K*^' '>U'>\J2^ ißaö ift t* Cftolera im fr nw («ttttt man ficb uot ü)v am jfc&etften wvttmbwn? '3?cbit Stn^abe tcr bcwd^rteften -nciliutg bcrfelben. $r. 3« ®iutciin>fer. fxtiö: 25 deute Xritcf u. Verlag yon Brentano u. uippe. 18 5 0. 3€g£S#** ►*b«*; \ f I i i 5ßag tft it Cholera unfe von h\mi mau ftcb t?oc ibt nm ff ttttften wtivabreii ? Nngabeber bewö^rteften Teilung bcrfelben. Sßon £>r. 3. <£ttttetitofer. $ret$: 25 Gent*. jjottsfctue, IIa. Xrucf unb Verlag yon Brentano unb Sippe. l)nmad)ten beftel)t. Xie Ausleerungen finb anfangs ba3 ©euoffenc, bann ©cbleim, ©alle, £otb; faft immer gelb, grün ober bunfelfarbig; lieber ift nidjt ba. 23cnn bie ^ranfbeit ntd)t a\\$ Un* mäfiigf eit, Störung ber Sßcrbauung ober burdj ©tfte ent- hebt, fo fommt fie nad) plöfclidjen (Srfättungen, aud; nadi Acrgcr, in allen Säubern yor, am bäuftgften im (Spät- fommcr hti rafd;em SBitterungSwedjfef, wo fie oft mit ber 9hibr cpibemifd) — über mehrere ßinwoljner — l)errfd;t. Xie Spolera ift yorjüglid; in füblid)en Säubern tinkti* mifcb, wo auf fet)r tyifyt Xage falte 9cäd)te folgen, yorjüg- lieb wenn ju bcr £if$e beS Klimas fieb naffe ^ax)xc ober fkbcnbc $ßaffer unb ©ümpfe gefetten, wo fie bann mit 3iuf;ren, SBcc^fel?, ©allen* unb gaulfiebern abwecbfelt. 3n Dftiubtcn ift biefe Äranffjcit mefyr als anberewo yon jeber ju -fiaufe, and) bat fie bort oft epibemifd; gefyerrfcbt. S3on bem Safyre 1815 an fjatte bie Witterung bort eine auffallenbe Abweichung gejeigt, fo baf in ber trorfenen 3abre^jeit heftige 9tegengüffe unb in ber Sfagenjeü Xüne ^errfd;te. 1816 war eg ungewöfynlid; fyeiß unb e$ zeigten fieb febon ta fehr »tele ©allenfieber, auch bie Gtyolera bau- 4 pger. 1817 cntftanbcn in bcr crftcn £>älfte beö 3af>reö gropc Uebcrfdpwcmmungen, bjeburd) in ben ftieberungen eine fd;äblid)c Sumpfluft unb eine bebeutcnbere Stenge ge= fäbrlid)cr ßvanfrjeiten, worauf ftdt> im Sluguft bcffelbcn 3a^reö in Bengalen eine @pibemie ber (Sbolera entwicfclte, welcbe ft4) baburd; befonberS au^eidjnete, ba§ fie rafcb um ftd; griff, ftcb mit einer flattern £eftigfeit über bie benacb; barten Orte yerbreitete unb unter ben (Sinwofmern bisher ungefannte ©cvwüftungcn anrtd;tete, fo ba§ ftc in 3eit yon wenigen 2Öod)en bcn größten Xfyeil 35engalenS, unb jwar yovjiiglid; bie großen Stätte unb bie ©egenben an glüffen beimfud;te. 33on je&t an yerbreitete ftd) fcic Äranffceit nad) allen Sßeltgcgcnben unb ju allen Sa^e^eiten, fo ba§ fte nad; 14 3ai)rcn fd;on in ber 9)citte yon Europa berrfebje. Xa biefe Äranffyeit nad)wetölich burd) Sdjiffe unb £anbels* wege aus Slfieu nad) Europa yerpflaujt worben ift, unb ra fie f)ier biefelben @rfd;einungen jetgt unb ftcb ju jeber 3at)* reSjeit aud; obne jene, bie einbeimifebe Sbolera yeranlaffen* ben Urfadjen burcb SSermittelung weiter peibrcitet, unb burcb Abfperrung offenbar gehemmt werben fann : fo beift fie mit SRecbj bie afiatifebe ober beffer bie inbifebe ßbolcra, unb ift eine frembe, burcb Anftetfung ju uns gebrachte ftranfbeit. § 2. $ e n n $ e i d; e n ber inbifcfyen Spolera. Xtefe Mxantyät, bie am bäuftgften in ber 9cad)t oter gegen borgen entftebj, bat einen rafeben ©erlauf unb enbtgt obne £ülfe unb fia) felbft überlaffen, faft immer mit bem Xobe. Xie Srfdjeinungen ftnb im ©an$en bie obengenannt ten, aber in einem yiel tjtytxn ©rabe yon £eftigfeit unb babei nod; mit folgenben (Sigenffyümlicfyfeiten. Gine gro&e üftiebergefcbjagenfjcit, entfefclidje Angft unb ein oft bi$ jur Dtynmadjt fleigenber <£d)winbel ftetlt ftd) ein, Uebelfeit, 5 bann (£rbred)en einer bem ©raupenfd)leim ober SWswaffer äb/nlid)en glüfftgfeit, oft, befonberS im Anfange, hinter* cinanber in großer SDcenge unb mit jtemlicber Seid)tigfeit. Xabei erfolgt cntweber gleichzeitig ober abwec^felnb häu- figer Xurdjfall mit einer glüfftgfeit yon berfelben 33efcbaf* fcnfjeit obne befonbere Seibfd)mer^en. Xie glüfftgfeiten wer* ben glctd)fam, obne fie galten ju fönncn, auSgegoffen, ent= halten feine ©alle, fteben mit ben genoffenen Spetfen unb ©etränfen in gar feinem SSerbältniffe, febren meift jebe ©iertelftunbe, aud) alle paar Minuten, wieber; ber Unter* leib ift n>it eingefallen unb l)art wit ein 53rett. Sei ber ftärfften paralptifcben gorm fehlt @rbred;en unb Xurdjfall. 3n bcr £er$grube empftubet bcr Äranfe heftiges 33ren* neu ober Scbmcrjcn, tit ftd; bei bem äußeren Xrucfe yer* mehren, nebft einem befttgen Xurfte unb einem befonbern ©erlangen nad; faltem 2ßaffcr. Xie 3""gc ift meift troefen unb obne ©efd;macf, bleich unb falt, unb fommt tem $ran* fen größer »or. Urin gebj meift gar feiner ah, unb bie£aut ift troefen, tatgig, befonberS an cen Seiten beS £alfeS unb an bem #anbrücfen fteinfalt, am ßnbc meift mit fiebrigem Schweiße beberft unb befommt, befonberS an ben ©liebern, ein bläulid; geflecfteS Anfefyen, an bcn gingern oft runslicbc galten. Xer 9>ulS ift feiten, ^äuftg aber fletn unb faben- förmig unb balb gar nicht mebr füblbar; beim Aberlaß fließt wenig ober gar fein 33lut aus; biefeS ift jäbc, ped;fd)waq unb gerinnt fchnell xok ju einem 55rci. Xer Atbem ift furj, ftoßweife oft mit tiefem Seufjen, ©ä(mcn unb Stöhnen unterbroeben, feiten Ruften, bie ausgeatmete Suft ift falt; auch Sd;lucbjen quält oft ben $ranfeu. Xie Stimme wirb gebämpft, fd;arf, finfenb, beifer, fräbenb. XaS ©efiebt ent* (teilt fid) ganj, jeigt ttn AuSbrud beS tiefften Seibens, bie Augen yerlteren ben ©lanj, werben oft bunfelrotb, ftter, treten tief in t'brc£öblen jurürf, unb werben mit blaugrünen 6 Singen umgeben; bie 9tafe wirb fpifc, bie Sacfen faden ein, 2)(unb unb Sippen werben bläulfd). Salb nad; bem Anfange ber Äranfbeit (oft fogleid)) entflehen fe^r fd;mcrj* hafte Krämpfe in ben ©liebem, »orjugsweife in ben 3c- ben, gingern unb in ben 2öaben, aud; in ben ©orber* armen; cS ftnb meift tonifeije (unbeweglid;e) jicbenbe, feite- ncr Caußer gegen baS ßnbe) ^udenbe Schüttclfrämpfe. Set völliger Scfalaflofigfcit bat ber Äranfe bie größte Unrube, rabet behält er bie Seftnnung meift bis ans ©übe; Sd;win* cel unb Schwere beS ÄopfeS mit Cbrcnfaufen paart ftd) faft immer mit ber größten Kiebergefcbjagenfjeit. XieS ift ber auSgebilbete 3uftanb ber Äranfbeit im All* gemeinen, bü beut jebod; mand;ertet Abweichungen in ber Ausbeutung, Xauer, £eftigfeit unb 3al>l ber (Srfcbetnungen ftattfinben. So ift erbrechen faft immer baS erfle 3ctcben, barauf folgt Xurd;fatl unb Krampf; juweilen mad;en bcr Xurcbfall ober bie Krämpfe ben Anfang. 3n feltenen gäl* len feblen alle biefe @rfd)etnungen; nur ftarfer Scbwinbcl unb Eingenommenheit beS Kopfes, Uebelfeit, falte £aut unb ©lieber mit ber äußerften Sd)Wäd;e unb ganj fleinem fu\\t, brennen unb Scbmerj in ber ^er^grube feblen nie, weld;eS tanu bie gcfdl;rlicbfle gorm ift unb in 1 bis 2 Stunben mit bem Xobe enbet, ber fonft in 6, 12, 24 bis 48 Stun* Den ju erfolgen pflegt. 2ßir muffen aber aud; ben Anfang unb ben Ausgang ber Äranfbeit fennen lernen, weil bei je* nem noch fid;ere £fllfe möglich, ift, unb Ui biefem gewiffe 3eicben eine anfangenbe ©efferung yerratben, wo man bann rafcb bie 9?atur unterftüfcen muß. § 3. © o r b o t e n, ©erlauf unb Ausgang. 9cuv feiten, »ielletcbj nie, überfällt bie Äranfbeit ben 3??enfd)en fo plöfclid), baß man fbr £erannaben nicht be* I mcrfte, wenn man bie 3eid;en berfelben fenntc unb beach- tete. Xer 3eüraum ber AuSbilbung ober ber ©orboten ifl jebod) yon yerfcbiebener Xauer, yon ein paar Stunben bis etwa ju imi, brei Xagcn, unb bie 3ctd;en felbft ftnb yon ungleicher Xeutlid;feit, bie baljer um fo nötbiger genau ju beobachten. Xiefe ©orboten bcfteben in einem ©efüblc yon allgemeiner Ermattung, begleitet yon Angft, Xraurigfeit, 5Reijbarfeit unb Mangel an Sd;laf. Xer Äopf wüd bumpf unb eingenommen ober fd;winbeltg, in ber £er$grube ent* ftebt Xrucf ober ©efübl yon ©rennen unb äußerlich, eine gewifTe tfälte; im Selbe Rollern, Ueblicbfeit, babei grö* fteln, juweilen Erbred;en ber Spetfen, ober Schleim, bem aud; wobl Xurcbfall folgt, ober oft felbft yorbergel)t, unb obne Xrängen unb Scbmer^en ftd; öfters wteberbolt. Xie erflen Stüble finb noej) yon gewöbnlid;er Art unt> breiig, ber britte febou gelbltcr;weiß unb riecht niebt mei;r. Xer Urin ift fparfam. ©iSweilen finben ftcb fted;enbe Schmer* jen in ben Seiten ober bem 9tüden, manchmal tin jief>enber Scbmcrj in ben £änben unb yon ben güßen bis gegen bei 9cabet l;inauf. ©dbuen unb Seuften ftetlt fid) ein, cic £aut bat baS ©efübl, als wäre fie mit etwas kaltem über* bedt; eine Art yon Schauer burd;riefelt fie, ri^it tie £aare gleichfam tin eleftrifchcS Strömen. Xer $ulS ift Hein, i;ärtlicb, oft etwas ju l;äuftg. XaS ©efiebt yeränmt fid), baS Auge yerliert feinen gewöl;nltd;en Auebrucf, baS ©e* hör wirb ftumpfer, bcr ©efimaef nimmt ab, unt ter ^cenfeb r>at ein großes allgemeines ^ißbebagen. Wlan f)at bie Erfahrung gemacht, baß Uirni}? alle Ebo^ lerafranfe, aud) folche, bie febeinbar plöfclich unb gewalt* fam erfranfen, gewifTe ©orboten 1 bis 3 Jage yorber yev* fpüren, befonberS Vollem im Seibc, etwas Neigung uu Xiarrböc, eingenommenen Äcpf, ober wiiflid;e öftere Xurcb* fälle, $cagenbrürfen ober Ucbelfeit, üblen ©efcbmaif im* 6 Singen umgeben; bie ftafe wirb fpifc, bie ©acfen fallen ein, ÜNunb unb Sippen werben bläulid). ©alb nacb bem Anfange ber Äranfbett (oft fogleicjO entfielen fef)r fdjmerj* hafte Krämpfe in ben ©liebern, yorjugSweife in ben 3c- ben, gtngern unb in ben SBabcn, aud; in ben ©orber* armen; eS finb meifl tonifcf)e (unbewegliche) jiebenbc, feite* ncr (außer gegen baS Enbe) ^udenbe Schüttelfrämpfe. ©et yölliger Schlafloftgfeit b«t bcr Äranfe bie größte Unrube, tabei behält er bie ©efinnung meift bis ans Enbe; Sd;win* cel unb Schwere beS ÄopfeS mit Obrenfaufen paart ftd; faft immer mit ber größten 9cicbergefd;lagenr;eit. XieS ift ber auSgebilbete 3nftanb ber Äranfbcit im All* gemeinen, Ui bem jebod; mancherlei Abweichungen in ber AuSbeljnung, Xauer, £eftigfeit unb 3abl ber Erlernungen ftattftnben. So ift Erbred;cn faft immer baS erfle 3cid)en, barauf folgt Xurd;faa unb Krampf; juweilen mad;en bcr Xurcbfall ober bie Krämpfe ben Anfang. 3n fettenen gäl* len feblen alle biefe Erfd;einungen; nur ftarfer Sd;winbcl unb Eiugenommenbeit beS^opfeS, Uebelfeit, falte £aut unb ©lieber mit ber äußerften Sc$wäd;e unb ganj fleinem fulfe, brennen unb Scbmerj in ber ^erjgrube feblen nie, welcbeS bann bie gcfährltcbfte gorm ift unb in 1 bis 2 Stunben mit bem Xobe enbet, ber fonft in 6, 12, 24 bis 48 Stun* cen \n erfolgen pflegt. 2Bir muffen aber aud; ben Anfang unb Un Ausgang ber ^ranf&ett fennen lernen, weil bei je* nem noch fid;ere £ülfe möglich ift, unb bti biefem gewifTe Riehen eine anfangenbe ©efferung yerratben, wo man bann rafdj bie 9catur unterftüfcen muß. § 3. ©orboten, ©erlauf unb Ausgang. 9cur feiten, yielleid)t nie, überfällt bie Äranfbeit ben 2>(cufd)en fo plöfclfd), baß man ifyr £erannaben niebt be* I merfte, wenn man bie 3eid)en berfelben fenntc unb btad)* tete. Xer 3citraum ber AuSbilbung ober ber ©orboten ift jebod) yon yerfcbiebener Xaucr, yon ein paar Stunben bis etwa ju $mi, brei Xagcn, unb bie 3cid;en felbft ftnb yon ungleicher Xeutlid;feit, bie baf>er um fo nötbiger genau ju beobachten. Xiefe ©orboten bcfteben in einem ©efüblc yon allgemeiner Ermattung, begleitet yon Angfl, Xraurigfeit, SReijbarfeit unb Mangel an Sd;laf. Xer Äopf wirb bumpf unb eingenommen ober fd;winbelig, in ber £erjgrube ent* ftebt Xrud ober ©efül;l yon ©rennen unb äußerlich eine gewiffe .ftälte; im ZtiU Rollern, Ueblid;feit, babei grö* fteln, juweilen Erbrcd;en ber Speifen, ober Schleim, bem aud; wohl Xurcbfall folgt, ober oft felbft yorbergeht, unb obne Xrängen unb Schmerjen fid; öfters wieberbolt. Xie erften StübJe ftnb noch yon gewöbultcber Art unfc breiig, ber britte fchou gelblid;weiß unb riecht nicht mel;r. Xer Urin ift fparfam. ©iSweilen ftnben fieb ftcd;enbe Sdjmer* jen in ben Seiten ober bem bilden, manchmal tin u'efycnber Scbmcrj in ben ^änben unb yon ben güßen bis gegen bcn 9cabel hinauf, ©äbnen unb Seufjen ftellt fieb ein, bie £aut bat baS ©efübj, als wäre fie mit etwas kaltem über* bedt; eine Art yon Schauer burd;riefelt fie, rvit Xie Jpaare glefdjfam ein eleftrt'fdjeS Strömen. Xer $ulS ift Hein, Zärtlich, oft etwas ju bäuftg. XaS ©eftebt yeräntert fid), baS Auge yerliert feinen gewöl;nlid;cn Auebrurf, baS ©e* Ijör wirb ftumpfer, ber ©efehmaef nimmt ah, unb ber 2)cenfd) t)at tin großes allgemeines 2ftißbel;agen. Wlan bat bie Erfahrung gemaebt, baß beinahe alle Ebo* lerafranfe, aud) foldje, bie fcheinbar plöftlicb unb gewalt* fam erfranfen, gewiffe ©orboten 1 bis 3 la$t corber yer* fpüren, befonberS Vollem im Seibc, etwas Neigung utr Xtarrbßc, eingenommenen Äopf, ober wifflid;e öftere Xuvd;» fälle, ;2ftagenbrütfen ober Ucbelfeit, üblen ©efdwad utu 8 erbfablc ©eftd;tsfarbe. Auch pflegt bie fogenannte Ebole* rtne, fowobl yor als bei bem £errfcben ber Ebolera aUejett häufig, fogar epttemifd) ju herrfd;en, bie leicht in bie wahre Ebolera übergabt unb eigentltd; nur ibr erfteS Stabium bittet, ©liidlicherweife ift biefe mit Xiarrl)öe auftretenbe Ebolerine immer leichter ju beben, wenn man fie nicht yer* nad;läffigt. Xie Ebolera erfcbeint in brei £aupt* ober ©runbfor* men, unb jwar meift in Uebergdngen yon ber erften in bie jwcitc ober gar in bie britte gorm, oft mit fcbeinbarcm Ueberfprung über eine yorl;ergel)cube. Xie erfte, leiebtefte unt einfad;fte gorm ift bie eretbifd;* (rbeumatifd;*) neryöfe, fte ift oft als ©orldufer yorübergebenb, läßt fid) leicht beben oter bilbet baS erfte Stabium von einigen Stunben bis ju trei, böd;ftenS fteben Xagen, wo fie in bie jweite, mand;* mal gleid; in bie britte gorm übergebt. Sie macht fid; fenntlicb turd; tie angegebenen Symptome. Xie jweite gorm ift tk gaftrifchc, eigentlich frampfbafte wtrflicbc ©rcd;rul;r. Sie bauert meift einen Xag, man** mal bis ju brei Jagen, feiten fieben Xage; fte ift töfctlid; ober gel;t in bie britte unb Ui ber ©efferung in bie erfte gorm über. Sie crfd;eint mit folgenben ßennjeid;en: ber tfranfe ift febr unruhig bti flarcm Xenfen, oft nicht einmal beforgt, aber baS ©efid)t ift entftellt, eingefaUcn, mit hob* len jurüdgejogenen glimmenben Augen, bie ein bunfler bläulid;er ÄreiS umgiebt; Ärampfjurfen in ben ©liebern mit bem ©efüble beS Etnfd;lafcnS; ber Schlaf fehlt; Cbrenfaufcn, Sauden* ober Ärcujfd;merjen; bie Stimme ift beifer, leife, oft gebrochen unb mübfam; ber Atbem juwei* len noch frei, öfter befd;wert, feuf^enb; ber $>ulS ift flein, - ungleich, fcbnell, fteberbaft, 100 bis 120 Schläge, im feblim* men gall langfam, auSfefcent; bie £aut falt, bläulicbt, ruujlig, wie fiebrig unb fcbwifcenb; bie 3unge breit, be* 9 legt, \m\s ober gelb mit feitlicben Schleimftreifen; Xrud in ber £erjgrubc unb Sd;merj, oft jutft ein ©lifc nach bem dürfen t)in; ©auebgrimmen, jugleich ©red;en unb Xurch* fall, oft unb häufig mit glüfftgfeit wk SReiSwaffer, oft mit glotfen, feiten grünlid;; ber Xurcbfall fchttxaud) juweilen, aber öiel Rollern im Selbe; Urin febr wenig, etwas bun* fei, geht befchwerlid;, oft gar nicht. Xie britte gorm ift bie aSpbyftifcbe, apopleftifd;*para* lötifche. Sie tritt oft felbftftänbtg auf wk im Sturm ohne bemerfbare ©orläufer unb ohne bie jwet yorigen gormen; ihr ©ertauf bauert 1 bis 12 Stunben, gehj int heften galt in bie yorigen über, ober enbet mit Apoplerie ober Säl;* mutig. 3hre ^ennjeieben ftnb: baS Xenfen ift oft noch frei, fogar erfyöhj, juweilen gleichgültig, ergeben; baS ©e* ficht ft'eht jammeryoll, rok brohenb, leiebenhaft, aus, mit r)ot)len tiefen Augen.; er ift fchlafloS ober foporöS; Äräm* pfe, befonberS SBabenfrämpfe fteigen aufwärts, bod; feiten jum ©eficht; bie Stimme ift freifcheub, mübfam, unyer* flänblich, oft Sprad)lofigfeit. Xer Atbem ftöbnenb, angfl* yoU röd;elnb, falt, ber $ut$ faum fühlbar, fehlt; bie £aut yerfchrumpft, blaufledig, falt, ebenfo bie 3ntgc falt unb jittrig; ber Xrud in ber Jperjgrube fel;lt meift, auch baS Erbrechen unb bie Ucbelfeit, ober er bricht fturjwcife; we* nig Xurcbfall ober blutig, pechartig, flinfenb; ber Urin febjt ober geht unwillfürlicb tropfeuweife ab. ©ei einer ^wertmäßigen ©ebanblung unb in günftigen gälten enbet bie Äranfbctt aud; in ibrer ftärfften AuSbil* tung nicht immer mit bem Xobe. Es läßt fich Ui folgen* Den 3cid)en ein günftiger Ausgang hoffen. XaS AuSfchen beS Traufen yerttert tk Eutfteltttng unb befommt feine na* türlid;e O^tftalt wteber; er wirb ruhjger, eS ftellt ftcb Sd;laf unb ein warmer buftenber Schweiß, juerft an ©einen unb güßen, ein. Xer Atbem wirb regelmäßig unb warm, ber .«J Ti;(S wieter fühlbar unb yolter; bie Krämpfe laffen nach, Erbrechen unb Xurd;fall minbern fid), unb bcr untcrbrürfte Urin fletit ftcb wieber ein. Xer Äranfe yertangt nach »ar* men ©ctrdnfen. Xie fettenen Ausleerungen werten gelber, galliger, baS ©rennen in ber .fterjgrubc läßt nad; unb ber tfranfe gewinnt SBobJgefübl unb 2)htth. Unter biefen gün* ftigen Erfcheinungcn, bie Ui bcr ©öSartigfeit beS UcbclS \a gut benufct werben muffen, fehrt bie ©efunbfyeit oft frbncU unb in wenigen Xagcn wieter; unb eS bleibt nur eine Sd>wädic, yorjügtid; beS 2)cagenS, juwcilen Schmer jett in ben ©liebem jurürf, bie ftdrfenbe unb befänftigenbe Arzneien erforbem. Es ftetlen ftcb juweiten aud; Erfd;einungcn anbercr ÄranfheitSformen ein, bie ftd; mit bcrEl;olera yerbinten, wk Entlaubungen beS JpirnS unb ber Eingeweibe, ©allenrubr, ?ccrycn* unb gautfieber, fo baß Entjünbungcn gewöhnlich ben Anfang, tie anbern ben Ausgang ju begleiten pflegen, ccer in 9cacbfranfl;citen überget;en, woju aueb wafferfüd;tigc 3uüanbe ftcb gefetlen fönnen, was jebod; fcltcner gefd;tel;t, unb ganj ber umfid;tigen ©eurtl)eilung beS ArjtcS anbeim* fällt. ©ei bcn Seid;cnöffnungen finbet man befonberS auffaU lent bie fd;warjc, jät)e, geronnene ©cfd;affent;eit beS ©lu* tc-?, wcld;eS in ben innern größern ©efäßen unb im £eri,en, unt yorjüglich im Unterteibe angehäuft ift. Xie ©efäße futt leer ober polppöS. 3m ©et>irn finbet fieb mwcilen, im yorjügtich im untern Xbeile beS 9iüdenmarfS, 2ßaffer; in bem SinuS ©lutgerinnfcl; allgemeiner ©lutmangel. XaS £crj erfd;cint weif unb mit geronnenem ©lute ge* füllt. 3m Unterteibe ift bie Scher runfei unb meift größer, tie@allenblafe mit tiefer ©alle angefüllt, ber ©allengang gefchloffcn unb ftein jufammengejogen. Xie Sungen ^ufam* ir.enptfaüen, nvlf. Xie 2ftilj ftein, troden. Xer SJcagcn 11 unb bie ©ebärme äußerlid) troden, ot>ne EntjünbungSfpu= reit, leicht gerötet. XaS Sftefc troden, yerjehrt. Xie $e»cr* fchen Xrüfen fet)r cntwttfelt; im SDcagen unb in ben Xär^ men bünne gtüffigfeit. Xie Vieren troden, jufammeu* gefd;rumpft. Xie £arublafe ift gewöhnlich teer. § 4. Ur f ad; en. Xie Erfenntniß ber $ranft;eitSurfad)en ift in ber Arj* netwiffenfcbaft überhaupt tin fehr wichtiger Umftanb, leiber aber ift bie AuSmittetung berfetben immer fehr fchwierig, unb oft, befonberS Ui neu entftetjenben Äranfbeiten, ganj ungewiß, weit hierbei nicht btoS eine 9ftenge örtlicher Xingc, fonbern fyöchft wabrfd;einlich allgemeine tetlurifcfye Sßettycr* bättniffe bie urfprüngliche Erzeugung yeranlaffcn, gegen welche ber SPcenfch, wenn er fie auch fenntc, boch feine 3Kacbt Ijat. ©teichwie man fd;on yon Alters her gewiffe Sanbpla* gen mit fet)r auffallenben unb ungewöhnlichen 9caturer* fd)einungen, wie Erbbeben, geuerauSbrüche unb eleftrifrf;e Erfcbeinungen, in 3ufammenhang backte, unb gctet;rte Männer j. ©. febon bie attifa)t ftft, italifebe Seud;en gleid;jeitigen heftigen yulfanifchen ©ewegungen jufchrie* ben; wk ber fd)warje Xob 1347 nach entfefctiebem Erb* beben in Et)ina entftanb unb »on ba aus bie Erbe yerwü* flete: fo läßt ftd) nicht ganj unwahrfcheinlich bie Ebolera mit fo ungewöhnlichen Sftaturaufregungen in Snfammtn* fjang bringen. Seit bem Kometen 1811 haben an ben M* ften AftenS unb felbft am SJcittelmeer häufige Erbbeben unt yulfanifche ©ewegungen ftattgefunben, unb fchon yon tie- fer 3cit an fotl bie Ebolera in 3nbien t;eftigcr aufgetreten fein. SWe^rfache Ueberfchwemmungen unb ungünflige 2Bit» terungSPerf)ättniffe haben namentlich yor 1817 bort ftatt* 12 gefunbcn, unb fortwdtjreub erlebten auch wir bei uns Erb* beben, Uebcrfcbwemmungen, 9corbtid;ter je, woUi wir böfc fiatarrtyal*, gaulfteber, kufnen* unb ffiechfetfteber als hem febenbe tfranfheiten beobachten, bie fcr)on ihrer Statur nach mit ber Ebolera fehr yerwanbt ftnb, welche felbft als einbei* mifche \tt\t häufiger mm ©orfebetn fommt, unb fo aud) bie frembe ju uns ycrpflanjte Seuche einen günftigen ©oben finbet. SBtr haben eS bemnach nid;t mit ben urfprünglich bie Ebolera erjeugenben Urfachen weiter ju tbun, fonbem yietmehr mit beufenigen, welche bie einmal yorbanbene, burcb Anftedung ftd) weiter yerbrcitenbe ^ranft;eit unter* balteu unb begüuftigcn. ES ift aber eine rid;ttge Sd;äfcung tiefer Urfachen um fo wid;tiger, ba bie ©ewatjrung yor benfelben unb il;re rid;tige ©ebanbtttng faft allein yon ber Äenntniß bcrfelben abt;ängt. Uta tt;eilt man bie Stxanh beitSurfad;en überhaupt ein in äußere ober febäbliche ©ele* genheitSurfachen, unb in innere ober ÄranfheitSanlagen. ©eibe Arten yon Urfachen muffen mfantmenwtrfcn, wenn .ftranf Reiten entfielen folten, benn fchon ©aubiuS fagt: bie bloßen äußeren Urfad;en fchaben nid;t, wo feine An* läge ba ift, unb wer eine Anlage fyat, fann ftcb yor ber 5?ranft;eit Ritten, wenn er ftcb yor ben ©elegentjeits* urfachen t)ütet. § 5. ©ei ben äußern ©elegenfyeitSurfachen muffen wir merft unterfd;eiben jwifeben fotd;en, welche ben ÄranfheitSftoff mittelbar übertragen, unb jwifchen äußern, mehr mfälligen Urfachen, bie mit ber Äranfheit in einer entfernteren ©er* binbung fteben. S^ach ben bisherigen Erfahrungen, bie je* boch nod; immer fid) wiberfprechen, ift anmnelmten, baß tk Anftedung bewirft werben fann, ffyeils burcb unmtttel* bare ©erübmng ber ^ranfen, tbeilS burd) baS fttbjnen ber Suft, bie be^ranfen umgiebt, unb burd; bie AuSbünftung 13 r*r Ausleerungen, auch burch ^tefbungSftücfe, weldje yon ben Traufen getragen worben ftnb, fowie burd) anberc mit t'bm in ©erübrung gewefcne Xingc, bie man giftfangenbc nennt. Xahjn jät)lt man SBolle, ©aumwolle, Rapier, £aare, gebern, glachs, rot)e£äute, Seber, ^eljwerf, 2öerg, Xauwerf, Seinen (nad; ben neueften Erfahrungen ftnb alle biefe Xinge nid;t anftedehb). Sachen mit glatten Ober-* flächen folten nicht ober weniger giftfangenb fein. Auch tie , Seichen folten anfteden, fowie Ui ben ©enefenben baS An* fteduugSyermögen noch einige 3cit fortbauem foll. Xa man tie Art beS AnftedungSftoffeS, ob er mebr fiv ftch an Sachen l;ängt, ober ob er mehr flüchtig unb luft* artig ift, nicht red;t fennt, fo ift eS rätfyliche ©orftchj, auf biefe möglichen ©ermittelun^Sftoffe ju ad;ten, wiewohl bie unmittelbare ©erübrung unb Sachen nad; glaubwürbigen Erfahrungen fo feiten anfteden, baß gerabe Aerjte unb 2öär* ter, bie fortwährenb mit ten Traufen umgcl;en, am feiten* ften erfranfen. 3u jebem gälte gct;ört eine befonbere An* tage ta^u, unb ba überhaupt bie atmofpfyärifchen ©erhält* nt'ffe m ihrer Unterbaltung noch immer günftig ftnb, fo fdjeint aud; t>k Anftedung überhaupt mehr luftartig, jebod; in feiner großen Entfernung, ftattmfinbcn, unb ber halb- flüd;ttge Stoff, wenn er jünbet, nid;t lange yerborgen ju glimmen, fo ^ fdjwerlich mehr als einige £age erforber* Uch ftnb, bis baS Hebel jum yollen Ausbruch gelangt, wo* ber benn aud; wod;enlange Quarantatncn ganj überffüffig fchetnen, wcld;e bie Äranfheit boch nie yöllig abmalten im Staube fint, weil Uebertdufer bicfclbe leicht mitbringen unb gewiffe Suftftrömungen mitmfpiclen fchetnen, wenig* ftrnS auf fur$e Stredcn. § 6. $i: ben äußern ©etegcnbcitSurfachen, wcld;c btc (frjeu* äung ber föanfyeü begünftigen, werben gerechnet: feuchte, 2 14 falte unb yerborbencSuft; Unreinlid;feit überhaupt, fowie fuiftere, fdjled;t gelüftete, niebere, feuchte 2ßol;nungen; enge, mit 2ftenfd;en überfüllte SRäume, fd;nelle 2ßittcrungSwcd;fel, bei benen Erfättungen, befonberS ber güße unb beS Unter* leibeS, ftattftnben, ftarfc Erl;ifcung beS ÄörperS unb lieber* mübung; m ftarfc ©etfteSanftrengung, fowie Xräghcit unb SÄangel an aller ©ewegung in'freier Suft; and) SWanqel unb Untcrtrüdttng ber natürlichen Ausleerungen, gerner fchwer yerbauliebe, ben ©lagen fäuembe unb erfättenbe Speifen unb ©etränfe, n>k fd;lecbteS yerborbeneS, fehr fet* teS gleifch, falte SBürfte, gifd;e, Sped, .fiäfe, ranjige ©ut* ter unb Det, rol;e sJ>flanjenfoft, als ©ttrfen, 9tettigc, ju we- nig gefoebte ©emüfe, \m 9iüben, ,ftol)l, Saucrfraut, Erb* fen unb ©obnen, unreifes, faureS Obft. ©on ben ©e* tränfen: m yiel falteS Sßaffer, falte unb faure 2ttild;, jurt* gcr unb faurcr Sßein, fdjlecbtes ©ter unb yor alten bei Sranntwein. £>ierju fommt auch yorjüglid; Mangel an Wahrung, fowie llebcrlabung beS Wagens unb Schwelge* reien, AuSfd;weifungen alter Art unb 9tad;tfchwärmerei; yor alten aber gurcht unb heftige ©emütfysbcwegungen. § 7. 3n ber jweiten Ätaffe yon ©ebingungen beS ErfranfenS gehören bie Innern ober yorbereitenben Urfad;cn.bcr Äranf* beitSanlagen, wo eine gewiffe eigeutl;ümlid;e ©efri;ränfunß ber Selbftftänbigfeit beS ßörpcrS ftattfinbet, ben fa;äblid>en äußern Einflüffen ju wtberftel;en. 3m Allgemeinen geigt leiter bie Erfahrung tk SJcöglicbfcit, yon ber Ebolera be* fallen ju werben, für alte 2)lenfchen, für fränftiche wie ge* funbe, für junge unb alte, jeboch pflegen ganj gefunbc 2flenfchen am wenigften bayon befallen m werben. 9iacfc ben ft\)x yerfd;iebcnen ©erl;ältniffen aber, mit benen wir in öprtyeii&after oter nachteiliger ©ejiel;ung &u ber Außen* 15 weit leben, entfielen befonbere tfranfbcitSanlögcn, burd; tie man ber ©cfabj met;r ober weniger bloßgeftellt ift. ES gilt jeboeb fyin ganj yorjüglid; bie allgemeine patbologifclje 9te* gel: baß innere unb äußere Urfachen im umgefebrten ©er* bältniffe fteben; finb nämlich bie äußern Urfadjen nur fchwach, fo fd;aben fte nur ba, wo eine große Anlöge vor* b/anben, ftnb fie aber mäd;tig, fo reicht felbft eine geringere* Anlage hin, baß bie Äranfbeit entftebt. 9htn fefct aber bie Eholera entfehieben eine febr auSgcfprod;cne Empfänglicb* fett yorauS; tenn cS finb in ber SRcgel nur wenige Sften- fchen für biefelbe empfänglich, unb eS bleiben bie meiften mitten unter ben Traufen gefunb. XaUi nimmt mit Um. weiteren ©orrüden ber Äranftjeit nach SBeften ifcie ©öS* artigfeit bebeutenb ab, fo baß fte in 9htßtanb fd;»n unb- noch met)r in Preußen nur ungefäl;r 2 bis 3 9Jcenfchen yon 100 Einwobncm traf, ja in ber neueftm %tit, bei einer ßrengem polizeilichen unb ärjtltdjen Auffid;t, f.aum einer mebr »on 100 erfranft. Xaburd; jeichnet fid; biefe Äranf^ Dett febr yortbeilt;aft yor ■ entern Seud;en. aus,, bie yiel mebr 9Jienfchen ergreifen, unb wir baUn bie gegrünbete: AuSftcht, baß fie immer unmäd;tiger werben wirb, naefabem man buref; bie belfere Äenntniß ber fte begünftigenben Ux* fachen unfe burcb, Abftumpfung ber Empfängtid;feit ibj-al* len 3ugang unb alte 9cabrung yerfpent. Auf feben gall ift fte biefcs allgemeinen AufrubrS xm^ SärmenS niebt wertb. Xie je$t jum jweiten, ÜJcal erfd;einente El;olcra ift offen* bar yiel milter als bie frühere. Um fid) bcr ©efahr befto fieserer m entheben unb ftcb gegen baS Uebel fräfttger yertbeitigen ju fönnen, muß ich bie Etgentbümlichfeiten ber befonbern ^tanft;eitSanlagen aoer) etwas näher berüf;ren. 3cb jäble tabtn baS Alter, baS ©efcblecbt, bie SeibeSbeffbaffenbcit, bie SebenSart, \k. ©efebäftigung unb bie ©ewebnbeiten ber ©cenfehen. IG ©anj junge Äinbcr pflegen nach ber bisberigen Erfab* rung »erfebont ju bleiben, fowie baS fräftige 3ugenb* unb 97canneSalter yerbältnißmäßtg weniger befallen wirb, als baS bösere Filter ber Scbwäd;c. Xie beiben ©efchlecbter febeinen ganj unparteiifd; bcimgefud;t ju werben, ba febr oft fein Unterfchieb beobacf)tet wirb, juweilen aber bier mebr SWänner, bort mehr grauen erfranfen, wcld;eS ganj yon ber ScbenSart unb bem ©efunbbettSjuftanbc abjubängen fcheint. oebwangere grauen pflegen babei noch geblgeburten ju machen. Üftacb ber SctbeSbcfd;affcnbeit erliegen Scbwäd;licbe na* türlia) leid)tcr als Äräftigc, benn jene wiberftet;en fd)on ben Äußeren Scbäbtid;fcitcn überbaupt weniger, unb fomit aud; Den yerbcrblicbcn SSirfungen bicfeS befonbern Stoffes niebt ü> x&k biefe; tal;er werben mit anbern $ranfbetten ©e^ haftete bäuftger yon ber Ebolera befallen, fowie überl;aupt eurd; Uebermübung, Erbring, ju lange 9cachtwad;en, Sei* tenfebaften, Schlemmereien unb AuSfcbweifungcn, befon* feerS yenerifcb ©efd;wdd;te am meiften unb gefäh'rtid;ften er* franfen. 3u ftarfc unjeitige Atcrtäffe, beftige ^urganjen unb ju ftarfc Sd;wciße ycrmef;ren bic Anlage, fowie attbal* tenbc Xurcbfdlte ober allerlei ©erftopfungen. ©ewol;n* beitSfäufer finb faft alle t^k fid;ere ©eute beS XobcS. 3u »iel 9tut;e unb eine lieDcrlidje Xrdgt;eit finb tUn fo febäb* lid>, als übermäßige Anftrengung beS SeibeS unb ber Seele. Such ber lange Schlaf ift fd;äblicb. Nichts ftäbtt aber ben Körper fo fct)r, als eine mäßige Xbättgfcit in feinen ge* w?ob"tcn ©efebäften, befonberS £l;ätigfeit beS ©eifteS, ba* mit bie $>l;antafie niebt 3eit gewinne, ber gurd;t baS Ztjox ju öffnen unb eine £ölle yolt Schlangen unb Ungemach ^rjumaten. 17 § 8. XaS Sßefen ber Ebolera. Xa eS uns b»er nur barauf anfommt, bie Äranfbeit ju crfennen unb uns yor ibr ju bewabren, fo liegt eine weitere Unterfucbung über baS eigentliche unftchtbare ©kfen berfet* ben außer unferem 3«ed, unb biefeS um fo mebr, weit baS* felbe bocb immer nur nad) inbiyibuelten Anfielen bppotbe* tifcb befh'mmt unb burcb Schlaffe wabrfcbeinlicb gemacht werben fann. Xaber bie fo yerfcbiebenen unb wiberfprecben* ben ©ebauptungen bcr Aerjte, baß j. ©. baS Eboleragift Aebnlichfeit mit bem Äoblenwafferftoff, mit bem Schlangen* gift jc. t)aU, welcbe man außer tt)ren SBirfungen aud; mu ter niebt fennt, benn baS innere 2Men aller Xinge an ftcb ift unergrünblicb, unb fomit aud) jenes ber Et;olera. 3cb serftebe unter 2Befen biefer Äranfbeit bal;er bie $Berfjeugc, welcbe im Körper urfprünglid; unb fo wefentlid; geftört ftnb, baß fo flürmifd;e unb gefäbrlid)e Erfcbetnungen erfolgen, unb biefeS ifl febr wichtig, weit wir nur bierauf bie ©ebanb* tung grünben unb unfer ©erfabren rechtfertigen fönnen. 3nbeffen ift auch biefeS febr febwer, weit wir bie birefte ©irfung ber Anftedung niebt fennen, unb im Körper gleich ein foteher Aufrttbr entftebt, baß wir nichts unmittelbar ent* beden, fonbern nur burcb Sd)lüfTe ju ber Quelle ber 2£ir* fungen gelangen. Um nun biebet weniger geblfdjlüffc unb tureb fte gebtfebüffe ju begeben, muffen wir uns erftenS an bie wefentlid;en ober £auptwirfungen bitten unb tiefe yon ben außerwefentticben ober mebr jufälttgen Erfcbetnungen ter Äranfbeit unterfcheiben; wir muffen jweitenS auf tie Mittel fet;en, weld;e in ben meiften gälten belfcn ober fd>a~ ben, unb brittenS enblich muffen bie 9tefuttate ber Seieben Öffnungen berüdftebtigt werben, was für l;cutptfächlicbe unb beftänbige Abweicbungen gefunben werben, unb ob biefe ju 18 ben £auptjufäu*en in ttrfäd)licbe ©erbtnbung ju bringe* ftnb. § 9. Xa§ bie Ebolera anfterfenb unb ibr Stoff fcolbflfifc ttger 9catur fei, baben wir fchon § 1 gefeben; weiter bemerfe id) nur nocb gotgenbeS beßwegen, weil bie Anwenbung ber ju treffenben ©orfebrungSmaßregeln barauf gegrünbet wer- ben muß. 1) tSöäre bie Äranfbett nid)t anfterfenb unb läge cer ©runb bcrfelben MoS in ber Suft, fo müßte bei ber gleich* mäßigen Ausbreitung berfelben bie 5cranfl;eit aud) bie ©e* qcnben gleichmaßiger treffen unb ftd; über biefelben oerbrei* ten; Abfonbcrungen unb EorbonS fönnten bagegen gar ntcbtS belfen. Xie Erfabrung jeigt aber, baß bie ßranfbeit nur gewtffen Strtcben nacb an ©erbinbungSwegen weiter fommt, halb yor*, halb rütf*, halb feitwärtS, wobei fte in ber Witte yiele Orte unberübrt läßt. 3n ben meiften gäl* ten ift biefe ©erfcblcppung beutlid; nacbgewiefen, unb m Orte, ja Käufer abgefperrt werben, bleiben bie Umflebenben unberübrt. 2) 3ft gleia; urfprüngltd; bie Äranfbeit wabr* fcbeinltcb aus atmofpbärifd)en Einftüffen entftanben (§ 1), fo fann bie Suft bod) unmöglid; eine fo lange 3ctt ganj oiefclbe ©efa;affenbeit bebalten, unb bei uns nacb fünfjebn 3abren noa; wie in ©ftinbien auf ganj gleiche SBeife fort* jeugen, wo bann wieber feine folcbe AuSwabl nur an ein* jclnen Straßen unb Orten ftattfinben fönnte. Alle anbere bifcbe El;olera mit ihren ganj eigentbümlicben 3etcben, wk fte urfprünglicb auftrat, Ui uns burd; Anftedung fortgepflanjt. 4) 2Benn wir aber Ui atlebem fcben, baß fo wenige Wenfcben angeftedt werben unb felbft fotchcnicbt, bie mit Eboterafranfen umgeben, fie berübren unb beban* beln, mt Aerjte unb Sßärter, fo ifl biefeS nia)tS weniger als ein ©eweiS ber abfoluten Sfticbtanftedung, tok eS jefct wieber fo yiete Aerjte bebaupten, fonbern eS ift nur nn ©eweiS yon ber fo yiel yeränberten ©efd;affenbeit unb Schwäcbe beS AnftedungSycrmögenS, fo baß fie Ui uns jur wirflieben Anftedung eine auSgejeichnete Anlage unb mit* wirfenbc fd)äbticbe Urfacben erforbert (§ 7), tx>k wir benn bieyon täglicbe Erjäblungen boren, unb unlängft gerabe ein red;ter AnftedungSläugner, feine Weinung burd; ©er* fud;e ju beweifen, felbft angeftedt unb auch babin gerafft würbe. § 10. SBeldjeS ift nun Ui ber Ebolera ber urfprünglicb unb yorwaltenb erfranfte Xbeil beS Organismus, unb welcbee ftnb bie £aupterfa;einungen, auf bie wir »orjüglid; ad;ten muffen? 3ft eS ber Wagen unb Xarmfanal mit ben Er* fd;einungen beS ©recbburcbfaltS,- unb bejeicbnrt bcr 9rame fdjon baS Söefentlicbe ber $ranfbeit? Ober finb eS bie 9ier^ Ben mit ben Krämpfen, ober ift eS irgenb eine Entjünbung? 3n allen tiefen Xingen liegt baS SSefentliche bcr Ebolera nia)t; benn 1) ift ber ©recbburcbfatl nur bie am meiften in bie Augen fattenbe Erfcbeinung, unb eben fo lk Ärärn- pfe, wetd;c aua;, wenn fd;on feiten, feblen; UiU ftnb yiek mel;r nur 9im unb bie WuS* fein burcb ben ft)mpatbifd;en Neryen in Witlettenfdjaft gejogen werben, ©anj auf biefetbe 22eife ift ber©recbburcb* fall golge tbeilS ber nid;t mebr aus ben ©erbauungSwegcn fortgefübrten Stoffe, tbeilS ber burcb bie ©efdßldbmung unb©luterfe£ung rüdgdngig geworbenen gtüffigfeiten, wo* ber benn and) jene unycrt;ättnißmäßige Wenge ber Aus* teerungen erbcllt; tbeilS bewirfcn bie frampfbaftcu 3ufam* menpreffungen bcr ©aud;muSfeln, welche beßwegen fo gc^ fpannt unb bart wk ein ©rett ftnb, jene ftoßweifen ©üffe burcb Wunb unt After. Xie fd;nclten, oft plöfctieben £o* beSfätle finb turd; Stillftanb unt gebutterten 9tüdfluß bes ©lutS yom ©ebime erfolgenbe Apopterien unb Säbmungen, obgleich biefeS bei bcr tangfamem AuSbilbung ber $ranf * beit in einer entfernteren ©ejicl;ung ju ibr ftebt, weßwegen 22 aud) bie ©eftnnung melfi bis ans Enbe fortbauert. ftacfi ber ©erfcbiebenbeit ber SeibeSconfh'tutton unb anbcrcr mit* wirfenber tbeilS äußerer, tbeilS innerer Urfachen gcfellen ftd) Entjünbungen entmeber gleicb anfangs ober fpätcr, fowie qafttifdjc, tppböfe Eomplifattonen l;inju, yon benen man bie unb ba Ui Scid;enöffnungen Spuren entbedt, wenn niebt jene EntjünbungSjcicben nacb bem Xobc yon ben SBirfun* gen ju ftarfer 3fteijmfttel berrübren. Ob nun bie erfte Anftedung am wabrfd;einlid)ften burcb bie £aut unb baS Atbmen, wk Ui bcn meiften Seucben, oter burd; ben Sd;tunb, wk Einige wollen, ober anberswie gefebebe; ob bie Sfteryen ober baS ©lut baS urfprünglicb ©etroffene, ob bie urfprünglicbe SBirfung rein bpnamifcb — ein Umftimmen ber Gräfte — ober ein materieller Stoff* proceß fei: fo finb biefeS fo gebeime innere ©orgänge, baß fte nur mit inct;r ober weniger SBabrfcbetnlichfeit, nie aber mit ©ewißbeit auSjumittetn finb. ES ift aucb eine folebe weitere Unterfucbung für uns yon feinem praftifdjen SOBertb, wenn wir beoenfen, baß im Sehen nichts ganj ifolirt für ftcb wirft ober für fieb ju wirfen aufbort, fonbern baß bie yon uns in bcr Anfcbauung getrennten Organe unb Gräfte im* mer in einer fold;en ©erbinbung unb 2öed)felfpannung fteben, baß bie ©eeinträcbtigung beS Einen jebeSmal gleich* jeitig aud) baS Anbere ftört. Xie Polarität jerfällt, wo baS *])luS ober WinuS ber Eteftricitäten, bter ber fernen unb (Gefäße, ber ^eripberie unb beS EcntrumS, jerfallen; wir fennen aua; feine Wittel, am wenigften in biefer Äranfbeit, bie btoS altein auf bie Stoen ober baS ©lut, auf bie Äräfte oter bie Waterie wirfen. XaS Entfteben unb bie fcbnelte Entwidelung biefer Äranfbcit bat atierbingS yiel Acbnlichfeit mit ben eleftri* fcben Erfcbeinungen, wk ber plö&liche Sd;auer, baS rafcbe 3erfaltcn ber »enöfen unb arteriellen ©lutpolaritäten, ober 23 ieneS ber Heroen unb ©efäße ober ber peripberifa>en ünfr Eentraltbeite,beibem oft gan^ flüfftgen ungeronnenen ©litte, wie beim ©li&e; bei ben läbmungSartigen 3«fäUen, bei bem ©erfcbwinben ber SebenSjeicben unb ber Äälte an ber £a«t unb bcn äußern ©liebem, bei ber Anfammlung, bem Stittflanb unb ber $i£e in ben Eentraltbfilcn, yerbunben mit bem böcbfr fcbnellen ©erlaufe unb bem Unvermögen ber Natur, fieb felbft wieber aufjubelfen. § 11. 0cuftern wir bierju nod; bie Ui ber Ebolera angewanbten Slrjneien, in wiefern fte in ben meiften galten febaben ober nufcen, fo muffen wir feben, wk ibre befannte SßirfungSart ju ben Erfcbeinungen ber $ranfl;eit ftcb yerbält, unb in wk^ fern %t ftcb mit bem yon uns angenommenen SBefen berfel« ben in Uebereinftimmung bringen laffen. XieS wirb uns Sluffcblüffe geben, niebt bloS über baS SHicbtige ober gatfeb: unferer Anfta;t, fonbern ganj yorjüglicb über bie riebtige Anjeige ber ©ebanblungSweife unb ber Anwenbung ber Arjneten felbft. — Nach unferer Anficht über baS SBefent* liebe ber Ebolera müßten bie £auptmittel fota;e fein, welcbe bie gebemmte ©lutbilbung unb Eircutation, fo wk bie aufgebobene Nemenwirfung (§ 10) wieber berftellcn. ©rea;en unb Xurcbfall ftittenbe, entjünbungSwibrige unb trampfftillenbe Nervenmittel k. fönnen baber aucb nid)t tie allgemeingültigen Eboteramittel fein, wiewobl biefe ober jene oft, entweber yor oter nad), ju beitfamer Unterftüfcung bienen, \a nacb Umftänben ju £auptmitteln werben fort-« nen. 2ötr muffen alfo junäcbft fud)cn bie langfame ©ewe* gung unb anfangenbe ©tutftodung wieber in ©ang ju bringen unb bie jwifchen ben innern unb äußern feilen verfallenen Polaritäten ober gegenfeitigen Strömungen wie* ber einzuleiten unb berjufteltcn. XiefeS wirb gefebeben, 24 wenn wir bie angebäuften (vielleicht giftigen) Stoffe im Xarmfanale etnbütlen unb ber Natur wegfd;affen bdfcn, babei aber aua; unmittelbar bie ©tutbewegungen yon in* nen nacb außen, unb yon ben ©enen nacb ben Arterien tei* ten, was tbeits burd; AuSbet;nung unb Xrieb beS glüfft* gen yon innen, tbeits burcb antagoniflifcbe Erwärmung mit Selben unb #autreijen yon außen gefchiebt, wobei wir immer jugleid; bie Nervenbelcbttng yom Unterleib aus im Auge bebalten. Nun beweift uns hie übereinftimmente Er* fabrung alter ©eobad;tcr, engtifcher, rufftfd;cr unb beutfeber Aerjte, baß unter ben angewanbten Wittcln jene am fchnell* ften, fieberften unb atlgemeinften ju einem beitfamen 3roeefe fübren, welche Sdjweiß b^yerbringen, unb jwar gc* febiebt bieS meift, befonberS im Anfange, burcb ganj ein> fache, g(eid;fam alte yon uns geforberten Anjeigen erfül* lente, warme, \a t)ti$t ©ctränfe in flehten 3*vifd)enräumen anbaltenb gegeben, bei Xurft falteS Sfßaffer oft in flcincn Portionen; ferner burd) warme Umfcbläge an bem Unter- teibe, warme ©aber unb anbaltenbeS Neiben, ©ürften unb Erwärmen ber ©lieber, ©tos allein baS warme SÖaffer haben (iinic^e als baS fid;erfle Wittet gerübmt; idj würbe baS falte vorjteben, fowie antere Scbleimaufgüffe yon £afer, ©erfte, Ncis, ©ummi, Qibifd), ober aromatifeben 5>ftanjen, wk Mamillen, glieber, ^feffermünje, Kaffee, bic juqtctch in ibrem Aroma ein ncryenbetebenbeS $>rincip ent- halten, anratben. Xurd; biefe Wittet werben bie Stoffe im Wagen verblümt, burd; Einbüllung bie reijenben 2ßir* Fungen gemtttert unb bie Ausleerungen felbft obne Ueber* reijung unh febtimme gotgewirfungen ftarf reijenber Arj* neien erleichtert; bie ©tutbewegung in ben ©enen beö Unterleibes burcb 2Üärme nacb außen beförbert unb bic Stocfung gebinbert, was augenfällig baS bloS anbaltenb getrunfene reebt warme ober falte Söaffer bewirft, ober wo 25 »ieHeicbt mebr einjubütlen unb ju befänftigen ift, UnjerS bünner #afergrü£fcbteim ober SpbenbamS #übnerbrübe, ober Ui vorbanbenen Krämpfen bie jugleich mebr auf bic ©angliennerven wirfenben leidsten aromatifcben Aufgüffe; welcbeS alles verbunben mit bem genannten Erwärmen ber ©lieber naa; ben heften unb treueften ©eobadjtern allein binreid;t, nicbt bloS bie Äranfbeit in ibrem Steime ju er* ftiden, fonbern meift auch bie fcbon auSgebilbete ju bcilen. Xer ©recbburcbfait, bie Krämpfe unb bie übrigen Erfa;ei* nungcn taffen obne alle weiteren Wittel naa;, f)üxtn oft halb ganj auf unb finb nur fetten mit auf fte befonberS ge* richteten Wittein ju befämpfen. Xer rufftfehe Ar^t Ximt* febenfo unb Seiblifc erjäbten, baß baS ©egießen mit ganj faltem SBaffer unb anbaltenbeS Neibcn über ben ganjen Äörper am ftcherften Schweiß unb ©enefung berbeigefübrt babe, was bie beutfd)en ^pbropatben lebren, unb was man aua; beim Xppt;uS, beim Scharlacb, unb wo fonft eine trodene $aut Ui innerer fyifyt fich finbet, mit bem heften Erfolg anwenbet. Alle bie übrigen ©et;anblungSarten, j. ©. burcb rein entjünbungSwtbrigc, frampfftittenbe, anti* gaftrifebe Wittel, \)aUn ganj wiberfprecbenbe, ja oft febr nachtbeiltge Nefultate geliefert. 2öir fer)en aua; leict>t ein, wie ba, wo feine eigentlicbe Entjünbung ift unb wo bas ganje Sehen burch Stttlftanb unb gleid;fam bura; eine ©lut* läbmung gefäbrbet wirb, ftarfe Abertäffc nur fdmben fön* nen, wo fte benn aud; in ten meiften gälten als febäblicb anerfannt finb; wenn man nicbt etwa gleich im Anfange unb Ui blutreia;en Subjeften babureb hk ©luteircutation erleichtern will; fpäter fließt baS ©lut gar nicht mebr, weil eS entweber fdjon ftorft ober bie äußern Abern leer finb, wo* gegen eS Ui Entjünbungen befttg flrßmt. ?>urgir* unb ©recbmittel bürfen als baS Sehen unmittelbar fchwäd>enbe Arjncten gleichfalls nur febr bebingungSweife angewenbet 26 werben, unb ma$ von ben großen ©«ben beS Ouecfftlber* bei ben Engtänbern in 3nbien ju balten fei, tj&Un bie euro* *:äifd;en Erfabrungen gejeigt. XiefeS als ein ben Auflö* Jungs* unb gaulungSpro^eß nur vcrmebrenbcS Jpauptmit* tri türfte wobl aus tem Arjneifd)a£e ber Eboleramittel ganj au$ju(treid;en fein. Xie ftarf rcijenben unb erbten* ten fogenannten antifpa£motifd;cn Nervenmittel \)*Uu. gleicbfallS feinen allgemeinen ©eifall ert;alten; ganj na* türlia), weil man eS bicr nicbt mit Neijlofigfeit beS £imö unb beffen Si;flcm ju tl;un bat, unb weil \)kx fo Ictcbt Ucberreijung erfolgt. Am wenigften bürften Wittel biet iingcjeigt fein, bie eine mebr birefte SBirfung auf bae £irn baben, wv\)in ganj vorjüglia; baS aud; l;icr fo oft gerübmte Opium gebort, we(d;eS mit feinem treuen ©efäbrteu, bem Ealomel, am geeigneten ift, red;t böfe Nachfranfbeiten ju rrjeugen. Xaß übrigens auSgefud;te Nervenmittel bei bef= tigen, febon von bem Nüdenmarf unb £tm auSgebenbem Krämpfen b*er oft unentbel;rltd) fein werben, unb baß eo bieju vielteicbt fogar vorjüglia>e fpeeiftfebe Wittel, wk bie AIfati*Wetalloibe, baS Ebinin, ber ©iSmutb/ baS Strvcb* nin, bie Eantl;ariben, ber $ampl;er,.bcr Salpeter* unb Sd;wefelätl;er ?c. geben wirb, verftebt fid; yon felbft. Xit ■Ooinöopatben h)aben folche Specifica vorjüglia; im ©era* trum, ftyofyxjQx, Äampber, Euprum unb Ar.fenif. § 12. Sttte man fia; vor ber Et>o(era verwabren fann. 3ft tie biSberige Xarftellung naturgem&ß unb verftänb* lieb, fo fann eS nid;t mebr fdjwer fein, barauS folgerest abjuleiten, welkes hk rid;tigen $>räfetvativmittel finb, um ftcb vor ber Ebolera ju fd;üfcen. Xer Sefcr wirb ftct> nämlicb auS bem, was über bie Erfd;einung.en, Urfacben unb baS Sßefen ber #ranfl;eit gefagt ift, Uid;t felbft ©er.* 27 baltungSregeln bilben. Xa es aber bocb fo mancherlei giebt, wad burd) öfteres ©efprccben aufmerffamer madjt, ba icb mancbeS bierüber inSbcfonbere nod; anfübren mu#, unb ba enblicb fo vieles über ^räfervative gefa;wa&t unb gecbolert wirb: fo will icb Un geneigten Sefer noa; etwas begleiten unb ©ewobnbeit, Alter unb Eonftitution einjurtdjten ift. § 16. Xa Wunterfeit unb tfraft fo febr vom Schlafe ab* 3 30 hängen, fo ift bie ©erütfftd;tigung beffelben befonberS auch bei ber Ebolera von febr großer SBicbtigfeit, um bie Em* pfänglichfeit für fie ju verminbem. Xer Schlaf bient jur 2öieberberfteltung ber erfcböpften Gräfte; je naa; bem Waße ber Erfa;öpfung muß bat;er bie Xauer beffelben beftimmt werben, welcbe bann audi nod; naa; bem Alter unb bem na* türlicben ©ebürfniffe ber Wcnfcben unb felbft nad; ber 3db* reSjeit mobiftjirt werten muß. 3m Altgemeinen gilt bter tnSbefonbere bie Negcl: 1) taf\ man von feiner ©ewobnbeit nicht ju viel abweiä)^, 2) baß man jebod; immer bie Nacht, unb jwar febon eine ober ein paarStunben vor Witternacht, jum Schlafe benufce; Nad;twad)en, vorjüglicb mit Sd;wel* gereten verbunbene, ftnb tie bäuftgfte Urfad;e ber Anftedung; ?) man fchlafe nicbt ju lange in ben Worgen l;incin unb überbaupt nie ju lange, benn nur mäßiger Schlaf erquidt, übermäßiger macht fchlaffe unb träge SeibeS* unb ©eifteS* fräfte, 7 bis 8 Stunben ift wobl für 3ebermann genug, im Jöinter allenfalls eine Stunbe met;r. Xie äußern Einpffe bclommen Ui ju langem Sd;tafe eine größere ©ewatt auf ben Organismus, unb bie Ebolera fönntc uns um fo leid)* ter unvermutbet überrafd;en, ba fie obnebin bduftgcr bee NacbtS unb gegen Worgen auSjubred)en pflegt. So reifen grembe wachenb im Sommer obne Naditl;eit burch bie pon* tinifeben Sümpfe, fchtafenb nie obne Sd;winbcl, Äopfwcb, Xurcbfall ober gieber ju befommen; 4) man meibe, wo nicbt befonbere ©eranlaffungen baju nötigen, ben WittagSfd;laf, oter er baure nur 10 Winutcn. 2ßo Sumpffieber t;err* fd)tn, bred;en fie faft immer nach langem Schlafe, vorjüg* nacb langem WittagSfcblafe auS; 5) man fd;tafe ja in trodenen, nicbt ju fleinen unb wäbrenb beS XageS wobige* lüfteten 3immern, bie um fo beitfamer ftnb, wenn aud) noch hk Sonne Inneinfcbeint. Xabei vergeffe man nicbt, an £büren unb genftem alten 3ug ju verfchließen; man bc* 31 tede fid) wenigstens am ©ette ben ©oben mit einer Xede, faß man ftcb ntd;t bie güßc erfälte; 6) man bede ftcb warm genug ju, ebne etwa ftarfen Sd;weiß ju erjwingen, unb fcblafc nad; feiner ©ewobnt;cit, beffer jeboeb in nicbt gebeij* ten 3immern; auf jeben galt bürfen biefe nur beim Sd)la* fengeben im SBintct mäßig erwärmt fein. § 17. Xer £auptjwed ber ©eflcibung ift Sa;u& gegen febäb* liebe äußere SBitterungSeinflüfTe, fte muß baber bem ßtima, bcr 3abreSjeit, bcr Witterung inSbefonbere, ber SetbeSbe* fsbaffent;eit unb bem Alter angemeffen fein, furj bic Ülei* bung foll bic Xemperatur beS SeibeS immer in natürtid;em Waße erbauen. SQBir baben, um bieS ju erretten, auf fol* gente fünfte ju aebten: 1) 3n gotge ter ©efteitung barf man Weber fd;wi(jen noch frieren, beibeS ift glcicb gefährlich. für bie Eboteraanftedung, unb ich muß gegen bie ju warme Äleibung, bic hierbei fo oft empfoblen wirb, ebenfo warnen, als gegen Erfdltung aus Wangel ber ©efteibung. Wen* fcben, tie förperlicbe ©ewegungen baben, werben von il;rcr gcwöbnlicben tfteibung nid;t abjuwcid;en braud;cn; bie aber eine fiftenbe ScbenSart baben unb Sdjwächlicbe muffen eber auf wärmere tfteibung Nürffia;t ncbmen. 2) Wan weicbe auch hier nid;t ju febr von feiner ©ewobnbcit ab; id) fann baber' 3eucn nid;t beitreten, weicbe flaneltene ober feibene •vvraben anratbeu, benn bette ftnb fel;r wichtige Stoffe für tie £autcleftricität, welcbe befonberS Ui biefer Äranfbcit wirbt wefentlid; umgeftimmt werben barf. Seltene ©eflei* tung ijt jebod; überbaupt in unferm $lima unb im Sßintcr vorjujteben. 3) 3nsbefonbere forge man vor Altem, baß man warme güßc bebalte. Erfdltung bcr güße febabet ju* näcbft bem Unterleibe unt veranlaßt $>aud)WtX) unb Xurch* fall.. ©utcS, vor Näffe fcbüfcenbcS warmes Sd>ubwerf ift 32 baS widptigfte Erforbemiß, baju ftnb wollene Strümpfe befonberS im SEBinter 3ebermann anjuratben. Aber nicbt bloS jum Ausgeben forge man für warme güße, fonbern ebenfo ju £aufe. ©efonberS wfd;tig ift bieS für fi&enbc Wenfcben unb bie einen fcbwacben Unterleib baben, welcbe immer ju falten güßen geneigt finb. Sold;e muffen aber nia;t mit beißen Ärügen unb Äobtpfannen ftcb bic güßc er wärmen, fonbern lieber mit boppetten Strümpfen, mit wei- ten gefütterten Jpälbftiefeln, bie auef) bie Knöchel einfebtie* ßen, ober mit umgefebtagenen Xeden. ©ei biefer Sorgfalt wirb man anbere Xbeite beS SeibeS nicbt mit Aengftlicbfcit ju beachten braueben, wenn man nicbt etwa einen glanelt- fletf am Unterleibe tragen will, was für Sotd;e, bie an fd)lecbtcr ©erbauung unb an ©erftopfungen leiben, immer beitfam ift. XaS Einfcblagen unb Umwidetn mit biden wollenen ©inben bürfte baber wob't meift über.flüfftg, wo nicht juweiten gar fd;äblid) fein. 4) 2Öer Ui feud;ter faltet ©itterung unb beS Nachts ausgeben muß, fd)ü&e ftcb l;in* länglid) mit Wantel ober Oberrod, lege ibn jeboch beim Eintritt in ein £auS gleich ab, weil gerabe biefer fcbnelle Uebergang von ber Äätte in warme 3immer am gefäbrticb* ften ifl. ©ei febr faltem 2Öetter gebe man lieber ntd)t gleich in h)d^t Stuben, unb naß geworbene Kleiber muffen unge- fäumt abgelegt werben. 5) gür baS n3eiblicbe ©efcbled)t, welcbeS überbaupt meift febr unjwedmäßig gefleibet ift, muß noa; ganj befonberS baS Xragen von £ofen aus ©aumwvl* lenjeug angeratben werben, fowie biefeS überbaupt für eine wärmere gußbefleibung ju forgen unb baS ftarfe Einfd;nü* cert (noa; mebr baS 3«* unb Abfdmüren) beS SeibeS ju ver* meiben bat. § 18. 3Bie wir eine große Sorgfalt auf bie SBärme, fo muffen wir aua; ctuf bie Neittlicbfeft ber £aut eine nicht geringere 33 verwenben. Sdjon überbaupt werben burd) allgemeine Neinlidjfeit fo viele fd)äblicbe Einflüffe unb Xräger ber An* ftedung entfernt, wk bura; bie polijeiticb empfoblene Net* nigung ber Straßen unb Käufer, burd; Neinigung ber Wobei unb ©efd;irre, ber Letten unb Kleiber jc. Um ba* ber bie #attt inSbefonbere rein ju erbalten, bamit fte in ihrer naturgemäßen AuSbünftung nicbt geftört werbe, unb um ben etwa in unferer Nabe baftenben AnftedungSftoff ju vertilgen, muß öfter als gewöhnlid) bie gebraucbte SBäfcbe ber ©etten unb beS SeibeS mit reiner unb recbt trodfener gewechfett werben. Xie Äleiber muffen täglid) auSgeflopft unb auSgebürftet werben, unb folche, bie man unter Xa* geS beim Ausgeben, befonberS ba wo'bie Ebolera berrfcht, trägt, barf man nid;t in ben 2ßobn? unb Scblafjimmern aufbewabren. Xie £aut wirb aber ju ibrer gefunben Aus* bünftungstbätigfeit am heften rein erbatten, wenn man fte wöd;enttid; mit'warmem ober faltem 2Baffer ober Efftg wäfcbt ober habet; jebeSmal banaa; muß man ftcb aber mit warmen Xücbem ober glanell red;t tücbtig reiben unb ab' trodnen. 2Öer aber nicht recbt bequem ju £aufe unb in warmen 3tntmem haben fann, bem mtberratbe id) baffelbe befonberS im £erbfte unb.Sßinter ganj; benn feuere $älte ift febr fcbäblia; (§6), fowie obnebin baS ©oben Ui Äranfbeiten, welcbe ber Ebolera vermanbt ftnb, fdjabet. So lange in Stalten bie Wataria bcrrfd)t, meibet man baS ©aben, wk im 2Bed)felfteber; in Neapel werben bie See* bäber unmittelbar aufgegeben, fobalb ein anbaltenber Ne* gen gefallen ift,. weit fonft Nubren unb Sßecbfelfteber ent* fleben. Aucb ber £aare muß id) \)kx erwäbnen, weil fte bö# wabrfcbeinlia) (§ 3) urfprünglicb Ui Anftedung eine wiä)^ tige Nolle fpictcn unb überbaupt febr wefentlicbe Seiter ber gasförmigen Strömungen unb ber Eleftricität finb, unb 34 baber wohl eine beffercPflege verbienen, als t'bnen gewö(;n^ lieb ju Xbeil wirb. Sßenn öicUeicbt bie Anftedung burd) bie £aare (ob als eleftrifcbe Seiter oter Xräger tes gaSför migen Stoffes?) gefehlt, wk nicbt ohne ©runb ein ©c- obacbter ber Ebolera, Dr. y. Wcyer vermutbet, fo fönntc man auf ben Einfall geratben, fte als fd;äbliche ©iftfäuger abjufcbneiben unb auSjurotten. Xaburd; würbe man aber feiner ©efunbbeit einen fdjlechten Xienft erweifen; benn ein fcbnetteS unb furjeS Abfdmeiben bcr .ftaare beraubt ben Organismus febr wichtiger Zueile, bic für bic AuSfcbei* bung verbrannter unb jur Einfaugung bem Sehen nüfcli- a;er Stoffe, fowie aud; jur Vermittlung ber Eleftricitäte yerbättniffe beS SeibeS unb ber Außenwelt febr notbmenbig finb. Aua; baS Stufen unb ©efebneiben ber £aarc unt teS ein jetcS WanneSgeftcbt jierenben ©artcS überbaupt gefebiebt nicbt leidet obne Ntfchtbeit. Ob nicbt tiefes ju viele ©efebneiben ber £aare unb jenes unfclige Scbeeren beS©arteS eine febr bäuftge Urfacfce fowie ber glatten, wei* bifcben ©eftd)ter, bie ftd> am Enbe fogar forterben, aua; ber vielen glad)föpfe ftnb? Söenn aber bie £aare unb bie £aut wirflia; ©iftfänger werben, fo gefebiebt bieS gewiß nicbt burcb ibren Uebcr* fhtß ober baß fie am unrealen ^pla^e fteben, fonbern baß fte burcb fdr>ledt)tc Pflege ober anbere Urfacben junäcbft felbft beeinträchtigt in it;ren ©erriebtungen geftört werben. Wan laffe fte baber rubig fortwachfen, b^tte fie rein bura) fleißi* geS AuSfämmen unb Abbürften unb bringe ibnen feine Scbeere in bie Nabe, befonberS nicbt, fo lange bie Ebolera berrfebt. Wan vermenbe babei aua; feine 3cit, fie ju fräu* fein, unb balte bie ©renneifen, *pomaben unb Effenjen ebenfo ferne, bie ibnen immer nur ein ju frübeS Alter unb einen balbigen Xob verurfacben! 35 § 19. 2SaS bie äußere Umgebung junäd;ft betrifft, fo ftnb bie 2Öot;nungen unb ber Aufentbalt in Näumen unb ©efeU* fcbaften nicbt ganj mit Stillfcbweigen ju übergeben. Es ift fd)ou gefagt, baß bie 2ßobnungen troden unb luftig 'fein folten; ebenfo wichtig, wo nicbt vielleicbt noch wid)ü* gerift, baß fie lia)t ftnb. Watt fuche unb wäble baber fonnige 3iramer unb laffe bie Sonne red)t binein fd;einen; wo nämlid) bie Sonne l;inein fa;eint, ba verbirgt fieb W« böfer Äeim ober er verbirbt. £öl;ere SÖobnungen ftnb ge* fünber, bie nad; Süboften mit bcn genftem gelegenen bic gefünbeften. 3ur Neinigung ber SBobnttngen gebort außer ber Entfernung alles Scbmu&eS unb fauliger Stoffe, aud\ baS $ufcen burd; Ausweißen alter Wauem unb Umtaufeben alter, febmufciger Tapeten. Xie gußböben muffen täglich burd; Äebrcn unb Aufnebmen beS ScbmufceS mit feud;ten Suchern gereinigt, aber eS barf nicbt mit ju vielem Scheu* reu unb Spülen baS ganje £auS burdmäßt unb feucht ge* maebt werben. Sowie man fid) in feiner SBobnung nia)t ängftlicb abfließen folt, fo vermeibe man bpd; eben fo febr jat;tretd)e ©efelf fcbaften, bie in abgefebtoffenen Näumen immer bie Suft verberben, unb außer baß fte jur Anftedung empfänglicher mad;en, aua; febr leicht bie Anftecfung felbft bewirfen unb gerabe fo recbt verbreiten. Xbeater unb jum Xbeil aua; Äird>en bürfen Ui fo gefäbrlicber Bett fa>n et* was teer fteben, unb wer etwa fleißig naa) ber Äircbe eilt, um ba Scbufc vor ber Äranfbeit ju erflehm, bcr fönntc leid)t bort ftatt ber ©efreiung ftcb ben Xob bolen. Erge* bung in ben Söülen ©otteS, aber mit vernünftiger ©or* ficht* auf bie irbifeben ©erbältniffe, nicbt blinber ©laube auf ScbidfalSbeftimmung foll ben Wenfdjen in feinem £an* beln leiten. 36 § 20. Xa bic Ebolera ihren Sil? vorjüglid; in ber ©ruft uno im Unterleib auffcbtägt, fo ift bie rid)tigc AuSwal;! ber Nahrungsmittel, baS Waß unb bie Art t'breS ©enuffeS von ter größten SBichtigfeit. 2Öir t;aben bie ju bcn fcf)atlid>en ©ciegenbeitSurfachen gerechneten Speifen unb ©etränfc f dt oft fcnnen gelernt (§ (B), welcbe man baber fo viel als tbuhttd) ift, meibcn foll. Außerbcm wirb eS ratbfam fein, nod) auf fotgenbe fünfte ju acbten: 1) Wan weid)e aud) hierin nicht ängftticb von fetner gewollten ScbenSweifc ab; nur forge man für eine beffere AuSwab.l aucb unter bcn gc* wöbnlicben NabrungSftoffen unb bereite fie forgfältiger ju, baß fte leicht verbaulid) werben. 2) Wan wäble yert;ätt* nißmdßig mef;r tbterifcbe als $ftanjenfoft, unb würje fieb bie Icfctere etwas mebr. Wan bleibe aber immer Ui einer gewiffen natürlichen Qinfad)^eit, mifd)e nid;t ju viel fremb* artige Xinge burebeinanber, unb begnüge fieb mit einer gc ringen Aujabt von ©erlebten. 3) Xie Wenge ber Nal;- rungSftoffe rid;tet ftcb nacb bem ©ebürfniffe beS AtterS, bcr SebenSart unb ber Eonftitution. Wäßigfeit fei aber Alten ©efeö, ein jeber muß ftcb etwas Appetit überbebalten unb ben Wagen barf man nacb bem Effen nicbt fübten. Xage* gen ift baS £ungerleiben ebenfo' wenig ju empfeblen als ©öllerei, 4) 2ßie jum Arbeiten unb Schafen, fo foU man auch jum Effen eine beftimmte Bett balten> benn bie Natur folgt gerabe in ibren füllen ©ilbungsverricbtungen regel* mäßigen 3eitgefefcen, unb bie meiften Unorbnungen in bem tbierifeben jpauSbalte ber Stoffbereitung werben gewiß burcb bie Nid)tbeacbtung biefer ©efefcmäßigfeit veranlaßt. Xer Wagen muß Bett baben, baS Aufgenommene ju verarbei* ten urtb naa; ben weiteren ©eftimmungSorten fortjufebaffen. Xrei* bis böcbftenS viermal beS XageS etwas ju genießen, ift baber im Allgemeinen oft genug. XaS 2öann liebtet 37 fid) nad) Sitte unb ©ebraud); wer aber feinen junger bat, tbut wohl, eine ober ein paar Wabtjeiten ju überfd)lagem 5) Eine befonberS beilfame Negel ift, AbenbS recbt wenig, unb biefeS SBenige ein paar Stunben vor bem Sd)lafen* geben ju genießen, bamit ja ber Wagen burcb feinen In- halt beS NacbtS nicbt befebwert werbe.. 6) Nacb- ftarfer ©ewegung unb Ermübung, fowie nacb ©emütbSbewcgungen foll man nie gleich etwas effen. 7) ©efonberS vorfiebtig unb mäßig fei man mit ben ©etränfen. Wan nimmt im Allgemeinen ju viel ©etränfe, befonberS inStäbten ju fid), febr bäuftg bermaßen, baß fte ben ganjen Unterleib über* febwemmen unb benfetben burcb Erfcblaffungcn unb Stodun* gen mittlren, fo baß fieb voti ba aus allerlei böfe.Xünfte entwidetn unb nad; allen ©egenben beS Organismus fieb ausbreiten unb wk Spudgeifter halb t)k. halb ba ibr l;eil* tofeS Spiel treiben. 3cb meine bamit nid;t fo fet;r bie fal* ten unb beraufebenben ©etränfe, als bie warmen 2öaffer unb Aufgüffe. Xer Xl;ee unb Äaffee verurfad;cn beftimmt mebr Unterleibsübel, als alle anbern ©etränfe jufammen* genommen, weil matt biefe glüfftgfciten nicht als feltene unb nur in geringem Waße ju genießenbe ©etränfe, fon* bem an ber Stelle von feften NabrungSmitteln mißbraucht. Um midb bierüber nicht weiter auSjuIaffen, warne icb »»r bem vielen Äaffee* unb Xbeewaffer, befonberS aber trinfe man lieber nur beS WorgenS eine ober böcbftenS nur ein paar Xaffen voll gut bereitet jum grüt;ftüdc, gewöhne ftcb biefetben entweber ganj ab ober genieße gegen Abenb, wenn man eS gemobnt ift, ebenfo wenig als teS WorgenS. Ebenfo mäßig fei man mit 2ßein unt ©ier unt an ©rattntwein tenfe man nur im Notbfall. ÄatteS ffiaffer fange Niemanb an ju trittfen, ber einen febwacben Wagen bat unb ber nicbt baran gewöbttt ift; für ben Xurft bleibt eS aber immer bao hefte ©etränf, unb wer nicbt bürftet, Uralte bie golbene 38 Neget ber ©efunbbeit: ber trinfe aua; iticbt. 8) iWäb- renb beS EffcnS trinfe man wenig, unb wer feine gute ©er* bauung bat, lieber gar nid)t, wenn er nicbt ein ©las guten ©ein bat, ber feine Säure heftet. 9) AIS *Präfervativ> mittet taugen aber alle ©etränfe gegen bie Ebolera ebenfo wenig als irgenb ein fefteS NabruugSmittel, am allerwe* nigften aber bie fo oft gcrü(;mten unb auSpofaunten Ef* fenjen, benn fie finb nur verfchiebene Arten ©rannt* weine, unb biefer ift befannttid; hier bem ©ifte felbft glcid). § 21. So große Aufmerffamfeit unb Sorgfalt wir auf bic Einnat;me ber jur Erbattung beS ÄörperS tauglicben Nah* rungSmittel baben muffen, eben fo nott;wenbig ift jur Er* baltung ber guten ©efunbbeit bic Ausleerung bcr verbraud;* ten unb untauglichen Stoffe. ES befteben bie gewöbnlicbcn natürtid;cn AuSleeruttgen in ber £autauSbünftung, in beut Ausatbmen, in tem Stublgang unb Urin, unb in bem Wo* uatfluffe hei ben grauen, Xie Hemmung biefer gewol;nten Ausleerungen ift bei ber Ebolera eine febr begünftigenbc Urfacbe, welcbe bie Anlage baju febr vermebrt. 27fan $at taber barauf wol;t ju aebten uub ju forgeu, fte in ben un* get)inberten ©ang ju bringen, unb jwar, bie £etnmung mag nun auf eine fürjere 3cit bauern ober feit lange ber einbei* mifd; geworben fein. ES ift, um l;iebei fidjer ju geben, im- mer ratbfam, ben Arjt um Natb ju fragen, wenn man tticbt etwa Ui teid;tern gälten mit befannten Hausmitteln aus* fommt, wk j. ©. U\ einer teiebtett Erfältung burcb warme ©etränfe, burd; eine mäßige ©ewegung, burd; Neibeu ber £aut :c. ©anj vorjüglid; forge matt für tägliche Oeffnung beS SeibeS, benn ©erftopfungen ftnb eben fo febäblicb als Xurcbfälte. Wittel bieju giebt eS itt h)inxeid)ex\bex Wetige, auf eine leiste Seife ju belfen, bte jeboeb gerqbe btebei naa; 39 ben verfcbiebenen Naturen von bem Arjte paffenb auSju; wäblen unb baber bter tticbt aUgemeiit anjugebcn ftnb. Starf wirfenbe unb erbi^enbe ^urgirmittel ftnb jebod) in biefem gälte immer ju vermeiben. § 22. Arjneiticbe Wittel unb ©orfebruttgen. 3u ben arjneilia;en Wittettt uttb ©orfebrungen tedjne icb Alles, was nicbt ju ben fonft gebräucblichen Nabrung? mittein unb ju beftimmten, von bem Arjte verorbneten Xin* gen betrugt, unb btoS allein in Abftd)t, ftcb vor ber Ebolera ju fcbü&en, itt Anwenbung gebrad;t wirb. Xa gerabe über bie ©orbauungSmittet fo viel gefproeben unb geratbeu wirb unb jum Xbeil febr verfel;rte Anfielen berrfeben, wo* burch gewiß viel Scbabeit entftebt, fo ift eS von ber größten 2Öid)tigfett, ftch bierüber eine riebtige Einftcbt ju verfebaf* fen. 3d; muß aber vor Allem bemerfen, baß bie red)ten unb heften ©orbauungSmittel in bem red)ten unb biäteti* fa;en ©erbalten unb tticbt in bem ängftlicben ©ebraua; von Arjneiett bcftel;en. Xiefe fönnen nur, gut auSgewäblt, je* nen jur Unterftü^ung bienen, aber nicbt allein vor ber An- ftedung fd)üfcen; benn nicbt mit irgenb einem fpeeiftfeben Wittel famt man ftcb vor ber Ebolera ftd)er verwabren, fonbern mit bem metbobifcben ©efolgen ber fämmtticbeti bier cntwidelten Negeln. Außerbem ift nicht ju vergeffen, baß arjneiticbe ©orbauungSmittel gegen bie Ebolera ba überall nicbt gebraust werben follten, wo biefelbe noch gar nicht berrfebt, weil fte, wenn aud; in nod) fo geringer Wenge, bem Körper unb ©elfte nur eine ungemobnte Neijbarfeit verur* facben. Xie biätetifcben Ne*gcln ftnb jeboa; aua; Ui großer Entfernung berfelben wobl ju beachten unb bürften aua), abgefeben von ber Ebolera, immerbar beüfame grücble bringen. 40 2ßir baben aber bei ben ©orbauungSmitteln ju unter* fucben 1) bie Wittet, weld;e btoS allein bie Anftedung ju verbüten bejwedeit, unb 2) bie Wittel, welcbe bei bem er ften AuSbrutbe ber ^ranfbeit felbft, bie fid; bura; ©orboten (§3) fenntlid; macht, rafcb ju |>ülfe genommen werben folten. § 23. W.ittel wiber bic Anftedung. ES werben junäcbft, wenn bie Ebolera in ber Nabe ift, gewiffe ©erbaltungSregeln getroffen, inSbefonbcre für folebe, btc mit bergteieben Äranfen unb it;rer ©ebanblung umge* ben muffen. Wan foll 1).niebt fpät AbenbS ober beS Nad;tS ol;ne Notb .ausgeben. 2) Soll.man nie beS Wor* genS nücbtcrn ausgeben, ebenfo foll man beS NacbtS, wenn man aus bem Haufe gebt, immer entWeber etwas SßarmeS, j. ©. Xl;ee ober ein l;alb ©taS guten SBeincS ober einige Xropfen irgenb einer bittern Xinctur ober Spiritus ju ftcb nebmen, wie Kalmus, ^omeranjentinetur ober bittere Wa* gentinetur ober H'offmannS SebenSbalfam. 3) ffier ftcb felbft nacb Erfdltung, Ermübung, Nad;twacben k. unwobt fühlt, foll hie Äranfen nicbt befueben. 4) ©or bem Ein* tritt ju bem Äranfen foll man fieb mit aromatifebem Efftg ober Ebtorfatfauftöfung etwas befprengen unb bie £anbe bamit wafeben. 5) 3n ber Nabe unb im Umgange folt man ben Speid)el nicht febtuden unb bem Atbem beS Äran* fen auSweicben unb nie lange obne Notb yerweiten. Un* mittelbar naa; bem Austritt von bem Äranfen foll man ftch ®eftd;t unb Hänbe mit fattem Sßaffer ober mit Efftg wa^ fcben, ober mit einer Ebtorfatfauftöfung (1 Xbcil auf 100 Xbeite Söaffer), ebenfo ben Wunb auSfpülen, bie Nafe auS* fd)ttauben unb bie Haare auSfämmen. ES wirb fogar an* geratben, bie Haare furj abjufchneiben. Xavor warne id) 41 aber aus ben oben angefüllten ©rünben unb ratbe bafür, fte bebedt ju laffen unb bie etwa bervorbangenben unter ©e* bedung ju bringen. Xie bei ben ^ranfen getragenen $tet* ber bura;räud)ere man von^cit ju Beit mit Eblorbämpfen, wenn man naa; Haufe fommt. § 24. Xiefe woblgemeinten Wittel beim unmittelbaren Um** gange mit Eboterafranfen finb leicbt ju befolgen, wenn mau ängftlich ift. ES werben aber für 3ebermann tbeile äußere, tbeits innere ©orbauungSmittel angeratben, bie in großer ©erfcbicbenartigfeit, obne näl;ere Äenntniß beS B^e* deS, mit btinbem ©tauben unb nid;t immer ot;ne Scbaben benufct werben. Xat)in geboren bie Näucherungcn, bie Njechpulver, Niecbwaffer unb ^flafter, bie dtberifcben Oelc, Effenjett unb Rillen. Stellen wir uns vor, baß ber An* ftecfungSftoff ftcb an fefte Waterien bdnge ober gasartig unb balbflücbtig ftcb wenigftenS in einer geringen 2Bctte ausbreite, unb fo burd; unferc Oberpd;e, burcb Haut, Haare unb Sungen aufgenommen werben fönne: fo fragt eS ftcb, wie bält man jene Ausbreitung von fid) ab unb wk verbinbert man bie Scbäbtid)feit beS anbängmben An* ftedungSftoffeS. Um biefe gragc genügenb ju beantworten, müßten wir bie Natur jenes Stoffes genau feinten; in Er* mangelung einer folgen Äenntniß fönnen wir nur wabr* fcbeinlicbe Schlaffe von ben gemalten Erfabrungen über bie SKirfungen beS ©ifteS uub ber in ©orfcbtag gebrachten Wittel ab^en, unb nacb tiefen unfer Hanbetn begrünben. lieber bie batbpd)tige Natur unb baS geringe AnftedungS* vermögen beS EboleraftoffeS $at nun bie Erfabrung ent* fd;ieben. ES fdjeint baber aucb bie Berftörung unb bas Unfcbäblicbmacben ber fernblieben (erpanfiv.en) Sßirffamfeit beffelben nicbt febr febwer ju fein. Scboit baS pofttive Se* 42 ben eines (leibtia) ober geiftig) fräftigcn Wenfcben beweist BiefeS. Xa ferner burd; bie Haut* unb AtbmungSorgane bie Anftedung ju gcfd;ebcn fcbeint, unb ber Unterleib ju* näcbft franfbaft ergriffen wirb, fo l;abcn wir juerft nach ben Wittein ju unferer 3fotation unb jur Abbaltung unb Berftörung beS Stoffes überbaupt, jweitens naa; ben Wtt teln ju fragen, welcbe bie normale Eirculation von innen frcrauS burch bie Sungen unb bie Haut Unterbalten, um glcicbfam burd> unfere fräftig attSftrömenbe Atmofpbärc jene beS AnftedungSftoffcS ju fchwäd;en unb obnmäd;tig abjuftoßcn. § 25. Xa Oeleinreibungcn fowobl gegen bie feft anerfannt fcbüfccnbe Eigenfcbaften befitjen unb aucb 9e9fft fcie Ebolera mebrfacbe Erfabrungen bafür fpred;en, fo fcbeint baS Ocl, wie bei ber Eteftricität, als Nid)tleitcr aud; t;ier als 3fo- lationSmittel in hex Haut eingerieben ju wirfen. Es wirb gewöbnlid) barunter baS Olivenöl verftanben, aber aud) hie übrigen Oele, Wanbet*, Wobn*, Nußöt bürften bicfelben Xienfte tbun, unb wenn man baju nod; irgenb einige Xro* pfen dtl;erifd;eS Ocl, wk Savenbel*, Wajoran*, Wünj*, gencbel*, Kümmel*, tfalmuS*, Nauten* k. Oet mifd;tc, fo roürbe ber AnftedungSftoff aud; noa) baju von uns abge* hatten unb nod; mebr unfd;äblid; gemalt werben fönnen. ES fcbeint mir, haf} and) baS Einreiben ber Haare mit einem fo leben Oele- ober mit einer wol;lriea;enben ^omabe bcn febon berübrten Nüdfid;ten entfpreebe (§ 19, 23), wobei man jebod; täglia; einmal nur mit einer febr geringen Wenge bie Haare burebbuften unb fein ranjigeS Od ober Salbe gebraueben barf, weil bie ©aSauSbünftungcn berfel* beu fonft ganj gebinbert werben unb hie Haare felbft er* franfen; wie man benn baS Ausgeben unb baS ftüt;jcitige Seißwerben ber Haare gerabe Ui jenen galanten Qaax; 43 fcbmierem beobacbtet. Xa nun bie Ebolera Ui naffer 2Bir* tcrung viel eber anftedt, geucbtigfeit alfo gleicbfam ein Sei* ter berfelben ju fein fcbeint (<§ 1), fo ift alterbingS ein ber Eteftricität äbnlicber $roceß nicbt ju verfennen, wo trodene, warme Suft ein Nicbtleiter, fowie aua; eine ganj trodene Oberhaut einigermaßen ju einem folgen wirb. Ob nicht in tiefer $mfid)t aua; feibene Kleiber, etwa feibenc Hemben eine Entpfeblung verbienten ? Aua) bie wollenen Seibbin^ ben unb SyemUn ftnb eleftrifd;c unb 9Bärmc*3fo(atoren, unb als folebe fann man bie empfoblenen Harjpflafter he* trachten, bie baber eben nicbt wiberfinnig, aber einfeitig fittb> weil fte empfmblid;e Wenfcben ju ftarf reijen, Unbe* quemlicbfeit, oft Süden uub AuSfd)läge verurfacben. 3r* genb ein aromatifcheS wk baS Ammoniaf*, baS Orpcroceum*, bas ftinfenbe ober baS aromatifebe, baS febwarje, baS Schwefel* ober Wagenpflafter> bie alte in ber Apotbefe vorrätbig ftnb, febeinen mir vorjüglicber als baS $ed)pflafter. 3rgettb tin Äiffen mit aromatifeben $räu* tem, ober etwas Ebtorputver, Äampber ober Wofa;uS Ui ftcb getragen, ober ein glanelllappen bamit eingerieben auf bem Seibe, fcbeint mir noa; bequemer unb jwedmäßiger als tie ^flafter ju fein. Wan bat Äupferblcd) als galvanifebe spiättd;en ju tragen angeratben; id) würbe, um bamit bic Anftedung ju verbinbem ober baS ©ift im Anfang ju jer* ftören, eine Binf* unb eine Äupferplatte vorjteben, bie mit einem bannen Xrabt verbunben, wenn aua; noa; fo flein, taS eine am Nüden, baS anbere an ber Hcrjgrube tragen. § 26. Xie Näucberungen gegeben mit Efftg, Eblor unb Sal* peterfäure. Xer Efftg wirb auf warme Steine ober auf warmes, aber nicht gtübenbeS Eifcn gegoffen, ober aua; bloS öfter hamit bcr ©oben befprengt. Eblor nimmt man nach 44 ber ©röße ber Bimmer 2, 3 bis 4 Sotb, fluttet in eine^or jellanfcbole auf bem ©oben 2 bis 4 Söffel voll Sßaffcr, unt rührt eS mit einem gldferncn ober böljcrnen Stiel um. Xk Ebtorbämpfc fönnen aber bcn Sungen fd;aben, baber ift eS beffer, baS Pulver nur juwetlen etwas anjufeucbten. ©ei feud)ter Witterung fann man baS Eblorpulver aud; nur an einigen Stellen beS Beniners t>inlec^ert. 3" ber Salpeter- rducberung fd;üttet man tu eine ^orjellanfcbate 1 Sotb fein gepulverten Salpeter unb gießt nad; unb nacb 1 £otb con* eentrirte Scbwefelfäure bmju, inbem man baS ©emifd; mit einem ©laSftabe öfters umrübrt. Wetalte, Holj *c. muffen yon ber Waffe wegbleiben, bamit fid; feine fcbdtlid;eu Xämpfe entwidetn. Xa baS Unfd)äblid)mad;ett burcb Näucbem entweber in einer polaren Neutralifation ber WiaSmen (ein a;emifd;ce> ©inben) ober in hex Berftörung bcrfelben beftebt, fp müßte aua; bic wabre Natur ber AnftedungSftoffe befannt fein, um bie ibnen bireft entgegenwirfenben (bifferenten) Wittel ju gebraueben. XieS ift nun bei ber Ebolera nid;t ber galt, wober benn aud; btoS inftinftartig allerlei ber verfebieben* artigften Ndud;erungen bunt butdjeinanber gebraud;t wer* ten. ES fcbeint aber fet;r ©ieteS für fieb ju t;aben, ben El;oleraftoff als gefobtten SBafferftoff (§ 10), als ein balb* flücbtigeS oribirteS Oet, ober was baffelbe ift, als eine Art tbierifebe gettfäure ju betrad;ten, bie überbaupt franfbaften tbierifeben AuSflüffen fo eigentbümlicb ift. Xa aber ber Efftg feine tbierifd;en Subftanjen jerftört unb ju einer Säure aua; nia;t bifferent ift, fo fcbeint bie beilfame ■Sßir* fung beffelben mebr barin ju befteben, baß er burd) Star* fung ber AtbmungSorgane unb beS NervenfyftemS bie Em pfäuglicbfeit verminbert, als baß er bem Stoff felbft bireft entgegen wirft ober benfetben ju jerftören vermag. Um Sa* eben ju entgiften, paßt ber Efftg beSwegen aucb nicbt. Xac< 45 Eblor wirft t;eftig auf spflanjen, aber viel fchwäcber auf tbicvifcbe Stoffe, weil eS begierig ben SBaffcrftoff, aber tticbt fo bcn tbierifd;en Stidftoff anjiet;t. Bub cm ift aua; bae Eblor von gleicbnamiger faurer Polarität; eS fann baber baffetbe jwar beffer als ber Efftg, befonberS jur XeSinfef* tion von Söaaren, aber aud; fein votlfommeneS BerfefcungS* mittel fein, ©iel ftdrfer wirft Satpeterfäure auf tbierifche Subftanjen. Sie ift aber wegen ber fcbäblicben Xämpfc nur bebinguugSweife anjttwcnben, fcbeint jeboeb Ui fteißt* gern Süften ber Btnimer unb ber gebörigen ©orftcbt ben bei* htn vorigen, befonberS jum Entgiften von Soeben yorju* jiebeu ju fein. § 27. %&enn ber Ebotcraftoff wixtlid) fauxex Natur ift, fo muß* ten bier bie alfalifdjen Ndudberungen an ibrer redeten Stelle fein. XaS flüchtige Ammonium, wetd;eS von mebrem ©eob* ad)tern felbft bei ber auSgebitbeten Äranfbeit als ein vor* treffliches Heilmittel gerübmt wirb, ftebt gewiß bier oben an. Xabin jdt;le id) ferner bie emppreumatifd;en, ftarf* riechenben, natürlicben Oele, wie bcn Aspbalt, baS Steinet, Den Serpentin, ben ©itrtol, meld;e von mebreren fowobt jeljt gegen bie Ebolera, wie von jeber als bie vortrefflicb* ften Stimmittel gegen Scua;en gerül;mt werben, inbem man fte btoS offen auf ben glur ober in bie Bimmer ftellt. Aucb bte Harje unb bte ätt;erifd;en Niecbmittel finb bier nid;t ju vergeffen, befonberS wenn fie angebrannt als Naud) ftch in ber Atmpfpbäre verbreiten; fie ftnb fet;r geeignet WiaSmen aufjufaugen unb unfd;äblid; ju mad;en. Xenn ber Naucb heftest bauptfdd;(id; aus $ol;le, unb biefe bflt hie Eigenfchaft gasförmige unb wäfferige gtüffigfeiten ju jerftören. ES fcheinen baber biefe Mittel wirftich bifferent bem El;oleraftoffc entgegenwirfenb, ibn neutrolifiren ober gar jerftören ju fönnen; wk wir wiffen, bafj baS ©rant* 4 16 barj auf tbierifcbe Stoffe, wie beim Näucbern unb Wumi* ftren einen fo fräftigen Einfluß bat. XaS Näucbern mit tiefen ftarfen Niecböten fowobl, als aua; mit bem ©er brennen ätberifcber H^ftoffe fcbeint bober nad; ©rünbcn unb Erfahrungen vorjüglid;er als bie fauren Näucberuu* gen ju fein, unb l;iebei möcbte id) gerne wieber bie von atterSber gegen bie $eft fo berübmten 5ßad;boiberräucbe* rungen fcbon beßwegen fel;r empfebten, weit fie bie wobl* feitften unb 2ßad;t)olbcrl;otj unb ©eeren überall ju baben finb unb wabrfcbeinlicb aucb bie heften finb. Xer $laud) beS gebrannten ÄaffeeS wirb als taS hefte Berfe^ungS* mittel aller fdt)äbtid;cu Xünfte unt Anftedungen gerübmt. Ein anbereS Alfatt ift ber Äalf, wetd;er gebrannt (äfcenb) bie Eigenfcbaft t;at, böfe, in hex Suft entbattenc AuSflüffe aufjunebmen. SSenti man baber ben gebrann* ten Äalf löfd;t, fo jcrtbcitt er fid; in einen fel;r feinen Staub in ber Suft, unb wirb fo ein gegen faure Stoffe ganj bifferenteS NeutralifationS* unb BerftörungSmittet. XiefcS Söffen müßte gleicbfaüS von Beit ju Beit gefd;e* ben, wonacb man bie Bimmer entweber lüftet ober gefebtof* fett laßt, bis bic Äalftbcile wieber ju ©oben falten,. Alte liefe atfatifeben Näucberungen baben noch obenbrein nicbt nur feine fcbdtlicben, fonbern für bie ©efunbt;ett el;er beit* famc SBirfungcn unb macben jur ©ereitung aucb Ui weu tem weniger, unt Ui ben brenjticben ©erücben gar feine Sdjwierigfeiten; ein bisber fowobl von ben Aerjten als i^on ben ©efunbl;eitScommifftonen ganj überfebener ©e* qenftattb. § 28. r]\i bcn innexlid)en gegen bie Anftedung fd;üfcenben Wittein werben ©emürje, ätberifche Oele, Effenjen, Xinf* turen, Ritten u> f w. angetobt, obne aua; \)kx fid) eines be* ftimmten metbobifcben BtvedeS bewußt ju werben. ES ift 47 aber bie Aufgabe: bie normale Emulation von innen ber* aus, burcb Sungen unb $aut ju unterhalten, babura; ben Organismus ju ftärfen unb burcb eine fräftig auSftrömenbe pofitive Atmofpbäre ben AnftedungSftoff objuftoßen. Xiefen Anjeigen entfprecben aber bäuftg jene Wittel nicbt, im ©e* gentl;eit bringen mehrere burd; unvovficbtige unb längere Anwenbung eine Ueberreijung, unb babura; felbft eine grö* ßere Empfänglid;feit für bie Anftedung bervor, wie bie biegen ©ewürje, ik gebraunten Söaffer u. a., ittbem er* ftcre baS ©tut ju ftarf erbten, letztere wegen beS flüchtigen AlfobolS viel ju ftarf auf baS ©ebtrn wirfen unb felbft tk ©erfoblung beS ©luteS vermet;ren unb hie ©erbauung ftö* reu; bal;er fie bei hex Ebolera ganj unjwedmdßige Wittet ju fein febeinen unb ich 3ebermann vor bem öfteren ©e* braud; bcrfelben warnen möcbte. SBolIen wir innertiebe Wittet gebrauchen, fo muffen eS fold;e fein, welcbe, abgefeben von ber Ebolera, felbft burd; längeren ©ebraueb ber ©efunbbeit juträglicb finb: fo baf} fie x>k ©erbauung ftärfen, bie Eircutation beförbem unb tabei auf baS Nervenfpftem feine nad;tbeitigen Söirfungen ausüben. Hteju eignen ftcb bie aromatifcb*bittcrn Wittel, wk hex Kalmus, hie ^omeranjenfcbalen in Subftanj ge* faut unb feiten etwas bayon genoffen, ober tdglid; einige Xropfcn bittere Xinftur von benfelben ober bic bittere Xinf* tur von äßermutb, tie 2ßbpttinftnr, baS Wagenetirir, ober Aufgüffe von ffikrmutb, Sd;afgarbe, 3obanniefraut, Ncl* fenwurjel, Ebina :c. täglicb ein paarmal eine ganje ober balbe Xaffe voll; ober ein bitteres Ertraft, wie beS Uwew jabuS, beS EnjianS, beS SBermutbS, beS ÄalmuS, beS Xau* fcnbgütbenfrautS in einem aromatifd;en ffiaffer etwa ein paarmal einen Eßlöffel voll beS XageS. Xie ätberifeben Oete, wie baS als ^räfervativ gerübmte Mamillen* unb Eajeptttöt bürfen nur täglid; mit etwa 1 bis 2 Xropfcn 48 gebraucbt werben, ftatt welken irgenb ein anbereS, wk Xitlöl, .Stummel*, 2Baa)bolber*, ©ergamott*, ÄalmuS*, Nauten-- ober Wünjöl :c. gebraucbt werbctt fönnen. Aud; ein paar ^fefferfömer ober noa) beffer 2ßad;bolberbccren ftnb bter am rea)ten pafce; fowie ia) baS magenerwärmenbe unb auf bie H<*ut wirfeube HoüunbermuS ganj befonberS empfeble, unb ebenfo baS mebr auf bie Nieren wirf enbe 23a d;* bolbermuS wobl alles Anbere überflüfftg mad;en bürftc. Dr. ©raun in 3nbieti will naa) taufenbfättiger Er* fabrung folgenbe etwas fonberbar jufammengefe^tc Ritten als erprobtes ^räfervativ gcbraud;t baben: Rp. Extract. Gentian. rubr. — trifol. fibr, Gummi Galban. ana Drach. 2. Vitrioli albi gr. 24. Extract. aloes aquos. Pulv. Rad. Ipec. ana gr. 18. Gummi Mastich. Dr. 1. M. f. c. s. q. Essent. succini. Pilulae No, 240. Consperg. pulv. cinam. eine Stunbe naa; bem grübftüd unb ebenfo nad; bem Abenbeffett 5 bis 10 Ritten ju nebmen unb nad; ben $il* len jebeSmal eine Xaffe Xbee aus Xaufenbgülbenfraut unb ©itterftee ju trinfett. Dr. Sa)äfer rübmt fotgettbeS vqti ibm erprobtes $rä* ferVOtiV: Rp. Tinct. aromat. Unz. 2. Bals. vitae Hofniamn Dr. 3. Naphtae aceti Dr. l£. Olei calami aromat. gutt. V. tägtio) 2* bis 3mal 20 Xropfcn mit 2Betn ober Siqueur (?) ju nebmen. § 29. Wittel beim erften AuSbrud;e ber Äranfbeit. Xa bie Ebolera fo rafa) verläuft, fo fommt es barauf 49 an, fte gleich im ©eginnen ju bemmen unb ibrer ©öSar* tigfeit Schranfen ju fefcen, was auch viel teia)ter ift, als baS mit allen Wittein verfua)te Heilen ber fa)oii ju einer gemiffett Höbe berangewaebfetten ßranfbeit. Xa fte ftch in ben meiften gällm bei ibrem Atifange bura) gewiffe 3eia)eu als ©orboten fentttlicb maa)t (§ 3), fo barf nia)t gefäumt werben, bie geeigneten Wittet anjuwenben. Sir baben bie ©runbfäfce ber ©ebattbluug unt bie einer ria)tigen Anjeigc entfprea)enbett Wittet im Allgemeinen fa)on feinten ge* lernt (§ 11), unb babett jefct nur uoa) baS ©erfahren unb tie befottbem Wittel nach ben heften Erfabrungett etwas näber burchjugebeu. Es ftnb nun barin Alte mit einanber eittverftanben, boß-eS vorjüglia) barauf onfomme, ben Äranfen rea)t halb ju erwärmen unb in Scbweiß ju briu* gen; baS ©erfabren unb bie Wittel weia)en jeboeb bei vie* ten von einanber ob. ES bient nia)t ju meinem Swede, alle biefe befonbern ©ebanbluttgSarten weitläufig anjufüb* reu, mir genügt es, fola)e anjugeben, weta)e naa) ben heften Erfabrungen am bättftgften bülfreia) waren. § 30. ©ebanbtuug ber Eboleritte unb ber©orboten. 2ßer bie erften Spuren biefer fo gefäbrtia)en Äranfbeit nia)t vemaebtäffigt, fann fta)er verwahrt werben, aber er verfäume nid;t, gotgenbeS ju beaa)ten: 1) Wan bleibe ju Haufe unb von feinen ©efebäftett jurüd unb lege ftcb ju ©ette, um baS yietleia)t fdwtt fieb bilbettbe ©ift burd; ben Scbweiß auSjutretben. ES fommt babei weniger barauf an, wobura) man fa)wi£t, als baß man febwifct, unb baß man eine gelinte XranSpiratton jwei bis brei Xage unter* l;ält unb itia)t vom ©ett aufftet;t. Hflt man nur geringe Uebetfeit obne gieber unb nur fetten Xiarrl;öe, fo ift ein ©recbmittel ^on hex 3pecacuanba baS ©efte, unb bann 50 nur fo)leimige Nat;rungSmittet von £afcr> ©erfte, Eibifd;, ©untmiwaffer. Qin fola)eS ©recbmittel ift aud; ratbfam, wenn man ftd) legen muß, weil ber Scbweiß unt fo fixerer fommt, wenn man bann juweitert eine Xoffe voll Hollun* certbee nocbtrinft. Xen Scbweiß erjeugt man ana) leia)t mit faltem Gaffer ober mit warmen ©etrdufen. Xie H»* bropatbeufd;iagen btoS ein naffcS Xucb um unb büßen ben Patienten in eine wollene Xcde unb taffen oft fatteS Söaffer nad;trinfcn; bic Homöopatbcn rühmen bei bcr Ebolerine ben Phosphor junäcbft unb baS Veratrum, wo bie Symptome fchon bringeuber finb. ©ei Neigung ju Xiarrböebat man mit Nutzen auch bic Nt;abarbara in fleinen ©oben ju ein -paar ©ran fcf;r beitfam gefunben. 91* tc immer Einen tie Wetl;ote treibt, taS Sicherfte ift taS Schwitzen, unt taju betarf eS vor altem beS ©etteS unb XrinfcnS, unb wen burftet, bem ift baS falte Söaffer baS hefte. Xiefe Sdnvifc* metbobe ift übcrbieS baS fid)txftt Wittel, fieb Ui XypbuS unb Nervenficbcr ju fd)üt?ett, was icb W* a^ bewährt mit* tbeite, wenn man Ui ben erften Spuren ber ßranfbeit fid) ju ©ett legt unb nid;t bis nad; bem britten Xag wartet; man muß aber wenigftenS jwei, brei Xage ju ©ett bleiben unb jcbe Unterbrecbung beS Sa)wetßcS vermelbett. Xiefe Sid;erungSmetbote würbe fogar bei Epibemicn in ben .firiegSjeiten in Xvrol unb in ben Saljburger ©ebirgett er* probt, Wo tie Santteute bei tem tdmols berrfebenbett Xy* pt;uS jetett fd;on Angeftedten retteten, wenn er fieb am er* ften unb fpäteftenS am britten Xoge ju ©ette legte unb fd;wi£te; it;re Arjeneien waren febr einfad), meift Holber* tbee ober Xberiaf, Anbere gebrauebteu Steinöt ober Pfeffer unb Äampt;cr in ©rattntwein. Sßer biefe Wittel in ben er* ften brei Xagen nid)t gebrauste, bem halfen fie fpäter nichts mef;r. ©ei Wogenbrücfen ober aucb obne baS verfäume man nia)t mit ber bloßen Haub.benfelbcn öfter ju reiben. 51 § 31. Sowie bie befattnten Spuren ber Ebolera eintreten, warte man nid)t tauge ab, unb forge juerft für ein warmes Bim^ mer unb warmes ©ett unb trinfe ungefäumt recht warme glüffigfeiten, entweber irgenb einen XbeC ober !eia)ten ftaffee' ober bünneS ©rüfcwaffer ober gleifcbjbrübe, ober in Ermangelung biefer ©etränfe btoS rea)t warmes Sßaffer, juerft ein paar Xaffen halb btnter einanber, bantt eine folebe alle 10 bis 15 Wittuten; wo aber Xurft ba ift, fo ift faltes Söaffer baS hefte, aber oft unb in fteineren $or* tionen. Wan fange gleia) an, einigemate baS Nüdgrat unb hie Wagengegenb recbt ju reiben. Ein ©red;mittel mit 3pe* cacuanba ift vorjüglia) ongejeigt, baS Selterferwaffer mit warmer Wita) würbe febr gerübmt, fowie leia)ter Sinben* uub $}omeranjenblütbentbee ober leicbteS Btutmtwaffer. Won ftebt leia)t ein, baß, um biefeS auSjufübren, matt ftcb gegenfeitig beiftebett muß, unb jwar ift biefeS baS erfte was notb tf>ut- 9Jcatt warte baber nicbt erft bie Weinuttg unb ©erorbnung beS entfernten ArjteS ab, fonbern fua)e gleich Ui ben Seinigett Hülfe ober Ui beu itäcbften Naa)* harn, bie baber eine gegenfeitige ©erpftid;tung, fid) unge* fäumt einanber beijufteben, eingeben follten, was beffer als alle polijeitia)en Anftatten ift unb meiftenS Aerjte unb Spi* tätcr überflüfftg maa)en würbe. Xaju fann 3ebermann um fo leia)ter ot;ne forglicheS ©ebenfen fieb geneigt jeigen, weit bie £ronfbeit im Anfange nie anftedt, uub überbaupt ge* rabe 9Öärter unb Aerjte am meiften verfa)ottt bleiben; weil ferner naa) bcn neueften Erfahrungen bie Äranfbeit bereits fa)on fo mobifitirt ift, baß man eine unmittelbare Anftedung gar nicbt mebr beobachtet unb biefelbe mebr bem Suftmiasma beS OrteS jufebreibt, wo bie Ebolera berrfa)t. ES fommt in ber erften Bett weniger barauf an, weta)eS ©etränf man ju fia) nimmt, baber jeber bem feurigen eine 52 Sobrcbc bdlt. Ueberboupt fonn eines nid;t altgemein ben 93orjug vor anbern haben, weit bei ycrfd;iebenett Naturen aud; nod) verfd;iebene ©erantaffungen obwalten. So ift es ungereimt, fein ©ertrauen btoS auf ^feffermünje uub Mamillen ju fe&ett, wetd;ett in bett meiften gälten ©raupen* waiJer, glieber, dibifd), SBoltblumen, Sinbenbtütben jc. be ' ftimmt vorjujieben finb; anbere aromatifd;e Kräuter, wk\ Wajoran, Zl)i)mian, Savenbet, Sd;afgarbc, Nainfam, 3o •' bannisfraut, Arnica, ©albrian k. fönnen biefetben Xtenfte leiften. 3m Allgemeinen reia)t biet' noeb bic Äur ber Ebolc> rinc aus. § 32. , ©ei ber jweiten I;öt;er entwidetten gorm fommen fämmt* liebe Wittet ju verftdrfter Anwenbung, aber immer nod; mit berfetben Anjeigc, bie Äranfbeit ju entgiften, ju befa)rän* fen, abjuteiten, ju fcbwi&cn. ©or Allem ift bie magnetifa)e ©ebanblung nad) mebreren ©eobachtem — julefct von Dr. WotfebutSfi 1847 in Ebarfof — gerüt;mt, unb Solfart botte 1832 eine eigene magnetifebe Eboteraanftatt, in wel* a)er bas Wagnettfirett bie Hauptfoa)e war. Um ben Seib ju erwärmen, werben äußere unb innere Wittel angewetibet. Bu ben äußern geboren baS Einbauen mit erwärmten Xeden ober ©etten, anbattenbeS ftorfeS Reiben beS ÄörperS mit beißen, trodenen wollenen Xüa)em, baS Auflegen beißet Xetler, 9Öärmflafd;en ober t)tif^tn Saub, Afa)e ober Meien ober Ui^e Ärüge, ©tecb ic. auf bett Unterleib unb bie äu> ßeren ©lieber. Alle biefe Xittge fönnen obne Soften überall ongewenbet werben, unb man wirb in ben meiften gälten bamit ausreißen. Wan fann baS Erwärmen aber aua) un* terftü&ett bura) wieberbotte Einreibungen uub 2öafa)ungen mit beißem Effig, ©ranntwein ober allerlei Arten Spi* rituS unb bura) beiße ©aber, ©orjüglid; gerübmt wirb ber ÄampberfpirituS. Habttemaittt rätb babei ben 53 Traufen aua) in einer woblbura)wärmten unb mit Kam- f pber burcbräucberten Xede einjubüllen, aucb foll mau bcn Spiritus auf t;eißem ©tecbe in bem Btwmer verbunden laffen. Dr. Ewer£ räu) ben KampberfpirituS mit bem jebnteti Xbeite ber Xinftur von fpanifcbem Pfeffer; bei b^f*= tigem Scbmerj im Wagen ein ©eftcator, am heften mit Sauerteig. Dr. ©raun rübmt bett XerpenttnfpirituS mit ^erubotfam am ganjen Seihe unb ben gußfobten ein* gerieben. Herr Neper in Ungarn beriebtet, baß von 240 Uranien burcb folgenbe ©erfabrttngSart alle gerettet würben bis auf 2, bie fia) biefer ©ebanblung nicht fügen wollten. „Wan nimmt auf 1 Seibet (Sd;oppen) ftar* fett 9Beingeift l Seibet guten Effig, giebt tarin ein Sotb geftoßenen Kampber, 1 Sotb Senfmebt, \ Sotl; geftoßenen Pfeffer unb einen ftärfen Kaffeelöffel »oll geftoßenen Knob* laua), \ Sotb Eantbqribenpulver, mifa)t altes in einer glafcbe gut burd; einanber unb ftellt eS jwötf Stunben an bie Sonne ober an einen" wannen Ort unb wieber* holt baS Nüttetn mebrere Wate, Sollte -3emanb erfran* fetu fo muffen augenbtidlicb Hänbe unb güßc beS Kran» fen unter ber ©ett* ober geberbede. bura) ftarfe Seute heftig unb unauSgefefct mit biefer warm gemod;ten Wi* fcbung fo tonge gerieben, aucb gleicbjeitig ein ©las- fta"rfer Xbee (Kamillen mit Kraufemünje ober Wetiffe) jiemtid; warm innerltcb eingegeben werben, bis ber Kranfe längftens in einer ©iertetftunbc in ftärfen Scbweiß verfällt, wobei er am ganjen Körper unb Kopfe mit ©ettbeden jugebedt wirb. 3n biefem Schweiße muß ber Kranfe 2.bis 3 Stun* ben erbalten werben, obne baß er jeboeb cinfd)lafenbarf(?). Wan nimmt fobann bie fchwere ©ettbede ab. worauf bcr Patient in Scblaf verfällt, ber 6 bis 8 Stunbett unter mä* ßigem <^>a)wei^e fortbauert. Naa) bem Erwachen ift er nod) febwach, aber vollfommen gerettet, er muß fia) nur nod) 54 einige Beit fdjoncn. Wan muß befonberS- barauf wad;en, baß ber Kranfe naa) ber Einreibuttg aua) nicbt einen gm* ger unter ber Xede t;ervorjiebe, benn in biefem Sd;wetße ift iebe ©erfübtung töbtlicb. ©ei eintretenben Wagenfrämpfen giebt man febr \)ei^e Umfd;tdge von Kleie unb Afcbe ganj troden auf ben ©aua), aua) nötf;igettfaIIS ein ©eftcator auf bie Nabetgegenb. Dr. Sevifeur läßt obne ©aber beiße Kräuterfiffen auf bcn ganjen Unterleib,, febarfe, nur rotb* mad;enbe Einreibungen auf bie gußfoblen, labert unb obern Ertremitäten anWenben unb wenig ober gar fein ©e* tränf reichen. Dr. Scbäf-er läßt außer ben Einreibungen mit warmem aromatifa)em KampberfpirituS aud; erwärmte Scnfpflafter ober Seinfamenauffa)täge auf ben Unterleib legen, wenn befttge Schmerjen 'in ber Wagengegcnb ftnb, naebbem er 10 bis 15 ©lutegel gefegt l)at. Ueberboupt ra* tben Webrcre, bei'anbattenben be^tigen Wagettfcbmcrjen, wenn fie bei bem Neiben nicbt vergeben, ©lutegel auf bie Wagengegenb ju feiert. Xie Homöopatt;en geben baS ©cratrimt,.tn böbem ©raben bett Kampber, oft alle 10 Wi* nuten eine (3abe; wo Krämpfe ftcb einftellen, Cuprum aoeticum.. * . . •• Scrnne ©aber, fowobl Sßaffer*, Xampf* als trodene ©•aber,' werben angeraten, Anbere balten biefe bei hex fon* ftigen Erwärmung für überflüfftg. Dr. Schäfer fe£t ju bem warmen ©abe Seifenfteberlauge ober *Pottafd>e binju. Es werben ju foteben ©abern matta)erlei tragbore Appa* rate empfot;lett, weit eS in ben meiften gälten fa)wierig, ja unmöglich, -ift, ganje ©aber ober gar Xompfbäber ju \a^ ben. Xa es aber immer jum Xheil foftfpiclige unb um* ftänbticbe Einridmutgen finb; ba geuebtigfeit bei biefer Kranfbeit fo viel wk immer mögtia) ju meiben ift, fo ift beftimmt ein trodeneS Erwärmen ben noffen ©äbem vor*' mjieben. Außer bem Abreiben unb Einhüllen beS Kör* 55 perS mit beißen Xücbern unb Xedcn fann man red;t bolb eine ftarfe, trodene Hi£e mit Spiritus erjeugen. Wan fcfct ben Kraufen auf einen Stuhl, umbüllt itm mit großen Xedctt btS auf bcn ©oben unb fe£t eine Xaffe voll Spiri* tuS unter ben Stubl über welcbe man einen fleinen Keffet ober Xcpf, um bic ©efabr beS AnbrenuenS ju vermeiben, auf ein paar untergelegte Stüdd;en £olj legt. ES ent* ftebt baburd; febr bolb eine fo große rn'M, baß ber Kranfe ut febwi^en anfängt, Wonaa) er in ein recbt erwärmtes ©ette gelegt wirb. Ebenfo mgebüttt laffen Anbere ben Kranfen mit auf U^ Steine gegoffenem Efftg in Schweiß bringen. Wan fann ben Kranfen aud) tiegenb im ©ette fd;wi#ett mad;en, wenn man auf Neifen, bie über ben Kranfen gcftellt finb, Xeden fd;tdgt uub bie U^ Suft von bem vor bem ©ette ongejünbeten Spiritus an ben Kranfen burcb eine bteä)eme Nöbre lunleitet, welcbe über ber Xaffe fo angebrad;t ift, baß nur etwas Suft jwifa)en ibr unb ber barüber gebaltenen Nöbre jur Unterbaltung beS ©rennenS juftrömen fonn. Aua) baS Btwmer fann man fo fcbnetl mit einer batbett Obertaffe voll Spiritus erwärmen. Noa) vorjügtia)er ift ber ©ower'fd;e Korb, ber, aus 9öeiben ge* floa)ten, von ber Sänge eines Wenfcben unb etwa einen guß b^cbz inwenbig mit einer wollenen Xede auSgefa)ta* gen, fo- über ben in bem ©Me liegenben Kranfen geftellt wirb, baß nur ber Kopf frei ift. ©on bem gußenbe gebt eine Nöbre faminartig berauS unb biegt fid) über ben in einer ©ita)fe ober Schale ongejünbeten Spiritus. £ier* mit fommt man naa) mebrfoa)en ©erfud;cn burd; bie bloS troden erl;i£te Suft in wenigen Wintttm in einen ftärfen r. ©raun verfid;ert, baß, je früber baS ©recbmittel gc* reiebt würbe, befto gelinber würbe bte Kranfbeit, unb in gar vielen gälten fei biefe babura) in ibrem Entfteben un> terbrüdt worbeu. Wir finb met;rere einfjeimifcbe Ebolera* fälle feit furjem vorgefommen, ia) l)abe bei Um befttgen ^Jürgen, bem eingenommenen Kopfe jc. jebeSmat ein ©reo;* mittet aus 3pecacuanba 15 ©ran, ©red;weinftein 1 ©ran \u\X> 2 ©ran Eaftor gegeben unb babei ^aferfcbleim tritt* 57 fen loffen, woitad; fie brei* bis viermal fieb jum Xbeit mit vieler ©alle erbrachen, halb in Scbweiß unb Sa)lof gerie* tben unb obne 9BeitereS gefunb würben. 3a) würbe Ui hex inbifa)en Ebolera in ben meiften gällen boffetbc tbun. Söotfart jeigt ein ät;ntia)eS ©recbmittel in feinen Ebo* leratafeln als bewäbrt an. — ^urgirmittel würbe ia; an- fangs wiberratben, fowie bie Abertäffe, wenn nicbt ju lc£* teren eine altgemeine ©oltbtütigfeit mit großer innerer $i$e bei fonft fräftigen Wenfa)en, unb gleicb anfangs baju bie Anjeige gäbe. Hingegen febeinen fotebe Wittel, welche ben Wogen befänftigen, baS ©lut erwärmen, bie Eirculation beförbem unb frampfftitlenb ftnb, ganj unfern ©runbfäfcen ju entfprecben unb bürfen aud) wobt obne ©ei* fein beS ArjteS von bett Saiett attgewenbet werben. Hteju ift ber NiberStranf (foblenfaureS Notron mit EitronenfafO mit etwas 3ufa0 von Htrfcbbomgeift (nad; Sa)äfer) gewiß febr ju empfel;len. Koltwoffertrinfen unb Klyfriere von fal* lern Sßaffer ober NeiSftt)teim, befonberS wo fel;r bäufW Xurcbfälle. Homöopatbifa) wirb in biefem jweitett Stabium bei ftorfer Xiorrböe baS Acidum phosphor, fowie aua) ha$ Veratrum album, mit foltern Saffer in fleittcn Portionen oft wteberl;ott, als faft unfeblbor gerüt;mt. Ebenfo Kty* friere ven Katfwaffer. §a\)nemann will nia)tS weiter geben, als alte Winuteu einen Heilten Kaffeelöffel voll ei* neS ©emifa)eS von einem Ouent KampberfpirituS in vier Unjen l)tif}en 9ÖafferS mit äußern Kampbennittetn. Aud) Anbere rühmen ben KampberfpirituS aus Erfabruug. Dr. Sevifeur giebt biefen in folgenber Wifd;ung: Kp. Camphor. pulv. Extract. Hyosciami aa. gr. 24. Gummi mimos. U. 5. Emuls. papav. concentr. U. 6. Liquor, amon. succin. Dr. 1. Sach. alb. U. 1. 58 3m Anfang folt man ftünbtia) einen Eßlöffel, bei ber ouSgebtlbetett Kranfbeit 1 bis 2 Eßlöffel voll geben, fo oft als eine Ausleerung erfolgt. 25irb eine ©abc ouSgebro* eben, fo folt gletd) eine anbere gereift werben. Dr- Sd;äfer läßt alle ©tertetftunben ein ©laS^fcf* fermünjtbee trtnfen mit einem Bufa^e von 2 Xropfcn Tinct. op» Crocat. unb als Webijin alle Stunben 20 Xro* pfen von fotgenber Wifa)ung nebmen: Rp. Tinct. Castorei moscow. — Valerian. aether. — ihebaic. Liquor. Com. C. succin. aa. Dr. 1. 9öenu bcr Kranfe anfängt beffer ju werben, fo foll et tie Stopfen in ber Negel nid;t met;r vertragen; bann läßt man nod; etwas Wüttjtbee forttrinfen, unb nebenbei alte ©iertel* ober t;atbe Stunben einen Söffet alten Ungar* wein nebmen. Anbere toben bie Wineralfduren. So beftebt baS Ho pc'fcbc Wittet, ber in 3nbien faft Alle geteilt baben will, am fotgenber Wifcbung: Rp. Acid. nitrosi (nitric. fum.) Dr. 1. Aquae mentliae piperit. ober Mixturae Campli. Ph. lond. U. i. Tinct. opii gutt. 40. bovon nimmt man ben vierten Xbcit olle 3 biz 4 Stunben in einer Xaffe bannen Hafetfd;(eim; tabei foll man be* ftdnbig in fleinen Portionen bünnen HafcrfdUeiin ober aw bete fü)leimige glüffigfeiten trinfen, unb äußertid; bcn Un* terteib mit trodenen beißen Xüd;ern bebeden unb warme glafcbcn an bie güße legen, aber feine geiftigen ©etränfe ju ftd; nebmen. ©ei febr beftigen Sa)merjcn unb l;äuftgen Xura)fdücn fann man ein Kbftier von einem bis 2 Xbeclöffctn Stdrfe 59 in einer Xaffe warmen 9ÖafferS aufgelöst mit einem Eigelb qemifa)t geben. Xie britte aSpbptifa)e gorm forbert ernfte, rafa)e Hülfe. Hier ift eS, wo ber WognetiSmuS unb bie Eleftricität noa) Sßolfart unb rufftfa)en Aerjtert nod; am ftd;erftert batfen. sPofitiveS Einwirfett mit Anbaua)en auf bie Herjgrube unb San gen ftr id;e über ben Nüdgratb; unauSgefefcteS Netben beS Unterleibes uub ber Ertremitätert mit ben ongejeigten erwärmenben gtüffigfeitett von Efftg ober Spiritus, vor* JÜglia) KampberfpirituS mit Liquor ammonii causticus, habei itmertia) folgenbe ©etebungstropfett Rp. Liquoris am- monii anisati Dr. 2. Tinct. opii crocato Dr. %. huxd) 3 bi$ 15 Xropfett olle 3 Stuttben im Steigen (Sßotfart); auch rca)t ftorfer Kaffee wirb gerübmt, ©lübwein mit Btmmt. Kalte Ueberfchläge unb 2Bafa)en, falte Xouchebäber auf bie ©ruft unb Unterleib alte brei bis fünf Wittuten wieber* l;ott; alte jwei Winutett eitt. Eßlöffel voll Eis waffer. $q? möopatben wollen im tonifd;en Stabium ber Krämpfe Ui ber großen Angft unb Xurft bett KampberfpirituS ju 2 Xropfen auf etwas Buder in einem Söffel voll falten 9ßaf* fcrS anfangs alte 3, fpdter nad; Waßgabe beS Abncbmene alte 5 —15 Winttten, aber balbe Xage lang fortgefe^t genommen baben (©eit). Nad; ben Angaben einer Somnambule, 1831 von einem Arjte in Söürjburg vcröffent(ia)t, follen getrodnete Stiele unb Kerne von Kirfcbett jeber Art gegen bie Ebolera von unfaßbarem Sßertbe feilt, hie tbeilS jum Xbee mit 3Bad;* botberbeeren, tt;eils als Xwftur in Xropfen genommen werben. B'ur Xinftur werben ' Kirfcbenftiete jerfebnitten, 3 Eßlöffel jerftoßene Kerne, 2 Eßlöffel 2ßoa)botberbeeren, 2 Eßlöffel Angelifa, Sßermufb unb wo mögtia) Waibtu* men, 1 EßlöffKvon jebem mit 1 Xaffe Eitroncnfoft unb 6 £ott; EanbiSjuder mit 1 baierifa)en WaaS Bwctfcben* 60 branntwein, einen Xag lang in hex Sonne ober an einer warmen Stelle bigcrirt unb bann burcbgefeibt. Wan nimmt ba von 7 Xropfen in Sein ober ©ier, welches mit einer glü* bcnben Kobte abgelöfa)t worben, unb ftcigt alte ©icrteh ftunbett um einen Xropfen, von 10 Xropfen an alte halbe Stunben bis ju 16 unb fällt bann wiebcr bis ouf 7. ©ei Kinbern bie Hälfte. Naa) ben Xropfen wirb nad; 7 Wi* nuten eine Obertaffe voll beS Kirfd;cntbecS lauwarm naü> qetrunfen, woju 32 Kirfcbenfticte unb ebenfo viele 3lJacb* botberbceren ju einem Schoppen abgctöfd;ten 9t>af[erS ge* nommen unb eine balbe ©iertetftunbe gcfod't werben. Wit tiefen Wittetn, von benen man jur innern uub äußern Erwärmung ftd; biejenigen yorrätl;ig balten muß, tie man etwa nad; ber obigen Angabe naa) feinen Umftdn* ben unb ©ermögen auswärt, wirb man in ten meiften gällen bie Kranft;cit im Entftcben unterbrüden, ober we* nigftenS bie erfte Beit auSrcid;en, bis etwa im Notbfalfc ber Arjt anberweitige ©erorbnungeu mad;t, welcher hier feinen Sd;arfftnn unb praftifdjen Xaft wirb üben fönnen, ha biefer gefäf;rlia)c Proteus in fo verfa)icbcncr gorm auU tritt, unb mit fo mannigfad;er Eomplication fid) verwan* 'bett. 3d; t;offe jeboa) unb wünfa)e, baß feiner ber geneigt ten Sefer ju biefem testen Wittel ju fa)rcitcn wirb notl)* wenbig baben, unb bicS um fo fteberer, wenn er bie von mir woblgemeinten Negetn beamtet unb treu befolgt. 3m ©erläge ber Uttterjeid;ncten erfo)eittt jeben ^nnistag für Si. 00« iäbrlicb unb fonn Ui unfercn Herren Agenten ober Ui jeter Poft Office ber ©ereinigten Staaten beftellt werben : ®et 8endytti)tttnu Sin Organ ber XJemofratie. Dvebigirt tton mr. iL Uventano. XiefeS ©latt vertritt bic 3tttereffett ber bemofratifd;en Partei uub verfta)t bereit ©runbfäge. Seine Aufgabe als eine 2ßoa)enfa)rift wirb nid;t fowobl barin gefud;t, bie neue* ften politifcben ©egebeiibeitett fd)ttelt mitjutt;eilett, als viel* mebr rit leitenben Artifeln gragett von allgemeiner politi* fa)cr ober fojialer ©ebeutung ju befpreebett uub inSbefoit* bere aua) Ui Wittt;eilung von ©egebeiibeitett im alten ©a* tertanbe burd) längere ober fürjere aufflärenbe ©emerfunejen unfere beutfa)en SattbSleute in genauer Kemttniß ber borti*- gen Buftänbe ju erbalten. Xie neueften europäifa)en Nad)* riebten werben in ber Negel nach ben teiegrapbifcbeit Xepe* fcben mitgeteilt. Wit bem politifcben Xbeite beS ©tatteS ift ein geuillc* ton verbunben, worin gebiegeitc Auffä^e jur Uitterbaltuttg uub Erbeiteruitg in großer Waimia)faltigfeit jufammenge* ftellt finb. Xie große ©erbreitung, bereu ftd) biefe 9ßoa)enfcbrift feit ber furjen 3iii tbtcS EtttftebettS bereits ju erfreuen l)at, fiebert ibr ben gortbeftanb uub maa)t fte befonberS aud; ju Anjeigen aller Art empfeblenswertb. pottSvtlle, Pa., im September 1850. 58rentatio SS &%Q*c.