GEDÄCHTNISSREDE AUF JOHANNES MÜLLER VON EMIL DU BOIS - REYMOND. AUS DEN ABHANDLUNGEN DER KÖNIGL. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN ZU BERLIN 1859. *JMWJXS\J' '‘ niedergelegt wurden. Entwickelung der Echinodermen. 119 Allein diese systematischen Arbeiten sollten diesmal nur die Vorläu- fer noch wichtigerer und tiefer reichender Entdeckungen sein. Der alte freudige Griechenruf: ©AAATTA! 0AAATTA! war damals mehr und mehr das Losungswort aller derer geworden, die mit bewaffnetem Auge neuen Formen und Verwandlungen der organischen Wesen nachspähen woll- ten. In der Mitte der vierziger Jahre begann auch Müller sich diesem Zuge anzuschliefsen. Gleich bei seinem ersten Aufenthalt auf Helgoland im Herbste 1845 stiefsen ihm bei der mikroskopischen Untersuchung des einge- brachten Seewassers einige ganz fremdartige Formen auf, die sich schlechter- dings in keiner der bekannten Abtheilungen der Thierwelt unterbringen lie- fsen. Die abentheuerlichste darunter war Pluteus paradoxus, wie Müller, „da einmal Alles einen Namen haben mufs”, dies Geschöpf wegen seiner Aehnlichkeit mit einer Staffelei nannte, über die man ein Gewand geworfen hätte. Ein zartes Kalkgerüst aus zusammenstrebenden, oben durch einen Ring verbundenen Stäben, mit thierischer Masse bekleidet, die sich bogen- und vorhangförmig von Stab zu Stab spannt; eine Wimperschnur rings um Saum und Zipfel des Gewandes, durch deren Cilien die Ortsbewegungen erfolgen; sonst nur an einer Stelle, wo der Mund zu sein schien, von Zeit zu Zeit eine deutliche Zusammenziehung: so zeigte sich dies Gebilde im Lauf eines Monates fünfmal unter kleinen Algen und Polypen, die von Steinen ab gelöst waren, und versagte vor der Hand jeden Aufschlufs über seine Her- kunft, seinen Verbleib, seine Bedeutung. Der nächste Herbst, 1846, sah Müller, sobald seine Vorlesungen es erlaubten, wieder auf dem Felsen in der Nordsee, mit dem Mikroskop dem räthselhaften Funde nachspürend, der sich auch sogleich wieder, und zwar diesmal viel häufiger, zur Untersuchung stellte. Wie grofs war seine Span- nung, als er nunmehr im Inneren des Pluteus gewisse blindsackförmige Fal- ten keimen, sich erweitern, vermehren und zu einer rundlichen, mit fünf stumpfen Fortsätzen überwachsenen Scheibe ordnen sah, welche frei über die Oberfläche des Pluteus vorragte; wie lebhaft sein Erstaunen, als die Ablagerung von Kalk in verzweigten Figuren in dem neuen Gebilde, wie sie dem Hautskelet der Echinodermen eigen ist, ihm keinen Zweifel mehr liefs, dafs er im Pluteus auf die Larve eines solchen gestofsen sei, welches sich im weiteren Verlaufe der Entwickelung als eine Ophiure erwies. 120 Entwickelung der Eehinodermen. Das Unerhörte dieser Verwandlung aber liegt darin, dafs der Pluteus, oder die Ophiurenlarve, eine vollkommene bilaterale Symmetrie zeigt, ohne eine Spur des dem Echinodermen wesentlichen radiären Typus. In der That nehmen die Arme oder Stäbe der Larve an der Bildung des Echinodermen keinen Theil, ja sie haben sogar ihrer Lage nach keine einfache Beziehung zu dessen Armen; diese und jene sind „heterolog”, und der Pluteus verhält sich, wie Müller es ausdrückt, zu dem in ihm entstehenden Seestern, wie die Staffelei zum Gemälde, oder der Stickrahmen zu der darin ausgearbei- teten Stickerei. Das Einzige, was aus dem Pluteus in das neue Wesen ganz aufgenommen wird, ist der Magen. Der Mund wird neu gebildet. Anfangs ist der neuentstandene Stern noch kleiner als der Rest des Pluteus, je mehr aber der Stern wächst, um so mehr erscheinen die Theile des Pluteus nur als Anhänge desselben, bis die letzten Spuren, die frei am Stern hervorragenden Kalkstäbe der Staffelei, endlich auch verloren gehen. Die Uranlage des Sternes, die Staffelei der Larvengestalt mit sich herumschleppend, widerstrebt schon durch die Bewegung der Saugfüfschen jeder Lage auf dem Glase, wo- bei diese nicht gegen das Glas gerichtet sind, und stellt mit ihrer Hülfe die natürliche söhlige Lage her. Nachdem einmal Müller die allgemeinen Züge der Metamorphose eines Echinodermen erfafst hatte, gelang es ihm sofort bei seinen mikrosko- pischen Fischzügen noch andere Echinodermen-Larven zu erkennen, und auch diese bis zu ihrer Umwandlung in unzweifelhafte Echinodermen zu verfolgen. Zuerst glückte ihm dies mit einer Form, die noch einige Aehnlichkeit mit dem Pluteus hat, nur dafs sie, statt einer Staffelei, einem auf vier Füfsen ste- henden Uhrkasten gleicht, von dessen hinterer Seite das Mundgestell als Pendel herabhängt, und dafs, zu den Wimperschnüren, mit sehr langen Gilien besetzte Wimperepauletten hinzukommen. An einer der Seiten des Ka- stens, wo das Zifferblatt nicht sein würde, keimt, sonst dem Zifferblatt vergleichbar, diesmal das radiäre Echinoderm. Es wird daraus ein Seeigel, wie Müller sogleich errieth, mit Bestimmtheit jedoch erst im folgenden Herbste, 1847, ausmachte, wo er am Sund in Helsingör seine Beobach- tungsstätte aufschlug. Hier wurde wieder eine neue Larve ohne Kalkstäbe beobachtet, die Müller wegen ihrer coquett geschwungenen Wimperschnüre vorläufig die Roccoco-Larve von Helsingör nannte, und aus der eine Asterie wird, was Entwickelung der Echinodermen. 121 sich folgendermafsen ergab. Schon im Jahre 1835 hatte der um die Kennt - nifs der niederen Thiere hochverdiente schwedische Pfarrer, unser Cor- respondent Hr. Sars, bei Florö ein polypenartiges, an dem einen Ende mit vielen Armen, an dem anderen mit zwei Lappen oder Flossen versehenes Seethierchen angetroffen, an dessen ersterem Ende ein Seestern befestigt war, weshalb er das Thier, welches er unter die Akalephen setzte, Bipin- naria asterigera nannte. Lange war diese Beobachtung ganz räthselhaft geblieben. Da sah man eines Tages, im October 1846, den Hafen von Ber- gen so von Salpen und Bipinnarien wimmeln, dafs man nicht ein Glas Seewasser schöpfen konnte, welches nicht eine Menge dieser Thiere enthielt. Die Hrn. Koren und Danielssen benutzten dies um zu zeigen, dafs sich aus der Bipinna- ria wirklich ein Seestern entwickelt.149 An zwei Weingeistexemplaren, die eben- daher rührten, gelang wiederum Müller der Nachweis, dafs Bipinnaria eine höhere Entwickelungsstufe der Roccoco -Larve von Helsingör sei, wodurch deren endliches Schicksal aufgeklärt ward. Der Seestern erscheint hier „am „obern Umfang des Körpers der Larve, über den Armen, so wie man die „Himmelskugel auf den Schultern des sternkundigen Königs Atlas vorstellt.”150 Der Herbst 1848 ging Müller, weil er Rector war, für diese Stu- dien verloren. Zwar versuchte er, da er für den Winter Urlaub erhielt, im November in Ostende das Versäumte nachzuholen, allein die Witterung war schon zu rauh. Dagegen fand er im Februar und März in Marseille die günstigste Gelegenheit, den abgebrochenen Faden wieder aufzunehmen. Abermals boten sich hier neue Larven dar, die, oberflächlich betrachtet, einem Wappenschilde mit Roccoco-Verzierungen gleichen, und wegen ihrer ohrförmigen Zipfel vorläufig Auricularia genannt wurden. Ein Theil derselben ist durch äufserst zierliche, in den Ohrzipfeln eingebettete Kalk- rädchen ausgezeichnet, wie sie, jene unbegreiflich sonderbaren Guirlanden bildend, in den Hautwärzchen gewisser Holothurien, der Chirodoten, Vor- kommen. In der That sind die Auricularien die Larven der Holothurien, wie Müller in den Herbstferien desselben Jahres 1849 in Nizza ermittelte. Die Metamorphose der Holothurien unterscheidet sich dadurch von der der Ophiuren, Asterien und Seeigel, dafs nicht wie dort eine in der Larve als Minimum angelegte Knospe sich zur Gestalt des Echinodermen entwickelt, sondern dafs die ganze Larve darin umgewandelt wird. Dies geschieht je- 122 EnlwicJcelung der Echinodermen. doch nicht in stetiger Art, sondern auf das bilaterale Larvenstadium folgt hier ein zweites wurmförmig radiäres Stadium, worin die fäfschenförmige Ho- lothurien-Larve Wimperreifen nach Art der Anneliden-Larven besitzt. Von den vier grofsen Abtheilungen der Echinodermen, von denen Müller die Sipunculiden ausschliefst, blieben nun noch die Krinoiden auf ihre Entwickelung zu untersuchen übrig. Dies selber zu thun war Müller versagt, weil die Entwickelung der Comatulen in den Juli fällt, wo seine Vorlesungen ihm nicht erlaubten das Meer aufzusuchen. Hr. Wilhelm Busch, der Müller’s Begleiter auf mehreren Reisen gewesen war, über- nahm es, an den Küsten des atlantischen Oceans, zu Kirkwall auf den Ork- neys und zu Malaga, diese Lücke auszufüllen. Durch ihn erfuhr Müller, dafs die Larven der Comatulen gleich denen der Holothurien, aber äufserst rasch, das Stadium der bilateralen Form durchlaufen, um in das der Pup- penform mit Wimperkränzen einzutreten.151 Als Müller die Verwandlung des Pluteus beschrieb, waren erst vier Jahre verflossen, seit Hr. Steenstrup eine Anzahl theils neuer, theils bis dahin verschieden gedeuteter oder wenigstens nicht mit einander vergliche- ner thierischer Verwandlungen unter den fruchtbaren allgemeinen Gesichts- punkt des Generationswechsels zusammengefafst hatte. Beim ersten Blick erschien die Umwandlung des Pluteus in die Ophiure oder den Seeigel als ein neues Beispiel des Generationswechsels. Der geschlechtlich erzeugte bilaterale Pluteus erzeugt als SxEENSTRUp’sche Amme durch innere Knospung das radiäre Echinoderm, aus dem wiederum geschlechtlich die bilaterale Enkelgeneration hervorgeht u. s. f. Ebenso bei den Bipinnarien oder Roc- coco-Larven der Asterien. Während aber Andere die Sache unbedenklich so ansahen, hielt Müller zurück, und sprach sich, was damals fast ge- schraubt scheinen konnte, nur dahin aus, „dafs die Metamorphose der Echi- „nodermen der Larvenzeugung oder der geschlechtslosen Knospenzeugung „beim Generationswechsel verwandt sei .... Das Echinoderm entsteht als „eine Knospe, als ein sehr Kleines in dem Leibe der Larve, es wird ein neues „Wesen angelegt, genährt, ausgebildet; aber aufser dem hier offenbaren „Generationswechsel kommt etwas vor, welches unter das Princip der Me- tamorphose gehört und nicht unter das Princip des Generationswechsels. „Das durch Knospe entstandene neue Wesen umwächst den Magen und „Darm des alten. ... Es geschieht also mit Magen und Darm, was mit Entwickelung der Echinodermen. 123 „den meisten Organen, nicht allen, bei der Verwandlung des Frosches ge- schieht, dafs sie in die neue Form mit hinübergenommen werden.. Und da- „mit ist bewiesen, dafs das Princip der Metamorphose ebenso unverkennbar „hei der Entwickelung der Echinodermen auftritt, als das Princip des Ge- nerationswechsels.”152 Diese Auffassung des Vorganges, die sich schon in Müller’s ersten Abhandlungen findet, erhielt ihre Bestätigung durch die Entwickelung der Holothurien und Krinoiden, deren Verwandlung sich von der einfachen Metamorphose so wenig entfernt, dafs sie einen Uebergang dazu bildet, wie andererseits die Verwandlung der Seeigel und Seesterne einen solchen zum ächten Generationswechsel darstellt. So bewährte sich hierMüLLERS wraehsames, vorzeitigen Verallgemeinerungen abgeneigtes Urtheil. Müller’s Beobachtungen über die Entwickelung der Echinodermen mufs man sich nicht so vorstellen, als habe er alle die beschriebenen Pha- sen, oder auch nur einen Theil davon, am nämlichen Individuum gesehen. Dazu taugen diese ebenso zarten als zierlichen Organismen nicht, da sie schon nach mehrstündiger Beobachtung absterben und zerfliefsen. Son- dern es wurden sehr viele Individuen auf verschiedenen Entwickelungs- stufen, wie sie sich in derselben Jahreszeit immer zugleich im Meer- wasser finden, beobachtet und gezeichnet, und dadurch die ganze Reihe der Entwickelungsstufen festgestellt. Die oft prachtvoll gefärbten Echinodermen-Larven schwärmen, bei stillem und mildem Wetter, das allein zu ihrem Fange geeignet ist, durch ihre Wimpern getrieben, diePluteus mit denFiifsen der Staffelei oder des Uhrkastens voran, an der Oberfläche des Meeres umher. Der Fang wurde bewerkstel- ligt, indem Müller im Ruderboot in die hohe See hinaus- und zurückfuhr, welches ein feines Netz an Stangen mit sich schleppte. Indem das Was- ser das Netz durchströmt, sammelt sich im Netze der sogenannte Auftrieb in um so gröfserer Menge an, je schneller und länger die Fahrt. Der Auf- trieb wird in einem Gefäfs mit Seewasser heimgebracht, und die Aufgabe ist nun, die zarten mikroskopischen Formen darin ohne Verletzung auf- zufinden, auf den Objectträger zu bringen und auf diesem zu handhaben, wozu Müller, im Laufe seiner langen Untersuchungen, verschiedene Kunstgriffe erfand. Die Larven sind nur ausnahmsweise, wie die Bipinnarien, so grofs, dafs sie eine Behandlung mit der Secirnadel unter der Lupe gestatten. Sie 124 Entwickelung der Echinodermen. sind aber im Leben glücklicherweise so durchsichtig, dafs ihr innerer Bau mittels des Mikroskopes bei durchfallendem Lichte erkannt werden kann. Die Ausbeute an Echinodermen-Larven, welche das Fischen mit dem feinen Netze am Ruderboote gewährt, ist sehr veränderlich. Manche Tage und selbst Wochen bringen gar nichts oder nicht das Gesuchte, und dann kommen wrieder Tage an denen der Auftrieb so reich ist, dafs der Tag zu kurz ist um das Material zu verarbeiten. Die künstlichen Befruchtungen lei- sten zwar gute Dienste für die jüngeren Stadien des Larvenlebens, ja sie sind unentbehrlich um die ersten Vorgänge der Entwickelung zu beobach- ten und die Species festzustellen, denen bestimmte Larven angehören. Al- lein dies Verfahren schlägt nicht nur häufig fehl, sondern da es trotz allen Wasserwechsels nicht gelingt die Larven weit genug aufzuziehen, so ist das- selbe auch für die Metamorphose in das Echinoderm und die späteren Sta- dien des Larvenlebens überhaupt nicht anwendbar. Nimmt man hinzu dafs, wie schon bemerkt, bei stürmischer See die Larven nicht zu haben sind, und dafs Müller, tief im Binnenlande lebend, nur eine kurze und nicht immer die günstigste Zeit des Jahres zu diesen Arbeiten benutzen konnte, so kann man ermessen, wie viel Hingebung, Geduld und Ausdauer er hat auf- wenden müssen, um, wie Hr. Huxley von ihm sagt, zugleich der Columbus und der Cortez dieses neuen Gebietes zu werden; um die neue Welt nicht blofs zu entdecken, sondern sich auch sogleich aller ihrer Schätze zu be- meistern.153 Von einer Anzahl besonderer Entwickelungsformen, die theils von Müller, theils von Anderen, als verschiedenen Echinodermen-Gattungen an- gehörig erkannt wurden, kann hier nicht die Rede sein. Wie mannigfach alle diese Formen, der Pluteus, die Bipinnaria, die Auricularia, die Bra- chiolaria, die Tornaria, u. s. w. an sich und in ihren Abarten erschienen, es gelang Müller eine Grundform anzugeben, aus der sie alle vermöge grad- weiser Veränderungen in etwas verschiedenem Sinne abgeleitet werden kön- nen, und so einen allgemeinen Plan in der Entwickelung der Echinodermen aufzudecken. Dieser früh, schon bei den ersten Helgoländer Beobachtun- gen, erkannte Plan setzte ihn in Stand, in dem Gedränge neuer pelagischer Geschöpfe, das ihm nicht selten der Auftrieb im feinen Netze darbot, die Echinodermen-Larven sogleich von den übrigen schwärmenden Thierformen von noch unbekanntem Endziel zu unterscheiden. Deren Bau, Homologieen und fossile Formen. 125 Wie aber die Bildungsgeschichte überall der sicherste Weg ist, um in das Verständnifs der Formen einzudringen, so wurde Müller durch diese Untersuchungen zugleich tiefer als irgend einer seiner Vorgänger in den Bau und in die Homologieen der Echinodermen eingeweiht. Die Anatomie dieser Thierclasse nennt er selber, dem an Erfahrung auf den verschieden- sten Punkten des Thierreiches sich nur Wrenige an die Seite stellen dürfen, den schwierigsten Theil der vergleichenden Anatomie. „Wer jemals ver- bucht hat eine Holothurie zu zergliedern,” sagt Hr. Hüxley, „wird sich des „Gefühls von Verzweiflung erinnern, womit er die verschlungene, schleimige, „ausgeweidete Masse betrachtete, die nur zu oft der Lohn all seiner Mühe und „Vorsicht war.”154 Aber Müller drang auch hier durch, wo ja schon lange vor ihm Hr. Tiedemann ein Denkmal deutscher Tüchtigkeit errichtet hatte. Die Bedeutung und Entstehung des Steincanals und der Madreporenplatte erklä- ren ; die Kenntnifs des Wassergefäfssystemes vervollständigen; die Urform eines Echinodermen angeben, aus der sich die Typen aller vier Abtheilungen entwickeln lassen, und die radiäre Gestalt des Echinodermen mit Hülfe ge- wisser Merkmale auf eine bilateral symmetrische zurückführen: das sind einige der Aufgaben, die vor ihm bereits den Scharfsinn manches Naturfor- schers geübt hatten, und die in erschöpfender Weise zu lösen, jetzt Mül- ler’s Ausdauer und Combinationsgabe Vorbehalten war. Eine mit Dinte bemalte Orange, die er stets bei sich trug, diente ihm, um das auf die ideale Kugelgestalt reducirte oder mittlere Echinoderm, mit seinem Mund- und Apical-Pol, seinem Bivium und Trivium und Afterfeld zu versinnlichen; da er denn durch passende Drehungen aus dem Echinus, den die Orange bei senkrechter Stellung ihrer Axe vorstellte, vor unseren Augen die ver- schieden orientirten Gestalten der Spatangoiden und Holothurien werden liefs. Hatten diese Untersuchungen, in ihrer ersten Entstehung, einen Be- zug auf untergegangene Thiergeschlechter gehabt, so wurde Müller auch im Laufe derselben wieder vielfach auf die Vergleichung fossiler Echino- dermen hingewiesen, von denen der Eifeier Kalk eine ergiebige Fundgrube ist, deren Schätze ihm durch seine Rheinischen Jugendfreunde unaufhör- lich zuflossen. Der letzte Vortrag Müller’s in der Akademie, den er in der Classensitzung am 1. März d. J. hielt, betraf neue Krinoiden und Echi- niden aus der Rheinischen Grauwacke und dem Eifeier Kalk. 126 Die Erzeugung von Schnecken in Holothurien. In Müller’s Arbeiten über die Ecbinodermen mitten hinein fällt eine wissenschaftliche Episode von ungewöhnlichem Interesse, die einen um so gröfseren Wiederhall gefunden hat, je mehr damals die Blicke aller Mor- phologen und Physiologen auf die sich unter Müller’s Händen entfaltenden Wunder der Metamorphose der Echinodermen gerichtet waren. Jedermann erräth, dafs von der Erzeugung von Schnecken in Holothurien die Rede sein soll. Schon während der Osterferien 185 t hatte sich Müller in Triest be- schäftigt mit einer im feinen Schlamm der Bucht von Muggia in 6 — 8 Faden Tiefe sehr häufig vorkommenden Holothurie von der Gattung Synapta Escuscn., so genannt, weil zahllose mikroskopische Doppelhaken aus Kalk, die genau die Gestalt eines Schiffsankers haben, ihre Haut kletten machen. Die Art, um die es sich hier handelt, heifst Synapta digilata. Das Thier ist wurmförmig, seine Leibeswandungen sind durchscheinend, im vorde- ren Theile mennigroth. Es besitzt die sonderbare Eigenschaft, dafs ein jedes Stück, an dem noch der unverletzte Kopf sitzt, sich bei unsanfter Berührung, wie Rumpelstilzchen im Märchen, selbst zerbricht; daher man die Synapta nie ganz zu sehen bekommt, sondern die mittlere Länge des Thieres nach der Zahl der Kopf- und Schwanzenden schätzen mufs, die zu der Gesammtlänge gehören, welche man durch Aneinanderlegen aller in einem Fange erlangten Bruchstücke erhält.155 Die Synapta ist, nach Hrn. de Quatrefages’ Entdeckung, herma- phroditisch; da sonst bei den Echinodermen die Trennung der Geschlech- ter Regel ist. Im Frühling hatte Müller die Zwitterdrüse oder den Keim- schlauch der Synapten von den gelben Eiern strotzend verlassen. Mitte August nach Triest zurück gekehrt, erwartete er nach Hrn. de Quatrefages’ Angabe die Bildung der Spermatozo’iden aus den kleinen Zellen des Keimschlauches erfolgen zu sehen. Statt dessen fand er bei einer Sy- napta einen Keimschlauch von ganz abweichender Bildung, der auch Eier von ganz fremdartiger Beschaffenheit enthielt, und kaum hatte er sich dies so ausgelegt, als habe sich Hr. de Quatrefages doch vielleicht in dem Her- maphroditismus dieser Holothurien getäuscht, als ihm Mathias Frusing, der Zaoleser Fischer, eine Synapta brachte, bei der derselbe unregelmäfsige Keimschlauch lauter Blasen mit wohlgebildeten jungen Schnecken enthielt. Zwischenformen wurden auch bald beobachtet, und es ward gewifs, dafs Das Thatsächliche. 127 die Schnecken sieh in jenem Schlauche aus Dottern entwickeln, die durch Samen befruchtet werden, welcher sich gleichfalls in dem Schlauche gebildet hat. Das eine Ende des Schlauches steht mit dem einen Darmgelafs der Sjnapta in einer höchst sonderbaren organischen Verbindung, das andere, offene hängt in der grofsen Mehrzahl der Fälle frei in die Bauchhöhle hinein. In dem Schlauch stecken die Schneckeneier und die Samenkapseln wie der Schufs, Pulver und Schrot, im Laufe des Gewehrs, die Eier mehr nach der Anheftung am Darmgefäfs, die Samenkapseln mehr nach dem freien Ende des Schlauches hin. Die gereiften und frei gewordenen Spermatozo'i- den befruchten die Schneckendotter, welche sich zu furchen beginnen, und dann in der Entwickelung fortschreiten, ganz wie sie von anderen Schnecken bekannt ist. Die sich entwickelnden Schnecken, anfangs zu mehreren in Blasen eingeschlossen, die sich um einzelne Gruppen befruchteter Dotter bilden, rücken dem freien Ende des Schlauches zu. Die Schnecken sind eben mit blofsem Auge sichtbar. Sie haben eine spiralige, i Linie lange Kalkschale von anderthalb Windungen, und stehen der Gattung ISa- tica am nächsten. Auch die stecknadelförmige Gestalt der Spermatozoiden weist auf die Abtheilung der Gasteropoden, die Pectinibranchier, hin, denen diese Gattung angehört. Durch Eine solche Tracht kommen gegen 2400 Schnecken in die Welt. Diese Schnecken nannte Müller vorläufig, auf ihren wunderbaren Ursprung anspielend, Entoconcha mirabilis. Also Schnecken werden erzeugt in Holothurien; ein Weichthier in einem Strahlthiere. Es ist nicht anders, als ob ein Wirbelthier, etwa eine Maus, ein Gliederthier, etwa einen Schmetterling, erzeugte; es wräre im Ver- gleich dazu etwas Natürliches, von selbst Verständliches, brächte eine Aeffin, und zwar durch unbefleckte Empfängnifs, ein Menschenkind zur Welt. Ein jeder Anatom und Phjsiolog würde wohl, gleich Müller, verwirrt und ge- peinigt, angezogen und abgestofsen zugleich, vor diesem Ereignifs gestanden haben. Der Eindruck davon war, wie er selber berichtet, „keineswegs jene „freudige Aufregung, welche einen fruchtbaren Blick in die Natur oder die „Entdeckung einer verständlichen und Verständnifs bringenden Thatsache „zu begleiten pflegt, vielmehr war der erste und bleibende Eindruck beun- ruhigend, verwirrend und demüthigend zugleich. Ich fühlte im voraus, „dafs es mir die längste Zeit nicht, oder vielleicht niemals gelingen würde „dasjenige zu verstehen, wras das Zeugnifs der Sinne täglich vorführte. Es 128 Die Erzeugung von Schneeigen in Holothurien. „wurde auch nöthig, die zierlichen pelagischen Larven und die seit vielen „Jahren geübte und gepflegte Fischerei bei Seite zu legen und die ganze „Kraft dem neuen Gegenstände zu widmen.”156 Zwei Monate stand er so „Schildwacht bei der Hexerei von Schnecken,” wie er es nannte, und vielfach waren die Gedanken, die er sich diese Zeit über durch den Sinn gehen liefs. Er fühlte den Boden unter seinen Füfsen beben, dem er die Mühen seines halben Lebens anvertraut hatte. Er sah bereits im Geiste das Gebäude der zoologischen Systematik, an dessen Aus- bau er sich so eifrig betheiligt, erschüttert und durch tiefe Risse gespalten. Denn obschon von der Physiologie zur Zoologie herübergekommen, kann man nicht anders sagen, als dafs Müller einfach den Grundsätzen der herr- schenden zoologischen Schule huldigte, ohne dafs sich in seinen Schriften, wie man es wohl erwarten könnte, eine kritische Begründung seiner zoolo- gischen Forschungsgrundsätze, oder auch nur eine Spur davon fände, dafs er mit sich selber darüber in einem, irgendwie vermittelten Streite gelegen. Müller lehrte die Bestimmung der Art als des Inbegriffes der In- dividuen verschiedenen Geschlechtes, die mit einander eine fruchtbare, und der Gattung als des Inbegriffes derer, die miteinander eine unfrucht- bare Nachkommenschaft erzeugen. Es störte ihn aber anscheinend nicht in dem Glauben an die principielle Bedeutung seiner systematischen Operationen, wenn man ihm bemerklich machte, dafs für die ungeheure Mehrzahl der von den Zoologen und Palaeontologen gebildeten Gattungen und Arten nicht nur der Versuch nicht angestellt, ja nicht einmal anstellbar sei, ob dieselben jener Begriffsbestimmung entsprächen, sondern dafs auch beim Aufstellen der Gattungen und Arten weder er selbst noch sonst Je- mand daran denke, ob die trennenden Merkmale wohl zur Anzeige dienen könnten, dafs diese und jene Thiere fähig seien oder nicht, sich miteinander fruchtbar zu begatten, oder eine fruchtbare Nachkommenschaft zu erzeu- gen, und dafs die Bedeutung der Gattungen und Arten ganz verschieden ausfalle bei den scharf ausgeprägten Säugethieren z. B. und den unmerklich fein abgesluften Vögeln oder Insecten. Die Discontinuität im System, die darin liegt, dafs dessen höhere Gruppen, die Familien, Ordnungen u. s. w. einer physiologischen Begründung entbehren, wie sie durch jene Begriffs- bestimmung für die Arten und Gattungen gegeben ist, kümmerte ihn schein- bar nicht. Müllers allgemein -zoologische Anschauungen. 129 Müller lehrte ferner die Unwandelbarkeit der Species, und das palae- ontologische Dogma von den schubweise in die Welt gesetzten Schöpfungen. Es liefs ihn unerschüttert, wenn man zur Sprache brachte, dafs wir aus der Uebereinstimmung auch der ältesten Thiermumien aus den Nekropolen des Nilthals mit den heutigen Thieren derselben Species, ebensowenig auf die Unwandelbarkeit der Species schliefsen dürfen, als aus dem Bogendifferen- tial einer Curve auf die Natur derselben. Es rührte ihn nicht wenn man ihm vorhielt, dafs, was unsere Sammlungen uns von untergegangenen Thier- geschlechtern erzählen, sich zu dem, was einst wirklich gelebt hat, kaum so verhalten dürfte, wie was in unseren Museen von den Kunstschätzen des Alterthumes geborgen ist, zu dem was die Strafsen und Hallen Rom’s und Hellas’ einst wirklich geschmückt. Endlich, da Müller Zeuge gewesen war des Falles der scheinbar letzten Bollwerke der Lehre von der Urzeugung, so waren auch in Rück- sicht hierauf seine Ueberzeugungen festgestellt, und es irrte ihn nicht, wenn man ihm zu bedenken gab, dafs die berühmten Versuche der Hrn. Fr. Schulze,157 Schwann158 und Helmholtz159 doch im Grunde nur bewiesen, dafs in diesen wenigen Fällen, mit wenigen Grammen Substanz, im Laufe weniger Wo- chen kein organisches Wesen entstanden sei, nicht aber, dafs sich nicht im Laufe von beliebig vielen Millionen Jahren, und mit der sonnedurchglühten Oberfläche des Erdballs zum Laboratorium, dies rätselhafteste aller Ereig- nisse habe zutragen können. Genug, wie Müller in den einzelnen Organismen Kräfte walten liefs, die der unorganischen Natur fremd seien, so war er auch in der Schöpfungs- geschichte zur Annahme von Kräften geneigt, welche der heutigen Natur fremd geworden wären; und Sir Charles Lyell’s Princip des „Actualismus”160 aus der Entstehungsgeschichte der unorganischen auch in die der organischen Welt zu übertragen, lag seinen Ueberzeugungen, seinem Bildungsgänge, vielleicht seiner Natur fern. In den verschiedenen Thierformen glaubte Müller nicht allein, was das physiologische Interesse daran ist, die verschiedenen Arten kennen zu lernen, wie die bildende Natur das Problem einer durch Oxydation von Eiweifskörpern, Kohlehydraten und Fetten betriebenen, empfindenden und der eigenen Vervielfältigung fähigen Kraftmaschine löst. In der Systematik sah er nicht blofs ein unentbehrliches Fachwerk, wodurch allein die Uebersicht der zahllosen Thiergestalten möglich wird. Indem 130 Die Erzeugung von Schnecken in Iloloihurien. er den Verwandschaften der Thiere nachging, hatte er nicht im Sinne, wie wenn man in einem unbekannten Familienkreise die Gesichter mustert, den Grund für einen künftigen Stammbaum des Thierreiches zu legen. Son- dern im natürlichen System der Thiere, wie dessen Ideal ihm vorschwebte, forschte Müller, mit voller Ueberzeugung, dem allgemeinen Plane nach, den die schaffende Macht von Anbeginn der organischen Welt, von jenen ersten Bryozoen, Krinoiden, Nautileen, Trilobiten, Placoiden unseres noch jungen Planeten an, bis in die menschenbelebten Tage der Jetztwelt ver- folgt habe. Dieser in sich geschlossenen, über das Unerklärliche beruhigten, an dem sauberen Zurechtlegen des Verständlichen sich erfreuenden Orthodoxie tritt nun plötzlich jenes Unerhörte entgegen, wie der Wittenberger Philo- sophie der Geist des Dänenkönigs. Schnecken in Holothurien erzeugt; ein Weichthier in einem Strahlthiere, scheinbar in einem eigens dafür bestimm- ten Organe des Strahlthieres zwar geschlechtlich, doch ohne Begattung, ge- boren : so erschien das Phaenomen beim ersten Anbliek, und so stellte es sich dem unbefangenen Beobachter stets von Neuem und selbst dann noch dar, als, was erst in Berlin an mitgebrachten Weingeistexemplaren glückte, in zwei Synapten der „Schneckenschlauch” zugleich mit dem ge- wöhnlichen Keimschlauch dieser Thiere gefunden, und dadurch, ein erheb- licher Fortschritt, bewiesen worden war, dafs die Geschlechtswerkzeuge der Sjnapta in keiner Beziehung zur Schneckenerzeugung stehen. Sollte dies eine Art sein, fragte sich Müller, wie die Natur neue Thiergeschlechter in’s Dasein ruft? „Sie entständen nicht in der Luft und „nicht im Schlamm des Meeres, sondern in einem Organ ad hoc innerhalb „eines schon vorhandenen Thiers, also durch einen schon vorhandenen or- ganischen Werkmeister, der zwar in seinem eigenen Dienste Gleiches aus „Gleichem erzeuge, aber auch im Dienste einer höhern Gesetzgebung in die „Geschichte der Schöpfung nach Gesetzen eingreife, die für jetzt noch un- „sern Blicken entzogen sind.” 161 Aber es ist noch eine andere Möglichkeit da. „Vergleichbar dem „Schild des Gottfried, welcher die Zaubereien der Armida löste, mufs der „Schild des Generationswechsels und der Metamorphose jedem scheinbaren „Zauber der Natur hartnäckig entgegengehalten werden, so lange eine Spur „von Hoffnung ist, ihn zu lösen . . . Wir sind schon auf diesem Felde an Verschiedene Erklärungsversuche. 131 „viel Wunderbares gewöhnt, welches sich doch demselben Gesetze fügen „mufs und wir mufsten noch auf starke Stücke gefafst sein.”162 Also man hätte sich, um dieser Vorstellungsweise einen bestimmten Gehalt zu geben, z. B. zu denken, dafs der Schneckenschlauch, durch Knospung entstanden, gleich- sam den Vorkeim, wie ein solcher bei den Moosen und Farren vor- kommt, für die Erzeugung der Schnecken liefere, dafs die Schnecken wieder Holothurien zeugen u. s. f. Allein wie man sich auch wende, es bleiben bei dieser Deutung der Schwierigkeiten unzählige, und ge- wonnen ist so gut wie nichts: das zoologische System würde auch so auf das Tiefste erschüttert, da Holothurien und Schnecken nicht, wie z. B. die Meduse und ihre polypenartige Slrobila, demselben Typus angehören. Was Schnecken erzeugt, sagte zuletzt Müller, mufs schlechterdings selbst eine Schnecke sein. Es kann nichts helfen, der Schneckenschlauch ist eine wurmförmige geschlechtsreife verlarvte Schnecke, nicht Schnecken- larve, welche von der Schnecke Alles abgelegt hat: Sinnesorgane, Fufs, Leber, After, Herz und Gefäfse, den Bau der Geschlechtstheile der Ga- steropoden und Mollusken überhaupt; welche in die Holothurie in ir- gend einem Zustande irgendwie eingedrungen ist; welche stets dieselbe An- heftungsstelle an dem einen Darmgefäfs findet, damit in der sonderbarsten Weise verwächst, und die Lebensart der Schnecken verläugnend, vom Blut der Holothurie zehrt. Stellt man sich die Dinge in dieser Art vor, so ist Alles gerettet: man hat es nur noch mit einer neuen Art von Parasitismus zu thun. So abenteuerlich ist indefs die Vorstellung der dergestalt reclucirten Schnecke, und so unbegreiflich vor Allem der Umstand, dafs dieselbe, selbst wenn man sie sich bereits in die Leibeshöhle der Synapta gelangt denkt, stets jene nämliche Anheftung am Darmgefäfs sollte finden können, dafs Müller in seiner ersten Mittheilung, vom October 1851, diese Erklä- rung kaum anzudeuten wagte. Allmählig indefs trat dieselbe bei ihm mehr in den Vordergrund, zum Theil vielleicht, weil andere Zoologen, mit gänzlicher Verwerfung der beiden ersteren Deutungen, und unbekümmert an die unsäglichen Dunkelheiten auch dieser letzteren, sich entschieden da- für aussprachen; hauptsächlich aber, weil, wie bemerkt, dies die einzige Vorstellungsweise ist, bei der die Zoologie der Gefahr eines Umsturzes ihrer Grundsätze und der daraus entspringenden Verwirrung entgeht. 132 Eie Erzeugung von Schnecken in Ilolothurien. In dem Werke; ,, Ueber Synapta digitata und über die Erzeugung von Schnecken in Holothurien\ dessen Vorrede vom August 1852 ist, läuft die Darstellung auf diesen Compromiss mit dem Unbegreiflichen hin- aus. Der aufserhalb des zoologischen Interesses stehende Leser kann jedoch nicht umhin zu bemerken, dafs die bevorzugte Hypothese kaum weniger als die beiden anderen zur Classe derer gehört, die in den theoretischen Na- turwissenschaften nur sehr ungern gemacht werden und eines sehr geringen Ansehens geniefsen, nämlich derer, welche eine Erscheinung aus Gründen ableiten, die lediglich aus den zu erklärenden Wirkungen erschlossen sind. Es ist hier nicht der Ort, und ich würde mich nicht für berufen halten, die Fälle von Reduction der Thierformen und von Parasitismus näher zu erörtern, welche der ungenannte Berichterstatter in den Annals of Natural History für geeignet hält,163 dem Parasitismus der Entoconcha fast alles Auffallende zu nehmen. Meines Amtes ist nur, Johannes Müller’s wei- teres Verhalten diesem Gegenstände gegenüber zu schildern und dessen Deu- tung zu versuchen. Sonderbar genug: er, der mit höchster Spannung und glühendem Forschungsdrang im Herbste 1851 die Kenntnifs der Thatsachen bis zu dem bezeichneten Punkte geführt, der mit einer Art von Verzweiflung hier nach Licht gerungen, hat keinen weiteren Versuch gemacht, um für eine der aufgezählten Möglichkeiten entscheidende Gründe zu entdecken. Zwar be- gab er sich, im Herbste 1852, abermals nach Triest, jedoch, wie es scheint, nur, um seine Untersuchungen über die Entwickelung der Echinodermen fortzusetzen. Die Synapten mit ihrer unheimlichen Brut wurden ziemlich oft wiedergesehen. Aber von dem Wald von Köpfen, den ihm, sollte man meinen, diese Hydra, jeden Kopf eine Frage, entgegenhielt, hat er auch nicht einen mehr herabgeschlagen. Kommen die Schnecken aufserhalb der Synapta frei im Schlamme vor? Was sind ihre Schicksale? Wovon leben sie? Wie und was zeugen sie? Was ist die Geschichte des Schnecken- schlauches? Wie entsteht, wie vergeht er? Was sind die Mittelformen zwischen den fast mikroskopischen Schnecken und dem mehrere Zoll langen Schlauche, der angeblich verlarvten Schnecke? Wie gelangen die Schnek- ken in die Synapta? Wie aus der Synapta ins Freie? Oder bleiben sie in der Synapta, und was sind dann ihre Schicksale? Was lehrt die Erfah- rung über die gleichartige Synaptenbrut? Und so fort ins Grenzenlose. Compj'omiss mit dem Unbegreiflichen. 133 Unzweifelhaft wird die Beantwortung vieler dieser Fragen mit ungeheuren Schwierigkeiten verknüpft sein. Allein von keiner derselben heifst es auch nur, dafs deren Erledigung versucht worden und mifsglückt sei. Man würde sich, glaube ich, täuschen, legte man Müller’s Trägheit diesen Aufgaben gegenüber so aus, als sei er von dem Parasitismus der En- toconcha jetzt so überzeugt gewesen, dafs er es für unnöthig, oder wenig- stens für unfruchtbar gehalten habe, denselben durch weitere thatsächliche Forschungen festzustellen. Die Art, wie er sich, unmittelbar vor seiner Abreise, in dem erwähnten Buche darüber ausdrückt, schliefst diesen Ge- danken aus. Die vortheilhafte Meinung, die sich innerhalb der Schule kund- gab, dafs es ihm gelungen sei, den Parasitismus der Entoconcha „im höch- sten Grade glaublich zu machen”, theilte Müller selbst nicht. Viel- mehr habe ich Grund anzunehmen, dafs er noch immer die Möglichkeit des Zutreffens einer der anderen Deutungen vor sich sah, und dafs er eine weitere Aufklärung des Gegenstandes deshalb vermied, weil seine tief erregbare Natur vor den Folgen der Thatsache zurückschreckte. Um es auszusprechen, Müller getraute sich nicht, den Schleier vom Bilde zu heben, und zog es vor, sich wieder in die ruhige, wenn auch vielleicht trügliche Sicherheit zu wiegen, deren er für den Fortbau seiner einmal begonnenen Unternehmungen bedurfte. Er fühlte sich vielleicht nicht mehr jung genug, um die, wie er argwöhnte, ihm angebotene Rolle eines Zertrümmerers der alten Ordnung zu übernehmen, wo er kaum hoffen durfte, selber noch der Hersteller einer neuen Ordnung zu sein, oder auch nur dieselbe zu erleben. Der zoologischen Schule sind solche Bedenken fremd. Ihrer Lehre gewifs, weifs sie a priori, dafs Müller, einen Augenblick vielleicht älteren phantastischen Neigungen und naturphilosophischen Gedankenwegen folgend, sich durch ein Trugbild hat irre machen lassen; dafs der Schneckenschlauch nur eine parasitische reducirte Schnecke ist. Wird sie aber nichts un- ternehmen , um den Uneingeweihten die Theilnahme an dieser Einsicht zu erleichtern? Wird man noch lange in zoologischen Handbüchern von der „sehr auffallenden rückschreitenden Metamorphose der Entoconcha „mirabilis, die bis jetzt noch ganz isolirt stehe”, als von einer ausgemachten Sache lesen, während noch Niemand ein Mittelglied zwischen den Schnecken und dem Schneckenschlauch auch nur zu beobachten versucht hat ? 134 Letzte Arbeiten Müller s. Im Jahre 1854 schlofs Müller die Untersuchungen über die Ent- wickelung der Echinodermen ab. Gleich denen über die Myxinoi'den hatten sie sich über einen Zeitraum von acht Jahren erstreckt, auf deren jedes eine Abhandlung kommt, wenn man diejenige hinzuzählt, in der Müller von dem Bau der Echinodermen überhaupt handelt. Diese Arbeiten brachten Mül- ler mehr Auszeichnung, als irgend eine seiner früheren Leistungen. Noch in demselben Jahre 1854 erhielt er die CoPLEY-Medal der Royal Society,164 und den Prix Cuvier der Pariser Akademie,165 der erst einmal, nämlich an Hrn.AoAssiz für die Untersuchungen über die fossilenFische, ertheilt worden war, und, wegen der Erinnerung an Cuvier, Müller besonders gefreut zu haben scheint.166 Im Jahre 1857 bekam Müller auch noch den Sömmering- schen Preis der Senckenbergischen Gesellschaft. Wir dürfen Müller’s Arbeiten über die Echinodermen nicht verlas- sen, ohne noch der wichtigen Beobachtung zu erwähnen, die ihm an den Eiern der Holothurien gelang. Er beschrieb daran einen, die Eihülle senk- recht durchsetzenden Canal, und diese Wahrnehmung ist nach der des Hrn. Keber die erste in der Reihe derjenigen gewesen, aus welchen sich die Lehre von der Befruchtungspforte der Eier entwickelte ; ein Fortschritt, an dem sich Müller auch noch durch die Entdeckung der zahlreichen, die Ei- kapsel einiger unserer Flufsfische durchbohrenden Porencanäle betheiligt hat. Von 1854 ab verfolgte Müller vorzüglich verschiedene pelagische Thierformen, die ihm bei seinen mikroskopischen Fischzügen aufgestofsen waren. Mehrere davon ergaben sich gleichfalls als Larven bekannter Thiere, Medusen, Planarien, Pteropoden ; in anderen dagegen, den von ihm soge- nannten Akanthometren, erkannte Müller den Thalassieollen und Polycy- stinen verwandte Organismen, welche mit jenen zusammen als radiäre Rhizo- poden den Polythalamien entgegenzusetzen sind. Die Akanthometren sind sphaeroidische, bewegungslose Massen gallertiger belebter Substanz, in wel- chen, wie die Nadeln im Nadelkissen, lange, gewöhnlich vierkantige Kiesel- nadeln stecken, die im Mittelpunkt zusammenstofsen. Sie kommen an der Oberfläche des Meeres bei Messina, Nizza, Triest überall da reichlich vor, wo das Wasser völlig rein ist. Ihre Lebenserscheinungen sind noch unbe- kannt. on diesen Geschöpfen, und den radiären Rhizopoden überhaupt, handelt Müller’s letzte, erst nach seinem Tode ausgegebene Abhandlung in unseren Denkschriften. Radiäre Rhizopoden und Infusorien. 135 Endlich hatte Müller über dem vorwiegenden Interesse an den pelagi- schen Thierformen doch auch die mikroskopische Süfswasserfauna nicht unbe- achtet gelassen, deren Unendlichkeit uns durch Hin. Ehrenberg’s Arbeiten aufgedeckt worden ist, von denen er sagte, dafs er ihrer nie ohne Leiden- schaft gedenken könne. Sein Streben, für welches er mehrere jüngere Ge- nossen warb, ging dahin, die Lebenserscheinungen der Infusorien, und die Bedeutung ihrer Organe, tiefer zu ergründen, als dies, inmitten des Andran- ges so zahlloser Gestalten, dem ersten Beschreiber möglich gewesen war, und es gereichte ihm zu grofser Genugthuung, durch Auffindung Spermato- zoi'den-ähnlicher Gebilde in der von Hrn. Ehrenberg sogenannten Samen- drüse der Stentoren eine glückliche Ahnung seines Vorgängers zu bestätigen. Aeufsere Schicksale Müller’s während der Berliner Lebensperiode. Von Müller’s äufseren Geschicken während der fünfundzwanzig Jahre, die von seiner Berufung nach Berlin bis zu seinem Tode verflossen, ist wenig zu berichten. Wie schon gesagt, das Entwerfen, das Ausführen, das Voll- enden seiner grofsen Werke, von denen immer eines das andere drängte: das sind die wTahren Ereignisse, nach denen die Abschnitte seines Lebens zu zählen sind. Denn auch die häufigen Reisen, durch die fast allein in dieser ganzen Zeit seine einförmig arbeitsame Lebensweise unterbrochen wurde, geschahen mit wenigen Ausnahmen nur im Dienste der Wissenschaft, zum Zweck des Besuchs von Museen, oder pelagischer Thierstudien. Im Jahre 1841 erhielt Müller einen Ruf nach München an Döllin- ger’s Stelle, den er gegen Zusicherung einer Gehaltserhöhung ablehnte. Dreimal ist Müller Dekan gewesen, zweimal Rector, das letztemal in dem verhängnisvollen Jahre 1848. Düsteren Muthes sah er den Sturm von Westen heraufziehen, dem er an so ausgesetzter Stelle die Stirn bieten sollte. Müller war kein Politiker. Wenn er auch den Quietismus nicht so weit trieb, wie Cuvier, der die Be- schäftigung mit der Zoologie als Mittel gegen die politische Aufregung seiner Zeit empfahl167, so war er doch wesentlich Aristokrat der Intelligenz. Er hatte ein Herz für Deutschland, und wenige haben mehr gethan als er, um auch in der Wissenschaft das deutsche Nationalgefühl zu starker Unabhängigkeit zu wecken. Aber er war vor Allem Gelehrter, und er wufste wohl, dafs es 136 Müllers Iiectorat im Jahre 1848. ein vollkommener Irrthum ist, wenn man die Blüthe der Kunst und Wissen- schaft als abhängig darstellt von dem Mafs der bürgerlichen Freiheit und der Betheiligung der Einzelnen am Staatsleben. Wie für jenen Halcyon der Fabel, mufs sich für die Wissenschaft die Woge des Staatslebens glätten, damit sie sicher nisten könne. Die erste Bedingung für die Zeitigung grofser Werke des Geistes ist die Ruhe, welche aus dem Vertrauen auf die Dauer- haftigkeit geordneter Zustände erwächst, diese mögen sonst beschaffen sein wie sie wollen, wenn sie nur mit keiner unmittelbaren Bedrückung der Gei- ster verknüpft sind. So ward, älterer Beispiele zu geschweigen, gerade die Restauration für die französische Wissenschaft die Zeit des höchsten Ruh- mes. Müller war conservativ, wie tief bedächtige Kenner der menschlichen Natur zu sein pflegen, sofern sie nicht selbst bei der Bewegung interessirt sind. Wie er in der Facultät das Bestehende zu erhalten suchte, auch wo es abgelebt ist, wie der Gebrauch der lateinischen Sprache zu Prüfungen und Gelegenheitsschriften, so sah er im Staatsleben mit Besorgnifs Neuerun- gen entgegen, von denen Niemand verbürgen konnte, dafs sie besser sein würden, als das dafür Aufgegebene. Einem Manne von Müller’s strengem Ordnungssinn war die Anarchie in der Staatsmaschine, vollends auf der Strafse, kein geringerer Greuel als unter den Präparaten des Museums oder in seiner Bibliothek. Das Berufen auf die rohen Elementarmächte der Ge- sellschaft erschien ihm als ein Preisgeben der Cultur mit allen ihren Errun- genschaften. Dazu kam sein besonderes Verhältnifs zur Regierung, gegen die er fast kindliche Verpflichtung empfand. Wras ihn aber ganz unglücklich machte, war die lange Störung, ja Unterbrechung, die, wie er mit Bestimmt- heit vorhersah, seinen Studien jetzt bevorstand. Nun war der Sturm da, und bald fand sich Müller in die schwierig- ste Lage versetzt: ohne eine andere Gewalt, als die moralische seiner Amts- würde, seines Ansehens als Lehrer und seiner Mannhaftigkeit, berufen eine feurige, im Taumel der höchsten Aufregung hin- und herwogende, den man- nigfachsten Einflüssen preisgegebene, von Parteiungen zerrissene Jugend zu zügeln und wo möglich zu leiten, der er, ein ungewohntes Geschäft, mit eigener Hand Waffen hatte austheilen müssen. Dazu ging ihm eine Gabe ab, die man doch damals an jeder Strafsenecke traf, die der leichtfliefsenden und volltönenden, wenn auch gedankenleeren Beredsamkeit, welche nach Be- dürfnifs schmeichelt, hinreifst, droht. Seine Rede hatte leicht etwas höl- Müllers Rcctorat im Jahre 1848. 137 zernes, zugeschnürtes, und der Rector zog nicht selten den Kürzeren im Kampf mit den Commilitonen auf den Rostren der Aula. Seine Qual zu erhöhen, suchten Einige, nicht einmal in der Revolution original, nach dem Schema der Vorgänge in einer anderen grofsen deutschen Hauptstadt, das Universitätsgebäude zum Mittelpunkte von Parteibestrebungen zu ma- chen. Nun sah Müller bereits im Geiste bei irgend einem Zusammenstofs, wie ihn jeder Tag bringen konnte, das Gräfslichste vollendet, die Flammen aus den Bogenfenstern der anatomischen Sammlung lodern, und unersetz- liche Schätze zerstört. Mit dem Degen umgürtet, die Arme verschränkt, finsteren Blicks, hielt er selber Tag und Nacht Wache vor der Thür der Universität; und mancher unruhige Kopf, dem nicht der Rector magnifi- cus, noch weniger der grofse Anatom und Physiolog imponirte, wich in ihm vor dem entschlossenen alten Burschenschafter zurück. Denn, wie verschieden auch die vom Parteihader verdunkelten Berichte aus jener Zeit über Müller’s Amtsführung lauten, in Einem Punkte stimmen alle über- ein: dafs, wo es galt, der Rector sich mit gänzlicher Verachtung der Gefahr zwischen das Gesetz und die dawider Anstürmenden geworfen habe ; dafs er als Mann von Muth und Ehre überall nach bestem Wissen für Recht und Pflicht eingetreten sei. Sieben Monate dauerte die Folter, als welche Müller die Reihe von widrigen Vorgängen empfand, in die er fast Tag um Tag verwickelt wurde. Doch hielt er männlich Stand, und nicht wenig bezeichnend ist, dafs er sogar in dieser Zeit noch Ruhe und Mufse zum Arbeiten gewann. In den Sommer 1848 fällt die Vollendung seines Werkes über die Zeuglodonten, und am 27. Juli dieses Jahres las er in der Akademie die zweite seiner Abhandlungen über die Echinodermen. Endlich rückte der Augenblick heran, der ihn sei- nes Amtes entband. Es war hohe Zeit, denn Müller war dem Zusammen- brechen nahe. Bei beständiger Schlaflosigkeit, schrieb er dem damaligen Mi- nister-Verweser v. Ladenberg, indem er um Urlaub für den Winter bat, fühle er sich in einen Zustand sehr grofser Abspannung versetzt, ähnlich dem in welchem er sich im Jahre 1827 befunden, und von dem er, nach jener frühe- ren Erfahrung, voraussehe, dafs es längerer Zeit zu seiner Ausgleichung be- dürfen werde. Noch am Tage des Rectorwechsels verliefs er Berlin, und ging an den Rhein, wohin es ihn immer wieder mit heimathlichen Regungen zog, später, wie schon vorher erzählt ward, an die See nach Ostende und 138 Müll Eli s ScJüffbruch. Marseille, um im Umgang mit den vertrauten Wundern der Tiefe das im wüsten Menschenzwist verlorene Gleichgewicht wieder zu gewinnen. Für seine pelagischen Thierstudien war Müller sonst, wrie bemerkt, allein auf die Ferien angewiesen. Der Abend des Tages, an dem er seine Vorlesungen schlofs, sah ihn schon auf der Eisenbahn, in Begleitung sei- ner Familie oder auch vertrauterer Zuhörer, ohne Aufenthalt dem für seine Forschungen erkornen Orte zueilen. So hat er in acht Reisen die Küsten der Ost- und Nordsee von Flensburg bis Gothenburg und Ostende, in elf Reisen die des adriatischen und Mittelmeeres von Triest bis Messina und Cette besucht. Seine letzte Reise war die im Herbste vorigen Jah- res nach St. Tropez im Departement du Var zur Beobachtung der Akan- thometren. Zweimal auf diesen Reisen gerieth Müller in die äufserste Lebens- gefahr. Am 6. August 1853, als er mit seinem Sohne und Hrn. Troschel über den Gotthard fuhr, stürzte der Wragen in der Nähe des Hospices einen steilen Abhang hinunter. Müller und seine Reisegefährten blieben unver- sehrt, ein anderer Reisender brach den Arm. In der Nacht vom 9. auf den 10. September 1855 verliefs Müller bei schönem Wetter und ruhigem Meer nebst zwei Reisegefährten Christiansand auf dem eisernen Dampfer „Norge”. Als der „Norge” etwa eine Meile in See war, rannte der heimkehrende „Ber- gen” dem „Norge” in die Seite, so dafs dieser nach zehn Minuten mit allen an Bord befindlichen Menschen, etwa neunzig an der Zahl, sank. Ueber die Hälfte davon, darunter der eine von Müller’s Begleitern, Dr. Schmidt, ertrank. Der andere, Hr. Dr. Schneider, erreichte schwimmend den „Bergen”. Mül- ler selbst, in schwerer Reisetracht, zuerst durch den Strudel des versin- kenden Schiffes in die Tiefe gerissen, kämpfte sich empor, und hielt sich theils schwimmend, theils an Trümmern, so lange oben, bis ihn das Boot des „Bergen” rettete. Das Knirschen der eingerannten Eisenwände, das Ge- prassel der mit der Feuerung zusammentreffenden See, vor Allem aber das gräfsliche Geheul des auf dem Deck zusammengeballten verzweifelnden Menschenknäuels, sind ihm lange nicht aus dem Sinn gekommen. Schon in seiner Jugend, da er beim Schwimmen im Rhein unter ein FJofs gerieth, war er mit Mühe einer ähnlichen Gefahr entronnen. Jetzt wetteiferten Aka- demie und Universität, ihm durch öffentliche Ehren ihre Theilnahme an seiner wunderbaren Rettung zu bezeugen; und wer hätte nun nicht glauben Müller s Fruchtbarkeit. 139 sollen, dafs er uns bis an die natürlichen Grenzen des menschlichen Daseins würde erhalten bleiben. Ich wiederhole es: umsonst. Nur noch sein Ende bleibt mir zu berichten übrig. Müller’s Leistungen als Ganzes betrachtet. Fafst man Müller’s Leistungen als Ganzes zusammen, so fällt daran, wie bei anderen Talenten ersten Ranges, zuerst in die Augen seine unge- heure Fruchtbarkeit. Die Zahl seiner selbständigen Schriften beläuft sich auf 20, die seiner in Sammelwerken gedruckten gröfseren und kleineren Ab- handlungen auf etwa 250. Ohne die drei neuen Auflagen des ersten Bandes der Physiologie, hat er etwa 800, Alles in Allem etwa 950 Bogen gedruckt, sämmtlich voll wirklicher, sei’s von ihm selber beobachteter, sei’s scharf beurtheilter und sorgfältig zusammengestellter fremder Thatsachen. Dazu gehören etwa 350 grofsentheils von ihm selber gezeichnete Tafeln mit Abbil- dungen. Es giebt einen Begriff von der Summe dieser Thätigkeit, wenn man sich denkt, dafs Müller von Ostern 1821, wo er neunzehn Jahr alt war, bis zu seinem Tode, d. h. 37 Jahre lang, Jahr aus Jahr ein alle sieben Wo- chen eine wissenschaftliche Arbeit von etwa 3,5 Druckbogen mit etwa 1,3 Figurentafel an’s Licht gefördert habe. Ob Müller in dieser Beziehung, wenn man seinen frühen Tod er- wägt, von irgend einem, sei’s älterem, sei’s neuerem Naturforscher über- troffen werde, möchte zu ermitteln sich nicht der Mühe verlohnen. Einzig aber steht er unter den Erforschern der belebten Natur jedenfalls da durch die Vielseitigkeit seiner Leistungen. Wie ungemein er hierin, um bei den Todten stehen zu bleiben, die gröfsten Anatomen und Physiologen der nach- hallerischen Zeit: Fontana, Spallanzani, Scarpa, John Hunter, Charles Bell, Blumenbach, Meckel, Sömmering, Rudolphi, Treviranus, Bi- chat, Geoffroy de Saint - Hilaire , Magendie, endlich auch Cuvier über- ragt, bedarf nicht des Beweises. Haller selber könnte wohl mit ihm in Ver- gleich kommen, in so fern auch er mit seinen Forschungen fast den ganzen Umfang der organischen Naturwissenschaft seiner Zeit umspannt hat; wenn nur dieser Umfang zu Haller’s mit dem zu Müller’s Zeit vergleichbar wäre. Wir haben Müller nach einander sich in der Physiologie der Bewe- gung, des Foetallebens, der Sinne; in der Zergliederung der Wirbellosen, 140 Müllers Vielseitigkeit. insbesondere der Gliederthiere; in der Entwickelungsgeschichte und der Histiologie; in der Nervenphysik und der Thierchemie; in der menschli- chen Anatomie, der Ethnographie und der vergleichenden Anatomie der Wirhelthiere; in der Physiologie der Slimme und Sprache und der patho- logischen Anatomie; in der systematischen Zoologie und der Palaeontolo- gie sich hervorthun sehen, bis ihn endlich die Erforschung der Echinoder- men und ihrer wunderbaren Entwickelung, und der wirbellosen Thierfor- men des Oceans überhaupt, mit überwiegender Macht fesselte. Es liegt in der Natur der Dinge, dafs sich durch Arbeiten von solcher Ausdehnung und Mannigfaltigkeit nicht der Faden einer einheitlichen Untersuchung ziehen, oder der planmäfsige Fortschritt nach einem bestimmten Ziele ausprägen kann, wodurch, namentlich in der theoretischen Naturwissenschaft, manche Forscher-Laufbahn von viel geringerer Bedeutung eine Art von dramati- schem Interesse erhält. Der Plan, dessen Verwirklichung in Müller’s Ar- beiten man bewundern mufs, ist eben die Universalität seiner Bestrebungen. Sie entsprang bei ihm nicht, wie man dies heute manchmal sieht, aus der eitlen Sucht zu zeigen, dafs er dieser oder jener Art der Untersuchung auch gewachsen sei, sondern aus dem brennenden Triebe seines Geistes, das Ganze der Lebenserscheinungen mit hochschwebendem Blick zu beherr- schen, und doch wiederum, falkenähnlich, das Einzelne auf das Schärf- ste zu erfassen. Ein unbemeistertes Gebiet der Wissenschaft liefs ihm keine Ruhe, wie Alexander oder Tamerlan ein unbesiegtes Volk. Bei erster Gelegenheit wurde es seinem Gedankenreich einverleibt; aber ein- verleiben hiefs bei ihm immer zugleich allseitig prüfen, zweckmäfsig umgestalten, bereichern, vertiefen, ausbeuten, in Beziehung setzen, so dafs aus jeder solcher Erwerbung auch eine ihm eigene Frucht erwuchs. Und da er dergestalt an fast allen Punkten des unabsehbaren Gebietes der anatomisch-physiologischen Wissenschaften zu irgend einer Zeit selbst Hand an’s Werk gelegt hat, seinen eigenen Forschungen aber mit we- nigen Ausnahmen gute Quellenstudien zu Grunde lagen, so kann man wohl behaupten, dafs ihm mehr als seit Haller irgend einem anderen organischen Naturforscher, die wesentliche Summe des bis zu seiner Zeit Erstrebten und Geleisteten, sowie des zunächst ~u Leistenden, in bestimmten Umrissen vorge- schwebt habe, während die durcn eigene Erfahrung gewonnene Einsicht in die Natur und den Werth der in den einzelnen Feldern üblichen Forschungsmetho- GleiJsmäJ'siger TVerth seiner Leistungen. 141 den ihm eine Sicherheit desUrtheils verlieh, die schwerlich wiederkehren wird. Freilich hat Müller diese Alles beherrschende Stellung nicht bis zuletzt vollständig zu behaupten vermocht. Aber wer möchte an ihm mäkeln, weil er, als ihm die von ihm selber herauf beschworene Fluth über den Kopf wuchs, sich dahin zurückzog, wo er sicherer Meister war, und wer gleicht ihm denn an Vielseitigkeit, selbst wenn man die Experimental-Physiologie unter seinen Fächern streicht? Obschon natürlich Müller’s Arbeiten nicht alle gleich bedeutend sind, so ist doch, trotz ihrer Ausdehnung und Mannigfaltigkeit, kaum eine davon schwach zu nennen, und in jedem Fache, womit er sich beschäftigt hat, kann man von dessen eigentlichen Vertretern sein Lob vernehmen, was bei sehr vielseitigen Gelehrten nicht immer der Fall ist. Es liegt seinen Arbeiten stets vollendete Sachkenntnifs, und ein starker, gesunder Ge- dankengang zu Grunde. Stets wird der Gegenstand mit einem auf das Wesentliche gerichteten Ernst ergriffen, allseitig erörtert und, wo kein glänzendes Ergebnifs zu erzielen war, wenigstens bestimmt gefördert. Die Anzahl positiver Thatsachen, die Müller in den verschiedensten Gebie- ten an’s Licht gezogen hat, übersteigt alle Vorstellung, und doch ist es ganz erstaunlich selten, dafs ihm ein thatsächlicher Irrthum, oder auch nur eine unvollkommene Beobachtung nachgewiesen ist. Dagegen ist es mehrmals vorgekommen, dafs die Richtigkeit seiner Wahrnehmungen erst in Zweifel gezogen und nachher doch anerkannt worden ist. Das scharfe unverdrossene Augenpaar, dessen er sich in der vergleichenden Phy- siologie des Gesichtssinnes rühmt,168 hat ihn nie im Stich gelassen, und wenn er im Mifstrauen gegen fremde Beobachtungen stark war, und gemei- niglich erst dann glaubte, wenn er selbst untersucht, selbst gesehen hatte,169 so trieb er die Zweifelsucht, was seine eigenen Ergebnisse betraf, wo mög- lich noch weiter. In der Regel untersuchte er denselben Gegenstand drei- mal, das zweitemal während er darüber schrieb, das drittemal während des Druckes; und seine Manuscripte und Correcturen waren der Schrecken der Setzer. Es liegt in der Massenhaftigkeit von Müller’s Schöpfungen, wenn man, wie unwillkürlich jeder thut, seine ei/v nen „sieben Sachen” damit ver- gleicht, etwas so Erdrückendes, dafs man sich gern nach seiner Art zu ar- beiten erkundigt, in der geheimen Hoffnung, auf irgend einen Umstand zu 142 Müllers Art zu arbeiten. stofsen, der ihm besonders günstig gewesen sei. Aber man entdeckt nichts der Art, sondern neben den Naturgaben, durch die er eben mehr vermochte als Andere, neben einem riesigen Arbeitsvermögen, einem erstaunlichen Gedächtnifs, einer wunderbaren Spürkraft und einem schlagend richtigen Urtheil, nur einen eisernen Fleifs, der mit äufserster Entsagung jeden freien Augenblick zu Rathe hielt. Welche Menge von Vorlesungen und anderen Berufsgeschäften Müller’s Zeit verkürzte und zersplitterte, ist be- reits früher erwähnt worden. Er konnte nicht, wie Berzelius oder Leo- pold von Buch, ungestört seiner Gedankenwelt leben. Täglich mufste er den Faden seiner Untersuchungen ein- oder mehreremal abbrechen, um die denselben fernliegende Gedankenreihe seiner Vorträge in sich anzuregen, auch wohl diese oder jene Kenntnifs oder Anschauung aufzufrischen. In späteren Jahren freilich kosteten ihn seine Vorlesungen nicht viel mehr Zeit als sie dauerten. Da er überall selbst untersucht hatte, bedurfte er nir- gends der Vorbereitung, und auf Zeigen von Versuchen im physiologischen Golleg liefs er sich kaum mehr ein, seitdem er vorwiegend Morpholog ge- worden war. Allein früher war dies nicht der Fall, und auch so blieb ihm noch der Frohne genug. Es würde um sein Arbeiten schlimm bestellt ge- wesen sein, hätte er nicht wie Wenige die Kunst verstanden und geübt, auch den „Goldstaub der Zeit” zu nützen. In der Viertelstunde zwischen zwei Vorlesungen setzte er sich freien Kopfes hin, und fuhr, leise vor sich hin singend, im Präpariren oder Zeichnen fort. In seiner letzten Periode hatte Müller die Art, sich jedesmal ausschliefs- lich in den Gegenstand zu versenken, mit dem er gerade beschäftigt war. Er behielt von dem Uebrigen gegenwärtig gleichsam nur, was er für den täglichen Bedarf seiner Vorlesungen brauchte. Alles Uebrige hielt er sich fern mit einer Starrheit, die dem Uneingeweihten als die blasirteste Theil- nahmlosigkeit erscheinen konnte, und die sich in ihrer Wirkung nach Aufsen auch nur wrenig davon unterschied. So hat er die vornehmsten Versuche der heutigen Physiologie, über Gegenstände die ihm früher das glühendste Interesse einflöfsten, nie gesehen. Das Stereoskop, das von Hrn. Brücke entdeckte Leuchten der menschlichen Augen, die daran sich knüpfende Er- findung des Augenspiegels durch Hrn. Helmholtz, haben den Verfasser der vergleichenden Physiologie des Gesichtssinnes gleichgültig gelassen. Es bedurfte fast eines moralischen Zwanges, um Müller zu bewegen, eine Müller's Art zu arbeiten. 143 KempeleVscIic Sprechmaschine zu besichtigen, die Hr. von Olfers auf meine Bitte die Güte gehabt hatte, vom Königlichen Kunstcabinet an das physiologische Laboratorium abzugeben. Allein auch dies mufs in Müller’s Jugend anders gewesen sein. In der Zeit seiner gröfsten Leistungsfähigkeit, als er zugleich die Bildungsgeschichte der Genitalien und das Drüsenwerk, zugleich den ersten Band der Physiologie und die vergleichende Osteologie und Myologie der Myocinoiden herausgab, mufs er vielmehr im höchsten Grade das Vermögen besessen haben, sein Interesse zu theilen, und zwi- schen mehreren Gegenständen hin- und herzuspringen. Der einzige Umstand, von dem man sagen kann, dafs er Müller die häufige Production erleichtert habe, ist seine Gleichgültigkeit gegen die for- melle Vollendung seiner Arbeiten. Obschon Müller lebhaften Antheil nahm an Literatur und Kunst, auch als anatomischer Zeichner es sehr weit gebracht hatte, und trotz der Einwirkung, die er in der Jugend von Goethe erfuhr, lag doch in ihm selber kein künstlerisches Element. Es kam ihm auf das Wesent- liche an; war dies festgestellt, so trat er damit hervor, ohne sich viel mit der gleichmäfsigen Ausführung von Nebendingen aufzuhalten, die nur gefäl- lige Abrundung bezweckt haben würde. Wer auch hierin das Vollkommene zu erreichen sucht, weifs wie viel Zeit Müller so ersparte, während viel- leicht seine Arbeiten dadurch um so anregender wirkten. Ebenso nahm es Müller leicht mit der Darstellung selber, wie schon bei Gelegenheit der Physiologie bemerkt werden mufste. Er konnte darin Treffliches leisten, wie er dies z. B. in der Einleitung zum Berichte über die Fortschritte der pathologischen Anatomie im Jahre 1835, in der Schilderung der Temperamente, der Geschlechter und der Lebensalter in der Physiolo- gie gethan hat. Auch sonst liegt, wenigstens meinem Gefühl nach, trotz all den gerügten Mängeln seines Stils in diesem Werke, in der hervorsprudeln- den Fülle von Thatsachen, die ihm in jedem Augenblick zu Gebote stehen, und in der markigen Einfachheit der ganzen Manier, bei aller Nachlässigkeit etwas ungemein Grofsartiges, auf alle Fälle tief Anregendes. Auf unfehl- bare Deutlichkeit des Ausdrucks war er sehr bedacht; er brauchte z. B. häu- fig keine Fürwörter, sondern wiederholte jedesmal das Hauptwort. Auch geschah es, dafs er mir die Beschreibung einer verwickelten Form vorlas, ohne mir den Gegenstand zu zeigen, und mich dann denselben zeichnen liefs, um sicher zu sein, dafs seine Beschreibung die richtige Vorstellung erwecke. 144 Müller's Darstellung. Seine Formbeschreibungen pflegen durch treffende Vergleiche erläutert zu sein, worin theils der Reichthum seiner Phantasie sich offenbart, theils Ge- genstände aus seiner täglichen Umgebung erkennbar sind: die Baggerma- schine, die vor seinen Fenstern arbeitete, die Haube der Frau Marthe Schwerdtlein aus Cornelius’ Umrissen zum Faust, die in seinen Zimmern hingen170; zum Zeichen, wie sich für ihn Alles auf die wissenschaftliche Aufgabe, die ihn eben erfüllte, bezog. Hätte Müller in Frankreich gelebt, wo er, um auf das für aesthetische Eindrücke empfänglichere romanisch-cel- tische Volkselement zu wirken, gezwungen gewesen wäre, auch dem Aeu- fseren seiner Arbeiten einige Sorgfalt zu widmen, er wäre gewifs, gleich Cuvier, ein Meister des wissenschaftlichen Stils geworden. So aber sind zwar seine Einleitungen meist gut gewendet und klangvoll, bald aber be- merkt man, wie er sich gehen läfst, Fremdwörter und Idiotismen häufen sich, und es ist klar, dafs es ihm nur darauf ankommt, die gewonnenen Er- gebnisse in kürzester Zeit loszuwerden. Man hat, dem Neide ein Trost, bemerkt, dafs Müller, trotz allen Anstrengungen, genau genommen keine Entdeckung ersten Ranges geglückt sei; keine jener Beobachtungen, die von ganz unbedingter Wichtigkeit und Neuheit zugleich, den Namen ihres Urhebers mit sich sicher durch die Fluth der Zeiten zu tragen versprechen. Die Reflexbewegungen, die Verrichtung der vorderen und hinteren Wurzeln, die Constitution des Blutes gehören ihm nicht rein an. Die Lymphherzen, die Rankenarterien, das Chondrin seien nicht zu vergleichen mit der Flimmerbewegung, der Zellentheorie, der periodischen Reifung des menschlichen Eies, und noch manchem Anderen was Andere neben ihm entdeckt hätten. Endlich die Entwickelung der Echinodermen erscheine mehr als eine Erweiterung der Lehre vom Genera- tionswechsel und der Metamorphose, als dafs ein neues Princip darin ent- halten sei. Müller’s Ruhm ist grofs genug, um das Zugeständnifs zu ertragen, dafs etwas Wahres in diesem Urtheil liege. Ja, er hat im Allgemeinen mehr das von Anderen Angeregte ausgeführt, als selber forlzeugende Gedanken hervorgebracht. Meist hat er sich, wie z. B. in der Lehre von den Drüsen, von der Stimme, von den Geschwülsten, mit glücklichem Tacte gehäuften Rohstoffes bemächtigt, der eine reiche Ausbeute verhiefs, und mit unver- gleichlicher Arbeitskraft daraus in kürzester Zeit das gemacht, was hei sei- Natu?' seiner Entdeckungen. 145 nen Hiilfsmilteln nur immer möglich war, um dann alsbald zu neuen Un- ternehmungen fortzuschreiten. Entdeckungen ersten Ranges kann der Zufall ganz unbedeutenden Forschern in die Hände spielen. Dafs Müller keine solche Gunst begegnet, kann ihm wohl ebensowenig zum Fehl angerechnet werden, als einem durch Fleifs und Unternehmungsgeist reich gewordenen Kaufherrn, dafs er nicht auch das grofse Loos gewonnen. Aber es giebt noch eine andere Art, wie Entdeckungen ersten Ranges gemacht werden. Sie besteht darin, durch unaufhörlich in derselben Richtung geführte For- schung die Möglichkeiten zu vervielfältigen, dafs sich, sei’s in der Sphaere der Beobachtung, sei’s in der Gedankenwelt, ein grofser Fund darbiete. Dafs Müller, trotz seinem umfassenden Blick, seinem durchdringenden Scharfsinn und seiner rastlosen Thätigkeit, auch auf diesem Wege der Lohn einer solchen Entdeckung ausblieb, mag als eine Erneuerung der Lehre gelten, dafs es dem Menschen, sei er noch so bevorzugt, nun einmal versagt ist, über ein gewisses Mafs bei gleicher Vertiefung sich auszubreiten, bei gleicher Ausbreitung sich zu vertiefen. Hätte Müller in der Zeit, wo seine productive Kraft in höchster Blüthe stand, anstatt seinem Triebe in’s Weite nachzugeben, sich in bestimmter Richtung so zusammengenommen, wie er später gethan, nach Schiller’s Rath still und unerschlafft im kleinsten Punkte die höchste Kraft gesammelt; so wäre er zwar der Wissenschaft nicht das geworden, was er ihr nun noch lange sein wird, das Marmorbild in deren Hain, auf das von allen Seiten Wege führen, und das man hundertfach wähnt, da, wo man immer gehe, man es stets wieder bald näher bald entfernter schimmern sieht: aber es ist wohl aufser Zweifel, dafs er alsdann, statt der Haufen Goldes und Silbers, die er ausgemünzt hat, manchen Edelstein geho- ben haben würde. Es ist z. B. ganz undenkbar, dafs er, bei etwas längerem Verweilen bei dem Gegenstände, nicht den Bau der Niere sollte verstanden haben, von dem er bei den Myxinoiden bereits das einfachste Schema ange- troffen hatte, welches Hrn. Bowman, als ihm jener Schritt gelang, nicht ein- mal bekannt war.171 Das Fehlen einer Entdeckung ersten Ranges unter Müller’s Leistun- gen ist ein Zug mehr der Aehnlichkeit mit Haller, dessen Alles umfassende Gelehrsamkeit, reformatorische Wirkung und gebietende Stellung um die Mitte des vorigen Jahrhunderts immer wieder zum Vergleich mit Müller auffordern. Ohne sich des „Furor biographicus”, wie Hr. Macaulay es JHüller mit Haller und Cuvier verglichen. 146 nennt, verdächtig zu machen, darf man jedoch Vorhersagen, dafs Müller’s Ruhm auch noch in fernen Jahrhunderten, wenn seine Physiologie in der Geschichte der Wissenschaft unmittelbar auf die Elemenla zu folgen schei- nen wird, Haller’s Ruhm überstrahlen wird. Nicht weil er, wie schon bemerkt, in einer viel kenntnifsreicheren Zeit vergleichsweise eben so gelehrt und vielseitig war wie Haller in der seinigen, sondern wegen der überlege- nen Urtheilskraft und Auffassung, die er überall bewährt hat. Wo über einen wichtigen Punkt zwei verschiedene Ansichten möglich sind, kann man fast sicher darauf rechnen, Haller auf der Seite zu linden, die seitdem unterlegen ist. In der Lehre von der Zeugung hat er die Evolution gegen die Epigenese, in der von den Drüsen Rutsch’s Meinung gegen Malpighi’s, in der vom Er- brechen Wepeer’s gegen Chirac’s vertheidigt. Die Lehre von der selbstän- digen Reizbarkeit der Muskelfaser ist zwar allein Anschein nach jetzt dem Siege nah, allein auf die Gründe hin, auf die Haller sie stützt, hätte sie zu fallen verdient. Auch Müller hat geirrt; denn wer irrte nie der Natur gegenüber? Gewöhnlich aber trifft er den Nagel auf den Kopf. Eine Menge hingeworfener Gedanken von ihm, die sich später bewährt haben, wie die Rehauptung der Nothwendigkeit eines Zusammenhanges zwischen Ganglien- kugeln und Nervenröbren, eines Darmnervensystems, u. a. m., zeigt, dafs er im Sinne der Natur zu denken gelernt hatte ; und es ist jeder Grund vorhan- den anzunehmen, dafs ihm in den Fächern, mit denen er sich zuletzt beschäf- tigte, noch eine lange Reihe ähnlicher Triumphe bevorsteht. Neben Haller und Müller, als Riesen der Vorzeit, wird aber den auf unsere Tage zurückblickenden späten Nachkommen die ragende Gestalt Cuvier’s erscheinen, der vor Müller das Nämliche voraus hat, was Galilei und Newton vor Laplace und Gauss, oder was Lavoisier vor Berzeliits : die gröfsten Dinge gemacht zu haben, weil sie eben noch zu machen waren. Wie es nur Ein Weltsystem zu entdecken gab, so gab es auch nur Eine Schöpfungsgeschichte aus ihren Trümmern zu entwickeln. Um gegen die einfache Gröfse von Cuvieu’s Leistungen aufzukommen, mufs der bunte Reichthum von Müller’s Gaben in die Schale gelegt werden. In der Ge- webelehre, der Physiologie, der Entwickelungsgeschichte hat Cuvier nichts hervorgebracht, und Rudolphi hat uns eine Aeufserung Cuvier’s erhalten, aus der hervorzugehen scheint, dafs von der pathologischen Anatomie er kaum den Begriff erfafst hatte. 172 Müller als Lehrer. 147 Müller als Lehrer. Auch als Lehrer im anatomischen Theater und auf dem Katheder besafs Müller aufserordentliche Eigenschaften. Er hatte zwar, wie schon bemerkt, keine natürliche Beredsamkeit, wozu seiner Natur das Expansive abging, auch kein Sprachtalent, in so fern es sich durch leichte Aneignung neuerer Sprachen bekundet. Es kann für manchen ermuthigend sein zu ver- nehmen, und mag deshalb aufbewahrt werden, dafs Müller’s Anfänge auf dem Katheder nicht gerade vielversprechend gewesen sein sollen. Als aber Uebung die ursprünglichen Mängel besiegt und die Vorzüge entwickelt hatte, gehörte sein Vortrag in Berlin wie früher in Bonn zu den besten der Univer- sität, obschon es Müller, wie Cuvier, stets etwas an Fülle des Organs ge- brach. 173 Sein Vortrag war nicht von der Art derer, welche durch spru- delnde Lebhaftigkeit fesseln, durch Feuer hinreifsen, durch Witz und Fülle des Ausdrucks blenden, die aber, wenn augenblickliche Verstimmung diese glänzende Aufsenseite dämpft, nicht selten einen Mangel an wahrem Gehalt und innerem Zusammenhang verrathen. Müller’s Vortrag war kalt, aber er ergriff durch den Ernst einer tiefen Begeisterung für die Sache, die aus ihm sprach. Er war sich stets gleich an gedrungenem, aus vollkommener Sachkenntnifs zweckmäfsig geschöpftem Gehalt. Müller verirrte, wieder- holte, versprach sich nie. Während sein durchdringendes Auge durch die Versammlung schweifte, auch wohl einem Eindringling zur Pein auf ihm ruhte, flofs aus seinem Mund die Rede ruhig, klar, schmucklos gediegen, so dafs sie, stenograpbirt, ohne Weiteres hätte in die Druckerei wandern können. Es ist nicht genug zu beklagen, dafs nicht so seine Vorlesungen über verglei- chende Anatomie, in denen er bis zuletzt seine ganze Stärke zu entfalten pflegte, und das nur zweimal gelesene Publicum über fossile Fische und Amphibien erhalten worden sind. Dabei war Müller ein grofser Meister des Zeichnens an der Tafel. Es war ein hoher Genufs, ihn eine sich ent- wickelnde Thierform durch eine Reihe von Zwischenstufen allmählig zur vollendeten Gestalt überführen zu sehen. Diese aus der unfehlbaren Sicher- heit der Anschauung, die ihm eigen war, entspringende Fertigkeit liefs weder ihn noch seine Zuhörer die in England und Frankreich üblichen Wandta- feln vermissen, welche zwar viel Zeit ersparen, auch durch die Dauer des Eindrucks nützlich sind, dem Zeichnen an der Tafel aber an erläuternder 148 Müller als Lehrer. Kraft in so fern nachstehen, als die Zuhörer die Dinge nicht gleichsam vor ihren Augen werden sehen. Müller’s Stellung in Berlin sicherte ihm natürlich von vorn herein einen überwiegenden Einflufs auf die wissenschaftliche Erziehung der ärzt- lichen Jugend Norddeutschlands. Allein abgesehen von seiner Wirksamkeit als öffentlicher Lehrer, hatte er zu jeder Zeit noch einen engeren Kreis von Schülern um sich versammelt, die mit Begeisterung an ihm hingen, und von denen Viele jetzt, sich laut zu seinen Jüngern bekennend, überall im deut- schen Vaterlande Lehrämter der Anatomie und Physiologie bekleiden. Dem gewöhnlichen Brodstudirenden zwar, dem Banausier, pflegte Müller mit geringer Zuvorkommenheit zu begegnen, die an Unfreundlichkeit grenzte. Er mufste dergestalt, überlaufen wie er war, einen Wall um sich ziehen, wrollte er die wenige ihm aufser den Ferien übrige Zeit zu Rathe halten. Es war deshalb, wenigstens in früherer Zeit, schwer sich ihm zu nähern. Bemerkte er aber auch nur eine Spur von Talent, von selbständigem For- schungstriebe, nur einen Funken von jenem Feuer, das in ihm selber so ver- zehrend loderte, so war er wie umgewandelt. Dann ward er die Güte selbst, und seine Einsichten, seine Bücher, die Hülfsmittel aller Art über die er gebot, theilte er auf das Bereitwilligste mit. Wie er selbst überall auf eigenen Füfsen stand, so verlangte er freilich auch von seinen Schülern, dafs sie sich selber zu helfen wüfsten. Er stellte Aufgaben und regte an; im Uebrigen begnügte er sich, um ein chemisches Gleichnifs zu gebrauchen, mit einer Art von katalytischer Wirksamkeit. Es bedurfte auch nicht mehr. Er wirkte, wie Goethe von der Schönheit sagt, durch seine blofse Gegenwart. Es hing um ihn, in den Augen seiner Schüler, ein daemonischer Zauber, wie in den Augen seiner Krieger um den ersten Napoleon, und das: „Soldats, l’Empereur a l’oeil sur vous” genügte auch uns, um zu den höchsten Anstrengungen zu spornen. Wenn ich ver- suche diesen Zauber zu zergliedern, so scheint er mir darin zu liegen, dafs, wer um ihn war, bewufst oder unbewufst, und ein Jeder nach seiner Art, den hinreifsenden Einflufs einer mächtigen Persönlichkeit erfuhr, die man selber, mit Hintansetzung jeder anderen Rücksicht, jedes Lebensgenusses, jeder Bequemlichkeit, mit einem an s Düstere grenzenden Ernst und einer Alles besiegenden Leidenschaft, ein ideales Ziel verfolgen sah. Der höchste Lohn für uns aber war, wenn Müller in einem verlorenen Augenblick den Müller als Lehrer. 149 Bogen abspannte, und sieb auf ein allgemein menschliches Gespräch und auf heitere Scherze einliefs. Enthielt sich Müller der Einwirkung auf den Gang der von ihm an- geregten Untersuchungen, so liefs er dafür auch seine Schüler in ihrer Ent- wickelung und ihren Neigungen auf das Freieste gewähren. Er ehrte jede Selbständigkeit gleich seiner eigenen. So erklärt es sich, dafs gerade die unter seinen Schülern, die seine eigensten Bestrebungen in der Physiologie fortsetzen, sich mit ihm, wie vorher dargelegt wurde, in einem tiefen und laut ausgesprochenen principiellen Widerspruch befinden konnten, ohne dafs dies je den geringsten Schatten auf das zwischen ihm und ihnen bestehende Verhältnis geworfen hätte. Und so hat Müller, ohne sich darum zu be- mühen, ohne je in Rede oder Schrift sich als Lehrmeister hingestellt, ohne je das Wort „Schüler” gebraucht zu haben, in That und Wahrheit nicht blofs eine, sondern entsprechend seiner eigenen Vielseitigkeit, die er nicht auf seine Jünger übertragen konnte, mehrere Schulen organischer Naturfor- schung gegründet, die in ganz verschiedenen Richtungen fortarbeitend, nichts gemein haben, als dafs die Flamme, die sie hüten und schüren, von seiner Esse ausging, dafs sie sämmtlich die Natur in seinem Sinne befragen. Ich habe vorher die berühmten Namen seiner Bonner Zuhörer aus dem Anfang seiner Lehrthätigkeit aufgezählt; ich brauche jetzt nur die der Hrn. Edou- ard Claparede, Haeckel, Lachmann, Lieberkühn, Anton Schneider, Max Schultze, Guido Wagener, seiner Begleiter an die Seeküsten während der letzten Jahre, zu nennen, um die glückliche Wirkung zu bezeichnen, die er noch zuletzt in dieser Richtung ausgeübt hat. Müller als Vorsteher der anatomischen Sammlung. Mit Müller’s wissenschaftlicher Thätigkeit auf’s Engste verknüpft war die Verwaltung der anatomischen Sammlung. In seiner Gedächtnifsrede auf Rudolphi vom Jahre 1835 hat Müller seihst hervorgehoben, wie jung diese Sammlung sei, da sie erst seit der Gründung der Universität im Jahre 1810 auf vergleichende Anatomie ausgedehnt wurde, und wie schwer es hier sei, mitten im Binnenlande, bei geringen Handelsverbindungen, und an und für sich beschränkteren Mitteln, den Wettstreit zu bestehen mit den alten, reich ausgestatteten Anstalten in Frankreich, England und Holland, 150 Müller als Vorsteher denen theils durch den Handelsverkehr, theils unmittelbar aus überseeischen Niederlassungen, die Naturschätze aller Welttheile zufliefsen. In den 23 Jahren seiner Verwaltung hatte Rüdolphi die Vorgefundene WALTEß’sche Sammlung um 3964 Präparate vermehrt, so dafs die Gesammtzahl der ein- getragenen Präparate sich auf 7197 belief. Müller begann damit, seine werthvolle Privatsammlung, die 500 Nummern enthielt, und die er in Bonn zum Theil mit den gröfsten Opfern zusammengebracht hatte, der Königli- chen Sammlung einzuverleiben, wofür er nur etwas höhere Umzugsgelder bekam. Im Jahre 1835 war die Zahl der aufgestellten Gegenstände be- reits auf 11000 gestiegen. Am 27. April dieses Jahres, am Tage vor sei- nem Tode, trug Müller in den Katalog des Museums No. 19577 ein, so dafs während der 25 Jahre oder etwa 9000 Tage seiner Verwaltung die Zahl der Präparate sich um 12380, oder im Durchschnitt alle zehn Tage um dreizehn bis vierzehn Nummern vermehrt hat, unter denen aber sehr viele sind, welche ganze Reihen von Präparaten umfassen. Ein ansehnlicher und besonders werthvoller Theil dieser Erwerbungen rührt von der Reise unse- res Gollegen Hrn. Peters nach dem südöstlichen Afrika her, zu deren Un- ternehmung Müller besonders förderlich war. Mit wenigen Ausnahmen tragen sämmtliche Gegenstände, von dem riesigen Unterkiefer des Physeter makrocephalus und den mächtigen Trümmern untergegangener Thierge- schlechter bis zu dem winzigsten Vogelskelet oder Schächtelchen voll mikro- skopischer Präparate, ihre Bezeichnung und Nummer in seiner eigenen, zwar nicht zierlichen, aber stets höchst klaren und energisch ausgeprägten Hand- schrift. Hier auf dem Museum verbrachte er, überlegend, ordnend, umstel- lend, vergleichend, bestimmend, eintragend, stets einen grofsen Theil seiner Zeit. Es kann erwähntermafsen keine Frage sein, dafs seine Vertiefung in die Zoologie zum Theil aus dieser Beschäftigung entsprang. Sein Sammel- eifer, seine Gewissenhaftigkeit, der Ehrgeiz, den er für seine Anstalt empfand, liefsen ihn grofse Materialien herbeischaffen, deren Anordnung unter seinen Händen, wie die der Plagiostomen, dann stets sogleich eine neue ward. Mö- gen die Museen in Paris, London, Leyden theils an einzelnen Prachtstücken und Seltenheiten reicher sein, theils durch den Prunk der Aufstellung mehr ins Auge fallen: die Berliner anatomische Sammlung, Müller’s Schöpfung, wie man nach den obigen Zahlen wohl sagen kann, sein Stolz und seine Freude, steht, was Vollständigkeit und systematische Anordnung betrifft, keiner jener der• anatomischen Sammlung. 151 älteren Schwestern mehr nach, und übertrifft sie an innerer Bedeutung viel- leicht in so fern, als sie in allen ihren Theilen so zu sagen verwachsen ist mit den Arbeiten des umfassendsten Kopfes, den die organische Naturwissenschaft noch gekannt hat. Hier sieht man, aus seiner Jugendzeit, die Präparate vom Nervensystem der Gliederthiere und die Injectionen der Drüsen; hier die von Hrn. Krause bewunderte Darstellung der organischen Nerven des cavernö- sen Gewebes 174 und die Injectionen der Arteriae helicinae; dort die Mikro- cephalen von Kiwitsblott, und unter den ersten mikroskopisch untersuchten Geschwülsten das Enchondrom, in dem das Chondrin entdeckt ward; hier die Myxinoiden, die Gano'iden, den Amphioxus, den Pentakrinus Caput Me- dusae, die Kehlköpfe der Passerinen; dort die Modelle der abenteuerlichen Staffelei- und Roccoco-Larve der Seesterne, der Wunderschnecke aus der Synapta; endlich dort, langhingestreckt durch die Tiefe des grofsen Ske- letsaals, die endlose Wirbelreihe der vorsündfluthlichen Zeuglodonten. Hier ist der Ort, wo zu wünschen ist, dafs die Zeusähnliche Bildung des Mannes, der dies Alles vollbracht, wie sie von Schorp’s Künstlerhand erhalten wurde, in würdigem Stoff ausgeführt, dereinst auf das, was im Leben seine Welt war, herniederschaue. MÜLLER aufserhalb der Wissenschaft Müller’s Begabung war, wie Jakobi’s, der Art, dafs sie Einen irre machen konnte an dem Glauben an specifische Talente. So hervorragend bei ihm die Fähigkeiten waren, die ihm als Organe der Forschung dienten, so erhielt man doch den Eindruck, dafs dieser Mann, wenn es ihm anders beliebt hätte, ebensogut in irgend einem anderen Felde menschlicher Thä- tigkeit Aufserordentliches würde geleistet haben. Sein merkwürdiges Ge- dächtnis erstreckte sich nicht blofs auf organische Formen, Speciesnamen und Citate, sondern auch auf Menschen. Wie Kyros seine Soldaten, kannte Müller in jedem Semester fast seine sämmtlichen Zuhörer von Angesicht, viele mit Namen, und erinnerte sich, obschon ihm doch gewifs sehr wenig daran lag, später bei der Prüfung ob sie fleifsig oder lässig seine Vorlesun- gen besucht hätten. Seine Menschenkenntnifs, Beobachtungsgabe, Selbst- beherrschung, Geistesgegenwart, Vorsicht und Entschlossenheit, beide zu ihrer Zeit, verbunden mit einem feinen Gefühl für das Schickliche, unver- gleichlicher Arbeitskraft und jenem schon mehrmals gerühmten Ordnungs- 152 Müller aufserhalb der Wissenschaft. sinn, der sich in der Zeit als gewissenhafteste Pünktlichkeit äufserte : Alles dies machte Mülleb zu einem vortrefflichen Geschäftsmann, der das, was er wollte, stets erreichte, das, was er nicht erreichen konnte, niemals wollte. Ein Bild von Müller als Mensch zu entwerfen, ist selbst für solche, die ihm näher standen, äufserst schwer. Das Erste, was sich dauernd dar- bot, war eine tiefe Verschlossenheit, die nicht in sich hineinblicken liefs, und die man in besonderen Augenblicken überraschen mufste, um etwas mehr zu sehen als den gleichmäfsigen Ausdruck der mit einer Art von Schwermuth gefärbten Energie, womit er seine geistigen Zwecke verfolgte. Es war als wenn er gewufst hätte, für wie wenige Tage, wie der Sohn des Peleus klagt, ihn die Mutter geboren, wenn er dem Ruhm nachstrebe, und als könne er doch nicht anders. Jedenfalls waren in seinem Inneren wun- derbare Gegensätze verschmolzen. Dieser scheinbar so harte, gelegentlich so rücksichtslose Mann war andere Male einer Weichheit der Empfindung fähig, die der Gegensatz nur um so wirksamer hervortreten liefs. Er war der zärtlichste Gatte, seiner Tochter und seinem Sohne der liebevollste Va- ter. In der Unterhaltung war er nicht gerade sehr productiv. Dazu war er zu sehr mit dem jedesmaligen Gegenstände seiner Arbeiten gesättigt, auf den unwillkürlich alle geistigen Wege zurücklenkten. Im Schoofse seiner Familie aber, oder in eng vertrautem Kreise, etwa auf seinen Ferienreisen nach guter Ausbeute mit dem feinen Netz und am Mikroskop, konnte er der liebenswürdigste Gesellschafter sein, ja sogar sich kindlicher Ausge- lassenheit hingeben. Unter den Künsten fesselte ihn am meisten die Ar- chitektur ; unter den neueren deutschen Dichtern Platen ; unter den Musi- kern Gluck. Sein bedeutendes Einkommen, welches er nicht mühlos hohen Ge- halten verdankte, sondern wesentlich seinem Erfolg als Lehrer, verwendete er mit grofsartiger Freigebigkeit zur Förderung der Wissenschaft und jedes edlen Zwecks. Für seine Reisen, seine Bücher, für die Ausstat- tung seiner Werke reute ihn kein Preis. Er hinterläfst eine Fachbiblio- thek, wie sie in den Händen eines Privatmannes nicht wieder vorhanden ist, vermehrt natürlich durch die Geschenke, die ihm als Zeichen der Verehrung fast täglich aus allen Ländern der Welt zuflossen. Es ist nicht genug zu wünschen, dafs diese Bibliothek, durch öffentliche Mittel, Preu- fsen erhalten bleibe. Müller aufserhalb der Wissenschaft. 153 Im Verkehr mit seinen Fachgenossen ist Müller früher eines über- triebenen Ehrgeizes angeklagt worden, der es ihm schwer gemacht habe, fremdes Verdienst neben sich aufkommen zu lassen. Wenn er sich dieses Fehlers schuldig gemacht hat, so will erwogen sein, was Diderot von Greuze sagt17?, dafs Müller ohne diesen Ehrgeiz eben nicht wräre er selbst gewesen. So mafslose Anstrengungen, wie er sie sich auferlegte, können nicht anders als von einer entsprechenden, einer gleich mafslosen Leiden- schaft getragen werden, wie der Wissenstrieb allein, ohne einen Bezug auf das Ich, sie nicht einzuflöfsen vermag. In späteren Jahren aber hatte Mül- ler, wie er überhaupt von sittlichen Strebungen mehr als man glauben sollte bewegt war, in dieser Beziehung jedenfalls sehr über sich gewonnen. Auch war wohl an ihm jenes Sprichwort wahr geworden, dessen bittere zweite Hälfte man gern verschweigt: Was man in der Jugend wünscht, hat man im Alter die Fülle, und macht sich nichts mehr daraus. Jetzt konnte man ihm, wie dem alternden Goethe, eher die entgegengesetzte Schwäche zuschreiben, fremdes Verdienst, namentlich an der Jugend, allzuleicht zu überschätzen. „Der Neid”, sagte er mir in der letzten Unterhaltung, die ich mit ihm, wenige Tage vor seinem Tode, hatte, „der Neid ist bei mir in „die Bewunderung umgeschlagen. Aber das ist eine Hoheit der Gesinnung, „zu der man erst allmählig gelangt.” Steindruck und Photographie, Pinsel und Meifsel haben gewetteifert, die äufseren Züge Müller’s zu verschiedenen Zeiten seines Lebens der Nachwelt zu erhalten. Aber kein Bild vermag ganz die bald düstere, bald heitere Pracht dieser Züge wiederzugeben, deren Adel, mit dem glühenden Auge, der braunen Gesichtsfarbe und dem dunklen lockigen Haar, der Fa- miliensage von der Abstammung von römischen Legionären das Wort zu reden schien. Müller war von mittlerem, eher kleinem Wüchse, in der Jugend zierlich und mager, in späteren Jahren von angemessener Fülle. Die Breite der Schultern und Lenden, und die Tiefe der Brust stellten das Gleichmafs mit dem mächtigen Haupte wieder her, das ein herrlicher Nacken im erregten Zwiegespräch oder auf dem Katheder stolz aufgerichtet hielt, sonst aber meist nachdenklich zur Seite sinken liefs. So war es Müller, zu so vielem Anderen, auch noch von der Natur gegeben, wie Tieck von Novalis sagt, dem geübteren Auge die Erscheinung der Schönheit darzu- 154 Müller aufscrlialb de?' Wissenschaft bieten. Doch mufs man, wie dort Tieck, bedingend hinzufügen, dafs Hand und Fufs bei ihm ohne feinen Ausdruck war.176 In seinem Auftreten verband Müller die etwas steife Förmlichkeit des alten deutschen Professors mit der weltmännischen Gewandtheit des mo- dernen Gelehrten, der es nicht unter der Würde der Wissenschaft hält, auch an seine äufsere Erscheinung zu denken. Seine Sitten waren die ein- fachsten. Seine Mäfsigkeit war erstaunlich. Er bedurfte keiner Erholung von seinen Arbeiten. Von seinen Geschäften und Vorlesungen waren seine Arbeiten ihm die Erholung. Nie sah man ihn erschöpft. Keine Witterung vermochte etwas über ihn, aufser wenn ein bleigrauer Himmel ihm das Licht zum Beobachten oder zum Zeichnen verkümmerte. Müller war, was man nennt, nie krank gewesen. Er schien über den kleinen Leiden zu stehen, denen sonst wohl ein in geistigen Anstren- gungen seines körperlichen Wohles vergessener Gelehrter unterliegt. Er- kältungen waren ihm fast unbekannt, obschon er stets unbegreiflich leicht gekleidet ging. Es war als hätten ihm die Götter eine ewige Jugend ver- liehen. In der Mitte der vierziger Jahre fing er wieder an, schlittschuhzu- laufen, und so schnellkräftig fühlte er sich noch wenige Jahre vor seinem Tode, dafs er aus einem höflichen Wettstreit, wer von uns beiden etwas aus einem entfernten Theile des Museums holen solle, lachend einen förm- lichen Wettlauf dem Gorridor entlang machte. Die erschütternde Kata- strophe seines Schiffbruches war ohne Folgen an ihm vorübergegangen. Und doch bereitete sich innerhalb dieser scheinbar so harmonischen Orga- nisation allmählig eine Störung vor, die unerwartet schnell eine verderbliche Wendung nehmen sollte. Das Ende. In früherer Zeit rühmte sich Müller des Vermögens, gleich einem Feldherrn zu jeder Stunde des Tages schlafen zu können, wenn er sich ge- dankenruhig hinlege.177 Aber schon längst quälte ihn jetzt Schlaflosigkeit. Doch brachte er eine ansehnliche Zeit ruhend im Bett zu, und fühlte sich dadurch gestärkt. Einigemal ward er, unter tiefer Mifsstimmung, von Schmerzen in der Lebergegend befallen, in deren Gefolge auch einmal Gelbsucht erschien. Er deutete dies Leiden auf Krampf des Gallengan- ges, und bekämpfte es erfolgreich durch grofse Gaben Opium. Auch litt Das Ende. 155 er an Herzklopfen, so dafs der Verdacht eines Herzfehlers hei ihm vorhan- den ist. Man erinnert sich jetzt, dafs in den letzten Jahren seine Schläfen- arterien einen sehr geschlängelten Verlauf angenommen hatten. Gegen Ende des Winters 1856 —1857 erhielt seine Gesundheit den ersten offenbaren Stofs, indem ein schleichendes Fieber mit gastrischem Charakter ihn zwang, zum erstenmal seit 1827 seine Vorlesungen krankheits- halber auszusetzen. Er war damals sehr um sich besorgt, glaubte einem Ty- phus entgegenzugehen, beschied seinen Sohn, Hrn. Dr. Max Müller, tele- graphisch aus Cöln zu sich, ordnete alle seine Angelegenheiten, und unter- sagte für den Fall seines Todes, gleich Dieffenbach, die Oeffnung seiner Leiche. Statt des Typhus entwickelte sich indefs nur ein arthritischer Pro- cefs in dem einen Fufsgelenk, und der folgende Sommer sah Müller schein- bar ganz wriederhergestellt, wie er denn erwähntermafsen im Herbste darauf der Akanthometren wegen nochmals an das Mittelmeer ging. Im vorigen Winter fing aber Müller an, sich über allzuviele ihm auf- gebürdete Arbeit zu beklagen, was er früher nie gethan hatte. Er litt mehr als sonst an Schlaflosigkeit, gegen die er leider wieder grosse Gaben des ver- räterischen Alkaloids genommen zu haben scheint, welches einst Haller verderblich ward.178 Dazu gesellten sich, nicht zu verwundern, hartnäckige Verdauungsstörungen. Schon früher neigte er zu Schwindelanfällen, und pflegte denselben beim Mikroskopiren stundenlang zu trotzen, indem er sich am Tisch festhielt. Diese wurden jetzt so häufig, dafs er sich nicht mehr auf seine Bücherleiter wagte. Abends sah man ihn, theilnahmlos in sich versunken, im Schauspiel sitzen, oder, wie von einer tiefen inneren Angst getrieben, in entlegenen Strafsen umherirren. Düstere Ahnungen käme» über ihn, und waren diesmal nur zu sehr gerechtfertigt. Das Häuschen am fernen heimathlichen Strom, welches er sich oft, und sich darin, umgeben von seinen Büchern, seinem Mikroskop, seinen Lieben, am Abend seiner Laufbahn ein nobile Otium geträumt hatte, es war das Haus aus seiner Schilderung des Mannesalters in der Physiologie, welches man „aufbaut für eine Zukunft, die man oft nicht erlebt”. Die Osterferien dieses Jahres brachten ihm nicht, wie es sonst zu sein pflegte, das Vollgefühl der Befriedigung, eine Zeitlang ungestört seinen Ar- beiten leben zu dürfen. Als endlich das Sommersemester vor der Thüre war, sah Müller die Nothwendigkeit ein, etwas Durchgreifendes für seine 156 Das Ende. Gesundheit zu thun. Er beschied seinen Sohn aus Cöln zu sich, um mit ihm darüber zu berathen, und kam endlich zu dem Entschlufs, das Colleg über Physiologie aufzugeben. Eine Besprechung mit seinem Hausarzt, Hrn. Geheimenrath Dr. Böhm, ward anberaumt, um Weiteres zu verabreden. Am Morgen des Tages, wo diese Besprechung stattfinden sollte, des 28. April, ward Müller todt im Bette gefunden, nachdem er erst zwei Stunden zuvor sich heiter und anscheinend wohl mit seiner Gattin unter- halten hatte. Da die Oeffnung seiner Leiche versagt war, blieb die Todes- ursache unbekannt; am wahrscheinlichsten ist er wohl der Ruptur eines gro- fsen Gefäfses erlegen. Seine Schüler, seine Zuhörer haben ihn unter der Theilnahme Alles dessen, was diese Stadt an Intelligenz beherbergt, nach alter akademischer Sitte zur Ruhe getragen. Wie der düstere Rauch seiner Grabesfackeln durch das hervorspros- sende Grün zog, drängte sich der Laut des Dichters immer von Neuem zu: „Um Frühlingsanfang ist ein Baum gefallen”; und den Worten folgend mufste man zuletzt sich schmerzlich sagen: „Er ging, nun zeigt wetteifernd „eure Gaben! Doch derer, die ich kenn’, ersetzt ihn keiner.” Wenn aber etwas uns trösten könnte über solchen Verlust, so würde es die Betrachtung sein, zu der Winkelmann’s Tod Goethe anregte. „So war er denn auf der höchsten Stufe des Glücks, das er sich nur hätte wün- schen dürfen, der Welt verschwunden. Und in diesem Sinne dürfen wir ihn wohl glücklich preisen, dafs er von dem Gipfel des menschlichen Da- seins zu den Seligen emporgestiegen, dafs Ein schneller Schlag ihn von den Lebendigen hinweggenommen. Die Gebrechen des Alters, die Abnahme der Geisteskräfte hat er nicht empfunden. Er hat als Mann gelebt, und ist als ein vollständiger Mann von hinnen gegangen. Nun geniefst er im Andenken der Nachwelt den Vortheil, als ein ewig Tüchtiger und Kräftiger zu erschei- nen ; denn in der Gestalt, wie ein Mensch die Erde verläfst, wandelt er unter den Schatten, und so bleibt uns Achill als ewig strebender Jüngling gegen- wärtig. Dafs Johannes Müller früh hinwegschied, kommt auch uns zu gute. Von seinem Grabe her stärkt uns der Anhauch seiner Kraft, und er- regt in uns den lebhaftesten Drang, das was er begonnen, mit Eifer und Liebe fort- und immer fortzusetzen.” Verzeichnifs von Müllers Arbeiten. 1822 — 1825. 157 Verzeichnis von Johannes Müller s Arbeiten.179 1822. 1. Beobachtungen über die Gesetze und Zahlenverhältnisse der Bewegung in den ver- schiedenen Thierklassen mit besonderer Rücksicht auf die Bewegung der Insecten und Polymerien. (Von Johannes Müller, Studierenden in Bonn). Isis von Oken. 1822. Bd. I. Hft. I. S. 61—76. 2. (I.) Dissertatio inauguralis physiologica sistens Commentarios de Phoronomia Animalium etc. IX.180 Decembris MDCCCXXII. 4°. Cum Tabula lithographica. Bonnae Typis C. F. Thormanni. pp. 34. 1823. 3. (II.) De Respiratione Foetus Commentatio physiologica, in Academia Borussica Rhenana Praemio ornata. Cum Tabula aeri incisa. Lipsiae, apud C. Cnoblo- chium 1823. 8°. pp. 260. 1824. 4. Zur Physiologie des Foetus in Friedr. Nasse’s Zeitschrift für die Anthropologie. 2. Yierteljahrsheft für 1824. S. 423 — 483. 5. (Recension). ,,Dr. C. H. Schultz, Der Lebensprocess im Blute, eine auf microsco- pischen[!] Entdeckungen gegründete Untersuchung. Mit einer Kupfertafel. Berlin, 1821.” Von einem Ungenannten. Isis von Oken. Jahrgang 1824. Bd. I. Hft. II. S. 267 — 292. 6. (III.) Von dem Bedürfnifs der Physiologie nach einer philosophischen Natur- betrachtung. Eine öffentliche Vorlesung, gehalten auf der Rhein-Universität zu Bonn am 19ten October 1824. Bonn 1825. 1825. 7. Ueber die Entwickelung der Eier im Eierstock bei den Gespenstbeuscbrecken und eine neuentdeckte Verbindung des Rückengefäfses mit den Eierstöcken bei den Insecten. Ver- handlungen der Kaiserlichen Leopoldinisch-Caroliniscben Akademie der Naturforscher. Bd. IV. Abth. II. Bonn 1825. S. 555 — 672, und 6 Kupfertafeln. 158 Verzeichnis von Müllers Arbeiten. 1826. 8. (IV.) Zur vergleichenden Physiologie des Gesichtssinnes des Menschen und der Thiere nebst einem Versuch über die Bewegungen der Augen und über den menschlichen Blick. Leipzig bei C. Cnobloch 1826. 8°. 462 S. 8 Kupfer. 9. (V.) Ueber die phantastischen Gesichtserscheinungen. Eine physiologische Un- tersuchung mit einer physiologischen Urkunde des Aristoteles über den Traum, den Philosophen und Aerzten gewidmet. Coblenz, bei Jacob Hölscher. 1826. X und 117 S. 10. (VI.) Jahresbericht der schwedischen Akademie der Wissenschaften über die Fortschritte der Naturgeschichte, Anatomie und Physiologie der Thiere und Pflanzen. Aus dem Schwedischen mit Zusätzen. 1824. Der Uebersetzung erster Jahrgang. Bonn. Bei A. Marcus. 1826. 8°. 228 S. 1827. 11. (VII.) Grundrifs der Vorlesungen über die Physiologie. Bonn, bei T. Habicht. 1827. 8°. 102 S. 1828. 12. (VIII.) Jahresbericht der schwedischen Akademie u. s. w. 1825. Der Ueber- setzung zweiter Jahrgang. Bonn. Bei A. Marcus. 1828. 8°. 216 S. 13. Ueber die Metamorphose des Nervensystems in der Thierwelt. J. F. Meckel’s Archiv für Anatomie und Physiologie. 1828. S. 1 — 22. 14. Ueber den Kreislauf des Blutes bei Ilirudo vulgaris. Meckel’s Archiv u. s. w. 1828. S. 22 — 28. 15. Beiträge zur Anatomie des Scorpions. Meckel’s Archiv u. s. w. 1828. S. 29—70. 2 Kpfr. 16. Ueber die Athemorgane der Spinnen. Isis von Oken. Jahrgang 1828. Bd. XXI. S. 707 — 711. 1 Kpfr. zum Theil. 17. Bemerkungen über den Netzbau und den Instinkt der Spinnen. Isis von Oken, Jahr- gang 1828. Bd. XXI. S. 711 — 717. 1829 18. (IX.) Grundrifs der Vorlesungen über allgemeine Pathologie. Bonn bei T. Ha- bicht. 1829. 8°. 44 S. 19. Ueber ein eigentümliches, dem Nervus sympathicus analoges Nervensystem der Ein- geweide bei den Insekten. Verhandlungen der Kaiserlichen Leopoldinisch-Carolinischen Akademie der Naturforscher. Bd. VI. Abth. I. Bonn 1829. p. 71 —108. 3 Kpfiv. 20. Fortgesetzte anatomische Untersuchungen über den Bau der Augen bei den Insekten und Crustaceen. Meckel’s Archiv u. s. w. 1829. S. 38 — 64. 1 Kpfr. z. Th. 21. Ueber die WoLFF’schen Körper bei den Embryonen der Frösche und Kröten. Meckel’s Archiv u. s. w. 1829. S. 65 — 70. 1 Kpfr. z. Th. 22. Ueber die Nasendrüse der Schlangen. Meckel’s Archiv u. s. w. 1829. S. 70 — 72. 1826 — 1831. 159 23. Ueher die Augen des Maikäfers. Nachtrag zur früheren Abhandlung über die Insec- ten. Meckel’s Archiv u. s. w. 1829. S. 177 — 181. 1 Kpfr. z. Th. 24. Ueher den sichtbaren Kreislauf des Blutes in der Leber der jungen Salamanderlarven. Meckel’s Archiv u. s. w. 1829. S. 182—191. 25. Ueher den Bau der Augen bei Murex tritonis. Meckel's Archiv u. s. w. 1829. $. 208 — 212. 1 Kpfr. z. Th. 26. Zur Anatomie der Scolopendra morsitans. Isis von Oken. Jahrgang 1829. Bd. XXII. S. 549 —552. 1 Kpfr. 27. Sur les yeux et la Vision des Insectes, des Arachnides et des Crustaces; Par M. F. (J.) Müller, Professeur ä l’Universite de Bonn. (Extrait de l’ouvrage Zur vergleichenden Physiologie des Gesichtssinnes. — Recherches sur la physiologie comparee du sens de la vision. Leipzig 1826.) Annales des Sciences naturelles par MM. AudoüIN, Ad. Brog- niart et Dumas, t. XVII. Paris 1829. p. 225 — 253 et p. 365 — 386 (avec 3 planches), et t. XVIII. 1829. p. 73 — 106. 28. Sur la Structure des Yeux du Ilanneton (Melolontlia vulgaris); (Extrait d’une Lettre adres- see aux Redacteurs). Annales des Sciences naturelles etc. t. XVIII. 1829. p.107—112. 1830. 29. (X.) De Glandularum secernentium Structura penitiori earumque prima Forma- tione in Homine atque Animalibus. Commentatio anatomica. Cum Tabulis aeri incisis XVII. Lipsiae Sumtibus Leop. Yossii. 1830. Fol. pp. 131. (Vorrede vom October 1829.) 30. (XI.) Bildungsgeschichte der Genitalien aus anatomischen Untersuchungen an Embryonen des Menschen und der Thiere, nebst einem Anhang über die chi- rurgische Behandlung der Hypospadia. Düsseldorf bei Arnz 1830. 4°. XVIII und 152 S. Mit 4 Kupfertafeln. (Widmung an Rathke vom 1. Februar 1830.) 31. (XII.) De Ovo humano atque Embryone Observationes anatomicae. Prolusio academica, qua ad audiendam Orationem quam pro Aditu Muneris Professoris ordinarii in Facultate medica recitaturus est Die I. Sept. H. XII. in Auditorio ma- ximo, Acad. reg. Fridericae Wilhelmae Rhenanae Proceres, Professores, Doclo- res, Cives amplissimos, clarissimos, ornatissimos ea, qua par est, Observantia invitat Joannes Müller, Med. et Chirurg. Doctor. Bonnae 1830. 4°. pp. XV. 32. Mikrometrische Messungen der Acini und secretführenden Kanäle der Drüsen im Inji- cirten und embryonischen Zustande. Meckel’s Archiv u. s. w. 1830. S. 51 — 62. 33. Ueher den Ursprung der Netze und ihr Verhältnifs zum Peritonealsacke beim Men- schen , aus anatomischen Untersuchungen an Embryonen. Meckel’s Ai'chiv u. s. w. 1830. S. 395—410. 1 Kpfr. z. Th. 34. Zergliederungen menschlicher Embryonen aus früherer Zeit der Entwickelung. Meckel’s Archiv u. s. w. 1830. S. 411 — 434. 1 Kpfr. z. Th. 1831. 35. Bestätigung des BELL’schen Lehrsatzes, dafs die doppelten Wurzeln der Rückenmarks- nerven verschiedene Functionen haben, durch neue und entscheidende Experimente. Fro- 160 Verzeichnifs von Müllers Arbeiten. riep’s Notizen aus dem Gebiete der Natur- und Heilkunde. No. 646. (17.) März 1831. (No. 8. des XXX. Bandes). S. 113 — 117. 36. Fortsetzung der Versuche über die Wirkung des mechanischen und galvanischen Rei- zes auf die vorderen und hinteren Wurzeln der Rückenmarksnerven. A. a. O. April 1831. No. 9. No. 647. S. 129 — 134. 37. Kiemenlöcher an einer jungen Coecilia hypocyanea, im Museum zu Leyden beobachtet. Isis von Oken. Jahrgang 1831. S. 709 — 711. 38. Ixodes ophiophilus, eine neue Zecken-Art, auf einer Schlange gefunden und beschrie- ben u. s. w. Verhandlungen der Kaiserlichen Leopoldinisch - Carolinischen Akademie der Naturforscher. Bd. VII. Abth. II. Breslau und Bonn 1831. S. 233-242. 1 Kpfr. 39. Memoire sur la Structure des yeux chez les Mollusques gasteropodes et quelques Anne- lides. Annales des Sciences naturelles etc. t. XXII. 1831. p. 5 — 28. 2 pl. 40. Nouvelles experiences sur l’effet que produit l’irritation mecanique et galvanique sur les racines des nerfs spinaux. Annales des Sciences naturelles etc. t. XXIII. 1831. p. 95 — 112. 1832. 41. Bestätigung des BELL’schen Lehrsatzes, dafs die doppelten Wurzeln der Rückenmarks- nerven verschiedene Functionen haben, durch neue und entscheidende Experimente. In: Karl Bell’s physiologische und pathologische Untersuchungen des Nervensystems. Aus dem Englischen übersetzt von M. H. Romberg u. s. w. Berlin 1832. S. 375 — 388. 42. Beobachtungen zur Analyse der Lymphe, des Bluts und des Chylus. Poggendorff’s Annalen u. s. w. 1832. Bd. XXV. S. 513 — 591. 43. Zusätze in: Burdach, die Physiologie als Erfahrungswissenschaft. Bd. IV. Leipzig bei Leop. Voss 1832. S. 103 —136. (Untersuchung der Blutkörperchen, des Faser- stoffes im Blute, des Blutes mittels der galvanischen Säule). 44. Observations sur le sang, extraites d’une Lettre adressee ä M. Dulong, Secretaire- perpetuel de l’Academie des Sciences; par M. MÜLLER etc. Annales des Sciences natu- relles etc. t. XXVII. 1832. p. 222 — 224. 45. Ueber den Bau der Augen bei Argulus foliaceus. TlEDEMANN, G. R. und L. Chr. Treviratsus Untersuchungen über die Natur des Menschen, der Thiere und der Pflan- zen. Bd. IV. 1832. S. 97 — 105. 1 Kpfr. z. Th. 46. Ueber den körnigen Bau der Hoden bei mehreren Fischen, insbesondere bei Rochen und Haien. TlEDEMANN und der beiden Treviranus Untersuchungen u. s. w. Bd. IV. 1832. S. 106 — 112. 47. Beitrag zur Anatomie und Naturgeschichte der Amphibien. TlEDEMANN und der bei- den Treviranus Untersuchungen u. s. w. Bd. IV. 1832. S. 190 — 275. 5 Kpfr. 48. Ueber die natürliche Eintheilung der Amphibien. Isis von Oken. Jahrgang 1832. S. 504 — 510. 49. Ueber drei verschiedene Familien der froschartigen Thiere nach dem Bau der Gehör- werkzeuge. Isis von Oken. Jahrgang 1832. S. 536 — 539. 50. Ueber das Ganglion oticum Arnoldi. Meckel’s Archiv u. s. w. 1832. S. 67—86. 51. Brief an Meckel, literarische Notizen enthaltend. Meckel’s Archiv u. s. w. 1832. S. 261. 1831 — 1834. 161 1833. 52. (XIII.) A. Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen. Bd. I. Abth. I. Coblenz bei J. Hölscher 1833. 8°. VIII und 406 S. (Prolegomena, Blut und Lymphe, Kreislauf, Athmung und Ernährung). 53. On the Existence of Four Distinct Hearts, having regulär pulsations, connected with the Lymphatic System, in certain Amphibious Animais. Communicated by Leonard Horner. Read Feb. 14, 1833. Philosophical Transactions for the Year 1833. P. I. p. 89 — 94. 54. Anatomische Notizen (1. Defecte Mifsgeburt. 2. Angeborne Spalte der Wangen, der Eustachischen Trompeten, der Trommelhöhlen, mit Wolfsrachen bei einem Schäfchen. 3. Eigenthümliches Gewebe der Corpora cavernosa. 4. Eigenthümliche Körperchen in der Milz einiger pflanzenfressenden Thiere. 5. Ueber ein bisher unbeachtetes kleines Knötchen an der Wurzel des Nervus glossopharyngeus heim Menschen). Medicinische Zeitung. Herausgegeben von dem Verein für Heilkunde in Preufsen. 2. Jahrgang. 1833. No. 48. S. 213 — 215. No. 52. 235—236. 1834. 52. (XIII.) B. Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen. Bd. I. Abth. II. Coblenz u. s. w. 1834. XVI und 445 S. (Absonderung, Verdauung u. s. w., Physik der Nerven). 55. (/.) Vergleichende Anatomie der Myxinoiden, der Cyclostomen mit durchbohrtem Gaumen. Erster Theil. Osteologie und Myologie. (Gelesen am 4. und 11. December 1834). Physikalische Abhandlungen der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. [Phy- sikalische Abhandlungen u. s. w.] Aus dem Jahre 1834. Berlin 1836. S. 65 — 340. 8 Kpfr. 56. Jahresbericht über die Fortschritte der anatomisch-physiologischen Wissenschaften im Jahre 1833. MÜller's Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin. [Archiv u. s. w.] 1834. S. 1 — 201. 57. Ueber die Structur der eigenthümlichen Körperchen in der Milz einiger pflanzenfressen- den Säugethiere. Archiv u. s. w. 1834. S. 80 — 90. 58. Anwendung des Kreosotwassers zur Conservation und Präparation des Gehirns und Rückenmarks. Archiv u. s. w. 1834. S. 95 — 96. 59. Anmerkung zu der Abhandlung von Sticker über die Veränderungen der Kräfte durch- schnittener Nerven und über Muskelreizbarkeit. Archiv u. s. w. 1834. S. 202 — 217. 60. Anmerkung zu der Abhandlung von Retzius über den Circulus venosus im Auge. Archiv u. s. w. 1834. S. 295. 61. Ueber die Existenz von vier getrennten, regelmäfsig pulsirenden Herzen, welche mit dem lymphatischen System in Verbindung stehen, bei einigen Amphibien. Archiv u. s. w. 1834. S. 296 — 300. (Uebersctzung aus den Philosophical Transactions, s. oben No. 53.) 62. Nachschrift zu einer brieflichen Mittheilung des Hrn. Prof. E. H. Weber an Joh. Müller über die Lymphherzen der Amphibien. Archiv u. s. w. 1834. S. 303 — 304. 63. a. Ueber die äufseren Geschlechtstheile der Buschmänninnen. Archiv u. s. w. 1834. S. 319 — 345. 1 Kpfr. [Vorgetragen am 18. April 1834 in der medicinisch- chirurgi- 162 Verzeiclinifs von Müllers Arbeiten. sehen Gesellschaft zu Berlin. Vergl. Journal der practischen Heilkunde. Herausgegeben von C. W. Hufeland und E. Osann. Bd. LXXX. S. 111.] 63. a. Nachtrag zur vorigen Abhandlung. Archiv u. s. w. 1834. S. 384. 64. Artikel: Thierische Electricität. Im Encyclopaedischen Wörterbuche der medicinischen Wissenschaften. Bd. X. 1834. S. 522 — 550. 65. Artikel: Erectiles Gewebe;— Erectilität; — Erection;— Erector clitoridis ;— Erec- tor penis. Im Encyclopaedischen Wörterbuche der medicinischen Wissenschaften. Bd. XI. 1834. S. 452 —464. 66. Artikel: Erschlaffer der Paukenfells. Im Encyclopädischen Wörterbuche der medicini- schen Wissenschaften. Bd. XI. 1834. S. 472. 67. Zusätzliche Bemerkungen zu: Steinheim, von der Raumveränderung des Blutes, und von der Structur des Herzens, dieser entsprechend, und sie beweisend. Medicinische Zeitung u. s. w. Jahrgang 1834. No. 29. S. 137 — 138. 1835. 68. (XIV.) Handbuch der Physiologie des Menschen u. s. w. Bd. I. Zweite ver- besserte Auflage. Coblenz u. s. w. 1835. 856 S. (Die zweite Abtheilung ist aus der ersten Auflage unverändert abgedruckt. Archiv u. s. w. 1836. S. 69.) 69. Gedächtnifsrede auf Carl Asmund Rudolphi. (Gelesen in der öffentlichen Sitzung vom 6. August 1835). Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1835. (1837.) S. XVII—XXXVIII. 70. Esciiricht und Müller, über die arteriösen und venösen Wundernetze an der Le- ber und einen merkwürdigen Bau dieses Organes beim Thunfische, Thynnus vulgaris. (Gelesen am 29. Juni 1835.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1835 (1837.) S. 1 — 32. 3 Kpfr. 71. Ueber die organischen Nerven der erectilen männlichen Geschlechtsorgane des Men- schen und der Säugethiere. (Gelesen am 26. November 1835.) Physikalische Abhand- lungen 1835. (1837.) S. 93 — 140. 4 Kpfr. 72. Auszug aus einer anatomischen Untersuchung über die cavernösen Nerven des männ- lichen Gliedes und ihren Zusammenhang mit dem Plexus hypogastricus des Nervus sym- pathicus. Medicinische Zeitung u. s. w. 4. Jahrgang. 1835. No. 18. S. 77 — 79. 73 Jahresbericht über die Fortschritte der anatomisch-physiologischen Wissenschaften im Jahre 1834. Archiv u. s. w. 1835. S. 1 — 243. 74. Entdeckung der bei der Erection des männlichen Gliedes wirksamen Arterien bei dem Menschen und den Thieren. Archiv u. s. w. 1835. S. 202 — 213. 1 Kpfr. 75. Untersuchung eines Schildkrötenharns von Prof. MAGNUS und Prof. MÜLLER. Archiv u. s. w. 1835. S. 214 — 218. 76. Ueber die Kiemenlöcher der jungen Coeciiia hypocyanea. Archiv u. s. w. 1835. S. 391 — 398. 1 Kpfr. 77. Artikel: Felsenknoten (Ganglion petrosum nervi glossopharyngei). Im Encyclopaedi- schen Wörterbuche der medicinischen Wissenschaften. Bd. XII. 1835. S. 109—110. 78. Ueber die Structur der Knochen. Mittheilungen aus den Verhandlungen der Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin. Erstes Quartal 1836. 16. Februar. S. 6 — 12. 1836. 1834 — 1837. 163 79. (//.) Ueber den eigenthiimlichen Bau des Gehörorgans bei den Cyclostomen, mit Be- merkungen über die ungleiche Ausbildung der Sinnesorgane bei den Myxinoiden. Fortset- zung der vergleichenden Anatomie der Myxinoiden. (Gelesen am 25. April 1836.) Phy- sikalische Abhandlungen u. s. w. 1837. (1839.) S. 15 — 48. 2 Kpfr. 80. Ueber zwei eigenthiimliche Bildungstypen des Gehörlabyrinthes bei den Cyclostomen. Bericht über die zur Bekanntmachung geeigneten Verhandlungen der Königl. Preufs. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. [Monatsberichte u. s. w.] 25. April 1836. S. 31 — 32. 81. Bemerkungen über perlmutterglänzende Harnblasensteinchen des Berliner anatomischen Museums. Monatsberichte u. s. w. 30. Mai 1836. S. 43. 82. (XV.) Rede zur Feier des 42sten Stiftungstages des Königlichen medicinisch- chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts, am 2. August 1836. Berlin bei Un- ger. 8°. 27 S. 83. Ueber Verschiedenheiten des Leims der Knochen und Knorpel. Mittheilungen aus den Verhandlungen der Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin. Zweites und drittes Quartal 1836. 16. August. S. 36. 84. Ueber zwei verschiedene Typen in dem Bau der erectilen männlichen Geschlechtsor- gane bei den straufsartigen Vögeln und über die Entwickelungsformen dieser Organe unter den Wirbelthieren überhaupt. (Gelesen am 17. November 1835.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1836. (1838.) S. 137 —177. 3 Kpfr. 85. Ueber zwei verschiedene Typen im Bau der erectilen männlichen Geschlechtsorgane der straufsartigen Vögel. Monatsberichte u. s. w. 17. November 1836. S. 99 —101. 86. Ueber den feineren Bau der krankhaften Geschwülste. Monatsberichte u. s. w. 8. De- cember 1836. S. 107—113. 87. Jahresbericht über die Fortschritte der anatomisch-physiologischen Wissenschaften im Jahre 1835. Archiv u. s. w. 1836. S. I —CCXXXVI. 88. Versuche über die künstliche Verdauung des geronnenen Eiweifses von Prof. Dr. J. Müller nnd Dr. Schwatnn. Archiv u. s. w. 1836. S. 66 — 89. 89. Ueber die Structur und die chemischen Eigenschaften der thierischen Bestandtheile der Knorpel und Knochen. Poggendorff’s Annalen u. s. w. 1836. Bd. XXXVIII. S. 295 — 353. 1 Kpfr. 90. Nachtrag zu diesem Aufsatze ebendas. S. 476 — 478. 91. Nachrichten über die beiden Mikrocephalen zu Kiwitshlott bei Bromberg. Medicinische Zeitung u. s. w. 5. Jahrgang. 1836. No. 2. S. 7 —10. No. 3. S. 13 —18. 1837. 52. (XIII.) C. Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen. Bd. II. Abth. I. Coblenz u. s. w. 1837. (Die Lehre von den Bewegungen, von der Stimme und Sprache.) 246 S. 92. (XVI.) A. Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen. Bd. I. Abth. I. Dritte verbesserte Auflage. Coblenz u. s. w. 1837. 421 S. 93. Jahresbericht über die Fortschritte der anatomisch-physiologischen Wissenschaften im Jahre 1836. Archiv u. s. w. 1837. S. I —CXXXXIII. 164 Verzeichnis von Müllers Arbeiten. 94. Historisch-anatomische Bemerkungen. Archiv u. s. w. 1837. S. 273 — 296. 95. Jon. Müller, Ueber die Gattungen der Haifische und Rochen nach einer von ihm mit Hrn. Henle unternommenen gemeinschaftlichen Arbeit über die Naturgeschichte der Knor- pelfische. Monatsberichte u. s. w. 31. Juli 1837. S. 111 —118. 96. Ueber die Gattungen der Plagiostomen. Von Joh. MÜLLER und Henle. WlEG- MANN’s Archiv für Naturgeschichte. 3. Jahrgang. Bd. I. Berlin 1837. S. 394 — 401. 1838. 52. (XIII.) D. Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. II. Abth. II. Coblenz u. s. w. 1838. S. 246 — 504. (Die Lehre von den Sinnen.) 92. (XVI.) B. Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. Abth. II. Dritte verbesserte Auflage. Coblenz u. s. w. 1838. 446 S. 97. (XVII.) Ueber den feineren Bau und die Formen der krankhaften Geschwülste. Berlin bei Reimer 1838. Folio. In zwei Lieferungen. Erste Lieferung, Bogen 1 — 15 und Tafel I — IV. 98. Vergleichende Neurologie der Myxinoiden. (Gelesen am 15. Februar 1838.) Phy- sikalische Abhandlungen u. s. w. 1838. (1840.) S. 171 — 251. 4 Kpfr. 99. Ueber das Nervensystem der Myxinoiden. Monatsberichte u. s. w. 15. Februar 1838. S. 16 — 20. 100. Ueber den Nervus sympathicus der Schlangen. Vorläufige Mittheilung aus der ver- gleichenden Anatomie der Myxinoiden. Archiv u. s. w. 1839. S. 59 — 63. 101. Jahresbericht über die Fortschritte der anatomisch-physiologischen Wissenschaften iin Jahre 1837. Archiv u. s. w. 1838. S. XCI —CXCVIII. 102. Anmerkung zu Valentin’s Abhandlung „Ueber den Verlauf der Blutgefäfse in dem Penis des Menschen und einiger Säugethiere”. Archiv u. s. w. 1838. S. 224 — 226. 103. a. On the generic characters of Cartilaginous Fishes, with Descriptions of new ge- nera. Ry Prof. J. Müller and Dr. Henle. Magazine of Natural History. New Se- ries. Conducted by Edward Charlesworth. 1838. vol. II. p. 33 — 37. 88 — 91. 103. b. Ueber die Gattungen der Plagiostomen. Von Joh. MÜLLER und Henle. Wieg- MANN’s Archiv u. s. w. 4. Jahrgang. Bd. I. 1838. S. 83—85. 1839. 104. (XVIII.) Ueber die Compensation der physischen Kräfte am menschlichen Stimmorgan. Mit Bemerkungen über die Stimme der Säugethiere, Vögel und Amphibien. Fortsetzung und Supplement der Untersuchungen über die Phy- siologie der Stimme. Berlin. Bei A. Hirschwald. 1839. 8°. 54 S. 4 Kpfr. 105. Ueber den glatten Haifisch des Aristoteles und die Verschiedenheiten unter den Hai- fischen und Rochen in der Entwickelung des Eies. Monatsberichte u. s. w. 11. April 1839. S. 49 — 52. 106. Ueber die Lymphherzen der Schildkröten. (Gelesen am 14. October 1839.) Physi- kalische Abhandlungen u. s. w. 1839. (1841.) S. 31—35. 1 Kpfr. 107. Ueber die Lymphherzen der Schildkröten. Monatsberichte u. s. w. 14. October 1839. S. 150—152. 1837 — 1840. 165 108. Ueber die Lymphherzen der Schildkröten. (Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 14. Oct. 1839.) Archiv u. s. w. 1840. S. 1 — 4. 109. ('IV.) Vergleichende Anatomie der Myxinoiden. Dritte Fortsetzung. Ueber das Gefäfssy- stem. (Gelesen am 11. Nov. und 9. Dec. 1839, mit einigen neueren Ergänzungen.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1839. (1841.) S. 175 — 303. 5 Kpfr. 110. Dritte Fortsetzung der Arbeit über die vergleichende Anatomie der Myxinoiden, zu- nächst über Blutgeläfssystem und Lymphgefäfssystem derselben. Monatsberichte u. s. w. 11. November 1839. S. 184—186. 111. Ueber die Natur der Nebenkiemen bei den Knochenfischen. Monatsberichte u. s. w. 11. November 1839. S. 186 —197. 112. Mittheilungen über die Wundernetze zu dem comparativen Theil der vergleichenden Anatomie der Myxinoiden. Monatsberichte u. s. w. 9. December 1839. S. 272 — 292. 113. Ueber Nebenkiemen und Wundernetze. (Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 11. Nov. und 9. Dec. 1839.) Archiv u. s. w. 1840. S. 101 — 142. 114. Sur l’organisation et les fonctions des pseudobranchies et des plexus vasculaires des poissons. Comptes rendus hebdomadaires des Seances de l’Academie des Sciences. 9. Mars 1840. t. X. p. 422. 115. Ueber den Ampbioxus lanceolatus Yarrell. Monatsberichte u. s. w. 11. November 1839. S. 197 — 200. 116. Ueber eine eigentümliche Bewaffnung des Zwischenkiefers der reifen Embryonen der Schlangen und Eidechsen. Monatsberichte u. s. w. 11. November 1839. S. 182 —184. 117. Ueber eine eigenthümliche Bewaffnung des Zwiscbenkiefers der reifen Embryonen der Schlangen und Eidechsen. (Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 11. November 1839.) Archiv u. s. w. 1841. S. 329 — 331. 1 Kpfr. 118. Bericht über die Fortschritte der mikroskopischen Anatomie im Jahre 1838. Archiv u. s. w. 1839. S. CLXXXVIII —CCVII. 119. Bericht über die Fortschritte der vergleichenden Anatomie der Wirbelthiere im Jahre 1838. Archiv u. s. w. 1839. S. CCVIII — CCXVIII. 120. Ueber die Plagiostomen - Gattungen Syrrhina, Trigonoptera. Mittheilungen aus den Verhandlungen der Gesellschaft naturforschender Freunde. Viertes Jahr. 1839.181 1840. 52. (XIII.) E. Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. II. Abth. III. Coblenz u. s. w. 1840. (Die Lehre vom Seelenleben, von der Zeugung und Entwickelung.) 5. 504 — 780. 1 Kupfer. 121. Ueber den glatten Hai des Aristoteles, und über die Yerschiedenheiten unter den Haifischen und Rochen in der Entwickelung des Eies. (Gelesen am 11. April 1839 und 6. August 1840.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1840. (1842.) S. 187 — 257. 6 Kpfr. 122. Fortsetzung der Untersuchungen über den glatten Hai des Aristoteles, zunächst über den Galeus laevis des Stenonis. Monatsberichte u. s. w. 6. August 1840. S. 171—175. 123. Ueber den Bau des Pentacrinus Caput Medusae. Monatsberichte u. s. w. 30. April 1840. S. 88 — 106. 166 Verzeiclinifs von Müllers Arbeiten. 124. Ueber die Gattungen der Ophiuren. Von J. MÜLLER und F. H. TROSCHEL. (Mit- getheilt in der Gesellschaft naturforschender Freunde am 16. Juni und 21. Juli 1840.) Wiegmann’s Archiv u s. w. 6. Jahrgang. Bd I. 1840. S. 326 — 330. 125. Fortgesetzte Bemerkungen über die Gattungen der Asteriden. Von J. MÜLLER und F. H. Troschel. Wiegmann’s Archiv u. s. w. 6. Jahrgang. Bd. I. 1840. S. 367 — 368. 126. Bericht über die Fortschritte der vergleichenden Anatomie der Wirbeltiere im Jahre 1839. Archiv u. s. w. 1840. S. CLIX —CCXXI. 1841 127. (XIX.) A. Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. Vierte Auflage. Lief. I. Bogen 1—14. Coblenz u. s. w. 1841. 128. (XX.) Systematische Beschreibung der Plagiostomen von Dr. J. Müller, u. s. w., und Dr. J. Henle, u. s. w., Fol. mit 60 Steindrucktafeln. Berlin bei Veit und Comp. 1841. XXII und 202 S. 129. Bemerkungen die Anatomie des Thiers im Nautilus Pompilius betreffend. Monatsbe- richte u. s. w. 28. Januar 1841. S. 58 — 59. 130. Nachtrag zur Abhandlung über die Nebenkiemen. Monatsberichte u. s. w. 11. Fe- bruar 1841. S. 86 — 98. 131. Fortgesetzte Untersuchungen über die Pseudobranchien (Gelesen in der Königl. Aka- demie der Wissenschaften zu Berlin am 11. Februar 1841.) Archiv u. s. w. 1841. S. 263 — 277. 132. Ueber den Bau des Pentacrinus caput Medusae. (Gelesen am 30. April 1840 und 13. Mai 1841). Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1841. (1843.) S. 177 — 248. 6 Kpfr. 133. Ueber die Anatomie des Steatornis caripensis v. HüMB. Monatsberichte u. s. w. 13. Mai 1841. S. 172 —179. 134. Anatomische Bemerkungen über den Quacharo, Steatornis caripensis v. HuMß. (Ge- lesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin, am 13. Mai 1841). Ar- chiv u. s. w. 1842. S. 1 —11. 1 Kpfr. 135. Ueber die Gattungen und Arten der Comatulen als Fortsetzung der Abhandlung über den Pentacrinus Caput Medusae. Monatsberichte u. s. w. 13. Mai 1841. S. 179—189. 136. Ueber die Gattungen und Arten der Comatulen. (Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 13. Mai 1841.) WlEGMANN’s (Ericiison’s) Archiv u. s. w. 7. Jahrgang. Bd. I. 1841. S. 139 —148. 137. Ueber einen krankhaften Hautausschlag mit specifisch organisirten Samenkörperchen [Psorospermien]. Monatsberichte u. s. w. 21. Juni 1841. S. 212 — 222. 138. Ueber eine eigentümliche krankhafte parasitische Bildung mit specifisch organisirten Samenkörperchen (Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 21. Juni und 19. Juli 1841.) Archiv u. s. w. 1841. S. 477 — 496. 1 Kpfr. 139. Fortsetzung der Beobachtungen über die Psorospermien. Monatsberichte u. s. w. 19. Juli 1841. S. 246 —250. 140. Ueber den Bau und die Lebenserscheinungen des Branchiostoma lubricum Costa, 1840 — 1843. 167 Amphioxus lanceolatus Yarrell. (Gelesen am 6. December 1841.) Physikalische Ab- handlungen u. s. w. 1842. (1844.) S. 79 —116. 5 Kpfr. 141. Mikroskopische Untersuchungen über den Bau und die Lebenserscheinungen des Bran- chiostoma lubricum Costa, Amphioxus lanceolatus Yarrell. Monatsberichte u. s. w. 6. December 1841. S. 396 — 411. 142. Bericht über die Fortschritte der vergleichenden Anatomie der Wirbelthiere im Jahre 1840. Archiv u. s. w. 1841. S. CXLV—CLXI. 143. Nachschrift zu Dr. W. Peters Uebersetzung von Nilsson’s Entwurf einer systema- tischen Eintheilung und speciellen Beschreibung der Phoken. WlEGMANN’s (Erich- son’s) Archiv u. s. w. 7. Jahrgang. Bd. I. 1841. S. 333 — 334. 1842. 144. (XXI.) System der Asteriden von Dr. Johannes Müller, und Dr. Franz Herrmann Troschel. Braunschweig 1842. 4°. XX und 135 S. 12 Kpfr. 145. Bericht über einige auf einer Reise in Schweden in Gemeinschaft mit Hm. RetziüS angestellte pathologisch-anatomische Beobachtungen über parasitische Bildungen. Mo- natsberichte u. s. w. 3. März 1842. S. 47 — 49. 146. Ueber parasitische Bildungen. Bericht von J. MÜLLER über einige mit Hrn. RetziüS untersuchte pathologisch-anatomische Gegenstände, gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 3. März 1842. Archiv u. s. w. 1842. S. 193 — — 212. 2 Kpfr. 147. Untersuchungen über die Eingeweide der Fische, Schlufs der vergleichenden Ana- tomie der Myxinoiden. (Gelesen am 16. und 23. Juni 1842.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1843. (1845.) S. 109 — 170. 5 Kpfr. 148. Ueber die Eingeweide der Fische, zunächst über die Geschlechtsorgane der Knorpel- fische und über die Schwimmblase, mit Bezug auf einige neue Fischgattungen. Mo- natsberichte u. s. w. 16. Juni 1842. S. 174 —186. 149. Fortsetzung der Untersuchungen über die Schwimmblase der Fische mit Bezug auf einige neue Fischgattungen. Monatsberichte u. s. w. 23. Juni 1842, S. 202 — 210. 150. Beobachtungen über die Schwimmblase der Fische, mit Bezug auf einige neue Fisch- gattungen. (Gelesen in der Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 16. und 23. Juni 1842). Archiv u. s. w. 1842. S. 307 — 329. 151. Beobachtungen über die Geschlechtsorgane der Plagiostomen, mit Anwendung auf eine Stelle in Aristoteles Naturgeschichte. (Aus dem Monatsbericht der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Juni 1842.) Archiv u. s. w. 1842. S. 414 — 417. 152. Bericht über die Fortschritte der vergleichenden Anatomie der Wirbelthiere, im Jahre 1841. Archiv u. s. w. 1842. S. CCXVII —CCXXXIX. 153. Bemerkungen über eigenthümliche Herzen des Arterien- und Venensystems. Archiv u. s. w. 1842. S. 477—478. 127. (XIX.) B, Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. Vierte Auflage. Lieferung II. Bogen 15 — 26. Coblenz u. s. w. März 1843. 1843. 168 Verzeichnis von Müllers Arbeiten. 154. Beiträge zur Kenntnifs der natürlichen Familien der Knochenfische. Monatsberichte u. s. w. 3. August 1843. S. 211—218. 155. Neue Beiträge zur Kenntnifs der Asteriden. Von J. MÜLLER und F. H. Trosciiel. Wiegmann’s (Erichson’s) Archiv u. s. w. 9. Jahrgang. Bd. I. 1843. S. 113 —131. 156. Neue Beiträge zur Kenntnifs der Arten der Comatulen. Wiegmann’s (Erichson’s) Archiv u. s. w. 9. Jahrgang. Bd. I. 1843. S. 131 —136. 157. Beiträge zur Kenntnifs der natürlichen Familien der Fische. (Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 16. und 23. Juni 1842 und am 3. August 1843.) Wiegmann’s (Erichson’s) Archiv u. s. w. 9. Jahrgang. Bd. I. 1843. S. 292 — 330. 158. Nachtrag zur Abhandlung über die natürlichen Familien der Fische. Wiegmann’s (Erichson’s) Archiv u. s. w. 9. Jahrgang. Bd. I. 1843. S. 381 — 384. 159. Ueber die Wirbel der Haifische, in: Louis Agassiz, Recherches sur les poissons fos- siles etc. tom. III. Neuchatel 1833 — 43. 4°. S. 361 — 368. 1 Kpfr. [Einzeln abgedruckt unter dem Titel: Notice sur les vertebres de Squales vivans et fossiles, par J. Müller et L. Agassiz. «(Extrait de la 15e livraison des Re- cherches sur les poissons fossiles). Neuchatel 1843.] 160. Bericht über die Fortschritte der vergleichenden Anatomie der Wirbelthiere im Jahre 1842. Archiv u. s. w. 1843. S. CCXXXVIII—CCLXI. 161. Ueber den Bau der Leber. Anmerkung zu: ,,Dr. Adolph Krukenberg, Untersu- chungen über den feineren Bau der menschlichen Leber.” Archiv u. s. w. 1843. S. 338 _ 344. 1 Kpfr. 162. Anmerkung zu ,,Dr. F. BlDDER, Zur Histogenese der Knochen”. Archiv u. s. w. 1843. S. 395. 163. Ueber ossificirende Schwämme oder Osteoid-Geschwülste. (Gelesen in der HüFE- LAND’schen med. chirurg. Gesellschaft am 1. Sept. 1843.) Archiv u. s. w. 1843. S. 396 — 442. 164. Anmerkung zu: ,,Dr. J. VON Tschudi, Vergleichend anatomische Beobachtungen”, betreffend die systematische Stellung der Penelope. Archiv u. s. w. 1843. S. 472. 1844. 127. (XIX.) C. Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. Vierte Auflage. Lief. III. Bogen 27 — 47. Coblenz u. s. w. 1844. 165. Zusätze zu zoologischen Mittheilungen von Hrn. Peters über einige neue Fische und Amphibien aus Angola und Mozambique. Monatsberichte u. s. w. 5. Februar 1844. S. 31—37. 166. Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden und über das natürliche System der Fische. (Gelesen am 12. December 1844.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1844 (1846.) S. 117 —216. 6 Kpfr. 167. Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden und über das natürliche System der Fische. Monatsberichte u. s. w. 1844. S. 416 — 422. 168. Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden, und über das natürliche System der Fische. (Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 12. Dec. 1844.) Wiegmann’s (Erichson’s) Archiv u. s. w. 11. Jahrgang. Bd. 1.1845. S. 91—141. 1843 — 1846. 169 169. Bericht über die Fortschritte der vergleichenden Anatomie der Wirbelthiere im Jahre 1843. Archiv u. s. w. 1844. S. 50 — 67. 170. Synopsis generum et specierum familiae Characinorum. (Prodromus descriptionis novo- rum generum et specierum) Auctoribus J. Müller et F. H. Troschel. Wiegmann’s (Ericiison’s) Archiv u. s. w. 10. Jahrgang. Bd. I. 1844. S. 81 — 99. 171. Ueber einen neuen Wurm Sipunculus (Phascolosoma) scutatus. Wiegmann’s (Erich- SON’s) Archiv u. s. w. 10. Jahrgang. Bd. I. 1844. S. 166—168. 1 Kpfr. z. Th. 172. Beschreibung neuer Asteriden. Von J. Müller und F. H. Troschel. Wiegmann’s (Ericiison’s) Archiv u. s. w. 10. Jahrgang. Bd. I. 1844. S. 178 —185. 173. Brief über den Blödsinn an den Geheimenrath und General-Inspector des Taubstum- men-Bildungs-Wesens Saegert, vom 20. März 1844. Abgedruckt in: Die Heil- und Bildungs-Anstalt für Blödsinnige zu Berlin u. s. w. Bericht über deren Gründung und Entwickelung u. s. w. Herausgegeben von Dr. Heyer. Berlin 1858. 4°. S. 6—7. 174. (XXII.) A. Horae ichthyologicae. Beschreibung und Abbildung neuer Fische. Von Dr. Johannes Müller und Dr. Franz Herrmann Troschel. Erstes und zweites Heft. 4°. Mit 11 Kupfertafeln. Berlin bei Veit und Comp. 1845. 40 S. ' 175. Nachtrag zu der Abhandlung über den Bau der Ganoiden. Monatsberichte u. s. w. 13. Februar 1845. S. 33 — 35. 176. Ueher die bisher unbekannten typischen Verschiedenheiten der Stimmorgane der Pas- serinen. Monatsberichte u. s. w. 26. Juni 1845. S. 207 — 221. 177. Ueber die bisher unbekannten typischen Verschiedenheiten der Stimmorgane der Pas- serinen. Auszug aus dem Monatsbericht der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Juni 1845. Archiv u. s. w. 1846. S. 314 — 332. 178. Caracteres tires de la structure du larynx pour la classification des passereaux. (Dank- schreiben Müller’s an die Academie des Sciences für seine Ernennung zum Correspon- denten.) Comptes rendus etc. 6 Octobre 1845. t. XXI. p. 821. 179. Jahresbericht über die Fortschritte der vergleichenden Anatomie der Wirbelthiere. 1844. Archiv u. s. w. 1845. S. 195 — 212. 180. Physiologische Bemerkungen über die Statik der Fische. Auszug aus dem letzten Theil der vergleichenden Anatomie der Myxinoiden. Archiv u. s. w. 1845. S. 456—464. 181. Ueber die Wimperbewegung in den Harncanälchen der Rochen und den Kiemen der Ascidien. Anmerkung zu: „Kölliker, Ueber Flimmerbewegungen in den Primordial- nieren”. Archiv u. s. w. 1845. S. 520. 1845. 182. Fernere Bemerkungen über den Bau der Ganoiden. Monatsberichte u. s. w. 12. März 1846. S. 67 — 85. 183. Fernere Bemerkungen über den Bau der Ganoiden. (Gelesen in der Königl. Akade- mie der Wissenschaften zu Berlin am 12. März 1846.) Wiegmann’s (Erichson’s) Archiv u. s. w. 12. Jahrgang. Bd. I. 1846. S. 190 — 208. 1846. 170 Verzeiclmifs von Müllers Arbeiten. 184. Ueber die bisher unbekannten typischen Verschiedenheiten der Stimmorgane der Pas- serinen. (Gelesen am 26. Juni 1845 und 14. Mai 1846.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1845. (1847.) S. 321 — 391. 6 Kpfr. 185. Nachtrag dazu S. 405 — 406. 186. Nachtrag zur Abhandlung über die Stimmorgane der Singvögel. Monatsberichte u. s. w. 14. Mai 1846. S. 148 —149. 187. Nachtrag zu der Abhandlung über die Stimmorgane der Passerinen. Archiv u. s. w. 1847. S. 397 — 399. 188. Ueber die Gattung Comatula Lam. und ihre Arten. (Gelesen am 13. Mai 1841 und 8. Juni 1846.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1847. (1849.) S. 237 — 265. 189. Nachtrag zur Abhandlung über die Comatulen. Monatsberichte u. s. w. 8. Juni 1846. S. 177—179. 190. Bemerkung über die Fufsknochen des fossilen Gürtelthiers, Glyptodon clavipes Ow. (Gelesen am 8. Juni 1846.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1847. (1849.) S. 266 — 267. 2 Kpfr. 191. Bemerkungen zu dem Hinterfufs des gigantischen fossilen Gürtelthiers der Banda oriental. Monatsberichte u. s. w. 8. Juni 1846. S. 179 —181. 192. Bericht über einige neue Thierformen der Nordsee. Archiv u. s. w. 1846. S. 101 —110. 2 Kpfr. [Erste Beschreibung des Pluteus.] 193. (I.) Ueber die Larven und die Metamorphose der Ophiuren und Seeigel. (Gelesen am 29. October 1846.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1846. (1848.) S. 273 — 312. 7 Kpfr. 194. Ueber die Larvenzustände und die Metamorphose der Ophiuren und Seeigel. Monats- berichte u. s. w. 29. October 1846. S. 294 — 310. 1847. 195. Fortsetzung des Berichts über einige neue Thierformen der Nordsee. Archiv u. s. w. 1847. S. 156 — 179. 1 Kpfr. z. Th. 196. Untersuchungen über den Hydrarchus. Monatsberichte u. s. w. 12. April 1847. S. 103 — 114. 197. Ueber den Bau des Schädels des Zeuglodon cetoides Ow. Monatsberichte u. s. w. 20. Mai 1847. S. 160. 198. Ueber die Wirbelsäule des Zeuglodon cetoides. Monatsberichte u. s. w. 14. Juni 1847. S. 185 — 200. 199. Ueber die von Hrn. Koch in Alabama gesammelten fossilen Knochenreste seines Hy- drarchus. Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 12. April, 20. Mai und 14. Juni 1847. (Aus den Monatsberichten der Akademie.) Archiv u. s, w. 1847. S. 362 —396. 1848. 200. (II.) Ueber die Larven und die Metamorphose der Echinodermen. (Zweite Abhand- lung.) (Gelesen am 27. Juli 1848.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1848. (1850.) S. 75—109. 5 Kpfr. (Mit Zusätzen von 1849.) 1846 — 1850. 171 201. Ueber die Metamorphose der Echinodermen. Monatsberichte u. s. w. 27. Juli 1848. S. 284. 202. Bemerkungen über die Metamorphose der Seeigel. Archiv u. s. w. 1848. S. 113 —131. 203. Anmerkung zu: ,,Stannius, Versuche über die Function der Zungennerven”. Archiv u. s. w. 1848. S. 138. 204. Dr. A. Th. v. Middendorff’s Reise in den äufsersten Norden und Osten Sibiriens. Bd. I. St. Petersburg 1848. 4°. Fossile Fische. Bearbeitet von Johannes Müller. S. 261 — 263. 1 Kpfr. [Einzeln abgedruckt unter dem Titel: Fossile Fische. Gesammelt während Mid- dendorff’s Sibirischer Reise. Bearbeitet von Johannes Müller. (Aus Mid- dendorff’s Sibirischer Reise Bd. I. Th. I.)] 1849. 205. (XXIII) Ueber die fossilen Reste der Zeuglodonten von Nordamerica mit Rücksicht auf die europäischen Reste aus dieser Familie. Berlin bei Reimer. 1849. Fol. 37 S. 27 Steindrucktafeln. 174. (XXII.) B. Horae ichthyologicae. Beschreibung und Abbildung neuer Fische. Von Dr, Johannes Müller und Dr. Franz Herrmann Troschel. Drittes Heft. Mit 5 Kupfertafeln. Berlin. Verlag von Veit und Comp. 1849. Fol. 28 S. 206. Anmerkung zu: ,,HERRMANN Jordan, Ergänzende Beobachtungen zu der Abhandlung von GoLDFüSS über die Gattung Archegosaurus”. Verhandlungen des naturhistorischen Vereins der preufsischen Rheinlande und Westphalens. Herausgegeben von Büdge. Bonn 1849. Jahrgang VI. S. 81. 207. Ueber die Bipinnarien und die Metamorphose der Asterien. Archiv u. s. w. 1849. S. 84—112. 208. Ueber die Larven und die Metamorphose der Holothurien. Monatsberichte u. s. w. 15. November 1849. S. 301 — 331. 209. Ueber die Larven und die Metamorphose der Holothurien. (Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 15. November 1849.) Archiv u. s. w. 1849. S. 364 — 399. 1850. ‘210. (UI.) Ueber die Larven und die Metamorphose der Holothurien und Asterien. (Gelesen am 15. November 1849 und 18. April 1850. Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1849.(1851.) S. 35 —72. 7 Kpfr. 211. Fortsetzung der Untersuchungen über die Metamorphose der Echinodermen. Monats- berichte u s. w. 18. April 1850. S. 140 —141. 212. Anatomische Studien über die Echinodermen. Archiv u. s. w. 1850. S. 117 —155. 213. Berichtigung und Nachtrag zu den anatomischen Studien über die Echinodermen. Ar- chiv u. s. w. 1850. S. 225 — 233. 214. Fortsetzung der Untersuchungen über die Metamorphose der Echinodermen. Monats- berichte u. s. w. 7. November 1850. S. 403 — 425. 172 Verzeichnijs von Müllers Arbeiten. 215. Fortsetzung der Untersuchungen über die Metamorphose der Echinodermen. Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 7. November 1850. Archiv u. s. w. 1850. S. 452 —478. 216. Ueber eine eigenthümliche Wurmlarve, aus der Classe der Turbellarien und aus der Familie der Planarien. Archiv u. s. w. 1850. S. 485 — 500. 2 Kpfr. 217. Ergebnifs der Revision einer Reihe fossiler Fischgattungen. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft. Berlin 1850. Bd. II. S. 65. 1851. 218. (V.) Ueber die Ophiurenlarven des Adriatischen Meeres. (Gelesen am 16. Januar 1851.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1851. (1852.) S. 33 — 61. 8 Kpfr. 219. Ueber die Ophiurenlarven des Adriatischen Meeres. Gelesen in der Königl. Akade- mie der Wissenschaften zu Berlin am 16. Januar 1851. Archiv u. s. w. 1851. S. 1 — 20. 220. Nachtrag zu den Untersuchungen über die Entwickelung und Metamorphose der Echi- nodermen. Monatsberichte u. s. w. 28. April 1851. S. 233 — 236. 221. Neue Beiträge zur Kenntnifs der Zeuglodonten. Monatsberichte u. s. w. 28. April 1851. S. 236 — 246. 222. Ueber die Jugendzustände einiger Seethiere. Monatsberichte u. s. w. 29. Juli 1851. S. 468 — 474. 223. Ueber die Erzeugung von Schnecken in Holothurien. Monatsberichte u. s. w. 23. October 1851. S. 628 — 648. 224. (IV.) Fortsetzung der Untersuchungen über die Metamorphose der Echinodermen. Vierte Abhandlung. (Gelesen am 7. November 1850, 28. April und 10. November 1851.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1850. (1852.) S. 37 — 86. 9 Kpfr. 225. Nachtrag zu den Untersuchungen über die Entwickelung und Metamorphose der Echi- nodermen. Monatsberichte u. s. w. 10. November 1851. S. 677 — 679. 226. Nachtrag zur Abhandlung über die Erzeugung von Schnecken in Holothurien. Mo- natsberichte u. s. w. 13. November 1851. S. 679 — 680. 227. Anmerkung zu: „Agassiz, Ueber die . Entwickelung eines Seesterns”. Archiv u. s. w. 1851. S. 125. 228. Ueber eine eigenthümliche Meduse des Mittelmeers und ihren Jugendzustand. Archiv u. s. w. 1851. S. 272 — 277. 1 Kpfr. 229. Bemerkungen über einige Echinodermenlarven. Archiv u. s. w. 1851. S. 353—357. 1852. 230. Ueber die Erzeugung von Schnecken in Holothurien. Archiv u. s. w. 1852. S. 1 — 36. 231. Observations sur la production d’animaux ä coquille spirale dans le corps des Synap- tes. Comptes rendus etc. 12 Janvier 1852. t. XXXIY. p. 34 — 35. 232. Modell der Schale der Synapta - Schnecke. Monatsberichte u. s. w. 22. April 1852. S. 206 — 207. 1850 — 1854. 173 233. (XXIV.) Ueber Synapta digitata und über die Erzeugung von Schnecken in Holothurien. Berlin bei Reimer 1852. 4°. IV und 36 S. Mit 10 Kupfer- tafeln. 234. Ueber die Entwicklungsformen einiger niederen Thiere. Monatsberichte u. s. w. 25. October 1852. S. 595 — 606. 235. (VI.) Ueber den allgemeinen Plan in der Entwickelung der Echinodermen. (Gele- sen am 19. Februar und 28. October 1852.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1852. (1853.) S. 25 — 65. 8 Kpfr. 236. Anmerkung zu: „Gottsche, Beitrag zur Anatomie und Physiologie des Auges der Krebse und Fliegen”. Archiv u. s. w. 1852. S. 492. 237. Anmerkung zu: „Fr. Leydig, Anatomische Notizen über Synapta digitata”. Archiv u. s. w. 1852. S. 519 — 520. 1853. 238. Ueber die Semitae der Spatangoiden. Archiv u. s. w. 1853. S. 1—2. 239. Bericht über ein neu entdecktes Cetaceum aus Radoboy, Delphinopsis Freyerii. Sit- zungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akade- mie der Wissenschaften zu Wien. 20. Jänner 1853. Bd. X. S. 84 — 88. 240. (VIII.) Ueber den Bau der Echinodermen. (Gelesen am 26. Mai, 9. Juni und 18. Juli 1853.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1853. (1854.) S. 123 — 219. 9 Kpfr. 241. Ueber den Bau der Echinodermen. Gelesen in der Königl. Akademie der Wissen- schaften zu Berlin, am 26. Mai 1853. Archiv u. s. w. 1853. S. 175 — 240. [Fort- setzung von No. 212.] 242. (VII.) Ueber die Gattungen der Seeigellarven. Siebente Abhandlung über die Meta- morphose der Echinodermen. (Gelesen am 17. November 1853.) Physikalische Abhand- lungen u. s. w. 1854. (1855.) S. 1 — 55. 8 Kpfr. [Am Schlufs die „Alphabetische Nachweisung zu den (VII) Abhandlungen über Echinodermenlarven”.] 243. Ueber die Gattungen der Seeigellarven. Gelesen in der Königl. Akademie der Wis- senschaften zu Berlin am 17. November 1853. Archiv u. s. w. 1853. S. 472—496. 244. Anmerkung zu: „Krohn, Ueber die Larve von Spatangus purpureus”. Archiv u. s. w. 1853. S. 258 — 259. 1854. 245. Ueber den Canal in den Eiern der Holothurien. Archiv u. s. w. 1854. S. 60—68. 246. Ueber verschiedene Formen von Seethieren. (Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 12. Januar 1854.) Archiv u. s. w. 1854. S. 69 — 98. 3 Kpfr. 247. Ueber zahlreiche Porenkanäle in der Eikapsel der Fische. Monatsberichte u. s. w. 16. März 1854. S. 164 —168. 248. Ueber zahlreiche Porencanäle in der Eicapsel der Fische. (Gelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 16. März 1854.) Archiv u. s. w. 1854. S. 186—190. lKpfr. z. Th. 174 Verzeichnis von Müllers Arbeiten. 249. Nachtrag zu der Vergleichung der Larven der Echinodermen, zunächst der verschie- denen Formen der Asterien-Larven. Monatsberichte u. s. w. 16. März 1854. S. 168 — 169. 250. Fortsetzung der Beobachtungen über die Entwickelung der Echinodermen. Monats- berichte u. s. w. 2. November 1854. S. 589 — 593. 251. Anmerkung zu: ,,Remak, Ueber Eihüllen und Spermatozoen”. Müller’s Archiv u. s. w. 1854. S. 256. 1855. 252. Dankschreiben MÜLLER’s an die Academie des Sciences für den ihm verliehenen Prix Cüvier. Comptes rendus etc. 29 Janvier 1855. t. XL. p. 238. 253. Nachtrag zur Abhandlung über ein neu entdecktes fossiles Cetaceum aus Radoboy. Sitzungsberichte u. s. w. 15. Februar 1855. Bd. XV. S. 345. 1 Kpfr. 254. Fortsetzung der Beobachtungen über die Metamorphose der Echinodermen. Archiv u. s. w. 1855. S. 67 — 89. 255. Ueber Sphaerozoum und Thalassicolla. Monatsberichte u. s. w. 19. April 1855. S. 229 — 253. 256. Ueber die im Hafen von Messina beobachteten Polycystinen. Monatsberichte u. s. w. 5. November 1855. S. 671 — 676. 1856. 257. Ueber die Fische, welche Töne von sich geben und die Entstehung dieser Töne. (Nach einem in der Akademie der Wissenschaften zu Berlin am 10. Januar 1856 gehal- tenen Vortrag). Archiv u. s. w. 1857. S. 249 — 279. 258. Ueber neue Echinodermen des Eifeier Kalkes. (Gelesen am 16. und 19. Juni 1856.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1856. (1857.) S. 243 — 268. 4 Kpfr. 259. Ueber neue Crinoiden aus dem Eifeier Kalk. Monatsberichte u. s. w. 16. Juni 1856. S. 353 — 356. 260. Ueber ein Echinoderm mit schuppenformigen Tafeln und Echinidstacheln im Eifeier Kalk. Monatsberichte u. s. w. 19. Juni 1856. S. 356 — 361. 261. Einige Beobachtungen an Infusorien. Monatsberichte u. s. w. 10. Juli 1856. S. 389 — 393. 262. Die Thalassicollen, Polycystinen und Acanthometren des Mittelmeeres. Monatsbe- richte u. s. w. 13. November 1856. S. 474 — 503. 1857. 263. Bemerkungen aus der Entwickelungsgeschichte der Pteropoden. Monatsberichte u. s. w. 19. März 1857. S. 180 — 204. 1858. 264. Geschichtliche und kritische Bemerkungen über Zoophyten und Straldthiere. Archiv u. s. w. 1868. S. 90—105. 1854 — 1858. 175 265. Ueber die Thalassicollen, Polycystinen und Acanthometren des Mittelmeeres. (Gele- sen am 13. November und 11. Februar 1858.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1858.(1859.) S. 1 —62. 11 Kpfr. 266. Ueber einige neue bei St. Tropez am Mittelmeer beobachtete Polycystinen und Acan- thometren. Monatsberichte u. s. w. 11. Februar 1858. S. 154 —155. 267. lieber einige Ecbinodermen der Rheinischen Grauwacke und des Eifeier Kalkes. Mo- natsberichte u. s. w. 1. März 1858. S. 185 —198. 176 Anmerkungen. 1 —12. Anmerkungen. 1 (S. 26.) Recueil des Eloges historiques etc. Premiere Serie. Paris 1856. p. 107. * 2 (S. 29.) A. a. O. S. 45.* 3 (S. 30.) De Phoronomia Animalium. Dissertatio inauguralis etc. Bonnae 1822. 4°. p. 42.* 4 (S. 30.) Ibidem. 5 (S. 31.) „Gegen Spinnen hatte er die gröfste Abneigung. Als er einmal durch das Thor ,,in’s Gymnasium geben wollte, hing eine Spinne, eine recht grofse, mitten im Eingänge, „und veranlafste ihn, mich, der schon drinnen in nicht grofser Entfernnng war, zu Hülfe zu ,,rufen; als ich ihm das Unthier beseitigt hatte, wurde er bald von seinen Mitschülern dieser „kuriosen Abneignng wegen vielfach aufgezogen und mit Spinnen geneckt.” Handschriftliche Mittheilung von Hm. Director Seul. — In dem auch im Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 648* abgedruckten Artikel „Thierische Electricität” aus dem Encyclopae- dischen Wörterbuche der medicinischen Wissenschaften u. s. w. Bd. X. 1834. S. 546*, scheint Müller, hei Gelegenheit der Geschichte Cotugno’s mit der Maus (S meine Untersuchun- gen über thierische Elektricität. Bd. I. 1848. S. 40), auf diesen Widerwillen anzuspielen. Man vergleiche auch seine naturgeschichtliche Schilderung der Spinne in Oken’s Isis. Jahr- gang 1828. Bd. XXI. S. 711*. 6 (S. 32.) Hr. Ober- und Studien-Director a. D. PETER SeüL zu Urfeld bei Bonn. 7 (S. 33.) „Als Student machte er mit mehreren einen Ritt von Bonn an die Ahr, hier „fand er, als er de respiratione foetus schreiben wollte, eine trächtige Katze. Sie sollte und „mufste zu Pferde mit nach Bonn genommen werden, alle scheinbaren Hindernisse wurden ,,beseitigt, in einem Sacke band er sie hinter seinem Sattel fest und allem Miauen ungeach- „tet wurde sie in allen Reitarten, Schritt, Trab, Galopp mitgeschleppt; in Bonn angekom- „men war sie wie wüthend und hifs ihn sehr bösartig in die Hand, so dafs er fürchtete ,,wasserscheu zu werden; alles half nichts und wehrte nicht, sie wurde zu seinen Zwecken „lebend zerlegt.” Handschriftliche Mittheilung von Hrn. Director SEUL. 8 (S. 33.) Auf dem Titel der Dissertation steht der 9., über den Theses defendendae der 14. December als der Tag der Promotion angegeben. Das letztere Datum ist das richtige. 9 (S. 33.) Isis von Oken. 1822. Bd. I. Heft I. S. 61*. 10 (S. 34.) In dem Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 314. und Bd. II. S. 131*, theilt MÜLLER zwar Einiges von dem thatsächlichen Inhalt jener Schriften mit, jedoch ohne deren Titel anzuführen. 11 (S. 34.) Isis von Oken. 1823. Bd. II. Hft. IV. S. 987*. 12 (S. 36.) Gedächtnifsrede auf Carl AsmüND Rudolphi. In den Abhandlungen der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Aus dem Jahre 1835. Berlin 1837. S. XXIII.* Anmerkungen. 13 — 36. 177 13 (S. 36.) I. F. Meckel’s Archiv für Anatomie und Physiologie. 4828. S. 23*. 14 (S. 36.) De Glandularum secernentium Structura penitiori etc. Lipsiae 1830. Fol. p. 3. 24.* 15 (S. 37.) Zur vergleichenden Physiologie des Gesichtssinnes u. s. w. Leipzig 1826. S. 121*. 16 (S. 37.) Meckel’s Archiv u. s. w. 1832. S. 69*. 17 (S. 37.) Meckel’s Archiv u. s. w. 1828. S. 33*. 18 (S. 37.) Schreiben an Y. Altenstein vom 20. Mai 1824. — Ungedrucktes Curriculum vitae. ,,Iam vero nunc (Winter 1823-24) Incl. Hegel philosophiam naturae me docet.” 19 (S. 37.) ,,Diro dumque, che la tavola come tavola non e animata, ne la veste come ,,veste, ne il cuoio come cuoio, ne il vetro come vetro, ma come cose naturali e composte ,,hanno in se la materia e la forma: sia pur cosa quanto piccola, e minima si vogla, ha in „se parte di sustanza spirituale, la quäle, se trova il soggetto disposto, si stende ad esser ,,pianta, ad esser animale, et riceve membri di qualsivogla corpo, che comunmente si dice ,,animato: perche spirto si trova in tutte le cose, et non e minimo corpusculo, che non con- ,,tegna cotal portione in se, che non inanimi.” GlORDANO Bruno Nolano. De la Causa, Principio et Uno. Stampato in Venetia Anno 1584. 8°. Dialogo secondo p. 48*. 20 (S. 37.) A. a. 0. S. 513*. 21 (S. 38.) Gedächtnifsrede auf C. A. Rudolphi u. s. w. S. XXVIII*. 22 (S. 38.) Gedächtnifsrede u. s. w. S. XXXI*. 23 (S. 39.) Verhandlungen der Kaiserl. Leopoldinisch-Carolinischen Akademie der Natur- forscher. Bd. IV. Abth. II. Bonn 1825. p. VII.* 24 (S. 39.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. II. Abth. I. 1838. S. 300.* 25 (S. 40.) A. a. O. S. 13.* 26 (S. 40.) A. a. O. S. 20;*— S. auch Vorrede S. XIX* 27 (S. 40.) Memoire sur l’usage de l’Epiglotte dans la deglutition ... suivi ... d’un Me- moire sur les Images qui se forment au fond de l’oeii. Paris 1813. 8.* 28 (S. 40.) A. a. O. Vorrede. S. XIV.* 29 (S. 40.) Ueber die phantastischen Gesichtserscheinungen u. s. w. S. 7.* Magendie’s Beobachtung steht im Journal de Physiologie experimentale. 1824. t. IV. p. 180, Note. 310 et suiv. * 30 (S. 40.) Vergl. R. Haym, Hegel und seine Zeit. Berlin 1857. S. 133 ff.* 31 (S. 41.) Gruel in Poggendorff’s Annalen u. s. w. 1844. Bd. LXI. S. 220.* — Gottsche in Müller’s Archiv u. s. w. 1852. S. 483.*— Leydig ebendas. 1855. S. 443*; — Lehrbuch der Histologie u. s. w. Frankfurt a. M. 1857. S. 258. 259.*— Helm- HOLTZ, Physiologische Optik. (In Karsten’s Allgemeiner Encyklopaedie der Physik. 1. Lief. 1856.) S. 3.* 32 (S. 42.) Ueber die phantastischen Gesichtserscheinungen u. s. w. S. 69.* 33 (S. 43.) Ueber „Das Sehen in subjectiver Hinsicht, von Purkinje. 1819.” 1821. In „Zur Naturwissenschaft im Allgemeinen”. Goethe’s sämmtliche Werke in dreifsig Bänden. Stuttgart und Tübingen 1851. Bd. XXX. S. 333. 334.* 34 (S. 43.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. II. Abth. 3. Coblenz 1846. S. 567.* 35 (S. 44.) Briefliche Mittheilung von Hrn. Prof. SCHWANN in Lüttich. 36 (S. 45.) Gedächtnifsrede u. s. w. S. XXIII.* 178 Anmerkungen. 37 — 39. 37 (S. 46.) Zur Naturwissenschaft im Allgemeinen. A. a. 0. S. 327.* 38 (S. 46.) Artikel: „Thierische Electricitäl” im Encyclopädischen Wörterbuche der medici- nischen Wissenschaften u. s. w. Bd. X. 1834. S. 546;* — Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 648.* 39 (S. 46.) Ich lasse hier aus den beim Ministerium der Geistlichen, Unterrichts- und Medicinal - Angelegenheiten auf bewahrten Personal-Acten Müller’s, die mir durch die Gnade Sr. Excellenz des Hrn. Ministers VON BetiimanN-IIOLLWEG zum Zweck von Studien für die Biographie des Verstorbenen mitgetheilt worden sind, diesen Bericht wörtlich und voll- ständig folgen. I. (Gutachten des Geheimenrathes v. Walther über den Gesundheitszustand des Professor MÜLLER.) Hochgeborner Freiherr, Gnädiger hochgebietender Herr Minister! Der Herr Professor Windischmann hat mir im Aufträge des Herrn Geheimen Ober- Regierungsrathes Schulze die Mittheilung gemacht, dafs Eure Excellenz von mir ein Gut- achten über den Gesundheitszustand des Hrn. Professor Müller und Vorschläge über die Mittel zu seiner Wiederherstellung zu erhalten wünschen. Diesem hohen Aufträge beeile ich mich in folgendem zu entsprechen. Professor Müller leidet schon seit Monaten an einer eigenen Art von Hypochon- drie, welche ich schon mehrere Male bei jungen Gelehrten im Anfänge ihrer mit Erfolg begonnenen literarischen Laufbahn zu beobachten Gelegenheit hatte. Da in diesen von mir früher beobachteten Fällen insgesammt zuletzt immer, obgleich sehr langsam, wieder voll- ständige Genesung eintrat, so zweifle ich keineswegs, dafs auch Professor Müller sich wieder ganz erholen, und zu seinen Berufsarbeiten die vorige ausgezeichnete Tüchtigkeit er- langen werde, um so mehr, als sein Zustand sich wirklich schon bedeutend gebessert hat. Früher behauptete er zu allen etwas anstrengenden körperlichen Bewegungen unfähig zu sein; er glaubte an einer Krankheit des Rückenmarkes zu leiden, welche mit gänzlicher Lähmung der Beine, ja mit dem Tode endigen würde. Diese vermeintliche Unfähigkeit zum Gehen bestimmte ihn auch, gegen meinen oft wiederholten Rath, seine bereits begonnenen Vorlesungen wieder aufzugeben. — Gegenwärtig geht er wieder aus, und reitet zuweilen spatzieren. Den günstigsten Erfolg in seinem jetzigen Zustande könnte man sich von einer Reise versprechen, mit welcher er zugleich wissenschaftliche Zwecke verbinden könnte. Eine Reise nach Paris dürfte in jeder Beziehung am angemessensten sein. Da er sich aber nicht entschliefsen wird, ohne die Begleitung seiner Gemahlin zu reisen, so dürfte diese Reise zu arofsen Kostenaufwand verursachen. Bei einer Reise nach Holland wäre dies nicht der Fall, und sie würde wohl denselben Dienst leisten. In tiefster Verehrung verharre ich Bonn, 26. Julius 1826. Eurer Excellenz unterthänigster v. Walther, Geheimer Medicinalrath u. Prof. p. ord. Anmerkungen. 39 — 43. 179 II. (Ministerial-Rescript an Geheimerath v WALTHER, vom 14. August 1827.) Auf Ew. Hochwohlgeboren Bericht vom 26. v. M. hat das Ministerium dem Prof. Dr. Müller behufs einer zur Herstellung seiner Gesundheit zu unternehmenden Reise den er- forderlichen Urlaub und eine aufserordentliche Unterstützung von 200 Thalern bewilligt, und ihn hiervon mittelst des beigeschlossenen versiegelten Schreibens in Kenntnifs gesetzt. Das Ministerium fordert Ew. Hochwohlgeboren auf, dieses Schreiben dem p. Müller auf die Ihnen zweckdienlich scheinende Weise einzuhändigen. Auch wird es dem Ministerium er- wünscht sein, durch Ew. Hochwohlgeboren gefällige Mittheilung weitere Nachrichten über den gegenwärtigen Krankheitszustand des p. MÜLLER baldigst zu erhalten, da sich seit eini- gen Tagen das unglückliche Gerücht verbreitet hat, dafs die Krankheit des p. MÜLLER zur wirklichen Tobsucht übergegangen sei. III. (Zweites Gutachten des Geheimenrathes v. Walther über den Gesundheitszustand des Professor MÜLLER.) Hochgeborner Freiherr, Gnädiger hochgebietender Herr Minister! Eurer Excellenz beehre ich mich den Empfang des an mich erlassenen hohen Rescriptes vom 14. August unterthänigst anzuzeigen. Die Einlage habe ich sogleich dem Herrn Pro- fessor Dr. Müller zugestellt. Dieser wird nicht ermangeln, Eurer Excellenz seinen unter- thänigsten Dank für die ihm zu Theil gewordene hohe Gnade zu erstatten. Die Gesundheit desselben ist gegenwärtig fast gänzlich wiederhergestellt und sie bedarf nur noch mehrerer Befestigung. Die in meinem gehorsamsten Berichte vom 26. Julius aus- gedrückten Hoffnungen sind auf die erfreulichste Weise in Erfüllung gegangen. Das in Berlin verbreitete Gerücht, dafs die Krankheit desselben in wirkliche Tobsucht übergegangen sei, ist völlig grundlos. Niemals hatte diese, auch zur Zeit, wo sie am hef- tigsten war, einen andern Charakter als jenen einer etwas eigenthümlich modificirten Hypo- chondrie: und niemals haben die Verstandeskräfte dieses hoffnungsvollen jungen Gelehrten während ihres Verlaufes auch nur im geringsten Grade irgend eine Störung oder Beschrän- kung erlitten. Ich verharre in schuldigster Verehrung Bonn, 22. August 1827. Ew. Excellenz unterthänigst gehorsamster y. Walther. 40 (S. 47.) Jahresbericht über die Fortschritte der anatomisch - physiologischen Wissen- schaften im Jahre 1835. Müller’s Archiv für Anatomie, Physiologie u. s. w. 1834. S. 4.* 41 (S. 48.) Jahresbericht über 1834. Archiv u. s. w. 1835. S. 83.* 42 (S. 49.) De Membrana pupillari aliisque Oculi lMembranis pellucentibus. Bonnae 1832. 4°.* — Meckel’s Archiv U. s. W. 1832. S. 262.*— Froriep’s Notizen. Bd. XXXV. Ja- nuar 1833. No. 769. S. 328 * 43 (S. 50.) Versuche über das Leben und seine Grundkräfte auf dem Wege der Experi- mental-Physiologie. Magdeburg 1817. S. 33. ff. * 180 Anmerkungen. 44 — 63. 44 (S. 50.) Handbuch der Physiologie u. s. w. 1. Aufl. Bd. I. 2. Abth. 1834. Vorrede S. VII*; — Bd. II. 2. Abth. 1840. S. 522.*— Rede zur Feier des 42. Stiftungstages des Königl. medicinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms - Instituts, am 2. August 1836. Ber- lin. S. 4.* 45 (S. 51.) In der Unterhaltung mit Schiller über die Metamorphose der Pflanzen, welche der Anlafs zur näheren Verbindung der beiden Dichter wurde. Annalen oder Tag- und Jahreshefte von 1791 bis 1822. Goethe’s sämmtliche Werke in dreifsig Bänden. Stuttgart und Tübingen 1851. Bd. XXI. S. 28.* 46 (S. 51.) Müller’s Archiv u. s. w. 1856. S. 125.* 47 (S. 53.) Meckel’s Archiv u. s. w. 1827. S. 274.* 48 (S. 53.) L’agent immediat du Mouvement vital etc. Paris 1826. p. 216.* 49 (S. 53.) Elementa Physiologiae Corporis humani. t. II. Lausannae 1760. 4°. Lib. VII. Secretio. sect. II. Cola. p. 374 sqq. * 50 (S. 53.) Meckel’s Archiv u. s. w. A. a. O. S. 289. * 51 (S. 54.) De Glandularum secernentium Structura penitiori etc. p. 3. 24. 25*;— Me- CKEL’s Archiv u. s. w. 1830. S. 59.* 52 (S. 54.) Annales de Chimie et de Physique. Novembre 1832. t. LI. p. 315. 316.* 53 (S. 54.) sur les Effets des Substances toxiques et medicamenteuses. Paris 1857. p. 24 et suiv. * 84 (S. 54.) Traite de Physiologie, t. II. Paris 1850. Deuxieme Partie, p. 4 et suiv.* — Man vergleiche auch Flourens, Eloge historique de Francois Magendie etc. Paris 1858. p. 61 et suiv.* — Auf diese Schwankungen hat Hr. Eschricht bei dem in seinem Werke: Das physische Leben in populären Vorträgen. Berlin 1852. S. 256* gefällten Ur- theile vielleicht nicht hinlänglich Bedacht genommen. 55 (S. 55.) Gedächtnifsrede auf C. A. Rudolphi u. s. w. S. XXXII.* 56 (S. 55.) Zur vergleichenden Physiologie des Gesichtssinnes u. s. w. S. 89. Anm. ;* — Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 650. * 57 (S. 55.) Meckel’s Archiv u. s. w. 1832. S. 70. 71. Anm.*; — Handbuch der Phy- siologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 656.* 58 (S. 55.) Claude Bernard, Le§ons sur la Physiolo ie et la Pathologie du Systeme nerveux. Paris 1858. t. I. p. 25. * 59 (S. 57.) The Works of William Hewson. Edited with an Introduction and Notes by George Gulliver. London. Printed for the Sydenham Society. 1846.* 60 (S. 57.) Precis elementaire de Physiologie. Paris 1817. t. II. p. 305.* ,,Je crois ,,aussi que l’on a souvent decrit et dessine dans les ouvrages des bulles d’air pour des globu- ,,les de sang; rien du moins ne ressemble davantage ä certaines figures d’Hewson, par exem- ,,ple, que de tres-petites bulles d’air qu’on produit en agitant legerement le liquide soumis ,,au microscope.” 61 (S. 57.) Everard Home, Philosophical Transactions etc. For the Year 1818. P. I. p. 172.* — 1820. P. I. p. 1* 62 (S. 57.) Bibliotbeque universelle etc. Juillet 1821. t. XVII. p. 215*; — Meckel’s Deutsches Archiv für die Physiologie. Bd. VIII. 1823. S. 302.* 63 (S. 57.) F. Hildebrandt’s Handbuch der Anatomie des Menschen. 4. Ausgabe, be- sorgt von E. H. Weber. Bd. I. Braunschweig 1830. S. 147*; — Stuttgart 1833. S. 161.* Anmerkungen. 64 — 82. 181 64 (S. 58.) Ueber die HEWSON’schen Untersuchungen der Blutbläschen und der plasti- schen Lymphe des Bluts, durch die ähnlichen Beobachtungen des Herrn Professor Müller über denselben Gegenstand veranlafste Bemerkungen. Leipzig 1835. S. 34. * 65 (S. 59.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. Abth. II. Cohlenz 1834. Vorrede S. VIII;* — Archiv U. s. w. 1835. S. 109.* 66 (S. 59.) Medico-Chirurgical Transactions. London 1836. vol. XVI. P. II. p. 293.* 67 (S. 59.) BüRDACH, Die Physiologie als Erfahrungswissenschaft. Bd. IV. Leipzig 1832. S. 95.* ,,Die Gerinnung besteht also blofs darin, dafs der Faserstoff, der bisher aus ein- zelnen Kügelchen bestand, in eine faserige Masse gerinnt, an welcher der Cruor nun auf ,,ähnliche Weise haftet wie zuvor an den Kügelchen. — Diese Theorie wurde von Hewson ,,in seinen nachgelassenen Papieren zuerst angedeutet, dann aber von Home vorzüglich ver- ,,theidigt.” In seiner oben (Anm. 64.) angeführten Streitschrift, S. 35, läugnet Hr. SCHULTZ diese Angabe Burdacii’s, weil in der, in der Anm. 65. angeführten Stelle der Vorrede zur 2. Abth. des 1. Bandes des Handbuches der Physiologie, S. XI., durch einen Druckfehler „35” statt ,,95” steht. Auf S. 35. kommt aber bei Burdach der Name Hewson nicht vor, woraus man ersieht, dafs man es mit einem Druckfehler zu thun habe. — Vergl. übrigens über Müller’s Verdienste in dieser Angelegenheit MlLNE Edwards, sur la Physiologie et l’Anatomie comparee de l’IIomme et des Animaux etc. Paris 1857. t. I. p. 117.* 68 (S. 59.) Bildungsgeschichte der Genitalien u. s. w. Widmung an Hrn. Rathke.* 69 (S. 60.) Isis von Oken. 1829. Bd. XXII. S. 401* 70 (S. 60.) Gedächtnifsrede u. s. w. S. XXXIII* 71 (S. 60.) Meckel’s Archiv u. s. w. 1832. S. 70. Anm.* 72 (S. 60.) Müller’s Archiv u. s. w. 1841. S. 177. Anm.* 75 (S. 64.) Im Text steht, was keinen Sinn giebt: „eine diesem Aufschwung und der ferneren Früchte würdige Stätte zu geben”. 74 (S 68.) Friedrich Schlemm, geh. am 11. December 1795 zu Gitter in Hannover, starb am 27. Mai 1858. 75 (S. 71.) John Müller, Elements of Physiology translated by Baly. London 1837; — Second Edition. London 1840 — 43;— Supplement. 1848. 76 (S. 71.) Jean Müller, Manuel de Physiologie. Traduit de l’Allemand sur la qua- trieme Edition (1844), avec des Annotations, par A. J. L. JoURDAN. Accompagne de 275 figu- res intercalees dans le texte, et de 4 planches gravees. Paris 1845. 2 vol. 8°.* — Eine neue Ausgabe ist 1851 von Hrn. Littre besorgt. 77 (S. 74.) Rede zur Feier des 42. Stiftungstages u. s. w. Berlin 1836. S. 5.* 78 (S. 74.) Gehalt ohne Methode führt zur Schwärmerei, Methode ohne Gehalt zum leeren Klügeln, Stoff ohne Form zum beschwerlichen Wissen, Form ohne Stoff zum hohlen Wähnen. 79 (S. 75.) Kopenhagen 1825. 8.* 80 (S. 76.) Eulenberg, De Tela elastica. Diss. inaug. etc. Berolini 1836. 4°.* 81 (S. 76.) Hermann Jordan, De Tunicae Dartos Textu cum aliis comparato. Diss. inaug. etc. Berolini 1834. 8°;* — Müller’s Archiv u. s. w. 1834. S. 410.* 82 (S. 76.) Miescher, De Ossium Genesi, Structura et Vita. Diss. inaug. etc. Bero- 182 Anmerkungen. 82 — 88. lini 1836 4°; * — De Inflammatione Ossium eorumque Anatome generali. Exercitatio ana- tomico - patliologica etc. Berolini 1836. 4°.* 83 (S. 76.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 1. Abth. 3. Aull. 1837. S. 428.* 84 (S. 77.) E. DU Bois -REYMOND, Untersuchungen über thierische Elektricität. Bd. I. Berlin 1848. S. V;— On Signor Carlo Matteucci’s Letter to H. Bence Jones etc. London 1853. p. 13. 85 (S. 77.) Die sensorische Function des Rückenmarks, u. s. w. Berlin 1853. S. 4.* 86 (S. 78.) Georgii Prochaska etc. Operum minorum anatomici physiologici et pa- tiiologici Argumenti Pars II. Viennae 1800. p. 150 sqq.* 87 (S. 78.) Les Passions de l’Ame. Par Rene Des Cartes. A Paris 1649. 8°. p. 2i: ,,A l’exemple de quoy il est ayse de concevoir que les sons, les odeurs, les saveurs, Ia cha- „leur, la douleur, la faim, Ia soif, et generalement tous les ohjets, tant de nos autres sens ,,exterieurs, que de nos appetits interieurs, excitent aussi quelque mouvement en nos nerfs, „qui passe par leur moyen jusques au cerveau. Et outre que ces divers mouvemens du ,,cerveau font avoir a nostre ame divers sentimens, ils peuvent aussi faire saus eile, que les ,,esprits prenent leurs cours vers certains muscles, plustost que vers d’autres, et ainsi qu’ils ,,meuvent nos membres. Ce que je prouveray seulement icy par un exemple. Si quelcun ,,avance promptement sa main contre nos yeux, comme pour nous fraper, quoy que nous ,,s§achions qu’il est nostre ami, qu’il ne fait cela que par jeu, et qu’il se gardera bien de ,,nous faire aucun mal, nous avons toutefois de la peine ä nous empescher de les fermer: ,,ce qui monstre que ce n’est point par l’entremise de nostre ame qu’ils se ferment, puisque ,,c’est contre nostre volonte, laquelle est sa seule ou du moins sa principale action; Mais que ,,c’est a cause que la machine de nostre corps est tellement composee, que le momement de ,,cette main vers nos yeux, excite un autre mouvement en nostre cerveau, qui conduit les ,,esprits animaux dans les muscles qui font abaisser les paupieres”. A.n einer späteren Stelle (p. 53. 54*) schildert Des Cartes den ähnlichen Mechanismus, durch den wir uns unwillkürlich einer Gefahr drohenden Erscheinung entziehen, und hier sagt er: ,,Car cela rend le cerveau telle- ,,ment dispose en quelques hommes, que les esprits refleschis de l’image ainsi formee sur ,,la glande, — es ist die Zirbeldrüse gemeint — vont de la se rendre, partie dans les nerfs, ,,qui servent ä tourner le dos et remuer les jambes pour s’en fuir; et partie en ceux qui ,,eslargissent ou estrecissent tellement les orifices du coeur etc”. Es verdient bemerkt zu werden, dafs PröCHASKA a. a. O. p. 155*, neben besseren Beispielen, die er zur Erläuterung des Princips der Reflexion heranzieht, nämlich Niesen und Husten, auch das von Des Cartes gebrauchte fast mit denselben Worten anführt: ,,Si amicus digito suo appropinquat ad ocu- ,,lum nostrum, licet, persuasisimus nihil mali nobis inferendum esse, tarnen jam impressio illa ,,per opticum nervuni ad sensorium commune delata, in sensorio ita reflectitur in nervös pal- pebrarum motui dicatos, ut nollentibus claudantur palpebrae, et arceant molestum digiti ad „oculum attactum”. 88 (S. 78.) A. a. 0. S. 92*: ,,Der Sitz des Seelensensoriums ist vorzüglich das Gehirn, „des Körpersensoriums das Rückenmark und wie es scheint auch die Nervengeflechte und „Nervenknoten, das letzte erweisen die Misgeburten ohne Gehirn, welche zuweilen mehrere „Stunden und auch tagelang am Leben bleiben, ihre Gliedmafsen bewegen, Stimme von „sich geben, die Brustwarze anziehen u. d. m. so sieht man auch, dafs enthauptete Thiere „zuweilen noch durch einige Augenblicke fortfahren zweckmäfsige Bewegungen zu machen. Anmerkungen. 88 — 100. 183 „Vermöge dieser Uebereinstimmung der Nerven ist die Wirkung des Reitzes nicht bloss auf „den unmittelbar gereitzten Nerven beschränkt, sondern sie erstrecket sich auch auf die entfern- ten Nerven und ihre Organe, welches man den consensus nervorum nennt, wie z. B. der „Reitz in der schwängern Gebärmutter oft Ekel Erbrechen, Kopfschmerzen, Zahnschmerzen „u. d. gl. verursachet. Auf diese Art stehen alle Organe, welche nicht unter dem unmittel- baren Einllufs des Gehirns sind, nur durch die Nerven besonders des Intercostalsystems in „Verbindung und in polarischer Wechselwirkung; demnach was immer für ein Reitz die ,,elektrische Spannung des einen Organs verändert, so wird dieses dem andern durch die „Nerven in Verbindung stehenden Organ mitgetheilt, dessen Spannung auch eine Veränderung „erleidet. ... Die polarische Wechselwirkung der Organe in unserin Körper kann auch, wenn zwey Organe in einen starken polarischen Gegensatz kommen, ohne Nerven durch alle zwi- schen liegende festen und flüssigen Theile von einem Organ zum andern strömen ... (S. 99.) Dafs die polarische Wechselwirkung der Organe, wodurch sie in ihren Verrich- tungen bedingt werden, unsere Erhaltung zum Zwecke habe, läfst sich aus mehreren Er- scheinungen dartliun: z. R. der Reitz des lebhaften Lichts der auf den Sehnerven wirkt, „bringt in der Regenbogenhaut die Verengerung der Pupille hervor, um den zu starken Ein- bruck des Lichtes zu inäfsigen. Bey dem Annähern eines Körpers zu dem Auge schliefsen „sich die Augenlieder unwillkührlich, um es zu schützen,” u. s. w. — Dies ist die einzige Stelle des Werkes, die auf die Reflex-Erscheinungen bezogen werden kann. Man sieht, dafs Proghaska hier gerade diejenige Lehre vorträgt, die Müller dreizehn Jahre später durch Aufstellung der Reflex-Theorie beseitigte. 89 (S. 79.) Die Ergebnisse der Untersuchung waren nur in aller Kürze der Naturfor- scher-Versammlung zu Jena im September 1836 mitgetheilt worden. Isis von Oken. 1837. S. 523. 524.* 90 (S. 79.) Vergl. E. du Bois-Reymond, Gedächtnifsrede auf Paul Erman. In den Abhandlungen der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 1853. (1854.) S. 20. 21. 91 (S. 80.) Vergl. Peclet, Trait6 elementaire de Physique. 4rae Edition. Paris et Alger 1847. Introduction. p. ij;* — E. DU Bois-Reymokd, Untersuchungen über thierische Elektricität. Bd. I. Berlin 1848. Vorrede S. XXVI. 92 (S. 81.) Vergl. Liscovius, Physiologie der menschlichen Stimme für Aerzte und Nichtärzte. Leipzig 1846. S. 26. 88. 115.* 93 (S. 81.) Müller’s Archiv u. s. w. 1850. S. 1.* 93 (S. 8l.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 738.*— Bd. II. S. 439.* 95 (S. 82.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 28. 855;* — Bd. II. S. 260.* 96 (S. 83.) Gedächtnifsrede auf Rudolphi u. s. w. S. XXX.* — S. auch meine Unter- suchungen über thierische Elektricität u. s. w. Bd. I. S. 99. 97 (S. 85.) A. a. O. 1823. Bd. LXXIV. S. 334.* 98 (S. 85.) Artikel: „Anatomie” im Encyclopaedischen Wörterbuche der medicinischen Wissenschaften. Bd. I. 1828. S. 378.* 99 (S. 86.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 751.* 100 (S. 87.) Artikel: „Leben. Lebenskraft” in Rud. Wagner’s Handwörterbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. Braunschweig 1842. S. LVI. * 184 Amnerlaingen. 101 — 119. 101 (S. 88.) Vergl. E. DU Bois - REYMOND, Untersuchungen über thierische Elektricität u. s. w. Bd. I. S. XXXIV. ff.; — Die Fortschritte der Physik im Jahre 1847. Dargestellt von der physikalischen Gesellschaft zu Berlin. III. Jahrgang. Redigirt vom Prof. Dr. G. Karsten. Berlin 1850. S. 414; — Ueher thierische Bewegung. Rede, gehalten im Ver- ein für wissenschaftliche Vorträge am 22. Februar 1851. Berlin 1851. S. 25. 26. 102 (S. 89.) The Life of George Stephenson, Railway Engineer. By Samuel Smiles. London 1857. p. 468. 469.* 103 (S. 90.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. II. S. 614. 617.* 104 (S. 92.) S. oben Anm. 56. 105 (S. 92.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 279.* 106 (S. 92.) Physikalische Abhandlungen der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 1835. (1837.) S. 94.* 107 (S. 92.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 664.* 108 (S. 92.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 739. 744. 745.* 109 (S. 92.) Mit Dr. Sticker. Sticker, De Nervorum persectorum Mutationibus deque Irritabilitate Musculorum. Diss. inaug. ßerolini 1833;* — Müller’s Archiv u. s. w. 1834. S. 203. 206. 208;* — Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 412.* — STICKER sagt ausdrücklich, dafs MÜLLER operirt, und er nur assistirt habe. 110 (S. 92.) Mit Dr. Peipers. Peipers, De Nervorum in Secretiones Actione. Diss. inaug. etc. Berolini 1834; * — Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 468.* 111 (S. 92.) Mit Dr. Dieckiioff. Dieckiioff, de Actione, quam Nervus vagus in Di- gestionem Ciborum exerceat. Diss. inaug. etc. Berolini 1835;* — Handbuch der Physiolo- gie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 551.* 1,2 (S. 92.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 740.* 113 (S. 92.) Comptes rendus etc. 8 Avril 1839. t. VIII. p. 550.* 114 (S. 93.) Heinrich Rose, Gedächtnifsrede auf Berzelius u. s. w. Abhandlungen der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 1851. (1852.) S. (LXXII.)* 115 (S. 95.) Vergl. Henle, im Bericht über die Fortschritte der physiologischen Patho- logie und pathologischen Anatomie im Jahre 1838. MÜLLEr’s Archiv u. s. w. 1839. S. LXIX. LXX. * 116 (S. 95.) Monatsbericht der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 3. März 1842. S. 47; — Müller’s Archiv u. s. w. 1842. S. 193.* 117 (S. 96.) Müllek’s Archiv u. s. w. 1835. S. 206.* 1.8 (S. 96.) Fr. Arnold, Ueber den Ohrknoten. Heidelberg 1828. 4°;* — Der Kopf- theil des vegetativen Nervensystems beim Menschen u. s. w. Heidelberg und Leipzig 1831. 4°.*— SCHLEMM, Bemerkungen über den angeblichen Ohrknoten u. s. w. in Froriep’s Notizen aus dem Gebiete der Natur- und Heilkunde. No. 660. (Bd. XXX. No. 22.) Juni 1831. S. 337.* — Arnold, Einige Worte zu den Bemerkungen u. s. w. Ebendaselbst. No. 673 (Bd. XXXI. No. 13.) August 1831. S. 198.* 1.9 (S. 97.) Müller in Meckel’s Archiv u. s. w. 1832. S. 67*; — Bericht über die Fortschritte der anatomisch-physiologischen Wissenschaften im Jahre 1833. Archiv u. s.w. 1834. S. 13;*— im Jahre 1834. Archiv u. s.w. 1835. S. 15.*— Krause, Handbuch der menschlichen Anatomie. Bd. I. Abth. II. Hannover 1836. S. 976. 999. 1000. 1002*; — derselbe, Syn- opsis Icone illustrata Nervorum Systematis gangliosi in Capite Hominis. Ilannoverae 1839. Anmerkungen. 120 — 138. 185 Fol. p. 9*;— Longet, Anatomie et Physiologie du Systeme nerveux etc. Paris 1842. t. II. p. 144*; — Hyrtl , Lehrbuch der Anatomie des Menschen u. s. w. 5. Aull. Wien 1857. S. 688.* 120 (S. 97.) Meckel’s Archiv u. s. w. 1832. S. 72. 73. * 121 (S. 97.) Tiedemann’s und der beiden Treviranus Zeitschrift für Physiologie. Bd. V. Hft. II. S. 175. 181. 182.* 122 (S. 97.) Fr. Arnold, Lehrbuch der Physiologie des Menschen. 2. Theil. 1. Abth. Zürich 1837. Vorrede. S. VI * 123 (S. 97.) Hrn. Arnold’s Antwort steht in dessen Bemerkungen über den Bau des Hirns und Bückenmarks. Untersuchungen im Gebiete der Anatomie und Physiologie u. s.w. Bd. I. Zürich 1838. S. 170.* — Vergl. Krause in Müller’s Archiv u. s. w. 1839. S. CVII.* 124 (S. 97.) Müller’s Archiv u. s. w. 1837. S. 276.*— Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. 2. Abth. 1838. S. 614. 662. 793. 794;* — Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1838. (1840.) S. 219. 220.* 125 (S. 98.) John Davy, Researches, physiological and anatomical. London 1839. Vol. I. p. 218.*; — Philosophical Transactions etc. For the year 1844. P. I. p. 57*; — Annales de Chimie et de Physique. 1845. 3me Serie, t. XIII. p. 174.* 126 (S. 98.) Comptes rendus etc. 18 Aoüt 1856. t. XLIII. p. 329.* 127 (S. 99.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1834. (1836.) S. 65. * 128 (S. 99.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1843. (1845.) S. 165.* 129 (S. 100.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1834. (1836.) S. 185*; — Gedächt- nisrede auf Budolphi u. s. w. S. XXIX.*— Seitdem ist bekanntlich die Urheberschaft der Wirbeltheorie des Schädels noch weiter hinaus, bis zu Albert dem Grofsen, gerückt worden. Pouchet, Histoire des Sciences naturelles au Moyen Age ou Albert LE Grand et son Epoque etc. Paris 1858. p. 271. 272.* 130 (S. 102.) Philosophical Transactions etc. For the Year 1842. P. I. p. 57.* 131 (S. 103.) Müller’s Archiv u. s. w. 1836. S. LXXXIII. * 132 (S. 103.) ,,Principes de Philosophie Zoologique par Geoffroy de Saint-Hilaire”. Goethe’s sämmtliche Werke in dreifsig Bänden. Stuttgart und Tübingen 1851. Bd. XXX. S. 397*; — Eckermann, Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens. Bd. III. Magdeburg 1848. S. 399 ff.* 133 (S. 103.) Müller’s Archiv u. s. w. 1834. S. 3.* — Physikalische Abhandlungen u. s.w. 1836. (1838.) S. 138.* 134 (S. 104.) Müller’s Archiv u. s. w. 1843. S. 32.* 435 (S. 104.) Annales des Sciences naturelles. 3me Serie. Zoologie, t. IV. 1845. p. 224. 225. 228.* 136 (S. 104.) Von neueren Untersuchungen, die besonders auf die Jugendzustände des Thieres Rücksicht nehmen, vergl. Max Sciiultze in v. Siebold’s und Kölliker’s Zeit- schrift für wissenschaftliche Zoologie. 1851. Bd. III. S. 416* und Leuckart und Pagen- STECHER in MÜLLER’s Archiv u. s. w. 1858. S. 558.* 137 (S. 104.) Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 4. Auflage. Lief. I. 1841. S. 132.* 138 (S. 104.) Vgl. Matteucci in den Comptes rendus etc. 22 Fevrier 1847. t. XXIV. p. 301;* — Die Fortschritte der Physik im Jahre 1837, dargestellt von der physikalischen Gesellschaft zu Berlin. Redigirt von G. Karsten. Berlin 1850. S. 440.* 186 Anmerkungen. 139 — 155. 139 (S. 105.) Recherches sur les Ossemens fossiles etc Nouvelle Edition. Paris 1821. 4°. t. I. Discours preliminaire. p. XLV et suiv. *; — Le Regne animal distribue d’apres son Organisation etc. Paris 18l7. t. I. p. 76.* 140 (S. 106.) Monatsberichte der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 1846. S. 82*; — Wiegmann’s (Erichson’s) Archiv für Naturgeschichte. 1846. Bd. I. S. 205*. — Der Gedanke ist eine Reminiscenz von CuviER im Discours preliminaire zu den Recher- ches sur les Ossemens fossiles etc. Ibidem, p. XLVII.* — Müller selbst führt die Stelle von CuviER in NöGGtRATli’s Uebersetzung an im Handbuch der Physiologie u. s. w. Bd. I. 3. Aufl. S. 488.* 141 (S. 106.) Ueber Narcine, eine neue Gattung elektrischer Rochen nebst einer Synopsis der elektrischen Rochen. Berlin 1834. 4°.* 142 (S. 110.) Wiegmann’s (Erichson’s) Archiv für Naturgeschichte. 1846. Bd I. S. 202. Anm.* 143 (S. 111.) Annales des Sciences naturelles etc. 3me Serie. Zoologie, t. IV. p. 53.* 144 (S. 111.) Amiae Calvae Anatomiam descripsit Tabulaque illustravit HENRICUS FraN- que. Berolini 1847. Fol.* 145 (S. 113.) Vergl. Cabanis, Ornithologische Notizen, in Wiegmann’s (Erichson’s) Archiv für Naturgeschichte. 1847. Bd. I. S. 186; — 308.* — Vergl MÜLLER, in seinem Ar- chiv u. s. w. 1852. S. 47. Anm. * 146 (S. 115.) Transactions of the Geological Society of London. 2d Series. vol. VI. p. 70. Foot-note.* — Vergl Burmeister, Geschichte der Schöpfung. 6. Aufl. Leipzig 1856. S. 466. * Hier steht nicht ganz mit dem ursprünglichen Sinn des Namengebers überein- stimmend: ,, Zeuglodon soll auf die enge Commissur zwischen den beiden Keimhöhlen der „Backzähne hinweisen”. — Burmeister’s eigene Untersuchung des Zeuglodon steht unter dem Titel: „Die Literatur über Hydrarchos”, in der Halle’schen Allgemeinen Literatur-Zei- tung. Juni 1847. No. 121 ff.* 147 (S. 117.) Ibidem, t. III. pl. LXVI. * 14S (S. 118.) An Essay on Classification. Part I. of the first Volume of the Contribu- tions to the Natural History of the United States of North America. Boston 1857. 4°. p. 116. * — The same. London 1859. 8°. p. 174.* 149 (S. 121.) Annales des Sciences naturelles. 3me Serie. 1847. t. VII. Zoologie, p. 348.* 150 (S. 121.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1848. (1850.) S. 85.* 151 (S. 122.) Müller’s Archiv u. s. w. 1849. S. 400. 439;* — Monatsberichte u. s. w. November 1849. S. 331. December 1849. S. 380*; — Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1849. (1851.) S. 66.* 152 (S. 123.) Physikalische Abhandlungen u. s. w. 1848. (1850.) S. 105. 106.* 153 (S. 124.) Annals and Magazine of Natural History etc. 2d Series. 1852. vol. VIII. p. 1. 2.* 154 (S. 125.) Ibidem. *55 (S. 126.) Es waltet daher hier ein Widerspruch ob zwischen Müller’s Schätzung der Länge der Synapta und seinen Zahlenangaben. Er schätzt jene Länge auf 15 — 20", während sich auf eine Synapta - Strecke von 60 — 79 Fufs 15 — 20 Köpfe fanden. Daraus würde aber die wenig wahrscheinliche Länge von etwa 4 Fufs folgen. Der Schwanzstücke, Anmerkungen. 156 — 163. 187 die sieh mit den Köpfen gegenseitig controliren müfsten, geschieht bei MÜLLER keine Er- wähnung. 156 (S. 128.) Ueber Synapta digitata und die Erzeugung von Schnecken in Holothurien. Berlin 1852. 4°. Vorrede. S. III.* 157 (S. 129.) Poggendorff’s Annalen u. s. w. 1836. Bd. XXXIX. S. 487.* 158 (S. 129.) Poggendorff’s Annalen u. s. w. 1837. Bd. XLI. S. 184.* 159 (S. 129.) Müller’s Archiv u. s. w. 1843. S. 453.* 160 (S. 129.) Ich verdanke diesen Ausdruck, der den von Sir Charles Lyell in die Wis- senschaft eingeführten Grundgedanken bündig wiedergiebt, meinem Freunde, Hrn. Dr. JüS- tus Roth. 161 (S. 130.) Monatsberichte u. s. w. October 1851. S. 645*; — Müller’s Archiv u. s. w. 1852. S. 30*. 162 (S. 131.) Müller’s Archiv u. s. w. 1852. S. 27. 28*; — Ueber Synapta digitata u. s. w. S. 23.* 161 (S. 132.) A. a. O. 2d Series. 1853. vol IX. p. 37. 103.* Um den Parasitismus der Entokoncha glaublich und verständlich zu machen, führt der Berichterstatter Folgendes an. Die organische Verbindung des Schneckenschlauches mit dem einen Darmgefäfs der Syn- apta soll erläutert werden durch das Beispiel der von Hrn. Leon Dufour beobachteten Ocyptera bicolor, Ilyalomyia dispar und noch einer dritten unbestimmten Dipterenlarve, wel- che in der Leibeshöhle anderer Insecten aufserhalb des Darmcanals schmarotzen, und dadurch ath- men, dafs sie ihre Tracheen theils mit den Stigmen ihrer Wirthe, theils mit deren Luftbe- hältern, wie solche bei den Hymenopteren Vorkommen, in Verbindung setzen. Dies geschieht in zweien der angeführten Fälle angeblich durch ,, organoplastische” Verwachsung (Comp- tes rendus etc. II Aoüt 1851. t. XXXIII. p. 135.*) Inzwischen fehlt es an jeder feineren Unter- suchung dieser Verwachsung, und somit an jedem Beweise, dafs nicht blofs eine Verklebung durch irgend ein Secret stattgefunden habe. Von Hrn. DüFOUr’s Behauptung bis zu Mül- ler’s Fall ist noch ein weiter Weg. Besser wäre es noch sich auf den Parasitismus im Pflanzenreich zu berufen, wo nach Zeichnungen, die Hr. Schacht mir freundlichst mittheilte, die Gewebe des Schmarotzers, z. B. Viscum, Orobanche, Rafflesia, sich an die der Nähr- pflanze mit Zellenwand gegen Zellenwand legen, ohne dafs jedoch die Lumina der Gefäfse verschmelzen. Was sodann die Reduction einer Schnecke auf den Schneckenschlauch betrifft, so beruft sich der Berichterstatter auf das Gesetz, wonach Schmarotzer häufig beim Opfern ihrer Selb- ständigkeit einer rückschreitenden Metamorphose unterliegen, Sinnes- und Bewegungswerk- zeuge verlieren, eine viel unvollkommnere Gestalt annehmen und in ihrer ganzen Organisa- tion aufserordentlich verkümmern (Vergl. v. Siebold, Artikel „Parasiten” in Rud. Wag- NEr’s Handwörterbuch der Physiologie u. s. w. Bd. If. Braunschweig 1844. S 642*). Wie die Cercarien erst als lebhaft sich bewegende Thiere sich in die Schleimhaut der Schnecken einsenken und verpuppen, um zuletzt als träge Distomen in der Leber wiederzuerscheinen (Steenstrup, Ueber den Generationswechsel. Copenhagen 1842. S. 5