Sicüere Reifung 0011 icht und llJutttfiatismiis, ober SBeieijrung über ba3 etwaige, fiebere, leiste unb fcfmeüV^^ § e i I b c r f a t) r e u ^ V burd) roofjlfetle, naturgemäße unb in aUtn ftäüen wirffante Mittel. 3um SBefiten aller berartigen Setbenben unb aur Barnung Por fd)tt)tnbelf)aften, nutjlofen ober fd)äblid)en DJcebtcamenten unb H>rö= paraten, herausgegeben non einem J»enfd)enfreMt!>e. «-©efeijli* g*9«n Wadjbrurf get bie brei ©tunben au§ ben (£ingeroeiben. Cfrfolg roirb in jebem ^aüe Per" bürgt. Slu8 §unbcrten üon \Hiieifennung3fd)rnben laffen rair einige folgen: # o r t T r i b fl c r, ~IB» -levr. SBertbe ßerren! 3n ISrrcteocrung obre« testen 'Sriefeä, ent|altenb bie DJebldn für bie SSertretbung bei SBuvmcS, tann id) Jjbnen mit ber beften ©tatulation entgegen fommen. >53a$ tte l!octoren unfewr 9Irmee nid)t im Stanbe roareu tu evforfdjen, tilgten Sie mit einem Striche ganj total. 1)anf, taufenbüttal, geebrte Ferren, benn nur breiSBocben finb feitbem»er= gangen unb 3ebermann fprid)t feine ©erounberung au« über ben 2Beä)fel meiner Wefi*tefavbe; unb ntcbt nur bieieä, bie ÜJicbicin fcfyetnt ffi-unber ju rcirfen, bennrcie mitWtlirgflügeln febreite id) meiner Collen OAefunbbeit ent= gegen. 3$ bebaure jtbr, bau id) nidjttm Stanbe btn, ©ie nad) iiertleuften ju belobnen. CDod), fcmmt 3ett, fommt lKatb, unb ntd)t follen bie SHetter meine« ßebenS cergeffen fein; benn mag roar mein Sebencor breiüKonaten unb xoai ift eS jefct? jd> fann feinen 'Sergleid) finben, in reellem 3$re Diente genug gepnefen murren. gür alle bieberigen Dienfte meinen beften 1)anf auäfprecbenb, verbleibe td) adjtungSoed 3bt ergebener Sdjulbner, flbolpb 33üler, 4th U. S. Inf. Band. ÜNurpb, »«bore, 30inoi8. Teuticbe ßeilanftalt. §od)r»ertf)e £euen! 3d) ftatte 3bnen hiermit meinen ben 3bnen ge: bübrenben £anf ab, intern mein 33anbtt>urm jaei Stunben nadjbem Gm» nebmen ber ÜJJebicin erfdjten unb jroar ganj, mit Hopf unb ßragen! 3dj falutire mit j)o;r,acbtung mit (irgebenbeit »or obrer SSiffenfdjaft. öodjacbtunggpoll, gr. 1;ren> if d). Sichere Reifung oon 5 geilberfaijrcu bei ^ -v^&R (Sicht unb Qftheumatidmue burd) raofylfeüe, naturgemäße unb in allen ftäflen rairffame SRittel. 3um ©eftett aller berartiflen Seibenben unb aur SQBarmmg Por fd)rainbelt»aften, nufclofen ober fd)äblicf)en 9ftebicamenten unb Sßrö- paraten, herausgegeben non einem IHenfdjenfrennbe. «»-©efe^Iicl) gegen Wachbrucf grfcbüe« *«* $etlie GHd)t mtht! Unter biefen unb är>nli= d)en pielperfjeiftenben Titeln curfiren mehrere fleine ©d)riftd)en, richtiger gefagt, t)im= unb finnlofe, an= geblid) fogar Pon Geraten Perfaßte ©d)tnierereien, raeldje ben armen ©id)tbrürf)igen unPerantraortlidjer SBeife Perfpredjen, fie burd) ein ^flafter ober äl)n= licfjeS 3eug Pon tljren Seiben au befreien, giner biefer Ferren begefjt fogar bie merjr als panfeeartige 5)reiftigfeit au fagen: mein ^flafter ^eilt allemal bie ©id)t. ®en 5lrjt foraoljl als ben Saien, raelrfjer an @id)t gelitten fjat, empören fold)e ^Behauptungen, trauriger aber ift e§, bafj eS Gerate gibt, raeldje fid) nid)t entblöben, bie 2öiffenfd)aft folctjer ©eftalt förm= lid) an ben oranger au fteücn, nod) trauriger aber, baf? bie Unienntniß be§ eigenen ßörpcrö «unb ber $ot= gänge in bemfelben immer nod) eine fo unglaublid) große ift, baß bie abgefdjmarfteften ^tnge gefd)rieben unb gelefen, gelauft unb geglaubt raerben. Webt Öunberte, nein Piele 2aufenbe Don 2Renfd)en leben berrlid) unb in greuben Pon ber£umml)ett unb Un= ratffenbeit ber Äranfen, roeldje für bie albernften ^orfpiegelungen augänglid), für nid)tSnufcigeS 3eug fortraäb>nb gana erfyeblirfje Summen ausgeben. ä»Me oft tjaben rair nidjt fdjon mit Bort, ©djrift unb 23ilb bafür geftritten unb gefämpft, oa^, bem 23olfe bie ßenntniß feines eigenen SeibeS Perfdjafft — 4 — ober baSfelbe aufgefordert raerbe, felbft banad) gu ftreben, raetl rair iibergeugt finb, J)aß ber ©prud) im Sempel au $)elpl)i: „lerne bid) felbft fennen!" fidj nid)t bloS auf ben menfcrjlidjen ©eift bejogen f)at; benn ber Sftenfd) befielt auä Körper unb ©etft; bie ©runblage beS ganaen 2ftenfd)en aber ift ber Körper. 2ßte ber ©d)üler erft ben 33udjftaben — ben Körper ber ©d)rift—fennen lernen muß\ er)e er ben ^nljalt eines S3udjeS — beffen ©eele — berftetjen fann, fo muß" audj ber 3Jcenfdj erft über ben Sau feines ü'öx-. perS unterrichtet raerben, elje er bie Verrichtungen aller einaelnen Steife unb iljr funftbolIeS 3ufammen= rairfen Perftefyen fann. 2öie raenig aber au biefem ßraede gefd)ief)t, ift f)tn= reid)enb befannt unb eS jeugen baPon nidjt bloS bie 8eb,rpläne aller ©lementarfdjulen, fonbern aud) bie ber meiftenS3orbilbungS^unb f)öl)eren Seljranftalten, toeldje, fo umfafferb fte l)eute aud) finb, nad) biefer 9tid)tung f)in ftd) gar nict)t erftreefen. Sknüfce man bod) mandje, fet^r überflüffigen ober bod) fef)r un= loefentlidjen Singen geraibmete Unterrid)tSftunben lieber baau, fd)on$inber unb namentlid) iunge Seute au belehren, rate it)r Körper conftruirt unb raie er ge= [unb au erhalten fei, ober raie fte fiel) bei ben geraöf)ii; fid)en ^ranftjettsfällen ju Perbalten fjaben. Unfer gegenwärtiges ©d)riftd)en gilt bieSmal araei ®ranfl)eiten, raeld)e fein ©efd)led)t, fein Alfter, feinen ©tanb, uid)t sJieid)tf)um nod) 5lrmutl) Personen raeldje ber är^tüdjen ®unft meiftentbeils fpotten, im anfange Pon ben Patienten geraöfjnlid) Pernacfjläffigt in ber Siegel gana falfd) betjanbelt raerben unb in —'5 — ihrem raeiteren gortfchreiten unfdglicheS (Slenb an* richten. (SS finb bieS Widit unb Mtjeumatiemn* (Weiften). SSiele halten biefe Seiben für naf)e Perraanbt ober gar nur für araei Perfdjiebene@rabe ein unb berfelben JRranfbeit, raeil fie einige (Srfcheinungen gemeinfchaft= lid) haben unb man im ©tanbe ift, beibe burch einerlei 2Jcittel au befämpfen. ©leidjraoljl finb fie aber gäna= lid) bon einanber Perfchieben, foraofjl in 33egug auf GüntftebungSurfachen, als in ber s)lrt unb Oertlidbfeit ifireS Auftretens. @S ift nicht genug, au fagen, für biefe ober jene $ranfbeit hilft biefeS ober jenes 2Jcittel; nötbig ift auch, baS SDßefen unb bie Sntftehung einer $ranfbeit fo beutlich au machen, baß ^eber im ©tanbe ift, alle fdjäblichen (Sinflüffe einer Perfehrten SebenSraeife au befeitigen unb au Permeiben unb imSrfennungSfalle MeS baS au unterlüffen, raaS bie $ranihett beförbern unb unterhalten fann. Sann erft fann man erraar= ien, bafj bie ?lnraenbung eines Heilmittels erfprießlich fein raerbe. 2)aS pafjt nun freilid) nicht jebem 5lrate, benn Piele berfelben fönnen unmöglid) raiffen ober barüber nad)gebad)t haben, raoburdj biefe ^ranfheiten entftehen, benn fonft fönnte eS nicht Soctoren geben, raeldje jeben ©icbtfall mit einem ^flafter curiren raollen. SaS eigentliche 2Befen ber ©icht au erfldren ift aUerbingS eine etraaS raeitldufige ©ache; rair glauben aber, baß eS unfern Pon ©icht unb ÜRbeumatiSmuS — 6 — gequälten Sefern um fo raeniger an ©ebulb für unfere ausführlichere Seiehrung fehlen rairb, als ihnen ifjre ftranfljeit raeit fchroerere ©ebulbproben auferlegt. ©ollten unfere Sefer nod) nichts Pom ©toffroechfel pernommen haben, fo muffen rair ihnen por allen Singen erflären, baß ber ©toffroechfel bie Urfache jeber ^ranfheit ohne Ausnahme, alfo aud) bie ber ©icht ift, roelche rair erft behanbeln raollen. Sie Sehre Pom ©toffroedjfel ift aber fo raichtig, aud) für jeben ©efunben, baß rair bei biefetn ©egen= ftanbe ben Sefer um gana befonbere 5lufmerffamiett bitten muffen. ÜUfrmcber fuperfluge 3Jcann beS SolfeS rairft bann unb raann einmal feinen erftaunten ßubörern ben gelehrten unb faum glaublichen e»afe hin: aüe fieben 5af)re ift ber SDrcnfch funfelnagelneu; raenn er acht ^ahre alt ift, erjftirt auch nicht ein ©täubchen Pon bem, roaS er hatte, als er aur Sßelt fam. ©o unglaublich eS SJcanchen flingen bürfte, baß fogar feine ftnodjen Perfchrainben füllten, um neuen $la£ au machen, fo Ijat bod) bie ©ache tr)re Poüfom= mene 9tichtigfeit, nur barf man nid)t etraa beuten, ba\i man an jebem fiebenten ©eburtstage plötzlich, ein neuer üDcenfcb roürbe. Sa» ift bamit aud) nicht ge= meint, benn bie (Erneuerung geht Pielmelrr raährenb jeber ©tunbe, aber fo langfam Por fid), baß bieWa-- tur ungefähr eines SeitraumeS Pon fieben fahren bebarf, um in allen öden unb SBinfeln aufgeräumt unb 9ceueS fitngeftetlt au haben. Ser Saie rairb gana natürlich fragen: rao fommt benn aber baS alte hin unb rao baS 9ceue fyer? 5lnt= raort: SaS 9llte rairb burdj einen Vorgang entfernt, ben bie Sßiffenfchaft bie SJcauferung nennt, unb baS Weue rairb bem Körper burch ©peife unb Stranf augefüt)rt. Sa rair täglich, effen unb trinfen, b. I). täglich unb ununterbrochen unfer Körper ©toffe aur sJieubtlbung aufnimmt, fo rairb ^ebermann einfefyen, bafj naturgemäß eine gleich große Sftaffe alten Per= brauchten Stoffes bafür ausgeflogen raerben muß. SieS gefdhiebt aud), aber nicht in großen ©lüden ober Satten, raie bei ben $otbauSleerungen, fonbern in Atomen, aber ununterbrochen jeben^lugenblkf unb araar in ©eftalt Pon feften Körpern, raie ©d)uppen, ©chleim, Hörnchen ober als glüffigteitcn oberenblich als ©aS. SiefeS aufnehmen Pon neuen unb @nt= fernen Pon alten ©toffen, nennt man ©toffraechfel unb biefer ift eS, welcher unfere ©efunbheit bebingt. SOßirb nämlich einmal bie ausfuhr beS Sitten geftört, fo haben rair fogleich mehr neue ©toffe im Körper, als aum grfa£ beS Serbrauchten nötfjig finb. SaS fann aber ber ®öper nicht ertragen, er fucht fid) bie= feS UeberfchuffeS au entlebtgen, fängt an au rumoren unb fid) ungeberbig au fteüen; er rairb frant. Sie2)cauferung ober baS ausführen berperbraucfc ten ©toffe gebt hauptfächlich auf Pier Perfchiebenen SBegen Por fid): burd) bie £>aut (bie s#oren), burd) bie Sungen, bie Vieren unb ben s)lfter. Sermittelt rairb bie 2ftauferung burd) baS Slut, raelcheS nicht bloS bie neuen (Srfatjmittel überall perbreitet, fonbern aud) baS 5llte, Verbrauchte wegnimmt unb auf einem ber genannten Pier 2öege ausführt, ©o einfach biefer Vorgang fid) in biefer furaen Sefchreibung — 8 — ausnimmt, fo gibt eS bennoch nichts $ünftlid)ereS, nichts, was bewunberungSwürbiger unb ftaunenS- werther wäre, unb eS ift au beflagen, baß biefe Vor= gänge ftch gänalich unferem Sluge entaiehen. Sie entfernten, Pon ihrem früheren ^lafce loSge= trennten 2bei leben Perlaffen übrigens ben Körper nicht in ihrer ursprünglichen ©eftalt, b. h. Knochen gehen nidjt als Knochen, gleifcf) nicht als gleifch fort, fonbern alles gerfe^t fid) in feine Urbeftanb« theile, in ©afe, ©alae u. f. w., fo baß mandhe Se= ftanbtbetle beS Körpers auf mehreren Söegen ber SWauferung ben Körper Perlaffen. £>aut unb Sunge bienen ber (Entleerung in Suftform, bie Vieren ber (Entleerung in ©eftalt Pon glüffigfeit, ©alaen unb ©duren, unb ber Alfter in $orm Pon ©chleim unb $otb, als fefte Körner. Sie gütige 9catur, moljl einfeljenb, bafj für ein allen Vkchfelfällen ausgefegtes 2Befen, wie ber 3ftenfch, ein ober awei SBege au wenig feien, um fid) feines SallafteS au entlebigen, hat beren Pier herge= ftellt unb bie (Einrichtung getroffen, bafj, im f^aüe ber eine 2Beg feinen Sienft nid)t gehörig oerfeljen fann, einer ober ber anbere ber übrigen Söege für ihn eintreten muß. SieS fann inbeffeu nicht immer gefchefyen, unb bann ateht bie Watur wieber anbere 5luSwege herbei, welche eigentlich aber nid)t baau be- ftimmt finb, j. S. 9cafe unb Sungen in ©eftalt Pon ©djnupfen, £mftenauSwurf, ober ben üDtunb als ©peidhelfluß, ober eS entftehen Otyrenflüffe, ©chleim= flüffe, ©efdjwüre, ober wenn fich gar fein 2ßeg finben Witt, raerben bie Perbraudjten ©toffe irgenbwo nie; — 9 — bergelegt, unb bieS gefchieht a- S. bei ber ©id)t. 51m hdufigften bient ber Watur ber 9lftei ober WlaiU barm als ftotfyhelfer; unb bieS ift aud) faft baS (Einige, was otele Gerate unb ber größte äbeil ber Saien ber Dcatur abgetaufdjt fjaben, inbem biefe Seute Sajtrmittel geben unb nehmen, ©eraöbnlitih benft man, baß aus bem üölaftbarme nur bie sJtefic ber ©peifen entfernt werben; bem ift jeboch nicht fo, fonbern ber $otb beftefyt aum großen Stbeile au» SJtauferftoffen ber ÜUluSfeln, ©ebenen, .f)äute,$nochen unb Heroen; ©tufyloerftopfung hat beSbalb Piel mehr auf fid), als eine bloße ^urücfhaltung beS $otheS: fie oerurfad)t eine bCbeutenbe ©törung beS ©toff* wechfelS, woher auä) baS babei herrfchenbe ©efühl Pon Sottfcin, unnatürlicher 2öärme, $rodenbeit, Surft, Unbehagen unb Diele anbere unangenehme unb nachtheilige (Erfdjeinungen rühren. (Ein anberer, faum weniger wichtiger (EntleerungS= weg wirb Pon ben Vieren gebilbet; bieS finb awei runbliche, bohnenförmige gleifchförper eigenthüm= lieber (Eonftruction, ein paar roabrlaft^c giltrirapa= rate, meiere bie perbrauchten wäfferigen Sheile beS Körpers fowieetnen großen 2heil ber, als nicht mehr brauchbar, au entfernenben ©alae unb ©duren in Empfang nehmen, ihr Seftillat in einem großen Se= hälter, bie Urinblafe, anfammeln, unb wenn nöthig, burd) bie Harnröhre nad) Slufeen führen. Siefer Vor= gang ift in boppelterSeaiehung Pon ber größten Se= beutung für ben Körper; einmal, weil auf biefem 2ßege ©toffe aus unferem Organismus entfernt roer= ben, bie $u feinem ber anberen brei Söege gelangen — 10 — fönnen unb aroeitenS, weil aus eben biefem ©runbe feiner ber übrigen 9Bege ben Sienft für bie $f)ätig= feit ber Vieren übernehmen fann. SSMrb alfo biefer Vorgang geftört, fo bleibt ein großer Stbeil ber 9luS= fubrftoffe ber Vieren aurücf unb berurfacht heftige unb ernfte Sefdjwerben, unter benen bie ©icht niefit bie geringfte ift. Sa aber bie Sebauptung, bafj bie ©id)t mit ber Urinbereitung in 3ufammenbang ftefie; biefleidht Manchen nen ober nicht gana glaubhaft erfcheinen fönnte, fo liegt uns ob, bie (Entftebung ber ©idht aus geftörter yeterenfunetion au bemeifen, unb bieS wollen wir in Wacfiftebenbem für ben Säten fo Deut- lich wie möglich thun. ©ewtß bie meiften unferer Sefer haben bereits aud) fdhon einmal getjört, baS Sehen fei ein VerbrennungS= procefj. SieS ift richtig, aber Vielen wohl niefit redht beutlich, beSljalb wollen wir uns eines Vergleiches bebienen unb fagen: unfer Körper ift ein — Ofen. 2Bir legen in einen Ofen £ola ober $oljlen; fotten uns biefelbertttber 2Bärme geben, fo muffen fie oer= brennen, b. 1). fie muffen eine Verbinbung mit ©auerftoffen eingehen, moburefi fte fidh aumSttjetl in 5lfdhe unb 9tuß oerwanbeln, ein anberer Stfjeil aber, ®of)lenwafferjtoff, frei wirb unb burd) baS töofrr hinausfährt. SaS Socfi im Ofenthürdhen, burd) welcfieS bie fauerftoffh. altige Suft aur flamme tritt, würbe bie Suftrötyre Porfteüen, |)ola unb Sohlen bie Nahrungsmittel unb 9luß unb Slfche bie aJcauferungS* ftoffe. ©teeft nun ber Ofen Pott biefer ©toffe, fo fann felbft ber hefte nicht brennen, er tjat feinen 3ug, — 11 — raucht unb qualmt, er ift franf; fobalb er aber ge= reinigt ift, t)at er neues Sehen unb bie flamme lo= bert, baß eS eine $reube ift. ©enau fo Perhält eS fich beim 3)tenfcfien, nur ba^ hier ber Vorgang etwas complicirter ift. Setrachten rair nun juerft baS ^eiamaterial Des menfchtichen föörperS, bie Nabr= ungSmittel. Siefe finb entroeber ftidftoffhaltige — Kleber, ©imeiß, Serttin—ober ftirfftofffreie—öutfer, ©tärfe, gett; fie fommen aud) mit einanber oer= mifdjt Por, raie j. S. in ber Sftilch, weshalb biefe auch im ©tanbe ift, allein einen 9Jcenfd)en au erndlj= ren. Siefe ©toffe nun raerben in roher gorm, wie #ola unb Sohlen in ben Ofen, in ben Körper ge= bracht. Ser VerbauungSapparat perarbeitet bie Nahrungsmittel burd) Perfchiebene ^roceffe in einen milcharttgen, weißen ©aft, ßhpluS genannt, welcher bie beiben öauptnabrungSftoffe beS Körpers, ©tid= ftoff unb ©tärfe, enthält. SieS wären im Ofen &ola unb Sohlen. 2öie biefe aber im Ofen ohne au brennen nichts nü^en, fo muffen ©tidftoff unb ©tärfe ebenfalls oerbrannt, b. h. mit ©auerftoff in Serüh= rung gebracht werben. SeShalb wirb ber (EhpluS alSbalb nach feinem (Eintritt in'S Slut in bie Sungen geführt, wo er burch ben ©auerftoff ber Suftgefütttgt, feinen VerbrennungSproceß beginnt. Siefe Ver= brennung gefcfiieht natürlich nicht mit hefler flamme, fonbern fie äußert fid) burd) 3"fefcung oeS ©tta% ftoffeS unb ber ©tärfe unb burd) Verwanblung ber« felben in anbere ©toffe, ebenfo wie C»oI8im cfen l" SIfche, 9hifj unb freien ßoblenwafferftoff perraanbelt wirb, wobei fich SGßärme entwidelt, ma% auch bei bem — 12 — SterbrennungSproceß in unferem Körper ber ftafl ift. $)te 3n[e^ung unferer Nahrungsmittel burd) ben ©auerftoff ber Sungen ift alfo bie Ouette unferer SÖärme; (Effen unb tief 3lthem holen macht warm, nicht aber — wie man irrttjümlicfi glaubt — ber ©enufj Don ©ptrituofen. ©e|en wir nun, wie ©tärfe unb ©tirfftoff jerlegt werben unb in waS fie fich berwanbeln, nadhbem fie mit bem ©auerftoff in Serührung gefommen finb. Sie ©tärfe oermanbelt fid) auerft m3utfer, b. h. in ben bem 3urfer au ©runbe liegenben ©toff, welchen bie (Eljemifer fpeciell mit 3utfer beaeidhnen. Siefer wieber berwanbelt fidh in feines unb milbeS $ett, welches burd) baS Slut bem ganaen Körper mitge= theilt wirb, überall feine ÜDxaffe berbreitet unb fo anr (Erneuerung ber abgeflogenen Stbeifchen bient. Ser 9teft wirb burcfi baS Slut in ben Venen wieber aur Sunge geführt unb Perraanbelt fidh auf biefem 2Bege in $oblenfäure unb SBaffer. Siefe beiben ©toffe werben mittelft ber Sunge burch SluSatbmung unb burd) bie &aut bermittelft ber StuSbünftung auSge= ftofeen. ©eben fönnen wir bieS im Söinter, wo £aud) unb 3luSbünftung. wärmer als bie Suft, in Sampf= form fichtbar werben. Vermehrt wirb bie 9luSfchei= bung Pon ßohlenfäure unb SBaffer burcfi ftarfe Se= wegung; fe£en wir uns plö&ücfi nach biefer ber $älte ober bem Suftauge aus, fo fdjließt fich bie Ofenflappe plöfclkh, ber 3ug fehlt unb eS giebt 9caucfi, b. f). bie 2ftauferungSftoffe (®oblenfäure unb 2öaffer) fönnen nicht entweichen unb eS tritt ber Buftanb ein, welcher (Erfüllung genannt wirb. — 13 — SlnberS ift eS bagegen mit bem ©tidftoff. 2BäI)= renb bie ©tärfe fich in ©aS unb Baffer, alfo leicht entfernbare Körper umfefct, Perwanbelt fidh ber ©tief-- ftoff burd) bie Serührung mit ©auerftoff in einen maffigen unb compacteren Körper, ben £arnftoff. Siefe Verwanblung ober oielmebr bie SluSfdheibung beS £arnftoffeS aus bem Stute gefdhieht in ben Nie= ren, welche if)n ibjerfettS ber &arnblafe aur(Entfern= ung aus bem Körper überliefern. Ter ^örnftoff hat bie ftorm Heiner $rt)ftalle, halb in ©eftalt Pon Quabraten ober Nahmen, halb Don SBürfeln ober ©täbchen, weldhe aber fo flein finb, baß man fte nur burd) ein Sfticrofcop erbliden fann, wenn man ben Urin abbampft unb ben Nütfftanb unter baS Ver= größerungSglaS bringt. Ter #arnftoff jeidt)net fid) burd) einen flüchtigen, pifanten unb etwas ftechenben ©eruch aus, welchen er bem Urine mtttheilt. gleifd) unb (Eierfpeifen beftehen wefentlid) aus ©tidftoff. fte finb alfo ftidftoffhaltig unb je meto man baoon genießt, befto mehr $arnftoff wirb ftd) natürlid) aud) in ben Nieren abfegen unb befto ge= fättigter mit £arnftaff wirb auch ber Urin fem. deicht nun aber ber ©auerftoff, welchen bte Sunge aus ber atmofphärifchen Suft begebt, nicht aus, allen im Körper porbanbenen ©tidftoff in&arnftoff umau= wanbeln, bann bilbet fich ein anbereS s£robutt, b« ftarnfäure. Sa bie £arnfäure aber nid)t in unferen Körper gehört, mithin Störungen heroorruft unb wie wir bereits obenerwähnt haben, bie Nieren burd) feinen ber brei anberen 9iuSfcfieibungSwege gehörig — 14 — erfeht werben fönnen, fo werben wir bann franf unb biefe Jfranfbeit nennen wir ©idht. 5ütS bem foeben ©efagten erbettt alfo, baß £arn= fäure unb aus ihr bie ©idht burd) au häufigen unb ättaureidhen ©enuß fticfftoffhaltiger ©peifen, aus fogenanntem „guten Sehen" entftehen. ^ebochfinb eS nidht bloS bie Neichen, meldhe burd) Uebermaß im ©enuß bon biefer $ranfbeit beimgefudjt werben; bie ©icht ift nidht bloS etne $ranfbeit ber Neidjen, nein, wir Ijaben auch eine ©idht ber 5lrmen. SieS fdheint ein SBiberfprudh au fein, weil ber 5lrmefd)ein= bar wenig ftidftoffhaltige Nahrung genießt; baS ift aber eben nur fdheinbar unb wir wollen uns barüber näher erflären. Ser Segriff „au Piel" ift höchft relatip. Söenn wir gefagt haben: ©icht entfteht burdj au reichlichen ©enuß ftidftoffhaltiger Nahrungsmittel, fo fommteS bei bem „au reicfilid)" eben nur auf baS Verhältniß beS gleichzeitig augeführten ©auerftoffeS an. (Eine beftimmte Portion ©tidftoff bebarf au fetner Ver= Wanblung in ^parnftoff eine genau beftimmte OJcenge ©auerftoff. Nun fönnen wir Piel ©tidftoff in uns aufnehmen unb benfelben bennoch perbauen, wenn Wir jugleid) auch Piel ©auerftoff einnehmen; bage= gen tonnen wir aber eine Piel f leinere Portion ©tirf= ffoff Pietteicht nicht Perarbeiten, wenn wir nur fehr wenig ©auerftoff einführen. Saher nun fommt eS, baß 5lrme wie Neiche Pon ber ©icht geplagt werben. Ser Netche, welcher in ber Negel Piel ftirfftoffhaltiqe Nahrung, a« S. gleifch, Gier, hafteten, Sluftern, #äfe, 2öein, genießt, macht ficfi gewöhnlich wemg — 15 — Sewegung; je weniger Seroegung man fid) aber macht, befto weniger athmet man unb je weniger man atljmet, befto weniger ©auerftoff führ manbein Körper au. 2öer alfo bei wenig Sewegung piel ©tidftoff genießt, wirb franf, bei bem eraeugt fid) Harnfdure, ber befommt einen ftettmanft, bie £ä= morrhoiben ober bie ©icht ober 9lüeS aufammen. Ser Farmer^ber Sanbwirth genießt eben fo Diel, ja noch mel)r ©tidftoff, er bewegt fid) aber Piel unb ftärfer in freier Suft, genießt baber perhältnißmäßig eben fo Piel ©auerftoff als ©tidftoff unb bleibt beS= halb gefunb. Ser 5lrme genießt aud) biel ©tidftoff unb jwar in ©eftalt Pon Srob, Kartoffeln unb $äfe: ber Rieber beSSrobeS unb ber Kartoffeln ift nämlich nichts anbereS als ©tidftoff, nur in etwas oeränber> ter ftorm, unb wenn ber 5lrme and) fyäufig Piel Se- wegung bat, fo athmet er bennodh fer)r oft eine ber= borbene, fauerftoffarme Suft in niebrigen, bumpfen, meiftenS oerfchloffenen unb feiten gelüfteten Näumen ein. SaS enge Seifammenwohnen Pieler Sftenfchen in fleinen Stuben, bie meiftentheilS mangelnbe Hautpflege, ©orgen unb Kummer bemirfen hier baS Nämliche, wie bei bem Neichen: auch ber 9lrme $at feine ©icht! Nadjbem mir nun binreichenb beutlich geaeigt ha= ben, wie bie ©icht entfteht, wollen wir auch aeigen wie ba§ Ungethüm felbft auSfiebt. Hat ficfi mehr £arnfäure gcbilbet, als bie Nieren burch ben Urin fortaufdjaffen im ©tanbe finb, fo bleibt biefelbe im Slute. SaS Slut leibet aber b> fanntlid) nichts Ungehöriges unb fucht eS anberSroo — 16 — los au werben, was baburdj gelingt, baß bie Hant= fäure in ©eftalt eines feinen $u!berS ober freibear= tigen NieberfdhlageS auf ben mit Knorpel überaoge; nen ©elenffläzen ber Knochen unb inberbidflüffigen ©elenffchmiere aurüdbleibt 9luf biefe Beife ent= flehen natürlid) Netbungen, meldhe oft fo ftarf wer= ben, baß man bei Sewegungen baS Knarren ber Knochen hört. Natürlid) ift bami$ ein heftiger ©dhmera Perbunben, häufig werben fogar bieSemeg= ungen gana unmöglid) unb wenn fid) größere 2Jcaffen Harnfäure in ben ©elenfen anhäufen, entftehen bie fogenannten ©ichtfnoten. (Ebaratteriftifdh für bie ©icht ift alfo, ba^ tr)r ©ifc, an welkem man ihr Safein wahrnimmt, bie ©elenfe finb unb atoar meift bie ©elenfe ber £>anb unb ber Ringer, beS KnieS, beS ftußeS unb begeben. (Ein anbereS eigentümliches ÜUcerimal ber ©icht ift eS, baß ihr Vor bo te n Porangehen. Hatnäm= Itcfi bie Ablagerung pon Harnfäure eine Beile ge= bauert, fo fängt bie Haut an au Juden, ber 9)cagen aeigt ©äure, faureS Slufftoßen, ©chmeraen, Heißfiun; ger, ©oobbrennen, Höuiorrhoibalbefchraerben treten ein, unb flüchtige, audenbe ©chmeraen fließen burd) bie ©lieber, bis plö^Iich einmal in ber Nadht, ge* wohnlich gegen 8—4 Uljr Borgens, baS Süden ber Haut unb bie ©lieberfchmeraen heftiger werben, unb ber Kranfe burd) einen unauSftehltchen ©djmera im Satten einer ber großen 3ehen ober überhaupt in ben ©elenfen begehen ober ginger auf böchft f chmen* liehe Beife gewedt wirb. %m borgen bemerft ber Patient, baß bie fchmeraenben ©teilen angefchwollen, — 17 — roth. unb glänaenb finb, unb Perfpürt ein mäßiges lieber; im Saufe bes SageS raerben bie ©chmeraen bann gewöfynlidh geringer. Sa aber bie Ablagerung ber Harnfäure immer fort gef)t, fo raieberholen fid) aud) bie ©chmeraen entraeber täglich, ober boch einen Sag um ben anberen auf ein unb berfelben ©teile, feiten einmal an einer anbcien, bis nach neun ober aehn Sagen ein ftarfer fefjr fauer riechenber ©cbraeiß ausbricht, auf welchen bie ©chmeraen nad)laffen, bie ©efchmulft fid) fefct, bie Haut unter ftarfem Surfen fid) abfctjuppt unb ber Urin einen rötblidjen ober aud) weißlldjen Sobenfa£ bilbet. Ser Kranfe fühlt bann große Erleichterung unb bemerft nun längere 3eit nichts wieber, bis bie fämmtlichen (Erfdheinungen auf's Neue beginnen unb benfelben Verlauf inne= halten, nur mit bem Unterfdhiebe, baß bie Anfalle immer heftiger, bie Anfchmellungen namentlid) um= fangreidjer unb fchließlid) in ©eftalt börfriger, oft fehr umfangreicher Erhabenheiten permanent werben. SieS finb bann bie oorerwäjjnten ©ichtfnoten, welche burd) ihre Hätte unb AuSbebnung halb Neia, halb Srud auf ihre Umgebung ausüben, bie (Eirculation unb bie Semeglidjfeit ftören, bie ©ebnen unb Neroen aerren unb brüden, Verfrümmungen, Verfüraungen, ©teiffigfeiten unb Sähmungen eraeugen unb uner= fragliche ©chmeraen erregen. Setreffen folche ©icht= anfalle bie $üße, fo nennt man fie ^obagra, betreff fen fie bie Hänbe, ßhiragra. Außerbem unterfcheU bet man noch bie fliegenbe ober aitternbe ©id)t, bie S 1 u t g i ch t, bei welcher pße unb Haube lebhaft roth gefärbt erfcfieinen, bie K n o r p e l g i cfi t, bei — 18 — welcher bie ©elenfe berhdrten unb fich aufammenaie- hen, bie K o p f g i dh t u. f. w Mitunter entfielen bei ber ©idht and] offene ©efdhtoüre, HautauSfdhläge ober ©chleimflüffe, burcfi welche fid) ber Körper pon ber Harnfäure au befreien Perfudjt; biefe Hülfe ift aber aud) nur eine Nothhülfe, unb wenn niefit eine Verbefferung beSSluteS jug(eicf) eintritt, heilen biefe ©dhäben nur fefir fdhwer, ober haben, wenn fte in golge einer (Erfüllung ober atningenber Mittel ein= treten, leicht ben Sob aur ftolge. ©elingt eS über« fjaupt nicht, wenigftenS eine SNilberung ber ©icht ju eraielen, fo werben ihre (Erfcheinungen immer beftU ger unb cjualbotter, bis fie enbliefi bie großen Slut* gefäße ber Sruft ober baS Hct3 ergreift unb burcfi Bafferfucfit ober einen ©efilagfluß baS Sehen beS ^alienten enbet. Aber nicht bloS gutes Sehen auf ber einen, ober bürftige Srob= unb Kartoffelnaljrung auf ber anbern ©eite, eraeugen bie ©icht; eS gibt noch mehrere an- bere Singe, weld)e bie Silbung Pon |>arnfäure un* terftütjen. Obenan fteht hier ber häufige ©enuß be§ Beines, welchem fo unenblidh Diele SDrenfcfien ihr $obagra Perbanfen; außerbem aber führt öftere unb burd) $ahre hinburch ftattfinbenbe Srunffucht, na= mentlid) ftarfeS Sranntweintrinfen au bemfelben 3iele. (Erfüllungen, häufige Surchnäffungen, baS Begbleiben Pon gußfehweißen ober anberen gewohn- ten AuSfcf)eibungen, ©emüthSaffecte, Verlegungen, ©trapajjen unb übermäßige Anftrengungen beS Kör= perS, miegetbaüge u.bgl. peranlaffen ebenfalls fef)r häufig bie ©icf)t. — 19 — Viele Seute behaupten, bie ©icht fei erblich, b. h. fie pflanat fidh pom Vater auf ©ohn fort; bem muffen wir aber entfcihieben wiberfprechen; benn wenn bie ©idht erblid) wäre, müßte fie fid) auch bei Kinbern unb jüngeren Seuten aeigen ohne ba^ biefelben burdj unawedmäßige Koft ober äußere Verhältniffe biefe Kranfbeit fid) auaögen. ©idht wirb ftet» frifch er= aeugt. SemerfenSwerth ift übrigens ber 3ufammen= lang awifchen ber ©icht unb bem ©efdjlechtsfbftem, meldjen man baran erfennt, baß Kaftraten unb un= fdhulbige Scanner unb Jünglinge niemals an ^3o= bagra leiben unb baß biefe $orm ber ©icht fich beim weiblichen ©efchlecht nur erft nach oerlorener $rucht= barleit unb aud) bann feiten einftettt. Ser größeren Ueberfidhtlicfifeit wegen wollen wir bie dharafteriftifdhen 9Jcerfmale ber ©icht nod) einmal gufammenftellen, ehe wir aum NheumatiSmuS über* geljen. Ser ©icht liegt Abfonberung Pon Harnfäure au ©runbe. Sie ©icht hat Vorboten. Sie ©icht ergreift auerft ftets bie flehten ©elenfe. Sie ©efchmulft ber ©icht ift rotfi, glänaenb, an* fangS teigartig, aeigt angefchwoflene Slutabern, bie Oberhaut fchuppt fich ah. Ser ©chmera ift heftig unb nimmt ahf jemehr bie ©efcfimulft aunimmt. ©egen borgen aeigen fidh alle (Erfcheinungen ber ©idht milber. Sie ©ichtanfälle haben eine regelmäßige Sauer Don 9—11 Sagen unb fehren mieber. ^eber neue — 20 — Anfall ift heftiger als ber borhergefienbe. Sie Haut ber ©ichtfranfen ift troden. $m Urin berfelben finbet fich eine bebcutenbe Ouantität Harnfäure, auch fogenannter ©rieS. ©efyen wir au ber anberen Kranffieit, bem Nheu^ matiSmuS über, fo finben wir, baß berfelbe tro& feiner fdjeinbaren Vermanbtfdjaft mit ber ©iefit bem nod) gana anbere (EntftebungSurfadfjen hat unb auch in feinen Erfcheinungen ficf) pon festerer gänjlicf) unterfdheibet Von ber ©idht haben wir nadjgewiefen,baß fie gu= nächft burch ein 9JcißPerhältniß atoifchen ©auerftoff unb ©tidftoff entfteht, ba^ burch biefeS üffißperhälfc niß fich Harnfäure hübet unb baß bie Harnfäure burch ben AuSgangSweg ber Nieren n i ch t entfernt werbe, ©icht alfo ift eine Störung beS ©toffwea> fels, infofern bie Nieren ihrem ©ejd)äfte beS Heraus* Werfensniefitgewachfen finb. NheumatiSmuS böge* gen tft eine ©törung beS ©toffmedhfelS, tnfofern ber Ausführungsweg ber Haut ungangbar gemadjt wirb, unb bieS gefefiieht metftenS burd) (E r f ä 11 u n g. Ser NheumatiSmuS ift alfo ein $ro= buet ber (Erfältung. Unter ben AuSwurfSftoffen unferes Körpers beftm ben ftcfi aud) Baffer unbKohfenfäure, unb beibe enfc weichen buref) Sunge unb ^>ant mittels AuSatbmen, AuSbünftung unb ©cfiweiß. Obwohl bie größte Dcenge biefer AuSWurfSftoffe burcfi; bie Sunge entfernt wirb, bleibt immer noefi eine anfehnliefie Ouantität — 21 — übrig, welche ihren Beg burcfi bie Haut nehmen muß. Sie Haut ift nämlicf) ber ©ifc eines befonberen AbernfpftemS, ber 6apiüar= ober Haargefäße (fie fann wegen ihres geringen SurdhmefferS feine grö= ßeren Slutgefäße enthalten); unb ba fie behufSber AuSfcfieibungSametfe unb aur (Ernährung Pon Ner= Pen, Salgbrüfen unb Haaren immerhin einer be= träd)tltd)en Ouantität Slut bebarf, fo finb in ihr bie Slutgefäße aniar äußerft aaljlreich, aber auf benflein= ften Surdjmeffer rebucirt, fo baß fte oft buehfiäblicfy noef) feiner als ein Haar finb. Natürlid) ift ber Slutumlauf in biefen feinen Nöljrdjen feljr leidjt ei- ner ©todung unterworfen, welche wieberum eine fo= fortige ©todung beS 2ttauferungSgefdjäftS trer Haut, b. h. ber AuSftoßung Pon Kohlenfäure unb Baffer aur f^olge hat. Sunge, Nafe unb Tarmcanal finb amar im ©tanbe ftefloertretenb für bie Haut au mir= tcn, unb wenn fie bieStbun, bann haben wir Hüften, ©cfinupfen ober Surcfifatt, aber eS gefefiieht nidht im= mer, baß fie für bie Haut eintreten, fonbern bie ©aefie ihr felbft überlaffen unb bann heißt eS: wir haben ben NheumatiSmuS, baS Neißen ober einen gluß. Ter NheumatiSmuS ift ein ^robuet ber (Erfältung haben wir Porhin gefagt; worin aber befiehl nun eine (Erfüllung? ^n geftörter Hautthätigfeit unb biefe ©törung gefchieht auf folgenbe Beife. Sie Verbrennung beS ©tidftoffeS burd) ben ©auerftoff eraeugt in unferem Körper eine Bärme Pon etwa 30 ©rab Neaumur. Siefen ©rab ber Bärme nennen wir bie S 1 u t w ä r m e unb nehmen fte mit Necht als baS richtige Bärmemaß an. 3ft ber ©toffmechfel,. — 22 — bie Verbrennung beS ©tidftoffeS, feine regelmäßige, fo wirb ber obige Bärmegrab überfdjritten ober herabgefefct unb bie Shätigfeit ber Haut geftört ober franfhaft erhöht. Sie AuShraucfiung ber Kohlen* fäure unb beS BafferS ift aber nur möglich bei nor= maier Bärme, alfo bei 30 ©rab. ©inft nun bie Slutwdrme burd) (Einmirfung äußerer Umftänbe, wie Suftaug, Surchndffung, u. f. w. unter 30 ©rab, fo gelangen Kohlenfäure unb Baffer nicht mehr au bem ©rabe Pon Anfpannung unb glüdhtigfeit, um ent*. weichen au fönnen, fie bleiben alfo in ber H°ut. Hilft nun Weber Sunge nod) Sarmcanal ober ein anbereS ©pftem (a. S. baS Slut in ©eftalt eines ^ieberS ober einer (Entaünbung) ber Haut auS biefer Verlegenheit, fo entfteht ber 3uftanb, weldhen wir NfieumatiSmuS nennen. Benn alfo bie ©idht auS ber ungehörigen ©egenwart ber Harnfäure entfteht, fo hübet fidh ber NheumatiSmuS burcfi 3urüdbaltung Pon Kohlenfäure unb Baffer. Bie immer, fucht bie Natur and) hier fich felbft au helfen, unb biefeS Seftreben äußert fidh ftetS burch eine ftarfeBärmeentwidlung, welche bis aur lieber* bifce fteigt. ^e wärmer wir j. S. burch ftarfe Seme= gung werben, befto mehr Kohlenfäure unb Baffer werben auS bemSlute gefdjieben unb befto mehr hat bie Haut au thun, um biefelben au entfernen: wir fdhwi^en bann. Sasfelbe ift auch ber $aü bei bem foeben besprochenen Seftreben ber Natur; ba aber bie Haut außer Shätigfeit gefegt ift, fo häufen fich Kohlenfäure, Baffer unb bM baburd) entftehenbe Bärme unter ber Haut immer mehr. BaS ift — 23 — nun bie 3?olge babon! Unter ber Haut liegen oor* nebmüch 9NuSteln unb ©ef)nen. Sie einaelnen Sünbel ber 3JcuSfeln finb wieber in fef)nige Häute gehüllt, unb biefe fjaben bie (Eigenfdjaft, fid) in ttod* ner Bärme au Perfüraen, aufammenauaiehen; in feuchter, falter Suft behnen fie fidh auS. Siefe groß" e Bärme unter ber Haut, meldje niefit entweichen fann, bewirft tjöcfift unglerer Kranfe füljtt jebodh nur wenig (Erleichterung ba- Pon, weil bie Kohlenfäure noch aurütfbleibt. H^auS erflärt eS fich auch, baß bie fdjweißtreibenben 3Jcittel unb üflcethoben beim NheumatiSmuS fo wenig auS* richten unb gar nid)t feiten nur baS lieber Per* mehren. Sa fehr breite aJcuSfetfefinen fid) häufig an ben ©elenfenben ber Knochen anfe^en, fo empfinbet man \%t unb Nöthe beS ©efichts, ber 3unge unb beS UrinS, angefdhwoflenen großen @e* enfen unb furcfitbaren ©chmeraen, Perlaufen nicht feiten tobtlui). Surch neue (Erfüllungen ober grobe btatetttefie 2}hßgriffe fann ber NheumatiSmuS bie Außenfette Perlaffen unb innere Orqane erareifen m welchem galle heftiges ^eber, Bafferfudjt unb — 25 — bie fürdjterlichften ©chmeraen ebenfalls einen un^ glütf liehen Ausgang in AuSfid)t ftetten. Ter NheumatiSmuS, beffen ©chmeraen burch Neia* ung ber Nerpen auch auf ie^tere übertragen werben, hat öfters Neigung fich mit Neroenteiben, fogenann* ten Neuralgia, au oergefellfehaftlidhen ober bahin überzugeben. Hierher gehören g. S. r h e u m a t i f d) e © e= f i d) t S= unb Senbenfdjmeraen, Pon benen man nid)t genau fagen fann, in wieweit fie rljeuma* tifdjer ober neroöfer Natur feien. Ter fchlimmfte . Pon beiben ift unftreitig ber ©efichtSfdhmera, welcher halb biefen halb jenen Stjeil beS ©efidhts mit unfäg* liebem Büthen überfällt unb au ben fdjmerahafteften 3udungen unb Veraerrungen aroingt. Ter Senben^ fehmerj ober baS Hüftweh iftaraar auch nicht fdjmera* loS unb burd) bie Sehinberung ber Seraeglidhfeit peinlich, aber boefi bei weitem nid)t fo furchtbar, als ber ©efichtSfdhmera. Sie fchretflichfte gorm ift aber ber r t) e u m a t i* fche ©tarrframpf. (Er beginnt mit einem ©e* fühl, als ob Ameifen am Nüdgrab bin* unb herliefen, Pon 3eit au 3eit bricht ftarf fauer riechenber, bider ©d)Weiß Ijeroor, bie ©lieber beginnen au aÜtern unb raie Por©dhauber au beben, HalsmuSfeln unb Kinn* laben fangen an au fd)tneraen unb fteif auraerben, bie ©timme ift freifefienb ober aifdjenb, bis enblidj ©tarr* frampf, bei ben Kinnbaden beginnenb, Pon ba nach abwärts allmähjig ben ganaen Körper ergreifen unb benfelben fteif, einer Silbfäule ähnlicfi macht. Sa* bei füllen fid) bie HhiSfeln wie ©tein an, bie Augen — 26 — finb ftarr unb baS ©efiefit beraerrt. ^tö&lid) läßt ber Anfall nach, febrt jebodj wieber, wäljrt immer längere 3eü, bis au ätnei ©tunben, unb enbigt faft ftets mit bem Sobe. Siefe furchtbare ftorm beS NheumatiSmuS ift glüdlidher Beife eine feltene unb tritt in berNegel nur nadj bebeutenben (Erfältungen, a. S. nadj ©d)lafen im freien auf feudhter (Erbe, auf falten, naffen ©teilten u. f. w. ein. lieber bie Veranlaffung aum NheumatiSmuS brau* eben rair wohl nidht erft etraaS au fügen, ba in bem Borte „(E r f ä 11 u n g" Alles liegt, Nur baS (Eine blatten rair nod) hinauaufügen,baß au reichliche, ftitfftoffbaltige Nahrung ebenfo raie au bürftige Kofi unb feuchte, augige Bobnungen baS (Entftehen beS NheumatiSmuS in gleicher Beife begünftigen, wie baS ber ©icht. Bieberfjolen wir, wie bei ber ©idjt, bie djarafte* riftifchen 9Jcerfmale beS NheumatiSmuS, fo ftellenfidj folgenbe heraus. Ter NheumatiSmuS beruht auf 3urüdhaltung Pon Kohlenfäure unb Baffer in ber Haut, er bat feine Vorboten, fein ©ife befinbet fidh in ben iDxuSfeln, ben fehnigen Häuten unb in ben großen ©elenfen. Ser rheumatifche ©djmera ift umljeraieljenb unb wirb burd) trodene Bärme, namentlich gegen 2ftor= gen erhöht. Tie Haut ber mit NheumatiSmuS Sehafteten ift meift feucht, ©chmeiß gewährt bei NheumatiSmuS wenig (Erleichterung. Sei ©efchwulft fteigt unb fällt ber rheumatifche ©djmera mit berfelben. — 27 — 3m Urine Nbeumatifdjer finbet man nur fefjr we* mg Hacnfäure unb gac feinen ©rieS. SieS wäre alfo bie genaue ©djüberung beS 2öe* fenS unb ber Urfadjen biefer beiben pcinüoüen Äranf* Reiten, au beren Vefämpfung fo Vieles oerfudjt unb fo Vieles wieber berworfen worben ift. Auch wir geboren au Tenen, welche fich bie Ve* fämpfung ber ©icht unb beS NheumatiSmuS jur gan^ befonberen Aufgabe gefreut haben, unb unfere lang* jäf)rige Shätigfeit auf biefem Jtranfbeitägebicte bat unes fo ungewöhnlich reiche (Erfahrungen mad)en [äffen, baß wir unS ohne Ucberhebung ein grünb* lidjeS Urtheü unb baS bottfte Necbt aufbrechen bürfen, allen berartigen tranfen guten Natb ertheilen a« fönnen. Auch wir haben gegen ©idjt unb Nbeumatiömuä ebenfo gut wie anbere Aerate, Vieles, ja wohl noch mehr Oerfudjt, angewenbet unb geprüft, benn Alleä toa$ Allopathie, Homöopathie unb Hnbropathie bor* fchreiben, ift oon itnS benutzt worbenunb nicht minber haben w r unS aud) um bie Anflehten ber Naturale, 9tfagnetifeure unb WeSmerianer gefümmert, unS aber überzeugen muffen, baß man auf feinem biefer SBege allein, fonbern nur bann aum 3iele gelangen fann, raenn man aue jeber 9Netbobe baS ©ute unb Srauchbare entnimmt unb ba$ fo ©ewonnene au ei* nem ©anaen Dereinigt. 2Sir finb auf biefe Sßeife au einer burdjauS felbftftänbigen §eümetbobe ber ©icht unb beS NheumatiSmuS unb au Mitteln gelangt, welche fteh in Verbinbung mit einem richtigen unb — 28 — naturgemäßen biätetifdjen Verfahren gegen biefe Uebel fieherer als alles Anbere bewährt fjaben. Bill man eine grünbliche unb wirkliche Heilung juerft ber ©idjt be^weefen, fo muß natürlich gefragt werben : woburch fie herborgerufen wirb? Sie Ant* wort lautet: bie ©idht entfteht baburch, ba^ ber Äöc per mehr ©ticfftoff aufgenommen hat, als ber©auer* froff in Harnftoff au Derwanbeln bermag. SDian muß folglid) aunädtft bafür forgen, ba^ bem Körper fo wenig ©tiifftoff wie möglid) augefübrt werbe, ba* mit ber ©auerftoff oorwiegcnb unb baS 9J?ißberbält* niß aufgehoben werbe. TaS beißt mit anbern Bor* ten: ber Neidje unb SBohlhabenbe höre auf, Vraten, NagoutS, hafteten, Sorten, Auftem unb Äafe au effen unb SBein au trinfen, unb ber Arme barf niajt mehr auSfcbließltch Don Vrob unb Kartoffeln leben, fonbern muß namentlich ©emüfe genießen unb fidj Sewegung machen, benn je mehr man fid) bewegt, befto ijäuftger unb ftarfer holt man Athem unb befto öfter unb fräftiger wirb baS Slut in ben Zungen mit bem ©auerftoff in Serührung gebracht. Ter Arme lüfte feine Bohnung gehörig unb holte nicht ben ganaen Sag bie genfter Derfehloffen. ©ine bumpfe, finftere unb feud)te Bohnung muß er butchauS mit einer anbern bertaufchen, unb aud) ihm wirb eS nur bon Nufcen fein, wenn er bem ftelb unb Balb feine Vefucbe madjt. 3a, baS ift recht fchön, werben Viele tagen, aber wir fönnen unS feine Sewegung machen, baS ^Jobagra hinbert unS am ©eben unb jebe Veweg* ung macht unS ©chmeraen. Unb boch, erwibern wir barauf, ©auerftoff müßt ihr euch um jeben ^reiS — 29 '— berfdjaffen, unb fönnt bieS felbft im ^immer burd) Sungengtymnaftif, welche man folgenbermaßen be* werfftelligt: bie leibenben Steile werben warm unb gut augebecft, unb nun febt man fich an baS geöffnete ^ienfter, womöglich in bie ©onne, nnb |olt langfam fo tief Athem, als eS nur geht, unb ftößt bie Suft ebenfo langfam wieber auS. Taburch werben bie Sungen gana öou* ßuft geaogen, fo bah fte ßdj bottftän* big auSbebnen unb bau Slut binreiegenb mit ©auer* ftoff gefättigt Wirb, ©in folcfje« ©jerettium wirft gana bortrefflich unb hilft |>arnfäure, ftohlenftoff, Baffer, fauleS gett unb atterhanb Unrath fräftig austreiben. Tiefe Uebung ift 5 bis 10 Minuten htntereinanber forlaufeljen, bann ruht man eine Beile auS unb be* ginnt nachher bon Neuem. TaS (Stnathmen muß aber burd) bie Nafe gefchehen, unb ber 9Nunb ge* fchloffen bleiben. Auch bie Quantität ber Äoft muß währenb ber Tauer ber ftranfheit xinc geringere als gewöhnlich fein ; gana äu bermeiben finb alle fauren ©peifen, ©cwürae unb erhifeenbe ©etrönfe ; man überfülle alfo feinen 9J?agen nid)t mit. fdjweißtreibenben Sheen unb bergleidjen©achen, ba e'ine auf biefe Beife besorge* rufene Hautttjätigfeit gar nichts nübt, unb überbem ©chweiß ftet3 auf Soften beS Urin« bergoffen wirb. Urin aber brauchen wir reichlich bei ber ©idbt, ba bie Nieren leiben. Bollen wir aber biel Urin laffen, fo bürfen wir nur reichlich frifche« Baffer trinfen, wel* che« nebenbei auch noch biel ©auerftoff enthält. An biefer ©teile muffen wir unS auch eine« arg Ver* leumbeten, eine« unfdjulbig Verbammten annehmen, — 30 — nämlich be« Kaffee«, ©icfitfranfe fönnen getroft unb ■ ohne ©(haben biefee ©etränf genießen, welche« außer , feiner anregenben, belebenben Straft auch ein gelinbe« j Neiamtttel für bie Nieren ift unb bie Verbauung be* : förbert. | ©roßc Bärme im 3»nmer nüfet nicht«, bagegen werben bie leibenbcn ©teilen mit Vortheil wärmer gehalten, al« ber übrige Körper. Alle« ©djmieren : unb ^ßflaftern ber angefchwoflenen ©elenfe nüfet eben* faß« nidjt«, fiöd&ftenS fann man bei großer Srocfen* heit ber Haut biefe mit etwa« Del ober ©pect einrei- ben. Benn bie güße bon ber ©icht befallen finb, barf man fie nicht herabhängen laffen, fonbern man muß biefelben in eine horizontale Nidjtung bringen, inbem man fie, wenn man nidjt im Vette liegen muß über einen ©tubl legt unb am beften in eine wollene Tecfe ober ein geberbett einhüllt. I^a bei ber ©idjt ber eine Au«führung«weg, bie Nieren, feine ©djul* bigfeit nidjt gana Derrichtet, fo ift e« natürlidj bon großer Bidjtigfeit, ba^ nidjt etwa auch noch ein an* berer Beg in« ©tocfen gerate), 3. V. ber Tarmcanal, aumal bie Haut bei ©tchtfranfen in ber Negel nicht fo thätig ift, alSeSwünfcbenSwertl) wäre, ©tuhlbers haltung barf alfo um feinen *ßrei« gebulbet werben ; man benutje aber baau ferne Sajirmittel, weil biefel* ben bem Slute unb mithin audj ben Nieren, eine große Ouantität Baffer entziehen. TaS Baffer be« Slute« bebürfen wir bei ber ©idjt ganz notljwenbig aur Sereitung eine« möglidjft reichlichen Urin«, ba* mit er bermöge feiner größeren Ouantität im ©tanbe fei, eine möglidjft große 9Nenge Harnfäure mit fid) — 31 — , fortzuführen. Tie« ift ber ©runb, weSljalb wir ba« ■Baffer be« Slute« burcfi Abführmittel nicht nach ;, bem Tarmfanale leiten bürfen. Hoa)ftetl« ift ber ©e* |( brauch, eine« ©ßlöffel« bofl Nictnu«öl in bringenben 1 gälten geftattet; außerbem l^elfe man fidj burd) Klty* ,tftire, fleißige« Bafjertrinfen unb ben ©enuß bon '„ ©peifen, weldje ben Stuhlgang anregen, j. S. ^onig, ,Nofinen, brünetten, gebacfene Pflaumen, beren ,. Birfung man nodj burd) Kneten ober Klatfdjen be« Unterleibe« auf fräftige unb wirffame Beife unter* ', ftüfeen fann. ,', Ten ©enuß be« Beine« haben biejenigen gana , wegzulaffen, welche fid) ihre ©idjt bei guter Safel unb "günjrigen ßeben«berf)ältniffen erworben fjaben. @8 1 ift bielfaä) bie Anßdjt berbreitet, nur ber Beißwein ;fei fchäblich, unb Nothwein habe feinen Nachtheil; j ba« ift aber für ©id)tfranfe ein fehr gefährlicher 3rr* ; thum. Notbwein unterfdjeibet fich bom Beißwein ' in ber Haubtfacbe nur burd) bie Anwefcnt)ett einer ^größeren Ouantität ©erbftoffe«, welchem er feinen ; beerben ©efdjmacf berbantt, währenb bagegen ber ; Beißwein reicher an 3ucfer ift. Seibe Beine aber " enthalten gleiche SNengen Kali unb Beinfäure; biefe "beiben Körper berbinben fich au bem befanntenBein* ftein, ber unter bem Namen Cremor tartari weit* befannt ift unb ber fich nur au gern mit ben harn* ; fauren.Ablagerungen ber ©icht berbinbet unb biefeU ; ben bermebrt. Notl)toem unb Beißwein haben alfo für ®id)tfranfe ein unb biefelbe Birfung, unb atoar eine nadjtbeüige. Sei Armen bagegen fann unter Umftänben ber ©enuß eine« ©lafe« guten Beine« — 32 — fehr erfprießlidb wirfen, inbem er bie Shätigfeit be« Körper« erhobt unb bie burch fdjlecbte Koft unb ßuft, burdb geucljtigfeit unb burd) ntebergebrürfte ©timm* ung herbeigeführte allgemeine ©rfehlaffung in eine wobltbätige ©pannung berwanbelt. Tod) muß aud) hier mit großer Vorftcbt berfab^ren unb ein ge* naue« 3Naß eingebalten werben; natürlich, barf babei fein gieber ober fehr tjeftiger ©cbmerz borljanben fein. Offene ©efdjwüre unb Hautau«fdjläge bei ©idjt wollen mit großer Vorftdjt bebanbelt fein. (Srftere werben am allerbeften trocfen mit (Jharpie ober höeb> ften« mit einer milben, reialofen ©albe berbunben, 8- S. mit weißem SNutterpflafter; Dor allen reizenben. unb fogenannten heilfräftigen ^flattern unb ©albeh hat' man fich wohl au hüten, ©idjtifche Hautau«* fchläge läßt man am liebften gana unberücffidjtigt, wobei inbeffen bie Neintjaltung, unb bei Sroefenbeit ber flechten ober ©ehorfe bai Sepinfcln mit Oel ober gett natürlich nicht mit inbegriffen ift. ©o wefentlid) bie Sefolgung aller biefer Vorfdjrif* ten ift, unb fo heftig fid) jebe Nichtbeachtung berfel* ben beftraft, fo würbe eine Heilung ber ©id)t burcfi fte allein im günftigen gatte fich fehr weit hinau«* Ziehen; bie ©icht, ober richtiger bie Harnfäure ift eine fehr hartnäcfige Kranfbeit, bei welcher fid) bie Natur nicht felbft helfen fann unb Unterftüjnmg«* mittel bebarf. Natürlich entfteht nun aber bie erfte grage: wa« foH bai au wählenbe Arzneimittel in unferem Körper ausrichten, wa« fott e« barin thun? — 33 — ? Ter ©ichtfranfe hat Harnfäure in feinem Slutc, bie Nieren follen biefelbe berau«fcbaffen, unb ihre " Kräfte reidjen nid)t au«. Ta« Heilmittel müßte .'alfo jebenfatt« anregenb auf bie Nieren Wirten, ahn* lieh wie wir un« burd) ein ©Ia« Bein unb eine tüch* rtige 5NabIzeit zu einer außergewöhnlichen Anftreng* 'ung ftärfen. Bie aber fommt man ben Nieren Hei? fie ftecfen fo tief brtnnen unb liegen fo gefchüfct, ,ba^ ihnen bon feiner ©eite beiaufommen ift. Ta 'wirb nun freilidj mancher junge, bietteidjt aud) man* !djer alte Aqt fdjnett bei ber Hanb fein unb fagen: *nun, ba geben wir gana einfad) ein harntteibenbe« "SNitteU Tiefe Wirten aber nur infofern auf bie t:Nieren, al« fte bem Slute Baffer entloefen unb bie "Nieren nöthigen, bagfelbe aufzunehmen unb fortju* Jfdjaffen; bie {Harnfäure bleibt aber barin, folglich muffen wir nach einem anberen, befferen 9Mittel fud)en. Ta« haben wir getban, unb e« ift un« auch "gelungen, ein 5Nittel au finben, ba^ bie (Sigenfdjaft bat, ben ganzen Körper au burdjbringen, mithin 'überall reigenb unb anregenb zu wirfen, an jeber ,!©teHe ben ©toffwedjfel zu befdjleunigen; unb feine 'Birftamfeit ift fo groß, ba^ e« felbft bie AuSfdjeib* jung ber Harnfaure bewirft unb baburch bie ©icht 'grünblich beut, fo baß biefelbe nicht wieberfebrt, e« :fei benn, bafi ber Körper auf« Neue mit ©tiefftoff erfüllt unb anberen fd)äbliehen ßinflüffen au«ge* fe&t werbe. Bunber fann natürlich aud) biefe Arznei nicht bewirfen, fo bortrefflich fie auch ift; alte unb fel)r umfangreiche ©icbtbeulen werben alfo nach ihrem ©ebraudje nicht fogleid) gänzlich, fonbern erft nach — 34 — langer 3eü berfefiwinben. Ta« aber fönnen wir mit ber größten Seftimmtheit berfichern, baß ber Anfall ber ©icht unb ber ©etjalt bon Harnfäure im Slute, alfo bie eigentliche Kranfheit, ficher unb bollfiänbig burch unfer Mittel gebeilt wirb unb baß felbft in gana bereiteten gällen mit Verfügungen unb &äb,m* ungen, bebeutenbe Sefferung herbeigeführt fowie taß bie ©efchwüre unb Hautau«fdjläge grünblid) unb obne Nadjtl)eil befeitigt werben. Ter Hauptbeftanbtheil unferer Aranei ift feine«» weg« etwa« Neue« ober Unbefannte« ; wohl aber ift e« feine Senufeung, bie Art ber ©ewinnung be« bofl* fommen reinen (Sjtracte« unb feine <ütifd)ung. Tarauf berufen feine glänaenben, unfehlbaren Birf* ungen. Unfer Mittel bietet bie ©ewißheit be« guten ©rfolge«, wa« bei ber ©icht um fo wichtiger unb fd)äfe,en«wertl)er ift, ba alle bisherigen Sebanb* lungöweifen nur äußerft feiten im ©tanbe finb, bie Seiben ber Kranfen ju milbern. Ber mit Aufmerf* famfeit unferer Sefdjreibung ber ©idjt unb be« Nheu* mati«mu« gefolgt ift, wirb btc Ueberaeugung gewon* nen fyaben, baß wir bie (Sntftefyung unb bai Befcn biefer Kranfheit boflfommen fennen, unb grünblid) ftubirt tjaben muffen, unb barau« läßt fid) bann aud) folgern, ba^ unfer 9Nebicament ein wahre« Heilmittel fein werbe; benn nur ber, welcher Urfprung unb Natur ber Kranfheit richtig crfennt, fann bie richtigen Sttittel berorbnen, währenb jeber Anbere planlo« unb auf ba^ ©erabewobl berumbfufd)t. Ter oft [o wütbenbe @id)tfchmera ift nicht feiten ein Hin&ewiß für bie Heilung, inbem bie ber Ueber* — 35 — reiaung berNerben nothwenbig folgenbe Abfpannung ben ©toffwedjfel beeinträchtigt. Te«balb, ganz ab gefehen bon ben Unannebmlichfeiten, welche ber ©chmera für ben Kranfen bat, ift e« auch für bie Heilung bon größter Bichtigfeit, etwa« zur SÄilber* ung ber ©djmerzen zu thun, unb bie Btffenfdjaft wenbet audj Mittel an, welche ba« ©efühl momentan aufzuheben bermögen. Tiefe SNittel ßnb jeboch theil« unaulänglich, theil« bon wibrigem ©erueb, tljeil« fogar gefährlidj. 3n neuerer 3eit ift bagegen ein ©toff entbecft worben, welcher, bon allen jenen Mängeln unb Nachtbeilen frei, in feiner fchmerz* ftillenben ©igenfchaft noch weit bortrefflidjer wirft, fobalb -er richtig bereitet unb gebraucht wirb. Bir haben biefen ©toff lange unb grünblid) geprüft, ha* ben ihn in ben berfcbiebenften formen benu^t, unb finb burch Veobadjtung feiner Birfung bahin ge* führt worben, ihn neben unferem inneren SNittel al« Einreibung zu benubcn, woburcb wir Alle«, wa« ein föidjtfranfer nur wünfdjen fann, nämlid) bie Sefei* tigung ber ©chmeraen unb grünbliche Heilung ber Kranfheit in allen fällen erreicht haben, ^a^ aber leiftet, wie un« hinretdjenb befannt ift, fein anbere« SNittel, uub barum gereidjt e« un« zur größten ©e* nugtbuung unb aufrichtigften ftreube, bon allen (Seiten Seridjte über bie trefflid)e Btrffamfeit fo* wohl unferer Arznei al« auch unferer Einreibung zu erbalten unb baburd) faft täglid) au erfahren, baß wieber einem ober mehreren ßeibenben burd) un« geholfen worben ift. Ter NbeumatUmu« ift jwar, wie wir ge* — 36 — fehen haben, anberer Natur; er beruht ebenfall« auf einer ©törung be« ©toffwecbfel«, aber bei ibm finbet bie ©tocfung in ber Haut ftatt. Tie Haut beschließt fid) bem Au«fuhrgefchäft, uub Baffer unb Kohlenfäure bleiben aurücf. 'Sia^ Baffer entweicht atterbing« halb al« ©djweiß, ber aber feine Erleid)* terung gewäbrt, weil bie Koblenfäure zurüdbleibt. Bir finben alfo al« eigentlichen Unterfcbieb awifd)cn ©icht unb Nbeumatt«mu«, ba^ bei ber ©icht fich, Harnfäure, beim NheumatiSmu« Koblenfäure anhäuft, ba^ erftere burd) bie Nieren, lefetere burd) bie Haut au entfernen ift. ©o wenig aber bei ber ©icht burd) barntreibenbe 5Nittel bie Harnfäure au«* geführt wirb, eben fo wenig entfernt fid) beim-Nbeu* mati«mu« bie Kohlenfäure burd) ©chweiß. Te«balb ift e« nicht richtig, Nbeumatifche burd) Mittel au plagen, welche ©chweiß herborbringen fotten ; e« gilt bielmehr, bie Haut au betätigen, zu öffnen, wa« beim fünftlichen ©chwifeen burd) innere Mittel nicht gelingt, weil ftch ber©d)ioeiß mechanifd) bcrborbrängt, ohne burd) lebenbige Shätigfeit ber Haut baau ge* trieben zu werben. Bie locft man nun aber bie Koblenfäure beibor? ©tnau auf biefelbe Beife unb burd) baSfelbe SNittel, wie bie Harnfäure bei ber @id)t. Tie Alle« burd)* bringenbe Kraft be« 9Nebicamente« öffnet auch bie s£oren ber Haut, fo ba^ bie Koblenfäure cntroeiehen fann; bie trocfene Bärme unter ber ^axit macht einer feuchteren *JJla£, bie 9Nu«felbünbel, bie ©eh* nenbäute erlangen it)re alte Sage unb Sänge wieber bie Nerbcn faffen Seruhtgung, unb ber Nbeumati«* — 37 — mu« berfchwinbet. Auch hier leiftet aur fchneüen Sefeitigung befonber« heftiger ©djmeraen bie Ein* reibung herrliche Tienfte. Srofe ihrer inneren Ver* fcbtebenbeit ift e« alfo möglich, ©id)t unb Nheumati«* mu« burd) biefelben Mittel au heilen, wo« für ben galt befonber« nüblich ift, wenn, trob, unferer genauen ©cfailbcrung, bennoch Semanb ©icht bon Nheumati«* mu« nicht unterfcheiben fönnte. Auch beim Nheumati«mu« ift ba^ biätetifche Ver* halten, wie bei jeber Kranfbeit überhaupt, bon ber* felben Bichtigfeit, wie ba^> SNebicintren. Vor allen Tingen muffen wir gegen baS attauwarme Einpacfen rheumatifcb Öeibenber eifern, weil trocfene äußere Bärme bie ©chme^en bermebrt. Am meiften geeig* net aur Sebecfung ober Einhüllung ber franfen ©lie* ber etgnet fid) ein leichter, langbaariger unb weidjer glanell, wäbrenb geberbetten gar nicht« taugen ; nüfelich bagegen ift ein ©chaaf*, Kajjen* ober gudj«* pela- Ber e« au&auhaltcn bermag, fann fid) auch ber Sinben, Säcfchen unb Unterbeinfleiber au« Balb* wolle bebienen, beren raube fläche einen ftarfen Hautreiz au«übt. Anbere ^eilfräfte barf man bon biefem ©toffe aber nicht erwarten, ba feine Birf* famfeit fid) nur auf bie Öberflädje ber Haut erftreeft unb biele sßerfonen finb nicht im ©tanbe, biefen Neiz ZU ertragen. Ein ©leiche« muffen wir bon ben Ein^ wiefelungen in Hanfwerg fagen, welche fich ebenfalls nur für biejenigen eignen, beren Haut unempfmblid) genug ift, um biefe« Kraben ber einzelnen gäben aushalten au fönnen. Beit beffer ift aber für Seber* mann ber glanett, unb wer fiel) unferer Einreibung c^g — 38 — bebient, ift halb im ©tanbe, alle Umhüllungen wieber bon fid) au werfen. geudjtigfeit, Kälte unb 3ug finb bei Nheumati«mu« ftrengften« zu bermeiben, unb wai wir bei ber ©icht über bie ©tuhlau«leerungen gefagt haben, gilt in feinem ganaen Umfange aud) bei bem NheumatiSmuS. Ein äußerft fräftige« Unterftüfmngßmtttel zur Austreibung ber Koblenfäure ift eine tüd)tige förper> liehe Sewegung, unb, wenn fein lieber Dorfjanben ift, barf fid) Niemanb, ber an NheumatiSmu« leibet, fchonen, bei troefenem Better unb wenn fein ftarfer Binb, namentlich Oftwinb, weht, einen berben ©paaiergang au machen, ober mit Art, ©äge unb ©chnifemeffer ober fonft auf anbere Beife fich eine tüchtige Sewegung burch törperliche Arbeit au Per* fchaffen. Natürlich muß bafür geforgt werben, baß, befonber« bei au«brechenbem ©chweiße, feine Erfält* ung ftattfinbet. ©inb jebodj ftarfe Anfchwellungen ber ©elenfe Por* hanben, ober ift lieber mit bem Nheumati«mu« Der* bunben, fo wirb ber Kranfeatterbing« ba^ Sett büten muffen, er wirb aber fehr wohl tbun, wenn er alle Gebern au« feinem Sette entfernt, nur auf einer 5Natrabe liegt unb ftcb mit einer ober awei wollenen Tecfen gubeeft. Sei biefem 3uftanbe muß auch bie Koft ohne gleifdj, Eier unb Souiflon fein unb barf nur au« ©emüfen, Nei«, ©ago, ©raupen ober ©rie« in Baffer ober etwa« 9Nild) gefod)t, beftehen. ®e* baefene Pflaumen unb getroefnete ober gefoctjte Aepfel fmb ebenfatt« empfehlenswert!), ©auere unb er* hibenbe ©peifen unb ©etränfe, mit Au«nahme einer — 39 — Saffe Kaffee, muffen burebau« wegfallen. 3ft jeboch fein gieber unb feine ftarte Anfcbwettung ba, fo fann, namentlid) bei ben ärmeren Klaffen ein ©tüef gleifd) genoffen werben ; in jebem galle aber unb bei allen formen be« Nbeumatt«mu« ift Uebermaß in ©peife unb Srant au bermeiben. Tampfbäber f ö n n e n •fid) bei geringen ober auch bereiteten NbeumatiSmen hülfreich erweifen, aber fie fönnen auch e b e n f o 1 e i ch t äußerft nachteilig wirfen, weehalb man am beften thut, fich ihrer nidjt au bebienen, benn man foH nie in einer ßotterie fpielen, wo bie Nieten im Verlufte ber ©efunbheit befteljen. Nach bem, wa« wir über ©icht unb Nheumati«mu« gefagt haben, liegt e« auf ber Hanb, n>ai bon ©icht* watte, ©ichtpapier, Nheumati«mu«fetten unb aller* hanb ^Jflafter :c. :c. au halten ift. Alle biefe 5Nittel wirfen nur auf bie Oberfläche ber §aut, finb alfo nidjt im ©tanbe, ©toffe au« bem Körper au entfer* neu, welche burd) ben ganaen Organismus berbreitet ftnb unb beren Entftehen einer ©törung beS ©toff* wedjfel« auzufdjreiben ift. BaS bie NheumatiSmuß* fetten betrifft, fo wollen wir gern augeben, baß bei Nheumati«mu8 eine Abweichung ber gewöhnlichen electrifdjen unb magnetifchen Verhältuiffe ber $ant ftattfrnbe, aber ein f o unfinnige« unb bottftänbig wirf- ungSlofeS ^aehroerf, tuie bie galDano*electrifchen NbeumatiSmuStetten, fann biefem Umftanbe nie ab* Ijelfen. Unfere beiben sJNebicamente gewähren bagegen fo* raobl bei ©icht al« NheumatiSmuS bie bottftänbige — 40 — ©ic[,erbeit eine« guten Erfolge«, unb nur be«halb wünfdjen wir ihnen bie weitefte Verbreitung unb hoffen burch fie aur Unterbrücfung marftfchreierifd) empfohlener 5Nittel wefentlich mitauwirfen. ©ie fotten ber leibenben SNenfchbeit im bottften ©inne be« Borte« au ©ute fommen, unb barum wünfdjen wir auch unferem ©ehriftch'en bie weitefte Verbreitung unb forbern Seben, bem e« Hülfe gebracht Ijat, auf, au beffen weiterer Empfehlung uach Kräften beiju* tragen. 3um ©chluffe rufen wir allen unferen Sefern, na* mentlid) aber benen, welche fid) für unheilbar ballen, weil ihnen noch Nicht« geholfen hat unb weil fte burd) unwiffenbe, aber befto fdjamlofere ©peculanten getäufdjt worben finb, ben alten, weifen ©prueb in ba^ ©ebächtniß aurücf: „prüfet Alle« unb bo«Se fte behaltet!" ©o roanbere nun hinau« in bie Belt, mein fleine« Bertchen. 3dj weiß ba^ bu in ben golbftrahlenben sjJaläftcn l er Neichen, in bem Haufe be« Sanbmanne« unb Sürger« unb in ber Berfftätte be« Hanbwerfer« greube, Sroft unb Erlöfung bon bem finftern unb unbeimlichen ©afte bringen wirft. 3n ei^iffimrttöjÄaen <5ad)e, wo e« fid) um bai ?£ ©lud" ftmfenber itoä ffl^fchen hanbelt, glaubt ber Ver|afier feine Pflicht cjetfwn au l)aben. fn mag ins voluisse sal est 4& tt&s Ü^* 3n nachftebenb en Slättern finb et ber Patient alle« B i M e n ö w e r t b e in SB e z u g auf bie H ° f f m a n n ' f d» e n © i d) t* unb N b e u in a t i« m u S » 9)M 11 e l. <*&# v.;'.\\. hi\\ u • T 0 ff ', ■ ., r. , l a$ ©icftt* un* OTfKitmatUmugs'Bud)" erfdjienen, in welchen bie Urfadje, bie Kennzeichen unb ber Verlauf ber ©ia)t unb be« Nbeumati8mu8 au«führüdj unb letchtberftänblid) bebanbelt unb b i e ftdjere Heilung berfelben burd) bie Hoffmann'* fdjen 5Nebicamente nad)gewiefen wirb. Tiefe lebteren beliehen in bem A>offntann'fdjf n @itf)ts ttnl» 9U)tttmattdmu£*<$li$it unb bem ^offmunn'fdicn ©idMs un* Mbemnatiö: mu3s&ie H°ff mann 'f d)en Mittel haben fid) in ben Pier Sftbjen, feitbem ftetver Deffentlicbfeii über* geben würben, in ben fcfjwerften fjciüen auf ba« A u S g e s e id) n e t ft e bewährt unb bie -ga-hj berer, bie ber Anerfennung gegen unS für bie ibnea^ewäjjrfce Hülfe in- banfbaren Borten AuSbrurf berüefyen, ift eine überaus große. ( Biq. .>cbod) poii allem Sewährten unb beSbalb Diel Segehrten, fo ftnb auaj bon ben Hoff»ian,n;fdjen . @id)tmitteln jtereit« mefjrfctdf Ne#qjj*iungen üerfiwjt ftnben bafelbft §iitfe uon ihren jahrelangen Reiben, ftacbbem fie bergeben« nnb bi« zum Ueberbruß bie Heilung ihrer Kranfheit rmt ^atentmebicinen^be* »öerfftettigen wollten. ' Eine gewiffenhäfte unb auf merff ante Schon blung fo wk eine gr ü nbl t cf) e Hf-ünng fann man unter allen Umftänben erwarten, wenn man fid) in bie beutfchc Heilanffalt wenbeh (Au« ber „Befilidjen ^oft" in ©t. 8öui|.) i ES gereift un« junt Vergnügen, bie geehrte» üefer auf bie beutfdje Heü'Anftalt am hieftgen $la£e, 521 »ine ©traße, awifdjen 5. unb 6. ©traße, £ a ji z (Te f o n b t r « aufmerff«m au madfen. - Tie Anialt bat e« ficb zum HauPtzwecf gemacht b e * a Fi ät e unb tjartuäcfig e ßeiben ui behanbeln.. Ter frtfte Sewei« ber fegenSreidjeff Shätigfeit biefi« 3n* ftttut« ift bie ausgekehlte nnb fid) tägtia) mtfbr£tbe «ßrari« in faft allen (itaStat 4mb Serritorien i*« Sanbe«. Bir empfeh|n,bie-beutfdje Heilen t ber völligen tteberzeugt jffwfdjaftndje, aufmetffj jung ftnben werben. aßen $ülft(nd)tnben-Ti Saß fie bafelbfr eine nnb grünblidjeJöebqni « ^ ^ i3^- '*& gfolßcnbf «rbrtftcu finb im ÄBerlnge ber beutfdjeu Hctlanfialt erfcbienen: (©edjfte Auflage.) Tie ©djwäehe*3uftänbe unb ®efdjledjt«franff heilen be« SN e nfd)cn, fowie beren einzige, fiebere unb fchnette Heilung. Tiefe ©ihrift wirb bon ber beutfd)en Heilanftalt in ©t. ßouü, 5No., gegen Surfen- bung bon 25 EentS nach jeber Abreffe in ben Vereinigten ©taaten p o r t o* frei unb forgfältig oerfiegelt, berfanbt. Abreffire: German Medical Institute, St. Louis, Mo. ferner: ©tebere Heilung ber gallfucht (mit beige* legten 3eugniffen geseilter Patienten ). Tiefe Abbanbiung ift im Snteteffe berjenigen Kranfen berfaßt, welche bisher Pon Aeraten unb burd) Anwenbung ber hefannten SNittel ntd)t geheilt werben tonnten. Herau«gegeben bon ber beutftf)en Heü*Anftait in ©t. ßoui«, 5No. Vierte Auflage. Tiefe« ©chrtftchen wirb gegen Einfenbung bon 25 Eent« portofrei nach jeber Abreffe berfanbt. Abreffire: German Medical Institute, 521 Pine St., 9t. Louis, Mo. 2lti$ $etitfff)*ie fceutfdje $e\UWn1tait in ©t. ßoui«, 9No., 521 ^ine ©tr., zwifchen 5. unb 6. ©traße, fönnen wir unfern beutfchen ßanbSleuten al« ein folibt« unb ftreng wiffenfdjaftliche« 3nftitut wärmfte« empfeblen. Tiefe feit Sauren befteb,enbe Anftalt* bat e« fich zur Haupt* Auf gäbe gemacht, ber* altere unb fchwieng, au beilenbe ßeiben au behanbeln, unb wahrlich,, man fann fagen, baß fie auf biefem gelbe Nefultate aufzuweifen bermag, bie fie berech* tigt, fidj fühn mit irge'nb'einer crbnlidjen Anftalt im alten Vaterlanbe zu meffen. AuS bem $attenten*3ournal ber Anftalt geht her* bor, ba^ bon ben Aeraten be« Snftitut« im ßcmfe be« besoffenen SahreS 2558 KranfbeitSfätte be* hanbelt würben, welche fidj auf faft alle ©taaten ber Union unb Eanaba bcrtfjeüen. Einheimifche *JJa* tienten würben behanbelt 1215 ; 216 Kranfe fanben, außer ältlicher Sehanblung, ein Unternommen unb gute Pflege. 5Nit ber bottften Serechtigung berbient ba^ Snfti* tut ben Namen . „$ettifd)e «eil anftalt/' unb fagen wir mit ben taufenben gtücflidj ©eheilten: „9Nöge bie Anftalt gebeihen unb blühen, unb zum Nufcen ber leibenen SNenfcbheit immer mebr unb mebr ihre fegen«reidje Birffamfeit au«behnen! SNöge ibre Hülfe immer mehr unb mehr bon unfern beutfchen ßanb«leulen bon Nah unb ftern in An« fpruch genommen werben ! (Au« bem „teottin«bilIe gortfcbritt," Eottin«bitte, 3ttinoi«; E« macht un« Vergnügen, bie beutfdje Heüanftalt in©t. ßoui«, Wo., 521 ^iue ©traße, awifdjen ß. unb 6. ©traße, unfern Sefern heften« au empfehlen. Tie Anftalt erfreut fich eine« großen 3ufprud)« au« allen ©taaten unb aablreicbe Kronfe fuchen unb Ber fid) bertrnuenSbott unb mit flater Raffung brieflich an un« W'.nbet, bem (khern wir bie nötbige Hülfe, wenn fte überhaupt noch möglich/, cbenfo gewiß zu, al« ob wir utt« perfönlich feinen guftantj bcran= fdjauliebt; bazu finb wir uns ber erfürberli&en Er» fahrung,unb Uebung bewußt. Unb um felbft ben Weniger .gebilbeten bie nötigen. wiffenSWerthen Ant* Worten zu ermöglichen, l)aben wir an einer anberen ©teile bie entfpredjenben fragen beigefügt, welche ber Patient reiflich au überlegen unb furz unb hünbig au beantworten bat. 2&ir fönnen bem Kranfen bei biefer Arbeit nidjt genug ©orgfblt arirathen ; benn nur burd) feine ©ebulb unb Nad)läffigfeit föunte e« fontmen, ba^ wir feinen 3uftanb unrichtig auffaßten, wa« un«, beiläufig gefügt, bi« jefet zum ©lüde noch nicht borgefommen ift, ba wir lieber in zweifelbaffen fällen eine zweite_Eorrefponb;nz führen, al« unferen Natb, resp. 9Nerren loderen! ©efüble ber 3Dantbatfeit unb freute er= muntern mt$, 3&nen $u berieten, ba« icb. bie "iKebuin nacb. ©ebraucbSan roeifung eingenommen, unb biefelbe bat arx$ bie Ußirfung nict)t oerfeblt benn bleute 9Morgenum loUbr ift mein efeterregenberftoftgänger abgezogen ■Die ßänge be« SBurmeä ift fieben JJarbä unb bat biefelbe 93efcbaffen= beit ali ber, ben icb, bei 3&nen gefeben labe; namtieb, ber ffiopf ift länglich bünn unb |at aueb, bie febroar^en gierten am wnbe ©djliejjlidj nehmen ©ie meinen bertfieben 2)ant entgegen, benn idj bin unb »erbleibe in Siebe unb CDanfbarfeit 3 br ergebender ijenrt) 3umBe'>t. S o lu m b i a, 3ttinot#. ffiertfye Jjerren Doctoren! 3^" Webijin baben roir am 17. Oftobe, erbalten unb maebten roir bie ^robe, reelle febr roittfam mar. 3<$ nabin tie üKetijin ber 23orfd)rift nad). Dann nacb, jroei ©tunten natjm id; rta = ftoröl, roorauf id) eine ©tunbe barnad) abführte. 1)er fflanbrourm ift nd)ti.j gefommen ; er ift ungefäbr »ier j!jarb lang. 3cb. banfe veebt bmlid) für 3br roirtfameS Heilmittel. SKebft ©rufe, 3°&n geriet. 2Bir öerfenben ba§ Söanbrourmmittel unter &a- rantie be» (SrfolgeS mit g a n 3 genauen @e= braucfjöanroeifungen gegen (vinfenbung bon jefyn Sollend. GEEMAN MEDICAL INSTITUTE, 521 Pine Street, Sl. Louis, Jfissouri. $afe bie obigen 3*ugniife etf)t finb unb mit ben Briefen übereinstimmen, bezeugen mir hiermit ber SäSatyrljeit gemäfj u. f. m Unterjeicbnet unb befebmoren Dor mir, einem öf= fentlidjen 9cotar für ©t. tfoui» l^ountn, üöco. (£ b m u n b J. « ö) t e i n e r, Deffeutlictjer 9cotar *£ ^ "^ *& ^ £1*1e^& C* ^ '£ ^ ^ ^