie mm Verfpeifcn beftimmten werben etwa 4 Violen vor ber Segejeit berfelben jiemlid) bid gefdjält, biefe biden Sdjalen fobann auf einem luftigen Voben getrodnet. 2ßill man aber Kartoffeln bis Ijum Sommer aufheben, fo ftedjc man bie 2lugen berfelben-mit aller Sorgfalt auS, bamit ihr Keimen verhinbert unb i^r guter @ef^mad nidjt verloren gehe. Sie troden geworbene e^ale, fowie aud) bie Keime lege man nur in bie Erbe, unb man fann hiermit ebenfo eine gute Ernte erwarten, als mit ben ganjen auSgelegten Kartoffeln, ©er Kräiifelfrantbeit finb fie aud) nicht unterworfen, vom Unfraute muffen fie aber burd) Vef^arren rein gehalten Werben. 257 Tian h«t in neuester 3eü Erfahrung gemalt, ba§ Kartoffeln, bie in udjr frifdj gebangter Erbe gepflanzt finb, roeit weniger ber Kartoffellranlheit »ußgefe^t waren, als wo bieß ftattgefunben. DJach SRittheilung gwauenborfer blätter hat ber ®omänenpä^ter SReper in fRobenberg in Kurheffen KartoffeUpflanjen in großer SRenge auß Otec£= liugen, gteicEj ben ®eorginen=Stedlingen, gezogen unb ljierauß Knollen bon außerorbentlid)er ®rö^e, (Stüde oon 1| pfunb gewonnen. ®ie 3a^ ^cr Knollen war aber, wie natürlich, eine geringe. Kartoffeln, f r i f dj e, int 21 p r i l o b e r 9R a i j u ernten. 9Ran lege int fpäten 2Iuguft ober September bie Kartoffeln in bie Erbe; nadjbem fie tjodjgcwadjfen finb, and) wo möglich geblüht ^aben, [djneibet man ihnen baß Kraut ab, ehe ber herannaljenbe 2Binter fid) jeigt, nnb bebedt hierauf jeben einzelnen Stod wieber gut mit 2Rift, unb in oben* genannter ^eit tann geerntet werben. Kartoffeln lange gut ju erhalten. SRan tauchtjm biefem 23ehufe bie Kartoffeln in einem gepflodjtenen Korbe ober in einem 9?e$e in fodjenbeß Söaffer. Sinb bie Kartoffeln nun ganj mit Sßaffer be» ne^t, waß fdjon nad) einigen Secunben gefd)iept, fo jieht man ben Korb ober baß 5Re^ fjerauß unb fdjüttet bie Kartoffeln auf ben Erbboben. ©abei ift ju bemerfen, ba^ baß Gaffer ftetß über bem f^euer ftehen bleibt unb ift baffelbe wieber im Kodjen, fo taud)t mau eine neue Quantität hinein u. f. w. hierauf werben bie Kartoffeln im Sonnenfdjeine ober einem ftartem Suftjuge abge* trodnet. 3Ran wenbet fie nun bißweilen mit einer höljernen Schaufel um nnb breitet fie auß, bamit fie nidjt übereinanber unb auf bemfetben friede liegen bleiben. 2luf biefe SBeife bereitet, galten fidj bie Kartoffeln mehrere ^apre gut unb werben and) im Keimen baburd) gefjinbert. Kartoffeln, gefrorene, üort^eil^aft ju be« nu^en unb auß ben) eiben Srob ju bereiten. ®ie* felben werben in ein @efäh mit faltem 2öaHev gefd)üttet, weldjeß über fie ju* fammen gehen mujj; man lägt fie barin ftepen, biß bie Kartoffeln ganj oon gwoft befreit finb. Sllßbann ftampfe mau fie uub madje ober falje fie ein, fo wie eß bei Kraut ober fRüben gef^ieljt. 2)ie baju gebrauchten Raffer werben bann jugefdjlageii, fobalb au einem temperirten Qrte bie ftattgefunbene ©ährung bollenbet ift. ®ie Kartoffeln werben fid) auf biefe 2lrt, ohne baß fie baß minbefte ber* berben, biß jur näd)ften Ernte erhalten, jebo^ muß babei nidjt baß Salj ge= fpart worben fein, ^ür mild)enbeß SBieh, fowie aud) für SRaftbieh werben fie bann mit aroßem 9?u£en angewenbet, benn burd) baß Salj finb fie bem 33teh nicht «»«' wohlfchmedenber, fonbern aud) gebeihlidjer gemacht worben, Weldjeß bie buumf berwenbeten Koften reidjlid) bergütet. ®a burd) baß früh® jeitige Keimen bie Kartoffeln fehr biel bou ihrer (Süteunb Kraft berlieren, fo ift eß rathfam, biejenigen, weldje jum futter beß 53ieheß beftimmt finb, auf bie befd)riebene 2Irt bor bem Keimen einjufaljen. £)ie ^Igronomif^e 3e*tun9 9^^ e*n Verfahren an, wie auch ein guteß 53rob auß Kartoffelmehl oon erfrorenen Kartoffeln mit 3ufa^ öon gewöhn« lid)em SRoggenmehl ju gewinnen ift. 2Ran nimmt nämlich burdjauß burd)* gefrorene Kartoffeln, läßt biefelben, nad)bem fie bollftänbig aufgetljaut finb, in einem h^l^nen Oefähe außpreffen, baß außgeprefjte ^egetationßwaffer burd) eine im Soben beß ®efäfjeß befinblidje Oeffnung ablaufen unb bann 258 bie in bcm ©efä^e jurüdbleibenben Kartoffeln in einem Badofen ober in einem marmen totale, ober auf einem luftigen Boben trodnen. SDann merben bie auSgepre^ten Kartoffeln geftampft unb juletjt burd) ein ©ieb ge* f^Iagen. Bon 1^ ©djeffel erfrorenen-Kartoffeln würben 8 fü?e^en SRehl gewännen ; 3 SReljen öiefer SJiaffe wurben auf einer SRa^Imü^Ie gemahlen unb gaben 2£ ^e^en, weld)e mit 3ufa^ Don fRoggenmehl ein gutes Brob oben. Kartoffelnbeim ft ä r 1 ft e n r o ft j u Derfenben ohne b a § Erfrieren b e r f e l b e n b e f ü r d) t e n j u m ü ff e n. 5D?an taucht bie ©äde, in welchen bie Kartoffeln üerfenbet Wer» ben foUen, in lalteS Sßaffer, füllt bann bie Kartoffeln ein unb begießt bie ©äde Don 5lu^en nneber mit faltem Sßaffer. 2luf biefe äßeife Derpadt halten bie Knollen ben ftärlften ^roft auS. ©er ©ruub ift ein ganj natürlicher, benn burd) bie 9Jäffe werben bie 3>Difdjenräume beS ©ewebeS auSgefüHt unb baS au^en fid) bilbenbe SiS Derhinbert baS (Sinbringen ber Kälte ober uiel« mehr baS (Sntjichen ber Sßärme, bie in ben Kartoffeln enthalten ift. K a r t o ff e 11 ä f e j u m a d) e n. 2Ran nehme eine hinlängliche Slnjahl Kartoffeln, loche fie ab, fdjäle unb fnete fie ju einem Brei. ©aun menge man frifd) auSgepre^ten Quarl in gleicher ober aud) etwas geringerer Quantität ju ben Kartoffeln, bis baS ©anje eine hinlängliche Sonfiftenj hat. -9Ran falte biefeS ©emenge unb ftreue gefloßene ©ewürjnellenunb Lorbeeren barüber. ©inen Stag lang laffe man biefe fDcifdjung woljl öerbedt ruhig flehen, bamit fie etwas gäljre. 9?ad)her mache man Heine Käfe auf bie ge» Wohnliche 2lrt baDon. 3e älter fie werben, befto beffer finb fie. Benutzung berKartoffeln juräRehlbcreitung. SRan fdjneibet bie Kartoffeln in ©djeiben Don 2 bis 3 Linien ©ide, unb übergießt fie in einem hölzernen ©efäße mit Sßaffer, bein man 2 bis 3 'ißroc. (auf 100 ^ßfunb Sßaffer 2 bis 3 'ißfunb) concentrirte ©djwefelfäure jugefe^t hnt. Sn biefer glüffigfeit lä^t man fie 24 bis 36 ©tunben, jieht bannbaS Sßaffer ab, gie^t reineS auf, unb wieberholt baS ^lufgie^en Don reinem SBaffcr mel)r* malS, um bie ©äure wieber ju entfernen. ®ie auf biefe 2ßeife auSgewafdjencn Kartoffeln merben auf Iporben an ber Buft getrodnet. ©ie bleiben blenbeub Wei^ unb laffen fid) ju einem feinen SRehle mahlen, welches in Dielen fällen baS gewöhnliche SSKetjl erfetjen faun. ©aS ©rodnen ber Kartoffeln erfolgt fehr fdjnell. SBenbet man leine ©äure an, fo merben bie Kartoffeln fdjwarj, hornartig, f^immeln leidjt unb trodnen f^wierig. Bei ber ungemeinen Sßohlfeilheit ber ©d)Wefelfäure ift baS Verfahren nicht fel)r loftfpielig. 2tudj geben bie Kartoffeln bei biefer Behanblung, wenn fie nad) bem SluSlaugen gebämpft, eingemaifdjt unb auf gewöhnliche Sßeife in ©ätjrung Derfe^t Werben, nad) ber ©eftiUation einen fufelfreien Branntwein. Slufbe Wahrung ber Kartoffeln. ®er 3uMz ^m wir fd)on fo mandje nü£lid)e ©ntbedung Deröanfen, hat abermals ju einem Mittel hingeleitet, bie Kartoffeln ben hinter über jwedmä|ig aufjubewahren Sin ®utSbefi^er hattc e^nen Snjeil feiner geernteten Kartoffeln in einen Keilet fd)ütten laffen unb bann, burd) unerwartete Reifen Derl)inbert, nidjt mehr nad) ihnen gefragt nod) gefehen. Srft im Frühjahr erinnerte er fid) ber Kartoffeln unb gab foglctd) Befehb &en Keller ju räumen, unb bie Kartoffeln, bie er Derborben unb auSgewad)fcn wähnte, wegjuwerfen. 2ßie gro^ aber 259 mar fein (Srftaunen, als er bie fruchte fo gefunb unb frifcp vorfanb, al* fämen fie eben erft auS ber @rbe. 2lud) beim Ko^en jeigten fie einen voll» fommen guten ©efepmad. Ttan unterfud)te ben Keller genau unb bemerfte auf bem Voben beffelben eine biefe Sage Kohlenftaub, von früher bort aufge» fepiepteten Kopien jurüdgeblicben. ©iefe Koplenunterlage patte {ebenfalls bie Srljaltung ber Kartoffeln bemirft. K a r t o ff e t f ä u l e, neues Mittel bagegen. Tteprere Knaben i» ^Belgien patten vor mehreren fahren im Spiele Srbfen in bie Kartoffeln ge« ftedt unb fie gepflanzt, ©ie Vflanjen gaben eine ungern 6 pnlidje (Srbfenernte unb voHtommen gefunbe Kartoffeln, obgleich bie übrigen Kartoffeln, bie auf bemfelben f^elbe gepflanjt mären, von ber gäulni^ fehr ftarf ergriffen maren. ©er Umftanb mürbe betannt unb mad)te Sluffehen. @S mürben Vprfucpe an» gefteUt, bie ein fepr günftigeS Siefultat lieferten ; 4- 5 Srbfen mürben in jebe Saattartoffcl geftedt, eine Verlegung ber Keime forgfältig Vcrmieben unb biefe bann in ber gcmopnlid)en 2ßeife gepflanjt. ©ie vflanjen muffen perr» tict) auf unb gaben einen ungemöpnlid) großen Ertrag, fomopl von (Srbfen als and) Kartoffeln ; letztere ganj frei von ^äulni^. ©ie geernteten Kar» toffeln pielten fiep bis jum nädjften Frühjahr fepr gut unb mürben mit bem heften Erfolg mieber gepflanzt. 282. ^artofferfpirittts, üßer bie ^nffttfelnng öeflfefßen. 9?ad)ftel)enbcS Verfahren mirb am allgemeinften in ben franjofifdjen Brennereien angemenbet, um ben KartoffelfpirituS ju entfufeln. 3n ein ^a^ merben pr. Simer Spiritus 21 bis 24 Sott) gepulverte §»ljfople unb 4 bis 5 Sott) gelöfditer Kalf gef^üttet unb bie glüffigfeit burch Umrühren ober Um= herfofiern bcS paffes mit bem ^ulver gut gemengt, morauf man ben Spiritus, fofern er fid) nad) mehrtägigem Steifen üoUftänbig geflärt hat, ab Riehen unb opne SßeitereS in ben Raubet bringen fann, ba von ben jur Steinigung ange* manbten üngrebienjien fid) mdjtS barin auflöft Soll ber ju reinigenbe Spiritus einer nochmaligen ©eftiKation auSgefe^t merben, fo mirb bie SJtengung beffclben mit ber Kol)le unb bem Kalf gleich in ber ©eftiUirblafe vorgenommen, ©er in erfterem ^aU verbleibenbe Bobenfafc mirb, menn fldj eine größere 3Rcnge babon eingefammelt h«b jur Vcrbrangung beS nod) barin enthaltenen SBeingeifteS mit Sßaffer auSgejogenunb ber auf biefe SBeife erhaltene bünne Branntmein burd) Slectification concentrirt. 3mn Gelingen biefeS Verfahrens ift cS nothmenbig, ba§ man nur frifdj auSgeblühte Kohle, beren ^ßoren noch offen finb unb gut gebrannten, fetten Kalf anmeube. ©aS Söffen beSKalfeS mirb fo vorgenommen, ba^ man bie gebrannten Kalffteine | SJlinute in marmeS SBaffer eintaud)t unb bann auSfd)üttet, morauf fie in ein feines -ßulvcr jerfaUen, meldjeS man nad) Vorherigem ©urdjfieben in ver® stoffenen Oefägen aufbemahrt. 283. StartofMftMc 51t Demfen. Kartoffelftärfe fann man fehr mohlfeil auf folgenbe SIrt bereiten : Stein g mafdjene Kartoffeln jerreibt man auf einem Steibeifen, bringt fie auf ein feines Sieb unb lägt fo lauge einen Strom falten SöafferS unter Schüttel« beS Siebes auf fie fliegen, bis fich aus bem 2Bafd)maffer feine Stärfe meh« 260 •bfefet; man lä^t abfe^en, gie^t baS überfteljenbe SBaffer ab unb rü^rt bte Starte fo oft mit frifdjent Sßaffer auf, bis biefeS nadj einiger B^t fid) nidjt me^r braun färbt, worauf man fie auf ein ©nd) bringt unb trodnet. 2lbge* tropfte, nod) feu^te Stärfe enthält nod) 50 ^ro^ent SBaffer. 284. ^afe «or g&aöen jn ließet«. ©aS Mittel, weld)eS in Ungarn angewenbet wirb, um baS (Sntftel)en Don SRaben ju Ver^inbern, ift auswärts nod) wenig betannt. SDian mifdjt nämlid) bort ben frifdjen Ääfe beim kneten mit geriebenem fpanifdjen Pfef» fer. ©a§ man Don bemfelben nid)t ju Diel nehmen barf, wenn ber ©efebmad ber ^äfe nid)t |U fdjarf werben foll, brauet wohl nid)t bemerft ju werben. ©in anbereS WHttel ift folgenbeS : 2Ran lägt, wenn bie Ääfe $ut abgetrodnet unb in ©öpfe ober ff äffet aebradjt finb, jwifdjen jebe <Sd)idjt einige (Stengel mit ©lütter Don bem QohanniSfraut, hypcricum perforatum, baS man auf ^Rainen, an ?Ider* rauben, an ©ebüfdjen unb §eden, überall Dorfinbet. werben baburd) nid)t nur bie äRaben unb ÜRilben Don ben Ääfen abgehalten, fonbern biefe erhalten and) einen fehr guten ©efdjmad oaburd). S 1) i n e f i f d) e r Ä ä f e. 3n S^ina bereitet man auf folgenbe, ebenfo merfwürbige, wie origi- nelle 2Irt ^äfe auS ben gewöhnlichen gelben fogenannten ffelberbfen, welcher bem auS thierifd)en (Stoffen hergefteUten gewöl)nlid)enÄäfe ähnlid) ift. äRan fod)t bie getrodneten (Srbfen mit feaffer ju einem fteifen ©rei, ben man als» bann burd) ein Sieb fdjlägt unb hinauf mit ©h^waffer jum ©erinnet- bringt, wa§ jiemlid) fd)nett gefd)ieht ©iefe SCRaffe behanbelt man barau; ganj wie gewöhnlichen Ääfe, b. h- wan pregt biefelbe, um alle fflüffigteil barauS ju entfernen, faljt fie unb geftaltet enblid) mittelft ber ju biefem Bwede gebräudjlidjen formen ^äfe barauS. ©iefer ^äfe nimmt wunberbarer Sßeife nad) einiger Beit foWohl ben ©erud) wie ben ©efchmad beS gcwöhnlidjen ÄuhfäfeS an unb ift in frifdjent Buftanbe ein fe^r beliebtes sJlahriuig§mittel ber ärmeren klaffen, ©erfelbe wirb unter bem ^Rauten „©oafoo" jum ©erlaufe auSgeboten. 285. ^aftattienBäume, eöte, f$ndT |« ließen. 2Ran hebt im $erbfte fingerftarte, junge (Sichen an3, lägt ihnen bie ©Jurjeln, fo biet als thunlid) ift, unb bringt fie in bie ©aumfdjule in guten ©oben unb lägt fie ein 3aljr barinnen ftehen, fd)neibet fie, wenn fie ange» gewad)fen fiub, biß auf 6 j^oU hod) Dom ©oben ab unb pfropft fobann ein 3ieiS bon guten ^aftanien baranf, nod) beffer aber finb Reifer Den sIRaro« nen. © er ©aum wirb nun, wenn ba$ Pfropfreis anfd)lägt, fo fdjnell auf- wachfen, als jeber anbere ©bftbaum; ja felbft nod) fdjneüer als ber wilbe Äaftanienbaum. Soldje Derebelte ^aftanien finb nicht nur eine Bierbe, fonbern fie haben aud) einen Wefentlidjen ^ufcen. 261 3n ber Ufraine ift biefeß Verfahren, berebette ^aftanien ju jiehen, allgemein unb eß liegt gröfjtentyeilß in ber Sinbilbung, wenn man borgiebt, alß fönne biefe grofje ^rudjt in nuferem Älima nid)tgebeihen. $ln Drten, wo ber ^uSbaum erhalten wirb, ba fann and) ohne $3ebenfen bie gute Äa» ftanie gejogen werben. 286. ^anff^ncB (IndiaRubber) anfjntöfen. $llß befteS $Iuflöfung$mittel für Äautfdjud wirb bon gewöhnlichem Terpentinöl wol)l ju unterfdjeibenbe Del ber 2ßei^tannen»3aPfen (Oleum abietis) empfohlen. (5$ wirb nämlid) 1 Theil jerftüdteS Äautfd)ud in 5> Theilen beß Delß in einer mit 33lafe berfdjloffenen ^tafdje in ber Sßärme aufgelöft. $Ilteß Del bewirft feine bodftänbige Söfung. Die fo erhaltene. Söfung fann nun für berfdjiebene 3'uede etwa mit jwei Theilen $Iether (be* fonberß für wafferbidjte .^eugO ober mit jwei Theilen Leinölfirnis, ober mit einer 5D?ifchung bon Äautfdjud unb Schweinefett gemengt werben. 287. Äerje, eine, die gattje Brennen $n ma^en, fei eß in einem Äranfenjimmer ober fonftwo, wenn man ein fdnoadjeß Sic^t wünfdjt. 2ßenn man feingeftoSeneß Salj über bie ^erje ftreuet bis ju bem gefdjwärjten Theile beß To^teß ; auf biefe 2ßeife fann man ein fanfteß, beftänbigeS Vidjt bie 9?ad)t ^mburd; bon einem Heinen Studien Äerje er« galten. 288. ^irf^enfliefe, ^«^en Der|efBen. Äirfctyenftiele werben jur Äirfdjenjeit gefammelt, jwif^en jwei blätter Rapier gethan, bamit fein Staub barauf fomme, im Statten getrodnet, uub bann in einer Sdjadjtel an einem trodenen Orte wohl aufbewafjrt. Ter @ebraud) unb 9?u£en babon ift folgenber : SJtan fodjt bon biefen Stielen, wie fonft ein Sruftthee gelobt wirb,, feilet iljn ab, unb wer gern fü^ trinft, bermifdjt iljn mit 3U(^er. ärgtlidjer Seiftimmung ift biefer Tljee, um einen fdjon lange anhaltenben Äatarrh ju bertreiben, feljr bortheilhaft; aud) ftiUt er ben $uften bei Hei» neu ^inbern. 289. ^irf^faff ju Bereite«. 2Ran pfliicft bic (Stiele bon ben ^irf^en, thut lefetere in einen 9$eibe« napf nnb reibt fie völlig Hein, wobei man hi« unb wieber einige Steine auffdjlägt unb barunter läSt. Tann brüdt man ben Saft burd) ein Tudj, fedjt iljn mit ßuder ein unb füllt ihn in gut geforfte uub verpißte ^lafdjen. 262 290. glitte affet ^rt. S t e i n t i 11 e. 1. mit Seim öerbunben gibt einen ganj vorjög* liefen Steinfitt. äRan bereitet nämlid) eine bidlid)e Söfitng von ©ifdjlerleim, b. Ij. man quellt ben Seim in taltem SBaffer auf, erwärmt biefe Seimgallerte unb fe^t unter Umrüf)ren fo viel ^alfppbrat (frifdjgelöften ^alf) juf biß bie nod) warme SCRaffe ju bem beabfid)tigten ®ebraud)e bid genug ift. ©ie ©egenftänbe, weld)e getittet werben fallen, muffen vorder wo möglid) gclinbe erwärmt werben, bann erft wirb ber warnte ^itt auf bie 33rud)flädjen, unb jwar bei feinen ©egenftänben nur bünn aufgetragen unb im Uebrigcn baß beim Bitten überhaupt nötige Verfahren («inben, Einlegen von Zwingen u. f. W.) angewenbet. SRan lägt ben getitteten ©egenftanb bann einige ^eit in fRupe unb wifd)t hierauf ben über bie ^ugen heraußgetretenennod) weidjen Äitt mit naffen Sappen weg, weit man ihn fonft, wenn er einmal voüig er= härtet ift, nidjt meljr wegbringen tonnte.' ©iefer Äitt wirb, obgleid) auß einzeln jebe§ für fid) im Sßaffer lößbaren Seftanbt^eilen erzeugt, unter 2Rit= wirfung ber Suft unb SBärme fo feft unb haltbar, baff er fid) im Sßaffer gar nidjt mepr auflöft. (Er bient gleid) gut jum Bitten beß ©lafeß, ^orjeUanß unb ber Verfdjiebcnften SRatertalien; man tann mittelft beffelben £>olj auf Stein, ober eineß bicfer beiben auf itRctaK befefttgen, ja felbft SRetad an Metall litten, befonberß wenn mau im le^tern ^alle bem nod) warmen ^itt etwaß wenig Sdjwefelblumen beimifdjt. Unb babei pält biefer Äitt fo feft, ba§ bamit gefittete Körper eper an einer anbern, alß an ber getitteten Stelle jerfdjlagen ober jerbrodjen werben tonnen. 2. äRan mad)t ein ©emenge von 93 ©peilen jartgepulverten gebrann« ten ^tegelfteinen, unb 7 ©peilen 53leiglätte unb madjt foldjeß mit Leinöl ju einem biden Srei unb weubet ipn fobann an. 9?ad) ber völligen ^lußtrodnung ri^t er (Sifen unb empfiehlt fid) jur tße* tleibung irbener unb fteinerner ©efä^e, ferner alß fold^er, ber bem (Einbringen beß SBafferß wiberfteljt. SRan foll bie ^lädje, bie man mit ipm überjiepen will, mittelft eineß Sc^wammeß mit SBaffer befeuchten. ©er mit biefent Äitt gemachte Ueberjug ift in 3 biß 4 ©agen böllig Vergärtet. (Entfielen fRiffe, fo müffen biefe mit bemfelben ^Jitte außgebeffert werben. 3. Sdjwefel, 2Ba^ß, £arj ju gleiten Steilen, ©er Sdjwefel unb baß §arj werben jufammen gefdjmoljen, baß £öad)ß bann ^injugefügt uub baß @anje innig jufammen gemifd)t. ©ie 53rud)flä^en ber Steine werben juobr leid)t erwärmt unb bann mit bem Äitt überftridjen, barauf fanft ju» fammengebrüdt, biß aUeß ganj falt geworben ift. SBenn biefen 3$orfdjriften genau nadjgegangen wirb, foll bie Mittung fo feft werben, ba^ ber Stein e^er 'trgenbwo anberß bri^t alß an ber getitteten Stelle. 4. (Ein neuer Äitt von bcträd)t(id)er ^lebhaft wirb empfohlen : man reibt in einem Dörfer 2 ©l)eile Äalifalpeter unb 20 ©heile pulverifirteß ©ummiarabicum mit 25 ©peilen Sßaffer jufammen, in ^olge beffen man ■einen tranßparenten dement von ganj befonberer Stärte erhält, ber fiep ju ,£>olj, ^orjeUan, @laß unb Stein anwenben lägt. 9?ad) ^Reinigung ber ju Verbinbenben flächen beftreidjt man biefelben mit ber äRaffe unb binbet fie feft jufammen, biß ber ^itt völlig getrodnet ift. 263 b. SaS befte 9Rittel, SRarmor ju Titten, ift fiefetfanreS Patron ober Wali, waS unter bem Manien SBafferglaS billig ju haben ift. 9Ran erhde bie ®rud)flä^en beS SRarmorS mittclft einer Ooljol^lamme, trage fogleid) eine bünne ©d)id)t 2ßafferglaS mit einem ^ßinfel auf unb halte bie ©tüde fo, lange jufammen, bis fie von felbft jufammenhalten, worauf man ben ®e» genftanb einige Sage in trodener £uft hält. ©o gefitteter 9)larmor hält, wie eine 9teihc von Verfudjen gezeigt, im 2Binb unb üßetter. 6. Einen bauerhaften Äitt bereitet man auS einem ©emenge von fein gefeilten Eifenfpänen, frifd)gebranntem Äalf unb feinem ^iefelfanb, mit SBafjer eingetnetet. 7. 9Ran fdjmiljt ©djwefel, ben man im gefdjmoljenen ^nftanbe, je nad) ber ^arbe ber 311 fittenben ©feine, £>ammerfcl)lag, weifjeu©anb, treibe, rotten VoluS, gelbe Erbe u. f. w., fämmtlid) gut getrodnet, jufe^t, fo ba^ eine bidflüfftge SRaffe entfteljt, mit ber man bie ju verfd)lic^enben feigen auSfüUt. 8. 33ei ber Eroberung von Algier lernten bie ^ranjofen ben Äift tennen, ber bei ben ©cbäuben bort je^r häufig gebraudjt wirb unb bem Einflufj beS SBetterS faft nod) mel)r wiberfteht, als äRarmor. Er ift auS jivei Steilen 9lfd)e, einem Sheil ©anb unb örei Steilen Shon jufammengemengt, mit einem 3ufa$ 0011 ^l- ®i£ Mauren nennen iljn „f^abbi." © f e n f i 11 e. 1. fRi^en an eifernen Defen ju vertitten bient eine iDlifdjung auS Sehm, §oljafd)e nnb ©aQ 2. 9Ran nehme 1 Sljeil ju feinftem ^ulver gebrachtes 3iegelmehl, am beften, wenn eS, in Ermangelung eines feinen ^aarfiebeS, burd) gebrauchte, uid)t jn grobe ßeinwanb, ober aud) fogenannteS Vcuteltud), von ben gröbern Sheilen abgebeutelt worben ift ; 8 Sl)eilc roftfreie- Eifenfcile, bie jwar ge« fiebt fein muffen, aber bei Söeitem nid)t [0 fein als baS 3iegelmehl Ju fein brauchen, fie finb fdjon fein genug, wenn man ein fogenannteS feines blechernes Shecfiebdjen anwenbet. 9hm nehme man ungefähr ben 8. Sheil beS 3iege(mehlS (bem ©ewidjte nad)), ©almiaf (nimmt man bavon etwas mehr, fo fdjabct eS nid)tS, weil ber übrige Sheil, weldjer auf bie Eifern ^artifeldjen nid)t wirten tonnte, in ber §i^e als folger fid) mieber verfluch« tigt), unb etmaS Eimei^ ; macht burd) fReibenin einer irbenen ober porjedaueu ©d)alc ben ©almiaf in bem wenigen Eiweiß löSlid) unb beftreidje vorerft bie bamit ju fittcnben ^ugen, füge nun baS 3icgelmehl unb bie Eifenfeile $u ber ©almiafauflöfung unb bringe alSbann nod) fo viel Eiweiß (ober and) ^ö(ut) hinju, ba^ barauS eine teigartige 3Raffe entfteht, womit bie jufammenju« fittcnben Sheile beftridjen werben. Se näher bie gedrungenen Sheile wicber wfammengebrad)t Werben tonnen, befto weniger braud)t man natürli^erweife von bem Äitt unb befto bauerhafter werben and) wie bei jebem Äitt bie Sheild)en jufammengefügt; allein unbeforgt tann man and) größere ^ugen bamit auSfüllen, ohne @efahr ju laufen, ba^ baS geuer burchbrennt. Sie Söebingungen, welche baS ©clingen herbeifül)ren, finb befonberS folgenbe: Ser Ähtt mu^ gleich nad) ber Verfertigung angemenbet werben, er barf baher nicht ©tunben ober Sage laug vorrätl)ig gemadjt fein, ferner mu§ ben verfittenben Sl)eilcn, ehe man fie ber ^>i^e wieber unterwirft, jo aluge 3cit gelaffen werben, ba^ fid) erft hinlänglich genug Eifeuo^b burd) 264 ben Satmiaf Silben fann. Unterftüljt man bie Silbung burd) 2öärme, inb- n ba^ man bie Platte an einen marinen ©fen [teilt, fo finb 12 Stunbcn fä>.?n pinreiepenb, ober wenn man bie nid)t perauSzunepmenbe platte in bem Dvtn lä^t, fo giebt man berfelben mit einigen glüpenben Kopien nur fo viel 2Bärme, ba§ ber in ben [fugen eingebrüdte Äitt langfam trodnet. ©ie (Sifenfeile barf niept etwa burd) Hammerfdjlag eifert werben, weil in vielfad)er cfjemifdjer Hinfidjt bie§ einen nad)tpciligen Sinflu^ äußern mürbe, tiefem Äitt finb hierbei alle Shbingungen epemifep gegeben, wo* burd) er in einen uufdjmeljbaren fünftlidjen Sifenftein Verwanbelt mirb. 3. 3Ran nimmt einen guten im [feuer ftepenben ßcpm, lä^t benfelben mit SBaffer unb Sepeben von 2öerg orbentlid) anmadjen, naepbem man hierauf eine beliebige ÜRenge f(ar gefloßenes Ped) beigemifdjt pat, feßt man ben Dfen wie gewöpnlid). DRan nimmt ju einer SBanne Sepm ctma 2 Pfunb Ped). hierauf tonnen nid)t nur töpferne, fonbern aud) eiferne ©efen gefegt unb babei bie [fugen verftridjen werben unb mau brauept nidjt zu befürchten, baß ber Äitt jerbrödele unb perauSfaUe. ©er @erud) beS PedjS verliert fiep aud) in einigen Sagen. 4. [Reine Holzafdje fiebt man bnrdj ein feines Sieb, fügt ebcnfoviel feingepulverten ©pon (ober aud) Sepm) unb etwas Äüdjenfalj baju. ÜRan befeueptet bann bie [IRifcpung mit SBaffer, fo ba^ man eine Pafte erhalt, mit welcher man bie [Riffe unb Sprünge an ©efen auSfüUt. SRan wenbet ben ^itt an, währenb ber ©fen talt ift; in ber ^ipe fpäter wirb er belb fc^r hart. ÜRan tann biefen Äitt aud) benutzen, um ©fenplatten ein^ufe^en, ebenfo bie ißerbinbungen ber ©fenrö^ren auSjufüllen. Ä i 11 e f ü r £ o l j. 1. Sin vorzüglicher ^itt ift ber djinefifepe, ein unter ben [Ramen Sd)io4iao befaunter ^itt, ber im korben Spina'S als SInftrid) von ^oljgegenftänben aller 3lrt [ßerwenbung finbet unb bie Sigen* fdjaft befi^t, bie (Segenftänbe nad) innen unb außen wafferbiept ju madjen. ©r. Sdjeqer hat in pefing Holzfiften mit biefem ^Inftrid) gefepen, weldje bie langwierige [Reife über Sibirien nad) St. Petersburg unb jurüd gemacht hatten unb fid) nod) in voUfommen gutem, ivafferbidjten ßuftanoe befanben. Sogar auS Strop geflodjtene Äörbe, bie jum ©ranSport von ©el bienen, werben burd) biefen Slnftrid) für ben erwähnten 3lved VoUfommen tauglich. Pappenbedcn gewinnen baburdj baS Slnfepen unb bie [feftigfeit von (polj. ©ie meiften Holzbauten finb mit Sd)io*liao beftridjen unb erpalten baburep ein rötplidjeS unfcpöneS SluSfepen, gewinnen aber an ©auerpafttgfeit. Ser Äitt wnrbe in Berlin unterfud)t, unb eS würben bie barüber von ©r. Scherzer gemachten SRittpeilungen voUfommen beftätigt gefunoen. 2ßenn man ju 3 ©peilen frifdjen, gefdjlagenen (befibritirten) Blutes, 4 ©peile zu Staub gclöfdjten ^alfS unb etwas 2llaun zerrüprt, fo erpält man eine bünn» flebige uRaffe, weldje fofort Verwenbet werben fann. ©egenftänbe, welche ganz befonberS wafferbiept gemadjt werben foüen, werben von Spinefen z^ei, pöd)ftenS breimal geftriepen. 3n $lmerifa ift bicfer Slnftridj für ben ge* fepilberten 3'ved nod) nid)t befannt, uno bod) ift bcrfelbe eines ber bewäprteften unb biUigften [IRittel, um Holzgegenftänbe :c. voUfommen wafferbiept }u macpen. 2. Äitt zum SluSbeffern ber Spalten unb [fugen pölzerner ©egenftänbe wirb in folgender äßeife bereitet : sJRan fcpmelze in einem eifernen ©efäfje 1 ©peil Solopponium unb 2 ©peile gelbeS SßacpS jufammen, fe^e banu 2 265 Tljcile fe^r fein gepulverten ©der ju unb er^iljc baS ©emenge einige SRinuten ljinburd). WHttelft eines 'ißinfeldjenS ober fpi£en UftefferS merben bie Deffnungcn mit ber nod) Reißen SRaffe gefüllt, mel^e bann ftein^art mirb unb ber pfiffe voUftänbig miberfte^t. 3. (Sine Sluflöfung Von ©djctlad in fe^r ftarlem SBeingeift (Slllo^ol) littet ^oljftüde fe^r gut mafferfeft an einanber, wenn man jmif^en bie be* ftrid)enen ©tüde ein ©tüd 8dor ober ©eibenjeug legt unb fie bann ftarl ju* fammenpreßt. £itte für und ^orjeffanwaarett. 1. 3crbrod)eneS ©laS littet man mit §aufenblafe ober SRaftif. Die ^aufcnblafe mirb burd) Klopfen gehörig jerfafert, in Heine ©tüde gef^nit» ten unb in SBeingeift, ben man mit etmaS Sffig verfemt, burd) §ilfe ber SBärme bis jur ©ättigung aufgelöft. äRaftij löft man bloS in ftarlem SBeingeift unb jmar in ber möglid)ft Heinen Quantität beffelben auf. Seibe 3?itte, bie man and) mit einanber vermifd)t anmenben lann, erforbern mehrere Tage, bis fie erhärten unb feftljalten. 2. 1 Unje gefloßener äRaftij mirb in f Unje reftificirten SBeingeift burd) SBärme aufgelöf't. Unje (2 ©uentdjen) ruffifdje feiiigefdjnittene ^aufenblafe merben in 2 Unjcn (4 Sott)) Äornbranntmein gelöf't, ebenfalls burd) SBärme, unb | Drachme (©uentdjen) 3lmmoniac»®ummi nod) ßinjugefügt. SSeibe Sluflöfungen merben gemrfdjt. Sei ber Slnmenbung mirb ber Äitt in IjeißeS SBaffer gefteUt, bamit berfelbe fluffig merbe, unb bann bie ebenfalls juvor ermärmten, ju fittenben ©egenftänbe. Sermittelft einer f^eberfa^ne mirb bann ber ^itt aufgetragen. 3. S i n Ä it t, ber im SBaffer unb f^euer auSljält, unb beS^alb für SJietall, ^ßorjellan, ©laS unb irbeneS ©efc^irr anmenbbar ift, mirb folgen« bermaßen bereitet: 5D?an laffe 1 fßfunb füße 9)?ildj burd) 3ufc£en tmn Sßeinefftg bünn verrinnen, unb jmar auf fdjmadjem f^euer. ©obalb bie 9Jlild) abgefütjlt ift, nimmt man bie ^DloHe bavonunb quirlt baS SBeiße von jmei (Siern hinein, hierauf mifdjt man fein pulverifirten ungelöfdjten ^alt ^inju unb arbeitet bie älüfcßung mit einem Ijöljernen ©patel redjt tüdjtig burd), littet bamit bie jerbrodjenen ©egenftänbe, unb läßt biefelben an ber Suft unb in {tarier SBärme trodnen. 4. Seim mirb in faltem SBaffer aufgelöf't, bann ermärmt unb auf 2 Steile Von biefem aufgelöf'ten Seim unb 1 S^etl juvor aufgelöf'ten ®ummi arabicum gemifdjt unb mit fein pnlverifirtem, ungelöfdjten Äalf vermittelft eines ©patel tüdjtig burd)gearbeitet. Diefer Äitt ^ältfe^r feft; bodj lönnen in bem gelitteten @efd)irr nur trodene ©egenftänbe aufbema^rt merben. Uebrig gebliebener Äitt, ber getrodnet ift, lann, mit etmaS Reißern SBaffer jum Seig aufgelöf't, abermals benu^t merben. 5. i 11, feuer« unb mafferbi^ter. 9Jfan rü^rt fein geriebenes 3iegelmel)l unb burdjgefiebte (Sifenfeilfpäne mit (Simeiß ju einem Teige, ©ber: Sifenfeilfpäne, pulberifirteS ©laS unb ungelöfdjten Äall fiebe man burd) ein §aarfieb unb vermifdje eS mit Simeiß unb StinbSblut ju einem Teige. SOJan madje aber ßiervon nidjt mefjr, als für ben Slugenbhd uötßig ift; benn bie Sftaffe trodnet feßr leidjt unb lann bann nid)t mieber ufgelöft, menigftenS ju biefem 3^^e nidjt me^r brauchbar gemadjt merben 6. SDlan vermifcht ein fjatbeö 9?öfe£ SJiild) unb cbenfoviel Sßeineffig, fo bafj jene gerinnt, trennt ba« (Geronnene non ben Rolfen unb fe£t ju bem» felben gut gefdjlagene« (Siivciß von 4 bi« 5 (Siern. ^ad) gefc^etjener voll» tommener 53erniif^nng biefer Subftanjen fc^üttet man gefiebten, ungelöfdjten ^alf baju unb madjt ba« @anje ju einem bidenXeig von ber Sonfiftens eine« ^itte«. SBirb berfelbe nun auf jerbrodjene ®cgenftänbe ober auf aUer^anb 9?iffe forgfältig aufgetragen unb gut getrodnet, fo miberftcht erbeut f^euer unb bem Sßaffer. ® e b r o d) e n e« ® l a « j u f a m m e n j u f ü g e n . - fRimm eine geringe 2Renge (SifengtaS unb löfe e§ in Sßeingeift unter Srmärmung auf. ©ie« mirb gebrochene« ®la« fo vereinigen, bah ber 9iiß faum fidjtbar ift, unb ift ebenfo gut, al« ber befte @la«fitt, ben man im Vaben Verlauft. 8. Stma« @ummi arabicum mirb in Sßeingeift aufgelöft. hierauf ermärmt man bie ®la«= ober ^rpftallftüden etma« auf einer Spiritn«» flamme, beftreidjt bie jerbrodjenen Räuber mit bem @ummi, pa^t fie geljo« rig an einanber unb (ä^t fie trodnen. 9. 9Jiatt verfalle ^lufterfdjalen, jerfto^e fie, ftäube fie burd) ein feu bene« Sieb unb jerreibe fie auf ^orphor $um feinften ^ulvcr. ©ann mirb von einigen (Siern, je nad) ber Quantität be« Pulver«, ba« (Simeifj genommen unb piemit ba« Pulver ju einem Steig gefnetet. DJiit biefem Steig verbinbe man nun 2 Stüde ^onellan ober @la«, unb brürfe fie 7 bi« 8 Minuten lang jufammen. ©icferÄitt hält £>i$e unb Söaffer au« unb mirb niemal« ^erbredjen, felbft menn ba« mit ihm ©efittete ju 53oben fallen foHte. 10. SRan nehme 4 Unjett frifdjgebrannten Äalf, löfdjc benfelben mit Unje Söaffer unb trodene' ihn bann. 2Ran erhält auf Diefe SBeife ein Pulver, meldje«. man in einem verfdjloffenen ®lafe aufbemahrt. 2öi(l man nun ^orjeHan litten, fo nimmt man ein menig meinen, gut abgetropften Ääfe unb fnetet ihn mit Äalfpulver bergeftalt, bafj bie SRifdjinig bie (Sonfi» ftenj bc« Tahiti« befommt hiermit übersieht man bie Srud)fläd)e bc« ju fittenben ^orjeUanftüde« unb brüdt fie an bie entfpredjenbe 33rud)fläd)e fo feft an, bafj moglidjft menig Äitt jmifdjen ben Sruftflächen jnrüdbleibt. ^ann man bie Stüde nidjt mit einem Sinbfaben auf einanber befeftigen, fo mu^ man fie fo lange mit ben §änben jufammenbrüden, bi« ber .^itt hinlänglidje SBinbung erlangt Ijat, fo bafj bie Stüde nid)t mehr au«cinanberfaHen. £at man an einem @ef^irr mehrere Stüde ju litten, fo barf man ein jmcite«, trifte« u. f. m. nidjt eher fitten, al« bi« ba« vorljergehenbe troden gemorben ift. (S i f e n f i t t. 'Xftn nehme 16 Sljcile feine (Sifenfeile, 2 „ gepulverten Salmiaf, 1 „ Sdjmcfelblumcn. 33eim ©ebraudje mirb foviel bnvon, al« erforberlich, mit SBaffer ober (Sffig ju einem Seige ungerührt unb biefer in bie Qeffnung feft eingestrichen. 2)arin erhärtet berfelbe fehr halb. Salmiafpulvcr unb Sdjmefelblumen tonnen jufammengemifdjt in einem @efäfje vorrätig gehalten, bie Sifenfeile mug aber allein in einem gut verftopften @lafe vermährt merben. 266 267 291. ^Ceefamenproße. Um fleh bon ber ®üte beS ÄleefamenS ju überzeugen, fdjütte manetw^ Samen auf ein heiles Sifen, ober in einen filbernen Söffet, ben man übet einem Sid)t erhitzt; ber gute, feimfähige Same fpringt babei auf, wäfjrenb ber fchlechte liegen bleibt. 292. ^feeßeu, gutes, zu maeßen. Sin garnier berichtet, ba§ er nach 30jähriger Beobachtung gefunben bat, ber befte 2ßcg, um ^leetjen ju machen, fei: Dladjbem jwei ®rittbeile ber Blumen angefangen ju berbürren, e3 fo ßefdjwinb als möglich, luenn &a$ ®ra§ gang troden bon Shan unb liegen ift, abjumähen unb fogleidj jufammenjufahren auf einen Stod, e^e c§ weit wirb. ®er Stod fottte ungefähr 15 f$ufj im ®urd)fd)nitt fein unb 16 bis 18 ^u^ ^od), unb fottte gut jufammengetreten werben, um ihn fo biel aU möglid) luftbidjt ju machen. Ungefähr ein Bufdjel Salj fottte gebraucht werben. 3n 10 ober 12 Sagen, fagt er, würbe eS anfangen het§ unb nafj ju werben unb bampfen wie ein Äohlenhaufen unb bem 3Infdjein nach ber- berbeu, aber in 10-15 Sagen weiter tx'icbe eS abfühlen unb baS $en würbe bottftänbig gebörrt unb bon befter Dualität fein. 293. ^üißern, affen, ein neues JlnMjen ju geßen. SBenn bie Prüfet fehr fdjmu^ig finb unb ^cttffeden enthalten, fo löfe ein wenig ftarfe Seife in warmem Gaffer auf unb mifefje eine geringe ^Renge Dd)fengatte hinju ; geljc über alle §ett= nnb Sdju$ftetten :c. unb reibe |ie gut mit einer ftcifen Bürfte, bis biefelben gänslid) entfernt finb. iRachher fottte bieS $deibungSftüd über unb über mit einer Bürfte ober einem Schwamme unb warmem 3Baffer gerieben werben, woju mehr Seife unb Dcfjfengatte gethan werben fottte. iRa^bem baS ÄleibungSftüd mit biefer 3Rifd)ung gut übergerieben ift, fpüle man eS ab, bis baS Söaffer rein ab- fließt. Dann hänge eS auf jum Srodnen. 294. tu^eue, ju retntgen. 2Ran iväfd)t fie mit einer ^lüffigteit, bie auS einem Sheil Salmiaf» geift unb jehn Steilen Sßaffer befteht. £nr Reinigung abgetragener wotte- ner Kleiber ift and) folgende Sinftur fe^rju empfehlen: ttRau jieht | ißfunb Bud)enafd)e mit 1 9Ra§ todjenbem Sßaffer auS, fe$t | ißfunb Seife, bie in | 9Ra^ beigem Söaffer gclöft ift, :u, rührt | ÜRa^ frifdje Ddjfengalle ein unb jule^t eine ttRifdjung non 1| ÜRa^ 2ßein- geift, | Sott) Salmiafgeift, Soth SalmialfpirituS, 2 ©^löffel Saoenbelöl. Sollen bie Kleiber glänjenb werben, fo muffen fie, wenn fie mit biefer Sinftur gereinigt unb getrodnet finb, nod) mit einer 3lbfod)ung bon | ißfunb glöhfamen mit 3 SRafj Gaffer, bie man burd)feiht unb miti 3Jla^ Dd)fen* gatte Verfemt, beftridjen unb wenn fie troden ßnb, gut gebürftet werben. 268 295. linken betfefßen. OaS Verteljrtefte Don ber 2ßelt ift, bie ^leie Wegjuwerfen unb nidjt ju *ffen. Oenn i^r @enu§ würbe bie 3^hne ^er grauen beffer erhalten unb ben 2Kännern in wenigen Generationen einen ftärteren Körperbau Derleihcn. 296. vor^h^er. 1. Oen heften Kleifter erhält man, wenn Xifdjlerleim in ftarfem Söcineffig eingeweid)t unb getobt unb biefe SKaffe wä^renb beS Kod)enS mit feinem Selfie Derbidt wirb. Um biefen Kleifter beffer aufbewahren ju tonnen, Tann man etwas Qucdfilbcr^lorib jufe^en unb ihn in einem weit* halfigen Gefäße mit einem gefd)liffeuen stopfet verwahren, wo er fid) lange 3eit, oljne ju faulen, erhält. 2. 3 a p an efi f d) e r Kleifter. 9Kan nimmt feines fRciSmeljl, waS man fid) im 9?othfalle burd) Stampfen unb Veuteln ber Kötner felbft herfteilen tann, unb mifd)t eS juerft mit faltem Söaffer ju einem gleidjmä* ^igen Oeige; bann fe^t man in Heinen Quantitäten fo Diel foct)enbeS 2Baf* fer ju, bis man unter forrwäljrenbctn Umrü^ren ober Quirlen bie gewünfd)te (Sonfiftenj erreicht tjat unb lä^t ^ule^t bie SCHfdjung in einem irbenen ober porzellanenen ®efä§e etwa eine Minute auffieben. Oiefcr ^leifter ift aufjer* orbentlid) feft unb ba er waffer^eU unb DÖUig unfid)tbar ift, fo eignet er fid) Dortrefflid) $u feinen 5ßapierarbeiten, fünftlidjen Vlumen ufw. 3. Oragant in warmem 2ßaffer langfam aufgclöft, bem man nodj etwas ®ummiarabicum gufeljen tann, giebt für gewöhnlichen Oebraud) einen fe^r guten Äleifter. 297. ^tto^entneflCafe 1. 2)ie $Inwenbung bcS ÄnodjenmehlS als vorjüglidjeS Oüngmaterial ift betanntlid) in (Snglanb unb S^ottlanb fdjon feit längerer £eit mit großem Vortheil, tljeilS allein, tljeilS mit StaUbünger Dermifd)t,.auSgeführt. SS wirb auS einem Gemenge auS gefiebter &fd)e (Von §olj, Steinfohlen, Vrauntohlen jc.) unb Grbe eine 2lrt 2BaU auf ber Oenne einer Scheune ge» bilbet ; in bie Vertiefung biefeS SBalleS wirb ein Gentner Knochenmehl auf* gcfdjüttet, von weldjem baS feine 2Jiehl abgefiebt worben ift; auf baS 2Jiel)l Werben 3 Kannen Söaffer mittelft einer Gie^tanne aufgegoffen unb gut um* gehäufelt ; alSbann werben 3 Kannen (11 5ßfb.) engt. Sdjwefelfäure, in einzelnen Portionen nad) unb nad) tjihjugcfe^t unb gleidifatlS gut gemengt. ÜRad) 24 Stunben wirb ganj biefelbe Operation wieberholt unb bie Beugung neuerbings 24 Stunben fid) felbft überlaffen; nad) biefer £eit wirb bem Ge* menge baS feine abgefiebte Knod)enmehl l)injugemifd)t unb juleljt bie Um* Wallung mit bem Knodjenmehl gut burc^ einanber gefdjanfclt. 2luf biefe Üßeife Wirb ein trümlidjeS Pulver erhalten, welches auf bcns2lder aufgeftreut ober mit Stallbünger Dermifd)t wirb. 2. Knodjcn ohne nüt^ticf)e Verwenbung umher liegen ju laffen, ift eine unüerjei^lidje 9?ad)läffigteit. Oie Heineren unb weidjeren Knodjcn jerftoge man in einem Dörfer, ba fie bann baS aUerüorjuglidjfte ^püljnerfutter werben. 2lu^erbem foU man ein größeres wafferbidjteS Gefä§ ober eine tleine cementirte Gifterne ^aben, in welche bie Knod)en, untermifdjt mit 269 Hfdje unb mit einer bideren Slfdjenlage obenauf, geworfen werben, inbem man burdj jugegoffenen Urin, ©eifenbrütje unb bgl. bie Scaffe ftetS feucht hält, ^ad) einigen Monaten wirb man eine berwitterte SUtaffe tjaben, welker ber t^euerfte ©uano an Düngfraft faum gleid) fommt. Ober man jer» fdjlage bie Änodjen einigermaßen unb übergieße fie mit berbünnter ©djwefel* fäure; ober man begrabe fie im Sßeinberg unb Öbftgarten fo wie fie finb, ba fie bann in wenigen Oaljren in nadjljaltigen Dünger fid) auflöfen. I 298. ^uo^en weiter wie gffenüetn pi ßrei^ea. ' 5Dian lege foldje 10 bis 12 Sßodjen in fließenbeS SBaffcr, laffe fte 8-9 ©tunben fodjen unb fdjöpfe baS ^ett ab. hierauf wirb ungelöfdjter ^al! unb $lfdje, and) etwas Sllaun jugettjan. Sßilbtnodjen werben am fdjönften, bürfen aber nidjt fo lange fodjen, weil fie leidjt weidj werben. 299. ^not^en in ^dennnd Ratterte jn verwandeln. @in berühmter Sfodj ^at auSgefunben, baß 5 -ßfunb Änodjen fo Diel 23rü^e geben als 6 fßfb. gdeifd). ©r na^m 5 fßfb. gut gereinigte Änodjen, jerfdjlug foldje mit einem jammer, ftieß fie bann in einem Dörfer, unb goß, nm bie ©r^i^ung ju bermeiben, auf jebeS fßfunb Änodjen nadj unb nadj 4 Sott; Sßaffer ju ; ^ernadj fodjte er biefe Änodjen biermal, jebeSmal 4 big 5 ©tunben lang, unb erhielt babon 20 ißfunb ftarteS ©elee, unb bodj waren Die Änodjen nidjt gan^ bon i^rer ©alterte befreit. DiefeS ©elee nun in SBrü^e ju berwanbeln, fodjte er in 2 ißfunb (einer Äanne) SBaff er etwas ©emüfe mit ©alj ab, tljat ein ißfunb ©elee baju, unb erhielt 3 fßfunb ®rü^e, bie bei i^rer ©rfaltung nodj ^alb gallertartig war. (Sin anberer SBerfudj gab bon 7 5ßfunb gefloßenen Änodjen, 1| fßfunb f^ett, 3| fßfunb ©aderte unb 2 ißfunb trodene Änodjen. 2Iud) tonnen bie bereits mit bem gleifdje getobten ^nodjen tjierju an» gewenbet werben, unb geben nidjt biet weniger ©alterte, ba foldje, wenn fie ungeftoßen gefodjt werben, nur ben 32. Streit berfeiben berlieren. $3on einem fßfunb ^nodjen erhält man 6 Sott) DJiarffett, baS jum ©djmeljen, Sadwer! unb bergleidjen gebraucht werben fann. Die ^nodjenbrülje ju bereiten, wirb folgenber ©eftalt berfa^ren : ©in fßfunb rotje ober gelöste Änodjen werben mit einem ljoljernen jammer, beffen ^läd)e mit eiferneu Wagelföpfen befdßagen ift, jerf^lagen, unb bann in einem eiferneu Dörfer ju $ulber, ober, inbem man etlidje Söffet SBaffer jugießt, ju einem Steige gefloßen. DieS wirb in einen irbenen Dopf mit 3 biß 4 Diöfel SBaffer get^an, gefaxt unb gefdjäumt, aueß, wie ^um gleifcß, ©emüfe unb Söu^eln baju gettjan, unb bei gelinbem Reiter tangfam gefodjt; auf biefe $lrt erhält man eine Hare Srülje. Um alte ©alterte auS ben ifuodjen ju gieren, muß man foldje, wie fdjonoben erwähnt, biermal, jebeS» mal 4 bis 5 ©tunben, mit einem 3ufa$ fon unb Kräutern fodjen. Die Poften ber Neuerung werben burdj baS SRarffett erhalten. Die Änodjen ju fünftigem ©ebraud) auf^ubewaljrcn, muffen fte in ftebenbem Sßaffer bis jum SBeißwerben abgebrüht werben; nadj einer Stunbe nimmt man fie bann IjerauS unb überftreut fie mit ©alj. 270 ©ag ©elce aug ben 9?ippenfnod)cn ift angenehmer, alg bag aug $üft» tnodjen, unb biefeg wieber beffer, alg bag ber ©elenffnod)en. ©ag fdjmad* haftefte unter allen geben bie Sd)Wcingfnod)en. 300. ^nopffö^er ^affüarer jn matten. ©ine SSerbefferung in ber ^erfteUung von Änopflödjern von Stiefeln, ®d)uhen, ©amafdjen :c. befteljt barin, baß jwifdjen bag Seber ober anb'ere Stoffe, aug welchem Die genannten ^Irtifel gefertigt finb, Stüde von vul- fanifirtem ©ummi eingelegt werben. Diefe ©inlagen haben an ber Stede, Wo fich bie Äopflödjer im Veber befinben, Sd)li§e ober Vödjer, fo baß bie knöpfe burd) bie lederen in bie Vödjer beg ©ummi paffirenunb in benfelben burd) bag ß^fammenjiehen beg ©ummig feftgehalten werben. Die ©ummi» ©inlage wirb mit ben beiben Stoff? unb Veberlagen burd) Äleifter ufw. ober burd) Steppen verbunben, fo baß Veber unb ©ummi ein ©anjeg bilben. 301- ^o^erBfeu pt Bauen. Üluf ein 33ufOcl ©rbfen nehme man 1 ^ßfunb gefloßenen «Salpeter, jwei ©imer fließenben SBafferg unb | Quart fetteg Del. Die ©rbfen f^ütteman 12 Stunben Vor bem Säen in bie fluffige Wffe. 9?ad) Verlauf jener Stunbenjahl ^aben bie ©rbfen fämmtlidie glüffigfeit an fid) gezogen, unb finb fehr weid) geworben. 3n biefem gequollenen ßuftanbe fäe man fie etwa« f p ater, alg bie gewöhnliche ©rbfenaugfaat Statt finbet, auf ni d) t j u n i e b r i g e § V a n b. 302. ^o^töpfe, tönerne, mit einem glitte ju uBerjieljeu, öa| fie bie ^fe^ißReit wie eiferne göpfe Oeftommeu. 1. VJlan nimmt Vehm, iveldjer mit äßaffer ganj bünne gemacht wor? ben, beftreid)e bie Döpfe mit einem 53orftpinfel, unb ift eg troden geworben, fo wirb eg nod) einmal wieberholt. Sann werben bie Stopfe einige Wl mit Veinöl beftridjen, aber bei jebem Wie muß man fie juvor troden werben laffen. Dann werben bie Stopfe feft wie ©ifen. 2. Wn nehme 4 ißfunb burdjgefiebten Vehm, 1 ^ßfunb feingefto^ene Söleiglätte unb 1 ^funb ©lag, 2 $änbe voll ^u^aare unb madje biefe Streite mit Sßaffer ju einem SBrei, womit bie ©efäge | ßod bid beftridjen werben. 303. ^o߀e afe gutes ^uugmiftef für durften. 9J?an legt ^otjlenftaub unter bie ©urfenferne in bie ©rbe. Die Äohle Oat ini^t nur bie ©igenfdjaft, bie ©rbe loder unb feucht $u erhalten, fom bern fie verhieltet and) ©afe unb jiehen aud) bie ^flanjen aug bem Sohlen» [taub unmittelbar viel o^lenfaft, wag ju ihrem guten ©ebeihen unenblidj •iel beitragt. 271 304. itolffcnölTuutpen pt rnntgett. ©ab Steinigen foldjer lä^t fid) Ieid)t baburd) bemerf|teKigen, ba^ man ft-e mit fchmadjem ^alfmaffer aubmäfdjt, beim bicfeb gel)t eine d)emifd)e 55er» binbung mit bem Del ein unb entfernt jebeb fleinfte ©heMcn beffelben. SBieberholt man bie SBafdjung mit Äalfmaffer, bem eine geringe Quantität (£1)1 orfalt beigefügt ift, fo üerfdjminbet and) ber bem Petroleum eigenthüm» lid)e ®eru^ fo vollftäiibig, ba^ man in bem fo gereinigten ®efä^ ^ier auf» bemal)ren fann, ol)ne fürd)ten ju müffen, baff eb nerbirbt. 31m beften mirb bab Äalfmaffer marm angemenbet. 305. ^oßfraupett aß^atfen. $ierju bebient man fid) ber §anfförner, bie man um bie ^ohlbeete legt. 3lud) Sauerntabaf, nicotiana rustica, um bie $?ohlbeete gepflanzt, hält ben Äohlibüftliug ab. 9llb SRittel gegen bie Kohlraupe empfiehlt man graueb ©alj unb W)e $u gleichen ©heilen ju bermengen unb bamit bie ^ßflaujen ju beftreuen. wtit 6 Äilogrammeb ©alj nnb eben fo biel Slfdje hat man 800 ^ßflanjen beftreut unb binnen brei ©agen finb fämmtlidje Dtauben berfd)munben. 9Jtan ftreut jmifd)cn bie ^otjlftauben nach ©onnenuntergang bie ftarl ricd)cnbeii blätter beb (jalmub ; am folgenben SDtorgen mirb man fänimt» lid)e Staupen bom ^oljtc abgefallen, theilb aufgef^motlen unb jerpla^t, theilb melf unb tobt finben. - (Sin anbereb SDiittcl ift bab beftreuen beb gelbeb mit ber beim fyiadjbljedjeln abfaHenben ©preu. ©er (Serudj berfeU ben foK bie ©d)metterlinge non ben Äornpflanjen fern halten. 306. <£orfu, voqugfi^e, anjuferficjen. (Sb ift befannt, ba^ bab Paraffin noHftänbig farb=, gerndj= unb ge» f^madlob ift unb fich meber in Sßaffer no^ in Sllfoh'ol lofet; ferner, ba^ cö eine au^erorbentlith felbftänbige Statur befiel, bie fogar fo weit geht, ba^ cb ju feinem anberen Körper irgenb meld)e Steigung, fid) bamit ju üerbinben, üerräth. (Segen SBaffer Verhält eb fid) entfdjieben abftogenb, mehr nodj mie SBad)b ober mie bie gette; eb hat überhaupt, feinem Sleufjern nad), viel 2lehnlid)teit mit ben fetten, ol)ne in d)emifd)cr ißejiehung nur im ©eringften bamit ju übereinftimmen. SJtan weiß aud), bafj bub Paraffin fd)on bet ca. 35 'Srab 9t. anfängt ju fdjmel^en unb babei gauj bünnflüffig mie Sßaffer mirb. ©»efe Güqenfdjaftcn beb ^araffinb haben unb nun beftimmt, baffelbe jur Imprägnation ber Äorfe ju nermenbeu, um biefen bie oben angebcuteten 55orjüge ju verleihen. Sßir fdjmeljen bab Paraffin ju bem (Snbe in einem paffenben @cfä^c, etma in einem Reffet, über einem gelmben f^euer unb fd)üttcn eine Partie trodener Äorfe hinein. ©iefe fdimimmen natürlich oben, me^halb mir unb veranlagt fehen, einen burd)löd)crten ©edel barauf $u legen unb biefen mit irgenb einem glafirten (Segenftanbe ^u belaften. ©aburd) merben bie Pforte in bie ^lüffigteii gebrüdt, meldje albbalb bie £uft aub ben ißoren ber störte treibt, um bie ©teile berfelben einjunehmen. Stadh circa fünf Minuten ift bieb vorbei. Söir fdjöpfen bie Äorfe bann mieber aub ber glüffigteit unb laffen erftere abtühlen. ©ie geigen nun meit gün» ftigere (Sigenfdjaften mie Vorher. ©ie laffen fid) y $5. fdjne.ben unb burdp 272 bohren wie 2Bad)S, man tann fie and) leiefit in bie ^lafdjenhälfe treiben unb nod) leid)ter auS biefen entfernen, unb babei bleiben fte hübfd) ganj unb glatt. SRan fragt unS, ob fie fid) aud) an bie ®laSwänbe bidjt genug anlegen. Sarauf antworten wir : fein anberer Kort tommt bem nuferen gleid). (Sie finb in iljrer ganzen SRaffe gaSbicfit geworben, woburd) fie natürlich um fo geeigneter finb, jum 53erfd)(u^ von (Shampagner,* 2öein= unb SBierflafdjen ju bienen. Üßill man nun nod) ein UebrigeS thun, fo bur^bopre man ben Kopf oberhalb freujweife unb jielje Sinbfaben burd) beibe 'jßaffagen. $Xuf biefe Söeife laffen fid) bie Korte leid)t am ^lafd)enl)alfe befeftigen, unb hat man fomit bie befte 2luSfid)t, bie Korte mit ben abgefd)idten f^lafdien wieber jurüdjuhalten. 307. ^otttwumer ju DerfreiSeu. 1. 3Ran f^affe baß außgebrofd)ene Korn auf einen luftigen Soben unb breite eß 2 ober 3 §änbe hoch au$, bamit eß nicht auf einem friede hoher alß auf bem anbern liege; bann nehme man gefaulte 3wiebeln, welche man in etliche Stüde f^neibet, ftede foldje unter ben auSgebreiteten Kornhaufen, etwa eine halbe @lle außeinanber, unb verfahre 3 SRal auf folche Slrt, nad)* bem man baß Korn einige Sage fiat liegen laffen, boch ift $u bemerten, ba§ man allemal frifche Bwiebeln baju nehmen mu^. Sann tann baß Korn wie* ber auf einen Raufen gethan werben. 2luf biefe 5lrt verfahre man mit bem SEeijen, wenn man ihn branbfrei erhalten will. 2. (Sbenfo wirb alß fehr wirtfam empfohlen, B^eige öom f^warjen ^lieber (^oUunber,) Sambucrus nigra, auf bie Kornhaufen $u legen. Sa fich bie Kornwürmer unter biefen Bweigen fammeln,' fo fieht man mehre 9Ral beß Sageß nad) unb tobtet bie vorgefunbenen Shiere unb fährt fo lange bas mit fort, biß berKornboben gereinigt ift, waß binnen 3 biß 14 Sagen red)t gut gefd)ehen tann. 308. AoraRcn, RünlHt^e, ju ma^en. Künftlidje Korallen fann man ma^en, wenn man mit jwei ©rahmen Zinnober eine Unje Kolophonium fdjmity. 9Rit biefer beiden 2Iuflofung überftreidje man nun abgefd)ätte unb trodene Saumjweige ober fRuthen. Siefeiben muffen bann über ein langfameß f^euer gehalten unb nmgebreht Werben, biß fie vollfomnien glatt finb. 2öei§e Korallen macht man ebenfo, Wenn man Sßeifjblei, unb f^warje, wenn man Sampenru^ mit bem Kolo» ph onium fdjmiljt. 309. $xaut ^inRe für man bie ^flanje in bie @rbe felgt, tau^e man fie in eine SRif^ung Don ?ehm, ^>ühnermift unb SBaffer unb laffe fie jwei Stauben barin. Sßirft man etruaS ®ppß in bie ^ßflanjengrube, fo wirb man bebeutenb gc3|»« Ärauttopfe erhalten. 273 2. U m 5? o p l ju e r p a 11 en, madie man in trodenem Srbboben einen 18 3oH breiten unb 4 big 6 3oH tiefen ©raben, breite bann eine Sage Strop aug unb lege auf biefe bie Äoplföpfe mit ben SBurjeln nad) oben, bann be* bede man bie Äöpfe mit furrem Strop unb Srbe. Stuf biefe 2ßeife fann man einen ober ben anbern Äopf ju jeber 3eit frifcp erpalten peraugnepmen, ba bag Strop bag ^Infleben ber (Srbe verpinbert. 3ft ber ©runb nag fo (ege man in oben befdjriebener Sßeife Strop auf ben Srbboben unb bebede bann bie ^öpfe mit (Srbe. 3. ©uter Äraut Salat. 2Bafd)e einen frönen Ärautfopf, unb fepneibe bag $erj peraug; bann poble eg auf einem ^rautpobel fein unb tpue eg in eine tiefe ^orjeUan»Sd)üffel, unb giefje folgenbe 53rüpe barüber. SD?an nimmt ein palbeg Sßafferglag voll guten ©bfTSffig, unb | fßfunb Sutter, bie man in vier Stüde tpeilt unb in 90?epl rollt, einen fleinen Saljlöffel voll Salj unb eben fo viel rotpen Pfeffer.-®iefcg mifd)t man roopl jufammen unb lägt eg in einer fleinen Pfanne auffod)en. 3erWa9e bag ©elbe Von 3 Siern unb fobalb bie obige OOlifdjung jiemlid) fod)t, nimmt man fie vom §euer unb rüprt bie gefeptagenen Sier pinein; bann gie^t man 9IUeg pei§ über bag gefdjnittene Äraut unb vermifept aUeg mopl burdjeinanber mit einem Söffet. 310. grauterumn, vorirefflttßer. 53efannt ift ber SRaitrant, ber bereitet wirb, inbem man Söalbmeifter unb einige blätter ber f^warjen JopanniSbeere einige Stunben in eine Terrine boU weißen 2Bein legt unb bann 3mfer jutput. SWandjcm munbet, manchem betommt biefer 90?aitrant nidjt, unb Diel wirb nicht leicht jemanb babon mögen. $ier ein ähnliches ©etränt, baS ben meiften SKenfc^en nod) beffer fcpmectt, unb baS, auch ^eidjlid) getrunfen, ganj borjüglidj betommt. 9?imm biete aromatif^e Kräuter, namentlid) ^a^enmiinje, Äraufemünje, ^ßfeffermünje, SRorgenmünje (Tanacetum sibiricum), Salbei, blätter ber fcpwarjen Johannisbeere, Kerbel, Spife, SBermutp, SberreiS (Artemisia Abrotanum), 53eifuß, ißfirficpblätter, Poterium sanguisorba (juweilen ^impineUe genannt), TiU, fRaute, Söffelfraut u. a. Tpue bon jeber Spe« cieS etwas in ein @laS, Töpfdjen ober Taffentöpcpen, gieße weißen Sßein barauf unb laß eS 4 bis 8 Stunben ftepcn. Tann gieß eine Jlaf^e rothen unb eine ^lafdje weißen 2ßein in ein ®efäß unb fdjütte oon ben Straeten pinju. ^on einigen muß man bicl, bon anbern fepr wenig nehmen, bie Aufgabe ift, bie 5Rifd)ung fo ju madjen, baß feine SpecieS borfepmeeft. 3U biefem 3'bede läßt man am liebftcn Jemanb foften, ber gar nidjt weiß, waS., barin ift. TieS ift bie Sffenj, bie man SRonate lang aufpeben fann, obfdjon' nach einiger 3eit baS eine ober baS anbere Äraut(j. 53. Salbei) wicber bor* fepmedt. $lm heften wirb baS ©etränf im ^riipjapr, bod) gept eS audi im Sommer unb tperbft. ^eim ©ebrauep nimmt man | 9ßeiß= unb j motbwein unb gießt Sffenj ju, je nadjbem man'S lieber ftarf ober fepwad) pat. Erlaubt eS bie JapreSjeit, fo fann mau and) einige 53eilcpen= ober Maiblumen» ober £)rangeblütpen barin jiepen taffen, ober ein flein wenig 53aniUe. 3U^ nehme man reept reidjlicp. 274 311. £«6?, ^eßanblttttö öerfefüeit. Um bie 9)?ild)ergiebigtcit ber $?uh am Sd)wan3 511 ertennen, hat man fol= genbeS 311 beobachten: ift ber Schwans einer ^nl) oben an ber Sßurjel fehr pari unb bid, unb läuft von oben herab fpt^ig ju, babei an Sänge nod) nicht Völlig bie Spitze beS SprunggelentS erreidjenb, fo fdjlie^t bie» auf feine gute 9Jtild)tu(); wenn bagegen ber Sdjwanj im @anjen fein gebilbet ift unb an Sänge nod) etwas über baS Sprunggelenf reid)t, fo finb bieS Äennjcidjen einer guten SJtildjtul). Ser befte ^ßla*^, ben 5ßul8 bc8 9tinbviel)S 3U ermitteln, ift an ber linfen ©eite ber Söruft etwas innerhalb unb hinter bem Schulterblatt. (Sin gefun* be§, auSgcmadjfeneS ^hier fjat 40 ißul§fd)läge bie Minute. Um bie eines ^ßferbeS 31t ermitteln, legt man bie Ringer auf bie 9lber, weld)e quer über ber untern Seite beS ÄinnbadenS liegt. ^ul8fd)läge, 40-42. © d) 1 a g e n b e Ä ü h e r u 1) i g 3 u m a d) e n. @2 gibt ^ühe, bie beim SUielfen ni^t flehen wollen unb baburd) bie SHitd) Verberben; burd) Spannen unb knebeln werben fie oft nur nod) toller ge* mad)t., 9Jtan hilft biefem Uebel aber ganj fidjer unb auf eine leid)te 9lrt baburd) ab, wenn mau ein Stüd in falteS Gaffer getauchte Seinwanb ber Äuh auf'S Äreuj legt, worauf fie bann ganj gewi^ ftitl ftehen wirb. Ä ü h e m i l d) r e i d) c r 3 u m a d) e n. (SlSner hat eS mit ^Bortheil verfudjt, bie (Suter tragbarer Werfen baourd) größer unb mild)reid)cr ju madjen, bah er fie 8 2ßod)en vor bem halben täglid) an ben 3l$en ^ehen lieh, fowie helfen 3U gesehen pflegt. 2R ä ft u n g b e § 9? i n b V i e h e 8. 53or allen Singen halte mau baS 9J?aftviel) immer gehörig rein unb lege oft frifdjeS Stroi) unter, auch muh ber StaU vonßeitju 3cit gelüftet werben unb eine gehörige gleid)mähige Sßärme behalten. Sobann rei^e man baS SBich 311111 anhaltenben ^reffen, waS burd) öftern SScd)fel beö ^utterS gefdjieht. Sc^tercS bcfteljt am heften anö gelben 9tüben unb Srenneffcln, ganj tlein gel)adt, unb gcfd)rotenen (Srbfcn, wcld)e vorher •ingeweicht unb mit fpädfcl vermifd)t würben. 9lud) fe^e man bem futter Von 3eit 31t 3eit etwas pulvcrifirten Spiehglan3 311 nnb tränte ba§ 93ie() oft mit Gaffer, in wcld)em Äleie ober Sdjrot angemengt ift. SJc 111 e l gegen b a 8 91 u fl a u f e n b e § 9H n b v i e 1) e 8. $D?an gebe bem trauten S()iere Salmiatgeift 3 Duentdjen, 9Ini8öl, SBa^h°^erö(, von jebem | duentd)en in einem Schoppen lauwarmem Söaffer »ub wicberl)ole im 99ott)faUe bie t^abe nad) einer Siertelftunbe. 9Iud) an* haltenbeS Segicfjen mit Gaffer ift ein gute8 DJiittcl. 9J1 i 11 e l gegen b e n © u r d) f a U b .e i m 9t i n b v i e V Riefer entftel)t gewöhulid) von (Srtältung ober fehlerhafter Fütterung. SrcdneS reinliches futter ift bei biefer Ärant()eit ein ^aupterforbe'nih unb ferner giebt man bem tränten Siliere von folgenbem fßulver täglich 2 bis 3 Söffet voll auf'£ ^nttei. Sormentiüwur3el, (Solumbowur3el, von jöm l Soth, 9Ilaun 2 Sotl), (SalmuS 1 Sotb 275 2R 111 e l gegen b i e © a r m g t dj t beim i n b v i e h« Sier Sott) Äamidenblumen unb 2 Soth gröblid) jerquetfdjter Seinfamen werben mit 1 Quart heißem SSaffer übergoffen unb nadj bem Srtalten burd) ein Sud) gepreßt. (Sinern halben Quarte biefe« Slufguffe« mirb 1 Sott) ©alj unb 3 Sott) Seinöt beigemifdjt unb biefe Portion ade 1 bi« 2 ©tunben als Älpftier gegeben. Snnerlid) reidjt man einigemal einen 2lufgu§ non 4 Sott) Kamillen mit | Quart heilem Sßaffer, meld)em nad) bem ©urd)feil)en j; ''Pfunb Seinöl, 1 Sott) Salpeter unb 1 Quentchen Qpiumtinctur gngefe^t ift. W? i 11 e l beim Verhallen b e r ff ü e b e 8 91 i n b V i e h e «. 2Benn fid) nod) fein Siter gebilbet hat, fo genügen fdjon Umfd)läge von frifdjem Äuhmifte, Sl)on unb Sffig ; ift aber fdjon Siter vorl)anben, fo mu§ man ba« Sporn abfd)neiben, bie Sßunbemit Serpentinöl unb Äampherfpiritu« beftrei^en, unb bie ^ü^e Uor Piaffe unb Sdjmu^ burd) Ummideln mit Sappen forgfältig fc^ü^en. & ü h e, ©albe gegen S u t e r g e f d) m u l ft berfelben. hierbei bemährt fid) vorjüglid) ein ©unftbab von Hamiden unb ba« mehrmalige Sinreiben mit folgender ©albe. Slltpeefalbe, Sorbeeröl von jebem 2 Sott), * Saumöl | Sot^, Sampher | Quentchen. ff r e m b e § Si e l) ar e inan ber ju g em ö h n e n. ÜBenn man frembe Jtülje im ©tade jufammenbringt, gefdjieljt e« häufig, ba^ bie fremben von ben einljeimifdjen, ober umgetehrt, gefloßen unb bie jdpvädjeren vom ffutter jurüdgebrängJ merben. DJian begegnet biefem Uebel auf ganj einfache Steife baburd), baß man bie aneinanber ju gemöhnenben Sl)iere, befonber« bie fd)ivad)en obei furdjtfamen, an ^opf unb §al§, fo m eit fie fid) berieten tonnen, mit Sranntmein mäfd)t. ü 1) e, ba« Sermerfen berfelben §u vermeiben. äRan füttere jur Sermeibung biefe« Uebclftanbc« nid)t ju frifd) einge, erntete« $eu, fdjlage, ftope unb jage träd)tige Äülje nid)t, fdjidefie alfo nicht auf bie SSeibe unb obige« Uebel mirb fid) l)öchft feiten ober nie einfteden. 5? ü h e, i 11 e l g e g e n b a § Slutha men berfelben. Siefe« entftel)t entmeber von verborbenem futter ober Vom SBeiben auf fumpfigen ©teden, namentlid) mo bie S()iere häufig fdjarfe ^flanjen, mie j. S. yianuntelarten u. f. m. freffen. -3m erfteren ffade übergießt man | 'ißfunb Äamidenblumcn mit 2 9Jta^ fiebenbem SBaffer unb läßt fie bi« jum Srtalten flehen. Sinern halben 9J?aße von biefer ff lüffigteit mirb ein Quent« d)en Sampher, ben man vorher in etiva« Sranntmein aufgclöft hat, jugefe^t unb biefe Portion jmei bi« brei ^Rat täglid) gegeben. fRül)rt ba« Slutharnen von fdjarfen ^ßflanjen l)er, fo ift ein überlaß erforberlid), unb iunerlid) reid)t man eine Slbtodjung von 6 Sott) ßeinfamen in 1 9)?a^ äßaffer, meldjer | 'ißfunb ®lauberfatj unb 3 Sott) Saumöl jugefügt ift. Siefe« äRittel mu§ man einige Sage mieberljolen. S e r l u ft b e § i e b e r f ä u e n §, Teilung. fRimm gepulverte« gotbene« ©iegedad, eine Unje ; gepulverten ^üm« mel, jmei Unjen; Sremortartar, eine halbe Unje; gepulverte ^appelrinbe, 276 jWeiUnjen. SJiifdje roopt burd)einanber, tpue eg auf in fed)S ^ulber, unb gib aße vier Stunben eins in einer Quantität Äamittentpee. Ä o I i f beim fR i n b V i e p . 1. 9?imm gepulverten ^Inigfamen, .einen falben Speelöffel voß ; ge* pulverten einen falben Speelöffel Voß. ßRif^e eg unb gib eg in einem Duart Grüne UlünjesSpee. SBicberpole eg, menn eg nötpig fein oUte. 2. 2Benn bag Spier große Scpmerjcn leibet, menbe Säpungen auf bett Unterleib an unb gib folgcnbc Ginfpri^nng : Gepulverten Öngmer, eine palbe Unje; gemöpnli^cg Salj, einen Gßlöffel. Mittel gegen bag G r ft i de n b c g 91 in b v ic p g, menn eg einen 21pfei, eine Sßei^rübe, Kartoffel :c. verfdjludt pat. Scpütte bem Spiere mittelft einer gßafcpe 1 ißeint Sampern ober Saum« (sweet) Del in ben Scplunb, reibe jugleid) bie Gurgel fräftig mit ber £>anb. Sogleidj mirb gepjlfenunb mancpeg mertpvoße Spier gerettet fein. Spreu a u § bem 21 u g e 3 u entfernen. Siep, melcpeg Spreu frißt ober ben Äopf in Stroppaufen ftedt, befommt jumeilen Grannen ober Spreu in bie klugen, woburcp bicfelben ntjünbet unb raepe werben, unb jumeilen Slinbpeit verurfacpt wirb. S. G. Sobb mclbet bem Ohio Farmer, baß er, nacpbem er alle bie Ver* fcpiebenen gemöpn(id) verfcpriebenen SJiittcl, mit Ginfdjluß von puluerifirtem gebranntem Aliann in bag 2luge geblafeu, ber ülnmenbung von^onig :c. bei einer faft erblinbeten Änp opne Grfolg angemaubt patte, eg alg bag Sefte unb 3uverläjfigfte gcfunben, ein fcibeneg Sadtud) ju nepmen, eg ftraff über bag Gnbe beg ^mgcrg ju fiepen unb bann bag Slugenlib foweit alg jmed* mäßig ift, in bie §öpe ju peben unb'ben bebedten Ringer bepntfam in bag 2lugc ju fdjiebenl Sie Spreu bleibt baran pängen unb mirb fo perauggejo* gen. Sieg Serfapren feplt niemalg. SBenn ber Ringer nicpt ju biet ift, rann man ipn ganj über ben Saßen beg 2lugeg jiepen. Söenn bag Spier nicpt gebultig ift, muß eg angebunben merben. Sag^iufen b e r & u p nacp b e m Ä a l b e, menn jene§ von ber- felben entfernt ift, foß baburd) vermieben merben, menn man ber erfteren ben Strid um bie ferner minbet unb befeftigt, momit bag Äalb angebunben mar. -üb nun bie Äup burep ben Strid noch ben Gerud) beg Äalbeg pat, ober ob b»e ungemopnte Sradjt bie Äup bag Äalb vergeffen maept-gleichviel, eg foß faft immer bie ermünfepte SBirfung pervorbringen. 3emanb, ber bieg äRittel feit lange anmenbet, berietet, ba§ eg ftetg geholfen pabe unb bie Äup banacp entmeber gar nidjt mepr ober nur noep fepr menig nacp bem ^albe gerufen pabe. ^lauen«u.2Raulfeu^e, Wiittel b a g e g e n. 1. 9J?an nepme 1 Speil Salmial, 1 Speil blauen Sitriol, 1 Speil ^laun, 1 Speil Glauberfalj, | Speil Salpeter unb | Speil Grünfpan, ftofje aßeg ttein unb mifepe eg gut, tpue eg in einen neuen Siegel unb toepe eg fo lange, big eg gro^e Slafen mirft, mobei eg gut umgerüprt merben muj. Sann nepme man eg vom ^euer, giefje eg in eine reine Scpüffel nnb laffe eg ertalten. Gg mirb fteinpart unb bauert, forgfältig unb troden aufbemaprt, lange 3^* 3um Gebraucp roenbet man auf ein Ouart marmeg SBaffer ein 277 Giftet feon bicfer Piaffe in ber ©roße eines ((einen £ml)nereieS an. 2Öenn «S ^ergangen unb gut umgefd)üttclt worben ift, pinfett man ben tränten Iberen baS DJlaul auS unb wäfd)t tränten nnb gefunben bamit bie flauen. 2. ©in Sott) d)lorfaurer Äalf wirb in einem Duart Söaffer aufgelöft, woju ad)t Sradpnen ÄampfjcrfpirituS gettjan werben, fobalb baS Mittel in Vlnwenbung gebradjt wirb. Sheer mit ein wenig ©ped aufgeweidjt, heilt, icbeS liebet an ben deinen. SiefeS Verfahren ift 3 Sage ju wieberholen. gür Kälber unb ©^afe genügt bie halbe Quantität. 3. ® e g e n bie Ä l a u e n f e u d) e wirb and) empfohlen, ©al jfäure auf bie tränte ©teile beS ffußeS ju gießen bis baS Sljier aufjudt, bann bie ©teile mit Sßaffer abjufpülen unb frifdjeS ©troh unterjuftreuen. • 4. ©in Sanbmann wid folgenbeS Mittel gegen bie 2Raul= unb Älau* enfeud)e mit ©rfolg angewenbet haben.-©in ©dwppen Äirfcßwaffer wirb mit 1 SßeinglaS §onig unb | ^ßfunb 3nder gemifdjt. 9J?it biefer fluffig» feit werben äRaul unb flauen forgfältig auSgewafd)en. SaS Mittel fod in allen fällen innerhalb weniger Sage §ülfe gebracht, auch ^ie SBeiterüerbrei* tung beS UebeiS auf anbere Shicrc verhütet tjaben. Siehfeudje, SRittel bagegen. ©S ift jwedmaßig, folgenbeS Mittel fofort ju gebraudjen, wenn fidh ^njeießen ber Trautheit in ber Untgegenb einfteden. 2 Soffet Sheer, 2 §änbe voll ©alj, 1 ^anb vod ^noblaud), 1 Söffet Vod SOJutterfraut (Matricaria Suaveolens), 1 Söffet voll ^Seftidenwnrjel (Tusilago petasites), 1 Söffet vod 9Jlcerrettig, 2 Söffet voll gebrannte unb gefloßene Sßac^^olberbeeren, 1 Söffet vod ^ngelifawurjel. SIdeS gepulvert wirb baffetbe mit einer hinreidjenben Wnge (ponig jur Satwcrge gemad)t, unb jebem ©tüd SBiet) borgens einen Söffet vod in'S 9Kau' geftrid)en. 9? i n b v i e h von Ungeziefer ju befreien. Ungeziefer ift am beften unb leid)teftcn burd) ganz biden ffifd)tßran ju befeitigen, inbem man baS 53ieß bamit jwei bis breimal nad) Verlauf Von einigen Sagen auf bem Halswirbel unb bem Äreuje ber ©dpveifwurjel ju, ccd)t fdjarf bis auf bie £)aut einreibt. Siefe ©inreibung vergütet nidjt nur baS 9luSfaden ber §aare, fonbern tobtet and) baS Ungeziefer. Saufe auf bem i e h tonnen mit einer 2lbfod)ung von 2 Unjen Sobeliafamen in einem Duart fodjenbem Sßaffer vertilgt werben. Saß eS ftel)en unb (jatte eS auf einige ©tunben warm, bis eS auSgelaugt ift. Srage eS mit einem ©djwamme auf. ©ine 2lbfodjung von cocculus indicus in bertelben SBeife gemacht, t^ufS and), wenn man feinen Sobeliafamen erhalten tann. • SBeftreut man bie Steden, wo bie Saufe fid) aufhalten, mit bem Staub »an Sanbfteinen, fo verf^winben fie batb. ©benfo ift Seinöl, mit einem 278 hoppelten 9Raaffe fü^en 9?abmß gefodjt, ein guteß SRittet 2Ran reibt bie betreffenben Stellen bamit tüdjtig ein. ferner fjat fid) eine Slbtodjuug von ©abad in ^oljafdje alß probat er- toiefen. f^ür 20 Äüt)e ift 1 fßfunb fd)led)ter ©abad, in 2 S3ufd)el SSu^cn «fdje abgetönt, jum (Sinreiben ljinreidjenb. ©aß 3urüdf) alten ber 9R i l d) feitenß ber ^ülje beim 9Rel* Ijn $u bereuten gefd)iet)t auf folgenbe Sßeife: Sobalb nämlid) bie ^ü^e i^re 9Ri(d) nid)t bon fid) geben wollen, fo ftredt man feine Jpänbe nad) oben unb placirt bie Spi^en bon feinen gingen? auf ben fRüdgrat ber Äu^, borwärtß nad) ben ^üften unb brüdt fie bort bann möglid)ft feft auf, etwa eine Minute lang, unb in allen fällen geben banad) immer bie Äü^e i^re 9Rildj ol)ne weiteren SBiberftaub ab. Kälber, SJlittel gegen ben ©urdjfall berfelben. 3wei Sott) ©lauberfah unb 1 Sotl) gefloßenen Slnißfamen laffe man in 4 Quart SBaffer über bem §euer gergetjen. SRan gebe bieß bem ^albe in 2 Portionen, ^ilftß niefjt gleid), wieber^ole man bie Portionen nad) einigen ©agen. (Sin SSoUenbanb ober ^aarfeil an ber Söruft jum (Sitergie^en ift aud) fe^r nü^tid). 312. ^ttpfergefä^e rafeß ju reinigen. 9Ran fdjeuert biefelben gewofjnlid) mit Verbannter Sdpvefelfäure. Stabt biefer wirb bie Djalfäure alß eben fo wirtfam unb bei- ber SIrbeit weniger jerftörenb empfohlen. ©ie Dpalfäure wirft jebod) alß ein f)eftigeß ®ift. 313. ^upferfti^e reinigen. 1. SBenn man eine gefättigte SIjtorimÄalbSluflöfling filtrirt unb Äupferftidje, weld)e burd) Sliter gelb geworben finb, in biefelbe taudjt, fo Wirb baß Rapier wieber voUtommen weiß; 5 SRinuten reichen gewö^nli^ bei ftart befledten Äupferftidjen ^in. ©er Äupferftidj wirb bann tjerauö ge* nommen nnb gewafc^en. 2. Sin anbereß Mittel, weldjeß mit gutem Erfolge in SInwenbung ju bringen ift, ift fdjwadjeß (J^lorwaffer. ©ie färbenben organifc^en «Stoffe werben baburd) jerftört unb baß Rapier wieber weiß gemad)t, unb nament» lid) werben aud) ©inteuflede baburd) entfernt. 3n bem ^aU jebod), ba^ ^ettflede öorfjanben finb, ober baff baß Rapier auf Seinwanb ober auf an* bereß Rapier aufgeleimt ift, ift baß (S^lorwaffer allein nid)t ljinreidjenb, fon* bern eß muff bann erft eine 53ef)anblung mit einer ganj fdjwadjen unb war« men alfalifdjen Sauge üoraußge^en, um baß gett ober ben Seim aufjulöfen. SDlan fann fid) baju einer f^wadjen, mä^ig erwärmten Slfdjenlauge bebienen, in welche baß jureinigenbe Rapier einige Stuuben eingelegt wirb, worauf man eß in äßaffer wäfdjt unb trodnet. 279 314. c£adi, Ouß^en rotten, von ^iegelTa^. 9J?an aie^e SBeingeift auf jerfto^enen Siegeüad, woburd) fid) festere« aänjlid) auftöft 5DUt biefer Sluflöfung fann man ®lcd), §olj, ^ßappe unb [elbft ©laS, burd) Aufträgen mit bem ißinfel, fd)ön rotl) (adiren. 3e feiner ber SiegeUad ift, je fd)öner wirb bie Sadirung. 315- ciati jum ^eßerjteßen non cSanHarteu nftv. 3J?an löft in | Schoppen SBeingeift unb 6 Sotp Serpentinöl 4 „ reinen SDTaftip unb 4 „ Sanbrad, ftellt eS in bie Sßärme, bis eS voUftänbig gelöft ift. Sie ©egenftänbe, welche ladirt werben foUen, werben juerft mit aufgelöstem Gummi arab. mehrmals gut überftridjen unb erft wenn biefer SInftrid) redjt troden ift, wirb ber Sad aufgetragen. Ser Sad mu§ wafjerljell fein, weshalb barauf ju feljen ift, ba^ bie baju Verwenbeten Subftanjen fe^r rein unb wei§ finb. 316. c£adi, ^inejif^cr. 3wei Sl)cite (Sopalgummi unb ein Sheil SdheHad werben jufamme« gefdjmoljen unb 2 Steile fod)enbeS Qel hinjugefügt. hierauf wirb baS ®efä^, in welkem bie 9J?affe fid) befinbet, vom Reiter genommen unb nad| unb nad) 10 Xtjeite Serpentinöl hinjugefd)üttet. 3ur^^rbefferung ber ^arbe fügt man ber äKifc^ung eine 2luflöfung von ©umgutta für gelben nnb Sradjenblut für rotten Sad bei. Sie Sluflöfung mug in genügenber SJienge beigefügt werben, um bie gehörige Sdjattirung ju crjielen. Sie S^iuefen bebienen fid) einer 3innf°^e Unterlage für ben Sad. Sad für glintenläufe.-(Sine Unje SdjeUad, jwei Sradjmen Sradjen^ blut, ein Quart ^llfohol. Söfe eS auf, filtrire eS unb wahre eS in einer bid)tverforftcn ^(afdje auf. 317. ^a&ejnnt ^inpöMn öes 1. ?luf einen großen ißöteltrog nimmt man 16 Quart Sßaffer, 1 bis ^ßfunb groben 3uder, 8 Sot^ Salpeter unb 6 -ßfunb gewöhnliches ober Seefalj (festeres ift immer vorjujie^en, eS giebt einen feinen ©efdjmad, nur mu^ man etwas mehr gebraudjen, um benfelben ©rab ber Saljung Ijervor* jubringen), weldjcS aileS unter einanber gcmiid)t wirb. 3)lan fodjt biefe uRifdjung in einem großen Reffet unb nimmt ben anffteigenben S^aum ab. SBenn fid) fein Sdjaum mehr jeigt, fo nimmt man ben Reffet von bem ^euer unb lä^t bie ^lüffigfeit fielen, bis fie falt wirb. 2. (Sine anbere Safe bereitet man mit 16 Quart Sßaffer, 14 ^funb ge» Wöl)nlid)em Salj, 8 ißfunb Seefalj, | ^ßfunb Salpeter unb 4 Soth ißruneKen* falj. 3Kan fodjt biefe 5Pifd)nng £ Stunbe burdjeinanber, nimmt ben Sdjaum 280 ab, unb menn bie ^lüffigteit falt ift, ift fie für ben (Sebraud) anmenbbar. 3m Uebrigen Verfährt man auf bie gemöhnlidje SBeife, nur hüte man fit jemals auch nur in geringem @rabe angegangenes f^leifd) in ben ^ßöteltrog jn legen, meil baburch bie Safe augenblidlid) mürbe verborben merben. $8ei fchr marmem Sßetter fügt man lieber ju jebem ^Pfunb Salj einen t^rfen ©heelöffel voll Saljfäure unb ebenfo viel Salpetersäure hinju- 318. cSadiirte ^egenftänDe jn reinigen. SWau mifd)t ein menig 9J?e^l mit Saumol unb reibt bie ladirten (Segen« ftänbe bamit vermittelft eines moKenen SäppdjenS ab. 5IUe Unreinigkeiten berfdjminben auf bicfe SBeife, otjne bafj ber Sad. ober bie Sergolbung «Schaben (eiben 319. cSampenbo^fe, Die immer rein Brennen. ®ieS jubemirlen brauet man nur ben Sampenbodjtvor bem (Sebraudje 24 Stunbcn in guten SBeineffig ju (egen unb bann troden merben taffen. (Er mirb hierauf nid)t nur nidjt bampfen, maS ber ©efunbljeit fe^r nadjt^eilig ift, er mirb aud) rein unb gleidjmä^ig brennen. 3n'S ©el tljue man eine jiem» lief) gro^e Quantität Salj unb cS mirb fe^r fparfam brennen. 320. jLandmeflfen. f^ür bie gemoljnlidjcn 3mcde bc« ^armcrS, mo eS auf befonbere ®e» nauigteit nid)t anfommt, alfo jur Seftimmung ber SlnSfaat, Slbfdjä^ung ber @rnte ober ^eftfteUung von getrifteter ober ju leiftenber Arbeit, mirb jur (Er- mittelung beS UmfangeS eines gegebenen ©runbftüdeS meiftenS baS 21 nS« meffen vermittelft 2Ibfd)reitenS genügen. (Ein SJiann oon mittlerer @röße unb (Sangart madjt fünf Stritt auf bie Dtutlje, unb mer fidj anfänglid) nidjt bie nötige (Si^erfjeit jutraut, mag erft in einigen (Sängen auf turjen abge= meffenen ®iftanjen oon 16^ fein «Sdjrittmaafj bal)in reguliren. ®er Slder pat 160 üuabratrut^en, unb fo mürbe beifpielSmeife ein re^tminfeligeS ^elbftüd, meines Rimbert «Sdjritt-20 9hitl)en lang, unb adjtjig (Sdjritt- 16 ^ut^en, breit märe, 20 mal 16-320 Quabratrutljcn ober gerabe jmei tiefer gro^ fein. (Senau mi^t bie (Seite eines DuabratS von einem Riefel 208' 8|". 2BiCl man einen «Streifen ju einem Kirfer abmeffen, ber breimal fo lang als breit ift, bann mu§ er 417' 5" lang 104' 4" breit fein. Son 20' f^ront geben 2178 ' Sänge 1 Kirfer glätte « 30' „ „ 1742| „ „ „ „ n 35 „ „ 1452 „ „ „ n „ 33' „ „ 1320 „ „ „ „ j 40' „ „ 1089 ' „ „ „ „ „ 50' „ „ 871j „ „ 100' „ „ 436g „ „ n n (Ein Bieter ^at 43,520 öuabratfu^, 640 zitier machen eine Duabrat- meile ; 160 Bieter finb eine IBiertelfection. 281 321. £aufe ]u vertreiben. Väufe entftehen entweber auS fd)led)ien Säften, ober Unreinlichfeit. dJ?an holte baßer bie Äinber üor allen Singen recht rein, wafche unb fämmt fie täglid) mehrmals, aud) wafd)e man namentlid) ben Äopf mit Seife. $aben fid) fdjon Väufe eingefunben, fo befeuchte man einen engen Äamm mit SlniSöl unb fämme baS §aar, baS furj abgefdjnitten fein mufj, öfter auS. 2Jian laffe foldjen Stinbern aud) feine SJiügen tragen, fonbern fo Diel als möglid) im bloßen Sfopfe fein unb reibe, um bie pfiffe ju oertreibeu, ben ^opf mit SBeineffig ein. 3ft baS Äinb aber frant unb entsteht Ungc* jiefer auS tränten, fd)led)ten Säften, fo fuche man baffelbe innerlich ju reinigen unb jiehe einen $Irjt ju 9iatl)e. Ißor allen Singen aber fei hicr gewarnt Dor allen Väufefalben unb wenn felbft Siebte bergleid)en anratljen ober Derfdireiben foUten. @S enthalten biefe Salben in ber 9tcgel Ouedfil* ber unb eS ^ie^e nichts anbereS, als ein tleineS Uebel burd) ein großes $u Dertreiben. 322. einen grünen ^otogCani $n geüen. Um bem Veber einen grünen ©olbglanj, roie roir ihn auf ben fliegen» beeten ber fpanifdjen ^äfer roahmehmen, ju geben, überftreidjt man baS auf einem Sifdje platt auSgebreitete roeißgare Veber mit einer Vöfung Don Veim ober ®ummi Arabicum, ober aud) mit einer Vöfung üon Sllaun ober ^otafdro ober SBeinftein, unb reibt bann bie Oberfläche fo lange mitgema^ lenem Slauholj, bis bie genmnfdjte f^arbe jum &'orfd)ein fommt. Ser @lanj roirb nod) erhöht, wenn man baS Veber nad) ber erften ©pera* tion mit SBlut beftreidjt unb abermals mit Sölauholjpuloer frottirt. SaS ju bicfcm 3luede anjuroenbeube Slanhol3 mufj aber vorher, mit 2Baff er an* gefcudjtet, fo lange an einem mäßig warmen ©rte fielen, bis eine (Währung beffelben eingetreten ift, in golge welcher eS erft ben f^iUcrnben @lanj erlangt, ben man bann aufs Veber überträgt. SaS Srodnen unb weitere bearbeiten beS VeberS erfolgt auf bie gewöhnliche üöeife. 323. gelier haftbar ja Shue ein s^funb Saig unb ein halbes ^ßfunb ^ßed) in einen Sopf auf baS f^cuer; ift eS gevf^ntoljen unb Dermifd)t, fo wärme bie «Stiefel unb trage barauf bann baS $ei^e 3eug mit einem 5ßinfel auf, bis meber bie Sohlen nodj baS ©berleber etwas einfaugen. Sollen b?e Stiefel gleid) wie* ber einen guten @lanj annehmen, fo löfe man 2 Voth 2Bad)S in 2 Voth Ser* pentinöl auf unb fege einen Sljeelöffel DoU ^ienruß ^inju. 3luel ^a9e> nadjbem bie Stiefel mit ber erften SWaffe behanbelt worben finb, fdjmiere man fie mit ber legten ein, aber nid)t beim $euer. So betommt baS äußere ein Ueberjug Don 2ßad)S unb glänjt roie ein Spiegel. Saig uub jebeö andere ^ett wirb ranjig unb jerfri^t ben Sdju^bra^t roie baS Veber, baS ^ßed, aber giebt ihm Straft, ber gäulniß ju roiberfteheu unb erhält fomit baS @anje. 282 324. 4eöer, Onltn^es. Sie bei ber Buricßtung Von loßgarem Seber fid tivfälle „^a^fpäne" würben früher tßeil« 3m ^abrifation tan ^lunaugenfalj, tßeil« al« Brennmaterial Verwenbet; feit einiger B^it finben biefelben ^ln» Wenbung 3ur ^perftettung von fogenanntem lünftlidjen Seber. Sie Abfälle merben 3uerft von Sdimu^ unb fremben Beftanbtßeilen ge* reinigt, bann in Söaffer eingeweießt, in bem ein Sllebftoff^Binbemittel geloft ift, unb ßierauf auf Blctßtafeln von ber erforberlidjen ©röße, bie mit einer Seifte verfeßen finb, lagenWeife unb fo gleidjmäßig al« möglid) auSgebrcitet, bi« bie gewünfißte Side erreidjt ift. £>at man eine 2ln3aßl foldjer Safeln beifammen, fo werben fic unter ber ßpbraulifeßen ^reffe einem gemigenben Srude anSgefe^t, um bie cin3elnen Späne fo aneinanber 3U preffen, baß fie eine mögtießft glcidjartige SJiaffe bilbem fRad)bem biefelbeu entfpredjenb getrodnet werben, müffen fie ein SßaQwerf paffiren, bamit fie glatt unb an äußerem Slnfeßen bem DriginaKeber äßnlid) werben. Siefe« gabrifat läßt fid) für untergeorbnete Blvc^e/ Branbfoßlen* Seber, wo e« ber Siäffecc. nid)t au«gefe^t ift, ftatt be« Seber« anwenben unb fommt bebeutenb billiger al« bie« 311 fteßen. 325. cSeöer, waffcröi^fes, 311 ma^e«. 1. Scßmiere für Scberjcug, ßauptfäcßlid) für Sd)itße unb Stiefel, um felbtge fdjwar3, glänjenb unb im Sd)nce wafferbid)t ju mad)en. 3J?an f^melje 1 ^ßfunb frifdjcn 9iinb«talg, entferne bie ©neben unb füge bann 2 gotß bünngefd)nittenc« grobe« Bicnenwad)« 31t. Sinb beibe Körper jufam* mengef^molsen, fo rüßrc man nod) | Sotß gepulverten SdjeKad ein, bi« eine gleichmäßige Piaffe entftanben ift. Bienenwad)« ift eine« ber beftcn be= tonnten Seberpräfcrvativmittcl. Siefe s3J?ifd)itng muß mm warm auf bie Stiefel geftri^en werben, unb and) bie Soßlen füllten bamit bebad)t werben. Seim ©ebraudjc ber Wfc^nng muß man einen Sappen ober ein Stüd Schwamm benutzen unb Stiefel ober Scßuß vorfid)tig vor ba« geucr ober ben Ofen ßalten, bis fid) bie Wfcßung ßincingejogcH ßat. 2Bcnn mm ba« Sdjußwert vor bem 2Iuffd)mieren bc« Präparat« gefdjmär^t unb bann bi« wm ©länjenbwerben gebürftet wirb, wirb e§ für lange ßcit fdnvar^ unb glänjenb bleiben. ©in wenig §oQt^cer läßt, wenn er mit ber Bfifd)img ver» einigt wirb, biefelbe nod) beffer ßaften unb bie gäßigfeit, 311 glci^er Beit bem Seber meßr 2ßiberftanb«fäßigfeit gegen ben Sdjnce 311 geben, ©ine Slnwen* bung be« Mittel« alle vieren Sage wäßreub bc« hinter« wirb Stiefel unb Sdj'u^e, bie täglid) getragen werben, wafferbid)t unb weid) crßaltem 2. Söfe 2ßad)§ u. SdjafSunf^litt von gleidjem B?aa« auf unb be« .ftreiAe fie näcßft ber Soßle, fowie ring« um bie sJJaßt. Ober : neßme Sein» famenöl J fßint, Serpentinöl | ^int, gelbe« 2Bad)« | ^funb unb burgunbi« feßen ©olopßonium | ^funb. Siefe« auf Äoßlenfeucr langfam 3ergeßeu (affen unb bann gut eingerieben. 326. jLeöerCa^ efoftt^at, ju verfertigen. 2Ran nimmt | fPfunb weißes 2ßad)S, 3 Soth weiße «Seife, 4 Soth braunen 3ucfer^nb 5 Sott) spiritus vini, 4 Sott) reinen @ummi Senegal, 2 Sott) heH burdjfidjtigen Seberleim. 3Ran fd)neibet unb ftößt biefe ^Materialien alle groblid), nimmt einen neuen ©opf, ber 2 bannen hält, in biefen gießt man £ ^anne ^luß- ober SRcgenwaffer, läßt cS jwei Ringer breit einto^en unb wirft fonad), unter be* ftänbigem Umruhren, erftlid) baS 2öa^S, bann ben Seim, ferner ben ®um« mi, bann bie Seife, fobann ben 3uderfant in baS fodjenbe Söaffcr. ©abei ift ju bemerfen: baß man jebeSmal, wenn man bie benannten Species in ben ©opf wirft, foldjen Dom f^euer abjieht, unb fo oft eine Portion hinein» geworfen unb wol)l umgerü()rt ift, bie sD^affe ein wenig auffodjen läßt. 3ule^t, Wenn alle Stüde Dorgcfdjriebencrmaßen eingerührt finb, gießt man aud) nod) unter weiterm Umrühren ben Spiritus vini baju, fe^t ben ©opf bei Seite unb läßt bie SRaffe etwas abfühlen. fRun rül)rt man 6 Soth fein gefloßene gManffurter Sdpuärje barunter unb verwahrt alles an einem füh» len ©rte, bamit eS nid)t anläuft ober fd)immlig wirb, weswegen man audf juweilen bie ganje Piaffe burdjeinanber rühren, unb wenn fie ju oide werben will, mit heißem Gaffer verbünnen muß. ©er (S^ebraud) ift folgcnbcr: Stiefeln, Sd)ul)e unb aHeS alte Seberwerf, weldjeS man ladiren will, wirb faubcr abgebürftet unb Dom Staub unb Äotl) gereinigt, fobann mit einem leinenen ^infel biefer Sad ganj bünne aufgeftridjen, fo baß alle Stel- len wol)l bamit bebedt finb Sßenn nun biefer Sad ganj troden geworben ift, fo nimmt man einen fladjen, gleiten unb fehr feinen föimSftein unb reibt alle SteUeu fanft bamit, ^iernad) wirb eine fteife dürfte genommen unb baS Seber ftarf unb gut abgebürftet. ©aburdj erhält baS Seber einen ftarfen Spicgelglanj, behält ©efdjmeibigfeit unb fdpnutjt auf feine SBeife. $Rit biefer 9Raffe, bie man and) jur Hälfte ober jum Dierten 2heil ma» djen fann, tann man 2 bis 3 fßaar Stiefeln ein ganjeS Saljr lang ooUtom» men gut ladiren. iRod) ift ju bemcrfen, baß man beim ^oc^en beS SadS barauf adjte, baß er nid)t überläuft; man muß ba^er, wenn biefeS ju befürchten ftel)t, ben ©opf Dom §euer abrüdeu. SRan glanjirt mit biefcm Sad alles Seberwerf, eS mag fett ober troden fein, Dollfonimen gut, unb man fann batjer alle Stiefeln unö Sdjul)e, wenn fie aud) Dorl)er mit f\ett ober ©hran gefcßmiert ober mit ber fogenannten englifdjen unb jeber anbern Üßidjfe gepult gewefen finb, ohne 2öeitereS $3er fahren bamit ladiren. ( 283 327. gef^meibtg ju erraffen. äRan nehme ^ifd)tl)ran 5 Steile, unb ben 6 Sl)ei( Sannenjapfenßl, gieße beibeö jufammen in ein fnpferneS ober metallenes @efäß unb laffe et auf Sohlen lautidjt werben. 2ßenn eS wieber falt ift, fo beftreidje man bat 284 ?eber bamit, weldjeS Dorber abgepu^t worben ift, baburd) befommt baffelbe nid)t nur einen ©lang, fonbern eS gelangt jugleid) ju einer Diel jährigen ©auer. SBer fid) biefeS SJlittelS jährlich jweimal bebient, ber wirb ben großen Sinken baDon erfahren. ©Bill man eS red)t fdjön glänjenb haben, fo beftrei^t man eS mit bem Sad nach Dorftebenbem Slecept. 328. cSet^name unver^rt ]u ermatten. ©ie HRetbobe beftebt barin, baff man 1 5ßfunb ober etmaS mehr Slrfeni! mit 1^ Unjen SReunige ober Zinnober, um rotl) ju färben, unb 24 fßfunb Sßeingeift ober 2Baffer mittelft einer in bie linte SarotiS gcmad)ten ©effnung in ben Körper beS SabaverS einfpri^t. 2Benn bie (Singeweibe in fd)led)tcm 3uftanbe ju fein fdjeinen, macht man eine äbnlid)c ©infpritjung in ben Un« terleib, mit bem für bie 2lb$apfung gebräudjlidjen ^nftrumente, morauf man, wenn bie Öffnungen mteber jugenäbt finb, bie Seiche an jebem ©rte, felbft in ber freien Suft, aufbemabren fann. © i e ©alicplfäure fdjü^t beffer in Heineren ©nantitäten Dox gäulni^, als bie (Sarbolfäure. lieber bie fäulni^binbernben SBirfungen berfelben liegen bie auSgiebigften 53crfud)e Dor. Sier, mit Salicplfäurt Verfemt, hört nad) b?m 3ufa$e ^er ®äure ju gäbren auf äRild) mirb nid)l fauer; eingemadjteS ©bft, @emüfe, @urfen befdjlagcn nid)t. ^leifd) bamit übergoffen, fault nicht. Selbft als ©r. Don ^epben im beiden §erbfte beS vorigen SabreS fedjS Stüd Siebbübner erhielt, bie fid) burd) eine Srrung bex @ifenbal)nvermaltung über 14 ©age auf ber (Sifenbab» b^'umgetrieben batten unb natürlich ben höd)ften Hautgout entmidelten, gelang eS burd) Slbiva* fdjung mit Salicplfäurelöfung, bie ©l)icrd)en nod) ganj fdjmad'baft für bie Sratpfanne berjurichten. ^rifdjeS ^teifd) fann man bitrd) menige ©ramm Salicplfäure auf 2Bod)en unb SRouate hinaus faft unveränbert bewahren. 329. ^eim ans Äirfd)t)aq wirb mit ben i^m anbängenben §ol_jftüdd)en in einem find)en ©efä^e mit ber vierfachen Stenge SBafferS übergoffen unb unter Umrü^ren bei Seite gefegt. 5Rad) 24 Stunben ift bie SRaffe beinahe ganj aufgelöst unb etmaS Sflanjenfdjleim liegt nodj barin herum; man vermifditbaS ©anje noch mit bem biitten ^fjeite SBaffer unb feilet unb brüdt eS burd) ein bünneS ^lancKtud) ober feinen ©urd)fd)lag. ©ie burd)gelaufene ^lüffigteit Der* mifd)t man mit bem brüten ©heile Seim, melden man Dorier in ber nötigen SRenge SBafferS gelöft bat, lod)t baS ©emifd) unter Umrül)rcn einige .Seil (3 biß 4 3Ral 2lufforten ift bmreid)cnb) unb Verbraucht eS jum Seimen, ©affelbe fommt bem Seime ganj gleid). Äirfchgummi*£öfung allein ift obne 5Ru$en, ba biefelbe nad) bem ©rod« non fprobe mirb unb nidjt jufammen hält. SRan fe^t ibn in Serbinbung mit Seinol, iÖlet wei^ u. f. m. unb erhält baburch einen ft> aff erbitten girnif »uf Seber unb Seinroanb. 285 330. /eim, fTufliger. 1. SRan Ijft 1 ^funb Seim in 1 ''ßfunb SBaffer in einem glaficten ir* freuen Sopf auf, eniweber in einem SJafferbabe ober über gelinbem ^euer, inbem man von 3eii ju 3eit umrüprt. S'fadjbem aller Seim ^ergangen ift, ließt man nadj unb nadj bis ju 6^ Sott) Salpeterfänre (nitric acid) 2| Unjen tin. Siefer3ufa§ bewirft ein Slufbraufen, weStjalb SBorfidjt notp* wenbig ifi. 9?adjbem alle Säure nadj unb nadj in fleinen Portionen einge* goffen ift, nimmt man baS ©efäß vom ff euer, läßt eS erfalten, füllt ben 3n* halt in fflafdjen, bie man mit einer Sßlafe verfdjließt unb Ijebt eS jum ®e* brauch auf. 2. äRan löft 1 ^Ijeil 2J?cliSjuder in 3 £ peilen SBaffer, fügt | Xfjeil troden abgelöfdjten 5?alf pinju, erwärmt auf 50 bis 60 ®rab SR. unb fdjüttelt bie 9Rifdjung wäljrenb einiger Sage unter öfterm Erwärmen um, bis fidj ber größte Speit beS kaltes gelöft pat, worauf man nadj Slbfel^en beS nodjunge» löften ÄalfeS bie flarc fflüffigfeit (3udcrfalftöfung) abgießt unb 3 Speile jerflemerten Seim in 12 bis 15 Speilen biefer fflüffigfeit aufquellen läßt. S3eim Erwärmen läßt fidj biefer Seim rafdj unb bleibt nadj bem (Srtalten flüffig, opne feine ^inbefraft eingebüßt ju Ijaben, wie bieS bei ber iBepanb* lung beS SeimeS mit Säuren ber ffall ift. Sen Seimgerndj vertreibt man burdj 3ufa$ von einigen Sropfen Savcnbelöl; audj eine 33eimifdjung von 2 bis 2 "ißrocent ©Ipcerin ift ratpfam, bamit fidj ber Seim beffer Ijält. 331. cletmanßTi^, wafferdi^ter. 9Ran fod)t einen Speit gepulverter ©adäpfet mit 12 Speiten äßaffer ju § ein, feipt ben Slbfub burdj ein leinenes Sud) unb überftreidjt bamit ben trodenen Seimanftridj. Sr ifl fo feft wie Delfarbc, weil ber ©erbeftoff ber ©aHäpfel mit bem Sern eine unauftöSlid)c tßerbinbung giebt. Z32. cieim, (^pardtugs.) Ser als etwas SefonbereS verfertigte, als ein gepeimnißvode Präparat auSpofaunte, fluffige Seim, wirb fepr einfad) gemad)t, unb foftet fepr wenig. $ld)t Unjen Seim in einem halben 'ißeint Üßaffer, in einer weitpalfigen fflafdje aufgelöfet, foften bloS ein paar (SentS. §at man ipn aufgeloft burdj @in« taud)en ber fflafdje in ein ©efäß peißen SßafferS, bis ber gewünfcpte Erfolg ftattfinbet, bann gieße man brittpalb Unjen Salpeterfänre in bie SRifdjung, unb rüpre eS tüdjtig um, bis 2ldeS ju einer SJiaffegeworben ift. 2Ran foUte Seim baju nepmen, ber vierzig (SentS baS sj5funb foftet. Sie Äoften ber Säure finb faum nennenewertp. ffür ein paar (Sent alfo fann irgenb 'lemanb fo biel jubereiten, wofür man, wenn in fleinen fflafdjen getauft, mbertpalb bis jwei Spater würbe bejahen muffen. 333. c£eim, uafürrt^en. jum Ritten. 2Ran pat einen Vortrefflichen Seim entbedt, mit bem man ine jerbrodjene« Stüde von ''ßorjcUan, ©las, Stein u. f. w. jufammenfitten fann, baß fie eper wieber an anbern Stellen, als ba wo fie geleimt finb, von einanber 286 bred)en. @g ift bteb ber einfache SdjucUenleim, ben bie große ©arten* unb 2ßalb*Sd)ttede (belix pomatica) am ^intertpeile ipreg Äörpcrg in einem 33lägd)en füprt. 2Rit biefem fetten weißlidjen Safte werben bic Sd)crben ber Taffen u. bergt, auf bem 53rud)e bcftrid)en unb an cinanber gefügt. Tann wirb er getrodnet, unb Ijält wie jufammengefepweißteg Sifen. 334. Jieimanftrt^e wafferbi^f mn^en. Um jeben beliebigen Seimanftrid) gegen Sluf« unb Slblöfung burd) SSaffer ju fidjern, fodjt mau 1 Sot^ gepulüerte Galläpfel in 12 Sott) ißaffer ju jwei ©rittpeilen ein, gießt foldjeS bann burd) ein leinenes Sud) unb überftreid)t bamit ben troden geworbenen Seimanftrid), woburd) berfclbe faft eben fo feft unb unauflöSIid) wirb wie jeber ©elanftrid). Sie DJicngc ber ©alläpfel fowie beS SßafferS rid)tet fid) natürlidi nad) ber ®röße ber Sflädje, bie bamit ßberjogen werben foH. 335. ^imonabepuCuer. 1. 1 ©uentepen trodne SBeiuftcinfäure (Acidum tartaricum) reibt man mit 3 Sotl) 3U(^cr unb 3 Sropfen (Sitronöl nebft 2-3 Sropfen Sur« cumapuloer rcd)t gut jufammen. Sie ^luflöfung biefeS ^uloerS in Sßaffer giebt an ©eritd), ©cf^mad unb garbe ber ed)teu Simonabe nid)t§ nad) unb ift ein äu^erft gefunbeS, burftlöfdjcnbeS Mittel. 2. @ute Simonabe wirb gemadjt, wenn man brei gro^e Sitronen in Scheiben fdjncibet, auS bcneii man bic Körner entfernt, mit | fßfunb jcr= fto|encn iputjuder ocrmifd)t unb jwei ©uart faltcS Gaffer barauf gießt. 336. Leinwand unbur^öringfi^ für Raffer und c£tift ju ma^eu. 1. 9Ran nimmt opngefäpr j Äanne gefodjteS Seinöl, | *ßfb. claftifdjeS @ummi unb läßt cS faft 2 Stunbcu gelinbc ficben. Sft baS @ummi aufgc» löft, fo tput man alSbann opngcfäpr 2 bannen gcfotteneS ©el, 1 ^jb gclbeS 2ßad)S, 1 ^Sfb. 23aumljarj unb 1 5ßfö. Silberglätte pinju unb läßt alte§ ju» fammen ficben. 2Rit biefer glüffigleit muß man, fo lauge fic nod) warm ift, bie Sein» wanb überftreiepen, bic babei fo bicgfam bleibt, wie Dörper. ©ic auf biefe 2lrt bereitete Seinwanb wirb Dorgüglid) ju ben S^läud)cn ber ^cucrfpri^en ftatt beS SebcrS empfohlen, befonberS wenn man baju pänfene Sdjläudje, offne 5Rapt gewebt, nimmt. 2. Söafferbidjte Seinwanb ju ma^en. SRan legt 1 Un^e in Streifen gefdjnittencS Äautfdjuf in 8 Unjeu Serpentinöl, bis bie Scaffe auSgetricben ift, bann fod)t man fie in 10 Un^en Leinöl bei langfamcm geuer, feipt fie er. faltet burd) unb trägt fie, wieber erwärmt, auf bie Seinwanb auf. 337. c£eüu'waui>, mit Baumwolle uerfäffdjt, pt erüenneit. 1. SRan taudjt bie ocrbädjtige Seinwanb, nadjbcm fic Dollftänbig Dom aüci Appretur befreit worben ift, auf wenige SJiinutcn in englifdjeß Vitriol unb fpült fie barauf in Sßaffcr ab. Sic baumwollenen Jäben werben baburd) gelöft, wäprenb bie leinenen unangegriffen bleiben. 2. SLRan nimmt ^iefernabelol, ba§ man in jeber 2Ipotßete erhält, un^ at ,0 eS auf ba$ ju unterfudjenbe Stüddjcn Seinen. 3ft bieS nun reineS Seinen, fo wirb baS ganje Studien glcidjmäßig transparent, ift Baumwolle barin, fo unterfdjeiben fid) biefe f^äben Don ben leinenen baburd), baß fie ftumpf unb unburd)fid)tig bleiben, weldje (Sigcnfcßaft fo fdprf herDortritt, baß bie einzelnen Saumwollenfäben leid)t ju jählen finb.-2ßiH man ben 5?erfud) nod) eiugenfdjeinlidjcr madjen, fo legt man baS in ^iefernabelöl getränfte. Stüdd)cn über bie 5lußenfeite eines gewöhnlidjen runben SöierglafeS, innere halb beS @IafcS aber (an ber Stelle, wo außen bie ißrobe liegt) ein fdjwarjeS Rapier ober einen anberen bunflen Stoff 287 338. <£ einem and rofß jn farMn. (Sine reidjlidje SBafferfanne boH SBaffer, Sotß Safflor in einen leinenen ^üfdjel gebunben unb eine 9?ad)t eingeweidjt. 9?nn eine 2ßaffer= fanne bon fdjarfer Sauge gemad)t, fo, baß ein @i barauf fdjwimmt, nämlid) bie Sauge bon fefter ober harter §oljafd)e gemalt. 9?un wirb ber Seutel mit Safflor in Sffig gewafdjen, etwas Sauge barunter gegoßen unb ba§ ju S^aum gefdjtagen. Sann 1 Stüd Seinewanb barin gewafcßen, bann eS auSgebrüdt unb bie SBrühe weggefdjüttet. ©arauf wirb auf obige SBeife ein neuer Sdjaum ober @ifd)t gefdjlagen, mit einem anbern Stüd Seinewanb ebenfo berfaßren unb fo lange wirb biefcS wieberholt als nod) Seinewanb ju färben ift. $Bei jebem Stüd Seinewanb, (Sattun (beim and) ber fann auf gleidjc 2lrt gefärbt werben) wirb biefe Arbeit 9 bis 10 ÜJial berridjtet, bann im Sßaffer auSgefpült, an bie Suft gehangen, aber ja nicht, wo bie Sonne barauf fdjeint. auf ber linfen Seite mit in SBaßer bereiteter Stärfe, wenn eS mehr als halb troden ift, geftärft, bann ganj getrodnet unb geglättet 339. cSeinroandMettße in einem gage jn nofenden. ©iefe 23leid)e befielt barin, baß man eine au$ 33raunftein nnb gemeiner ^oljfäure entwidelte Saljfättre mit 4 bis 6 feilen 2Öaffer bnrd) Sdjütteln bereinigt, unb bann bie 3™!^. nad)bcm fie vorher in SBaffer eingcweid)t worben, einige Stuuben in einer joldjcn Sange erhält, nnb fie bann wieber mit reinem Gaffer ausfpült. Siefc Arbeit wirb mit leinenen 3e»gen 3 bis 4 9)?al, mit baumwollenen aber nur jwei 9Jial wiebcrholt. Sind) ift bie jur Seinwanb gebrauchte Sauge nodj jur Baumwolle gut genug. 9?ad) biefer SJlethobe fann man ju jeber SahreSjeit unb in einem Sage 3euge ebenfo weiß bleichen, als wenn man fie wochenlang auf ber Gleiche liegen läßt. 340. twm Stößen aßjußafün, fie ju eine* ne|eu- ßaftrn ^röße ju eqießen und dann na^ Verteilen wieder Müßen pt (affen. Siefe intereffante Sutbedung hat man ju wiebcrholten Skalen bewährt gefunben. wirb nämlid) im erften §erbfte ber Stengel unterhalb oer vtrone mit einem Söinbfaben jiemlidj feft unterbunben. Saburd) wirb bie 288 ^flanje Dom 53lül)en abgehalten, unb ihre ganje ^raft beS SBadjSthnml wirft fie auf bie (Sntwidelung ber 5Iefte unb ber 3^eige. So fann man bie SeDfop einige 3ahre nad) einanber fortwachfen (affen, unb wenn fie eine ^)öhe unb einen Umfang ber Ärone erreicht hat, baß fie einem fleinen 53au« me gleicht, bann löfet man ben Sinbfaben Don bem Stamme ab unb im ^fühjahr wirb fie mit ungewöhnlicher Äraft unb Schönheit blühen. 341. cfö^er in fioßren. 3Ran fann Söd)er in @IaS bol)rcn mit irgenb einem ^anbbohrcr ober S3ohrvorrid)tung von gutem hartem Staljlc, wenn man bie Spitze berfclben mit einer Sluflöfung von ^ampher in Serpentin naß erhält. Sin ourd) @laS gebohrtes Sod) erweitert man am beften mittels einer runben ß-cile. iRauhe Stäuber an ben ©läfern werben ebenfalls mit einer ^eile geglättet. genfterglaS fann mit einer Uhrfeberfäge mittels gewärmter Sluflöfung burd)* gefepnitten werben. Äurj, baS brücßigfte ®laS fann mit Stahlmerfjeugen bearbeitet werben, wenn man biefe mit vorerwähnter Söfung feud)t erhält. 342. c£öffer, |K6erne, 6ea^feu5n>ert$er glmffanb Beim ^e- öerfefhen. (Sin gewöljnlicßer filberner Söffet fann Spcifen Vergiften, ohne baß man cS ihm anficht. Saßt man ihn j. 53. über Stad)t in einer fauern Speife, *o jeigt er fid) beim £erauSnehmen blanfcr als juvor, aber, waS wohl 3« merten, aud) leid)ter; er hat Tupfer verloren, welches in bie Speifen über« gegangen ift. ®iefer ®cwid)tSverluft ift um fo bebeutenber, je größer ber Äupferge» halt ift. So verliert 13löthigcS Silber in Sffig gelegt innerhalb 18 Sagen 7 fßroc. an @ewid)t. SS hat alfo vor bem Steufilber nichts voraus; benn auch bon tiefem löft fid) in Sffig eben fo viel auf. 343. ^öfßinalTe, neue. ®ie neuefte Sntbedung int Oebiete leidjtfdjmel^barer SRetaUgemifche (Söthmaffe, Soth) befielt barin, baß man 1 bis 2 STtjeite Sabmium (ein bie Schmelzung ftarf beförbernbeS ÜRetaU, WeldjeS aber auf Silber unb $lntu mon nid)t wirft,) 7 bis 8 Xtjeile 2ßiSmuth, 2 £l)eile Binn unb 4 Xfyeile SBIei nimmt, unb fo viel Duedfilber ju bem fluffigen ©emifdj jufe^t, als man braud)t. Seme^r man bavon jufe^t, befto leidjtflüffiger wirb bie SDlifdjung, bei einem geringen BufaU^milst fie fdjon in einer §i§e Von 150 @rai 344. öes ^inbntdjs pt ßetkn. ^olgenbeS SRecept gegen bie Sungenfeudje beS StinbviehS barf als pr* bat empfohlen werben: 289 „Wmm Sungen-^RooS, mache eS büx^ unb ftofje eS ju fßulver, bann br. me alte Sdhuhfohlen unb fto^e fie fein; von jebem biefer Pulver thue ein-n guten Soffet voll in eine Pfanne lauwarmes SBaffer, foroie ein Wenig Sa.^, unb gieb bem 53ieh beS borgens unb 5lbenbS eilt ober breijehn 2ßa cjholberbeeren in 53rob ober Kartoffeln ju freffen." 345. 15laa|e für Rattern. S.vte 536p bon 24 bei 16 3oU im 53icred, unb 28 3°H tief, faßt ein SarreL uämlidb 5 ®ufbdz ober 10,752 SubitjoU. (Sine 53op, 24 bei 16 3°$ bieredig, unb 14 3oU tief, fa^t ein fjatbeS ißarrel, nämtib 53ufbel, ober 4,376 SubitjoU. Sine 53or 16 bei 16 unb adjt 3bnteI3oß bieredig, unb 8 3°^ tief» fa^t ein 53ufbet, ober 2,150 bier 3hntel SubitjoU; jeber 3oU in Stefe tjält eine ©aHon. Oebe 53op, 24 bei 11 jroei 3et>ntel 3°^ bieredig, unb 8 3oU tief, fa^t ein 53ufd)el, ober 2,150 bier 3cOntel ^ubiljoU; aub ^ält jeber 3oU tief eine ®aUon. (Sine 53op, 12 bei 11 jroei 3^ntel 3°^ bieredig unb 8 3°^ tief, f«Bt ein ^albeS 53ufd)cl ober 1,075 jroei 3cfyntel SubitjoU; jeber 3°ß tief ijält ein ^albe OaUon. Sine 53op, 8 bei 8 bier 3e^i^ 3°^ bieredig, unb 8 3oU tief, faßt ein ^ed, (2 @aUon) ober 537 fcb$ 3c^nteI Subifjoll; jeber 3ott in Siefe ^ält ein Ouart Sine 53op, 8 bei 8 3od bieredig unb 4 jroei 3e^nteI 3°^ fa^t cm falbes ^ed, ober 268 abt 3e^ntci SubifjoU, nämlib eine Oadon trodeneS 2Raa§. ' Sine 53op, 7 bei 4 3oU bieredig unb 4 abt 3e^ntel 3oH tief, faßt eine ^albe ®adon, ober 134 oier 3e^ntel SubitjoU. Sine 53op, 4 bei 4 3oK bieredig unb 4 jroei 3e^ntel 3od tief, fa^t ein Quart, ober 67 jroei 3e^ntel SubifjoJI. ®iefe SRaa^e tonnen üon irgenb Oemanbem leibt gemabt roerben, aub tann bie 9iibtigteit berfelben erprobt roerben burb SRultiplijirunq ber ange- gebenen 3öüe nnb 3e^ntel. ' 346. ^aöen non geräubertem ab^dtün. 2Kan lege ba§ geräuberte gleifb (natürlib aub ©hinten) in gut burbgeftebte Subenafbe, nabbem man vorder ben abgefeimten ©bimmel «bgebürftet ^at. ®a« gleifb tann man normet aub mit Rapier umroideln. 347. ^a^agotttßofj f^ön na^ttma^en. ®a« 53erfa^ren ift fc^r einfab- fD?an beftreidje ^baum^olj mit fe^r öerbünnter Salpeterfäure unb er^t^e eS über glü^enbe Äo^len, bann mirb t« rote geroötjnlid) gefbliffen unb polirt. Oft ba§ ©tuet uibt über floßen 290 ju bringen, fo madje man V^tteifen rotß glü:,enb unb ßalte btefe mit einet 3ange m ßalbjoUiger Sntfernung über ba§ gebeijte §olj, bis bie braune ^arbe erfeßeint. ßartc, bid)te ^oQarten, wie ©eißbudje, junger $flaumbaum u. f. w. laffen nur nad) obigem Verfaßten braun beiden. 348. in ber ^fuße fru^jeiftg ßfu|enb jn ßaßen. 3m ©ctober, »vo bie 3Raiblumenbüfd)e nod) im SBalbe ju fe^cn finb, neunte man bie ftärtften sJRaiblumenteime aus ber Srbe unb je$e bereu 10 bi§ 15 in einen £opf, begieße fie ftart unb bebede fie mit ÜRooS, bamit fie immer feud)t bleiben. Sßenn e» gefriert, bringe man fie in ein froftfreieS 3immerunb uad) einiger 3«t in eilt »varme, befeuertet fie uft, «cd) nur mit lauem Sßaffer unb ^ält bie Unterfeuer immer voll SBaffer, mut fdjon gegen Sßeinadjten blü^enbe Maiblumen raben. 349. ^aifranß ju Bereife» 2BiHft!Du bereiten ben SRaitrant fein, fRimm eine ^laf^e guten weiten 2Bein, 3n biefe eine §anb voll 2Balbmeifterlein; ?lud) vermehrt bebeutenb feine ©üte (Sine Ijalbe ^»anb Dott (SrbbeerenblütOe, Sitronenfraut, fedjö Vlättd)en baju, ©iebt i^m einen gar aromatifdjen ©out; S§ gehören ferner nod) jum ©anjen Von ©unbelreben j»vci volle ^ßflanjen, ®rei ^Blätter Don fdjivarjen Oo^anniStraubv« Serben bie ®elifateffe nod) ^ö^er fd)rauben, Von Äraufemünje 5 bis 6 Vlättdjen, ®ie ©u ^aben tannft in jebem Stäbtdjen. 9? ad) vier Stunben magft ®u ben SBcin abgie^t 3f)n nod) mit vier Sott) 3uder verfügen Unb bann mit freubigem §eqen genießen. 350. ^Jerfifgung öerfefßen. Um bie mirtfame Vertilgung ber fo fd)äblid)en 9Raifäferlarven (Ginget. linge) in ben ©arten unb Vaumfdjulen ju beivcrffteHigen, rätf) man folgen- bcS Verfahren an: 9Iu$ einer 'IRifdjung von 1 S^cil Srbe unb 2 . feilen ♦Ku^mifi »verben Raufen in f^orm ber SRauhvurfg^aufen gemalt. ®iefe fuc^t ba§ Sßeibdjen vorjugSiveife auf, um feine Sier ^ineinjulcgen, »veil bie auSfriedjenben Söürmer barin bie ifynen am meiften jufagenbe Wahrung fin* bei», ©iefe Raufen merben, »venu ber ^(ug ber äRaitäfer vorüber ift, auf- genommen unb in bie ^btrittSgruben geworfen, »vo bie Vrut p ©runbe ge^t. 291 351. Sftäufe- ober ^tatteumörfe ju matfeu. 2Ran tann fid) felbft im $anfe, wenn ber SRäufe ju viel werben, einer SRäufewolf unb auf gleiche Slrt einen SEattenwolf madjen. Mehrere 2Räufe werben ohne ^reffen in einen brähternen ^täfig gefegt; ber junger treibt fie, ba^ fie erft eine SRait« verjehren, bann wieber eine unb fofort, bi« fie ade, nur eine ausgenommen, gefreffen; biefe übrig gebliebene wirb ber 9Käu» |ewolf. Sie ift ba« ^leifdhfreffen fo gewöhnt, baß fte, wenn man fie laufen lä^t, unter ben übrigen $au«genoffen glcidie« ^anbwert anfängt. Unb ba biefe bergleidien betragen von ihre« ©leiden nid)t gewohnt finb, fo nehmen fie bie flucht unb verlaffen ba« ^>au«. 3luf eine ähnliche 2lrt tann man; eine tlRau« unb fRatte jur Vertreibung ber anbern gebraudjen. sD?an fängt eine lebenbig, fa^t fie im @enid unb jieht fie einige ÜRal burd) fehr bünne«, mit ^ifd)tl)ran flie^enb gemadjte« 2Bagentheer unb läfjt fie laufen. Ser ®erud) bavon ift ben SJiäufen unerträglich- Sie läuft fid) tobt unb bie.: anbern fliehen ade ©rte, wo fid) ber @erud) verbreitet f)at. 352. ^5läu(e pt vertretßen unb ju tobten. 2Ran nehme Steinöl, beftreidje einige mollene ober leinene Sappen bamit unb lege 4 bi« 5 foldjcr Säppdjcn an üerfd)iebeue Drte. Ser @erudj bie» fe« ©el« ift ben Käufen fo juwiber, ba§ binnen einigen Stunbcn feine mehr ju feben finb, fie bavon aud) wo()l gar fterben. 3n Spaniern, wo bie SRäuft überljanb nehmen, räuchere man fleißig mit §eibetraut ober grabe Äönig«» fernen mit SBIüthe unb 2öurje( auf bem 23radjfelbe au« unb lege in jebe (Sde ber Kammer eine $anb vod, ober aud) einige Stengel be« gewöhnlichen' SRünjtraute« mit ben blättern. $lud) einige Sropfen ^feffcrmünjöl thun. gleiche Sienfte. 353. ^Sarder ja fangen. Unter ben Färöern ift bet, ben gud)« nod) an Schlauheit übertreffenbe (Steinmarber ein großer greunb ber §ühner unb Sauben, unb ob er gleich tin ebenfo großer §cinb von aden Wirten ber SDläufe ift, bie er in großer SReiige tobtet, fo fügt er bod) ben Sanbwirthen in Setradjt Der Rübner unb Sauben ben meiften Sd)aben ju. 3t)n wegjufangen, mu^ man bie f^alle nid)t mit bloßen §änben auffteden, unb foldje hinlänglich mit Spreu be« beden. Sic befte SBitterung, ihn in bie ^ade ju loden, befteht au« unge* faljener butter, Oänfefett, Äa^enfraut (Marum verum), Äampljer, genqel unb 23albrian. Um ihn firre jumadjen, legt man ba, wo er feinen ®ang bat, ein (Si bin, foldje« berührt er aber ben erften Sag nid)t, fonbern legt feinen Unrath babei, finbet er foldjen ben anbern Sag nod) unberührt an ©rt unb Stelle, fo tann man auf feinen fyang fidjere Rechnung ju madjen. Äann man feiner beffen ungead)tet nicht habhaft werben, fo muß man in von kühner« unb Saubenfd)lägen baburd) abjuhalten fudjen, ba| man bie @den unb äßinfel, an unb in benen er hinauftlettert, mit Vled) bef^lagea läfjt. 292 >54. ^SantßeerßUtter jum ^efßfärßen ja ßenu^en, ®?aulbeerblätter werben gegenwärtig in ber großen Sue^fabrid Dott Selle ju Eroctt'äRaffe mit bem heften Erfolg in ©ro^en angewenbet; mau erjeugt bamit eine jeifiggelbe ^arbe auf 2Bolie, welche an Seb^aftigteit nnb Me^t^eit nidjtl ju wünfdjen übrig lä^t. 355. ^autwürfe ju vertreißen. Sa ber SKaulwurf nur Engerlinge fri^t, unb fein ißflanjee anrüljrt, foUte man itjn nie tobten, fonbern nad) iD?öglid)teit fronen. 2öiU man i^n aber in ©artenbeeten burdjauS ni^t bulben, fo barf man nur ^eringStäpfe unb ^eringSlafe, tobte ^ifdje, 5IaS jeber 3lrt, faul geworbenes Sauertraut, bie faure auf bemfelben entftanbene ^lüffigfeit, Söaffer Don abgewafdjenem alten Ääfe, gewäljntidjen S^eer, Steinfofjtent^eer, Steinöl, Salbrian :c. in bie Erbe gieren, bereu iljm wiberwärtigen @erud) ber Soben längere 3C^ erhält, unb er bleibt weg, benn feine ©erudjSwerfjeuge finb äu^erft fein. 356. ^Saltote#, das ^ewi^t beßerßen jn ßeftimmen. Um baS Sie^ auSjumeffen, legt man ben Einfang einer Sdjnur an ben Sdjulterfnodjen, wo ber £>alS anfängt, jieljt bie Sdjnur längs bem 9lüd» grate fort, bi? man fid) Dom Soben auf an ben ^interbeden einen Kerpen» bifel benft, ber bie Schnur fdjneibet, bie^ beftimmt bie Sänge, bie man in r^einlänbifdjen 3oHen mi^t; biefe Sänge fei a. Son bemfelben 3InfangS» punfte ber Sänge, auf ber äWitte beS oorbern Sd)ulterfnod)enS, legt man eine Schnur um ben Seib beS S^iereS, ba^ fic am Seibe ba anfd)ltefjt, mo W bie Stentel ber üorberen Seine, menn baS S^ier gerabe fte^t, enbigen, jie^f bie Schnur um ben Seib ^erunt, bis roieber an ben 2lnfangSpuntt; fie wirb fd)arf angejogen, bamit bie emporfte^enben ^aare feinen Unterfd)ieb mad)cn ; man mi^t ebenfalls bie Sd)nur in rljeinlänbifdjen 3oKeH unb er» ^ält fo bie ißcripljerie b. 97ad) biefcr SUieffung ergiebt fid) folgenbe formet, woburd) baS auSgefd)lad)tete steifet) in ^ßfnnben gefunben wirb. SaS Qua» brat beS SurdjmefferS ber ^erip^erie b wirb mit ber Sänge a multiplicirt unb burd) bie 3^134 btoibirt. Ser Quotient giebt bie ißfunbejafyl bei auögefd)lad)teten f^leifdjel. 857. aus Neunen und befrei bedienten fern $n Ratten, Sor bem 2luff^id)ten beS ©etreibeS, fei eS in Siemen ober in Sdjeu- (nen, (ege man auf ben 33 oben einige Stengel beS gewöljnlidjen ißfeffermünj traute? ober in Ermangelung beffen einige Heine Säppdjen, auf weldje je 3 big 4 Stopfen ^feffermünjöl geträufelt finb. $öl)er wieberfjole man fob d)eS big jur SoUenbung beS ganjen SagerS. SiefeS billige Mittel Ijält alle 3Jiäufe unb überhaupt Ungejiefer burd) feinen ftarten ©ernd) ab. 3btd) in jungen Saimfdjulen würbe bieS SNittel mit beftem Erfolg angewenbet 293 358. ^atjna, ^rfa^ für die ^artoffef. IDiatjna (trapaeolum tuberosum, Kapujinerblume, inbianif^e Kreffe) ber Peruaner, eine ^ialjrung^pflanje, welche an« Surace in ben peruanifdjeit Alpen auö einer $ö()e von 1350' nad) Snglanb eingefü^rt würbe, treibt Knollen von verfc^iebeuer ®röße, runb unb länglid), unb gebeizt vorjüglicfy in loderm iöoben. Sie Knolle ^at einen fe^r lieblidjen Oerud) unb roh 9«* noffen einen fäuerlidjen, in'S ®djarfe übergehenben, juletjt aber fe^r erfrifd)» enben @efd)mad unb tann al§ Salat benutzt werben. ®etod)t tritt ber SBoljIgerud) nod) meljr hervor, ber ©ef^mad wirb milb unb gleicht bem ber blauen Kartoffel, ober mehr nod) bem ber h^getod)ten Sotter eine« $iih* nereieS. Siefe ^ßflanje foU volltommen geignet fein, bie Kartoffel ju erfefeerf. 359. ^Seer^aum MünfHidj ^cr^dtcn. Liebhaber von Dieerfd)c«mpfeifen tonnen foldje leidet tünftlid) herftetten in folgender 2ßeife: ■Dian fdjält unb fodjt Kartoffeln etwa 36 Stunben lang in SBaffer, wel» ^em ad)t ^procent Sd)Wefeljäure (sulph. acid) beigemifdjt würbe. Sann trodnet man fie, auf @pp$- ober klafter Daris glatten gepreßt, in heißen! Sano mehrere, Sage. 'Dian fann biefen fo gewonnenen funftlid)en Dieer» fc^aum in allen möglichen formen fdpieiben unb farviren unb ift taum Vom . echten ju unterfdjeiben. 360. Reifer und ^aßefn jn putyn. Dian befdjlage eine breite Seifte mit bidem Seber unb beftreidje biefe^ mit Sdjmalj, präparirtem Schmirgel unb gefd)lemmten (SnglifdpSRoth (Co- lothar Sifenojib.) hierauf ftreidjt man bie Dieffer unb ®abeln auf biefem Stiemen, wobur^ fie btanf unb fdjarf werben. 361. ^Sefftng f^ön ^ofdgefß jn fürßen. Sa$ voUfommen btanf polirte Dieffing wirb nur wenige Augenblide in; eine verbünnte Sofung von neutralem effigfaurem Kupferoptb (fogenanntem tr^ftaUifirten ©rünfpan), ber feine ©pur von freier Säure enthalten barf,. eingetand)t unb nadj^er gut abgefpült. 362. %u Bereifen, werter an ^tärüe und ^ieBCi^lieit dem fielen fpanifätu greine nichts na^gießt und jugfeit# uteC gefunder i|L Sie ^unbötage finb bie hefte 3eit jur Anfertigung von Dieth, welcher auf folgende Art bereitet wird. DJJan vermifd)t ^onig mit 6 feilen äöaffer, fod)t ilpt bei gelindem Seuer unb fd)äumt t^n fleißig ab, bi§ er anfängt flar unb tlebig ju werben. 3uvor muß aber etwas ^opfenblüthe baju getljan worben fein, um bem £)o* aig einen liebli^eu ©efdjmad mitgntfjeilen. 3Benn er crfaltct ift, gießt man 294 liefen ^onigfaft in ein 5lnterfa^d)en, lä^t aber baffelbe brei Ringer bod) leer, bamit er gut aufgähren fann. 5US ©ährungSmittel gießt man verhält» nißmäßig guten Slßein ober 53ier()efe baju ; ju gteidjer 3eit werben etivaS !röblich gefloßener Bimmt, ®ewürjnelten, Äarbamomen, 3RuScatennuß unb rifche Sitroneufchalen in ein Säppd)en gewidelt unb burd) baS Spunbi od) iS tn bie 2Ritte beS f^affeS hineingehangen unb währenb beS ©ährungSp io» , jeffeS barin gelaffen. 2Benn biefer §ontgmeth nach 8 Sagen anSgego()r en hfli> fei^t man ißn in ein anbereS f^aß unb läßt iljn 3 Monate ivohtverfpu n* bet lagern. 3e länger er liegt, befto beffer wirb er fdjmecfeu. 363. ^lethobe ber ^er|enlmiig itnb JUtfßewaßruttg von Stßwet- nef^nta^ nnb andern a^nfießen fetten Körpern. 2Ran benu|e baju 53eutel von ftarfem unb bid)t gewebten 53aumwoUen* leug, Welche vor ihrer 5lnwenbung mit einer heilen Sxif^ung von Seim unb uWehl® ober Stärtefleifter getränft unb bann in eine falte gefättigte Söfimg »on $od)falj unb 5llaun getaucht werben, woburd) bie Seim- unb Äleifter^ maffe ^altbarfeit gewinnt. SaS ^ett wirb im gefchmoljenen 3iiftanbe hin* eingcfüHt. 364. S^iCßen vorn aßju^aCten. SRachbem man juvor baß SD^e^l einen Sag lang an freier Suft abgetrod- uet, thut man c§ in einen ©ad unb ftedt einige völlig entblätterte 9?eiferdjen twm ^horn^aunb ebenfalls jwölf Stunben an ber freien £uft gelegen haben müffen, barein. Sie Silben tonnen ben $lh°rngerud) bur^anS nid)t »ertragen unb meiben baö auf biefe 2Beife jugeridftete 3Ret)l, ba§ baburd) auch 9J?inbeften von feiner ®üte etwas verliert. 365. Jtuaftjfe derfetßen. SMe ?QiiId) ber Säugetiere ift eine wäffcrige 5luflöfung von DJcilch' Mieter, ^äfeftoff unb verriebenen Saljcn, in welcher ber Sntterftoff in ®e* ftalt öon ^ettfügetdjen, umgeben mit einer ^püde geronnenen ^äfeftoff, rmimmen. Die 53erfdjiebenheit ber Weilet) ber verriebenen Xl)iergattun=> gen wirb burd) bie befonberen 53erl)ältniffe ber bemertten 53eftanblheile ber Diilch 9c9eu einanber bebiugt. SBir nun wodeii ier nur bie ^uhmildj be* rüdfichtigen unb jwar lebiglid) baS rein ^ßraftifdje befpredjen. £ie SQHld) ift baS gefunbefte 3?ahrungSmittel für bie tDlenfdjen unb baS einzige, weld)eS allein für fid) jur vollftänbigen (Erhaltung unb Smäl)* rung beS Körpers inrei^t. (Sbenfo gefunb finb bie auS ber ÜRild) gewon* neuen ^robufte. ©ic 2Ritd) ^at je nad) ihrer 53efdjaffenheit eine verfdjieben nüdneirte, roei^e garbe; fie ift uidjt WdfferheH, wegen ber in SuSpenfion befinbüdjen ^ettfügeldjen, fonbern g(eid) mehr ber (Smulfion ober 5litSpreffung gewiffer ^flanjenfaameu, j. 53. ber SJianbelmild), worin gleichfalls Deltiitd)en, in eine Schleimhaut gepüKt, fdjwebenb erhalten werben. 9^nr wenn butter» unb Ääfeftoffe total auS ber ©efammtmild) gefdjieben finb, erfdjeint bie tlare Sßafferlofung, ÜRolfe. ©ie hierin gelöften Salje unb vor Allein ber IRildijitder finb Urfadje, warum bie SRolfe fo ftart nährenb unb äußerft 295 $efunb ift. Ter fDältjucfer ift befannt(id) oft in fold)er SRenge barm ent- halten, baß mau in manchen ©egenben aug bemfelben mittelft nbbampfung reinen Buder fabrifmäßig gewinnt. Tie feften Tl)eile ber SRild) finb fe^r vcrfd)ieben, je nad) ber 9iac_e unb ber (Sigentbümlidjfeit ber Äühe, bem gereichten futter unb ber üerfloffenen ßeit nad) bem halben. 33efannt ift auch, 9^^) nac^) &elu «alben oon ganj eigner 53efd)affenbeit ift, wohl nü^lid) unb fogar notbwen»/ big bem auf^ujiebenben Äalbe, aber unbraud)bar für ben menf^lid)en §aug^ halt. 2ßie fel)r bie genoffenen 9labrunggmittel bei ben ^üben auf ihre SD?i(d) einwirfen, bflt wohl jeber SRelfereibefi^er bemertt. So jum $3eifpiel mad)t ber ®enu^ beg wilben 33ufd)fnoblaud)§ bie 2)?ild) unb bereu f^abri* late gerabeju ungenießbar. 3lber aud) anbere ftreng rie^enbe ober fdjmecf» enbe '^flanjen, wie namentlich 9?apgfaat, Deltudjen, bie ^flanjen aug ber gamilie ber Sruciferen, freujblütbige ®ewäd)fe, ber ^cferfenf, gebrich, 5Rü» ben, 97apg, ferner Diele £aud)arten, reid)lid) genoffen, geben ber ÜRilch einen unangenehmen 33eigefd)macf, welcher fid) nur burd) mehr ober weniger ftar* feg Wochen verliert. Ter eigentümliche 33eigefd)macf ber 3Kilch tüirb nämlid) burd) ätherifdje ©eie üerurfad)t, bie aug ben vermehrten ^ßflanjen in bie WTild) übergegangen finb. Tiefe Dele verflüchtigen fid) beim (Srhten, worauf ber $3eigefd)mad fit natürlich üerliert. 366. gerinnen öerfdüen Beim ^ot^en pi vergüten. 3Benn man im Sommer bip SDiildj jum Sluffodjen in einen Äeffel ge* goffen bat unb befürchtet, fie möge wäbrenb beg Äocpeng gerinnen, fo fügt man ju 1 Ouart SDHlcb ein 16tel Sal tartari unb lä^t biefeg mit ber SÜlil^ ^urd)fod)en, fo fann man fidjer fein, ba§ biefelbe nicht gerinnen wirb. 367. ^eßaubfung derfetSen. 2Bchh bie 5Dli£dj in einem ®efä§e jum 3lbral)men bingeftedt wirb, roetd)eg i^r (Gerinnen ni^t förbert, fonbern oielmebr bem Sauerunggprojeffe entgegenwirft, fo wirb mehr SRabm auggefd)ieben, weil berfelbe mehr Beit crjmbert, fid) augjufdjeiben. @8 ift begljalb and) wichtig, hierbei ben Sin» flu^ ber (Sleftrijität, bie burd) ^Berührung ber oerfdjiebenen Körper erzeugt wirb, ju berüdjidjtigen. So gerinnt j. iß. bie SDiil^ in ©efä^en aug Tupfer ober Sifen gar nid)t, in ®efä^en aug SJtefftng nur fpät, unb biefen reipen fid) bie anberen Stoffe in folgenber Crbnung an : ßinf, Sßigmutb, ^ntiniomiun, ©lag, oerjinnteg Tupfer, Binn, @olb, Silber, Slatina, iölei, ^or^elan, in We(d)em fie am frübeften gerinnt. Tie meiften biefer Körper ertbeilcn ihr jebod) einen eigenen ©ef^mad, unb @ifen einen feijr unange» nehmen Sim wenigften l)ält fid) bie ÜRild), bie von einem ©efäg in ein ®efä§ aug einem anberen Körper gegoffen wirb, j. 33. oon ^ßorjelan in 9J?etall ober umgefebrt, unb bag ebenfalls in ffolge ber üerfd)iebenen bierburdj erregten Sleftrijität. Tie Erfahrung bat aber and) beftätigt, baff über ben 9Jiild)töpfen aagebradjte Slcftrijitätgableiter bem ©erinnen entgegenwirfeu unb baburd) für bie geringen Poften, welche fie verurfad)en, reid)lid) enh f^äbigen. Swan nimmt baju Stürzen aug (Sifenbled) ober Bint unb bringt an biefen ein £>rgbtfettd)en an, bag mau hinter ben Töpfen an bem 23obeu miittelft eineg Stifteg in bie (Srbe befeftigt. 296 >68. geronnene, wieder (cgmarfiBaft jn ma^en nni) wieder jufammen jn Bringen. 3Bie unangenehm ba$ ©eriniien ber 5DHld) für bie Hausfrauen oft ift, . bie nidit gleid) anbere gute an ber (Stelle haben, tvei§ Oebermann. Um bie 2RiId) wieber fogleid) herjufteUcn, mifchtman eine ober mehrere W?efferfpi§en voU gereinigtes tohlenfaureS ^ali (gereinigte ißottafd)e) je nad) ber Quanti- tät ber gefd)iebenen SRild) barunter unb läßt fie anftodjen, fo wirb fieber ber geivünfd)te Brce(t erreicht. 369. fette und gute, gu gewinnen. TieS ju bewirten, mufj befonberS barauf gefe^en werben, ba^ bie SKilt^euter ganj rein auSgemolfen iverben, inbem gerabe bie lebten Tropfen bie fetteften finb. (Soldjen Äüljen, bie bie SRild) jurüdju^alten pflegen, braudjt man nur ein S>tüd ©alj ju freffen ju geben, worauf fie gan^ rein .' außgemolten werben tonnen. 370. ?Uifdj unverändert anfjuBewaBren. Um bie äRild) längere Beit unveränbert ju erhalten, gie^t man fie, nad)* bem man fie burdjgefeipt ()at, in ein SBafferbab, weld)eS fdjou erwärmt ift, fe^t ihr auf'S ^funb | bie 1 £otl) Bu<fer 5U nn^ dampft fie hierin, bei einer Temperatur von 75 bis 80° (S. jo weit ein, bis bavon nur nod) ungefähr 1J6 übrig ift. TaS 3lbbampfen mufj mög(id)ft fd)neü vor fid) geljen, baher rührt man bie ^Diildj, fortwährend, unb auS biefem ®runbe mu^ and) baS Slbbampfgefä^ fehr flad) fein unb bie iöiild) barin nid)t höher als 3 B°H ftehen. Tie concentrirte 2Rild) wirb bann in 23led)flafd)en gefüllt unb man verlötbet bie Tedcl ber glafdjen unb bringt bie leßtern bann einige Beit in ein ®efä§ mit todjenbem SBaffcr. 5ßeim ©ebraudje wirb bie slRild) beliebig verbünnt. Wian fann barau$ ju jeber Beit- aud) butter barftellen, bie ber fd)önften auS frif^er 9)iild) be» reiteten gleid) ju fteüen ift. 371. ?Jiifdj in ^afefform gn Bringen. Snglanb würbe ein patent auf ein Verfahren erteilt, burd) wcld)e8 bie SRild) von Äühen, Biegen, (Sdjafen nub ©fein auf lange Beit unb in möglid)ft fleinem Fannie aufbewal)rt werben fann, inbem man biefe ver« fdjiebenen (Stoffe in folibe Äudjen ober DJeaffcn verwanbelt, iveldje in marinem Malier aufgelöft unb ohne ©efaljr ber Sinbuge an Quantität unb Dualität lange B6^, befonberS aber auf (Seereifen, aufbewahrt werben tonnen. Ter ganje ^ßroje§ foH nur barin hefteten, ba^ man bie 2Ri(d) mit Ißuberjuder verfügt, burd) (Sd)ütteln bie confifteuten Theile von bem 2ßaffer trennt, ba§ ®anje filtrirt, unb ben jäheren Stüdftanb, fowie baS Sßaffer verbampft, um au$ bem (extern ben BU(fer wieber ju gewinnen, ©nblid) wirb bann bie SERaffe einem ftarfen Trude auSgefe^t unb unter bcmfelben ju 297 'ftarten tafeln, äljnlid) ben Ghocol ibentafeln, verarbeitet, gür SluSmanb.rer, befonberS fotzen mit tlcinen Äinbern, ift biefe Gntbedung fehr wichtig unb verbient ^Ra^ahmung. • 372. iw Sommer vor dem Sauerwerden $u öeroaOren. 3)ian niifcht jebem Quart WHld) ungefähr 15 bis 20 tropfen Äegam» ■noniat bei, meldjeS fid) beim s2Iuffochen mieber verflüchtigt. 373 VWdj 1« verßeflTern. öin garnier giebt folgenbeS Mittel jur Serbefferung ber äRild) an, welche jum Suttern nicht ju gebraudjen ift: ■Ulan nehme 2 Unjen sulphuret of antiinony unb 3 Unjen Äorianber, gefloßen, mifdje SeibeS gut bur^einanber unb gebe eS als meid)e ^ide ber Äuh ein, bereu Sdiild) ben genannten gehler h^t- ben Sroden gebe man ihr einen Xrant von einer halben ißinte @ffig mit einer 5ßinte SBaffer unb einer ^anbvod Salj. ®iefeS fVlittel, brei borgen nadjeinanber ber $?uh in ben nüchternen Allagen gegeben, hilft fiefjer unb ma^t bie SRild) unge* mein rahmig. 374. £ftif$$üter jur Vermeidung des ^lelerfto^ens der ^lempnermeifter Seuthier in Seipjig hat eine für ade Hausfrauen mich* tige Qrfinbung gemalt, nämlich Sdiilchhütcr, roeldje baS Ueberlaufen ber 3Ri(d) beim Äodjen vodftänbig unmöglich machen, lieber bem W7ifd)topf ift noch ein ^veiter Sehälter angebracht, in melden bie fodjenbe Tlild) beim Slufftcigen einbringt, unb auS bem fie burd) jmedmä^ige Deffnungen im Soben beS Schalters mieber in ben Xopf jurüdläuft. SS lä^t fiel) biefe @inrid)tnng bcS genauen SdjluffeS wegen am beften an einem Siechtopf, fonft and) an jebem Äodjgefdjirr mit runber Deffnung (ohne ®ießer ober Schnepper) anbringen. 375. S&itymCeret, oder die ^Hef^ode, au(jerordentrt^ worfelte Sagten alter ^rt anjnmareu. ®ie jogenannte SRildunalcrci ift von jtvcicrlci Slrt, bie iväfferige unb bie Ijaxjigc. 3u ber toäffcrigen nimmt man 1= berliner Quart abgerahmte 2Rild), 4 Sott) frifd) gelösten Äalf, 8 Soth Seim, 9D?ohn= ober 97ußöl unb 5 ^funb fpanifd) 2ßei^ (geflämmte Äreibe vertritt and; bie (Stede.) 2Kan löfd)t ben ^aU auf folgcnbe 2lrt: ®ie gebrannten ^alffteine taudjt man in'S üßaffer, sicht fie mieber heraus, unb lä^t fie, an bie £uft bringenb, ju Pulver serfallen. SKan fd)üttet bann ben Äalt in ein fteinerneS ®efä^ unb nehme fo viel SWildh hinF, bafj bie Materie fluffig mirb. ^llSbann fegt man, unter immer* roährenbem Umrühren mit einem Apotje, noch baS Del baju, unb enblidj 'rüprf man baS SBei^e baju. 298 Siefe ^arbe ^at folgenbe Q^orjüge : fie fjält fid) einen ganjen fUiona lang, unb eS wirb and) ju beren Bereitung weber viel 3e^> «odj p^ucr,. not# viel Arbeit erforbert, benn in 8 bis 12 SJiinuten fann man fo viel, fertig gemadjt fyaben, baff man ein ganzes ^auS bamit anftreidjen fann. ®ie f^arbe ift feft unb fdjön, and) ift ber Slnftrid) binnen einer Stunbe ganj troden, man tann ba^er and) in einem 3inimer, iveld)c§ ben Sag über angemalt worben ift, otjne Stad)tl)eile für bie ©efunb^eit ju befürchten, beS StadjtS in bemfclben fd)lafen. S)a§ in ber sIRifd)ung mit vorfjanbeuc Del verliert, weil eS mit bem Äalfe eine Seife bitbet, allen ®erud) unb fein blid)te$ SBefen ; and) ried)t fie wie Seifenlauge fo lange als bie ^arbe frifd) ift, unb biefer @erud) ift ber ®efunbl)eit nid)t nadjt^eilig. Steue» ^oljwert jweimal angeftridjen werben, bei Sßänben ift e§ aber nur einmal notb* wenbig. 376. ^tneratteig fnr die ^t#arferiemen der ^taflirmefler an jnfertigen. S er fogenannte Tlineralteig, ben man alg ©ehcimmittel auf Sdprferie«' men ftreidjt, ift ein ©emengc von gleidpn Steilen feingepulvertem Sdjiefer,. SBiener ^alt, SÖIutftein unb ^innafdje, we(d)e Specieg auf'g ^einfte gerie» ben unb gefd)lämmt, mit Steinöl unb Ddjfenmart angemadjt unb beliebig ., parfümirt werben. Ser Stiemen wirb gewölplid) aug Sudjten gefdjnib ten, ben man 14 Sage lang in Urin beijt nnb bann auf ber Starbenfcite mit Sßimftein fd)Ieift, währenb man fonft bie ^leifdjfeite p gebrauchen pfl'gt. 377. 'gRWMe, warme, olhie den gewö#nfit#en jünger fo juju- Berdten, da# fie Tanger afs diefe anßatten und not# vor- jitgtidjere l^irftung fßnn. SRan bebient fid) ^ierju grüner sBaumblätter unb mengt etwas 5ßf«rbe*- mifthinju. ®ie enftehenbe ®ät)rung erzeugt eine bebeütenbe 2ßärme unb ift. and) lange ^eit anljaltenb. UeberbteS läßt fid) ber baburd) entftanbene Sün« ger anberweitig gut anwenb en. @S giebt nod) verfdjiebene Stoffe, bie ftatt beS SJtifteS ju Sßariu» beeten benu^t werben tonnen. ®rab unb Satter ber 2ßärme ift aber ver« trieben. Stad) Stoifette gelten biefe SSerhältniffe: ®rabc na® SRcauuiur.. Sauer öer aSärnu. 60-70 4 Tlonot. - ^J3ferbe® unb Sfelmift 55-65 6 ^rifdje ©erberlo^e 30- 40 6 $alb trodneS Snub unb ^alb ''ßferbemift 40-50 7-9 „ StrodncS öaub mit | ''ßferbemift 30-40 9-11 „ XrodncS 8aub 35-40 12 SBeintrefter 40-50 20 verfielt fid), ba§ bieg ^Ideg nad) Älima, 3ahre§jeit, 53ehanblung » f. w. mobifijirt. 299 3n ber 9?ljcinlänbifd)cn ©artenjeitung ift ein @rfa§ für bie ©laSfenf« ter an Kiftbcctcn unb SerwahrungShöufern mitgetheilt, welcher Slumen» freunben empfohlen werben fann. Statt bcS ©lafeS überjieht man bie f^enf» terrahmcu mit einem feinen weiten Saumwodenjeuge SoldjcS wirb, um eS burd)fid)tigcr unb gegen bie Waffe bauerhaft ju machen, mit einer Kaffe beftrid)cn, bereu Kifdjung auS 8 Soth pulvcrfirtem, troefenen weißen ^äfe, 4 ?oth gclöfd)tem Äalf unb 8 £ott) getobtem ?einöt befielt. $at man biefe brei Seftanbtheile vermifcht, fo fe§c man 8 Sott) (Siweiß unb cbenfo viel (Selbes ljinju, nadjbem beibcS mit einanber burc^ Silagen gut vermifcht unb bünnflüffig gemadjt worben ift. ®aS Del verbinbet fid) teidjt mit ben übrigen Steilen, unb ber SInftrid) bleibt biegfam unb wirb bell bitrd)fid)tig. ®ie Poften eines auf biefe Slrt angelegten Treibbeetes finb unbebeutenb unb ber Ühifjen feljr groß. (Sin foldjeS Sect bebaff and) nidjt ber ängftlidjen Sßartung, wie bie gewöhnlichen mit ©laSfenftern bebedten Seete. Sei ben ftärfften Sonnenftrahlen in ber KittagSfonne brauchen fie feine befonbere Ueberbedimg öber Sefd)attung, haben faft ben ganjen Tag eine jiemlid) gleichmäßige Temperatur unb erforberu nur von 3^ J« 3e^ nac^ Umftän= ben ein wenig Süftung. (Siebt man einem folgen Seete eine Unterlage von ^ferbebung rmb fdjidjtet barauf eine gehörige Sage einer fräftigen unb fein« gefiebten ^cibeeröe, fo fönnen Stedlinge aller Slumengattungcn, frühe ©e» ; müfe unb ^flanjen auS Samen barin gezogen werben. (Sbenfo fann man ftarfeS Rapier baju anwenben, baS mit Seinöl ge* ^ränft wirb. 378. flotten $u »ertreißeu. ÜBarmen (Sffig gieße man auf einen Reipen Stein ober ^(ätteifen unb (affe ben Tanipf an ben SBänben ber 3inuner, burd) bie Setten unb 'Köbel, in benen fid) Kotten befinben, jie^en. Tiefer Tanipf ift benfctben fo fehr juwiber, baß fie gleid) von bemfelben getöbtet werben. Kan fann burdj öfteres Händlern mit biefem ©ffigbampfe and) bie ßimnier, in benen fid) bisher feine Kotten betäuben, vor benfctben auf immer fdiüVen. 2luS Setten vertreibt man bie Kotten mit gepulverten (ioloquinten, wcld)e unter bie Settfebermgeftreut werben. ©anj ausgerechnet gegen Kotten unb faft überall gratis ju ^aben : Trifolium Melilotus oderatum (Trifolium oflicinale, Melilotus offici- nalis)-Steinflee, wäd)ft an Siegen unb 3dnnen, auf trodenen SBiefen, anf Siedern u. f. w. 3Ber ihn nid)t fennt, laffe fid) ihn lieber von einem Kenner einmal jeigen. Sille 3al)rc ein Sträussen in ben Älciberfdjrant, in eine Kammer u. f w. gelegt, unb feine Kotte fommt herein, unb bie bann ßnb, machen fid) fort. sJHmm Äampher, etwas jerftoßenen Seinfamcn, Seißpfeffer, thue bie« in ein leinene« Sädd)en unb tfyue eS in ben Äaften, ober lege frifdje Sitronen tin eine Heine Sd)ad)tel unb thue fie in ben haften. ©cbörrteS SBallnußlanb, ^opfen unb ^raufemünje, Üßermuth, Äien» M)olj, Söfcßpapier in Äienöl eingetaud)t, Spide. Sollten fid) fdjon früher Kotten in ben ^eljen u. f. w. eiugefunben traben, fo vertreibt unb tobtet man foldjc baburd), wenn man einen 3^3^' 300 ftetn gani glüpenb maept, guten SBeincffig barauf fepüttet unb ben Tampf in baS u. f. w. feigen läßt, hiervon fterben ade ^Rotten ober" and) fogenannte ©djaben. Um SD?otten abjupalten, nepme man | fßfunb (äifenvitriol, ftoße ben» felben mit 1 Sotp 2Bermutp flar unb beftreue bie 3cll9e bamit, weltpe vor Lotten bewaprt werben foflen & e g e n SD? o 11 e n wirb § a n f als b e w ä p r t e f t e S SD? i t t c V e m p f o p l e n. Ter frifcp aufgeblüpte £anf wirb ju Anfang Suli gefammelt, int ©epatten rafd) getrodnet, unb fo bem ©eegraS, Roßpaar u. f w. beigefügt. ®in einziger ©tengel (natürlid) mit Slättern unb Slütpen) genügt, um ein' ^elfter auf Sapre gegen biefeS Ungeziefer zu fcpüßen. 2lud) ^olfterungen, in weltpen fid) fd)on SD?ottcn eingeniftet pabeu, tonnen auf biefe SBeife bei. etwaigen Reparaturen grünblid) von biefen fcpäblid)en (Säften befreit werben. Um bie Slnwenbung beS §anfeS ju jeber SapreSjeit möglid) ju macpen, braudjt man ipn nur int Sorratl) einjufammelu unb forgfältig getrodnet aufjubewapren. ®ie ^ufbewaprung gefepiept am beften in mit ®edeln ver« fepenen tannenen Raffern auf einem gegen geueptigfeit gefcpü^ten ©peid)er. Heizwert, wolleneÄleibungSftüde u n b u ß b e d e n vor ben SD? o 11 e n j u f d) ü $ e n. Racpbem man bergleicpen ©adjen reept gut vom ©taube gereinigt, unb womöglicp eine ßeitlang ber Snft auSgefe^t pat, widele man fetteS ^ien» polj, ober mit Terpentin getränfteS Sßapier in bie ©adjeit pinein, widele fie feft jufammen unb fcplage fie in reine leinene Tücper. ®ut ift eS, wenn; man Heller pat, bie fid) jur ^lufbewaprung folcper ©acpen eignen.-Ter Tcrpentingeru^ verftpivinbet, wenn man bie ©acpen wieber fpäter in bie* Suft pängt. 379. ^nößefporitur. 1. gtine £)oljarten, wie ^irfd)=, Pflaumen«, Ruß», ?lepfel» unb- Sirn*$olj, fowie bie feften auö£änbifd)en folger, werben am einfadjfteu burcp SD?ildj polirt. Räubern bie SRöbeln vom ©dpuuße unb ©taube gereinigt finb, nimmt man SDiild), fo frifd) als möglid), ba bann bie fetten STbjeile fid) nod) nic^t abgefonbert paben, unb ftreiepe fie auf baS £>olj, worauf man mit einem wodenen Sappen fo lange reibt, biß ade ^eueptigfeit verfepwunben ift. TieS wirb mepreremale wieberpolt. Tie SRild) pat vor bem ©el ben Sorjug, baß fid) ber ©cpmu^ nid)t fo •kiept an bie ©erätpe pängt, baß fie feinen unangenepmen (Serud) verbreitet unb baß bie @erätpe gleid) wieber gebrauept werben fönnen. Sei neuen ©cratpen wirb baS ßinreiben anfangs wöcpentlicp wieberpolt. 2. grifcpeS ©el unb (Sffig werben gut mit einanber vermifdjt, in bem Serpältniß, baß man ju einem (Sßlöffel voll ©el einen Tpeelöffel @fftg:, nimmt. Sorper wifdjt man bie 2R5beI mit einem trodnen Tucpe vom 301 ' ©taube rein, tan^t ein Stüddien ^tannett in bie SRifc^ung unb reibt bamit fiber bie Politur, ftet« nach einer ^idjtung ju ftreidjenb. 3ft ein fIRöbel bollftänbig auf biefe SBeife polirt, fo reibt man e« noch nadjtraglid) mit einem reinen, trodnen SSndje ab. 3. ©in ?oth Sllfannawurjel wirb mit8 Vnth altem abgelagerten geinöle einige Stunben bei 50 bi« 60° 9L bigerirt, bann auögepre^t unb abfe^en gelaffen. 9Rit biefem öele werben alle 6-8 SBodjen bie bon S^mit^ unb Staub gereinigten äRöbeln bermittelft eine« feinen Bäppdjen« beftrichen, unb nadjbem biefelben eine 9?ad)t geftanben haben, reibt man fie mit einem alten feibenen Sudje fünft ab. £)aben bie ©egenftänbe eine gelbe Politur, fo •nimmt man ftatt ber Oannawitrjel ©urcumawurjel unb berfährt ebenfo. 4. Um Marmor ju reinigen, ftö^t man Simftein ju feinem 'ißuloer unb bermifd)t ihn mit ^oljapfeleffig 9?ad)bem bie ÜWif^ung 2 Stunben geftanben, reibt man bermittelft eine« Sdjwamme« ober eine« Stüddjen« glanneU ben 9ftarmor bamit ein, wäfd)t ihn bann mit einem Veinentud) unb frifdjem Sßaffer ab, unb trodnet ihn mit einem ?einentud)e. 380. hofften afe ISieuenfutter. ©in Sienenfreunb beobachtete, baf? bie dienen ben Abgang ber gehabten SDcöbren (gelbe Stüben) begierig auffudjten ; er lic§ batjer QKöhren reiben i«nb fe^te fie bor feinen Sienenftanb, mo firf) bann bie dienen fehr baran weibeten. 2lu^ tief? er SJiöljren burd) Sßaffer du einem Srei fod)en unb je^te fie ben dienen nor, weldje emfig bie Sü^igteit barau« fogen. ®ie äRöhren 311 biefem ^Schüfe in ®ampf gefodjt mödjten wohl unbe* hingt nod) vortbeittjafter fein, weil fid) bann mehr Sdjleimjuder bilbet. 3m grühjahre, mo anbere« Sienenfutter nur fparfam oorhanben ift, niödjte ba« ÜRobrenfutter ein trefflidjeö Surrogat fein unb offenbar eine äRenge bon Sienen erhalten, bie auf weitem gduge burd) Sturm bevjagt, bor Rälte erftarren unb bon Sögeln weggefdjleppt werben. 381. 28ößren Öen hinter üöer gut außußewa|ren. W?an gräbt fie int §erbfte zeitig bor bem Srofte au«, fdjneibet bie grünen Röpfe weg, reinigt fie bon ber antlebenben ©rbe, unb bringt fie barauf in einen trodenen Reder, beffen Soben man mit einer Sage ©rbe hebedt, bann eine Sd)idht äftöhren barauf legt unb fo fort. 382. ^Soosrofen fc^neH ju vermehren. Tian fdjneibe im 3uni Don einem TlooSrofenftode Stedliuge ab, pflanj# (entere in einer Sänge von 4 bis 5 3°ö bis auf ^»cn 3°^ *n £in altcä at,Se' triebeneS Tiiftbeet in gute, fette, mit gut verwittertem Schlamme vermiete Tliftbeeterbe, lege etwas TlooS um biefe Sterlinge auf bie Srbe, befpritje fie täglich unb bebede fie mit Del getränften ißapierfenftern. Tad) jchn 4Bod)en haben ote Stedlinge bann SBurjel gefc^lagen. 302 383. porter, neuer und eifen^arter. @inen SRörtel, ber mit Erfolg jum Serpn^en ber 2öänbe unb ©eden,, felbft in feudjten [Räumen anwenbbar fein foU, hatman in einer [Wifchungi von frifd) gelöfdjtem Äalf mit Sägefpänen von weichem £>olj entbcdt. ©ie Sägefpäne muffen eine mehr fafcrige als würfelförmige Strnctur haben, unb an Walt barf man nur fo viel nehmen, als nöt^ig ift, um bie SRaffe ohne Sdpvierigteit anfjeften ju fönnen. ©iefer Mörtel foll einen voUftänbigea bilben, ber mit Äalf burd)brungen erfd)eint unb fo feft ift, baß er bmig einen S^lag ober Stog nur an ber unmittelbar getroffenen Stelle etwas befd)äbigt werben fann, währenb Abfällen beffelben, ober eine Seränberung in £>infid)t auf ©idjtigfeit unb ^Infeljen, felbft an einer überaus fernsten SBanb, bie auf beiben Seiten bamit gepult worben, innerhalb ad)t fahren ni&t vorgefommen ift. SllS befonberS geeignet fjat ber ^rfinber feinen SRortel jum fßufcen von ^ife«, Sßeller- unb £ehm* SBänben, fowie von mit ?ehm überzogenen ©eden empfohlen. (Sin vorheriges llcbcrjieljen berfelben mit Strohlehm ift babei ganz unnötig. Sogar an ben Sretterwänben eines (SiStjaufeS, gegen weldjc baS (SiS bidjt gepadt war, l)at ein berartiger, einen Viertel 3oü ftarfer ^Ju§ feft gehaftet, unb ift unverfehrt geblieben. 3immer, in welchen berfelbe angewanbt wirb, fönnen nad) einigen 2öod)erv tapejirt werben. Unter bie verloren gegangenen (Srfinbiutgen gehörte bisher bic alt= römifd)e ^funft ber ÜRörtelbereitung. Sei iebem römifd)en Saunbcrrefi. mu^te man fid) fagen, baff bie eilten einen befonberen Äunftgriff gehabt. haben müffen, um ihrem Mörtel bie für unS nnerreid)bare§ärte 51t ertheilen. Se^tenblid) fdjeintmanbiefeS alte @eheimni§ gelöft ober wenigftenS einTiittel; gefunben 311 haben, baS gleidjen (Srfolg fiebert. (Sin gewöl)nlid)er tPiöncl anS einem ©heü guten gelöfdjten Äalf unb brei ^heilen feinen Saufanb wirb • unmittelbar vor ber Serwenbung nod) mit brei viertel ^heilen fein gepul- vertem ungelöfd)ten Äalf innig Vermifd)t unb rafd) verarbeitet. ©ie tIRajfe er^i^t fid), bie Silicatbilbung, b. h- bie d)emifd)e Serbinbung von ^iefelerbe unb Äalt beginnt fofort unb geht fo rafd) vorwärts, baff bei Serfudjen fd)on nach vier Sagen ein fpi^eS ^ifen iiidjt mehr in ben Mörtel getrieben werben fonnte unb nad) zwei Monaten bie völlige Steinbilbung unb Serwadjfnng mit bem ÜRauergeftein erfolgt war. ©abei befteht noch ber befonbere Sor- tbeil, bag biefe uRaffe fid) ju Suft wie äßaffermörtel gleich gut eignet. 384. ^lucßeullt^e 31t uerötudern. 3Kan fodje Kümmel in (Sffig ober Söein unb wafd)e baniit ®efid)t, unb 2lrme; ift man geftodjeh, fo reibe man bie (Stellen gleich mit Saumöl ein. S^lafjimmer von SRuSfitoS ju befreien. T^an fdjlie^e Sljüren unb ^cnfter, verftreidje mit verbanntem $onig eine ©laSlaterne unb [teile biefe angejünbet in bie 2Ritte beS ©ema^eS bevor man fid) ju Sette legt. ©ie äRüden fliegen fämmtlid) nad) fier Laterne unb bleiben baran lieben. (Samphor, in einem leinenen Säddjen eirigenäht unb in ^lä^m aufbe mährt, tvo ftd) Kleiber, [ßeljwaaren :c. befinben, fo(I ein bewährtes ^itteU gegen SRotten fein. 303 9Wan hole abenb« ein Stüddjen ro^eS, blutige« SRinbfleifd), lege el i* €-^lafjimmer auf eine Saffe unb anbern borgen« wirb man affe ffKoSfitol Voffgefogen in ber Saffe finben unb leidjt tobten tonnen, ohne bag man in ber Wad)t von ihnen beläftigt worben wäre. 385. Malier, $it |larßer, Bei ^dCbetn. 3)1 an giebt bem 2 Sage alten Spiere alle Sage einen Sropfen Slrnic* ein. 9Ieufjerlid) reibt man ben 3Jabel unb bie benachbarten Steile mi*- Verbannter Slrnitatinttur. 386. £U6ef, gef^woffener Bei ^äHkrn. 5D?an reibt ben 91abel mit erwärmtem Sdjwehiefett ober erwärmter ungefaljener butter ein ober bäfjt bie @efd)wulft öfter mit ®oularbfdje«r Gaffer. 387. gdiutt öer jn entfernen. 4 Sot^ Sabebaumblätter unb 6 Sott) (Sngelwuriel werben in 4 X^eite geteilt unb ber Äu^ alle 4 Stunben ein S^eil in SBaffer gegeben. - Wuf tjomöopat^ifdjem SBege entfernt man bie ^adjgeburt, inbem man Secale- cornutum anwenbet. 388. öilTiges. 9hmm ein Stüd ^(joSpljor, t(;ue eS in eine s^()iole von (jedem ®lafer giefje tjei^eö £)livenöl barauf, unb erwärme es big jur Siebte, verftopft eg aUbann feft, unb bei jebeSmaligem ©ebraud) öffne ben Stopfet, bamit Suft ljinjutrete. 50? an fann alle ©tgenftänbe bamit gut anleitdjten; unb el hält fid) auf lange ^eit. Sie aHerbiüigften 9?ac^tli^te liefert in neuefter 3^it ba$ Solaröl, woju ieber Ä'lempner für weniges ®elb bie £ämpd)en auS 33led) verfertigt. Ser woftenaufwanb für ein fold)eS 9?ad)tli^t berechnet fid) bie längfte ^inbure^ auf einen (5ent. 389. jn reinigen. Seine 9?äf)en löfen fid) beftänbig flehte 3evgfäferd)en ab unb im lli> beitS^immer felbft wirb viel Staub aufgeivirbelt. tiefer Staub unb §a» fern laffen fid) nun an ben 2Jiafd)inent()eilen, weld)e nid)t cingeölt finb, burdj ^bwifdjen entfernen, baS Cel bagegen nimmt i^n begierig auf, wirb bid* e, färbt fid) bunfel, vergärtet mit ber £eit, erfc^wert baburd) ben _ ber 2Rafd)ine unb trägt nod) befonberS ju fd)neller 3Ibuu§ung ber am meiften in Sewegung gefegten Steile bei. 304 2Ra« muß fid) baljer von Anfang an beftreben, bie fÖ?afd)ine, ben 3med unb bie f^orm jebeS einzelnen Xt)eite$ forgfältig ju ftubiren, man barf nid)t zurüdfdjreden vor bem anfänglich fo vermittelt erftßeinenben cßaniSmuS unb muß fid) aflmäljlig mit bemfelben fo vertraut mad)en> baß man bie einzelnen ©heile unb bereu Sneinanbergreifen aud), ohne in ba$ ber fFUhmafdjine beigegebene SBud) z« fetjen, tennt unb bereu Sezeidjuimg „auf ^en Äopf" t)erfagen fann. 2Bcnn nun bie 9Rafd)ine burd) baS neuaufgegoffene ©el baS erfte 9Jial jdjon nid)t red)t mehr vorwärts will unb tro^bem SlUeS in ©rbnung iß, fo Iß baS ©el verftaubt unb bie SlRafdjine ift bann nad) folgenber ©rbnung z« einigen. 9Ran gießt Petroleum ober ganz reineö Älauenfett (^ammeltlauenfett) in ziemlicher ©uantität auf bie fdjmierenben ©heile ber SRafdßne! unb fe^t lefetere in fdjnellcre Bewegung. ©aburd) wirb baS fyett an ber ©öellc unb an fonftigen Stellen wieber herauSgetrieben unb zwar mit fdjwarzem Sd)mu§ gemifät. liefen trodnet man mit einem feinen Sappen ab, fettet von neuem bie uRafdjine unb feljt fie abermals in fcßnelle Bewegung. ©>aS alSbann roieberum abfließenbe nnb gefdpvärzte ^ett wirb ebenfalls anfgewifdß. ©iefe cinfadje Operation roieberholt man fo oft, bis baS aufgegoffene ^ett in voUtomnien reinem ßu» ßanbe auS ber SRafdpne wieber herausläuft unb ift bann bie vollftänbige Reinigung bewirft. 2tnf biefe SBeife reinigt man bie 9Rafd)ine unb wenn man cS von 3C^ in 3eit wieberholt. fo tann man biefelbe 3al;re lang gebrauchen, ohne baß fie ber SluSbefferi'ng ,*ber ^Reparatur bebürfen. 390. Genien pt vermehren unb zu üßerwiutern. SRan mad)t bie Stedlinge im ©ftober unb November, pflanzt ße in ©öpfe nnb ßedt biefe in ein falteS, froftigeS 3immer, vom Sicht liiert $u weit entfernt, unb erhält bie <Srbc mäßig feud)t. W'ian padt im Spätherbße bie ^clbenfenter in ®rbe unb SRooS unb legt bie Söünbel in ben unterßen fRaum beS Kellers auf Sanb unb befprengt fie ben SBinter hinburdj 2-3 Wial ganz gelinb mit faltem SBaffer. Sobalb im URärz bie ßärten prüfte vorüber ßnb, werben bie Senter auSgepadt unb Verpflanzt. 391. heften in einem ^aflre jwei ^iaf pir ^Cüt^e juünngeu. Sobalb eine hielte verblüht ift, fc^neibet man fie ab, baß non ber Sa» mentnoSpc nur nod) 1 Sinie fielen bleibt. 9?ad) 4 SBodjen blü^t ber etod gum zweiten ^ale. 392. Derzeit. ®ie -Reffeln werben mit einem wahren ^BernidjtungStriege »erfolgt "nb Äennod) ift fie eine bet vielfeitigft nu^baren ^flanjen. ©ie jungen «lätUr 305 tinb ein gutes ®emüfe, bie ^afern beS ©tielS fönnen gleich benen bei Aanf^ gewebt werben; bie Söuneln, mit Kochfalj vermengt, geben eine f^Bne gelbe ^arbe; für junge« ^ornDieh finb bte geftampften Neffein ein fehr ge* funbe« ffutter, babei wä^ft biefe ^Sflanje auf bem unfruchtbarften Boben, tann 2 bi« 3 SNal jährlich gefd)nitten werben unb giebt ein vortreffliche«- $eu 393. ^tanftin f^ön $n färben. 3Ran nimmt eine Partie verrofteteS @ifen, alte Nägel u. f. w. Diel lä^t man 14 Sage in gewöhnlichem guten @ffig liegen. SUlbann taudjt man eine dürfte in biefen ©füg unb bürftet bie ju färbenbe Sa$e bamit. 2Ran erhält bamit bie ächte Nantinfarbe, bie fich ^lt, unb nadf jeber 2B4» fd)e nod) f^öner wirb. 394. hülfen, wd^en, die mehrere Raffte alt lind, den ^e* f^macfe der fristen jn geben. 2Bie ölig, ranzig unb bitter alte weifte Nüffe fdjmecten, ift ju bekannt,, wie biefem üblem ©efdjmack abjuhelfen, bürfte üieUeich, weniger bekannt fein. Sllte Nüffe laffen fid) gewöhnlich nicht mehr abf^älen unb biefe gelbe Schale vernrfadjt eben ben bittern @efd)mad. Um bieS nun ju bewerkftel» ligen, braucht man nur bie äußern harten Skalen ber Nüffe ju öffnen unb (entere einige Sage in frifdjeS SBaffer legen. Sie laffen fid) banad) fe^t leidet fd)älen unb haben ganj baö Slitäfehen unb ben ©efdjmacf ber frif^ge* fchlagenen Nüffe. 395. auf bem Rannte den hinter über frif$ jn erraffen» 2öenn man namentlich fold)e 3luei9ez ^ie re^t reiflich mit gutem Dbfte behangen finb, unb bie gegen Silben fich hinneigen, mit wollenen ober Stroh=Deckcn bicht umwickelt, fo bafj nidjt viel Suft hinjutreten tann, fo hält fich baS Dbft faft ben ganzen 2öinter hinbur^ frifd); baffelbe Verfahren; lä^t fich and) beim SBeine anwenben. 396. ^b|t, gedörrtes, mannigfa^ jn Semiten. Der Nücfftanb be§ Dbftmofte«, ba$ aulgepre^te SNart, tann auf mancherlei 2lrt verbraucht werben. Sä^t man eS Ntonate faulen, ober bringt man feljr bünne Sd)id)ten $le$talf bajwif^en, fo giebt e$ fd)on in brei Monaten einen herrlichen Dünger ; getrocknet eine $lrt Sohtuchen, bereit 5lfd)e [ehr gut ift. '&lS Nahrungsmittel für Hornvieh wirb eS mit ^pepel Vermif^t unb angefeuchtet, für Schweine mit Kartoffeln. ferner giebt bat SNart, mit SBaff'er unb $>e|e vermif^t, fehr guten Sffig, ja eS wirb 53 rannt* mein barauS gebrannt. Die getrockneten Kerne liefern gepreßt ein ©el, bem tuS ^afelnüffen ähnlich unb jum Küchengebrauche fehr tauglich ; bie Del* tuchen geben ebenen! &iehfutter unb Düngmüttel. 306 397. $ßfle auf dem ^Saunte einen angeneßmen geßen. Um biefeS ju bewerffteUigen, bohrt man in ben Söaum ein £od) bi« mitten auf ben Kern, jebodj fo, baß baS £odj etwas abwärts geht unb fdjüttet ein ^ulvcr von Slmbra, 3immt, helfen unb SlniS hinein. ©aS Soch macht man mit einem 3aPfen, ber aus eben beffelben 53aumeS frifdjen £>olje gemacht worben ift, wieber ju, unb verftreidjt auSwenbig aHeS wohl mit SBaumwadjS. 398. tDßftßättme auf neue Jirf jn verntebren. 3ii ber lebten SBodje beS ©ejemberö nehme mau, je nadjbem man einen S3aum ju vermehren wünfdjt, von ihm Slefte. ©iefe werben nahe am 2lb» fdjnitt freujweiS burchbohrt; bann f^neibe man von fRothweiben ©tüde Ringers lang unb jiehe fie, ohne bie fRinbe ju verleben, bnrdj bie gemachten Vödjer beS SlfteS, baß beibe (Snbcn gfeidj lang hervorftchen. ©arauf fe^t man fie in @ruben, bie mit guter (Srbe angefüllt unb in bie ju un.terft etwas verfaultes ©troh, (Spreu ober SRooS fommt, auf bem ber 2lft ißurjeln fefilägt unb fortwädjft unb fdjon baS jweite 3ahr als tragbarer SBaum anju» fehen ift. ®anj juverläffig ift eS jebodj nidjt, baß jeber 9Ift fid) bewurjelt. 399. Qßßßäitme bttr$ ^enfter tu tiermeljren, oßne ba| Oe veröd off ju werben Braunen. 2Ran wähle einen fronen, fräftigen 3weig cineS DbftbaumeS, ben man abhaden wiH unb umwinbe ihn mit einem ©raht rec^t feft an bet ©teile, an ber er Hßurjeln treiben foU. ©er ©aft wirb baburdj im ^luffteigen aehinbert, er bifbet hingegen an ber umwunbenen ©teile eine 9lrt Knoden. Ucber benfelben fdjneibet man nun mit einem fdjarfen ©artenmeffer bis jur $älfte rings herum in ben nnb legt um benfelben unter ber 2BnIß eine SBlciplatte, bie mit (Srbe gefüllt wirb, ©iefe glatte bifbet bann unge« fä^r eine ©üte, in ber ber 3weig ftedt. ®ian muß aber natürlich barauf ad)ten, baß biefe ©üte aufredjt fteht, ba£ feine @rbe IjerauSfaUen fann unb baß fidj fRegenwaffrr barin fammeln fann. 58ei anljaltenber ©rodenheii muß man bie (Srbe von ^eit ju 3eit anfeudjten. ©obalb nun ber ^roeig tinige 2Burjeln getrieben hat, fdjneibet man benfelben ab, entfernt bie ©fite unb pflanjt baS fleine ©tämmdjen in gute (Srbe. ©affelbe roirb bei gehöriger pflege fdjneU wachfen unb gfeidj fofdje gwüdjte tragen, tuie ber Söaum, von bem ber ^»üeig genommen, ohne baß er nod) oculirt werben müßte. 400. ^ßlfßänme, Pnnger für ßieferßen. 2Wan neunte 1 ^funb Seim, fodje benfelben, bis alle £ljeile pfiffig ftnb, vermengt ihn bann mit etwa 40 2Raß Söaffer unb gebe hiervon jebem ©tämnidjen, na^bem bie @rbe ein wenig aufgelorfert, 4-6 3Raß. DU gute Sßirfuug wirb batb wahrjunehmen fein. 307 401. ^dflßänme gegen ^taupenfrag jn R0ern und deren ^rn<$f6arfteit jn er|ö0en. 3n manchen ©egenben fjat man baS 'SInftreidjen ber Stämme unb Stefte mit Äalf als Mittel betrachtet, biefelben gegen 9iaupenfra§ ju ftdjern. unb biefeS ift and; baburd) jum T^eil erreicht worben ; eS giebt jebodj nod) ein anbercS SRittel, weldjeS man weit wirtfamer befunben fjat. Sftan bereitet burd) Sfodjen einen ftarten 3IuSjug auS ben gebörrten grünen Sdjalen ber SßaUnüffe unb auS Entblättern. 2Senn biefer ?luSjug bis ju einiger Tide eingetod)t ift, wirb er mit Urin üermifdjt, ber fjodjftenS 3 Tage alt ift. Tiefe SRifdjuug wirb alSbann, nad)bem fie ungefähr .24 Stunberi geftanben ^at, burd) grobe Seinwanb gefeilt unb nun mit Äalt, Oeffen man fid) beim Stubenwetfjen bebient, üerbiinnt unb angemad)t. 3 ft biefeS gcfd)cf;en, fo töft man etwas Dfenrufj (©lanjru^) in warmem SBap ier auf, mifd)t unter bie 2luflöfung frifdje ©djfengalle unb etwas gepulüer« ten Sd)wefel, worauf man biefe E^ifdjung ju ber erften fdjüttet unb fie burd) Umrüsten innigft nerbinbet. 2öenn nun bie Säume if)re Stätter verloren fyaben, fo werben fie mit ber SD?ifd)nng Don ber (Srbe an bis in bie ^öd)ften 3weige fiarf überftridjeu, unb eS wirft biefer Slnftrid), ba§ fie gegen ade fRaupcn gefidjert werben. Sßcnn ein blofjeS Slnftreidjen mit 3?alf nur bie Staupen tobtet, bereu ©ier an ben Stamm gelegt würben, fo werben burd) biefeS SMttel aud) bie ©ier üernid)tet, weld)e an bie 3,üe^9e 9^9* würben, fo wie bann, wenn biefer ^Inftrid) int ^rül)jaf;r wieberfjolt wirb, aud) bie i^ren Too finben, welche in ben knospen liegen. 2ßer biefeS Eiittel anwenbet, ber wirb finben, bafj bie angeftrid)enen aud) nid»t baS ©eringfte von Stafetten geigen; eS ^aben aud) foldj** Siäume ein frifdjereS ^Infeljen, als nidit angeftri^ene, unb betommen, wenn biefer 2lnftrid) einige Saljre fortgefe^t wirb, bie fdjönfte Einbe, waS befannttid) für einen Saum Von großem Sortljeil ift; fie belohnen and) bie aufgewen* bete SWüqe mit bem rcid)ften ©bftertrag. 402. ^6|t6ättme gegen ^ögef ju f^tt^en. Stian ^änge eine burd)fd)nittene J?noblaud)^node an einem Sinbfaben in ber Drütte beSSaitmeS auf unb erneuere baS bisweilen. 403. der ^ßflßäume pt Der^inderu. Ter ©ummi, tueldjer fid) an Steinobftbäumen anfe|t, ift ein anSge» tretener Saft, beffen wäfferige Theile an ber £uft üerbünften, jo ba^ ereublic^ eintrodnet unb ^art wirb, Ter ©ummifluf; bewirft an ben Säumen ÄrebS* unb Sranbf^äben, wo^urd) fie entfräftet werben unb enbticf) abfterben. Tiefem Uebel finb oorjüglid) bie Säume in feudjten ©arten unterworfen, unb befonberS werben bie ^Iprifofenbäume lcid)t uon bemfelben ^eimgefuc^t. ®ir wollen f)ier ein bewährtes Mittel bagegen angeben. SRan nimmt ben ©ummi mit einem fdjarfen Staftrumente weg unb fd^neibet bie traute Stelle bis auf baS gefunbe §olj auS. Tann reibt man bie 2ßunbe tüchtig mit ben Slättern beS „Sauerampfers", bie man babei jerquetfdjt, bamit ber Saft red)t in bie ©efä^e ber auSgefdjnittenen Theile einbringen fann. ^itrje 3^t nad) biefer ^rojebur wirb fid) bie wunbe Stelle wieber mit einer neuen gefunben Stinbe überjie^en unb bann nie wieber ©ummi auSfliefjen taffen. TaS 9J?ittel ift fo einfad) als bewährt. 308 404. © 6 ft Bäu men nette ^eßensüraft ju geßen. Sr. 2ßoob von ^h^a^dphia hat bie fRefultate ber von ihm angeftefttew» 5?erfud)t mitgetheilt, meld)c ben Semeiß liefern, ba^ nicht außgelaugte §olj* afdje, bie bei 2Iepfel unb Sfivfidjbäumen angemanbt mirb, benfetben neue Scbenßfraft gieht. 3m ^Ibfterben begriffene Säume finb baburd) miebet ßollftänbig gefunb gemorben, ba^man ben Soben an ber Safiß beß Stammet' vier biß fünf 3°ß aufgegraben, unb nad) (Sntfernung ber (Srbe ben leere» fRaum mit §oIjafdje außgefüHt hat. Sieß gefdjal) im §erbft unb im folgen- ben Frühjahr ftro^ten bie Säume von grünen Slättern unb probujirten enr reichlichere Srnbte, alß je jnvor. 405. ^ßftßaume f^udT fragßar, und nnfruißtßate fntdHßar juma^en. 2Ran nimmt Äuhmift, ebenfo Sdjafmift unb bringt foldjen in ein ®e» fä^, meldjcß ben ganjen Sag in ber Sonne ftepen mu§, unb gie^t einige (Simer 9Riftjaud)e unb fRegenmaffer baju, lä^t eß 14 Sage flehen unb rüfjrt eß ade Sage einmal um. $lud) mirft mau etmaß Salj, Salpeter unb Sal» miaf hinein unb rührt eß jebcßmal nor bem @ebraud)e mopl um. (Sinntal beß Saljreß einige 3Ra^ um ben Saum gegoffen, ift ein föftlid)er ?ebenßgeift für ©bftbäumc unb giebt eine bemnnberungßmürbige Sriebtraft. 2Bie man unfruchtbare Säume fruchtbar madjt, ift fidjerlidj fd)on ben mciften Obftjüd)tern befannt. (Sß gefd)iel)t burd) ben fogenannten pomo» gifdjen 3aubcrring. äRan macht nämlid) um mehrere ftarfe riefte (Sinfdjnitte mit bem äReffer biß auf baß Jpolj. Sie ^inbc tmifd)en biefcn (Sinfd)nittcn nehme man inbef? nicht perauß, mir tjäiifiß gelehrt mirb. Sarauß mürbe bem Saume für bie Sauer ju viel 9?ad)thei( entstehen. Siefe eingefd)nittenen ßmeige merben aber halb ganj vorjüglid) gute unb viele fyrü^te tragen s2lm fd)icf(id)ften nimmt man biefe Operation im Frühjahr vor. Stehen übftbäume auf fe^r fettem Soben unb treiben fie ju fel)r in'ß £)olj, ohne ^rüd)te ju tragen, fo befchneibe mau im Sommer bie iEßurjeln unb man mirb bie ^reube haben, fdjon im näd)ften Sommer biefe Säume nicht.nur uid)t reid'iid) blühen, fonbern aud) tragen ju fehen. 406. ^ßftßänme, nnfru^ffiare fragßar in ma^en. Saß alte Verfahren, nid)t tragbare Dbftbäume jum Ertrage ju jivin^en, ft^eint nid)t fo allgemein befannt ju fein, mie eß mopl münfdjenßmcrth mare; id) meine nämlid) baß fogenannte $lberlaffen berfelben, morunter man baß fcnfred)te 2Iuffd)Ii$en ber 9Hnbe von ber ^rouc biß jur SSurjel verfteh*. 407. ^Wäitute non ^reßs unb ^tanb %n befreien. 1. Ser Ipofgärtner ©ändert in Stuttgart räth juvörberft an mit tmem fchurfen SReffer bie ÄrebS= ober Sranbftefte biß auf bie gefunbe 9änbe außjufd)neiben unb fie bann mit aufgelöftcm Saumiva^ß ober mit inöb färbe anjuftreid)en. Sie Scinolfarbe barf aber feinen giftigen ^arbeftoff enthalten, fonben* Soluß ober ©elberbe. 309 2. 9Kan fdjneibe jeitig im ftruRjaRre bie burre unb ft^warje Siinbe ^tt ben branbigen Säumen mit ber (Spi^e eines füfefferS bi$ auf ba$ febenbige •^®h ober bie fRinbe rein au$. 3ft ber Sranb fdjon tief eingewurzelt, f» muffen alle ©Reite be$ Stammes, ber Slefte, ber fRinbe tief auSgefdjnitten werben, weil fonft bem Saume alles Salben nidjtS helfen würbe. SRan nehme bann einen groRen ^übel frifd)en ÄuRfotR ohne Stroh, ?ehm ober Setten, SCRaR 2BeinefRg, fobann ein wenig 5?alf (gelofdjten) mit aitRt viel SBaffer feft aber voll eingelegt, mit 5ReR= ober anberen furzen paaren untermengt unb mifdje e$ re^t untereinanber. fIRit biefer Salbe beftreidjet unb verbinbet man bie auSgcfdjnittenen Stellen, fo baR feine Stift 'in bie SBunben fommt. Sei trodener ^Bitterung muR bie$ mehrere 3Rale »ieberRoIt werben. 408. <5)Wäime waßrenb der 51t Regieren. Sin ©bftbauer pat bie Semerfung gemad)t, baft, wenn wäprenb ber Slhlpejeit ber 9lepfe(bänme grofte ©ürrc eintritt, bie Slütpen abfaden unb •Rep feine ^rud)t anfe^t, wäprenb bei feudjtem 2ßetter eine reidjlidjere £)bft» -anfe^n tg ftattfinbet. Sr läftt be$palb bei trodenem SBetter wäprenb ber -ganzen Slütpexeit juerft einige Sinter fepwa^e äRiftjandje in bie Siäpe (2 bi# 3 ^uft) be§ SaumeS umpergieften, unb pinterper gteid) 7 bi$ 8 Sinter Sßaffer. ©a§ ©ieften mit bloftem SBaffer wirb fortgefe^t, fo lange bie Slütpejet. wäprt, unb jwar oorjüglid) am (Stamme pinauf, fo pod) man "iommen fa m. Säume, bie fo begoffen würben, festen ^riiepte an, wäprenb biejenigeu, bie niept begoffen worben waren, leer blieben. 409. ^RßRämne, ^orfßeite Reim ^flanjen, Sin auSgi eidjneter homolog nuferer Sefanntfcpaft ftreut jebeSmal, wenn er einen Saum fe^t, eine §anb Doll ®erfte unter bie SJurjeln. Sr behauptet, baft btt beim keimen ber @erfte entwidelte Äoplenfäure fepr Diel baju beitrage, bic ScbenStraft beä SaumeS anjuregen, wäprenb fpäter bie entwidelte ©erftenpflanje, wenn fieuntergepadt werbe, ben SBurjeln SZaprung jufüpre.-Sin Taubmann in (Schwaben war weit unb breit als Saumfe^er gefucpt unb berüpmt, weil niemals einer feiner Pfleglinge auöblteb. Sr lieft and) beim Se^en ^itmanb jufepen, waS nur bie Meinung betätigte, baft er ein befonbcreS ®epeii.inift befipe. 911$ man einen Don ipm gefegten Saunt ■auSgrub, fanb mau, btft bie Sßurjeln mit wollenen Sappen umwidelt waren. Sie gute Sßirfung biefcS SerfaprenS ift leidjt erflärlicp. ©urd) bie wollenen Sappen werben bie SBurjeln in gleidjmäftig feitd)tem ^uftanbe erpalten unb bie bei bem Verfaulen ber Stolle fid) bilbenben @afe regen ipre SebenSfraft an. ©aS Serfapren äuftert befonberS bei Säumen mit fd)led)tcm 2ßurjeU vermögen einen günftigen Sinfluft. 410. Dem, einen ^iusRateffergef^macR jn erißeiCen. T?an trorfnet bie Slumen Don Qaömin unb fpanifdjem ^lieber unb bewahrt fie in einer (Scpacptel jum ®ebraudj auf. SCRan legt ba$ O6ft ftpidjtweife mit ben getrodneten Sölütljen in ein @efäft, unb nimmt erfterei -»ad) 10 Sagen perau«. 310 411 OBflöieBe, Rittel dagegen. Um ©bftbiebe, befonberg von 3tfetgobftbäumen, ?Ipri!ofen, 3wetfd)ej!p. Stadjelbteren, ^irf^en u. f. w., abjuhalten, ober ihnen wenigfteng ben un* berufenen ^ufprud) ju Verleiben', barf man nur einige ber hervorragenbflem ffrüdjte mit Oleum Croton beftreidjen. ®er Dieb, weldjer eine fo tinftirte ffrud)t geniest, benft wenigfteng nid)t mehr baran, bie gefährliche ^ruc^t jum jweiten SERal ju foften. 412. ^Bft, dörren belMBen. (Sine 2Rethobe be$ ®orrenö von ©bft, weldje vorjüglidje SRefultate liefern foK, beftetjt barin, ba^ man bag ju börrenbe ^ernobft, fei e3 gefd)ält ober nidjt gefdiält, in ®ampf fo lange fod)t, big man mit einem Stro^almc leidjt in bag ffleifd) einbringen fann. ^Birnen foUen nad) biefer 2Beife be< ^anbelt in 10-12, Gipfel in 8-10 Stunben börren. 413. ^B|t, frangößf^es, ju Bereiten. SRan bringt bie frifd)gepflüdten grüdjte in fodjenbeg SBaffer unb läfjt fie fo lange barin, big fie weid) finb. hierauf legt man bie weidjen unb ge* fd)älten ^rüd)te auf ein Sieb, unter bem eine Sdjüffel fte^t, wcldje ben ab» träufelnben Saft aufnimmt. fIRan reil)t nun bie abgetrodneten fruchte auf 53adbreter unb lä^t fie in einem ©fen, in bem eben erft SBrob gebaden ift, 24 Stunben ftehen ; bann nimmt man fie ^erau«, lägt fie erfalten, brüdt fie mit ber £anb breit, taudjt fie in ben abgelaufenen ffrudjtfaft, läfjt fie, auf Siebe gelegt, in einer warmen Stube trodnen unb padt fie jwifdjen Rapier in Sd)ad)te(n. 414. öbft $n nerpadien. Die Sorgfältig gepflüdten ^rüdjte werben in gro^e, runbe, flache Hörbe gelegt. Der SBoben jeben Äorbeg wirb mit einer ?age non ©bftblättern bebedt. Die grüd)te werben in einem fegelförmigen Raufen big jur ^ö^e ber Rentel in ben Äorb gebracht, hierauf bie Spillen ber vorher eingeftedten Äaftanienjweige auf bie grüdjte niebergebeugt unb mit IBinbfaben befeftigt. 415. ^ßftefßg 511 ma^en. Daju fann man alte« fd)le$tcg Dbft anwenben : eg wirb ganj tiein geftampft, in ein höljerneg @efä§ gethan, unb nad) ber SRengc be§ ©bfte« mit fodjenbem 2ßaffer übergoffen. SUgbann [teilt man baffclbe jugebedt an einen red)t warmen Ort nnb Iä|t eg in ©ährung tommen, woju ungefähr 5 bi« 6 Stage erforberlid) finb. ©0 gegoren wirb bie äRaffe burd) ein leinene« £udj gefeilt, bie SBrü^e in ein eigene« ga^ gethan nnb an einem fühlen ©rtt «ufbewa^rt. 311 416. vorjügfi^es, ju Bereiten. (Stwa bie Hälfte beS jn verwenbcnben ©bfteS, am befteu füße, faftige kirnen, werben gemoftet. ©er äRoft wirb auf 1J5 feiner Stenge eingefodjt nnb jur ^Ibfonberung ber beim ©ieben auSgefchiebenen ©heile in 3^™ ab» Gefühlt unb bann vorfid)tig abgeflärt. 2ßenn er nidjt burd) ^Ibflärcn ganj. eH ju gewinnen ift, wirb er burd) Flanell filtrirt. §at man ftatt füßer SBirnen 2lepfel gemoftet, unb fdjmedt ber 9)?oft nad) bem (Srfalten auffafleub fäuerlid), fo fe^t man, fo lange ber ©aft nod) heiß ift, 1 ^fb- gefloßene treibe auf je 15 ©uart 9D7oft nach un^ nad) Ju- SBährenb ber eingetod)te: 2Roft erfaltet unb abgetlärt wirb, fod)t man baS übrige ©bft (am beften^ ^epfel, wenn ^Birnen gemoftet werben), wetd)eS juvor fauber gewafdjen,. aber nidjt gefdjält unb nidjt jerfdjnitten wirb, in bemfelben Reffet mit mög= lid)ft wenig 2Baffer, bis eS leid)t ju jerbrüden ift. 3n einer unb berfelbeiv f^tüffigfeit fann man mehrere Portionen ©bft nad) einanber lochen. 'JZad) bem Äod)en lägt man bie Slepfel fo weit erhalten, bag man fie burd) ein ©ieb- reiben fann, worin ©djalen unb ^ernhäufer jurücfbleiben. 3ft ein ©heit ber 'Jlepfel bur^gerieben, fo bringt man ben IjeUcn Sirnfaft wieber in ben' fauber gepulten Reffet unb vermifdjt bamit unter fleißigem Ilmrühren wäljrenb beS Äo^enS nach unb nad) ben burchgeriebeuen ^Ipfelbrei. 9?ad)* bem bie ÜRaffe gemengt ift, wirb baS ^todjen unter fortwährenbem Umrühre» mit einer höljernen Äeule noch fo ffln9c fortgef^t, bis bie fÜZäffe bie Sonfu ftcnj eines flüffigen ©eigeS hat. 53eim @infod)cn fann man 3i>limt helfen,. {Sitroncnfdjalen unb etwas ^ollunberfaft jufehen. ©aS SRug wirb nachher in bie 3luf6ewahrungSgefä§e gefüllt. 9?adj bem füllen verbinbet man bie ©öpfe mit Slafe, fteUt fie einige 3eü in einen 53adofen, auS bem eben ba4 SBrob genommen ift, nnb bewahrt fie bann an einem fühlen, trodenen ©rte auf.. 417. ^6|lwetn-^ereifuttg. ©ie Verarbeitung beS DbfteS ju 2öein ift für einige ©egenben bet wid)tigfte ©heil ber £)bftnn$nng unb bie ^Bereitung beS ©pberS fdion beS» halb ju empfehlen, weil er eineS ber beften Mittel jur Unterbrüdung be^ VranntrocintrinlenS ift. ^pauptpunfte jur ^Bereitung eiltet wohlfdjmedenben geiftrei^en unb Ijalt* baren ^lepfelweinS finb : 1) bie ^epfel gehörig reif werben ju la^en ; 2) biefelben, wenn fie vorn Saume genommen finb, nod) 2 bis 3 SBodjen in einem gegen sUiittag liegenben ©djuppen liegen ju taffen, bi-§ fie völlig mürbe finb ; 3) eine gehörige SJiif^ung von i*lepfelf orten ju treffen ; 4) bie 'Jlepfel vor bem 3ennahlen fauber ju wa'djen ; 5) beim ßermablen barauf ju feljen, bag bie klaffe nid)t ju breiartig wirb; 6) baS 3?rnia^e,nc 1UO ll}°9* lid) 24 bis 28 ©tunben in Sütten ftehen ju laffen, bamit eS einen gewißen ©rab von ©ährnng erleibe, bamit fid) ber ©aft vom SKarfe fdjetbe unb ibn erft bann ju preffen, na^bcm bie jermahlene 9Jiaffe eine firfdjrottje §arbe angenommen bat; 7) beim Umftedjen ber jum erften Ttale_ auSgepreßten ■ölaffe etwas Sßaffer jujugiegen, auf 1 Ob in ungefähr 4 SJlaß Üöaffer ; 8) ein geflochtenes 2Beibenförbd)en vor bie Deffnung ber Kelter jn hängen, ba» mit md)t ju viel ©d)leimtheile unb ©bftftüdcn in ben 9Jtoft fommen ; 9) ehe ber ÜRoft in baS f|aß fommt, in biefeS juvor auf jebe ©hm 1 bis 1| 9?öfel Sßeingeift ju gießen; 10) na^bem bie ©ährung vorüber ift, baS.^aß wiebeu punbvoU ju mäd)en unb jujufdjlagen. 312 SBic beim SBein beftimmt baS größere Verpältniß an 3uckr unö Öänre ben SBertp ber öerfdjiebenen Dbftforten unter fid). On ber Siegel liefern SlepfePben beften unb paltbarften 50?oft; bagegen kirnen einen germ« gern 3Bein ; ba aber bie Virnen fepr oft einen größern ^uefergefjaft tjaben, fo fann bnrd) angemeffene SDlifdjuna von tüpfel unb 33ir»en bie ®üte beS WoftcS juweilen erbost werben. On ber Siegel giebt ba« am wenigsten munbenbe Dbft baS befte ®etränf. Oe eper baS Dbft nad) bem Slbnepmen Jom Vaum (baS übrigen^ nur bei trodenem Söetter gefdjeljen barf) gefeltert wirb, um fo mepr wäfferige Dpeile finben fid) ned) barin. 2BaS faul gewor» ben, muß nor bem Leitern auSgelefen werben. Oft baS Dbft üöHig mürbe, •nnb gc)tattct öS leicht einen ftarfen Sinbrud mit bem Daumen, fo ift bie« ba§ Ziepen, ba§ eS lange genug gelegen fjat. DaS Dbft barf nur fo lange gefleinert werben, baß fein Zellgewebe jerftört unb ber Saft frei wirb. @S bebarf baju feineSwegS beS feinen .ZermaplenS, was nur baS £>ellwerben beS ÜRofteS erfdjwert; and) wirb burdj baS Zcrbrndeu ber Dbftferne bem SRofte Diel ^»erbeS mitgetpcilt. SBeim W?a^len beS DbfteS pflegt man Gaffer jujufe^en. f^ür bie @üte beS W?ofteS ift eS gewiß baS befte, wenn berfelbe unoermtfept bleibt, wenn e8 «aber nm ooöftänbige Gewinnung aller im Dbfte enthaltenen auSjiepbaren Dfyeile, überhaupt um Vermeprung ber SRoftmaffe ju tpun ift, ber laffe ■baS Dbft beim erfteu 3Rate ohne Sßajfer, teltere ben baöon auSgepreßten 9tüd|tanb wieberholt, unb jwar mit etwas Sßaffer. DaS Zerfteinern beS DbfteS gefd)iept am beften in einem hölzernen Droge mit einer hölzernen Äeule; SOlctafl mu§ man ftetS babei nermeiben Vor Sinern ift bie größte fReinlid)leit ju empfehlen, weil ber Slepfelwein leidjt einen moberigen ®efd)mad annimmt. Deshalb muß man aud) bit Kelter wieberholt mit heißem SBaffcr reinigen unb fie bann mit faltem VJaf' fer abfpülen. fRun lege man eine Sdjidjt reines fRoggenftrop in bie treffe, barauf eine Sdfidjt verriebenen DbfteS unb fahre fofbrt, bis bie Kelter ge* füllt ift. 91m beften bringt man ben juerft auS ber Kelter abfließenben Saft in ein ^aß allein, weil ben bnrd) bie jweite SluSpreffung gewonnene Saft immer von geringerer ®üte ift. V3iH man faftreidjeS Dbft jum jweiten äRal foltern, fo muß man baS gepreßte Dbft auS ber Leiter nehmen-, wieber ftampfen, reineS Söaffer jufe^en unb bie SRifcpung 24 Stunben ftepen laffen, worauf man fie wieber auf frifcpeS Stroh in bie Kelter bringt. Den 9Roft bringt man in ein f^aß unb läßt ihn pier, nnter leidjter Vebedung ber Spunblöd)er, gähren. Veffer ift eS, baS ^aß gleid) SlnfangS boll ju füllen unb eS währenb ber ©ährung burd) iRad)füUen ftetS boll ju palten. Unter baS f^a^ wirb eine Sdjüffel jum Sluffangen ber bom Spunb* lod) abflie^enben §efe gefegt; erfepeint ber SluSwurf beträcptlicp unb ber Scpaum bon glänjenb rotpbrauner f^arbe, fo ift bieS baS Zc^pn e*ne$ 9llten ©äprungSberlaufS. Oft bie @äprung borüber, waS baS Stufpören aller Bewegung ber ^lüjfigfcit anjeigt, fo tput man gut, baS ®anje auf flcinere Raffer abju- japfen unb auS biefen ben Verbraud) ju nehmen. Der SBein flärt fiep fo beffer unb pält fid) flarer unb woplfepmedenber. SlllerbingS giebt baS Siegen» laffen auf ber ^efe befonberS fd)wad)cn SBcincn mepr Alraft unb Dauer, aber meift fepabet eS ber geinpeit, bem ©cfdjmad unb ber fd)önen gnde beS SRofteS, wie aud) ber ©efunbheit beS DrinferS. 9?ur etwa bei fogenaunten ietten Dbfiforten bürftc baS längere Vicgcnlaffcn beS 'äRofteS auf ber ipefe, «r größern ^altbarfeit wegen, notpig fein. 313 2ßi(I man djampagncrartigcn öbftwcin bereiten, fo eignet fid) baju jwar dies Cbft. vorjujiepen ift aber bic k-örat- ober ®pampagncr-^Öirnc. Um foldjcn Üßein barjuftcllcn, muß man baS JDbft bis jum 'Xeigwcrbeit im freien auffdjüttcn, and) barf ber Wo|t nid)t für fid), fonbern er mu§ vielmehr nor* per m einer Äufe fammt bem Xroß abgäljren. Oft bic ftürmifdjc ®äprung Vorüber, fo wirb er unmittelbar nad) bem ^reffen in ftarfc, fcftgebunbcnc. oorper abgefdjwefclte, bann aber nod) mit frifdjem, falten Sßaffer gereinigte Raffer gebradjt. Sntweber beim Sinfüßen, ober aud) einige Sage fpäter,. bringt man etwas ^ranjbranntwein (auf 1 Dpm { 5Ra§) baju, füllt jebod) baS ^fa§ nid)t ganj auf, fonbern lä^t nod) einigen 9laum barin leer, fpunbet eS aber nad) bem füllen feft ju. $8ci nid)t ganj fcftcii Raffern niu^ matt nad)fcpen. SaS füllen auf ^lafdten, woburd) ber 2ßcin.®eift, £icblid)fcit. nnb Sauer erpält, gefd)icpt, fobalb ber Tloft peß ift, waS nötpigenfaßS burd) Sdjönen mit £>aufcnblafe bewirft werben fann. Sod) foß baS 2lbjiepen> nid)t fpäter, als bis 9lpri( gefdjepen. SaS 3erfpringen ber glafdicn läßt fid) Verminbern, wenn anfangs nur leidjt geforft nnb nad) brei Sagen auf einen Slugenblicf leidjt geöffnet wirb, bann mu^ bie {^tafdje feft verfortt wer» ben. SQi'an lafjt jwifd)en bem Äorf unb ber ©lüffigfeit einen Keinen, leeren; 9taum unb befeftigt ben ^orf mit Srapt. Sie fflaftpen werben gelegt,, bamit ber ^orf ftetS fendjt bleibt. Sm Suli unb Slugiift fann biefer 5ßein, ber fid) mehrere Sapre gut pslt, getrunfen werben. Sie @cfä^e, in welken ber Tioft jur ®äpruug gebrad)t wirb, bürfen. Weber von ®idjen«, nod) von Äienpolj fein, aud) barf man feine 33ierfäffer baju verwenben. £>at man neue ffäffer, fo ift eS gut, wenn man juvor einige Slepfel von ber Sorte, weld)e man ju Sßeinbereitung genommen bat,. tod)t unb baS Snnere beS f^affeS mit biefem ^lepfelbrei beftreidjt, bann aber bie Raffer nod) fcbwefelt. Seljr ju empfehlen ift eS, wenn man gleich nach bem Scpwefeln, nod) epe ber 9?aud) ganj auS bem ©affe gewißen ift, ben Tioft jur ®äprung pincinfüßt. 3lud) 4öein= unb Sranntweinfäffer finb jum Unfällen beS ©bftmofteS tauglid), bod) muffen aud) fie vorder gefcpwefelt unb bie SBeiufäffer burdjauS von bem Sßeinftein gereinigt unb gut auSge?- brüpt worben fein. Sas Sdjwefeln ber ©äffer gefdjie^t folgenbermafjen : Tian fdjmeljt 4 £otl) 2Beinl)efen*£Braiintwein unb 4 Sotl) Sdjwefel mit 1 Votb Sllaun in einem irbenen ®efäf über Äoplenfeuer, taud)t in bieft WiifÄuug ein Stüd Seincwanb unb beftreut biefelbe vor ©rfaltung ber Wlifqung mit TluSfatblumen. Siefe Seinewaub wirb nun in bte Tiitte eines ungefähr | ®üen langen SrabteS gehängt, ben man einbiegt, fo bafj beibe ®nben jnfammenfonuuen. Tun jünbet mau biefe Seinewanb an, ftedt fie f^nell in baS ffaß, hält ben Sraht bidjt über bem Spuublod) feft unb verftopft biefeS gut. Sft bie Seinemanb auägebrannt, fo nimmt man ben 3unber an bem Sraljte vorfidjtig heraus. Um bem 3öhCl °^er ©diwerwerben beS ©bftweinS vorjubeugen unb fdjon jähe geworbenen 2ßein ju verbeffern, tvenbe man folgenbe Tlittel an : 1) ben jäl)e geworbenen Dbftinein rüttle unb rüljre man, ober fülle iljn um, wobei Steine in ben Sridjter gelegt werben ; 2) ober man fd)öne ihn mit $aufenblafe, wobei ber Sßein ftart burepeinanber gefcplagen werben mufj ; 3) ober man fe^e bem jäpen 2Bein 3uder ju, woburd) eine neue ®äprung entftept unb bie 3öpi9feit verfd)winbet; 4) jur Verhütung beS 3<ihen)erbenj8,. owie jur iBerbefferung beS fdjon jäpe geworbenen ObftweinS ift aud) bie 314 ■Mnwcnbung ber 2Beintrefter anjuratljen. 3m erften gaUe gießt man £>bft» moft auf SBeintrefter, läßt ihn einige ^eit barauf liegen unb feltert ihn bann, ober man füllt ein ga^ jur Hälfte mit Treffern an, bringt in biefeg ben Dbftmoft unb füllt wöchentlich bag gaß wieber auf. Ten jäl)e geworbenen Cbftwein bringt man ebenfaUg in ein mit Treftern verfeheneg ga^, woburd) •er bie 3ähigleit verliert. 418. Oßßwein dem ^aberaroein äßnft$ jn machen. T?an nimmt jungen Qbftwein frifdj von ber fßreffe weg unb verfemt 'iljn mit fo viel £>onig, baß bie glüffigfeit ein @i trägt. fRun fodjt man biefc etwa fünfjehn URinuten, fd)äumt fie gut ab unb gießt fie in ein ber äRengc angemeffeneg gaff, bag bavon nicht ganj voll werben barf. Tie '©äljrung tritt halb ein. Sobalb fie aufgehört hat, wag man burd) ben ®e« rud), bag ($ehör unb ben nidjt mehr auffteigenben Sd)aum erfennt, füllt man bag gafe mit baju aufgehobenem QbftWein voll nnb fpunbet eg ju. 3m SRärj beg folgenben 3ahreg jieht man benfelben auf glafdjen, worauf er, wenn ber Heller eine gleichmäßige angemeffene Temperatur hat, in fed)3 2Bodjen ju einem föftlichen geiftigen ©etränfe wirb, ber fid) fehr gut halt ■unb, gehörig alt geworben, big jnr Täufdjung bem 9Raberawein ähnlich wirb. 419. ^ßdmein, gut Ratten. ^orfdjrift jur ^Serbefferung unb für bie Aufbewahrung von Siber, burd) bereu ^Befolgung bie SBeingährung beffelben nad) belieben unterbro» djen werben unb ber (über gerabe in einem foldjen 3ltftanbe erhalten wer- ben fann, worin er fid) gerabe befinbet. „^üllc ben (über in reine gäffer unb la^ iljn von 1-2 SBodjen gäh= ren, je nadtbem bag SBettcr falt ober warm ift. 2Benn er in eine lebhafte Währung gefommen ift, thue man auf jebc ©atlone $ fßfunb weiten 3ucler unb laffc bag ®anje wieberum gähren, big eg ben angenehm fdjarfen ®e« fd)macf befi^t, welqen man ju bewahren wünfd)t. ÜRan gie^c ein Quart beg (Übcrg aug uub mifdje eg mit einer Viertel Unje von Snlphite of Vime ju einer jeben ®allone (über, welche fid) im gaffe befinbet.-9?üljre eg tüd)tig um, big SIflcg gut gemifd)t ift, gie^e eg wieber in bag ^afj jurüd unb fdjüt« tele baffelbe einige Slugenblide lang ; bann gebe ihm 9tn^e unb la§ ben (ü= ber fid) abflären unb fe^en. Tie ©afjrung wirb augenblicflid) unterbrochen werben unb ße wirb nicht wieber eintreten. 3Ran fann ben (über nad) einigen 2öod)en auf gla* fchen gieren ober berfelbe fann im gaffe gelaffen unb nach unb na^) abgejo« gen werben. 2Benn auf glafd)en gejogen, wirb eg ein mouffirenber (über von auggejeichneter ®üte werben." Tiefeg Verfahren ift auf feine SBeifc fd)äblid), ba bag CBuipfjate of Vime, worin bag Sulpljite burd) ßntweidjung von fdjwcfcligcr Säure um« gewanbelt wirb, voKfommcn jurndbleibt. fölan vergeffe aber nidjt, ba§ ©ulphite of Vimc, nidjt Sulphatc of Vinte angewenbet werben mufj. Ter (Fiber wirb für 3ahrc gut bleiben. 420. ^efen gfänjenö ju puhen. 3»crft reinigt man fic mit einer ftarfen durfte unb entfernt ben $iofl &urd) 9tcibcn mit SimSftcin ober nod) einfacher, man nimmt aufgetofte ©oba unb bürftet ben« Öfen bamit ab. ©obann mifebt man ein viertel 315 ißfunb Vleiglätte mit 2 ^ßfuub 2Beineffig unb reibt ben ©fen mit einer i^ biefe Wifcpung getauepten Vürfte, bis er troden ift. Oft bie Vteiglätte gut,, wab nidjt ftetS ber [fall, fo mu§ ber ©fen fo glänjenb, wie ein Spiegel Werben. 421. ^erfarGe, engrif^e, jum 3ei(^nen Ger ^äf^e. °D?an nimmt gleidje Theile (Sifenüitriol unb 3inn°ber' ^eibe 3m Pulver, oermifd)t fie unb oerreibt fie bann auf einem 9teibfteiue mit Leinöl.. Tie mit fotdjer ^arbe gemadjten 3e^en Sollen nid)t miebwauS. 422. ^elTatH-Jlnftrt^, weiftet mtö DanerGaffer. 2D2an ftreid)c Spüren, fünfter u. bergt, juerft mit 33teiroei§, baS mit Leinölfirnis gerieben ift, an. 3unt J^eiten 2lnftri^ neunte man nur fo öiel. SeinölfirniB jum ^leimei^, als notpig ift, festere bamit abjureiben unb Der» bünne bie ^arbc mit Terpentinöl. 3ft ber jmeite ^Inftrid) getrodnet, fo wirb er mit einer äRifdjnng von brei Theilen Dammar? unb einem Theile ^opaUad ober aud) bloß mit ©ammarlad jmcimal überftridjen, mobur^. ber angeftridjene ®egenftanb glänjenb weif? mirb unb ' 3apre taug ber 53er« gitbung unb 53ermitterung miberftefjt. 423. ^ef mit ^orfßeiC ju Gremien. ^otpfalj (oft man in 2Baffer auf, foviel nur bavon jergepen will, bod) fo, ba^ nichts bavon auf bem 5ßobcn bleibt, feuchtet barin ben ®od)t an unb läßt ipn wieber gehörig trodnen. $luf ba$ Saljmaffer aber gie^t man eben fo viel Del, fdföpft eö einigemal um, unb gie^t, natpbem fid) ba$ ÜBaffer gefegt, baä Del nneber ab. Der Tocpt brennt ungemein peU, ba$' Del qualmt nid)t unb brennt juglei^ fparfamer als jebeS anbere. 424. ^ef nor ^lanjigwerben $n f^tt^en. Tag Del roirb burd) bie ^nft unb ba$ (Sinfaugen von Dauerftoff ran» ^ig. ift fotgtid) pinreidjenb, ba$ Del in glafdjen ju füllen unb obenauf ttrva 2 £oll Sßcingeift ju gieren, bie ?ytafd)en mo^l ju pfropfen unb fie auf» red)t ^u (teilen. sÄuf biefe 2ßeife pätt fid) baS Del, opne fiel) 511 oeränbern, befonberS Wenn nod) über bem pfropfe unb §alfe ber ^lafdje eine ®lafe refeftigt ift Tiefe 53erfaprung§art ift auf bie (Sigenfdjaft beS SßeingeifteS bafirt, inbem er fid) feiner fpejififdjen Ddpuere liegen über bem Dele erpält. unb baburd) jebe Serbinbung mit ber äußeren Suft verpinbert. 425. öfeanbct f^nelT jur ju ßrmgen. Wan begieße bie ©leanberbäume bei füpter, fpäter Sommerwitterunt häufig mit fepr warmem Söaffer. 316 426. ^rangenöättme, junger für öiefefBen. SRan vermifte Dfenruß, ©t«nfniift, Seinfutenmefjl mit fRegenwaffet, tfl^rc eö als SBrei an unb laffe eS 8 Tage fteljen. Tiann ^ebe man bie @rbe von ben Drangenbäumen 1 ober 2 3oU ab, begieße bie Dberflät« gtörig nnb bebede fie wieber mit ber (Srbe. TieS ^Begießen fe^e man fort, alle 14 X age bei trübem SBctter, ober turj vor einem fnegen. 427. Rapier niwerBrettnOar pi machen. SDtan taute baS Rapier in eine ftarfc Auflöfung von Alaun in SBaffer, worauf man eS wieber troefnen läßt, ©o beljanbelteS ißapier verbrennt nitt. 428 Rapier »on Sfodifledteu pt Befreien. SKan jiel)e baS befdjäbigte Rapier burd) eine SRifdjung Von einen T^eil ©aljfäure in 18 Theilen üßaffer. Auf 6 fRieS Rapier genügen J ■Sßfunb ©aljfäure unb 27 ißfunb Seimwaffer. 429. Rapier waflTerdt^f pt ma^en. 1) TaS ißapier wirb mit Seinöl getränft, unb bann einer ^ot>en STeiu peratur auSgefe^t, wobei baS Seinöl ju einer feften, nitt fieberigen 2Raffe auStrorfuet. äRaftinenpapier wirb mittelft Sßaljen burt einen Trog gezogen, wel» ter Seinöl enthält, unb ber Ueberftuß beS DclS beim Austritt aus bem Trog burt ein paar Trudwaljen auSgepreßt. ißapierbogen tränft man, inbem man fie in Abteilungen abwetfelnb mit 'ißappbogen jufammen ftit' tet, bie mit bem Del imprägnirt finb, unb baS @anje ftarf jufammenpreßt. 9?ad) bem Trän en wirb baS Rapier etwa brei ©tunben lang einer Dempe= ratur non 200-300* ^aljrenljeit auSgefe^t, inbem man eS fo aufljängt, baß bie ^eiße Suft auf beiben ©eiten frei barauf wirten tann. (SS ift bann ooU= tommcn troden unb frei von öliger Seftaffen^eit. SRan tann barauf fdjrei* ben ober brucfen unb empfiehlt fid) unter anbern jur Anwenbung ju Tapeten in Rimmern, bereu SSänbe fend)t fiub. 3nfofer-n bie färben burd) bie polje Temperatur nitt leiben, tonnen and) Tapeten auf biefe Art wafferbidjt ge= matt werben. 2) SRan übergieße fein jerfdjnittene @utta Ißerdja in einem gewöljn- liteu W?ebijinglafe mit ber brei= bis vierfaten 3Renge ©twefelto^lenftoff (Alcobol Sulphuris) unb ftüttle bisweilen um, fo ge^t bie Auflöfung raft von ©tatten. A?iit biefer Auflöfung wirb baS Rapier einigemal überftri* djen unb jebeSmal troefnen gelaffen. And) §o(j unb 3eu9e ^ann mau nii* biefer Auflöfung wafferbid)t ntad)en. 430. waflTeröi^t ju matOen. 2Ran bringt 1 T^eil 3innfa£j mit 6-8 Steilen ^Baffer in einem ®e* fä^e miitelft Umrü^renS jur teilweifen Söfung. 3n bie Geburt entftan» bene Vöjung taufy man ben ju beljanbelnben ißappenbecfel, ober überftreitt mit $ülfe eines in bie glüffigfeit getauften ©djwammeS benfetben aur 317 einer ober auf beibeu Seiten, hierauf übeqtreidjt man ben noch naffen! ^appenbedel, ober baS ^ßadpapier mit einer fonjentrkten Sekenlöjung. mittelft eines ^ßinjelS gleichmäßig auf ber mit ber erwähnten ^innluhlöfung. befeuchteten Seite.-Ter auf biefe Söeije behanbelte ^appenbedd ober baS fßadpapier wirb entweber an freier Suft ober burd) fünftlid)e 'JBärmc g.e» trodnet. 3U eincni ^appenbedel ift ungefähr 1 Soth 3innfat3 unö M ^oth Seife nöthig. Turch biejeS Verfahren wirb nid)t nur ein ungefärbtes, bil- liges, fpnbern and) ein gerudjlojeS, wajferbid)teS f^abrifat erjeugt. 431. (Pauspapier) jum ^ur^jet^nen. Na^ftehenbeS Verfahren ergiebt ein fehv wohlfeiles, burdjauS burd)« fidjtigeS 3eid)nungSpapier auS bem ungelcimten, jogenannten Seibenpapier. Nlan nimmt ju 10 53ud) ober circa 400 Ouabratfuß enblofen unge» leimten ScibenpapierS 3g Sdjoppen Terpentinöl, 1 Sdjoppen Seinölfirntß,. 8 Soth Kolophonium, 6 Soth oenetianijehen Terpentin unb | Don einer etwas biden 2öad)öfd)eibe. 9Nit biefer ©ejammtmif^ung wirb baS Rapier ge«- tränft unb bann getrodnet, worauf eS in beliebigen Stüden abgejchnitten werben tann. 432. ^efjmaaten vor flotten ju ^(uf 100 Stüd Keiner gelle nimmt man | Nlajj gereinigtes Terpen» tinöl, | Nla§ fdjwadje Sauge Dem tohlenfaurem Natron unb 1 Nla^ oon einem ftarfen SBermuthbecocte. *2llle biefe glüjfigteitcn werben mit ber jur ©erbang bereiteten Sauge gut gemifcht, worauf wie gewöhnlid) Derfahren wirb. ^8ei Torniftern auS Sammfellen tann man, ba fie ftärter unb größer finb, auf 100 Stüd 2 Seibel Terpentinöl, 4 Seibel Natronlauge unb bop« pdt jo Diel 2ßermuthfod)ung gebrauchen. Sieh 2lrt. 3R o 11 e n j u D e r t r e i b e n. 433. Pergament, segetaßtCi^en, attjufertigeu. Tie gewöhnliche Niethobe, burd) @intaiid)en Don ungeleimtem '.ß"?*61 in Derbiinnte SchwejeljÖure fünfttid^eg ißergament ju erzeugen, bürfte bnrdj ein neues weit beffereS Verfahren bejeitigt jein. 53ei bei bisherigen Nle^ thobe hängt baS ©dingen ber Operation Don ber größten Sorgfalt in ber 3eitbaner beS KintaudjenS, jowie doh ber Störte ber Schwefeljöure ab waS bie praftijdje Slnwenbung anßerorbentlid) erfd)werte. ^Jei bem neuen Verfahren wirb Sllaun in warmem Gaffer aufgelöjt, na^bem bie ^tuflöfung ertaltet ift, baS ju pergamentifirenbe Rapier burdigejogen unb getrodnet. hierauf wirb baS Rapier burd) concentrirte Schwefeljöure gezogen, in fri= jd)cm SBafjer gewafdjen unb langjam getrodnet. 2luf biefe 46cife tonnen jogar fdjon bejdjriebene ober bebrudte Rapiere unb Totumente pergamenti» firt werben, ohne ba§ Sd)rift, Trud ober Rapier baruuter leiben. 318 434. ^eterfifte «m hinter ju ße^en. Um 5ßeterfilie im hinter ju jie^en, bebient man fid) eine« Sopfe« mit one^rern Leihen Södjern ring«herum, ben man beim Sopfer eigen« ju biefem 3wede anfertigen läßt. 3n biefen fdjüttet man Srbe, bie etwa« feft ge» brüdt wirb, ftreut bei iebem ?od)e einige Körner 5ßeterfilienfanten unb bann wieber (Srbe barauf. ^Rad) einiger 3^ tommeu bie ^cterfilienpflänjchen au« allen Södjern jum SBorfdjein, wo man ße nun je nad) 93ebarf abfd)nei» bet. Sie Srbe mu| man aber von 3^t 3U 3e^ anfeudjten. fßeterfilie au Hube wahren. Man nimmt eine £>anb vod ^eterfilie, pu^t bie blätter von ihren gro- ben Stengeln ab, wäfd)t fie, fdjncibtt fie mit bem Mcffer etwa« tlein unb läßt fie abtrodnen. Sann nimmt man etwa« äßeijenmehl, rührt e« mit einem Si ju einem SRubelteige an, unb fnetet von biefer gefd)nittenen s£eter, ftlie fo viel hinein, al« nur eingefnetet werben tann. 3emef)r eingetnetet wirb, befto ftärfer wirb ber ©efcßmad biefe« 33robe«.-$at e« bie (Starte eine« ^ubelteig« erlangt unb,ift mit Mehl völlig au«gewirtt worben, fo formt man ein 33röbdjen unb fd)iebt c« in einen 33adofen unb läßt e«, fo lange bi« e« Ijeiß ift, and) wohl bi« jum anbern Sage, barinnen nidjt fo» wohl baden, al« au«börren. 3e vodtommener e« auögebörrt ift, befto lau» ger ift feine Sauer. 2Bid man nun im hinter ju ben gebörrten ober ein» gemachten lohnen, Srbfen u. f. w. ben nötigen ^eterfilien=©efd)mad Ijahen, fo reibt man fiel) von biefem 53ro.be ba« erforberlidje fRöftmehl, woburd) bie fßßinterbohnen, Srbfen u. f. w. im ©efcßniade ganj ben Sommergemüfen al)nlid) werben. 2Iud) giebt biefe« 'ißeterfilienbrob auf folgenbe ^Irt eine straft» unb ^rantenfuppe. Man läßt mit einem Maß Sßaffer ein Stüddjen fßutter in ber ©röße einer weiften 9?u^, nebft einigen Körnern SaQ, wol)l verfodjen, rü^rt von biefem jartgeriebenen, ober in einem Mörfer gefloßenem Met)le, fo viel al« eine ßalbe obere Sljeetaffe faßt, fo lange ein, bi« ade« flar ift, quirlt fobann jwei Sier baran, unb gießt fie über bie geröfteten Semmelfdjnitte; fo bat man eine ^raftfuppe, bie aud) ber traute genießen barf. 2Ber einen ©arten ßat, tann e« natürlid) bequemer unb immer frifdje ^eterfilic ^aben, inbem er fie mit einer Strohmatte überbedt, weldje bei mit» ber SBitterung öfter etwa« gelüftet wirb. 435, ^e^anbfung de^effien. Sie Sinwirfung be« SidjteS auf ade Mineralöle, ift fo groß, baß, wenn man biefelben eine ^eiilang bem (Sinfluffe be« Sonnenlicht« au«fejt, fie Sauerftoff abforbiren, benfetben in Djon umwanbcln unb lcid)t wieber auf anbere Körper übertragen. Unter bem Sinfluffe be« Sonnenlid)t« nehmen alle biefe Mineralien eine gelblidje §arbe an, brennen mit trüber flamme unb rußen, verlieren hlfo einen namhaften X^eil ihrer £eud)tfraft. Man ftede baher ade ©efäße mit folgen ©eien unb fomit aud) bie Vampen mit gläfernen fötalen bei Sage an buntle ©rte, ober breite wenigften« ein bunt» le« Sud) barüber, wenn man bie Vode Seu^tfraft berfelben erbalten mid. 319 SaS fehl echte trennen von Petroleumlampen hängt häufig ■mit ber Slnmenbung eines feud)ten SochteS jufammen. Sie ju bem Sochte »ermenbete VaummoUe jieht fel)r leidjt ^eudjtigfeit an, unb jmar bis jum 5ten ober fechSten Sheil ihres @emid)tS. Saburd) mirb baS ^luffteigen beS OelS verhindert unb ber Sod)t verfohlt, fo ba^ eine trübe ruffige flamme entftel)t. @S ift baher ju empfehlen, ben Sodjt vor bem @injiel)en in bie Bampe auf einem marmen Ofen ju trodnen. 3ft er einmal mit ©el ge* tränft, fo ift feine Slnjiehung von ^eudjtigfeit mehr §u befürdjten. 3 n fR a n t e S hat man eine f^euerSbrunft in einem Petroleum ent» haltenben Retter, nad)bem aUeS Slufgie^en von SBaffer vergeblid) geblieben mar, baburch gelofd)t, ba§ man einen (Sinter voll ^mmontaf in bie Heller» Bffpung gofj. (Sine merthvoße (Sntbedung. 436. affer ju reinigen. Sie leeren Qräffer merben mit Strohbüfdjeln auSgebrannt, inbem man nach unb nach einige brennenbe Strohbüfdjel in baS f^aß mirft unb be« Sedel halb auflegt, moburd) verhütet mirb, bafj baS Stroh ju rafd) Der» brennt unb baS ^aß anbrennt. 3e naepbem man ben Sedel mehr ober me« niger fdjließt, hat man eS in ber £anb, bie Verbrennung ju leiten unb ju verhüten, baß fid) baS gaß entjünbet. Vorfidjt ift hierbei immer rätb» lid). 3ft biefe Operation einige SJiale mieberholt, fo mirb baS gaß mit heilem Gaffer auSgefpült, monad) ber ®erud) beSfelben verf^munben ift. 437. ^feröe, Behandlung berferßeu. Mittel gegen ben ® a 11 e l b r u d. (Sin unfehlbares Mittel, gebrüdte Pferbe fd)neH ju he^eib ift, ba§ «an, nad)bem bie SBunbe mit einem Schwamme vorfidjtig auSgemafd)en ift, feingepulverteS Gummi Myrrhae aufftreut. 9? ad) einigen Sagen mirb ber fchlimmfte Srud baburdj gepeilt unb bie SBunbe fd)lie§t fid) otjne ben geringften SJachtheil. 5D?i 11 c l gegen (Srfältung. (Sin Stüd (Stahl mirb rotpglühenb gemad)t, in eine irbene ®d)üffel gelegt unb jmei ®d)oppen Vier barauf gegoffen. SaS fo erhi^te Vier mirb bem ^Sferbe fo marm als thunlid) eingefchüttet, ihm alSbann eine mollene Sede umgefd)lagen unb herumgeführt. SaS Shier mirb halb in Sd)meig geraden unb fid) erholen. Sen Voller j u h e i le n. Vor einiger «Seit fuhr Sinfenber biefeS mit einem vierfpännigen VJagen. plo^li^ blieb baS ^anbpferb fiepen, fenfte ben ^opf, fpreijte bie 33eine unb mar meber burdj ®üte noch hurd) bemalt jum Fortgehen ju bringen. 3d) rieth, bemfelben faltet SBaffer auf baS Äreuj ju gießen, ein uRittel, bai |d)on oft geholfen hat ; allein mir mären von jeber menfdjlidjen SBohnung entfernt. Center Statt) mar theuer, aU plö$lid) ein alter Vauer be« 2Bege4 320 !am. Äaum gemährte er unfere Verlegenheit, alg er rafd) hinjutrat, bafc eine Qhr beg £h*er£$ jtvif^en beibe £änbe naf)m unb heftig ju reiben anfing. Äaum hatte er bamit begonnen, alg bag 5ßferb ben Äopf fd)üttelte, von felbft anwg nnb tjaftig weiter trabte. ®er alte 2ltfergmann verfidjerte ladjenb, auf fol^e Sßeife fd)on viele toUerige Vfe^bc auf bie Veine gebracht ju haben Mittel, bie © e f u n b h e i t b e r V f e v b e, welche f d) w e r e 21 r • beiten verrichten m ü f f e n, ju erhalten. Um foldje ^ferbe bei guter ^re^luft ju erhalten, beren^olge ein träftigc«' nnb gefunbeg 2Ieu^ere ift, wenbe man von ^cit ju ^eit folgenbe Latwerge an,, unb man wirb bie erfreuli^ften 9?efultate erhalten. ©nulawurjel (Huna helenicum), Veifußwurjel, Sberwurjel, Snjian» wurjel, von iebem 6 Sotl), Sdjwefelblume 2 Soth, Seufelgbred 1 Quentd)en. ©epulvert werben biefe $h£^£ m't $onig unb SBaffer jur Latwerge gemacht unb bavon bem erbe SRorgeng nüchtern eine Vaumnufj groß auf bie 3«nge geftridjen. SR a n g e l a n r e § 1 u ft j u b e f c i t i g e n. 1. SRan gebe einigemal 2 tropfen Nux vomica anf Vrob vor bem füttern. 2. ^ferben, 9tinbvieh ober Schweinen, welche im Stall gehalten wer« ben, follte man mehrere SRale per 2ßod)e frifdje @rbe geben.-Qiefelbe be- forbert unb regulirt bie Verbauung, reijt ben Appetit, bewahrt vor ^rant» fjeit, hält bie §aut in guter Qrbnung unb beförbert im 2lHgenieinen bie @e« funbheit ber Shiere. 2IKe0 Vieh rauft währenb beg ©rafeng h^er unb ba ein Vüfd)el ©rag aug unb frißt ihn, SBurjel, ©rbe unb 2lHeg, unb glauben »ir, baß bie ßrbe ein Vebürfniß ber animalifchen Sebengbebingungen ift unb »n bem größten 9?u$en für ben ©efunbheitgjuftanb ber Sh££r£- Jjeujwiebad für ^ferbe. £>eu unb Stroi) wirb auf ber $adfelmafd)ine «rfleinert, mit jerqnetfdjtem §afer gemengt, mit einer Wodjung von Sein» foamen übergoffen unb bann unter bie treffe gebraut. Sie fo fabrijirten buchen laffen fich bequem lange'aufbewahren unb werben von ben ^ferben gern gefreffen. 3n ©nglanb h«t man Verfuge angefteUt, bie sßferbe auf eine jwed« mäßigere Söeife ju füttern, unb bieg baburd) bewertftelligt, baß man ihnen nur £)ädfel unb baju gefdjnitteneg §eu gab. ®iefelben erhielten hiervon bie größten Quantitäten, fo viel fie haben wollten, ju freffen ; 13 5ßferbe ver« ehrten wöd)entlid) jebod) nur 18 Vunb §eu, welche mit 6 Vunb ^Beigen« ftrol) ju ^pädfei gefchnitten waren unb außerbem nod) ben äßeijenfaf; baju erhielt jebeg s^ferb gewöhnlich 2 Vufd)el §afer wöchentlich. Sm Frühjahre würbe bag qefdjnittene $eu unb Stroh 12 Stunben lang eingeweidjt, elje eg iVerfüttert würbe. ®ie auf biefe Sßeife bel)anbelten ^ferbc waren immer weit beffer genährt alg anbere, unb inodjtc bieg wol)l am meiften baher tommen, ba^ fie bei biefer Fütterung in furjer £eit fidjfatt gefreffen unb nun längere 3e£t riit)en tonnten. SRan hat bei biefer Fütterung nur 2ld)tung auf bie Veute ju geben, ba biefe gern geneigt finb aug Vequemlid)feit ben sf3ferben £>eu auf bie Siaufe ju fteden. Einige Sanbwirthe nahmen baher biefe im hinter ganj herunter. 321 Ebenfo üort^eil^aft ift e«, ben ^ferben anftatt be« rofyen ^Afer« 33r»t au« $afer gebaden in SBürfel ßefdjnittcn unb mit etwa« Söeijenfteie ange« mengt jn geben. 9Jlan brauet bei biefer Fütterung erften« nidjt fo viel Hafer al« gewöhnlich, jweiten« befommt biefe Fütterung ben ^ßferben weit beffer unb ift leid)t öerbaulidjer, beim ber Sauerteig hat bie Eigenfdjaft, bie nährenben Steile im üKe^te fo aufjulöfen, baß bie fBerbauung«werfjeuge biefelben tei^t abfonbern; britten« braucht man ben sßferben bei biefci Nahrung gar fein Heu ju geben, vierten« aber fann ljierjn ber fdjon gefehlte ober röthlidje Hafer verwanbt werben, ber in bloßen Körnern jur Fütterung ganj untauglich unb fogar gefährlid) ift. Ein Mittel gegen bie ^otif ber 5ßferbe, wenn biefelbe fdjon foweit vor- gejdjritten ift, baß bie tränten Spiere heftig fdjwi^en. Einguß pro ^Sferb : 2 Soth Asa foedita. 1 Ouart Eamillenthce, 3 Söffet Del. (Einreibung unter bem $3aud): 4 Soth Serpentin ©el, 2 Soth Eantharibentinctur. Außerbem werben Älpftiere von faltem SBaffer fo anhaltenb gegeben, bi« Ausleerungen erfolgen. Sie tränten Spiere muffen vom 2ßäljen abgehalten werben, ba fid) babei bie ©ebärme in ber 9tegel verfeßlingen unb bann ber Sob unfehlbar eintritt. $3ei Anfang biefer Äranfheit fo£l falteS Sßaffer, womit ba« Shier fo lange mittelft äßafferfannen unaufhörlich begoffen würbe, bis eS vor groft fid) faum nod) auf ben SBeincn erhalten tonnte, unb wobei jugleid) bie falten Ü3afferflpfticre in Anjapl angewenbet würben, noch nie im ®tid)e gelaffen haben, iffiurbe bann baS sf3ferb fo lange he^umgeführt, bis eS fid) vom ^rofte erholt hatte, fo fraß eS, in ben Stad gebracht, fofort mit Appetit. Engerlinge bei^ßferben. Sie werben verurfa^t burd) ^»erauStreiben in'S ®raS. öS gibt fein Mittel, fie ju vertreiben ; baS folgenbe 3aljr werben fie auf bem .natürlidjen Sßege auSgeworfen. Hühneraugen b e i f e r b e n, w i e man fi e b e h a n b e l t. Sd)ueibe ben Rieden heraus, wenn eS ein eiternbeS ^»ütjuerauge ift unb ftcÜc ben Buß in einen Umf^lag, nachbem ber Abfceß geöffnet ift. 2Benn bann baS Horn aufgeiveidjt ift, fd)neibe bie ganje Sohfe weg, welche burd) beu Eiter außer 3ufammenhang mit ber verbedenbeu Dberfläd)e gefommen ift; )d)lage ein alteS Eifen auf unb verbinbe eS mit einer Auflöfung von 3infd)lorib, ein ®ran auf eine Unje SBaffer ; fpäter befd)lage mit Seber unb mad)e eine Einlage, um baS Horn plaftifd) §u machen. 2ß i e man b e n H u ft e n b e i ^3 f e r ben b e h a n b e l t. 3er|tampfe beu Hafer, mache baS Heu feucht, gib bem ^ferbe Hafer» fdjleim ober 2einfamentl)ee ju faufen, bede eS warm ju unb gib ipm breimal beS Sage« ein halbes 5ßeint von ber folgenben 9Jliptur in einem @laS tEßaffer; SöeHabonnaeytract, eine S)rad)me, welchen man aflmälig in ein 5ßeint falte« äßaffer hinunterreibt, bi« eS fid) aufgelöft hat, bann füge gehn Unjen äRcerjwiebeltinftur unb ad)t Unjen <^pecacnanf)a htnju. S t e i fi g t e i t, w i e man fi e b e 1) a n b e l t. Vollauf futter, ein reine«, fanfte« Sager, gefunbe Bewegung unb gut« pflege ; gib ihm täglid) jwei Srant, jufammengefe^t au« gowler'S Arfenif* auflöfung, eine halbe Unje ; faljfaure Eifentinttur, eine Unje; Gaffer eio ^eint; mifdje e« unb gib e« in einer Sofi«. 322 Ueberbein, beffenSehanblung. 3n ben erften Stabien mache Umfehläge von Dampfer unb gepulvertem. Opium, von jebem eine ®rad)mc; nadjtjer reibe ein mit einer Salbe vo^ öleijobib, eine Unje; einfache Salbe, a^t Unjen (gut gemifd^t) ; fahre mir ber Se^anblung jwei Söodjen fort, na^bem alle achten Symptome aufge* hört haben ; gönne bem X^iere reichliches futter unb SRuhe. S o n b i t i o miß ulver f ü r iß f e r b e unbfRinbvieb- ®aS folgenbe ift von einem ber beften SShierär^te Suropa'S : pulverifirte 2Iffafötiba, fein gepulverten Salpeter, pulverifirten Seinfamen unb dremotartar ju gleichen SSljeilen unb reibe fie wohl untereinanber. ®it ©ofe für ein ^ferb ift einen ©^löffel voll breimal beS £ageS. ®ie beftr 3Retl)obc. eS einjugeben ift, baS ißulver in ein fleineS Stücf Rapier 31 wicfeln, bie 3Urt9e ^hI£reS möglichft weit herauSjujiehen unb baS ißulver fo weit als möglich hinten barauf ju legen. Spalte bann bem ißferbe bat fDJaul ju unb ben Ä'opf aufwärts, unb eS wirb ohne Sd)wierigfeit bie ^Irjnei hinunter f^luden. ®ann unb wann füllte eS Äleienwaffer erhalten. iß f e r b e n, f d) ö n e ÜR ä h n e n u n b S d) w a n j e j u e r j i e h e n. 3Ran halte bie §aare rein, wafdje fie öfter mit Seifenwaffer bis auf ben ®runb unb häufig mit iöirfeuwaffer, woburd) baS $aar ftart wächft unb fehr fd)ön wirb. iRodj fdjneder unb ftärfer wädjft baS §aar, wenn man bie £>aut mit einer Salbe einreibt, weldje auS 2 Sott) $onig, 1 Voth Sorbeeröl, 1 Soth Seinöl unb 1 Sotl) 3'niebelfaft bcfteht. Stucf) Seintuchen in baS @e« tränt unb Äodjfalj auf baS futter geftreut, bewirft fdjöneS, glattes, glänjen» beS £>aar. Äahl geworbene Stellen an ißferben beftreid)t mau nad) gcfd)ehener Teilung mehrere W?ale mit Leinöl unb bie §aare wad)fen wicber. Um ben ißferben ein fd)öneS, glänjenbeS ^paar ju verfd)affen, waS bie Schönheit berfelben nicht wenig erhöht, fodje man vor Eintritt beS ^rühfahrß anb beS £>erbfteS für jebeS ißferb wödjentlich 2 biS 3 SJtal eine ^panb voO Seinfamen in etwa 6 C''art SBaffer unb gebe ihnen bieS 4 2öod)en hinburd) lauwarm ju faufen. SpaS paaren geht hierburd) leicht unb gut von Statten, unb bie £>rufe, ber bie ^ferbe in biefer ^ahreSjeit vorjugSweife auSgefefet finb, wirb entweber gar nicht eintreten, ober bod) bei gehöriger Schonung leicht unb gemäßigt verlaufen. iß f e r b e, f dj e u e, j u t u r i r e n. äRan jieljt bem fd)euen ißferbe bie langen §aare an ben klugen auS. ißferbe, erhi^te, ju behau bei n. Tian giebt bem ertöten ißferbe 1 ©^löffel einer ÜRifdjung auS | Schwefelpulver unb § Salpeterpulver ; ift baS ißferb fehr ertji^t, fo giebt man ihm 2 ©^löffel voll von bem ißulver, ehe man eS in ben Stall führt. SBiele ißferbebefiljer behängen ihre ißferbe währenb ber Arbeit mit jDcden-wollenen, (leinenen ober lebernen-in ber 2lbfid)t, bie (Sinwirtung fd)äb(id)er ©inflüffc ju verhüten. Allein eS ift nachgewiefen, ba^ baS ißferb währenb ber Arbeit feines Sdju^eS einer S)ede bebarf, ba^ baS ^Behängen ber ®eden währenb ber Arbeit eher fdjäblid), als nü^lid), in ben meiften fällen aber abfolut fdjäblich ift, unb ba§ vorjugSweife bie lebernen Reifen alle (Sigenfd)aften in fich tragen, ben ißferbeförper ju Äranfheiten geneigt ju machen. 323 Spath berißferbe j u heilen. 1. 2Ran reibe bie leibenbe Stelle mit fpanifdje fliegen* ober ÜRercurial* falbe ein. Veginnt biefelbe fiel) ju erhöhen, fo wafdjt man fie täglich 2 9Ral mit einer 2Rifchung von Derpentinöl unb Sd)eibewaffer. 2. 2Ran gibt wieberholt ein Slbfüljrmittel, fühlt ba§ Sprunggelent am Dage mit Sßaffer unb reibt eS abenbS mit (Jantharibenfalbe ein. $omöopatifdj behanbelt man ben Spath mitRhus unb Sepia innerlich, Arnica äufjerlid). Slbgefdjabte Stellen an^ßferben ju heilen. Vlauen Vitriol feingepulvert, eine halbe Unje ; ^onig ober 9Rolaffe<, jwei Unjen. SRifdje eS forgfältig mittels fReiben in einem URSrfer uni trage eS auf bie leibenbe Stelle auf. 438. Pferde, Älter derferOen ju erfrenttett. @in neue« 3c^en» baS Sliter ber 'ißferbe ju beftimmen, befteht in einer §alte ober fRunjel, wel^e nach bem achten Sahr am obern fRanbe beS unter« ^ugenlibeS fidjtbar wirb. Ttit jebem weitern Sahre jieht ftd) bnrt eine neue ^alte an, unb ba gerabe von biefer ^eit an bie Veftimmung beS SllterS ber $ferbe fdjwierig wirb unb bie ßähne, welche fonft ben SInhaltSpuntt bapt geben, oft betrugerifd) jugeridjtet werben, fo verbient ba§ neuentbedte 3^^ oie Veachtung ber fßferbetaufer. 439. ^ferbe auf einfaty greife am J>urt$0e0en ju ßtnbern. $at man junge, wilbe ober fdjeue ^ßferbe unb befürchtet baS Durchgehen berfetben, fo taffe man an bie Slugenflappen eine Sdjnur befeftigen unb jiehe biefe freujweife, vielleicht an ben .Jügeln burch Heine fRinge befeftigt, ju ben £>änben beS ÄutfdjerS, fo ba^ er bie ffaben jeberjeit gleich ergreifen fann. Sn bem Slugenblide, inbem fid) nun bie ^ßferbe jun. Durchgehen an* fchiden, jieht man fdjnelX bie klappe vor bie klugen, Sobalb bie- ißferbe nicht mehr fehen tonnen, ftehen fie augenblidtid) ftiU, unb man tann nun forgtoß abwarten, bis fie ftd) wieber beruhigt haben. Durch biefe leiste Vorrichtung tonnte fo man die Veforgnig unb fo mancher ®efahr mit einem fDlale abgeholfen werben. Da eS aud) vortommt, ba^ alte ißferbe, bei benen baS @efühl im fUlaule abgeftumpft ift, burd) Sdjred Veranlagt, burd)* lugeljen pflegen, fo Ware eS Wohl erfpriefjlid), biefe Heine, fo nü^lidie Vorrichtung an iebem Äutfdjjeuge ju treffen, um fiel) ftetß ganj ohne Ve* forgnifj in ben VJagen fefcen ju tonnen. 440. ^ferben Das Joppen ober ^uffe^en a6jugewöhnen. 2Ran hat fdjcn häufig gegen bie äu^erft fatale Slngewohnfjeit ber ^ferbe bie verfchiebenften ^Rittet ohne Erfolg angewanbt. DaS einfad)fte unb ju« Verläffigfte ift, bie Grippen foldjer ^ferbe ungefähr ^u§ tiefer herunter fe^en ju taffen, woburd/biefer Unart am heften unb für bie Dauer begegnet wirb. So behanbette vf^be erhielten nad) einiger £eit ein weit f^onerel Volleres SluSfehen unb fo fefteS hartes $leifd), wie fie juvor nie gehabt. 441. Pferde, ^aßmßeif berferßen 31t ßefetttgeu. Vernageln ber ißferbe ßat (Sntjünbung, (Siterung unb Saßmßen tfolge. ®en <©j| beß Uebels ßnbet man, menn man mit einem §amme! auf bie 3?äpfe ber iRägel Hopft, bis baS ißferb judt, menn man ben richtigen irtßt. tiefer 9?agel muß fofort auSgejogen merben unb läßt man ißn im fehlen. £at. berfelbe aber längere .Seit im §ufe geßedt, baß ßd) (Sitei bubet, fo iß baS (Sifen abjuneßmen unb bie Deßnung beS berle^enben Gagels in erweitern. 9J?an feßlägt ben ^uf mit Seßmbrei ober Äußmiß ein unb habet ißn abmedßelnb in laltem Söaßer. (SS iß bieHeidjt nod) nießt allgemein belannt, baß ber Saamen ber Sonnenblumen baS untrüglidßße bis je^t entbedte Heilmittel jur fcßneUen (Sour bon (foundered) ißferben iß. Unmittelbar nacßbem .man auSgefunben ßat, baß ein ißferb gefounbereb iß (menn ein ißferb in ^olge Don (Sntjünbung unb außer gemößnlidjer (Smpßnblicßfeit laßm iß) mifdje man ungefähr eint $eint beS ganjen SaamenS unter beßen futter unb eS mirb turirt merben. 324 442. Pferde, möerfoenfttge, $u äRan jößmt ganj milbe erbe, mit benen man biSßer no^ nie umge» gangen mar, burq ben ©ebraucß fotgenben 'jßulDerS. SD?an erhält baffelbe. tnbem man einen ^Ro^apfet von ben §üßen megnimmt, ißn trodnet unb pul« berißrt. (Sinen Heinen £ßeil bann btä^t man burdj eine geberfpule in bie 9Jafe bie ^ßferbeS, unb bie SöirXung tritt in memgcn Ginnten ein; baS SC^ier mirb folgfam, läß feine f^üße anfaffen unb auffi^en. 2 . @anj in berfelben Steife mie man bie galten jaßm macfjt mußte man fonft bie unbänbigften 5ßferbe geßorfam ju madjen. ©aS s^ferb mürbe in feinem ©taube berleßrt angelegt, mit bem ©^meife nacß ber 9taufe ju unb 48 ©tunben lang belam eS meber futter nod) burfte eS ßd) legen. Seute, bie einanber abloßen, [tauben an feinem ^opfe unb roedten eS, fobalb eS fdjlafen ju moUen fdjien. 9?acß 48 ©tunben foldjer 53eßanblung läßt eS aÜeS mit ßd) ntadjen. 3 (Sin anbereS 53erfaßren, baS etmaS SöunberbareS ßat, iß einfacher unb Don ben 3nbianern in ben großen Prärien entlehnt. ©obalb bort ein Snbianer ein milbeS Sßferb gefangen ^at, ßält er ißm nor allen Gingen bie Äugen mit ben £>änben ju unb atßmet ißm in bie Lüftern. ®on biefem Äugenblide an tann eS für gejammt angefeßen merben. DiefeS SSerfaßren iß burd) ben STeifenben (S a 11 i n befannt gemalt unb in (Snglaub Dielfad) öerfucßt morben, ßetS mit bem munberbarßen (Srfolge. 'iRur menn man bem jtßiere in bie Büßern bläß, bleibt baS 55erfaßren mirtungSloS; man muß ßineinatßmen. (SS Vereint bieö bem ^ferbe ein eigentßümlidjeS 53 e= ßagen ju erregen, benn mandje fo be^anbette Stiere ßreden nad) bem erften Ißerfudje Derlangenb felbß bie ßlüßern empor. 4 üßiH ßd) ein 5ßferb nidjt befdjtagen laßen, fo ßede man ißm einen Heinen runben Äiefelßein in baS Dßr, ßalte eS mit ber £>anb feß ju unb ßreicßele baS ^ferb. 3n beibe Obren Steine getban, mad)t eS nod) jaßmer. 5 träufelt man einige Xropfen ^ßeterßlien^Äetßer auf ein £ucß, ßängt biefeS bem ferbe über bie Äugen unb ©ßren, foU aud) baS unrußigße fofort ßiH ßeßen mie ein Jamm unb fid) gebulbig befdjtagen laßen. 6 S?eib ein menig Äümmelbl in bie §anb unb nähere bich bem ©hier* von ber Seite, mo ber 2ßinb herfommt, fo bah eßben Kümmel riechen tann ©aß -ßferb mirb bid) ohne Sd)mierigteit an fid) fommen laffen. Sogleich reibe bie §anb ruhig an bie SHiftern beß fo etmaß Del baran Tommt unb bu tann'ft eß führen, mohin bu midft 7 ©hue ad)t ©ropfen S^hobiumöl in einen ©amenfingerhut, nimm benfelben jmif^en ben ©aumen unb SJiittelfinger, fo ba£ bu bie Deffnung . beß ffingerhuteß Verftopfft, um baß Del am Slußlaufen ju hinbern, mährenb bu baß SJJaul beß ©hiereS aufthuft. Sobalb baß SJJaul geöffnet ift,, fdjütte ben ffingerhut auf bie 3un9e beS Sfcr^ß au$ Sferb ift bein Stlave unb mirb bir folgen, mie ein S^oohhunb, unb bleibt von nun an bein gelehriger Schüler unb ffreunb. 325 443. Pferde vor ^remfen- unb pt ftßü^at. ©ie Sarven ber Sremfen tobtet man, inbem man bie Schultern ber 'ßferbe mit SBaffer mäfdjt, in welchem ^Quentchen Duedfilber aufgeloft ift. ©ie fliegen fann man baburd) vom ^Pferbe abhalten, bah man fie mit grüner Schaafgarbe, bie überad mäd)ft, tüchtig abreibt, ©en Oerud) biefer Sflanjen tonnen bie fliegen nicht vertragen unb mirb baß Sieh von ihnen verfdiont, meldjeß mit S^aafgarben gerieben mürbe. 444. ^ferbege^irre, ^(^warje für SJtan fdjmelje 4 Unjen Sdjafunfdjlitt unb 12 Unjen 2Öad)3 jufammen, füge hinju 12 Unjen danbißjuder, 4 Unjen in döaffer aufgelöste Sd)mier» feife, unb 2 Unjen fein gepulverten Snbigo. S5enn gefdjmoljen unb gut Vermifdjt, thue ein fyalbeß 5pint ©erpentin hinju. Seftreidje baß Seber bamit vermittel^ eineß S^mammß unb polire mit einer Sürfte. 445. ^ferbe-^ranü^etf. ©em befallenen 5ßferbe ift gute Streu $u bereiten, bie Stallung ifk mohl ju lüften uub tu temperiren. 9?un bürfyt man Sruft, Saud) unb Stuften beß tränten Sferbeß ftarf mit einer in talteß SBaffer getauften f^arfen Sürfte.-Sllßbann ummidelt man ben Stumpf boppelt mit einer in tattern ^Baffer gerungenen modenen ©ede, bie bann mit einer trodcnen modenen ©ede umgeben mirb, uub befeftigt bie ©eden an paffenber Stede mit einem Ourte.-3e$t mäfdjt man SRaul unb klugen mit einem mit über* fdjtagenem Söaffer getränften Sdjmamm gut auß unb gie^tbem ©hiere | -1 Quart marmeß 2öaffcr langfam in ben §alß, maß ade ^albe Stunben ju mieberholeu ift, unb frottirt babei bie Sptremitäten mit fdjarfer, trodener Sürfte.-Stad) Stunben entfernt man bie ©eden, frottirt leicht Sau^ unb Stüden mieber mit fdprfer, naffer Surfte unb mirft barauf bem tränten ^Sferbe eine trodene ©ede über. 3n 3roHd)enräumen von 1-2 Stunben, je na^bem fidj gefährliche Spmptome jeigen, mieberholt man baß angegebene Verfahren, biß na^ unb nach a^e Ävantheitß-Srfcheinungen üerfdjmunben finb. SRit Sidjerljeit barf man am britten Tage bie ÄranHjeit atS gehoben ■nfeben unb ift baS ^ßferb an biefem Tage nur noch ni^ dürfte unb Tede troden ju beljanbetn unb mit warmem Sßaffer ju trünfen. Setbftüerftänblich ifi }• B- ,nur leichtes unb weidjeS futter ju reichen. ®S ift üon nieten ^ßferbebefi^ern probirt worben, ben franfen 5ßferben feinen TabadS * 5Ibfalt inS futter ju mifdjen, unb foH bieS mit Erfolg auf bie ^Jferbe gewirtt haben. @S ift bieS ein billiges äRittet unb fann leicht berfudjt werben. 326 446. ^^an^en, wefR geworbene, wieber $n Beteöen. SRan bereitet eine boKtommen gefättigte Äamp^erauflofung in Stlfo^ol nnb fe^t bem SBaffer, baS man jur ^Belebung ber 'ißflanjen nötfjtg bat, ton biefer ^luflofung 4 Tropfen auf 2 Sott) SBaffer ju. So wie ber Äamptjer mit bem Sßaffer in föerü^rung fommt, bitbet fid) ein bünneS fetteS §äutd)en, Welches gehörig mit bem SBaffer gef^üttelt werben mufj. (Sine turje 3eit über wirb ber ^?ampber in Heinen gloden im SBaffcr fcbwimmen, jule^t wirb er ftc^ aber mit ber gtüffigfeit verbinben unb in berfetben üerfdjwinben. ©ie weifen fßftanjen werben nun in biefeS ^amp^erwaffer getaud)t, fo bafj btefelben ganj baoon bebedt werben, unb 2 bis 3 <Stunben lang in bem* felben gelaffen, wo bann bie Welten blätter fid) entfalten, bie t)ängenben <5pi^en ftc^ aufridjten unb bie runjelid) geworbene ^Rinbe wieber boU unb faftig werben wirb, ©ie ^flanje wirb hierauf in gute (Srbe gefegt, reidilid) begoffen unb bor ber Sonne gefdjü^t, bis fie fid) eingewurjelt bat. 2Benn bie ^ßflanje nidjt in 4 Stunben fid) erholt, fo tann man annebmen, bafj biefelbe abgeftorben. gängt bie Weltgeworbene ^ßflanje aber an, fidj ju erboten, bann barf man biefelbe ni^t über 3 ober längftenS 4 Stunben in bem ^ampberwaffer taffen, benn ber Äampber reijt bie ißflanjen ju febr. 447. ^ffanjen nor bem Erfrieren ju Bewahren. 2Ran fteUt einige @efä^e bott 2Baffer um bie ^flanjen. ©aS Söaffer Sefriert unb entwidelt wäbrenb beS UebergangeS in ben feften ^uftanb eine inreidtenbe SRenge SBärme, welche bie Temperatur ber junä^ft befinblidjen Körper nid)t unter 91uU ^erabfinten läfjt. ©er Ort, an welchem ftd) bie ^flanjen befinben, barf feinem ©urd)jug auSgefe^t fein. $aben ^flanjen burd) groft gelitten, fo befpri|e man fie mit möglidjft (altem 2$ aff er unb taffe fie 24 Stunben lang bei mögli^ft niebriger Tem* peratur im ginftern fielen, bewahre fie babei and) oor jeber Zugluft, ©ie Erfahrung lehrt, bafj baburdj bie grofje SRebrjabl ber ^ßflanjen gerettet wirb. 448. ^nn^n, erfrorene, ju BeßauMn. Um erfrorene ^ßflanjen ju retten, ift eS ratsam, fie an einem bnnMn Drt ju galten bis fie auftbauen, unb bieS Auftbauen nur fe^r langfam bor ftd) geben ju taffen. Sine trodene winbftiHe 3ltmofpbäre ift bierju noi^ wenbig. Sine erfrorene fßflanje, Welche man in Bugluft, ™ ®onnenfd)ein, in ju ftarte Sßärme fteUt, gebt meiftenS halb nad) bem Auftbauen in eine brcitcjc 2Raffe über. 5£t>aut man fie jebod) in ftiCter, trodener Suft auf, fo wirb fie fid) in aßen gälten erboten, wenn ber groft fie nid)t gar ju heftig mitge- nommen ^at. 327 ©iefe Bewertungen beziehen fid) befonberS auf halb unb ganj harte unb ÄalthauSpflanjen, wie Pelargonien :c., aber auch auf h°^9e ©efoadjfe, wenn fte aufjer bem S3oben Dom ^rofte ergriffen werben. SBäume unb Sträucher • auf ber SSerfenbung, wenn ihre SBurjeln gefroren finb, werben weit weniger leiben unb nod) weit leichter gerettet werben, wenn man fie nach obiger, für jartere ©ewä^fe geltenben Einleitung im ©unfein c^ufthaut unb bann gleich in trodene froftfreie <Srbe einf^lägt. 449. pflaumen Bäume aus ißm Steinen ju er}ie|en. ®ie auS ben Pflaumen gefummelten Steine wirft man in ein ^a§, übergießt fie etwa einen f^ufj 0°^ niit SJHftjaudje unb läfjt fie fo etliche SBo^en ftehen. ®ie obenauf fdjwimmenben unb unbrauchbaren wirft man weg, bie übrigen aber werbeu auf ein ©artenbeet linienweife in binnen ge» legt unb mit jwei3oU ®rbe bebedt. Sol^eÄerne gehen bann im Frühjahre faft alle auf, unb rafd) unb fdjört wachfen bie ^ßflanjen empor. ®urd) biefe« Verfahren wirb nämlich nid)t bloS bie äufjere ^>üUe mürbe gemacht, foiibern cS bringen and) in baS innere beS fernes bie guten, fetten STl)eile ber 3faud)e, fd)weUen ben Äern auf unb geben bemfelben jur 3^it ber Sntwide» (ung mehr Äraft, bie mürbe geworbene Steinhülle üoUenbS ju burdjbredjeit. Sehr fd)ueH warfen auf fold)e 5lrt erjogene Stämme, unb bei weitem bauer» hafter unb gefunber, haben eine mit ber Ärone int gehörigen ®erhältni| ftehenbe äöurjel; auch fie überhaupt nidjt fo entfräftet, als biejenigen, |o üon SöurjelfchGelingen erjogen werben. 450. Pflaume« ju öömn. ®aS ®e§eimni§, Pflaumen fdjön fdjwarj unb elaftif^ ju börren, fo ba^ fie Weber juderig nod) afdjig auSfehen, foH barin befielen, ehe bie §rüd)te ganj gebörrt finb, SRaudj in ben Qfen ober in bie Dörrfammer einjulaffen. 451. Pflaume« einjuma^en. 2luf 8 ^ßfunb ganje Pflaumen werben 2 Soth 3intntt unb 1 Soth helfen in ein ®IaS gelegt, bann werben 2 Quart ®ffig mit | Quart SahorS (ift ein Söorbeauywetn) unb 3 ^ßfunb 3uder jufammen aufgetodjt unb falt auf bie Pflaumen gegoffen. 2Benn biefe bamit 24 Stunben geftanben haben, wirb ber ßffig wieber aufgefod)t unb falt aufgegoffen; mau läfjt eS abermals 24 Stunben ftehen, giefjt jum britten SD^al bie Sauce in eine ©afferole ab, unb wenn fic focfjt, wirb bie Hälfte üon ben Pflaumen hinein bie anbere Hälfte aber in eine Serrine gefd)üttet unb baS @laS gewärmt. Die Pflaumen werben mit ber Sauce getobt, unb wenn fie anfangen weid) ju werben, bann nimmt man fie fdjneU mit einem Schaumlöffel ^erauS, legt fie in'S ®laS unb fdjüttet bie anbere Hälfte auS ber Perrine fogleidj wieber in bie ©afferote unb Verfahrt bamit fo, wie mit ber erften. Sßenn alle pflaumen heraus finb, läfjt man bie Sauce fo lange lochen, bis fte fiebrig ift, bod) and) fo, bafj man genug ju ben Pflaumen behält, über wel^e fie bann heifc gegoffen wirb. 452. pflaum enmuß jn Bereifen. Um Don ben abgefallenen, noeß nießt ganj reifen Pflaumen füßeß 2Ruß ju erßalten, breitet man fie auf einem luftigen SBoben auf einem Stroßlager au« nnb läßt fie 8-10 Sage liegen. Sie ^Bereitung beß ^ßflaumenmußeß aefeßießt folgenbermaßen: 5Racßbem bie nießt ganj reifen ffrücßte in reinem »Baffer gemaftßen morben finb, merben fie von ben fernen befreit unb in einem Reffet bei gelinbent ffeuer unb beftänbigem Umrüßren fo lange gefoeßt biß bie mäffrigen Sßeile berbunftet finb unb ber Saft einen gleidjformigen, bidftüfpgen Sßrei bilbet. Saß gemößnlicße Äennjeießen beß SIbneßmenß beß QRußeß bom f^euer befteßt barm, baß eine geringe SRenge beffelben, auf auteß Scßreibpapier getröpfelt, nießt meßr bureßfeßlägt; bann mirb eß unter fortgefe^tem SRußren fogleieß in eineu Steintopf gefüllt, jugebunben unb an einem trodenen Orte aufbemaßrt. Um bem pflaumenmuß eine feßöne ftßmane ^arbe unb einen angeneßmen ©efeßmad ju ertßeilen, mirb auf jeben Äorb pflaumen eine $anb boU reifer f^marjer ^oUunberbeeren in einem ifeffel erßi^t, jerbrüdt unb bie ^lüffigfeit burd) ein leineneß Sud) ju bem ^ßflaumenmuß gefeißt. ©leid)zeitig merben einige ©itronenfeßalen, 4 £otß Ongmer unb ebenfobiel ©emürjnelten auf jeben Äorb Pflaumen bem 9Ruß jugefe^t unb bie 9Raffe unter beftänbigem Umrüßren fo lange cingelodjt, biß fie bie geßörige Side erlangt ßat. Um feßr feineß 'SRuß ju erßalten, bringt man bie bon ben Steinen befreiten Pflaumen, naeßbem fie burd) einige Stunben langeß ^oeßen in SBrei bermanbelt morben finb, in einen feinen Surcßfcßlag, fo baß bie Sdjalen nebft ben gröberen flüffigen Sßeilen jurüdbteiben. Saß ©ureßgetriebene mirb ju einem biden SRuße eingefodjt. 5Iuß bem in bem S>urd)fdjlag £urüdgebliebenen fann man ein gröbereß 2Ruß toeßen. 328 453. Pflaumen für ben hinter anfjußewaßren. ©in Steintopf, beffen 53oben man mit SDßeinlaub belegt ßat, mirb mit Pflaumen bidjt angefüllt. 2Iuf biefe bringt man mieber ein Sd)id)t SBein» laub unb berfeßließt bann ben Sopf mit einem feft feßließenben Siedel, ma* rauf man über benfelben Seßmalj gießt, baß eß eine feftfeßließenbe Sedt bitbet, um ben Zutritt ber Suft abjußalten. 454. Pfeffer einjuma^en. SRimm junge, große, längließe ^fefferfdjoten, laß ben «Samen barin unb ben Stiel baran, maeße einen Scßnitt in bie eine Seite jmifeßen ben großen Bibern, bamit baß Sßaffer ßincinbrmgen tann ; gieße toeßenbeß Saljmaffer barüber, meld)eß alle Sage für brei 2öod)cn erfrifeßt unb forg* faltig xugebedt merben muß. 2Benn bie ^fefferfeßoten nad) Verlauf biefet £eit alle reeßt feßön grün geworben finb, fo gieße man falten ©ffig unb ein roenig Surmerif barüber unb ßebe fie forgfältig auf. 9Ran mu| barauf be« baeßt fein, baß man nid)t bie großen Albern bureßfeßneibet, inbem fonfl augenblidließ bie §i^e au« ben Seßoten ßeraußbringen mürbe. 455. ^fir|l^ßaume vom ju frühen ^Cttfjen 9Ran ßat außgefunben, baß ''ßfirficß bäume, bie üerebelt mürben, 3 SBodjen fpäter, alß nießt gepfropfte, blüßen, unb fomit nießt ber ©efaßr auögefe^t finb, ju erfrieren. 456. ^ftt iflen sJ5ftrftd)e mögen reif, aber nidp weid) fein, f&il unb fdjneibe ße Hebt unb bereite fie rote 5lepfelpei. 457. ^u^aren ^&den. Sine neue 2Retf;obe, bie pflüge $u pärten, um i^nen neben ber 3^^ig* feit beS (SifenS bie £)ärte beS StaplS *u berlcipen, ift bie folgenbe: ®ie ^flugf$ar wirb erfjiljt unb in gefdjmoljeneS Sifen getauft; hierin üerbleibt fie jwei Setunben, woburd) bie beibeu flächen ^ur Söet^glüOOi^e gebracht werben, wä^renb bie SRitte inwenbig nid)t burdpveg erOifet wirb, fobann wirb fie in äßaffer getaudjt, bie £>berfläd)e wirb baburd) parier als ber befte Sta^l, wäprenb baS innere alle unb Starte beS SifenS bewahrt, ©er ^Bortf)eil biefer SRet^obe liegt barin, ba^ wä^renb bie ißflugfdjar bie fdjönfte Politur erhält, fie jugleic^ jätje genug bleibt, um irgenb wel^e Stö^e in fteinigem 53oben oljne Sdjaben auS^alten ju tonnen. 458. pfropfen. ©ie f^ranjofen haben jetjt eine neue SRet^obe beS pfropfens im ®e» braud), bereu Äentnifj fe^r wertvoll für ©artentünftler fein bürfte, ba fte ju jeber Öa^reSjeit bolljogen werben tann, gleidjbiel ob ber Saft gerabe fließt ober nid)t, wenn man nur gefunbe, boUtommene ÄnoSpen erhalten tann. ©aS pfropfen gefd)ief)t, inbemman ein fleineS Stüddjen SRinbe bom $0(5 entfernt, bie fo entblößte Stelle gut abglättet, ein paffenbeS Stüd mit ber ÄroSpe barauf fe^t, unb biefeS gut mit SoUobium überftreidjt. ©iefe« bilbet ein ftarteS unbemertbareS $äutd)en, weldjeS eine freie £irculation beS SafteS beim ^nbru^ beS warmen SßetterS geftattet, unb eine ooUftänbige ^erbinbung ber Steile OerfteUt. 459. ^xopfretfer oßne abeu weif uerfenben jit Hörnten. Um ißfropfreifer o^ne Staben weit berfenben ju tonnen, wei^e man ©^on mit Baumöl auf, madje Äugeln non ber @rö^e einer ©^eetaffe babon unb ftede 8 bis 12 SReiferdjen an ben abgefdjnittenen Snben ein. 460. ^^osp^or anftnftewaßm. 5P0oSP0°r mujj betanntlid), feiner leisten Snüünblidjfeit wegen, ftetS unter SBaffer aufbewa^rt werben. ©a aber im üßinter baß äßaffer (ei^t gefriert, babei bie ^tafdjen ober 53ü^fen jerfprengt, beim ^luftpauen aus* fließt unb ben iß^oSpf)or unbebedt jurüdlä|t, fo tann leicht großes Unglüd entftetjen. SRan foUte bafjer ben ippoSpf)or nur unter Sßaffer, weldjeS mit 1-10 feines Volumens Spiritus Verfemt worben ift, unb in ^olge beffen bei gewöljnlidjer SBintertälte nidjt gefriert, aufbewa^ren. 461. ^olftermateriat, ein neues. ©ie Saamenfapfel ber Älette, biefer tvenig beachteten ißflanje, liefert ein gefud)te§ SRaterial jum ißolftern. ^a^t man eine Saamenfapfel ber Kletten im reifen unb trodenen £uftanbe bei ifjrem Stiel in ber einen $anb, unb mit ben D^ägetn beS ©aumenS unb geigefingerS ber anberen bei einer 330 Wrt Weinen fRabel«, ber fiep in fentredjter fRidjtung über bem ©tiele befindet, fo läßt fiep bte mit feinen ©tadjeln befette §üde, weld)e eben bie ©aamen* fapfel bilbet, ju einer fpiralformigen Sorfe bon jepn SBinbungen unb mepr au«einanber jiepen. Tiefe fpiralformigen Soden finb außerorbentlid) elaftifd), um fo mepr, je mepr beren jufammen finb ; fie bemalten biefe ®lar ftijität Oapre lang, fo baß fie bereit« mit ^Bortpeil jum Polftern bon ©gemein, Äißen, ^opftiffen, 2lrm* unb fRüdlepnen jc. berwenbet werben. Ta bte Kletten ;u btefem iBepufe troden fein müffen epe man fie fammelt, fo fällt bie Seit iprer Sinpeimfung in ben Anfang be« Sßinter«, wo anbere (5rwerb«jwetge aufporen, unb e« bürfte baper für SRandien nid)t unerfjeblid) fein, bon btefem neuen §anbel«artifel ^unbe ju erhalten. 462. ^ößeffrei^ in einem ^age öa|| es öenfetßen ^ef^maeä ßaf, als fofeßes öas wo^enfang etngepöfteft war. 9J?an leeje ein Stüd ^leifd) in einen ^übel boU Salj unb laffe fo biel Salj hineiniiehclt dl« ba« ^leifc^ annehmen will. @in ^aS mit biß jum fRanbe angefülltem ^lufjwafier fteHe man bereit, auf biefeß werben ein paar Stäbe gelegt unb baß ^leifdi barauf ®aß SBaffer jiehl nun baß Salj an fid) unb baß ^leifdj fo jubercitet hat nach 24 Stunben fdjon ganj ben ©ef^mad beß Pofelfleifd)eß, unb ift gelod)t biel ^rter unb tnohlfdjmedenber alß baß auf bie gewöhnliche Steife gcpöfelte 463. ^öRerrtnbfTet^, ^amßnrger, pt matten. 3u 50 Pfb. §leifd) nimmt man 8 Pfb. Sah, 12 Loth gereinigten Salpeter, 8 £>änbe boU ßwiebeln, 1 £>anb boU Knoblauch, 1 £>anb boU Schalotten gef^nitten. 1 £>anb boU Sßadjholherbeeren, 2 £änbe boU Safilifum, 2 ßänbe boll Majoran unb 4 Loth Lorbeerblätter, 8 Loth rteiSen Pfeffer, 2 Loth Pfeffernelfen, 2 Loth SRußfatblüthen, aUeß grob jerftoSen, reibt mit biefer Plifdjung baß gleifd) ein, ftreut babon jwif^en bie ^teifdjftüde, bte man in ein ?Va§ legt unb belaftet. 464. ^rei|etßeeren etnjuma^en. ®ie gut außgelefenen Leeren werben in einem meffingenen Reffet auf fdjwadieß f^euer gefegt, nad) belieben wirb ^uder ^injugefügt. unb bann läßt man fie jugebedt fodjen, fd)äumt fie fleißig ab, unb lä^t ]ie fernerhin fo lange lochen, biß bie Preiselbeeren orbentlid) geplagt finb ; bann nimmt man fie fdmell ab, bamit bie Sauce nid)t 311 furj wirb, unb thut fie gleich au« bem Äeffel. Srfaltet füllt man fie in reingemadite, außgetrodnete ^lafdjen unb torlt unb berpi^t biefe gut. 465. ^tadtes^en in jeder ^a^resjeit ju ließen. Um ju jeber 3a^reöjeit fc^tieü 5Rabie«d)en ju erhalten, wirb empfohlen, ben ©aamen 24 ©tunben einjuweidjen, bann in einem ©ärfdjen ber ©onne augiufe^en. SBenn berfelbe (in 24 ©tunbcn) ju leimen anfängt, wirb er in eine mit gut gebüngter Srbe angefüllte Äifte gefäet unb non Seit ju 3^ lauwarmem Gaffer begaffen. 9?ad) 5- 6 Tagen 6at bie Sßurjel fdjonbte @xöße einer Heinen Swicbel erreicht. Um im hinter fRabieSdjen ju eritelen, bringt man bie mit gut gehängter @rbe gefüllte Äifte in einen warmen Weder, bebedt fie mit einem Terfel unb begießt fie jeben Tag mit lauwarmem SBaff«« 331 466. $adiepitfoer, nettgef^rießene f^warje oder hinten* <eifte rein roejyn Raffen. 2Ran mifdje ein jart aeriebeneS unb »oljlgemifdjteS fßulüer bon gleich' Oiel Salpeter, Sdjmefel, maun unb Sernftein, unb reibe bamit ben Hermittelft eines meieren leinenen SappenS. 467. Stände, ^rind der ^ansi^iere, Rittet dagegen. ^3 f e r b e. 8 ßotlj öuedfilberfalbe, 1^ ^ßfb. ^anfot, 4 Sot^ ^ornöl unb 8 Sot^ Sd)»efelblumen »erben ju einer (Salbe gemadjt, mit »eldjer man baS ^ferb über^er einreibt, .ß»ei Sage lang mu| eS int StaUe gehalten »erben ; am britten Sage reibt man e$ fonft mit Strolj« »ifd)en ab unb fe^t bieS fReiben nod) 2 Sage täglicf) 1 Stunbe fort. Sim elften Sage reinigt man e§ mit leichter Sauge unb Seife. 3ft eS noth»enbig, fo madjt man nad) ber erften (Einreibung nad) 14 Sagen nod) eine j»eite mit ber Salbe. Sic Homöopathie giebt bei ber trodenen fRäube täglich 1 2Ral Sulphur, Sepia ober Dulcamara. finb ®efd)»üre borljanben, Arsenio, alb., bei ber naffen fRänbe Lycopodium. fR i n b b i e h- fIRan »äfdjt bie $aut mit einer dürfte mit folgenber ^lüffigleit: 4 fßfunb Sabal »erben in 1 (Eimer Sßaffer 1 Stunbe gelobt, ber Sabal IjerauSgenommen, ber Slblodjung 1 ^ßfunb Sdjmefel unb 2 s^funb ^otafdje jugefe^t, ba§ @anje nod) | Stunbe gelobt unb ber Von bem f^euer entfernten nod) Ijeifjcn glüffigfeit unter ftarlem Untreren 1 ^ßfunb H^fd)« ljornöl jugefe^t. SRit biefer »armen ^lüffigteit »irb bie £>aut tägtid) 1 uRal fo lange gemafdjen, bis ba§ 3uden aufljört unb bie §aare reichet »adjfen. Homöopatljifd) roirb bie SRänbe beS fRinbüie^eö geteilt, inbem man täglid) 1 ÜRal Sulphur, Sepia unb Dulcamara anroenbet. S d) a f e. 4 Sljeile $le|jtalt unb 5 Steile ^Sotafc^e »erben mit Saudje ju einem Sörei angerüljrt unb 6 Steile Hirfdjljornöl, 3 Steile S^eer, 200 Steile IRiftjaudje unb 800 Sljeile Sßaffer jugefe^t. 9Ran rüljrt bie flRaffe fdjnetl unb gut jufammen unb taud)t bie tränten Spiere in bicfe ^lüffigfeit. Sie Homöopathie berorbnet 3 @aben Sdjroefelbalfamtinttur a 2 Sropfen. S d) ro e i n e. 3Ran »enbet »ieberljolt »arme Seifenbäber an. 2. 2Ran »enbet »ieberljolt »arme Saugenbäber an, in benen et»a$ (Seife aufgelöft ift. § u n b e. üRan beftreicht bie tränten Sfjiere mit einer Salbe öon S^meinefett unb Sd)»efelblumen üom Äopf an, bem fRüden entlang bis aa ben Sdjroanj. Homöopatljifd) befjanielt man bie fRäube ber §unbe, tnbem man Sulphur ju 5 Streutügeldjen in lauer SIRild) giebt. a p n. üRan reibt ^opf unb Pfoten täglid) 2 3Ral mit Äam- pheröl ein. 468. ^taßmen, uergoCöete, jn reinigen. «ffian überftreidje fie mit äßein^ffig, fpüte fie nad) einigen Minuten in reinem Sßaffer ab, of)ne fie ab jutrodnen, bamit bie ^Jolitur nidjt befdjäbigt »erbe unb laffe fie in gelinber SBärme trodnen. Sidjerer nod) roirb bte ^oliment SBergoIbung burd) ben meinen Sanbarad SBernfteinlad gereinigt «nb jugleid) erhalten. 332 469. Ratten unö ju pateetBen. ©en hatten unb Käufen ben Zutritt jum £>aufe ju bermepren, gibt «8 ein einfache« $au«mittel. SR an judje bie Soccer berfelben auf unb ber» ftopfe fie mit Lumpen, meldje mit etma« Xerpentiuöl befeuchtet merben. neuert man biefe menig toftenbe Befeuchtung mit ©erpentinöl alle brei 9Ro« nate, mirb man gegen öie ungebetenen @äfte geföp^t bleiben. Die lederften Speifen fann man gegen Ratten unb SD?äufe fidjern, menn man nad) ©er< pentin rtedjenbe £äppd)en um fie herum legt. 2 Um bie Rattenlöcher herum beftreue man ben Beben mit Slefctal!. ©iefe« greift bie Pfoten ber Ratten an, bie fogleid) bon ihnen beledt merben, moburch ihre 2Räuler fo munb gemacht merben, ba§ fie eiligft fiep von biefem Orte jurüdjiepen. 3 ©a« moplfeilfte SRittel, um 3nfecten unb Ragethiere ju vertreiben, ift ber ©plortatf. ©er (Geruch beffelben ift in«befonbere Ratten unb SRäufen bö^ft unangenehm, fo ba^ fie ben Ort fofort verlaffen. Sßirffam ift biefe« ■Drittel ferner nod), um auf Reibern, Siedern unb in ©arten, ©rbflöpe, Raupen, Schmetterlinge :c. grünblich jU bertreiben, inbem man bei trodener SBitterung nur bie peimgefuepten Stüde mit fein pulberifirtem ©plorfalf gut überftreuet um fie boUftanbig unb bauerhaft bon biefer Reft ju befreien. 4 © i e 2R e e r j m i e b e l ift eine« ber beften Bertilgung«mittel für Ratten, SRäufe, überhaupt ade Ragethiere. ©in eigentliche« unb jmar toirffame« Rattengift ift bie SReerjmiebel, [.,Squilla maritima*•] bie man in allen Sipotheten billig taufen fann. 3Ran bereitet ba« @ift alfo : SRan nimmt einige Scheiben bon biefer 3miebel, bie fo grofj mie eine Stoppel« rübe ift, padt fie fepr fein unb focht fie anhaltenb mit gett [Butter obei Scpmalj,] f^üttet ba§ gett ab, legt c« in ©etter unb fe^t biefelben an ben bon Ratten ober SRäufen befuepten Ort. Sind) fann man mit biefen 3miebeln ein ^ßulber bereiten. SRan jerpaeft bie 3miebet unb reibt fie bann in einem SRörfer ju einem jarten Brei unb mad)t mit biefem unb SRepl einen ©eig, ben man mie Rubelteig au«mirft, fo bünn mie möglich in fleine Stüde fepneibet unb auf fßapier an mäßiger Sßärme, etma auf bem Ofen, trodnen lä^t. Racpper xerreibt man biefen ©eig ju feinem fßuloer, melcpen man al« ©ift benu^t. ©« lägt fid) auf biefe BJeife in guten Bled)büd)fen ober ßoljfdpadjteln lange aufbemapren. Rian fann baffelbe aud) ben ^odfpeifen [Beiden] beimifepen. 5 §ür Sanbmirtpe ift bie Slu«r ottung ber Riäufe, namentlich in manchen fahren unb Orten, bon Bßicptigtcit. Seit fahren hat fid) ein neues Ber» tilgung«mittel gegen Rläufe unb Ratten in ©uropa burd) fcpneU au«gebreitete Slnmenbung al« bemährt ermiefen. ©affelbe ift ein gepulberter toplenfanrer Barpt, [carbonate of baryt] meldje« al« Riäufcgift, am beften mit Rfepl bermengt, angemenbet mirb. ©erfelbe ift für bie meiften Ragetpiere töbtlid), für andere ©piere aber fein ©ift« 6 2ßenn ein $au« bon Ratten heimgefud)t ift, meldje meber ^äfe nod) anbertn 3?öber in einer f^alle anrühren roollen, fo barf man nur ein paar ©ropfen be« ftarf riechenben Rhobiumöle« auf ben Boben ber gaHe gieren unb man mirb, ehe ber SRorgen heranbricht, bie ^alle voll oon Ratten fmben. Ta« ^Rittel foll nie fepl fdjlagen. 333 7 2ßenn man Copperas in bie Stattenlöcher unb unter bie Dielen oirft, werben bie Statten rafd) au8 bem £>aufe verfdjwinbeu. 8 Sie überall wadjfenbe unb betannte £>unb§junge [Cynoglossum officinale] ift ben Statten fdjredlid) juwibei. SKan fammle bie« Äraut im ■3uni unb Suli, jerquetfehe bie Stengel unb werfe fie hin, wo Statten fleh aufhalten. Sie werben aUbalb verfdjwinbeu unb ftd) nicht wieber fehen laffen. 470. ma^cn. 2)tan nimmt Hein geriebene unb gefdjabte ^ohte, fiebt fold)e burd) ein ^aarfieb, gie^t bann einen bünnen Seim ober @ummi barauf. gemach Vermifcht man e§ mit Senzoe, äöeihraud) ober Sernftein nnb SRaftir, äße« Hein gefloßen, bi8 e§ ein orbentlid)er Seig mirb, hierauf formirt man Hein» breifüßige Äerz^en unb läßt fie trodnen. 471. (direkten, ja vcrb^exn. SRan thue ein :ßfunb fdjledjten Sabat in einen jteinernen Xopf, unb feuchte ihn mit einer Sauce, bie au§ 1 Sotp mit einer SCaffe SBaffer getoch» tem Kaffee unb einer Heinen Quantität 3u^er befteht, an, thue noch 4 ?oth peruvianifcheu Salfam hinzu. 3ft ber Sabal fo gehörig eingetnetet unb ber Sopf feft zugebunben, baß bie Suft nid)t hinzu tann, fo tann er fd)on nad) 24 Stunben aebraudjt merben. Seffer aber ift e$ immer, menn er vor bem ©ebraud) noch e*n Paar Sage int freien getrodnet mirb. 472. Raupen ja nertiCgen. 1.) S)?an löft 16 ^ßfunb Stuß aHmälig in 2 2Baffer auf, unb fefet biefer Sluflöfung beim Oebrau^ nod) hoppelt fo Viel unb nod) mehr SBaffer ju, fo baß im ®anjen circa 14 Sinter gemifdjt merben. SRit biefer Äuflöfung befpri^t man vermittelft einer ^anbfpri^e bie 31De^ge bei Säu* me unb man mirb furze £eit barauf bie Staupen fcfjon am 33oben tobt liegenb finben. Sen Säumen aber foH biefeS SRittel nid)t im ©eringften nadjthei* Hg fei«. 2.) 2ßenn man Stüde moUener Sappen auf SohanniSbeerftauben, Säume ober @efträudje thut, fo ziehe fid) bie Staupen jur Stadjtjeit bahtn. tluf fotc^e SIrt tann man Saufenbe biefer Bufetten jeben Wtorgen vernieten, inbem man biefe Vorrichtung frühzeitig fammt ben Semohnern megnimmt, unb bann biefelbe Slnorbnung von neuem für anbere gebraucht. 3.) Um Staupen von ^raut unb Stüben abzuhalten, foU man £>anf barunter pflanzen, ben biefe meiben. 4.) ®anj Heine Snfeftenraupen, bie oft zu 30 unb 40 an einem Statte fi^en, finb nur baburd) zu befeitigen, baß man bie betreffenben Stätter (meift ganz unten am Stode) abpflüdt unb forgfältig zertritt ober verbrennt, ober man roenbet folgenbeö SDlittel an : SRan löft für ungefähr 2 SentS fdjmarze Seife in 2 SRaß 2öaffer auf unb rührt eS tüchtig um. 9Ran begießt mit biefer Sluflöfung bie Sträucher mit einer ©ießtanne auf foldje 2ßeife, baß nid)t nur ber ganze Sufd), fon» bern auch bie Srbe unten angefeud)tet mirb. 334 5.) Raupen vertilgt man, wenn man Kohlenstaub, gewöhnlich ^alj unb Sdjwefelmehl mit einanber vermengt, bie man gerabe vor einer. Regen ober in frifcb gepflügte« Sanb au«ftreuen muß. 2ln Räumen fann man fie Vermittel« «efprengen« mit einer glüffigleit vertreiben, bie au« einest ©heile Sd)Wefelfalium in 500 ©heilen Gaffer befteht unb ben fBäunien nid)t fdjabet. 6.) Raupen von ber Roggenfaat abzuhalten, vermifdje man 24 Stun- ben vor ber $lu«faat ba« Saatgetreibe mit ©erpentinöl, 20 33ujd)el mit 1 Cuart, arbeite e« tüchtig burd), bebeefe e« bann unb laffe e« erwärmen, ©ie bereit« von Raupen angegriffene Saat beftreue man mit Sägefpänen, bie mit ©erpentinöl geträntt finb. 473. ^UBen, ^erebefung öerfdBett. ?Ran pfropft bie Reben in bem Spalt, 2 Reifer gegenüber, zu ber 3eit, wo ber SBeinftod bereit« in boller ißlätterentwidelung ift. ©ie beiben ©bel- reifer befielen je au« einem ©liebe zweijährigen ^oUe«. ©er ältere ©heil be« ©beireife« wirb in ben 2 f^uß 4 3ofi über bem «oben quer abgefägten Stamm gefegt, junäd)ft mit iBaft berbunben, bann mit SBaumwach« über, jogen, enblid) ber IBerbanb mit 33aummörtel unb biefer mit einer SRoo«hüHe umgeben, um ben Umf^lag burd) sBefpri^cn feucht ju erhalten. Sobalb bie ©belangen anfehnlidje ©riebe entwidelt haben, wirb ber erfte fefte 53er» banb abgenommen, an beffen Stelle ein loferer gelegt unb wieber mit 53aum» mortel unb SRoo« umgeben. Rach 14 ©agen wirb biefer IBetoanb entfernt. So behanbelte Reben zeichnen fid) burd) fe^r ftarfe« SBad)«th*im au«. 474. ^tdknmotten ju mlifgett. 2Ran wäfd)t ben ganzen Sßeinftod mit 5lu«nahme ber jungen Zweige nnb Äno«pen mit Reißern SBaffer, inbem man mit ben Spifcen ber Bweige beginnt. 475. ^tegettwÄmerjtt vernieten. 1.) ©« genügt, ben ©arten mit leistem Salzwaßer ju begießen. 2.) 2Ran tann bie Regenwürmer and) baburd) betreiben, baß man bie 53eete mit fd)arfer SRiftjaudje ober mit einer ftarten Slbfodjung bon Wei» fien Hüffen ober Rußblättern begießt. 476. & ma^en. SBIfit^en unb ©emüfe, bie bom SReif S traben gelitten haben, erholen fld) tvieber, wenn man ße nodj nor Sonnenaufgang mit taltem Sßaffer be* SRan berfidjert, baß bie erfrorenen Slüthen unb ^rüd^te ft d) felbß bann nod) burd) fleißige« unb wieberholte« begießen mit taltem SBaßer bor Son» nenaufgang erhalten ließen, wenn fie bereit« entfärbt waren. 335 477. peinigen verriebener ^Sefaffe, ^befßeine n. f. w. ^olirteß (Sifen, Stahl u. f. w., reinigt man am beßen mit einem ®e* menge von 1 Voth ^tnnafdje, 2 Drachmen präparirtem ^irfd^h°rn unb S Both SBeingeiß. @ß wirb biefeß auf jarteß Veber aufgetragen unb baß Sifen u. f. w. bamit abgerieben. 9J?efßng wirb mit £irfd)horn unb ®fßg gepult unb fobann mit in SBeir.* geiß getränftem Fließpapier abgeriebeu. Silber bringt man währenb einiger SDHnutenin eine fodjenbfjeiße SBein« ßeinlauge unb pu^t eß bann mit jartem Veber ab. ®olb reinigt man burd) behutfameß 2lbreiben mit parifer 9totb auf jartem Veber. Sbelßeine reibt man Vermittelß einem Sammtbürßd)en mit prSjipitir» tem Schwefel (Sd)Wefelmildj) mit etwaß Sßeingeiß angefeud)iet, ab. perlen unb ^erlenmutter werben in einem Theile Söeijentleie unb jwet Theilen gebrannten 23robeß, weldjeß fein gerieben unb bem etwaß SBaßer jugefe^t iß, furje £eit hinburd) gelocht. 2llabaßer wirb behutfam mit Schachtelhalm abgerieben, bann wieber mit Venetianifcher Seife unb fein gefdßammter treibe, beibeß mit SBaßet angemacht, rein unb glänjenb gefdßiffen. 478. ^teintgung taditrter $a$en. $ier$u nehme man etwaß SD?ehl unb Baumöl unb reibe bamit bie lacfir* ten Sachen, als 33iIberrahmen, Tifdje, ®efäße u. f. w. mit einem tveidje« Tuche. 2111er Staub unb ^tecfe gehen baburd) leicht Weg unb wirb burch biefeß Verfahren ber ®lan$ nur nod) erhöht, ohne baß bem ®olbe, ber Sronje ober bem Vad irgenb ein Schaben jugefügt würbe. 479. 'Steinigen ber ^etn^af^en mit rabfic^. Tiefe ßleinigungßmethobe ßnbet leiber nod) in gar vielen §außhaltun« gen, unb felbß int Sofale Vieler 2Beinhänbler ftatt, iß aber unter allen übri« gen bie verwerßidjße; ba bei ihrer tlnwenbung bie Oefunb^eit ber 2Bein« confumenten leicht gefä^rbet wirb. sJ?ur adjuoft flentmen ßd) jwifd)en bei SBanb ber ^lafdje unb beut tegelförmigen 53oben ein ober mehrere Sdjrot»' törner feß ein, bie ßd), bei einiger ^adßäfßgfeit beß Arbeiters bort blei« benb, hernad) mit §ülfe ber jurüdbleibenben Feucbtigfeit an ber Vuft rafdj ojpbiren unb jum großen Theil in fohtenfaureß 53leio^b (Sleimeiß) ver« wanbeln. Tiefeß wirft für ßd) fdjon nachtheilig auf bie OefunbEjeit, eß löß ßd) aber auch f$on *n tiefem 3ußanbe um f° leister in ber Saure bei 2Beineß auf, mit bem bie Flaßhen nachher tvieber gefüllt werben. Sin fol« 6er ÜBein jeigt in ber Sieget einen ßemlid) bebeutenben Sobenfa^ von noch nicht aufgelößen Theilen beß genannten 53leifal$eß tjerrührenb. Ter ®enuß eines bleihaltigen SBeineß fann bie unter bem Flamen Söleifolit befännte, 336 etgenthümli^e Kranlßeit hervorrufen. SBaS nun ba$ Steinigen berfrlafchen betrifft, fo leiftet grober weißer Sanb ober eine SReffingtette eben biefelben ©ienfte, bie Koften finb babei geringer unb Oefahr burdjauS nid)t möglich- SRit Stecht bürfen wir baher woßl einem jeben Hausherrn bie 5Bitte an'S $erj legen, ba§ Seinige ju tßun, jene verrufene ^lafchenreinigungSmethobe ju verbannen. 480. ^tßaßarßer 51t Die tnoUigen SBurjeln ber beliebten "Pie Plant" werben leidjt wäh' renb be« SBinter« unb frühlings burch Sßaffer bef^äbi^t, welche« ftd) um fie anfammelt; e« ift be«halb anzurathen, oor (Eintritt be« SBinter« für binreidjenben Abjug Sorge ju tragen. Am jwedbienlidhften in boppelter pinficht ift e«, im §erbfte jebe einzelne ^flan^e mit einem Häufen ^3ferbe= bünger« ju bebeden, fo ba^ furchen jwifd)en ben einzelnen ^ßflanjenreihen bleiben, in welchen ba« Sdjneewaffer abjiehen fann- ®er 'ißferbemift be* toirtt ferner, ba^ bie ^Blätter im Frühling weit fd)neHer unb träftiger her» öorfprie^en, al« wenn ben ^flanjen biefe Dede gefehlt h^t i felbftüerftänb» li^ ift ber Dünger fo frühzeitig al« möglich nadf bem Aufthau unterju» graben. 481. meumaftsmits ober ^crftßfag der Pferde jn ßetfeu. Oft Weber bebeutenbe« fieber noch befaße Hufentzünbung zugegen, fo bringt man ba« 5ßferb in einen mä^ig warmen Stall auf fehr weiaje Streu unb giebt währenb 24-36 Stunben folgenbe Satwerge : Sampler 1 Soth, Salmiat 4 Sott), SdjwefeHebe: 2 Sott), 2ßad)holberbeeren unb Kalmu«, von jebem 5 Soth unb füttert babei fdjwädjer. Oft bagegen fieber unb ^ufenb Ö heftig, fo werben bie @ifen mit Stroh umwunben, bie Hufe in ober Sehmbrei eingefd)lagen unb biefer Umfdjlag burch Segiefjen mit taltem 2Baffer ftet« feud)t unb falt erhalten. Onncrltd) giebt man ein Abführmittel. &ei ißerftopfung fe^t man Klpftire au« Seifenwaffer.-Die Homöopathie Wenbet Anfangs Aconit., bann Arsenic. unb Bryonia an. Die £>ufe befeuchtet man mit Arnicawaffer. 482. ^eumaftsnttts des ^Itndsteßes zu p eilen. Söei fieber giebt man innerlidh alle 3- 4 Stunben Salmiat unb Schwefel, üon jebem 1 Soth unb ©lauberfatj 4-6 Soth in Söaffer fo lange, big fehr bünne« Stiften erfolgt. Sinb bie Klauen entjünbet, fo umwidelt man fie mit 2ßerg unb einem Sappen unb begießt fie anhaltenb mit taltem SBaffer. Oft fein fieber Dorhanben, fo giebt man innerlich SBadj^olber« beeren unb Arnicablumen, Don jebent 6 Soth mit 2 Quart tochenbem SBaffer übergoffen unb 1 Stunbe barauf burdjgefeiljt auf 3-4 SD^at im Saufe eines Dage« lauwarm ein, frottirt ben ganzen Körper öfter mit Strohwifchen unb reibt ben fRüden unb ba« obere Grube bcr 58eine täglich 1 9Ral mit gleichen Steilen Kienöl unb dampherfpiritu« ein. Die tränten Spiere muffen auf einer hohen, meinen Streu in einem warmen Stall gehalten unb mit einer Wollenen Dede belegt werben. Da« futter befielt in getobten Kartoffeln, iBrühtrant unb nur wenig $eu.-Die Homöopathie üerorbnet Aconit., bann Arsenic. alb. anb Bryonia. Die Hufe werben mit Arnicawaffet befeuchtet. 337 483. ^tinbern ber ^upe $n ßewiräen. 1. Slian nimmt SlbenbS 1 Quart SDtilcp, welcpe von einer Äu^ aemollen ift, weldje an bemfelben ©age gerinbert pat, unb giebt biefelbe ber* jenigen Äup ju faufen, welcpe rinbern foll 2. SDtan pulvert £eublumen moglicpft fein, mifcpt unter eine Sdpadptel VoU langfarn unb unter ofterm Umrüpren 1 @§loffel fpanifcpe ^lieaentinctur, bewaprt bie SLRifcpung in einer Sdjadjtel auf unb gibt bavon ber Äup täglidjl nüdjtern fo viel, als mit 3 Ringern gefaxt werben tann, auf bie Bunge. StafleS gutter ift ju Vermeiben. ©ie §omopatpie wenbet 1- 2 ®aben ber 3. IBerbünnung Lycopodium an. 484. ^tinbrieO, Öen fanget an beflefben $n Meiitgen* 2Ran gebe ipm 8 ©age lang 2 SJial täglid) jwei gepäufte SöffelvoU von [olgenbem $ulver in SBaffer ein : ÄalmuS, äßermutp je 8 Sotp, 3«gwer Sotp, ^ocpfalj 11 Sotp. 485. ^tinbuie|, ^6gewö$nnng bes 9Dtan umwidele ben Sßeibetpieren ben Scpwanj oben, in ber SDlitte unb unten fo feft als möglicp mit Söinbfaben. 486. Ricinus öt (^aftoröt) wopff^medtenb ma^en. 2Ran gie^t bie vorgcfdjriebene SWenge SticinuSöl in eine flache Sdjüffel, welcpe über f^euer erwärmt werben fann, fügt ben 3npalt eines (Si'S pinju unb erpi^t bie ÜDtaffe mit Umrüpren, fo bafj Stüprei entftept, welcpeS man mit Salj, 3y^er unb einigen ©ropfen Qrangenblütpenwaffer fcpmadpaft madjt. ©er Äranfe wirb bie ©ofis Verjepren opne etwas ju merten, unb baS Sei bie gewünfcpte Sßirtung äußern. 3n (Spina geport baS SticinuSöl ju ben täglichen SebenSbebürfniffen ; eS wirft auf bie (Spinefen nicpt purgirenb, weil fie baran gewöpnt finb. 487. ^loggen als ^ferbefufter. 2Ran übergieße Stoggen mit etwas mepr als bem hoppelten ®ewicpte SBaffer, laffe ipn langfarn fotzen unb rü^re ipn babei um, bis bie Körner planen, ©ann nepme man baS ®efä^ vom geuer unb laffe eS fo lange ftepen, bis ber Stoggen alles SBaffer eingefogen fjat. SDtan mufj täglid) eine frifcpe Portion fodjen. 488. f^mn^ige, jn reinigen. ©aS befte üRitiel ift ber Sdpvefelätper ober aucp Salmialgeift. 9J?an bene^e bamit bie ju reinigenbe Stede unb ein rcineS Säppcpen WoÜeneS ©u^, uwb reibe beibeö gegen etnanber. ©ie Steinigung erfolgt üotlftänbig, unb bie ^lüdjtigfeit beS 3letperS lä^t bie Stelle alSbalb troden unb geru^lo? trfdjeinen. 338 489, ^tofenftnßfttt jn ma^en, itnö berat ^Itt^en. 3Ran nehme frifdje, ungebrüdte fRofenblätter Don ber rothen Zentifolie, fctrfdjliefje fie in eine gläferne ^lafdje unb gieße 2ßeingeift, b. h- ä^ten Jtornbranntwein Don 100 ®rab, barüber ; bann laffe man bie ^lafdje in ber Sonne ober auf bem warmen ©fen einige Söochen beftiHiren. SRehrere Sropfen baDon finb hinreid)enb, ein 3immer mit fRofenbuft anjufütlen, felbft jur SßinterSjeit. WBeißfeibene Sänber bamit getränft, wieber getrodnet unb burd) fehr Derbünnte Salpeterfäure (Sdjeibewaffex auf 1 Sott) einen Sropfen gejogen) nehmen eine fdjöne rothe garbe an unb na$ Abfpülung unb Srodnung berfelben halten fie biefe f^arbe gut unb beftänbig. 490. ^ofenwa^r j« Bereifen. 2Ber Diel fRofen hat, fann nach folgenber Art fid) leicht felbft gute« ^ofenwaffer Derfertigen. 9Ran nimmt eine irbene Sd)üffel, breitet ein Such barüber auS unb legt eine SIRenge reine ^ofenblätter barüber. Sann bedt man biefelben mit einem, am 5Ranb mit einer paffenben 2öanb Derfetjenen, fogenannten Sortenpfannbedel $u, lege glühenbe Sohlen barauf unb fahre fort, bie $i$e ju unterhalten, btS bie ^Blätter troden. Auf biefe Art quillt baS fRofenwaffer auS ben Slättern heraus unb läuft burd) baS Such in bie ©djüffel. -Run reinige man baS Sud) Don ben getrodneten ^Blättern, leere baS gewonnene Sßaffer auS, bamit eS nid)t Derbünftet, lege wieber Glättet auf unb fahre fo fort, bis man feine SRofen mehr, aber Söaffer genug hat. 491. ^tofenöC-^eretfuHg. äRan nimmt reine frifdje SRofenblätter, bic Von ben Welchen forgfältig abgefonbert finb, nnb mit benen fein Slumenftaub Dermifdjt ift, jebod) nur foldje SRofenblätter, bic nod) nidjt weif finb unb abfallen wollen, fonbern auS folgen, bie etwa einen Sag in Doller 33Iütl;e geftanben tjaben, ttjut fie in ein rein glafurteö ®efä§ Don Shon ober Steingutmaffe, giefjt reines ©ueUwaffer barauf, fo, bafj fie über unb über bebedt werben unb fe^t fie jur Sigerirung (bei gelinbem geuer erweichen) in bie Sonne hin 6 bis 7 Sage nad) einanber fort, wobei man bafür forgt, bafj fein Staub hinjufomme; fdjon am britten ober Dierten Sage wirb man AbenbS, wenn eS fühle ju werben anfängt, öaS bereits auSgejogene fRofenöl geronnen auf ber Öberflädje beS 2öafferS in einer bünnen gelbfarbenen Sage fdjwimmen fehen ; eS wirb jeben Sag neu entbunbeneS emportommen, wenn man baS Dorige weggef^öpft unb wegge* feilet hat. SiefeS täglich auSgejogene Del fammelt man, fo lange cS fiel) nod) auS ben Slätlern entbinbet, jeben Abenb, unb fonbert eS nachher auf biefe Art Don bem beigemifdjten.Söaffer ab, bafj man eS entweber forgfältig öbfd)öpft ober burd) ein wenig reine Baumwolle abfeihet unb bann in gläferne glafc^en mit eingeriebenen Stöpfeln jur Aufbewahrung giefjt, ober auSbrüdt. S)aS fo bereitete fRofenol ift beffer, träftiger, feiner nechenb, als baS burd} Dfenhi^c gewonnene. Son 100 fßfunb SRofenblättern erhalt man 2, 1, auch ^hl I Unje Del. 339 ©ie ju bigerirenben 9^0fenblätter fe|e man ben Sonnenftrahlen tu flachen ober fdjmalen ©efäfjen anS, bamit baS Sonnenlidjt befto ftärter »irren tonne. fRedjt heifje Sage eignen fid) am beften baju. ©ie ^ofenftode, bei beren Söurjel eine 3rt*iebel fteht, höben ben ftärtftcn ©erud) unb geben baS wahre ©el. 492. ju vermehren itub jn uereöern. 1. 2Ran fdjneibet lange, fleißige, ftarfe 9?ofenwurjeln in 2 - 3 3°^ ßarfe Stüde unb legtbiefelben (Enbe Februar in einer (Entfernung von 6 3°H bi ben ©runb, bebede ße 2 3°d ^od) niit verrottetem fRinbviehmift nnb 2 3°ö hod) mit lehmiger ober fonftiger (Erbe. Sie Sdjöfjlinge werben einjeln im Sßinter verpflanzt unb gelangen im Sommer jur Stütze. 2. Um ben ©erud) ber ^ofen ju verftärfen, pßanje man eine 3'oiebel ber größeren 3lrt an bie Seite eines 9?ofenßodS unb man wirb wahrnehmen, bafj ber ©erud) ber fRofen ßärfer unb bur^bringeuber, als gewöbnlid) ift, •bne etwas vom 3ro^^^9eru^ bemerten ju tonnen. SaS von foldjen mofen gebrannte SBaßer ift weit gewürjhafter ifnb angenehmer, als von ben •nbern. 3. Um blühenbe fRofen im $erbft ju höben, nehme man bie knospen, fowie fie ftd) gebilbet haben, unb bie Seitenäfte werben im ^perbfte neue treiben, ©er ©runb von biefem Verfahren liegt barin, bafj ber Saft •bgehalten worben unb nun eine ganj anbere $Rid)tung nimmt, ^adtman bie fßurjeln beS fRofenftodS gegen $Seihnad)ten auf, fo wirb ber Saft in feiner •uffteigenben Bewegung gehemmt, ©edtman fiebann fpäter mit (Erbe ju, fo toirb er feine Bewegung wieber fortfe^en, bod) viel langfamer ; umwidelt man ben Stamm mit 53inbfaben, fo wirb ber jufammengepre^te Saft fernerer bis jur SRinbe bringen unb erft fpäter ^Blätter unb ^Blüthen treiben. 493. poften Des gifens und ju vergüten. ©egenwärtig tommt ein wirtfanieS Sdju^mittel gegen baS 9?oftcn ber ®lafd)inentheile, Schlößer, Säbelfdjerben, Stahlmagnete unb bergleid)en, int ^anbel vor, baS aus einer ^luflöfung von tvei^em 2Bad)S in Serpentin* Bl befteht unb leicht von öebermann felbft burd) fdjwadjeS (Erwärmen von }leiden ©eruidjtttjeilen ber genannten Stoffe, bargefteUt werben tann. ©ie InWenbung biefer falbenartigen SDlaffe beftept einfach barin, bafj man bie gegen SRoft ju fdjü^enben ©egenftänbe bamit in unenblid) bünner Sd)id)t einreibt unb ihnen bann mittelft eineö trodenen VeinwanbläppdjenS burd) $in* unb ^erwif^en eine 5lrt ipolitur gibt. 311 S 2R i 11 e l ben 9ioft von Stat)lju entfernen, Wirb Äerofenol [ißetroleum] empfohlen. Sie gerofteten ©egenftänbe einige ßeit in baS Oel hineinjulegen, foÜ hinreidjen, ben SRoft burd) Reiben, j. SB. mittelft eines Portes, völlig in wenigen Minuten ju entfernen, über man nimmt 4 2oth 53ernftein, 2 Soth Srippel, 2 Soth beftiUirteS ^Baumöl unb 1 2oth Stahlfeile unb biefeS adeS wirb gut gepulvert unter einanber gemifcht. hiermit reibe baS (Eifen mit wollenem 3«uge ober Seber ab. 340 494. aus bem pofirfen ^erattsjußmgen und bett ^fattj wieber tjerjttftdTett. (Sinige Dage vorder werben bic 9toftflecke mit ®aumol erweidjt, nach biefem mittelft etneß harten ^)oljeß mit Drippel, SBaumöl unb ©djmirgel abgerieben, bann wirb baß Del abgewifdjt; man reibt bie gledcn nodjmal« mit ÜBeineffig unb ©djmirgel, hierauf mit feinem 93lutftein unb Seber unb f)iebitrd) erhält ber Stahl feine Politur wieber. Daß gemeine Baumöl foü jebodj, anftatt bie (Sifentvaaren gegen bett fRoft fdjü^en, biefelben vielmehr verunreinigen unb ba, tvo man eß nidjt forgfältig wieber abgerieben b^t, ihnen nur befto größere Steigung jum Stofte geben. @ß ift beßhalb nothig, wenn baß Saumöl $u erwähntem 53ehufe gebraud)t werben foU, baß man in eine Heine Quantität beffelben, brei= vier« auch fnnf SJtal fo viel fließenbeß 53lei gießt, fo baß eß fiel) bart« abfühlt. Daburd) verliert baß ^Baumöl bieieniqe Schärfe, welche bet« Cifen nachteilig ift. 495 be$ ^efretbes, glittet bagegen. SDtan gppfe baß (betreibe, fobalb fid) 9toft jeigt. 496. bet jn Reifen. $oUunberblüthen , SUantwurjel, ^impineUewurjel, 9)foptraut, von jebem £ $fb., werben mit Salj gemifdjt unb täglich 3mal einen Kaffeelöffel boH gegeben. 497. Flüßen, rot^e, einjttma^en. Die Stüben werben gemäßen unb gefocfjt, biß fie weid) finb, bann gießt man baß SCßaffer ab unb fdjneibet fie in Scheiben, wenn fie falt ge« worben finb. Diefe Sdjeiben legt man mit ein wenig würflid) gefdjnitreuen 2D7eerrettig unb ®arben (Achillea millefoliuni) in einen Dopf, gieße ein wenig abgetod)ten @ffig barüber unb in einigen Dagen fann man fie fdjon gebrauchen. 498. ^lußr Der ju Reifen. S dj a a f e. -Utan bringe bte tränten Spiere in einen warmen Stall unb gebe ihnen juerft 4-6 @^IöffeIvoU Kut) mild) mit gepulverter Kreibe unb bann @erften= ober £aferfd)leim. äRan tnieber^ole bie^äKittel nötigen« f tHß. 9t i n b ü i e h« 1. SDtan gebe einen Dran! von ^Bo^nenme^l. 2. 1 ^»anbVoII getrocknete ^oKunt-erblüthen, 4 Sott) Sfop, 1 £>anbvoQ ^appelfnofpen, 1 $anbVott SdjöKtraut fodjt man in 1^ Duart 53ier, preßt SlUeß au«, fügt 4 Sott) 9lniß unb 4 Sott) Süßholjwunel gepulvert, 12 Sot^ Sprup, 12 Sott; frifdje ^Butter unb 4 Sott) gepulverte §ärberöthc ju unb gibt biefen Dxunt ein. £>omöopatl)ifd) wirb Aconit, bann Ipecuanha unb juw Schluß 4rsenicum angetvenbet. 341 3. Kälbern gibt man : | Voth ©elfeife, fein gefd)nitten unb mit i ©utd). fein gefloßenem Tfiabarber, 1 Eibotter unb | ©uart Sßaffer, umge# fd)üttelt unb an einem warmen ^la^e jiehen taffen, gebe man in brei ^ßorti» onen, morgens, mittags unb abenbS. 9Jian füttere nur wenig. 4. ® ä n f e. Tian hält bie Slj^re im Stalle, ben man täglid) 2 2Rat frifd) ftreut. £um @etränf gebe man ©erftenwaffer mit Äod)falj ver* mifd)t unb als futter eingeweidjten §afer. innerlich wenbe man an : @e*' pulverten Sßeinftein 2 ?oth, fd)warjen Pfeffer 1 £ntl), Enjianwunel | £oth, Slltheiwur^el 1 ©uent^en. $on biefer Tlaffe gebe man eine Tlefferfpi^e Voll unter jebe 9?ubel, von ber man täglid) eine einftopft unb Eerftenwaffer nachgießt. 499. &aatre$etn. SBenn bie SirtentnoSpeni^re ^Blätter entfalten, bann wirb ber Sommer* loggen gefäet. Söenn ber gelbblü^enbe $3odSbart blü^t, fäet man §afer. SBenn ber 2ßad)ljolber feine 53lüt^e entfaltet fjat, beginnt man mit ber ©erftenfaat. Sßenn ber Apfelbaum in voller Stütze ftetjt, legt man Äar* offeln. 2Benn fid) bie ffelberbeere rottet, fäet man Su^weijen. 500. Malaiin 24 Bis 28 £tttitöen puieGen. ÜRan fäet Salatfamen, ber 24 Stunben lang vorder in ftartem fBranntl wein eingeweid)t war, in ein gutes Erbreid), weldjeS mit bem britten SGei« nngelof^tem Ätalt Vermifdjt ift. Sarauf begießt man bie Erbe bermittelfl einer Jein burd)lod)erten ©ie^fanne mit etwas erwärmtem Sßaffer, unb man wirb in ber oben angegebenen 3eit ^o^e Salatpflanjen erhalten. 501. gatat, w vergüten. 2Ran fdjneibet mit einem fdjarfen ÜReffer ben Strunf beS Salattopfei iber ber Erbe bis etwa auf bie Raffte ein. 502. Rammet, Garten, wieder weit# jn ma^en. Sammet, ber burd) 9täffe ober Sdjmu^ Gart unb rauf) geworben ift, (a^t fid) weid) unb gefd)meibig ma^en, wenn man beffen fRüdfeite befeuertet unb fie über ein Gei^eS Eifen jieGt. Sie ^i^e verwanbelt baS SBaffer in fcampf, ber burd) bie Dberflädje beS Sammets jie^t unb bie verwirrten unb ^ufammengeflebten gafern trennt. iRad) biefer Operation fixere man ein fe^r fjei^eS Eifen in ber Entfernung von einem Viertel * golf von ber ©ber* flad)e über bie red)te Seite beS Sammets unb man wirb finbeu, ba^ biefer wicber feine alte 2Beid)Geit unb ®lanj gewonnen ^at, wenn er ganj ge- trodnet ift. 503. Rammet doh ja reinigen. 2Kan gie^e etwas Serpentingeift auf ein weifjeS Sud) unb reibe ben ^ted fo lange nad) bem Strid) beS Sammets bamit, bis er ^erauS ift. 342 504. ^ago-^eretfung ams Kartoffeln. Cin bem Weißen Sago voUtommen äOnlidjeS Nahrungsmittel bereitet man au« Kartoffeln auf folgenbe Slrt : Silan Todje gute, mehlreid)e Kartoffeln, fdjäle unb jerbrüde fte nod). warm mit einer breiten Keule ober in ber je^t viel Verbreiteten bequemen' I SNafdjine jum Kartoffeljerbrüden. Dann vermengt man bie jerbrüdten Kartoffeln mit fo viel trodnem Kartoffelftärfemehl als nothig ift, um einen feften Deig barauS ju bilben. Diefen Deig formt man in faustgroße Stüde nnb reibt biefe auf einem Neibeifen. Die geriebene SNaffe breitet man auf ein glattes SBrett aus unb reibt fte mit einem^anbern 53rette, bis bie f^orm ber Dheile runb erfdjeint, worauf man fie burd) ein Sieb fdjlägt. Nlan läßt nun bie fleinen Körner voKfoms men trodnen, bringt fie in eine Spanne, übergießt fie mit frifdjem üßaffer unb reibt fte gelinbe burd), worauf fte burd) fünfttidje äßärme fo lange getrodnet werben, bis ein Korn, von einanber gebiffen, jerfpringt. Diefer Sago läßt ftd) viele 3ahre boHtommen gut erhalten. 505. fö einjuma^en, öa| es nat^ 24 ^tunben ju geßrau^en iß. SRan Vermifdje baS einjuma^enbe Kraut mit Salj unb Dill unb tbue t< in ein ^oljerneS ©efäß. Damit wirb ein wenig @fftg gugefe^t. 506. ^angeimmpen aufjtttßauen. ©efrorne Saugepumpen tonnen ohne Anwenbung von SBärme burd) $ineinwerfen von Ä'odjfaQ aufgethaut werben. (Sin 5ßint Salj tbant inner» ^alb einer Stunbe etwa jwei ^uß ber gefronten Sßafferfäule auf. Sei jumpen Von SJletaU erreicht man bieS aHerbingS fdjneller burd) Segießen mit todjenbem Sößaffer ; bei Ijöljernen ^umpenroljren wenbet man aber beffer Sah an, weil TodjenbeS SBaffer wegen ber fd)led)ten Sßärmeleitungfähigteit be$ JpoIjeS nur fe^r langfam wirft. 507. ^eßandlnng ßerferßen. Strafen baS SBoHfreffen ab^ugewohnen. SJlan fonbere bie SBolIe freffenben Sd)afe ab unb bringe fte in einen Stall allein unb reibe bie Stellen, bie gewohnlidj benagt werben, mit einer Slbfodjung von weißer Nießwurj Rafter ftart ein unb wieberhole bieö täglich einmal, jo wirb fid) bie üble Ange- wohnheit halb verlieren, Darauf werben bie Strafe wieber ju ben übriger gebraut. Mittel gegen bteKIauenfeudhe ber S d) a f e. SUan reinigt bie §üße mit SBaffer unb einer dürfte, fdjneibet bann mit einem fd^arfen Heffer alles verborbene £orn weg unb beftrei^t bie Stellen mittelft eines 5ßinfeIS mit einem bünnen ®rei von (Sblortalf unb SBaffer iÄglid) jwei Sftal. 343 ferner mu| man bie lahmen Spiere bon ben gefunben trennen unb bie tötete for ^äffe unb geudhtigteit fehlen. 3ft bie Kraulheit fe^r bösartig, f® hilft nur folgenbe eleftrochemifdje glüffigfeit. 3n eine Schüffel mit laltem Sßaffer werben einige Kupfermunjen, ein Stüdchen ^inf unb etwas Schwefelfäure gethan. ^adO beenbigtem 2Iuf- braufen werben hiermit bie auSgefchnittenen, wunben Stellen mittelst eine« S^wammeS öfters gewafchen. Mittel gegen bicSchafpoden. 2J?an nehme : 1| ?oth glunawurjel, Soth gberwurjel, li DeufelS- abbi^, 8 ßoth Schwefelblumen, 1 Quentchen DeufelSbred, Quentchen Kampher, 1| Both fdjwarjen Kümmel. Diefe« falber reicht für eine beerbe bon 30 bis 40 Stüd hin, unb werben ben gieren einige SD?al im -Sahre gereicht. Sinb bie Torfen bereits unter beerben ber ^achbarfdjaft, fo mu| man eS öfters anwenben unb man wirb fehen, ba§ bie Dhierc gefunb bleiben. Sdjafgrinb oberS$af!rä$ e.-9fimm Schwefel, jwei Unjen ; pulberifirten SaffafraS, eine Un$e; £onig hinlänglich, um e« $u einem Deige anjumadjen. Die Dofe ift ein g^löffcl boU jeben borgen, (gebrauche ju gleicher jjeit eine Sßafdjung aus einem @iH ^olsfäure nnb einem Quart 2ßaffer, bie man mifdjt. Branche eS mit bem Schwamme. Sßenn einige Slnwenbungen baS Uebel nid)t heben, fo nimm ein halbes ißeint ^idjtenbalfam unb eine Unje Schwefel, mifdje eS wohl unb falbe täglich bie 2Bnnben bamit. (Sin einziges räubigeS Schaf fann bie ganje geerbt anfteden. Salbe gegen gefd) wollenenguter ber Schafe. ÜRan nehme ßorbeeröl, Slltheefalbe bon jebem gleiche Dheile, Kam- pferöl | Dheil unb reibe ben guter öfters bamit ein. Schafjeden oberßäufe ju b e r t r e i b e n. 2J?an wäfcht bie Schafe mit einem SIbfub bon gepulberter Slhörnwurjel, •ber mit einer $lbfodjung bon Vobeliafamen. S^afmift, baSSBerbrennen beffelben ju berhfiten. ä^an beftreut alle 4 SBodjen bie Ställe mit Uarer grbe. 508. von ^erfijeugett. gin einfaches Verfahren, fdjneibenbe Sßerfjeuge ohne Sße^ftein ju fdjärfcn, ift folgenbeö : 9Kan lege bie Klinge beS ju fdjärfenben Heffer« eine halbe Stunbe lang in SBaffer, welchem ein Bwanjigftel feines (gewichte« Schwefelfäure ^injugefügt worben, trodne eS bann leidjt ab unb jietje c« nad) Verlauf einiger Stunben auf ber Streid)fchale ab. Die Säure bertritt tjier bie Stede beS SBctjfteinS, inbem eS bie Qberflädje gleichförmig abä^t unb nur noch ein 91ad)poliren auf einem weidjen Slbftreichriemen nöthig macht. @ute Klingen werben babei burdjau« nidjt angegriffen, währenb fdjledjt ge- härtete eher nod) berbeffert werben, obwohl ber @runb bafür biß je§t noch nicht crtlärt werben lonnte. Die ^Serfu^e, and) anbere fchneibenbe 2ßert jeuge auf biefe äßeife ju fdjärfen, höben bewiefen, ba§ biefeS Verfahren bem 344 ©eparfen anf bem SBe^fteine vorjujiepen ift, inbem biefer bie Onftrumente abnufct. ©er Arbeiter legt feine SBerfjeuge Slbenbß in baß mit ber Säure gefepwängerte SBaffer unb jiept fte, naepbem fie eine palbe Stunbe barin ge- legen paben, ab. So ift er beß folgenben ©ageß aÄeß Slufentpalteß burep Scpärfen überpoben. ©iefe billige URetpobe ift aud) für Sdpärfung ber lanbwirtpfcpaftlicpen Sdpneibewerfjeuge ju empfeplen. StreidpfRiemen jumScpärfen berfRafirmeffcr. IRan bringe | ^3funb glatteß reineß SBadpß jum bluffe, werfe 12 Sotp gefdjabte ©algfeife pinein, fe^e | ^ßfunb ^Baumöl, enblicp | ^ßfunb ^afetu jeder gepulvertes SBafferblei ju, fdjmelje baß @anje jufammen unb bringe eß in beliebige formen, mit benen man ben fRiemen überftreidjt unb mit einem Sappen nadjreibt. 509. $dj hißen bauerßaff ju ma^en. 33 i e r preißgefrönte ^erfapren jur Bereitung von ©auerf^infen. 1 SRan mifdje 2^ 5ßfb. (Salpeter in 53uf^el Salj, fein gepulvert, mit 3 s^funb braunem 3uc^cr un& 2 @at(nne 3u^erf9ruP (SJMaffe), reibe baß ^leifd) mit biefer 2Rifd)ung gut ein unb lege baffelbe ein. 3n jeber 2Bodpe pade man baß ^leifd) um unb füge ein wenig Salj bemfetben ju. fRacp 3-4 iöodjen wirb baß steifet) peraußgeuommen, abgewafepen unb 2-3 SBocpen jum Slbtrodnen aufgepängt. ©ann räudjert man eß mit $idorp (amerifanifdjem SBaUnufjpolje inglans alba) 3-4 Sßodpen unb legt bie Scpiufen an einen füplen ©rt, in §eu ober Spreu gepadt. 2 fRacpbem baß ^leifd) Von ben ^nodjen gelößt ift, Wirb eß Stüd für ©tüd mit feingeftoßenem Salpeter an ber ^(eif^feite eingerieben, unb jwar wo bie ^nodjen waren, ein ßglöffel voll Salpeter auf jeben Stinten unb ein ©peelöffel voll auf jebeß ©cpulterftüd verwenbet; palb fo viel wirb füi bie SRittelftüde genommen, hierauf wirb eß beim ißaden gefallen unb je eine bünne, j 3°^ (tarfe <5aljfd)id)t jwifepen bie gleifdjlagen gebraut, welcpe mit ber ^leifdjjeite auf bem ©alje 31t liegen fommen. sIRan legt baß gleif^ auf ein ^oljgerüft ober auf eine biepte Sretter» läge in einer füllen ©enne unb fdji^tet mit 53rertftüden wedjfelnb auf. ©aß ^leifdj muß mit ber ^autfeitc nad) unten gelegt werben in folgenber ©rbnung: ßrfte Vage bie hinter, 3 weite Sage bie 33orberviertcl, britte bie ÜRittelftüde - SllleS opne Änodjen. 3n biefer 2Beife bleibt baß gdeifd) bei milbem SBetter fedpß SBocpen, bei tüplem adjt SBodpen liegen, bie Safe läßt man un* gepinbert abfließen. 3 (Sin falber Sufpel feineß Salj, 3 ißfunb brauner 3ucIer/ Salpeter, | @aUone befter Sprup CüKelaffe) werben gemifept bann reibt man mit berfelben baß ^leifd) biß jum ^erfepwinben ber SRif^ung ein unb legt baß ßdeifd) ein. (Sß muß jebe 2Bod)e einmal auß bem $ödel fecpß £Bodpen pinburep peraußgenommen werben, ©ie beiben erften URale wirb jur Sade ein Heiner ©eUer (plate) fümaun pinjugefügt. 4 3| ^ßfunb trodener unb feingeftoßener Salpeter, | Sufpel feinfteß trodeueß Salj, 3 ißfunb brauner 3u^r, j @adone befter Sprup (SRelaffe) Werben gemifd)t, baß ^letfcp forgfam cingerieben unb mit ber §aut eingelegt. 9iacp brei biß vier SBodjen wirb eß peraußgenommen, abgewafdjen, getrodnet itnb in ben fRaucp gepängt. Snnerpalb breier SBodpen ift eß, mit ^idorp» polj geräuepert, fertig unb wirb, in Seinen ober Spreu ober Strop verpadt, auftewaprt. 33on 3e^ 3U 3e^ fiept man baß nad); ift bie Umlage feucht geworben, fo erneuert man biefelbe. 345 510. g er äußerten, mürße unö (^macRßaft pt ma^ett. 3n fehr bielen ©egenben wirb ber ©d)infen roh 9e9cffen. ©inb bie ©djweine jung gewefen, fo ift ber ©d)legel mürbe unb faftig, ift er aber bon alten ©qweinen genommen, fo pflegt er hart, fehnig unb fo jäh ju fein, baß ihn bie beften jährte nid)t jerfauen tonnen. ©egen biefen le^tern Uebelftanb fießert man fid) baburch, baß man ben ©chinfen bon alten ©djweinen im Sadofen baden läßt. SRan umtlebe ben ganjeh geräudjerten ©d)infen einen 3°^ bid mit gcmifd)tem 9? o g g e n= unb © e r ft e n m e h 11 e i g, wie man jum ©robbrot jum oerbaden pflegt, fe£t ihn, wenn ba« Srot in ben Qfen ge» fd)oben ift, auf einem Sledje born in ben Qfen, unb läßt ihn brei ©tunben in ber berfdjloffenen Hifee« - ®ie Srotrinbe, weldje al« Viehfutter bemißt Wirb, nimmt bon bem gebadenen ©djinfen nid)t eher ab, bi« er gänjlid) er» faltet ift. - Ser ©djinfen ift nun ein fehr mürbe«, boUfaftige«, febr nähr» hafte« unb überau« wohlfdimedenbe« @erid)t, ba« fid), ohne ju berberben, fehr lange hält. 2J?an tann auf gleiche 2ßeife mit adern geräucherten ^leifd)e berfahren. Sind) ber geräucherte 2Ial wirb fo gebämpft wohlfd)medenber, al« wenn er gebraten wirb. SBiKman hingegen frifdje« ^leifd) befonber« faftig unb mürbe burd) ba« ßo^en erhalten, j. S. fRinbfleifd) in großen ©tüden, ober Hammelfleifch, borjüglid) Hammelfeulen, fo erreicht man feinen £wed am beften, wenn man biefe« gleifd) in eine ©erbiette nähet, unb hierauf im Sßaffer gar fod)t. Sie Srühe bon biefem gdeifdje wirb nun jwar fo ftart nid)t, al« wenn eß frei im äßaffer focht, allein ba« f5leifd) wirb mürber unb faftiger unb un» gemein baburch berebelt. Sa« Einweichen gefdjieht in ber 5Irt, baß bie ©erbiette ftarf angejogen, allenthalben anliegt. . 511. ^^ofen-^jfraßf. 2BennHausfrauen bie bon ben ©d)otenförnern befreiten Hülfen fortwerfen fo begeben fie fid) bamit einer trefflichen , billigen 2Bürje für bie qanie 3eit in ber e« an frifdjem ©emüfe mangelt. 2öenn man bie ©d)oten mit SBaffer, benen ein wenig fohlenfaure« Patron jugefe^t mürbe, gehörig au«< focht, bie $lbfod)ung bur^ ein Such feiht unb mir 3ufa$ bon etwa« 3uder ganj bid einfod)t, fo erhält man einen Eytratt, ber fid) eine unbeqrenite Seit ohne ju fd)immeln hält unb bon bem ein Sheelöffel boK, einem Seiler mit gleifd)brühe jngefe^t, genügt, letzterem einen töftlidjen ©efchmad frifdien ©emüfe« ju erteilen. 7 512. küufttitys. (Sin neue« fünftlid)e« ©d)malj foU alle nur möglichen Voriüqe befifeen billig, toohlf^medenb, faltbar unb fo fett fein, baß ein $funb beffelben iwei ^funb Sutter erfe^t. Um biefe« S^malj barjufteHen, od man ein Vfunb frifd)en Hammeltalg« mit einem Viertel Quart guter TOeh fdjmehen unb bann, fo lange e« noch warm ift, mittelft eine« feinen ©iebe« abqiefeen hierauf unter beftänbigem führen fünf Viertel 5ßfunb gute« Mohnöl ij mtfd)en, unb btefe« ©emenge mit 4 ?oth Srrhrinbe, einem Sot^ «eifuß. traut unb jwei jerfc^nittenen £wiebeln in ber Pfanne er^i^en unb burdjfeihen. 83 ift eine Völlig gerudp unb gefdjmadlofe reine ^ettmaffe, bie bei großer 8rfvarniß in allen fällen, beim Saden unb Äocßcn, bie Sutter voUftänbig erfept. Tabei werben bie Speifen fetter unb woßlfdjmedenber, baS ©ebäde loderer, fdjönervon 2Inefehn unb beffer von ©efdjmad. 346 513. ^meilfTiegen im Sommer t>om ^feifcö aBjuitaften. Dian reibe baS pfeifet) mit bem befannten Suppentraut Tragum ober (Sftragon. (SS ^ält bie fliegen Vom ^leifdje ab, unb baS f^leifd) erhält über* bieS einen angenehmem ®ef^mad baburd). f 514. £$mierfeife ju inanen. 16 Quart ftarfe Sauge, 8 ißfunb reineS gett unb 1| ißfunb §arj todp man in einem großen Äeffel. ^ängt bie Diaffe an anfjuwaUen, fetje man etwas fdjarfe Sauge ju unb faljre fort, bis alle Seftanbtßeile fid) vereinigt $aben. Tann fteUe man beit ^effel Vom geuer unb fülle fcßwadje Sauge hinju, unter jebeSmaligent lluirü^ren, bis ber Steffel voll ift. Turcß bieS Serfa^ren erhält man eine gute weidje Seife. 515. draußen in ^fTaflmnänben ju ßefeftigen. 2Bie man Strauben in bloße ©ipSwänbe, oljne SRüdhalt in §olj, tinfe^en tann, lehrt folgenbeS Verfahren ; Dian vergrößert baS Sodj um baS doppelte ber Tide ber Sdjraube, füllt baffelbe mit einer folgen ©ppSmifdj» ung auS, wie man foldje jur Sefeftigung von Sampenftänbern gebraucht, breht bann bie Sdjraube in biefe weidje Ausfüllung unb läßt biefclbe bann bid^t werben. Sobalb fid) biefe Ausfüllung bann voUtommen gefegt ^at, Wirb bie Sdjraube fo feftfi^en, baß fte Silber unb bergleidjen galten tann. 516. uni> ^tiefetfo^ren ^affßarer und bas ^BerCeöer wafltobitöt ]u machen. S r ft e A r t ift bie: man laffe bie Sdjulje ober Stiefel 8 Sage lang auStrodnen. ÜRan fefce ju 3 @|loffel Voll ftarten Qelfirniß einen falben ©ßlöffel voll Terpentinöl, überftrei^e bamit bie Soljle unb laffe eS über gan^ gelinbem Äo^lenfeuer einjie^en; fobalb es eingcjogen unb getrodnet ift, überftreidje man eS abermals, ^ält eS über gelinbeS Äo^lenfeuer unb fährt bamit fo lange fort, bis ber {Jirni^ fielen bleibt unb nidjtS mehr einjie^en will. AlSbann läßt man eS an einem warmen Orte in ber Sonne völlig eintrodnen. Tiefe Art ift zugleich bie wohlfeilfte. 3 w e i t e A r t : wenn man bie S^u^e ober Stiefeln gleid) beS anbern TageS anjiehen will. ÜRan nimmt guten Sernfteinlad, ober einen anbern guten garten Sad, all Sopal (bodj ift biefer treuerer als ber Sernfteinlad); überftrei^t bamit bie So^le, bis nichts mehr einjie^en will, fjätt eS bann über gelinbeS geuer 347 nnb läßt e« trodnen. 2ll«bann mirb man finben, baß bie Soßle auf« in fidj jießt.-9Ran mieberßolt ba« Ueberftreidjen unb (Sintrodnen, bi« man fie^t, baß gar nidjt« meßr einjießt. 21 m anbern Tage mirb ade« eingetrodnet fein, unb man tann bie Sdjuße ober Stiefeln anjießen. Turd) beibe Mittel gewinnt bie Soßle eine foldje Härte unb Tidjtig* Teit, baß fie audj bei täglidjem ©ebraudje unb ber fdjledjteften Witterung länger al« 2 bi« 3 ber beften Soßlen au«ßält, unb juglcid) läßt fie teine^ geudjtigteit bureßbringen. 2ßiU man fie aber faft imver'müftlidj madjen, f» bebicne man fid) nod) ber SD r i 11 e n 21 r t. iRadjbem man auf bie erfte ober tmeite 2Irt fo viel firniß ßat einjießeri laffen, baß e« nidjt« meßr anneßmen miß, fo ftreue man trodnen, nidjt ju feinen Sanb auf ben lebten nießt ganj trodnen S^niß, fdjlage biefen, foviel al« möglidj ßinein, ftreue mieber Sanb barauf, laffe e* etwa« abtrodnen, unb fdjlage ben Sanb mieber ßinein. H^mi* fa^re nia> etlidje SRal fort, bi« man eine fefte Sanbtrufte, mie ein ^ebermefferrüden bid, erßält. Tiefe überftreidje man ^ule^t einigemal mit bem ^irniffe, unb laffe e« an ber Suft ober in mäßiger Sßärme gehörig au«trodntn. SB e m e r t u n g : Hnt ©oßle Politur von bem Sdjußmadjer er* galten, fo muß man biefe vorßer mit einem feinen haspel abneßmen ; unb uberßaupt muß bie Soßle troden fein. IS« fdjabet gar nidjt, menn bie Soßle von fdjledjtem Seber ift; fie nimm* im ©egentßeile bann nur befto meßr firniß an. 517. Ritter gegen dieferßen. 1. SEQan treibe @nten auf bie angegriffenen Saaten. 2. HRan {treue gefc^nittencS, fuße« Dbft, ober gef^nittenc "JRößren a« bie Orte, mo fi^ bie Sdjneden aufßaltcn unb lege SBrcttdjen barüber. ^rü| trifft man bie Sößneden barunter an unb man fann fie bann tobten. 3. ÜRan beftreut bie Saaten mieberßolt Slbenb« mit gebranntem, jer* faUenem $?alt. 4. 9J?an ftreut eine SRifdjung auf bie Saaten, beftcßenb au« f @pp< unb | $ol$afd)e. 5. SBenn man bie Sdjneden mit Terpentinöl bene^t, fo fterben fie augenblidlidj. 6. 2Ran befpri^t bie angegriffenen Saaten mit einer fdjmadjen 2luf* lofung von ißotafdje ober Vauge, iveldje fdjon jur Reinigung ber Sßafdje g.'bient ßat unb Verfemt fie mit ctma« gelöfdjtem Walt. 7. SKan vermifdjt mit 2 ißfb. SBaffer 1 Tropfen Salmiatgeift >ber Seifenfieberlauge unb befprengt bamit bie ®eete. 8. 9J?an lege abgefdjälte SBeibenrutßen bafjin, mo bie Sdjneden ißt Hauptquartier ßaben. Sie verfammeln fid) auf ben 9?utßen unb tonnen leidjt getöbtet merben. 9. 9Ran ftreut gleicß nadj ber Saat auf bie Samenbeete feingefiebte üfdje mit etma« fRuß unb ^alf gut gemifdjt, fo lange ber Tßau liegt, ober uadj einem SRegen. 348 10. 9J?an löft in 1 Quart ^Branntwein 3 gotp Seufelgbred auf unb Kfo biel SBafferju, ba^ circa 4 9J?e|en Samen bamit angefeudjtet werben m. SKan fäet ben fo angefeud)teten Samen aug. 11. SWan legt bie abgeblühten Stengel ber Äaiferfrone in bie SBeete- ®ie Sdjnedeu fammeln fiel) auf benfelben unb tonnen bann leicht getöbtet Werben. 12. SDian ftreut Slbenbg ^leie in bie Seetfurdjen unb bebedt biefelbe mit ^ohlblättern ober Riegel. Qie Sdjneden berfrie^en fid) barnnter. 13. äRan wenbet für jeben Slder ein ©emifd) bon 80 big 100 ^3fb. gebrannten unb gemahlenen, talffreien ©ppg unb 4-5 5ßfb. englifdje Sdjwefelfäure mit einer gleichen ©ewidjtgmenge ^lu^waffer berbünnt an. 14. 2J?an pflügt einmal mehr, alg gewöhnlich, unb jwar ganj feid)t, um bag Untraut ju bertilgeu unb fäet erft im Qctober. 15. 2Kan lä^t ^alf bon möglichft frifdjer SBefdjaffenheit an 6-7 Slbenben, wo SJionbfchein ift, an einem geeigneten Qrte liegen, bamit er jerfäßt. ©egen 7 Uhr ^Ibenbg ftreut man tiefen ^alt bei milber, nicht ftürmifdjer SBitterung gegen ben SBinb aub. 16. 'jßulberifirteg Salj tobtet bie Schneden ebenfaUg, wenn wv bon ihnen befetten Steden bamit beftreut. 518. ^(^wamnt-^erfretßnng an Rauben nnD fDian thut 2 Sott) Slami^aq ober ^Sottlad unb 8 ^oth Sdjellad lefdetn. möglich fein gefloßen, mit j Quart 9Ogräbigem Sßeingeifte in eine ©lagflafdje, berfd)liefjt biefe mit einem fein burdjbohrten ^ort unb hängt fie bann in einen Äeffel mit faltem SBaffer, bag man aUmälig jum Äodjen bringt, | Stunbe lochen läfjtunb babei bie glafdje öfters umf^üttelt. Qiefer girni^ ift auf Schränfe ufw. anwenbbar unb reicht auf 1 Quabrat * 9tuihe ^lädje. SBenn man bemfelben fo Diel trodne ^Bu^enafche gufe^t, baff er bie ©anfiftenj einer Qelfarbe erhält, fo fann man bamit and) feud)te unb ftodige 2Bänbe beftreidjen, um fie bor bem 2Infe£en beg Sd)wamineS ju fd)ü^cn. dftan mufj jebod) ben ^ßufj jubor abfdjlagen unb fie mittelft eineg hohlem bedeng fo biet alg möglich trodnen, ehe man fie anftreicht. 519. Der Reifen in neuen eifernen ^ef^inen ju vergüten. 2Jlan fülle bie ©efchirre mit lauwarmem Sßafferan, träufle nad) unb uad) unter beftänbigem Umrühren auf etwa 9 SJiafj SBaffer 2 big 3Quentd)en concentirte Sdjroefelfäure ein unb laffe biefe ^lüffigteit jwei Stunben lang fiepen. fpierburd) wirb bewirft, ba§ fid) alle lodern ©ifentpeile unter ftarfem 52lufbraufen auflöfen' 9?ad) bem s2lu§leeren beb Sopfeg wirb berfelbe mit feinem Sanbe tüchtig auggerieben unb nodjmalg mit äßaffer angcfüUt, bem man einige §änbe boU feine ^oljafc^e beigemengt fjat. ®iefeg Gaffer bleibt | Stunbe im Xopfe ftehen. 3)ann fann jebe Speife in bem ©e^ä^e getobt werben, opnc befürchten ju müffen, ba^ biefe fdjwarj werbe. 2. Sind) fod man biefem Uebelftanbe Dorbeugen fonnen, menn man in folchen Stopfen Kaffeebohnen brennt.-3« bem Snbe fd)üttet man bie ro^en Kaffeebohnen, ftatt in einen Brenner, in ben eifernen Stopf unb brennt fie hier unter fortmährenbem Umrühren, bi« fie bie befannte braune ffarbe ange* nommen. Speifen in fo juDor behanbelten eifernen Stopfen foden burdjau« nicht mi^farbig roerben. 349 520. öefreffenö. @egen bie i n n e n, bie bei ©^meinen häufig Dortommen, gibt man täglich ein ^ulüer au« £ Sot^ ©piefjglanj, j Sot^ Äo^falj unb | Sott) ©djmefelblumen befteljenb, auf« futter geftreut. Mittel gegen b e n © u r d) f a I l. ©iefer entfielt ^äufig bur^ (Srtältung unb fauer gemorbene«, naffe« ^reffen. 3Ran mu§ ba« tränte ©^ier möglid)ft mann Ratten, trodne ©treu legen, fomie nur gefunbe«, trodne« futter geben. 3Iu^erbem bemätjrt ßA ein Pulver au« £ SotO ©ormentidmurjel unb J SotO Sotumbotourjet täglidj auf'« futter geftreut. SRittet gegen b e n § i n t e r b r a n b. sJJcan nimmt: 2 Quentchen Sampler, Sot^ ©alpeter, 1| Soty ©almiaf, 1| Sott) äöadjtjolberbeeren, 4 Sott) ®lauberfatj. ©iefe« alle« ju ''ßulüer geftofjen, in 16 ©Ijeile geteilt unb jebem ©djroeine ein ißaquet^en, borgen« unb 3Ibenb«, mit etma« lauem SBaffer angerüljrt, ein^egeben. ©ie Senben reibt man mit einer ©albe au« 2 Quent^enfpanifdj ^liegenpulüer, 1 Sott) fdjmarjer ©eife unb 3Sott) ©djmeine* fett täglid) ein 2Ral ein. 3Ji i t t e l gegen33orftenfäule. Unreinlidjteit ift eine ber §aupturfadjen biefcr Ärantljeit, be«^alb mufj man bie ©^ieve öftei mit einer 33ürfte unb 2öaffer, in meinem etma« fdimarje ©eife aufgelujt ift, mafdjen. ferner fodjt man <Sidjen= unb tlßeiben» rinbe, üon j&bem | ^ßfunb, mit 4 Quart SBaffer eine 33iertelftunbe lang unb giebt jebem ©d)meine täglid) | Quart biefer Slbtoc^ung jum ©aufen. 3lu^er- bem ftreut man ben tränten ©ljieren etma« gefloßene SBadjlwlberbeeren auf'« futter. Mittel gegen ba«33erfangen. hiervon ift meiften« alljugierige« ^reffen bie Urfadje. ©ie ©^iere ^aben ein traurige« 3lu«feben, feine gre^luft, falte Qt;r<:n. 3ftan laffe i^nen juerft lur SIber unb gebe jmcimal täglid) ein Sott) oon folgcnbem ^uloer : 1 Sott; ^njianmurjel, 1 Sott) 2öadjl)olberbeeren, 1 Sott) ^ni«famen, 1 Quentdjen Äamptjer, 1 Quentdjen ©^mefel. Mittel gegen b e n u ft e n. ©erfelbe entfielt meiften« burd) (Srtältung unb e« ift be«^alb nötljig, bie ©^iere in einem marinen troduen ©talle ju galten, golgenbe Satmerge ift ein üorjüglidje« Mittel jur ^erfteUung. SÖ'tan neljme 4 Sott) ©ü^tjolj, 2 Sott) gendjelfamen, 1 Sott) ©dpoefelblume, 1 Sott) 3lni«, alle« gröblid) ge- puloert, unb madje biefe ©ubftanjen mit | tßfunb ^)onig unb etma« ©ßofjer ju einer Satmerge. £>iert)on gebe man jebem ©djmeine einen Ijalben Söffet DoU täglid) 350 Ä w t1 e r f d) w e i n e von bem 21 u f f r e ff e n b e r 3 u n g e m a b 3 u h a l1 e n. ®iefe ^RaturWibrigteit, bie gleidj nad) ber ©eburt ftattfinbet tann, man leitet baburch befeitigen, ba^ man bie derlei öfter mit marinem ©ffig räubert. €> d) w e i n e, auf b e r Dl a ft ft e f) e n b e, bei gutem Appetit j u e r h a 11 e n. Dian giebt jebem Stüd täglid) 2 §änbe voll £>'afer, ben man folgenber» mafjen einjufe^en ^at. Dian bringt fo viel §afer, als für brei Tage er« forberlid) ift, fdjidjtweife mit Saljlagen in ein ©efä^ nnb gie^t ein wenig Sßaffer tarauf. • S d) m e i n e m ä ft u n g. 1. Sin menig SSrotfauerteig mirb mit lauem Söaffer in einer mit SRoggenmeljl angefüllten Sdjüffel ju einem biden Teig gemadjt nnb an einen warmen £>rt gestellt 9?ad) erfolgter ©ä^rung madjtman ben Teig in einem Sottise mit 6 Diesen Dle^l nnb lauem Söaffer $u einem bünnen Teige an. 2Bäl)rcnb berfelbe gaprt, fod)t man | Sufdjel Kartoffeln mit möglidjft wenig Gaffer, jerbrüdt fie gut, fd)üttet bie Dlaffe fo als möglid) in ben gal)renbcn Teig nnb arbeitet 2lHeS gut burdjeinanber. Dian tann aud) einige panbe voll Salj beifügen. 3um füttern verbünnt man ben Teig mit etwas Gaffer ober faucrer Dlild) nnb jwar mad)t man i^n im Anfänge bünner, fpäter etwas bider. Dian füttert bamit täglid) brei Dlal. 2. . SBenn man bis ju | Ipafer mit bem Dlafttorn jufammenfdjrotet, fo bewirft berfelbe, ba§ bie Sd)weine baS f^were Korn beffer verbauen, ben Appetit weniger leicht Verlieren, ftärter freffen unb fid) beS^alb beffer mäften. 3. ©in gutes Dlaftfutter bereitet man folgenberma^en : Dian mengt nid)t ganj ga^r getodjte Kartoffeln mit Srbfen in einem grölen ©efä^e ju« fammen [ftatt ©rbfen tann man aud) ^aferfdjrot nehmen], übergießt baS ©emenge mit Ijeifjem Söaffer unb lä§t eS in Säuerung übergeben. 4. Dian bämpft Kartoffeln, brüht @erftenfd)rot auf nnb rührt bis 2 Diesen biefeS Sd)roteS mit ben Kartoffeln jufammen. TaS futter läfjt man 24 Stunben ftehen, ehe eS Verfüttert wirb. 3m Fortgänge ber Dlaft wirb baS Dlafj beS SdjroteS aUmälig verftärtt, baS ber Kartoffeln üer« minbert. S dj w e i n e f t a 11, 'ß f I a f t e r für benfelben. ©epulverter Kalt wirb mit fo viel Steinfo^lent^eer gemifd)t, ba^ fic^ bie Dlifdjung ftampfen lä^t Sft fie auf bem geebneten gu^boben auSge» breitet movten, fo wirb KieS barauf gefd)üttet unb eingeftampft. Dl a f e r n b c i S d) w e i n e n, wie man fi e be^anbelt. Sonbere baS T^ier von feinen ©efä^rten unb füttere eS mit bünnem £afer)d)(eim; gib iljm einen Teelöffel voll Schwefel jeben Tag mit einem Trant bitterfüßem Tl)ee, weldjeS gefd)iel)t, um bie überbaut in T^ätigteit ju fepen unb ju erhalten ; wenn ber 9IuSfd)lag an ber Dberflädje nid)t wieber erfc^eint, reibe eS mit folgenbem Siniment ein : eine Unje ©ebaröl, in eine gehörige Dienge ^lltofjol aufjUlöfen, füge fobann ein ^atbe§ ^ßHnt SBlji-fp unb einen Teelöffel Voll Schwefel (jinju. beinahe alle ^aattrantpeiten unter ben Schweinen tonnen auf biefelbe SBeife be^anbett werben. 351 521. ^äöe, artet, $tanj jn geden. 1 Um alter ©eibe @ ( a n j j u g e b_e n, laffe ma« Äaffeefa^ mit Sßaffer auffodjen, feihe e# burdi unb löfe barin etwaG arabifchen ®ummi auf. 3n biefe 3Rtfd)ung taucht man bie ©eibe, ringt fie du# unb bügelt fie auf ber nmgefehrten ©eite. Natürlich eignen fid) für biefe# Verfahren nur buntie färben. §eUe färben behanbelt man auf bicfelbe Sßeife mit reinem ©ummiwaffer. 2 SKan nehme jwei rolje Äartoffeln non gewöhnlicher^ @rö^e, fdjäte fie unb entferne bie Unreinlidjfeiten, wenn biefetben Höhlungen haben fodten. 9J?an fdjneibe fie in ©Reiben unb merfe biefe in ein halbe# 5pint äöaffer unb laffe fie über 9?adjt flehen. 2lm nädjften borgen wafdje man bie ©eibe mittelft eine# ©djwamme# mit bem Söaffer uub mache fie nicht jn fehr na^, bann wirb fie geplättet unb ba# 2lu#fe^en ber ©eibe ift fehr gehoben. 3 SQian nimmt (Sibotter unb fdjmiert e§ auf ba# 3eu9 ©eife, wäfdjt baffelbe mit lauwarmem Sßaffer fo lange, bi# e# rein ift; bann fpült man e# wieber in faltem Söaffer ab unb läßt e# trodnen. s2ll#bann nimmt man ungefähr für 3 (5t#. @ummi Xragant unb für 3 (St#. Jlohfamen, unb läfjt e# eine Stacht burd) in einem ^(afe mit Sßaffer ftehen, bann focht man e# wie eine bünne ©tärte unb feilet e# burd) ein £udj, jieht ba# feibene 3eu9 baburch unb manbelt e# jwifdjen jwei Jüdjern, bi# e# troden ift. 4 ©eibe wäfdjt man falt, nie warm. Um ein feibene# Äleib ju wafchen, nimmt man 10 Ouart weiche# Sßaffer, ©eife nad; 53er» hältni^ unb ein ^int ^Imoniat^lüffigfeit. 5Dtit biefer äRifdjung wäfdjt man ba# Äleib tüchtig burd) unb fpült e# in weichem Sßaffer ge» hörig au#, 5luf biefe SOBeife erhält man ben ©toff faft wie neu. 2ludj unädjte ©eibe fann man in biefer glüfftgfeit wafdjen; nur ge« wärtigt man, ba§ bie ^arbe fich änbert. 522. ^eife oflne Roßten ttub ein ^nfurprobnäf cr^en ju ftönnen. 9Kan fudje im 2öalbe eine äRenge ^arrentraut, ba# man nament» lid) an niebrtg gelegenen, feuchten ©teilen, an Sßalbbädjen oft in Un« ja^l finben wirb; trodnet e# etwa#, bod) nidjt ja fehr, oerbrennt e# unb fammelt bie 2lfd)e, bie man bann burch ein feine# ©ieb fdjlägt, bamit nid)t ben ^flanjen anhängenbe 53eflanbtheile, al# ($rbe, Äie#, ©anb u. f. w. baran bleiben, darauf rührt man biefe 2tfd)e in Gaffer, bi# ba# ®anje bie donfiftenj eine# 53reie# angenommen, au# bem man Äugeln madjt, unb lä^t fie an bet ©onne trodnen. 2)iefe ©eife entfpridjt ganj unferer gewöhnlichen Sßafdjfeife, ja fie gibt ber 2öäfdje überbie# einen für'# Sluge fehr angenehmen bläulichen ©djein, auch erhält bie 2öäfd>c feinen fo Übeln ®erudj, wie bie# häufig burdj bie gewöhnliche Safdjfeife gefdjieht. Welcher Sßort^eil hierburch jeber ^>au#wirthfchaft entfielt, liegt auf ber £>anb unb man foUte e# an 53erfudjen nicht fehlen laffen. 352 523. ^eife jur 3Ran nehme 1 ''ßfunb fein gefcßnittene orbinäre §au«feife, etwa« C^fengaUe, 2 Soth $onig, 3 Soth 3uder unb | Soth üenetianifdjen Serpentin. 3ft alle« in einem irbenen Sopfe über gelinbem ffeuer wohl vergangen unb gemengt, fo wirb biefe Seifenmaffe in mit naffen Süchern belegte formen au«gegoffen. 524. ^etfe jum non gieren. 3Ran neunte 20 Soll) weißen Arfenif, 8 Sotl) toßlenfaure« Äali, 24 Sott) beftillirte« SBaffer, 20 Soth weiße Seife, 2 Sott) gebrannten Äalf, 3 Sott) Äampßer, | Soth Saoenbetol. Da« Söaffer, ber weiße Arfenif unb ba§ fohlenfaure Äali werben in einer geräumigen ^orjellanfcßale über Äohlenfeuer jum Sieben er= hi^t unb bann bie gepulverte Seife ßinjugefügt. 9?ad) bem (Srfalten rührt man ben fein gepulverten Ae^falf, ben mit etwa« SBeingeift ju Pulver geriebenen Äampher unb ba« Sabenbelöl ljinju. Die Sdjale bient aud) jur Aufbewahrung ber Seife, unb barf natürlich ju feinem anberen 3roecf mehr gebraucht werben. Daß bie fertige Seife eine fepr vorfid)tige Aufbewahrung, ihrer hö^ft giftigen @igenfd)aften wegen, erheifdht, bebarf faum ber Erwähnung. Seifenfpiritu« j u machen. Sn eine ^lafd)e füllt man ein h«lb 9Raß guten ffranjbranntwein, 8 Soth ganj flein gefchnittene üenetianif^e Seife, 1 Soth SBeinftein* falj unb 2 Söffet voll Sierhefen, bie gdafdje wirb bann mit einer Slafe jugebunben, in lottere wirb bann eine jiemlid) ftarfe Stednabel geftcdt, bamit nidjt etwa bie fflafdje jerfpringe; auch fit an einen armen ©rt gefteUt. Sinnen 12 bi« 24 Stunben ift ade« aufgelöft, orauf man ben Spiritu« behutfam abgießt, burchfeibet unb h«t man ihn be« SßohlgerucpÖ wegen mit einigen Sropfen Sergamotnöl üet* mifdjt, al«bann tann man ißn auf @läfer füllen. 525. #euf (Moutarde) franjo^en in ^(ti^n. 9Ran neunte 1 ^ßfunb getbeö Senfmel)l, 1 ^ßfunb grüne« Senfmehl, 1 'ißfunb weißen 3U(frD 1 Sot^ ©ewürjnelfen, 2 ©uentdjen gefloßenen Sorian« ber, 1 SothSngwerwurjel; bie« wirb mit 1 SRaaß fiebenben üßein übergoffen unb nad) bem Grtalten mit ßffig berbünnt, bi« e« fo flüffig geworben ift, um e« in gdafdjen füllen ju tonnen, weldje aber bie crften adjt Sage unber» (topft fteßen bleiben unb juweilen gerüttelt werben müffen. 526. ^e^ftnge der ^in^en. Die dinefen vermehren ihre ©bftbäume nid)t burd) Äerne fonbern burd) Seglinge, "nb erhalten baburd) in 3 bi« 4 Sagten fc^on tragbare Säume. Sie wählen einen 3lveig, fc^neiben bie S^inbe j be« Umfange« burd) unb umwideln benfelben mit einem mit Äuhmift betriebenen Strohftrid, fo baß eine Äugel non 5- bi« ömaliger Dide be« 3lveige3 entfteht. Dieje Äugel muß feudjt erhalten werben ; bann entmidett ber 3meig barin neue SBurjeln. 9?ad) jwei SOlonaten wirb ber 3meig abgelöft unb mit ber Äugel in bie @rbe flepflanjt. 353 527. #tWer, f^roaqgeworöenes, |upu4en. 1. 3J?an madje von pulverifirtem @ip« unb Effig einenJÖrei. Sa« mit reibe man ba« zu reinigenbe (Silber, unb reibe e« gule^t mit Kreibe ab. 9codj bener aber neunte man manganfaure« Kali in Sßaffer gelöft, unb pu^e ba« zu reinigenbe «Silber bamit. hierauf wirb e« mit etwa« Kreibe abge* rieben. 2. 2Ran ftebe 2 Soth pulverifirte« calcinirte« §irfd)horn in einem, Quart Sßaffer. Sßährenb baffelbe auf bem f^euer fteljen bleibt, legt man ba« Silberzeug in ba« Kodjgefd)irr, fo viel baffelbe fa^t, läßt e« eine B^ü» lang fieben, nimmt e§ fobann tjerau« unb lägt e« über bem Kodjgefdjirr ab« tropfen unb am Reiter trodnen. sJ?un legt man leinene Sappen in ba« Sßaffer. nimmt fie bann heran« unb lä^t fie troden werben. Sie bienen bann jum ^oliren be« Silber« unb madjen audj Schlöffet unb SUieffing fepr blaut. 2ßenn ba« Silbergefdjirr völlig troden ift, wirb e« mit weidjem Sebes blaut gerieben. Sie« ift eine feljr gute 9hinigung«art. 3n Vielen ^u§» pulvern ift Quedfilber enthalten, welche« fepr nadjtheilig wirft, unter anberm mad)t e« ba« Silber fo mürbe, bag e« bürd) DiieberfaUen zerbricht. 3. Ser Bufatt führte zu bem ©ebraud) eine« äu^erft bequemen ^ßn^ mittel« für Silberzeug, namentlich für filberne Söffet. Sn Ermangelung anberen heifjen SBaffer« würbe ba« eben von ben vorder gehalten unb bau» abgefod)ten Kartoffeln abgegoffene Sßaffer benutzt, um filberne Efj« unb S^eelöffet z« reinigen, wobei Se^tere, welche am vorhergeljenben Slbenb Zum Effen weicher Eier benutzt unb baburd) gelb angelaufen waren, leidet jwifdjen ben ^ingerfpitjen mit bem 33obenfa^e Von Kartoffelmehl gerieben würben. Ser Erfolg war überrafd)enb, ba bie Söffet nidjt nur rein, fonbern auch unb ßtänxenb würben, wie fie gewöhnlich nur nad) 5ßu4en mit einem ber betannten pu^pulver werben. Surd) längere« Stehen fauer ge» worbene« Kartoffelwaffer fann ftatt ber häufig angewenbeten unb gefährlichen Schwefelfäure zum $u^en tupferner Keffel unb anberer tupferner ©egen» ftänbe gebraucht werben. 4. Silbergeräthfdjaften, Münzen unb 30?ebaitXen, bie gelb geworben ober fdjwärzlid) angelaufen finb, taffen fxch fofort reinigen, wenn man fie mit einer meffingenen ^ßincette in eine mäfjig toncentrirte Epantaliumlöfung eintaucht, fogleid) wieber l)erau«uimmt. fehr gut mit beftiUirtem (ober fRegenwaffer) abfpült unb mit einem leinenen Suche troduet. SBei größeren ©egenftänben fann man bie angelaufenen Stellen mittelft eine« ^infeldjen« mit ber Epanfaliumlöfung betupfen. äRan barf jebod) nid)t Vergeffen, bafj ba« Ehan^uni au^erorbentlich giftig unb baher bie größte 33orfid)t nöthig ift. 528. ^tegelTac& anjuferftgen. Ser <2>cf)enacf wirb juerft mit bem venetianifd)en Serpentin in einem irbenen ®efä^e über gelinbem Kohlenfeuer zufammengefchmolzen ; anberfeit« bereitet man fich au« ben anjuwenbenben ^ärbftoffen (gewöhnlich Zinnober unb fohlenfaure Salferbe) unb Serpentinöl einen biden ^örei, ben man ber Iparjmif^una, wenn biefe voUftänbig gef^moljen ift, unter ftetem Umrühren beimengt, wlan rührt ba« ®emif^ gut über bem gcucr unter einanber, bi« e« Sölafen wirft, entfernt e« vom ^euer unb rührt, bi« bie Olafen vergangen 354 finb, worauf man bie 9Kaffe in formen au« berjinntem Kifenbledh gicfjt, bie mitten ber Sänge nad) jufammengefügt werben tonnen. ®or bcm Kin« gieren ber 3Raffe muffen bie dornten mit etwa« 9Ranbe(öl beftrid)en werben. 2Benn bie formen boK gegoffen finb, muh man ba« 9Hebergcfentte wieber na^giehen unb ba« Ueberflüffige mit einem fjei^en SReffer fdjarf abfd)neiben. Sie erhärteten (Stangen werben bann burch rafdje« §inburd)jiehcn bur^ ßo^lenfeuer ober bur^ eine Sßeingeiftflamme geglättet. Gewährte ^orfdjriften finb bie folgenben : ^einfte« fRotp. 8 Sotf) benetianifchen Serpentin, 14 Soth (Sdjenacf, 8 Sott) Zinnober, 1| Ouentdien SRagnefia (foblenfaure Salferbe) mit Serpen« tinöl. ^ein 9?oth 9?ro. 1. Siefelbe Sorfdjrift, nur finb ftatt 8 Soll) ßinnober 7 Sotty ju nehmen. fRoth iRro. 2. 8 Soth benetianifchen Serpentin, 13 Soth <SeheUacf, 1 Soth Kolophonium, 5 Sott) Zinnober, 1£ Quentchen äRagnefia mit Scrpen« tinöl. SRoth iRro. 3. 8 Soth benetianif^en Serpentin, 12 Soth <Sd)eIIad, 1| ?oth Kolophonium, 3£ Soth £innober, 1£ Quentchen StRaanefia mit Serpen« tinöl. fRoth iRro. 4. Serpentin unb Sd)ellad wie bei ben Vorigen, Kolo» phonium unb ßinnober bon jebem 3 Soth nebft 9Ragnefia ufw, fRoth 9?ro. 5. 8 Soth Serpentin, 11 Setl) «S^eKad, 3^ Soth Kolo» phonium, 2£ Soth £innober nebft 9Ragnefia ufw. ^ein (S^warj 9?ro. 1. 9 Sott; benetianifdjen Serpentin, 18 Soth (S^eHad, 1 Soth Kolophonium, Äienrufj mit Serpentinöl angerührt, fo biet al« nöthig. <Sd)Waq 5Rro. 2. 8 Soth benetianifchen Serpentin, 16 Soth SdjeHad, • ?atb Kolophonium, Äienrufj mit Serpentinöl. Sunfelbraun. 8 Soth benetianifdjen Serpentin, 15 Soth ©djeKad, 3 ?ath englifdj 33rau«, 1| Quent^en SRagnefia mit Serpentinöl. 53raun. 8 Soth benetianifdjen Serpentin, 14 Soth (SdjeHacf, 6 Soth Kolophonium, 3 Soth englifd) 9^ott), SRagnefia ufw. wie oben. hellbraun 9?ro. 1. 8 Soth benetianifdjen Serpentin, 15 Voth @d)e(lad, 2 Soth englifd) fRoth, 1 Soth 3illn0^r, 1 Soth gefdjlemmte treibe, 3Ragne|ia ufw. wie oben. hellbraun 5Rro. 2. 8 £otl) benetianifdjen Serpentin, 14 Soth S^ellacf, 6 Soth Kolophonium, 3 Soth englifd) fRoth, | Soth 3inno^er, 2 Soth ge» fdjlemmte treibe ufw. Suntelblau. 6 Soth benetianif^en Serpentin, 14 Soth Sdjellad, 2 Soth Kolophonium, 2 Soth SRiueralblau, äRagnefia ufw. wie oben. ®elb. 4 Soth benetianifchen Serpentin, 8 Soth <Sd)eUad, 2| Soth Kolo« phonium, 1^ Soth ^önig«gclb, 1^ Quentchen fiRagnefia mit Serpcntmöl. ®rün. 4 Soth benetianifchen Serpentin, 8 Soth (ScheUad, 2| Soth Kolo- phonium, 1 Soth Äönig«gelb, | Soth föergblau, SRagnefia ufw. 355 Äarminroth. 4 Soth venetianifd)en ©erpentin, 8 Poth ©djeHad, 2 Potb Kolophonium, 3 Poth djinefifch fRoth, 1 Ouentdjen SRagnefta mit ©erpen- ttnöl. @olb. 8 Poth venetianifchen ©erpentin, 16 Poth Sdjettad, 14 Vlättd)en ächte« @olb, 1 Poth ®ronce, 1| Ouentd)en SRagnefia mit ©erpentinöl. 529. ^pargef für Öen hinter aufju6en»a$ren, SRan ftedje gegen Sotjanui ©pargel, wafdje unb trodene i^n mit einem leinenen ©ud)e ab, beftreue {eben ©tengel bann mit trodenem SJfehle, Worunter ein ©edjStel trodeneS ©alj gemifdjt ift. ©ann binbe man mit Vaft wenigftenS *0 ©tüde von bem ©pargel jufammen, überftreue ihn nochmals mit 2J?ehl unb widele baS @anje in einen von 53robmehl wohl burd)fneteten uno von ber ©ide eines 2RefferS anSgerodten ©eig. ©iefe ©pargelbunbe lä^t man trodnen, bod) fo, ba^ ber ©eig feine 9tiffe befommt, burd) welche £uft einbringen fönnte, lege fie in fteinerne ©öpfe, übergieße fie mit gertaffe* nem gette unb ftede fie an einen füllen ©rt. 2ßenn man ihn brauet, öffnet man ein Vünbel, nimmt ihn IjerauS, läfjt ifyn 1 bis 2 ©tunben im äßafler meinen, unb rietet i^n bann auf gewöljnli^e SOßeife an. (Spargelbeete ju verjüngen. ßiem bebient man fich beS ^odjfaljeS, inbem man nad) ber gewöhn* liehen ^ethobe bepflanzten unb fultivirten ©pargelbeetcn im ^rü^ahr bie ftarfe Quantität von 100 $funb ^odjfalj auf 160 Duabratfu^ ©berflädje aiebt ©ie alten unb faft gän^tid) erfd)öpften ©pargel liefern banad) eine boppelt ftarfe Srnte, als von jungen, iu voder Ärafiftet)enben JPfbn^ erwarten fte^t. ©aS ©al$ mu^ aber um bie Wtc 9Jlarj auf bie Oberfläche ber (Spargelbeete geftreut werben. ©ie ©runbbefiljer im äöerratbale ergehen ben ©pargel auf Sßiefen; fie werfen im frühlinge ©pargelferne in bie auSeinanber gezogenen 2)laub wurfShaufen unb erhalten baburd) jwar nicht fehr ftarfe, aber bod) fehr wohl- f^medenbe 5ßflanjen. 530. ^parset, ungeheure uon öer tyMen ^uaCifät öad ganze gaflt $inöurt$ ju ji^en. (Sobalb int grühjahr ber ©pargcl auS ber (grbe tommt, fuge man reAt träftige ©tengel auS unb ftülpe über biefelben eine ^tafdje. SS tann bieS eine lerfprungene fein, wenn nur feine ©effnung barm ift. ©tefe hör bem Umfallen ju fdjü^en, befeftige man fie mit ein $aar an bie ©eiten geftedte (Stäbchen, ©er ©pargelftengel treibt auf biefe 2öeife, aller Suft beraubt, in ber ^Ufdje in bie W, bis an ben §alS ber glafd)e, wad)ft bann immer an ber innern ©eite ber $lafd)e fort, bis er ihren ganzen JRaum auSgefudt hat unb fie aus ber Srbe auS^ebt. SUSbann ftidjt man ben ©pargel ab, jdiläat bie glafdje unb finbet nun eine fonberbare Srf^emung ber Vegetation, nämlich einen ©pargel von 1 bis 2 5ßfunb, unb fo fein, jart unb mo^l« fdpnedenb, als nur irqenb ein ©pargel ber beftcn ^rt fein tann. 356 3m 2öinter mad)t man ein SRiftbeet in einem Heller, fe^t Spargel» tonrzelftöde hinein, unb begießt fie bisweilen mit lauwarmem üßaffer. So treibt ber Sten el halb unb man Derfä^rt bann ebenfo, wie oben gefagt ift. Sßenn man bie Stengel furz an ber Sßurzel abfdjneibet, fo treiben fie neuer» jingS wieber Spargelftengel nad) unb man fann bemnadj zweimal für einmal ernten. 531. Spargel, nette gttffnrmef^oöe. 1. Da ber Spargel auf feftgeftampfter Srbe hoppelt fo ftarf als auS ■ (öderer Srbe tjeroorroädjft, fo empfiehlt eS fidj, baS Dorier gut geloderte unb gut gebüngte Sanb | gu§ ftarf roieber feftzuftampfen. 2. Die jungen Spargelpflanzen roerben in einer fReilje auf einem 4 gu§ breiten Seet in 3lDH^enräumen uon 2£-3 gufj gepflanzt. Statt ber @räben madjt man 2 gu^ tiefe Södjer. 3n jebeS Vodj roirb | gu§ (jod) Dünger unb auf benfeiben eine leiste Dede Don Srbe gebradjt. Die Steße, auf roeldje bie Pflanze gefegt roerben foß, erljöljt man etroaS fjalbfegelartig, fo bafj bie Pflanzen ganj feft auf biefem Keinen £>ügel zu fteden fommen. Die Wurzeln roerben gehörig ausgebreitet, 4 3oß (jod) mit leidjter Srbe bebedt, auf biefelbe Dünger gebradjt unb baS Sodj mit Srbe Doßgefüßt. Rur aßjäfjrlidjen Srljöfjung ber Seete roenbet man folgenbe Srbe an : 3 ©über ^aibeerbe ober qe^adte §aibe roerben mit 2 grober Schlamm unb £ guber Übtrittmift oermifdjt, öfter umgeftodjen unb mit 3aud)e begoffen unb 1 3a^r liegen gelaffen. 2Ran füßt bie Seete mit biefem Sonipoft aße 3«ljr i M auf- 532. Spargel auf angemeflene greife jh Honett. Seim geroöljnlidjen Äodjen beS Spargels getjt ber fdjmadljafte Duft Der» loren ; um djn zu ertjalten, mu| man ben Spargel roafdjen, fogleidj umge» fe^rt in bereits todjenbeS Sdljroaffer fteden unb 8 bis 10 StRinuten fodjen (affen, baburd) geroinnt er fe^r an ©efdjmad unb bleibt Diel fräftiger. 533. ^patgefdttngunß. Die „©artenflora" fpridjt fidj über baS Unnötige einer ftarlen SRift« unterläge bei ber Weuanlegung Don Spargelbeeten, tote fie bisher gebräudj: (idj roar, auS unb jagt, ba^ nur feiten nodj ein ©ärtner ben Unfinn begehe, SÖtift auf biefe 2ßeife roegzuroerfen. Sor einiger 3^ Ratten roir @elegen= ^eit, unS juüberzeugen, roie tief untergebradjter W^ift ooßftänbig Derloren ift, roeil er nidjt bie geringste Sßirfung auSübt. Seim ^luSräumen alter (Spar» gelbeete fanben roir in einer Diefe Don 3 gu^ ein etroa 6 3oH bideS Vager einer braungelben SJiaffe, roeldje fidj in Stüde fdjneiben unb in einzelnen Sdjidjten abblättern liefj. Diefj roar ber oor ber Einlage ber Seete in ben ©runb ber @rube gebraute ^ßferbemift, ber förmlich ju Dorf geroorben roar. jfeine Sßurjel roar tu biefen SKiftfdjidjt Dorgebrungen. -Der Spargel be» barf in SBirflidjfeit ber Düngung nur oon oben ; roirb biefe reidjlidj gegeben, fo ift eS gan$ gleidjgiltig, auf roeldje 2ßeife bie Spargelbeete angelegt finb, DorauSgeje^t, bag ber Soben nidjt falt, fdjroer ober garnafj ift sprüft man bie Derfdjiebenen ''ßanjenfdjäben, fo finbet man, bafj aße nur auf biefen einen $unft binauSlanfen. 357 534. gpe&ofyne ^efa^r att5|tt6raten. äRandje <jau«frau ^at fd)on Sdjred unb iöeforgni^ beim 2lu«braten be« Sped« gehabt, wenn e« nod) mit bem bloßen Sdjred abging unb fie nic^t wirtlid) in ©efaljr geriet^. ERau t^ue, um o^ne 33eforgnifj bie« ©e» fdjäft verrieten ju fönnen, fo viel Salj mit in ben Siegel, in bem ber Sped in ff loden gefdjnitten auf bem ffeuer ftetjt, al« man jum ©eniefjen gebraucht; fo wirb ber Sped, fottte er anbrennen, nidjt in bie §5^e fliegen. 535. Sperlinge ju vertilgen nnö jn verfdjendjen. 9Ran fod)e 1 Sott) Ärätjen=Elugen (Nux vomiea), bie man in jebex Elpottjete erhält, in 4 Quart Sßafferö Stunben lang, benn nur nad) biefer 3eit erft wirb ba« Sßaffer ftarf.genug, bie Sperlinge ju tobten. 9?ad) ber ©rfaltung biefe« äöaffer« wirb fo viel alter EBeijen in baffelbe gefdjüttet, bafj ba« Gaffer und) über bie Hälfte über bem Eßeijen fteljt, bannt er beim Slnqucllen nid)t troden wirb. s9Ran lä^t ben Eßeijen fo lange (etwa 36 bi« 48 Stunben) in bem Eßaffer liegen, bi« er bie Ußeidje be« jungen Eßeijcn« am §alme erhalten ^at, bamit benfelben bie jungen Sperlinge cbenfo leicht abtjülfen tonnen, al« ben am §alme. Siefer gequollene unb erweichte 2ßei» jen wirb nun auf'« ^elb in ben Eßeijen Ijineingeftreut, wo bie Sperlinge am meiften Unfällen. Sobalb fie baoon gefreffen ^aben, fallen fd)on einige beim Einfliegen ; e« fä^rt ein panifc^er Sdjreden unter ba« ganje £>eer unb fie finb bamit au« bem ffelbe gefd)(agen. Sie nod) einzeln wieberfommen, ^aben ebenfo viel ffurdjt unb nehmen fid) nid)t £eit jum Sattfreffen. f^elb* ^ü^nern unb Stauben fdjabet ber fo eiitgequeHte Eßeijen nid)t, inbem ba« ©ift nid)t ftart genug ift, fie ju tobten. 536. $pei|en, verfallene, wieber genie|6ar ju ma^en. 1. 2Ran ue^me ein Stüddjen fogenannten 53abefc^wamm, ben man jutwr in reinem warmen Söaffer rein au«gewafd)en, unb bann gehörig wie» ber au«gebrüdt ^at, Ijalte e« ein 2ßeild)en an einer ©abel in bie no$ fie* benbe Speife, unb ber S^wamm wirb ba« überflüffige Salj au fid) jie^en 2. SBerfaljene Suppe tann man auf folgenbe Sßeife entfallen : 2Ran becfe über ben Sopf ein reine« Sudj, auf einigen querüber geleg- ten Stödten liegenb, unb übcrftreue ba« Sud) mit Salj. Sann laffe man bie Suppe nodj eine Sßeile lochen unb ^ebe bann ba« Sud) forgfältig vom Sopfe ab. 9Ran wirb bann finben, bafj bie untere Seite bc« Su^e« mit einer Saljfrufte bebedt ift, bafj bie Suppe wieber genießbar unb ein S^eil be« Salje« it;r entjogen worben ift. 537. tt. f. w. vor Raufen ju Sie« ju erreichen, werben einige Stengel wilbe 9Rünje (Mentha Hir- suta) mit ben ^Blättern baran ju Ä'äfe, ©etreibe ober anberu ©egenftänben belegt, bie ben Eingriffen ber W^äufe au«gefegt finb ; fo berühren biefe Spiere giefelben nid)t, wafjrf^einlid), weil i^nen ber ©erud) ber ^flanje juwiber ift. 358 538. gpiegd jn pu^en, fie den #ö$ßeii ^fan$ erretten. SJtan pu^e mit ganj feinem Srudmafulatur ben Spiegel, nad)bem man ihn Vorher mit Äornbrantwein unb einem leinenen Sudje abgewafdjen hat. Um bem @lafe ben Ijödjften @lani ju geben, nehme man ein f^arfeS Heffer, fdjabe ganj fein von einer ®änfefeber ab,lege bicS ©efdjabfel auf ein Stüddjen £>anbfd)uhleber nnb reibe ben Spiegel bamit, eS nimmt alle Staub» unb Schmu^theile vom ®lafe ab, wenn fie aud) nod) fo fein finb. Surd) baS Anhauchen mit bem SJlunbe wirft biefeS schreiben um fo eher. 539. Spinat, ein vorthetfljaffes gMterliraut 2Benn @erfte unb £afcr eingeerntet unb bie Stoppeln unterge» pflügt worben finb, fäet man Spinat mit etwas fta^eligem Samen unb fpi^igen blättern hinein« bod) ^arf ber Bieter nid)t ju mager fein. Ser Spinat geht halb auf unb wädjft noch bor bem hinter, befonberS bei gutem Söetter, in jiemlid) ftarten «Stauben. Sollte er im Sßinter oben an ben äufjerften Spltjen ber blätter erfrieren, fo bleiben bod) bie ^erjen gut, er fängt im grühjahr wieber an ju wad)fen unb tann im 3lpril unb SJiai, wenn öS nod) fein grünes gutter für baS ißieh gibt, jwei Sftal abgefchnitten werben. Oft bie Sßitterung gut, fo tann bicS 3 2Jial gesehen; boef) ift biefe britte (Srnte niept grofj unb ift fie baher lieber von ben Schafen, bie um biefe 3eit nod) feine Nahrung auf ben SBiefen finben, abju» hüten. 2lud) für Schweine ift ber Spinat, tlein geftampft unb unter anbereS gutter gemengt, fehr nahrhaft. 3m 3uni, wo bie Spinat» ernte vorüber ift, pflügt man bie Stoppeln unter unb benu^t baS 2anb wieber anf bie gewöhnliche SDßeife. Ser Spinat trägt fehr reichlich Samen unb fein Einbau trägt jux größeren gruchtbarteit beS lobens bei. 540. Spinne, Die, ats gMterpropflet. (£S ift betannt, ba§ bie «Spinne ben äßedjfcl bet 2ßitterung oft 14 Jage lang borauS verfünbet. Seffenungeadjtet fdjeint man biefe Spiere nod) wenig als Barometer ju gebrauten. SÖßie fleißig häufig bie «Spinne an ihren feinen, gleKhmäfjig gearbeiteten unb ni^t genug ju bewunbern» ben ®eweben arbeitet, hat man gewifj fd)on öfter beobachtet, unb auch eben fo beniertt, wie fie Sage lang ganj ruhig auf einem Drte ver» weilen. 3e mehr bie «Spinne nun Neigung jum «Spinnen jeigt, je fleißiger fie ift unb je länger fie ihre gäben anlegt, befto fidjerer tann man auf gutes fetter für längere £eit rechnen. 3ieht fie ba« gegen nur turje gäben aus, bereitet fie nur gan$ fleine ®ewebe, fo. ift bie heitere SBitterung nur non turjer Sauer. Sßerlaffen fie baS @ewebe, vertriedjen fie fich unb fi^en fie lange miiffig, fo fteht Siegen bevor. ßerrei^en fie felbft baS ©ewebe freiwillig, fo ift biefer (mit «Sturm bertnüpft. Söei beränberlid)em SBetter legen fie bie ©nb» fäben beffelben nicht weit auSeinanber unb ihr ®efpinn|t ift nur tlein. Sobalb aber ba« fetter fieserer unb auhaltenb heiter wirb, fo er» weitern fie eS. $lm heften beobachtet man bie «Spinnen in einem ®ar» ten borgens um 10 Uhr unb finb alte Spinnen unb foldje, bie jum jungem gezwungen werben tonnen, juberläffigere Propheten als junge unb gefättigte. 359 541. ^pi^en 5« roaf^en. Die Äanten merben auf ein rein auägetodjteS Sörett, bod) nidjt von Sidjenbolj, aufgefd)lagen, welches mit Veinwanb überzogen ift; eS werben bie klugen unten, unb ber f^u^ barüber gefdjlagen, mit gelobter Seife, bie falt geworben ift, red)t gerabe angeftridjen, immer um baS Sörett. Dann wirb ein Ueberjug von nid)t ju bicfjter Seinewanb barüber ge- nätjet, in falteS Sßaffer eingeweid)t unb am borgen barauf auSge* wafd)en ; fobann mit lauwarmem Sßaffer nnb wenn fie rein finb mit ^djarf beigem Sßaffpr (in baß Sßaffer mufj jebeSmal gelochte Seife ge* idjlagen werben) auSgewafd)en. Söenn fie fefjr fdjwarj finb, muffen fie wohl 5 9)?al gewafdjen werben, fonft aber ift e§ mit 4 9Ral (ba$ (Sin* weiten mit gerechnet) genug. SllSbann brütet man fold)c 2 2KaI mit fodjenber Seife ein, fpült fie im SSaffer redjt rein, fodjt ganj bünne Stärfe mit @fd)en unb reibt fie warm burd). fRad)bem man einige ro^e Stärfe hinein get^an ^at, legt man ein ^ßlatttud) auf ben Difd), hierauf alte Servietten ober Seinwanb, unb wenn fie giemlid) troden finb, fd)lägt man fie ab, plattet fie auf einem blauen Dud)e, weld)e8 nidjt abfärbt unb auf einer orbentlidjen ^ßlattbede liegt : auf ber linfen Seite aber ftedt man bie Singen mit red)t feinen fabeln auf ein Riffen auf. S3ei bem Slnfteden mufj man fid) ja red)t in Sld)t nehmen, ba^ man bie Siu* gen nidjt entjlvei ftidjt. 3 ft eS Sommer, fo bleicht man fie auf folgen* be Slrt: SUcan bangt fie einige Dage in bie Sonne, nad)bem fie mit SBaffer, worein gefd)lagene unb getobte Seife getban worben, nafj gemalt, fo oft fie troden finb; bcrnacb/ wenn man fie 3 ober 4 Dage gebleid)t bat, fo wäfdjt man fie nod) rein au$, legt fie in warmes fyiu§waffer, bamit fidj bie Seife , fpület fie rein unb mad)t fie wie bie ungebleichte juredjt. Die, wo bie Singen ni^t aufgeftedt gewefen, be^en halb neu gefd)Wafd)ene. 9Ran plattet fie gar ni^t, fonbern jiebet fte nur gerabe, wenn man biefelben aber aufftedt, ober wenn eS ba^ neue finb, fo legt man fie gerabe in ein großes 53ud) unb pre^t fie. Sßcitn man fie aber plattet, fo mufj man fie ja nid)t auf ber rechten Seite platten, foUen fie ganj troden gewefen fein, fo fprengt man fie nidjt ein, fonbern fdjlägt fie nur in eine alte au$ ber Stärle ge* wafebene Serviette, weldje man in reinem SBaffer auSgerungen, fo bag bie naffe Serviette immer jwifdjen baS SBrett tommt, Sluf biefe Slrt tann man verfdjiebene Bretter einpaden, bamit fie ganj feucht werben. Um gewafdjeneSpi^en wie alte, cdjte erf^einen ju laff* en taudjt man fie in eini Slbtodjung Von 2 Sotb rein gewafdjenem fReiS tn | Ouart $lufj* ober fRegenwaffer. 2BiU man ihnen einen gelblichen Schein geben, fo jiebt man fie burd) eine ganj fdjwadje Sofung vo« Kaffee. 542. Springen, bas, bet ^fenpUften ju vergüten Das Springen ber neuen eifernen §erb* unb Ofenplatten wirb verhütet, wenn man fie an ber inwenbigen Seite wie ein SJieQer» rüden ftarl mit einem guten Se^mtitt übergießt, ben Ueberjug gehörig abtrodnen, unb bie glatte am folgenben Dag einrichten läfjt $Ran 360 erhält ben ßierju tauglichen 3?itt, wenn man jwei Sheile fetten ?eßm, ein Sheil frifdjen s-ßferbemift, etwas gefloßenen unb gefiebten jammer« fd)lag Don (Eifen unb etwas gutes SRinbSblut wohl burd)einanber Inetet, unb bie Wtaffe alSbann 24 Stunben lang im Heller ftehen läßt. 543. ju machen. 1. 5U?an quetfdjt bie ooHfommen reifen Leeren ju einem ®rei, ber man bier Stage fielen läßt unb bann augpreßt. 2luf bie Srefter f^iittet man ben ahnten Sheil Slepfelwein, ober in beffen (grmangelung Sßaffer, unb preßt fie nochmals burcß. 53on 10 ^IRaß Stachelbeeren erhält man auf biefe $lrt 9 SRaß SRoft, ber fuß wie äßeinmoft ift, aber anfangs etwas herbe fdjmecft. ^>at man ihn aber 6 Söocfjen im Heller liegen laffen, unb bann auf ^lafcßen abgejapft, fo giebt er, wenn er wieber 6 Jßodjen im Sanbe in bem ÄeUer gelegen hat, einen fehr wohlfdjmedenben Söein. 2. Sie Stachelbeeren laffen fiel) vortrefflich auf 2ßein benufcen, bex befonberS eine anmuthige, lieblidje f^arbe befommt, jwar weniger fpirituöS, als ber SBein Don Johannisbeeren, bod) aber ebenfo gefunb unb fühlenb ift. 3u mouffirenbem 2ßein eignen fie fiel) ganj vortrefflich, man muß fie aber bann fo unreif, als möglich, anwenben unb viel 3urfer jufe^en. SRan fammelt bie Stachelbeeren bei trodenem Söetter, wenn fie halb reif finb, jerquetfdjt fie bann in einer SBanne ober in einem Äübel mit einer fdpveren hölzernen Äeule, unb preßt ben Saft, wenn folger 24 Stunden unb länger geftanben h«t, buref) ein ^aartud) ober leinenen Rentel fo ftart als möglich, ohne bie Cerite ju jerbrüden. Jft ber Saft auSgepreßt, fe nimmt man auf SRaß Saft 3 sf3funb jerftoßenen ^ReliSjuder, rührt ihn mit bem Safte mittelft eines §oljeS gut um, bis er ganj aufgelöft ift, unb füllt ihn in ein ®efäß ober in eine Sonne, welche ganj bamit angefüllt werben muß. beträgt bie Quantität 30 bis 40 2Raß, fo bleibt fie 14 Sage, 1 Simer bon 60 SLRaß 30 bis 40 Sage, unb fo im ^erhältniffe nach ber größern SRenge, länger an einem füßlen Drte ftetj.h. 9?ad) Verlauf ber benannten ^eit jiept man bie glüffigfeit bom Sager an, reinigt baS ®efäß Von ben gefeit unb gießt ben 2ßein wieber hinein. Qßeun eS ein Hinterfuß ift, fo bleibt eS brei, ein ßimergefäß aber 4 äRonate liegen, worauf ber Hare Sßein auf glafdjen abgewogen wirb. 544. giatyCbwctaupen jn verfifgen. Sin angefehener SDtann fanb erfdjöpfte Sohe um bie Stad)elbeexbüfche jerftreuet als baS wohlfeilfte unb fidjerfte SDtittel, biefe 53üf^e Dor Staupen ju fid)ern, nad)bem er Diele anbere vergebens Derfud)t fjatte. (Er ftreute um alle feine 58üfd)e feines ©artens Sol)e, mit SluSnahme von jweien ; biefe nmrben Don Staupen abgefreffen, währeub alle übrigen fid) grün erhielten ; im folgenben 3ahre unterließ er bie (Erneuerung beS SlufftreuenS, unb alle 5Büfd)e würben verheert. 3m nä^fien Saljre aber, wo alle Süfdje roiebet mit Sohe umgeben waren, faf) man leinen einzigen Straud) Don Staupe« leiben. 361 545. und ^ifen vom ^toß ]u reinigen. ©ie roftigen Sieden beftreue man mit Xabat«afhe unb reibe fie bann mit Shahtelhalm. 2)ie« nimmt nicht nur ben SRoft weg, fonbern giebt aud) bem Stahl unb (Sifen eine fdiöne Politur. 546. ^fahffeöern rein ju ermatten, oßne (te ja reinigen. 5)iefe unwahrfheinlih flingenbe Ueberfdjrift bestätigt fih voUtommen babnrdj, ba§ man ein mit Sdjrot (9?r. 6 ober 7) angefüUte« Ola« neben ba« Xintenfag fteUt, unb fo oft man gefhrieben, bie fieber jwifAen biefe S^rot» törner fteUt. ©ie fieber wirb baburdj nidjt nur nidjt OoUtommen von ber ihr antlebenben Sinte gereinigt; fonbern fte wirb burd) (Sinwirfung be« Schrote« auch fehr confervirt. 2Benn aud) fonft bie fieber nicht orbentlid) fdjreiben wia, inbem eine ^afer ober bergleidjen im Spalte fih befinbet, fo thut ba« Schrot eine gleiche SBirtung. Um bie Stahlfeber bem Oänfefiel an (Slafticität unb gettigteit ähnlich unö baburdj viel bauerhafter ju madjen, wifdjt man fie nad) jebe«maligem Oebraudj mit einem in gett getränftem Säppd)en au«. $hidj tann man bie Stahlfebern gleich nah bem Oebraudje in eine bereitftehenbe ^ettfalbe eintaudjen unb mit einem Säpphen abwifhen. ®ie Stahlfebern halten auf biefe 2öeife befjanbelt weit länger, inbem bie bünne ^etthaut fie jugleih vor bem frühen 9loften fd)ü^t unb haben nun vor ben gutgefdjnittenen Oänfetielen ben Borjug, ba^ fie ßh nidjtfo leiht abftumpfen. äßiU eine fieber nid)t mehr gut fdjreiben, hilft t>a« 5lu«glühen über einer Sampe juweilen. 547. frnreß Stearin jn verBeflern. 2Ran hat gefunben, ba§ ein Bufa$ non Stearin ju ber Starte von fehr guter SßJirtung ift. 2)ie Sßaare erhält baburdj einen auSgejeidjneteu Ölanj unb eine Olätk, an welcher Staub unb Schmu^ weniger haften. ^Kan tann auf 30 ^ßfunb bünnen Stärfebrei etwa f ^ßfunb Stearin jufe^en, welche man in ber beiden Starte ^ergehen läfjt, wenn man biefe eben an« wenben will. ®ie Sßäfdjcrinnen wenben biefe« Verfahren im kleinen an, inbem fie in bie hei^e Starte von gehöriger ®ünne ein Stüddjen Stearinferje, welche« jeboch teinen Xalgjufafc haben barf, eintauchen unb bie Starte fo lange bamit umrühren, bi« bie ÜÄaffe ^ergangen unb voUftänbig mit jener gemifdjt ift. dRan rechnet auf ein Quart bünne Störte ein Stüd^en Äerje von 2 bi« 3 Bott Sänge. 548. ^UrBe, fnrßtge. @in neuer SRobeartifel hat türmtet) Eingang gefunben, ber fih viel» fa^er Beliebtheit erfreut. @r befielt einfach au« Starte in ben Verfdjieben» uften ^arbennüancen, Vermöge beren jebe beliebige gewünfhte garbe einem Äleibe gegeben werben tann, fo ba§ alfo eine 3)ame im Staube ift, bie garbe ihre« Äleibe« ganj nad) Saune unb SBunfd) ju wedjfeln, fo ba^ bie früher 362 Verfdjiebenfarbigen Kleiber vom feilen ©toffe je^t auß einem einjigen bleibe hergeftedt merben fönnen. Sim meiften begehrt ift bie neue rothc f^arbe, meldje mit Seidjtigfeit fo gemonnen mirb, baff man 3 ©heile ^udjfin in 20 ©heilen ©Ipcerin auflöft, roobei jebod) baß ^ud)fin juerft in einem Wlörfer mit etmaß Sßaffer ju einer biden SJlaffe jenieben mirb unb barauf baß ©Ipcerin langfam mit hinein gerührt mirb. 3u biefer SJlifdjung merben bann 150 ©heile ft ngeriebene ©tärft Jiad)träglid) hinjugerührt unb bie ganje ÜRaffe hierauf getrodnet. ©obann mirb baß betreffenbe mei^j Äleib erft gemafdjen unb ein ©heil von ber ©tärfemaffe mit fochenbem Sßaffer ganj mie gemöhnlid) jubereitet nnb bann bamit geftärft. -9efct fä^t man baß ^(eib trodnen, feud)tet eß ein menig an unb plattet eß auf. 549. Bereifen. £>ierju bebient man fid) beß groffföruigep 2Beijenß unb fudjc vorjüglid) foldjen ju erhalten, ber auf ^öhen gemadpen ift. §at man benfelben gut gefiebt, baff er red)t rein unb aller ©taub forgfältig entfernt ift, fo thut man ihn in ©iebe, burd) beren Södjer er aber nidjt burdjfaUen fann unb roäfdjt ihn fo unter ftetem Umrühren unb Umfdjütteln mit red)t mcidjem SBaffer. ©o bereitet fann man ihn in ganzen Körnern ober gefdjrotet jur ©tärfe ge» brauchen. 3n legerem ^aUe muff er jebodj micber getrodnet merben, ehe er in bie SRü^le tommt; baß gemahlene Söeijenfdjrot mirb bann in faltem SEBaffer eingemeidjt unb öfter umgerüljrt, bamit fid) feine klumpen bilben. ©iefeß bleibt nun im SWaifdjbottid) 12 biß 14 ©age ftehen, mo man ihn mit 2Baffer begießt unb mo bann bie ©äljrung ftattfinbet. fJladjbem nun gehörig geprüft, ob bie (Währung orbentlid) vor fid) gegangen unb beenbigt ift, fdjreitet man jur Slbfdjrotung ber ©tärfe von ben Wulfen. ©er eingeroeidjte Söeijen mirb in einen eine halbe (£Hc langen ©ad unb biefer mieber in ein mit Drei ^ü^en Verfeheneß f^a^ gebracht, in beffen 53oben fid) mehrere Södjer befinben. ©ann tritt eine ^erfon riiit bloßen gü^en auf bem ©ade umljer unb fehrt ibn jumeilen um, moburd) bie ©tärfe mit bem SBaffer jugleidj außgeprefft mirb, unb beibeß in baß barunter gefteUte f^a§ läuft, ^ommt feine ^eudjtigfeit mehr auß bem ©ade, fo gie^t man mieberurn SBaffer nad) unb mieberholt bieß fo lange, biß baß Söaffer ganj Har abläuft, ©er ©ad mirb babei natürlich immer mieber feft gebunben. ©aß fo gemonnene ©tärfemuaffer mirb hierauf burd) ein §aarfieb in eine SIbguffmanne gegoffen unb bleibt hierinnen 24 ©tunben ftehen. ©aß ©auermaffer mirb abläufen unb um bieß nod) ju förbern, fann man, nament« 'lieh menn bie Spanne nidjt ganj angefüllt mar, nod) etmaß 2ßaffer nadjfüllen. ©ben auf ber ©tärfe bilbet fid), je nad) ber ®üte berfelben, eine mehr ober meniger ftarfe, etma einen 3oü h°^e graue ÜJlaffe, bie man abfdjöpfen muff; bie reine unb gute ©tärfe hüt fid) ju 33oben gefegt, ©ie ermähnte graue Prüfte oben, alß aud) ber ©djlamm unb fonftige nidjt jur reinen ©tärfe ge« hörigen Silbungen, bienen alß gute ^iehfutter mit etmaß marmem äßaffer ungerührt. 363 ^un tommen wir jum Slugftedjen unb ©rodnen ber (Starte, ©ag le^te bewertftcUigt man eineg ©peilg fdjon rn ber Sßanne, inbem man baju beftimmte trodene leinene ©üdjer barauf legt, weldje alle ^eudjtigteit an fleh giehen. Bule^t fchneibet man bie (Starte in (Stüde unb legt fie auf Würben, bie gewöhnlich in fold)en f^abrifen auf ben ©ädjern angebracht finb, bie man aber an einem beliebigen Örte anlegen tann. iRur mufj biefelbe fehr hoch liegen, bamit ber Üßinb feinen (Staub unb ®d)mu^ barauf werfen fann unb ber Suft red}t auggefe^t fein. §at bie (Starte nad) einigen ©agen eine fRir* be befommen, fo bringt man fie in bie 9?ähe beg warmen Df eng, unb brid) fie in (Stüden. Eine tlare (Stärfe gewinnt man, wenn man bie ju ftärfenben Slrtitel forg« faltig in brei verfd)iebenen SBaffern abfd)wentt. ©audje fie fobann in bie ©tarfe, weldje juvor burd) ÜRuglin gefeiljet werben follte, preffe unb fdjüttle fie fanft unb hänge fie jum ©rodnen auf. Söenri fie troden finb, taudje fie in flareg Gaffer, brüde fie wieberum aug unb breite fie auf Seinwanb aug, roll fie auf unb laffe fie barin, big auf eine «Stunbe vor bem glätten. $3eim glätten gebrauche vortrefflich polirte Eifen unb bu wirft biet) wun» bern über ben erteilten ®(anj. 550. ^fetnpergamenf gu ma^en. iV?an nimmt 53imgftein, feinen Äienruß unb bünnen, Weiten, guten firniß. ©er 53imSftein, welcher ganj rein unb ohne alle 53eimifd)ung fein muß, wirb in großen (Stüden über glühenben Sohlen, welche immer in £)i$e erhalten werben müffen, gut auggeglüht, gleich barauf in ein ®efäß voll reinen, falten SBafferg geworfen. Er wirb baburd) mürbe gemacht, man flößt ihn algbann fein, unb reibt ihn auf einem fReibfteine, fein wie SDJehl. ©iefeu feinen 53 impfte in fdjüttet man in eine (Sdjüffel, unb fe^t fo viel firniß h'n5lb eg e™ bider 33rei wirb, hicrSu fe^ man nun f» öiel Äienruß, als nothwenbig ift um eg gehörig fdpvarj ju machen, jule^t aber« malS firniß unb rührt foldjeg mit einem gefdjnittenen fleinen <Stüctd)cn $olj gut unter einanber. ©ie SWaffe mu^ bider als (Sprup fein, unb ber &imSftein verliert bei bem g-einreiben feine (Schärfe nicht ganj, unb barf eS aud) nicht, ©er Äienruß erfe^t bag SBeicße, bag f^eine unb (Sammetartige, bet bünne unb leichte firniß'baS Unjubringlidje vorn Gaffer, unb ift Die Urfadjc, baß bag baraug gefertigte Pergament mit Söaffer abgewafd)en werben fann. Oft biefe SRaffe fo weit fertig, fo nimmt man feine unb ge» fdjlagene ißappe ober ©oppelpapier, überftrecdjt eg mit einem feinen 53 orften* pinfel, opne eine (Stelle ju verfehlen, fo bünn als möglich bamit, nur muff man verhinbern, bafj fidj bie ÜKaffe nid)t fe^t, unb jebeämal fleißig burd)* rühren ; fonft bringt man mehr firniß al§ 53imgftein auf baS Rapier unb bie ^olge bavon ift, baß eg ni^tg leiftet, bentt man erhält blog ein gefirnißtes iölart. Oft ber 53ogen nad) 24 (Stunben troden geworben, fo überftreicht man ihn abermals wie bag erfte SDlal, läßt ißn troden werben unb bag Pergament ift fertig. 551. ^fiefern jh ma^en. Um (Stiefeln vor Vern Einbringen beS äßafferg ju fdju^en, löft man ungefähr für 2 Eentg Onbia Rubber auf unb t^ut ein ©rittheil (Sdjweinefett hinju unb verbünnt biefe 2Iuflöfung mit Ijei^em S^ran. 3ftan erwärme beim ®ebrau^ juvor bie (Stiefeln etwas unb trage mit einem ^ßinfet biefe ^luflöfung fo auf, baß namentlich bie ^ä^te gut beftridjen werben. (Stn anbereS SRittel ift: 2Ran reibe bie Stiefeln, na^bem fie gut ab» Retrodnet ftnb, tüchtig mit Sprnp ein, laffe ben Sprup langfam trodnen unb fjmiere fie bann mit Stiefelfdjmiere. 364 552. ^tieietwi^e offne ^roefeffanre jn ma^en. 3n 6 2Raß wetten SSeineffig läßt man | ^funb ©aUäpfel unb | Sotp JÖlaupoljeptract j Stunbe todjen, feilet bie ^lüffigteit burd) ein Tucp, fe^t ipr 4 Sotp Sifenvitriol ju unb läßt fie 24 Stunben fiepen. "Run wirb bie iflüffigteit, fo weit fie flar ift, in ein jweiteS ®efäß übergegoffen, welcpeS man fo lange auf einem warmen Ofen ftepen läfjt, bis 4 Sotp gepulüerteS arabifcpeS @ummi, 1| ^ßfunb gefloßener ÄaubiSjuder unb 1 5ßfunb Sprup, bie man baju giebt, üoÜtommen aufgelöft finb. 2Ran filtrirt nun bie fflüffigteit nochmals unb giebt | SRaß Sßeingeift, 6 Sotp einer geiftigen SdjcUadauflöfung, 1 Sotp feingepulüerten Snbigo unb 2 Sotp (SaHuSejtract pinju. ©ie SRaffe ift nun jum Sluftragen geeignet unb wirb in ^lafd)en aufbewaprt ober üerfenbet. @S ift bieS eine ganj vorzügliche Sßicpfe. 553. gtiefetffintiere %n Bereiten. 4 Sotp ^autfcput wirb in heilem Söaffcr erweist, bann in Heine Theile jcrfdjnitten unb mit 6 Sotp Sdjweinefett unb 24 Sotp Sebertpran in einen Topf gebradjt unb auf einen warmen Ofen gefteHt. Sobalb fiep alle 53e« ftanbtpeile bereinigt paben, ift bie Sepmiere fertig. 3U ^ree Slnwenbung wäfept man baS S^upwert mit warmem SBaffer unb läßt eS oberflächlich wicbcr abtrodnen ; bann trägt man mittelft ber dürfte bie warme Sd)niiere auf baS Oberleber, in bie ^ugen ber 9?äpte unb auf bie fRänber ber Soplen auf. 554. ^iiefefMfen^mtere ju bereiten. 1. | Quart Scinöl, 2 Sotp Spermajeti, 3 Sotp gelbe« 2ßach«, 2 Soth 5J3ecf) unb 2 Sotp Terpentinöl werben bei gelinbem f^eucr gemifcpt unb bie SDHfdjung auf bie Soplen unb in bie Spähte ber Stiefeln warm aufge» tragen, waS man burch ftarteS fReiben unb dürften bewerffteHigt. gemach werben bie Theile mit Sappen abgerieben unb am Ofen getrodnet. 2. 53lad 33aU, Sßicpfe für Schuhmacher.-Sicht Unjen SÖienenWa^S, eine Unje §arj, eine halbe Unje Talg ; fcpmilj eS jufammen; füge bann ein unb eine halbe Huje arabifdjeS ®ummi in jwei Unjen ober weniger Gaffer aufgelöft pinju unb Sampenrufj, hinlänglich eS ju färben ; rüpre eS beftänbig, bis eS beinape falt ift. 555. stiere. paföftarrige, jum^idjen ju gewöpneu ©ie Tpiere tverben angefcpirrt unb mittelft eines ^alSriemenS an einer ^ette befeftigt, welcpe burd) einen fRing Läuft unb woran ein ©ewidjt bei ber Grippe hängt. @in anbereS Oewidit pängt an ben 3u9flrangen an einem hinter ben Tpieren angebrachten Äloben laufenben (Seile. ©aS @ewicpt tann 1 Str. unb nod) mehr betragen unb bleibt auf bem Woen fiepen, wenn ber Ocpfe bis jur ganzen Sänge ber Äette üon ber Grippe jurädtritt; will er biefeS aber machen, um ju (reffen, fo muß er bie hinter ihm befinblicpe Saft nad) fid) ziehen. 365 $56. ^tit£mu|ler-^urver jum gfoneitßnen auf fißwarjett SDlan nehme ein Dheil fein gepulvertes unb gebranntes Zolophonium, ebenfo feines ZopalpulVer unb vier Dheile fe^r feines $3leiweiS, unb menge baS ®anje jufammen. Die @ebraud)Sart beS ^ßulverS beftc^t barin, baß baSfelbe burd) bie feinen Öffnungen ber bie j^eidjnung vorfteUenben Patrone gebrängt unb auf baS betreffenbe 3eu9 geftreut wirb, wo bann eine fd)wad)e Zrwärmung jur 53efeftigung ftattfinben muß. äReßr Zolophonium im 33er* hältniß jum Zopal verlangt eine geringere Zrwärmung ; umgetehrt finbet baS ©egentheil ftatt. Sei mehr £>arj im Serhältniß jum SleiweiS ift bie Zeichnung fefter, aber nicht fo beutlid). 557. uerftCgen. ■Rid)tS ift leid)ter, als biefen wieberwärtigen ©erudj ju vertilgen. ÜRan barf nur auSgeglühte ^oljfohien, von benen man bie Slfc^e abgelebt unb toeggeblafen hat, in baS Sßaffer bringen, in welcher ber Stodfifd) beigefe^t mirb. SRan fann bie Sohlen, etwa eine £>anb voll auf fo viel Stodfifd), wie für eine Familie gewöhnlich gelocht ju werben pflegt, unmittelbar auS bem f^euer nehmen unb noch glühenb in baS SBaffer werfen, nur muß man barauf feben, baß fie nid)t mehr mit flammen brennen. Da bie Sohlen auf bem Sßaffer fd)wimmen, fo taffen fie fid) vor bem Anrichten teidjt mit bent Sdjaumlöffel wegnehmen. 558. ju faröen, tuib ^froßßüte ju waftßen. ® d) w a r j. 3Ran nimmt 6 Sotß ZifenVitriol, 8 Soth ©alläpfel, floßt betbcg fein, gießt barauf 4 fßfunb glußwaffer, fe^t nod) 2 Soll) feingefchnit» teneS Slaußolj ju, läßt biefe SRifdjung eine halbe Stunbe fieben unb ab* fühlen, feihet bie ffarbe gut burd) unb übergießt mit betreiben bie in ein ®e* faß gelegten Strohhüte, na^bem fie juvor burd) fodjenbeS Sllaunwaffer ge» jogen unb abgetrodnet morben finb. DaS ^Ibbrü^en mit heißer ^arbe wirb fo oft wieberhott, bis bie £>üte bie Verlangte Scßwärje erlangt haben. äRan merfe fid), baß fomol)l bei biefer fdpvarjen als and) bei ben anbcrn färben bie ^üte ober baS Stroh erft burd) heißes 2llaunwaffer gezogen werben müf« fen, bamit fid) bie ^arbe gleichmäßig verteilt unb bauerljaft bleibt. @rün, 9Ran nimmt | fßfb. reinen ®rünfpan unb | ^fb. 2Bein* ftein, ftößt SQeibeS ju feinem ^ulver, übergießt eS mit 3 ^ßfb. SRegenwaffer, läßt eS eine halbe Stunbe fod)en, abfühlen unb feiht eS burd). Dann lege man bie £>üte ober baS Stroh in biefe, wieberholt jum Äodjen gebrachte glüffigfeit. Die verfchiebenen Slbftufungen ber garbe werben erreicht, wenn man bie ^lüffigfeit entweber um fie leid)ter ju madjen, mit einem Dßeile beS gleich barauf folgenbcn Zitronengelbe« Vermifd)t, ober jur Serbuntlung etwas Slau jufe^t. Zitronengelb. 2!Ran nimmt ju 1 ^funb fleinjerftoßener Äreuj» beexen £ fßfunb gemeinen Sllaun unb 3 ^ßfunb glußwaffer, fiebet bie 9Ru fdjung unb feihet bie färben vor ber Reißen ^Inwenbung auf aUeS Stroh mit Sorgfalt burd). Bläffer ober bunfler mad)t man bie garhe burd) Söaffer ober 3ufa$. - 366 53 la u. 2Ran nimmt j ^ßfunb be« feinßen 3nbigo, pulbert benfelben auf ba« ^arteße, tßut ißn *n eine gläferne Sieibfdjale unb gießt naeß unb natß 4 Sotß SJorbßäufer 53itriolöl unter beßänbigem Umrüßren mit einem ®la«roßre ju. Siadjbem biefe SRifcßung 10 Stunben an einem temporirten Orte geßanben ßat, gießt man nad) unb nad) fo biel lalte« Sßaßer ju, bi« man bie fjarbe erreicht, bie man Oerbeibringen will; biefe wirb fobann in r einem tupfernen Reffet gelod)t, unb bie §üte ober ba« Stroß, fo lange fie «wd) ßeiß iß, bariu liegen gelaßen, bi« fie bie beabfiditigte fyarbe angenom» men ßaben. 2öiU man jur (Srfparung ber Äoßen fid) ßatt be« -önbigo be« ^Berliner 53laue« bebienen, fo jerreibt man 4 Sotß berliner 53lau feßr fein in einer gläfernen Sieibefcßale, rüßrt mit 53eimifd)ung bon raueßenbem Salj» geiß einen Sörei baoon an, läßt ißn 24 (Stunben ßeßen, gießt berßältnißmä» ßig Söaßer ju unb färbt wie mit ber -3nbigofarbe. Stroßßüteju Waffen aufenglifcße5lrt. £u einem ßalben $funb 2öaßer nimmt man eine Unje Sauertleefäure, taueßt eine 53ürße in biefe SRifcßung unb reibt bamit ben £ut, weldjen man natürlicßerweife borßer ber (Sarnirung entlleibet. Sobalb ber £mt rein iß, wirb er aufgeßangen unb, naeßbem er troden, auf ber ünlen Seite mit einem mäßig ßeißen (Sifen geplättet. -Sft ber ^>ut feßr bergelbt unb ßedig, fo muß bie S)ofi« Sauerlleefäure bermeßrt werben. 559. #fro0 inwerßrennBat ju ma^en. 3n ßnglanb ßat man burd) 53erfud)e bargetßan, baß mit aufgelößem ßali getränlte« Stroß unberbrennbar iß. ffür bie 53eböl!erung be« ßacßen Sanbe« iß bie Sntbedung bon SBidjtig» leit, inbem bie Stroßbäqer ßierburcß nicßt blo«, feuerfeß, Jonbern audj biel bauerßafter ßergeßeUt werben lönnen. SRit einer Sluflöfung bon 2llaun würben ebenfall« 53erfucße angeßellt, ba baffelbe aber auflösbar iß, fo be» nimnu ißm ber Siegen jebwebe Äraft, bem ffeuer ju wiberßeßen. 560. ^aßai, reinen, jn Bereiten. äRan tßue Sabal in blättern bon gelber ober brauner §arbe in ein irbene« ober ßöljerne« (§efäß, gieße fobiel fflnßwaßer auf, baß e« über bemfelben ßeßt, wenn foldjer burd) eine Saft etwa« niebergebrüdt erhalten Wirb, unb laffe ißn fo rußig breimal 24 Stunben im Sßaffer. hierauf neßme man i^n ßerau«, fpüle ißn in anberem reinen Sßaßer fo lange an«, bi« e« nicßt meßr gefärbt wirb, am fcßidlidjßen in reinem Sraßtßebe, in ber Siegel iß 3 bi« 4 3J?al ©intaudjen ßinreicßenb, brüde ben Sabal au« unb ßänge i^n jum Srodner auf. ^ierburd) iß er nun bom Slarcotifdjen ober ©iftigen befreit; ba« ^ßfunb be« fo beßanöelten Sabal« berliert in ber Siegel % ^ßfunb am Oewi^t $Iuf 1 ^ßfunb be« fo beßanbelten, troden geworbenen Sabal« neßme man | Sotß gepulberte Sa«carilla unb £ Sotß «Salpeter, locße biefe« in | Duart ^Baffer meßremal ßarl auf, begieße mit biefer Reißen Slblodjung ben Sabal unb niißße itjn mit berfelben fo lange, bi« folcße in benfelben ein» gezogen ift. hierauf fdjueibe man ißn, ba fold)e« in feinem naffen £ußanbe fid) am leicßteften tßu läßt, unb breiten ißn gum Srodnen an einem luftigen Orte au«, wo man ißn täglid) jwei 2Ral wenbet unb mif^t, bi« er ganj troden iß, worauf man ißn jum ©ebraucß aufbewaßrt. 367 Um ©chnupftaba! ju bereiten, legt man bie von ihrem ®ift befreiten «Matter auf eine warme Stelle unb lä§t fie fehr ftarf trodnen unb reibt fie jann mit ber ^anb burch ein bur^löd)erteS @ejä§ ober Sieb, ©er burd)» gefallene trodne unb feine Xabat wirb hinauf mit im SBaffer aufgeloften Salmiai ober ^ßotafche ober @ffig tropfweife bene^t unb gemengt, biS er bie verlangte geu^tigfeit hat, unb giebt man ihm enblid), wenn man eS wünfdjt, burd) 3ufaÖ c"Kr unf^äblidhen Subftanj, irgenb einen Söohlgerud). 561. jn verlern. Xie Xalgüd)ie werben fehr Verbeffert, wenn man bie Xodjte in faltet SBaffer taucht, worin man eine anfehnliche SRengefalpeterfaureS 3?ali aufge* loft hat. Xie mit folgern Xod)t bereiteten Sichte brennen heller unb brauchen feiten gepult ju werben. 562. ^argficßte, bas Rinnen berfeCüen ja vergüten. 9J?an bebient fleh hierju einer Heinen runben (Glasplatte, von bem halben Xurdjmeffer beS SidjtS, bie in ber Wlitte ein Sod) hat, burd) weldjeS baS Xod)tenbe beS SidjtS geftedt wirb, fo ba§ nachher baS Vlättdjen auf ber 'Spi^e beS Si^teS fi^t, unb ber Xod)t, foviel zum Vrennen nöthig ift, her» Vorragt, äßährenb beS VrennenS finit bie Heine glatte, vorauSgefefct bafj. bie Xod)te ohne Quoten finb, immer tiefer herunter unb Verhinbert fo baS Abläufen, theilS wegen ihrer Slbbäfion ju bem flüchtigen ffette, theilS weil fte felbft einen Xheil ber VJärme abforbirt, woburd) ein gerreifjen beS ?id)t» ranbeS umgangen wirb. ©ber man tauche bie Xalglidjter in äJlaftipSluflöfuug unb taffe fie etwas trodnen. Xie Sidjter werben baburch aud) viel fefter unb fühlen fid) wachSartig an. 563. gamtennabeln, DerfeCßen. (Sine neue unb merfwürbige Verwenbung eines werthlofen SrjeugniffeS ift bie Venu^ung ber Xannennabeln. (SS giebt in Sdjlefien jwei (Stabliffe» mentS, bie fid) ^terntit befdjäftigen ; in beni einen werben bie Xannennabelri in „Pflanzen wolle" ober SBatte berwanbelt, in bem anberen wirb baS Gaffer, weldjeS jur Verfertigung biefer SßoUe gebient hat, als ^eilfraft für Äranfe gebraucht. ÜKau hat bei ben lebten ^luSftelluugen in ^ßariS unb £>abre jwei <Sd)ranffädjer voll biefer (Srgeugniffe gefehen, welche verfdjiebene 'JRufter in gönn von 2öoHe zum SluSftopfen ber DJcatra^en, fowie anbere ^Irtilel als @rfa^ für bie ^ßferbehaare bei ben ÜRöbeln enthielten ; ferner fah man bort Vflanjenwatte, ©efunbheitSflaned ju ärjtlidjen £weden, flüchtiges ©el für Rheumatismen unb ^autfranfheiten, auS ffafern verfertigte Kleiber, bann Unterhofen, (Strümpfe, £>emben; Vettbeden k. unb anbere nü^lidje Xinge. 2lud) füllen bie auS biefer ißflanjenwoKe verfertigten ©egenftänbe nid)t vom Ungeziefer angegriffen werben ; fie behalt ftetS bie nämli^e Xemperatur, ift ein fid)ereS Schuljraittel gegen ffeu^tigfeit unb empfiehlt ftd), mit einem Sßort, allen benen, bie an 9<hcuina^8inug leiben. 368 564. gauBen an Ben $n gewönnen. ®ewöhnlid) wirb gerathen, ben angefauften ©auben bie Sdjwungfebern augjusiehen. ©icg Verfahren bewirft, baß bie ©auben noch f^euer geworben, felbft bei geöffnetem Sdjlage jo lange rutjig auf bemfelben bleiben, big bie Rebern wieber gewacßfen finb, bann aber aug» unb bavonfliegen. Am beften ift'g, man fdjafft junge, nod) nicfjt auggeflogene ©auben an ; biefe treten nad) unb nad) erft breifter aug bem Silage hervor unb werben fomit mit ber Umgebung beffclbcn befannt, fo baß fie, wenn fie enblid) ju fliegen beginnen, leidjt unb fidjer fid) wieber jurüdfinben. 2BiK unb muß man aber alte ©auben anfdjaffen, fo ift bag befte Verfahren, um fie leister ju gewöhnen, baß man bie 5 ober 6 Sdiwungfebern bet Flügel mit einem gewid)ften 3wirn jufammen binbet. (Sin ungewid)fter f^aben ftreid)t fid) leid)t von ben Rebern ab. ^ierburcb werben fie am fliegen gehinbert; fie gehen aber aug bem Sd)lage unb nad) 14 ©agen big 3 2öod)en finb fie mit beffen Umgebung fo befannt, baß man ben §aben löfen unb ihnen ben Augflug ge» ftatten fann. ©auben ju m ä ft e n. ©iefeg gefdjieht am beften mit SBiden, (Srbfen, ©erfte, Sudjweijen unb $irfe, bie man Vorher in Gaffer eingeweicht h«t« 2Ran ftopft fie mit biefe gequellten ^rüd)ten, wie bag anbere ©eflügel mit Rubeln, unb tränft fie babei fleißig. £afer unb ©erftenmehl mit 23ter vermifd)t, giebt ein fett» macheubeg futter für Hühner unb ©auben. ©egen bie V°den b e r © a u b e n. Empfohlen wirb alg Heilmittel biefer Äranfljeit bag Augweißen ber Höhlen in einem ©aubenfdjlage, fowie etwaS Salj. weldjeg man ben ©auben auf einem ©eller im ©aubenfd)lage hinfe^t. 565. ^eftower ^lüBen anjuBanen. 2Ran wählt humugarmen 53oben, ber eine außergewöhnliche Düngung erhalten hat aug unb 2-3 ßoll tief bearbeitet worben ift. 3wifd)en bem 12.- 20. Auguft wirb ber Samen gcfät. ©erfelbe muß gleichmäßig ver» theilt werben. 3Ran läßt bie fRüben mit adern Unfrat warfen unb erntet fie (Snbe October. 91ad)bem fie abgetrodnet finb, fortirt man fie unb fcfjneibet ^opf unb SSurjel ab. ©ie Aufbewahrung über SBinter gefdjieht in 3 ftuß tiefen (Stuben, in benen fie in Sanb gefd)id)tct werben 566. Billigen jn Bereiten. 2ßir befreit viele ©ewädjfe, beten jarte ^Blätter einen vortrefflichen Mnb wohlfchmedenben STfjee gewähren, welcßer bem d)inefifd)en nichtnadjfteht unb ben Vorzug ber ©efunbheit unb Feinheit hat. Selbft bag, wag wir aU djinefifdien ©hee laufen, ift jum SC^eil in Snglanb aug ein^etmifdjcn blättern bereitetet ^robuct. Am empfefjlentwertfjeften finb bie jungen blätter ber SBalbbeere; fie bebürfen, um einen fd)madhaften ©hee ju ge» währen, feiner anberen Vorbereitung, alg baß man fie im Schotten forg= faltig trodnet. -3hncn junächfi fommen bie jarten blätter ber wohlriechen» 369 ben wilben Stofe. $ann tann man bie jungen Slätter beS Sdjleheuborn« benu^en, bot müffen biefe juvor, wie ber djinefifdje £hec> auf heiBcn SRetaUplatten bebanbelt werben, bamit fie ben Ärautgeftmact Verlieren. Slut bie Sinbenblüthe müffen wir not erwähnen, ba fte einen $hce liefert, ber fit nur fehr wenig von bem d)inefifd)en unterfteibet. ®aS (Srbbeerfraut liefert ben djinefifdjen Xhee in gan: vorjüglidjer ®üte. 3a eS ift vorteilhafter biefen £hee, ber übrigens an ©eftmad unb Stärfe ben tinefiften not bei Söeitem übertrifft, fit felbft ju fammeln unb ju bereiten, ba man bann bie Ueberjeugung erhält, wirflit frift^n, ättcn, reinen unb unVerborbenen Shee ju erhalten. SRan wählt ^ierju baS auf gebirgigen ©egenben unb fonnigen Anhöhen watfenbe ©rbbeerfraut unb fehe wol)l barauf, ba§ bie ^flan^en gut erhalten, trocfen unb nitt üon Söürmern benagt finb. ®ie Slätter ber ^ügeleröbeere [Fragaria collina] finb leicbt baran ju ertennen, ba§ ber mittlere 3abn bc$ SlatteS an ber Spi^e viel Heiner als bie übrigen ift. ©ie Heinften unb lartefttn Slätter aber geben ben beften Xfjee. ®iefe Slätter werben nun aa ber Sufi, ohne (Sinwirfung ber Sonne, getrocfnet unb öfter umgewanbt, bamit fie nitt bumpfig werben unb bann an trocteneu Orten aufbewahrt. 567. g:ßeerßättöet jur Jlfißattung non ^pannranpen. SRan fdjneibet von gewaljtem Slei hanbbreite Streifen mit ber Speere ab, fra^t bie rauhe Sorte von ben Säumen, legt bieSteiftreifen bidjt barum,. verbinbet bie (Snben burt einen Stift unb biegt ben unteren Sianb ber Streifen fo auf, baff er eine Heine Siinne um ben Stamm bilbet, in ber fit ber abtropfcnbe Scheer fammelt. ®ie Sleibänber beftreidjt man mit Sljeer, bem man etwas $hran jugefe^t hat. 568. gütete 6et einet ^eueröbrun|l feiert aus Brennenden ^eBauben jn Bringen. @S verurfatt Sc^ivierigfcit Spiere auS Ställen ju bringen, wenu benachbarte Raufer brennen unb bie flamme von ben Sfjieren gefeiten wirb, häufig fton finb burt biefe Sdjroierigteit §auSthiere verbrannt. ®ieS in verhinbern, braucht man nur biefen Xhieren bie klugen ju Verbinben unb fte werben fit leicht überall ^infutjren (affen. 569. aus ßafBtetfen Weinbeeren. ®er Saft ober SRoft von halbreifen Trauben liefert einen rec^t guten Jifttvein, wenn man ihn mit 3 ucferw aff er vermiftt unb burt 3UM einer (leinen SRenge abgemäfferter Söei^bicrhefen in (Währung verfemt. ®iefe ©ährung tritt in ber Siegel fehr fdjneU ein, wenn ber gepuderte Saft einige Sage lang mit ben Skalen ber Seeren in Srrührung bleibt. SRan fann auf einen ßimer ober 64 preu^ifte Quart jenes SafteS einen (Simer reineS §fu^ ober fRegenwaffer, 20 ^ßfunb gewöhnliten ÜReliSjuder unb | Quart 370 Spunbhefen nehmen unb baS ®anje an einem mä^ig warmen Orte ber (Währung übertaffen SRadj fehr genauen SBerfud)en liefern 20 ißfunb 3utfer in 53er» lauf ber ®ährun^ 10| ^ßfunb abfoluten Slltohol, unb man gewinnt baher burdf Währung jener 'IRifrhung einen SBein, ber eben fogei'ftreid) ift, als ein guter ffranjwein. 570. erden der ^unde. ^tn ßeroäßrtes ^räfervativ dagegen. ?D?an nimmt Duittenferne unb beftittirteS Setnot unb lä^t betbeS 24 Stauben flehen. Dann wirb eS, mit etwas SJäieh vermifdjt, bem ^unbe auf einmal ju faufen gegeben, hierauf wirb baS ©hier, in meinem Sliter eS aud) fei, vor bem ©odwerben gefiebert, felbft wenn eS fdjon von einem tollen §unbe gebiffen wäre. 571. ^omato ^ifp 2Kan nehme 1 5ßecf grüne DomatoeS, fdjneibe fie in Scheiben, ftreue etwas Salj barüber, thue fie in ein ®efäß, brüde fle feft unb taffe fte eine 97ad)t ftehen. SInbern SJorgenS fchütte SUfeS in einen ©urdjfdjlag, thue 12 jerfd)nittene ^^iebeln, | Unje Pfeffer, 1 Unje Senf, | Unje Senffamen, 1 ^Jfb. braunen 3uder, 1 Unje SJiuSfatnägeldjen, 1 Unje SRuSfatblüthe hinju, thue SUIeS in einen Äeffel, gie^e @ffig barüber unb tod)e eS bis eS jart ift. 572. ^omatoes atö ^petfe. Doctor kennet, ein s^rofeffor von jiemlidjer Berühmtheit, betrachtet bie ©omatoeS als eine Speife von unfehätjbarem 2öert^e unb fc^reibt biefer 5rud)t aufjerorbentlidj wichtige (Sigenf^aften ju. nämlich : 1. Daß biefelbe eins ber wirffamfteu SlbfonberungS ^Kittel gegen fdjäblid)e Slnfammlung in ber'Seber unb anbern Örganen beS menfdjliajen ÄorperS fei. 2, ©a^ ein djemifdjer Straft auS biefer grud)t erhielt werben tonne, ber in ber Behanblung von Trautheit ben ©ebraud) beS Salomel über» trifft. 3. ©a§ ber ^rofeffor gäUe von ©iarrhoe allein mit biefem Slrtitel erfolgreich behanbelt habe, unb 4. ba| bie Frucht, als Speife genoffen, ein fouveräneS -Sättel gegen DpSpepfia unb Unverbaulichfeit fei. SluS biefen ®rünben fodte biefe ^ru^t iu Jeber §auShaltung unauS* gefegt als tägliche Speife gebraust werben, fei eS getobt,roh °ber fup. Sie ift für ben menfdjlidjen Körper ber heilfamfte SIrtifel jnm tägll* djen ©ebraudje, ber bis je^t befannt geworben. 371 573. ^opfp^anjen, ftranften, neues ^eßen j t geßen. sIRan begieße tränfelnbe Xopfpflanzen mit einer fdjmadjen 2lufl3fung von Sifenvitriol unb fie roerben halb mieber neu treiben unb [ich beleben. ®a« ^Begießen tann alle 3 bi« 4 Xage ftattfinben, unb müffen bie zu behan» bclnben Pflanzen in Schatten gefegt roerben. 574. wafQtn. fUtan fdjlägt ftlberne Xreffen auf ein mit Seineroanb überzogene« OTan* belholj unb mäfdjt fie fobann mit laumarmem SBaffer unb meiner Seife fo lange bi« fie red)t rein finb, fpült fie mit SBaffer rein au«, jie^et fte burdj 3uderroaffer unb plattet fie jmifdfen ißäpier halb troden. ©olbene Xreffen merben auf eben biefe 5Irt gemafchen, unter ba« 3^- derroaffer aber nimmt man etma« Safran, moburd) fie bann mie bie Silber» treffen gezogen roerben. 575. ^rotBentegung der Rattern. 1. 2Ran belege ben ®runb mit ®la«tafeln, bereu | 3°H über ben 'Dtauerranb hervorragenbe Sto^e 6 3°H breit mit erwärmtem Steintohlen» theer befinden unb mit ebenfo breiten ®la«ftreifen belegt roerben, roorauf ba« ®anje mit Tiortel bebedt unb mie geroöhnlid) fortgearbeitet wirb. 2. Xie 2ßänbe vor g e u d) t i g t e i t z u f d) ü § e n. SJtan läßt 12 Unzen Xheer unb 2 Unzen ^ettabfäUe eine ^iertelftunbe laug jufammen fodjen. Unterbetten hat man gelöfdjten ^alt unb jerfto^ene« ®la« (von erfteren 2, vom legieren 1 Xheil) jufammengerüfjrt unb mifcht nun ben getobten Xpeer barunter. Oft ba« @auje gut burdjrüprt, fo gie^t man e« burd) ein Sieb, läjjt e« am ^euer etroa« troditen ober fid) verbieten u.ib trägt, fobalb ber iÜiortel bie gehörige (Joufiftenz erlangt, benfelben | 3oß bid an ben feuchten üßänben auf. Oft bie ^eud)tigfeit berfelben fehr • bebeutenb. Jo mußmod) eine zweite Sage aufgetragen roerben. 'Uhu fann barüber aud) nod) einen anberit (Sement au« ^alt, paaren unb ®pp« an« bringen. Xurd) biefe« Mittel merben Steinmänbe, meldje bie ^eu^tigfeit fdjon bi« 5UU1 3«brödeln verborben, mieber voUfommen feft, unb man Darf nid)t befürchten, ba§ bie über biefem (Sernent angebrachten Xapeten ferner burd) ^cudjtigteit ber 2Banb bie f^arbe verlieren. Tian barf von biefer Sompofition nie viel auf einmal madjen, fonbetn hödjften« fo viel, upt 3 Ouabratfuß bamit betleiben ju tonnen, meil Äal! unb Xheer fid) ju rafd) gärten, um lange $um 2Iufftreid)en geeignet ju blei« ben. 576. anjuferttgen. 1. Xufc^tirtte, c^inefifc^e. ÜJlan (oft 1 Xheil be« jerctnnba* rett 53lau^oljejtractS in 8 Xtjeiten fo^enben 2öaffer« auf unb fe^t eine ge- ringe SQienge zerriebenen fdjroefelfauren Tupfer« jn. 3n biefem ^ade ^at bie Xinte einen bläulichen Schein unb roirb nach bent Xrodnen tief fd)tvarj, 372 •ber man fe^t ftatt biefe« Salje« eine geringe 9Ren$e einer 3luflöfung von ialjfaurem (Sifenoppb ju, in welchem galle bie ^lüffigfeit mehr bräunli^ djmarz au« ber geber fliefjt. SRan mufj fid) hüten, juviel Von ben metatli* d)en Oaljen jujufe^en, weil fonft bie Sinte fid) abfe^t, obfd)on fie fid) auch leid)t wieber aufrühren läfjt. 2 SRan nimmt gleiche Sheile Sampenfdjwarj unb Sifenvitriol, ®aU« äpfel unb arabifdjen @ummi, pulvert alle«, reibt e« auf einem SReibftein mit SÖaffer. Sie« gie*bt bie fd)önfte unb bauerhaftefte Sufd)e. 3. @« fann au« bem 9iu§( welcher fid) beim Verbrennen be« Sam» phcr« bilbet, eine Sufdje angefertigt werben, welche ber ädjten djinefifdjen Sufdje nidjt« nad)fteht. Um möglid)ft viel 9?u§ ju erhalten, mufj man beim Verbrennen be« Sampljcr« nicht mehr Suft jutreten laffen, wie gerate jur Unterhaltung be«.Verbrennen« nötpig ift. Ser aufgefammelte yiufj wirb mit Sllfohol behanbelt, um ihm brenjlidje Stoffe ju entziehen unb nachher mit einer Sluflöfung von Seim ober arabifdjem ®ummi ju Sufcpenftüden ge- formt. 577. ^uncße, (Whitewash) nortreffTi^e. 1. Vortreffliche Xündje macht man auf folgcnbe 2lrt: SRan fdjüttet in ein mafferbid)te« @efä^ einen halben Vufd)el Äalt. liefen löfd)t man burd) fo viel 2öaffer, ba§ e« menigften« 5 3oK hod) ba- mit überbedt ift, morauf man ben gelösten Äalt tü^tig burdjeinanber rührt, bi« er voüftänbig aufgelöft ift. ®ann löfe man 2 $funb ^inlüitriol unb 1 ißfunb gcmöhnlidje« Salj im Sßaffer auf unb rühre biefe 2Rifd)ung in bie Sündje ein. ©er 3iufvitriol erhärtet bie ©ündje beffer. ©ie fo bc* reitete ©ünd)e foftet nid)t über 50 (5ent«. 2ßill man bie 2Bänbe farbig an* ftreichen, fo erhält man eine fdjöne blaffe ^arbe, menn man gelben ©ter baju thut, ober eine gute ^erl ober Blei f^arbe mittelft 3u9a^e üon Rampen, fReben ober ßlfenbeinjdjmarz. $Iud) menn man Umbra hinzufügt, erhält man eine gefällige Färbung, unb gewöhnliche (Steinfarbe mit rohem Umbra unb Sampenrufj. 2. 9Ran nehme 33 ^3fb. s^ari«mhite unb 1 Vfunb meinen Seim. Se$« teren laffe man fiel) in heilem Gaffer auflöfen, mache au« bem ^arifer 2Beig eine biete Vrühe mit heilem Gaffer unb vermenge bamit ben Seim. ÜRan fdjütte faviel hei^e« Sßaffer z« al« nöthig ift. 9Ran foKtc nid)t mehr machen, al« man ben Xag über gebraucht. 3. (Sine fehr haltbare unb billige Xündje macht man folgenber SBeife: 9Ran nehme ein 33ufd)d frifd) gebrannten Söciptalt, löfdje e« mit SBaffer, hei§ ober falt unb fe^e 2 ©uart Äodjfalz zu, unter tüchtigem Um* rühren. ®iefe Sündje eignet fich vortrefflich für Jenzen, Vaumbojen unb Slu^engebäube. SBill man fie farbig haben, fe^e man ©ter zu, mehr ober veniger. 578. Ungeziefer in garten, ^tumentöpfen u. (. w. jn vertreiben. 1 5lfle« Ungeziefer in Blumentöpfen lä^t fic^ leidjt befeitigen, wenn man bie (Srbe mit Äaltmaffer ne^t. 2 £wei über ber @rbe zieht man mit Snbigo gefärbte« 2ßoUen- garn. 373 3 2Ran ftreut in T^eer getaufte £>obelfpäne auf bie Seete zwifdjen ben Sämlingen. 4 ^ei^eSSllaunmaffer ift ein fd)ä^bareS Mittel jnr Ver* treibung von Snfeften. 3lüe^ ^ßfunb Sllaun in brei ober vier Quart lochen* bcm SBaffer aufaetöft unb in aUe Skiffe unb Spalten ^ineingeftri^en, wirb »Ile rottjen unb fdpvarzen ^Imeifeu, SodroacfyeS. Spinnen, Sanzen, ^lö.lje n. f. to. fern^ahen ober vernieten. fReifenbe foUeu immer ein fleineS ^arfet von pulüerifirtem Sllaun ober Soraj mit fid) führen, um eS um bie Kiffen ^erumjuftreuen, wenn fie auf ungebetene Settgenoffen ^Berbac^t ^aben. 5 Bum Säbten beS Ungeziefers auf Pflanzen ^at fid) am beften nod) eine Sofung von ©oppelfdjivefelcalcium bemä^rt, roeldje felbft bie Söurjel« (au$ ber SRebe nid)t vertragen foU. 2Ran fann fid) eine fotdje Söfung am bidigften felbft fjcrftellen, inbem man 40 Steile Schwefel, 40 ST^eile ge* brannten Kalf unb 500 X^eile äßaffer auf 400 eingefodjt unb nun ber ^eud)* tigfeit unb Sef^affenljeit beS SobenS nad) entfpred)enb verbünnt. (Sine 12° Saumee jeigenbe S^mefelcalciumlofung verliert erft an äßirfung, wenn fie auf baS 50fadje verbünnt roirb. ^ür einen SBeinftod redjnet man bis 5 Siter 9ofung. ®ie Slmvenbung bei ben fRcbftoden gefdjiefyt in ber äßeife, baß man, am beften im Oftober nad) ber SBeinlefe, entroeber ©räben jmi« fdjeu ben Steifen jie^t unb ba^incin bie Sofung gie§t, ober baß man ben Stod ringsum lüftet unb mit ber Sofung einfpült. Tian fann and) bie Siebmnrjeln mit einer coneentirten 2Ibfo^ung von Knobland) begießen, baS fdpvefeKjaltige ät^erif^e Knoblaudjöt tobtet nämlid) wie bie ©ingeiveibe* rviirmer fo and) aUe SlattlauSarten. 6 - Bur Vertilgung von (S o d r o a d) e S neunte man Sar» bolfäure unb gepulverten Kampfer ju gleiten ©eividjtSt^eilen, ftede SeibeS in eine ^lafdje unb warte, bis bie ^Inflöfung beS Kampfers vollftänbig ift. Tian ftreidje mit einem ^Inftreidjepiiifel bie SRif^ung in alle ©den, äßinfel «ub Spalten, wo baS Ungeziefer ^auft. Sie fommen fofort unb fudjen ju entrinnen; fie fämpfen ^elbenmüt^ig mit bem fidjern £obe. - (Sbenfo be* freit eine 9Rifd)ung von (Sarbolfänre mit Söaffer, von jenem brei Viertel, von biefem ein Viertel, bie §unbc von $lol;en. 7 3n neuerer B^it ^at man gefunben, ba§ Senkin ein fixeres TUt« tcl ift, aUe Wirten von Ungeziefer, wit eS and; ^ei^en mag, ju vertreiben. Einige tropfen baven werben tjiureic^en, irgenb reelle Stelle von Unge» jiefsr ju befreien, im ©arten wie im $anfe. 8 ©egen bie ^artoffelfäfer werben f clgenbe SRittel an* geraden. DRan vermifd)e ^arifer ©rün mit z^nnzig mal fo viel Tte^I unb paube biefe Tiifdjung auf bie Pflanzen. Ober man begieße bie Kartoffeln mit ftarlem Salzmaffer. 9 3lüe^9c Stützen beS .^oHunberbaumeS vertreiben baS meifte Ungeziefer. 10 ©epulverten V o r a j in bie ©den unb Sige geftreut, TO» fid) Käfer auf^alten, vertreibt fie ebenfalls unb bieS Tlittel ein ebenfe probates TOie unfdjäblidjeS. 374 10 Ungeziefer auf bem 3$ i e p j u tobten. - Stimm ein palbeß ''ßfunb Sdpwefel unb ein ^ßfunb ungelofdjten Äalf; nimm pinlänglid) Sßaffer, um ben Äalf zu lofcpen, füge bann ben ©cpwefel pin» ju unb genug SSaffer, um jwei ©allonen ju füllen; fodje biefe ^luflofung eine palbe Stunbe lang, laß eß bann ftiU ftepen biß eß fiep fe^t; giefje bie Hart glüffigfeit ab unb bewapre fie in glafcpen ober trügen, bie wopl ver* lortt finb, für ben ©ebraud). 2Benn man baoon gebrautpt, mag man eß beinahe jur Hälfte mit äöaffer öerbünnen. 2Ran foUte eß mit einem Scpwamm auftragen. - Diefeß ift baß woplfeilfte unb jugleid) wirtfamfte ÜRittel, baß angewanbt wirb, aud) ift eß burdjauß unfdjäblid) unb man tann fid) beffen baper opne SRüdpalt bebienen. Eß erweift fid) audj alß baß wirtfamfte 2Rittel gegen oaß Süden, unb einmal ober jweimal angewanbt ift bie ^ur gewiß." 'Die leibenben Dpeile foUte man juüJt fofgfältig mit Seife unb 2öa)fer abwafcpen; man foUte baß SRittel bor bem Scplafen» aepen in Slnwenbung bringen unb beß äRorgenß wieberum mit Seife unb SBaffer abwafcpen. 579. ^ergiffeu der ^unde, Rittet dagegen. Die £mnbe werben entweder burd) Strid)nin, ober burd) ^Irfenif ber» giftet. Stri^nin wirft auf baß 9tüdenmarf unb erzeugt Trümpfe. ®te Symptome beginnen mit Unruhe beß D^iereS, Sd)redbaftigfeit, fteifem ©ang in furzen Schritten, befcf)leuniqtem 2ltbem unb mehr ober weniger Erweiterung ber ^ßupide. SBeiter^in erfolgt krampf, ber meift plö^li^r mit furjen, gleidjfam eleftrifdjen Stößen eintritt; biefer wirb bei $unben aewobulid) allgemein fo, ba§ ber Äopf auf ben Etüden gezogen wirb, bie Äniee ftarr außgeftredt werben unb fein ©Heil an bem Körper biegfam bleibt, ©aß ^Itfjmen befte^t babei nur in ben weniger beftigen Unfällen fort, tiefer krampf l)ält einige Minuten an, „jnweilen Jommt eine momentane Er» fdjlaffung bajwifdjen. 5Rad) folgen ^InfaÜen' bleiben immer bie Erfdjei« nungen ber geringeren Erfranfung jurüd unb bie Unfälle wieberbolen fid) in längeren 3>»if<i)enraumen, je ftärfer ber Unfall war. ©eräufd), Sdjred ober jebe Irritation befdjleunigt baß Eintreten eineß folgen. SRan tann ferner biefe Ärämpfe, um ber Strid)nin=iBergiftung fid)er ju fein, burd) fenf» reditcß ^luffteden beß ^unbeß, fo baß ber Äopf nad) hinten uberbängt, fo» fort Hervorrufen. Der ©ob tritt in ber Siegel in 5 biß 7 Stunben ein, feiten ift nad) biefer ^eit nod) Scbenßgefafjr Vorlauben. Daß wirffamfte ©egengift gegen baß Stridpiin ift bie Sedabonna; man gebe bem ^unbe, je nad) feiner ©ro§e, von | ©r. biß ju 1 ©r. beß SBeU. Eytr. in Shaffer gelöft; fie wirft bei $unben fdjon nad) wenigen Minuten unb jwar bei aller ©efabrlofigfeit fo nadjbaltig, baß eine ißieberbolung biefer ©abe in ber siegel nid)t nötbig ift. &ud) bie hoppelte Quantität bringt feine 97acf)tf)eile. Selbft 23 Stunben nad) einer foldjen ©ofiß Seda» bonna ift eine lebenßgefäf;rlid)e Quantität beß Stridjnin meift nur von fe^r geringer SBirfung. Sodte Vor ber Döirfung beß '©egengiftß baß ältbmen auff)ören fo fann man baffelbe baburd) fünftlid) berfteden, ba^ man ben 53ruft» Taften beß ^mnbeß fo lange jufammen briidt, biß eß wieber eintritt 2ßeniger befannt finb bie Sergiftungßfpmptnme burd) Slrfenif. ©egen« gift: ©aß fluffige Eifenojpbbpbrat 375 580. Vergoldung mit £inß. SJtan nimmt 1 Streit .gint unb 12 X^eile ©ucdfilber, wovon man ein fe^r weidjeb, faft flüffigeb ^Imalgama macht. 9?odj beffer ift'b, ein wenig ®olb fjinmufetjen. SCie Oberflädje beb Äupferb, bab man Vergolben will, wirb forgfältig mit verbünnterSalpeterfäure überftridjen. Sllbbann t^ut man bab Slmalgama in Saljfäure unb fügt ein wenig roljen Sßeinftein Ijinju - gereinigter SBeinftein fann nid)t baju gebraust werben. 3n biefer glüffig* Feit wirb bab Tupfer gefodjt, unb baburd) vergolbet. ^upferbraljt, auf biefe 5lrt Vergolbet, läfjt fid) bünne wie ein £aar jie^en, eine Operation, bie fid) mit bloßem Tupfer nidjt vornehmen lä^t. 581. V^f^Fag der Pferde ju Seifen. 3J?an madjt Sifen rot^glü^enb, übergießt eb nad) unb nad) mit 1 Quart Bier in einer irbenen Sdjüffel, gibt baffelbe bem Bferbe fo warm alb mög» lid) ein, bebedt eb mit einer wollenen ®edc unb fü^rt eb an einem jugfreien Orte tjerum, bib eb tüchtig fd)wi$t. ©ie $omöopatf)ie wenbet Aconit im SBedjfel mit Bryonia an. $at bab S^ier Sdjmerj in ber 9?u^e, fo ift nod) eine ®abe Rhus ober Dulcamara anjuwenben. 582. ^erf^rndien non Itußen, Kartoffeln, JkpM von Reifen des ^Jießes. 2Ran lä§t einen Badftein auf ber einen Seite beb Sdjlunbeb anljalten unb fdjlägt mit einem breiten Beile an ben Slepfel n. auf ber anbern Seite fo, bafj berfelbe burd) ben Sdffunb in ben 2Ragen fäljrt. 583. ^ießfntternng, empfefffenswertffe. £)ie gefdjeibteften Sanbwirtbe fdjneiben ben grünen Älee, mit bem fie i^r Biel) füttern, auf einer f^utterbanf tlein unb mengen if)n mit einer beträgt» licken SKenge ^äderling jufammen. Sie behaupten nämlid), biefeb traft» unb faftvoUe guttertraut fei fo fdjleimig, ba^ bab Biel) foldjeb nidjt gehörig Verbauen tonne, wenn man eb nidjt mit^äderling vermenge. Dab gewöhn- (idje Ber^altni^ beb Älee'b jum Strol)l)ädfel ift jwei unb einb. 584. ^te|, fremdes, Bald aneinander jn gewönnen. äffan wäf^t bie aneinanber ju gewöljnenben Spiere, befonberb bie fc^wJ» djern ober furdfffamen, am ^opfe unb $alb, fo weit fie fid) belecfen tönnen,- mit Branntwein. 585. V^ßeffernng der <£nft. SDtan (teilt in bie Öden berfelben ®efa^e, in wcldien fid) Saljfäure ober @ppb befinbet unb erneuert ben 3n^alt berfelben fo oft al« nöt^ig. 376 586. ^ögd mit den fanden jn fangen. ®?an weidje ©etreibe, Äorn unb überhaupt Sodfutter für 33ögel in ftar» fern ^Branntwein unb werfe bieg ben 311 fangenben Vögeln vor. £>aben bie» fe bavon gefreffen, fo werben fie balb nadjher taumeln unb beim Slufflicgen Wieber nieberfaUen, fo bafj man fie leidjt mit ber £>anb fangen fann. ®ro» (jeren ^Raubvögeln wirft man 1 Stüd roheg ^leifd) vor, in bag eine aiemlidj große Quantität pulverifirte Ärähenaugen gerieben ift. Sobalb fie bavon gefreffen haben unb fortfliegen wollen, befommen fie einen folgen Sdjwin» bei, baß fie wieber jur ©rbe nieberfaUen unb man fie leidjt mit ber £>anb ergreifen fann. 587. ^agenf^micre, (eßt gute und neue. Siefe 2ßagenfd)miere bleibt viel länger, alg bie gewöfjnlidje, beim gah» ren an ben 2ld)fen ber fliäber tjaften, weil ihr Sdjmeljpunft erft mit 80 @rab g. eintritt. Slußerbem tjat fie ben ^orjug, baß beim Stornieren nidjtg abtropft unb verloren gebt, wie bei ber gewöhnlichen unb bafj fie un« geachtet ihrer ®üte bennodj wohlfeiler ift alg bie gewöhnliche unb bie eng» lifdje. Uebrigeng erzeugt fie felbft bei längeren jährten feine Reibung unb (Sntjünbung. Sie enthält folgenbe SBeftaubtljeile : 10'6 ^funb weißeg fßedj, 22 5ßfunb Sdjweinefett, 6| ^ßfunb SBadjg, 30 ^funb üßafferblei. 2lUe biefe Stoffe werben 3ufdmmen in einem Äeffel gefdjmoljen unb recht unter einanber gerührt. Sag 2öachg mufj juerft gefdjmoljen werben, »eil eg fdjwerer alg bie anbern Stoffe fdjmilit unb baljer einer ftärteren ^>i^e auggefe^t werben mufj. 588. ^a^sfterjen aus ^artoffeln- 2Ran fdjmiljt baS 2BadjS, mifdjt eS mit Sljnl ^artoffelftärtemeljl ^eS über bie Sodjte in gläferne ^erjenformen. @in ^iartoffclwa^S» uon 6 £oth Sdjwere brennt 15 bis 17 Stunben unb mit weniger ®ampf als gewöhnliche SßadjSferjen. 589. juma^eu. Siegen feiner Seiditigfeit ift tiefer fehr bequem 311 fRegenfdjirmen unb unb bei fliegen, beg feinen girniffeg wegen, ganj unburdjbringli^. '^ol« genbe 3ufammenfe$ung wirb einen guten Sßadjgtaffet geben. (Sin $}funb ^ogefleim wirb in einem Sopfe, welker gut glafurt fein mufj, fu lange getodjt, big ßd) etwag bauen, wenn man eg auf glü^enbe 4?ol)ien fpri^t, leidjt entjünbet. Sann wirb ber Sopf vom ^euer gcljoben, 1 fßfunb SerpentimSpiritug baju gegoffen uub man läßt foldjen etrca 6 big 7 SD?i* nuten lang to^eu; bann werben 3 fßfunb Sein», 9?u^ ober Mohnöl, wel» djeg voller über Silberglätte abgetönt worben, Ijeiß oaju gegoffen. $Radj» bem es eu e SBiextelftnnbe lang getodjt fjat, fo ift ber giutiß fertig ; man trägt ihn fobann Ijeifj auf ben Saffet unb läßt ihn trodnen. 590. ber sSättmcju ßeförbetn. 2Ran reibt zu biefen Seljufe mit einer mittelmäßig harten Surfte, bie mgefeudjtet ift, ober auch mit einem feuchten Sappen bie SRinbe beS SaumeS anb namentlich aud) bie ^roeige, fo baß fie von bem ihnen anflebenben Schmude, SRoofe ober alter vertrodneter fRinbe gereinigt werben, unb ganj glatt auSfehen. HRan mad)t bieS öfters im 3ahre, namentlich im ^rüp« japre unb £>erbfte. an ©rten, wo bie Saumfledjten gern überhanb nehmen, waS feine Urfadje im Soben hat, beftreidje man bie Stämme unb ßweige, nad)bem fie gereinigt finb, mit Kalf milch- ©bftferne pflanzt man am beften in Slumentöpfen im hinter unb [teilt biefe in ben Ketter zum Keimen, waS aud) halb gefdjiept. 3m ^rüh* ppr fe^t man Söpfe in'S §reie unb halb barauf bie Sflänzdjen in'S ®ar« tenlanb. Sie Kerne finb burd) biefeS Serfapren weit weniger ber f^äulniß, namentlich wenn bie @rbe in ben Söpfen mit Sanb vermifd)t wirb,ebenfo bem Sertrodnen, auSgefe^t. aud) feimt jeber Kern im ©unfein weit früher, als im freien. 377 591. ja uertifgett. 1. $Ran fammle ein £uderglaS t3oll 9Raifäfer unb gieße guten Srannt« rvein barauf; je länger biefer barüber fteht, befto ftärfer wirb feine Kraft, anfängli^ jie^t er fid) ein, unb man muß bann nad)gießen.- 9Rit biefer ßffenj beftrei^t man nun bie Stetten, mo fiel) baS Ungeziefer aufhält, unb man wirb fogleid) mit Serwunberung feljen, mie fie matt ju entfliehen fudjen. (Sin tropfen, ber eine iffianje nur berührt, tobtet fie aud), unb eS ift juoer» läffig, baß aud) bie (Sier baburd) getöbtet werben. 2. Sefcftigt man Vor bem Schlafengehen frifdje Sohnenblätter auf bem Kopffiffen ober Settud), fo fammeln fid) bie äßanjen barunter faugen fein Slut unb finb beS SRorgenS fo betäubt, baß man fie leicht tobten fann. ©affelbe gefd)iel)t, wenn man geflochtene SSafferweibeu unter baS Sett legt. aiiiSöl, an bie Settftctten geftridjen, vertreibt aud) bie SBanjen. & Som menfd)lid)cn Körper fann man leid)t bie Stanzen entfernt halten, wenn man etwas (Sitronenfaft in'S Seit ober ^embe träufelt, ober wenn man ein wenig Sßaürath auf ben Seib bringt. Um bie Sßanjen unb ihre Srut auf immer loS ju werben, ift fidjerlid) baS befte ÜRittel bie Sett« (teilen öfters auS einanber zu fdjlagen unb fie mit heilem SBaffer auSiu« brühen, bie §afen, eiferne Sänber u. f. w. aber reibe man mit Del ein. 3a bie Setten felbft lege man KalmuS, Savenbelblüthe, Salbei, Slätter unb Stengel von §ottunber, Sattid), @infter, in gäulniß übergegangenes (Surfen* mart, unb ftreidje bie >Ritjen mit @ipS, bem man SBaürath, 2Bad)S, Saig unb etwas Serpentin jugefe^t hat, auS. 4. (Sbenfo wenbet man mit beftem (Srfolge biejenigen Stüde, bie beim Sefdjlagen eines ^ferbeS auS bem §uf beffelben gefd)nitten werben, au. ©iefe werben in Shaffer gefotten unb SBänbe unb Settftetten bamit befinden. auch Saumöl bat fid) als fe^r wirtfam gezeigt. 5. 9Ran nehme Kupfermünze, lege fie in fiebenbheißeS ©el, unb laffe fie fo lange barin liegen, bis baS ©el bunfelgrün geworben. Dann (treidle man bie gugen, wo fie fid) aufhalten, auS. 378 6. ferner : [Räu^erungen unb Sluffe^en von fpanif^em Pfeffer mit todjenbem (Sffig, gefloßenem Salbei mit (Sffig nnb Del ; Sd)af«gatle mit Del, and) tann man Sdjwefel mit Sßaffer fod)en, eine Sd)üffel bamit anfüllen unb unter eine Sde be« Vette« [teilen, in weld)em fid) SBanjen be* finben ; fo fammeln fid) alle nm biefe Subftanj unb fterben. 7. 9Ran tßut SßaUnußblätter in'« Vett, in'« Vettftroh unb unter ba« Vett. 8. ÜRan nimmt 1 ^ßfunb Soloquinten in Söaffer getobt, 1 ißfunb ge» 'jtoßcnen ^llaun, 1 5ßfunb ißottafdje, 1 ißfunb ^oc^fatj; alleö in Üßaffer auf* gelöft, gemifcht unb beim Tünchen unter ben Äalt getljan, aud) in einer glafd)e aufbewahrt jum 2Iu«ftrei^en ber Vettfugen. ,9. (Sine ^eint ftarfen Spiritu«, jwei Unjen Äampljer, . vier „Unjen Terpentinöl unb eine Unje ä^enbe« Sublimat gemif^t. 10. ÜRan fodje SßaUnußlaub unb 5Ilaun in einer fdjarfen Sauge, mifdje Terpentinöl barunter unb brühe bie [Ri^en unb gugen beS ÜRöbel«, worin fid) bie SBanjen aufhalten, be« Sommer« jwei* bi« breimal mit biefer todjenb Reißen glüffigteit au«, fo werben fie nie überhanb nehmen ober ver* fd)winben gäujlid). VettfteUen, worin [ich SBanjen anfhalten, fdjlage man ju biefem Vehufe völlig au«einanber unb taffe bie au«gebrühten unb nad)per abgefd)euerten Theile einige Stunben an ber Suft ftehen, bi« man fie wieber jufammenfd)lägt, fo wirb ba« Ungeziefer fammt ber Vrut getöbtet werben. |1. Shlor [Räucherungen werben nid)t minber jur Vertilgung ber Sßanjen empfohlen. Te«gleid)en : Vfeffer* ober Vohnenfraut in bem ®e« mad)e, worau« man bie SBanjeu vertilgen will, auf eine Tafel geftreut, jieht fie alle herbei unb niadjt fie erftarren, worauf man fie leicht jufammentc^ren unb tobten tann. 12. 211« befte« Mittel gegen Sßanjch hat fid) bie Sffigfäure bewährt. 2Ran beftreidjt bamit bie ^ugen unb [Riffe ber VettfteUen ; fofort tommt ba« Unge3iefer jum Vorfdjein unb tann getöbtet werben. 3ebe von ber Sffig* fäure berührte Söauje geht übrigen« aud) fd)on von felbft ju @runbe. 13. Seber Del (Oil of Cedur), mit einer fieber an ber Stelle ange» wenbet, wo 2öanjen fidj aufhalten, ift ein vortreffliches SRittel. 3Kand)e gebrauchen ba« Del jährlid) ein SRal, allein man hat feiten nöthig, baffelbe jwei SERal an berfelben Stelle ju gebrauchen. 14. (Sin probate«, ganj nnfdjäblidje« SRittel ift ber Seim. $at man ba« Unglüd derartige Sinquartirung ju betommen, fo beftreidje man mitteft ^infel alle S^i^en in Döbeln, üßänben, Voben, :c. mit flüffigem Tifdjler* leim ; je grünblidjer befto beffer ; auch niuk' &er Sicherheit halber, bie« Verfahren öfter« wieberholt werben. Taburd) werben nidjt allein bie Stafetten felbft abgefperrt, erftidt unb feftgeleimt, fonbern aud) bie Sier, unb ber Srfolg ift weit fixerer, wie bie Slnwenbung von @iftftoffen, welche ftet« Vebenflidje« hat. 15. Um 3immer, bie mit Sßanjen angefüllt, grünblich ju reinigen, gebrauche man Vimftein. 3uerft fdjließe man alle Deffnungen, lüfte bie Äleibcr, ba« Vett^eug u. f. w. fo baß ber ^Rau^ 3tUe« burchbringen tann. Tann fefce man einen Topf mit glühenben £>oljtohlen mitten in« 3iwmer, lege brei ober vier Unjen Koll Brimstone auf bie Sohlen, verlaffe ba« 3immer unb verfdjließe e« wohl. Ter [Rauch Vimftein« wirb rafd) ba« ganje 3itttmer anfüllen, jebe SRifce burd)bringen unb ba« Ungejiefer tobten 379 elbft hinter ben Srettern, Segaten, in Schränten u. f. m. (Siner unferer ^reunbe, befftn 3itnmer mit äßanjen angefüllt mar, üerfudjte bieö SRittel unb feitbem ift e§ voUftänbig frei Von bem Ungeziefer. 2Ran mu| ba« 3immer aber 4 Stunben ober länger verfchloffen halten, nod) beffer einen ganzen Tag, ehe man ein fünfter öffnet unb ben 9Jaud) entfliehen läßt. 592. öefBgeroorbene, wteöer wet| 31t maßen. Sßäfdje, bie burd) alljulangeS Siegen ober burd) 3U heißet SBaffer gelb geworben, weldje man in einem tupfernen (Sefäß ein, weldjeS mit Söutter» milch angefüllt wirb, taffe fie etwa 8 Tage barin liegen, unb wafdje fit bann in lauwarmem Sßaffer mit Seife au§. 593. ^afßtanße für gefärbte ^ettge. 9Ran fodje 1 'ißfunb Duilaja^inbe unb | ^ßfunb SarragheivüRooö, jebeö für fid), mit 10 ißfunb Gaffer red)t tüdjtig, feißt bann bie abgetönten f^lüffigteiten burd) unb gießt fie 3ufammen. Sßenn man ba$ 3eu9 in bicfcr Sauge gewafdjen tjat, muß eS mit reinem 2ßaffer gefpült werben. Tie Sauge leiftet öortrefflid)e T)ienfte, ohne nur im ©eringften ber f^arbe ju fdjaben. (Sie eignet fid) aud) ba^u, ba$ gett au§ ben wollenen (Sarnen üor bem färben ju entfernen. Sic ift jwar nicht billiger, als Seife unö Soba, bie man 3u bemfelben 3lüefl anwenbet, führt aber nidjt ben 9?ad)theil bicfcr Stoffe mit fid), baß altalifdje Seftanbtheile jurürfbleiben tonnen, woburd) beim färben leid)t Rieden entfielen tonnen. Ter §auptgrunb, warum gebrudte 3euge ^i ber 2öäfd)e auSgehen, ift einfad) barin 311 fudjen, baß bie ücrfdjiebenen Seiten, woburd) bie färben im 3euge feftgehalten werben foHen, burd) atfalifdje ißeftanbt^eile, wie jebe Seife fie enthält, eine 33eränberung erleiben. ®e§^alb bebient man fid) beim Sßafdjen ber Kattune unb TiouffelinS nid)t ber Seife, fonbern beobachtet folgenbe» Verfahren : nftan bringt ^lu^waffer in einem fupfernen Reffet fo weit in ^pi^e, baß man faiim bie £>anb barin galten tann unb fc^üttet ben ad)ten Theil »om ®ewid)te ber 311 wafd)enben 3c«9e Söeijenfleie hinein. 5Rad)bem man bie SRifdjung fünf SRinuten auf bem f^euer gelaffen unb gut umgerührt h^t, bringt man bie Äleiber hinein unb breht biefelben mit einem ^otjftabe fe^r oft um, wobei man bie ^lüffigfcit 311m Sieben tomüien läßt. SllSbann läßt man fie abfüf)len, wäfd)t bie Äleibunggftüde barin au§, |pült fie im gduß* waffer nach unb trodnet fie bei gewöhnlicher Temperatur. 5luf biefe Söeifc erhält man bie Kleiber fo rein, als ob fie mit Seife gewafd)en wären, unb bie ^arbe ift nidjt im (Seringften veränbert. 594. für ^offjeuge. ^ür getragene SBoUenjcuge, befonberS für Sadm, bie man am Seihe trägt, ift bie Soba ein borjügtidjeS 2ßafd)niittef. 2Ran löft 311 bcm (Snbe etwa ein ^ßfunb fr^ftaUifirte Soba in einem 9Jtaß Koffer auf unb gießt baüon nad) ißefinben ber Umftänbe bem warmen fjßafdjwäffer fo niet bei, Wie man e$ mit ber Sauge ju machen pflegt. SBloS Seife anjuwenben ift 380 nicht rathfam, weil bie Milch' unb Sffigfäure beS Schweifes, womit wollene ^leibungSftüde gewöhnlich burd)brungen finb, bie Seife beS SeifenwafferS jerfe^t unb baS ffett ber Seife auSfdjeibet, weites fid) auf bie SßoHenfafer nieberfdjlägt unb erft burd) anhaltenbeS 2öafd)en mieber bavon heruuterge» brad)t werben tann, wobei bie 2ßoUe fehr einläuft. Daher tommt aud) bei Seifengerud), ben foldje SBoUenjaden auS ber 2Bäfd)e mitbringen, weil bi Seife nicht herauSgewafd)en ift. 53ei ber Soba geht biefeS aber t'Uh- fdjneller nnb volltommener vor fiel), weil bie Soba bie Säuren im ©oller jeuge fättigt unb bie Sd)weifjtheite aufloft. iR a n f i n=Ä leiber ju wafdjen. 2Ran weidjt fie in wqrmcn Seifenwa ffer, brüht fie barin, fpült fie auS unb übergießt fie bann mit einer Äbtodjung von 2 Soth grünem Dhee in ber gehörigen ©affermenge gelod)t. hierauf trodnet man fie, mit ber äußeren Seite nad) innen, unausgerungen, im Schatten. 595. ^a^re}cpt, das 6e|ie. Vege bie ©äfdje in ©affer, in welkem ein wenig Seife aufgelöft würbe, nnb [affe fie währenb einer 9?ad)t ober länger erweisen. DieS ift ein großes ©etjeimnifj bei bem @rfolg von bcm unter jehn Von alten ben ©afdj» flüffigfeiten, SRipturen unb ©afd)mafd)inen, mit weldjen bieS Sanb feit Gahren überfd)wemmt würbe. Ghre Verläufer empfehlen faft alle voraus» gehenbeS (Sinweidjen ber ©äfd)e. ©enn man, ber alten SRobe ju wafdjen folgenb, nur bie SBorfidjt gebrauchen will, ©äf^e 10-15 Stunben, ehe man baS eigentliche ©afdjen beginnt, in ©affer ju legen, fo wirb man in ben meiften fVäÜen nur bie halbe Arbeit beim Reiben unb Klopfen haben. Selbfl unvermifd)teS ©affer löft fdjon einen guten Scheil fettiger Subftaujen, weld)e fleh auf ber £eibwäfd)eabfepen-allein baju ift £eit erforbertidj. Geber» mann weif?, waS eS hei^t, 8^0« unb §änbe mel)re re Stunben ju ernäffen. Die gan^e Oberhaut, worauf ber Sdjweifj herfortritt, wirb aufgeloft. Die» felbe ©irlung wirb hervorgebrad)t auf bie ©äfd)e, welche burd) bie 2lu3- bünftungen ber §aut befchmu^t ift, wenn fie in ©affer gelegt wirb. 596. tm hinter jttuetBeflrern. ift juverläffig, ba§ bie Starte, bie man ber 2Bäfcf)e giebt, burd) ben ^roft auS ber ©äfd)e mieber heraus gezogen wirb, unv baper Ächten unb 2Rüi)e üergebltd) verwcnbet werben, golgenber fleine 53ortl)eil wirb baffelbe einigermaßen verhinbern. ÜRan thue in bie eingeweid)te Stärte, ehe foldje nod) in baS gelochte.©affer gequirlt wirb, etwas Salj. 597. ^affaöi^fe geitge jn ma^en. 1. 2Ran nimmt 20 'ißfunb Seinöl, 1 ^funbWennige, 1 5ßfunb arabifdieS @ummi, 2 'ißfunb 58Ieinjet§. 381 Out gemifyt werben biefe Subftaujen in einem fupfernen Reffet wä^re«b Stunbe.geliube getobt unb alSbann | fßfunb feiner ^ienrufj unb 40 Quart Syfenblut t)injugemifd)t. 2Rit biefer SRaffe wirb ber Stoff 2 W^al angeftriyen unb aUbann eine beliebige Qclfarbe aufgetragen. Siefe gufammenfegung eignet fid) fe^r gut ju Äarrentüyern u. f. w. 2. fRimm 2 jßfunb Sllaun, unb löfe e§ in 10 OaKonen 2Baffer auf. 3n berfelben SIrt löfe biefelbe fDlcnge SSleijuder in ähnlicher Quantität Sßaffer auf unb mifdje $3eibe§ jufammen. ®ywefelfaure§ $3lei wirb ju 53oben gefdjlagen ; jie^e bie glüffigfeit ab unb taud)e bie Äleibung eine Stunbe hinein ; nimm fie ^erauö unb trodne fie im ©yatten, waf^e fie i« reinem Sßaffer unb trodne fie wieher. Sßir veröffentlichen biefeö fRecept, weil e§ von großem 'Rügen fein tanu. @in 3eber vermag bann, in einer berartigen Reibung bem ftärfften fRegeu Srog ju bieten. Sßafferbiyten X a ff e n t ober Seinem anb 5 u machen. 9Ran nimmt 2 fßfunb geinöl, 2 goth Serpentin unb einen Söffet §onig, mifd)t biefeö in einem gut glafirten Sopfe über einem' gelinben geuer güt burdjeinauber, unb beftrcidjt warm baniit ben auSgefpannten Saffent ober bie Seinewanb, lä^t fold)e an berSuft trodnen unb verl)inbert, bafj Staub barauf tommt. Soll ba§ 3cug jugleidi eine ffarbe erhalten, fo barf man bie ffarbe nur unter bie ^lüffigfeit fd)ütten. 598. für erkrankte Ss analere. Surd) langjährige (Srfafjrung ift feftgeftcUt, ba§ in allen Ärantljeiteu, bie burd) ©rfältung cntftanben finb, fowte bei allen entjünblidjen Symp- tomen, e8 fein ^Kittel gibt, baS fo fieber unb fdjnell heilt, als ba$ Gaffer. Qury (Srfältung verfd)lie^en fid) bie ^ßoren ber ^aut, bie alSbann bie Vor« braud)ten Stoffe niyt auSfyciben tann. Sie ^nftrengungen, bie ber Körper mayen mufj, um fold)eS ju bewerffteKigen, ift ber 3uftanb, ben man aU fieber bezeichnet. QaS fieber ift bemnad) ein Serfuy ber ^atur, ftch fclber ju heilen. SarauS folgt, bafj eS thöriy t ift, baS Riebet unterbrächen ju wollen. 3m Oegentljeil foU man ba§ fieber beförbern unb Hervorrufen, wo e§ fiy niyt von felbcr einftedt. 9iur ba |o(l man eS milbern, wo eS fo heftig auftritt, bafj eS Organe 311 zerftören brol)t. Ser fadjfunbige §pbro^ path hat im falten Gaffer ein Mittel, um foiuohl SSärme als Äälte ju er= jeugen, unb wenbet erftcrcS bei ©rfältungen, Ie£tere$ bei Sntjünbungen an. Unter allen HauStljieren ift ba§ ^ferb ben genannten Äranf^eiten am meiften aubgefegt. (Sine Srfältung äußert fid) häufig burd) Symptome, bie wir mit Äolit bezeichnen. QaS Heilverfahren ift einfad) unb tau von jcbem ffarmer ohne Zuziehung eine$ SfjierarjtcS auSgefü^rt werben. Sobalb man bie befannten Symptome ber ^olif bcmertt, lajfe man ba§ crfranfte Syier von minbeftenö jwei Scannern fräftig unb aiyaltcnb mit Strog- wifdjen frcttiren, wobei bie unteren Sytremitäten tefonbcrö ju berüdfiytigen finb. 382 Sobann tan^e man ein größtmögliches grobes uuteues ^öenudj in Söaffer von 10-12 ©rab 9t., ringe eS ganj leicht unb oberflächlich aus unb bebede bamit ben ganzen Äörper beS ShiereS vom Äopf bis jum Sd)Wanj, Ijanptfädjlich auch ©auch. Reicht ein Su^ nicht auS, nehme man jwei ; man muß bann jebod) biejenigen Sljeile ber Sucher, bie boppelt ober mehrfach ben Körper bebeden, etwas trocfener auSringen, bamit eS nicht ju lange mährt, bis Söärme eintritt, lieber bie naffen Süd)er, bie feft anliegen muffen, Breite man bann wollene Seden 3-4 fach über einanber unb befeftige fie eng anfchließenb burd) ©urte." Sie ^üße ummicfelt man mit (Strohfeilen auS ^aferftro.h, welche man vorher mit SSaffer von 28 ©rab 91. burchfeuchtet hat. Sßährenbbeß gibt man bem Pferbeein Älpftier von reinem Söaffer von 16 ©rab 9t., 2-3 Spripen voll hinter einanber, ftellt eS in einen engen 9taum, umgibt eS Von unten bis oben mit Streuftroh, fo baß nur bie 9tafe frei bleibt unb läßt eS hoch unb furj angebunben 3-4 Stunben fteplen, bis anhaltenber Schmeiß erfolgt ift. hierauf befreit man eS von feiner §üUe, übergießt eS mit 2-3 ©imer Sßaffer von 12 ©rab 9t., läßt eS von mehren SJiännern tüchtig frottiren, bis eS troefen ift unb legt ihm eine einfache wollene Secfe auf. Sie Äur ift voUenbet unb baS pferb gefunb. 3ft baS Pferb verklagen, b.l). menn bie ©rfältung fid) auf ben inneren £>uf geworfen hat, fo verfährt man ebenfo, wie oben betrieben, nur mit bem ^ufa^e, baß man in bem 9taume, in meinem eS fd)wipen foU, einen falten Sehmbrei Von 4 30U ^öpe madjt, in ben baS Pferb mit ben §ufen ju ftehen fommt. Sei bem Serfdjlagen ift in ber 9tegel eine 2öieberho(ung ber ©iupadung nothig, nur barf man folche in 24 Stunben nur einmal mie= berholen. Sei entjünb(id)en inneren Äranfheiten ift täglich eine ©iupadung von großem 9?u^en, man lege febod) bem entjünbeten Organe junächft auf blo» ßem Selbe unter bem naffen <Sd)mi^tnd)e eine falte ©ompreffe. f^gHS baS Vferb mährenb ber ©inpaefung unruhig wiib, befreie man eS von feiner ^ütle unb habe eS . 3n ber £eit, wo eS nicht eingepaeft ift, füllte man äußerlich bie bem entjünbeten Organ junädjft gelegene Stelle fleißig unb anhaltenb mit faltem Shaffer unb forge burd) Äleiefutter unb Älpftiere für offenen Seib. Sei fehr ftarfem fieber, fomie bei torpibem ^uftcuxbe ift eine ftarfe Slbfühlung burd) Uebergießuug mit Sßaffer geboten. Seim HtinbDi?h tft bei ber Sromnielfu^t neben einer ©abe von Petro- leum in 2B()iötep baS fortmährenbe Uebcrgießen mit faltem Söaffer, recht- zeitig angemanbt, von feiten ober nie fehlenbem ©rfolge. Sei Schweinen ift bei ber fo fehr gefährlichen Sräune, auch votheS ober laufenbeS ^euer genannt, eine ©inpaefung mit einer falten ©ompreffe um ben §alS häufig mit günftigem ©rfolge angewenbet. 599. Raffer Haft gu machen o$ne ^t$. SaS Oefä^, in weldjem fid) baS 2ßaffer befnbet, ift mit einigen Sch i^ten roher SaummoUe 31t umgeben unb beftänbig feudjt ju halten. Sie SluSbünftung beS SöafferS im ©efäß wirb bie innere Sßärme h^attSjiehen unb baS SJaffer felbft beinahe auf ben ©efrierpunft bringen. 3n Eubien unb anbern tropifd)en ©egenben, mo fein ©iS ju befommen ift, ift biefe $ftetf)obe (ängft mit ©rfolg cingeführt. 383 600. partes Raffer wei$ an ma^en. ©ine halbe Unje frif^er Äalt, gelöfd)t in 9 Sheile,n Sßaffer unb btt Kare Auflösung in ein ^Barrel harteß Sßaffer gefdjüttet, wirb baß ganje weid) machen, fobalb eß wieber flar geworben.-Dieß verurfadjt ber ^außfrau feine fIRühe nodj Äoften. 601. ^aflTerquelTen, bas Ruffin Öen b^feWen. ©ie^e &rt. „Brunnen ju graben". 602. Raffer, ^eintgitng beflTeWen. 1. SBaffer, fowohl baß jum Drinten wie baß jur Äeffelfpeifung be» ftimmte, tann man baburd) von ^alf befreien, ba§ man benfelben burdj üyalfaure ober ojalfaureß Äali nieberfdjlägt,. bie nur in folger SRenge ju» gefegt werben, alß fie jur Fällung beö Äaltß nöthig ftnb. ©aß Söaffer fol! nad) bem Abfefcen beß 5Rieberfdjlagß flar abgejogen, unb festerer burd) Sd)wefelfäure ober Äod)en mit tohlenfaurem ^alt jerfe^t werben, um bie Djalfäure wieber benu^bar ju machen. Auß bem SReerwaffer fd)lägt man, um baffelbe in ben Sdjiffßteffeln ju benu^en, ^alf unb SRagnefta burd) ojaU faureß Äali unb phoßphorfaureß ycatron»Ammoniat nieber, woju beim SSaffer beß Äanalß auf 1 ®aUon 2 Ouentdjen beß erftern unb 2 Unjen beß (extern Saljeß erforberlid) finb. Den babei gewonnenen 9?ieberfd)lag verwerthet man alß Düngemittel. Sß ift nid)t allgemein befannt, ba§ unreineß SBaffer burd) gepulverten Alaun gereinigt werben tann. (Sin Dbeelöffel voll Alaun in ein ®efä^ mit 4 ©aQonen SBaffer gerührt; - genügt, um eß voUtommen ^ell unb flar ju madjen, wenn man eß nad) bem Umrühren rutjig fielen lä^t. SRad) ^Ber« lauf einiger Stunben werben alle Unreinigfeiten fid) auf bem SBoben beß ©efäfjeß abgefe^t haben. 2ß a ff e r 3 a r e lang f r i f d) ju erhalten. 9Ran fe(jt bem SBaffer gepulverten 5Brannftem in bem Verhältnis ju, bag auf 500 sßfunb SBaffer 3 ^ßfunb Vraunftein tommt. (Sß ^at fid) biefe äRet^obe, wo fie in s2Inwenbung gebracht würbe, beftätigt gefunben. 2B a ff e r inben^lumenvafen vor^äulni| j u f d) ü e n. Um biefem Uebelftanbe vorjubeugen, lege man einige Streifen Sdjwarj» bled) in baß äßaffer, woburd) bie ^äuhii^ abgeljalten wirb. Sßafferlange vor ä u l n i fj j u bewahren, unb faul« geworbeneß2ßaffer ju reinigen. 3Ran laffe bie innere g;läd)e ber SBafferfäffer verfohlen b. 1). in t)of)em @rabe außbrennen. ^ür bie Aufbewahrung von jungen deinen, bie in neuen gaffern fo leicht umfdjlagen, möchte biefe ^Bewertung nod) mehr äßerth haben Sind) Söaffer, baS von Fäulnifj fdjon ben mibrigften ©erudj angenont* men, ganj fdjmarj unb von abfdjeulidjem ©efdjmade ift, läßt fid)' binnen menigen Stunben mieber fo herfteßen, baß eS fogar jum Drinfen geeignet ift. 9Ran bebient fid) ju biefem Sehufe nämlid) ber thierifd)cn Sohle, b. h- Sohle auS gebrannten thterifdjen Snodjen unb vermenbet auf einen Sinter SBaffcr jmei S^löffel voll folger Sohle. 3n mafferarmen ©egenben, namentlich auf Schiffen, mo^te bieS ein unftpä^bareS Mittel fein. Den unangenehmen ©erud) Don faulenbem SBaffer, von SDciftjauche u. f. m. befeitigt man burch Shlormaffer. ®er unangenehme ©erud) verfdpvinbet fogleid) auf'S ^odftänbigfte. DaS @hlot jerfe^t bie flüchtigen ^öerbinbungen, bie fiep bei ber ^äulnifj bilben unb ben unangenehmen ©erud) hervor bringen. £ur 2Bafferfiltration mirb jept Sifenfchmamm empfohlen. Die bis* berigen Sßerfudje mit gefd)mot$enem Sifen, Draht :c. lieferten feine praftifdjen yiefultate, meil bie Sßirfung foldjen (SifenS eine äu^erft langfame ift. Durch bie in angemeffener äßeife auS (Sifenfchmamm gebilbeten Filter fann bagegen unreines äßaffer mit bebeutenber ©efdjmiubigfeit burd)filtriren unb babei jo vollfommen gereinigt merben, ba^ eS ohne alle ©efahr jum Drinfen ju benu^en ift. DaS Sßaffer verliert hierbei nicht an Sd)madhaftigfeit unö bleibt monatelang flar. ©ifenf^mamm ift fäuflich in großen Quantitäten nt fehr mäßigen greifen. Serfchiebene groben von ^Baffer unb anöern ödüffigfeiten auS Senfgruben unb Sloafen vor unb nach ^er Siltuation burd) ©ifenfehmamm, fomie bamit vorgenommene ^Inalpfen beftätigen bie Söirfutig. Sehr übelried)enbe bunfelbraune ^lüffigfeiten roaren nad) ber Filtration mafferheH unb geruchlos. Selbft nach viermö^entlichem Stehen butte fich i» ben filtrirten groben nur menig Salf abgefeimt, mährenb in ben nid)tfiltrirtett grün bis braungefärbte 2lbfä^e bemerft mürben. 384 603. Raffer in die $n treißen. ®ine nü^Iidje (Srfinbüng, welche feit funem an einem ^paufe in 9Te*t» $#rt angebracht morben ift, befte^t in einem fegr einfachen Apparat, ber an einen ^pbranten angefchraubt wirb unb baS drotonmaffer jmetmal ^ober fteigen macht, als eS fonft fteigen mürbe. Dies gefdjieht mittels comprimirter ßuft burch ein SBentilfpflem. Sin fupferner (Spliuber, etwa 1 bicf unb 2 h^^l, ftebt an einem ^pbranten im Sin, unb ein jmeiter folger ©plinber ift in berjenigen ^ö^e angebracht bis ju meldjcr baS 2ßaffer burch feinen eigenen Drud fteigen mürbe. Der untere Splinber fteht auf Dem Sopfe, ber oben liegt. Die SBafferröbre ift mit bem unteren Dheile jebeS SpünberS in lüft« unb roafferbid)tcr SBerbinbung. (Sine 53leiröhre Dom ge» mohnlidjen Durchmeffer Derbinbet bie oberen Seiten beiber Splinber in ber* 'felben Söeife. SBenn baS äöaffer augebreht mirb, läuft eS in ben unteren (Splinber, üerbidjtet bie Suft barin, biefe preßt baS SBaffer in ben oberen, mo mieber bie Suft Derbichtet mirb, meldje baS ißaffer mit ©emalt emportreibt. Durd) ^iefe finnreiche Srfinbung, mel^e fd)on in beutfdjen Sergroerfen längft als frafterfparenbe SKafdjine angemanbt ift, mirb jebe ^umpe erfpart, un* nothige Sßaffervergeubung verhütet, unb ber Apparat fann faum je an^er Drbnung fommen. 385 604. £5eine att $n nta^en. 1. (Sin Stüdfafj mit 2ßein fe^t man in einem reinen 3u$cr einige Sage bem ^rofte aug, unb entfernt täglid) bag auf ber Oberflädje gebildete @ig. £>ag gekmoUene @ig liefert einen guten fjftkwein. Sie augge» frorene jurüdbleibenbe Fiöffigfeit hingegen bietet einen Vorzüglichen Sßcin bar, weldjer auf Sonnen gefüllt wirb, unb bem manburd) 3ufa§ eineg Sitreg $imbeerfaft, ober burd) in Sßein gelöfte ^eikenivurjel, bie ißlume Verleiht unb bann auf Fk^en jiehet. 2. 3m ^Diärj ober ?lpril wirb mit §eu vom 2. Sdjnitt (®rummet) ein Sager von 7| 3°^ ®^e gemad)t unb barauf bie Verforften unb ver« pkten F^ken gelegt. 9Kan bringt obenauf eine jiveite §eu« unb Fk fd)enfd)kt unb fährt fo beliebig fort mit ber Slufkktung. Sag @anje wirb bann mit gewöhnlidjent Sßaffer begoffen, um bag £>eu jur Oährung unb Föulni^ ju bringen. 3n brei big vier SRonaten foü ber fo behanbelte 2ßein benfelben ^efdjniad haben, wie ein feit brei fahren auf F^ken ge* jogener. 3. iD?an hat bie vieljä()rige Erfahrung gemacht, bafj jeber junge Sßcin, ben man auf Flaken jiehen fann, ftatt mit Sorten, mit Shierblafen verkliefjt, fid) binnen wenigen Sßodjen voUtommen ablagert. 605. l^eine, fruße, 31t Mären und Sauerwerden ju uerßuteu. 2Jfan fe^t eine angemeffenc fIRenge gepulverten gebrannten ®ppg ju bem trüben SSJein, üerf^lie^t bag @efäß unb fd)üttelt um ; bann fteUt man eg einige Stunben an einen füllen Ort unb jie^t ben 2Bein flar ab. 606. ^ein ju Mären. fRadj SBerfudjen, weld)e man mit öfterreidjifdjen unb ungarifdjen äßeinen angefteUt hat, ift bag Saoün im geklemmten 3aftanb ein fehr guteg Mittel jum klaren beg Sßeijtg^ ©eine 2ßirtung erftredt fid) pauptfächlich auf gewiffe. im 2ßein lange in Sugpehfion bleibenbe fßfoteingebilbe, mit benen eg fid) ju einer unloglid)en Serbinbung vereinigt, bie fid) kneU abfefct. hierauf beruht feine confcrvirenbe unb regenerirenbe Sßirtung auf fdjleimig geworbene äßeine unb Ijierburd) taffen fid) and) feine bie (Währung hemmen* ben (Sigenfdjaften theilweife erflären. Oag Laotin nimmt, nadjbem eg fid) in ber 3tuhe abgefeßt hat, nur einen fe^r (leinen 9taum im Fa§ ein unb bilbet einen jufammenljängenben'9?ieberfd)lag, vonweldjem ber getlärte 2ßein bi^ jum lebten Krapfen flar abgewogen werben fann. Sßenn man einen in ©ährung beftnblid)en sößein mit Kaolin verfemt, fo tlärt er fk fofort. Sag Laotin mad)t -aud) bie Filtration beg Sßeing ganj überflüffig, ba eg beim Wieberfinfen and) bie Unreinigfeiten mit fid) reißt. Sag abgewogene Quantum Kaolin [| 'ißrocent vom ®ewid)t beg ©cing] wirb mit ein wenig Sßein in einem befonbern ®efä§ ju einem bünn» fluffigen Sörei ungerührt unb bann unter ftartem SRifdjen bem ju flärenben ißein jugefe^t. Sollte | 'ißrocent Äaolin nid)t ben gewünkten (Srfolg haben, fo fann man nod)malg | ^ßrocent jugeben. S8ei langfam fid) Hären* ben SB einen ift ein mehrmaligeg 2lufrü^ren beg Saoling im FaHe nü^lk- Säg anjuwenbenbe Saolin barf feine <S|?ur voti (Sifen enthalten, weil eg fonft färbenb auf ben 2ßein einwirft, Sie' ©ntfernung beg Sifeng gelingt fehr leidjt burdj Söebanblung mit verbünnter Saljfäure, weke aber bur^ ißaken mit Gaffer voUftänbig wieber entfernt werben muff. 386 607. ^einüecren ini^rem einjnma^en. SRan pflüde von einer Quantität SBeintrauben bie Söeeren, theile fie in vier Stheile unb fod)e brei Streite bavon bei fleißigem Umrühren in einem Äafferole fo lange, bi« fie auffpringen. Sten Saft preffe man burd) ein Studj. 5Rad)bem nun biefer Saft mieber auf'« Leiter gefegt ift unb bereit« focht, merben bie jurüdbehaltenen SBeeren Oingugefdjüttet, einmal mit auf« gelocht, mit bem Schaumlöffel aber bann fofort f)erau«gel)olt unb in eine fteinerne SSüdjfe gefüllt. Ster Saft aber mirb ju Sprup eingefodjt unb etma« abgefü^tt barüber gegoffen. ^ür ben f^aÖ, baß berfelbe in einiger 3eit fid) verbünnen foHte, fe^t man ba« @efäß mit ben ^rüdjten in einen heißen Sörat« ober Äodjofen, mo fiel) bie SRaffe halb mieber verbidt. 608. ju tterfiefiTern. 3n neuefter £eit mürbe bie ©ntbcdung gemacht, bafj ber SBcinmoft burd) eine Heine 3u^at bon entfdjieben verbeffert merben fann. f^ein pulverifirte« <$alj mirb nämlich in einem. @efäße gut gebrannt unb fobann in bie gefüllten Säffer berart vertpeilt, bafj ungefähr ein halbes Soth Salj auf einen ©imer SRoft fommt. ©« bürfte übrigen« nid)t allgemein betannt fein, bafj bie Stürten aud) ben Äaffe in ähnlicher SBeife bel)anbeln., SRan fd)üttet nämlich, menn ba« fochenbe SSaffer aufgegoffen mirb, jmei SReffer» fpi^en üoll <Salj auf ein Soth Kaffee, moburd) ber ®efd)mad bebeutenb Der« bcffert mirb. Sebermann fann fid) leidjt hiervon überzeugen. 609. ^eintranSen Den hinter aufjufiewaßren. äRan legt in ein, gegen ben 3utritt ber äußern Suft gefd|ü§te« Sag, eine Sage non im ®adofen getrodneter Äleie, ober troden geflehter Slfcße, unb barauf eine Sage von forgfältig gereinigten Strauben, bie an einem trodnen Nachmittage vor ihrer gänjlidjcn Steife gepflüdt finb, unb fo meiter fd)id)tmeife Äleie ober $lfd)e ober and) getrodnete Sägefpäne, meldjc nament« lid) vor f^äulniß fdjü^en. unb Strauben. bi« ba« f^aß voll ift, fo baß |id) bie Strauben nicßt berühren, unb bie ®lcie ober Slfdje bie le^te Sage au«» machen. Starauf mirb ha« gaß mohl verfdjlofferi, bamit bie Suft nid)t hin« jutrete, ma« bie $auptfad)e ift Stuf biefe Slrt eingelegt, erhalten fid) bie Strauben 8 bi« 10 SRonate, ja ein ganje« ^a^r. Um bie Strauben ganj mieber frifd) ju madjen, fdjneibet man etroa« von bem ©nbe be« Stiel« unb feuchtet e« an, meiße Strauben mit meinem, rothe mit rothcm SBeine, forou man Blumen in'« 2ßaffer fe^t, um fie ju erfrifdjen. ©ine nod) einfachere 5Iufbemahrung«art ift folgenbe: 3Ran reinigt bie Strauben forgfältig oon allen angegangenen Seeren, egt fie in eine Sd)ad)tel in Sd)id)ten unb jmijd)en biefe eine Quantität ^ßrfid)en « SBlätter. 3n ein trodene« unb gut gelüftete« Rimmer biefe ©d)ad)tel gestellt, halten-fid) biefe Strauben bi« fpät in ben grüpling Dian glaubt, bie Urfadje baüon fei in ber 53laufäure ber ^firfidjen > blätter ju juchen. Sri Italien wirb biefe« Verfahren mit gutem Erfolg angeroenbet 387 (Sine nod) anbere SIrt ift bie, ba§ man bie reifen Xrauben fammt ihrer IRebe abfdjneibet unb fie am abgefdjnittcnen Xheile in ein ®efmit 2Baffer fe^t. ®iefeS braudjt burd) frifdjeö SSaffer gar nidjt erfet^t gu werben. ÜRan QeIIt bie Trauben in ein unbewohntes 3^nmer- un^ SBaffer tann felbft mehrmals frieren, beöor bie f^ru^t Schaben leibet. VoUftänbig auSgereifte Sßeintrauben, bie jebod) nidjt vom prüfte ge» troffen fein bürfen, laffen fich recht gut bis nad) Sßeihnadjten aufheben, wenn man ben glatt gefdjnittenen Stiel mit SöachS verliebt unb bie Trauben als» bann in froftfrcie, ungeheizte fRäume aufhängt ober auf ^ßapierbogen lagert. 610. ^ein Öen Sdjitntnef, unö ^föpfergern^ pt Genehmen. SOlan füllt ben Söein um, fe^t iljm ju je 2 ißfunb 2 ©^löffel ^oljto^len» imitier ju, rüfyrt i^n um, lä^t i^n abfe^en unb jie^t i^n fpäter auf ^lafdjen«. Sefinbet fid) ber SBein fdjon auf ^lafdjen, fo fe^t man baS ^oljto^lenpulber ju, fdjüttelt unb filtrirt nad) 2 Stunben. 611. ?5ein aus Pflaumen ju Gerriten 9J?an wa^le redjt gefunbe unb reife Pflaumen au$, t^ue fie in ein ga^, ba§ einen ©l)m fjält unb t^ue jwei iDiafj Branntwein, 1 Sot^ ganjen 3'uimet unb 1 Sotlj ©ewür^nelten t)inm, gie^e bann fo üiel SBaffer ^inju, ba^ baä ftafj ganj angefüllt wirb. 9cad) einem Vierteljahre fdjon tann baß guß» bag man im Heller aufbewa^rt, geöffnet werben unb man wirb einen fd)önen, buntelrotljen SBein gewonnen ^aben. 612. aus gingen gu ^u^u. 9Jian fdjneibet bie Sieben, üon betten man bie Singen ju jungen ißflanje« benufjen will, im 9?oüember ju unb öerwal)rt fie bis jum Januar an einem froftfreien Orte im feud)ten Sanbe. Um biefe 3^t fdjneibet man bie Singen mit einem fdjarfen Heffer glatt au§, ftedt fie | 3°^ weit attSeinanber in 4 3oU Ijo^e unb 3 gu^ lange haften unb fteKt biefe an einen froftfreien Ort. 9J?an tjält bie (Srbe mä^ig feudjt unb forgt bafür, ba^ bett Säften frifdjc Suft lugefüfjrt merbe, bamit bie Singen nid)t üerfaulen unb oermobern. Anfang uflärj fteHt man bie Säften in ein abgetriebenes (Salatbeet, bebedt fie notier f^ingerbid mit SKooS unb legt bie ^enfter mit 9?o^rbeden ober ©eflcdjten auf, fo ba^ bie Sonnenftraljlen nur fe^r gebrochen auf bie haften fallen tonnen. Suft giebt man, beüor bie Slugen bewurzelt finb, nictjt, fonbern ^ebt nur 2Korgen§ unb SIbenbS bie fünfter ein SRal in bie ^o^e, bamit bie fünfte entweihen tonnen. Sinb aber bie Slugen bewurzelt unb beginnen fie ju wadjfen, fo giebt man Suft unb oermel)rt ba$ Süften mit bem forh f^reitenben 2Bad)§t^um. WIitte ÜRai finb bie ^flan^en fo meit erftartt, ba^ fie einzeln verfemt Werben tonnen. SDZan fertigt ba^u 9 3°^ hohe Suß lange haften, füllt fie mit leidjter guter ©artenerbe unb fe^t in jeben haften 50 ^flanjen. 3n ben erften 14 Stagen befdjattet man bie haften mit £äben, nad) unb nad) aber wirb ber Sdptten üerminbert. Wcitte 3uli werben bie ^flanjen üerfe^t. 9)1 an ftürjt ben haften auf einmal um, fe^t bie ißflanjen unb gie^t fie tüchtig an, waS fpäter bei Sroden^eit wieber^olt »erben mn§. @ut ift eS, ben 58oben runb um bie iß [langen mit Steinen ju belegen, wo» burd) bie f^eudjiigteit lange erhalten Wirb. 388 613. ^einftotfce, erfrorene, jn üeßandetn. Oft ber Sßeinftod bi« jur Sßurjel erfroren, fo fdjneibe man ja nidjt in ber Äbfidjt, ftarle (Rutljen ju erhalten, aUe« $olj ab, inbem fid) burd) biefe Sermunbung ber Stod ju fe^r verbluten würbe, bafj er erft fpät im Oahre fdjwadje Ruthen, weldje bie notljige (Reife nicht erlangen, treiben mürbe. Heffer ift e«, aHeS ^olj baran ju laffen, auf biefe äßeife treibt ber <5tod, weil berfelbe unb bie SBurjeln i^reKräfte behalten, im Verlauf beS «Sommer« ftarfe, lange fRuthen, bie auch ^rc ^C1f6 «langen. $ier tommt e« barauf an, welche (form ber (Stod belommen foU ; will man ihn halb grofj unb tragbar haben, unb ift man in Slnfehung ber (form nidjt wählerifdj, fo taffe man eine am fdjidlidjften ftehenbe (Ruthe ungeftört mit ihren Weitern fort* wachfen unb fdjneibe fie im £>erbft über bem 6., 8. ober 10. Singe, je nad)bem fie ftarf unb reif ift, ab. Die Weiter fdjneibet man ju Bapfcn auf 2 ober 3 Äugen, je nadjbem man bem «Stod bie (form geben wiU. (Stfrorene Weintrauben, bie eine gewiffe (Reife erlangt haben, Verlieren faft gar nid)t burdj ben (froft an innern ®ehalt, unb ber au« ihnen gepreßte URoft gleicht ganj bem au« anbern Draußen gewonnene. 614. jn jiehen. Sine f^neHe Srjeugung von Sßurjelreben wirb auf fötgenbe SBeife b<» ioerffteUigt. 2Ran neunte eine 5 gu^e tiefe @rub$ bie man mit ftadjlidjen hülfen ber jammen ^aftanie (Äaftanien*3gel) fo weit anfüllt, bafj nach Peinigern ffefttreten unb (Begieren etwa 3 ^Raum bleibt ; barüber wirb eine 6 3oH h°^6 (Srbfdjidjt gebracht unb barauf bie <Sdjnittreben in Sünbeln Von 25 Stüd fenfre^t geftedt ; bie B^if^enräume werben mit Äaftanien» Ogeln au«gefüHt unb eine Sage berfelben oben aufgebracht unb ba« Oanje einen ^u| (jod) mit Srbe bebedt unb jweimal wöchentlich fleißig begoffen. 615. ^einfäKer beinerne. Der ®runbbefi$er Äarl ^oüe^ ^at bamit (Berfud)e angefteUt, weldje ihn veranlagten, bie hölzernen Raffer ganj abjufdjaffen. Der 2Bein Härt fiel) voUtommen, übertrifft an Bouquet unb 2ßürje ben in ^oljfäffern auf ge- lagerten, unb bie SRethobe fteUt fid) al« bebeutenb ölonomifdjer herau«, weil burdjau« feine Beßrung ftattfinbet. 616. ^eijene ^|waaren. Die gefeit finb ein ©egenftanb, worauf beim (Baden re^t viel antommt; fdjledjte £>efen ober aud) ju wenig §efen, beibeS verbirbt alles. Die $efen muffen beim (Sinmadjen be« SetgeS nid)t falt, fonbern über* fdjlagen fein. Durd) Haren 3u^er> 1061111 nian Md)611 niit ben Riefen Der* mengt, wirb bie ®üte berfelben feljr Verbeffert. Die 9Rild), meldje jum (Sin- teigen be« Sßadwerte« nöthig ift, barf nidjt abgefotten fein. 389 SDurd) baS ilbfteben betommt bie ÜDäldj ganj anbere Sigenf^aften, al« fol^e bon ber Äu^ hinweg befi^t; fie berliert burd) baS Jfodjen bie jum guten $Iu$baden erforberlidjen Sufttljeildjen, weldje 5IuS- unb 2luftreiben beS £eigeS burdjauS erforberlid) finb. uJtan fe^e ba^er bie natürliche SDfild) auf einen nidjt ju heißen Ofen, bamit fie fid) furj bor bem ©ebraudje burd)s wärme, fo wirb baS Sadwert gut geraten. £u biet SButter madjt baS 93adwerf fdjwer unb berbeffert nidjtS. 617. ^efpenftt^, Rittet dagegen. 3Jäxn Balte 2 bis 3 SJiinuten lang bie ©effnung eines Sdjlüffelä feft auf ben Stid). 618. ^etterpropßefen. Barometer, gaubfröfdje, «Spinnen, fliegen ufw., nennt man gewöhn« tidj gute Söetterpropheten, ebenfo bie färben beS Rimmels, bie ©eftalt ber 2Bolfen :c. SlUe biefe 2Betterpropheten finb jebod) nichts gegen bie Blutegel, bie weit fixerer unb juberläffiger finb. Sftan nimmt einen ^Blutegel unb fe^t i^n in ein ©laS mit glußwaffer angefüllt Sei Weiterem Sßetter, wie and) im 2Binter bei groft, liegt er ruhig aufgerollt auf bem SBoben beS ©lafeS, ober fdjwimmt gleichmäßig mit ruhiger ^Bewegung burd) baS SBaffer. Steht liegen bebor, fo triecht er an ben fRanb beS ©efäßeS unb bleibt bafelbft, bis baS SBetter wieber fd)ön unb beftänbig geworben. 53or einem ©ewitter ober Sturme wirb er unruhig, erhebt fid) bon bem SBoben beS ©lafeS unb mad)t fdjwimmenb raf^e unb unregelmäßige Greife, fid) auf berfd)iebene äöeife biegenb. 53eim Sdjneegeftöber hält er fidj, wie beim «Wegen, oben am 9?anbe beS ©lafeS auf. 3ur Aufbewahrung eines folgen guten Sßetterpropheten bebiene man fid) eines fogenannten ©inmadje« ©lafeS, auf beffen 53oben man etwas f^lußfanb ftreut. 9)lan füllt baS ©laS bis 3« | mit äöaffer an unb binbet eS mit Seinwanb $u. 2)aS Söaffer wirb nid)t erneuert, fonbern nur, waS babon berbunftet ift, ergänzt. 619. ^interfatat ans ^ürötflen gu ma^en. Unreife Stürbiffe, weldje nodj feine Äerne angefe^t haben, fod)t man in ftartem Saljwaffer fo lange, bis fie jwar ein wenig wei^, aber burdjau« nic^t mürbe geworben finb. Sie bürfen aber nidjt jebfdjnitten werben. (Sowie man gewöhnlich bie Heinen fogenannten ©ffiggurfen einjulegen pflegt, fo lege man bieje in Saljwaffer gelobten Äürbiffe in iffieineffig unb @e= würje, bod) wie f^on gejagt, unjerfdjnitten ein. 2ßiÜ man nun hierbon ©ebraud) madjen, fo fdjneibet man fie in Scheiben unb legt fie ppramiben« förmig auf ben Deller. ?Dfan wirb fie gewiß viel belifater als bie ©ffig» gurten finben. 620. ernngs-^lnjeiger im harten. ©3 laffen fid) mand)e ^ßflanjen als SBetteranjeiger gebrauten. Con- volvulus arvensis, 2lderwinbe, unb Anagallis arvensis, $Iders@aud)l)eil, breiten bei Annäherung Don na^em SSetter ihre iBIüthen auS, währenb bie Äleearten bei bem ^eranna^en eines ©ewitterS ihre ißlätter infammenjiehen. Der ^ü^nerbarm, Stellaria media, rietet bei fiterem äöetter beS 9Rov 390 genS 9 Uhr feine Blutten in bie entfaltet bie Blätter unb bleibt bis gegen SRittag wadjenb ; fteht aber Siegen in SluSfidjt, fo hängt bie ^ßflanse nieber unb bie Blutten bleiben gefchloffen. «Sdjlie^en fid) le^tere nur halb, fo ift fein anhaltenber Siegen ju erwarten. Pimpinella saxifraga. äßiefem ^ßimpineU, Verhält fid) ebenfo. Sie SiegemSiingelblume, Calendula pluvialis, öffnet fid) jwifd)en 6 unb 7 Uhr SJiorgenS unb pflegt bis 4 Ulp SiadjmittagS wad) ju fein. 3ft bieS ber ^aH, fo ift auf beftänbigeS Sßettci 311 regnen ; fdjläft fie aber nad) 7 Uljr nod) fort, fo ift nod) an bemfelben Sage Siegen <u erwarten. Sie (Sänfebifteln, Sonchus arvensis unb oleraceus, geigen für ben nädjften Sag Weiteres äßetter an, wenn ficf) bcr Blüttjentnopf bei Siadjt fdjliefjt, Siegen, wenn er offen bleibt. 2ßenn Hibiscus trionaeus feine Blutten nidjt öffnet, bie Äeldje pon Carduus acaulis, ber ftengeUofen Tüftel, fid) fdjXiefjen, ber (Sauertlee unb bie meiften anberen Slrten biefer ©attung bie Blätter falten, bann ift mit (Sicherheit Siegen ju erwarten, äßenn ber Slderfohb Lapsaca communis, bie Blütbeu Siad)tS nicht fdjliejjt, baS frühlings 5 hungerblümdjen, Draba verna, bie Blätter tief Ijerabneigt, baS wahre ßabtraut, G-alium verum, fiel) aufbläht unb ftart riecht unb bie Birte ftarf buftet, bann ift ebenfalls Siegen ju er* warten. Ranunculus repens, ber triedjenbe hahnenfu§, gie^t bie Blätter jufammen, wenn eS regnen Wiß, unb ber Sumpfbotter, Caltha palustris, ebenfalls. Anemone ranunculoides, baS haljnettfufjartige 2ßinbröSd)en, fd)liefjt bei Slunäheruug beS Siegens feine Blüthen, unb baS hainwinbröSd)en, Anemone nemorosa, trägt bei trübem Sßetter feine Blüthen nidenb, bei heiterem äßetter aufrecht. 621. ^eittbUtter ju man^ertei ^roetta ju »etwenben. ■3m (Schatten getrocfnete SÖeinblätter gewähren feljr fdjmad^aften Sßerbcn fie fammt ben Stehen gerquetfdjt unb mit todjenbem äßaffer begoffen, fo erlangt man, nad)bem fie verjäljrt finb, ein ©etränt, baS bem 23icr ä^nlid) ift ©urd) ©eftidation fann Branntwein barauS erlangt werben, ©er gequetfdjte «Same gewährt ©el. 622. ^o^fgetft^e, bet ^efttno^eit jutragH^e. SIlS bie ©efunb^eit förbernbe 2ßoljlgerüdje ^aben fid) bicjenigen ermiefeu, reelle von ''ßflanxcn Ijerrüfjren ; inbem fie ben Sauerftoff in ber 2ltmnfpl)äre in ©jon üerwanbeln. 21 m meiften ©jon entwicfeln aber bie (Sifenjen von ^irfdjen, Lorbeer, Steifen, Savenbel, Äraufemunje, SBadjljolber, Sitronen, §end)el unb Bergamot. 3ene von SIniS, 2Kugfatnüffen unb ©fjimian geben weniger ©jon. ©ie Blumen von D^arjiffen, hpacintljen, heliotropen unb Silien entivicfeln ©jon nur in gefd)(offenen @efä^en. ©eru^lofe Blumen entrticfeln gar fein ©jon, unb foldje, iveldje nur wenig riechen, in ebenfalls geringer ©uantität. hterau$ man fumpfigen (Segenben unb an «Stellen, wo bie Suft burd) tl)ierifd)e SluSbünftungen verborben wirb, jur belferen (Srljaltung ber ©efunb^eit wo^lrie^enbe ißlumen pflanjen foU. 623. ^offe unb ($arn weife 2J?an nimmt auf 1 ^funb @arn 2 fSfunb gepulverte unb mit glu^mafftr iu einem SJlu^e gemachte Äreibe, lä^t bie iffiode bavon gut burdjjietjen unb qc bann 24 (Stunben trocfncn. ©ann reibt man fie unb wäfd)t fie im ' affer, bis alle treibe barauä entfernt ift. BefonberS wei§ wirb ba$ ®arn, ®nn man jum SluSivafc^en bcr treibe faltet Sßaffcr nimmt. 391 624. ^offene «Beuge o^ne $eife oöllig wei| pt waf^eu. ©emöhnlid) mäfdjt man moUene 3cu9e ®etfe- 3lt,e^m"^9cr eS aber fie mit treibe ju mafd)en. 9Jtan bebient fid) ju bief em 53ehufc fein geriebener meißer treibe, oon ber man einen jiemlid) bieten SBrei mad)t. u)lit biefem Sörei mirb baS mollene 3eu9 wte mit Seife in marmem SBaffer auSgemafdjen unb bleibt einige 3eit in biefem SBaffer liegen. Sie f^mu^igen unb fetten Sljeile merben fämmtlid) oon ber treibe auSgefogen, nur forge man bafür, baß burd) fleißiges 9?ad)fpülen fämmtlid)e treibe and) mieber aus ber 2Bäfdje genommen merbe. 625. ^urmftranMett öer ^ansf^iere. Riffel dagegen. 2Bahrfd)einli$ entfpringen viele Ärantheiten, bie oft ebenfo unerflärlid) als unheilbar |d)einen, auS biefer Duelle; vorjüglid) finb bie 5ßferbe bamit geplagt. 2J?an hat baber fc^on lange auf ein mirtfameS Mittel gegen bie 9iunb= unb iöanbmürmer gebad)t, unb glaubt nun enblid) in bem brenjlidjten Shieröl, mit mefentlidjem Serpentinöl beftillirt, bie gefugten (Sigeiifdjaften gefunben l)aben. 2BiU man hiervon bei einem Spiere ©ebraud) madjen, fo lägt man eS etliche Sage oorljer eine leichte Siät galten, unb giebt bann beS Tlorgenß einem ftarfen sfßferbe 6 Sott) Don jenem Del, einem mittelmäßigen 4 ?otb, einem Heinen aber nur 2 Sotß, füllen betommen 1 Duentdjen in einem Aufguß bon ißfefferfraut; Ddjfen unb Äü^e vertragen mohl eine Un^e mehr als bie sf3ferbe, bod) rid)te man fid) and) nad) bem Sliter unb nad) ber Stärte ; Sdjaafe erhalten fo viel als füllen, ®d)meine etmaS meniger; große ^unbe fo viel mie biefe, Heine ein ^albeS Duentdjen unb meniger. 3mei Stunben fjernad) gebe man bem Sljier ein Älpftier von Iponig, ober mehrere, mennS erfte nid)t hilft. (Srft jroei Stunben nadj bem Älpftier barf baS S^ter futter betommen. Um bie Äur ju üollenben, mieberhole man baS ^Rittel nad) 5 ober 6 Sageu nod) einmal. 626. durften, gefronten, ^oßtgeftpmatS unö ^aCfßarieit wieher oerraffen. SaS Mittel, moburd) man üon erfrornen Slepfeln unb anberen Sa^en ben ^roft auöjiefjt unb fo(d)e mieber genießbar mad)t, ift fehr befannt, man legt fie nämlid) in talteS Gaffer, ba fid) bann rnnb um baS Erfrorene eilte ©iSrinbe anfc^t. Stuf biefe Slrt fann man and) mit erfrornen SBürften üer- fahren. QJlan fe^t in eine temperirte Stube ein ®efäß mittaltem Brunnen» maffer, legt bie gefronten Sßürfte hinein unb läßt foldje fo lange barinnen liegen, bis bie, fid) um bie S^ale angefe^te (SiSrinbe mieber aufgethaut ift. '.Run nimmt man fie mieber heraus. Sa al er mit bem gmoft and) biejenigen Sheile, meldje ben Söürften ©efdjmad unb ^»altbarfeit geben, auSgejogen merben, fo muß man fudjen, ihnen foldje mieber ju üerfdjaffen. SicfeS ge» fdjie^r. menn man bie Sdjale an mehreren Orten mit einer ®abel burd)* ftid)t, unb fie bann einige Sage in einem mit Saljmaffer angefüllten ®efäße liegen läßt. Sie fo behanbelten erfrornen äßürfte merben fid) bann ben ganjtn Sommer über gut unb fdjmad^aft erhalten. 392 627. Würfle ßefonbers ^inadthnft 5« machen. 3Ran lege bie Sßürfte im ffrühjahr *n un^ Wc ßc 3^« ®<* brauch barin liegen. Tiefe halten fid) auf biefe SBeife fehr lange gut unb fd^mad^aft; ba« ©alj aber verliert burd)au« nid)t$ an feiner Sraud)barleit. 628. ^itrjetn anfanümatyxtn. SRarttgSrtner unb diejenigen, welche eine bebeutenbe -üRenge SBnrjelge* müfe fo aumbemahren ha^«r ba§ e« fidj für ben SBinter hält, werben baffelbe natürlich in ©raben üerpaden, allein ber Sorrath für ben ©elbft® Verbrauch wirb in ber SReg el in bem Äeüer untergebracht, äßenn man baffelbe lofe in Giften unb Rüffer thut, bann fdjrumpfen, wenn ber Heller troden ift, bie äöurjeln ein, unb leiben vor bem ffrühling. diefem Uebelftanbe wirb begegnet burd) Serpadung in trodner fanbiger Srbe-je fanbiger, befto beffer. Tian fd)aufelt eine SBagenlabuug ®artenerbe von einem ^la^e, ber neuer* bingö geeggt worben ift, ab unb Verwenbet biefelbe für bie Sßurjeln. SRotO® rüben, ©elbrüben, Sdjwarjwurjeln, ^aftinalen, SJteerrettig, u. f. w. werben in Äiften ober Raffer gebraut, wie bicS am bequemften fein mag, unb bann vertheilt man red}t viele (Srbe bajwifd)en. 3m biefer Sßeife werben bie Sßurjeln votlfommen frifdj erhalten unb foUte eine hier unb ba faulen, wa« feiten ber ff all ift, fo wirb bie ©ntweid)ung ber ©erüdje voUftänbig burd) bie Grbe verhinbert. 629. ^ei^nungen non ober f^warjer treibe baner^aff w inanen. 9Ran gie^t über bie Beidjnung, bie auf bem fRei^brette aufgefpannt ift, abgerahmte SCQilcf) mit etwa« Gaffer verbünut. sJümmt?man nun bie Beidjnung, nad)bem fie etwa« getrodnet ift, ab, fo wirb biefelbe fid) nicht verwifdjen, wie ba« fonft bei Sleiftift- ober fdpvarjer Äreibe^eidjuung ftet« ber SaU ift. 630. ^ei^nen^apier ^nt^ei^nen. fRimm gleiche Steile (5anabifd)en Salfam nnb Terpentinöl, trage e« mit einer Surfte auf unb hänge e« auf eine Seine jum drodnen ; wenn e« nach bem erften Aufträgen nid)t burd)fd)einenb genug fein foKte, trage man ein jweite« SRal auf, fobalb ba§ erfte hinlänglid) abgetrodnet ift. 631. ^er(pmgett der ^ter^af^en ju vergüten. äRan ftede neben ben Äort einer gefüllten Sierftafd;e ein etwa 2 Ringer langet <Strohhdlmd)en ohne knoten in bie fflafdje unb torfe feibige bann feft ju. durch baS 9?öhrd)en beS $alme«, welche« jmar fe^r jufammengebrüdt wirb, entweicht bennod) fo viel ffipluft, um bie § laf^en Vor bem B^fpnngen ju bewahren. 393 632. £ettg ttnverürennCich 2 j^heite faljfaureß Ammoniaf, 1 Sheil 3in^itriol, in 20 Sheil« UJaffer gelöft. Auf 5 5Ra§ äßaffer tommen babei ungefähr 20 Sot^ ©almiatblumen (faljfaureß Ammoniat) unb 12 Soth 3'n^itrioL 2Rit biefer Söfung tränft man bie 3e«ge. Sheurer, aber fid)erer, ift baß Sxänte« mit wolframfaurer Doba. 633. Rimmer ttt netten ^efiftnöen attsjtttrorftnen. fRiemanb bezieht gern ein neugebguteß Sßohnhavß ; man fagt: eß ift feucht, eß ift ungefunb, unb bet Söeifpiele gibt eß üiele, ba§ ber ^tufent^alt in neuen 2Bol)nräumen fd)äblid) gewirft hat. Ueber bie Urfadje ber fd)äblid)en Sßirtung neuer Käufer finb bie Anfid)ten vertrieben. SebenfaUß liegt bie Urfadje ber Dd)äblid)fcit feud)ter 2Bänbe Öburin, ba^ fie ju einfeitiger Abtühlung unb baburd) ju ©rfältungß* ten bißponiren. Sann aber fdjlie^en naffe Sßänbe, wenn fie and) poröß finb, ganj luftbid)t unb wir entbehren baher in foldjem §alle eine wichtige Duelle ber Sufternenerung. 3$on weldjer Sebeutung biefe $Irt beß Suftwechfelß ift, ergibt fid) auß ber Shatfadje, ba§ man für eine trodne 3iegelfteinmauer auf einen Duabratmeter 2Banbfläd)e unb einen @rab (Selfiuß Semperaturbifferenj 250 biß 300 Siter Suftwechfel in ber Dtunbe annehmen barf. Sie Shatfadje, bag in ncugebauten mit Äaltwänben verfehenen Kellern baß bafelbft gelagerte 33ier vor ber £eit bem 53erberben entgegenge^t, hängt mit ber f^neden ©ntjiehung ber Äoljlenfäure burd) bie^altwänbe beßÄeUerß nahe gufammen. ©elbftverftänblid) ift ber Äaltbewurf ber frifdj getunkten 2ßänbe äufjerft begierig nad) ber • Äohlenfäure unb entzieht fomit bem ißiere aud) bann, wenn eß in loder verf^loffenen Raffern aufbewahrt liegt, fd)neH bie Ko^lenfäure, b. h- baß iöier verliert weit rafcher feinen ^ohlenfäurege* halt, alß bieß unter anbern gewöhnlichen Umftänben ber gaH fein würbe. Surd) biefe befdjleunigte Slbforbtion ber Äoplenfäure ift aber alß nothwenbige gwlge ein vermehrteß Wadjbringen ber atmofphärifd)en Suft bebingt, welche^ mit bem 33iere in Berührung tretenb, vermöge ihreß Dauerftoffgehalteß, bie Gfßgfäurebilbung wefentlidj begünftigt. 2Bir bürfen bie im ®iere gelöfi ^ohlenfäure alß baß befte ©dju^mittel- gegen baß Dauerwerben beß Gieret betrachten, fie ift eß vorjugßwcife, welche ben 3utritt ber ^tmofp^are verhinbert. Dobalb baß Söier ben lebten Subitcentimeter Äohlenfäure außgehaud)t hat, fo enbigt, wenn man fo fagen barf, bie eigentliche Sebenßthätigfeit beß öiereß, eß hat nun feine d)aratteriftifd)e fRatur verloren unb eß beginnt von ba eine 9leihe von Vorgängen, welche bem Verfallen einer auß bem Sebcnß* verbanbe getretenen ^ßflanje naheftehen. <5o fehen wir benn, von Weldaer äßidjtigfeit eß ift, neugebaute tRäume möglid)ft fdjneH perfect ju machen. 53or allen fommt hier bie menfdjliche ©efunbijeit in betracht, aber aud) ber Aufbewahrung eineß ber wid)tigften ^ßrobucte beß Sonfumß broht burd) Söernacbläffigung ber nötigen Sorfichtß» maßregeln ®efahr. 394 Durd) Verbrennen von etma fünfunbjmanjig 'ißfunb £>otjfohlen in bem befagten kannte mürbe man innerhalb fünf Sagen eine fchü^enbe Schicht von fo'hlenfaurem ^alf hevftellen, fo bafj man benfelben ohne ^adjtheil beziehen tonnte. Senn em ift nid)t nöthig, baß fämmtlidjer ^alt ber äöänbe mit Äohlenfäure gefättigt peerbe ; em genügt fdjon, menn bie äußerfte Oberfläche in einer Sicfe Von etma einer Sinie vovon betroffen mirb, meldje Schießt bann fdjü^enb auf bie hinterliegenben Sljeile mirft, fo baß bie Äofjlenfäure nur in fo geringer SDcenge eintreten fann, bamit aum bem in ebenfo geringer 3J?enge aitmtretenben äßaffer fein 9?adjtheil ermächft. 634. Rimmer, nettgemaffe, uon dem ^er#(0e pt ßefreieu. Sen unangenehmen, ungefunben ©erud) neugetünchter, gemalter ober tapejirter SBänbe unfdjäblid) ju machen, braud)t man nur einige §änbe voll Sßad)holberbeeren auf ein 59eden mit glühenben Sohlen, bam in bie 9Ritte bem 3tmnterm gefteUt ift, merfen unb genfter unb Shüren verfchliefjen. ^Radj 24 Stunben mirb jeber üble ©erud) ganj verfdjmunben fein, auch f^abet biefer Sampf ben Sapeten u. f. m. bttrd)aum nicht. 635. mouflirendes. Saffelbe ift ein vortrefflichem, erfrifchenbem unb angenehm fdhmedenbe« ©etränf, bam auf folgenbe Slrt bereitet mirb : Sm merben | Sinter unb einige Quart SBaffer jum Podien gebracht unb barin 4 ^fnnb meiner 3uder aufgelöft. äRan lä^t bie ^lüffigfeit bim auf 18 ©rab fR. abtühlen, fe^t bann jmei Waffen voll gute Bierhefe hinju, füllt bam ©anje auf ein ^albeimerfaß unb legt em in ben ÄeUer. SBon 3e^ ju 3eit füllt man von ber jurüdgebliebenen 3lt^cranflöfung nad) unb er* hält bam <fa§ baburd) immer fo meit Voll, ba^ bie §efe h^aumflie^en tann. SBemertt man fein ^luffto^en mehr, fo mirb bam ga^ feft verfpunbet unb ru* hig liegen gelaffen. £>at man nichtm Von bem 3udermaffer übrig behalten, fo tann bam ^luffüHen auch ntit reinem äöaffer gefdjehen. Oft nad) einigen Sagen bie gegoltene iflüffigfeit hell gemorben, fo jieht man fie auf ©lam* ftafdjen ab, nachdem man juvor in jebe ^tafche | Soth meinen 3»der 9C* than hat. Sie glafdjen merben gut verforft,* verpid)t unb aufrecht in einen fühlen ÄeUer gefteUt. 9?ad) einigen Sagen ift bie glüffigfeit fdjon trinfbar. 2Ran fann auch Schale von jmei Sitronen mit gälten laffen. 636. ^roieBefa von %u ziehen. 9Ran legt bie 3'f tebeln auf eine §ürbe unb hängt biefe ben Söinter ^inbur^ über einem Ofen auf, fo bap bie 3t»iebeln faft ßanj aumtrodnen. 3m Frühjahr merben fie inm Sanb gefegt, moju man am jmedntä^ig- ften fruchtbarem, jebod) nid)t frifdjgebüngtem Srbreid) mahlt. Siefe ^tuiebeln treiben feine Stengel, machen aber ju einer äußerer« bentlid)en ©rö^e unb man hat 53eifpiele, ba^ auf biefe Söeife mand)e 3W^ beln ein* unb breiviertel ^ßfunb ©emidjt erhalten haßen« 395 637. ^njieBetgewä^fe in ^fäfern ober ^Tnmentöpfen raf4 i«* ^(nBen an Bringen. 3n 2 ^ßfunb 9£egentuaffer lofe man 10 Sot^ (Salpeter, 4 Sot^ Äodjfah unb 2 2ot^ 3U(ier &et gclinber Sßärme auf, laffe bie Sofuug erfalten unb Öe biefe glüffigteit auf folgenbe äßeife. Slumenjmiebeln, beren jum in mit bloßem äöaffer gefüllten @läfern bor fid) ge^en foU ober @emäd)fe, bie in köpfen gejogen Serben, erhalten täglich, alß (Srfa$ beS üerbunfteten Sßafferg, eine tleine Quantität non borfte^enber Söfung, nnb jmar entmeber bur^ 9?a^füllen beS SöafferS in bie Slumengläfer, ober burd) ^egieüen ber (Srbe m ben Xöpfen, ober enblid) bur$ äütf&IUn in bie Unterfe^f^alen. Sn^alfd ' etfitv X ft eil. 1. Slnftecfung ju verhüten. 2. Sipothele für'« Hau«. 8. Slthem, übelriechenben, ju ent- fernen. 4. Einfliegen ber Oranten ju Ver« hinbern. 5. Singe, Sehanblnng beffelben. 6. Singen, (Erhaltung berfelben. 7. Slugenfelle, Mittel bagegen. 8. Singen, fdpvache, ju ftärfen. 9. Slugenroaffer, gegen (Sutjün- bung. 10. Sanbrourm ju vertreiben. 11. Sienenftid), Mittel bagegen. 12. Slatternfranfe ju behanbeln. 13. flattern, Mittel bagegen. 14. Slatternflecfen ju entfernen. 15. Blähungen. „ „ 16. Stauer Hüften, Mittel bagegen. 17. Sleichfu^t, „ „ 18. Sleivergiftung, „ „ 19. Slntreinigung«mitte(. 20. Slut rafch ju ftiHen. 21. Slutfchtvaren ju heilen. 22. Sranbfalben ju bereiten. 23. Sranbtvunben ju heilen. 24. Sräune (Croup), Mittel bag. 25. Sruftfram; f tu heilen. 26. Sruftutben, uRittel bagegen. 27. Srondjiti«, „ „ 28. Sruftmarjen, rounbe ju heilen. 29. Sruftroarjen heraußjujiehen. 30. Cholera, Verhütung berfelben. 31. Cholera, Sehanblung berÄran» fen. 32. Cholera, ÜKittel bagegen. 33. Cholera ber ^inber. 34. ®holera^®chnapp«. 35. ©orn«, f. Hühneraugen. 36. Sroup, f. Sraune. 37. ^Diarrhöe, SUHttel bagegen. 38. ©iphtheria, „ „ 39. ©ngbrüftigfeit, „ 40. Erfrorene ©lieber. 41. ©pilepfie, Mittel bagegen. 42. ßrfäliung, „ „ 43. gettfudjt ju heben. 44. Fieber, gelbe«, 2Rittel bagegen. 45. Fieber, falte«, „ „ 46. Fieber unb ©^merjen ju heben« 47. Rinnen ju vertreiben. 48. ^ifchgräten ju entfernen. 49. gifteln, SJiittel bagegen. 50. ^lanneK al« Sdjufemittel. 51. Fle^ten»SIu«fd)lag ju heilen. 52. Fledenfieber, SRittel bagegen. 53. §lu^, weiter, „ „ 54. ^roftbalfam ju bereiten. 55. ^roftbeulen ju heilen. 56. ^ranjbrannttvein unb <5alj. 57. Frauenmilch, fünftliche. 58. Fü^e, rounbe, ju heilen. 59. Fu^ramPf> Mittel bagegen. 60. Fufe^eiB mieber herjufteüen. 61. (^ii^fdpuciF, SWütel bagegen. 62. FuMatbe, vortreffliche. 63. Füge, falte, ju heben. 64. ©ebadjtnifj ju ftärten. 65. ©elbfucht, W^ittel bagegen. 66. ©erftenmaffer für Äranfe. 67. ©erftenforn am Sluge. 68. ©erudj, Übeln, ju entfernen. 69. ©efdjroülfte ju vertheilen. 70. @eficht«fchmerj, Mittel bagegen II 71. @efdpoure ju peilen. 72. ®efprungene$änbe ju peilen. 73 ®idjt ju peilen. 74. ©i^tpeilpflafter. 75. ®ift, SRittcl bagegen.' 76. ®rippc, „ 77. Haare ju entfernen. 78. Haarc, Ausfallen ju berpüten. 79. Haare fdpoarj ju färben. 80. Hals, munben, ju peilen. 81. nartleibigfeit ju bertreiben. 82. Hämorrpoiben, SRittel bageg. 83. H^ube bor miffpringen ju beiuapren. 84. Haut unberbrennbar ju ma» cpen. 85. Hautiu^enr Mittel bagegen. 86. Hautfepärfe, n n €7. Heiferleit, „ „ 88. Hühneraugen, „ „ 89. HnnbSroutp, „ „ 90. Hüften, „ w 91. HPPochonbrie, w 92. HPfterie, 93. Smpotenj, „ „ 94. Snfeftenfticpe, „ 95. ^atarrp, „ „ 96. Äinber, Heine, im Sommer. 97. Ätunbadenframpf ju peilen. 98. Äolit, ÜRittel bagegen. 99. ^opfgrinb, „ 100. Äopffcpmerj, „ 101. krampfe, „ 102. Äräße ju peilen. 103. ÄrebS, ÜRittel bagegen. 104. Äropf, „ 105. Säpmung unb fteife ©lieber. 106. Saufe ber Äinber ju bertrei* ben. 107. SebenS-SIipir ju bereiten. 108. Seberfleden ju entfernen. 109. Seberlrantpeit ju peilen. 110. Sebertpran moplfcpmedenb ju machen. 111. Seicpname ju conferbiren. 112. Sippen,gefprungene, ju peilen. 113. Sungcnblutung, äRittel bag. 114. Sungenfcpminbfucpt ju peilen. 115. SRagen ju ftärten. 116. äRagenf^mäcpe ju peilen. 117. ÜRagentrampf, Mittel bageg. 118. SRagenftärfungSmittel. 119. SRagenfäure u. Sobbrennen. 120. SRaftbarm, baS ^(uStreten. 121. SRebijin moplfcpmedehb. 122. SRilcpftodung ju peben. 123. 3Rüdenftidje, ^Rittel bagegen 124. SRunbfäule, „ „ 125. äRuttermaale ju vertreiben,. 126. 9?agelgefd)müre ju peilen. 127. 9?agel, (Sinroadjfen ju vergüten 128. ^Rafenbluten ju ftiUen. 129. sJ?afenpolppen, ÜRittel bagegen. 130. Neuralgie, „ „ 131. 5Reffelfud)t, 132. fRerbenf^mäcpe „ „ 133. 9?ierenberpärtung ju bereuten, 134. ©pren, fließnbe. 135. ©prenfaufen, SRittel bagegen. 136. ©prenfcpmerjen, „ „ 137. ^3etroteum=2Ietf)er. 138. fßflafter, fc^merjftiKcnbe. 139. ^flafter, englif^eS. 140. ^poSpporbergiftung ju beraten 141. ^obagra, SRittel b igegen. 142. Pollutionen ju bereuten. 143. pomaben anjufertigen. 144. ©uetfcpungen ju peilen. 145. SipeumatiSmuS, Mittel bageg. 146. 9iupr, rotpe, „ „ 147. 9?ofe, ©efidjtSrofe. 148. Salj als Heilmittel. 149* Saljfluß äRittel bagegen. 150. Sdjarlacpfieber. 151. Sdjiejjpulber ju entfernen. 152. Scplaflofigieit, ÜRittel bagege» 153. Scplangeubiß „ „ 154. Schinden, „ „ 155. Scplagflu^ ja bereuten. 156. S^merjftiHenbe üRittel. 157. Sdjnupfen ju heilen. 158. ScpönpeitSmaffer ju bereiten. 159, Schönheitsmittel „ 160. Sdpoinbfudjt, äRittel ba .egen 161. Schmämmcpen ju entfernen. 162. Schmißen ber §änbe u. 163. Sd)meiß, abmattenbe. 164. Scorbut, SRittel bagegen. 165. Scroppeln ju peilen. 166 Seetrantpeit ju linbern. 167. Sobbrennen, SRittel bagegen. 168. Sommertrantpeit. III 169. Sommerfproffen, Mittel bag. 170. Sonnenftid) ju vergüten. 171 <5todfd)nupfen, ^Rittel bag. 172. Strpd)nin=Vergiftung. 173. <5tid[juften, SJhttel bagegen. 174. Ürunffudjt, „ „ 175. Uebeltverben beim ^afyren. 176. Ueberbeine $u vertreiben. 177. Unterleibsleiben, Mittel bag. 178. Vergiftung, SRittel bagegen. 179. Verrentung, „ „ 180. Verftopfung, „ „ 181. SBabenframpf, „ 182. VJarjen ja Vertreiben. 183. Sßafferfu^t heilbar. 184. 2öafferfreu, f. ^unbSmut^. 185. äöe^felfieber, ÜRittel bageg. 186. Sße^penfti^, SJiittel bagegen. 187. Sßinbroaff erfaßt, „ 188. 2ßunben rafd) ju feilen. 189. Sßnnbfein ber Äinber. 190. Sßnnbretben ber §änbe. 191. äßurm am Ringer ju feilen. 192. SBürmer, Mittel bagegen. 193. Bahnen Heiner Äinber 194. Batpifleifd) gefnnb ju erhalten. 195. 3ä()ne gefnnb jn erhalten. 196. 3®^ne üom Sßeinftein ju rei« nigen, 197. 3ä^ne rein ju galten. j98. 3a^n^ anjufertigen, 199. Mittel bagegen. 200. 3ittent ber £>änbe. 201. Butferfyarnrwgr, Mittel bageg. ® er jetebni^ Streiten i. Äbbilbung einer ^flanje ju erhalten. 2. Sepfel frifdj ju erhalten. 3. ilepfel, abfaUen ju vergüten. 4. 2lepfelbutter ju bereiten. 5. 3lepfel»9Karmelabejuma^en. 6. Stepfelroein fiepe $lrt. ©bft» mein. 7. Slmeifen ju üertreiben. 8. ^Inftridje, für ^ufjboben uftv. 9. ünftrid), um baS faulen beÄ ^olje« ju Vergüten. 10. ^Inftreidjen im hinter. 11. 2lpritofen in SDampf einju» machen. 12. Slufblä^ung beS SietjeS, Mittel bagegen. 13. Sauber, feibene, ju maft^en. 14. Sauholj bauer^aftjumachen. 15 Saume üom ÜJtoofe ju befreien, 16 Saumblüt^en üor öcrfrieren ju f^ü^en. 17. Saumrinbe, oefdjäbigte, ju feilen. 18. Säume mit wenig Söurjeln ju üerpftanjen. 19. Säume, tragbar ju machen 10. Säume üor ^afenjuf^ü^en. 21. SaumwadjS, gute«, ju be» reiten. 22. SaumwoHenfäben ju ertennen. 23. Sernftein ju litten. 24. Sernfteinlacf ju bereiten. 25. Sefdjläge feft ju madjen. 26. Settfebern ju reinigen. 27. Sienenfc^wärme einjufangen. 28. Sienenjuc^t betreffenb. 29. Sienenfutter, neues. 30. Sierflafc^en, ^erfpringe» ja Vergüten. 31. 58ter in glafdjen ju fonfcrüir',n. 32. S8ter, trübcS, ftar ju madjcn. 33. Sier üor Sauerwerben ju fdmQen. 34. SBier, fauereS, wieber gut ju machen. 35. Sirfenfaft ju Sdjaumwein ju machen. 36. Sirnenfaft in Sprup ju üer» arbeiten. 37. Siruen in (Sffig einjumajtfaen. 38. 58ifc^of (Sffenj. 39. SBIattläufe ju üertreiben. 40. Sleiröpren als Slipableiter. 41. Statt Stelettiren. 42. Slumen, abgefcpnittene, frifd) ju erhalten. 43. Slumen, abgeriffene, ju be» feftigen. 44. Slumen, träntelnbe ju beleben. 45. Slumenfnofpenaufjubewapren. 46. Slumen fünftlid| ju färben. 47. Slnmentopl aufjubewapren. 48. Slumenfalbe. 49. Slunienfaamen, alten, feinten ju machen. 50. Slumen ju präferüiren. 51. Slumenjwiebeln rafc^ jur Slütt ju bringen. 52. Stützen im SJinter ju betomir. . 53. Sonnen aufjubewapren. 54, Sorap, als Sßafdjmittel. 55. Sotticpe leicht ju reinigen. 56. SouiUon fc^nett ju erzeugen. 57. SouiHontafeln ju machen. 58. Sranb im Sßeijen ju üerpüten. 59. Sranntioein aus Sogeibeeren. II 60. Sranntmein auS Sagemehl. 61. ^Brennmaterial ju fparen. 62. Sretter rafd) ju trodnen. 63. Srob au§ Kartoffelmehl. 64. Srob mit3ufa$bön Slepfeln. 65. Srob bor Schimmel ju be« mähren. 66. Srobformen bon Eifenbled). 67. Srombeermein ju bereiten. 68. Srunuen ju graben. 69. Srunnen bon Stidluft ju reinigen. 70. Srunnenmaffer rein ju halten. 71. Sud)binberlad, oorjuglid)er. 72. Sutter, alte, in frifdje ju ber« manbeln. 73. Sutter burdjKodjen ju erhalten. 74. Sutter fühl ju halten. 75. Sutter fü§ ju erhalten. 76. Eanarienbögel ju behanbeln. 77. (Sattun ju ma^en, ba^ er nidjt berfd)ie^t. 78. (Sement für SReffing. 79. Ehampagnerbier ju bereiten. 80. ShampionS ju erfennen. 81. Eiber fü§ ju erhalten. 82. (Siber auS getrodnetem Cbfte. 33. Siber bem 3Kabeira ähnlid). 84. Shofolabe ju fabrijiren. 85. Sitronen aufjubemahren. 86. Sompofition jum fRafiren ohne ÜReffer. 87. Splinber bor SJerfpringen ju bemahren. 88. ©ä^er bauerhaft ju machen. 89. ©eSinfectionSmittel, fiehe SIrt. 1 im 1. ©heile. 90. ©inte, fdjmarje, rothe, blaue, grüne, gelbe ufm. 91. ©inte, unauSlöfd)lid)e, unjer« ftörbare. 92. ©inte aus SRofenblättern. 93. ©inte, fhmpathetifdje. 94. ©inte, jum 3eid)nen ber 2Bä« fche. 95. ©inte, für SJeifjbled) ober 3inl. 96. ©inte auSjulofdjen. 97. ©inte, harte, herjufteUen. 98. ©inte, berblei^te, herjufteUeu. 99. SDinte bot Stimmel ju be- wahren. 100. ©üngmittel, neue. 101. ©rudfa^en auf Stein ju übertragen. 102. ©rudfachen unb Kupferftiche ja reinigen 103. (Sau be Sologne ju machen. 104. (Sier, Sliter unb ©efchle^t bet» felben. 105. (Sier, berlegie, nt finben. 106. (Sierlegen im SBinter ju beför» bern. 107. (Sier jahrelang frifd) ju erhal« ten. 108. (Sier, gefrorene, brauchbar ju machen. 109. Sierpulber. 110. (Sier, fehr gro^e, ju erzielen. 111. (Singehen, baS, moflener Stoffe ju vergüten. 112. Eisbereitung, tünftlidje. 113. (Sifen mit Kupfer ju überjiehen. 114. (Sifen bon Stahl ju unterfchei- ben. 115. (Sifen gegen Poften ju fd)ü£ext. 116. (Sifen mit f^arbenanftrid) $u ber» fehen. 117. (Sifen magnetifd) ju machen. 118. (Sifen - Sergolbung auf (altem 2Bege. 119. (Sleftrifirmafd)inen ftet« mirffaui ju machen. 120. (SIfenbein ober Knoten fdjmar> ju färben. 121. (Snbibien lange frifd) ju erhal- ten. 122. (Sntenfebern ju bermenben. 123. (Srbfen meid) ju to$en. 124., (Srbfen, frühe, ju gieren. 125. Srbfen=Sd)'oten ju trodnen. 126. (Srbfen, trodne, ju maljen. 127. (Srbfenfäfer, 2Jlittel bagegen. 128. (SrbSrourft ju bereiten. 129. (Srbbeeren, getrodnete. 130. (Srbbeeren als Heilmittel. 131. (Srbbeer-Kultur betreffenb. 132. Erbflöhe ju bertreiben. 133. Erfrieren bei großer Kälte ju oerhüten. III 134. @r!ennung«mittel, ob SöoHen ober Seibenftoffe Seinen ober Saumwolle enthalten. 135. Sffig für ben £>au«ljalt anju- fertigen. 136. ©ffigpulver, gute«, ju berei- ten. 137. ©ffig ju prüfen. 138. ©ffig ju verbeffern unb ihm me^r Säure ju geben. 139. {färbe, wohlfeile. 140. farbige {flafchen für Illu- mination herjuftellen. 141. färben, ba«, wollener unb unb anberer «Stoffe. 142. {färben, verblaute, Wieber lebhaft ju madjen. 143. {färbe, rothe, für 3uderbä« dereien. 144. {färbe, fdjwarje, für Seiben- ftoffe. 145. {färbe, bunfelbraune. 146. ^äffer ju reinigen. 147. ^äffer ju Verfdjlie^en. 148. {feberfiele jujubereiten. 149. feilen ju fd)ärfen. 150. feilen, jerbrodjene, ju lotsen. 151. f^elb- unb Äüdjengewä^fe ju trodnen. 152. ^enfter, gefrorene, aufjuthauen. 153. ^enfterf^eiben vor ©efrieren ju fdjü^en. 154. ^enftertitt, neuer. 155. ^enfterlitt ju erweisen. 156. ^enfterf^eiben von ©elfarbe ju reinigen. 157. f^euer, gefärbte«. 158. {feuer, farbige«. 159. ^irniffe für §u§boben. 160. ^irni^ für 3eidjnungen. 161. ffifdje, ^öber für biefelben. 162. ^ifdje lebenbig weit ju verfen- ben. 163: fflafdjen ju reinigen. 164. ^lafdjen, in benen 2J?ineral« waffer waren, ju reinigen. 165. (flafdjenlad ju bereiten. 166. Slafdje, eine leudjtenbe. 167. ^leifd) unb SBurft vor (Schim- mel ju bewahren. 168. geräucherte«, aufju* bewahren. 169. ^leifb, alte«, mürbe ju ma- chen. 170. gleifb ju räuchern, ba§ e« feine ^rifbe behält. 171. t^leifb burd) englifbe Saljbeije einjufaljen. 172. ^leifb frifd) 3U erhalten. 173. ^letfb, riedjenbe«, gerudjlo« ju mabeu. 174. Rieden aller 3lrt ju entfernen. 175. ^enjpfoften bauerhaft ju ma- djen. 176. fliegen ju vertreiben. 177. {fliegen ju Vertilgen. 178. {fliegen von ißferben abjuhalten. 179. {flöhe ju Vertilgen. 180. glor ,ju fteifen unb ju mafben. 181. ^rübte, fauere, wieber herju- ft-eUen. 182. grüble f^neU 8U reifen. 183. {frudjtpubbing. 184. futter, vortheilhafte« für Sie$ u. f. w. 185. ©arten, Einlage beffelben. 186. ®arten-2Bege von Unlraut rein ju galten. 187. ©artenwege rein unb troden ju halten. 188. ©artenfrübte, frü^e ju jiehen. 189. ©artengewädjfe im Sßinter ju jiefjen. 190. ©artenfbneden ju vertilgen. 191. ©efäfjen, eibenen, bie Sofje ju benehmen. 192. ©efäfje, eingetrodnete, waffer- bibt ju mabeu. 193. ©efäfje, eiferne, Vor 9?oft ju fbü^en. 194. ©efäfje, irbene, feft wie eiferne ju maben. 195. ©efäfje, riebenbe, ju reinigen. 196. ©eflügel ju mäften. 197. ©emälbe ju reinigen. 198. ©emälbe auf ©la« ju übertra- gen. 199. ©emüfe von SBürmern jn rei- nigen. 200. ©erftenmehl, preparirte«. IV 201. ©erftenwaffer $u bereiten. 202. ©ef^irre, tupferne ufw., ju pu^en. 203. betreibe, bumpfig geworbe- nes, ju berbeffern. 204. ©ewidjtstabelle. 205. ©laS, für treibt)äufer. 206. ©lanjroidjfe anjufertigen. 207. ©laSgefä^e ju reinigen. 208. ©laSpapier jum ®urdßeid)= nen. 209 ©laSfdjeiben, blinbe, IjeU ju madjen. 210. ©lanjftärfe. 211. ©läfer gegen baS3erfpringen ju fdjü^en. 212. ©laS unb ''ßorjellangefäfje bom 33obenfa§ ju reinigen. 213. ©olb, falfd)eS, ^erjufteUen. 214. ©olbfetten blanf ju madjen. 215. ©olbra^men ufro. ju reinU gen. 216. ©uano gegen tränfelnbeSopf» pflanjen. 217. ©uano, Srfa§ beffelben. 218. ©ummifdjulje ju repariren. 219. ®raS,5Berbefferung beffelben. 220. ©rinb ber V^uStljiere. 221. ©ppSfiguren ju bronjiren. 222. ©ppSfiguren, marmorartige. 223. ©ppSabgüffe bon SSlättern. 224. ©ppSfiguren, elfenbeinartige. 225. ©ppS Ijart wie Stein 311 ma® djen. 226. Vaarpomabe §u madjen. 227. Vaarmatra$en 3U reinigen. 228. Vafer als 'ißferbefutter. 229. VanMd)u$e, ©lace, ju wa» fdjen. 230. ^»anbfcTu^e, wei^leberne, ju ju färben. 231. Vanf gegen Raupen. 232. Vanf gegen Äornwürmer. 233. Vafen bon ©bftbäumen ab» galten. 234. Vafen unb Söilbpret ^erbei» juloden. 235. Vau3f^wamm ju bertreiben. 236. Väute unb Änoc^en geruchlos ju madjen. 237. $efe (yeast) ju madjen. 238. Väringe gut ju mariniren. 239; Verrito, eine gute Speife. 240. Veibelbeeren, 9?u$en berfelben. 241. Himbeeren, gro^e ju jie^en. 242. V^beerfaft einjumadjen. 243. ^offmann'f^eu Siquör ju be» reiten. 244. Vö^e, bie, eines S^urmeS ju meffen. 245. VbHunberbeerwein ju madjen. 246. Vorarbeiten gegen geudjtigfeit ju jdjütjen. 247. Voljfirnifj, ber fjei^em SBaffer wiberfte^t 248. V°r gegen SBürmer $u f^ü^en. 249. Volj 1)art wie Stein ober (Sifen ju machen. 250. Vorteile als SJicbijin. 251. SDructpapier nadj» jnweifen. 252. V°r unberbrennbar ju ma^en. 253. Voljwert bor Verfaulen ju f^ü^en. 254. Vol^umt, SRittel gegen ben» felben. 255. V0^ 8U färben. 256. V°r 3U berbeffern. 257. Vomgs®fßg Xu bereiten. 258. V0lieg> tünftlidjen, ju bereiten. 259. V°Pfen geaen^nfetten jufc^ü^en 260. V°Pfen, ©djwefeln $u erfennen. 261. ^pornmaffe, tünftlidje, ju berei» ten. 262. VorMu erroeidjen. 263. Vornübel, Mittel bagegen. 264. Vortenfien, blaue, ju jie^en. 265. Vufs®a^en' 266. Vüljuer, 3udjt berfelben. 267. Vülfenfrüdjte, getrodnete, weid) ju machen. 268. $üte fc^warj unb glänjcnb ju madjen. 269. Vunbe unb ißferbe an fid) ju gewönnen. 270. Vpajintljentäglidj im Söinter $u jie^en. 271. Vpajintben, in SKooSballen 272. ^ngwerbier ju bereiten. 273. Onfeften non Kleibern abju^al* ten. 274. Stafetten bon ^flaujen abju^alt V 275. 3o anni«- unb ^imbeeer ®e* lee. 276. Kaffee betreffenb. 277. Kamillen, Sigenfdjaften ber- felben. 278. Kälber, 9?adjtpci(e ber ufm. 279. kapern ju erfe^en. 280. Kapaunen rafdj ju mäften. 281. Kartoffel bau betreffenb. 282. Äartoffelfpiritu« juentfufeln. 283. ^artoffelftärfe ju bereiten. 284. Ääfe vor sUiaben zu fidjern. 285. Äaftanienbäume,eble, 311 jiep'n. 286. Äautfcpud (India Rubber) aufjulöfen. 287. .Kerzen lange 3eü brennen zu madjen. 288. Äirfdjenftiele, 9?u$en berfel- ben. 289. Äirfdjfaft 311 bereiten. 290. Äitte aller 2lrt 311 bereiten. 291. Äleefamenprobe. 292. Äleepeu, gute«, ju madjen. 293. Kleibern, alten, ein mue« Slubfepen ju geben. 294. Ä'leibung«ftüde, tuepene, ju reinigen. 295. ^leie, ^uljen berfelben. 296. Äleifter, vorjügli^er. 297. Änocpenmeplal« ®üngmittel. 298. ^noepen meiner mie (Elfen- bein ju bleicpen. 299. Änodjen in ®elee ju verman- beln. 300. Änopflödjer faltbarer ju madjen. 301. Äodjerbfen ju bauen. 302. Äodjtöpfe, tpönerne, eifeufeft ju madjen. 303. Äoljle al« Düngmittel für @urten. 304. ÄoplenöUampen ju reinigen. 305. Äoplraupen abjupaltcn. 306. Äorfe, vorzügliche, anjufer- tigen. 307. Äornivürmer zu Vertreiben. 358. Korallen, fünftlidje, ju ma- djen. 309. Äraut, SDei^fopl. 310. Äräutermein, vortrefflicher. 311. Äüpe, Sepanblung berfelben. 312. Äupfergefä^e rafd) ju reinige»« 313. ^upferftidje ju reinigen. 314. Sad, rotten, ju madjen. 315. Sad für Äupferftidje ufm. 316. Sad, djinefifdjer. 317. Safe jum (Einpöteln. 318. Sadirte ©egenftänbe ju reinigen. 319. Sampenbocpte, bie rem brennen. 320. Sanbmeffen. 321. Saufe ju vertreiben. 322. Seber grünen ©olbglanj ju ge» ben. 323. Seber faltbar zu machen. 324. Seber, fünftlidje«, ju madjen. 325. Seber mafferbidjt ja machen. 326. Seberlad, elaftifdjen, ju Verfer- tigen. 327. Seber gefdjmeibig ju erhalten. 328. Seidiname unverfeprt zu erhal- ten. 329. Seim au« Äirfdjljarj. 330. Seim für Sudjbinber. 331. Seimanftrid), luafferbidjter. 332. Seim [«Spalbtng«.] 333. Seim, natürlichen, zum Bitten. 334. Seimanftridje mafferbidjt ju ma» djen. 335. Simonabepulver. 336. Seinmanb unburdjbringlicb ju madjen. 337. Seinmanb, verfälfdjte, jn erten- neu. 338. Seinmanb rott) 311 färben. 339. Seinmanbbleidje in einem £age. 340. Sevtopen vom blühen abjubafr ten. 341. Södjer in ©laß ju bohren. 342. Söffet, filberne, zu gebrauchen. 343. Sötpmaffe, neue. 344. Sungenfudjt be« Siinbbielj« ju heilen. 345. SDlaa^e für Sauern. 346. SDlaben von gerändertem Qfleifch abjuhalten. 347. njiapagoniljolz nadjzumadjen. 348. SJiaiblumen frühzeitig blüpenb Zu haben. 3^9. äRaitrant zu bereiten. 350. SJiaifäfer, Vertilgung berfelben. 351. 3)?äufe- ober fRattenmolfe ja machen. VI 352. ÜRäufe ju vertilgen. 353. SKarber ju fangen 354. SDiaulbeerblätter junt @db» färben. 355. SRaulirürfe ju vertreiben. 356. SRäufe auS ben Sd)eunen fern ju galten. 357. SDlaftöie^, ba§ ®emid)t bef» felben ju beftimmen. 358. SJiaijna, @rfa§ für ^artof» fein. 359. SKeerfchaum tünftlidj herju» [teilen. 360. äReffer unb @abeln ju pu^en. 361. SEReffing golbgelb ju färben. 362. SJJeth ju bereiten. 363. 2Ketl)obe ber Wrfenbung von Schmalj u. f. m. 864. SRilben vom SJieljle abjuhal» ten. 365. SRild), 5lnalt)fe berfelben 366. SJiild), ©erinnen ju verljü» ten. 367. SJlilchgefä^e, Sßeljanblung ber» felben. 368. SDlild), geronnene, ivieber gut ju machen. 369. ÜKildj, gute, jit gewinnen. 370. SHild), unVeränbert aufjube» wahren. 371. SRild) in Safelform ju brin» gen. 372. £D?ildj vor bem Sauertverben ju betvaljren. 373. SRild) ju verbeffern- 374. SLRil^^üter jur Wrmeibung beS UebertodjenS. 375. SKil^malerei. 376. -IRineralteidj für Streichrie» men. 377. 'IRiftbeete, warme, ohne ©ün» ger. 878. ^Rotten ju vertreiben. 379. Wrobel Polituren. 380. HRöhren als SBienenfutter. 381. SDlbhren im Sßinter aufjube» magren. 382. SftooSrofen fc^nell ju Vertue^ ren. 383. SRortel, neuer unb eifen|ai» ter. 384. SlJüdenftidje ju verhinbcrn. 385. 9?abel, ju (tarnen, bei Kälbern. 386. fRabel, gefdjwoKener bei bern. 387. SRadjgeburt ber Äü^e ju entfe nen. 388. 9?ad)tlid)t, billiget. 389. ^äfjmafdjinen jn reinigen. 390. helfen ju Vermehren. 391. Gelten jiveimal jur Sölüthe ju bringen. 392. Ueffeln, 2ßid)tigfeit berfelben. 393. 9?antin fdjön ju färben. 394. Hüffen, alten, ben ©ef^mad ber frifdjeit ju geben. 395. ©bft im hinter frifd) ju er^ab ten. 396. Obft, gebörrteS ju benu^en. 397. Obft einen angenehmen ®e» fdjmad ju geben. 398. ©bftbäume ju vermehren. 399. ©bftbäume bnrd) Senter. 400. ©bftbäume Jünger für biefel* ben. 401. ©bftbäume gegen 9iau>en ju ft» djern. 402. ©bftbaume gegen Wied. 403. Dbftbäume, ©ummiuug ber» felben 404. ©bftbäumen neue? 2tben ju gt- ben. 405. ©bftbäume fc^neU tragbar ju machen. 406. ©bftbäume, unfruchtbare. 407. ©bftbäume von Ä»eb8 ju be- freien. 408. ©bftbäume ju beg»t§? <. 409. Öbftbäume, ^3ortbut- beim 5ßflanjen. 410. £>b[te, bem, 3J?ufd<.dlerge» fdjmad ju geben. 411. ©bftbiebe, Mittel wiegen. 412. ©bft, ©örren beffeb<n. 413. ©bft, franjöfifdjeS, bereiten 414. ©bft be^ufö Werfen tng ju bei» paden. 415. ©bfteffig ju machen VII 416. Dbftmu|, vorjügli^eß. 417. £>bftivein»58ereitnng. 418. übfhvein bem SDtabeira ä§n» lid). 419. Dbftroein, guten, ju galten. 420. Defen glänjenb ju pu^en. 421. ©elfarbe, jum ßeidjnen ber Sßäfdje. 422. £)eKad»2lnftrid). 423. Del mit ißort^eil ju brennen. 424. Del vor Stanjigroerben ju fdjü^en. 425. üleanber jur Sölüt^e ju brin- gen. 426. Orangenbäume, T)ünger für biefelben. 427. Rapier unverbrennbar ju ma« djen. 428. Papier von Stodfledenju be» ' freien. 429. Papier mafferbic^t ju ma» djen. 430. Pappenbedel tvafferbidjt ja machen 431. Pflanjenpapier jum Dur^jeid)» nen. 432. Peljtvaaren Vor SDiotten jn fdjü^en. 433. Pergament, vegetabilifdjen. 434. Peterfilie im Söinter ju jiehen. 435. Petroleum, Seljanblung bef« felben. 436. Petrole umf äff er ju reinigen. 437. Pferbe, ©ehanvtung berfelben. 438. Pferbe, illter berfelben. 439. Pferbe am ®urd)gel)en ju verfjinbern. 440. Pferben baß ^rippenfe^en abjugeivöhnen. 441. Pferbe, Lahmheit ju befciti» gen. 442. Pferbe, hnberfpänftige, ju jammen. 443. Pferbe vor Sremfen ju fd)ü$en. 444. Pferbegef^irre,Sdjnjärjefür foldje. 445. Pferbetrantheit-ßpijootic. 446. pferbe » Fütterung, empfe^» lenßroertlje. 447. Pflanjen vor Erfrieren ju be* ruapren. 448. Pflanjen, erfrorene, ju be« panbeln. 449. Pflaumenbäume auß i^ren Steinen. 450. Pflaumen ju borren. 451. Pflaumen einjuma^en. 452 Pflaumenmus ja bereiten. 453. Pflaumen aufjubewahren. 454. Pfeffer etnjumadjen. 455. PfirficSbäume vom blühen abju^alten 456. Pfirfidjen Pei. 457. Pflugfdjaaren ju gärten. 458. Pfropfen, neue Slrt. 459. Pfropfreifer o^nc Staben ju verfenben. <60. ^3f)ogpt)or anfjubetvahren. 461. Polftermaierial, neues. 462. Pödelfleifd) in einem j£age. 463. pödelrinbfleifd),Hamburger. 464. Preiselbeeren einjumadjen. 465. 9?abieSc^en in jeber ^a^reSjeit. >466. Stabirpulver. 467. Stäube (@rinb) ber ^außt^iere. 468. Stammen, vergolbete, $u reini« gen. 469. Statten unb SJtäufe ju Vertil» gen. 470. 9tän^er«Äerj^en ju ma^en. 471. Stauchtabad, fdjledjten, ju »er» beffern. 472. Staupen ju vertilgen. 473. Sieben, Pereblung berfelben. 474. Siebenmotten ju vertilgen. 475. Stegentvürmer ju vernieten. 476. Steif uufdjäblid} $n machen. 477. Steinigen verfdjiebener SJtetaUe u. f. m. 478. Steinigung ladirter Sachen. 479. Steinigen ber 2öeinflafd)en. 480. St^abarber ju j'e^en. 481. Stpeumatißmuß ber Pferbe in feilen. 482. Siheumatißmuß beß 8tinbvie|eß. 483. Stinbern ber l?ü^e jn bewirten. 484. Stinbvie^, SJiangel an ^refjluft ju befeitigen. VIII 485. Stinbvieh, Abgewöhnung beS Sto^eng. 486. Sticinugöl (^aftor^Oel) wohl= fd)mecf enb. 487. loggen alg ißferbefutter. 488. Stodtragen, fdjmixfeigc, ju reinigen. 489. Stofentinftur ju machen. 490. Stofenwaffer ju bereiten. 491. Stofenöl ju bereiten. 492. Stofen ju vermehren. 493. Stoffen beg (SifenS ju Verhüt ten. 49 4. 9£oft vom Eifert wegjubringeu 495. Sioftflede aug Stahl heraug = jubringen. 496. 9to§ ber Schafe ju heilen. 497. Stüben, rothe, einjumadjen. « 498. Stuhr bei ^augthiere ju hei* len. 499. Saatregeln. 500. Salat in 48 Stunben ju jie* hen. 501. Salat, Sdjoffen ju verhüten. 502. Sammet, harten, weid) ju madjen. 503. Sammet von Rieden ju rei* nigen. 504. Sago*$3ereitung aug Äar= löffeln. 505. Sauerfraut in 24 Stunben ju machen. 506. Saugepumpen, gefrorene, auf- juthauen. 507. Sdjafe, Sehanblung berfelben. 508. Sdjärfen ber Stafirmeffer. 509. Sd)infen bauerhaft ju ma= djen. 510. Schinfen mürbe unb f^mad« Ijaft ju machen. 511. Sd)otem@jtract. 512. Schmalj, biUigeg. 513. Sdjmeifjfliegen vom ^leifd) ab juhalten. 514. Sdjmierfeife ju madjen. 515. Schrauben in 2öänben ju be* feftigen. 516. Cdjuhfohlen haltbar ju ma« chen. 517. Sdjneden, UKittel gegen bie* (eiben. 518. Sdjtvamnt au Söanben ja vertilgen. 519. Sdpvarjtodjen ber (Speifen ju veifyinbern. 520. Sdjnjeinejudjt betreffenb. 521. Seibe, alter, Olanj ju geben 522. (Seife o^ne Poften Ijerjuftetten 523. «Seife für Seibemvcifdje. 524. (Seife juni SluSftopfen. 525. Senf, fran^öfifdjer in glafdjen. 526. Schlinge ber S^inefen. 527. <Silberfad)en ju pu(jen. 528. Siegellad ju madjen. 529. Spargelbeete ju verjüngen. 530. Spargel großen, ju jieljen. 531. Spargel, neue iiultur. 532. Spargel §u fodjKt. 533. Spargeb©üngung. 534. Sped oljne Öefa^r an^ubra= ten. 535. Sperlinge ju vertreiben. 536. Speifen, üerfaljene, genießbar jn madjen 537. Speifen vor SDläufen ju be= magren. 538. Spiegel ju pufjen. 539. Spinat, ein Vortrefflicher. 540. Spinne als Söetterprop^etin. 541. Spi^en 311 ivafdjen. 542. Springen eiferner glatten jh Verljü en. 543. Stadjclbeerivein ju bereiten. 544. Stadjelbeerraupen ju vertilgen. 545. Staljl vor 3€oft ju fdjüfcen. 546. Staljlfebern rein ju galten. 547. Starte ju vcrbeffern. 548. Starte, farbige. 549. Stärfeme^l jn bereiten. 550. Steinpergament, engl. p ma» djen. 551. Stiefeln nmfferbidjt ju machen. 552. Sticfelividjfe o^ne SdpvefeU fäure. 553. Stiefeljdjmiere. 554. Stief elf o^(en=Sd)iniere. 555. Stiere, IjalSftarrige, ju bänbi« gen. IX 556. Stidmufterpulver. 557. Stodfifdjgerud) ju vertilgen. 558. Stroh ju färben. 559. Strohbädjer unverbrennbar. 560. £abad, reinen, jü bereiten. 561. STatgtid^ter ju verbeffern. 562. Xalglidjte, binnen berfelben ju vergüten. 563. Sfannennabeln, 58enu^ung berf 564. Sauben an benSdjlag zu ge* lüöfjnen. 565 Xeltoiver fRüben ju bauen. 566 Thee, billigen, ju bereiten. 567 jt^eerbänber gegen bieSpann« raupen. 568 St^iere au« brennenben ®e« bäuben ju bringen. 569. STifc^roein au« halbreifen Trauben. 570. Soßmerben ber $unbe ju verhüten. 571. Somato ju niadjen. 572. Jomato« als Speife. 573. Snpfpflanjen, tränten, neue« Seben zu geben. 574. Treffen zu ivaf^en. 575. Srodenlegung ber 3Rauern. 576. Sirfdje anzufertigen. 577. Sündje, vortreffliche. 578. Ungeziefer zu Vertilgen. 579. Vergiften ber £mnbe, Mittel bagegen. 580. öergolbung mit £int. 581. ®erfd)(ag ber 5ßferbe ju ljei* len. 582. SBerfdjluden ton fRüben ufm. 583. SUehfutterung betreffenb. 584. Sßieb, frembeS, ju gewöhnen. 585. ^Biehftätte, 55erbcfferung ber Suft. 586. Uögel mit ben $änben ju fangen. 587. IBagenfdpniere, fehr gute, neue. 588. SBadjSferxen au« Kartoffeln. 589. 2ßad)taffent ju machen. 390. 2Bad)ßthum ber ©bftbäume ja beförbern. 691. Sßanzen zu vertilgen 592. Wäfdje, gelbgemorbene, roei| 31t maf^eti. 593. Wajdjlauge für gefärbte Beuge. 594. Wafdjmittel für WöUen3euge unb Gantin. 595. Wafdjrecept, bag ®efte. 596. 2Bafd)ftärfe im Winter ju üerbeffern. 597. Wafferbidjte 3eu9e Ju nia* djen. 598. Waffertur für tränte £aug« t^iere. 599. Waffer talt 3a marinen ohne @ig. 600. Waffer, harteg, meid) juma» d)en. 601. WafferqueUen aufjufinben. 602. Waffer, ^Reinigung beffelben. 603. Waffer in bie £>ötje ju treiben 604. Weine alt ju machen. 605. Weine, trübe, 3U tlären. 606. Wein 311 tlären. 607. Weinbeeren ein3umad)en. 608. Weinmoft 3U üerbeffern. 609. Weintrauben auf3ubemahren 610. Wein, Übeln @erudj 3U be- nennten. 611. Wein aug Pflaumen. 612. Weinftöde ang klugen 3U jie» hen. 613. Weinftöde, erfrorene, 3U be» hanbeln. 614. Weinftöde rafd) 3U 3ie^en. 615. Weinfäffer, fteinerne. 616. Weisene (Sf,maarcn gut 3U baden. 617. Wefpenftidje, guteg Mittel ba- gegen. 618. Wetterpropheten. 619. Winterfalat aug Äürbiffen 30 bereiten. 620. Witterungg2ln3eiger im ®ar* ten. 621. Weinblätter für gute 3U üermenben. 622. Wohlgerüche, ber ©efunbhät 3iiträglid)e. X 623. SBoße unb ®arn roei§ ju ma* djert. 624. SBoUenc 3«u9e o^ne ju ivafdjen. 625. SBurmfranftjeit bet $au8* ( tfytere. 626. SBürfte, gefrorene, fdjmad^aft! ju niadjen. 627. SBürfte roo^lf^medenb ju ma- । djen. 628. SBurjeln auf^nbeina^ren. i 629. 3c^nun9en öon ober treibe. i 630. äeidjnen^apier jum $)urd)« jei^nen. 631. 3erfPrinIJen ©ierflafdjen verfjüten. ;632. £eug unüerbrennbar jn ma« djen. 633. Btmmer vafdj nnSjutrod« nen. 234. 3immerz neugemalte vom ®e* ruc^e ju befreien. 635. 3ucter * SBaffeT, mouffirex* M. 636. ^roiebetn, fe^r gre^e, jm gieren. 637. 3elgeiuäc^fe jum bringen.